Die„Schwerter Zeitung“ erscheint täglich, ausser Feiertags. mk. 1.6s vierteljährlich, bei der Post 42 Pl. für Bestellgeld mehr. Wöchentliche Gratig-Beilage:„Illustrierter Familientreund.“ o c 0 0 0 O 0 o C O O O G O Anzeigenpreis: Die sechsgespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 PI., Anzeigen von auswärts 1s Pl., Reklamezeile 40 Pf. Erstes und ältestes Tagesorgan des Kreises. Haupt=Annoncenblatt. Nlie Kreis- und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Hörde erlangen gemäss Bekanatmachung der Königl. Re#### durch Veröstentlichung in der„Schwerter Zeitung“ verbindliche Kraft. o c OOCOOCOSS. Druck u. Verlag ven Sarl Braus, SOwerte. Ferasprec-## Dr. 62 Amt Schwerte. Celegr.-Adresse Braus, Scwerte. S Nr. 138 Sein oder Richtsein der Duma Petersburg, 14. Juni.(Eigener Drahtb.) Der Präsident der Duma, Golowin, erhielt gestern nachmittag ein eigenhändiges Schreiben Stolypins, er habe der Duma Mitteilungen zu machen, welche keinen Aufschub dulden und er ersuche ihn, ihm sofort bei der Eröffnung der Duma das Wort zu erteilen und auf Gruns des Artikels 44 die Oeffentlichkeit aufzuheben. Es betveffe ddie Zugehörigkeit von Abgeordneten zur revolutionären Kampforganisation, sowie die Vorbereitung eines bewaffneten Volksaufstandes. Es findet eine geheime Dumasitzung statt. Im Verlaufe der Sitzung erklärten sich, wie verlautet, gegen den Regierungsantrag die Sozialdemokraten und Polen. Von den Kadetten war ein größerer Teil dafür, ein kleinerer Teil dagegen. Die Minorität erklärte, nötigenfalls aus der Partei austreten zu wollen. In der Sitzung verlangte Stolypin die sofortige Verhaftung von 16 sozialdemokratischen Abgeordneten, sowie die Genehmigung dazu, den größten Teil der übrigen Sozialdemokraten, etwa 55, zur gerichtlichen Verantwortung zu ziehen. Es heißt, die Kadetten werden den Antrag ablehmem. In diesom Falle dürfte die Auflösung der Duma erfolgen. Das Dumapalais ist von einem starken Aufgebote von Truppen und Gendarmerie und Polizei umgeben. Die Zivilpersonen werden zum Weitergehen aufgefordert. Verschwörung von Dumamitgliedern. Petersburg, 14. Juni.(Drahtb.) Am 18. Mai erfuhr die Petersburger Polizei, daß die Wohnung des Dumaabgrordneten Ohsol, wo die Sitzungen der sozialdemokratischen Partei der Reichsduma stattfinden, auch von Mitgliedern der revolutionären MilitärSonnabend den 15. Juni 1907. organisationen besucht werde. Diese Nachricht, die später durch die Verhaftung einiger Mitglieder der erwähnten revolutionären Militärorganisationen bestätigt wurde, gab Veranlassung zu einer Haussuchung in der Wohnung Ohsols. Bei dieser wurden zahlreiche Schriftstücke gefunden, die darauf hinweisen, daß die 55 Dumaabgeordneten, welche die sozialdemokratische Dumafraktion bilden, eine verbrecherische Vereinigung gebildet haben, zum Umsturz der durch die Grundgesetze festgestellten Regierungsform mittels eines Volksaufstandes, sowie zur Einsetzung einer demokratischen Republik. Zur Erreichung dieser Ziele traf die Vereinigung folgende Maßnahmen: Sie trat in Verbindung mit einer geheimen, verbrecherischen Vereinigung, welche sich„Zentralkomite: der russischon sozialdemokratischen Arbeiterpartei“ nennt, und mit dem Petersburger Komitee dieser Partei und einer ganzen Reihe der dem Zentralkomitee unterstellten Lokalkomitees. Ferner ordnete sie sich den Ougnisationen des Zentralkomitees unter, leitete aber selbst behufs Vorbereitung eines Volksaufstandes die Tätigkeit der an verschiedenen Orten des Reiches entstandeneen Geheimkomitees. Auch versandte sie an die Geheimkomitees Zirkulare, worin die Agitatoren beauftragt wurdm, das Volk gegen Regierung und Adel, Beamten und gegen die Gutsbesitzer aufzuwiegeln. Weiter beauftragte sie die verbrecherischen Geheimkomitees, die von ihnen aufgewiegelten Bauern, Arbeiter und Soldaten zu geheimen Vereinen, Filialen und Gruppen zu vereinigen, und alle Gruppen wiederum zu dem Zwecke zu einigen, um die Unzufriedenheit und die Erregung der ärmeren Volksklassen zur Inszenierung eines gemeinsamen Aufstandes des Militärs, der Bauern und Arbeiter auszunützen. (Weitere Nachrichten s. unter den Depeschen.) 39 Aus Stadt und Umgebung. Schwerte, den 15. April. **(Kaiserparade bei Münster.) Zu der voraussichtlich am 30. August bei Münster stattfindenden Parade des 7. Armeskorps vor dem Kaiser werden die Abordnungen der Kriegervereine auf dem Paradefelde Aufstellung finden. Es ist in Aussicht genommen, daß die Hauptmasse der Abordnungen— etwa 12000 Mann— in einem offenen Viereck seitlich der Truppen seine Aufstellung nimmt, die der Kaiser abreiten wird. Kleinere Abordnungen mit den Fahnen — etwa 1500 Mann— werden vor und seitlich der Zuschauertribüne Aufstellung finden, sodaß sie die ganze Parade übersehen können. Die zulässige Stärke der Abordnungen wird noch näher festgesetzt werden und wird zwischen 3 und 4 Prozent der Vereinsstärke betragen. 00(Zum Bahnbau Schwerte=Iserlohn.) Die Iserlohner Stadtverordneten beschlossen in ihrer jüngsten Sitzung, die Verträge mit dem Eisenbahnfiskus über die abzutretenden Terrainstücke zum Bau d. Eisenbahn Iserlohn=Schwerte gutzuheißen. Es handelt sich um Grundstücke am Gerlingserweg im Umfang von 623,15 Aar, für die ein Erlös von 25 740,80 Mark erzielt wird. Außerdem zahlt der Fiskus für sonstige Nachteile noch den Betrag von 4000 Mark. **(Nützliche Erfindungen bei der Eisenbahn.) Für das abgelaufene Etatsjahr haben aus den im Etat der Staatseisenbahnverwaltung, zur Prämiierung nützlicher Erfindungen vorgesehenen Mitteln 45 Beamten und Arbeitern der Eisenbahnverwaltung Belohnungen im Gesamtbetrage von 15000 Mark für Erfindungen und Verbesserungen, die für die Erhöhung der Betriebssicherheit oder in wirtschaftlicher Beziehung von Bedeutung sind, bewilligt werden können. *(Gustav=Adolf=Frauen=Verein.) Von den Vorsitzenden unseres Schwerter Gustav=Adolf FrauenVereins geht uns ein Bericht zu über die von dem Verein geleistete Arbeit im Vereinsjahre 1906/07(Oktober bis Ostern). Wie bekannt, versammeln sich die Mitglieder dieses Vereins im Winter alle 14 Tage für Unser Wochendichter. „Allerlei Rundes!“ Die Welt ist rund seit alters her, Drum liebt man wohl das Runde sehr, Rund ist der Mond und auch die Sonne, Rund ist das Geld und rund die Tonne; Das Runde bleibt wohl stets modern: Rund sind die wohlbeleibten Herr'n, Rundreisen führen in die Ferne, Rundgänge unternimmt man gerne! Die Runde macht der Patrouillemz, Der Wachtmann wie der Kontrolleur, Doch manch Gerücht und manche Kunde Macht sozusagen auch die Runde, Und hört man ein pikant Gespräch, So geht es Richt den graden Weg, Im Gegenteil: es macht die Runde Und ist doch balsd in aller Munde! Von allen Runden, die es gibt, Ist eine ganz speziell beliebt, Die uns vereint zu guter Stunde, Und dieses ist die Tafelrunde, Solch eine Runde bietet viel Und steckt sich oft ein großes Ziel, Denn bei der einen wird der Frieden Und bei der andern„Kvieg" entschieden; Zu einer Tasselrunde ward Die Reise des Herrn Eduard, Beim Weine ist leicht Freundschaft werben, Da läßt sich alles rosig färben. Zur Taselrunde fanden sich Auch Journalisten brüderlich, Und schlossen gleichsam als Erwid'rung „Anglo=germanisch: Verbrüd'rung!“ Der Tafelrunden gibt es viel, Mit diesem und mit jenem Ziel. Zurzeit ist wohl in vieler Munde Die Liebenberg'sche Tafelrunde, Und mit Gefühlen sehr gemischt, Fragt man: was wird uns aufgetischt? Gibt's irgend etwas aufzudecken? Was wollte Harden wohl bezwechken? Dem einen wurde„abgesagt“, Der andere aber geht und— klagt, Das ist zurzeit die ganze Kunde Von der genannten Tafelrunde. Es liebt dir Welt das Runde sehr, Die Runde aber noch viel mohr, Und manchmal wär' es doch gescheidter, Man flieb' der Runde fern! Ernst Heiter. Zeitgemäße Vor längerer Zeit hatte die„Tägl. Rundsch.“ eine Anfrage an ihre Leser gerichtet und gebeten, ihr: Sinnsprüche mitzuteilen, die sich als Inschriften oder Aufschriften auf öffentlichen Bänken eignen, um unnütze Hände vom Beschmieren und Zerschneiden abzuhalten. Darauf ist dem Blatt eine ganze Reihe solcher Sprüche zugesandt wonden, die wir unsern Lesern, vor allem Lritern und Mitgliedern von Verschönerungsvereinen zur gelegentlichen Verwendung nicht vorenthalten wollen. Als ein Mahnwort über oder am Eingang von Anlagen, Schonungen, Spazierwegen usw. kann folgender Vers dienen, der in der Tat dazu schon Verwendung gefunden hat: „Für jeden Fuß ist jeder Gang, Für jeden Müden jode Bank, Für jedes Auge jede Blume Zum allgemeinen Eigentume. Für Herz und Sinn sei alles dir, Doch für die Finger ist nichts hier.