Die„Schwerter Zeitung“ erscheint täglich, ausser Feiertags. Bezugspreis: Mk. 1.6s vierteljährlich, bei der Post 42 Pf. für Besteilgeld mehr. Wöchentliche Gratig-Beilage:„Illustrierter Famillentreund." o 0 0 0 0 0 o O C GO C C o Anzeigenpreis: Die sechsgespaltene Petitzeile oder deren Kaum 10 Pl., Anzeigen von auswärts 1S Pf., Reklamezeile 40 Pf. Nr. 88. Erstes und ältestes Tagesorgan des Kreises. Haupt=Annoncenblatt. Alie Kreis- und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreie Hörde erlangen gemäts Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröstentlschung in der„Schwerter Teitung“ sechteverbingliche Kratt. o 0 0 00O OOCSSSG· Druck u. Verlag von Sarl Braus. Schwerte. Fernsprech-Anschlus: Dr. 62 Amt Schwerte. Celegr.=Adresse Braus. Schwerte-Rubr. 0 Dienstag, den 16. April 1907. 39. a Teutscher Keichslag Berlin, 15. April. Das Zentrum hat zum Etat des Reichskanzleramtes, des Reichsversicherungsamtes und Reichsgesundheitsamtes drei Resolutionen eingebracht, die sich nach verschiedenen Richtungen hin mit der Förderung des Wohnungswesens und der Verbesserung der Wohnungsverhältnisse befassen. 29. Sitzung vom 15. April, 2 Uhr. Die Beratung des Etats des Reichsamts des Innern, Besoldungslitel Staatssekretär, wird fortgesetzt. Abg. Horn=Sachsen(Soz.) beklagt es, daß die Sozialpolitik gesetzgeberisch in den letzten Jahren zum Stillstand gekommen sei. Die„niedergerittene“ Partei werde aber alles tun, um die bürgerlichen Parteien und die Regierungen zur Fortsetzung der Sozialpolitik anzuspornen, sie aus ihrer Länigkeit aufzurütteln. Weiter verbreitet Redner sich über die Arbeitsverhältnisse in Glashütten und empfiehlt dabei eine von seiner Fraktion beantragte Resolution, betr. Erlaß einer Verordnung, auf Grund des gesundheitlichen§ 120e der Gewerbeordnung behufs Beschaffung geeigneter Schutzvorrichtungen an die Glasund Feuerungsöfen. Außerdem verlangt die Resolution noch eine Verordnung über die Dauer der Arbeitsschicht und über die Sonntagsruhe in der Glasindustrie. Abg. v. Dirksen(Rp.): Wir haben wohl alle die Empfindung, daß der neue Reichstag mit einem Tropfen sozialen Oeles gesalbt ist, mindestens so groß, wie dies bei dem alten Reichstage der Fall war. Ich möchte aber doch davor warnen, daß zwir uns bei der Verfolgung der Sozialpolitik allzusehr leiten lassen von Rück= und Ausblicken auf die Sozialdemokratie. Eine Wirkung auf die Sozialdemokratie würden wir damit doch nicht erzielen. Gestehen wir den achtstündigen Arbeitstag zu, so würden sie den sechsstündigen fordern. Die Vorwürfe, die die Herren Bassermann, Trimborn und Naumann gegen die verbündeten Regierungen richteten, halte ich nicht für berechtigt. Uebrigens sind die letzten Jahre keineswegs ganz unfruchtbar gewesen. Wenn Herr Naumann der Kollektiv=Persönlichkeit der Unternehmer die Kollektiv=Persönlichkeit der Arbeiter entgegenstellen will, so ist das eine extreme Forderung, und der Beifall, den er mit ihr auf der Linken gefunden hat, zeigt ihm doch, daß er mit dieser Forderung nur der Sozialdemokratie dient. Redner geht dann noch auf die verschiedenen vorliegenden Resolutionen näher ein, um sodann noch lebhaft gegen die Sozialdemokratie zu polemisieren. Er wirft dabei u. a. dem Abg. Stadthagen Getreidespekulationen vor, spricht von den Arbeitergroschen, von denen sozialdemokratische Führer leben, von dem Terrorismus, den wirtschaftlichen Boykotts, mit denen die Sozialdemokratie gegen ihre Gegner arbeite. Hiergegen müsse der Staat einschreiten! Diese Frage sei eine der wichtigsten, die der Lösung harre. Der Staatssekretär müsse nicht ein Minister sein für Sozialreform, sondern auch Minister gegen die Auswüchse der Sozialdemokratie!(Bravos rechts.) Staatssekretär Graf Posadowsky: Jeder anständige Mensch sollte wünschen, daß jeder, der arbeiten will, auch daran nicht gehindert wird. Ein strafrechtlicher Schutz besteht ja aber schon. Wenn es aber darauf ankommt, so versagt das Strafrecht, weil am letzten Ende die Zeugen den Mut verlieren und versagen! Deshalb würden auch neue strafrechtliche Bestimmungen nichts helfen! Jedenfalls aber kann Hilfe nur erfolgen auf dem Wege des allgemeinen Strafgesetzes, das sich gegen alle richtet! nicht durch ein Ausnahmegesetz! Aber ich wiederhole, wenn das Strafrecht jetzt versagt, so liegt es nicht daran, daß das Strafrecht nicht genügt, sondern daran, daß es an Anklägern und an Zeugen fehlt.