Die„Schwerter Zeitung“ erscheint täglich, ausser Feiertags. Hestelgelid medr. Wöchenliche Grais=Belage:„Hluzrierier 10 Pl. Auzesigen von ausväts Nr. 208. Erstes und ältestes Cagesorgan des Kreites. Haupt-Annoncenblatt. Alle Kreis- und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Nr. 62 Amt Schwerte. Telegr.-Adresse: Braus, Schwerte-Ruhr Politische Uebersicht. Deutschland. Die Kaisermanöver ünserer Flotte haben Mittwoch bei Helgoland begonnen, nachdem die Schiffe vor dem Kaiser in Parade gestanden hatten. Das Wetter, so unangenehm es ist, erhöht die Kriegsmäßigkeit bue Miaider der Aer-Cegenge ue seoer Bredow und dem Gebeimen Oberräten Konig und Lnden und vem. Sehenmen OberUeber die Art der Heranziehung von die dauernd land= und Minister des Innern folgende Verfügung an die Redierungspräsidenten erlassen: zag Hauses der Abgeken, dot bei Einführung eine zinden für Grunstücke, Prund v. Bodens i oder Horstwpirtschaftlschen Zwecken runde gelegt wird. Nach den Erklärungen, die bei Zagennee gelegrleitd. Nach ren Erna, der Erörterung des Antrages abgegeben worden sind, liegt diesem die Absicht zugrunde, daß in Gemeinden bei dem Erlasse von Steuerordnungen über die Eryebung einer besonderen Gemeindesteuer vom Grundbesitze nach dem Veranlagungsmaßstabe des gemeinen Wertes in der Regel eine dem§ 8 Avi. 1 Satz- des Kreis= und Provinzialabgabengesetzes vom 23. upri 1906 entsprechende Bestimmung getroffen werden soll, wonach„der Bewertung vom Grundstücken, welche dauernd land= oder forstwirtschaftlichen Zwecken zu dienen bestimmt sind, in der Regel der Reinertrag zugrunde zu legen ist, den die Grundstücke nach ihrer bisherigen wirtschaftlichen Bestimmung bei oronungsmäßiger Bewirtschaftung nachhaltig gewähren". Neuer Vertrag mit der Wörmannlinie. Unter Aufhebung der bisher zwischen dem Reiche und der Wörmannlinie bestehenden Abmachungen sind jetzt zwischen dieser Gesellschaft und Staatssekretär Dernburg als Vertreter des Fiskus neue sen worden, die das Landungswesen in und Swakopmund eingehend regeln. verpflichtet sich darin, für die Dauer der Beförderung sämtlicher in Lüderitzbucht und mund für seine Rechnung ankommenden und abgehenden Personen, Tiere und Güter zwischen Schiff und Land der Wörmannlinie zu übertragen. Beide Verträge endigen mit dem 31. März 1909; eine auf Wunsch der Regierung eintretende Verlängerung für weitere 6 Monate, zu der dieser das Recht zusteht, kann sich nur auf beide Verträge gemeinsam erstrecken. Ueber alle Ansprüche, die sich aus dem Vertragsverhältnis ergeben, soll unter Ausschluß des Rechtsweges ein Schiedsgericht entscheiden. Schutztruppe für Kemernn. An Offiziere und Mannschaften der Schutztruppe von Südwestafrika ist die Anfrage ergangen, ob sie bereit seien, im Bedarfsfalle sich nach Kamerun überführen zu kassen, um dort für den Küstenschutz Verwendung zu finden. Es sollen zwei Kompagnien gebildet werden, von denen die eine Swakopmund, die andere in Lüderitzbucht stationiert bleibt. Der Anlaß zu dieser Anfrage ist nicht durch bestimmte kriegerische Vorfälle in Kamerun gegeben, man will nur fün alle Möglichkeiten gesichert sein, damit, wenn die Kameruner Schutztruppe nach dem Innern vorgehen muß, die Küste nicht völlig vom Militär entblößt wird, und damit sich nicht die Gefahr einer Ausdehnung des Aufstandes hierdurch vergrößerl. Holland. Der vom 26. bis 31. August in Amsterdam abgehaltene interntionale Anarchistenkongreß hat nach bürgerlichen Blättermeldungen beschlossen, nach VorDonnerstag, den 5. September 1907. bild des polnischen Nationalschatzes einen anarchistischen Zentralfonds zu gründen und für denselben re gelmäßige Wochenbeiträge zu erheben. Es wurde bekanntgegeben, daß die anarchistische Bewegung zurzeit 24000 über die ganze Erde verbreitete Ern=el, Ortsgruppen besitzt, deren größte Zahl sich an land, Italien, Spanien und Brasilien verteilt, während Deutschland, Oesterreich und Frankreich erst an 14. Stelle kommt. Dänemark. „Der nächste Krieg". Der diesjährige Besuch Kaiser Wilhelms in Kopenhagen gibt dem dänischen militärischen Schriftsteller Dr. H. J. Hansen Anlaß zu einem Aussatz in der Zeitschrift„Vore Landsiaggnd, Utlandet“, in dem er zum Schluß zu höchst. ren Ausführungen kommt, die in der Uebersetz etwa lauten:„Uebrigens war es wohl das vorletzt wenn nicht überhaupt das letzte Mal, daß der Kaiser einen solchen Besuch in Kopenhagen abstattet, denn ob im nächsten Jahre der politische Himmel Deutschlands ihm eine solche Reise gestatten wird, ist einigermaßen zweifelhaft. Jedenfalls werden wir in ein paar Jahren nicht den Kaiser, wohl aber die deutschen Truppen auf dänischem Boden zu Gesicht bekommen, denn der große Kampf zwischen England und Deutschland steht dicht vor der Tür. Unser fréündschaftliches Verhältnis zu Deutschland kann uns von Deutschland das Anerbieten eintragen,„zum Schutz unserer Neutrali= tät“ gegenüber der gefährlichen Westmacht eine deutsche Garnison nach Kopenhagen zu legen. Wird dann dieses freundliche Anerbieten angenommen, so ist unser Ruin absolut sicher, denn England wird, weil wir uns von seinen Feinden gebrauchen lassen, dies als Verrat ansehen, und seine Wut wird sich noch weit mehr gegen uns als gegen Deutschland richten. Und wie der groge neug auslaufen wird, darüber kann sicher kein Zweifel obwalten. Wird andererseits das Angebot einer deutschen Garni 9 39. Jahrg. zug gegen Casablanca ist nicht beabsichtigt; der neue Pascha von Marrakesch, Hadsch Thami, ein Bruder des mächtigen Kaids won Glaua, wird ein Expeditionskorps mit Artillerie gegen Fes führen; später wird Mulai Hafid folgen. Die gegen Casablanca kämpfenden Stämme sollen zunächst veranlaßt werden, ihre Kräfte nicht zu zersplittern. Hafid zählt in Fes einflußreiche Anhänger; im Süden mehrt sich sein Anhang täglich. Kaid Aissa von Abda hat sich zur Huldigung nach Marrakesch begeben, desgleichen der bisherige Gegner Hafids, der Kaid von Mtuga. Die Stadt Magador wartet noch das Verhalten der übrigen Küstenstädte ab; dagegen wird Kaid Anflus dem Beispiel Aissas folgen; Anflus hat erklärt, für die Sicherheit Magadors solange zu garantieren, als dort keine Truppen gelandet werden. In Fes hat Abdul Asis von den Ulemas ein Vertrauensvotum erhalten. Die Auswanderung aus Tanger ist stärker denn je. Anläßlich der Berufung der Mehalla nach Fes beträgt die Zahl der Ausgewanderten gegen 4000. London, 4. Sept. Daily Telegraph meldet aus Casablanca vom 2. September: Briefe aus Fes behaupten, die Brüder Tasi, der Minister des Auswärtigen Abdulkrim ben Sliman u. der zweite Vertreter des Sultans in Tanger, Ganam, seien ermordet worden. Der Mord wurde begangen durch Anhänger des Kaids Meschnar, Drisch ben Aisch, der Oberstkämmerer oder Einführer der Gesandten am Hofe des Sultans ist. Die Brüder Tasi, deren einer Finanzminister ist, übten eine fast unbeschränkte Herrschaft über den Sultan aus. Es wird ihnen die Schuld an dem Niedervie der große Krieg auslaufen wird, dar #cher rein I., ro ul.t Angebor einer dentschen Curnison abgelchnt, so wird neutschland im Interesse seiner eigenen Sicherheit den Versuch machen, Kopenhagen mit Gewalt zu nehmen. Ist es nun auch sicher, daß unser Landesverteidigungswesen bis zu jenem Zeitpunkt nicht in eine einigermaßen gute Verfassung zu bringen ist, so kann doch wenigstens den schlimmsten Uebelständen etwas abgeholfen werden. Es fragt sich nun, ob die bestehenden Mängel in dem kurzen Zeitraum von knapp zwei Jahren genügend beseitigt werden, denn auf eine längere Frist ist dafür nicht zu rechnen. Nicht nur das Schicksal der Regierung und des Reichstags, sondern auch das der Nation wird allein von dem Zustande unseres Verteidigungswesens abhängen, wenn die Stunde schlägt, in der es sich zu bewähren haben wird.