“ Am Eingange zu den Weinberg=Anlagen zu Neuruppin trug vor vierzig Jahren ein kleiner Obolisk folgende Inschrift: Natur und Kunst, dein hohes Bild zu ehren, Soll Frevel nie dein Blütenreich entweih'n, Nie eine Hand des Parkes Schmuck zerstören, Es soll der Mensch des Schönen sich erfreu'n! Er ladet Arm und Reich in seine Hallen Und Schonung sei der stille Dank von Allen. Im Büirgerpark zu Dessau sind in einem lauschigen Gange neben einem munter fließenden Wässerchen Goethesche Verse, die er als Gastfreund des Tonsetzers Johann Friedrich Reichardt,(dem der jetzige Bürgerpark gehörte) dichtete, in einen mächtigen Stein gemeißelt. Sie haben gewiß schon manchen zu stiller Naturbetrachtung angeregt, zartfühlend gestimmt: Dich hat Amor, gewiß, o Sängerin, fütternd erzogen, Kindisch reichte der Gott dir mit dom Pfelle die Kost. Schlürfend sangtest du Gift in die unschuldige Kehl:, Denn mit der Liebe Gewalt trifft Philomele das Herz. Als erfolgreich hat sich gegen Zerstörungsgelüste von großen und kleinen Kindern folgender Spruch bewährt: Wer Glas, Papier und alte Duten Und alles, was es sonst nicht braucht, Hier von sich wirft, wird fünf Minuten In kaltes Wasser eingetaucht. Für Bänke, namentlich für solche an schönen Aussichtspunkten, dürfte folgender Spruch als Inschrift recht zweckmäßig sein: Bemal' mich nicht, bekratz' mich nicht Und schneid' aus mir nicht Sparren! Ich werde dadurch besser nicht, Und du, du wirst zum Narren! 2 Stuunden, um über die Gustav=Adolf=Sache zu hören und für sie Zu arbeiten. Und wenn der Winter zu Ende ist, werden die angefertigten Arbeiten verteilt. Es haben im letzten Jahre erhalten: Das Waisenhaus zu Bielefeld zu Weihnachten 1906: 13 Kinderkleider, 12 Kittelschürzen.— Mai 1907: 4 Ttd. Handtücher, 13 Schürzen, 7 Knabenhemden, 4 Paar Strümpfe.— Das Friedrich Wilhelmstift in Hamm: Weihnachten 1906: 13 Kinderkleider,— Mai 1907: 1 Dyd. Handtücher, 1 Ttd. Schürzen, 4 Paar Strümpfe. Das Diaspora=Waisenhaus zu Bielenhausen in Hohenzollern: Mai 1907: 1 Dtd. Handtücher, 6 Knabenhemden, 14 Schürzen, 3 Paar Strümpfe. steckt in diesen trockenen Zahlen ein ganz erkleckliches Stück Arbeit. **(Den Mitgliedern des evangelischen Arbeiterund Bürgervereins) zur Nachricht, daß insglge## morgigen Ausfluges zur„Ludwigslust“ die Mona versammlung am Vormittage ausfällt. Zu dem Ausfluge treten die Mitglieder mit ihren Familien morgen Mittag 1,30 Uhr im Vereinslokale Rat an. Vereinsabzeichen wird gebeten, anzusegen. Von 1 Uhr an ist Gelegenheit zur Beitragszahlung für beide Kassen.(S. Inserat in heutiger Nummer!) **(Die Mehrzahl der militärischen Vereine) unferer Stadt rückt morgen mittag aus, um an dem 25jährigen Jubelfeste des Kriegervereins tendorf teilzunehmen, allwo sich eine große Anzahl altgedienter Soldaten zusammenfinden dürfte. Wir wünschen dem festgebenden Verein, sowie allen teilnehmenden Brudervereinen vor allem gutes Wetter uno schöne ungestörte Festesstunden. **(Der Verband rhein.=westfälischer KavallerieVereine) begeht sein diesjähriges Verbandsfest am 10. Juni in Hörde. Auch der hiesig: Kavallerie=Verein wird der Feier im ganzen beiwohnen. *(Schulausflug.) Außer dem bereits gemeldeten Sommerausflug der höheren Mädchenschule unternahmen gestern auch vier Mädchenklassen unseter, totholischen Volksschule einen Ausflug zu dem n nsch im Walde gelegenen„Waldesruh“ auf dem Ebberge. Vergnügt kehrten die Kinder am Abend wieder heim, mehrfach won ihren Müttern begleitet. **(Bautätigkeit.) Herr Luck läßt augenblicklich an der Königstraße neben seinen beiden Doppelhäusern ein drittes Wohngebäude in gleicher Größe aufführen. Der Rohbau ist bereits bis über Sockelhöhe gediehen. Zwecks Errichtung, weiterer Doppelhäuser, ist Herr Luck, wie wir hören; mit der hiesigen reformierten Kirchengemeinde als Besitzerin des Nachbargrundstückes in Unterhandlungen getreten, welche jedoch bisher noch zu keinem Endergebnis geführt haben, da der angebotene Preis zu niedrig erscheint. Hossontlich kommen im Interesse einer allmählichen Durchlegung der Königstraße zum östlichen Stadtteil und der dadurch erfolgten Herstellung einer Verbindungsstraße zum Progymnasium und zur Feldschule die Verhandlungen zu einem endgültigen Erfolg. **(Zum Kreisturnfest in Bielefeld.) Die Vorbereitungen des Kreisturnfestes sind, wie man uns aus Bielefeld unter dem 14. Juni mitteilt, ihrem Abschluß mahe. Der Spielplatz an der Bielsteinstraße präsentiert sich in seinem frischen Grün, umsäumt von schattenspendenden Bäumen und den Anlagen des Krankenhauses höchst vorteilhaft. Die Anhöhe nach dem Schulhofe ermöglicht Tausenden von Zuschauern den Ueberblick über das turnerische Bild, das sich auf dem Platze entwickeln wird. Ueber 4000 Festkarten und Festabzeichen hat der Wohnungsausschuß an die Vereine gesandt. Berücksichtigt man, daß viele Fremde nur am Festsonntag ohne vorherige Anmeldung nach Bielefeld reisen werden, so läßt sich eine Beteiligung erhossen, welche die auf dem letzten Kreisturnfest: im Jahre 1893 weit übertreffen wird, trotzdem inzwischen das Rheinland von unserem Turnkreise abgezweigt worden üst. Zwei Sonderzüge mit je 800 Turnern, darunter auch der„Schwerter Turnverein“, werden am Samstag zwischen 6 aund 7 Uhr von Hagen und Bochum über Hamm in Bielefeld eintreffen. (Krankheitsstatistik.) In der Woche vom 2. bis 8. Juni wurden im Kreise Hörde angemeldet: Todesfälle durch Krämpse 4(je 1 Barop, Hombruch, Eichling= hofen, Annen), durch Magen= und Darmentzündung 1 Menglinghausen, durch Lungenentzündung 9(4 Annen, je 1 Sölde, Höchsten, Eichlinghofen, Lücklemberg, Hombruch), durch Tuberkulose 1 Barop; Erkrankungen wurden geweldet: an Unterleibskyphus 1 Schwerte, Kindbettfieber 1 Westhofen, Scharlach 6(je 2 Schwerte und Hörde, je 1 Berghofen und Sölderholz), Diphteritis 5(je 1 Kirchhörde, Hörde, Holzwickede, Barop, Annen), Genickstarre 1 Schwerterheide, je 2 Verdachtsfälle Schwerte und Hörde, je 1 Verdachtsfall Bickeseld und Berghosermark, Gyanalos: 5(je 2 Hörde und Holzwickede, 1 Annen). er(Einen Theaterabend) brabsichtigen die Mitglieder des Schausptelhauses zu Hannover, welche im Olympiatheater zu Dortmund mit so großem Erfolge das„Husavenfieber“ gegeben haben, am Samstag, den 22. ds. Mts., im Saale des Hote! Östermann zu veranstalten. Die Vorbereitungen sind in vollem Gange und dürften den Besuchern einige sehr genußreiche Stunden in Aussicht stehen. Näheres, auch das Programm, wird imlause der nächsten Woche bekannt gegeben. (Stellen für Militäranwärter) im Bezirk des 7. Armeekorps.) Die ausgeschriebenen Stellen sind nur für soiche Personen bestimmt, die den Zivilversorgungsschein besitzen. Barmen, Oberbürgermeisteramt, je einige Polizeisergeanten, je 1550 bis 2150 Mk. Gehalt.— Amtsort unbestimmt Kaiserliche Oberpostdirektion Münster i. W., mehrere Landbriefträger, je 800 bis 1000 Mark.— Amtsort unbestimmt, Kaiserl. Oberpostdirektion Münster i. W., mehrere Pestschaffner bezw. Briefträger, je 900 bis 1500 Mark Gehalt. Dienstort unbestimmt, Königl. Eisenbahndirektion in Elberfeld, 20 Stationsaspiranten, je 1140 bis 1500 MMk. Gehalt.— Elberfeld, Gefängnis, Schreiber, 75 bis 100 Mk. monatliches Einkrmmen.— Hagen, Bürgermeisteramt, Kanzleigehilse, 720 bis 1200 Mark Gehalt. Hardehausen(Kr. Warburg), Königl. Erziehungsanstalt, Hilfsausseher für die Tichlerei, 3 Mk. für jeden Tag Dienstleistung.— Haspe, Polizeiverwaltung, lizeisergennt, 1200 bis 1800 Mark Gehalt. Polizeivenwaltung, Flurhüter, 1000 bis 1450 Mk. Gehalt.— Küppersteg, Polizeisergeant, 1000 Mk. Grundgehalt.— Ladbergen, Gemeinde, Polizeidiener, 555 M. Gehalt.— Lippstadt, Magistrat, Verwaltungsgehilfe, 1200 bis 2400 Mk. Gehalt.— Mörs a. Rh., Stadtverwaltung, Bausekretär(Verwaltungssekretär 1. Kl.), 2100 bis 3600 Mk. Gehalt.— Münster i. W., Magistrat, 2 Kanzlisten, je 1500 bis 2400 Mk. Gehalt.— Osterfeld in Westf., Polizeiverwaltung, 2 Polizeisergcanten, se 1200 bis 1800 Mk. Gehalt.— Osterfeld i. W., Amt, Amtshausdiener, 1500 Mk. Gehalt.— Recklinghausen, Amtsgericht, Kanzleigehilfe, 6 bis 16 Pfg. für die Seite. (—) Villigst, 14. Juni.(Scharlach.) An Scharlach ist das elfjährige Kind Lina Pfalzgraf von hier erkrankt. Die nötigen polizeilichen Maßregeln sind getroffen wolden. (—) Rheinen, 14. Juni.(Einen Unfall) mit dem Rade erlitt der Arbeiter T. von hier in der Nähe der Wirtschaft Helle bei Hennen. Er irug sehr erhebliche Verletzungen davon, sodaß er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Auch hat seine Maschine sehr bebeutenden Schaden erlitten. (—) Berchum, 14. Juni.(Wegebau.) Die hiesige Gemeinde=Vertretung hat beschlossen, den Weg Berchum=Ergste und Berchum=Tiefendorf im Laufe des nächsten Jahres nach dem Kostenanschlage des Kreisbaumeistere Herrn Zimmermann=Hagen chausseemäßig auszubauen. Berghofen, 14. Juni.