Amtüches Kreisbialt lur den kien Borat. Su S Nr. 120. K S Sonnabend nen 25. Mai 1907. Gouverneur v. Schuckmann. Berlin, 24. Mai. Die Ernennung des Herrn von Schuckmann zum Gouverneur von Deutsch=Südwestafrika hat nicht verfehlt, einiges Aufsehen zu erregen, das sich mit dem Bedauern paart, daß schon wieder ein Wechsel auf diesem wichtigsten Gouverneur=Posten stattfindet. Beiläufig bemerkt, zeugt die Notwendigkeit, Herrn von Lindequist zum Unterstaatssekretär zu ernennen, auch dafür, wie wenig man es bisher im Kolonialamt verstanden hat, für Nachwuchs zu sorgen. Es ist ja sehr begreiflich, daß der Staatssekretär einen Stellvertreter haben möchte, der unsere Kolonien und deren Verwaltungspraxis aus eigener Tätigkeit genau kennt; bisher freilich wurden die alten Afrikaner in der Kolonialabteilung nicht allzu gern gesehen, und mancher Beamte, der viele Jahre in den Kolonien tätig war und dort tropendienstunfähig geworden ist, der aber hier im Kolonialamt noch ausgezeichnete Dienste leisten könnte, verzehrte irgendwo in notgedrungener und schmerzlicher Untätigkeit seine Pension. Wenn etwas übrigens mit dem neuerlichen Wechsel in Südwest versöhnen kann, so ist es die Person des Nachfolgers Lindequists. Herr von Schuckmann ist eine außerordentlich bewährte Kraft, die man vor 7 Jahren ungern in der besten Manneskraft aus dem Dienste scheiden sah; er ging damals, weil ihm die Atmosphäre des Auswärtigen Amtes nicht sonderlich behagte. Kurz vorher war er aus Kapstadt abberufen worden, trotzdem er seinen Posten dort ausgezeichnet ausfüllte, weil er vermutlich gerade deshalb bei der englischen Regierung sehr wenig beliebt war; er war eines der ersten Opfer jener Schwenkung der deutschen Politik, die vom Krüger=Telegramm zum deutsch=englischen Afrikavertrage vom Jahre 1898 führte. Bei den Deutschen Kapstadts war Schuckmann außerordentlich beliebt, weil er rücksichtslos für das Deutschtum eintrat, und insbesondere für jene halbe Naturen, die schon auf dem Wege der Verengländerung waren, sehr wenig übrig hatte; von englischer Seite warf man ihm auch seine große Burenfreundschaft vor. Man kann also wohl bestimmt darauf rechnen, daß Herr von Schuckmann in Südwest ein stramm deutsches Regiment führen wird, während ihm andererseits seine Kenntmis südafrikanischer Verhältnisse, die Behandlung der Buren, die eine große Zukunftsfrage für Südwest bilden, sehr erleichtern wird. Mit etwas mehr gemischten Gefühlen dürfte man wohl in der Kapkolonie seine Ernennung aufnehmen, indes stehen die Dinge hier so, daß bei den Neuwahlen, die für den Herbst ds. Is. bevorstehen, das gegenwärtige imperialistische Kabinett Jameson sicherlich die Majorität, die jetzt schon meist nur eine Stimme beträgt, verlieren und das Ministerium in die Hände des Afrikanderbunds übergehen wird; in diesen Kreisen erfreut sich Schuckmann aber der größten Hochachtung. Schließlich sei noch erwähnt, daß Herr von Schuckmann in den letzten Jahren sich ganz der Bewirtschaftung seines Gutes gewidmet hatte, daß er also auf landwirtschaftlichem Gebiet praktische Erfahrungen besitzt; und dies ist in einem Lande, dessen Zukunft vor allem auf dem landwirtschaftlichen Gebiete, insbesondere der Viehzucht, beruht, von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Zur weiteren Charakteristik des neuen Mannes dienen auch die folgenden Ausführungen: Berlin, 24. Mai. Im„Reich“ schreibt man über rrn von Schuckmann:„Als zu Caprivis Kanzler= zeiten bennruhigende Meldungen aus Kamerun mit der Bitte um Truppen einliefen, wurde statt deren nur ein Legationsrat hinausgesandt, der durch Verfügungen und Verhandlungen die Eingeborenen bändigen sollte. Dieser war Herr von Schuckmann. Er zog indessen alle irgend verfügbaren Streitkräfte zusammen und in einer Reihe von blutigen Kämpfen gelang es ihm, die Aufständigen zu zerstreuen. Herr von Schuckmann erhielt dafür den Roten Adlerorden mit Schwertern. Später, als er Generalkonsul in Kapstadt war, fürchtete Cecil Rhodes den knorrigen, märkischen Edelmann mit dem frommen Gemüt, dem durchdringenden Verstand und dem überzeugten Patriotismus. Und der Rhodes'sche Einfluß reichte weik genug, um nach verhältnismäßig kurzer Zeit Schuckmanns Ersetzung durch einen Mann zu erwirken, der den Engländern weniger unbequem war. Nach kurzer weiterer Tätigkeit im Auswärtigen Amte nahm Herr Schuckmann 1900 den Abschied zur Uebernahme des väterlichen Gutes.“ Kleine politische Nachrichten. London, 23. Mai. Bemerkenswert ist die veränderte Stellungnahme der Presse gegenüber der geplanUnser Wochendichter. „Die Welt in Blüte!“ Das ist so schön im Monat Mai: Es steht die Welt in Blüte; Rings prangt ein buntes Vielerlei Von auserlesener Güte! Die Zweige hängen blütenschwer, ward die Flur zum Blütenmeer, Das ist an allen Enden Ein Blüh' und Düftespenden! Von blüh'nden Gärten wunderbar Singt uns des Dichters Ode, Und neue Blüten treibt sogar Im Monat Mai die Mode. Es trägt kokett manch blühend Kind Auf lichtem Hut ein Blumgewind, Auch blüht, wo Moden reizen, Der Konfektion der Weizen! Es blüht im Lenz so vielerlei, Es blüht wohl auch die Liebe, Die goldene Jugend singt im Mai: Ach, daß es stets so bliebe! Es sucht der Knabe lieberglüht Den Pfad, an dem ein Röslein blüht; Wenn Weißzdorn blüht und Flieder, Erklingen Liebeslieder! Die Jugend schwärmt mit leichtem Sinn, Die Alten aber ziehen Nach einem„feuchten“ Plätzchen hin. Wo flüss'ge Blumen blühen, Und wo der Gartenwirt sich mühr Und hofft, daß sein Geschäft erblüht, Dort preisen sie die Güte: Von Blumen und von Blüte Auch Redeblüten kommen vor (Beim fünften, sechsten Glase), Es blüht die Frende, der Humor, Es blüht sogar die Nase! Das ist ein Blühen hier und dort, Es blüht die Lust, es blüht der Sport Und lockt zu neuem Wagen An schönen Maientagen! Es blühen Wald und Wiesenplan Und stählen unsere Kräfte, Nun konstatiert die Eisenbahn: Es blühen die Geschäfte! Rundreisen finden wieder statt, Auch offeriert schon jedes Bad: Abnahme läst'ger Rundheit Und: blühende Gesundheit! Es steht, sind sonst die Mittel da Die Reiselust in Blüte, Herr Dernburg reist nach Afrika (Natürlich erster Güte); Bald depeschiert er nach Berlin: Es blühen unsere Kolonien, Doch werd ich um ihr Blühen Mich weiterhin bemühen! Es bringt die Zeit uns vielerlei, Das wohl tut dem Gemüte. Das beste aber ist im Mai: Es steht die Welt in Blüte! Die Zweige hängen blütenschwer, Es ward die Flur ein Blütenmeer Und so zum Lustbereiter Für Jung und Alt! Ernst Heiter. ten Gründung einer Deutschen Bank in Bagdad wegen Erbauung einer Eisenbahn Teheran=Bagdad=Kerbela. Der„Standart“ betont, daß kein Anlaß zu einer feindlichen Haltung bestehe, und empfiehlt den Engländern die finanzielle Beteiligung, zumal die Aussichten auf Gewinn vorzüglich seien. Wien, 24. Mai. In Trzebinja(Westgalizien), wo der Sozialdemokrat Krurawski in Stichwahl steht, schossen am 23. Mai Gendarmen nach einer Wahlversammlung in die Volksmenge. 8 Sozialdemokraten wurden getötet, 40 verwundet. Aus Stadt und Schwerte, den 25. Mai. *(Die„sangesreiche" Nachtigall) läßt wieder ihr Lied wiederum ertönen, dessen geheimnisvoll lockender Zauber auch im Menschenherzen die Sehnsucht weckt nach Liebe und Liebesglück, denn was der kleine Vogel in die dunkle Nacht hinausfubelt und klagt, das sind die Klänge von dem Empfinden, wie es gleich mächtig auch bei uns vernunftbegabten Wesen, freilich oft tief verborgen in der Seele, lebt. Das„Klagen“ im Gebüsch erfüllt uns mit ähnlichen Gefühlen und darum wurde schon in alter Zeit der schlichte Vogel mit der wunderbaren Kehle der Bote aller Verliebten. Wieviele Volkslieder preisen die Nachtigall als Schützerin verschwiegener Neigung, die sich vor den entweihenden Blicken der Menge zurückzieht in die stille Einsamkeit, wo sie ihr Glück genießen will! Sind die beiden getrennt, die won einander nicht lassen möchten, dann lauscht der Jüngling mit inniger Sehnsucht in die Nacht hinaus, wo d. kleine Vogel das singt, was auch ihn übermächtig und leidenschaftlich bewegt und das Mädchen hört bei geöffnetem Fenster die schmeichelnden Tön: lockender Liebeslust, die in ihrem Gemüt ein lebhaftes Echo finden.