“ Vielleicht gelingt es Herrn Hansen aber doch, den nächsten Krieg noch etwas hinauszuschieben Japan und China. Japan ist Chinas Bruder und schwärmt für seine territoriale Intregität, aber nur dem schlimmen Europa gegenüber. Zu Hause hat der Unterstützte dafür unbedingt Order zu parieren. Sträubt er sich einmal, dann sucht man ihn mit schärferem Zuspruch zu überzeugen. Reuter drahtet aus Tokio: Tokio, 4. Sept. Angesichts der plötzlich zutage getretenen unfreundlichen Haltung Chinas gegen Japan wird in einigen Kreisen die Notwendigkeit hervorgehoben, auf China wegen seiner unverständlichen gegenwärtigen Stellungnahme einen Druck durch Entsendung eines der ersten Staatsmänner als Vertreter Japans in China auszuüben. Es werden für einen solchen Posten Graf Okuma oder Marquis Ito in Vorschlag gebracht, wenn dieser die Angelegenheiten Koreas geordnet hat. Von einer wesentlichen Verschalsung des Konfliktes berichtet schon nachstehendes Telegramm: Nach dem„Newyork Herald“, besetzte Japan den von China beanspruchten Kyantodistrikt, weswegen China Truppen dorthin entsendet. Angebliche japanische Forschungsreisende hißten die japanische Flagge auf der Proteusinsel in der Nähe der Philippinen. Die„Expedition“ dieser„Forschungsreisenden wird sich bald als Reise japanischer Generalstabsoffiziere herausstellen. Marokko. Wir erhalten aus zuverlässiger Quelle folgende Mitteilungen über die Lage im Süden: Ein Kriegsausreichen würde, um sämtliche Schulden Marokkos damit zu begleichen. Ein spanisches Stückchen. Das spanisché Kontingent hat nun endlich einen Lagerplatz bezogen, aber nicht den ihm von General Drude ursprünglich angewiesenen, sondern einen anderen dicht am Meeresufer in einer Plantage. Dort werden die Spanier einerseits durch die unmittelbare Nähe der Kriegsschiffe und anderseits durch die Stadtmauer von Casablanca geschützt. Trotzdem fühlen sie sich recht unbehaglich, wie folgender Vorfall beweist, der von Pariser Blättern mit schlecht verhehltem Grimm und Spott gemeldet wird: In der Nacht zum 31. August sichteten die det wird: In der Nacht zum 31. August sichteten die Scheinwerfer der Kriegsschiffe verdächtige Punkte, und diese Beobachtung wurde zuerst dem Kommandeur der Spanier gemeldet. Darauf entstand im spanischen Laser Meldung die Bemerkung hinzu, es erscheine angezeigt, daß die Spanier sich mit General Drude ins Einvernehmen setzen und ihr Lager weiter westlich anschlügen. Sitzung der Stadtverordneten. Schwerte, den 4. September. Nach längerer Unterbrechung— die letzte Stadtverordnetensitzung fand am 22. Juni statt— trat heute Nachmittag das Kollegium wieder zu einer Beratung zusammen. Der Beginn der Sitzung war auf 5 Uhr festgesetzt— es wurde einhalb 6 Uhr, bis der den Vorsitz führende Stadtverordnetenvorsteher Herr Direktor Terbrüggen die Beratungen in Anwesenheit von elf Stadtverordneten eröffnen konnte. Am Magistratstische waren anwesend die Herren Bürgermeister Rohrmann und Stadtbaumeister Bierbach. Die einzelnen Gegenstände der Tagesordnung wurden glatt und ohne Debatten erledigt, so daß die 13 zur Beratung stehenden Sachen sehr bald— in etwa einer halben Stunde— schon erledigt waren. 1. Zulassung von Feuerversicherungsgesellschaften bei der Sparkasse zu Schweßte. Es handelt sich um die 0 M K M sellschaften in den Kreis der bei der hiesigen zugelassenen Feuerversicherungs=Gesellschaften gusgestrats und des Kuratoriums. 2. Ergänzung der Betriebsoronung zur vie Freiz bauk auf dem Schluchthou)e, Jaz zig, Gebühren in die Zusatz ergänzt, dahingehend, daß die erne dem Erwerbe von Konzessionen. Die vorgeschlagene Nir. wehr, ale verau Ptatzüberschreitung wird zebilDie somit verursachte Stalruretcke######## uild gern 5. Herstellung eines Bürgersteiges vor dem Hause Ostenstraße Nr. 18. Es kommt das Haus des Kaufmanns Ernst Müller in Betracht. Der Magistrat schließt sich dem Antrag der Baukommission an, wonach auf Kosten der Stadt die Anlage eines Bürgersteiges erfolgen soll, wenn Herr Müller als Gegenleistung die in die Fluchtlinie fallende Fläche kostenlos an die Stadt aufläßt. Die Kosten betragen 350 Mark. Die Versammlung stimmt dem Magistratsbeschluß zu, ebento d: 6. Herstellung eines Burgersteiges an vem Hause Hellpothstraße Nr. 10. Hier betrifft die Anlage das Haus des Kaufmanns Felsenthal, die Kosten belaufen sich auf 400 Mark. 7. Bewilligung an Kosten für Einrichtung eines Anbaues an der Gasanstalt. Es ist hierbei die Wascheinrichtung 2c. für die Arbeiter in einem Fachwerkbau vorgesehen. Herr Stadtbaumeister Bierbach erläutert diese Position, die bewilligt wird. Die genehmigten Kostenbetragen 750 Mark. 8. Bewilligung von Kosten für eine Schreibmaschine, die für die städtische Verwaltung beschafft werden soll. Es war hierfür der Betrag von 525 Mk. in Ansatz gebracht worden. Beschlossen wird, die Schreibmaschine zu beschaffen, doch soll die Wahl des geeigneten Systems dem Herrn Bürgermeister überlassen werden. 9. Niederschlagung unbeibringlicher Gemeindesteuer. Es sind aus 1906 555,10 Mk. Gemeindesteuer im Rückstande. Die Niederschlagung soll erfolgen, mit der Maßgabe, daß noch bei einem Restanten die Eintreibung versucht werden soll... gunden 10. Niederschlagung unbeibringlicher Der in Frage kommende Betrag von 8 Mark wird der Riederschlagung von unbeibringlichen Beträgen, welche dem Gas= und Wasserwerk geschuldet werden. Beschlußfassung erfolgt dementsprechenz, 12. Genehmigung des Jahresabschlug und Wasserwerke für 1905. Das Wasserwerk hat einen Reingewinn von 5 723,44 Mk. Auf Anregung des Herrn Vorsitzenden äußern sich Herr Bürgermeister ob Hatgz eine Abschreibuing von 10 Proz. für Werke als angemessen erscheint. Das Gaswerk hat eisenge u.e u. Bu f 46448 M. nen Reingewinn von 25 464#/20 un. Wie der Hi Bürgermeister hierbei ausführt, hat das Gaswerk sehr günstig gearbeitet. So wünschenswert es nun auch sei, diese Summe zur Entlastung der Steuerpflichtigen der Hauptkasse zuzuführen, so kann vier doch nur zumteil geschehen, da beschlossen ist, klein Anlagen und Reparaturen aus dem Reingewinn zu bestreiten. Das Bild des Abschlusses ist recht 13. Mitteilungen. Bei Errichtung neuer Fabrikbetriebe im hiesigen Stadtbezirk soll eine Steuervergünstigung herbeigeführt werden. Dazu ist die Gejedem einzelnen Falle nachzusuchen. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt die Vezetriagtärgrlage Kenntnis. Das Kommunale Elektriz Mark“ hat, wie Herr Bürgermeister Rohrmann weiter ausführt, hierher mitgeteilt, daß sie bis zum. 1. berechne, nach diesem Zeitpunkte abex.„ruper ein geeintreten werde. Demnächst wird hierure.„ druckter Tarif ausgegeben werden, sodaß sich jed hierüber selbst unterrichten jGHloß such eine geße An die Verhandlungen schle#— 5„ eime Sitzung an. Aus Stadt und Umgebung. Schwerte, den 5. September. **(Das Kaisermanöver) zwischen dem 7. und 10. Armeekorps findet vom 9. bis 13. September statt. Das kaiserliche Hoflager befindet sich während der vertage in Schloß Corvey bei Hörter, Das, Armeetier und der Generalstab in Hörter.— korps wird aus der Richtung Münster zwischen dem Teutoburger Walde und dem Gebiete der Lippe anrücken, während das 10. Korps von Hameln aus, zwischen der Weser und dem Lippischen Berglande vorrückt. Die ersten beiden Manövertage werden besonders dem Aufklärungsdienst gewidmet sein, während die letzten drei Manövertage wahrscheinlich die Zuzende Gefechts= und Schluchtrzsich vorgaussächtlich zwi. schen Pyrmont=Schieder und„„ beben Boryonvodegaltigen Oitenteiner Hogpatean, sonders auf dem gewo., Laungen der Bochp abspielen. Die Truppenbew., Morgengranen belichen Manövertagen beim ersten....n 4, uns 12 einnen und an den meisten Tagen zwischen„4 gem Uhr beendet sein. Die Hauptzugangsstraßen Manövergelände dürften die an der Weser auf führenden Landstraßen Hameln, Bodenwerder, Höxter, Holzminden sein, sowie die von diesem nach führenden, ins Lippische und Westfälische führenden Nebenstraßen. An dem Kaisermanöver nehmen insgesamt ca 90—100000 Mann teil. (Haben wir einen kalten Winter zu erwarten?) Die vielerfahrenen und bekanntlich immer zuverlässigen„ältesten Leute“ behaupten nach einem Volksglauben, daß wir einen sehr kalten Winter zu erwarten haben. Die Voraussage stützt sich auf die Tatsache, daß die Nuß= und Haselnußernte in diesem sonders gut ausfällt. Da nun aber wirklich nicht einzusehen ist, was die Nußernte mit dem Wetter zu tun hat, so wollen wir hoffen, daß die klugen Propheten diesmal ordentlich daneben prophezeit haben. (Ueber rücksichtslose Automohilfahrer) wird in der Oeffentlichkeit manche berechtigte Klage geführt, und immer wieder konnte die Presse von bedauerli: chen Fällen dieser Art Kenntnis geben. Aber man sollte hierbei doch nicht vergessen, daß es sich um Vorkommnisse handelt, die jeder verständige Automobilist genau so wie das große Publikum beklagt. Der mit streng beobachteter Vorsicht und in nicht nem Tempo fahrende Autler weiß ja auch, daß nichts der Sache dieses modernen