(Ein unliebsamer Gast) hat in der vorgestrigen Nacht dem Hühnerbestand des Landwirts Eduard Schmidt hierselbst einen Besuch abgestattet. Bergleute, welche gegen Mitternacht von der Schicht zurückkehrten, vernahmen in dem Gehöft des Bauern einen fürchterlichen Lärm von Hühnern. Nachdem der Besitzer in Kenntnis gesetzt worden war und nachgesehen hatte, stellte sich heraus, daß ein Raubtier Iltis) ungefähr 20(leiné Kücken hatte mitgehen heißen. Einige wurden moch tot vorgesunden. Westfalen und Rheinland * Warendorf, 14. Juni.(Ertrunken) ist gestern nachmittag in der Ems in der Bauerschaft Velsen der 25jährige Kaufmann Rolf aus Ahlen. Der junge Manu wellte mit noch mehreren Herren auf einem Landgute Bockholt und war mit diesen Baden gegangen. Er ist sodann im Wasser vom Schlage betroffen und versunken, ohne daß seine Begleiter für den ersten Augenblick das Unglück wahrnahmen. Die Leiche ist bis gestern abend noch nicht geborgen. * S i e g e n, 1 4. J u n i.( E i n g e g a n g e n e Z e i tung.) Die hier im 23. Jahrgange erscheinende nationalliberale Sieg=Lahnzeitung teilt heute ihren Abonnenten mit, daß sie vom 1. Juli ab ihr Erscheinen einstelle. Sie begründet ihr Nichtbestehenkönnen damit, daß sie ohne Unterstützung einer politischen Partei und ohne den Rückhalt, den der amtliche Charakter einer Zeitung verleiht, in ihrem Existenzkampf ge# die Großpresse unterliegen müsse. * Elberfeld, 14. Juni.(In den Todgestürzt.) Durch zu weites Hinauslehnen aus dem Fenster kamen hier gestern zwei Personen, ein Kind eines Polizeisergeanten, das während einer kurzen Abwesenheit der Mutter ans offene Fenster geklettert war, und der 40jährige Fabrikarbeiter Münch zu Tode. Das Kind stürzte aus dem ersten Stock, Münch aus der dritten Etage. Beide erlitten Schädelbrüche, an deren Folgen sie einige Stunden später starben. * Düsseldorf, 14. Juni.(HäftlingentsprunPetar-Kacfel! wegen Aufgabe des Geschäfts zu und unter Einkaufspreis. Schwerte, Hüsingstr. 6 Herren-, Burschen- und Knaben-Anzüge, Westen, Hosen, Hüte, Mützen, Hemden, Wäsche, Krawatten, Lüstre-, Loden- u. Waschjoppen, Arbeitersachen für jeden Beruf. eschälls u und unter Minkanfepreis. Herm. Oppenheimer Schwerte, Hüsingstr. 6 Sie kann nicht lügen. Von Flora Kandler. Das ganze Haus war gefüllt von dem Duft der mannigfachsten Blüben; Rosen, Veilchen, Flieder und was der Kunstgärtner nur spenden konnte, war hier beisammen und entsandte berauschende Düfte. Zwischendurch drängte sich eine Welle, herb und ernststimmend, der Duft der welkenden Myrtenzweige da auf dem kostbaren Altarsgewand der bildschönen, marmorbleichen Braut. In den herrlichen Blauangen gewahrte man kein ahnungsvoll freudiges Leuchten; kein sanftes Erröten kam und ging auf den Wangen; sie glich einer Bildsäule, einem schönen Kunstwerk aus Meisterhand. Doch jetzt, da sich die Tür öffnete, ein herziges Backfischchen im rosa Seidenkleid mit einem Apfelblütenkranz auf dem wirren, goldblonden Lockenhaar hereinstürmte und ihr in die Arme fiel, da lleuchtete ein Strahl heißer Liebe auf dem tiefen Grunde des blauen Sees auf und zwei Tränen rannen der stillen, ernsten Braut über die Wangen:„Mein Goldchen, mein Liebling!“. Sie küßten sich.„O du schöne, herrliche, du glückliche Schwester, o du— du— Beneidenswerte!"— Jetzt irrte wirklich ein Lächeln um den Mund der Braut, es gab dem Gesicht etwäs Entsagendes, Schmerzliches.— Die Freundinnen kamen und führten die Braut in das Gemach, wo der Bräutigam ihrer harrte. Seine stattliche Figur neigte sich mit heißen Augen ihr zu und diese suchten durch den Schleier auf dem marmornen Gesicht der Geliebten zu lesen. Doch die Wimpern blieben gesenkt und der Mund geschlossen, nur die eisigkalten Finger legten sich in seine Rechte. Er hielt sie krampfhaft umschlossen und geleitete die leicht zitternde Gestalt durch die Tür. Doch hier flüsterte er ihr mit vibrierender Stimpte ins Ohr:„Mein, mein auf ewig!“. Und sie schruß sekundenlang die großen, abgrundtiefen Augen und verängstigt zu ihm empor. Dann schritt sie den Ausgang zu. Wenige Minuten später saß sie an der Seite dessen, dem sie ihr Leben heute geben wollte für immer.— Wie aus weiter Ferne hörte sie die Orgelklänge, und traumhaft umgankelte sie der Sinn der Wort:, welche von einer herrlichen Sopranstimme zu ihr herniederrauschten:„Wo du hingehst, da will auch ich hingehen!“— Es flimmerte ihr vor den Augen und brauste vor den Ohren, und ihre zitternden Finger amklammerten das herrliche Bukett. Jetzt sprach der Geistliche, doch sie sah nicht zu ihm empor, sondern schloß die Augen, und das Herz schlug ihr hörbar bis in die Schläfen. Diese Stimme, o diese Stimme, walche Erinnerungen weckte sie! Sie sah sich jung, heiter und frei, umflattert von wallendem Haar, durch das Leben gankeln, wie es jetzt ihre Schwester, ihr Goldchen, sorglos tat. Sagte nicht diese Stimme eben:„Ich bin arm, ich bin noch sehr jung, ich kann Ihnen nichts bieten als ein liebevolles, treues Herz, nehmen Sie es hin, harren Sie meiner in Geduld; sobald das Leben mir genügend gibt für uns beide, dann hole ich— dich!“ Sie atmet: heftig, eine Röte huscht über das bleiche Gesicht— fühlt sie nicht einen leisen, bebenden Kuß auf den brennenden Lippen und sieht sie nicht ernste, dunkle Augen, sie liebevoll anschauend?— Si: schauert zusammen. O, diese Erinnerung! Gerade jetzt— jetzt! Sie sucht ihre Gedanken zu konzentrieren. Was jagte der Geistliche da? Ihre herrlichste Stärke wäre stets die Wahrheitsliebe gewesen. Wie will er das wissen, er, der fremde Mann in dem schwarzen Gewand. Sie versucht die Lider zu heben, um den anzusehen, der gleichsam in ihrer Seele zu lesen scheint. Doch es gelingt ihr nicht. Mit bleierner Schwere senken sich die Lider von neuem. Dann folgte sie mechanisch der Aufforderung des Geistlichen, sich zu erheben und näher zu treten. Und diese Stimme, die denselben Klang der längst vergessen geglaubten Stimme hat, fragt so laut und eindringlich, daß der Ton wie ein Schwert in ihr Herz dringt:„Margarita Günter, ich frage dich, willst du diesem Ewald von Strönitz die Hand zum ewigen Bunde reichen, sein Weib werden, ihm treu zur Seite stehen, Freud' und Leid mit ihm teilen, und willst ihn lieben, immer treu und wahr? Sprich, willst du, so anworte mit einem„Ja!“. Und sie öffnet die Lippen, der Busen wogt und die Lider entschleiern die herrlichen Angen, welche emporblicken zu dem Mann in der ernsten, schwarzen Tracht. Doch kein Ton entringt sich ihren Lippen. Auf ihr Gesicht####r senkt sich ein verklärtes Lächeln, überirdisch schön, während die Angen des Geistlichen sich in die ihren mit langem Blick versenken. Da sie sich noch immer stumm verhält, wiederhölt er die letzte Frage:„Willst du, Margarita, so sprich ja!“ Da entsinkt ihren zitternden Händen der Strauß, die lange Seidenschleife desselben rieselt wie eine schillernde Schlauge Zu ior gteische, Mund flüstert: pressen sich auf das Herz und der bleich Mund ns“ „Nein! Ich will wahr bleiben. Ich kann dieses nicht sagen!“— Sie schwankt und fällt vornüber auf die Stufen des Altars, nieder zu den Füßen des krenzigten. Der Geistliche kniet nehen ihr und hält ihren Kopf in seinen Armen, während der verstörte Bräutigam ihre Händ: mit Küssen bedeckt. Ihre Augen aber schauen woltvergessen in die ernsten, dunklen Sterne über sich, und sanft hinlächelnd, hinsterbend haucht sie:„Es wwäre meine erste Lüge geworden— so will ich lieber fleckenlos sterben!“— Einige Tage später hält ein plötzlich um Jahre gealterter, junger Geistlicher eine erschütternde Rede von felsenfeste Wahrheitsliebe an einem offenen Grabe. W.: 4 Nü den tatb Werd. Amtüches Rreisclall Die„Schwerter Zeitung“ erscheint täglich, ausser Feiertags. Bezugspreis: mk. 1.os vierteljährlich, bei der Post 42 Pf. für Bestellgeld mehr. Wöchentliche Gratis=Beilage:„Illustrierter Famissenkreund." o c O O O O O O O O O O 0 0 Ruzeigenpreis: Die sechsgespaltene Petitzeile oder deren naum 10 Pf., Anzeigen von auswärts 1s Pf., Reklamezeile 40 Pf. Erstes und ältestes Tagesorgan des Kreises. Haupt=Annoncenblatt. Alie Kreis- und Lehalpellzeillchen Vererdnungen für den Rrete in A „cmäss Bekanntmachung an de Hentgl. Beitang Hörde erlangen g durch Veröttentlichung in der„Schwerter verdindliche Kraft. o ec o e o c. Druck u. Verlag von Carl Braus, Scwerte. FernspresDr. 62 Amt Schwerte. Celegr.-Adresse Braus, Krehons ##-Au Nr. 138 Sonnabend den 15. Juni 1907. 