Die„Schwerter Zeitung“ erscheint täglich, ausser Verugspreis: Mk. 1.6s vierteljährlich, bei der Post 42 Pf. für Bestellgeld mehr. Wöchentliche Gratis-Beilage:„Ilustrierter Familientreund“. o 0 0 O O O O O O O O O C 0 Anzeigenpreis: Die sechsgespaltene Petitzelle oder deren Raum 10 Pf., Anzeigen von auswärts 13 Pf., Reklamezeile 40 Pf. Erstes und ältestes Cagesorgan des Kreises. Haupt-Hnnoncenblatt. Alle Kreis- und Lokalpollzeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäss Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeltung“ rechtsverbindliche Kraft. o 0 0 O O OO O•O O O 0 0 Druck u. Uerlag von Carl Braus, Schwerte. Fernsprech-Anschluss Nr. 62 Amt Schwerte. Celegr.-Adresse: Braus, Schwerte-Ruhr Nr. 249. Wie es zwischen Flankreich und Die französische Volksvertretung hat am heutigen Dienstag ihre Sitzungen wieder begonnen. Im lais Bourbon in Paris, dem hart an der Seine, südlich vom Konkordien=Platze gelegenen Heim der Deputiertenkammer, geht es in manchen Dingen feierlicher zu, wie z. B. im deutschen Reichstage. Wenn der Präsident des Hauses sich zur Sitzung begibt, so wird er von der militärischen Ehrenwache mit präsentiertem Gewehr begrüßt, und auch an verschiedenen zeremoniellen Vorschriften aus dem Reiche der Etikette, über die wir lächeln, ist kein Mangel. Dagegen haben wir auch nicht den Spektakel, das Werfen mit Tintenfässern und die gelegentlichen Raufereien, die von den französischen Gesetzgebern beliebt werden, und die Diäten unserer Reichstagsabgeordneten reichen lange nicht an das jährliche Fixum ihrer französischen Kollegen im Betrage von 15 000 Francs(also 12000 Mark) heran. Der Präsident der Deputiertenkammer bezieht Neueste. Die mit einem" versehenen Nachrichten sind unten weiter ausgeführt. Der Prozeß Moltke=Harden findet heute in Berlin statt. g9.. I 164 * Fürst Wilhelm zur Wied ist gestern nachmittag 2 Ministerbesuche stehen im Interesse ber Arbeiter im Industriegebiet in Aussicht. Frankreich erklärt offiziell, daß es nur den Sultan Akdul Aziz anerkenne. s ue i i iiiigccWg## Politische Uebersicht. Deutschland. Am Kaiserhofe wurde am Dienstag der Geburtstag der Kaiserin gefeiert. Die hohe Frau hatte nach der Entgegennahme der Glückwünsche mit ihrer gePräsident der Deputiertenkammer bezieht samten Familie einen Spaziergang im Berliner Tieraußer seiner freien Wohnung, die ja auch der deutsche garten gemacht. Ins Schloß zurückgekehrt, fand FestReichstagspräsident hat, sogar 75000 Frcs. festes Ge=tafel statt, abends eine musikalische Aufführung. Die halt. Man sieht, die republikanischen Volksväter sind Residenzstädte Berlin und Potsdam trugen zu Ehren auch für ein behagliches Auskommen=Können! des Tages, reichen Flaggenschmuc. Prinz Waldeins Französisch=Republika=(mar von Preußen, der älteste Sohn ors Pranzen HeinSine po tast desz ieweiligen(rich, ist um Dienstag an der Universität Straßburg in nsche übertngen, aso eime Borschat, ure(gengs um Denszeg worse,lrZier Sehiecreihbung Präsidenten des Staates darstellen müßte, gibt es in elsaß a rich, ist am Dienstag an der Universität Straßburg, Elsaß ausgenommen worven. Die Einschleibung des Prinzen August Wilhelm, vierten Kaisersohnes, erfolgt am Donnerstag. 1 Dank des Kaisers an die Arbeiter. Der Kaiser hat auf das Huldigungstelegramm des deutschen Arbeitervird kongresses folgende Antwort gesandt: Ich ersuche den Herr Georg Clemenceau, der Vorstand, dem zweiten deutschen Arbeiterkongreß für derr Geotg Stcn den Ausdruck treuer Anhänglichkeit und nationaler eereo(Gesirnung meinen wärmsten Dane auszusprechen. Ich freue mich, daß auf dem Kongresse eine so ansehnlich: Zahl patriotisch gesinnter deutscher Arbeiter vertreten ist und wünsche den Verhandlungen des KonPräsidenten des Staates darstellen müßte, gibt es in Paris nicht. Die Leiter der Sitzungen halten eine kurze Begrüßungs=Ansprache, und„dann kann es losgehen“! Die erste offizielle Kundgebung der Regierung besteht regelmäßig in einer Erklärung des Ministerpräsidenten über seine Politik, und diesmal wird es nicht anders sein. Herr Georg Clemenceau Premierminister, wird natürlich auch über die tion nach Casablanca befragt werden; aber er, wie die ganze Welt weiß, daß, wenn man in der Deputiertenkammer von Marokko spricht die Beziehungen zwiernd beobachtet. Beschwerden über die Gruben seien bei den Revierbeamten anzubringe die angewiesen seien, alle Klagen zu untersuchen und das Erforderliche zur Abstellung der Mißstände zu veranlassen. Die Anstellung der von den einzelnen Gruben entlassenen Steiger auf Staatswerken konnte der Minister nicht in Aussicht stellen.— Bei einer Besprechung der Knappschaftsstatutfrage im Verein technischer Grubenbeamten in Bochum erklärte Bergassessor Kleine namens der Werksbesitzer, daß diese keinesfalls über die bereits gemachten Zugeständnisse hinausgehen würden. Es sei sogar fraglich, ob sie aufrecht erhalten werden würden, wenn die Einigung noch lange auf sich warten ließe. Bestimmend sei dabei auch der anscheinende Umschwung in der wirtschaftlichen Lage. Die Rede des Staatssekretärs im Reichsamt des Innern v. Bethmann=Holweg zur Begrüßung d.-Arbeiterkongresses, der v. etwa 300 Delegierten, männlichen und weiblichen, aus allen Teilen des Reiches beschickt war, hätte auch vom Grafen Posadowsky an Arbeiterfreundlichkeit nicht übertroffen werden können. Natürlich und voll berechtigt nannte der Staatssekretär das Streben der Arbeiter, sich zusammenzuschließen zur wirschaftlichen, sozialen und sittlichen Hebung ihres Standes. Dieses Streben dürfe aber nicht bis zur Schädigung anderer, bis zum Terrorismus fortgesetzt werden. Auch die Arbeiter vermögen ihre Aufgabe nur dann zu lösen, wenn sie auf Gegenseitigkeit rechnen können. Ehrlicher Wille, sich zu verstehen und die berechtigten Forderungen des andern anzuerkennen, muß bei Unternehmern und Arbeitern herrschen, wenn die Arbeit von Erfolg sein soll.— Sehr sympathisch muteten die Worte des Dankes und der Anerkennung an, mit denen der Staatssekretär von seinem Vorgänger, dem Grafen Posadowsky, sprach. Unserem Kaiser wurde von dem Arbeiterkongreß auf einstimmigen Beschluß ein Huldigungstelegramm übersandt. Der Stand der Lehrerbesoldungsfrage ist gegenis ie der Schiufel ur allen, nus in Rondurskufeih„aft und des gesamten Voterlandes., Wilhelan. 3.V, s2ctreibt die Bersa efscdter Ke und u. getgden.