(Beifall links.) Abg. Potthoff(frs. Vgg.) gibt dem Abg. v. Dirksen zu bedenken, wie auch boykottiert werde von der anderen Seite! Er erinnere da Herrn v. Dirksen namentlich auch an den vom Bunde der Landwirte geübten Terrorismus. Weiter erörtert Redner namentlich die Verhältnisse der Privatbeamten. Die Konkurrenzklausel hindere die Angestellten in unzulässiger Weise am Fortkommen. Wer zumal so wie Herr v. Dirksen auf den Schutz der Arbeitswilligen bedacht sei, der müsse unbedingt auf Beseitigung der schweren Nachteile der Konkurrenzklausel hinwirken. Graf Posadowsky hat uns ein modernes Vereins= und Versammlungsgesetz versprochen, aber doch hinzugefügt: Ordnung und Sicherheit müsse gewahrt bleiben. Ja, da wird es doch sehr auf den Wortlaut der uns versprochenen Vorschriften ankommen. Hauptsache ist, daß das Koalitionsrecht wirklich freigestellt wird. So daß auch die Unternehmer nicht mehr die von ihnen Abhängigen zwingen können, aus ihrer Organisation auszutreten. Hat doch auch der Reederverein in Hamburg sogar seine Offiziere durch Drohungen genötigt, aus dem Berufsverein auszutreten, in dem sie ihre Interessen am besten wahrnehmen zu können glaubten! Was die gastwirtschaftliche Ruhezeit=Verordnung von 1902 anlangt, so scheint mir doch eine Aenderung einzelner Bestimmungen geboten, zumal die Wirte ja nicht eigentlich eine Verkürzung der Ruhczeit, sondern nur eine andere Verteilung derselben wünschen. Abg. Jungk(ntl.) verbreitet sich über die Frage des unlauteren Wettbewerbes und seiner Bekämpfung und stimmt der Resolution Raab=Rieseberg zu, in der die Regierung um eine Denkschrift ersucht wird, welche über die mit dem Gesetze gegen den unlauteren Wettbewerb gemachten Erfahrungen Auskunft geben solle. Wir glauben auch nicht, daß es für ein Vereinsgesetz noch längerer Vorbereitungen bedarf. Unser sächsisches Vereins= und Versammlungsrecht kann uns freilich nicht als Muster dienen. Aber in Süddeutschland haben wir ja geeignete Vorbilder. Den Schutz von Ordnung und Sicherheit kann man ruhig dem allgemeinen Strafrecht überlassen! Der größere Teil meiner Freunde würde auch durthaus bereit sein, in dem Vereins= und Versammlungsrecht die Beschränkung der Minderjährigkeit fallen zu lassen. An dem§ 153 der Gewerbeordnung ist es eine Imparität, daß nun der Arbeiter bestraft wird, wenn er unter Androhung von Nachteilen jemanden in seinem Koalitionsrechte beschränkt, nicht aber der Unternehmer, wenn er durch Bedrohung Arbeiter zum Austritt aus einer Organisation nötigt. Nicht nur Sozialdemokraten, sondern auch HirschDunckersche Arbeiter und auch hervorragende Sozialpolitiker empfänden diese Imparität. Und es freut mich, daß auch Graf Posadowsky diese Imparität als solche anerkannt hat. Das ganze Arbeiterrecht gipfelt in der Koalition. Sodann befürwortet Redner noch die Resolution seiner Partei wegen eines Reichsarbeitsamts, um schließlich noch die Frage der Schiffahrtsabgaben zu berühren. (Schluß folgt.) Dreußischer Landtag. 43. Sitzung vom 15. April 1907, 11 Uhr. Am Ministertische: Dr. v. Studt. Präsident v. Kröcher eröffnet die Sitzung. Die Beratung des Kultusetats wird fortgesetzt bei der allgemeinen Besprechung über die höheren Lehranstalten. Kultusminister Dr. v. Studt: Ich habe dem hohen Hause nähere Mitteilungen über die geplante Reform der höheren Mädchenschule zugesagt. Schon am 23. und 24. Januar v. J. ist hierüber eine Sachverständigen=Konferenz gehört worden, die den Plänen der Verwaltung zu meiner Freude zustimmten. Die Organisation kann im einzelnen noch durch die Staatsregierung geändert werden. Im Lehrplan soll auf die Verstandesbildung mehr Gewicht gelegt werden durch größere Betonung der Grammatik und der Mathematik. Die Fortbildungsanstalten sollen sich direkt an die Lehrpläne der höheren Lehranstalten anschließen. Im Lyzeum soll Hauswirtschaftslehre und Kinderfürsorge gelehrt werden. Die Studienanstalten dagegen sollen zur Universitätsreife vorbereiten. Das sind neue Unterrichtsgegenstände für die Mädchen. Am Schlusse des vierten Jahres soll die Abschlußprüfung stattfinden. Eine neue Prüfungsordnung soll den Lehrgang der Lehrerinnen abschließen. Eine Erleichterung für die Universitätsbildung konnte nicht gegeben werden. Die formelle Zuweisung der höheren Mädchenschulen an die provinziellen Schulkollegien unterliegt der Prüfung. Wir hoffen, damit in der Frage der Mädchenerziehung einen guten Schritt vorwärts zu kommen.(Beifall.) Abg. Dr. v. Heydebrand(kons.): Die Organisation der höheren Mädchenschule konnte nicht bleiben wie bisher. Auch die neuere Frauenbewegung hat Seiten gehabt, die man nicht unbedingt anerkennen kann.(Beifall.) Gern wollen wir den Frauen eine höhere Bildung ermöglichen, wir dürfen aber nicht vergessen, daß die Ausbildung der Frauen auch nach anderer Richtung als der wissenschaftlichen nötig ist. Der Herr Minister hat in allgemeinen Umrissen gesagt, was die Staatsregierung will, ohne daß wir dadurch ein klares umfassendes Bild erhalten könnten. Ter Herr Minister mußte sich wohl einige Reserve auferlegen, wir haben die Pflicht klar zu sagen, was wir wollen. Das ist keine Parteisache, da können Konservative und Freisinnige zusammenarbeiten.