Die„Schwerter Zeitung“ erscheint täglich, ausser Feiertags. Bezugspreis: Mk. 1.6s vierteljährlich, bei der Post 42 Pf. für Bestellgeld mehr. Wöchentliche Gratis-Beilage:„Illustrierter Familientreund“. 0 0 O O O O O O O O O O 0 o Anzeigenpreis: Die sechsgespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 Pf., Anzeigen von auswärts Is Pf., Reklamezeile 40 Pf. Erstes und älteftes Cagesorgan des Kreises. Haupt-Annoncenblatt. Alie Kreis- und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäss Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Ueröffentlichung in der„Schwerter Zeitung“ rechtsverbindliche Kraft. o 0 0 0 O O O OOO C O C o Druck u. Verlag von Carl Braus, Schwerte. Fernsprech-Anschluss Nr. 62 Amt Schwerte. Celegr.-Adresse: Braus, Schwerte-Ruhr onnabend, den 28. September 1907. Madame Toselli (Plauderei von Fried von Werden.) Sie hat es wieder erreicht, daß von ihr Spalten geschrieben werden, die Gräfin Montignoso, geschiedene Kronprinzessin von Sachsen, geborene Erzherzogin von Toskana. Die Dame hat die Welt in diesen Tagen durch eine Artistenehe überrascht, und hat damit der Sensation nicht wenig Nahrung gegeben. Die jetzige Gattin des Musikers Toselli wollen wir einmal selbst über ihre neueste Leistung hören. Gräfin Montignoso. Nach ihrer Trauung hat Frau Toselli ihrem Trauzeugen, dem Romanschriftsteller William Leqneux, anvertraut, daß sie nur aus Liebe geheiratet habe, Geld keine Rolle spiele, und sie ihre jüngste Tochter„nie“ herausgeben werde. Die„denkwürdigen“ Aussprüche werden vom Berl. Lok.=Anz. nach der Daily Mail wiedergegeben. Wir lassen einiges folgen:„Vom ersten Moment der Begegnung an fühlten wir eine gegenseitige Zuneigung. Ich entschloß mich zu heiraten, obwohl ich wußte, daß ich dadurch den größten Teil meiFI. Messing 6 C. Hüsingstrasse 4 erlauben sich die Eröffnung ihrer Patz-Rasterrunng anzuzeigen, und laden zur Besichtigung derselben ergebenst ein. Wir sind überzeugt, dass Sie bei zuvorkommendster Bedienung und billigsten Preisen das Ihrem Geschmack Entsprechende bei uns finden werden. Vorjährige Hüte werden bereitwilligst nach der neuesten Mode umgearbeitet. H. Messing&a C. Hüsingstrasse 4. 39, Jahrg. nes Einkommens verlieren und der König von Sachsen meinen Liebling Monika fortnehmen würde.“ Hier fiel Toselli ein:„Der König soll das Kind niemals bekommen. Ich habe meiner Frau versprochen, die kleine Prinzessin zu schützen, und sie soll mein eigenes Kind sein. Die Gräfin fuhr fort:„Ich habe nie daran gedacht, das Kind aufzugeben. Mein Liebling ist an einem sicheren Ort in der Pflegevertrauenswürdiger Leute. Was kommt es auf Einkommen an, wenn es sich um Liebe handelt! Sie wissen, wie hilflos ich diese letzten vier Jahre war. Ich war allein, unbeschützt und wurde vielfach verleumdet. In Zukunft wird mein Gatte mich beschützen. Wir verstehen einDer Sänger Toselll ander vollkommen. Eines Tages werde ich vielleicht die ganze Wahrheit sagen. Wenn die Wahrheit bekannt wird, wird man sehen, daß man mehr gegen mich gesündigt hat, als ich gesündigt habe. Sie beschwerte sich hinsichtlich des Wiedersehens mit ihren Kindern und darüber, daß sie für ihre Tochter nur 200 Mark monatlich erhalte.(Sie selbst bekommt doch aber 36000 Mk. jährlich.) Man wolle das Volk gegen sie einnehmen,„das Volk, das mich seine Luise nennt!“(Nach einer Meldung des Berl. Tagebl. aber sind die Dresdener Freunde über die Wiederverheiratung sehr verschnupft und haben die BeziehunIn Harmesnächten. Die Rechte streckt' ich schmerzlich oft In Harmesnächten Und fühlt' gedrückt sie unverhofft Von einer Rechten— Was Gott ist, wird in Ewigkeit Kein Mensch ergründen, Doch will er treu sich allezeit Mit uns verbünden. Konr. Ferd. Meyer. Geheimnis des Lindenhofes. Frei nach dem Englischen von Clara Rheinau. 18. „Sind angenehme alte Frauen selten?" fragte Herr Templeton lächelnd. „Di seltensten Artikel in der Welt, mein lieber Herr," versetzte der kleine Mann.„Ebenso ist es mit Frauen von mittlerem Alter, ein Beweis, daß es mit dem ganzen Geschlecht etwas Verkehrtes ist. Ach! sie sollten nie die Frauen nach dem beurteilen, was sie scheinen, wenn der Zauber der Jugend noch auf ihnen ruht! Sie lächeln? Wenn sie verheiratet und im Besitz einer ruhigen Schwiegermutter wären, würden Sie mich besser verstehen.“ Die Herren waren jetzt mit ihrem Rundgang beendet und kehrten in das gemeinschaftliche Wohnzimmer zurück, in welchem Fräulein Butler sich befand. Herr Templeton stellte seinen Gast der jungen Dame vor und diese erwiderte sehr steif die hübsche Verneigung des Anwalts. „Ich glaube schon früher die Ehre gehabt zu haben Fräulein Butler kennen zu lernen,“ sagte dieser. Fräulein Butler bestätigte seine Worte durch ein noch steiferes Neigen des Hauptes. Herr Kramer war auch der Sachverwalter ihres Großvaters gewesen und sie hatte ihn häufig bei diesem gesehen. Für Herrn Templeton kam diese Nachricht sehr unvorbereitet und seine Züge verfinsterten sich. Trotzdem war er während des Diners in guter Laune, denn es war ihm gelungen, an Juliens Seite zu gelangen. Eine allgemeine Unterhaltung kam natürlich nicht zu Stande, denn Fräulein Butler war schweigsamer und würdevoller denn je, aber Herr Kramer wußte wenigstens Julie immer ins Gespräch zu ziehen. „Ich glaube, Fräulein Sand hat Aussicht, Ihre Vorurteile gegen das weibliche Geschlecht zu besiegen,“ sagte Hermann lächelnd, als die jungen Damen sich zurückzogen. „Ja, wenigstens, was ihre Person betrifft,“ gestand der kleine Mann zu.„Ich habe mir doch noch einen Rest von Romantik bewahrt; Fräulein Sand erinnert mich an eines jener herrlichen Frauenbilder, von denen ich in meiner Jugend zu lesen pflegte,— eines jener seltenen Wesen, die nicht zur Schau gemacht sondern geschaffen scheinen, Herz und Heim glücklich zu machen. „Sie überschätzen Ihre guten Eigenschaften nicht,“ sagte Herr Templeton;„alle Hausgenossen können es Ihnen bezeugen. Wir sind tief in ihrer Schuld, ohne ihr je vergelten zu können. Sie fand uns unter einer Wolke und ihre Anwesenheit brachte uns beständigen Sonnenschein. Sie wissen wohl, daß meine Nichte eine unangenehme Enttäuschung hatte?“ „Gewiß, und da Sie selbst die Sache zur Sprache bringen, so darf ich Ihnen wohl sagen, daß Herrn Butlers Testament niemand mehr überraschte und verletzte, als gerade mich. Ich hatte nichts damit zu tun und schmeichle mir, daß der Oberst selbst dachte, ich sei nicht der Mann, ohne ernste Vorstellungen zu einer solchen Ungerechtigkeit die Hand zu bieten.“ „Der Geldverlust ist schließlich noch das Geringste dabei,“ sagte der andere;„denn meine Nichte wird auch ohne des Großvaters Hilfe reich werden. Der Oberst war eine verschlossene Natur, der nicht leicht jemand in sein Vertrauen zog. Vielleicht würden Sie mir aber dennoch einige Fragen beantworten können, ohne sich einer Indiskretion schuldig zu machen. Sie haben gehört, daß der Oberst einen Sohn hatte, der vor 17 Jahren auf unerklärliche Weise verschwand?“ „Er selbst sprach mir nie von seinem Sohne“ versetzte der Anwalt;„aber durch andere erfuhr ich so ziemlich alles, was man überhaupt von ihm weiß.“ „Auch daß ich dabei beteiligt war, ihn aus dem Wege zu schaffen?“ „Nun ja, ich hörte dies. Im allgemeinen herrschte unter den nächsten Bekannten des Obersten die Ansicht, daß er selbst jenem Gerüchte keinen Glauben schenke. Er war nicht der Mann, der unter solchen Umständen sich ruhig verhalten hätte; ruhig und gleichgiltig war er aber in solchem Maße, daß ihm viele dies zum Vorwurf machten. „Kam Ihnen nie die Idee, daß Leutnant Butler noch am Leben sein könne?“ „Niemals!“ rief Herr Kramer förmlich verblüfft. „Zur Zeit seines Verschwindens war ich mit der Familie noch nicht bekannt und nach all diesen Jahren konnte ich mir seine beständige Abwesenheit wohl auch nur mit dem Tode erklären.“ „Sie begreifen, wie sehr ich bei der Sache interessiert bin. Ist Ihnon nicht bekannt, ob Oberst Butler ausländische Korrespondenzen hatte?“ Herr Templeton erhob sich und durchschritt ausge gen abgebrochen.) Der Vater der Gräfin, der Großherzog von Toskana, soll über den Schritt seiner Tochter verzweifelt sein. Die Trauung wäre fast gescheitert, da zunächst gewisse Dokumente verlangt wurden. Auf Wunsch der Gräfin wurde bei der Trauung kein Ring benutzt. Toselli wird als ein schöner Mann mit feingeschnittenen Zügen, buschigem Haar und kleinem Schnurrbart bezeichnet. Mit 9 Jahren wurde er„berühmt“, mit 10 Jahren komponierte er das erste Lied. Sein Vater war ein hochgebildeter Offizier. Angeblich will das Paar, das jetzt die Prinzessin Monika aus dem Versteck abholt, seinen Wohnsitz in England nehmen. Toselli schenkte seiner Braut Perlenohrringe, sie ihm einen Diamantring. Amerikanische Verleger sollen sich schon um Frau Tosellis„Erinnerungen“. die Hacken ablaufen.