39. Jahre Wocheuschau. Trotzdem die Junisonne mit ihren wärmsten Strahlen aufwartet, hat sich die Politst nicht in den Schatten kühler Dengungsart zurückgezogen, sondern sich noch immer als erregendes Moment bewiesem Auch in der verflossenen Woche hat es an politischen und sonstigen Vorgängen, welche die Oeffentlichkeist lebhaft beschäftigen, nicht gefehlt. Im Vordergrunde des politischen Interesses steht bis auf weiteres die zwellte internationale Haager Friedensronserenz, die am Sonnabend nachmittag 3 Uhr eröffnet wird. Wir sagen bis auf weilenes, und erinnern uns dabei der Tatsache, daß das aufangs so hohe Interesse an der erspen Konferenz, die vom 18. Mai bis zum 29. Juli 1899 im Haag tagle, schnelt erlahmte. Im Unterschiede zu damals werden die bevorstehenden Konferenzverhandlungen vielleicht in der Oeffentlichte#t, also unter Zulassung von Vertretern der Presse, stattfinden. Ein dahin gehender Antrag ist von den holländischen Delegierten formuliert worden und der Zustimmung der Mehrzahl der auf der Konferenz vertretenen Mächle sicher. Da er aber an dem Widerspruch einer einzigen Macht scheitern kann, so ist es leicht möglich, daß doch wieder unter dem Ausschluß der Oeffentlichkeit verhandelt werden muß. Das würden alle Mächte bedauern, denen es wirklich ernst ist mie der Aufrechterhaltung des Friedens, und die den Wunsch hegen, daß das nach dieser Richtung hin Erreichbare auch erreicht wird, also vor allen anderen Deutschland. Auch die„Kamarilla“ hat im Lause der Woche noch einen bevorzugten Gegenstand der öffentlichen Erörterung gebildet. Es hat an den mannigfaltigsten Gerüchten uund an einer kunterbunten Vermischung von Dichtung und Wahrheit nicht gefehlt. Das Interessanrest: an den Gerüchten und Meldungen gipfelte in dem, was über den inzwischen aus Berlin abberusenen französischen Botschaftsrat Lecomte mitgeteilt wurde. Dieser Günstling des Eutenburgischen Kreises, der dort in die tiefsten Geheimnisse der hohen Politik des Reiches Einblick erhielt, soll aus seinem Herzen keine Mörgergrube gemacht, sondern über alles Gesehene und Gehörte seiner Regierung freiweg berichtet haben. Die Indiskretionen, die besondens in der Marokkofrage empfunden wurden, sollen auch die hauptsächliche Ursache des Bruches zwischen dem Kaiser und dem Fürsten Philipp Eulenburg gewesen sein. In der ganzen Angelegenheit ist das letzte Wort übrigens noch nicht gesprochen. Von den ausländischen Ereignissen haben die Vorgänge in den beiden verbündeten Staaten Rußland und Frankreich besonderes Interesse erregt. In Frankreich war es die gewaltige Bewegung der südfranzösischen Winzer, der über die Grenzen der Republik hinaus die gespannteste Aufmerksamkeit zugewendet wurde. Die notleidenden Winzer, die ohne eigene Schuld, sondern durch Mißernten und die Manipulationen der Pantscher und Fälscher iin ihre bedrängte Lage geraten sind, erfreuen sich in Frankreich der wärmsten Sympathie, die man ihnen auch im Auslande nicht vorenthält. Trotz gelegentlicher Zusammenstöße mit der bewaffneten Macht haben sich die Winzer bisher ehrlich bemüht gezeigt, ihre Forderungen auf loyalem Wege zur Geltung zu bringen. Die Regierung hat ja auch Entgegenkommen bewiesen, indem sie Liejenigen Ländereien, in denen vom Weinbau zu einer anderen Beschäftigung übergegangen wird, auf fünf Jahre von der Grundsteuer befreite. Die guden Ratschläg:, die sie sonst noch erteilte, waren Steine statt Brot. Da hat der findige Deputierte, der die Einstellung von 10 Millionen Francs jährlich in den Etat verlangte, Hamit jedem Soldaten fortan zum Frühstück ein Schoppen Wein verabfolgt werden könnte, besser ins Schwarze getroffen. Annähernd eine Million Hektoliter jährlichen Umsatzes mehr, das würde den französischen Winzern schnell auf die Beine helfen und auch den Truppen nicht unwillkommen sein. Diese haben vorläufig aus ihrer Absicht skein Hehl gemacht, sich gegebenenfalls entschieden zu weigern, von ihren Wassen gegen die Winzer Gebrauch zu machen. Wären die Winzer nicht so besonnene und ruhige Leute, so würde diese Weigerung neue schlimme Perspektiven eröffnen. Freilich kann man auch für sie nicht gut sagen, wenn sich die Not noch steigert und die Erregung verschärft. In Rußland haben die Mord= und Raubtaten neuerdings wieder zugenommen. Auch sonst ist die Lage so unsicher, daß es noch immer sehr fraglich ist, ob und wann der Zar die ersehnte Meerfahrt, auf der eine Begegnung mit unserm Kaiser stattfinden soll, wind unternehmen können. Die Duma ist wieder glücklich einmal an der Skylla der Auflösung vorbeigeschifft, aber die Charybdis der Heimsendung ist nicht ferne, das Damoklasschwert ihres Verhängnisses schwebt unausgesetzt über ihrem Haupt. Das ist für die Abgeordneten wie für das Volk auf die Dauer ein unerträglicher Zustand. Tief bedauerlich ist es auch, daß die Ausgleichsverhandlungen zwischen Oesterreich und Ungarn einstweilen resultatlos geblieben sind, sir sollen gegen Ausgang des Jahres fortgesetzt werden. Politische Uebersicht. Von der Flotte. Die jüngste Marinestation des Reichs ist jetzt Cuxhaven, die nunmehrige Zentrale für das Minenwesen, das auf Grund der im russisch=japanischen Kriege gesammelten Erfahrungen eine vollständige Neugestaltung und bedeutende Erweiterung erfuhr. Als durch den ostasiatischen Krieg die Bedeutung der Minen für den Hafen= und Küstenkrieg den Völkern eindrucksvoll vor Augen geführt worden war, zog die deutsche Marineverwaltung unverzüglich die notwendigen Konsequenzen. Ende März 1905 wurde die erste Marinekompagnie mit rund 200 Mann formiert, die von den verschiedensten Truppenteilen der Marine abgegeben wurden. Nach ihrer inzwischen erfolgten erheblichen Verstärkung wurde dann die Minensuchdivision abgezweigt, die als Besatzung für sechs Torpedoboote herangebildet wurde, und erst kürzlich ist dann eine zweite Minenkompagnie und eine zweite Minensuchdivision formiert, die alle vier zusammen jetzt die erste Minenabteilung bilden. Mit der am 7. Juni erfolgten dauernden Stationierung des ersten modernen Steuerminendampfers„Nautilus“ mit einer Besatzung von 7 Offizieren und 201 Mann ist Cuxhaven, wo lbis Hahin nur die zum Minendienst verwendeten Torpedoboote lagen, die jüngste Kriegsschiffsstation geworden, die umso größere Bedeutung besitzt, als Cuxhaven zugleich Seefestung ist. Während 1893 durch die von Lehe nach Cuxhaven gekommene 1. Kompagnie der neugebildeten 4. Matrosen=Artillerie=Abteilung die Stadt die erste Garnison von 200 Mann mit 7 Offizierem erhielt, liegen jetzt dort die vier Kompagnien jener Abteilung (rund 900 Mann), die erste Minenabteilung(rund 600 Mann) und die zwei Kompagnien starke Stammabteilung der Matrosen=Artillerie=Abteilung Kiantschon Der Teufelskopf. Roman von Fritzaetald Molloy. deutsch von E. Ebeling. (Nachdruck verboten.) 7. „Mein Karakler ist ein Rätsel selbst für mich,“ sagte sie, einem plötzlichen Gefühl folgend. „Das geht den meisten von uns so,“ bemerkte Rgel. „Ich will Sie nun nicht bitten, noch weiter mitzukommen,“ verabschiedete sie sich plötzlich.„Adieu, und bitte, besuchen Sie mich recht bald.“ Sie schüttelte ihm schnell die Hand und eilte fort, ehe er antworten konnte. Einen Augenblick blieb er stehen und sah ihr nach. Eine ahnende Erkenntnis ihrer Gefühle dämmerte in ihm auf und er erinnerte sich wieder der eigentümlichen Furcht, die ihm am vorhergehenden Abend eingeflößt hatte. Während seines ganzen Heimweges beschäftigten sich seine Gedanken mit ihr. Beim Eintritt ins Schloß begegnete ihm Philipp. Als ihm den Brief übergab und Orianas Namen nannte, flog ein Schatten des Unmuts über das Gesicht des jungen Barons; er fragte kurz mit einem mißtrauischen Blick: „Bist du auf Verabredung mit ihr zusammengetroffen?" Rigel sah ihn überrascht an. „Wir trafen uns zufällig, antwortete er und wandte sich zum Gehen. Seine Antwort schien die schlechte Laune seines Vetters zu mildern. „Sieh nur,“ rief er aus,„sie hat ihren Vater veran laßt, mir den Chek zurückzusenden, den ich ihm heute Morgen geschickt habe. Beim Himmel, das muß ihm aber gegen den Strich gegangen sein,“ und er lachte herzlich. 