(Beifall.) Ich habe nicht gehört, welche Steilung die Lehrerinnen an diesen höheren Anstalten einnehmen sollen. Ich halte es für notwendig, daß auch Lehrerinnen hier mitwirken sollen, allerdings dürfen auch männliche Lehrkräfte nicht fehlen, denn manche Tinge können eben besser von Männern gelehrt werden. Vielleicht würde es sich empfehlen, die Leitung solcher Anstalten in Frauenhände zu legen. Grundsätzlich werden aber, wenn sie mit Freudigkeit wirken sollen, die Lehrerinnen an solchen Anstalten den männlichen gleichgestellt werden müssen. Eine Frage ist es, ob diese höhere Ausbildung der Mädchen auf einem Unterbau beruhen oder ob eine Gabelung stattfinden soll. Ich glaube der Herr Minister hat die Sache in einer Form in Angriff genommen, die doch die richtige ist, und das herbeiführen wird, was wir bezwecken. Getrennt von den Lyzeen müssen die Studienanstalten bleiben, damit die Mädchen nicht vom Lyzeum dem Studium zugeführt werden. Der mathematische Unterricht müßte, das will ich noch hervorheben, weit auschaulicher und angewandter erteilt werden, als bisher. Daran muß festgehalten werden, daß die frauenmäßige Ausbildung nicht vernachlässigt werden darf. Sollten die Absichten des Herrn Ministers erreicht werden, so könnte das von großem Segen für unser Volk werden.(Lebhafter Beifall.) Abg.Eickhoff(frs. Vpt.): Wir begrüßen die Reform des höheren Mädchenschulwesens mit Genugtnung. Wie Abg. v. Heydebrand meinen auch wir, die Schulbildung der Mädchen solle zwar nicht der der Knaben gleichartig aber gleichwertig sein. Die Kenntnisse der alten Sprachen sind zur allgemeinen Bildung schon längst nicht mehr notwendig. Die Nichtanrechnung der Jahre, in denen Oberlehrer noch nicht vollbeschäftigt waren, führt zu großen Härten. Wenigstens an großen Anstalten sollte dem Direktor ein besonderer Sekretär beigegeben werden. Erfreulich ist, daß die Abiturienten der Oberrealschulen zu den medizinischen Prüfungen zugelassen werden. Geheimrat Tillmann: Die Anrechnung der HilfslehrereA Wünschen Sie eine ausführliche parlamentärische Berichterstattung, wollen Sie über alles Neue und Wissenswerte prompt und zuverlässig unterrichtet sein, so abonnieren Sie auf die „Schwerter Zeitung". Wer sie zum 1. Mai schon jetzt bestellt, erhält sie bis dahin gratis zugesandt. zeit wird in jedem einzelnen Fall wohlwollend untersucht. Abg. Dr. Arendt(frk.): Ich hoffe, die Reform wird dahin. führen, daß mehr Mädchen dem Universitätsstudium entzogen werden. Tarüber habe ich mich gewundert, daß verschiedene der Herren Vorredner über den Nutzen der humanistischen Gymnasien gesprochen haben. Die Reformschusen haben lediglich eine prattische Bedeutung, namentlich auch deshalb, weil die Entscheidung über den späteren Beruf in ein späteres Lebensjahr gelegt wird. Abg v. Kessel(kons.): Es sollte mit den Reiormschulen nur ein Versuch gemacht werden, diese Versuche sind noch nieht abgeschlossen. Ich glaube, wir haben gerade durch die Vortrefflichkeit der humanistischen Bildung unsere Erfolge auch auf technischem Gebiete erreicht.(Sehr richtig! re:: Redner gent weiter auf verschiedene Mißstande ein, die er in der schemau Handhabung der Lehrpläne fieht. Kultusminister Dr. v. Studt stellt es in Abrede, daß diese Lehrpläne von 1901 irgend etwas Schematisches an sich hätten. Abg. Dr. Eckels(ntl.) fordert einheitliche Festlegung des Osterfestes. Ein Regierungskommissar erwidert, daß sorgfältige Erwägungen darüber stattfänden, ob es möglich sei, den Östertermin einheitlich festzulegen. Abg. Faltin(Ztr.) bringt verschiedene anscheinend lokale Wünsche vor, die jedoch auf der Tribüne unverständlich bleiben. Hierauf vertagt das Haus die Weiterberatung auf Dienstag 11 Uhr. Schluß gegen 4½ Uhr. Das Volksliederbuch für Männerchor. Es ist da, das Volksliederbuch der deutschen Männerchöre, insbesondere derer, die sich um den deutschen Kaiserpreis in Zukunft bewerben wollen.„Ihr wißt jetzt“, so etwa könnte die ungeschriebene Vorrede des kaiserlichen Beschützers des Männerchorgesanges lauten,„wie ich's gemeint habe, als mir in Frankfurt von eurem Singen das bekannte Mühlrad im Kopf herumging und ich mich über die Zukunft des deutschen Männergesanges ausließ. Hier habt ihr eine Auslese aus deutschen Volks= und volkstümlichen Gesängen von den Zeiten der Minnesänger— nicht der Schumann=Heineschen mit dem todeswunden Herzen— bis zu Hegar. In zwei stattlichen und handlichen Bänden ist die sich auf 610 Nummern belaufende Sammlung im Petersschen Weltverlage erschienen. Diese Auswahl ist erst wieder auf Grund einer Durchsiebung von nicht weniger als 8000 Nummern erfolgt. Es läßt sich denken, welche Arbeitsleistung diese beiden Bände darstellen. Und doch war mit der Durchsiebung erst der kleinste Teil der Arbeit getan. Man erinnere sich, daß der Männergesang erst seit der Gründung der Berliner „Liedertafel“, 1809 durch Zelter, Goethes unwüchsigen Musikantenfreund, und durch deren schweizerische Nachahmung, durch Hans Georg Nägeli emporblühte, daß also, wollte man unseren Männerchören heute nur Originale unterbreiten, die Chormusik vor 1809 perhältnismäßig unverwertet bleiben würdd. Schon früh verfielen daher die Reister des deutschen Männerchorgesanges, vor