Verkehrsmittels mehr schadet, als Sportübertreibung, und er wird jeden, trotz aller Sorgfalt vorkommenden Unfall zum Anlaß nehmen, jeder Möglichkeit entgegenzuwirken. Das Publikum soll deshalb auch nicht übertreiben, nicht etwa jeden Fall von Autlerrücksichtslosigkeit der Allgemeinheit der Fahrer zuschieben wollen. Schon häufig ist es vorgekommen, daß die„Autlerfeindschaft" besonders der Jugend Veranlassung zu tätlichen Ausschreitungen bot, daß Automobilfahrer ohne allen Grund in jeder Weise belästigt, ja noch verhöhnt und beleidigt worden sind. Selbst das Werfen nach bilen ist vielfach üblich geworden und es ist dadurch schon mancher Schaden verursacht. So ist es denn wohl auch angebracht, daß die Eltern ihre Kinder recht nachdrücklich auf das Unziemliche solcher Handlungsweise aufmerksam machen, sie zu gerechter Anschauung auch hierin erziehen und damit sie und andere vor bösen Folgen bewahren. Auf die oben geschilderten Angriffe auf Automobile ruht nämlich unter Umständen Ge*** Gestern traf Se. Exzellenz der Oberpräsident von Westfalen, Herr Frhr. von der Recke von der Horst in Begleitung unseres neuen Regierungs=Präsidenten, Herrn von Schwerin, von Münster kommend, in Arnsberg ein. Kurz darauf fand die Einführung des Herrn Regierungs=Präsidenten in sein Amt sowie die Vorstellung des Regierungs=Kollegiums statt. Nach kurzem Aufenthalt fuhren beide Herren im Automobil nach Münster zurück. Der Herr Regierungspräsident wird am nächsten Freitag zur Uebernahme der Geschäfte nach Arnsberg zurückkehren. **(Die Gemeinde Annen=Wullen) des Kreises Hörde führt von jetzt ab mit Genehmigung des Kong## Die gestern, r7en6 im Hotel Östermann vom Kaufm. Verein einberufene Versammlung war von den Geschäftsinhabern selb nur schwach besucht. Die Angestellten dagegen waren öffnete die Versammlung und erteilte dem Referenten die Notkeit des 8 Uhr=Ladenschlusses dar und machte ost zu lange beschäftigt seien. Der Deutschn. beovbt, Oehitenrschrften eingereicht, weiche sich bir mit 47292 Untersch. eiche sich f. den 8= oder 9 Uhr=Ladenschruß erklarten. Seit 1. tober 1900 sei nun der 9 Uhr=Ladenschluß zum Gesetz man im Industriegebiet Bedenken, gegen den 8 UhrHerr Rauppach ergriff hierauf nochmals das Wort und 8 Uhr=Ladenschluß seien, so beantrage Ladenschlusses aus sittlichen, sozialen und wirtschaftlichen Gründen für dringend geboten. Bedürfnissen der übrigen Bevölkerung auf das beste demnächst erfolgenden Einholung ihrer Unterschriften einmitig für den 8 Uhr-9a)=pojsx hrte anwesensen Geschäftsinhabern sowie von ca. 25 bis 30 Angestellten seruf woeidhe Zie Hrhahne der Resolution. Leiter der Versammlung gewährte jedoch keine mehr, da sich vorher niemand gemeldet.. dieselbe nunmehr geschlossen sei. Die Resolution sei angenommen.(Unseres Erachtens hätte die Resolution erst zur Diskussion gestellt werden müssen, ehe man sie zur Abstimmung brachte. D. R.) Der Vorsitzende stützte sich bei Annahme der Resolution noch auf die bereits vorhandenen Unterschriften von Ladeninhabern, welche sich für den 8 Uhr=Ladenschluß erklärten. Diese waren jedoch nicht anwesend. Mit der Annahme der Resolution ist selbstverständlich noch nicht der 8 Uhr=Ladenschluß beschlossene Sache. Die Frage dürfte nunmehr für Schwerte wohl vorläufig ruhen. Gegen 11 Uhr schloß Herr Kraemer die Versammlung. **(Volksbücherei.) Die Benutzung unserer Volksbücherei ist im Monat August eine recht erfreuliche gewesen. An 27 Tagen sind insgesamt 505 Bände ausgeliehen; es ist das die höchste bisher erreichte absolute Monatsziffer. Der tägliche Durchschnitt von 18,7 ausgeliehenen Bänden ist bisher nur einmal(im April d. J. 18,8) erreicht. Im ganzen sind seit der Eröffnung unserer Volksbücherei(28. Febr. 1906) an 441 Tagen 7005 Bände verliehen(Tagesdurchschnitt 15,9) Daran ist beteiligt Gruppe A(Romane) mit 76,8 pCt. B(Geschichte) mit 4,1 pCt.(286 Bud.), während auf die übrigen Gruppen zusammen nur 3 pCt. entfallen. Die Zahl der vorhandenen Bände beträgt rund 1750. ** Holzen, 4. Sept.(Wildschweine.) Auf dem Felde des Landwirts Holsiepe hat man seit einiger Zeit Spuren von Wildschweinen bemerkt. Die Bestien haben auch bereits Schaden in den Kartoffeln angerichtet. Gestern sind sie bei der„Arbeit“ gesehen worden. Da Holzen zahlreiche, tüchtige Weidmänner aufweist, so wird man den Schwarzkitteln hoffentlich bald aufs Fell rücken. Westfalen und Rheinland. * Letmathe, 4. Sept.(Ertrunken.) Gestern abend gegen 7 Uhr fiel ein etwa 4 Jaher altes. Kind des Kettenschmieds Jul. Treude in den Theile=Jurr bauerschen Mühlenteich und ertrank. Die Leiche lag vor einem sogen. Schütt. Nur unter Schwierigkeiten gelang es, das Kind aus dem arg geschlämmten Wasser berauszuheben. 9 Aeen * Gelsenkirchen, 4. Sept. Der Renvant Bock von der Städtischen Steuerkasse ist vom Amte suspendiert worden. Er soll der Kasse der früheren Gemeinde Ueckendorf nach und nach 30000 Mark entnommen, sie aber später wieder der Kasse zugeführt haben. * Langendreer, 4. Sept.(Kinder haben ihren Schutzengel.) Das zweijährige Söhnchen des Milchhändlers Tiemann fiel gestern abend aus dem Fenster des dritten Stockwerkes aufzegg#ng Wie die ärztliche Untersuchung ergab, ist.—s Kind bei dem Fall völlig unverletzt geblieben, es war nur aus Schreck ohnmächtig gewesen. * Bochum, 4. Sept.(Drei Bergleute gerettet.) Auf der Zeche Dannenbaum in Schacht,? wurden in der vergangenen Nacht durch zu Ltche gehende Strecke drei Bergleute abgesperrt. Bei den Rettungsarbeiten gelang es, ein Rohr durch den Brzu treiben, wodurch eine Verständigung mit den Verschütteten hergestellt wurde. Heute nachmittag gelang die Rettung der Verschütteten, die sämtlich unverletzt * Münster, 4. Sept. Ueber den Aufenthalt der Kaiserlichen Prinzen in Münster zirkuliert in der Bürgerschaft eine Reihe Anekdoten, die Beweis dafür ablegen, mit welcher Herzlichkeit die drei Prinzen hier in Münster ausgenommen worden sind. Dadurch, daß die Prinzen an verschiedenen Stellen der Stadt„im Quartier lagen“, kamen sie auf ihren Ganz besonders aber, nachdem sie festgestellt hatte, daß als die liebe Jugend entdeckt hatte, daß in den Autoauch für umsangriche Duten wisie behrängenden Kinvor, die die Vr Haufig wurde das Automobil so lagert, daß an ein Vorwärtskommen gar nicht zu denen wvor, nich aber sahren, stet ion witzat, Zeit genug, Aan tmaster„Haltet ihn nur hot, ent recht nicht zu denwar an ein ken. Der Enthustasmus der Jnger kr ig utomohik luals die Prinzen lich einige P izteine Runsfahrt machden und nun mwit bhnem eine wurde der Scherz des ten. Am weisten vowportert Zindern sagte, ger habe Kronprinzen, 91s er du beuns fabe auch kein Geld Meschede, 4. Sept. An einem in iner scharfen lang sausenden Automobit versegerung. Infolgedessen Biegung der Landstraße die Steu.. Da ziesag aber schoß es in das Sperrbecken Binzrnz Miignen Kuglücklicherweise nur noch anrfüh, sich das Automobil bitmeter Wasser enthalt, Heim Wasserspiegel gelangin Schlamwe sost, ebe Wucht, des Anpralls geben zwei te. Jeuonte von der V„ovon der eine etwa zehn abgebrochene Schut geworfen gpurde. Die Von der das Automobil wieder aus dem Spersfestem brgur,## roven,) GHeit brei Tagen wurde der Lehrer ..3 Lum benachbarten Halberbrach verVertendor u.. zeine Leiche aus der Egger geb. Db Salbtmord oder ein Verbrechen vorliegt, de Angrehe une riuche ebe Kon e Veitwoch vo, Bäthugossumhauten Elberfeld war um Antirich eno, un beh von dem Hekzanntlich am Güterbahnhof e Sus bodnbo, ggerzeugen. Biegen auch der Station Schubeztztatten wollte,— bis Krastes Ziel zu Fuß zu erreichen. Ja, wenn die„liebe“ ensdne vn. Eipt zu der Stadurgegensteritz, de Stadtverordneten von Gol, jugeg Mädhen spielle . Boun, 4. Seot Gin funfighe gniglantenlager der Theaterstraße. Plötzlich fielen Kaffeesäcke herao, die das Kind totdruckten. Der gegenwärtige Stand der Genickstarreepide Die Genichturre, de vun preugischen Gebietsteivor. Johres in verschtsetrweize r z dies vorweg festlen herrscht, isr gtüchtio im abzehmen begriffen und dutellen, wehr und vigtr,u serner Zeit gänzlich erlowird bostentich in viog, gidemischen Eharakter verloschen sein bezw. ihren epv. Dezember 1006 bis ren haben. Dy der Ogireugen insgesamt 2 648 Fälle 17. August 1007 find in v.., und 780 Todesfäle und zwar 1650 Erkrantungsfzur, auflichen Meldung Schon aus diesem Zahlenverhältnis geht mit gelangt, Schon aus.