STT FYEITTT“ * 1 Antirkelses Rrewolcht fär den iheis werth. Di:„Schwerter Zeitung“ erscheint täglich, ausser Feiertags. Bezugspreis: Mk. 1.6s vierteljährlich, bei der Post 42 Pf. für Bestellgeld mehr. Wöchentliche Gratis-Beilage:„Illustrierter Familientreund." o O O O O O O O O O O O O 0 Auzeigenpreis: Die sechsgespaltene Petitzelle oder deren naum 10 Pf., Anzeigen von auswärts 1S Pf., Reklamezeile 40 Pf. Erstes und ältestes Tagesorgan des Kreises. Haupt=Annoncenblatt. Alle Kreis- und Lokalpollzeilichen Verordnungen für den Rreis Hörde erlangen gemäss Bekanntmachung der Köntgl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Sodwerter Leitung“ rechteverdindliche Kraft. o c 0 0C O G CCSS· Druck u. Verlag von Carl Braus, Schwerte. Fernsprech-Ruscime: Dr. 62 Amt Schwerte. Celegr.-Adresse Braus. Schwerte-Rubr. Deutscher Reichstag. 39. Sitzung vom 26. April, 1 Uhr. Eingegangen sind: Gesetzentwurf betr. Majestäts=Beleidigungen; kleiner Befähigungsnachweis; Vogelschutzgesetz; Unterstützungswohnsitz=Novelle; endlich noch ein Nachtragsetat. Die Beratung des Militäretats wird fortgesetzt bei dem Kapitel: Artillerie= und Waffenwesen. Die Abgg. Pauli=Potsdam(kons.) und Zubeil(Soz.) bringen wie in jedem Jahr eine Reihe von Wünschen, Beschwerden und Anklagen in bezug auf die Arbeitsverhältnisse in den Spandauer Militärwerkstatten vor. Abg. Becker=Cöln(Ztr.) wünscht für die Arbeiter in den Reichswerkstätten eigene Pensionskassen. Gen.=Major Sixt von Arnim: Bei Wiedereinführung dieser Kassen würden die Arbeiter schlechter gestellt sein als bisher. Früher bestanden die Kassen, sie haben sich aber nicht bewährt. Die Klagen des Abg. Zubeil werden geprüft werden, aber ich nehme schon jetzt an, daß dabei wieder nichts herauskommt. Ich kann nur bedauern, daß der Herr Abgeordnete immer wieder unbescholtene Leute hier angreift, die sich nicht verteidigen können, und zu deren Verteidigung mir auch hier das Material fehlt. Für die Abwehr der sozialdemokratischen Agitation in unseren Betrieben übernimmt das Kriegsministerium die volle Verantwortung. Wir haben sogar angeordnet, daß in unserem Betriebe keine Leute ausgenommen werden, die sich sozialdemokratisch betätigen. Wir wollen in unseren Betrieben nur Leute haben, die sich ihrer Pflichten gegen den Staat bewußt sind und sich als treue Untertanen bewähren. (Beifall rechts.) Mich Es folgen dann noch auseinanversetzungen zwischen den Abgg. Pauli und Zubeil. Dieser behauptet dabei u. a., daß ein Ingenieur in Spandau sich der Gesinnungsschnüffelei schuldig gemacht und deren Ergebnisse durch Vermittlung der Direktion an das Kriegsministerium gebracht habe. Kriegsminister v. Einem: Das Kriegsministerium weiß davon nichts. Soweit das Kriegsministerium in Betracht kommt, ist aiso die Erzählung des Herrn Zubeil falsch.(Große Heiterkeit.) Beim Extraordinarium hat zu dem Titel Beihilfen an die Gemeinden Spandau, Siegburg und Lippstadt die Budgetkommission sich auf folgende Resolution geeinigt: den Reichskanzler zu ersuchen, noch im Laufe dieses Jahres dem Reichstage einen Gesetzentwurf vorzulegen, der die Beitragspflicht der Reichsbetriebe zu den Gemeindeabgaben regelt. Abg. Becker=Cöln(Ztr.) befürwortet dringend die Reolution..„„„„., E.Magt hi: Bminla Abg. Pauli=Potsoam(tons., bettagl die unzulänglichkeit der Bethilfen an Spandau. Han un2 zwindfäglich Schatzsekretär v. Stengel: Wir haven uns grundsatzluch von jeher entgegenkommend gegen solche Wünsche von Gemeinden verhalten. Wir werden auch bei Spandau wohlwollend prüfen, ob eine Erhöhung der Beihilfen notwendig ist. Ein anderes ist nun aber die gesetzliche Regelung der Beitragspflicht der Reichsbetriebe. Man darf doch nicht vergessen, daß es sich hier nicht um Betriebe für gewerbliche Zwecke handelt, sondern um Betriebe im öffentlichen Reichsinteresse, im Interesse von Armee und Marine. Einen vorläufigen Gesetzentwurf haben wir ja nun bereits ausgearbeitet. Aber derselbe bedarf noch eingehender Prüfung. Schon die Verhandlungen zwischen dem Reiche und Preußen haben viel Zeit erfordert. Also, m. H., versprechen kann ich nicht, wann Ihnen eine Vorlage zugehen wird, also haben Sie Geduld! Abg. Südekum(Soz.): Das klingt freilich nicht tröstlich. Offenbar hat hier Preußen wieder die Hauptschwierigkeiten gemacht.. Pein:214 ber 9. Schatzsetretar v. Stenger. Darin irlt der Vorredner; die Schwierigkeiten liegen in der Sache! Hierauf wird die Resolution angenommen. Eine längere Debatte entsteht dann noch bei einem der Einnahme=Titel: Erlös für einen Bruchteil des sog. Westeisbahn=Terrains, das an das Offizierkorps der Landwehr=Inspektion Berlin zum Bau eines Kasinos verkauft werden soll. Abg. Südekum(Soz.) berührt hierbei den„verderblichen Einfluß des Reserveoffiziertums“. Kriegsminister v. Einem, für die Genehmigung zum Verkauf des Terrains eintretend, erklärt demgegenüber: noch niemals ist ein Offizier a. D. vor ein Ehrengericht gestellt worden „aus politischen Gründen“, selbst wenn Herr Gaedke darüber anders denken sollte!(Heiterkeit.) Abg. Erzberger(Ztr.), Referent, tritt auch als Abgeordneter für die Genehmigung des Titels ein. Abg. Dove(frs. Vgg.): Wir werden dem vorliegenden Titel nicht zustimmen. Und am allerwenigsten haben uns die Gründe des Herrn Kriegsministers überzeugt. Unser Heer ist, was auch in den Debatten der letzten Tage darüber mag gesagt worden sein, ein Volksheer. Und wir wollen alles ablehnen, auch wenn es aus den Kreisen der Offiziere a. D. und Reserveoffiziere selber hervorgeht, was diesem Charakter des Volksheeres widerstrebt.„ eisung des Tite“ Abg. Paasche(nl.) beantragt Zurückverweilung der Tilels über die ErSonnabend den 27. April 1907. Abg. Südekum(Soz.) vertritt nochmals seinen Standpunkt und ruft dabei seinen Freunden, als er bei ihnen Privat= gespräche wahrnimmt, zu: Seien Sie doch ruhig, sehen Sie wie Herrn Erzberger von seinen Freunden der Kopf gewaschen wird?(Große Heiterkeit.) An der Debatte beteiligen sich dann noch die Abgg. v. de Wense(Rp.), Dr. Hahn(Bd. d. L.), Erzberger(Ztr.), Lattmann(wirtsch. Vgg.)(der u. a. bemerkt: jeder Offizier, der direkt oder indirekt die Sozialdemokratie unterstützt, handelt Bei der Eventual=Abstimmung wird zunächst die Verkaufssumme für das Grundstück um 14000 Mk. erhöht. Sodann wird der so veränderte Titel argenommen gegen Sozialdemokraten, Polen, Freisinnige, einzelne vom Zentrum und einzelne Nat.= Der Rest des Militäretats wird debattelos erledigt. Morgen 11 Uhr Postetat: erste Lesung der Novelle zum Schluß gegen 6 Uhr. Dreußischer Landtag. 53. Sitzung vom 26. April 1907, 10 Uhr. Am Ministertische: Delbrück, Beseler, Dr. v. Studt. Präsident v. Kröcher eröffnet die Sitzung. Die dritte Lesung des Etats wird fortgesetzt bei dem Abg. Kölle(b. k. P.) fordert Gleichstellung der Markcheider mit den Landmessern. Die Löhne der Bergarbeiter des Oberharzes müßten aufgebessert werden. Abg. Dr. Voltz(ntl.) weist den Behauptungen des Abg. Korfanty in der zweiten Lesung gegenüber darauf hin, daß in den oberschlesischen Gruben die Löhne bedeutend gestiegen seien, gerade hierdurch habe aber auch die Zahl der„Bummelder Besprechung wird angeAbg. Korfanty(Pole) bedauert, durch den vorzeitigen Beschluß verhindert zu sein, dem Abg. Dr. Voltz gebührend zu Präsident v. Kröcher: Ein vorzeitiger Schluß ist nicht eingetreten, denn das Haus hat so beschlossen. Der Bergetat wird genehmigt. Etat der Handels= und Gewerbeverwaltung. Abg. Wolff=Biebrich(ntl.) wünscht mehr Mittel eingestellt für die Haushaltungsschulen für Frauen. Der Handelsetat wird genehmigt. Etat der Justizverwaltung. Abg. Pallaske(kons.) wunscht Auskunft (att.) frägt, wie mit der Verlegung des Kammergerichts stehe und wünscht ebenfalls Auskunft über die Dr. Beseler: Ueber die Privattestamente läßt sich noch kein Urteil abgeben, da die Einrichtung noch zu neu ist. Für die Verlegung des Kammergerichts ist i# diesem Etat eine Summe zu den Vorarbeiten eingestellt. I den nächsten Etat hoffe ich eine größere Summe eingestellt Ebg. Graf Kanis(konf.) spricht über die Beschäftigung der Strafgefangenen und deren Verwendung in der Landwirtschaft. Bei der Leutenot ist die Beschäftigung mit landwirtschaftlichen Arbeiten von großer Wichtigkeitgug Ein Regierungskommissar erwidert, daß verwaltung gern der Leutenot abhelfen wolle. Eine in Konigrberg eingesetzte Kommission habe sich aber dafür entschieden, daß die großen Kulturarbeiten den landwirtschaftlichen Arbeiten vorgingen. Jedenfalls werde aber die Justizverwaltung versuchen, nach Möglichkeit der Leutenot abzuhelfen.(Beifall.) Abg. Gottschalt(ntl.) beschwert sich, daß Arbeiter zu Schöffen und Geschworenen nicht zugelassen würden. Justizminister Dr. Beseler betont, er habe eine dahingehende Verfügung nicht erlassen. Der Justizetat wird genehmigt. Es folgt die Beratung des Kultusetats. Zunächst werden die Anträge angelehnt, die eine Erhöhung der Ostmarkenzulage für Lehrer und Lehrerinnen fordern. Abg. Dr. Voltz(ntl.) beschwert sich unter lärmenden Zurufen des Zentrums und der Polen über die Niederlassungen der Franziskaner in Groß-Borrek, die großpolnischen Zwecken dienen. Die deutschen Katholiken würden später selbst einsehen, wie schädigend diese Niederlassung für das Deutschtum wirke. In Galizien sind drei neue Klöster in kurzer Zeit gegründet worden.