#. Dem Reichzskangser Fürsten v. Budon, der zur vo=(onigsgesetes mit betreibt die Verhandlungen wegen des Lehrerbesoldungsgesetzes mit dem größten Nachdruck, und es ist zu hoffen, daß sie zu dem erwünschten Ziele führen werden. Dagegen steht zur Zeit noch nicht fest, welche Summe zu den Lehrergehältern der Staat künftig mehr aufwenden wird, wie denn die Gestaltung und seder ogen, dem Bundestut bereits voriegenten Zoiehent, euhgzlig enischezes e. erung erechtigtes erscheinen. An den Verhandlungen des Der Bund der Industriellen Ventschlands ist gleichoukiten deutschen Arbeiterkongresses hat man auch er= petsiammlung in Berlin vereinigt. Das Reichsamnt des hat den Vertretern der Pariser Zeitungen bei sich darbietenden Gelegenheit versichert, daß alles so gut, wie möglich stehe. Man kann allerdings nicht sagen, daß der Chorus der Pariser Journale mit lohender Begeisterung einen Lobgesang Greundschaft angestimmt hätte, aber das. do,eutzighlatzz nimmt, und wie sehr sie bemüht ist, 54 so genau nehmen. Die Stichelet gegen„ an den Wünschen der Arbeiter zu entsprechen. (teot vun wut den verdreteiten,gefertwoslen einen] Die neue Flottenvorlage, die dem Seine im Geschtointeress, Venischen, zur Morgen=gehen, beie u seder getz us us uch Auge IZaste, Ferter werden im neuen Barineth. eisne en Ziehen bezeuntet, und er bat auch lüicht gre Horderungen füir Untersebote erscheinen. Sse minteste Schuchz uch einer bu. Gangse wusg Der GHandetlontunster üider die age in Buge Wir brauchen nicht im winte=ftentenecher rechten Worte ütr beiteug Gamunermegrheit die franEr wind seiner getreuen, mundgerecht machen und littk, aber in Maroko kommt für jetzt alles zur Ruhe Ziu übrigen jei er nicht in der Lage, in das Vertragsund das ist die Hauptsache. Die spätere Zeit mag khre verhältnis zwischen Bergwerksbesitzern und Grubeneigene Sorge haben!: beamten einzugreifen. Die Verschiedenheit der Unfalleine. Die Gesamtzahl übersteigt die vorjährige um mehrere Hundert. Oesterreich=Ungarn. Der Zustand des Kaisers Franz Joseph ist noch immer ein wechselvoller. Nach guten Tagen und Nächten folgen immer aufs neue sehr böse, die den Kräftestand ri herabsetzen. Die Nacht zum letzten Sonntag war ganzen KrankheitsverSchloßgeistliche am Sonntag iterbleiben wie der Spades Schlosses. Am auch das beeinträchfinden, die keuchhustenartig Hustenkrampf mit schwesteigern. Der Umstand, daß die Erbherzogin Marie Valerie allerdings ohne ihren kaiserlichen Vater zu sehen, im Schlosse zu Schönbrunn weilt, daß auch der Thronfolger öften dort erscheint, gibt zu ungünstigen Deutungen Anlaß. Rußland. Petersburg, 22. Okt. Der Kaiser erließ an den elidow ein dankendes Reskript wegen sei Petersburg, 22. Okt. Für den Fall der Auflösung auch der dritten Duma ist, wie der Korrespondent der „F. L.“ aus zuverlässiger Quelle erfährt, im Ministerium des Innern schon ein Projekt für einen Semski Sobor, d. h. für eine Ständevertretung mit nur beratender Befugnis ausgearbeitet worden. Serbien. Belgrad, 22. Okt. Die vereinigten parteien erließen ein Manisest an das serhische. in welchem sie gegen die Vertagung der protestieren, die als Verletzung der Verfassung bezeichcher oppositioneller Parteien würden alle Mittel anwenden, um den Parlamentarismus und die bedrohte Verfassungsmäßigkeit zu retten. Aus Stadt und Umgebung. Schwerte, den 23. Oktober. gartige Firmen ehrlichen Interessenten namhaft zu Ds(Das Inserat betr. Auskunstsbureau) der Kreissynode Iserlohn ist heute veröffentlicht worden und weisen wir unter Bezugnahme auf unsere gestrige Lokalnotiz nochmals besonders auf das Inserat hin. **(Der Bau des neuen Walzwerkes,) welches die Deutschen Nickelwerke am Rosenweg errichten lassen, nachdem sie durch Zukauf des dem Herrn Rentner Schumacher gehörenden Grundstückes im Besitz des gesamten Geländes zwischen Dammstraße, Rosenweg, Fleitmannstraße und Holzenerweg mit Ausnahme eines kleinen Teiles, der Eisenbahn gehörend gelangt sind, schreitet rüstig voran. In Betrieb wird das neue Walzwerk jedoch erst imlaufe des nächsten Vorsommers genommen werden können, da mit dem Aufstellen und Montieren der neuen Maschinen usw. voraussichtlich erst im Frühjahr begonnen werden kann. Jedenfalls ist auch diese Neuanlage der Nickelwerke mit Freuden zu begrüßen und dem Werke selbst ein ständiges Wachstum und Blühen zu wünschen. Steuergemeinde Kirchhörde wegen ungesetzlrgieg, Kene anziehung zur Gemeindesteuer. Die Gewert##### zu einem fingierten Einkommen von 9000 Mark eingeschätzt und daher pro 1906 mit 360 Mark besteuert worden. Durch Vorlage der Bilanz von 1904 und 1905 wurde der Nachweis erbracht, daß die Gewerkschaft mit Unterbilanz gearbeitet hat. Hierauf wird die Klage Der Fuhruntennehmer Fpitz Rose zu blagt gegen die Gemeinde wegen versagter WirtschaftsKonzession. Kläger begründet sein Gesuch mit der Anlage des neuen Friedhofes in der Nähe seiner Besitzungen an der Kreisstraße von Salingen nach Annen. Seit 30 Jahren sei eine neue Konzession nicht mehr erteilt, trotz des rapiden Anwachsens der Bevölkerung. Die Bedürfnisfrage wurde verneint und davt die Awnpe behranseretz zu Schülnen Alage anrce easer, a e s. den Kessel belasten. Durch Versuche im Monat Mai Pen A eu e h o guichge, An kesek Keichez, Zesc hoshaßte ei. ene sche e. lbgabe von Arzneimitteln, auf telephonische Joh. Heidenfels von hier erwarb von Herrn. Gutsbe ist festgestent, daß der Pesstk por 1g Atmosphären ausDer Minister des Innern hat, dem sitzer Schwarzelühr hierselbst ein Grundstück am Wan= plosionsgesayr einen Druck Pert u gzungen murde die ge= nenweg, um auf demselben eine Gärtnerei einzurich=(zuhalten. Behufs weiteren Verhanorungen wurde tele Württembergs folgend, versuchswez stattet, daß in dringenden Fällen, insbesondere in so chen, in welchen es sich um Abwendung von gefahr handelt, die Bestellung starkwirkender Arzweimittel auch durch den Fernsorecher Bestellung st edoch von dev.„orgeschriebenen Anburch Ablesen von der Der Apotheker muß die AnAnweisung dem Apotheker umgehend einzusenden. **(Der Andrang zum Lehrerberuf läßt nach.) Zahl der Schüler, die sich zu den Aufnahmeprüfüngen für Präparandenanstalt und Seminar melden, ist an manchen Orten in starkem Rückgange begriffen. Zu der Aufnahmeprüfung an der Präparandie in Orsoy hatten sich nur dreizehn Prüflinge gemeldet; an den Anstalten in Neuwied und Gummersbach erreichten die Meldungen sogar nur sechs beziehungsweise zu Schüler, so daß gar keine neuen Kurse eröffnet wurAus Hannöver kommt die gleiche Klage. Während sonst die Meldungen an der königlichen Präparandenanstalt in Melle auf 60 und 80 stiegen, fanden sich zur diesjährigen Aufnahmeprüfung nur 23 junge Leute ein. *(Abermals Viehzählung.) Auf Beschluß des Bundesrats findet im Deutschen Reiche am 2 Deze ber d. Is. eine allgemeine Viehzählung statt. Gleichzeitig wird die Zahl der in der Zeit vom 1. Dezember 1906 bis einschließlich 30. November 1907 vorgenommenen, von der amtlichen Schlachtvieh= und Elezchbeschant befreiten Schlachtungen ermittelt werden. Man oacf wohl annehmen, daß es, wie bei früheren Zählungen, auch diesmal gelingen wird, Personen zu gewinnen, die sich dem Zählgeschäfte ohne Anspruch auf eine Vergütung unterziehen. Zu diesem Zwecke sollen Staats= und Gemeindebeamten, insbesondere die Lehrer, zur Beteiligung an der Zählung angeregt werden. Die örtliche Ausführung der Zählung ist Sache der einzelnen Gemeinden und Gutsbezirke, welche verpflichtet sind, die durch die Annahme von Zählern etwa entstehenden Kosten zu tragen. Vergütungen an Zähler können aus der Staatskasse nicht beansprucht werden. 