allem Silcher, auf die Bearbeitung von Volks= und Kunstgesängen für Männerchor. Es bildete eins der wichtigsten Ziele der Sammlung, den deutschen Männerchören sechs Jahrhunderte deutschen Volksgesanges zu bieten. Das war eben nur dadurch mögllich, daß ein großer Teil der Gesänge für den Männergessang umgeprägt wurde. Und da auch manch Fassungen älterer Originalchöre nicht mehr dem Zuge der heutigen Zeit entsprachen, so galt es, diese zu modernisieren. Und so bilden nicht weniger als 448 von den 610 Nummern erste oder neue Bearbeitungen von Volksgesängen. In diese Arbeit der Bearbeitung haben sich die edelsten Tonsetzer der Nation selbstlos geteilt. Es fehlen weder Strauß noch Wolfrum noch Georg Schumann, Bruch, Humperdinck, Hegar, Reiecke, v. Othegraven, Jüngst, Göhler, Gernsheim, Schreck, Leichtentritt, Scholz, Rudorf, um nur wenige zu nennen. Sie haben im allgemeinen vorzügliche Arbeit getan. Der große Richard nimmt insofern eine Sonderstellung ein, als er es den Männerchören nicht geradezu leicht gemacht hat, man könnte bei ihm vielfach auf die Tendenz von Preisstundenchören raten. Die meisten der genannten Herren aber haben in der Wahl des Schwierigkeitsgrades das Richtige getroffen, auch die üblichen Tricks der Brummstimmen, der Nachahmungen, der begleitenden Nebenstimmen benutzt; im ganzen darf das Werk gerade hinsichtlich der Bearbeitung als ein Muster für modernen Männergesang 4 bezeichnet werden. Der äußeren Einrichtung nach sind die Chöre gegliedert in: Geistliche Lieder(Choräle, Motetten, Kirchen= und geistliche Volkslieder, Marienlieder) mit starker Berücksichtigung des 16. und 17. Jahrhunderts; Ernstes und Erbauliches, wobei das 18. Jahrhundert viel Ausbeute lieferte; Vaterland und Heimat, wobei Alldeutschland von den Niederlanden bis mach Steiermark zu Worte kam; Natur, Wandern und Abschied, dessen Eröffnungsnummer das spätere„Nun ruhen alle Wälder“ in der ursprünglichen Volksliedgestalt als „Innsbruck, ich muß dich lassen“ zeigt; Soldatenlieder, Lieder der Jäger, Schiffer, Bauern, Bergleute; lieder, durch die ein besonders flotter Ton geht; gesellige und Trinklieder; Balladen; Scherz= der. Auch hier kommt die Liebe nicht zu kurz; umfaß sie doch die Nummern 373 bis 547, darunter musikalisch die schönsten der ganzen Sammlung, und nicht wenig wertvolle Altertümer, die hier zum ersten Male in der Gestalt für Männergesang auftauchen. Was die Komponisten anbetriftt, so ist in keiner Weise exklusiv verfahren, auch die Grenze des Volksliedes und volksmäßigen Liedes so weit wie eben möglich gezogen worden. Weder fehlen Volkmann noch Lizt, und sogar Chöre aus Rienzi, Fliegendem Holländer und Tannhäuser haben Eingang gesunden. Der unstand, daß viele Chöre auffallend tief gelegt sind, wird leicht dadurch ausgeglichen, daß d. Chordirigent Lizeru g. ren Ton als den vorgeschriebenen angibt. Für####r#r Auflagen möchte es sich empfehlen, den Chören eine Bezeichnung des Schwierigkeitsgrades, etwa von 1(sehr leicht) bis zu 5(sehr schwer) beizugeben, was zur leichteren Orientierung beitragen wird. Außer ausführlichen Registern enthält die Sammlung noch Notizen über Quellen, Ausgaben und Bearbeitungen der einzelnen Gesänge, ein ausgezeichnetes musikwissenschaftliches Material, dessen Lektüre allein für jeden Musikfreud von höchstem Interesse ist. Das ganze Unternehmen ist, wie bekannt, auf direkte Anregung des Kaisers zurückzuführen und ist durch das preußische Kultusministerium in die Wege geleitet worden. Ohne Frage bildet die Sammlung ein Dokument von hohem künstlerischen Wert und ist das Ergebnis gewissenhafter und zielbewußter Arbeit. Wenn aus der großen Zahl der Mitarbeiter ein Mann zu nennen ist, der wissenschaftlich und praktisch dem Werbe ein unverdrossener Aneiferer und Berater, der sozusagen der treue Geburtshelfer der ganzen Sammlung gewesen ist, so ist es Dr. Max Friedländer. Die Kunstchöre verdrängen will die Sammlung nicht. Sie mögen weiter gedeihen und sich entwickeln, und gewiß wird ihnen auch ferner auf den Wettkämpfen um den Kaiserpreis der gebührende Platz eingeräumt werden. Aber die andere, wie der Kaiser richtig bemerkte, ins Hintertreffen geratene Gattung der Männerchöre, das Volkslied und das volkstümliche Lied, ist hier künstlerisch wie in Bezug auf Reichhaltigkeit in einer Form festgelegt worden, die des eifrigsten und hingebendsten Studiums unserer Männerchöre würdig ist. Ceuf. Sion. Sehwerte Brück- u. Magenerstrassen-Ecke. Nut Giese Wvche verkaufen wir beispiellos BIRIT 140 cm breite la. Schürzensiamosen per Meter 65 Pf 140 cm breite Schürzendruck Ntr. 48 Pf. Hemdentuch volle Breite„ 25 Pf. Ungebleichten Nessel 25 Pf. Gebleicht. Hemdenbiber„ 38 Pf. Prima Bettsatins" 35 P1 Gutes Handtuchgebild„ 30 Pf. Abgepasste Handtücher stück 20 Pf. Prima Kleiderdruck Ntr. 38 Pf. Guten Kleidersiamosen 48 Pf. Elegante Blusenflanelle„ 53 P Ein Posten nur allerneuester =Schotten für Blusen- und