„Nachtigall“ nennt man die Botin der feinsten Seelenschwingungen, weil das althochdeutsch: Wort„gellan“(laut singen, tönen) ihrem Gesang die rechte Bezeichnung gibt und die Zeit der schweigenden Dunkelheit, die von Dichtern gelobte Nacht, die wunderbaren Töne werdenden Rufes entstehen läßt. Wenn dann der Mond aus düsteren Wolken hervorschaut und kein Lüftchen sich regt weithin, dann erwacht der perlende Triller, das„Schluchzen“ der Nachtigall. Das unscheinbare Federkleid des Tierchens, das sso gar nichts von dem verrät, was in seinem Innern an Schönheit verborgen ist, spielt in manchen Fabeln eine Rolle. Gleim und Gellert haben schon bewiesen, daß im Wettstreit der Vögel die schlichte, bescheidene Philomele alle anderen Mitbewerber besiegt hat. Ihren griechischen Namen verdankt sie einer sinnigen Sage. Philomela war nämlich ursprünglich die Tochter des athenischen Königs Pandion, die, um ein Verbrechen ihres Schwagers nicht verraten zu können, von diesem der Zunge beraubt worden war. Aus Rache tötete sie dessen Sohn und setzte denselben seinem Vater als Speise vor. Mit Hilfe ihrer Schwester gelang es ihr, zu entfliehen, die Mädchen wurden je in einen Vogel verwandelt, Prokne in eine Schwalbe und Philomela in eine Nachtigall. Als solche konnte sie das ihr angetane Leid in ihrem Gesang den mitleidigen Menschen klagen und menschlich klingt uns noch heute das„Schlagen“ im Fliederbusch in nächtlicher Ruhe. Persische Dichter nennen die Sängerin des Waldes sinnigerweise„Die Rose unter den Vögeln“ *r(Als Wirkung des„Bremserlasses“) verzeichnen rheinisch=westfälische Blätter, daß zurzeit im Ruhrgebiet 280 Lehrerstellen micht besetzt sind, angeblich 50 allein in dem 60 000 Einwohner zählenden Hamborn. Die größeren Gemeinden bereiten eine Eingabe an den Kaiser vor. **(Zum Kaisermanöver.) Nach neueren Anondnungen soll der Schauplatz der diesjährigen Kaisermanöver sich wesentlich weiter erstrecken, als anfänglich geplant war, und zwar wird neben dem Kreise Hörter auch der Kreis Warburg zu seinem größten Teile herangezogen werden; die Divisionsmanöver werden in den Kreisen Lippstadt und Paderborn abgehalten und zumteil auch den Kreis Büren in Anspruch nehmen. Das Hauptquartier des Kaisers wird in der Mitte des Kaisermanövergeländes auf Schloß Corvey * bei Hörter, wie schon früher gemeldet, sich befinden. Wie verlautet, werden die beiden gegeneinander operierenden Armeekorps, das 7. und 10., durch größere Abteilungen des 11. Armeekorps verstärkt werden. In den Nächten der Tage des eigentlichen Kaisermanövers, 9., 10. und 11. September, wird allgemeines Biwack stattfinden. **(Berufs= und Betriebszählung.) In einem Runderlaß bezeichnet der Minister des Innern eine möglichst rege Beteiligung der Beamten als freiwillige Zähler und als Mitglieder der zu bildenden Zählungsausschüsse zur ordnungsmäßigen Durchführung der am 12. k. Mts. stattfindenden Berufs= und Betriebszählung als dringend wünschenswert. Den betreffenden Beamtem soll die hierzu erforderliche Diensterleichterung gewährt werden. **(Den Mitgliedern des evang. Arbeiter= und Bürgervereins) nochmals zur Mitteilung, daß die molgige Monatsversammlung punkt 11 Uhr vormitim Vereinslokale Rath stattfindet.(Tagesordnung s. im Inseratenteil.) *(Grunderwerb.) Die Vereinigten Deurschen Nictelwerke erwarben von Herrn Rentner C. Schumacher an der Hörderstraße und den Erben Haver die an der Ecke Dammstraße und Rosenweg bezw. Holzeuerweg belegenen Grundstücke. Damit ist das ganze Terrain zwischen Damm= und Fleitmannstraß= einerseits und Holzener= und Rosenweg andererseits, soweit es nicht der Eisenbahn, welche auf genanntem Komplex bekanntlich ein Dienstgebäude und das Bureau der Bahnmeisterei stehen hat, gehört, in den Besitz Nickelwalzwerkes übergegangen. Der größere Te des fraglichen Geländes war schon seit langer Zeit Eigentum des Werkes. Für die neuen Erwerbungen ad, wie wir hören, rund 100 Mark für die Quadratrute gezahlt worden. Für die Stadt Schwerte ist es jedenfalls erfreulich, daß das Nickelwalzwerk für etwaige Betriebsvergrößerungen somit ein größeres Terrain auf Schwerter Gebiet zur Verfügung hat, da die Fabrikanlagen bekanntlich an der Wenseite die Wandhofener Gemeindegrenze berühren. **(Bismarckseier auf der Hohensyburg.)„Vor einiger Zeit wurde in einem Teile der Presse die Nachricht verbreitet, daß als Tag für die diesjährige Bismarckfeier auf der Hohensyburg der 13. Juni bestimmt sek. Diese Meldung war eine irrige; die Feier findet erst am Sonnabend, den 15. Juni statt. (Unfall.) Auf der Hörderstraße scheute gestern vonmittag kurz vor 12 Uhr in der Jr3 g, Se ppzischznge dung der Hohenzollernstraße das Pfird des Mischhand= lers Burgemeister vor einem Automobil gegen einen der Lindenbäume, welche die Chaussee beidseitig begrenzen. Der Wagen schlug um, und die auf demselben sitzende Frau B. flog; unter das Pferd, wurde jedoch von Passanten noch rechtzeitig hervorgezogen. So kam sie mit unwesentlichen Verletzungen eines Fußes davon. sier(Zahlungssitten im Kolonialwarenhandel.) In Geschäftskreisen wird seit Zahlungsweise, d. h. die äußerst schädigende Borgwirschaft geklagt. Das Borgen der Kleinhändler an die Kunden ist namentlich start eingerissen und hat auch im Großhandel zu übermagig tungen Zahlungsfristen geführt. Bei dem anhaltend hohen Gelostand macht sich dies aber sehr unangenehm fühlbar. Jufolge der Steigerung aller Betriebskosten und der Abkürzung des Zieles seitens ihrer Lieferanten haben sich deshalb die Kolonialwaren=Großhändler in den niederrheinischwestfälischen Vrhzuntrinhent tezg. Zierrun, gen gesehen, als Zahlungsbedingungen ein Ziel von zwei Monaten, ohne jeden Abzug“ oder bei„Barzahlung innerhalb 14 Tagen ein Skonto von 1 Prozent“ einheitlich festzusetzen. Die getroffene Vereinbarung schließt sich übrigens einem gleichen Vorgehen der# lonialwaren=Großhandlungen der benachbarten Bezirke und von Firmen anderer Geschäftszweige an. (—) Ergste, 24. Mai.(Genehmigt.) Den Beschluß der Amtsversammlung Ergste, der GemeindeVertretung Hennen betr. die endgültige Anstellung des Gemeindesekretärs und Sparkassengegenbuchfühters Steffen zu Hennen hat der Herr Landrat geneh(.) Hennen, 24. Mai.(Examen bestanden.) Am evangelischen Lehrerseminar zu Mettman bestand Herr Lehrer Klockenhoff, Sohn des Herrn Schreinermeiners K. hirselbst, die zweite Lehrerprüfung. Herr K. ist augenblicklich in Troisdorf a. Rhein als Lehrer Berchum, 24. Mai.(Wegebau.) Der Weg Berchum=Lennetal ist bereits bis zur Hälfte fertig gestellt. Die Arbeiten schreiten rüstig weiter. Westfalen und Rheinland. * Iserlohn, 24. Mai.(Sich selbst gerichtet.) Unter dem Verdacht, unsittliche Handlungen an Schulkindern begangen zu haben, wurde gestern nachmittag der Schulwärter Rose von der Ostschule festgenommen und einem Verhör unterzogen. Nach' dem Ver entließ man ihn vorläufig wieder. Heute morgen stellte sich jedoch heraus, daß R. sich an einem inzwischen 16 Jahre alt gewordenen Mädchen und an einem 10jährigen Mädchen schwer vergangen habe. Die nunmehr erforderliche Verhaftung R's konnte jedoch nicht wirkt werden, weil er nzwischen Selbstmordversuch unternommen hatte. Woyl eine schwere Strafe voraussehend, hatte sich R. nachts aus dem Fenster seiner Wohnung gestürzt. Schwerverletzt wurde er in das evang. Krankenhaus gebracht. Herne, 24. Mai.(Das neue Stadtoberhaupt.) In der heutigen Stadtverordnetensitzung wurde anstelle bes in ven) jehergte Zwpeste Burger. gewäht. Dos Ausungepechut, juh Miark vie Zam halt, der Führer der Zuglokomotive, Kreusberger aus Höchstbetrage von 120 Mark. Daneben wird ein Erburt, auf dem hiesigen Bahnhof auf die Schienen Wohnungsgeld in Höhe von 1200 Mark gewährt. Ue= herab und spaltete sich den Schädel. Der Tod trat ber die Pensionsverhältnisse soll noch eine besonderel fort ein. Vereinbarung getroffen werden. Mainz, 23. Mai. Hier starb der populärste Gast4 9• m: a: Opier seinesjwirt von Mainz, der Besitzer der Brauerei„Zum — 8— Gladbea, 24. Mai. sein: Ist Birnbaum“, Franz Geier. Einen besonderen Ruf Berufs) Auf der biesigen Eisenygzp##ot# chwe, hatte er sich auch durch seinen Kinderreichtum(von ereignete sich heute nachmittzg gegen 2 A)r en z., zwei Frauen wurden ihm 35 Kinder geboren!) erworres Unglück. Der von der Station Bismarck stammende Rangierer Erdmann geriet auf dem Gleise Nr. 4 unter die Wagen eines Zuges. Die Räder mehreren Achsen gingen über den Unglücklichen hinweg, der förmlich in Stücke zerrissen wurd:. wurden ins Gladbecker Totenhaus gebracht. Der auf so schreckliche Weise ums Leben Gekommene war verheiratet und Vater mehrerer Kinder. 0— Stockum, 24. Mai.(Todessturz.) Hier stürzte ein Bergmann so unglücklich von der herab, daß er an den erlittenen schweren Kopfverletzungen bald nachher starb. * Grevenbrück, 24. Mai.(Ein geradezu vernichtendes Urteil) fällt die Handelskammer für die Kreise Altena=Olpe über die gleislosen Bahnen in ihrem Jahresbericht über den„Elektrischen Kraftwagenbetrieb für das Beischedetal“. Es heißt darin:„Der Personenverkehr war derart, daß sich die Einnahmen Zidei Fraten kontben ihm n beinder Frobton; erworben. Kaiserslautern, 24. Mai. Beim Reinigen von Wasserleitungsrohren stürzte plötzlich das aufgestaute Wasser nach und überraschte drei in einem Einsteigeschachte befindliche Kanalarbeiter. Zwei konnten sich in Sicherheit bringen, während der dritte in einem Steigeisen hängen blieb und trotz der verzweifeltsten Anstrengungen seiner Kameraden nicht loskommen der Treppes konnte, sondern in dem rasch steigenden Wasser elend Perlenfischerei in Schottland. Mit den ersten warmen Maitagen, wenn die Regenfälle aufhören und die Sonne jagen muß, gleislose Bahnen sind noch sehr unvoll nen die Fischer nach den kostbaren Muscheln zu suchen, kommen, haben keine Zukunft, sie gestalten sich wegen und auch der Dochart in Inverneshire hat schon mander großen Abnutzung und der relativ hohen Veriggssche schöne, klarweiße, Innduche Fern aus seinen Fluingrronten niemals rentabel und sind unsichere Ve ten entwenden sehen, die bei tungskoste btel„6 * Elberfeld, 24. Mai.