6. Kapitel. Rigel verabschiedet sich. Rigel war jetzt 3 Monate auf Schloß Redeliffe. Er alte in der Zul dicn Anech uut ir üggebung. die Rücksichten, die ihm seiner Stellung wegen gezollt wurden, mehr und mehr schätzen gelernt, aber kein Gefühl der Freundschaft hatte sich zwischen ihm und Philipp entwickelt. Freilich hatte Philipp sich anfänglich bemüht, seine Vorurteile gegen alles ausländische an seines Vetters Persönlichkeit zu überwinden und Rigel hatte, ohne sich seine Unabhängigkeit rehmen zu lassen, dem jungen Baron in vielen Sachen nachgegeben. So hätten sie eigentlich doch ganz gute Freunde werden müssen, hätte nicht Philipp eine gewisse Eifersucht auf Rigel empfunden, woran der letztere keine Schuld trug. Von dem Tage an, wo er Oriana am Fuße des Teufelskopfes getroffen, hatte sich zwischen ihnen ein Band des Vertrauns geknüpft. Ihre Rastlosigkeit, ihr Tatendrang, ihre wechselnde Gemütsstimmung übten eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf ihn aus, aber eine Anziehungskraft, die nicht der Liebe, sondern der Sympathie entsprang Hatte Oriana ihre Zuneigung für Philipp niemals zur Schau getragen, so bezegnete sie ihm jetzt mit noch größerer Ruhe: wenn dagegen sein Vetter ins Zimmer trat, erhellte sich ihr Gesicht. Der Wechsel war augenblicklich wahrzunehmen. Der junge Baron war aber durchaus nicht der Mann, Einmischungen in seine Rechte zu dulden oder seine Gefühle zu verbergen, und so kam er nach reiflicher Ueberlegung zu zwei Schlüssen: erstens, Rigel mußte fort, und zweitens, Oriana mußte den Tag festsetzen, an welchem die Hochzeit stattfinden sollte Eines Tages fragte Philipp ganz plötzlich beim Schluß der Mittagstafel: „Hast du jetzt endlich deinen Entschluß gefaßt, was du tun willst „Ueber meinen Beruf noch nicht. Eins habe ich beschlosseu, antwortete Rigel,„daß ich am Samstag fort will. Du siehst, ich habe dich beim Wort genommen und bin so lange geblieben, wie es mir gefiel. Du hättest aber, als du mich einludest, gleich sagen sollen, auf so lange, wie es dir gefiel, mein liever Vetter. Indes habe ich hier eine angenehme Zeit verlebt, für die ich dir sehr danke. Wollen wir noch eine Partie Billard spielen?“ fügte er ruhig hinzu und erhob sich.———————————— Philipps Forderung, daß Oriana den Tag ihrer Hochzeit bestimmen solle, zwang sie, sich ihre Lage als seine zukünftige Frau deutlicher vorzustellen, als sie bisher getan hatte. Sie sah sich dem Unvermeidlichen gegenüber, und daß es sie aus der Fassung brachte und quälte, war deutlich erkennbar. Sie bat um Zeit und wies auf Sir Davids Tod hin. Aber Philipp wollte nichts davon hören und von ihm gequält und von ihrem Vater gedrängt, versprach sie, sich bis zum Ende der Woche zu entscheiden. Der Major beschloß sofort, eine freudige Gelegenheit mit einem Diuer zu feiern, das am Freitag, dem Abend vor Rigels Abreise, stattfinden sollte. Da Rigl aber wußte, daß Philipp seine Anwesenheit nicht gern sah, fand er einen Grund, abzusagen. Gleichzeitig teilte er dem Major und Fräulein Claypole mit, daß ei am Samstag morgen abreisen und am Freitag nachmittag kommen und sich dann von ihnen verabschieden wolle. Als er den Weg hinausschritt, der zur Villa Coetmor sührte, sah er Oriana, die Stirn ans Fenster gedrückt, am Fenster des Wohnzimmers stehen. Er war bestürzt über ihren Ausdruck, der sich ihm in ganz ungewohatem Lichte zeigte; das Gesicht hatte einen nervösen, gequälten Zug, die Augen verrieten iunere Aufregung. Während er noch „ögerte, ob er sie stören solle, wurde sie seiner ansichtig, und augenblicklich veränderte sich ihr Aussehen; der schmerzliche Ausdruck wich der freudigen Ecleichterung. Einen Augenblick später trat sie ihm an der Tür des Wohnzimmers entgegen und ihre Stimme zitterte, als sie ihn begrüßte. „Sie wollen also fort, wirklich fort?“ fragte sie und führte ihn ins Wohnzimmer. „Ja, erwiderte Rigel.„Ich bin jetzt bereits drei Monate hier; alles nimmt ein Ende, aber am schnellsten das Angenehme. (520 Mann) sowie die 208 Köpfe zählende Mannschaft des„Nautilus“, zusammen 2300 Mann, sodaß sich die Garnison seit 1893 verzehnfacht und seit Frühzayr 1905 versünffacht hat. Ein neuer deutscher Panzer. Niel, 14. Juni. Das zweite Schiff der Deutschlandklasse, das Linienschiff und wird Ende Juni nach Kiel übergeführt weDampfbarkassen. Das Schif, nach Erledigung der Probefahrten in die Hochserstene um den zur Reserveflotte übergehenden Kurfürst Friedrich Wilhelm zu ersetzen. Der neue Mann für Südwest. Ueber den neuen Gouverneur von Südwestafrika, Herrn v. Schuckmann, dessen Ernennung allen Deutschen in Südafrika wegen seiner gut nationalen sinnung und seines Austretens den Englschhez, eegen über in Kapstadt hochwillkommen war,„####### Sverleutnant a. D. Wettstein in Heidelberg der„Tägl Zahlreich: Beispiele wären zu nennen, wie Schuckmann sich Respekt zu verschaffen wußte. für viele: Schuckmann war, wie alle Konsuln, Parade am Geburtstag der Königin eingeladen den. In Legationsratsuniform schritt er, eine hochTribüne zu, und aller Augen wichteten sich auf den in Kapstadt weit und breit bekannten German consul general. Schuckmann erkannte aber, daß man ihm, demn Vertreter des Reichs, keinen Platz auf der Tribüne reserviert hatte, sondern, daß er sich mit allen möglichen Leuten, womöglich mit„coloured people“ um e. nen Platz streiten sollte. Den Kopf hoch und angemessenen Schrittes ging er, wie er gekommen war, zurück, und wieder lenkten sich alle Augen auf„The German consul general“, der darauf verzichtete, der Parade zuzusehen. Die ganze Stadt sprach davon, und am nächsten Morgen— wurde auch die„fällige“ engersten Adsutanten Milners dem Generalsoniul überbracht!— Viel ließe sich von Schuckmanns WBie ernente Anwesenheit deses ka wird auch für die Deutschen in Britisch Sidafrika nicht ohne Vorteil sein, die dann einen festen Annhatt an ihm haben werden. Wegen Spielens gemaßregelte Offiziere. Die Hannoversche Spielergeschichte hat sich noch vor der Ankunft des Kaisers in Hannover verschärft. Es erging nach der„Berl. Ztg. eine Kabinettsorder dem Hannover verlassen mußten. Das an der des neuen Kursus am werden. Offiziere, die weiter dem Spiel huldigen und deren Namen dem Kommandeur genannt werden, erhalten den schlichten Abschied. Das Krönungsjubiläum in Budapest. Mit zwiespältigen Gefühlen feierte jährige Jubiläum seiner Krönung als König von Ungam, denn der Vrisede vn, uchrähfy, Bater) 1867 mit das Ungarn der Deak und##ndrassy(Ecter, 1807 mit dem Monarchm schloß, It o,grong und dem herrund seit Jahren herrscht zwischen Krene uns dem herr schenden Stamme in Ungarn ein ununterbrochener Kampf, über dessen Bitterkeit die immer neuen LoyaWestfalen und Rheinland **(Die Westfalenfahrt nach Elberfeld.) Das Programm für die am Sonntag, den 16. Juni statfindende Westfalenfahrt nach Elberfeld ist nunmehr in allen Teilen sertiggestellt. Dank der Unterstützung, die das Elverfelder Verkehrsvereins auch und den kommumalen 1 Westfalens gesunden hat, verspricht die Bez eine recht rege zu werden. Auf vielfache Anfrage sei mitgeteilt, daß die Beteiligung won Damen selbstverständlich nicht nur gestattet, sondern zur weiteren Belebung der festlichen Fahrt sehr gerne gesehen wird. Sodann sei weiter mitgetestlt, daß für die Teilnehmer am der Fahrt der Zutritt zu allen programmmäßigen Veranstaltungen ohne weitere Nebenkosten offen steht. Eine Ausnahme macht nur das Kabarett des Rest'schen Solo=Quartetts, für wellches, wegen der damit verbundenen hohen Kosten, ein Eintritsgeld von 50 Pfg. erhoben wird. Der Sonderzug wird am Hauptbahnhose Elberfelds von der Kapelle des 1. Lothringischen Pionier=Bataillens Nr. 16 aus Metz empfangen. Unter den Begrüßungschören dürfte der machtvolle Chor„Frühlingszelt“ von Karl Wilhelm besonders interessieren. Bei der Festtafel wird u. a. das Westfalenlied mit Begleitung von Militärmusik sungen. Dasselbe Lied kehrt am Abend eigens für diesen Tag komponierten Nummer des Städt. Orchisters„Hoch Westfalenland“. Der„Allgemeine Turnverein“ wird in einer Stärke von 100 Mitgliedern Stabübungen, Uebungen für Sturm=Hochsprieigen und schwierige Uebungen, am ausführen. Das Männer=Quartett„Liederkranz“(60 Sänger) wird Lieder vom Rhein und Volkslieder vortragen. Außerdem findet in einem besonderen Saale nach den Klängen einer Bauernkapelle Tanz statt. Auf dem Festplatze mit Schießbuden usw. wird ein Brillant=Feuerwerk abgebrannt. Es sei ausdrücklich erwähnt, daß bei ungünstiger Witterung die Stadthalle mit ihren größten Räumlichkeiten, von denen der große Konzertsal allein 2500 Personen faßt, ausreichend Raum für tausende Gäste bietet. Der Eisenbahndirektion ist es erwünscht, daß die Festteilnehmer sich zeitig vor der Abfahrt des Sonderzuges 9,36 Uhr auf dem Bahnhofe in Hagen einfinden. Kouponbücher zu 4 Mark sind bis Samstag abend in den bekannten Verkaufsstellen zu haben und gegen Nachnahme portofrei zu beziehen durch die Geschäftsstelle des Elberfelder Verkehrsvereins. * Ahlen, 14. Juni.(Vom Schicksal schwer betroffen) wird die Familie des Kanzleirats Rolf; deren Sohn in Warendorf ertrunken ist. Im vergangenen Jahre, anfangs Janaar, mußte sie ihren hoffngsvollen 24jährigen Sohn Dr. med. Franz Rolf, nur wenige Tage krank darniedergelegen hatte, Grabe tragen. Wenige Jahre vorher war demselbereits ein Bruder mitten aus dem Studium im Tode voraufgegangen. Der schmr# Jamilie bringt man herzliches Mitleid entgegen. * Lette, 14. Juni.