— Wir möchten mit der Wiedergabe einer wohl durchaus berechtigten Notiz unsere Stellung zu dieser Frau kennzeichnen. In jener Notiz heißt es: „Ueber Gebühr hat seit fünf Jahren die ehebrecherische Kronprinzessin von Sachsen, Luise, geborene Erzherzogin von Toskana, die öffentliche Meinung Deutschlands beschäftigt. Merkwürdigerweise fand dic exzentrische, pflichtvergessene Frau, die einer unwürdigen Leidenschaft zu ihrem Sprachlehrer Giron zuliebe den Gatten und ihre vier blühenden Kinder verließ, auch noch die Sympathien der urteilslosen Menge. Es hieß, die Philistrosität des Kronprinzen Friedrich August, ihres Gatten, habe sie zu ihrem Fehltritt getrieben. Als ob dies oder selbst noch schlimmere Unannehmlichkeiten eine so ehrlose Handlung hätten entschuldigen können! Dabei handelte es sich natürlich nur um unbewiesenen Lakaienklatsch. Die sentimentalen und sittlich unreifen Verteidiger der Geschiedenen werden hoffentlich jetzt durch die Meldung beschämt sein, daß die Gräfin Montignoso mit dem Sänger Toselli heute vor dem Standesamte Strand in London die Ehe eingegangen ist. Damit wäre nun allerdings das Aergernis ihres seitherigen ungenierten Flirts mit diesem Minnesänger aus der Welt geschafft; aber es bestätigt die Haltlosigkeit der Vorwürfe, die man dem Gatten gemacht hatte..... König Georg von Sachsen hatte vollkommen recht, als er sich in seinem Erlaß vom 17. März 1903 seines schwergetroffenen Sohnes mit allem Nachdruck annahm und dabei die ehemalige Schwiegertochter scharf verurteilte mit den Worten: Glaubt nicht denen, die euch vorstellen, daß hinter all dem Unglück, das uns betroffen hat, ein geheimnisvoller Lug und Trug verborgen sei, sondern glaubt dem Worte eures Königs, den ihr nie als unwahr erkannt habt, daß dem unendlich Schmerzlichen, das über uns hereingebrochen ist, lediglich die ungebändigte Leidenschaft einer schon lange im stillen tief gefallenen Frau zu Grunde liegt. Man merkt diesen schlichten, zu Herzen gehenden Mannesworten an, daß sie wahrhaftig sind. Und die Geschiedene verfehlte nicht, durch ihren weiteren Lebeuswandel auch das härteste Verdammungsurteil zu bekräftigen. In Genf trieb sich die ulternde Frau in skandalöser Weise mit dem windigen Franzosen Giron, einem glattwangigen Wicht von 26 Jahren, in bizarren Kostümen, in kapriziöser Aufführung herum. Kaum hatte sie sich an diesem Verhältnis übersättigt, so knüpfte sie neue bedenkliche Beziehungen an, die jetzt in eine Artistenehe ausklingen. Man fragt sich unwillkürlich: auf wie lange?“ dem Schwerter Gemeinwesen. (Aus der allgemeinen Verwaltung.) Das Stadtgebiet Schwertes umfaßt einen Flächeninhalt von 1086 Hekt. 3,6 Ar mit einem Reinertrag von 10 928,63 Talern. Auf den im Eigentum der Stadt stehenden Wald fallen 174 Hekt. Bei der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 waren 959 bewohnte und 8 unbewohnte Wohngebäude vorhanden. An Einwohnern zählte die Stadt damals 13 015 Seelen, am 1. Oktober 1906 waren es 13 357 Seelen. Ueber das Wachstum der Leutnant noch am Leben ist und daß wir einander treffen werden,“ sagte er.„Dies überrascht Sie und Sie werden vielleicht denken, die Einsamkeit habe mir den Verstand getrübt; aber ich kann mich vorläufig nicht näher erklären und muß alle Vermutungen über meine Person ruhig ergehen lassen.“ Die Herren ließen jetzt das Thema fallen, und die Unterhaltung drehte sich nur noch um den Verkauf von Tiefenthal, wohin Herr Templeton seinen Gast zu begleiten versprach. 14. Kapitel. Das Erscheinen Hermann Templetons unter der, wenn auch nicht kauflustigen, so doch neugierigen Menge machte in der ganzen Nachbarschaft ein noch größeres Aufsehen als die Tatsache, daß Tiefenthal endlich wieder in den Besitz der alten Familie gelange. Diejenigen, welche seither den größten Abscheu vor dem Lindenhofe und dessen Herrn ausgesprochen hatten, waren nun die eifrigsten, aus Templetons veränderter Stimmung Vorteil zu ziehen und ihm ihre Bekanntschaft förmlich aufzudrängen. Sie erklärten laut, er habe ganz recht, sich öffentlich zu zeigen; denn man hätte ihm ja nie etwas beweisen können, und gerade sein Verweilen auf dem Lindenhofe bezeuge, daß er keine Entdeckung zu fürchten habe. Die Hauptschuld an diesem Umschwunge zu seinen Gunsten trug der Umstand, daß der neue Besitzer von Tiefenthal, der reiche Herr Weston, der voraussichtlich eine sehr einflußreiche Persönlichkeit in der Grafschaft werden würde, Hermanns vertrauter Freund war. Man entdeckte nun ganz plötzlich alle möglichen guten Eigenschaften an dem Herrn des Lindenhofes; man erinnerte sich auch, daß weder Oberst Butler, noch sein Sohn während ihres Aufenthaltes in Tiefenthal beliebt gewesen waren, und daß der Leutnant die erste Schuld auf sich geladen, indem er sich heimlich mit Edith regt das Zimmer.„Ich fühle mich faß überzeugt, daß der Stadt mögen folgende Zahlen Aufschluß geben: 1867—3018; 1875—5104; 1880—6057; 1885—6496;1890— 8454; 1895—9892; 1900—12 258; 1905—13 015; 1906— 13 357. Im letzten Berichtsjahre wurden 281 männliche und 252 weibliche Geburten angemeldet, von denen 17 uneheliche waren. Es starben 225 Personen gegen 197 im vorigen Berichtsjahre. Dabei handelte es sich um 121 männliche, 94 weibliche Personen und 10 Totgeburten. Es starben im Alter von 1—5 Jahren 112 Personen, im Alter von 5—10 Jahren 14 Personen, im Alter von 10—20 Jahren 9 Personen, von 20—40 Jahren 22 Personen; von 40—60 Jahren 20 Personen u. im Alter von 60 Jahren 38 Personen. Ehen wurden 112 geschlossen.— Die Steuerkraft repräsentierten folgende Zahlen: Grundsteuer 2965,57 Mk.; Gebäudesteuer 26117,20 Mk.; Gewerbesteuer 15753 Mk.; Betriebssteuer 1090 Mk.; Einkommensteuer 84062 Mk.; Normalsteuersätze 4552,80 Mk.; Eing. Einkommensteuer 17498 Mk.; Communalsteuer=Soll 346470,74 Mk.; Lustbarkeitssteuer 2218 Mk.; Hundesteuer 1488 Mk.; Immobilien=Umsatzsteuer 7862,42 Mk. Zur Bearbeitung der Sachen der Kommunal= und Polizeiverwaltung sind auf den städtischen Bureaus Es ist die höchste Zeit seine Zeitung zum 1. Oktober zu bestellen, und, wenn man noch unschlüssig ist welches Blatt man lesen will, die verschiedenen Blätter einzusehen und zu prüfen. In unserem Kreise sieht man bald, dass man auch in Bezug auf eine Kreiszeitung in unserm Blatte eine gute und vielseitige Lektüre findet. Von den vielen Blättern, die dem Leser ins Haus flattern, gehört die Schwerter Zeitung zu den wenigen, die mit vollem Ernste ihre Aufgabe darin sehen, nur der gesunden Volksbildung zu dienen. Jeder aber, der auf diesem Gebiete mitwirken will, weiß auch, daß man ein solches Blatt bestellen muss. tätig: 1 Stadtsekretär, 3 Verwaltungssekretäre, 1 Polizeikommissar, 10 Gehülfen und 3 Lehrlinge. Die Stadtbauverwaltung(einschl. Gas= und Wasserwerke) beschäftigte im letzten Berichtsjahre 1 Stadtbaumeister, 1 Assistenten, 1 Buchhalter, 2 Gehülfen und 2 Lehrlinge. Das Polizeipersonal im Berichtsjahre 1905 06 umfaßte: 1 Polizeikommissar, 2 Polizeiwachtmeister, 6 Polizeisergeanten und 1 Flurhüter. An Strafverfügungen wurden in dem letzten Jahre 808 erlassen, 323 auf Meldepolizeikontraventionen. Wegen unentschuldigter Schulversäumnis ergingen 337 Strafverfügungen an 149 evangelische und 188 katholische Eltern. In der Fortbildungsschule mußten 57 solche Bestrafungen erfolgen. In den Räumen für Obdachlose fanden 377 Personen Aufnahme; in Polizeigewahrsam wurden 134 Personen gebracht. Die Staatsanwaltschaft bekam von hier in jenem Berichtsjahre 424 Fälle überwiesen. Sie verteilten sich auf folgende Straftaten: Diebstahl 78, Körperverletzung und Mißhandlung 68, Betrug, Zechprellerei etc. 54, Sachbeschädigung 36, Bedrohung 21, Beleidigung 39, Sittlichkeitsvergehen 13, Bettelei 14, Hausfriedensbruch 7, Unterschlagung 6, Straßenraub 2, Wechselfälschung 2, Meineid 2, Widerstand 2, Erpressung1, Brandstiftung 1, Kuppelei 1, sonstige VergeAn ansteckenden Krankheiten wurden im Jahre 1905/06 125 gemeldet: 3 Typhusfälle, 3 Fälle Kopfg nickrampf darunter.