—.. I, zrakter der Epidemie Deutlichteit hervor, daß der Oov ichnen fft. In eizkeineswegs als unbedenklich zu bezen, 16 gie Bab Seinen Verichtew Haifte und mehr als die Hälte der der Todesfäl die Batet u.,— buckgung der SeuErkrankungsfäle. Der uhmähetrefienden Zahlenangade läßt sich deutich an, hen Berichtswochen der letzben aus annähernd vtetiog, Die Zahlen der aus der ten vier Monate erkennen. Be, Arnsßerg(wo lesten Berichtswoche vom Bbreo, an die Geuche einen stonnt, ährboden zefunden hatte) gemelbeten Ereünstigen.agrboden bedv,(lehztere in Klammern gePrantungs, und Tov ewpar greise Bochum=Stast und 66) kind 1.(9, und-Dortmund=Land 2(2), HammBochum=Land se 1., 1zrde 1 Witten 1(1). Land 2, Herne 3(1), r..—, Münster zufällig gesehen haben, an einem zu lesen. Er lautet: Sie us willkuemen in Wefaolen, Wilhelmus Rex— wi stoht to die. Wi doht nich puchen un nich prohlen, Wilhelmus Rex— wi blievet trüe! Wien, 3. Sept. Hier wurde der Südbahnbeamte vre dn Poripieglungen der Südbahn 4. ter falschen Vorstiege„ Südbahn 41000 Kroentlockt hatte, die die Sudbahn einer Agramer ma für gelieferte Bahnschwellen schuldete. plizen wurden gleichfalls verhaftet. und Wissenschaft. Pährend von in Wezeiger, Aönigsburge umzufreunde die Aufmerksorutnt den verfaslendert Hatrokis. Soester Patrotischrein u. zersame Heimatztlick der dom. Der Streit um bos wunzut nach kürzlich die GeSoelter, den Votrotischpeity,gie Generaldtrektion der üiter beshzifger istgt. zur 3021 Taler 24 SilVerliner Neustru, vr 90s 1840 v., Münze verkaufte, bergroschen zur Einschmelze un begriehrich Withelm ber von dem bochiy, Zihnstwperz Heute zu 250000 Mit. dem Vierten gerettete..u—.. gaßz eg Zurch einen vertet, mußz wirklich bestsrbten gleihen Eönnte. Lange Gnadenakt des Kaisers in Oocst Schrein auf nur brei bie Siun und bechtusch tatz der Batroktichrein tros alledem aufs neue im Soester Phershngug der Welt gebührt— aber im wiederberogmtan im„Malerischen dem mächtigen Bau, über den man im„##a# „Er zeigt die Kunst des 10. und 11. Jahrhunderts Bruno von Köln ließ im Anfange des 10. Jahrhunderts den Bau beginnen) und besonders der Westseite die höchste Vollendung des Stiles, seine Bogen im Halbkreise schlug u. durch die schwere Gewalt seiner Massen wirkte; die Bogen dieser westllichen Seite sind eines der schönsten Denkmale dieses Geschmacks: wunderbarer Weise befinget, geh nen, in Sankt Patrokli Schutz gestell,g# der Stadt, wo Armbrust und Pfeile noch. wehrhaften alten Zeit Gedächtnis erhalten.“ und Bagdad, 4. Sept. Ein neuer Eilwagenverkehr zwischen Bagdad und Alsopo wurde gestern eröffnet. Die Reise soll in sieben Tagen bewältigt werden, gegen den früheren Karawanenverkehr von 24 Tagen. Wiesbaden, 4. Sept. Professor v. Thiersch überraschte die Wiesbadener Stadtverordneten mit der Mitteilung, daß der Kurhausneubau eine abermalige Etatsüberschreitung von 45000 Mark fordere. Die Gesamtkosten sind jetzt auf über 3 Millionen angeschwollen, während ursprünglich nur eineinehalbe Million vorgesehen war. J.... Ein kerniger Kaisergruß, wohl der einzige seiner Art, war, wie wir erst nach den Festlichkeiten in — Das Eisenbahnunglück bei Berlin eine Verbrechertat. weit Berlin die bereits gexiglhete e Staupberg un Zusterburg kommenden Sizaite Srtesteltung de vozührt, wodurch 5 Reisende und 3 suges Ner. 6 derbetgesu, Auf Zie Ergreiftung der Täbeomte vertedt ur. Helohnung von 200 Mart ansAir einer 15 Meter langen Schiene waren an Fuß nach innen geschoben wurde. Als Me=Zin, Ivsolgebesten entphetite izet Bug, zeine Menschenleben beres ungtuc gesche) zur darauf zurückzuführen, daß zu berlagen sno, Zie einzelnen Wagen sich nicht inbei der Entgteisung bierxn stehen blieben und auf die nend eio oden, Lur, nuch der Cntgzielung ereteiht gen binter ihm wurde ein Raub zumteil verbrannt. „ Wagen nur zumen den iut der vordere vso.. Wagen, darunter sechs Sptchteit hwnd in Bigfegten beiden Wagen blieben ei ve Gleis stehen. Das Verbrechen muß zwischen 11 und 11.30 Uhr nochts ausggfesse, ghne, Schaßen die früheren Züge passierten. Vse.—.—, die Täter Leute rehmen. Es spemt, vopz der betzneg Gahnkhrpers ud die wit, den eirporzuthehen ist der Drung der vertraut sind, Verv.„Regen und Sturm hielten dem Werk der Nächstenliebe nicht ab. An der S osoe der Vetungs, geuerwehr. Ein Bericht der 9 die Streaut schishert den schauerlichen Anblick, wie ev. Flammen aus den umgestürzten Wagen hervorschlugen und die Nacht erleuchteten. Aus den Bagen ftegen vrersende sich 116 Freie retten zu könvev, Den Geistezgegenwart undz umsicht. Die Atwiesen große Geistesg. tleinen Genktentäter konnten, da die Steue im einer um zu verhinung liegt, ungesebhen zu Voerte, urter der Beleuchtung dern, daß der Lokomotirpführer un:, Verschiebung der des Scheinwerfers die Losung uiStele mit Gras. So Schienen bemertte, berseopter,häsching entgleisen muße. ven nach dem Täter meldet das Verl. Tagebl.: ur Srog jich. Zeugen gemelbet, die einen Es boben vog wehrere haben, der die Laschen an den uugen Beounn Der Täter ist anscheinend ein entlasener Bohnarbeiter, der dse zuitzen wir eine bilbliche der Unglücksstätte für die zurückstellen. D Red.) * Politisches Attentat. Venedig, 5. Septbr. Der Russe Naninow verubte onzue Aupgeioe ein, egemartert habe. Daraufhzin wurde die beine beiche au gipen, das lunte Vein zweimal und das rechte einmal infolge von Mißhandlungen gebrochen seden veronen Iun Gzlohzop Oltisch wurden gestern sieben, auf dem Felde arbeitende Personen vom Blitze chogen.. Die Cholera. Petersburg, 4. Sept. Die Cholera nimmt bedeutend zu. Aus Nowgorod wird gemeldet, daß dort 13 neue Fälle aufgetreten sind. Den Petersburger Hausbesitzern wird die strengste Kontrolle zur Pflicht gemacht. Die Hafenunruhen in Antwerpen. Antwerpen, 4. Sept. Die Ausständigen haben. des Hafens ihre Latigk inDas Schiffsunglück bei Neuß. * Neuß, 4. Sept. Ueber das große Schiffsunglück, über das wir schon berichteten, werden noch folgende Einzelheiten gemeldet: Der Schraubendampfer#aIhm folgte der Schraubendampfer Diana gleichfalls mit zwei Schleppkähnen, von denen einer in Düsseldorf vor Anker gehen sollte. Vor der Fähre in Grimmling= hausen wollte die Diana den Stinneschen Schleppzug überholen. Dabei geriet sie mit der Backbordseite des Achterdecks vor den Bugsprit des zweiten Schleppkahns. Der Anker des Kahns hakte sich in die Schiffsverkleidung der Diana ein und der Dampfer kam zum Kentern. Das Schif sank hoft ang, piziag gefindli. unmöglich war, den im Innern des Schies Kr chen Personen Rettung zu bringen. Die Frau des Kapitäns und die Frau des Maschinisten, sowie sechs Kinder fanden ihren Tod in den Wellen. Heute morgen waren in aller Frühe die Taucher mit Bergungsarbeiten beschäftigt. Bis jetzt konnte keine Leiche gefunden werden. Letzte Drathmeldungen. Dr. Peters und Major v. Donat. München, 4. Sept. Da das Gericht gozgr pi nung des Ofizialverfahrens, g%gen Meterg mang“ Donat wegen Beleidigung des Dr. perer gels eines öffentlichen Interesses abgelehnt hat, hat nun Dr. Peters Privatklage und Strafantrag wegen Beleidigung gegen Major von Donat eingeleitet. Die Landesverratsaffaire. Metz, 4. Sept. Die Verhaftung des Feldwebels Klein vom 8. bayerischen Infanterie=Regiment soll wegen Spionage erfolgt sein. Er soll mit dem in Herbesthal im Manöverfelde wegen Verdachts des Landesverrats verhafteten Redakteur Schiwara aus lingen Beziehungen unterhalten haben. Rolfuhrwerke wurden heute verübt. Esz wurde umgestürzt, die darauf st noch nichts bekannt. Im Lutich, Arbeiter eingeges sind 30 englische und 100 ben.„ zzt Befehl erteilt trossen. Angesichts der ernsten“Petroleumresewwoirs worden, die Holzschuppen ug, einen Unterrebung po Bürgermeister mit dem Kommandierenden der Truppen bott=, ur Ferfäguing zu, ztellen.“ wähnten Truppen 3u..„ben 30 Personen verLaufe des gestrigen Toges von, Zahlreische Branssifeee, borunter wehrere perzeichnen. Wie verlautet der Bürgermeister ein Kompromiß vorzuGogen. Marokto. 4 Sept. In Feziüt alles rugerplitterten tioe Sultan wortet bos inzaritz nüich Zahal abzunen und besondere Truppenlandungen Cesoblonct, 4. Sept. Vin 1Ptergsaner in groder Stärte eine fuanzssche Telegramme aus Casablanca bestätigen die #e war mit 2300 Mann in das Lager der—.