(Gestörte Hochzeitslfeier.) Gestern nachmittag gegen 3,30 Uhr ging hier ein schweres Gewitter, verbunden mit Platzregen und orkanartigem Sturm nieder. An Feld= und Gartenfrüchten ist ein nicht unbedeutender Schaden angerichtet worden. Sehr schlimm erging es einer Hochzeitsgesellschaft von 120 Personen, die in einem Zelte bei Wirt Averbeck an der Hochzeitstafel saßen. Das Zeltdach stürzte ein, Ströme Wassers erg War denn der Aufenthalt in England Ihnen wirklich müssen bedenken, daß ich zum erstenmal sie leidenschaft„Wenn ich das auch noch so gern möchte, es geht nicht. Ich bin nicht Herr von Schloß Redcliffe. Sie atmete schwer, dann flüsterte sie fast unhörbar: „Lassen Sie uns nicht vom Unmöglichen träumen, e ere Uinmöglichen, wiederholte sie langsam und fuhr sich mit zartgeformter Hand über die Stirn, als wolle Ich habe ost an das denken müissen, Peizen Bgg gerichteter Gedanke die Macht habe, Wünsche sagte sie, indem nervös mit einem Fächer spielte. Jat sich habe es getan, bis mir von der bov o Sie sich schon semals von einer unbekannten Macht gedrängt gefühlt, die Ihnen Ihre Herz verbot?“ setzte sie dann hinzu. Sie hatte sich vorgebeugt und sprach fast im Flüstertone. Niemals," antwortete er überrascht. „Aber ich,“ gestand sie.„Zu Zeiten fühle ich mich so von einer Regung beherrscht, daß ich sie kaum bemeistern kann, und ich kann sehr verstehen, wie Menschen dazu getrieben werden, Taten zu begehen, über die sie nachher keine Rechenschaft ablegen können, und die sie ihr ganzes ben lang bereuen.“ Das sind gefährliche Gedanken, die Sie vurch Ihren Willen bezwingen sollten, antwortete Rigel erschrocken. „Aber man kann sich doch sicherlich zusammennehmen, b bioyg, Zaum die Worte ausgesprochen, als der Griff des Fächers knarrend unter ihren Händeu zerbrach und dann ins Feuer flog. Erstaunt sah er sie an, und sie stieß nicht widerstehen““sagte sie.„Ich fühlte, daß ich es mußte, „Sie hätten es vielleicht beiseite legen können, so noch bei vor,„Ferzichung ausweichen, anwortete site Dann fügte sie in ernsterem Tone hinzu:„Ich bin heute infolge einer schlaflosen Nacht entsetzlich erregt und habe „Warum haben Sie mir das nicht gleich gesagt,; sagte Rigel bedauernd und erhob sich. O nein, gehen Sie noch nicht! Bitte, noch nicht!“ bat sie.„Sie retten mich vor meinen Gedanken und meiner Angst, und wir sehen uns vielleicht lange, vielleicht Das hängt ganz von Ihnen ab,“ sagte er tröstend. „Von mir?“ fragte sie schnell und in ihren Augen „Ja. Wenn Sie Phlipps Frau sind, hoffe ich doch, daß Sie mich nach Schloß Redeliffe einladen. Frau, widerholte sie tonlos. Dann erhob sie sich langsam und ging an das Fenster. Rigel, unentschieden, was er tun sollte, beobachtete sie schweigend. Plötzlich wandte sie sich um und trat dicht auf ihn zu; ihr Gesicht war totenbleich und ihre Augen glänz„Wenn ich nun—.—.—“ begann sie mit ziternder Stimme,„wenn ich nun———“. Sie brach jäh ab und sah ihn flehend an. Ihre Aufregung war so groß, daß sie kaum atmen konnte. Er sah wie sie bebte. „Was ist es denn,“ fragte Rigel besorgt. Sie zögerte und stieß dann die Worte heraus:„Nichts — es ist nichts.“ „Sie vertrauen mir doch? „Unbedingt!“ „Wenn Sie jemals Rat, Hilfe, Freundschaft bedürfe Gehen Sie— es ist besser, Sie gehen," unterbrach sie ihn aufgeregt.„Nein, nein, ich will nichts mehr sagen — ich darf nicht.“ „Mein Vater ist eben nach Hause gekommen, ich höre seinen Schritt in der Halle; Sie können dort mit ihm sprechen. Nein, nein, bleiben Sie hier. Adieu, adien. Und mit fieberheißer Hand berührte sie die seine, flog an ihm vorbei und verschwand, Itigel in genzenlosem Erstaunen zurücklassend. 7. Kapitel. Während der Nacht. Rigel sagte dem Major ein paar Abschiedsworte; dann eilte er fort aus der Hörweite dessen, was der kleine Mann in glücklicher Ahnungslosigkeit von den inneren Qualen Die Flucht aus der Billa war eine unendliche Ereichterung für Rigel nach seiner Unterredung mit Oriana. schweigenden Tälern, über die undentlich schimmernde Berge zu wachen schienen wie Riesenschildwachen über ein verzaueinmal den Kopf wandte, sah er aus einem der oberen Fenster der Villa, wahrscheinlich aus Orianas Zimmer, einen gelblichen Lichtschein dringen. Er atmete tief auf wie iin Mann, der einer drohenden Gefahr entronnen ist, und wieder überkam ihn jenes seltsame Gefühl der Furcht, das er beim ersten Anblia Orianas seitdem oft empfunden hatte. Erst als er den Teufesskopf erreichte, blieb er stehen, denn der Anstieg hatte ihm den Atem genommer. Es reizte ihn, an den Rand des Abgrunds zu treten und Buch zu sehen.(Gorfs. solgt.) werten wurden später ohnmächtig aus einer Wasserpfütze hervorgezogen, unter der Pumpe vom größten Unrat gereinigt und ans Herdfeuer gesetzt, wo sie bald wieder zu sich kamen. Sämtliche Hochzeitstoiletten, besonders die der Damen, machten einen bemitleidenswerten Eindruck. * Dümpten, 14. Juni.(Einen eigenartigen Unfall) hat hier der praktische Arzt Dr. Uhlenbruch erlitten. Ein mit Lymphe gefülltes Glas zerbrach ihm zwischen den Fingern und ein Glassplitter drang ihm in die Hand bis auf den Knochen. Die Hand schwoll schnell an und es wird wohl eine Operation nicht zu vermeiden sein. Der Zustand des Arztes ist, wie man hört, nicht unbedenklich. * Duisburg, 14. Juni.(Ein schweres Unglück) ereignete sich bei der Reparatur eines Hochofens auf den Kruppschen Werken in Rheinhausen. Dadurch, daß sich eine sogenannte Glocke festsetzte, wurde eine heftige Explosion herbeigeführt. Außer dem Betriebsführer Körfer, dem Obermeister Knaus und dem Werkmeister Könnings erlitten 14 Arbeiter zumteil schwere Brandwunden. Einige, die leichter verletzt waren, konnten die Arbeit wieder aufnehmen. * Meppen, 14. Juni.(Die Schwierigkeiten beim Sicheusenbau.) Wie bereits berichtet, haben sich dem Ausbau der zweiten Schleuse große Schwierigkeiten entgegengestellt. Eine starke Quelle, welche bekanntlich auch bei der Kanal= schleuse in Meppen den Einsturz des südlichen Schleusenhauptes herbeiführte, macht das Legen des Betons zur Unmöglichkeit. Eine Baukommission hat bereits vor einigen Wochen an Ort und Stelle Erhebungen angestellt und man ist, wie jetzt bestimmt verlautet, zu dem Entschluß gekommen, Pfahlreste herzustellen, um so die Fertigstellung der Schleppzugschleuse zu ermöglichen. Allerdings wird der für den Bau derselben ausgeworfene Betrag von 1025000 d durch diese Bauschwierigkeit erheblich vergrößert werden müssen. Nechtspflege §§(Muß der Vater seinen Sohn einjährig=freiwillig dienen lassen?) Mit der interessanlen Frage, ob ein Vater verpflichtet sein kann, seinen Sohn als Einjährig=Freiwilligen dienen zu lassen, beschäftigte sich das Oberlandesgericht Hamburg. Es kam zu dem Ergebnis, daß der Vater dann verpflichtet sei, wenn er ihm eine bessre Erziehung und Ausbildung habe zuteil werden flassen, und wenn er dazu imstande sei, die osten zu tragen. Nach§ 1610 des Bürgerlichen Gesetzbuches bestimmt sich das Maß des Unterhalts, den der Vater seinem Sohne zu gewähren hat, nach der Lebensstellung des Sohnes; der Unterhalt umsaßt aber den gesamten Lebensbedarf. Auf Grund dieser Vorschrift verurteilte das O.=L.=G. Hamburg einen Vater, seinem Sohn die Mittel für den einjährig=freiwilligen Dienst zu gewähren. Der Beklagte hatte ein jährliches Einkommen von 16000 Mark bis in die letzte Zeit habt. Der Kläger hatte eine gute Schulbildung genossen und die Befähigung für den einjährig=freiwilligen Dienst erworben. Der Beklagte hatte ihn dann noch die Baugewerksschule besuchen lassen und durch alles dies bekundet, daß er ihn für einen besseren Beruf bestimmt habe. Unter solchen Umständen konnte er ihm nicht zumuten, als gewöhnlicher Soldat zu dienen. Das hätte dessen eigener Bildung und seinen späteren Berufsverhältnissen nicht entsprochen. Da der Kläger selbst kein Vermögen besaß, war der Beklagte verpflichtet, ihn in den Stand zu versetzen, standesgemäß aufzutreten; dazu gehörte, daß dieser alls Einjährig=Freiwilliger diente. Der Beklagte wurde deshalb verurteilt, nicht nur dem Kläger die Kosten für den einjährig=freiwilligen Dienst zu gewähren, sondern auch die von den zuständigen Behörden erforderten Erklärungen abzugeben, um ihm formell die standesgemäße Ableistung der Dienstpflicht zu ermöglichen. Der Kläger hatte 450 Mark vierteljährlich im voraus gefordert; auch an der Höhe dieser Summe nahm das Gericht keinen Anstoß, sodaß es den Zuschuß auf 1800 Mark als das notwendige Maß der Kosten für das„einjährig=freiwillige Jahr" festsetzte. Voraussetzung der Verpflichtung ist freilich, daß durch deren Erfüllung der Vater nicht den eigenen standesgemäßen Unterhalt gefährdet. Zu darben braucht er also nicht, um seinen Sohn ein Jahr freiwillig dienen