Kinderkleider, per Meter zum Aussuchen regulärer Wert bis 1.65 Mk. Aus Stadt und Umgebung. Die Singvögel brüten. Sperrt die Katzen ein! Schwerte, den 16. April. **(Der Kaiser in Westfalen.) Der Kaiser trifft, wie jetzt feststeht, am Donnerstag, den 29. August, in Münster ein und wird hier bis zum 1. September verweilen. Die Parade findet am 30. August statt. Für ein Festmahl, an dem der Kaiser teilnimmt, wird das neue Museum am Dom hergerichtet. Von hier aus besucht der Kaiser bekanntlich die Römerlager bei Haltern und bei Oberaden. Ueber sonstige Dispositionen des Kaisers steht fest, daß er am 26. August in Hannover einzieht, wo Parade und Festmahl vorgesehen sind. Von Hannover aus fährt der Kaiser nach Münster, von Münster nach Berlin, wo am Sedanstage die große Herbstparade angesagt ist. Die Kaisermanöver, die sich wahrscheinlich zwischen der Weser und dem Teutoburger Walde, in der Gegend von Hameln, abspielen werden, beginnen am Montag, den 9. September und dauern diesmal nur drei Tage. Von wo aus der Kaiser Tecklenburg besuchen wird, ist noch nicht bekannt. ir(Städtisches Progymnasium.) Unsere städtische höhere Lehranstalt ist, wie wir schon an der Hand des vor kurzem erschienenen Jahresberichtes feststellen konnten, in erfreulicher Aufwärtsentwicklung begriffen. Dies wird auch durch die gestrige AufnahmePrüfung bestätigt. Von den neu angemeldeten Schülern wurden 45 ausgenommen, davon je 1 in Quarta und Untertertia, 43 in Sexta. Die Gesamtzahl der Schüller beträgt nunmehr 187; im letzten Schulvierteljahr wurde das Progymnasium von 173 Schülern besucht. **(Die Aufnahme der Katechumenen) der großen evangelischen Gemeinde erfolgt am Mittwoch, 17. April nachmittags 2 Uhr. Es sind diejenigen Kinder dem kirchlichen Unterricht zuzuführen, welcht bis zum 30. April 12 Jahre alt werden. Die Knaben werden vom Herrn Pastor Heinenberg in seinem Konfirmandensaal und die Mädchen vom Herrn Pastor Greve in der Sakristei ausgenommen. Für die in der Zeit vom 1. Mai bis 30. September 12 Jahre alt werdenden Kinder wird nach Genehmigung durch das Konsistorium Vorkehrung getroffen, daß sie imlaufe des Sommers aufgenommen und dann Ostern 1909 konfirmiert werden können. Die Herbstkonfirmation wird dann wegfallen. (Der Rhein.=Westf. Verband evangel. Arbeitervereine) hält am Sonntag, den 28. April, im evangel. Gemeindehaus zu Witten die diesjährige VerbandsVorstandssitzung ab, die morgens 10,30 Uhr mit einem Gottesdienst in der Gedächtniskirche beginnt. Die Beratungen nehmen um 11,30 Uhr mit der Beratung der Sterbekassen=Satzungen ihven Anfang. Nach einer Mittagspause von 1—3 Uhr werden die Verhandlungen fortgesetzt. Tagesordnung: 1. Jahresbericht und Kattune, Zephier, Leinen, Satin, Wollmouselline in grösster Auswahl per Meter 28, 35, 48, 53, 68, 75, 95 Pfg. Costümröcke in grosser Auswahl Lager ca 300 Stück. elegante, moderne Stoffe 1.95, 3.50, 5.25, 7.50, 30. in Wolle, Kattun, Batist u. Seide zu unerreicht billigen Preisen. Kar atese-Weche auf sämtliche Bamen-Conrection bedeutende Preisermassigung. Hervorragend billig! Ein Posten Herren-Bukkin-Hösen eisenstark, per Stück 3.50. Einzelne Khaben-Hosen per Stück 95 Pfg. Herren- Burschen. u. KnabenConfection enorm billig. Beste Qualitäten sämtlicher — Arbeiter-Bekleidung.— Besprechung desselben, 2. Kassenbericht, 3. Reserat des Herren Pfarrer Wever=Dortmund über„Enthaltsamkeit und Arbeiterbewegung". Der Vorstandssitzung geht eine Ausschußverhandlung voraus. ***(Die Delegiertenversammlung des Gesamtverbandes evangel. Arbeitervereine Deutschlands) findet in diesem Jahre vom 21. 23. Mai in Dortmund statt. Für Freitag, den 24. Mai, ist ein Ausflug der Delegierten nach Vollmarstein und Besichtigung der dortigen Anstalten auf Einladung von Herrn Pastor Arndt geplant. (Achtung, Steuerzahler!) Die Steuerveraulagungen sind ausgetragen; sie weisen diesmal infolge der wesentlichen Umgestaltung des Staatseinkommensteuergesetzes zum großen Teil Veränderungen auf, die nicht immer Freude erwecken dürften. Da unserem Briefkasten schon eine Anzahl Anfragen über einzelne Punkte vorliegen, so haben wir uns entschlossen, alles, was bei etwaigen Reklamationen gegen die Veranlagung inbetracht zu ziehen ist, nochmals in einem ausführlichen Amtikel aus berufener Feder zusammenzustellen. Der betr. Artikel ist im 2. Blatte veröffentlicht, Verfasser ist der Gemeindebeamte Gläser, Autor des seit Oktober vor. Irs. schon in 2 großen Auflagen an Behörden und Bürger verkauften Buches:„Was muß jeder Steuerzahler wissen?" das zum Preise von 1,50 Mk. von der Buchhandlung C. Braus bezogen werden kann. Alles Hauptsächliche und Wissenswerte dürfte indessen in unserem heutigen sehr ausführlichen Artikel schon enthalten sein, von dem wir annehmm dürfen, daß ihn alle„zu hoch Geschätzten“ dankbar begrüßen werden. (Der Staatseisenbahnverein) tagte am Sonntag in seinem Vereinslokal im Stadtkeller. Beschlossen wurde, wie uns mitgeteilt wird, den Sommer=Ausflug in diesem Jahr nach Iserlohn zu unternehmen und zwar an drei Tagen im Juni. Das Stiftungsfest, sol am 21. Juli in gewohnter Weise im Saale und Garten des Herrn Schulze=Selmig durch Konzert usw. und Ball begangen werden. Als Festmusik soll die hier bestens bekannte Kapelle des Herrn Branscheid=Hagen genommen werden. Die Herren Schnetker und Heil wurden zu Vertrauensmänner der Spar= und Darlehnskasse gewählt.