„.. m Jahre 95 G. Wirtschaften hat die Stadt in jenem Ju, m Gastwirtschaften, 22 unbeschränkte 7 beschränkte Schankwirtschaften und 6 Branntweinkleinhandlungen aufTempleton trauen ließ und sie dann unbeschützt im Hause ihres Bruders ließ, zu einer Zeit, wo sie der Anerkennung einer Heirat doch dringend bedurft hätte. Von diesem neuen Gesichtspunkte aus betrachtet, schien es denen selbst fast unbegreiflich, wie das frühere Vorurteil gegen Herrn Templeton hätte standhalten können, und sie suchten nun schlauer Weise allen Tadel von sich abzulenken. Da war keiner zu finden, der nicht jeder Zeit Herrn Templeton bereitwillig die Hand der Freundschaft geboten hätte, wenn jener nur die geringste Neigung gezeigt hätte, sie anzunehmen. Die herangewachsene Jugend tadelte die Leichtläubigkeit ihrer Vorgänger. Ohne Ahnung von der Bewegung zu seinen Gunsten, auf die nur in den wenigsten Fällen einigen Wert zu legen war, setzte Hermann Templeton sein Leben in der bisherigen Weise fort, mehr denn je in Juliens Fesseln schmachtend. Es war vergebens, daß er sich fragte, wohin dies führen solle, da er ihr ja nie seine Hand antragen könne, so lange nur der Schatten eines Verdachtes auf ihm ruhe— jene neuen, beglückenden Empfindungen ließen sich nicht durch Vernunftgründe unterdrücken. Wie trübselig war doch sein vergangenes Leben gewesen, wenn er es mit dem Grucke der letzten Monate verglich. Jenen einen schmerzlich betrübenden Fall ausgenommen, schien Juliens Herz ganz offen vor ihm zu liegen, und in seinen klaren Tiefen eine Hoffnung für sich selbst entdecken. Julie bemerkte mit innigen Rührung, wie er kämpfte, jener Zweifel an ihrer Wahrhaftigkeit Herr zu werden; aber sie fühlte, daß nur eine offene Erklärung ihrerseits, zu der sie leider noch nicht befugt war, ihm dazu verhelfen könne. Allmählich, aber sicher war Hermann Templeton ihrem Herzen unaussprechlich teuer geworden; und so sehr sie den alten Lindenhof zuweisen.— Es wurden keine neuen Konzessionen erteilt. An Arbeitsbüchern sind 221, an Arbeitskarten 10 ausgestellt worden. Baugenehmigungen wurden 102(gegen 150 1904/05 erteilt. An Bausteuer wurde vereinnahmt 601,75 Mk. (gegen 886 Mk. im Vorjahre.) Verantwortl. Redakteur: Friedhelm Kemper. Für den Inseraten= und Reklameteil verantwortlich: Jac. Christ, sämtlich zu Schwerte. Druck und Verlag von Carl Braus, Schwerte. Tandwirtschäftricher Montag, den 7. Oktober ds. Is., 2 Uhr nachmittags, findet im Buchenwälschen bei Iserlohn(Wirtschaft Heetfeld) die Versteigerung der vom Vereine eingeführten Heverländischen=Gürken unter den wiederholt bekannt gemachten Bedingungen statt. Auch hier gezogene ankörfähige Bullen werden dort freihändig verkauft oder versteigert werden. Denjenigen Züchtern, welche Vereinsmitglieder sind, wird anheimgestellt, geeignete Bullen vorzuführen. Diese müssen um 1 Uhr am Platze sein, damit der Körausschuß ihre Zulässigkeit prüfen kann. Außerdem werden mehrere, unserem Zuchtziele entsprechende tragende Rinder zum Verkauf gestellt. Iserlohn, den 27. September 1907. Der Vorsitzende: Nauck, Geheimer Regierungs= und Landrat. „„„„ Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Gemeinde Holzen belegenen, im Grundbuche von Holzen Band I Artikel Nr. 48 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Bergmanns Ewald Mohr zu Sommerberg eingetragenen Grundstücke Flur 1 Nr. 393/26 und 394/26 am 26. November 1907, vormittags 11 Uhr durch das unterzeichnete Gericht— an der Gerichtsstelle— Zimmer Nr. 11— versteigert werden. Die Grundstücke, ein Wohnhaus mit Hofraum, Stall und Hausgarten sind mit 165 Mark Gebäudesteuernutzungswert und einer Größe von 19 ar 43 qm(Wohnhaus mit Hofraum) und 1 ar 88 qm(Stall und Hausgarten) zur Gebäudesteuer veranlagt und in der Gebäudesteuerrolle von Holzen unter Art. 186 verzeichnet. Auszug aus der Steuerrolle und beglaubigte Abschrift des Grundbuchblattes können in der Gerichtsschreiberei eingesehen werden. Der Versteigerungsvermerk ist am 5. September 1907 in das Grundbuch eingetragen. Schwerte, den 19. September 1907. Königliches Amtsgericht. Viel Mühe erspart sich die Hausfrau mit Is WAI Sehr ausgiebig, des** Wjlr 19, halb billig. Bestens Ue 44c- empfohlen von Andreas Kohlmann, Mährstrasse 16. liebte, so empfand sie doch klar, daß er ohne seinen Herrn keinen dauernden Reiz auf sie auszuüben verwb8 G 6 Sie fragte sich nicht, zu welchem Ende chre gegenseitige Zuneigung führen könne, sie legte aber vertrauend ihre Wünsche in Gottes Hand, welcher allein die Macht besaß, den düsteren Schleier der Vergangenheit zu lüften. Herr Kramer, der seine Geschäfte durch den Ankauf von Tiefenthal zur vollen Zufriedenheit seines Klienten beendigt hatte, nahm mit Vergnügen Herrn Templctons Einladung an, noch länger auf dem Lindenhofe zu verweilen. Der kleine Mann schien für das alte Haus und seine Bewohner eine Vorliebe gefaßt zu haben, und wenn auch selbst kein großer Sportsmann, so machte es ihm doch stets Vergnügen, die Jagdfreuden seines liebenswürdigen Wirtes zu teilen. Aber auch andere uneigennützigere Motive fesselten ihn an den Lindenhof. Er sah, wie die standen zwischen dessen Herrn und der Gesellschafter# seiner Nichte und beklagte herzlich die seltsamen Umstände, welche dem Glücke der beiden hindernd im Weg zu stehen schienen. Was Herr Templeton ihm über Leutnant Butler erzählt hatte, gab ihm viel zu denken, und er war zu dem Schlusse gekommen, daß eine seltsamere und düsterere Geschichte, als diejenige, welche er gehört hatte, diesem Geheimnis zu Grunde liegen müsse. Das Interesse, welches Hermann Templetons edle Persönlichkeit ihm einflöhte, uur Hen: Weunsgh wage angeborene Klugheit und ließ in iym den werden, an dem Orte, wo die Geschichte sich abgespielt hatte, noch Näheres und Bestimmteres darüber zu fahren. Auf Fräulein Butler hatte der gewiegte Jurist sein Hauptaugenmerk gerichtet; er beobachtete jeden ihrer Schrite. huna fsat) (Forrsehung forgt.) Amtliches Kreisblatt Sr für den kreis börde. Die„Shverter Zelung“ eicheimt säglsch, auser Filetagt. Bezugspreis: Mk. 1.6s vierteljährlich, bei der Post 42 Pf. für Bestellgeld mehr. Wöchentliche Gratis-Beilage:„Iustrierter Familienfreund“. m COOCCOCOOOOC0 Anzeigenpreis: Die sechsgespaltene Petitzeile oder deren Raum ie Bl. Bnzsgen von auspänt 13 Bl, Retsamerele 40 M. Erstes und älteltes Cagesorgan des Kreises. Haupt-Annoncenblatt. Mie Breis= und Tokaspolzelichen Verorchungen für den hei. Hörde erlangen gemäss Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung“ rechtsverbindliche Rraft. o ococooooooo Druck u. Verlag von Garl Braus, Schwerte. Fernsprech-Anschluss br. 62 Aui Schwerne. Celegr-=Rärene: Brauz, Schwente Kohr. 39. Wie Sie aus meinem Modenbericht und meinem Herbstkatalog, sowie aus meiner = Sehenswerten Saisen-Erotthungs-Seksrattn ersehen werden, leben wir in einer Periode der Herren- und Knabenbekleidungsmode, welche sowohl durch die verschiedensten und auffälligsten Farben und Ausmusterungen, als auch durch die eigenartigsten Fagons recht merklich von der bisherigen Art abweicht. Diese vielseitige Moderichtung stellt an die Bekleidungsgeschäfte hinsichtlich Grösse und Verschiedenheit der Auswahl die grössten Ansprüche. Schon seit Anfang August bin ich mit dem Hereinnehmen der Neuheiten für Hersst und WillterTeefres beschäftigt. Eine Warenmenge im Werte von ¾ Millionen Mark ist erforderlich, um allen Ansprüchen, welche an mein grosses Spezialgeschäft gestellt werden, zu genügen. Allein 6000 Stück Herren-Paletots sind zur Zeit an meinen Lägern vorrätig, und können Sie sich hiernach ein Bild von der Grösse und Leistungsfähigkeit meines Geschäftes machen. Mein dem Umsatz und der Auswahl nach das P e und hat alle Fortschritte der Branche in sich aufgenommen, sodass ich den höchsten Ansprüchen genügen kann. Für jede Körperform führe ich genau passende Grössen. In Bezug auf Eleganz, dauerhafte Verarbeitung, Sitz und Schnitt ist meine Konfektion vorbildlich für die Branche. Der ganz gewaltige Warenumsatz in meinen Geschäften, sowie der gemeinschaftliche Einkauf mit 14 ersten Geschäften der Branche ermöglicht extra billigen Ein- und Verkauf. Die bedeutendsten und besten Fabrikanten übertrugen mir den Alleinverkauf ihrer Fabrikate für den hiesigen Bezirk, sodass Sie deren bewährte Fabrikate nur bei mir erhalten. G. Fischom Vortunnd PrtSUErTF. Zweiggeschäft Bochum Obere Marktstrasse 36. Westdeutschlands grösstes und leistungsfähigstes Spezial-Geschäft für Herren-, jünglings-, —— Knaben-, Sport- und Berufs-Kleidung. Rückblick und Ausblick. (Politische Wochenplauderei.) Aller Augen richteten sich in der letzten Woche nach der schönen Mainauinsel, wo ein greiser Fürst, in Kämpfen erprobt, mit jenem Allbezwinger rang, der niemand verschont. Im Herzen des deutschen Volkes hat das Bild Großherzogs Friedrich für immer eine Stätte, gehört