(Erwischte Schwindler.) Durch besondere Vorsicht wurde ein Kaufmann am Wall vor erheblichem Schaden bewahrt. Gestern abend um 7 Uhr wurde er von einem hiesigen Schut, waren=Fabrikanten telephonisch angerufen, der ihn bat, ihm mit 12—14 Paar Stireflu auszuhelfen. Der Angerufene erklärte sich zur Uebersendung der gewünschten Stiefel bereit, erhielt aber zur Antwort, daß letztere durch e, rundliche Perle aus seinen Fluentwenden sehen, die heute vielleicht den bleichen Hals einer schottischen Lady schmückt. Die Perlen waren hier schon in den ältesten Zeiten bekannt und wurden um ihres zartschimmernden Reizes, ihrer seltsamen Schönheit willen stets geschätzt. Sie bedürfen ga keiner menschlichen Geschicklichkeit mehr, die durch Schleifen und Feilen aus einem dumpfen Stein ein funfelndes Kleinod schafft; fertig kommen sie aus der Werkstatt der Natur, sie zu finden, ist die einzige Schwierigkeit..... Gewöhnlich verbindet man mit fel bereit, erhielt aber zu.„. Fenrhninch letztere durch einen Lehrling abgeholt würden. Der Perlen die Vorstellung von fernen Küsten von dem Kaufmann, der sich von der Richtigkeit der telephoni=[Trient; man erinnert sich der prachtvollen Perlen, die schen Mitteilung vergewissern wollte, erhielt von der vom petsischen Gon betreffenden Firma zur Antwort, daß sie Stiefel nicht benötige, auch nicht antelephoniert habe, mithin der Besteller ein Schwindler sei. Bald hernach erschien ein 17 Jahre alte Kaufmannslehrling, der angab, die telephonisch bestellten Stiefel abholen zu wollen. Die inzwischen benachrichtigte Polizei war zur Stelle und nahm den jungen Menschen fest, der nach langem Sträuben eingestand, daß er auf die angegebene Art und Weise in den Besitz der Stiefel habe gelangen wollen, um durch Veräußerung der letzteren Geld zu bekommen. Zu diesem Zwecke war der junge Bursche von Düsseldorf, wo er zu wohnen angibt, nach hier gekommen. * Essen, 24. Mai. Auf der Zeche Hubert bei Frillendorf sind zwei Bergleute verschüttet worden. Der eine ist tot, der andere lebensgefährlich verletzt. den Rettungsarbeiten ist ein zweiter Steinfall erfolgt, wobei der Betriebsführer und ein Steiger erheblich verletzt wurden. * Homberg, 24. Mai. Die Genickstarre tritt hier wieder mit großer Heftigkeit auf. In den letzten Tagen erkrankten an dieser Seuche vier Kinder im Alter von acht Monaten bis zu zehn Jahren. Ein zehnjähriges Mädchen erlag dieser Krankheit. * Rheydt, 24. Mai. Einschließlich der Verdächtigen beläuft sich die Anzahl der Typhusfälle heute morgen auf 21. Es wird empfohlen, das Wasser nur in gekochtem Zustande zu genießen. * Moers, 24. Mäi.(Jagd auf Krähen.) Um Mitte Mai üben die in der Grafschaft liegenden großen Krähenkolonien auf eine große Anzahl Arbeiter immer ganz besondere Reize aus. In dieser Zeit sind nämlich die Jungen in den Krähennestern flügge. Sie werden dann zu vielen Hunderten geschossen, ausgehoben und weggefangen, um gebraten und verspeist zu werden. Viele Leute aus den Arbeiterkolonien sind schon am frühen Morgen in den Krähenkolonien anzutreffen, in denen sie dann die aus den Nestern gestürzten Jungkrähen auflesen. Mit Hilfe von Steigeisen werden die höchsten Eichen erstiegen, in denen oft 10—12 Nester in einem Baume anzutreffen sind. Machen sich Jagdgesellschaften das Vergnügen des Krähenschießens, so wandern die getöteten Tiere säckeweise in die Arbeiterkolonien und auch in die Großstädte. Manche Gesellschaften veranstalten jetzt häufiger als früher Krähenessen. Auch munkelt man, daß hier und da unter dem Namen„Kongotauben" Jungkrähen auf den Speisekarten prangen. Jedenfalls ist es nicht zu verachten, wenn auf diese Weise die jungen Krähen Verwertung finden. Unsere Landwirte und Jäger sind froh, wenn die riesigen Krähenmengen durch Ausnehmen der Nester verringert werden. Kleine Chronik. Berlin, 24. Mai. Das Kanonenboot„Luchs“, Kommandant Korvettenkapitän Bölken, ist zur Hilfeleistung des auf Steep Island in dem östlichen OhnusanArchipel gestrandeten französischen Kreuzers Chanzy am 23. Mai von Schanghai abgegangen. Halle a. S., 23. Mai. In Raßnitz strangulierte ein Bauernsohn die Dienstmagd und warf sie in den Fluß. Das Mädchen konnte indes noch gerettet werden. Die mom persischen Golf herkommen, an die gefährlichen Abenteuer der Perlenfischer auf Ceylon, Java und Sumatra, an den regen Perlenhandel an den Küsten Japans; aber selten erinnert man sich, daß auch in manchen Flüssen Europas die köstlichsten Muscheln gefunden, z. B. in der weißen Elster im sächsischen Vogtland und vor allem in Schottland, wo alljährlich für ungefähr 600000 Mark Perlen gefunden werden. Gerade diese britischen Perlen waren, wie Jan Buchanan in Chambers Journal erzählt, schon im Altertum bekannt; die Kenntnis, daß in Britannien Perlen zu finden waren, war vielleicht für Cäsars Invasion kein uwesentlicher Grund, denn der römische Geschichtsschreiber Suetonius erzählt, daß Cäsar eine sorgsame Vergleichung zwischen den britischen und orientalischen Perlen vornahm, bevor er sich zu seinem Zuge entschloß. Zweifellos waren die römischen Eroberer darauf verpicht, Perlen zu erjagen, aber sie werden deren in Schottland nicht allzuviel zu sehen bekommen haben, denn gerade die perlenreichen Flüsse lagen weitab von den Gebieten, die von den Legionen besetzt wurden. Zwar brachte Cäsar der Venus Genetrix ein mit britischen Perlen besetztes Brustschild zum Geschenk dar, aber sie müssen recht ärmlich und unansehnlich gewesen sein, denn der Geschichtsschreiber nennt sie klein, bräunlich und bleifarben. Wahrscheinlich waren es Staubperlen von der Seeküste, von denen man auf den Bänken der irischen See viele fand. Auch Plinius scheint nur kleinere britische Perlengekannt zu haben, von denen auch Tacitus sagte,„sie seien bräunlich und bleifarben“. Als Bede in Jarrow seine Geschichte schrieb, scheinen Perlen keine ungewöhnliche Erscheinung gewesen zu sein. Hektor Bocce der gelehrte Historiker des mittelalterlichen Schottland gibt eine genaue Beschreibung der schottischen Perlenfischerei.„Früh am Morgen, wenn die Luft klan ist und mild, dann öffnet die Hors mussilis ihren Mund über dem Wasserspiegel und sangt die Tränen des Himmels in mich hinein.“ Von diesem Tage an erzeugen sie Perlen. Auch Canden in seiner„Britannia“ gibt dieselbe reizvolle Erklärung.„Die Muscheln,“ so fährt Boece fort, sind gar scharfhörig und das kleinste Geräusch am Ufer macht sie hurtig verschwinden.“ Er gibt dann eine Beschreibung, wie die Männer die Perlen im Flusse suchen; alle Einzelheiten werden so genau beschrieben, daß es als sicher gelten kann, daß Boece in seiner Jugend oft die Perlenfischer beobachtet, und vielleicht auch an ihrer Arbeit teilgenommen hat.„Die dort gewonnenen Perlen sind von nicht geringem Werte, denn sie haben eine klare, schimmernde Weiße, und sind rund und hell.“ Aber erst im 17. Jahrhundert versuchte man es, die schottische Perlenfischerei staatlich zu regulieren; Jakob der Vierte nahm sich des Gedankens an. 1620 überreichte Sir Thomas Menzies aus Cults in Aberdeenshire dem König eine prachtvolle große Perle; sie soll nach der Tradition noch heute als oberste Perle die schottische Königskrone schmücken. Sie war im Ythan gefunden worden, und das kostbare Geschenk scheint den König veranlaßt zu haben, weiterhin in großem Maßstabe nach Perlen forschen zu lassen. Aber die ausgesandten Pairs erzielten schlechte Erfolge; sie scheinen gegen die Perlenfischer nicht gerade sehr diplomatisch vorgegangen zu sein, ließen jeden, der insgeheim Perlen verkaufte, streng verfolgen und das Ergebnis war, daß niemand ihnen die Stellen verriet, wo die Fischer ihre Die„Schwerter Zeitung“ erscheint täglich, ausser Feienags. Bezugspreis: Nlk. 1.6s vierteljährlsch, bei der Posi 42 Pl. für Besteilgeld mehr. Wächentliche Gratig-Zeilage:„Illustrierter Famillentreund." o 0 O 0 0 0 0 0 0 O O O O o Anzeigenpreis: Die sechsgespaltene Petitzelle oder deren Raum 19 PI., Anzeigen von auswärts IS Pf., Reklamezeile 40 Pf. e Nr 120 Sonnabend den 25. Mai 1907. Wochenschau Im Monat April war die Konjunktur in fast allen Zweigen unseres industriellen Lebens zwar noch eine recht günstige; in der Reichshauptstadt aber machte sich bereits ein starkes Uebergewicht des Arbeitsangebots über die Nachfrage bemerkbar. Und nun noch die Aussperrung im Berliner Baugewerbe, deren wirtschaftliche Schädigungen sich doch nicht blos auf den Kreis der unmittelbar Betroffenen beschränken, sondern schließlich der Allgemeinheit zur Last fallen. Auch in dem Falle, daß sich die Bewegung im Baugewerbe nicht auf die Provinz ausdehnen sollte, hat diese unter ihr zu leiden. Die in Berlin ausgesperrten Bauar= beiter, die in der Provinz beheimatet sind, resp. ein Unterkommen finden können, werden dorthin abgeschoben, um die Berliner Streikkasse zu entlasten. Da diese Leute in ihrer Mehrzahl nur auf die Brendigung der Aussperrung warten, um dann wieder nach Berlin zurückzukehren, so sind sie Esser, aber keine Arbeiter und das ist nicht gut. Erfreulich ist dagegen die vollständige Neubese=t zung des Reichskolonialamts mit den erforderlichen Beamten. Den neuen Männern, so ganz besonders dem zum Unterstaatssekretär ernannten bisherigen Gonverneur von Deutsch=Südwestafrika, Friedrich von Lindequist, wird uneingeschränktes Vertrauen entgegengebracht. Staatssekretär Dernburg hat sich mit einem Stabe von Beamten umgeben, die ausnahmslos in den besten Jahren ihrer Arbeitskraft stehen und kürzere oder längere Zeit im Kolonialdienste tätig sind. Gelingt es auch jetzt nicht, aus unseren Schutzgebieten etwas herauszuwirtschaften, dann liegt es an den Kolonien und nicht an den mit ihrer Verwaltung betrauten Beamten. Einiges Aufsehen hat die Ernennung des Geheimen Legationsrats und preußischen Landtagsabgeordneten Bruno von Schuckmann zum Gouverneur von Südwestafrika an Lindequists Stelle erregt. Herr von Schuckmann, der eine langjährige koloniale Dienstzeit hinter sich hat, wurde vor einigen Jahren wegen eines Augenleidens beurlaubt. Dieses Leiden ist jetzt gehoben. Der neue Gouverneur ist, wie das in unser schnelllebigen Zeit nicht Wunder nehmen kann, der Gegenwart nur noch als konservativer Abgeordneter bekannt. Und da er als solcher seine reichlich gepfefferte Rede gegen das Berliner Nachtleben im Abgeordnetenhause hielt, so hat er seine politischen Gegner, die begreiflicherweise seine Ernennung als Antrages als einstimmig bezeichnet wird, wenn im Venn der neue Gouverneur streug auf Zucht, Hoxegin ehzer ruhen zu wollen, als bis sie das Ministerium nicht aber für einen Nachteil halten.. kanntlich eine dirette Einkommenstener in Frantreich Die Pfingstwoche war, wie immer, so auch, In b).