— Drube war imt Wer Klann in ku2 der Marok Pittmelie, 8—10 Kilometer von Casablanca Morgens verlassen und kehrte um 2 Uhr Nachmittags luste beigebracht hatte, Bei der ruppen wie gewöhnloren die französischen Truppen 8 Mann an Toten und 17 Verwundete, Dre Zagzte Her Papotkaner wird auf Tapferkeit vor. Die Ja, der R#arttian alle Tanger, 4. Sept. Gestern trafen die französischen Offiziere und Unteroffiziere hier ein, welche bestimmt sind, das, gemäß der Akte von Algeciras vorgesehene Polizeikorps zu befehligen.. Standesamt Hennen. Im Monat August wurden beurkundet: Geburten. 1 Sohn: Tagelöhner Josef Wielowieyski zu Refflingsen. Kettenschmied Friedrich Westhoff zu Hennen. Schuhmacher Dietrich Wilhelm Jansen zu Drüpplingsen. Schuhmacher Jakob Stenzhorn zu Villigst. Schneider Karl Heinrich Netz zu Hennen. 1 Tochter: Tagelöhner Heinrich Borgschulte zu Aufgebote: Bahnarbeiter August Werth zu Ardey und gewerblose Ada Brackelmann zu Drüpplingsen. Landwirt Heinrich Schulte=Kump zu Altendexne=Niederbecker und gewerblose Elfriede Luise Hermm Angelkorte geb. Sterfeg z Rheinen, 62 Jahre 1 Mon. Werkmeister#### sting zu Kalthoff 47 Jahre 11 Mon.— 6. Sept.: Wolkig mit Sonnenschein, windig, kühler, vräuderich Gaunds— Verantwortl. Redakteur: Johannes Für den Inseraten= und Reklameteil verantwortlich: Für den Jv, Zac. Christ, Schwerte. Druck und Verlag von Carl Braus, Schwerte. erua 18 Zwangsversteigerung. Am Freitag, den 6. September cr., vormittags 11 Uhr, werde ich in der Schwerterheide bei der Besitzung des Herrn Peter Demgen eine Partie W Kartoffelfrucht meistbietend gegen Barzahlung versteigern. Schwerte, 4. September 1907. Mohnke, Ger.=Vollz. kr. Auftr. Zwangsversteigerung. Am Freitag, den 6. September cr., vorm. 10½ Uhr werde ich in Lamberg eine Partie B Kartoffelfrucht öffentlich gegen Barzahlung vesteigern. Versammlung der Kauflustigen bei der Schule in Eichholz. Schwerte, 4. Sept. 1907. Mohnke, 2000 Ger.=Vollz. kr. Austr. Zwangsversteigerung. Am Freitra, den 6. September, vorm. 10 Uhr werde ich in Schwerte eine Partie Kartoffelfrucht öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigern. Versammlug der Kauflustigen bei der Wirtschaft SchulzeSelmig. B Schwerte, 4. Sept. 1907. Mohnke, kr. Auftr. Bekanntmachung. Des Königs Majestät haben mittels Allerhöchsten Erlasses vom 12. August d. Is. zu genehmigen geruht, daß der Name der im Kreise Hörde belegenen Gemeinde Annen=Wullen in„Annen“ umgeändert wird. W3593 Volstehendes wird hie durch zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Anner, den 3 September 1907. Der Amtmann: Drees. Donnerstag Freitag, Samstag gebe ich auf Fleisch= u. Wurstwaren doppelte eigene Rabattmarken A. Peiter Hagenerstraße 1. 3 Ambos und Blasebalg zu kaufen gesucht. W3561 Näheres in der Geschäftsstelle der„Schwerter Zeitung.“ Sewerbe. Akademie Friedberg 1„ für Ingenleure Polytechnisches Instirut und Archug#see Spezialkurse für maschlnenben der Berg- und##g ∆ lndseirte Abeoivenden s##### senesulen duden Aüte Eine schöne Wohnung von 2 Zimmern per 1. November zu mieten gesucht. Offerten unte: E. H. 3580 an die Geschäftsstelle der Schwer: ter Zeit ng. Eine Wohnung von 5 Zimmern ganz oder geteilt zum 1. November zu vermieten. H3586 Näheres in der Geschäftsstelle der Schwerter Zeitung. Eine 28% g 9 von 3 Zimmern, Stauung und Gartenland um 1. November von einer kinderlosen Familie zu mieten gesucht. W Offeiten unter L. 3587 an die Geschäftsstelle der„Schwerter Zeitung erbeten. Wohnung von 3 Räumen zum 1. Oktober Naheres in der Geschäftsstelle der„Schwert.r Zeitung" Eine 95 schöne Wohnung von 3 Zimmern an ruhige Fau ilie zum 1. Oktober zu vermieten. H. Möller, Senningsweg 16 3584 Ein älteres, properes Tirastmärchen mit guten Empfehlungen bei gutem Lohn gesucht. Frau Ziems, — Bahnhofstraße 12.— Mädchen gesucht. Erst-, Zweit=, Dritt= und LandMädchen. Lohn 60 bis 120 Taler. Frau Heinr. Dei dicker,# Gesindeve. mieterin, Westenort 1. Wer Stellung sucht verlange## die„Deutsche Vakanzen“ pot“, Chlinger. Bekanntmachung Unter dem Schweinekestande des Fabrikarbeiters Friet rich Pelzing in Westhofen ist die Rotlaufseuche festgestellt Westhofen, den 2. September 1907. Die Polizei=Verwaltung: I. V. Beigeordneter: Gue. " Schützenhof Schwerte Inh.: H. Geiger. Sonntag. den 8. September, abends 6 Uhr: Konzert— der Ruhrtaler Sänger-Vereinigung Schwerte. - Programm: 1. Der Jäger Abschied....... Mendelsohn 2. Aus der Jugendzeit(Volkslied) Radeke 3. Altes Ständchen(Solo-Quartett) I. Klassenpreis Hagen Hirsch 4. Ach bleib bei mir(d. R S.-V. Schwerte gewidmet)....,: Bolnes 5. An einem Bächlein(Solo-Quartetc) I. Ehrenpreis, Hagen...... W 6. Untreue(Volkslied) Silcher 7. Landsknechtsständchen von Orlandus Lassusarr Hirsch 8. Vorsatz(S.-O) I. Hauptehrenpr. Hagen Haselhoff 9. Ritters Abschied(Volksled) Kirchel 10. Ein Stündlein wohl vor Tag(S. Quart. Steinhauer 11. Porta Westfalica(Auf Wunsch) Haselhoff 12 Die drei Röselein(Volksjeg), Sicher. 5 0 # 8 0 □ 8 Achtung! Halt barkeit der mit Reeses Salieyl eingemachten Früchte ist allgemein erprobt. Rezept auf jeder Tüte. Zu kaufen, wo Reeses 5 Pfg.-Backpulver, Spar-Puddingpulver, Vanillinzucker geführt wird. 63424 Man sammle Prämienscheine. Reese G. m. b H., Hameln. Ohne Gefahr für Wäsche und Person, wenn Lösung gerührt und genau nach Gebrauchsanweisung verwendet. Auf Grund amtlicher Marktberichte zusammengestellt und nach bearbeitet von der Centralstelle für Viehverwertung der Preußischen Landwirtsch Berlin W., Köthenerstraße 28°29. 8 Pretschuts. sss esss Wegen der gestrigen ungünstigen Witterung findet morgen, Freitag, den 6. September nachmittags 4 Uhr nochmals grosses = Kindertest= unter Leitung von Onkel Max statt. — Einmachfrüchte— schützt sicher vor dem Verderben mein Süricht Krat„ 9 Auftrieb: Tendenz: Rinder Kälber Schafe Schweine Rinder Kälber Schafe Schweine per Pfd. 65 Pfg. empfiehlt Waldmann. 20 bis 25 Zentner— Wiesenhen zu verkaufen. 63588 Zu erfragen in der Geschäftsse der Schwerter Zeitung. Beitränten blend. schön. Teint, weiße, sammtet weich. Haut ein zait. rein. Gesicht u. rosiges, jugendfrisch. Aussehen erhält man b. tägl. Gebr. d. echten StekenpferdMieunnläch=heise von Bergmann& Co., Radebenl mit Schutzmarke: Steckenpferd. Nur 50 Pfg. 9734 in der Adler=Apotheke. Ochsen. a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes b) junge fleischige, nicht ausgemäst. u. ält. ausgemäst. o) mäßig genährte junge und gut genährte ältere d) gering genährte jeden Alters Bullen. a) vollfleischige, ausgemästete bis zu 5 Jahren o) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere d) gering genährte Färsen und Kühe. ) vollsleisch, ausemäst. Färsen Böchst, Sechiasctp. d) vollfleisch., ausgemäst. Kühe, höchst..9—. c) ältere ausgemgästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen d) mäßig genährte Kühe und Färsen...... e) gering genährte Kühe und Färsen...... Kälber. b) feinste Mast=(Vollmilchmast) u. beste Sangkälber o) mittlere Mastkälber und gute Saugkälber 4) geringere Saugkälber....„. e) alteres gering genährten Jungvieh(Fresser) Schale a) Mastlämmer und jüngere Masthammel.... b) ältere Masthammel c) mäßig genährte Hammel und Schafe(Märzschafe). d) Holsteiner Niederungsschafe und Lämmer.. Schweine. a) vollfleischige der Rassen u. Kreuzungen bis zu 1. 3 d) Käser fleischige 5......... c) gering entwillelte d) Sauen Alle anderen Einmachartikel bekannt gut und preiswürdig bei Ernst Klein, Hüsingstr. 15. Weintrauben gul. 1e Nuer 0 Körbehen„ 24„ Kisten„ 22„ 20„ „„ Delikatesshaus Tähfe. Anhüändiges ASSt äherei in der Geschäftstellder„Schwerter Zeitung. 863602 brauner Wallach, 12 zu verkaufen. Holtschmidt, Ergste. Vor einigigen Tagen ist mir ein = S c h i r m= mit Metallstock stehen geblieben. Man dittet denselben in der Expedition dieses Blattes abzr geben, oder Adresse hinterlassen. Ein properes, tüchtiges Tleustmarchtn auf sofort oder später gesucht. v. Brauckmann, 3558 Hüsingstr. 17—19. Scr (Malke Deulschland) aut erhalten wggeg., Pipt- gp, 0g Militär zu verlaufen Näheres in der Geschäftsstelle der„Schwerter Zeitung.“ Die„Schwerter Zeitung“ erscheint täglich, ausser Feiertags. Bezugspreis: Mk. 1.6s vierteljährlich, bei der Post 42 Pf. für Bestellgeld mehr. Wöchentliche Gratis-Beilage:„Illustrierter Familientreund“. o 0 0 O 0 O 0 O C O O 0 0 Anzeigenpreis: Die sechsgespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 Pf., Anzeigen von auswärts 13 Pf., Reklamezeile 40 Pf. Erstes und ältestes Cagesorgan des Kreises. Haupt-Annoncenblatt. Alle Kreis- und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäss Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung“ rechtsverbinckliche Kraft. o 0 O O O O O OSO O 0 0 0 Druck u. Verlag von Carl Braus, Schwerte. Fernsprech-Anschluss Nr. 62 Amt Schwerte. Telegr.