— Den Mitgliedern gegeben, der neu gegründeten Sparkasse der Eisenbahn=Vereine des Eisenbahndirektions= bezirks Elberfeld beizutreten. Die Mitgliedschaft wind erworben durch Erwerbung eines Geschäftsanteiles von 10 Mk. Die Kasse verziust Spareinlagen vorläuzu 3,5 Proz. Sie gewährt Darlehen zu 4 Proz., und zwar bis zu 100 Mk. ohne Faustpfand, bis 1000 Mark gegen Hinterlegung mündelsicherer Wertpapiere als und zum Bau von Wohzchäufern bei stellen einer ersten Hypothek von 10 000 Mult.— Weiter wurde die Errichtung eines Genesungs= und Erhomeln eines Fonds hierzu besprochen. ie(Ueber die Geschäftstätigkeit der Gerichtsvollzieher) hat der Justizminister eine neue Verfügung erlassen. Die Gerichtsvollzieher haben alle drei Monate die Ergebnisse ihrer Vollstreckungstätigkeit dem nichter vorzulegen, der prüfen soll, ob die ohne Erfolg erledigten Vollstreckungsaufträge juristisch Bedenken ervegen. (Für die Errrichtung und Unterhaltung von Schülerherbergen) wurden dem Sauerländischen Gebirgsverein vom Minister der Unterrichtsangelegenheiten 150 Mark überwiesen. Vor längerer Zeit schon überwies der Oberpräsident ebenfalls 150 Mark, *r(Postpersonalie.) Versetzt ist der Postassistent Avemann von Schwerte nach Hörde. **(Der Theaterverein„Humor") veranstaltet am Sonntag, den 5. Mai, hierselbst im Saale des Herrn Kordeck einen großen Bühnenwettstreit, zu dem bereits zahlreiche Dilettantenvereine ihre Mitwirkung zugesagt haben. **(Eine heitere Szene) gab es am Sonntag in der Ostenstraße. Standen da viere vom edlen Geschlechte der Klatschschwestern zusammin und hechelten, alle durcheinander redend, einige— natürlich nicht anwesende— Mitschwestern gehörig durch. Nicht nur die Zunge war in Bewegung, sondern Mienen, Arme und Hände redeten mit. Wie mögen wohl den Opfern die rechten Ohren geklungen haben. Nun gibt es bekanntlich Hunde, welche schlechtes Klavierspiel durchaus nicht vertragen können; so strichen auch zwei große Köter um die Frauen herum und kamen schließlich zu der Ansicht, daß diese phänomenale Zungenfertigkeit noch über schlechtes Klavierspiel gehe; sie fuhren mit wütendem Gebelle plötzlich zwischen das eifrige Schwätz=Quartett, das mit lautem Gekreisch sich schnell auflöste. Der Anblick war von überwältigender Komik und bereitete einigen gerade Vorübergehenden einige heitere Augenblicke. des Lichtendorf, 15. April.(Zwei Auerhennen) sind dieser Tage von einem hiesigen Waidmann im Overberger Gehölz beobachtet worden. Eine Henne strich nach Süden über die Ruhr hin ab, die zweite baumte auf. Es dürfte sich aber bei den hier so seltenen Tieren wohl nur um einen vorübergehenden Aufenthalt gehandelt haben. ** Westhofen, 16. April.(Volksbibliothek.) Die Eröffnung der hierselbst in der alten Schule eingerichteten Zweigstelle der Kreisvolksbibliothek findet heute nachmittag um 5 Uhr statt. Für die Ausgabe der Bücher sind folgende Termine bestimmt: am Dienstag und Donnerstag von 6—7 Uhr nachmittags und am Samstag von 11—12 Uhr vormittags. !! Ergste, 15. April.(Große Wegebauten.) Die hiesige Gemeinde beabsichtigt die Kirchstraße und den Kommunalweg von Ergste nach Berchum auszu bauen. Auch die Nachbargemeinde Berchum hat beschlossen, die Hauptdorfstraße unter dem sogenannten Lindenufer in eine der Neuzeit entsprechende Kunststraße umzubauen. Die Provinz hat zu den hohen Kosten beiden Gemeinden einen größeren Zuschuß bewilligt. !! Hennen, 15. April.(Generalversammlung.) Die hiesige Viehversicherungs=Gesellschaft hielt gestern nachmittag im Lokale des Herrn Gastwirt Netz hierselbst ihre erste diesjährige Hauptversammlung ab. Zuerst schritt man zur Vorstandswahl. Die ausscheidenden Vorstandsmitglieder Karl Heetmann zu Hennen, Friedrich Susewind zu Drüpplingsen und Heinrich Heetmann zu Kalthoff wurden einstimmig wieder gewählt. Sodann wurde die Jahresrechnung pro 1906 abgenommen. Dieselbe ergab folgendes sehr günstiges Resultat: Einnahm: 3251,68 Mt., Ausgabe 954,38 Mk. Es ist demnach noch ein Kassenbestand von 2 297,30 Mk. vorhanden, welcher bei der Sparkasse zinstragend angelegt werden soll. Außerdem verfügt die Gesellschaft noch über ein Vermögen von 2228,47 Mk. ** Hörde, 15. April.(Rentengüter.) Um hier die Wohnungsfrage zu regeln, wurde in einer gestrigen Versammlung des Spar= und Bauvereins beschlossen, auf ähnlicher Grundlage, wir die in der letzten Kreistagssitzung in Dortmund festgelegten, Rentengüter zu schaffen. Ein vier Morgen großes Grundstück soll zu diesem Zweck von Freiherrn von Rheinbaben erworben werden. Ermittelungen haben ergeben, daß in Hörde 24 Proz. aller Wohnungen überfüllt sind und 32 Proz. aus zwei Zimmern bestehen. Westfalen und * Hemer, 15. April.