= einführen sollen, verabschiedet sein werden. Daß Elesem Jahre, die Veriode der Kongresse, zschgi mencean die Erledigung dieser Vorlage nicht überdauristen, Aerzte, Christliche Arbeiter, Evangetüch=du,= ern wird gilt als bombensicher, so fest er sich auch imle usw. haben ihre Jahresversagmlungen in allen fern to.“ gp. itumm:“ zueszmmem me Teilen des Reiches abgehalten. Die auf dem Boden der Staatsordnung stehenden Arbeiter haben auf ihre Huldigungen von unserem Kaiser wie vom Reichsmer an seinen Ministerposten auttammernmag. In Oesterreich=Ungarn haben nun auch die Stichwahlen zum Reichsrat stattgefunden, die durch die soHuldigungen von unserem Kaiser wie vom Beigys:„ialdemokratischen Siegesträume überall da einen kanzler sehr freundliche Lankesworte empfangen. Au, Strich gemacht haben, wo die bürgerlichen Parteien in Seim Christlich=Sozialen Kongreß, dem u. g. auch der geschlossener Phalanr fochten. Ein Uebergewicht haben in seinem Amte verbleibende Präsideut des Prgt Fun, die Sozialdemokraten nicht erreicht, und der Nachteit tischen Konsistoriums der Reichsland=, Perofe, gegrißt, ihres Mandatszuwachses wird hoffentlich durch die zu tins, von den Kongreßmitgliedern lebgaft„Hegxißt, erwartende Einschräntung des Nationalitätenstreits beimohnte, bielt der berühmte Berliner A9=919=, im Reichsrate mehr als aufgewogen. Profeisor Harnack, eine Rede, in der er betonte, daß die I, Amarie, schimpten Sig nationalen Mehrheitsparteien des neuen Reichstags dem Inventar des Zentrums die Aufgabe der Förderung unserer sozialpolitischen Gesetzgebung entnommen hätten. Ging es in der inneren Politik des Reiches zu Pfingsten und während der Pfingstwoche still und ruhig zu, so hat es im Ausland an erregenden Momenten nicht gefehlt. Allen übrigen Staaten voran steht in dieser Beziehung wieder Rußland. Die Gerüchte über verbrecherische Anschläge gegen das Leben des Zaren wurden von dem Ministerpräsidenten Stolypin in der Duma als im wesentlichen zutreffend bezeichnet. Die Duma nahm daraufhin einstimmig wie der Präsident Golowin eerklärte, eine Resolution an, in welcher mit dem Ausdruck des Abschens vor dem Verbrechen der der Freude über die Errettung des Zaren aus Lebensgefahr verknüpft wurde. Die konservativen Mitglieder der Duma erblicken in dieser Feststellung eine Verschleierung der Wahrheit, da die Sozialdemokraten sich an jener Abstimmung nicht beteiligt, sondern vor ihr den Sitzungssaal verlassen hatten. Ihr infolgedessen gegen Golowin erhobener offener Angriff ist indessen ungerechtfertigt. Es entspricht der parlamentarischen Sitte aller Länder, daß die Annahme eines K In umerila schimpfen die Schutzzöllner über das neue Handelsabkommen mit Deutschland. Da ihnen mehr niemals geboten werden kann, sind die Aussichten auf einen festen Handelsvertrag trübe. Politische Uebersicht Entsendung französischer Gymnasiasten in die Rheinprovinz. Seitens des französischen Klubs für deutsche Konversation in Paris wird die Entsendung von 60—80 Gymnasiasten in die Rheinprovinz für den Monat Ju li vorbereitet. An der Spitze des Vorbereitungskommitees stehen als Ehrenpräsident der Vizerektor der Pariser Akademie, Liard, als Präsident Jacques Siegfried, Präsident der Kammer für auswärtigen Handel, als Mitglieder u. a. Prof. Blondel, Präsident Dubois, die früheren Minister Baudin, Hanotaux, Jules Siegfried, ferner Legrand, Mitglied der Parisen Handelskammer, Hebrard, Ehrenpräsident der Vereinigung der Pariser Presse, Louis Foubert, Lion Dunoger, Rene Jung Schlumberger, Henry Bungener usw. Die Gymnasiasten kommen in Begleitung ihrer Angehörigen und mit Mitgliedern des Klubs. Die K Die Ehe. Entweder sie ist ein Liebesbund, Oder sie ist ein Vertrag. Sie würde geschlossen mit Herz oder Mund, Wie eben die Chance lag. Doch weht durch die Ehe ein scharfer Wind, Dann sind es in kritischen Tagen Just die durch Vertrag gebunden sind, Die sich dann nicht vertragen. Tory Towska. straf'!“ Roman von Wilhelm Fischer. 28. Manderscheidt blieb unerschütterlich: „Also ist es so gut wie ausgemacht, daß wir an einem Tage heiraten.“ Mit diesen Worten überließ er Frau Stein, die ihm einen dankbaren Blick nachsandte, ihren Gedanken und eilte zu seinen Damen hinüber. Mit lautem Jubel begrüßte Marianna die Mitteilung ihres Verlobten, daß er sich einige Tage Urlaub ausgewirkt habe; mit einem Kuß belohnte sie seinen weiteren Vorschlag, den schönen Winternachmittag zu einem Ausflug nach Neu=Babelsberg, Babelsberg und Potsdam zu benützen. Als er nun gar mitteilte, daß programmmäßig zwischen dem Inspektor am Abend ein Be such des Wintergartens vorgesehen sei, da fand ihre Freude keinen Ausdruck. In einem Blumenladen in der Nähe des Wintergartens erstand Manderscheidt einige Sträußchen für die Damen und für sich eine knallrote Rose von größtem Umfange, um Johann Friedrich Wilhelm Winter das verabredete Zeichen geben zu können. Frau Stein, die schon den ganzen Tag über verträumt und zerstreut war, atmete erleichtert auf, als sie ihre Loge noch unbesetzt fand; es wäre ihr sehr schwer gefallen, Winter zuerst begrüßen zu müssen. Sie war so einsilbig, daß es selbst Marianna auffiel; ihre Pulse flogen und ihr Herz schlug so stürmisch, daß sie meinte, Frau Raben müsse es hören. Viel besser war es diesen Nachmitatg dem Kriminalinspektor nicht gegangen. Bald wünschte er, daß es nie Abend werden möge, bald ersehnte er den Buerauschluß mit der Sehnsucht eines Bogenschreibers herbei, der am Abend mit seiner Geliebten eine Schultheißwurst verzehren wollte. Er lief in seinem Bureau mit der Ungeduld eines Löwen hin und her, der in seinem Käfig merkt, daß die„Fütterung der Raubtiere" beginnt. Vor dem Wintergarten überlegte er noch einmal, aber wer A gesagt hat, muß bekanntlich B sagen, und so ließ er sich sein Billet an der Kasse aushändigen und betrat den Saal, wo er sich am Eingange herumdrückte. Nach langem Suchen sah er Manderscheidt mit den Damen in einer Loge sitzen, aber die Rose, und wo sie stak, ob rechts oder links, konnte er nicht sehen. Es war bereits einige Minuten nach 8 Uhr; die vorzügliche Hauskapell: spielte schon das zweite Stück. Manderscheidt erhob sich und hielt Umschau nach dem seltsamen Brautwerber; endlich sah er ihn rechts an: der Seitenwand, einsam und nicht allein. Er erhob sich und eilte auf ihn zu. Als ihn Johann Friedrich Wilhelm Winter erblickte, war es ihm, als würd; er elektrisiert. Die Rose, die man meilenweit hätte sehen können, war im linken Knopfloch! Hergott, sie wollte ihn! Er war erwählt! Bräutigam! Kein Korb! „Sie hat also wirklich„ja“ gesagt, Freundchen“, frug er stotternd, als Manderscheidt ihn triumphierend, auf die Rose deutend, begrüßte. „Nein hat sie wenigstens nicht gesagt; kommen Sie!“ drängte Manderscheidt. „Lieber Freund, sie haben gut reden; wissen Sie 9* auch, wie mir ist? Schlimmer zu Mute, als damals bei Mars la Tour, als wir zum Todesritt ansetzten.“ Manderscheidt schob lachend seinen Arm in den des Krimnalinspektors und zog ihn mit sich fort. Frau Stein errötete tief, als die beiden Herren Platz nahmen; sie reichte Herrn Winter die Hand. ohne ihn anzusehen, der sich, nachdem er Frau Raben und Marianna begrüßt hatte, hinter ihr, wie von einer Zentnerlast befreit, in den Sessel fallen ließ. Die Kapelle spielte einen Galopp. Friedrich Wilhelm Winter galoppierte auch, wie bei Mars la Tour, ohne zu wissen, wohin und wie das enden würde! Wenn nur die Rose in dem linken Rockknopfloch Manderscheidts nicht gewesen wäre! Er war froh, daß im Wintergarten die Nummern des Programms keine Pausen haben; er konnte sich so wenigstens in aller Ruhe mit der Situation befreunden, in die ihn die rote Rose gesetzt hatte. Und der Trompeter vornen blies immer:„Das Ganze avancieren!“, wie damals, bis die Kugel geflogen kam. Und Manderscheidt stupste ihn fortwährend. Also en avant! Er neigte sich über die Stuhllehne der Frau Stein flüsterte halblant:„Ich liebe— hm— diese lärmende Musik nicht.