(Huhu=Rufe im Zentrum, Gelächter.) Auch von dort aus wird unsere Jugend polonisiert.(Lachen im Zentrum.) Die Abnahme der Zentrums=, die Zunahme der polnischen Stimmen bei den letzten Wahlen zeigt, wie stark die Polonisierung ist. Wenn jetzt das Zentrum Hu machen würde, würde ich es stehen.(Huhn=Heulen im Zentrum und Gelächter.) Im Interesse der katholischen Kirche liegt ein Eindämmen dieser Bewegung.(Gelächter im Zentrum.) 39. en Abg. Dr. Porsch(Ztr.): Auf die oberschlesischen Verhältnisse im allgemeinen will ich hier nicht naher eingehen, Es ist mir aber eine Ehre, für den angegriffenen Franzistanerorden an dieser Stelle einzutreten.(Stürmischer Beifall im Zentrum.) In Großborrek besteht allerdings eine Niederlassung, es sind aber nur zwei Mönche da!(Heiterkeit im Zentrum.1 Dr. Voltz ist so unvorsichtig gewesen, seinen eigenen Wahlkrei# als einen polnisch=verseuchten zu bezeichnen. Ich Bedauern über diesen Ausdruck aussprechen.(Sehr richtig im Zentrum.) Die Tätigkeit der Franziskaner ist eine rein religiöse, natürlich müssen sie dann auch mit den Gläubigen in ihrer Muttersprache sprechen. Ein Vorwurf, daß die schädigend wirkten, kann nicht begründet werden. Kultusminister Dr. v. Studt: Ich will nur konstatieren, daß meiner Ansicht nach die Niederlassungen der Franziskanen im Interesse des Staates liegen. Die Angelegenheit muß vom praktischen Standpunkte aus betrachtet werden. Weite Schichten der Bevölkerung haben ein Interesse, ihr religiöses Bedürfnis im Inlande zu befriedigen. Die Aufgabe der Franziskauer in nur eine religiöse, ich glaube, wir können auch zu den overschlesischen Franziskanern volles Vertrauen haben.(Lebhaften Bravo im Zentrum.) Ich glaube, durch die heutigen Angriffe wird das Einvernehmen zwischen katholischen und evangelischen Oberschlesiern nur gestört.(Beifall im Zentrum und bei den Polen, Zischen links.) Abg. Dr. v. Jazdzewski(Pole): Wir fachen keine Streitigkeiten an, das tut nur Herr Dr. Voltz mit Reden wie gestern und heute. Die Tätigkeit des Franziskanerordens außerordentlich segensreich.. 81„ Ein Regierungskommissar weist an Beispielen aus der Bretagne und Irland nach, daß die Behauptungen des Abg. Dr. v. Jazdzewski nicht zutreffen. Abg. Dr. Friedberg(ntl.): Mir ist aus evangelischen Kreisen mitgeteilt worden, daß die Genehmigung der Niederlassung der Franziskaner in Oberschlesien große Erregung und zwar in positiven Kreisen hervorgerufen hat.(Oho!=Rufe im Zentrum.) Man wird bei der Nähe der Grenze nicht verhindern können, daß außerpreußische Polen herüberkommen und auf die Oberschlesier einwirken.(Beifall links.) Wie anders die Tätigkeit der Franziskaner aufgefaßt wird, ergibt sich aus einem Artikel des großpolnischen Blattes„Pollak“. Die Bedürfnisfrage scheint mir auch nicht aufgeklärt. Preußen hat doch mehr Interesse, daß deutsch als polnisch gepredigt wird. Wo ist die Grenze? Wohin kommen wir da?(Beifall links; Lärm im Zentrum.) Der Staat muß zunächst mißtrauisch sein, wenn ich irgendwo mißtrauisch bin, bin ich es zuerst gegen die Tätigkeit der katholischen Orden.(Großer Lärm im Zentrum.) Glauben Sie, daß Herr Korfanty sich durch Maßnahmen der Regierung hätte abhalten lassen, die großpolnische Agitation nach Oberschlesien zu übertragen? Mir scheint, als könne sich der Herr Kultusminister nicht von der Ansicht trennen, man müsse mit dem Zentrum zusammenarbeiten.(Heiterkeit und Lärm.)(Lebhafter Beifall bei den Ntl.) Kultusminister Dr. v. Studt: Ich muß die Angriffe des Abg. Friedberg auf das entschiedenste zurückweisen, solche Angriffe werden seit einem halben Jahr systematisch gegen mich gerichtet.(Zustimmung im Zentrum.) Auf solche Provokationen antworte ich nicht mehr.(Lachen links); zudem war alles nur graue Theorie. Abg. Dr. Friedberg(ntl.): Ich muß geschäftsordnungsmäßig konstatieren, daß es geradezu unerhört ist, nachdem ich rein sachlich gesprochen habe, mir solche Vorwürfe zu machen. Das ist eine illoyale Kampfesweise.(Stürmischer Widerspruch im Zentrum und rechts.) Vizepräsident Dr. Krause ruft den Redner wegen des Vorwurfs der Illoyalität zur Ordnung. (Im Hause herrscht außerordentliche Unruhe und Bewegung.) Abg. Kopsch(frs. Vpt.) fordert eine genaue Erhebung über die überfüllten Klassen, da nur bei Berücksichtigung dieser Uebelstände die Zahl der fehlenden Lehrer richtig beurteilt werden könne, und bittet den Kultusminister, den„Bremserlaß", den außerordentlich verhängnisvolle Folgen gehabt habe, zurückzunehmen. Redner geht sodann auf die Maßregelung von Lehrern ein, die im Wahlkampfe für die Freisinnigen eingetreten seien. Ministerialdirektor Dr. Schwartzkopff erklärt, daß er auf die einzelnen Fälle nicht eingehen könne, da sie ihm nicht vorher mitgeteilt worden wären. Es würde sich aber empfehlen, daß die Lehrer, die sich ungerecht behandelt glauben, sich an die vorgesetzte Behörde wenden.(Zustimmung rechts.) Es ist unrichtig, wenn gesagt wird, daß unsere Präparandenanstalten nicht genügend besucht seien... 86 165 Abg. Dr. Frie dberg(ntl.): Ich bebanere, mir einen Ordnungsruf zugezogen zu haben, den ersten in meinem Leben. Ich war allerdings sehr erregt über die Ausführungen des Kultusministers. Ich lasse mich bei meinen Ausführungen niemals von persönlichen, sondern nur von sachlichen Motiven leiten, auch der Kultusminister sollte die Dinge mehr sachlich nehmen, anstatt stets von Provokationen zu sprechen.(Beifall Abg. Dr. Porsch(Itr.): Die Franziskaner zu verdächtigen, weil sie an der Grenze wohnen, ist falsch. Es ist bisher noch nicht vorgekommen, daß von den Franziskanern die verlangte N 4 Kleine parlamentarische Nachrichten. Berlin, 26. April.(Drahtb.) Der Bundesrat wird sich bereits Anfangs der nächsten Woche über das getroffene Handelsabkommen zwischen Deutschland u. den Vereinigten Stäaten schlüssig machen. Das Abkommen dürfte imlause der nächsten Woche vollzogen werden- und dann sofort dem Reichstage zugehen. — Demnächst werden dem Reichstage folgende Vorlagen zugehen: Der Gesetzentwurf über den Schutz der Bauhandwerker, der in einigen Punkten abgeänderte Entwurf über den Versicherungsvertrag, ferner einige Vorlagen, die dem Reichstage bereits vor der Auflösung zugingen, darunter die Novelle über die Gewerbeordnung, der sogen. kleine Befähigungsnachweis, die Novelle über den Unterstützungswohnsitz und die über den Vogelschutz. Bertin, 26. April.(Drahtb.) Infolge der Unstimmigkeiten im Freisinn in der gestrigen Sitzung der Budgetkommission, wo der Abg. Storz allein für die Bewilligung der 10. Kompagnie in Kamerun eintrat, ist der Korreferent Abg. Wiemer aus der Kommission ausgetreten. Das Referat wurde dem Abg. Storz übertragen. Abhaltung einer deutschen Predigt verweigert worden ist. Der Herr Minister hat nur die Staatsmaßnahmen verteidigt ohne Rücksichtnahme auf das Zenrtum. Mit der Reichspolitik hat der Herr Kultusminister doch nichts zu tun. Den Vorwurf, daß er auch jetzt noch ohne Rücksicht auf die politischen Verhältnisse Geschäfte mit dem Zentrum machen wolle, hat er sicher nicht verdient.(Lebhafter Beifall im Zentrum und rechts.) Ein Antrag auf Schluß der allgemeinen Besprechung wird angenommen. Es folgt die Besprechung über den Antrag Hobrecht, in eine allgemeine Prüfung der Frage einzutreten, inwieweit der Voltsunterricht den Anforderungen des Lebens genügt und die Ergebnisse dieser Prüfung dem Abgeordnetenhause in einer Dentschrift mitzuteilen. Abg. Schiffer(ntl.) begründet den Antrag. Leider haben sich weite Kreise des gewerblichen Lebens über ungenügende Vorbildung der Schüler beklagt. Auch das Gewerbeamt hat darüber Untersuchungen angestellt und die Klagen bestätigt gefunden. Unsere Volksschüler müssen einer allgemeinen Bildung teilhaftig werden, sie sollen das ideale nicht entbehren, vor allem aber und zunächst natürlich, das ihnen fürs Leben Notwendige einzuprägen. Das Erlernen bloßer Worte hat damit nichts zu tun. Zu viel regiert darf in den Schulen nicht werden, die Lehrer können sich jetzt nicht retten vor Revisionen und müssen die Kinder zu Paraden fertig machen, statt den Lebensanforderungen gerecht zu werden. Es ist nicht alles in der Volksschule wie wir es wünschen; ich glaube deshalb die Annahme unseres Antrages empfehlen zu können.(Beifall links.) Abg. Pallaske(t.): Wir können nicht anerkennen, daß erhebliche Mängel in der Volksschule vorhanden sind. Wir sind überzeugt, daß die Volksschule ihre Schüler nach wie vor entläßt gesund an Leib und Seele, patriotisch gesinnt. Meine politischen Freunde stellen die Volksschule gleichmäßig neben die Hochschule und die höhere Schule.(Beifall rechts.) Kultusminister Dr. v. Studt: Den Vorrednern bin ich dankbar für die ruhige objektive Art, mit der sie die Angelegenheit behandelt haben. Nachdem der Minister einige Angaben über die bisherigen Enqueten gemacht, erklärt er, er wolle die Legende zerstören, als ob er sich gegen die fachmännische Schulaufsicht überhaupt ausgesprochen habe. Er habe nur erklärt, daß eine derartige Organisationsänderung erst nach Durchführung des Schulunterhaltungsgesetzes ins Auge gefaßt werden könne. Das Haus beschließt die Ueberweisung des Antrags an die Unterrichtskommission. Es folgt die Besprechung der einzelnen Titel, trotzdem es 4½ Uhr ist, die Sitzung also schon 6½ Stunden angedauert hat. Zum Titel Ministerium sprechen die Abgg. Heisig(Ztr.) und Ernst(frs. Vgg.), bleiben aber bei dem im Hause herrschenden Lärm unverstandlich. Ein Antrag auf Schluß der Besprechung wird angenommen. Hierauf schlägt der Präsident vor, sich zu vertagen. Abg. v. Pappenheim(k.) meint, man könne wohl noch den Kultusetat erledigen. Präsident v. Kröcher teilt mit, es seien noch 17 Redner zum Kultusetat gemeldet.