-Adresse: Braus, Schwerte-Ruhr Nr. 208. Donnerstag, den 5. September 1907 39. Jahrg. Wie kann Helgoland erhalten bleiben? Vor etwa zwei Menschenaltern schrieb Theodor Kobbe in seinen„Briefen über Helgoland“: „Daß der Seeluft, dem Seebad andere Kräfte innewohnen, als der Luft des festen Landes, den Bädern im süßen Wasser, das wußten schon die Alten, und die Neuen sind eben daran, den Kreis ihrer Erfahrungen hierüber bedeutend zu erweitern. Jene Kräfte müssen umso entschiedener hervortreten, je reiner und unverfälschter sie sind. An der Küste sind die Kräfte gemischt und geteilt. Mutter Erde und Gott Neptun liegen im Kampfe. Nicht alle Winde bringen dort Seeluft, und wer weiß, welchen Einfluß die süßen Wasser der Küste und der Landwolken auf die Salzfluten ausüben. Wie ungetrübt ist dies alles auf Helgoland! Der Wind mag kommen von wannen er will, er führt Seeluft herbei; eine weite Fläche trennt das Eiland von der nächsten Küste, die das Auge nicht mehr erreichen kann. Der Felsen selbst erzeugt keine vom Erdkörper herrührenden Kräfte; ein Schiff mit Hochbord liegt er mitten im Meere, auf den der Wechsel des irdischen Dunststreifens nicht herüber drängt. Er bewahrt hier die ihm eigentümliche Gleichmäßigkeit in Luftwärme und Feuchtigkeit viel beharrlicher. Sodann, welchen Reiz bietet Helgoland einem für Naturschönheiten offenen Gemüte! Statt der einförmigen Dünenküste erhebt sich der bunte Sandstein mit der grünen Decke schroff aus der See, und drüben schimmert die Düne herüber, eines dem andern zur Zierde und jedes in anderer Beleuchtung immer wieder anders; dazu das Kommen und Gehen der Schiffe die Helgoländer Lotsen und ihr lustig Gewerbe. Ein andere Welt ist dem Bewohner des Festlandes aufgeschlossen, tausendfältig wird das Gemüt angeregt. Jeder Sonnenaufgang im Meere ist eine neue Schöpfung, jeder Sonnenuntergang schließt dort ein ganzes Leben voll erhabener und erhebender Gefühle ein, und davon soll der Leib unberührt bleiben?" Eine eigenartige Hundertjahrerinnerung läßt uns gerade in diesen Tagen daran denken, daß Helgoland im August=September 11807 dauernd von den Engländern besetzt worden ist; der 10. August 1890 aber ist der Gedenkstein dafür, däß deutsches Land wiederum deutsch geworden ist: somit kann das Leuchtfeuer auf Helgoland nicht noch einmal wie 1870 dem Landesfeinde den Weg zur Elbmündung weisen. Und deutscher Besitz wird allezeit in deutschen Händen bleiben; die Frage, wie Helgoland erhalten werden kann, kann sich also natur= und vernunftgemäß nicht auf die Erhaltung des Besitzstandes, sondern muß sich auf die Erhaltung der Insel Helgoland selbst beziehen. Die am meisten bedrohten Stellen an der Westseite der Insel, wo dieselbe am zenklüftetsten ist, versuchte die deutsche Regierung durch Aufführung von sogen. Schutzmauern aus schwedischem Granit zu sichern. Der Zweck, den diese Mauern zu erfüllen haben, liegt darin, daß sie das Meer davon abhalten sollen, an die herabgestürzten Steinmassen zu kommen, sie aufzulösen und wegzuspülen. Die abgestürzten Massen sollen vielmehr hinter der Mauer liegen bleiben, sodaß sich allmählich ein Böschungswinkel bildet, der ein Abstürzen der Felsmassen unmöglich macht. Daß dieses Ziel wirklich erreicht werden kann, hat die Erfahrung bewiesen. Denn vor etwa eineinhalb Jahren stürzte aus einer Höhe von 50 Meter etwa 20000 Kubikmeter Gestein gegen die eine Hauptmauer. Die Mauer hielt diesen Anprall, ohne beschädigt zu werden, aus, und die abgestürzten Massen liegen, ohne daß das Meer zu ihnen gelangen kann, hinter der Mauer. Denselben Zweck wie diese Mauerarbeiten an der Westseite der Insel haben die Buhnenbauten auf der Düne. Der Schutz dieser Sandinsel, welche dem eigentlichen Helgoland, 1800 Meter nach Osten vorgelagert ist, ist für des materielle Wohl der Einwohner von der größten Wichtigkeit. Denn da der Strand bei der Insel selbst felsig und mit Geröll bedeckt ist, so würde Helgoland als Badeort keine Bedeutung zukommen, wenn es nicht auf der ihm vorgelagerten Sandinsel, schlechthin„Düne“ genannt, einen Strand hätte, der allen Anforderungen als Badestrand genügt. Da nun auch der deutsche Staat auf die Erhaltung dieser Helgoland vorgelagerten Sandinsel den größten Wert legt, weil dieselbe den auf der Außenreede ankernden Kriegsschiffen bei den verschiedensten Windrichtungen Schutz gewährt, so sind zum Schutze der Düne vom Staate Buhnenbauten in großem Stile angelegt, welche den Anprall der Wogen brechen und durch allmähiche Versandung eine Vergrößerung der Insel herbeiführen sollen. Auch auf den geologischen Bau der Insel ist eingegangen worden; die physikalischen und chemischen Eigenschaften des roten Gesteins erfahren eine eingehende Untersuchung, sodaß man den Ursachen und dem Gang des Verfalls der roten Klippe zu Leibe rücken kann. Und wie es stets der Uebertreibung gelingt, sich bei der urteilslosen Masse durch schroffe Behauptung williges Gehör zu verschaffen, so hat sich die Fabel von einem baldigen Zerfall des Halems, d. h. der Geest= und Badedüne, sowie des Ober= und Unterlandes der Hauptinsel weiter verbreitet, als man annehmen sollte. Hier räumt Major Brohm in der Broschüre gründlich auf u. beweist als ein berufener Fachmann, der selbst das stürzende Gestein aufgehalten und das Eiland mit hat festigen helfen, daß bei baldiger Weiterfestigung noch auf Jahrtausende hinaus der Bestand der für uns Deutsche so bedeutsamen Insel gesichert bleiben wird. Ergebnisse der Als weitere Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 werden in dem dritten Vierteljahrsheft zur„Statistik des Deutschen Reiches“ 1907 Nachweise über die Staatsangehörigkeit der Bevölkerung des Deutschen Reiches veröffentlicht. Hiernach waren von den 60 641 278 ortsanwesenden Personen 59610 462 Reichsangehörige, 1028 560(19,96 v. T.) Reichsausländer, und zwar 599320 männliche und 429 240 weibliche sowie 2256 Personen, deren Staatsangehörigkeit nicht ermittelt ist. Der Anteil der Ausländer an der gesamten Bevölkerung ist seit dem Jahr 1900 von 13,81 v. T. auf 19,96 v. T. gestiegen, also durchschnittlich jährlich um 4,2 v. H., gegen 8,2 v. H. im Zeitraum 1895 bis 1900. Das größte Kontingent der Fremden stellt Oesterreich=Ungarn, denn 51,12 v. H. aller Reichsausländer, also mehr als die Hälfte stammen aus diesem Nachbarreiche. Erst im weiten Abstand folgen Rußland mit 10,37 w. H., die Niederlande mit 9,82 v. H., Italien mit 9,54 v. H. und die Schweiz mit 6,12 v. H. Diese fünf Amtucher Rreiscialt September. Rot färbt sich der wilde Wein— König Herbst, im Purpurschein Zieh jetzt ein. Edle Frucht im Sonnenstrahl Reift auf Bergen und im Tal Uns zum Mahl. Ihn, der Leib und Seele speist, Der uns gibt von seinem Geist, Liebt und preist! Der verlorene Roman von Elsbeth Borchart. 97. „Vater, ich kann nicht bleiben— halte mich nicht — oder— ich müßte zu dem werden, wofür du mich einst gehalten hast: zum—— Verbrecher.“ „Georg, um Himmelswillen, was sprichst du da?“ Georg preßte die Hände ineinander vor Qual; seine blutleeren Lippen bebten: „Vater—— ich—— liebe—— Inge—— meine Schwester.“ „Ah.“ Wie betäubt sank Helmbrecht hintenüber in seinen Stuhl. Ein schweres Stöhnen kam aus seiner Brust: „Darum—— darum also—— um—— deinetwillen hat sie gelitten.“ „Um meinetwillen?“ stieß Georg entsetzt hervor. „Ja—— um deinetwillen.“ Er richtete sich jäh auf, ergriff beide Hände Georgs und preßte sie, daß es ihn schmerzte. „Georg—— es war umsonst—.— Inge ist nicht — deine Schwester.“ „Vater!——“ Ein unartikulierter Aufschrei entfloh seinen Lippen und ein angstvoller Blick streifte den Vater. Dieser aber schüttelte den Kopf. „Zweifle nicht an meinem Verstande—— laß dir erklären: Als ich um Inges Mutter warb, war sie eine junge Witwe und hatte ein zweijähriges Töchterchen—— Inge. Ihr Gatte war ein Jahr vorher gestorben. Ich liebte das Kind wie mein eigenes und vergaß bald, daß sie es nicht war. Sie trug meinen Namen,fast wider meinen Willen und ohne gesetzliche Adoption— es schien uns allen so selbstverständlich. Mit den Jahren vergaß man wohl, daß sie je einen anderen getragen hatte und es blieb bei Inge Helmbrecht. Darum konntest du auf den Irrtum kommen, sie sei deine Schwester. Georg—— eine Frage an mich hätte dich aufgeklärt.