“ „Ich auch nicht, besonders, wenn man so nahe sitzt", erwiderte Frau Stein. Friedrich Wilhelm Winter hätte sich in diesem Angenblick ohrfeigen können. Manderscheidt, der hingehorcht hatte, preßte sich sein Taschentuch in den Mund, um nicht laut aufzulachen. Gott sei Dank, daß der Inspektor nichts merkte, er hätte entweder den Vorgesetzten hinausgebissen, oder wäre davongelaufen. Eine„deutsch=ungarische=russische“, Gesangs= und Tanztruppe trat auf, sechs feurige, temperamentvolle h. 3. L französischen Gäste werden am 13. Juli in Düsseldorf Smirnski habe unrecht daran getan, eintressen, um den 14. Juli in Düsseldorf und den 15.1 in die Armee zu tragen. Jacubson habe Juli in Köln zu verbringen. Den nächsten Tag werden sie auf einer Rheintour Bonn, Drachenfels besuchen und von Koblenz aus die Rückreise nach Paris antreten. Die Gymnasiasten verbleiben in der Rheinprosie werden auf 6 8 Wochen in Familien dortselbst untergebracht. Zu letzterem Zwecke sind besondere Ortskommitees in Barmen, Bonn, Köln, Koblenz, Krefeld, Düsseldorf, Elberfeld und Essen gebildet. Diese Komitees werden sich auch des weiteren Arrangements annehmen, wie die Gymnasiasten während der 6—8 Wochen mit den Verhältnissen der Rheinprovinz(durch Vorträge, Besichtigungen, Ausflüge usw.) näher bekannt zu machen sind. Die Sommerreise des Kaisers. Berlin, 24. Mai. Das für die Sommerreise des Kaisers bestimmte Geschwader, die Jacht„Hohenzollern“, der Begleitdampfer„Königsberg“ und das Depeschenboot„Sleipner“, sollen am 12. Juni fahrbereit sein, um nach Hamburg abzugehen, um dort das Eintreffen des Kaisers zu erwarten. Der Monarch begibt sich von Hamburg nach Helgoland und bleibt dort bis zum Eintreffen der ersten an der Wettfahrt Hamburg= Helgoland teilnehmenden Jachten. Die Nordlandreise wird er Anfang Juli antreten. Französische Heereszucht. Die Zustände im französischen Heere können bekanntlich nicht gerade ideal genannt werden. Gehorsamsverweigerungen, Achtungsverletzungen, Disziplinwidrigkeiten stehen auf der Tagesordnung. Neuerdings wird es umer den verabschiedeten Offizieren immer allgemeinerer Brauch, beim Abgang an den Kriegsminister einen Brief voll wüster Beschimpfungen zu richten und ihn gleichzeitig in den betreffenden Blättern zu veröffentlichen. In gestriger Nummer berichten wir bereits einen Fall, der den Brigadegeneral Beaudic betraf. Ein neues Beispiel liegt heute prr. Paris, 24. Mai. Heute erscheint ein Schreiben des Majors de la Motteronges an den Kriegsminister, der lange in Rennes und zuletzt in Verdun stand, und das mit Wendungen wie den folgenden schließt:„Sie gehorchen irgend einer geheimen Bosheit und haben im Heere einen Feldzug des Hasses unternomen. Sie wollen die Aufregung unterhalten, die der Manneszucht schadet und ermutigen ehrlose Angeberei. Sie suchen Wählervolkstümlichkeit beim wechselnden Soldaten auf Kosten des bleibenden Berufsoffiziers. Wollte Gott, daß Sie damit nicht das Vertrauen des einen zum andern untergraben und dadurch die künftig: Tüchtigkeit der Führung vor dem Feinde zerstören. Ich verlasse das Heer, angeekelt, wie viele Kameraden. Wir finden, Frankreich hätte angesichts solcher Zustände in seiner Armee alle Ursache, den Mund etwas weniger weit Deutschland gegenüber aufzureißen. Sollte dem friedlichen Nachbarn ostwärts der Vogesen einmal der Geduldsfaden reißen, dürfte es Frankreich nicht eben glänzend ergehen. Ein merkwürdiges Vorkommnis in einem russischen Regiment. Man wird sich erinnern, daß ein russischer Leutnant namens Smirnski den Abgeordneten Jakubson in der ersten Duma wegen Bemerkungen herausforderte, die dieser über die Armee gemacht hatte. Es erschien darauf in dem„Rußkoje Slowo“ ein Brief, der angeblich von acht Offizieren desselben Regiments herrührte. Es hieß in dem Briese, der Leutnant den Parteihader im ganzen mit seinen Aeußerungen recht gehabt. Die russisch: Armee sei zweifellos niemals schlagserkig gewesen, dies werde durch den Rückzug von Port Arthun nach Charbin, durch die Panik von Mutden und zahlreiche andere Vorkommnisse im letzten Kriege bewiesen. Die Arme: sei vollständig desorganisiert, Leutnant Smirnski sei offenbar lediglich für die Armee eingetreten, um unter den augenblicklich herrschenden Zuständen zu avancieren, das Offizierkorps erkenne ihn nicht als seinen Verteidiger an. Leutnant Smirnski verlangte von dem Redakteur die Namen der Briefschreiber. Oberstleutnant Anissinow übernahm die Verantwortung für den Brief und wurde daraufhin von dem Leutnant nicht gefordert, sondern zur Anzeige gebracht. Die übrigen sieben Offiziere traten daraufhin ebenfalls mit ihren Namen hervor. Sie rifverträge, die er als die Krönung des gewertvereinlichen Wirkens bezeichnete. Er wies auf die große Bedeutung der Tarifverträge, insbesondere auch für den Arbeiter hin und betonte, die Zukunft werse unter dem Einfluß solcher Verträge stehen, auch die Großindustrie werde sich ihnen nicht entziehen können. Anfänge zeigten sich schon. Die Versammlung schloß sich den Ausführungen des Redners durchweg an und empfahl den einzelnen Mitgliedern der Vereine dringeno den Beitritt zu einer Organisation. Pfarrer Arndt hatte schon vorher betont, daß dem evangelischen Arbeiter nur die christlichen Organisationen zu empfehlen seien, nicht auch der Hirsch=Dunckersche Gewerkverein. Der Redner ist auf Grund einer Schrift von Hartwig zu dieser Annahme gelangt. Durch das Gesetz über die Privatversicherungen sind die Sterbekassen der evangelischen Arbeitervereine in Schwierigkeiten geraten, da ihre Mittel nicht den versicherungstechniwurden aufgefordert, ihren Abschied einzureichen, wei=sschen Grundsätzen entsprechen. Die Kassen sind nur zu gerten sich jedoch, dies zu tun, und verlangten ein Ehrengericht. Dies Ehrengericht des Regiments sprach sie frei. Die höheren Militärbehörden schritten daraufhin ein und brachten die in Betracht kommenden L ssiziere vor ein Kriegsgericht. Die Angeklagten erklärten sich nicht schuldig. Wenn es dem Leutnant Smirnski wirklich um die Ehre der Armer zu tun gewesen sei, so hätte er Menschikow fordern müssen, der das geringste Maß herabsetzen. in der„Nowoje Wremja“ erklärt habe, die russische Armee sei lediglich zur Flucht oder zur Kapitulation zu gebrauchen. Das Kriegsgericht sprach sämtliche Offiziere schuldig. Oberstleutnant Assinow, zwei Hauptlente erster und zwei Hauptleute zweiter Klasse halten, wenn die Mitglieder auf den rechtlichen Anspruch an die Leistungen der Kasse verzichten. Regierungspräsident Frhr. v. Coels erkannte die Schwierigkeinn an, er erklärte sich bereit, mit Mitglie.dern der Vereine über Mittel und Wege zu beraten, die die Kassen zwar nicht ganz von den gesetzlichen Bestimmungen entbinden, aber die Schwierigkeiten doch auf * Vom Eichsfelde, 24. Mai.(Die Köhlersche Milliomen=Erbschaft) hat nunmehr mit einem großen„Erbschaftskatzenjammer“, geendet. In einer wur= Reihe von Dörfern des Eichsfeldes und des benachbarden zur Ausstoßung aus dem Heere, zwei Hauptleuteltn Helsen war in den Familien Köhler ein wahrer zweiter Klasse zum Verluste des Rechtes auf Beför=[Erbschaftstaumel entstanden. Man unternahm weite derung und zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt, während ein Militärarzt mit drei Monaten Festungsgesängnis davonkam. „Sommerfrische“ für russische Minister. Petersburg, 24. Mai. Der Kaiser hat dem Ministerpräsidenten Stolypin und dem Minister des Acußeren, Iwolski, das kaiserliche Schloß auf der Insel Zelagin zur Verfügung gestellt. Die Minister werden dort den kommenden Sommer über Wohnung nehmen. Die Insel wird bereits mit einem dichten Stacheldrahtzaun umgeben und mit elektrischem Licht versehen. Westfalen und Rheinland Die evangelischen Arbeitervereine. Dortmund, 23. Mai. Auf dem Vertretertag der Evangelischen Arbeitervereine Deutschlands berichtete in der Morgensitzung der Vorsitzend: Lie. Weber M.Gladbach des längeren über die Bestrebungen und den Erfolg der Vereine in den 25 Jahren ihres Bestehms. Der Redner schloß mit dem Wunsche, die Vereine möchten sich nach innen vertiefen und nach außen hin über das weite deutsche Land bis ins kleinste Industriedorf sich ausdehnen. Pfarrer Arndt aus Vollmarstein berichtete über die Erfolge in den einzelnen duutschen Verbänden. Im großen und ganzen ist auf der ganzen Linie ein Vorwärtsschreiten zu verzeichnen. InAnschluß an einen Vortrag des Pfarrers Graf über das Eigentum und seinen Gebrauch im Lichte alttestamentlicher Lehrbücher faßte die Versammlung folgenden Beschluß:„Die evangelischen Arbeitervereine haletn an ihrer evangelischen Eigenart und ihrer sozialen Unabhängigkeit fest und glauben, durch positive, soziale Arbeit, dem Wohle des Vaterlandes am besten zu nen.