7on 44. (Eine Kinderschutz=Kommission,) die sich vor allem die Aufgabe gestellt hat, den Kampf gegen die gewerbliche Kinderarbeit zu führen, hat sich jüngst in Chemnitz gebildet. Es wäre äußerst wünschenswert, wenn dies Beispiel zum mindesten in allen Industrieplätzen Nachahmung fände. Die Berichte der Gewerbeaussichtsbeamten klagen zumeist darüber, daß das als so segensreich gepriesene Kinderschutzgesetz vom 30. März 1903 noch verhältnismäßig unbekannt sei, nicht gehörig beachtet und falsch aufgefaßt werde, daß die Arbeitgeber nicht selten erklärten,„sie seien der Meinung gewesen, der Beachtung des Kinderschutzgesetzes würde keine besondere Aufmerksamkeit gewidmet". Damit ist der Betätigung solcher Kommissionen ein weites Feld gegeben. Sie müßten— da nun erfahrungsgemäß einmal die wenigsten Menschen gern zu Gericht gehen— zur Vermittlungsstelle zwischen den Beobachtern ungesetzlicher Kinderarbeit und den Aufsichtsbehörden werden; und alle, die Kenntnis von gesetzwidriger Kinderarbeit erlangen, wüßten dann, wo sie ihre Beschwerden anbringen und in sachdienlicher Weise erledigen lassen könnten. So könnten diese Kommissionen helfen dem Kinde das zu bewahren und zurückzuerobern, was allgemein als des Kindes herrlichster Besitz gilt: das Paradies der Jugend. (Haus= und Grundbesitzer=Verein.) Wie wir hören, beabsichtigt der Haus= und Grundbesitzer=Verein mit den zur Ausführung von elektrischen Anlagen seitens des Kom. Elektrizitätswerkes„Mark" zugelassenen Firmen in Verbindung zu treten, um evtl. durch Uebertragung der gesamten Installationen an eine Firma seinen Mitgliedern Vorteile zu erwirken. Auch sollen Kostenanschläge von diesen Firmen eingezogen werden für die Installationen kleiner, mittlerer und großer Häuser. Nach Eingang der Kostenanschläge werden diese von einem sachverständigen Obmann geprüft. Nach Erledigung der zurzeit schwebenden Verhandlungen soll eine Versammlung stattfinden, in der die Ofserten bekannt gegeben werden. Auch werden in bieser Versammlung die offerierenden Sigmegn hure Beleuchtungskörper usw. aufstellen. Diese 9.#.# des Haus= und Grundbesitzer=Vereins ist mit Freuger. zu begrüßen, da in der Branche der elektrischen Installationsgeschäfte manch unlauteres Element sich befindet. Unsere Redaktion ist in der Lage, einige derten und ein Wohnhaus daselbst aufzuführen. Letzteres ist im Rohbau bereits fertiggestellt. (:-) Westhofen, 23. Okt.(Sein silbernes Amtsjubiläum) beging in Langendreer ein Sohn unserer Stadt, Herr Lehrer Heinrich Hengstenberg, der ein Vierteljahrhundert ununterbrochen an der dortigen Krengeldanzschule tätig war. Den vielen Glückwünschen schließen wir uns hiermit gerne an. An Egste, 23. Okt.(Generalversammlung.) Der hiesige Stenographenverein Arends hielt gestern im Vereinslokal eine gutbesuchte Generalversammlung ab. Zunächt wurden wieder zwei neue Mitglieder Sofen, Herde in grosser Auswahl, viele neue Modelle empfiehlt zu sehr billigen Preisen Fr. Rahlenbeck Schwerte, Hellpothstrasse 7. der hat ausgenommen. Sodann wurde beschlossen, die auf den verschiedenen Verbandstagen errungenen Diplome einrahmen und im Vereinszimmer aushängen zu dr Verghofen, 22. Okt. Der Herr Gemeindevorsteher Wilberg hatte auf Sonntag die hier bestehenden Vereine(46 an der Zahl) im Saale des Herrn Heimsoth eingeladen, um über die Versetzung des Kriegerdenkmals evtl. Schaffung eines ganz neuen Denkmals zu beraten. Nachdem der Zweck der Versammlung vekannt gegeben war, wurde die Aufbringung der hierzu erforderlichen Kosten besprochen. Es wurde an die anwesenden Vereinsvertreter die Frage gestellt, ob sie durch einen Beitrag aus ihrer Vereinskasse oder auf sonst eine Weise für obigen Zweck beisteuern wollten. Die meisten Vereine waren aber nicht in der Lage, bestimmte Zusagen machen zu können, bevor sie nicht in dieser Angelegenheit mit den Vereinen Rücksprache gehalten hätten. Es soll daher in ca. 4 Wochen eine weitere Versammlung einberufen werden, worin dann jeder teilnehmende Verein erklären soll, ob und auf welche Weise er für genannten Zweck beisteuern will. Bemerkt sei noch, daß ein Vertreter des hier bestehenden Arbeitergesangvereins(sozialdemokratisch) seine Beteiligung zu obigem Zwecke nur dann in Aussicht stellte, wenn ihnen bei Veranstaltung von Festlichkeiten die Erlaubnis für einen öffentlichen Festzug zugesichert würde, worüber die Versammlung zu entscheiden nicht das Recht hatte. Kreis=Ausschuß. Hörde, 23. Okt. Unter dem Vorsitze des Herrn Landrat Dr. Busch fand heute eine Kreisausschußsitzung statt. Die Firma C. Deilmann=Bochum hatte einen vorübergehenden Betrieb auf der Zeche„Freie Vogel und ist von der Gemeinde Schüren pro 1906 mit einem fingierten Einkommen von 5666 Mk. zu einer Staatssteuer von 160 Mark, zur Gemeindesteuer von 277,40 Mark herangezogen worden. Klägerin behauptet, daß sie nur ein Einkommen von 966 Mark gehabt habe. Die beanstandeten Abschreibungen seien richtig angegeben, da die Betriebsmaschinen nur vier Jahre benutzt werden könnten. Die Parteien wollen sich außergerichtlich einigen und ruht die Angelegenheit bis zu Der Bierverleger Oelmann=Barop klagt gegen die Polizeiverwaltung zu Barop wegen versagter Wirtschaftskonzession. Die Einwohnerzahl ist von 4100 auf 4600 gestiegen, weshalb die Bedürfnisfrage als wohlbegründet erscheine. Die Angelegenheit wurde vertagt, da vor der Entscheidung erst eine Ortsbesichtigung stattfinden sol,., ggststamsten u.: Arss m. Der Konditor Emil Wöstemeier zu Groß=Borbach bei Annen besitzt die Erlaubnis zum Ausschank alkoholfreier Getränke. Er beantragte eine Erweiterung der Konezssion dahin, daß er auch alkoholarme Getränke führen dürfe. Der Antrag wurde kostenpflichtig abgewiesen, weil die Bedürfnisfrage abgelehnt wurde. Die Gewerkschaft„Luise=Tiefbau“, klagt gegen die Klagesache vertagt. Letzte Drahtmeldungen. Cholera.„„ 4# Kiew, 23. Okt. Hier und in Moniles hat die Cholera derart zugenommen, daß die Kranken, da alle Krankenhäuser und Baracken überfüllt sind, in ihren Wohnungen verbleiben müssen. Lemberg, 23. Okt. Der Hopfenagent Glanz, choleraverdächtig erkrankte, ist bereits gestorben. Serbische Greuel. Saloniki, 23. Okt. Die serbische Bewegung wieder zu Greueltaten gegen Bulgaren geführt. Drei brannt. Versenpondt, grach an der bieTrists sollen beispringen. Morgan stellte alle Mill. Dollars zur Verfügung. Französischer Kuhhandel. Paris, 22. Okt. In der anläßlich der Kammeraseselese echece ehateg,e echche Sultan Abdul Aziz an. Die Vertreter Frankreichs, der Gesandte Regnault, Geneval Liauthey und AdmiPhilibert, seien mit dem Sultan zusammengetroffen, und Frankreich habe ansehnliche Vorteile inbetreff der algerischen Grenze erlangt. Ministerreisen. Berlin, 22. Okt. Der Staatssekretär des Innern von Bethmann=Hollweg und Handelsminister Delbrück beabsichtigen, sich über die Grundlagen zux umder Arbeiterversicherung und zur aenderung der Krankenkassengesetzgebung persönlich in unseren wichtigsten Industriegebieten zu informieren und werden zu diesem Zwecke sich in einigen Tagen nach Schlesien und demnächst nach der Rheinprovinz beFürst Wilhelm zu Wied f. Neuwied, 22. Okt. Fürst Wilhelm zu Wied, der frühere Präsident des preußischen Herrenhauses, ist sen Hetecgausch, Gentnc der Soshitere asahte des Garde=Grenadier=Regiments Nr.