Zu lassen. Büchertisch. Hinaus in das grüne Waldrevier zieht es mit unwiderstehlicher Macht den Weidmann, dorthin, wo es vom Vogelsang widerhallt, wo neues, junges, kräftiges Leben sich allenthalben entfaltet, wo der Mensch sich frei fühlt und Herr ist unter Freien. Jetzt tritt morgens und abends der schlaue Bock im roten Sommerkleide mit frisch gefegter Krone, deren weiße Enden hell leuchten, aufs Feld hinaus, und ihm gelten die Mühen und rastlosen Birschen des Morgens vor Tau und Tag, des Abends bis zum Sonnenuntergang, uns wenn er auf der Decke liegt, dann ist des Weidmanns Sehnen gestillt bis zum nächsten Morgen. Von Weidmannssorgen und Weidmannsfreuden plauder und erzählt uns die bekannte Jagdzeitung„St. Hubertus“ in Cöthen(Anhalt), und würziger Waldesduft weht den Leser aus ihren Zeilen an. Belehrende Aussätze auf allen Gebieten der Jagd, Naturwissenschaft, Fischfang und Hundezucht geben gute Anleitung dem jungen Anfänger, unterhaltende und praktische Winke dem erfahrenen Jäger und reiche Erinnerung an seines Lebens schönste Tage dem Jägergreis. Den hervorragendsten Jagdschriftstellern, den vorzüglichsten Malern begegnen wir hier in ihren besten Schöpfungen. Bilder und Abhandlungen ergänzen sich zu einem prächtigen Ganzen, und so erreichte und so erhält der„St. Hubertus“ seinen Ruf als reichhaltigste und bestillustriert= Jagdzeitung. Nur 2 Mk. tostet das vierteljährliche Abonnement bei jedem Buchhändler und jeder Postanstalt. Interessenten erhalten jederzeit von der Geschäftsstelle(Cöthen, Anhalt) Probenummern gratis und portofrei. Vermischtes. *(Die Kriechkur.) Von einer neuen Kur, der sogen. Kriechkur, wird aus London berichtet; es handelt sich aber nicht, wie man wohl glauben könnte, um ein Wettkriechen vor hohen Herrn, sondern um etwas anderes. Weil mehrere Aerzte erklärt haben, daß der Mensch weit mehr Krankheiten unterworfen sei als die vierfüßigen Tiere, und daß die vertikale Haltung gewissen Muskeln und gewissen Organen Schaden bringe, kriechen jetzt täglich viele Leute mindestens eine halbe Stunde in ihren Wohnugen umher. Da sie behaupten, daß sie sich bei dieser„Rückkehr zur Natur“ recht wohl fühlen, finden sie vielle Nachahmer, und der Tag ist vielleicht nicht fern, wo große Rasenflächen auf öffentlichen Spazierwegen für die Kriecher abgegrenzt werden müssen. Vielleicht kommt dann auch bald ein Arzt, der ihnen empfiehlt, zur Vervollständigung der heilsamen Kur Gras zu fressen, wie es der selige Nebukadnezar getan haben soll. ? N i c h t r e c h t z u m a c h e n. Z u c h t h a u s d i r e k t o r( z u m vorgeführten Sträfling, der bereits 23 Jahr: Zuchthaus verbüßt hat):„Sie sind auf Allerhöchsten Befehl begnadigt worden und sollen heute noch entlassen werden.“—„Unser einem wird och nischt gegönnt, nich amal's 25jährige Jubiläum loassen's einem feiern.“ Wetterbericht der deutschen Seewarte. 16. Juni: Teils heiter, normal, warm, windig. 17. Juni: Wolbig, Regen, windig, kühler. 18. Juni: Veränderlich, ziemlich kühl, windig. Gottesdienste Evangelisch=reformierte Gemeinde. 9½ Uhr: Pastor Terberger. Evangelisch=lutherische Gemeinde. Sonntag 8 Uhr: Pastor Graev 9½„ Pastor Wischnath 8¼„ Kndrguesdienst. Vereine und Versammlungen. Sonntag 4, Jungfrauenverein. Freitag 8¼, Vorbereitung zum Kindergottes iens. Evangelische Stadtmission Kuhstraße 7. v: N 8 Uhr: Blaukreuzgebetsstunde u. Veroflich ungsgelegh, s. Zuammegrmut zum Abmarsch nach Aplerbeck zwecks Teill ahme an der Gemeins tafte konserenz. be zzegen) um 3 Uhr im Saal d's Herrn Aplerb ck. Bahnhofstr.(gemeinschaftl Kaffeeiriaken)— Gem. Chor und Bibelstunde salten aus. 8 Männer= und Jüngling verein. Mont g 8½: Uebung des Gemischten Choles Evangelischer Männer= und Jünglingsverein Schwerte. Diens ag 8½„ Posauneackor. Mittwoch 8½ Uhr: Gebetsstunde Donnerst. 8½„ Männerchor Freit. A. 8½„ Bibelbesprechsturde H Samst A. 8„ Turnen in der städtischen Tuenhalle. Gottesdienstordnung der kath Pfarrkirche. Vormi tags: 6½ Uhr Stille hl Messe. Pr. Schnurbus. 7¼ Uhr Frühmesse m. Predigt. 9 Uhr Schulmesse m. Predgt 10¼ Uhr Hochamt m. Predigt. Koplan Ricke. Nachmittags: 2½ Uh: Mai indacht. Lichtendotf 8 Uhr Frühmesse. Vikar Böddicke:. 10 Uhr Hochamt m. Predigt: 2 Uhr Ai dacht. bearbeitet von der F K?? FKuft! Krere Ketaffl Sorsstreu S. Lethaus 1Ur0 Tafelform, Planos u. Flügel, eingetauscht in Monats-Raten von Mk. 8— an abzugeben. Planchaus Koutattt W Dortmund. Burgwall 21. Auf d. Berge 27 Fernsprecher 845. Magenleidenden teile ich aus Dankbarkeit gern unt uneutgeltlich mit, was mir vo jahrelangen qualvoll. Magen= Verdanungsbeschwerden geholfen hat. A Hoeok, Lehrerir Sachsenhausen b. Frankfurt a. M. Heut u. Dienstag strifft eine besonders große Sendung Faselschweint bei mir ein. M. Neublum. Schlachtviehpreise nach Lebendgewicht. ichte zusammengestellt und nach eigenen## für Viehverwertung der Berlin V., Köthenerstraße 28/29. Auftrieb: Tendenz: Rinder Kälber Schafe Schweine Rinder Kälber Schafe Schweine Ochsen. Berlin am 8. 6 4587 1482 1059 11510 glatt zl glut glatt ff. Holländer Käse per Pfd. 70 Pfg. fl. Schweizer Käse per Pfd. 1.00 ff. Blutwurst per Pfd. 55 Pfg. ff. Plockwurst per Pfd. 90 und 1.10 ff. Cervelatwurst per Pfd. 1.20 ger. Speck per Pfd. 75 Pfg. bei W2447 Wilh. Hark Bahnhofstr. 25. d) gering genährte jeden Alters Bullen a) vollfleischige, ausgemästete bis zu 5 Jahren.. d) vollfleischige jüngere........... c) mäßig genährte jüngere und gut genahrte ältere d) gering genährte Färsen und Kühe. a) vollfleisch., ausemäst. Färsen höchst. Schlachtw. b) vollfleisch., ausgemäst. Kühe, höchst. Schlachtw. c) ältere ausgemgästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen d) mäßig genährte Kühe und Färsen... e) gering genährte Kühe und Färsen.. Kälber. a) Doppellender b) feinste Mast=(Vollmichmast) u. deste Saugkälber c) mittlere Mastkälber und gute Saugkälber d) geringere Saugkälber e) älteresl.gering genährtes Jungvieh(Fresser) Schafe. a) Mastlämmer und jüngere Masthammel b) ältere Masthammel c) mäßig genährte Hammel und Schafe(Märzschafe). d) Holsteiner Niederungsschase und Lämmer Schweine. a) vollfleischige der Rassen u. Kreuzungen bis zu 1. J. b) Käser fleischige c) gering entwiaelte d) Sauen Schlacht. prozente 61 54 50 46 Mr. 46—48 37—89 32—33 29 Mr. 48—49 41—42 86—87 30—33 60 1 38—45 53 48 43 56 52 50 44 42 65 60 54 44 50 48 42 81—33 26—28 Mr. Mr 49 43—44 47-48 37—38 29—32 35—37 44—45 45—46 87-38 40 —233—34 31—99 29—80 43—45 87—38 31—32 26 44—45 90—0° 40—41 45 39 40 89—41 AGeGeSebase SRBaSEE Hotweln, G an Bordeaur5 5 0 garantiert rein, direkter Im. In port vom französisch. Weinbauer pr. Flasche aus dem Haus mit Glas 95 Pfg. H im Ausschank pr. 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Di: Kriminalpolizei von Köln und Mül heim ist eifrigst auf der Suche nach drei Kindern, zwei Mädchen von 13 und 7 und einem Jungen von 9 Jahren, die am Donnerstag nachmittag zur Schule gegangen wären, aber noch nicht eingetroffen sind. Seitdem sind sie spurlos verschwunden. Die Eltern erhielten inzwischen nur eine von der ältesten Tochter in Köln aufgegebene Postkarte des Inhalts, sie möchten sich wegen ihres und der Geschwister Weggehen nicht ängstigen, sie würden selbst sehr bald sehr viel Geld verdienen und es den Eltern schicken. Da kein Anlaß vorliegt, der den Kindern den Aufenthalt im Elternhause irgendwie zu verleiden imstande wäre, wird angenommen, daß von äirgend einer Seite ein Einfluß auf die drei Kinder ausgeübt wurde, um sie zu entführen. Trotz eifrigster Recherchen=und telegraphischer Benachrichtigungoder Behörden hat man bisher keimerlei Spuren von den Kindern entdeckt. * Trier, 14. Juni.