(Selbstmord.) In vergangener Nacht machte eine Frau in Niederhemer ihrem Leben durch Erhängen ein vorzeitiges Ende. Bei dem glücklichen Familienleben, das sie führte, ist der Sellbstmord unerklärlich, und kann nur in plötzlicher geistiger Umnachtung ausgeführt worden sein. * Gelsenkirchen, 15. April. Die beiden schulpflichtigen Kinder des Bergmanns Schndicke in Wattenscheid erkrankten unter genickstarreverdächtigen Erscheinungen. In Caternberg wurde ebenfalls an einem Kinde die Genickstarre festgestellt. 15. April.(Liebesdrama.) Heute vormittag gegen 11 Uhr wurden in den Anlagen am Tölleturm im Gestrüpp die Leichen eines Liebespagres aufgefunden. Der junge Mann ist der 18jahrige Bandwirker Otto Vorsteher aus der Nordstraße, das junge Mädchen die 17jährige Fabrikarbeiterin Marie Lange aus der Quellenstraß:. * Essen, 15. April.(Tödlicher Unfall.) In der chemischen Fabrik von Goldschnridt wurde am Samstag ein Arbeiter von der Transmission erfaßt und herumgeschleudert. Die erlittenen Verletzungen führten den sofortigen Tod herbei. * Neuß, 15. April. Der heute Morgen in Köln aufgestiegene Ballon des Kölner Klubs für Luftschiffahrt ist 12 Uhr 5 Min. auf dem Gute Nothausen gelandet. Ein Automobil hatte ihn von Köln bis zur Landungsstelle verfolgt. * Köln, 15. April.(Selbstmordeines Soldaten.) Der Pionier H. Meier vom 7. Westfälischen Pionierbataillon erschoß sich gestern morgen mit seinem Dienstgewehr. Nach Briefen des Verstorbenen soll ihn schlechte Behandlung zu dem Schritte getrieben haben. * Kalk, 15. April. Ein schwerer Unfall ereignete sich heute nachmittag auf dem Höhenberg bei Kalk. Als zwei Radfahrer an einem Steinfuhrwerk vorüberfuhren, kamen beide zu Fall und der eine, ein hiesiger Tagolöhner, geriet unter den schweren Lastwagen. Er wurde am Kopf so schwer verletzt, daß der Tod sofort eintrat. Der zweite Radfahrer kam mit dem Schrecken davon. Rheydt, 15. Apröl. Auf dem hiesigen Hauptbahnhof wurde der Schaffner Otto Ernst aus Dortmund beim Auswechseln des Packwagens infolge Zurückrollens der Schiebetür am Kopf gequetscht und so schwer verletzt, daß er kurze Zeit darauf starb. * Homberg, 15. April.(Messerheld.) Im Verlaufe eines Familienstreites verletzte ein hiesiger Fabrikarbeiter seinen Stiefsohn durch Messerstiche so schwer, daß der Tod, kurz darauf eintrat. Der Messerheld wurde verhaftet. Mörs, 15. April.(Also kein Mord.) Nun sind die Eltern der beiden in der Kiste tot aufgefundenen Kinder, das Ehepaar Ilgner, aus der Untersuchungshaft entlassen worden, da sowohl die staatsanwaltschaftliche Untersuchung wie die gerichtsärztliche Obduktion ergeben haben, daß der Verdacht des Mordes gegen die Eltern sich nicht aufrecht erhalten läßt. Das Ehepaar wird indessen, wie verlautet, angesichts der in der Kolonie Mörs herrschenden Erregung noch einige Tage in Schutzhaft behalten werden. Gleichzeitig ist ein Kostgänger des Ehepaares Ilgner, der als verdächtig ebenfalls verhaftet worden war, auf freien Fuß gesetzt worden. De traurige Affäre läuft sonach darauf hinaus, daß die beiden Knaben von selbst in den Koffer stiegen und darin erstickten. Kleine Chronik. Kassel, 15 April. Auf einem Bohrturm der Kaligewerkschaft Gertrudenhall=Sudershausen fiel einem Arbriter aus der Höhe von 18 Metern ein schwerer Hammer aus der Hand in den Schacht und zertrümmerte dort einem Bergmann die Schädeldecke. Der Verletzte starb bald darauf. Stralsund, 15. April. Bei einer Bootsfahrt vor dem hiesigen Hafen kenterte gestern nachmittag ein mit 5 Personen besetztes Boot. Zwei Insassen, die Kufperschmiedegesellen Niederfeldt aus Gera, und Vorast aus Hamburg, welche hier in Arbeit standen, sind ertrunken; die übrigen konnten genettet werden. Stuttgart, 15. April. Vom 1. Bataillon des Grenadierregiments Königin Olga sind dem„Schwäb. Merk.“ zufolge 160 Mann an Speisevergiftung erkrankt, zumteil unter heftigem Fieber, krampfartigen Anfällen. Eine unmittelbare Lebensgefahr besteht für keinen Erkrankten. Hamburg, 15. April.(Drahtb.) Auf der Strecke zwischen St. Pauli=Landungsbrücke und Zollanlageposten am Hafentor wurde in der vergangenen Nacht um 1,30 Uhr die dort stationierte Zollbarkasse Ellerholz vom Hafenschleppdampfer Louise angerannt und zum Sinken gebracht. Der auf dem Fahrzeug befindliche Zivilbootsmann, der Maschinist und der Zollamtsaufseher ertranken. Lehle Trählmetdungen. Der Kaiser in Bückeburg. Bückeburg, 15. April.