“ Mitzeh,#e Garbe=Grenadter=Lunchnehrnegimrvigit her sheringesen Kolonialrats. Seit 1871 war er Marie der Niederlande vermählt. Sein ältester Sohn, der jetzige Fürst Friedrich zu Wied, ist 35 Jahre glt, Ritimeister und=Eskadronschef im Garde=KurassierRegiment und mit der einzigen Tochter des Königs von Württemberg, der Prinzessin Pauline, vermählt.) Englische Bahnkrisis. London, 23. Okt. Die Eisenbahnfrage wird immer brohender. Die Geselschaften Sammesge, ishehgeseenb achtet ein Eintreten für die Eisenbahner als siche Aus Schönbrunn. Wien, 23. Okt. Das Befinden des Kaisers hat auch ilaufe des Vormittags keine wesentliche Veränderung erfahren. Der trockene Husten hält unvermiesdert an und beeinträchtigt das objektive Befinden, ebenso haben die katarrhalischen Erscheinungen keinen Rückgang zu verzeichnen. Trotzdem bleibt die normal und der Apppetit befriedigend. Solingen, 23. Okt. Kroaten verübten Ausschreider sämtlicher Kroaten beabsichtigt; die fünf Rädelsführer es(Lozisschwindler.) Ein angeblicher Maurer R. aus Brilon logierte sich hier ein. Nach einigen Tagen verschwand er unter Hinterlassung seiner Barschuld und nahm noch mehrere Kleidungsstücke im Werte von 40 Mark und bares Geld seiner Mitkostgänger mit. Viehmarkt. Dortmunder Städtischer Viehhof. Zu dem letzten Schlachtviehmarkt waren aufgetrieben: 967 Stück Großvieh, 2346 Schweine, 426 Kälber, 130 Schafe. Bezahlt wurden für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1. junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 71—73 Mk., 2. mäßig genährte junge, gut genährte ältere 66—70 Mk., 3. gering genährte jeden Alters 58—65 Mk.; Bullen: 1. vollfleischige jüngere Bullen 61—63 Mk., 2. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 55—60 Mk., 3. gering genährte 48 —54 Ml.; Rinder und Kühe: 1. vollfleischige ausgemästete Rinder höchsten Schlachtwertes 70—72 Mk., vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 65—69 Mk., 3. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Rinder 60—64 Mk., 4. mäßig genährte Kühe und Rinder 54—59 Mk.; Kälber, für 100 Pfund Lebendgewicht: 1. feinste Mast=(Voll=Mast) und beste Saugkälber 55 —57 Mk., 2. mittlere Mast= und gute Saugkälber 50 —54 Mk., 3. geringere Saugkälber und ältere gering genährte(Fresser) 44—49 Mk.; Schafe: 1. Mastlämmer und jüngere Masthammel 80—83 Mk., 2. ältere Masthammel 70—79 Mk.; Schweine: 1. vollfleischige, der seineren Rassen und deren Kreuzungen, im Alter bis zu 1¼ Jahren 62 Mk., 2. fleischige 58—61 Mk., 3. gering entwickelte, sowie Sauen und Eber 54—57 Mk. Tendenz: Großvieh langsam, sonst mittel. Unverkauft blieben 83 Stück Großwieh. Theater. Städtisches Schauspielhaus, Hagen. Donnerstag, 24. Okt., 8 Uhr:„Heimat“. Stadttheater Dortmund. Tonnerstag, 24. Okt., 7,30:„Obersteiger" Stadttheater Barmen. Donnerstag, den 24. Okt., 8 Uhr:„Undine“. Verantwortl. Redakteur: Friedhelm Kemper. Für den Inseraten= und Reklameteil verantwortlich: Jac. Christ. Druck u. Verlag von Carl Braus, sämtlich zu Schwerte. Bekanntmachung. Die Eigentümer, Nutznießer und Pächter von Grundstücken, auf denen sich Apfelbäume befinden, sowie auch die Besitzer von Baumschulen werden hiermit aufgefordert. binnen 14 Tagen für die Beseitigung der etwa auf den Bäumen befindlichen Blutläuse Sorge zu tragen. Zuwiderhandlungen werden auf Grund der KreisPolizei=Verordnung vom 18. 8. 1887 mit Geldstrafe bis zu 30 Mark oder mit entsprechender Haft bestraft. Schwerte, den 21. Oktober 1907. Die Polizeiverwaltung: Rohrmann. Hinweis! Der heutigen Auflage liegt eine Beilage der Firma Gebr. Mosbach, Schwerte, bei, worauf wir unsere werten Leser besonders hinweisen. Die Geschäftsstelle. Tar.„rant=suck etwa 250 Quadratruten in bester Lage von Schwerte (auch für Fabrikaulage geeignet) zu = Verkaufen.= Offerten unter L. 3620 befördert die Geschäftsstelle der Schwerter Zeitung. Fisch=Speisehaus (früher Jäger) empfiehlt täglich frisch gebackene Bratsische= in und außer dem Hause. Portion 25 und 30 Pfg. mit und ohne Salat. per Pfund 35 Pfg. ∆ A. Berkenkopf. Freiwillige Feuerwehr Schwerte. Donnerstag, den 24. d. Mts. ##ns abends 8 Uhr: = Uebung.= Der Brandmeister. 9 Sauerkraut? ∆ per Pid. 5 Pig. A. Berkenkopt. Wegen Krankheit suche auf sofort oder 1. Nov. ein tiges, properes Dickhaus. Nr. 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Holthausen Bodelschwing Schüren Persebeck Haus Ruhr Brünning= hausen Sölde Holzwickede Sölde Stokum Stockum und Natorp Ostenwalde Rittergutsbes. B. Gewerbetreibende und Bergwerksbesitzer. Zur Grundsteuer mit dem Betrage von mindestens 225 Mk. von dem gesammten, auf dem platten Lande innerhalb des Kreises belegenen GrundEigentum veranlagt do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. Tafelglasfabrik Gußstahlfabrik SteinkohlenBergbau und Brikettfabrik Bergwerksund Hochofenfabrik Eisengießereiund Maschinenfabrik Blechwalz= werk Bergbau= u. Brikettfabrik Steinkohlenbergbau Steinkohlenbergwerk Bergbau Steinkohlenbergbau und Brikettfabrikation Steinkohlenbergbau Bergbau Aufbereitung Kokerei Kohlenbergwerk Fensterglasfabrik Bergbau Annen Annen Sölde Aplerbeck Mengling= hausen Hombruch Holzwickede Hacheney Schüren Annen Kirchhörde Mengling= hausen Barop Gewerbesteuer wegen einer auf dem platten Lande innerhalb des Kreises betriebener gewerblichen Unternehmung in den Klassen I und II der Gewerbesteuer mit einem Steuerbetrage von mindestens 300 M. veranlagt. do. do. do. do. do. Weitgehendste Garantie. Grosses Stofflager englischer, französischer und deutscher Erzeugnisse. Nanl alsss Weche to Wres. Rasutt auf sämtliche Neuheiten in BBlusch, Rocken und Supel der sofort in Bar an der Kasse von meinen gestempelten Preisen in Abzug gebracht wird. 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Berugspreis: Mk. 1.6s vierteljährlich, bei der Post 42 Pf. für Bestellgeld mehr. Wöchentliche Gratis-Beilage:„Ilustrierter Familisentreund“. m O 0 O O O O O O O O O C e Auzeigenpreis: Die sechsgespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 P., Anzeigen von auswärts 1S Pf., Reklamezeile 40 Pf. Erstes und älteftes Cagesorgan des Kreises. Haupt-Aunoncenblatt. Alie Kreis- und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäss Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Ueröftentlichung in der„Schwerter Zeitung“ rechtsverbindliche Kraft. o 0 0 O O O O OOO O O C 0 Druck u. Verlag von Carl Braus, Schwerte. Fernsprech-Anschluss Nr. 62 Amt Schwerte. Telegr.