“ Dr. W. Zimmermann=Berlin sprach zu dieüber TaReisen, um festzustellen, wie eng verwandt man mit dem im Jahre 1800 zu Jaffa in Syrien verstorbenen, aus Rimborn in Oberhessen stammenden englischen Generalmajor George Frederic Köhler sei. Etwa 100 Parteien haben bis in die neueste Zeit hinein langwierige Prozesse gegeneinander und gegen dem englischen Fiskus, der den Nachlaß in Verwaltung genommen hatte, wegen der Verteilung bezw. Herausgabe der Erbschaft geführt. Gewissenlose Agenten benutzten in den letzten Jahren die Angelegenheit, um im Trüben zu fischen; sie gaben den Erblustigen die bestimmte Zusicherung, daß das Geld in aller Kürze zur Auszahlung kommen werde, ließen sich Vollmachten ausstellen und nahmen den Leichtgläubigen Vorschüsse ab, worauf die Gauner es allein abgesehen hatten. Im Laufe dieses Jahres gingen beim Auswärtigen Amt in Berlin verschiedene Anfragen über den Stand der Sach: ein, worauf jetzt Bescheid ergangen ist. Die„Erben“ wurden mit dem Inhalt einer von dem deutschen Generalkonsulat in London abgefaßten Denkschrift bekannt gemacht, deren Ausführungen geeignet sind, alle von den zahlreichen Trägern des Namens Köhler gehegten Hoffnungen auf die„Millionenerbschaft“ grausam zu zerstören. In dem wird auf die Tatsach: verwiesen, daß das englische Kanzleigericht bereits im Jahre 1862 in letzter Instanz dahin entschieden hat, daß die Nachkommen einer Frau Elisabeth Bauer geb. Humbus aus Cronberg i. Th., sowie diejenigen eines gewissen Mathias Köhler aus Rimborn i. H. als die beiden einzigen erbberechtigten Stämme anzuerkennen sind. Der Nachlaß belief sich nicht auf Millionen, sondern nur auf 16 000 Pfund Sterling(etwa 330000 M.), in diese Summ: sollten sich nahezu 500 Personen keilen, was zu neuen, endlosen Prozessen führte. Ob alle Berechtigten in den Besitz ihres Erbteils gelangt sind, ist freilich zweifelhaft. Damen, die besser tanzten als sangen. Ihr feuriger, wabernder Tanz zeigte die Freuden der einsamen Czarda und die Wonnen der Pußta und bewies in natürlichster Kopie, daß bei den Söhnen und Töchtern der einsamen Pußta alles papriziert ist, Liebe, Tanz und Gulyas. Der Zigennertanz und der Czardas dieser sechs Rassemädel war ebenso wild und feurig, als keck und schön. Das wirbelte, stampfte und jubelte beim Klang der Tamburins nur so durcheinander; ein Inkarnat, einer glutvollen Novelle Petöfis! Herr Winter neigte sich zu Frau Stein:„Ich danke Ihnen für die Hoffnung, die Sie mir heute gaben.“ Nun wars heraus: Frau Stein wandte sich über und über errötend um und flüsterte ihm hastig zu: „Nicht jetzt; wenn man Sie hörte! Nachher.“ Winter verstand; er lehnte sich aufatmend zurück und sagte sich halb beschämt:„Herr Gott, alter Junge, wie ein Mann in deinen Jahren nur so fabelhaft ungeschickt sein kann.“ Frau Stein war zu lebenserfahren, um nicht zu wissen, daß die Männer von heute in ihrem Minnewerben verlernt haben, Poeten zu sein, aber etwas romantischer hätte sie sich seine Erklärung doch gewünscht. „Es soll mich nicht wundern“, dachte sie, innerlich auflachend,„wenn er sich in der Friedrichstraße mit mir verlobt.“ Und so kam es auch. Manderscheidt rannte Winter beim Verlassen des Wintergartens zu, daß er Frau Stein draußen den Arm bieten solle. Das tat der Kriminalinspektor auch, und als er den vollen Arm der immer noch schönen Frau an dem seinen spürte, preßte er ihn ein paarmal leidenschaftlich an sich; dann erklärte er sich und schloß mit der eindringlichen Frage, ob sie seine Frau. werden wolle. „Ja“, hauchte sie und schmiegte sich inniger an ihn. „Erlauben Sie, daß ich Sie nachher den Herrschaften als meine Braut vorstelle?“ frug er beglückt. „Das könnte doch erst geschehen, wenn wir aufgehört haben, uns zu„Siezen“, entgegnete sie und lächelte schelmisch. Wieder preßte er ihren Arm an sich, und rief bann Manderscheidt zu: Mastrschelt. vor.“ „Gewiß. Die Damen müssen das weltberühmte Lokal kennen lernen", antwortete der Baron und erklärte den Damen, daß dort der geniale Devrient und der phantasievolle Hoffmann mit ihren Freunden geneipt uund Bacchus durch ein Raketenfeuer genialer Einfälle und Witze in toller Frohlaune geopfert hätten. Wie die kleine Gesellschaft an einem gemütlichen Ecktisch behaglich saß, vor sich im Pokal des Rheines Zaubertrank, sagte der Kriminalinspektor feierlich und gerührt: „Ich bitte Sie, meine Herrschaften, mit mir anzustoßen auf das Wohl meiner teuren Braut Frau Martha Stein.“ „Ja, der Mensch denkt, Gott lenkt, aber ich hätte in meinem ganzen Leben nicht daran gedacht, daß ich mich einmal auf der Friedrichstraße in Berlin verloben würde“, sagte sie, als das Erstaunen und die Glückwünsche der Damen und Manderscheidts vorüber waren. „Was ist denn da dabei, wird doch in der Friedrich= straß: sogar die„Heiratszeitung“ durch unsere Camelots ausgerufen“, lachte ihr Bräutigam, der froh war, daß er wieder Oberwasser hatte und der alte Sarkast sein konnte.„Unsere Friedrichstraße in Ehren, sie ist unser Heiratsmarkt, auf den der Berliner nichts kommen läßt.“ „Na, lieber Freund, so um acht Uhr herum, da erschien sie ihnen doch mehr etwas anderes zu sein“, stichelte Manderscheidt. „Da können Sie Recht haben, Verehrtester, ich leugne es nicht“, lachte Winter und gab gutmütig die Gefühle preis, die er vor der Attacke hatte. „Ah, Sie haben den berühmten Todesritt mitgeritten? Das müssen Sie uns doch einmal erzählen“, sagte Frau Raben in ihrer ruhigen, liebenswürdigen Weiße. „Gerne, gnädige Frau, aber, wenn Sie gestatten. ein andermal“ verbeugte sich zusagend der Kriminalinspektor. „Er hat sich dort das eiserne Kreuz geholt“", fiel der Baron hier ein. Frau Stein blickte ganz stolz ihren stattlichen Verlobten... Vierzehntes Kapitel. Als praktische Frau hatte sich Martha Stein entschlossen, ihre Verlobung zu Hause durch ein Festessen zu feiern und bei dieser Gelegenheit ihrem Bräutigam einen glänzenden Beweis ihrer Kochkunst zu geben. Bei der kleinen Vorfeier hatte sie gestern eine passende Gelegenheit wahrgenommen, Marianna ins Vertrauen zu ziehen, ohne daß die Herven etwas merkten. „Wir müssen uns für die Einladung der Herren revanchieren und da meine ich, wir machen dies am besten morgen gleich zusammen, Fräulein Marianna“, hatte sie der jungen Dame vorgeschlagen.„Wir beide überraschen morgen Ihre Mama und die beiden Herren durch ein höchsteigen zubereitetes delikates Festessen. Wenn die Herrschaften noch in den Federn liegen, kaufen wir hinterrücks ein. Einen Dienstmann, der uns den Korb trägt, finden wir überall. Die Mädchen lassen wir zu Hause, damit Ihre Mama und der Baron nicht so bald etwas merken. Um halb nenn Uhr sind wir spätestens zurück und dann wollen wir in meiner Küche zusammen braten und brodeln, daß es nur so eine Art hat. Ich schicke dann um 11 Uhr mein Mädchen zu meinem Bräutigam und lade ihn zum Essen ein. Denken Sit sich die angenehme Ueberraschung.“ Gesagt, getan. Den beiden Verschwörerinnen gelang ihr Komplott aufs beste. Manderscheidt begleitete Frau Raben in die Ausstellung und der Kriminalinspektor ließ durch das Mädchen sagen, daß er pünktlich erscheinen werde. Als er kam, wurde er von seiner Braut empfangen und zu Frau Raben hinüber dirigiert, die in Begleitung Manderscheidts inzwischen zurückgekehrt war und neugierig der Dinge harrte, die da kommen sollten; aber er ging nicht, ohne von seiner Braut den Verlobungskuß erhalten zu haben. Punkt 1 Uhr war alles soweit: Ricke wurde hinübergeschickt, um feierlichst die Herrschaften einzuladen. „Eine schönste Empfehlung von Fräulein und Madame und die Herrschaften möchten man rieber kommen; et is so weit“, richtete sie ihren Aiftrag aus. „Et is so weit“, lachte Manderscheidt und reichte Frau Raben den Arm.„Ick möchte scheenstens jebeten haben.“ (Forts. folgt.) # — Sarf Braus, Gelrwerte Rufff Grosse Marktstrasse 3—5. 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Von allseitigem Interesse dürfte folgende Verhandlung der Kölner Strafkan mer sein: Ein Strafmandat hatte der Kommis Otto Großmann erhalten, weil er entgegen dem§ 376 Absatz 3 des Strafgesetzbuches seine zwei Kinder nicht hatte impfen lassen. Auf seinen Einspruch erkannte das Schöffengericht auf 6 Mark Geldstrafe; G. sei bereits bestraft gewesen wegen derselben Tat resp. Unterlassung. Das Gesetz enthalte keine Aufforderung zur Nachholung des Impfens; der Zustand der Sache bleibe der gleiche; die Renitenz gegen das Gesetz gehe aus einem einzigen Entschluß hervor. Der Reichstag habe sich mit dem Impfgesetz befaßt und das ganze Impfwesen ordnen wollen. Das Impfgesetz habe nur den Zweck, Widerspenstige zu zwingen. Andernfalls komme der Impfgegner in die Lage, ein ganzes Gesetz durch sein Tun illusorisch zu machen. Allerdings müsse vor einer neuen Strafe eine neue Aufforderung ergehen, und das sei geschehen.— Rechtsanwalt Kapfern führte für G. an, daß derselbe als Impfgegner nicht habe impfen lassen. Der alte Rechtssatz, daß für eine Tat nicht jemand zweimal bestraft werden könne dürse nicht durchbrochen werden. Die Oberlandesgerichte Frankfurt a. M. und Düsseldorf hätten also entschieden: Das Impfgesetz sei 1874 nach der durch den Feldzug hervorgerufenen Pockenepidemie entstanden. Heute noch existierten viele Impfgegner. Das Gesetz habe damals ausdrücklich den physischen Zwang, Leute zur Impfstation zwangsweise zu führen, abgelehnt; die Regierungsabsicht sei am Reichstag gescheitert. Sei der direkte Zwang aber beseitigt, so dürfe er indirekt durch feste Strafen nicht eingeführt werden. Mittlere Leute könnten ja durch solche Strafen ruiniert werden. Die Berufung wurde verworfen. Haftpflicht der Automobilbesitzer. In den Kreisen der Automobilbesitzer und auch sonst ist vielfach die Ansicht verbreitet, daß gemäß§ 831 B.