er doch zu den Paladinen aus jener großen Zeit, die auf den Feldern Frankreichs mit dem Blut der Söhne Germanias Deutschlands Einheit geschmiedet; war er es doch auch, der in Versailles an jenem denkwürdigen 18. Januar das erste Hoch auf den neuen deutschen Käiser ausbrachte. Seinem hohen Gerechtigkeitssinn entspricht auch das konstitutionelle Regiment, das seit seinem Regierungsantritt herrscht und Baden den Spottnamen eines„liberalen Musterländle“ verschaffte. All dies wurde aber übertroffen, durch die kerndeutsche Gesinnung Friedrichs, und im deutschen Volke hat man es ihm hoch angerechnet, daß er sich zuweilen auch nicht scheute, warnend seine Stimme zu erheben, wenn ihm der Kurs des Reichsschiffes nicht als der rechte erschien. Schwer liegt dieser im besten Sinne des Wortes erlauchte Fürst danieder und nicht blos die Wünsche der Badenser, sondern auch der Bevölkerung aller deutschen Gaue gehen dahin, daß der Engel des Schattens noch einmal vorübergehe möge, damit dem Großherzog noch ein weiterer prächtiger Lebensabend beschieden sein möge. Ueber den Blick in die Vergangenyeit sollen wir nicht vergessen, daß auch wir in einer großen Zeit leben— so klingt es mahnend aus einer Rede, die der Kaiser gelegentlich der Einweihung des Denkmals der Königin Luise in Memel gehalten hat, und die in ihrer veligiösen Färbung zum Teil an die bekannte münsterische Rede erinnert. Die Betonung des Religiösen ist eine Eigenart Wilhelms des Zweiten, die aus seinem ganzen Denken und Empfinden resultiert. Jedenfalls ist dieses Thema bei der Memeler Enthüllungsfeier in Erinnerung an die Ereignisse vor hundert Jahren berechtigt. An diese knüpfte ebenfalls eine bei der gleichen Gelegenheit gehaltene Rede des Ministers von Moltke an, die davon ausging, daß von Memel die Wiedergeburt Preußens und dessen Entwicklung zu einem modernen Staate zu datieren sei. Dies wird niemand bestreiten; etwas anderes aber ist es, ob wirklich jenes Ziel erreicht worden ist, welches den Stein und Hardenberg vorschwebte. Wichtige Entscheidungen auf dem Gebiete der inneren Politik stehen vor der Tür, an deren Vorbereitung das preußische Ministerium des Innern bedeutenden Anteil hat. Da handelt es sich um die Wahlrechtsreform in Preußen, um welche die Wogen gar hoch gehen und von deren Ausfall vielleicht auch der weitere Ausgang der Reichspolitik abhängt. Ebenso liegen die ersten Arbeiten für das geplante Reichsvereinsgesetz diesem Ministerium ob, und hiermit kann für die Politik der Regierung viel gewonnen werden. Herr von Moltke steht also vor einer Reihe von Aufgaben, die des Schweißes der Edlen wert sind, und bei denen er zeigen kann, ob er wirklich der moderne Mann ist, für den man ihn verschiedentlich hält. Eine hocherfreuliche Kunde ist in dieser Woche aus Südwest=Afrika gekommen: Morenga ist z##allen und damit dürfte der Wiederkehr friedlicher Zustände in der schwer heimgesuchten Kolonie kaum noch etwas im Wege stehen. Unsere tapferen Schutztruppler mag es zwar schmerzen, daß ihnen dieses Wild entgangen ist, andererseits aber hat sich bei diesem Vorfall die Loyalität Englands gezeigt, und es darf auch als ein erfreuliches Symptom bezeichnet werden, daß in den Themseblättern keine hämische Schadenfreude und Ueberhebung zu bemerken war, daß der alte Störenfried nicht von deutschen, sondern englischen Mannschaften unschädlich gemacht worden ist. Auf eine so schnelle und glückliche Wendung war wohl niemand vorbereitet, als man die Nachricht hörte, daß Morenga das Kriegsbeil wieder ausgegraben habe. Das Feld für eine segensreiche Entwicklung ist nun frei, eine schwere Arbeit harrt des Gouverneurs von Schuckmann, aber eine äußerst dankbare, und er wird noch eher dem Ziele näher kommen, wenn er es über sich gewinnt, kommerziellen Gesichtspunkten mehr wie bisher Geltung zu verschaffen. Mehr Selbständigkeit als schablonenhafter Doktrinarismus, das war auch das Leitmotiv, welches einem nicht unbeträchtlichen Teil der Redner auf dem sozialdemokratischen Parteitage vorschwebte. Man hatte vielfach nach der lebhaften Preßkampagne der letzten Monate und nach dem Ausfall der Reichstagswahlen ähnliche Szenen wie in Dresden erwartet, und verschiedentlich geriet man auch recht scharf aneinander, aber man verfährt jetzt taktisch klüger, indem man Difserenzpunkte möglichst vorher auszugleichen sucht, oder sie, wie die heißumstrittene Frage des Nachrichtenbureaus in die Kommission verweist, um dann mit einer fertigen Sache vor das Plenum zu treten. Unter diesen Umständen konnte der Parteitag bein sonderliches Resultat zeitigen, und das war wohl auch weriger beabsichtigt, indem man nichts anderes als eine Aussprache wünschte. Auf dem Gebiete des Militarismus und der Kolonialpolitik ist diese allerdings gründlich erfolgt, ohne indessen etwas Neues zu bringen, wenngleich sich in der Debatte doch zeigte, daß der Internationalismus mehr und mehr an Terrain verliert und man aus dem Reiche der Schemen in das der Wirklichkeit langsam hinübertritt. Wie es scheint, Recht behalten hat wieder einma Herr Clemenceau, dieser unverbesserliche Optimist, der er ist, wenn es gilt, seine Politik zu verteidigen. So ließ er durch die ihm ergebene Presse urbi et orbi verkünden, daß bald in Marokko für die französischen Truppen das Signal„Das ganze Halt!“ erschallen werde, weil die Stämme um Casablanca zur Unterwerfung bereit seien. Wie dennoch das marokkanische Abenteuer noch enden wird, wissen die Götter; jedenfalls werden den Franzosen die Augen übergehen, wenn ihnen die Rechnung präsentiert wird, und Gnade dann Herrn Clemenceau, wenn er nicht mit einem großen Erfolge aufwarten kann und das Parlament übler Laune ist! Monarchen= und Diplomatenbegegnungen wollen in diesem Jahre immer noch nicht abreißen. Augenblicklich weilt König Karol von Rumänien in Wien, und es liegt auf der Hand, daß seine Besprechungen mit Baron von Aehrenthal den Balkanfragen gelten, wie den beiderseitigen wirtschaftlichen Beziehungen. Es trifft sich für ihn gut, daß gerade auch der russische Minister des Aeußern Iswolsky zu politischen Erörterungen nach Wien gekommen ist, sodaß König Karol Gelegenheit fand, sich auch mit ihm auszusprechen. Rußland und Oesterreich sind sich seit dem Vertrag von Mürzsteg über den Balkan vollständig einig, ebenso über eine inzwischen erforderlich gewordene Reform dieses Programms, dem auch König Eduard, nachdem England bisher sich etwas abseits gehalten hat, gelegentlich seines Ischler Aufenthaltes zugestimmt hat. Trotz der fortdauernden Unruhe auf dem Balkan bietet dieser kein Moment für diplomatische Verwickelungen mehr; diese Rolle, welche der Balkan früher spielte, hat er an Marokko abgetreten. 10 Mark bares Geld können sich unsere Abonnenten leicht verdienen. Zu diesem Zwecke mögen sie den Inhalt der Karte studieren, die wir der heutigen Nummer unseres Blattes beilegten. Wenn ich als Leser selbst ein Blatt liebgewonnen habe, und das glauben wir von unseren Lesern sagen zu können, dann ist es mir nicht nur ein Leichtes, nein, auch ein Bedürfnis für dieses Blatt, welches Gemeingut der ganzen Leserkreise sein soll, neue Leser zu gewinnen. Erst recht aber wirbt man für sein Blatt, wenn man sich selbst mit dieser Arbeit klingenden Lohn erwirbt. Also— gute Erfolge allen Lesern! Wer aber für diese Karte keine Verwendung hat, der gebe sie einem Bekannten oder Freunde, der gewiß gerne sich im Sinne ihres Inhalts verwendet. Verlag der„Schwerter Zeitung". Kleine Chronik. — Bremerhaven, 27. Sept. Auf der Höhe von Einsworden kolidierte der aufkommende Kargodampfer Kondor mit dem Motorschiff Anna Margaretha aus Wilhelmshaven. Die Anna Margaretha sank, der Kapitän und ein Matrose ertranken. — Lübeck, 27. Sept. Sechs Schadenfeuer verursachte der neunjährige Knabe Erbermann auf dem Gute Miszen. Es wurden dadurch verschiedene Scheunen, Ställe usw. eingeäschert. Der Brandstifter wurde einer Zwangserziehungsanstalt überwiesen. — Frankfurt, 27. Sept. Ein frecher Raubüberfall Man nimmt an, daß der Mann erstochen und dann ins Wasser geworfen worden ist. — Berlin, 27. Sept. Gestern abend erfolgte auf der Kreuzung der Landsberger=, Weber= u. Gollnowstraße ein Zusammenstoß zwischen dem Straßenbahnwagen Nr. 2843 der Linie 64 und dem Arbeitswagen Nr. 2 der Firma von Poncet. Die Elektrische fuhr den Arbeitswagen, welcher in die Gollnowstraße gelenkt werden sollte, mit solcher Gewalt an, daß der Hinterwagen herumgeschleudert wurde und der 46 Jahre alte Kutscher Gustav Richter vom Bock in das Innere des Wagens fiel. Die Deichselspitze traf den vorübergehenden neunjährigen Schüler Herbert Cohn am Kopfe, sodaß der Junge bewußtlos zu Boden stürzte. In einer Droschke schaffte man den Verunglückten nach dem Krankenhause am Friedrichshain, wo der Arzt schwere Verletzungen feststellte. Außer einem Bruch des Nasenbeins hat der Knabe eine große Wunde an der rechten Kopfseite, einen Bluterguß im rechten Auge und eine Gehirnerschütterung davongetragen. Nach Zeugenaussagen trifft den Straßenbahnführer die Schuld, daß er zu schnell gefahren ist. Haus= und Landwirtschaft. Federn als Dünger. Nach einem Bericht von Seuben haben sich Hühnerfedern und andere unverwendbare Abfallfedern ausgezeichnet für Gartendüngung bewährt.