-Adresse: Braus. Schwerte-Ruhr 39. Jahrg. (PPlauderei von Georg Paulsen.) In letzter Zeit hat es der Zufall gewollt, daß durch Automobile in welchen hochstehende und bekannte Persönlichkeiten saßen, Menschen getötet oder schwer verletzt sind. In den allerjüngsten Tagen ist in Hamburg eine Frau von einem Kraftwagen tot gefahren, in welchem Fürst Bülow saß, gleich nachher überfuhr in Berlin das Gefährt des zweiten Kaisersohnes einen Mann. In diesem, wie in anderen Fällen fällt ganz selbstverständlich den Wagen=Insassen nicht die geringste Schuld zu; der Reichskanzler, wie Prinz Eitel Friedrich haben ihrer Teilnahme den regsten Ausdruck gegeben, und es wird ferner behauptet, nicht einmal die Chauffeure hätten die mindeste Schuld, d. Verunglückten seien mehr oder weniger in die totbringende Maschine hineingelaufen. Das alles kann stimmen, aber man wird doch zu der Erkenntnis kommen, daß es so, wie bisher mit dem Schnelligkeits=Tempo nicht weiter gehen kann, weil nicht blos der Maschinenwagen ein Recht auf die Straße hat, sondern am Ende bis zu einem gewissen Grade jeder Mensch. Was heißt Schuld des Publikums? Ich möchte da einen Vorfall einflechten, dem ich selbst beigewohnt: In Berlin hat ein Kaufmann seinen aus dem aktiven Militärdienst heimgekehrten Sohn in Empfang genommen und besucht mit diesem seine in einer Privat=Klinik befindliche kranke Frau. Der Zustand der Leidenden ist ernst, in tiefer Bewegung verlassen Vater und Sohn wieder das Krankenbett; und der erstere ist so ergriffen, daß er auf der Straße noch Mühe hat, ein Schluchzen zu unterdrücken. Da ruft's mit einem Mal rechts und links„Vorgesehen", und bevor der so Gewarnte recht weiß, wo die größte Gefahr ist, ist er von einem Kraftwagen umgerissen und wird vor den Augen seines Sohnes tot gefahren. Der Mann hat nicht genug Vorsicht beobachtet! Aber sind alle Stunden im Leben gleich? Und von einem solchen Intermezzo noch ganz abgesehen, wo bleibt z.B. die Vorsicht eines Kleinstädters, des Landmannes, eines bejahrten Menschen, von Kindern, die in solchen Hexentrubel hineingeraten? Man kann doch unmöglich alle Welt vom Straßenpflaster vertreiben, auf daß den Automobilisten freie Fahrt bleibe. Nicht alle Stunden im Menschenleben sind gleich, nicht alle Straßen und nicht alle Automobilisten. Denken wir einmal an die Chaffeure, die die Kraftwagen leiten, mögen es nun Angestellte sein oder die Besitzer selbst. Wenn ein Unglück geschehen ist, so wird regelmäßig, wie in nicht wenigen Prozessen festgestellt ist, behauptet, daß die vorgeschriebene Schnelligkeit nicht überschritten worden sei. Das kann mit dem besden Willen und mit der heiligsten Ueberzeugung ausgesprochen werden und stimmt doch nicht. Der Mann, der den Kraftwagen leitet, muß stählerne Nerven haben; aber niemand kann dafür garantieren, daß sie so bleiben, und noch weniger, daß er bei dem Dahinsausen niemals einer ihm selbst nicht recht klar werdenden Versuchung oder Beeinflussung nachgibt, unwillbürlich das Schnelligkeitstempo mehr oder weniger zu steigern. Derartige Einwirkung auf die Nerven haben wir bei mancher anderen Beschäftigung; der betreffende wird durch seine eigene Leistung mit fortgerissen und übertreibt,— wie der Volksmund sagt. Niemand wird verlangen, aß das Automobil wieder in die Rumpelkammer des alten Eisens gestellt werden soll, aber es muß unterschieden werden zwischen berechtigten Verkehrs=Interessen und beanspruchten Privilegien, zwischen der Sicherheit des großen Publikums und dem Schnelligkeitsdrang, zwischen der bürgerlichen Lebensexistenz und dem Automobildämon. Es braucht nichts reglementiert und uniformiert zu werden, wohl aber muß es zu Zeit und Gelegenheit stimmen. Eine„Pferdekraft“ wiegt denn doch kein Menschenleben auf. Kleine Chronik. —Berlin, 22. Okt. Als gestern abend die 74jährige Frau Mathilde Albertius an dem Hause Paulstraße 10 vorüberging, löste sich vom Dach ein großer Stuckblock und fiel der Frau divekt auf den Kopf. Der Schädel wurde der Frau vollständig zertrümmert. Die Leiche ist von der Behörde beschlagnahmt worden. — Hannover, 22. Okt. Das Hauptgebäude der Zementfabrik„Germania“ in Misburg bei Hannover stürzte gestern Vormittag unter donnerähnlichem Getöse ein. Die Fabrik war in vollem Betriebe und man vermutete anfangs, daß alle Arbeiter verschüttet wären. Die meisten Arbeiter konnten sich jedoch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Sechs Personen wurden verschüttet, konnten aber bei dem begonnenen Rettungswerk aus den Trümmern gezogen werden. Nur zwei Personen sollen Verletzungen erlitten haben. Die Aufräumungsarbeiten sind in vollem Gange. Die Ursache des Einsturzes ist Ueberlastung des Gebäudes mit Zement. Die Mauern sind geborsten und eingestürzt. Eine eingehende Untersuchung ist eingeleitet. — Konstantinopel, 22. Okt. Aus Mossoul wird gemeldet, daß ein türkisches Bataillon, welches Paßwah besetzte, gemeutert hat. Der Kommandant wurde ermordet und die übrigen Offiziere mißhandelt. Schließlich verließen die Truppen das Lager und kehrten nach Mossoul zurück. — Ludwigshafen, 22. Okt. Gestern früh nach 7 Uhr stießen infolge dichten Nebels von der Linie 9 Hauptbahnhof=Mundenheim auf der neuen Distriktstraße, wo eine kleine Strecke eingleisig ist, zwei elektrische Straßenbahnwagen in voller Fahrt zusammen. Der Auprall war derart, daß beide Wagen vollständig in sich hineinfuhren und zertrümmert wurden. Ein Wagenführer wurde schwer verletzt, zwei Passagiere leicht. — Speyer, 22. Okt. Im nahen Dudenhofen gerieten zwei Brüder namens Zilcer in der Wohnung ihrer Mutter in Streit. In der Aufregung, daß der ältere Bruder zum Messer greifen würde, nahm der Jüngere einen Knüppel und erschlug seinen Bruder. Breslau, 22. Okt. Die Breslauer Erdbebenwarte in Kriestern macht folgende Mitteilung: Um 5 Uhr 29 Min. heute früh wurde hier ein starkes Erdbeben verzeichnet, daß in etwa 5000 Klm Entfernung stattgefunden hat. Als Gegend wird der Himalaya oder Vorderindien zu vermuten sein. — Petersburg, 22. Okt. Der Amerikaner William und der Engländer Walling wurden von der Geheimpolizei verhaftet. In ihrem Gepäck fand man zahlveiche kompromittierende Schriften. Auch verfügten sie über große Geldmittel, mit denen angeblich die revolutionäre Bewegung unterstützt werden sollte. 8 Erfüllung. Wenn ich einst geh’, ihr sollt um mich nicht trauern, Mein Lebenslos, es war des Lebens wert: Spät noch hat Glück mit Maienblütenschauern Auf meine Stirn das Füllhorn ausgeleert! Denn eine Seele hab' ich angetrofsen Auf meiner Wanderschaft durch Freud und Leid, Voll Güt' und Zartheit, stärk an Mut und Hoffen, Und diese Seele hat sich mir geweiht. Gedenk' ich dein, Genosse meines Strebens, So wird ums Herz mir frühlingsfroh und leicht: Die schönsten Blüten von der Flur des Lebens Hat mir das Glück durch deine Hand gereicht! Geheimnis des Lindenhofes. Frei nach dem Englischen von Clara Rheinau. 