(Große Heiterkeit.) Es bleibt also bei der Vertagung. Fortsetzung der Beratung des Kultusetats morgen 10 Uhr. Schluß nach 5 Uhr. Aus Stadt und Umgebung. Schwerte, den 27. April. *er(Viehzählung.) In seiner letzten Tagung hatte das Landesökonomiekollegium beschlossen, die Staatsregierung zu ersuchen, alljährliche Viehzählungen anordnen zu wollen. Das Statistische Landesamt ist jetzt dem Wunsche des Landesökonomiekollegiums beigekreten. Am 1. Dezember findet wieder eine allgemeine Viehzählung für das ganze Reich statt. In landwirtschaftlichen Kreisen hofft man nun, daß sich diese Zählung alljährlich wiederholen werde. **(Zurückstellen) mußten wir für die nächst: Nummer wegen großen Inseraten=Andranges eine große Anzahl lokaler und provinzieller Nachrichten. *(Prozeß zwischen Schwerte und Dortmund.) Auf dem Mühlengrundstück hierselbst waren seitens des Mühlenbesitzers Gebäude auf öffentlichen, der Stadt Schwerte gehörigen Wegeflächen errichtet. Es war deshalb zwischen der Stadt Dortmund, der jetzigen Besitzerin der Mühle, und der Stadt Schwerte ein Streit entstanden, in welchem die Stadt Schwerte nach erhobener Klage seitens der Stadt Dortmund beantragte, den Eigentümern aufzugeben, die Gebäude, welche im öffentlichen Wege errichtet sind, zu entfernen und die Wegeflächen frei zu halten. Dieser Prozeß ist zu Ungunsten der Stadt Dortmund vom Landgericht zu Hagen entschieden. (Blaukrenz=Verein.] An dem morgigen Jahresfeste des Blaukrenz=Vereins nehmen mehrere auswärtige Vereine teil, so aus Dortmund, Langerfeldt usw. Die Nachversammlung im Saale des Herrn Rath beginnt um 3,30 Uhr. Ansprachen halten daselbst außer dem Festprediger Pastor Fürstenow aus Essen ein hiesiger Geistlicher sowir der Bundesvertreter. *r(Ihre silberne Hochzeit) feiern heute die Ehe leute Karl Wagner und Lydia geb. Hegemann, Hörderstraße wohnhaft.— Herzlichen Glückwunsch! §§(Strafkammer Hagen.) In unserm gestrigen Berichte ist uns insofern ein Druckfehler unterlaufen, als der Arbeiter L. vom Schöffengericht zu Schwerte nicht zu 90, sondern nur zu 30 Mark Geldstrafe verurteilt worden war. L. bestreitet, den Partner mit einem Ziegelstein geworfen zu haben. **(Kinematograph.) Auf dem Wilhelmsplatz ist der hier bekannte Ahler'scher Kinematograph eingetroffen und gibt am morgigen Sonntag wie am Montag Vorstellungen. Das Programm ist durchweg neu und umfaßt 500 Nummern, sodaß in jeder einzelnen Vorstellung andere Bilder und Szenen gezeigt werden. **(Einem eigenartigen Sport) gibt sich unsere liebe Jugend seit etwa Wochenfrist hin. In allen Straßen unserer Stadt sieht man Knaben und Mädchen Lack= und Konservenbüchsen, durch welche Bindfäden gezogen sind, als Stelzen verwenden und auf denselben umherstapeln. Abgesehen von dem unschönen Anblick liegen aber in diesem Sport Gefahren für die Kinder selbst, wie die Tatsache beweist, daß gestern abend auf der Hüsingstraße ein Kind, welches einem Lastwagen ausweichen wollte und schnell die Gleise der Elektrischen überquerte, zu Fall kam und zum Entsetzen der Passanten direkt vor den noch eben rechtzeitig bremsenkönnenden Straßenbahnwagen zu liegen kam. Das Kind hatte nämlich in der Hast den Bindsaden nicht straff angezogen und sich mit dem einen VantFade! und Ersatzteile sowie Reparaturen billigst bei J. W. Bonel Lager: Flagenerstrasse. Verkaufsstelle Markt 6. Fuß darin verwickelt. Man kann schon über die B. nutzung hoher Holzstelzen sehr geteilter Meinung sein; diese neueste Manier ist aber geradezu widerwärtig und sollte von allen Eltern nachdrücklich untersagt werden, worum wir hierdurch besonders gebeten haben möchten. * Holzen, 26. April.(Geisteskrank.) Die Ehefrau des Bergmanns L. hierselbst, welche seit einiger Zeit geisteskrank ist und dieserhalb in dem evang. Krankenhause zu Schwerte interniert war, wurde jetzt in die Provinzial=Heilanstalt zu Aplerbeck überführt. Westhofen, 26. April.(Schul= und Gemeinderatssitzuung.) Am heutigen Tage fand unter dem Vorsitze des Herrn Amtmanns von Daniels eine Schul= und Gemeindeverordnetensitzung statt. Es wurde beschlossen, das Grundgehalt der hiesigen Lehrpersonen auf 1500 Mark und die Mietsentschädigung auf 300 Mark pro Jahr zu erhöhen, womit die Bezieher den anderen Ortschaften des Kreises gleichgestellt werden.— Die Hörder Straßenbahnge sellschaft soll ersucht werden, den Lichtstrompreis für die Stadt günstiger zu stellen bezw. zu ermäßigen, da aus der erfolgten allgemeinen Verbilligung die vertragsmäßigen Vorbedingungen erfüllt sind welche die Wünsche der Stadt berechtigt erscheinen lassen. Aus der Mitte des Kollegiums heraus wurde bemerkt, daß die Straßenbahngesellschaft für die Beförderung der Schüler zu den Schwerter Schulen neue Bedingungen aufgestellt habe, was im allgemeinen Unzufriedenheit bei den in Frage kommenden Kreisen hervorgerufen habe.— Die Baukosten des alten Wanneweges, des Steigerturmes usw. sollen aus Anleihemitteln gedeckt werden.— Die Neupflasterung der Schloßstraße, ferner die Vermessung, Instandsetzung und Einsteinung der unteren Eickhofstraße soll alsbald erfolgen. Von der Fertigstellung der Baumschule an der Schule zu Buchholz wurde Kenntnis genommen. Das LeichenFuhrwerk soll anderweitig vergeben werden, da der jetzige Besitzer dasselbe gekündigt hat. Oeffentliche Ausschreibung wird erfolgen.— Die Besprengung der Straßen des Ortes während der Sommerzeit und die Beschaffung ganz neuer Vorrichtungen hierfür wurde in Aussicht genommen.— Mit der Ausführung dieses Gedankens wird sich die Stadtvertretung den Dank vieler Eingesessenen erwerben, da die Besprengung der Straßen in gesundheitlicher Beziehung von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist. Dessen war man sich auch in der Vertetung bewußt. * Westhofen, 26. April.(Steigerturm.) Mit der Errichtung des Steigerturms für die hiesige Frliwillige Bürgerfeuerwehr hat man am heutigen Tage begonnen. Die Ausführung geschieht bekanntlich von der Firma Mertin zu Marten. :: Garenfeld, 27. April.(Neuer Wirt.) Die früher Buse bezw. Düppe'sch: Wirtschaft hierselbst wird am 1. Mai in Herrn Schultz, augenblicklich Buffetier im alten Freischützgebäude bei Schwerte, einen neuen Pächter erhalten. Hohensyburg, 26. April.(Bergbahn.) Am morgigen Sonntag, den 28. April, begint auf der Bergbahn Hohensyburg=Westhofen der regelmäßige Verkehr. (—) Ergste, 26. April.(Die ortsüblichen Tagelöhne) sind neu festgesetzt worden. Sie betragen im Amte Ergste für erwachsene männliche Arbeiter 3 Mk., für erwachsene weibliche Arbeiter 1,80 M., für jugendliche männliche Arbeiter 1,50 Mk., für jugendlicht weibliche Arbeiter 1,20 Mk. Die neuen Sätze treten vom 12. Oktober ds. Is. in Kraft. (—) Ergste, 26. April.(Wegebesichtigung.) Die hiesige Gemeindevertretung unternahm gestern nachmittag eine Besichtigung verschiedener Gemeindewege, deren Verbesserung vorgemerkt ist. * Offenbach, 26. April. Zwei Kinder eines hiesigen Arbeiters sind an Genickstarre erkrankt. Hannover, 26. April. Zahllose Erkrankungen an Genickstarre sind in der letzten Zeit in der Umgegend von Soltau vorgekommen. * Barmen, 26. April.(Auf den schlüpfrigen Schienen) des abschüssigen Steinweges kam heute ein Straßenbahnwagen ins Rutschen. Er stieß mit dem Fuhrwerk des Kolonialwarenhändlers Putzmann zusammen. Das Fuhrwerk wurde völlig zertrümmert, das Pferd mußte getötet werden. Putzmann und sein Knecht Dreher sind schwer verleßzt. Auch der Straßenbahnwagen ist beschädigt. Bielefeld, 24. April.(Hart bestraft) wurden in der vorigen Woche ein Bahnsteigschaffner von Gütersloh und ein Heizer. Letzterer hatte den ihm bekannten Schaffner gebeten, ihm eine Fahrt nach Berlin auf Heckenbillet zu ermöglichen. Der Beamte hielt eines Tages eine Blankokarte Gütersloh=Apler= beck zurück, auf der der Heizer die nötigen Radierungen vornahm, um sie für die Fahrt nach Berlin gültig zu machen. Er gelangte auch anstandslos nach Berkin und zurück. Wie er auf dem Gütersloher Bahnhof aukam, wurde der Betrug entdeckt. Beide erhielten jetzt vom hiesigen Schwurgericht je 1 Jahr Zuchthaus. * Steele(Ruhr), 26. April. Auf den westdeutschen Eisenwerken in Kray ist ein Arbeiter der Starkstromleitung zu nahe gekommen und sofort getötet worden. * S o l i n g e n, 2 4. A p r i l. A u s d e m h i e s i g e n G e r i c h t s gefängnis sind heute zwei Gefangene, darunter ein gefährlicher Einbrecher, entflohen. * Duisburg, 26. April.(20 Bergleute verschüttet.) Gestern abend gegen 9 Uhr ging in der zweiten Sohle auf Schacht 3 der Gewerkschaft„Deutscher Kaiser“ eine Strecke zu Bruch, hinter der sich ein Steiger, 20 Mann und 2 Pferde befanden. Die Aufräumungsarbeiten wurden sofort in Angriff genommen. Es gelang bis heute morgen eine Oeffnung zu schaffen, durch die man sich mit den Eingeschlossenen verständigen konnte, auch wurden Lebensmittel durchgereicht. Niemand ist verletzt. Man hofft bis heute mittag sämtliche Verschütteten zu bergen.