“ „O Vater, wie hätte ich diese Frage je stellen können, ohne mich zu verraten, und ich zweifelte auch nie, daß sie dein Kind sei. Jetzt krifft es mich mit niederschmetternder Gewalt— ich glaubte eine alte Schuld zu fühnen und ich wußte nicht, daß ich damit eine neue, schwere auf mich lud.—— Ich muß mich anklagen, der Urheber von eurem—— von Inges Leid zu sein, und dafür—— gibt es keine Sühne.“ Ein Bild der Verzweiflung stand vor dem Vater. Erschüttert legte ihm Helmbrecht die Hand auf die Schulter. „Georg—.— es gibt eine Sühne, eine Sühne—— die dir nicht schwer fallen wird. Geh zu Inge—— mache sie vergessen, was sie gelitten hat. Und wenn du dieses goldige Herz erobert hast, dann sorge, daß es wieder vor Glück lachen kann. Hast du dieses Ziel erreicht, dann bist du jeglicher Schuld ledig.“ In Georgs Augen sprühte es auf. Er preßte des Vaters Hand an seine Lippen. „Dank—— Dank für diese Worte, Vater, aber glaubst du, daß sie, nach dem, was vorgefallen ist——“ „Frage mich nicht, sondern einzig sie,“ fiel Helmbrecht ein.„Ihre Antwort muß dir genügen. Erwarte vorläufig nicht zu viel; ihr Herz ist noch zerrissen und verwundet. Laß ihr Zeit, sich in ihr neues Glück zu finden. Morgen wollte sie mit ihrer Mutter nach Misdroy abreisen, während ich noch hier bleiben und deine Rückkehr, das heißt Mr. Williams Rückkehr, erwarten wollte. Nun, da du hier bist, könnte ich getrost mitreisen—— aber—— ich—— schilt den alten Mann töricht—— ich mag mich keine Stunde mehr von meinem Sohn trennen.“ „Vater!“ „Verbirg dich vorläufig noch in meinem Zimmer, Georg—— laß niemand deine Rückkehr ahnen—— oder weiß schon jemand darum?“ „Nein, außer dem Stationsvorsteher niemand— ich wählte den Weg durch den Garten an den Kirschbäumen vorbei.“ „Suche Inge dort zuerst auf. Der Weg zu den Kirschbäumen—— das ist ihr täglicher Spaziergang nach Tisch.—— Alles weitere überlasse ich dir.—— Und nun—— es ist nur noch eine kürze halbe Stunde bis dahin—— laß uns diese verplaudern.— Du hast mir noch nichts von dir und deinen Erlebnissen während der langen, langen Jahre erzählt. Du darfst mir nichts verschweigen—— jede Stunde aus deinem Leben, die du fern von mir warst, möchte ich kennen. Begreifst du das?“ „Ich begreife es, Vater, und ich werde dir alles erzählen. Wenn es heute zusammenhanglos und verworren klingen sollte, so vergib,— ein Sturm wogt in meiner Brust——“ Und Georg erzählte und beantwortete alle Fragen so gut, wie es ihm seine Stimmung erlaubte. Plötzlich fuhr ein Wagen vor. „Sie sind es,“ sagte Helmbrecht, sich erhebend.„Ich warte es gar nicht ab, bis man mich zu Tisch ruft, sondern gehe sogleich hinüber. Bleibe noch eine Weile hier im Zimmer und zeige dich nicht vorzeitig. Sonst geht das trotzige Kind nicht in die Kieschena3= und du triffst es nicht“ Staaten liefern zusammen sieben Achtel der gesamten Zahl der Reichsausländer Im letzten Jahrfünft wiesen von allen Ausländern die Russen verhältnismäßig die stärkste Zunahme auf. Ihre Zahl ist von 46 971 auf 106 639, also um 59 668 oder 127 v. H. gewachsen. Erheblich war auch die Zunahme der Angehörigen Oesterreich=Ungarns, deren Zahl von 390914 auf 525 821, d. h. um 134 907 oder 34,5 v. H. wuchs, sowie die Zunahme der Italiener, deren Zahl sich von 69 760 auf 98 165, d. h. um 28 405 oder 41 v. H. erhöhte. Von den Staaten und Landesteilen haben im Verhältnis zu ihrer Einwohnerzahl die meisten Ausländer: Elsaß=Lothringen 79431 oder 43,77 v. T., Königreich Sachsen 161 534 oder 35,84 v. T., Bremen 8772(33,30 vT.), Hamburg 22 855 (26,12 v. T.). Berlin 48879(23,98 v. T.), Rheinland 151 557(23,55 vT.), Baden 41,428(20,60 vT.), Schleswig=Holstein 30 863(20,52 vT.) und Bayern rechts des Rheins 113 602(20 15 vT.) Dies und das. ersicherung der waltung in Herborn beschloß, Haftpflichtver#####i Lehrer. Die Stadtverltung in Herborn beschloß, sämtliche Lehrer wegen der bekannten Weiterungen, die ihnen aus der Haftpflicht entstehen können, auf Kosten der Stadt in die Haftpflichtversicherung aufnehmen zu lassen. London, 3. Sept. Der harpunierte Walfisch, der vor einigen Tagen den norwegischen Dampfer(Walfischfänger)„Dimon“ durch einen Schlag seines Schwanzes so leck gemacht hatte, daß das Schiff sank, ist nun südlich von Faros von einem Grimsby=Dampfer tot aufgefunden und nach Grimsby geschleppt worden. Der Walfisch ist über 100 Fuß lang, und wird sein Gewicht auf 2000 Zentner geschätzt. Der Generalsekretär der Church Army in London, einer Organisation, die analog der Heilsarmee sich mit praktischer Sozialreform und Wohltätigkeitspflege befaßt, hatte sich vor einiger Zeit an Kaiser Wilhelm mit einer Immediateingabe des Inhalts gewandt, den wegen des bekannten Köpenicker Kassenraubes zu vier Jahren Gefängnis verurteilten Schuhmacher Voigt zu begnadigen. Der Justizminister hat nunmehr dem Petenten mitteilen lassen, daß er keinen Anlaß finde, die Haftentlassung Voigts zu verfügen bezw. seine Begnadigung beim Kaiser zu befürworten. Der Kronfiskus beabsichtigt, die Herrschaft Grimberg, die zum Familienfideikommiß des Grafen Droste zu Vischering von Nesselrode=Reichenstein gehört, das sich aus zahlreichen Gütern in Westfalen und der Rheinprovinz zusammensetzt, käuflich zu erwerben. Die ausgedehnten Waldungen, die zu Grimberg gehören und die einen reichen Wildbestand ausweisen, lassen vermuten, daß hier ein neues Hofjagdrevier geschaffen werden soll... 1." P.in4en#lt Nach der„Statistik des Deutschen Reiches" betrug im Spezialhandel mit Großbritannien und Irland der Wert der Einfuhr im Jahre 1906 überhaupt 956,2 Mill. Mk.(1905 784,3 Mill. Mk.), ohne Edelmetalle 824,4 Mill. Mk.(1905: 718,4 Mill. Mk.); Ausfuhr: überhaupt 1 103,5 Mill. Mk.(1905: 1 057,8 Mill. Mk.), ohne Edelmetalle 1 067,2 Mill. Mk.(1905: 1 042,4 Mill. Mk.). Die Die Kaisermanöver, die vom 9. bis 11. September dauern sollen, und zu deren Beobachtung wir unseren Lesern heute eine neue ausführliche Uebersichtskarte bringen, werfen ihre Schatten bereits voraus. Die Kaiserparaden finden nach Ende dieses Monats statt und die Verstärkungen, welche dem 7. ArmeeCorps und dem 10. Armee-Corps von Teilen des 4, 11. und 2. Corps beigegeben worden sind, stehen bereits mit den Stammtruppen in Parade. Ein Vorteil ist bei den diesjährigen Kaisermanövern für die beiderseitigen Heerführer nicht zu verkennen, denn die Paraden sind diesmal so lange vor den Beginn der eigentlichen Manöver gelegt, daß für den Abmarsch der Gegner genügend Zeit und Raum bleibt, und die Verhältnisse dadurch von vornherein einen etwas mehr kriegerischen Anstrich gewinnen. Im übrigen herrscht diesmal hinsichtlich der Angaben über den Verlauf des Manövers und über die Gegend, in welcher diese Manöver stattfinden, ein so absolutes Stillschweigen, daß es schwer hält, auch an der Hand flüchtiger Angaben, die hier und da einmal gefallen sind, Genaueres über den Zusammenstoß der Truppen vorher zu sagen. Soviel steht fest, daß jedenfalls in Gegend von Corvey und Riemslet 835 Riemsiey 2.8 11½, Mgthor: Sperenhot och #.#Selleng #-Aen Logcberh Verl. Bornholfe Neu Kaunit2 eNevenkirchen Rietbegg s·ASpecpieih S9%% r #4 Er#cn aPncgen den 8cnMarpe.#neersen Bodeg spoek Blamgers Lute! 8 Geswoeg,. Geheuge böschegag e“faltenh nh Vsrnkteing. Born„#)#Schwalsnbers„0 PAOE NedhsbF Spstenbers ebrder Aegong Vapenforde Nieheim MWorden as brsfeghg-## Shhe. SPRSPC URSRA Gahaue5 teg Der HöxterG% 8).32 ge PribD,A eserge. 905 4— Rauerborg#, „2„ Origsenbers Gtelm H 68 Cgrc#4% Kr Börsholz Atfein ue Sèren Wünnenburs 25 6% ##htenat s Schlelgendzis(Gorsep)heich Vardebe rrche frendelber een, cbesfede# 800 %S- P l i-Haäöcb. 1 ##Mabfed e ### Adorts —n e WALDECK Holkmäsen Viershagen Ndertüßhen,(S hrolseh enden beismer Predenst Immerthauser# . Moachehoß ernberk 1Dernber 8## KASSEI der Gegend von Coxpey, Horter sich der erste Lel bes und die mitäkrschen Abgeordeten des Auslandes die ersen Quartiere errichtet worden sind.(Wir bitten unsere Leser, die Karte für den Gebrauch bei unseren demnächstigen ManöQuartiere errichtet worden sind.