39. „Ich dachte mir, daß Frl. Butler Sie heute Abend ins Vertrauen ziehen würde," begann er allsogleich, u. möchte Sie bitten, mir zu sagen, was Sie sagen dürfen. Mein Frd. Templeton ist wenig Herr seiner selbst in dieser Sache; bei ihm heißt es vorsichtig zu Werbe gehen.“ „Der Leutnant befindet sich hier im Hause“ versetzte Julie;„ich habe ihn gesehen, er ist dem Tode nahe. Er fürchtet sehr eine Begegnung mit Herrn Templeton, aber Sie wünscht er zu sprechen. Seien Sie barmherzig gegen ihn; er ist sehr reuig.“ „Der Schurke! Er bereut, weil er sonst nichts mehr tun kann. Wo ist er?“ Julie sagte ihm, daß er schon seit vien Tagen in jener Gerümpelkammer sich aufhalte. „Verwünscht! Trotzdem ich so gute Wache hielt! Aber was soll ich allein bei ihm tun? Ich brauche Zeugen für das, was er zu sagen hat. Wie ich aber diese hinaufbringen soll, ohne Templetons Verdacht zu erregen, ist mir ein Rätsel.“ Er durchschritt aufgeregt das Zimmer und wandte sich dann plötzlich an Julie:„Sie allein haben Einfluß auf ihn. Ich wollte diese Tatsache eigentlich noch nicht berühren, aber es ist eine Tatsache. Sie allein können uns helfen.“ „Ich verstehe Sie nicht.“ „Wenn er hört, daß dieser Mann unter seinem Dache weilt, so wird er sich wie ein Tiger auf ihn stürzen wollen. Daß dies nicht geschieht, dafür müssen Sie Sorge tragen, denn Sie albein haben die Macht dazu. Still! Still!“ In diesem Augenblick erschien Hermann Templeton unter der Türe, zog sich aber sogleich wieder zurück:„Ich bitte um Verzeihung“, sagte er;„ich wußte nicht, daß Sie hier seien. „Bleibe, Hermann!“, rief ihm der Freund nach. „Du denkst so viel an dich selbst, daß du andere ganz darüber vergißt. Meine Cousine hier wurde sast zu Tode geängstigt hier im Hause. Ich werde sie unverzüglich zu ihrer Familie zurücksenden oder mit nach Tiefenthal nehmen.“ Hermann warf einen schmerzlichen Blick auf Julie.„Guter Gott, Fräulein Sand, wie bleich Sie sind!“ rief er aus.„Ich weiß, welchem Undanke Sie hier begeguet sind für all das Gute, das Sie uns erwiesen haben. Niemand kann mir größere Vorwürfe machen, als ich selbst es tue.“ „Du wirst mißtrauisch wie der Großtyrann und ebenso tyrannisch,“ fuhr Weston fort.„Du brütest beständig, über summarische Gerechtigkeit, über Erdrosseln und Strangulieren; du lebst wie ein Wilder hier und pflegst Passionen, die deine Umgebung fortwährend wie eine Lawine zu überstürzen drohen.“ „Bist du toll, Robert?“ „Beinahe. Du skönntest jedermann toll machen, wie du auch das glückliche Talent besitzest, dein ganzes Haus ins Elend zu stürzen. Jetzt gehst du gerade wieder mit dem Plane um, das Oberste zu Unterst zu wenden und deine weiblichen Hausgenossen zur Verzweiflung zu treiben. Selbst meine Cousine hier, die über die Schwäche ihres Geschlechts so ziemlich erhaben ist, fürchtet sich vor dir. Sie wird dir Vernunft predigen, wenn sie es wagen dürfte.“ Hermann sank auf einen Stuhl nieder, kreuzte die Arme auf den Tisch und vergrub sein Gesicht darin. Weston gab der unentschlossen dastehenden Julie ein Zeichen und verließ leise das Zimmer. 27. Kapitel. Julie gedachte des sterbenden Mannes droben in der Kammer, seiner Angst vor demjenigen, den er so schwer beleidigt hatte, und ihre momentane Verlegenheit war verschwunden, noch ehe Herr Templeton das Haupt erhob und die Entdeckung machte, daß er sich mit Julie allein im Zimmer befinde. Er erhob sich, stellte einen Stuhl für sie hin, und wartete dann, daß sie zu sprechen beginne. Julie entledigte sich ihrer Aufgabe mit großem Geschicke. Es gereichte ihr zu unnennbarer Erleichterung, als sie bemerkte, daß die furchtbare Aufregung in den Zügen Hermanns allmählich einer gewissen Ruhe Platz machte. „Ich füge mich dem Willen der Vorsehung,“ sagte er, als Julie geendet hatte;„sie hat mir den Feind aus den Händen genommen. Ich kann nicht nach dem Blute eines Mannes trachten, der sterbend in meinem Hause liegt.“ „Ja, sterbend, aber auch von tiefer Reue erfüllt. O, Herr Templeton, beklagen Sie es nicht, daß eine weise Fügung es so leitete, um dem Unglücklin, zur Reue, zum Bekenntnis seiner Schuld zu lassen. „Ich habe anderes zu beklagen, Fräulein Julie; meine vergendete Jugend, mein ganzes, zwecklos verbrachtes Leben! Ich bin alt geworden, ohne es zu bemerken, und nun fühle ich plötzlich eine Leere in meinem Herzen, einen Widerwillen gegen die seitherige Einsamkeit, die mir das Leben zur Qual macht. Ich passe nicht mehr in die Welt; ich würde mir wie ein — Darmstadt, 22. Okt. Der Hoschordirektor Knörzer stürzte, während er an einem Fenster des zweiten Stockwerks des Hoftheaters Zeitung las, infolge eines plötzlichen Schwindelanfalles auf die Straße herab und war sofort tot. — Berlin, 22. Okt. Der Mordprozeß Hau beschäftigt wieder die Staatsanwaltschaft in Karlsruhe. In diesem Verfahren erhielt die Direktion der hiesigen „A. Fl. Z.“ von der Karlsruher Staatsanwaltschaft ein Schreiben, betreffs der Vernehmung des bei ihr angestellten M. Brumm, der an dem Mordtage von Wertheim nach Oos gereist und im Eisenbahnwagen mit Hau und Lindenau zusammengetroffen ist. Diese Ermittelung ist wohl mit dem Wiederaufnahmeverfahren in Verbindung zu bringen. — Dresden, 22. Okt.. Die Tochter des Bürgermeisters Beier, die ihren Bräutigam meuchlings niederschoß, um sich in den Besitz des ihr testamentarisch vermachten Geldes zu setzen, ist der Irrenabteilung zu Waldheim zur Beobachtung überwiesen worden. Die junge Mörderin soll unzurechnungsfähig sein. — Zürich, 22. Okt. Die Trauung Leopold Wölflings hat infolge Fehlens eines Familienpapiers abgesagt werden müssen. Sie war auf gestern angesetzt, mußte aber in letzter Stunde abgesagt und einige Tage verschoben werden. Von einer kirchlichen Trauung oder von einer Feierlichkeit wird Abstand genommen. Schwerte im Jahre 1733. Im Schwerter Stadtarchiv findet sich ein interessantes Aktenstück, das die Aufschrift trägt:„Specification von denen in der Stadt Schwerte befindlichen Familien und persohnen, extrahiert am 1. und 25. November 1738". Darnach zählte Schwerte im Jahre 1738 1131 Einwohner(1719: 899), darunter 269 Männer, 274 Frauen, 77„Verwandte“, 217 Söhne, 216 Töchter, 33 Knechte, 45 Mägde, abgesehen von den 77„Verwandten“, deren Geschlecht nicht angegeben ist; also 519 männlichen, 535 weiblichen Geschlechts. 