=G.=B. der Automobilbesitzer von seiner Haftpflicht für Schäden, die das Automobil anrichtet, unter allen Umständen befreit ist, wenn er bei Auswahl seines Chauffeurs die im Verkehr erforderliche Sorgfalt angewandt hat. Daß diese Auffassung nur bedingungsweise richtig ist, und der Automobilbesitzer vielmehr unter Umständen sehr wohl neben dem Chauffeur für den durch das Automobil angerichteten Schaden mit Erfolg haftpflichtig gemacht werden kann, dafür ist folgender, von dem 6. Zivilsenat des Kölner Oberlandesgerichts am 4. April ds. Is. abgeurteilte Rechtsfall sehr lehrreich. Am 29. Mai 1905 fuhr die Fürstin Lwoff aus Wiesbaden mit ihrem Automobil, in dem mehrere Personen saßen, und das von ihrem Chauffeur Höhn geleitet wurde, von Köln nach Bonn Als das Automobil sich der Militärringstraße näherte, an der Stelle, wo sie von der Bonner Straße gekreuzt wird, bewegten sich jenseits der Militärringstraße mehrere Fuhrwerke und zwei Radfahrer( ein Friseurgehülfe und der Apotheker Willick zu Köln) in der Richtung nach Bonn zu, links der Chaussee der Apotheker Willick, rechts derselben der Friseurgehülf:. Beide Radfahrer überholten ein: große Schlagkarre, die, als das Signal des Automobils ertönte, nicht auswich. Das Automobil überholte den Karren an der rechten Seite und stieß unmittelbar darauf mit dem Radfahrer Willick, als dieser von der linken Straßenseite auf die rechte gelangen wollte, so unglücklich zusammen, daß Willick zu Boden geschleudert wurde und alsbald verschied. Die Witwe des Verunglückten erhob hierauf gegen den Chauffeur Höhn und die Fürstin Lwoff eine Zivilklage mit dem Antrage, dieselben als Gesamtschuldner zu verurteilen, an sie eine lebenslängliche Rente von 5000 Mark und für bedes ihrer Kinder eine weiter: jährliche lebenslängliche Rente von 1000 Mark zu zahlen. Das Urteil des Landgerichts zu Köln, welches den Klageanspruch gegen beide Beklagte dem Grunde nach als gerechtfertigt anerkannte, wurde durch die eingangs genante Entscheidung des Kölner Oberlandesgerichtes bestätigt. Auf Grund der Beweisaufnahme stellt das Oberlandesgericht ffest, daß das Automobil mit einer Schnelligkeit gefahren ist, die mit der Sicherheit auf einer öffentlichen, noch dazu notorisch so stark befahrenen Straße wie die Chaussee von Köln nach Bonn unvereinbar ist. Umso mehr sei es Pflicht gewesen, langsam zu fahren, weil die Straße an der Unfallstelle abschüssig ist, und sich auf einer kurzen Strecke von etwa 300 Meter mehrere sichbare Verkehrshindernisse, nämlich drei Wagen und zwei Radfahrer, gleichzeitig vor dem Automobil befanden. Eine Polizeiverordnung des Oberpräsidenten der Rheinprovinz vom 1. Juli 1901 schreibe ausdrücklich vor, daß auf abschüssigen Wegen so langsam zu fahren sei, daß das Kraftfahrzeug nötigenfalls sofort zum Halten gebracht werden kann. Den Chauffeur treffe ein weiteres Verschulden dadurch, daß er die vorauffahrende Schlagkarre rechts statt links überholte und damit der den Straßenverkehr beherrschenden Gewohnheit und der ausdrücklichen polizeilichen Vorschrift zuwiderhandelte. Ebenso sei aber die mitverklagte Fürstin haftbar, die ihre Haftpflicht nach 851 des Bürgerlichen Gesetzbuches ablehnt. Es kann nicht anerkannt werden, so führt das Oberlandesgericht aus, daß der sein Automobil selbst benutzende Eigentümer dadurch, daß er die Führung einem zuverlässigen Chauffeur anvertraut, der eigenen Verantwortung für den durch das Automobil angerichteten Schaden ohne weiteres enthoben ist. Es ist vielmehr in jedem einzelnen Falle zu prüfen, ob in dem Verhalten des mitfahrenden Eigentümers eigene Fahrlässigkeit zu finden ist. Dies triftt namentlich dann zu, wenn der mitfahrende Eigentümer wahrnimmt, oder bei Anwendung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt wahrnehmen muß, daß durch die Art, wie der Fahver das Automobil leitet, namentlich auch durch eine übermäßig schnelle Fahrt unter den vorliegenden Umständen Gefahr für Leben und Gesundheit dritter Personen droht, und wenn er es dan gleichwohl verabsäumt, den seiner Botmäßigkeit unterstehenden Fahrer hierauf hinzuweisen und erforderlichenfalls selbst die zur Abwendung der Gefahr gebotenen Anordnungen zu treffen und seinen Angestellten zu deren Befolgung anzuhalten. In vorliegendem Falle mußte die beklagte Fürstin, die von ihrem Sitze den Fahrer übersehen konnte, erkennen, daß bei der übergroßen Schnelligkeit, womit das Automobil fuhr, Gefahr für Leben und Gesundheit dritter Personen drohte, und war sie deshalb verpflichtet, den Chauffeur vom übermäßigen Fahren abzuhalten. Es war hierzu keine besondere Erfahrung und Sachkenntnis notwendig, es genügte vielmehr dazu die allgemeine Erfahrung und die Neue Ansichts. Postkarten sind eingetroen bei Carl Braus Schwerte. Kenntnis der Gefahren des Straßenverkehrs, wie sie jedem erwachsenen Eigentümer eines Automobils zugemutet werden muß. Vermischtes. *(Ein Schüleraufsatz.) Ueber das Thema„In der Schule“ hat ein talentvoller Schüler einer Dorfschule folgende bedeutsamen Aphorismen zu Papier gebracht:„Das Schulzimmer besteht aus der Wandtafel, den Wänden, den Tintenfässern, dem Stock und dem Lehrer. Die meisten Sachen in unserer Schule sind sehr alt, nur der Stock ist neu. Wer noch später wie der Lehrer in die Schule kommt, ist der größte Faullenzer und wird durch diesen bestraft. Auf der Landkarte sind Flüsse und Städte gemalt, damit wir sie auswendig lernen müssen. Der Lehrer hat mit dem Stock ein Loch ins gelobte Land gestoßen. Mit dem Globus macht er die Sonnenfinsternis; in der Gesangstunde streicht der Lehrer den Bogen, auch schlägt er uns so lange den Takt, bis es klappt. Wir singen do bis la; einige können noch höher; der Lehrer kann es am tiefsten, aber der kommt nicht in die Höhe. In der Schule hängt auch ein Thermometer; mit diesem macht man es im Sommer heiß, bis frei ist; der Lehrer sieht so lange darauf, bis es 20 Grad sind. In der Freiviertelstunde essen wir eine halbe Stunde lang unser Butterbrot. Der Schulinspektor lobt uns immer, aber der Lehrer ist doch froh, wenn er wieder fort ist. In der Turnstunde springen wir über den Bock; der Lehrer springt zuerst, daß es kracht, dann springen wir auch und stärken unsere Glieder. Der Lehrer macht uns zu ordentlichen Menschen, denn Fleiß bricht Eis. Wer Aepfel stiehlt, kommt einen runter, wer sie aber dem Lehrer stiehlt, kommt zwei herunter. Wenn der Lehrer die Orgel spielt, treten wir ihm den Balg und singen zweistimmig dazu; wenn man ihm den Balg zu arg tritt, quietscht die Orgel. Jetzt ist der Lehrer krank und hält keine Schule; wir wissen nicht, ob er wieder gut wird, aber hoffen wir das Beste.“ ? V e r s c h n a p p t. J u n g e r E h e m a n n( d e r s i c h w e g e n des Essens ins Restaurant geflüchtet hat):„Herr Wirt — die Suppe war schlecht,— der Braten zäh',— die Mehlspeise angebrannt! Da kann man doch gleich zu Hause essen!“ ? V o r s i c h t i g. B i l l:„ N u n, B o b, w a r u m r a u c h s t d u: nicht mehr in Gegenwart von Damen?“— Bob:„Das tu ich niemals wieder. Als ich kürzlich in Gegenwart einer Dame rauchte und Ringe in die Luft blies, steckte sie den Finger in einen davon und erklärte, sie betrachte sich als meine Verlobte!“ Druck und Verlag von Carl Braus, Schwerte. Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schade, Schwerte. Für den Inseraten= und Reklameteil verantwortlich: Jac. 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Später nahmen sich die Juw:liere der Sache an und munterten die Schotten auf. Es entstand ein förmliches Perlenfieber; im Jahre 1864 zog alt und jung in ndie Flüsse, Muscheln zu suchen, und viele Perlen wurden gefunden. Seitdem üben die Fischer alljährlich von Mai bis September ihr Handwerk aus, suchen watend die kleineren Flüsse und mit Booten die tieferen Gewässer ab und mancher schöne Fund wird dabei getan. Meist kommen diese Perlen gar nicht in den Handel, die Schloßherren und Jagdbesitzer der Umgegend geben gute Käufer ab; es sind nur wenige schottische Perlen, die nach London kommen, um dann an den Fingern einer eleganten Engländerin oder am Halse einer amerikanischen Millionärstochter von den heimlichen Schätzen des schottischen Hochlandes zu erzählen. dort streiken von 700 Mann der Belegschaft etwa 200 Im Feutschtale streiken auf der Grube Karl von 500) Mann der Belegschaft 300, in Feutsch von 700 Mann 550, auf der Grube Hayingen von 400 Mann 250, auf der Grube Friede von 150 Mann 125, auf der Geube Stumm in Burbach arbeiten nur noch Tagelöhner, sämtlich: Hauer und Schleper streiken. Auf der Grube Röchling und in den Rheinischen Stahlwerken ist die dir Ausführung des Planes verhindert, sei jedoch von zei Veranlassung gab, das ganze Viertel zu umzingein und alle Passanten auf das allerstrengste zu untersuchen. Die Sache wird so dargestellt, als ob Attentäter die Abwesenheit des Generals Kaulbars hätten benutzen wollen, um durch den Kamin eine Höllenmeschine anzubringen, die erst nach einigen Tagen expledieren sollte. Der Soldat habe aber durch einem Schuß Lehle Brahraetbungen. Vom Kaiser. Danzig, 24. Mai. Der