— Nach einer neuen Meldung wurden sämliche Verschütteten heute morgen 7 Uhr unversehrt geborgen. Lehle Trahrmetbungen. Die Reichstagsersatzwahl in Glanchau=Meerane. Glanchau, 26. April. Bei der heutigen Reichstagsersatzwahl im 17. sächsischen Wahlkreise GlauchauMeerane erhielt Dr. Clauß(natlib.) 12 700, Molkenbuhr(Soz.) 17 165 Stimmen. Letzterer ist somit gewählt.(Bei der Wahl am 25. Januar erhielt der verstorbene Abg. Aner 16 675 Stimmen gegen. 13 454 Stimmen, die auf den nationalliberalen Kandidaten entfielen. Jesko von Puttkamer. Berlin, 26. April. Jesko von Puttkamer wird, wie verlautet, in etwa sechs Wochen auf seinen Posten als Gouverneur nach Kamernn zurückkehren. Das Urteil der Disziplinarkammer hat bereits Rechtskraft erhalten, da sowohl der Vertreter der Anklagebehörde wie der Angeschuldigte ihren formellen Verzicht auf Einlegung des Rechtsmittels der Berufung vor Gericht erklärt haben. Die schwarzen Pocken. Berlin, 26. April. Ein in Lichtenberg bei Berlin wohnhafter, in einer dortigen Fabrik beschäftigter Arbeiter, der am 13. ds. Mts. aus Galizien zugezogen ist, hat wegen Pockenerkrankung im Virchow=Krankenhause Aufnahme gefunden, außerdem sind drei weitere Personen vorsichtshalber als ansteckungsverdächtig dorthin gebracht worden. Streik der Bauarbeiter. Halle, 26. April. Der Generalstreik brachte die hier ungewöhnlich rege Bautätigkeit zum Stillstand. 400 Zimmerer, 1200 Maurer und 500 Bauhilfsarbeiter streiken. Sie fordern 60 Pfg. Mindestlohn und neunstündige Arbeitszeit. Marktpreise. Schwerte. Wochenmarkt. Nicht 14, sondern 17 Eier wurden am Mittwoch für 1 Mk. gegeben. Wir stellen das hiermit richtig. Gottesdienste. Evangelisch=reformierte Gemeinde. Sonntag 9½ Uhr Pastor Terberger. Evangelisch=lutherische Gemeinde. Sonntag 8„ Pastor Heinenberg. „ 9„ Beichte 9½„ Pastor Fürstenow as Essen. hl. Abendmahl „ 2„ Kindergottesdienst. Sonntag 2„ Gottesdienst in d.r Schule zu Höchsten. Die Genickstarre im Industriegebiet. Bochum, 26. April. Der 16jährige Sohn der Familie Winkler in Hordel ist unter dem Verdachte der Genickstarre dem Krankenhause zugeführt. Recklinghausen, 26. April. Die wegen der Genickstarre in Recklinghausen=Süd und der Hiller Heide geschlossenen Schulen werden am Montäg, den 29. April, wieder eröffnet. Velbert, 26. April. Ein zweiter Genickstarrefall ist von hier zu melden. Der 22jährige Schlosser Küpper ist in das Krankenhaus eingeliefert. Mörs, 26. April. In der Woche vom 14. bis 20. April sind, im Kreise Mörs ein Erkrankungsfall und ein Todesfall an Genickstarre vorgekommen. * Essen, 26. April. In dem nahen Borbeck greift die Genickstarre immer weiter um sich. Gester starb das 9jährige Schulkind W. aus der Wörthstraße. Es ist dies hier der zweite Todesfall. Mittwoch 8„ Jungfrauenverein Freitag 8„ Virbereitung z m Kndergottesdienst. Samstag 2 Uhr Beicht Evangelisch= Stadtmission Kuhstraße 7. Sonntag V. 8 Uhr Blaukrenzgebetstunde. Jahresfest des Blau kreuzvereins B.9½„ Festgoitesdienst in der großen evan Kirche Festprediger Herr Pf. Fürstenow, Essen=Ruhr. Festversammlung nachm. 3½ Uhr im Saale des H. Otto Rath(früher Böhmer) Brückstr. N. 1½„ Weißkreuzstunde. Bibelstunde fällt des Blaukreuzfestes wegen aus. Monta; A 8½„ Uebung des gem. Chores. 6 Dienstg. A. 8„ Frauenmissionsstunde. Evangelischer Männer= und Jüngliugsverein Schwerte Sonntag A. 8„ Männer= u. Jünglingsvereig. twoch A. 8½„ Gebeisstunde Dennerst. A. 8 ¼„ Männerchor. Freitag A. 8½, Bibelbesprechstunde. Sonnabd. A. 8„ Turnen in der städtischen Turnhalle Die„Schwerter Zeitung“ erscheint täglich, ausser Feiertags. Bezugspreis: mk. 1.6s vierteljährlich, bei der Post 42 Pf. für Bestellgeld mehr. Wöchentliche Gratis-Beilage:„Illustrierter Familienfreund.“ 9 CCOCOCCOOOO O 0 Auzeigenpreis: Die sechsgespaltene Petitzeile oder deren naum 10 Pf., Anzeigen von auswärts 1S Pf., Reklamezeile 40 Pf. Erstes und ältestes Tagesorgan Kreises. Haupt=Annoncenblatt. Ni 1ch uit Schiodenichr 2. horae erlangen„Fgmass penzummachung der Fröffentlicht Hörde erlangen gemäss Bekannim: durch Veröffentlichung in der„Scdwerter Zeitung“ rechtsverbindliche Kraft. o cooccoeCeee*. Druck v. Verlag von Carl Braus, Schwerte Fernsprech-Rusctust Dr. 62 Amt Schwerte. Celegr.=Adresse Braus, Schwerte-Rubr. Nr. 98 „Ich straf'!“ Roman von Wilhelm Fischer. 5. Herr von Manderscheidt versprach sich von dem Verhör der beiden Zugbeamten hinsichtlich des Mörders sehr wenig. Was er indes durch diese Zeugen zu ermitteln hoffte, das galt ihm vorerst nicht minder wichtig. Der Ermordete, das hatte ihm ein Blick auf die Leiche bewiesen, war entweder ein Ausländer oder hatte lange im Auslande gelebt; darauf ließ der Schnitt seines eleganten, soliden Reiseanzuges, die Facon seiner Schnürschuhe, Hut und Plaid schließen; auch seine bequeme Wäsche, die ein korrekter deutscher Elegant niemals, selbst auf der Reise nicht, tragen würde, bewies das dem scharfen Beobachter, dem die diplomatische Art, mit welcher der Kriminalinspektor vor wenigen Sekunden den Bankerott seines Witzes in dieser cause celebre umschrieben hatte, solchen Spaß machte, daß er still vor sich hinlachte, während er mit den Zeugen seinen Vorgesetzten folgte. Dem Schaffner lag das Trinkgeld, das ihm der Fremde für Besorgung des Koupees in Hamburg eingehändigt und das er mit dem Zugführer kameradschaftlich geteilt hatte, mit Zentnerlast auf dem Gewissen; auch der Zugführer schritt neben dem KrimiSonnabend, den 27. April 1907. nalkommissär daher, als hätte er einen Liter Regenwasser geschluckt; aber als beiden den Polizeibeamten so aufgeräumt sahen, wurde es ihnen etwas leichter ums Herz. „Nun, meine Herren, nehmen Sie Platz und machen Sie sich's bequem; Sie werden müde sein, aber es geht heute einmal nicht anders“, sagte Herr von Manderscheidt, als er und die beiden Bahnbeamten in cinem, ihm von dem Stationsvorsteher angewiesenen Bureauzimmer allein waren. Er offerierte den Beamten eine Zigarre. „Es plaudert sich besser so“, meinte er und zündete sich selbst eine Zigarette an, dann nahm er die Personalien des Zugführers Max Müller und des Schaffners August Schulze auf:„Also Müller und Schulze“, witzelte er, während diese etwas gezwungen lächelten. „Doch zur Sache. Ich mutmaße, meine Herren“, fuhr er ernster fort,„daß Sie in Hamburg, als Sie dem Fremden ein Koupee allein, in dem er sich in so tragischer Weise ausschlafen sollte, anwiesen, eine kleine dienstliche Inkorrektheit begangen haben. Dies darf [Sie nicht hindern, mir als Männer von Ehre und alte Soldaten die volle Wahrheit zu sagen und so wortund sinngetreu, als nur möglich, hier zu Protokoll zu geben, was der Ermordete mit Ihnen verhandelte, wie und über was er mit Ihnen sprach und welchen Ein39. druck er selbst auf Sie machte. Wollen Sie dies?“ Die Beamten nickten zustimmend, Schulze erhob sogar, von dem eindringlichen Ernst, der in den Worten des Kriminalkommissars lag, hingerissen, die rechte Hand wie zum Schwur. 9.25 „Herr Krimnalkommissar“, nahm der Zugführer tief ausatmend für sich und seinen Kameraden das Wort,„gestatten Sie mir, ehe ich zur Sache komme, eine Bemerkung!“— Herr von Manderscheidt horchte auf, aber neigte zustimmend das Haupt.—„Alles verstehen, heißt alles verzeihen...“ „Gewiß“, unterbrach hier Manderscheidt den Zeugen,„ein gutes französisches Sprichwort, aber nicht immer ein deutscher Begriff.“ „Leider!“ nickte der andere und fuhr dann fort: „dieses Vorkommnis, für mich und meinen Kameraden hier ein Zusammentreffen entsetzlicher Zufälle, kann uns unsere Stelle kosten, wenn nicht Sie sich für uns verwenden. Wir beide, ich weiß das von mir und weiß das von dem Manne an meiner Seite, gehören nicht zu den unzufriedenen Beamten. Wir sind, ausgerechnet am grünen Tisch, auskömmlich bezahlt; zu hungern brauchen wir nicht; das stimmt. Aber fahren Sie einmal mit uns, mit dem erdrückenden Gefühl der Verantwortung für das Leben und die Gesundheit unserer Mitmenschen, mit dem Bewußtsein der Wir haben das Mauufaktur-, Konfektions- und Aussteuer-Geschält der Firma Uuis MireProsmar UP früher van Perlstein, Hagen gekauft und wollen das vorhandene Warenlager zu billigen Preisen ausverkaufen, weshalb wir von Montag, den 29 d. wts, ab einen Seseramme Radverlin!.. veranstalten. Um das meist berechtigte Misstrauen bei Ausverkäufen zu beseitigen, erklären wir, dass der Ausverkauf auf die denkbar reellste Weise bei Vermeidung jeder auf Täuschung berechneten Handlung geführt wird und die Ausverkaufspreise neben den bisherigen unveränderten Preisen deutlich vermerkt sind. L.& J. Buscher, Ilagen, Eberfelderstrasse 29. Gefahren, die uns drohen, die so ungeheuer sind, daß ein ziemlich schreckhafter Mann, wenn er Wissender, wie wir es sind, wäre, es sich's überlegen würde an unserer Stell; zu stehen, und dann verstehen Sie uns, wenn wir uns nicht für auskömmlich bezahlt erachten. Ich bin in einer Bergmannsgegend zu Hause, und ich würde Sie verstehen, wenn Sie mir erwidern, daß der Staat seine Steiger nicht besser bezahlt; indessen sind die Gefahren, die uns bedrohen, größer als schlagendes Wetter und niedergehendes Gebirge.“ „Wie so?