— Sie dienten als Lockerungsmittel und zur Erwärmung des Bodens und die damit gedüngten Gartenbeete zeigten ein freudiges Wachstum aller Sorten.— Wir entnehmen diese Mitteilungen dem praktischen Ratgeber im Obst= und Gartenbau.— Gartenfreunde, die sich für diese Sache interessieren, erhalten, wenn sie sich an das Geschäftsamt des praktischen Ratgebers in Frankfurt a. O. wenden, diese Nummer kostenfrei zugestellt. Aus den Gerichtssälen § Für Handwerkerkreise bedeutsam ist eine Entschädigungsklage, die kürzlich vor dem Landgericht in Frankfurt a. M. zum Austrag gekommen ist. Eine Witwe hatte eines Abends mit einem brennenden Lichte einen Raum ihrer Wohnung betreten, in dem vorher ein Gehilfe eines Installateurs an der Gasleitung gearbeitet hatte. Gleich beim Eintreten der Frau erfolgte eine Gas=Explosion, bei der die Witwe erhebliche Verletzungen erlitt. Sie hat nun für den entstandenen Schaden den Installateur verantwortlich gemacht und gegen ihn Schadenersatzlage erhoben. Diese Klage wurde als gerechtfertigt erachtet und nunmehr wird sich das Landgericht mit der Höhe der Schadenersatzsumme, die won der Witwe auf 9000 Mark normiert wird, zu befassen haben. Brieftasten wurde heute Nacht in der Hufnagelstraße verübt. Als ein junger 20jähriger Kaufmann gegen 12 Uhr zum Bahnhof gehen wollte, wurde er von drei jungen Burschen angehalten. Einer derselben hielt ihm einen Revolver in das Gesicht mit der Drohung„Geld oder das Leben!" Der Kaufman mußte sein Portemonnaie mit 18 Mark Inhalt hergeben. Das Geld wurde soort unter den Dreien geteilt. Die Täter sind unerkannt entkommen. — Lyon, 27. Sept. Dem„Lyoner Expreß zufolge hat ein junger Lyoner Ingenieur ein Verfahren erfunden, durch welches elektrische Kraft auf größere Entfernungen auf drahtlosem Wege übertragen werden kann. — Eine Staatskasse ausgeraubt. In der Nacht zum Donnerstag wurde in der im Regierungsgebäude zu Dessau befindlichen Landeshauptkasse ein Einbruch verübt. Die Einbrecher durchbrachen die Decke zwischen dem ersten Stock und dem Erdgeschoß, stiegen auf einer Strickleiter in den Kassenraum hinab, öffneten den Geldschrank durch Anbohren und stahlen 15000 M. Dann versuchten sie in den Haupttresor mit dem anhaltinischen Staatsvermögen einzudringen, mußten dies jedoch aufgeben, vermutlich weil es zu tagen begann. Die elektrische Alarmvorrichtung hatten die Diebe zerschnitten. Das Gebäude wird seit einigen Jahren nicht mehr bewacht. Da eine Berliner Zeitung zurückgelassen wurde vermutet man, daß die Einbrecher aus Berlin kamen. — Frankfurt a. M., 27. Sept. Beim Umbau des historischen Pfarrhauses in Vilbel(Hessen) wurden drei Skelette aufgefunden, von denen eines einen eingeschlagenen Schädel aufwies. — Breslau, 27. Sept. Eine Typhusepidemie ist in Rauschwitz bei Glogau ausgebrochen. Bis jetzt sind 25 typhusverdächtige Krankheitsfälle gemeldet worden, vier Personen sind bereits gestorben. Ferner erlag ein Soldat Reimann in Spandau der Krankheit, er war vorher in Rauschwitz auf Urlaub gewesen. Zur Verhütung der weiteren Ausbreitung der Krankheit sind alle möglichen Maßregeln getroffen worden, die sich vor allem auf das Verbot der Entnahme von Wasser aus dem Rauschwitzbache erstrecken. — Raab, 27. Sept. Die Ortschaft Csecseny ist größtenteils abgebrannt. Die Kirche und die Schule sind ein Raub der Flammen geworden. Der angerichtete Schaden ist bedeutend. — Budapest, 27. Sept. Auf der Station Erkoetvelyes stieß ein Personenzug mit einem Lastzuge zusammen. Zwanzig Passagiere wurden meist schwer verletzt. — Frankfurt a. M., 27. Sept. An der Niederräder Schleuse der linksrheinischen Seite wurde heute vor mittag die Leiche eines Mannes gelandet, der zwei Stiche im Kopfe aufwies, von denen einer tödlich war. R. W. in H. Entlassung aus der Lehre vor Beendigung der gesetzlichen Lehrzeit ist strafbar. Ein Meister hatte einen vorschriftsmäßigen Lehrvertrag abgeschlossen, den Lehrling aber infolge mündlicher Vereinbarung mit dessen Vater schon nach einjähriger Lehrzeit als ausgelernt entlassen. Er wurde wegen Uebertretung des§ 148, Ziffer 9 RGO., durch schöffengerichtliches Erkenntnis zu 10 Mark Geldstrafe eotl. drei Tage Haft und den Kosten verurteilt. C. B., Holzen. Wenn die vereinbarte Konventionalstrafe den Umständen nach unverhältnismäßig hoch erscheint, können Sie durch richterlichen Beschluß dieselbe auf einen angemessenen Betrag herabsetzen lassen. Emma P. Wenn Sie von Ihren Pflegeeltern adoptiert sind, so haben diese Ihnen die Einwilligung zur Ehe zu erteilen, also nicht die leiblichen Eltern. Die Einwilligungserklärung ist nur bis zum vollendeten 21. Lebensjahre erforderlich. Büchertisch Die Neue Preußische Jagdordnung vom 15. Juli 1907. Verlag: L. Schwarz u. Comp., Berlin S. 14, Dresdenerstraße 80. Preis 1,— Mk. Durch Erlaß des neuen Gesetzes ist das Verlangen nach einer einheitlichen Jagdgesetzgebung für Preußen endlich erfüllt und 21 verschiedene Jagdgesetze werden mit einem Male aufgehoben. Die für ganz Preußen mit Ausschluß der Provinz Hannover und Hohenzollern gültige Neue Jagdordnung zerfällt in folgende Abschnitte: Umfang des Jagdrechts(jagdbave Tieve), Jagdbezirke, Jagdscheine, Schonvorschriften, Wildschadenersatz, Wildschadenverhütung, Behörden, Strafvorschriften und Uebergangsbestimmungen. Die Kenntnis der gesetzlichen Bestimmungen ist für jeden Jäger, Jagdpächter und Verpächter usw. dringend erforderlich. Das handliche Taschenformat wird den Absatz des praktischen Werkchens begünstigen. Dortmunder Stadttheater. Sonntag, den 29. Sept. Anfang 7 Uhr:„Lohengrin“. Montag, den 30. Sept. Anfang 7,30 Uhr:„Der Talismann". Dramatisches Märchen in vier Aufzügen von Ludwig Fulda.„ Dierstag, den 1. Oktob.: Anfang 7#0 loyr.„Tannhäuser“ von Richard Wagner. Mittwoch, den 2. Oktob.: Volksvorstellung zu ermäßigten Preisen. Anfang 7,30 Uhr.„Der Hölle". Schwank von Gustav Kadelburg. Donnerstag, den 3. Oktob.: Anfang 7,30 Uhr.„Aida“. Große Oper mit Ballet von Verdi. Freitag, den 4. Oktob.: Anfang 7,90 Uhr.„Stein unter Steinen“, Schauspiel von Sudermann. Sonnabend, den 5. Oktob.: Anfang 7,30 Uhr.„Faust un Margarethe". Oper mit Ballet von Ch. Gounod. Sonntag, den 6. Oktob.: Anfang 7,30 Uhr.„Hoffmanns Erzählungen“. Phantastische Oper von Jacques Offenbach. Vermischtes. bterung von Oeinmiten von großen Wäldern gele= fährt man, daß Morenga zehn o als gewalttätig. fehlte es nicht. Auch erdieser Eischfang auf dem Trochergzgg, die meisten Fie) verurteilt, aber zu lebenslänglichem, Zuchthaus, Hegxaider Nor einiger Zeit hieß es, nach Hause schleppen. Der Andere aber, der vielleicht r Morengos btv.„otenführers Mo= eine Pulle Wein nach der anderen getrunken und auch ein Sohn des sevt gefallenen Hottenotten Zirtus. In zu viel hat, läßt den Wagen vorsahren und kommt auf rengg sei Vereter, eiwem eimen füngeren Bruders diese Weise nach Hause. Nach außen aber siebt man sche waren noch beben, I. Arezammen, die zwischen brachte ea. 12000 Ag, Verscye but, von der Einwohner50 Gr. und 1e 2o, wogräuchert in der Umgegend verbot ge b onten Die Eretlärung dieses sonderbaren ErTrombe den großen See von Bechit sersäule nach oben gezogen und sie im Sturm 20 nüchtern; sie führte den Hausstand vortrefflich und pflegte getreulich ihren geliebten Gartenz. Gig ward ihr nach Jahresfrist geggrenz, und ihr Glück war auf dem Gipfel angeraggegg#mselte nicht mehr lange dauern. Eine Scharlach=Epivem brach in BellevineViertel aus; der Kleine wurde dahingerafft. Groß war der Schmerz des Vaters, doch wußte er sich zu bezwingen; unevmeßlich war aber der Schmerz der Nutterz sie konnte es nicht begreifen daß ihr klennze## les tot sei, ihr Kopf verwirrte sich, sie verlor ven Verstand. Sie blieb eine brave und häusliche Frau, aber eine fixe Idee verfolgte sie unaufhörlich: das Kind. Man hatte es ihr genommen, sie mußte es wiederhaben. Ein Irrenarzt wußte keinen besseren Rat, als ihr eine Wachspuppe zu geben, die an Größe dem toten Söhnchen glich. Die arme Irre merkte nichts und ir wieder glücklich, wie vordem. Und ihr gramgebeugter Gatte mußte sehen, wie sie die Puppe hätschelte und pflegte, an= und auskleidete, in den Schlaf wiegte. Täglich führte die junge Frau ihr Puppensöhnchen im Kinderwagen des toten Knaben spazieren. Mittwoch nun war sie wieder ausgegangen und drückte den Kinderwagen eifrig vor sich hin. So ggznzege pertzefr bag Betrachtung ihres vermeintlichen Kinves vernest, duß sie eines herankommenden Lastwagens nicht achtete. Ein Schrei: der Wagen mit dem Puppenkinde war überfahren, wäre nicht die arme Mutter in ihrer Verzweiflungsangst hinzugestürzt, um ihr Kind zu retten. Der Wagen, die Puppe blieben unversehrt; aber die irrsinnige junge Frau war mit zerschmetterter Brust liegen geblieben; nach wenigen Minuten gab sie den Geist auf. Als echte Mutter hatte sie sich für ihr Kind geopfert. So endete diese Liebesehe. * Das Nationaldenkmal in Memel und die Fremdtümelei. Man schreibt der„Nat.