(Wir bitten unse verberichten ausschneiden und aufvewahren zu wollen. Die died.) Kleine Chronik. — Stettin, 3. Sept. Bei einer nächtlichen Zusammenrottung wurde der Schutzmann Jurgkat von einer Rotte von 20 jungen Leuten tätlich angeriffen und seines Säbels und Helmes beraubt. Der Schutzmann machte darauf von seinem Revolver Gebrauch und erschoß den Arbeiter Gustav Pegel. Der Arbeiter Freitag wurde durch einen zweiten Schuß leicht verletzt. — Paris, 3. Sept. Zwei Straßenbahnwagen des öffentlichen Bahnnetzes sind gestern in Bondy zusammengestoßen, wobei 30 Personen teils schwer, teils leichter verletzt wurden. — Mailand, 3. Sept. Der aus Amerika zurückgekehrte Priester Don Longo wurde gestern in Turin unter dem Verdachte, eine Anzahl. Mäschen im Erzie. treffe sie überall, Vater, ich werde sie suchen, bis ich sie gefunden habe. Mag sie sich in dem tiefsten Winkel vor mir verbergen—— ich lasse sie nicht.“ „Recht so, mein Sohs, Gott schütze dich bei deinem Vorhaben. Siebzehntes Kapitel. „Williams ist unerwartet zurückgekehrt,“ sagte Helmbrecht bei Tisch zu Frau und Tochter. Inge fuhr erschreckt auf, Frau Helmbrecht fragte erstaunt, warum er seine Ankunft nicht mitgeteilt habe, sondern so überraschend gekommen sei. „Das hat eine eigene Bewandtnis, liebe Elisabeth,“ antwortete er, während es eigentümlich in seinem Gesicht zuckte.„Er hat seine Ankunft nicht genau vorausbestimmen können, deshalb kam er ohne Anmeldung und—— er weiß—— er kommt jederzeit willkommen. Du glaubst nicht, wie ich mich freue, ihn wieder zu haben.“ „Ich kann es mir denken, Karl,“ erwiderte sie mit einem leichten Aufatmen. Die HHoffnung, daß der Trübsinn wieder von ihrem Gatten weichen würde, stahl sich in ihr Herz.„Wirst du uns nun morgen nach Misdroy begleiten, nun du Williams hier zu deiner Vertretung hast?“ „Nein—— morgen noch nicht—— aber ich folge euch bald.“ „Warum willst du noch bleiben?“ Helmbrecht zögerte etwas und warf einen Blick auf die teilnahmslos dasitzende Inge. „Weil ich—— weil ich vorher noch eine Angelegenheit in Ordnung bringen möchte, die mir sehr am Herzen liegt.—— Ich will euch mitteilen, was ich vorhabe, längst schon vorhatte: Ich—— nehme Williams als Mitinhaber in die Fabrik—— er wird mein Nachfolger.“ Ein Schreckensruf unterbrach seine Worte. Inge hatte ihn ausgestoßen. „Mein Kind—— was ist dir?“ fragte die Mutter besorgt. hungshaus zu Fumagalli mißbraucht zu haben, verhaftet und ins Gefängnis abgeführt. — Budapest, 3. Sept. Bei den zwischen den Orten Lesokamaron und Hidweg stattfindenden Schießübungen wurden drei Arbeiter auf dem Felde von Soldaten auf 3000 Schritt Entfernung getroffen. Alle drei sind ihren Verletzungen erlegen. Auch mehrere Zugtiere wurden getötet. Die Untersuchung ist eingeleitet. — Moskau, 3. Sept. Im Kreise Gluchow des Gouvernements Tschergijow wurde auf dem Landgut des Generals Guckow dieser, sein Bruder, ebenfalls ein General, und ein Sohn des letzteren von Räubern erschossen.... Den Houtog von T.; — Automobilunsaue. Der Herzog von Treviso stürzte bei einer Automobilfahrt bei Montereau in der Umgebung von Paris so unglücklich, daß ihm das rechte Bein amputiert werden mußte; der Herzogin wurde die Kinnlade zerschmettert. Ihre Tochter kam dagegen mit geringeren Verletzungen davon.— Im Aargau(Schweiz) stürzte ein Militärarzt mit seinem Motorwagen derart, daß er am Kopfe lebensgefährlich verletzt wurde.— Die Strafkammer in Frankfurt a. Main verurteilte den Chauffeur Schreck wegen fahrlässiger Tötung eines siebenjährigen Knaben zu einem Jahr Gefängnis. Vermischtes. * Wüstensöhne. Die Goumiers, Araber, die von den Franzosen nach Marokko gebracht wurden, werden von einem Korrespondenten des„Daily Telegraph“ in Casablanca wie folgt geschildert: Die Goumiers sind vorzügliche Kämpfer. Sie beziehen niemals ein Lager, sondern sind jeden Augenblick kampfbereit und können jedes Maß von Strapazen und Anstrengung ertragen. Sie gehören zu den Stämmen südlich von Oran und sind die Gendarmen der Sahara. Ihre besondere Aufgabe ist, Karawanen und Reisende durch die Wüste zu bringen. Wenn mit den benachbarten marokkanischen Stämmen Konflikte entstehen, so sind es die Goumiers, die von den Franzosen mit Bestrafung der Marokkaner beauftragt werden. Sie dringen dann in maurisches Gebiet ein und verbrennen, plündern und vernichten alles. Diese lebhaften Krieger sind von den Marokkanern sehr gefürchtet, denn sie sind gut bewaffnet und sehr wild. Sie kennen bei ihrer Kriegführung keine Spur von Schonung. Ihre Bewaffnung besteht aus einem Lebelgewehr, einem Revolver, einem Säbel, einem Messer und 250 Patronen. Viele der Goumiers tragen Orden und sind sehr stolz darauf. Sie sind außerordentlich abgehärtet. In der Wüste essen sie nichts anderes als Brot und hier und da vielleicht einige getrocknete Feigen oder Datteln. Ihr Brot tragen sie in ihren Kleidern mit sich. Ihre Methode, Brot zu backen, ist sehr primitiv. Der Teig wird in den Sand vergraben. Die Stelle wird darauf mit Kamelmist bedeckt. Dieser gerät in Gärung und entwickelt dann eine genügende Hitze, um das Brot zu backen. In der Sahara sind die Goumiers stets auf Kamelen beritten. In Casablanca haben sie kleine, leichte, sehnige Pferde.. Verantwortl. Redakteur: Johannes Braus. Druck und Verlag von Carl Braus, Schwerte. alten und Sie hatte sich schon wieder gefaßt. Nichts, Mutti, ich fühle nur plötzlich meine Schmerzen wieder— es geht schon vorüber.“ Sie lehnte sich wieder in ihren Stuhl zurück schloß die Augen. Die Mahlzeit, von der sie nur wenige Bissen genossen hatte, war vorüber und der Nachtisch wurde gereicht. Inge dankte. Helmbrecht betrachtete sie verstohlen und nickte befriedigt. Er sprach krotz des Jammerbildes, das Inge bot, ruhig weiter, ja, es klang manchmal etwas so Frohes, Glückliches durch seine Stimme, daß Frau Helmbrecht aus dem Staunen gar nicht herauskam. Was war denn mit ihrem Mann, der seit jener Schreckenszeit kaum ein mattes Lächeln gehabt hatte, geschehen? Der Nachtisch war beendet und die Familie erhob sich. Helmbrecht trat zu Inge und legte den Arm um sie. „Wirst du jetzt deinen gewohnten Spaziergang machen in den Garten?“ fragte er. Einigermaßen erstannt sah Inge zu ihm auf. Er pflegte sich sonst nicht um ihre Spaziergänge zu kümmern. „Ja, Vater," erwiderte sie matt und tonlos. Er zog sie fester an sich. „Inge—— morgen geht es an den Ostseestrand und—— in ein neues Leben. Die Seeluft wird dich stärken, und die alte fröhliche Inge wird wieder erstehen.“ „Nie, Vater.“ „Du bist noch so jung, mein Kind, noch liegt Leben offen vor dir und—— auch das Glück.“ Sie schüttelte schmerzlich lächelnd den Kopf. „Ich alter Mann hoffe ja noch darauf, Kind. Denkst du denn gar nicht mehr an deinen Wahlspruch:„Es wird alles wieder gut?“ „Er hat mich betrogen.“ Er hob sie sanft von sich. lerne das „Geh, mein Kind, geh in den Garten— von der Natur, wie alles wieder neu ersteht, was einen langen Winterschlaf halten mußte.“ Und Inge ging hinaus. Die Rosen und der Jasmin dufteten, ein sanftes Wehen umkoste ihre bleiche Stirn. Die schwarze Trauergestalt nahm sich wunderbar in all der blühenden Pracht ringsum aus. Inge sah nichts von dieser Pracht; ihre Gedanken waren quälend und beängstigend. Mr. Williams war zurückgekehrt, um—— nie wieder zu gehen. Er trat in die Fabrik ein als ihres Vaters Teilhaber—— er wurde dereinst sein Nachfolger.—— Also war sie gewissermaßen dann von ihm abhängig — sie war gezwungen, mit ihm in Verbindung zu bleiben, er würde ihr Vermögen verwalten, ihr die Zinsen und den Gewinn auszahlen, vorrechnen—— sie mußte also seine Gegenwart bis ans Ende dulden. Es dünkte ihr unmöglich. Hoffentlich lag die Zeit noch fern, hoffentlich schenkte Gott ihrem Vater noch ein langes Leben, aber gleichviel—— er blieb in Buchenau, auch jetzt schon. So mußte sie also fort. Eine Stellung anzunehmen geziemte ihr nicht. Sie war ja ganz plötzlich ein reiches Mädchen geworden. Ihr Vater hatte in den letzten Tagen von einem Gewinn gesprochen, den die Erfindung Mr. Williams ihm eingebracht, und der ihn mit einem Schlage zum reichen Mann gemacht hatte. Wäre doch der Reichtum früher gekommen, vielleicht hätte Hans dann nicht zum Verbrecher werden brauchen!— Oder ob es in seinem Blute lag?—— Sie schauderte fröstelnd zusammen und ssuchte sich von diesen trübsinnigen Gedanken abzulenken. Sie hatte die Kirschenallee erreicht und blieb plötzlich still lauschend stehen. Eine Nachtigall sang ganz in ihrer Nähe ihre schmelzenden Töne gerade wie damals—— am Vorabend ihres achtzehnten Geburtstages.(Schluß folgt.)