(Raubmord.) Die 53jähri de alleinstehende Wittwe Schwarz in dem lothringischen Industrieort Hayingen ist in ihrem Keller ermordet und beraubt ausgesunden worden. Als den mutmaßlichen Raubmörder hat man einen Nachbarssohn verhaftet. Gottenheim mit seinen Futtervorräten und sonstigen Fahrnissen fiel zum Opser. Wien, 14. Juni. In einem Wohnhause der Jugbachstraße brach hestern früh 3 Uhr ein großer Brand aus. Der pensionierte Beamte der Nordbahn Hrangc wurd: ein Opfer der Flammen, seine Tochter erlitt schwere Brandwunden. Sautiago de Chile, 14. Juni. Ein heftiges Erdbeben wird aus Baldivia gemeldet. Eine Anzahl GeLäuse, darunter Pfarrkirche, sowie mehrene Häuser und zwei Eisenbahnbrücken wurden Fünf Persenen sind ums Leben gekommen. ander zerstört. und Sport. Das Rennen im Taunus. Kloster Thron, 14. Juni. Bei dem heutigen KaiserPreisrennen wurde erster Sieger Fiat Wagen 85 in 334 Minuten und 26 Sekunden, zweiter Sieger Pipe Wagen 16a in 339 Minuten 10 Sekunden und dritter ieger und bester Fahrer Deutschlands Opel Wagen in 339 Minuten und 49 Sekunden. Schmitz ist in dem Prozeß, in dem er wegen Erpressung von Geld von französischen Restaurationswirten angeklagt ist, für schuldig befunden. Es ist dies die erste Verurteilung im Antikorruptionsfeldzuge. Industrie und Handel. Gewerkschaft Oespel, Kley bei Dortmund. Von der in der Gewerkenversammlung vom 21, Februar bewilligten Zubuße werden nach einer an die Gewerben ergangenen Mitteilung weiter: 300000 Mark eingezogen werden und zwar in Raten von je 100 Mark auf den Kux am 1. Juli, 1. August und 1. September dieses Jahres. Druck und Verlag von Carl Braus, Schwerte. Verantwortlicher Redakteur: Wilh. Schade, Schwerte. Für den Inseraten= und Reklameteil verantwortlich: Jac. Christ, Schwerte. Flügel, Harmoniums, mit gold. Mecailen### prämiiert, von unübertre ffener Qualitat u. seltener Preiswürdigkeit, liefern nir dirckt an Private auch gegen Raten von 20 Mark dn Gerichtssälen. § Bochum, 14. Juni. Die Strafkammer verurteilte die Bergleute Arntzen und Palis von Recklinghausen wegen Baumfrevels zu je drei Monaten Gefängnis. Die Angeklagten knickten am Abend des 30. April au der Lenkenbecker Chaussee 18 junge Chausseebäume. Der Staatsanwalt hatte gegen jeden 8 Monate Gefängnis beantragt. 8 Posen, 14. Juni. Das heute von der 4. kammer des Landgerichts verkündete Urteil in der Kwileckischen Kinderunterschiebungssache schiebt der Gräfin Wencierska Kwvilecka folgenden Eid zu: Ich schwöre, es ist unwahr, daß mir den am 27. Januar 1897 in Berlin geborenen Sohn die Anietta Andruczewska aus Krakau beigeschafft hat.— Falls die Beklagte sich weigert, den Eid zu leisten, wird das strittige Kind der Klägerin, Frau Lätitia Meyer, zugesprochen. § Freiberg i. Sachsen, 14. Juni.(Skandalöser Brandstistungsprozeß.) In der Verhandlung in dem skandalösen Brandstifterprozeß wurden die unglaublichsten Zustände aufgedeckt, die unter der Feuerwehr des kleinen Städtchens Siebenlehn geherrscht haben.(S. auch die vorgestrig: Nummer der „Schwerter Zeitung.“.) Ein Teil der angeklagten Feuerwehrleute, unter denen sich auch der Branddirektor befindet, der gleichzeitig Bürgermeister war, ist geständig. Die Feuerwehr hat die zahlreichen Brände selbst angelegt. Die Spritzen wurden nur zumteil in Tätigkeit gesetzt. In den Instruktionsstunden der Löschmannschaften wurden die anzulegenden Brände besprochen. Gegen die Leut:, die löschen wollten, wurden bittere Kämpfe geführt. Häuser, die von dem angelegten Brande verschont blieben, wurden demoliert. Die Brandmauern wurden eingeschlagen und brennende Balken in die Nebenräume geschleppt. Auswärtigen Spritzen wurden die Schläuche zerschnitten. Eine Feuerbrunst war immer ein großes Fest. Gestohlen wurde auch immer. Einem Feuerwehrmann soll einmal ein Huhn unter dem Helme hervorgeackert haben. Die Feuerwehr hat sogar eine Liste der wegzubrennenden Häuser geführt. Es hat sogar ein formeller Plan vorgelegen, zu dem, wie die Angeklagten bestätigen, Winke vom Stadtgemeinderat kamen. Es war ganz genau bestimmt, wie man nach den Bränden die Straßen durchlegen wollte. Auch die Prämien für des erste Erscheinen auf dem Brandplatze spielten eine große Rolle, da aus dieser Kasse jährlich drei Fest: abgehalten wurden. Der Hauptbrandstifter ist bezeichz nend genug für die Gewissenhaftigkeit der Siebenlehner Behörde, er ist Inhaber des Feuerwohrvereins= Ehranzeichen. 8 Freiberg i. Sachsen, 14. Juni.(Telegr.) Der im Siebenlehner Brandstiftungsprozeß als Zeuge vernommene Feuerwehrhauptmann Klauß und der Angeklagte, Schuhmacher Stein sind heute erhängt aufgefunden worden, der letztere in der Gefangenenzelle. Kleine Chronik. Karlsruhe, 14. Juni. Im Taubertal ist ein schweres Gewitter niedergegangen, bei welchem der Maurermeister Scheubert von Lauda auf dem Heimwege aus dem Steinbruch vom Blitz erschlagen wurde. Bei einem Gewitter am Kaiserstuhl schlug der Blitz in fünf Gebäude ein. Ein großes Oekonomisgebände in Deutsche Offiziere in London. London, 14. Juni. Generalfeldmarschall v. Hahnke und eine Offiziersdeputation des Infanterieregiments von Göben Nr. 28, bestehend aus dem Regimentskommandeur Oeberst von Loeben, Major Schwickerath, Hauptmann Vogt Freiherr von Hunolstein, Oberleutnant Bornhausen und Leutmant Heinthel sind zur Telfnahme an der für den 15. Juni angesetzten Feier der Enthüllung des Denkmals für den Herzog von Cambridge eingetroffen. Sie werden während ihres Aufenthalts Gäste des Königs sein, der ihnen für diese Zeit Generalmajor Griersen und Major Russel attachierte Sie wurden am Nachmittage vom König empfangen und waren später zum Frühstück beim Herzog von Conmanght geladen. Uebergang einer großen deutschen Besitzung in polnische Hände. Gnesen, 11. Juni. Die Baron Seydlitzschen Erben haben das Schloß Winec im Kreise Mogilno mit 3000 Morgen Land für eine Million Mark an Martin Biedermann in Posen verkauft. Automobilunglück. Frankfurt a. M., 14. Juni. Gestern gegen Abend wurde in der westlichen Außenstadt von einem vom Taunusrennen kommenden Automobil, das nach Mannheim fahren wollte, ein 7jähriger Knabe überfahren und getötet. Der Chauffeur wurde verhaftet, kam aber vorläufig ins Krankenhaus, da er selbst Verletzungen davongetragen hat. Vom Blitz erschlagen. Erbach, 15. Juni. Im Städtchen Gechstein fuhr der Blitz in die Wohnung des Bürgermeisters Bernhard und tötete die im Zimmer befindliche, mit einer Handarbeit beschäftigte Frau des Bürgermeisters. Pulverhaus explodiert. Teplitz, 15. Juni. Bei der Revision des Pulverschuppens in Kaden in Böhmen ließ ein Lehrling ein brennendes Streichholz fallen, wodurch eine surchtbare Explosion erfolgte. Türen und Fenster wurden zertrümmert, das Hans droht einzustürzen. Zwei Personen wurden getötet, drei schwer verwundet. Zur Lage in Südfrankreich. Toulouse, 15. Juni. Marcellin Albert, der Führer der Winzerbewegung, telegraphierte an die Bürgermeister der beteiligten Städte: Wir haben keine Besehle von dem Ministerpräsidenten entgegen zu nehmen. Ich ersuche Sie, sich hiernach zu richten. Der neueste Raub in Rußland. Tiflis, 14. Juni. In einem Postzug auf der Strecke Alexandropol=Tiflis überfielen heute sieben Männer einen Kassierer und raubten ihm annähernd 25 000 Rubel. Die Räuber töteten bei ihrem Ueberfall einen von den den Zug begleitenden Schutzbeamten und machten einen zweiten kampfunfähig, indem sie ihm seine Waffen abnahmen. Ein Fahrgast und die Schaffner wurden von den Räubern gezwungen, sich unter die Wagenbänke zu kauern. Nach Erreichung ihres Zwecks ließen die Räuber den Zug halten und entwichen ins Gebirge. Zur Duma=Katastrophe. Petersburg, 15. Juni. Die von Stolypin verfolgten 16 Dumaabgeordneten sind bereits verhaftet und in das Gefängnis eingeliefert worden. Durch starke Aufgebote von Polizei und Gendarmerie wurden die Ausgänge der Duma besetzt. Im Hause fanden wildbewegte Debatten statt. Beinahe wäre es zu einem Kampfe zwischen den Parteien gekommen. Ein großer Teil der Abgeordneten, die bisher im Lager der Opposition standen, hat sich durch das sichere Vorgehen Stolypins einschüchtern lassen, und stimmt jetzt der Auslieferung der ganzen sozialdemokratischen Fraktion zu. Ausschlaggebend sind die Polen, diese schwanken noch. Vom Balkan. Saloniki, 14. Juni. Bei Vitolista im Bezirk Tikvesch hat eine 70 Mann starke bulgarische Bande mit einer ungefähr 100 Mann starken griechischen Bande einen heftigen Kampf gehabt. Bei der Annäherung von Truppen entflohen die Kämpfenden. Die Bulgaren hinterließen 15 Tote.— In Drenowo im Bezirk Köprülü wurden elf Häuser von einer serbischen Bande eingeäschert. Amerikanisches Sittenbild. 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Der Unterricht umfaßt: Obstweinbereitung, und Behandlung desselben im Keller, sowie Behandlung kranker Weine, Bereitung von Essig, Branntwein, Beerenwein, Schaumwein und alkoholfreien Getränken, Untersuchung von Reinhefen, Kahmhefen und Schimmelpilzen, ferner des Mostes auf Zucker=Säure. Bereitung von Mus, Gelee, Marmelade und Pasten; Herstellung und Aufbewahrung von Konserven und Obstsäften, Dörren des Kern=Steinobstes, und des Gemüses Obsternte, Sortierung, Aufbewahrung und Verpackung des frischen Obstes, Gurken, Kraut= und Bohnensäuerung. Das Honorar beträgt 6 Mark, für Nichtpreußen 9 Mark. Unterkunft für die Frauen besorgt die Direktion, an welche auch die Anmeldungen zu den Kursen bis spätestens 14 Tage vor Beginn derselben zu richten sind. W Geisenheim a. Rhein, den 16. Mai 1907. Die Direktion. Samstag, Sonntag und Montag verabreiche ich trotz der billigen Preise Osppelts dig. Rabattilarken Für 250 Marken zahle ich 3 Mark in bar. 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