=Lib. Korr.“: Wie wenig wir Deutschen in Bezug auf vaterländische Sinnbilder auf eigenen Füßen stehen, beweisen die Beschreibungen des soeben in Memel enthülltgun naldenkmals. Auf dem Denkmal steht, nach Heirungsberichten, denen die Verantwortung überlassen bleiben muß, die Gestalt der„Borussia“, in der Linken Schild und römisches Feldzeichen, auf dem das Wort „Borussia“ geschrieben ist. Also Abzeichen und Wort sind der Fremde entlehnt! Und das ist geschehen auf einem Denkmal, das den schmerzlichsten und teuersten Erinnerungen des preußischen Staates gilt, das versinnbildlichen soll, wie die Schmach der französischen Fremdherrschaft gebrochen wurde! Wann wird das künstlerische Stilgefühl und wann wird das völkische Gefühl so geschärft sein, daß man undeutsche und frimdartige Abzeichen auf einem nationalen Denkmale — es sei denn zur Kennzeichnung des Gegners— nicht mehr erträgt? 94 * Wie wird ein Ozeaurerord bestimmt: Diese Frage ist in diesen Tagen von Laien häufig gestellt worden. Einige Bemerkungen darüber dürften daher wohl am Platze sein. Der Ozeanrekord wird durch die größte Schnelligkeit in der Fahrt über den Ozean vom Aermelkanal nach Newyork und umgekehrt geschaffen. Auf dieser Strecke ist der internationale Wettbewerb der Reedereien, der Verkehr der Reisenden und die Schnelligkeit der verkehrenden Dampfer am größten. Die Fahrgeschwindigkeit wird lediglich auf dem freien offenen Weltmeer gemessen, wo durch internationale Abmachung der Reedereien bestimmte sichere Bahnen(nördlicher und südlicher Weg) für die Hin= und Rückfahrt der dort verkehrenden Schifse vorgeschrieben sind und kein Hindernis der Entfaltung der vollen Geschwindigkeit entgegensteht. Die Einfahrt in die Häfen, die Fahrt durch den Kanal und die Nordsee bleiben bei Berechnung der Schnelligkeit außer digt worden war, wurde im Marz v. Iv. aus der Plessenburg unter der Bedingung entlassen, noch acht Jahre in der Arbeiter=Kolonie Simonshof sich aufzuhalten, dann solle er nach guter Führung vollständig begnadigt sein. Jetzt ist Müller freiwillig nach der Plessenburg zurückgekehrt. Er schimpfte, mager geworden, über die„verdammte Bauernarbeit“ und sagte:„Im Zuchthaus ist es schöner!“ F Auf ganz ungewöhnlichem Wege suchte jüngst, wie der„Voss. Ztg.“ aus Adelaide berichtet wird, ein Heiratskandidat zu Hog Bay im südlichen Australien eine Frau. Der junge Mann ist Eierhändler und verfiel, um sein Vorhaben bekannt zu geben, auf die Idee, mittels Aufschrift auf einigen Schock Eiern mitzuteilen, daß er sich auf der Suche nach einer Lebensgefährtin befinde. Die beschriebenen Eier gingen als Boten nach allen Himmelsgegenden und bald traf eine Menge von Zuschriften ein, in denen besonders betont wurde, daß die Absenderinnen sich lebhaft für Geflügelzucht interessieren. * Das vernichtete Mittagsmahl. Gestern Mittag Wägelchen auf der Straße von Friesdorf Aim Schluse seiner Rede ertänt er verstänhzisvoll:„Es ist nicht gut, wenn man fliegt.“ erwahnt sei hier nur noch das, was Genosse Rieke von dem Genossen Calwer erzählte. Er führte aus: Calwer hatte durch seine laxe Agitation bereits früher im Wahlkreise große Mißstimmung gegen sich erregt. Doch jetzt wurde es den Genossen zu bunt, zumal Calwer in einer Versammlung in Hohlenberg, als ein Gegner die unverschämte Behauptung aufstellte, Bebel sei der blutdürstigste Mensch, meinte:„Der August ist nun einmal so durch seine langjährige Tätigkeit geworden: Unser Wochendichter. „Talers Abschied!“ Noch einmal halt' ich dich in meinen Händen— und blick' betrübt auf deinen Silberschein:— du dich auf ewig von mir wenden,— und willst mir nicht mehr Zahlungsmittel sein?— Du warst beliebt, geschätzt seit alten Tagen,— und dich zu nehmen war man gern' bereit;——„das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit“,— drum muß ich deinen Abschied jetzt beklagen!— Was nutzt es dir, daß du in vielen Fällen— Beglücker warst und jedem angenehm?— Zur Goldwährung kannst du dich nimmer stellen,— du fügst dich nicht ins Dezimalsystem.— Der neue Curs erfordert neue Prägung,— drum muß das Unvermeidliche gescheh'n:— du gehst dahin auf Nimmerwiedersehn,— nach hoher bundesrätlicher Erwägung! Freude zaubern auf das Angesicht,— du warst der schob, wie alltäglich zur gleichen Stunde, eine Frau ein Protz in ärmeren Bezirken,— wer dich bese kleines Wageatgen uu ver Stuge von. 9.„ use ham kein armer Wicht;— du hast behoben viere kleine, Bonn vor sich her, auf dem mehr als 30 Näpfe mi;, z# den,— du machtest gut manch übermütgen. e. Mittagessen für Arbeiter standen. Als die Frau so thres Weges dahinschob, kam plötzlich ein Automobil angesaust, erfaßte das Wägelchen an einer Ecke, und im Bogen schwirrten die Eßnäpfe durch die Luft, den Inhalt weit über die Straße verspritzend. Betrübt besah die Frau den Schaden, dann fuhr sie mit der elektrischen Bahn nach Bonn hinunter und verkündete den Wartenden, daß es diesmal mit dem Mittagessen nichts sei. Der Automobilfahrer hatte, wie der„Bonner Generalanzeiger“ schreibt, der Vrsegntzt##lgtobgug 2 Mark angeboten. Die Frau leyute virse„Roblesse ab und machte der Polizei Anzeige. du stand'st versöhnend zwischen Arm und Reich, drum sieht man heute dich nur ungern scheiden!— Für dich bekam man manche gute Flasche,— und war Diner beim Herrn Kommerzienrat,— zogst du als Trinkgeld in des Dieners Tasche,— mit dir bezahlt ist auch manch Strafmandat;— du bist gespendet oftmals als Belohnung,— und wenn sich mein Gedächtnis sonst nicht irrt,— hast du verpflichtet einstmals meinen Wirt, als ich gemietet die möblierte Wohnung!— So manchen Wechsel mußtest du erleiden,— du prahltest nicht mit fürstlichem„Gehalt",— als Kind aus alter Zeit warst du bescheiden:— ein alter Strumpf war oft dein Aufenthalt;— bald aber lodern unter dir die FlamKumor. men,— und klagen wird man, daß man dich verlor, Unfreiwilliger a.un.... man host aus alen Winkeln dich hervor— und ach. findet sich nirgends häufiger als in Volksversamm= dein letztes Häuflein schmilzt zusammen!— Zwar bist lungsreden oder in Kongreßdebatten. Die Redner, zu nicht des Daseins überdrüssig,— das„wechselvollund„Rednerlein“ aller Parteirichtungen können darin verlief jahraus, jahrein,— doch macht man jetzt den Hervorragendes leisten. Auf dem sozialdemokratischen latzten Taler„flüssig“:— es ist Beschluß— es kann Parteitage sind reichlich rednerische Purzelbäume ge- nicht anders sein!— So komm hervor, du lieber Trostschlagen worden. Davon einige Beispiele: bereiter,— den letzten Taler hol' ich jetzt heraus:— So erklärte Genosse Honrath mit Emphase:„ ich geb ihn für ein gutes Fläschchen aus— und„wein“ „Wenn aigekündigt wird, daß die Frauen eine ihm eine Träne nach!——Ernst Heiter. ner im Interesse der Frauenorganisation veranstal= Verantwortl. Redakteur: Friedhelm Kemper. ten würden, so meinte ich, sollten die Frauen lieber Für den Inseraten= und Reklameteil verantwortlich: diese Zeit und Arbeit, die sie für die Enquete brau= Jac. Christ, sämtlich zu Schwerte. chen, dazu verwenden, um etwas mehr aus sich her= Druck und Verlag von Carl Braus, Schwerte. aus zu kommen.“ Ein anderer Genosse meinte: „Dann müßte man mit dem ganzen Paxlamene tarismus einpacken, wenn man es hier so als seien wir Reichstagsabgeordnetei Autoritäte oberhalb oder unterhalb jeder Kritik.“ Herr Ledebour sprach davon, daß David der Vorsicht besseres Teil erwählt habe und wollte sich mit Bebels Rede auseinandersetzen. Am Schlusse seiner Rede meinte er:„Ich habe gesagt, daß Bebel kein Papst ist, und er hat mir zugestmmt.