115 Personen(= 10 pCt. der Gesamtzahl) hatten das 60. Lebensjahr überschritten, 316 Kinder das 12. Lebensjahr noch nicht erreicht; Witwen zählte man 26. An jüdischen Familien waren 3 vorhanden(David, Sander Isaak, Jacob Simon) mit zusammen 16 Personen. Außerdem wird aufgeführt ein getaufter Jude namens Meyer(3 Personen). Am stärtsten waren die Familien des Ratsverwandten Habich(13 Personen incl. 5 Dienstboten), Tuchscherer Gerhard Pant(12 incl. 5 Dienstboten), Bürgermeister Moll(11 incl. 4 Dienstboten), Jude Jac. Simon(11 inol. 1 Magd). Letztever erfreute sich der größten Kinderschar(4 Söhne, 3 Töchter). 2 Familien hatten 6 Kinder, 7 Familien je 5, 13 Familien je 4, 28 Familien je 3, 66 Familien je 2, 94 Familien je 1 Kind. Das größte Dienstpersonal hatten Tuchscherer Paul(4 Knechte, 1 Magd), Bürgermeister Möller(2 Knechte, 3 Mägde)„Ratsverwandter Habich(2 Knechte, 3 Mägde), Wollenweber Dume(2 Knechte, 3 Mägde). An der Spitze der Stadtverwaltung standen die Bürgermeister Möller und König, Camererius und Secretarius Joh. Friedr. Syberg, Ratsverwandter Habich und Acciseinspektor Wiethaus, der von v. Steinen(im Jahre 1749) als adjungierter Bürgermeister bezeichnet wird. Die Geistlichkeit setzte sich zusammen aus den lutherischen Herren Joh. Jac. Glaser(pastor primarius), Theod. Joh. Emminghaus und Jodocus Caspar Tripler, der als 3. Geistlicher zugleich das Amt des luth. Rector scholae versah, sowie dem ref. Prediger Ueckelhäuser. Als Küster fungierten Johann Jacob Krockrügge(luth.) und Caspar Lewe(ref.). An der luth. Schule wirkte als Konrektor Justinus Steuerwald, an der ref. der Rektor Frilinghausen. Organist war Lehnemann. Das Gericht vertraten Richter Casp. Dietr. Morck, Hoffiscal Alexander Gieseler, Gerichtsschreiber Geselschap, Frohne Kerker, NachrichFremdling vorkommen, denn ich bin nicht mit der Zeit vorgeschritten. Und doch— Fräulein Julie, Sie glauben nicht, welch törichten Träumereien, wie sie nur im Hirn eins durch die Einsamkeit fast geistesgestörten Mannes entstehen konnten. Ich habe zu hoffen gewagt, daß es auch für mich noch ein Glück auf Erden gäbe,— ich habe zu lieben gewagt, und den Wunsch gehegt, daß meine Liebe Erwiderung finde. Sie lächeln über meine Torheit?“ „Ich wüßte nicht, daß ich lächelte,“ sagte Julie. „Ihr Wunsch und Ihre Hoffnung waren ja nur natürlich.“ „Aber, Fräulein Sand, gesetzt den Fall, ich hätte es gewagt, Sie selbst zu lieben, hätte die törichte Hoffnung gehegt, Ihr junges, unbevührtes Herz könne sich mir in Liebe zuneigen, hätte Ihnen von meinen Gefühlen gesprochen, Ihnen mein heißes sehnendes Verlangen nach Gegenliebe dargelegt. Was wäre Ihre Antwort gewesen?. Ich hätte sogar Ihre Achtung eingebüßt. Nein, ich sehe, meine Torheit ein und trage mein Los in Geduld.“ Juliens Herz klopfte zum Zerspringen. Eine unbeschreibliche Glückseligkeit war darin eingezogen, und es drängte sie, die langen Zweifel des geliebten Mannes mit einem Worte in Glück zu verwandeln; aber sie fand keine passende Antwort auf seine indirekte Frage. „Sie schweigen,“ fuhr Hermann Templeton fort; „Sie glauben mich von Sinnen.“ Ich fürchte, ich bin es auch. Aber ich weiß, daß Sie mitleidig, daß Sie aufrichtig sind. Von Ihren Lippen möchte ich hören, was wohl meine Antwort sein würde, wenn ich zu Ihnen als dem Gegenstand meiner innigsten Neigung sagen würde:„Mein Glück oder Unglück ruht in deiner Hand willst du das Herz annehmen, das ich dir biete?“ Ein helles Lächeln breitete sich über Juliens schö nes Antlitz.„Sie bringen uns beide in eine ungeschickte Lage, Herr Templeton,“ sagte sie leise.„Wenn der Anthon Vogt, Prokurator Hardorf, Advokat Moll. Für die Gesundheit der Bürger waren tätig 8 Chirurgen(Cleemann, Kaupe, Paul) und 1 Hebamme(Frau Freude). Im übrigen zählte Schwerte damals 3 Kaufhändler, 6 Krämer, 13 Ackerbürger, 1 Aufseher, 18 Bäcker, 1Bierbrauer(Balduin Meyer), 2 Bödeker, 1 Destillier(Johann Langenbach), 2 Drechsler, 3 Färber, 2 Hamacher, 1 Jäger, 40 Linneweber, 2 Leyendecker, 1 Löher(Gerber), 2 Maurer, 1 meretrix(!), 4 Mühlenpflichtigen, 1 Pfeiser, 2 Pförtner(Joh. Rehmen und Matth. Wieskotten), 1 Rademacher(Ihmert), 1 Reuter (Overbeck, ist wohl Landreiter, Gendarm), 3 Sattler, 1 Schleihter(Peter Schmidt), 18 Schmiede, 17 Schneider, 8 Schreiner, 17 Schuhmacher, 3 Schuster, 1 Schweinehirt(Joh. Padberg), 7 Soldaten, 2 Steinhauer, 2 Strumpfweber, 1 Tabakspinner, 24 Tagelöhner, 1 Totengräber(Caspar Koch), 2 Tuchscherer(Gerh. und Matth. Paul)), 1 Wagenschreiber(Caspar Plücker), 14 Wollweber, 4 Wüllner, 2 Zimmermänner. Das Amt leitete Heinr. Friedr. Wilhelm von der Marck, Herr zu Villigst usw. Fh. Geldmarkt und Handelsnachrichten. Vom rheinisch=westsälischen Eisenmarkt bringt die mit der Großindustrie in Verbindung stehende Rhein.= Westf. Ztg. ein trübes Bild: Die Marktverhältnisse zeigen in der letzten Zeit eine Entwicklung, die ernste Bedenken in sich schließen und den Glauben an eine ruhige Weiterentwicklung allmählich schwinden läßt. Die Zurückhaltung greift auf alle Marktgebiete über und hat sich zu einer absoluten Geschäftslosigkeit gesteigert. Desto größer wird das Arbeitsbedürfnis bei den Werken, die ihren Auftragsbestand mehr und mehr zusammenschrumpfen sehen, ohne ausreichenden Ersatz für die Beschäftigung ihrer erweiterten Betriebe beschafsen zu können. Der Wettbewerb um Aufträge hat Formen angenommen, wie sie selten zu verzeichnen waren, und die Werksdirektoren gehen bereits elbst auf Reisen, um Aufträge herbeizuholen. Händler und Verbraucher werden daher von den Werksvertretern überlaufen und nützen die Jagd auch weidlich in den Preisen aus.— An der Berliner Börse wird diese Schilderung vorläufig für übertrieben gehalten, sodaß sich die Kursrückgänge bisher in engen Grenzen bewegen.— Amerikanische Kupferspekulanten haben nach der„Köln. Itg.“ versucht, in jüngster Zeit auf ihre Kupservorräte auf dem deutschen Markt Gelder aufzunehmen. Daß ihnen dies mißglückte, dürfte in erheblichem Maße zu den Erschütterungen des amerikanischen Marktes beigetragen haben. Die wesentlichste Bedeutung der Erschütterung liegt darin, daß sie sich räumlich über gewaltige Wirtschaftsgebiete erstreckt.— Der Heurige. Der neueste Weinbericht aus dem Rheingau lautet sehr ungünstig. Man rechnet trotz dder jüngsten andauernden Sonnenzeit höchstens auf einen Drittelherbst. Alles andere fiel den Schädlingen zum Opfer. Vermischtes. * Ein Mann, der seine Großmutter heiratet. Aus Neuyort wird berichtet: Herr Thomas Hugh Allison aus Manlius, Neuyork, hat etwas fertig gebracht, was bisher wenig Sterblichen gelungen ist: er hat seine Großmutter geheiratet. Dies Ereignis dürfte so ziemlich der Gipfel von dem sein, was je auf der Jagd nach einer Erbschaft oder Mitgift geleistet worden ist. Der Bräutigam seiner Großmutter ist ein geschäftstüchtiger junger Herr, der nebenbei auch große Vorliebe für Sport hat. Bis vor sieben Jahren galten er und seine Schwester als die künftigen Universalerben des großen Vermögens ihres Großvaters Dr. Buffum aus Rochester. Dr. Buffum hatte Frau und Kinder überlebt, und mancherlei Streitigkeiten entfremdeten ihn jetzt ich nun Ihre Frage ernsthaft nähme und mit„Ja“ beantwortete?