“ frug Manderscheidt, den der Mann und seine Art zu interessieren begann. „Unsere persönliche Sicherheit hängt nicht nur von unserer peinlichsten Pflichterfüllung, die uns bei Todesstrafe, nicht durch Gesetz und Disziplin, sondern durch die Folgen, verbietet, im Dienste auch nur eine Sekunde unaufmerksam und lässig zu sein,s von einem System ab, das jeden Augenblick ungestraft durchbrochen und auf den Kopf gestellt wird. Das System beruht darin, daß es uns und die Sicherheit garantieren kann, verstehen Sie mich wohl, wenn alle Züge fahrplanmäßig auf die Sekunde in den nen einlaufen. Jede Zugverspätung zerreißt diese papierene Ordnung, und wir sind nicht nur unserer Intelligenz, sondern, was noch schlimmer ist dem Zufall, oder was gleichbedeutend ist, der Intelligenz anderer überlassen. Zugverspätungen sind aber bei uns leider an der Tagesordnung; dadurch wird für uns das System, das uns zu schützen meint und uns in Rang und Bezahlung als Schablonenmenschen schätzt, hinfällig. Die Verantwortung ruht dann ganz allein auf unsern Schultern; die Gegenleistung aber finden wir nicht in unserm Gehalt. Dazu kommt noch, daß wir immer unterwegs, auf Reisen und besonders, wenn wir Familie haben, knapp an Taschengeld sind. Ist es in den Wolken denn da ein Verbrechen, zumal uns vorgeschrieben ist, den Passagieren höflich zu begegnen und ihre Wünsche tunlichst zu erfüllen, wenn wir hin und wieder deren Erkenntlichkeiten gegenüber uns schwach zeigen? Besonders wenn, wie in diesem traurigen Falle, wir einem Passagier gefällig sein können, ohne uns eine direkte Pflichtverletzung zuschulden kommen zu lassen. Der Zug war diesmal auffallender Weise auf dieser Strecke!— so schwach besetzt, daß ich leider Gottes zum Nachteil des Ermordeten seinen deingenden Bitten nachkommen konnte.“ „Beruhigen Sie sich, Herr Müller, ich werde das meine tun, daß Ihnen größere Unannehmlichkeiten erspart bleiben, die Ihnen wohl schwerlich erspart geblieben wären, wenn einer Ihrer Vorgesetzten vom höchsten grünen Tisch Ihre Verteidigungsrede gehört haben würde“ meint: Manderscheidt, dem als ehemaliger Offizier und Mann von praktischer Initiative nichts befremdlicher als das verknöcherte bureaukratisch: System war, das der einfache Mann vor ihm in so flammender, überzeugender Weise angeklagt hatte. Müller verbeugte sich dankend, während Schulze, der durch fortwährendes Nicken mit dem Kopfe und dem stercotypen Ruf:„So ist's, Herr Kommissär!" die Ausführungen des Zugführers bekräftigt hatte, erleichtert seinem Dank lauten Ausdruck verlieh. „Schaffner Schulze führte mir“, so erzählte dann der Zugführer, der Aufforderung Manderscheidts Folge leistend,„den Fremden in der Bahnhofrestauration vor. Der Herr machte mir den Eindruck eines reisenden Engländers. Er nahm mit Schulze an einem Tische Platz und bestellte von dem Grllner einig: „American drinks“, reich regalierte er uns mit ächten Imports. Auf sein Ansuchen um ein Koupee 2. Kl., das er für sich allein ausbat, da er bis Berlin schlafen möchte, erklärte ich ihm, das ich sehen will, was sich da machen ließe. Falls der Andrang nicht so stark wäre, ließe sich's ermöglichen. Er sagte„Well“ und drückte uns beiden je einen Taler in die Hand.“ „Und der brennt Ihnen jetzt auf der Seele“, unterbrach Manderscheidt den Redestrom des anderen, dann begann er ihn zu inquirieren:„Wie alt schätzen Sie den Fremden?" „Auf Anfangs der Dreißig.“ „So alt schätze ich ihn auch!“ bestätigte Schulze. „Sprach er geläufig deutsch?“ „Er sprach es mit dem Accent eines Deutsch=Amerikaners.“ „Wie lange saß er bei Ihnen?“ „Etwa eine Stunde.“ „Was erzählte er Ihnen?“ „Er sprach von der langweiligen Ueberfahrt.“ „Ah, er kam also aus Amerika?“ „Aus New=York; er erzählte uns, daß er sich einige Tage in London aufgehalten habe, und mit dem „Graf Walderse:“ herübergekommen wäre. Er rühmte noch das große Schiff und die vorzügliche Verpflegung. „Sprach er von Hamburg?“ „Gewiß; er erzählt:, daß er sich dort mehrere Tage aufgehalten und in den Hansasälen vortrefflich amüsiert hätte. Ich erinnere mich dessen ganz genau, denn ich frug ihn direkt darnach.“ „Sprach er von irgend einer Bekanntschaft, die er dort gemacht hatte?“ „Das nicht direkt; er meinte nur leichthin: Die Weiber sind sich überall gleich.“ „Welchen Eindruck machte er auf Sie; schien er unruhig, wie etwa ein Mensch, der verfolgt wird, die Rache eines anderen zu fürchten hat?“ „Das fiel mir nicht auf; und schließlich hat ja jeder auf der Reise etwas Reisefieber. Er schien mir gutsituiert zu sein. An seinem Ringfinger funkelte ein kostbarer Brillant; auch trug er eine wertvolle Uhr.“ „Mit Kette?“ „Nein, er trug sie lose in der linken Westentasche.“ „Hatte er Gepäck?“ „Ich frug ihn darnach, um ihm behülflich zu sein; er entgegnete, sein Gepäck werde direkt befördert. Be sich hatte er nur eine dunkle, elegante, noch fast neue, kofferartige Ledertasche, ein Plaid und den Ueberzieher, der noch im Koupee hängt.“ „Zeigte er sein Geld? Und gab er viel aus?“ Marie Becker Hildegard Rübsahmen Zur Berliner Kindesentführung Heinrich Josef Spiz Eine Kindesentführung in Berlin. Am 24. Januar d. J. ist in Friedenau bei Berlin das siebenjährige Schulmädchen Hildegard Rübsamen in mysteriöser Weise entführt worden. Die Tat ist von dem Reisenden Josef Spix und seiner angeblichen Ehefrau, der Modistin Marie Becker ausgeführt worden. Beide Personen haben ein stark bewegtes Leben hinter sich. Spir, der am 1. November 1855 zu München=Gladbach geboren ist, ist als Reisender, Stenograph, Gärtner, Landwirt und Seemann viel herumgekommen, desgleichen hat sich die Becker als Modistin, Wirtschafterin und Köchin betätigt. Die Kriminalpolizei hat ermittelt, daß Spix von seiner legitimen Frau, einer geborenen Elise Hoffmann, getrennt lebt, die Becker als seine Frau ausgegeben und mit ihr alle möglichen Ausstellungen des In= und Auslandes bereist hat, wo beide in Buden als Verkäufer tätig waren. Die beiden sind mit dem Kinde zuletzt am 10. Februar in Basel gesehen worden. Seitdem fehlt jede Spur. Man nimmt an, daß sie sich getrennt haben und daß die Becker sich mit dem Kinde in der Schweiz oder in Deutschland verborgen hält. Das Kind ist sieben Jahre alt, aber sehr klein für sein Alter, es hat braunes, halblanges Haar, dunkle Augen und lange Augenwimpern. Der Vater des Kindes, der Kaufmann Hans Rübsamen in Friedenau, hat auf die Wiedererlangung seines Kindes eine Belohnung von 500 Mark ausgesetzt. Wir bringen unseren Lesern die Bilder der Beteiligten und fügen noch folgende Signalements der Entführer bei. 1. Der Reisende Heinrich Josef Spix, geboren am 1. November 55 zu München=Gladbach; Signalement: Statur: Ziemlich groß, blonder Schnurrbart; Gesicht: fahl, vorstehende Backentnochen; Sprache: rheinischer(Kölner) Dialekt, etwas französisch und englisch; trägt Kneifer oder Brille; besonderes Kennzeichen: Auf einer Hand zwischen Daumen und Zeigefinger blauer Anker tätowiert. Er war bekleidet mit dunklem Anzug, schwarzem Ueberzieher, schwarzem steifem Hut. 2. dessen angebliche Ehefrau, die Modistin Marie Becker geboren am 5. Mai 67 zu Mannheim. Signalement: Statur, schlank; geht vornübergebeugt; Haare: graumeliert; Anflug von Schnurrbart; Augen: Junkel; Sprache: oberrheinischer Dialekt, etwas französisch und englisch. Sie war bekleidet mit grauem Kostüm, rotem oder schwarzem Sammethut. „Er ließ ein Goldstück wechseln, und wir sahen bei dieser Gelegenheit, daß sein ziemlich großes Portemonnaie voll Gold war. Das Silbergeld trug er in der rechten Westentasche.“ Fortsetzung folgt. Wetterbericht der Deutschen Seewarte. 28. April: Bewölkt, wärmer, Regenfälle. 29. April: Wolkig, milde, Strichregen.s Druck und Verlag von Carl Braus, Schwerte. Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schade, Schwerte. Für den Inseraten= und Reklameteil verantwortlich Jac. Christ, Schwerte. Impfplan für den Amtsbezirk Westhofen für das Jahr 1907. Die Impfung bezw. die Nachschau findet statt: Für den 1. Bezirk: Schule zu Garenfeld am 1. Mai 1907 2 Uhr nachm. Impfung der Erstlinge, 2,30 Uhr der Wiederimpflinge.— Nachschau für Erstimpflinge am 8. Mai 2 Uhr nachm., für Wiederimpflinge 2,30 Uhr. Schule zu Syburg: Impfung der Erstimpfling: am 1. Mai, 4 Uhr nachm., der Wiederimpflinge 4,30 Uhr nachm.— Nachschau der Erstimpflinge am Mai, 4 Uhr nachm., die der Wiederimpflinge 4,30 Uhr nachm. Schule zu Westhofen: Impfung der Erstimpflinge am 4. Mai, 4,15 und 4,30 Uhr nachm., der Wiederimpflinge 5 Uhr nachm.— Nachschau der Erstimpflinge am 11. Mai, nachm. 4,15 und 4,30 Uhr, der Wiederimpflinge 5 Uhr. Bezirk 2. Schule zu Holzen: Impfung der Erstimpflinge am 22. Mai 1907, nachmitt. 2 und 2,30 Uhr der Wiederimpflinge 3 Uhr nachm.— Nachschau der Erstimpfling= am 29. Mai, 2 und 2,30 Uhr nachm., der Wiederimpflinge 3 Uhr nachm. Schule zu Wandhofen: Impfung der Erstimpflinge am 22. Mai, 3,30 Uhr nachm., der Wiederimpflinge 4 Uhr.— Nachschau der Erstimpflinge am 29. Mai, 3,30 Uhr nachm., der Wiederimpflinge 4 Uhr nachmittags. Wirtschaft Herberholz, Villigst: Impfung der Erstimpflinge am 22. Mai, 4,30 Uhr nachm., der Wiederimpflinge 4,45 Uhr nachm.— Nachschau der Erstimpflinge am 29. Mai, 4,30 Uhr nachm., der Wiederimpflinge 4,45 Uhr nachm. Schule zu Geisecke: Impfung der Erstimpflinge am 25. Mai, 2 Uhr nachm., der Wiederimpflinge 2,30 Uhr nachm.— Nachschau am 1. Juni, nachm. 2 Uhr für Erstimpflinge, 2,30 Uhr für Wiederimpflinge.„ Schule am Eichholz: Impfung der Erstimpflinge von Lichtendorf am 25. Mai, 3,30 und 3,45 Uhr nachm., der Wiederimpflinge 4 Uhr.