“, g1.5m Mcuge Genosse Block führte aus:„Zu diesem Kucucksei hat die Redaktion der„Volksstimme“ keinen Einwand Genosse Richard Fischer sagte:„Ich brauche vorläufig noch nicht anzunehmen, daß wir alle zusammen Gegen die Freisinnigen richtete Genose Schmalfeld folgenden humorvollen Angriff: „Wenn es heißt, dem Volke einen Maulkorb umzulegen, dann bin ich überzeugt, dann werden die Freisinnigen einige schöne Reden halten, aber innerlich werden sie vor Freude beinahe platzen.“ Katzenstein meinte: „Wir haben eine Anzahl unsicherer Kantonisten, die mit der Sozialdemokratie liebäugeln und vielleicht auf der Börse herumlaufen, wenn sie eine Geburtstagsgratulation von Bebei vorzeigen können.“ Auch die Altoholdebatte zeitigte einige hübsche Redeblüten. Ein Genosse mt den Ausspruch:„Es ist kein Zufall, daß oas tonservaride Regimem auf der Schnapsflasche beruht.“ Ein anderer Genosse verstieg Sorgen Sie rechtzeitig für gute Lektüre, denn dieselbe bietet während der jetzt allmählig beginnenden langen Winterabende unstreitig den besten Zeitvertreib. Fast alle Zeitschriften beginnen am 1. Oktober ihren neuen Jahrgang, daher ist es jetzt die günstigste Zeit zur Abonnements=Bestellung. Ich besorge sämtliche im deutschen Buchhandel erschienenen Zeitschriften prompt und ohne Preisaufschlag frei ins Haus. Carl Braus, Buchhandlung. eiben bei Berechnung der Schnelligkett„..lsich zu folgenden Sätzen: Acht, dau vter die Rlüchicht auf die. Sicherhezingt. ig]—„Wenn Wurm am Schlusse seiner Aussührungen eine Einschränkung der Schnelligteit, espont g ger, das Heinesche Scherzwort zitiert hat, so will ich andeutschen Dampfer rechnen ihre Osanstrecke vost voe...—. zaß Zag eum grano salis gemeint war, denn bvurg bis zum Sandvhook=Leuchturm bei Newyork) vehmpäre ag ta ein Schlag ins Gesicht der Arbeiterund rücktehrend vom Eandyhook=Leuchturm bis Li=)lonst w zie doch nicht nur an Leberknödel appelliert, gard. Für die Engländer ist die Ozeanstrecke(oon) klasse, an den Iöeglismus“, Ouenstomn in Südtrland an gerechnet) um 20 gapz, v Im weiteren Verlause seiner Rede sagte derselbe meilen kürzer. Während der Gahrt, wird vor,ägp Ganose:„Der Mann, der das Wenn und das Aber in und Ofiteren tiagtich die von Veitug Iu Votrogz erdacht, Him ich gewesen, ober ich stehe mit dieser AusPurchlausene Strecke Gdas Eing) fetgestelt. Vür bevde fafung nicht allein da.“.::„Wir müssen den ArFahrt, wird die Fahrzeit in Bttnuten und die inssahuag nich. ullein da.“. aung gltohof ein ver 8 Bekanntmachung. Königliche höhere Maschinenbauschule Hagen i. W. entstanden aus der alten, 1824 gegründeten Preuß. Prov. Gewerbeschule, 1996 als Staatsanstalt neuorganisiert. Höhere Staatslehranstalt zur Ausbildung im Maschinenbau einschl. Elektrotechnik. Berechtigung für mittlere technische Beamtenstellen im Staatsdienst. Ausrüstung mit reich ausgestatkatulation von Bebel vorzeigen körz gsahge teten Versuchs=Laboratorien für Maschinenhau und Alloholdehatte„zeitigt“„errigr%#z Elektrotechnik.— Zweijähriger Kürsus.— Schulgeld Ein Genosse tat den Ausspruch:„Es I. pro Halbjahr 75 Mark. Beginn des Winterhalbjahres d.. Srnative Revimen auf be. am 17. Oktober 1907. Programme und Jahresberichte kostenfrei durch Die Direktion. Erpährt die, FLeinen mit Wodermehl. Kindermen. Dunhschnitt durchlaufene Strecke Leneiser,„„Der Stunde) st imlause der Johve= und surkerner Maschimitgewirkt. muß dann seinen wankenden Körper auf der Straße beitern zeigen, daß man auch ohne ulkohol ein vernünftiger Mensch sein kann.“ Genosse Bömelburg meinte: „Wenn der Arbeiter bei schlechter Ernährung ein paar Glas Schnaps oder Bier getrunken hat, ist er Den Empfang der ersten weunosten in Buckskins für Herbst und Winter In grossartiger Auswahl zeige ergebenst an. Aufertisung nach Mass, bei vollster Garantie für eleganten und guten Sitz. Drust Matter Schwerte Ostenstrasse 18. Grösstes Massgeschäft am Platze. S90 DSE Ein elegantes erstkl. Planino sehr billig zu verkaufen. Wo? sagt die Geschäftsstelle der Schwerter Zeitung. W36l1 Unentbehrlich für Damen mit starken Hüftln u stalkem Leib WU Dieses anerkannt beliebteste Korset der heutigen Mode verleiht jeder Dame, auch der stärksten eine jugendlich schöne und wirklich schlanke Figur. 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Nach dem Vortrage des Konsistorialrats Pfarrer (Frankfurt a. M.) über das Thema:„Welche Ausgaben erwachsen der Inneren Mission aus der gegenwärtigen Entwicklung der Arbeiterbewegung? der Kongreß gestern einmütig folgende Resolution an: Der Kongreß erkennt die Bedeutung an, die eine nationalgerichtete und von christlichem Geiste getragene Arbeiterbewegung für die Kräftigung und Gesundung des gesamten Volkslebens hat, darum von Herzen, dop Feator zn unserem starken und zu einem mächtigen Volksleben sich auswachsen möge. Er sieht, zn. Sr#l, beiterschaft ein allen anderen gleichberechtigtes J#ied unseres Volkes, das als solches das Recht hat, seine Angelegenheiten, soweit sie sich mit dem Volksganzen vertragen, mit allen berechtigten## teln zu verfolgen. Er spricht dabei die Erwartung aus, daß der christlich und national gesinnte Teil der deutschen Arbeiterschaft dieser Gesinnung treu bleiben, sich vor Unbesonnenheiten hüten und bei aller Vertretung der eigenen Interessen auch die Rechte der anderen berücksichtigen wird. Ebenso rechnet er darauf, daß die Arbeitgeber und Unternehmer ihrerseits das Berechtigte der Arbeiterbewegung im Rahmen der heutigen Gesellschaftsordnung anerkennen.— Allen Versuchen geenüber, sie zu einer Stellungnahme in rein wirtschaftlichen Fragen und zu einseitiger Vertretung einer einzelnen Volksschicht zu veranlassen, muß die Inneve Mission sich ablehnend verhalten und es als ihre Aufgabe bezeichnen, alle Stände mit Glaubens= und Liebeskräften zu durchdringen und dadurch an ihrem Teile zur Erneuerung des ganzen Volkslebens beizutragen. In diesem Sinne erklärt sie sich bereit, der Arbeiterschaft in der Pflege christlich nationaler Gesinnung zu dienen und ihr, wie zur Gewinnung der notwendigen geistigen Ausrüstung, so beim Ausbau ihrer sozialen Wohlfahrtseinrichtungen behilflich zu sein, und wird es mit Freuden begrüßen, wenn auch Vertreter des evangelischen Arbeiterstandes sich in weitestem Maße zur Mitarbeit an christlichen Liebeswerken bereit finden. Letzte Brahtmeldungen. Karlsruhe, 28. Sept. Der Großherzog von Baden ist heute morgen um 8 Uhr 58 Min. gestorben. stieß ein Personenzug mit einem Güterzug zusammen. 3 Wagen des Güterzuges wurden total zertrümmert, 2 Schaffner schwer verletzt. Das Unglück geschah während dichten Nebels, der die Signale nicht erkennen ließ. Entführt? Florenz, 27. Sept. Hier kursiert das Gerücht, daß die Prinzessin Pia Monica sich bereits aus der Reise nach Amerika befinde. Wassersnot. Granada, 27. Sept. Die Nachrichten über die Ueberschwemmungen lauten immer trostloser. Mehrere Stadtteile Granadas stehen unter Wasser. Das Wasser ist um eineinhalb Meter gestiegen, zahlreiche Wohnhäuser in der Umgebung sind eingestürzt. Der Gouverneur von Malaga berichtet, daß bis jetzt 72 Leichen geborgen seien, 68 Personen sind verletzt. Alle Weingärten in einem Umkreise von mehreren Kilometern sind vernichtet. Der Regen dauert an. das Wasser weiter steigt, sind alle Katastrophen zu bestirchten. Frievenskonserenz. Haag, 27. Sept. Die Haager Friedenskonferenz nahm in ihrer heutigen Plenarsitzung mit einigen Vorbehalten folgende Anträge an betr. das Privatrecht zur See in Kriegszeiten: 1. Umgestaltung der Handelsschiffe in Kriegsschiffe; 2. Stellung einer Frist für die Handelsschiffe einer in einen Krieg verwickelten Macht, um den fremden Hafen unbehelligt zu verlassen; 3. Sicherung der Privatkorrespondenz auf See; 4. Vorschriften betr. die Behandlungen von Mannschaften der in Kriegszeiten beschlagnahmten Handelsschiffe; 5. Nichtbeschlagnahme von Küsten=Fischerbooten und anderer Kategorien von Schiffen während des Krieges. Mainau, 28. Sept. Der Großherzog wiro langsam entschlummern, Doch kann sich sein Ende noch um einen Tag hinziehen. Der Kronprinz von Schweden trifft heute abend ein. Minister von Dusch nimmt im Schlosse Wohnung. Explosion. Wien, 28. Sept. Eine Explosion in der Oelgasfabrik der Firma Aintsch forderte zwei Menschenleben. 