“ Hermann hatte mit verzehrender Unruhe in ihren Zügen geforscht. Jetzt stürmte er an ihve Seite und ergriff ihre beiden Hände. „Darf ich wirklich auf so viel Glück hoffen?" rief er aus.„O Julie, mein süßes Lieb, wende deine treuen Augen nicht von mir weg. Ich kann sie lesen wie ein Buch. Laß mich noch einmal in ihre Tiefen blicken, und ich werde zufrieden sein!“ Julie erhob ihve klaren, ernsten Augen zu den seinigen; in dem nämlichen Augenblicke erscholl aus den oberen Räumen ein gellender Schrei, der noch einmal das Echo des alten Gebäudes erweckte. Erschreckt sprang Julie auf, aber Hermann umschlang sie zärtlich mit beiden Armen. „So war es denn keine Täuschung, daß ich hier mein Glück finden würde,“ jubelte er laut.„Endlich, endlich darf ich meinem Herzen Luft machen, darf ich dir sagen, wie heiß, wie innig ich dich liebe!“ Wieder ein gellender Schrei, der sich rasch nacheinander wiederholte. Julie suchte sich aus Hermanns Armer zu befreien.„Wir sind glücklich,“ hauchte ste leise;„laß uns nun an andere denken— laß mich gever!“..... an Nuk aunf jeng Tt. Hermann druckte einen Kuß aufchte Stirn und gab sie frei. Julie eilte in großer Hast aus dem Zimmer. In der Halle traf sie Fräulein Meggit, Hanna und Susanna versammelt; aber sie wartete nicht, was diese zu sagen hätten, sondern winkte der letzteren, ihr zu folgen, und hastete die Treppe hinauf. Die Schreie schienen aus dem Zimmer zu kommen, das sie vor kurzem erst verlassen hatte, und als sie die Tür öffnete, erblickte sie Fräulein Butler von Herrn Mohr und Robert Weston gestützt, wie in furchtbaren Krämpfen sich windend und dabei wilde Schreie ausstoßend. seinen Enkelkindern. Als Fräulein Allison wider seinen Willen einen Friseur heiratete, enterbte en sie, und mit seinem Enkel brach er, weil Thomas. Allison sich Rennpferde hielt. Empört über diesen Leichtsinn seines Enkells, erklärte er seine Absicht noch einmal zu heiraten, um auf diesem Wege den Enkel um die Erbschaft zu bringen. Herr Allison war aber nicht gesonneu, das schöne Geld zu verlieren, und entwars einen raffinierten Feldzugsplan, um dem Alten zu überlisten: seie Geliebte sollte den Großvater heiraten! Das wohl nicht minder geschäftskluge Mädchen lernte den alten Herrn kennen, sie war wohl auch sehr llieb zu ihm und schließlich im Jahre 1900, nahm der Achtzigjährige das junge Mädchen zur Frau. Vor einem Jahr nun ist Dr. Buffum gestorben und seine junge Frau wand Universalerbin.„Dann“, so erzählte Herr Allison lächelnd,„wartete die junge Dame, die ich„Großmutter“ nannte, die übliche Zeit, und nun haben wir uns geheiratet. Meine Frau bestand übrigens darauf, daß die Hälfte der Erbschaft weiner Schwester abgetreten würde; und so ist es auch geschehen.“ Zum Münchener Bierkrieg. Die hiesigen Brauereien suchen einen gangbaren Weg zur Verständigung mit den Gewerkschaften, die ohne offizielle Parole ganz im Geheimen zum Bierboykott übergegangen sind. Die Brauereien haben schon ganz empfindliche Verluste erlitten. So hat eine Großbrauerei an der Peripherie allein in zwei Tagen um 400 Hektolieter Bier pro Tag weniger an die Wirte abgesetzt, als sonst. Der Konsum in den großen Fabrikkantinen ist von 30 Hektoliter pro Tag auf 5—10 Hektoliter zurückgegangen. Man glaubt, daß die Brauereien in dem Kampfe schließlich unterliegen werden. Der Bismarckturm an der Dreikaiserecke hat seine Weihe erhalten. Dort, wo Deutschland, Oesterreich und Rußland zusammenstoßen, auf der Höhe an der Irzensa, erhebt sich der stattliche Granit= und Sandsteinbau. Die Verkehrseinnahmen deutscher Eisenbahnen für September 1907 betrugen im Personenverkehr 62 311 090 Mark oder 3095 708 Mark mehr alls im gleichen Monat des Vorjahres. Im Güterverkehr betrugen sie 135 761 011 Mark oder 5 565 093 Mark mehr als im Vorjahr. Das zeigt, daß auch die wirtschaftliche Konjunktur noch auf der Höhe steht. Peter Rosegger: Der Adlerwirt von Kirchbrunn. („Volksbücher“, Heft 19), Verlag der Deutschen Dichter=Gedächtnis=Stiftung in Hamburg=Großborstel; 139 Seiten, mit einem Bilde des Dichters. Preis: geheftet 30, gebunden 60 Pfg. Wer sich einmal in eins der Roseggerschen Werke vertieft hat, wer die urwüchsige Frische seines Gemüts im Ernst und im Humor hat auf sich einwirken lassen, der wird immer wieder gern zu seinen Schriften greifen, um sich von der Tiesse seiner Gedanken anregen zu lassen. Rosegger besitzt einen unversiegbaren Gestaltungsdrang. Allen seinen Schriften entströmt ein gewaltiger Reichtum köstlicher Gedanken und inneren Erfahrung. Dieser tritt uns denn auch wieder in der vorliegenden Novellse deutlich entgegen und es steht zu erwarten, daß„Der Adlerwirt von Kirchbrunn“ seine Bestimmung erfüllen wird, ein echtes Volksbuch zu werden! Wetterbericht der Deutschen Seewarte. 24. Okt.: Bewölkt, trübe, milde, meist trocken. 25. Okt.: Wolkig mit Strichregen, kühler, lebhafter Verantwortl. Redakteur: Friedhelm Kemper. Für den Inseraten= und Reklameteil verantwortlich: Jac. Christ, sämtlich zu Schwerte. Druck und Verlag von Carl Braus, Schwerte. Julie blickte besorgt auf den Leutnant. Dieser hatte sich halbaufgerichtet, seine unnatürlich glänzenden Augen folgten der Tochter, er. zer tgein gse re Finger nach ihr.„In ihr trifft mich der F. Schaudernd verließ Julie das Gemach. hatte Fräulein Butler sich zwischen dem Gerümpel versteckt gehalten und so das Bekenntnis ihres Vaters belauscht. Von heftigen Krämpfen befallen, war sie nu mit vieler Mühe auf ihr eigenes Zimmer zu schaffen dort überließ man sie Juliens Sorge. Weston hatte von Julie nur in flüsternden Worten die Kunde erhalten, daß sein Freund von den Vorgängen im Hause wisse, und verließ halben Stunde, als das Schreien allmählich wurde, das Zimmer. Auf dem Gange brannte ein Lampe, und bei deren mattem Scheine enhlickte er den Freund eben an der Treppe, die urme arer das Uünder gesehnt. Rotert trot wich uui streckte ihm seine Hand entgegen.„Hern#n, sagte er herzlich,„heute Abend hast du dich als wahrer Christ gezeigt. Gott wird es dir lohnen.“ Gott hat es mir schon reichlich, weit, ither mein Verdienst gelohnt", versetzte Hermann Robert, wer hätte je gedacht, daß ich in dem Augenblick, wo er in meine Hände fiel, aus übergroßem Glück unfähig wäre, einen Gedanken der Rache zu hegen!“ „Ha!“ rief Robert;„es ist also schon so weit, wie ich hoffte und wünschte? Julie Sand ist des besten Mannes würdig; beweise, daß du einen solchen Schatz verdienst. Sie kniete am Sterbelager jenes Elenden und betete mit ihm und für ihn. Jetzt wünscht er sehnlichst von deinen Lippen, Hermann, ein Wort der Vergebung zu hören; er glaubt dann eher auf die Vergebung des Himmels hoffen zu können. Schlage ihm seine Bitte nicht ab; er hat nur noch wenige Minuten zu leben und ist von der tiefsten Reue erfüllt.“ (Fortsetzung folgt.)