— Nachschau für Erstimpflinge am 1. Juni 3,30 und 3,45 Uhr, für Wiederimpflinge 4 Uhr. Eltern, Vormünder und Pflegeeltern werden hierdurch aufgefordert, ihre Kinder und Pflegebefohlenen zu den oben angesetzten Impfterminen zu bringen. Nichterscheinen in den Termin wird, wenn gesetzliche Gründe hierzu nicht vorgelegen haben, mit Strafe bis zu 50 Mark oder mit Haft bis zu drei Tagen bestratf. Westhofen, den 17. April 1907. Der Amtmann: v. Daniels. Polizeiverordnung. betreffend Sperrzeiten für die Tauben während der Saat= und Erntezeit. Auf Grund der§§ 5 und 6 des Gesetzes über die Polizeiverwaltung vom 11. März 1850(G. S. S. 265) wird unter Zustimmung des Kreisausschusses für den Umfang des Kreises Hörde folgende Polizeiverordnung erlassen. § 1. Es ist verboten, Tauben während der Zeit vom 25. März bis 15. Mai und vom 25. September bis 15. November jeden Jahres frei umher fliegen zu lassen. S 2. Für die unter das Gesetz vom 28. Mai 1894(R.= G.=Bl. S. 463) fallenden Militärbrieftauben gelten nur die ersten zehn Tage der im§ 1 angeordneten Sperrzeiten und zwar die Zeit vom 25. März bis einschließlich 3. April und vom 25. September bis einschließlich 4. Oktober. Als Militärbrieftauben im Sinne des vorgenannten Gesetzes gelten Brieftauben welche der Militär=(Marines= Verwaltung gehören oder derselben gemäß den von ihr erlassenen Vorschriften zur Verfügung gestellt und welche mit dem vorgeschriebenen Stempel versehen sind. Privatpersonen gehörige Militärbrieftauben genießen den Schutz des vorgenannten Gesetzes erst dann, wenn in ortsüblicher Weise bekannt gemacht worden ist, daß der Züchter seine Tauben der Militärverwaltung zur Verfügung gestellt hat. § 3. Wer gegen diese Polizeiverordnung zuwiderhandelt, wird mit Geldstrafe bis zu 30 Mark oder im Falle des Unvermögens mit entsprechender Haft bestraft. 9 4. Diese Polizeiverordnung tritt mit dem Tage ihrer Verkündigung in Kraft. Mit dem gleichen Tage wird die Polizeiverordnung vom 14. August 1905 aufgehoben. Hörde, den 23. April 1907. Der Königliche Landrat. J. V.: Frhr. von Steingecker, Regierungsassessor. Vorstehende Polizeiverordnung wird mit dem Bemerken veröffentlicht, daß der Herr Regierungspräsident zu Arnsberg die gemäß§ 40 der Feldpolizeiverordnung vom 1. November 1847,(G. S. S. 376) erforderliche Genehmigung unter dem 17. April 1907 A 2c 817 erteilt hat. Hörde, den 23. April 1907. Der Königliche Landrat. J. V.: Frhr von Steingecker, Regierungsassessor. Bekanntmachung. Die festgesetzten Gemeindesteuerlisten des Amtes Wellinghofen für diejenigen Eingesessenen, deren Veranlagung mit Jahreseinkommen von nicht mehr als 900 Mark zu fingierten Normalsteuersätzen behufs Heranziehung zur Kommunalsteuer erfolgt ist, liegen vom 1. Mai d. Is. ab vierzehn Tage lang in dem hiesigen Amtsbureau öffentlich aus. Gegen die Veranlagung steht den Steuerpflichtigen binnen einer vom Ablauf obiger Auslegungs= frist an zu berechnenden, vierwöchentlichen Ausschlußfrist die beim Vorsitzenden der Veranlagungskommission für den Kreis Hörde anzubringende Berufung zu. Wellinghofen, den 25. April 1907. Der Amtmann. Hartung. — en Kunf Eap Ce. Schwerte Markt 1 Schwerte Markt 1. e soll und muss sobald wie möglich geräumt werden. Sämtliche Neuheiten für den Sommer 9 50 NAk Grosser Posten. Mgigr jg0 J480 99gg sat 15a. 135 Grosser Posten, iher 1400 ggz, 1400 hihf iae, 1100. 850 Wasch-Joppen urd Hosen für Rerrea und Koaben von 85 Pfg. au. Grosser Posten Kinder-Anzüggig, ag#### 22 60 SerieI Serie II Serie III Serie IV 195 275 325 275 655 Mk. 0 Mk. 500 Buxkin Herren-Hosea sonstiger Werth bedeutend höher Grosser Posten Buxkin Leibchen-Hosen selde haltbore Mure, in jeder Grösse per 815 Einige 1000 Herren- und Knaben-Strohhüte nur neue, aparte Facons, verkaufen wir um schnell damit zu räumen — zum Selbstkosten-Preis!— Bei jedem Herren- Anzug geben wir TEII oder einen ber Filzhut. 26 Pfg. an. 45 Gaene Frenten vest Klelter ugerun Mrir an. „ Kattun u. Mouseline für Blusen u. Kleider in den neuesten Mastern per Meter von Grosser Posten Schürzendruck p. Meter „ Schürzen-Siamosen p. 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Die Beerdigung findet Montag, nachmittags 2 Uhr vom Trauerhause in Geisecke aus statt. treten die Vereinsmitglieder am Sonntag, den 28. April d. Js., nachmittags 8 Uhr Im Vereinslokate Schulze-Selmig.„Im Reiche des Wassers“ an Um zahlreiche Beteiligung wird ersucht. Schwerte, d. 27. April 1907. Der Vorstand. Andetit und Verdauung fördert IV. VIS HI. Von ärstl. Autortäten IH'Te. Gesunden u. Kranken E Wurze. empf. Steis vorrütig b. Andreds Kohlmann, Mährstrasse 16. Angett und v.-Jasuus WEU Morgen mädchen gegen guten Lohn gesucht. Zu erfragen in der Geschäftsstelle der Schwerter Ztg. 61773 4 Hafer Häcksel Stroß " Melasse * Torfstreu# 4 enpfieht L Weinberg. Corned-Beef Plockwurst Blutwurst Schweizerkäse Holländer„ Edamer„ Limburger„ in tadelloser Qualität billigst bei Wilh. Hark, Bahnhofstr. 25. Billige Lebensmittel. 8 Stampfzucker ber 1otfand ver sand 19½, Pr. 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Js. sein 15jänriges Stiftungstest nach folgendem Programm: Samstag, den 27. April, abends 8 Uhr: Bierkommers im Vereinslokale Sonntag, den 28. findet von 11 Uhr ab im Lokale des Herrn Schulze-Selmig(„Im Reiche des Wassers“) 3 Früh-Konzert 2 bis 3 tüchtige : Mäurer: auf sofort Pumpstation Hengsen = des Dortmunder W1810 Magerer Speck geräuchert per Pfund 78 Pfg. empfiehlt Wilh. Hark, Bahnhofstr. 25. Eine schöne Wohnung von 3 gr. Bod.nzimmern per 1. Jili billig zu vermieten. W1804 Näheres in der Geschäftsstelle der Schwerter Zeitung. Eine Wohnung von 4 Zimmern im ganzen oder geteilt per 1. Juli zu vermieten. 1682 Müßlenstr. 22. Eine Wohnung2 K. oder 4 Zimmern przm at zu vermieten. 1741 Hörderstr. 79. von schöne Wohnungen mit Zubehör per sofort oder später be mieten. H1776 Näheres in der Geschäftsstell der Schwerter Zeitung. Freiw. Feuerwehr Schwerte. Sonntag, den 28. d. M. morgens 7½ Uhr: Antreten der Wehr auf dem neuen Schulplatz an der Gedaustraße zur 1815 Kleidermusterung Sämtliche Ausrüftungsgegenstände sind mit zur Stelle zu beingen. Der Perd Gdaue empflehlt L. Welnberg. verbunden mit Aufmärschen und Preisturnen statt. Um 3 Uhr: Grosser Festzug. Nach demselben grosses Konzert und Portsetzung des Preis- und Ehrenpreisturnens. Abends 8 Uhr: Proklamation der Sieger. Alsdan: Grosser Festball. Die Musik wird ausgeführt von der hiesigen Kümperschen Kapelle. Entree: Karten im Vorverkauf für Konzert 0.40 Mk. an der Kasse: 0.50 Mk. Ganze Festkarten im Vorverkauf 0.75 Mk., an der Kasse 1,00 Mk. Zum Frühkonzert 0.20 Mk. O) NB. Passive Mitglieder sowie Turner und Turnfreunde werden hiermit herzuichst eingeladen. Die geehrten Bewohner von Schwerte werden höflichst gebeten, durch Beflaggen das Fest verschönern zu helfen. Das Festkomitee. Suche für mein Ladengeschäft ein properes Lehrmädchen und für den Haushalt ein properes Dienstmädchen Rind= und Schweinemtgerei August Sommerlatt, Hagen.— ie Nühgrst in Schwete: 1806 Bahnhofstr 32. Speiserartrssern empfiehlt L. Weinberg. 0 Die„Schwerter Zeitung“ erscheint täglich, ausser Felertags. Rezugspreis: Mk. 1.6s vierteljährlich, bei der Post 42 Pf. für Bestellgeld mehr. Wöchentliche Gratig-Beilage:„Illustrierter Anzeigenpreis: Die sechsgespaltene Peilizelle oder eazzen Rogn 10 Pf., Anzeigen von auswärts 1s Pf., Reklame: Erstes und ältestes des Kreises. Alle Kreis- und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Rreie hörde erlangen gemäs: Bekanntmachung der Könlgl. Reeierene durch Veröstentlichung in der„Schwerter Zeitung verdindliche Kraft. o 0 0 O O OOCCSSSe Druck u. Verlag von Zarl Braus, Schwerte. Fernsprech-Anschluss Dr. 62 Amt Schwerte. Celegr.=Adresse Braus. Schwerte-Ruhr. e Sonnabend den 27. April 1907. r Nr. 98. 39. Ihrg. Wochenschau dem einen Bild gelacht und dann. gennan von Her* H e r z e n u n d f e i h e n v o n. sten Bild geweint wird. Berzen. und frgag falie zen scheint ihr Wahlspruch zu sein. Wözeutschen Vernischer Zuverlässigkeit wird heute dem vrr# bündeten Treue geschworen, und morgen dem geschworenen Feinde Deutschlands ein Das schöne Rapollo sah an OÖstern, wie Deutschands Staatslenker und Italiens Minister urm in Arm dahergingen. Und vierzehn Tage danach tragen die Gewässer desselben tyrrhenischen Meeres, Rapollos Fuß bespült, den König von England auf stolzem Schiff nach Gaeta, wo Italiens Herrscher ihn willkommen heißt auf dem klassischen Boden des alten römischen Landes. Wir meinen, wenn es den Englal. dern so ernst damit ist, unsere Freunde uns abwendig zu machen und möglichst viele Feinde gegen uns aufzubringen, so sollten sie wenigstens was elende Spie mit dem Abrüstungsantrag aufgeben. Es ist doch ein starkes Stück, den Deutschen Abrüstung zumuten in dem Augenblick, wo man sogar den Spaniern die Hand bietet zur Anlegung einer neuen Rüstung. In Berlin ist der sozialdemokratische Parteimann uver oestorben, E hat ein Fürst kein größeres freiwilligeres Leichengefolge. 