Kaiser traf nachmittags aus Marienburg ein und begab sich nach Langfuhr. Um 7 Uhr fand im Kasino der Leibhusaren ein Essen statt. Die Abreise des Kaisers nach Dresden erfolgt um 10 Alr 11 Munten. Die Russenveraftungen in Berlin. Berlin, 24. Mai. Nach den Abendblättern sind von den gestern verhafteten Russen alle bis auf 10 aus der Haft entlassen worden, wovon heute sechs als lästige Ausländer ausgewiesen wurden. Zwei wurden wegen Teilnahme an einer Verbindung, deren Verfassung und Zweck vor der Staatsregierung geheim gehalten werden soll, und deren Mitglieder sich zu unbedingtem Gehorsam gegen Verbindungsobere verpflichteten, dem Staatsanwalt vorgeführt. Streik der Seelente in Hamburg und Bremen. Hamburg, 24. Mai. Der Ausstand der Seeleute hat bisher auf die Seeschiffahrt keinen Einfluß gehabt. Alle zur Expedition nach der Sie fertig gemachten Schiffe konnten vollzählig bemannt den Hafen verlassen. Die Seelente auf den einlaufenden Schiffen verlangen Abmusterung. Gestern trasen die ersten Arbeitswilligen ein; von gestern mittag bis heute früh gingen 26 Dampfer ab; 1 Segelschiff und 1 Seeschlepper zu, während 23 Dampfer und 2 Seeschleppzüge eintrafen. Hamburg, 25. Mai. Die gestrige Versammlung des Sermannsverbandes nahm eine Resolution an, in der sie sich bereit erklärte, eine Kommission zur Verhandlung mit den Reedern einzusetzen, es aber ablehnt, vor Eintritt in die Verhandlungen mit den Reedern den Streik zu beenden. Bremen, 25. Mai. Die hiesigen Seelente beschlossen, sofrt in den Ausstand zu treten, da zu erwarten sei, daß die Reeder den am Mittwoch unterbreiteten Tarifentwurf ablehnen werden. Die Seeleute in Bremerhaven schlossen sich der Streikbewegung an, ohne an die Reeder Forderungen gestellt zu haben. Zur Aussperrung der Bauarbeiter in Berlin. Berlin, 25. Mai. In der Generalversammlung des Verbandes der Baugeschäfte Berlins und Vororte wurdeabends mitgeteilt, daß die Zahl der Ausgesperrten nahezu 40 000 betrage. Der Streik im lothringischen Erzgebiet. Rombach, 24. Mai. Der Stand des Ausstandes im lothringischen Erzrevier war gestern mittag folgender: Zu den 5 Gruben, auf denen gestreikt wird, ist noch hinzugetreten die Grube Sainte Marie aux chenes; Zahl der Streikenden ebenfalls vermehrt. Entgegen anderen Meldungen wurde die Ruhe nirgends gestört. Zum Regentschaftswechsel in Brannschweig. Brannschweig, 24. Mai. Die staatsrechtliche Kommission beantragte beim Landtag die Gewahrung der bisherigen Zivilliste in Höhe von 1 125322 Mart Keine Wahlerzesse in Trzebinja. Wien, 24. Mai. Nach Erkundigungen des„Wiener Korr.=Bur.“ ist über den angeblichen Vorfall in Trzebinja, nach welchem zahlreiche Personen nach einer Wahlversammlung von Gendarmen getötet und verwundet sein sollten, dort nichts bekannt. Ein Erzganner. Hamburg, 24. Mai. Kaufmann Casar Prediger, der vor zwei Jahren durch Urkundenfälschung 85 000 Mark sich aneignete und dann entfloh, hat jetzt durch Fälschung von Konossements von Amerika aus eine Hamburger Firma um 77000 Mark betrogen. Die österreichischen Wahlresultate. Wien, 24. Mai. Das Resultat der gestrigen Stichwahlen zeigt, daß es den bürgerlichen Parteien gelungen ist, die Verluste vom Hauptwahltage einigermaßen wett zu machen, obwohl die Sozialdemokraten 23 neue Mandate gewonnen haben. Die Wahlresultate sind folgende: 82 Sozialdemokraten, 67 Christlich=Soziale, 27 Deutsch=Fortschrittliche, 25 Deutsche Volkspartei, 5 Alldeutsche, 13 Frei=Alldeutsche, 18 deutsche Agrarier, 29 kth. Volkspartei, 27 Zionisten, 2 Alttschechen, 33 tschechische Agrarier, 11 klerikale Tschechen, 9 liberale Slovenen, 15 klerikale Slovenen, 14 Italiener, 5 Rumänen, 5 Ruthenen, 8 Kroaten, 2 Serben, 2 tschechische Wilde, 1 Freisozialist. Heimliche Liebe. Paris, 24. Mai. Die 21jährige Tochter eines 20fachen Millionärs und Schloßherrn aus Isle Adam unweit Paris ist mit einem Dachdeckersohn, der ihr Herz gewann, entflohen. Von dem flüchtigen Liebespaar fehlt bisher jede Spur. Das Aufgebot der französischen Winzer. Paris, 24. Mai. Die nächsten Demonstratoinsversammlungen der Weinbauern werden in Montpellier und Carcassonne abgehalten werden. Der Bürgermeister von letzterer Stadt hat an die Militärbehörden Mittwoch 8 Dannerst. 2 den Attentätern verwundet worden und befind: sich augenblicklich im Hospital. Schweres Eisenbahn=Unglück. Petersburg, 25. Mai. Bei Molodetßind ereignet: sich ein schweres Eisenbahn=Unglück. Durch Schienenbruch entgleiste ein Personenzug; Lokomotiv: und 5 Wagen stürzten den Abhang hinunter. Erst eine Stunde später traf ein Hilfszug ein. Man glaubt, daß viele Personen tot sind. Der Ausstand auf den Randminen. London, 24. Mai. Nach Meldungen konservatiner Blätter hat der Ausstand der 6 7000 Grubenar###iter am Rand große politische Bedeutung, da die Absendung britischer Truppen aus Pretoria zum Schutz der zumeist holländischen Streikbrecher auf Verlangen des Kolonialsekretäes Smuetts erfolgt war. Außer 600 südafrikanischen Konstablern kampieren 800 Fußsoldaten und 200 Berittene zwischen Benony und Kruegerdorz Allgemein befürchtet man, daß es zu Blutvergießen kommen werde, da laut Gesetz nach Jamesons Beutezug jeder Polizeioffizier das Recht hat, Ansammlingen aufzulösen und im Weigerungsfälle den Befehl zum Schießen zu geben. Der Ausstand umfaßt jetzt 46 Gruben, doch steht laut einer Timesmeldung die Goldindustrie nicht still, da die Ausständigen rasch durch andere Arbeitskräfte ersetzt werden, zumeist durch Holländer, was den jetzigen Machthabern nicht angenehm ist. Eine Gefahr für die Goldindustrie würde erst eintreten, wenn die Maschinisten und Mechaniker dem Ausstand beitreten würden. Gottesotenste. Evangelisch=reformierte Gemeinde. 9½ Uhr: Pastor Terberger. Evangelisch=lutherische Gemeinde. Sonntag 8 Uhr: Pastor Heinenberg. 9½„ Pastor Heinenberg. 11„ Kindergottesdienst. 2„ Gottesdienst in der Schule zu Höchsten. Vereine und Versammlungen. Sonntag 11 Uhr: Arbeite verein Mona sorrsammlung 4„ Jungfrauenverein. Jungfrauenverein. die Bitte gerichtet, den Weinbauern den Exerzierplatz) Denneist.2„ Veeßatsversammlung des Ev Frauenvereine. die Hilte gerichtet, den Weindunern ven Sgergietelag Freitag 8¼„ Vorbereitung zum Kindergottesciens. Montpellier erwartet man für die Versammlung aml g„ S utr m„#reu=gebeisstunde u Rerrisich nächsten Sonntag eine Beteiligung von ungefähr einer F. 8 Uhr: Slaultenzneretsstunde u. Vert flichtungsgelegh. halben Million Winzern. Die Aufregung unter den Weinbauern im Süden Frankreichs immer mehr aus.! 8 Haeckel— Ehrendoktor der Medizin. Senzze 8° Upsala, 24. Mai. Aus Anlaß der Linneftier sand heutt im Dome eine feierliche Doktorenvromotions agenten Lange, Barmen, vom Bund des Blauen Kreuzes. der Kronprinz=Regent und andere Mitglie= Evangelischer Männer= und Jünglingsverein Schwerte. der des Königshauses beiwohnten. Prinz Eugen und Mittwoch 8½ Uhr: Gebetestunde. die Dichterin Selma Lagerlöf wurden zu Ehrendokto= Donnerst. 8½„ Männerchor. 1½ Weißhren stunde. Bibelstunde. Männer= und Jünglingsverein. Uebung des Gemischten Cho es Frauen=M ssionsverein Freitag und Sooabend A. 8½2 Uhr: Vortrag des Herrn Bundesren der Philosophie und Professor Haeckel=Jena zum Ehrendoktor der Medizin ernannt. Das Publikum nahm diese drei Promotionen mit starkem Beifall auf Haeckel, ausgerechnet Haeckel in einem Gotteshause zum Ehrendoktor zu ernennen, ist jedenfalls überaus— geschmackvoll. Red.) Der Posten auf dem Dache. Odessa, 24. Mai. Seit einiger Zeit ist auf dem Dache des Hauses des Generals Kaulbars ein Soldat zur Bewachung aufgestellt. Von dort fiel gestern ein Schuß, der große Aufregung hervorrief und der PoliFreit. A. 8½„ Bibelbesprechstunde. W Samst A. 8„ Turnen in der städtischen Turnhalle fällt aus. Gottesdienstordnung der kath. Pfarrkirche. Sonntag den 26. Mai: Fest der allerh. Dreifaltigkeit. Vormittags: 6½ Uhr Stille hl. Messe. Pr. Schnurbus. 7¾ Uhr Frühmesse m. Predigt. 9 Uhr Schulmesse m. Predigt. 101 Uhr Hochamt m. Predig:. Kaplan Ricke. Nachmittags: 2½ Uhr Maiandacht. Lichtendorf. 8 Uhr Frühmesse. Vikar Böddicker. 10 Uhr Hochamt m. Predigt. 2 Uhr Andacht. der Abteiler- und Bürger-Verein Schwerte. Monats= Versammlung am Sonntag, den 26. Mai, vorm. punkt 11 Uhr, im Vereinslokale Gasthof Rath. Tagesordnung: 1. Beitragszahlung und Aufnahme 2. Ausgare der Bibliothekbücher. 8. Sommerausflug. 4. Verschiedenes. Zu zahlreichem Besuch ladet ein Der Vorstand. Cabiat vom neuen Fang, hochfein 9, 16 und 22 Mk. Delikateßhaus Wahle Schwerte, Hüsing= u. Mährstraßen Ecke. Zrisch eingekrossen! hochf. Süßrahmbutter Paketen 1.20 „ Schweizerbutter 95 ps8. = Margarine in allen Preisen= hochf. Schweizerkäse 1.00 „ Holländer 80 p1. Sämtliche Artikel zum sowie Hülsenfrüchte, Konserven, Fleisch und Wurstwaren. keiner Korn 6096. Münsterländer 80 pf. hochfeine Cigarren, Cigaretten und Tabake empfiehlt zu den billigsten Preisen PDiopol.nn4 is Vertrauensssche, Quali. Planokauf ii und Preiswürdigkeisg sollten entscheiden. Wir liefern unser vielf. präm. Fabrikat auch geg. Raten v. monatl. 20 Mk. direkt ab Fabrik— franko zur Probe. Langjährige Garantie. Jahresverkauf über 1000 Instr. Katal. üb. Pianos, Flügel u. 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