15 Tote. London, 28. Sept. Aus Neuyork wird gemeldet, daß bei einem Eisenbahnunglück östlich von Harrisburg 15 Personen getötet wurden. Wer zahlt? Florenz, 28. Sept. Auf dem deutschen Konsulat meldeten sich gestern mehrere selli, darunter eine Dame, die ihr 10 000 Mk. borgte. Der Konsul erklärte daß Frau Toselli durch ihre Heirat nicht mehr deutsche Untertanin sei. Wo steckt sie? Florenz, 28. Sept. Sächsische Polizisten recherchieren nach der Prinzessin Pia Monica Straußberger Bahnfrevler. Berlin, 28. Sept. Ueber die bereits gemeldete Verhaftung des Schlossergesellen Bretall bei Rathenow, der verdächtigt ist, den Straußberger Eisenbahnfrevel begangen zu haben, wird noch gemeldet: Der Verdächtige wurde in Pessin, einem Dorfe bei Rathenow von einem Gendarm verhaftet, weil er im Verein mit anderen Handwerksburschen auf der Chaussee eine Frau überfallen hatte. Als der Beamte den Burschen nach Rathenow brachte, fiel ihm die große Aehnlichkeit zwischen dem Festgenommenen und dem Eisenbahnfrevler von Straußberg auf. Der Verhaftete leugnete die Tat, gab aber zu, zur Zeit des Eisenbahnunglücks in der Nähe von Straußberg gewesen zu sein. B. weigerte sich die Namen der anderen Handwerksburschen zu nennen. Wassersnot. Madrid, 28. Sept. Die Nachrichten aus Malaga und Umgebung lauten nach wie vor trostlos, bisher sind 78 Leichen identifiziert worden, doch werden noch immer eine große Anzahl Personen vermißt. Unter den Opfern befindet sich kein Ausländer. Der Geruch der verwesenden Tierkadaver ist unerträglich, der Ausbruch einer Epidemie wird befürchtet. In Campanillas und Almagia sind die meisten Häuser zerstört, die Rosinenernte ist vernichtet, die Bahnstrecke ist vielfach unterbrochen... 6 Der Moro im Zitrus. Der Münchener Mordprozeß wird sich noch mehrere Tage hinziehen, da noch zahlreiche Zeugen zu vernehmen sind. Immer wieder dreht sich die Beweisaufnahme um Ring und Uhr, die der Angeklagte Niederhofer im Besitz hatte, aber Eigentum des ermordeten Hendschel gewesen sein sollen. Wiederholt kommt auch das Wechselgeschäft des Angeklagten zür Sprache. Weiter wurden Zeugen über den Leumund einer der Hauptzeuginnen vernommen, deren Aussage Niederhofer belastet.(Zu den Hauptzeugen gehören auch der Bruder und die Mutter des Angeklagten.— Es daß ein Ingenieur Geist, der von dem Verschwinden Hendschels etwas wissen müsse, nicht auffindbar sei. Zugleich wurde darauf hingewiesen, daß ein Zuchthäusler namens Geist in Gera einen Mord in Bayern eingestanden habe. Die staatsanwaltliche Ermittelung hat ergeben, daß es sich um zwei verschiedene Personen Haltderr. Lesefrüchte. „Was die Zeit im tiefsten Verstand braucht, das läßt sich ganz und gar mit einem einzigen Wort sagen, sie braucht: Ewigkeit!".. Lessing. Begeistere das menschliche Geschrecht erst für seine Pflicht, dann für sein Recht. Gneisenau. Verantwortl. Redakteur: Friedhelm Kemper. Für den Inseraten= und Reklameteil verantwortlich: Jac. Christ, sämtlich zu Schwerte. Druck und Verlag von Carl Braus, Schwerte. Der heutigen Nummer liegt ein Prospekt der Firma Carl Braus, Buchhandlung bei, betreffent die Halbmonatsschrift„Mode von heute", auf den wir hiermit unsere Leserinnen besonders hinweisen. Statt Karten. Die Verlobung ihrer Tochter Hedwig mit Herrn Plax Krissiep in Barmen beehren sich anzuzeigen. Friedr. Schöttler und Frau. Schwerte, im September 1907. 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Infolge der höchst beunruhigenden Meldungen über den Gesundheitszustand des Großherzogs herrscht tiefste Beunruhigung unter der Bevölkerung; zu Fuß, zu Wagen und zu Dampfer kommen viele Leute an, um sich nach der Mainau zu begeben, aber niemand erhält Zutritt. Auch die Vertreter der Presse sind gebeten worden, nicht mehr die inneren Schloßräume zu betreten. Mainau, 27. Sept. Die ganze Nacht über waren sämtliche Stockwerke des Schlosses hell erleuchtet. Der Hofstaat wurde zweimal zusamm nberufen. Mainau, 27. Sept. Das um 5 Uhr ausgegebene Bulletin lautet: Mit kurzen Unterbrechungen hat der Schlummerzustand des Großherzogs den ganzen Tag über angehalten. Kein Ehestifter. Wien, 28. Sept. Gegenüber den Gerüchten als härte Leopold Wölfling die Heirat seinen Schwester unterstützt, äußerte sich dieser in einem Schreiben an seinen Rechtsanwalt folgendermaßen: Ich habe leider Toselli in Nizza flüchtig kennen gelernt, mir aber gründlich alle weiteren Zudringlichkeiten des Jungen bei meiner Schwester und bei mir verbeten. Toselli prahlte mit der Bekanntschaft meiner Schwester und mit der meinigen. Ich sehe nichts Gutes in diesem verzweifelten Schritt. Eisenbahnunglück. Castellaun, 27. Sept. In der Nähe von Alterkuelz Heute Nachmittag um 3 Uhr entschlief sanft und gottergeben im hohen Alter von 79½ Jahren unser lieber Vater, Schwiegervater, Grossvater, Bruder und Schwager Herr Wilhelin Wike Mit der Bitte um stille Teilnahme im Namen der trauernden Hinterbliebenen W. Wilke, Lokomotirführer. Schwerte, Schermke, Vienenberg, Magdeburg, Bärsdorf, Kiel, den 27. September 1907. Die Beerdigung findet am Montag, nachmittags 4 Uhr vom Sterbehause Sennigsweg 28 aus statt. Mehrere tüchtige Arbeiterinnen Jund 3951 Lehrmädchen für die Damenschneiderei suchen Geschwistrr Heart Schwerte. Suche für meinen kleinen Haushalt tüchtiges H3939 gegen hohen Lohn. 3987 Frau J. Heimann, Schwerte, Ostenstraße 35a. Gottesdienste. Evangelisch=reformierte Gemeinde. Sonntag 9½ Uhr: Missionsfest. Pastor Terberger. Versammlung der Konfirmierten. Evangelisch=lutherische Gemeinde. Uhr: Pastor Heinenberg. „ Pastor Olpp, Missionsfest. „ Kindergottesdienst. Gottesdienst in der Schule zu Höchsten " Nachversammlung zum Missionsfest im Schulze=Seimig'schen Saale. Vereine und Versammlungen. Donnerst 8 Uhr: Jungfrauenverein. Freitag 8¼„ Vorbereitung zum Kindergottesdienst. Evangelische Stadtmission Kuhstraße 7. Sonntag 8 Uhr: Blaukreuzgebetsstunde u. Verpflichtungsgelegh. Montag 8½" Uebung des Gemischten Chores. Dienstag 8„ Frauen und Jungsr.=Missionsstunde. Evangelischer Mäuner und Jünglingsverein Schwerte. Sonntag Nachm.: Beteiligung am Missionsfest.(Schulze=Selmig) „ 8" Jünglingsverein. Mittwoch 8½„ Gebetsstunde Freit. A. 8½„ Bibelbesprechstunde. Samst. A. 8„ Turnen in der städtischen Turnhalle. Bottesdienstordnung der kath. Pfarrkirche. Sonntag, den 29. Sept. Fest des hl. Erzengels Michael. Vormittags Schwerte. 6½ Uhr: Stille hl. Messe Pfr. Schnurbus. 7¾„ Frühmesse mit Predigt. Dr. Rensing. 9 Uhr: Schulmesse mit Predigt. Kapl. Riecke. 10¼" Hochamt mit Predigt. Kapl. Riecke. Kollekte für Falkenhagen und Eiringhausen. Nachmittags. 2½ Uhr: Andacht. 5" Jungfrauen=Konzregation. Lichtendorf. 8 Uhr: Frühmesse. 10" Hochamt mit Predigt.; Vikar Böddicker 2" Andacht. DrachezFV in allen Farben empfiehlt billigst Carl Draus, Schwerte. Rte aSe. Derchrund. ingang von Neuheiten für die Herbst- und Winter-Saison 1907. 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Gemeinden zu Schwerte feiern, so Gott will, das Missionsfest am nächsten Sonntag, 29. September d. Js. Im Hauptgottesdienste der grösseren Kirche vorm. 9½ Uhr wird Herr Missionssekretär Pastor Olpp von Barmen die FestPredigt halten. Die = Nachversammlung= in welcher Ansprachen und Vorträge der Gesangabteilung des Evang. Arbeiter- und Bürger-Vereins, sowie des Evang. Jungfrauen-Vereins und des Posaunenchors abwechseln, beginnt nachm. 8 Uhr im grossen Saale des Herrn Schulze-Selmig. Alle evang. Gemeindeglieder sind herzlichst eingeladen. Bascte Alchihan der der bctage daer Ashgalice tung für das Dortmunder Wasserwerk in Schwerte in der Steuergemeinde Schwerte zu enteignenden Grundflächen: 0,64 ar des Grundstücks Flur 19 Nr. 15] früher Flur 4 ist auf den 14. Oktober, d. J. vorm. 8% Uhr, im Rathausse zu Schwerte Termin anberaumt, zu dem ich die Beteiligten mit der Verwarnung lade, daß bei ihrem Ausblei ben ohne ihr Zutun die Entschädigung festgestellt und wegen Auszahlung oder Hinterlegung derselben verfügt werden wird. Arnsberg, den 17. September 1907. Der Enteignungs=Kommissar: In Vertretung: Frhr. Quadt, Regierungs=Rat. Garantiert reines 3947 Neuen Aoggen und Weizen kauft zu hohen Preisen L. Weinberg. 8949 Sohatzvoronn für Handel und Gewerbe. Montag, den 30. September, abends 9 Uhr: im Gerstenmehr — ist wiederum billiger geworden bei— T. Weinderg. Baugraucst etwa 250 Quadratruten in bester Lage von Schwerte end füir Berianig T. Pi. Offerten unter L. 3620 befördert die Geschäftsstelle der Schwerter Zeitung. Hotel Ostermann(Brückner). Tagesordnung wird durch Zirkular bekannt gemacht. 3944 Der Vorstand. Beranntmachung. Die Sparkasse der Aemter Barop, Kirchhörde und Wellinghofen zu Barop verzinst vom 1. Oktober ds. 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