50000 Menschen eist boch, estur ais wirschaftliche Erscheinung aufsaßt; es ist eine ganze Weltanschauung, und zwar eine nigstens solange es Menschen auf Erden gibt, die verfolgen. Daß ein Toter von so vielen Toten begraben werden kann, wie traurig ist das! Was wäre es gewesen, wenn unter all diesen„Toten“, die doch dürReiche Gottes, das ewig bleibt! Ein solches glänzendes Leichenbegängnis, über dem doch kein Strahl de Ostersonne leuchten soll, wie gibt es doch zu denken über die Tatsache, daß wohl der dritte Teil Volkes zufrieden ist mit der Lehre, die vor jedem Grabhügel zuschanden wird. Was uns fehlt, das sind Menschen, auf deren Angesicht das Wort Ewigkeit geschrieben ist, und die durch ihr Dasein allein schon den unüberwindlichen Gegenbeweis bilden gegen den Materialismus unserer Tage. Im Reichstag hat der Heidelberger Doktor der Theologie Naumann eine Rede gehalten. Naumann bekam seinerzeit die hohe akademische Wurde, als jedermann sah, daß er sich von der Theologie immer veiter entfernte, ebenso wie der Dichter Freussen den Heidelberger theologischen Doktorhut bekam, als jedermann gewahr werden mußte, daß er von Christentum und Kirche immer mehr abrückte. Naumann hatte immer seine eigenen Ideen; was er sagte, war originell, und wie er es sagte, so packte es einen. Darum hatte er auch immer Zuhörer. Aber der Nachfolger waren es ziemlich viel weniger. Man nennt ihn daher auch einen General ohne Heer. Er entwickelte sich in nicht viel mehr als einem Jahrzehnt von weit rechts nach weit links und ist nun in bedenklicher Nähe der Sozialdemokratie angekommen. Ein Lottor der Theologie unter den Sozialdemokraten wäre immerhin etwar Neues; aber was ist heutzutage nicht alles möglich Was Naumann im Reichstag vorbrachte, wich der Form Nach von dem langweiligen sozialistischen Jargon vollständig ab; es war überhaupt ganz anders als die gewöhnliche parlamentarische Rederei, es war anders, daß zuerst alles von der vorgetragenen Weisheit verblüfft war; nicht blos die Reichsboten waren verblüfft, auch die Zeitungsschreiber waren es, die sonst das Gras wachsen hören und auf alles einen Vers zu machen wissen. Als man aber die glänzende Schale entfernte und sich den Kern ansah, merkte man, daß er nichts tangte. Naumann wollte den„Industrieparlamentarismus". Das ist ungefähr so, wenn die Schüler bestimmen wollten, wieviel Stunden der Lehrer gebn soll, wie lange die Ferien dauern sol en, ob und welche Hausaufgaben gegeben und ob und welche Strafmittel vom Lehrer angewendet werden sollen. Das wäre dann ein Schulparlament. Und im Familienparlament würde von den Kindern darüber abgestimmt, was Mutter kochen soll, wann man stehen und zur Ruhe gehen soll usw. Aehnlich ist's mit dem Naumannschen Industrieparlamentarismus. Jeder Betrieb, der nach diesem Naumannschen Rezept eingerichtet würde, würde übers Jahr bankrott; weil aber der einzelne Betrieb so was nicht aushielte, müßte schon die Gesamtheit aller Betriebe auf einmal eingerichtet werden, wie es Naumann wünscht.— Und das wäre dann der sozialdemokratische ZukunftsGerade so groß wi: Naumann ist in der Ausheckung schöner Theorien der Amerikaner Carnegie als Praktiker. Und von dem müssen wir nun auch nr, ein kurzes Wort reden. Carnegie hat große Stahlwerke in Pittsburg. Er war der erste Stahlmagnat, und nun schuf er auch noch den Stahltrust. Dies Trust verschaffte dem schlauen Dollarjäger 1300 Millionen Mark. Als er sie in der Tasche hatte, begab er sich in den Ruhestand, wenigstens als Fabrikant und Geldmacher. Und nun entdeckte er sein edles Herz, entdeckte auch, daß man sich um Geld nicht bloß Equipagen und Pferde oder neuerdings Automobile kaufen könne, sondern auch Ruhm und Ehre sei auf dem Geldmarkt feil. Und nun baute er eine ganze Stadt schöner Anstalten auf, die der Bildung des Geistes dienen sollen. Jüngst sind diese Anstalten eingeweiht worden. Von überall waren Gäste dabei, von Deutschland auch, recht vornehme Gäste, sogar ein Staatsminister a. D. und ein General. Wer zählt die Völker, nennt die Namen, die gastlich hier zusammenkamen und die nun das Postament bildeten, auf dem sich die hehre Gestalt des hochherzigen Dollarfürsten aller Welt zeigte, dieses Gentleman, der den Edelmut besitzt, von seinen erjagten Milliarden ein paar hundert Millicnen dazu zu verwenden, seinen Namen zu vergolden und vor aller Welt leuchten zu lassen. Das ist derselbe Carnegie, der jüngst auf dem Friedenskongreß unsern Kaiser verhöhnte. Als nämlich ein Professor der Ansicht entgegentrat, die Armee werde vom deutschen Volk als Last empfunden, erhob sich Carnegie und sagte:„Diese Behauptung ist für mich eine der größten Ueberraschungen, die ich je erlebt habe. Ich wollte, der deutsche Kaiser könnte unsere Werke in Pittsburg besuchen und die Tausende von Arbeitern fragen, warum sie nach Amerika gekommen seien.“ Für die vielen Leute, die reisen, wird der 1. Mai einig: Ueberraschung bringen, und diese Ueberraschung wird nicht durchweg angenehm sein. Der 42. Ar tikel der Verfassung des Deutschen Reiches verpflichtet die Bundesregierungen, die deutschen Eisenbahnen wie ein einheitliches Netz zu verwalten. Bisher führte dieser Artikel ein still verborgenes papiernes Dasein, und die Bundesregierungen schä gegenseitig, wo sie konnten. Nun aber soll's anders kommen. Nur hat es der Fiskus für vorteilhaft gefunden, zuerst die Fahrgäste an die glauben und zu derem Besten zahlen zu lassen, die Verwaltungen nun auch selbst einander tur genen, was ihnen die Verfassung zuweist. Wir bekommen also einen Eisenbahn=Personen= und Gepäcktarif. Der Kern dieses Tarifes ist, daß das Reisen i. a. teurer wird, mit Ausnahme der vierten Klasse. Die allermeisten Bürger nahmen Rückfahrkarten, wenn sie reisten. Diese Rückfahrkarten fallen weg. Man muß nun um dasselbe Geld zwei einfache Karten kaufen. Will man aber mit Schnellzügen fahren, so kostet das noch besonderen Zuschlag, und will man auch noch Gepäck aufgeben, so kostet es wiederum etwas. Angenommen z. B., es woll; jemand, der in wohnt, die Gnadauer Pfingstkonferenz besuchen, so mußte er bisher dafür 27 Mk. bezahlen für Hin= und Rückfahrt 3. Klasse. Künftig wird er 29 Mark, und wenn er Gepäck bei sich hat, 31 Mark bezahlen müssen. Es findet also eine anz wesentliche Vertiuerung statt, ein Urteil, das bestehen bleibt, auch wenn zugegeben ist, daß die einfachen Fahrkarten etwas billiger geworden sind. Diese Verbilligung kommt aber meist nur den Durchreisenden und den Geschäftsreisenden zugute, die auch bei den bisherigen Sätzen bestehen konnten. Die Vertenerung des Reisens ist umso besremdlicher, als die Ueberschüsse der preußischen Staatsbahnen ohnedies ins Ungeheure wachsen. Vor 25 Jahren war der Ueberschuß 42 Millionen, vor 10 Jahren 306 Millionen, und im Jahre 1906 n. Der März 1907 brachte dem Staat aus den Eisenbahnen einen Ueberschuß, der um 15„Millione größer ist als der Ueberschuß des März 1 sichts dieser Verhältnisse ist es nicht zu verstehen, warum man die Eisenbahnreformen damit einleitet, daß man die Fahrgäste mehr bezahlen lapt als bisher. Politische Uebersicht. Herr v. Einem und Frankreichs Presse. Paris, 25. April. Die heutigen Morgenblätter beschäftigen sich mit den letzten Reden des preußischen Kriegsministers von Einem im Reichstage, indem lange Auszüge daraus bringen, allein nur der„Gaulois“ und der„Eclair“ geben Kommentare dazu. schreibt erstgenanntes Blatt, daß Herr v. Einem dem französischen KrKiegsminister gewissermaßen eine Lektion darüber erteilt habe, wie ein patriotischer Kriegsminister sein müsse. Der„Gaulois“ zitiert die Wor Herrn v. Einems, daß der Erfolg einer Armee nicht immer allein von ihren Waffen, sondern auch von dem Geiste abhängt, von dem die Mannschaften beseelt sind und wirft Piquart vor, daß unter seinem Regime der gute Geist des französischen Heeres bekämpft werde. Auch der„Eclair" bezeichnet Herrn v. Einem als das Muster eines patriotischen Kriegsministers, der zwar mit der Möglichkeit eines Krieges rechne, aber dabei an keinerlei Provokationen denke. Von unserer Flotte. 26. April. Der Ausbau der vier Linienschiffe des alten Typs mit einer Größe von 13 250 Tonnen wird an„Pommern“ und„Hannover“ noch in diesem Jahre beendet. Im nächsten Jahre folgen dann die letzten Schiffe dieser Art,„Schleswig=Holstein“ und„Schlesien". Mit den im vorigen Jahre vergebenen Schiffsbauten von 19 000 Tonnen beginnt der Bau einer neuen Linienschiffsklasse, von der die ersten Vertreter,„Ersatz Bayern“ und„Ersatz=Sachsen", im Herbst des Jahres 1909 abgeliefert werden sollen. Die in diesem Jahre vergebenen Neubauten„Ersatz Württemberg“ und„Ersatz Baden“ bedürfen ebenfalls einer dreijährigen Banzeit, sodaß#erst im Jahre die erste Division dieses neuen Linienschiffes dienstfähig sein kann. Teilung des Kultusministeriums. Berlin, 26. April. Zu den Berichten über eine Teilung des Kultusministeriums hören wir, daß al lerdings Organisations=Aenderungen im Ministerium erwogen werden, welche als Vorkäufer einer späteren Teilung anzusehen sind. Es dürfte ein Ressort für Kunst und Wissenschaften gebildet werden, dem die Universitäten, die Bibliotheken und die„ seen zugeteilt werden. Eine derartige Ressorteinten. ung ist bereits früher von einem der maßgebenden Beamten des Ministeriums befürwortet worden, und es scheint, als ob dieselbe demnächst zur Durchn##ung dürfte sie einem Beamten im Range eines Unterstaatssekretärs unterstellt werden. Für den Fau der späteren Bildung eines selbständigen Unterrichtsministeriums nimmt man an, daß diesem auch der Kultus zugeteilt wird. Aufreizung zum Hochverrat. Leipzig, 26. April. Gegen den sozialdemokratischen Rechtsanwalt Liebknecht in Berlin, den Verfasser der in Leipzig aufgrund der Hochverratsparagraphen beschlagnahmten Schrift„Militarismus und Antimilitarismus“ ist von der Oberreichsanwaltschaft ein Ermittelungsverfahren wegen Aufreizung zum Hochverrat eingeleitet worden. Der„Bundesgenosse“ Italien. Madrid, 25. April. Der Austausch von Besuchen zwischen König Alfons und König Viktor Emanuel SIHAIUS ist, wie einer ömische Korrespondenz des Blattes„A. B. C.“ meldet, seinerzeit von König Eduard empfohlen und suggeriert worden. Der„Heraldo“ behandelt dieselbe Frage in einem Leitartikel in antideutscher Tendenz. Dabei gibt das Blatt offen zu, König Eduards Ideal sei es, Deutschland zur Abrüstung zu zwingen, oder vollkommen zu isolieren.„Heraldo“ meint, die deutsche Diplomatie habe nach Gaeta keine Veranlassung, auf Rapolla mit besonderem Optimismus zurückzuschauen. England dementiert. London, 25. April. Eine heute erlassene autoritative Erklärung besagt, es bestehe keinerlei Begründung für die Nachricht betr. den Abschluß einer Marincallianz zwischen Großbritannien und Spanien und die Bildung einer Quadrupel=Entente zwischen Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien. Ueber den zweiten Suezkanal. Paris, 26. April. Die Pariser Ausgabe des„Newyork Herald“, läßt sich von ihrem Berliner Korrespondenten folgendes telegraphieren:„Ich bin von einem Engländer, der in sehr nahen Beziehungen zum Yildiz=Siosk steht, informiert, daß ein Projekt für einen zweiten Suezkannal beinahe fertig ist. Diese Wasserstraße wird ausschließlich von englischen Kapitalisten gebaut werden. Die Verleihung der Konzession ist nur noch eine Frage weniger Wochen. Das Projekt erregt natürlich in Berlin großes Aufsehen, weil man dort glaubt, daß ein zweiter Suezkanal die Bagdadbahn untergrabe. Die geplante Wasserstraße richtet sich in ihrer wirtschaftlichen Bedeutung vor allem gegen die Bemühungen Deutschlands in Kleinasien. Unser Wochendichter. „Das Frühstück von Gaeta!“ Gaeta ist ein schöner Ort, Er liegt im sonn'gen Süden, Wohl jedem, der sein Frühstück dort Verzehren kann in Frieden! Jüngst kam auf seiner„Friedensfahrt“ Dahin der König Eduard Und stärkte nach der Reise Sich dort durch Trank und Speise! Wie fühlte Englands König sich So„friedlich“ und behaglich, Zum Gastfreund sprach er brüderlich: Dein Glück ist niemals fraglich Und immerdar dein Tisch gedeckt, An dem es mir so prächtig schmeckt, Nur alle Mächte müßten Gewillt sein abzurüsten! Gern wär ich willens, einen Druck auf Deutschland auszuüben! Granaten dürft es nur als Schmuck Verwerten nach Belieben! Die„blauen Bohnen“ taugen nicht Zu einem friedlichen Gericht Die„grünen“ sind viel besser Für einen starken Esser! Des großen Völkerfrühlings harrt Die Welt in diesen Stunden, So sprach der König Eduard Und ließ sich's trefflich munden; Fängt nur erst Vetter Michel an Und folgen auch die andern dann, Kann man in allen Gauen Den Kohl in Frieden bauen! Das war ein Friedens=Tischgespräch, Doch kaum war es gehalten, Da nahm es einen langen Weg Durch alle Zeitungsspalten. Das Frühstück wurde aufgefrischt Und selbst im Reichstag aufgetischt, Es brachte Stoff für jeden Zum Schreiben wie zum Reden! Vom Frühstück zu Gaeta weiß Die ganze Welt zu sagen Und ach, der halbe Erdenkreis Hat es bereits im Magen; Solch Frühstück ist noch nie begehrt, Es haben lang daran gezehrt Die Herren Diplomaten Der einflußreichsten Staaten! Gaeta ist ein schöner Ort, Er liegt im sonn'gen Süden; Wohl jedem, der sein Frühstück dort Verzehren kann im Frieden! Und sliebt John Bull den Frieden sehr, So liebt ihn Deutschland noch viel mehr, Wir werden brav und gut sein Doch immer— auf der Hut sein! Den Frieden, der verheißend lockt, Wir halten ihn in Ehren, Doch wer die Suppe eingebrockt, Mag auch den Teller leeren; Was uns das Frühstück lehren kann, Ist das: Man beißt so leicht nicht an, Doch Vorsi t läßt man weiter Geboten sein!—— Ernst Heiter. Stharts Bekanntmachung. Der Berginvalide Wilhelm Goudenau zu Eich linghosen beabsichtigt auf seinem Grundstücke in Eichhofen Slur II. Marzelle g 663 330 326 828„68 linghosen Fin. I1 Parzeu: Nv. 130 146 148 u 148 der Steuergemeinde Eichlinghofen ein Schlachthaus zu errichten Auf Grund der§§ 17 und 18 der ReichsgewerbeOrdnung in der Fassung vom 30. Juni 1900 und der No. 19 und 20 der ministeriellen Ausführungs=Anweisung vom 1. Mai 1904 wird dieses Vorhaben mit der Aufforderung bekannt gemacht, Einwendungen gegen dasselbe binnen 14 Tagen bei dem Amte zu Barop schriftlich in zwei Exemplaren oder zu Protokoll anzubringen. Beschreibungen und Zeichnungen liegen auf dem genannten Amte zur Einsicht aus. Die Einspruchsfrist nimmt ihren Anfang mit dem Ablauf des Tages, an welchem das diese Bekanntmachung enthaltende Kreisblatt ausgegeben worden und ist für alle Einwendungen präklusivisch. Nach Ablauf der Frist können Einwendungen in dem Verfahren nicht mehr angebracht werden. Zur mündlichen Erörterung der rechtzeitig erhobenen Einwendungen wird gemäß Ziffer 19e der vorbezeichneten Anweisung Termin auf Montag, den 13. Mai d. Is., vorm. 10 Uhr auf dem Amtsbureau zu Barop anberaumt und wird besonders darauf hingewiesen, daß im Falle des Ausbleibens des Unternehmers oder der Widersprechenden gleichwohl mit der Erörterung der Einwendungen wird vorgegangen werden. Als Kommissar des Kreis=Ausschusses ist der Herr Amtmann Freitag tätig. Hörde, den 22. April 1907. Kreises Der Vorsitzende: I. V. gez.: von Lucke. Einen zuverlässigen Brotkutscher sucht die 1803 „Schwerter Brotfabrik“. M. 6.s8. Sangerskur,8 Schwerte. Dirigent: Musikdirektor Steinkühler, Hagen. ## &am# Sonntag, den 28. April 1907, nachmittags 3½ Uhr im Freischütz: Großes Vokal= u. InstrumentalVereinigte Gesellen=Kuftagr. (Eingeschriebene Hülfskasse) Schwerte General=Versammlung Montag, den 29. April 1907. 8½ Uhr abends im Vereins lokal b.i Herrn G. Winkelmann Tagesordnung. 1. Rechrungsloge. 2 Entlaslung des Kassierers 8. Verschiedenes. 1638 Der Vorstand. KalbsLeberwurst ist eine hochfeine Delikatesse pr. Pfd. Mk. 1.25. Delikateßh. Wahle, Hüsingstr. Ecke Mährstraße. Marine=Verein Schwerte und Umgegend Generalversammlung Conntag, 28. d. Mts., nachmittags 6 Uhr, im Vereinslokale geim Kameraden H. Waiter. Tagesordnung: 1. Zahlung der Beiträge. 2. Aufnahme neuer Mitgli der. 3. Bercht vom De'egiertentag in Unna.— 4. Mittellungen. 5. Ver chiedenes Zahlreiches und pünktl. Erscheinen erwirtet. Der Vorsand. NB. Ehema'ige Mariner, die noch nicht Mug'i der des Vereins sind, werden fteundlich eingeladen. Sinales — Konzert ## Mitwirkende: Die ganze Kapelle des Kürassier=Regts. v. Driesen (Wests. Nr. 4) unter persönlicher Leitung des Königl. Mufikdirigenten Herrn Foitzik. Herr Wilh Kücke, Avlerb&ck(Tenor), Herr Rudolf Frese, Gevelsberg(Bariton), Herr Musikdkt. Steinkühler(Klavier) Karten im Vorverkauf 50 Pfg., an der Kasse 60 Psg. Der Vorverkauf befindet sich bei den Herren Ad. Heinrich, Wirt Krämer(am Markt). Robert Lippmann, am Freischütz und bei sämtlichen Vereinsmitgliedern. 68 □ # # □ 9 □ # *# = Wo gehen wir hin?= Gasthaus zum Jnh.: Wilh. Gerber, gef. von Willy Jaeger am Markt. ss. Biere. Reine Weine. Burgerücher Mittagstisch.— Kaltes u. warmes Frühstück. Franz. Billard. Orchestrion. Haltestelle der elektrischen Straßenbahn. Bei freundlicher Bedienung empsiehlt sich bestens Willy Jaeger. rot, grün, blau, schwarz etc. etc. Strobin bestes, billigstes und — praktischstes— * Waschpulver für St.ohhüte. Magenleidenden teile ich aus Dankbarkeit gern und anentgeltlich mit, was mir vor jahrelangen qualvoll. Magen=## Verdanungsbeschwerden geholsen hat. A Hoeok, Lehrerin Sachsenhause b. Frankfurt a. M. * * Nur 2 Tage! Nur 2 Tage. Sterbekasse Schwerte. General-Versammlung Sorntag, den.. Mai 1907, 4 Uhr nachmitta 8 im Lok#le des He rn C. Rösener. Tagesordnung 1. Rechnungsla e. 2 Vorstandswahl 3. Wahl der R visoren. 4 Verlegug ds Rechnungsjahres. 5. Vrschi denes Der Vorstand. Ein Zimmer mit Morgenkaffee an 1 oder 2 junge Leute zu vermieten. Haselackstr. 1, I. Et RRRRRRRRAN *A*. 3 * * * * # # „föcke“ 10CLE 3 5 grösste Auswahl.### R prratuten schnell u. billig. 2## Bernh. Feit Hüsingstrasse 23. 5# 221. Fernruf 221. nunnunnnAn Wohnung von 2 bis 3 Zimmern, Keller und S all zu vermieten. A 770 Hagenerstraße 83 Eine Wohnung von 3 Zimm an zum 1. Juli oder später zi vemieten. 65178 Hörderstraße 61. Schwerte, auf dem Wilhelmsplatz E-öffnung am Senntag. den 28. April 1907 nachmitlag: 4 Uhr bis abends 10 Uhr stündlich Vorstellung. Theater Ahlers mit dem besten Kinematographen der Jetztzeit, das Theater der lebenden Photographien. Der belgische Prachtbau ist abends durch unzählig: Bogen- und Glühlampen feenhaft beleuchtet. Eigene Musikkapelle, eigene clektrische Lichtanlage mit 40 Pf. Dampfmaschine. Aus dem reichhaltigen Programm hebe ich besonders hervor: Der Untergang des Dampfers Berlin an der Küste Hock von Holland. Die Hunde als Schmuggler. Der Streik der Dienstmädchen. Die Unheilverkündende Kindermedizin. Die Roburit-Katastrophe in Annen. Aladins Wunderlampe. Montag finden die Vorstellungen von 7 Uhr ab statt. Preise der Plätze: I. Pl. 80 Pf., II. Pl. 50 Pf., III. Pl 80 Pf. Kinder zahlen bei allen Pl. d. Hälfte. Aug. Ahlers, Direktor. 5 — Zum Stadtkeller.— Empfehle meinen Haal für Hochzeit und Saal mit Klavier und Küche gratis. = Bier pro Liter 0,30 Mark= empfiehlt A1774 Fr. Becker, Brückstraße Nr. 10. # * Matftetortllg! empfiehlt Drogerie CafArog Fernsprecher 234. e H. Begemann, Hagen, Kampstr. 22, manente Modellhut-Ausstellung SAAELUU