(Drahtb.) Heute nachmittag 5,40 Uhr traf der Kaiser mit Gefolge im Sonderzug hier ein. Zum Empfang hatten sich eingefunden der Fürst in der Uniform seines 7. Jäger=Bataillons, der Erbprinz und die übrigen Prinzen des fürstlichen Hauses. Nach einer überaus herzlichen Brgrüßung begab sich der Kaiser und der Fürst im Vierspänner zum fürstlichen Schlosse. Unterwegs wurden sie durch das zahlreiche Publikum leb haft begrüßt. Im Schlosse fand um 6 Uhr Diner statt. Das Mädchen mit dem Revolver. Berlin, 15. April. In der Fehrbellinerstraße suchte eine 26jährige unverehelichte Schneiderin ihren Geliebten durch Revolverschüsse zu töten. Er erlitt schwere Kopfverletzungen. Darauf stürzte sich das Mädchen aus dem Fenster ihrer im dritten Stock gelegenen Wohnung auf den Hof. In hoffnungslosem Zustande wurde sie ins Lazarett gebracht. Entwichene Zwangszöglinge. Speyer, 15. April. Bei einem Spaziergang entwichen 13 Zöglinge der hiesigen staatlichen Zwangserziehungsanstalt. Nur drei sind bisher ergriffen worden. Aus Rußland. Moskau, 15. April. Heute mittag überfielen etwa 25 Bewaffnete auf der Basmannbrücke von Wächtern begleitete Eisenbahnkassenboten, die 27.000 Rubel bei sich hatten. Da sie jedoch auf bewaffneten Widerstand stießen, gelang es ihnen nur etwa 1000 Rubel zu rauben. Ein Räuber wurde getötet und drei verwundet. England überall. Petersburg, 15. April. Die„Nowoje Wremja“ schreibt: Englische Epeditionen bereisen Sibirien zum Ankauf von Gold= und Kupferminen. Große Ankäufe sind bereits abgeschlossen. Es soll eine englische Verwalltung eingeführt werden und die Russen nur als Arbeiter verwendet werden. Die Ankäufe vermittelt ein Moskauer technisches Kontor. Das Blatt nennt diesen Vorgang eine Eroberung Sibiriens durch die Engländer. Madrid, 15. April. Zwei englische Marine=Jugenieure haben heute den Marineminister besucht und ihm den Bau von Kriegsschiffen auf spanischen Wersten vorgeschlagen. Kriegsgericht. Dresden, 16. April. Das Kriegsgericht verurteilte den Zahlmeister Haase von den Grimmaer Husaren wegen Unterschlagung von 3380 Mark zu zwei Jahren Gefängnis und Degradation. Aus Südwest zurück. Kurhafen, 16. April. Letzten Sonnabend ist der Dampfer„Gertrud Woerman“ aus Südwestafrika mit einem Truppentransport eingetroffen. Er besteht aus 34 Offizieren, 639 Mannschaften, darunter 91 vom Typhus Genesene und 16 Verwundete. Todesurteil. Altona, 15. April. Das hiesige Schwurgericht verurteilte heute den Kuhhirten Wehansen, der zu Beginn dieses Jahres das Ehepaar Schuhmacher Jenfeldt und Frau in Schönigstedt bei Reinbeck ermordet und beraubt hat, wegen Mordes in zwei Fällen und schweren Raubes zum Tode und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Erdbeben in Mexiko. Mexiko, 16. April. Die Orte Chilpanzinco und Chilapa sind gestern durch ein Erdbeben zerstört worden. Wie bisher festgestellt wurde, kamen 11 Personen zu Tode; 27 Personen wurden verletzt. Hinweis. Unserer heutigen Auflage liegt ein Prospekt des Warenhauses Max Samaskewitz u. Co., Schwerte, bei. Wir machen unsere Leser auf denselben aufmerrsam. Die Geschäftsstelle. In Gemäßheit der Bestimnungen in S 74 der Kreisordung futg e gresekoungnunelaßse für das Rechnungsveröffentliche ich nachstehend den Rechnungsauszug aus der Jahresrechnutzgage unterm 27. März d. Is. festgestellt und jahr 1905 mit dem Bemerken, daß die Rechnung geprüft und vom Kreislugz, unem a:: guurg 0. Is. festgestellt entlastet worden ist. Soll nach dem Etat Mort n1! Rechnungsmäßiges Soll Mork 311 270/50 3 315/09 9760/81 327 918/05 475954 23 841/09 3095071 Einnahmen Ist Mark Pf. Titel Ueberschüsse aus dem Vorjahre.... Zinsen von Aktiv=Kapitalien..... Einnahmen aus Kreiseinrichtungen und Kreiseigentum Steuern und Gebühren....... Ueberweisungen aus andern Beständen. Wieder einzuziehende Posten...... VII Durchlaufende Einnahmen..... VIII Vorübergehende verzinslich angelegte und zur Bestreitung laufender Ausgaben abgehobene Kapitalien....... Kaiser Wilhelm=Augusta=Stiftung. Insgemeize...... Provinzialzuschüsse fur den erstmaligen Ausbau von Straßen XII Aus vorhandenen Beständen..... „ XIII Aus Beständen der Anleihe.... Summa der Einnahmen Hierzu Summe der Einnahmen aus dem Spezial= Etat II Pflege des öffentlichen Verkehrs.... Summa der Gesamt: Einnahmen II III IV V VI VII IX X XI KII 27050 3 315/09 9760 327918 4759 23 841 30 950 81 05 54 09 71 Titel 12895— 48187/10 136 400 24825 2604 2 500 2009 30 960/— 21739 73098/— 13795— 5 500.— 400 7266 6075— 6 000.— 10000 382 733/08 87 55250 87 552/5 217 752205 14981/8 5 150/9 385 7061 5 115/09 8 33455 5 897/42 7073331 51 * 00 * I Vorschüsse. II Sachliche Kosten der Kreisverwaltung.. III Persönliche Kosten der Kreisverwaltung IV Provinzialbeiträge und Armenlasten.. V Zinsen der Kreisschuld VI Gebühren, Beiträge und Steuern... VII Jagdscheingelder... VIllI Auszuzahlende Posten....... IX Durchlaufende Ausgaben...... X Vorübergehend verzinslich anzulegende Kapitalien aus dem laufenden Kassenbestande XI Kaiser Wilhelm=Augusta=Stiftung.. XII Unterhaltung der Kreisstraßen.... XIII Kreiseinrichtungen XIV Kosten der Impfung....... XV. Tagegelder der Kommissionsmitglieoer.. XVI Zu Wohlfahrtszwecken...... XVII Rücklagen XVIII Insgemein.......... XIX Außerordentliche Ausgaben..... Summa der Ausgaben der Rechnung 1905. Die Einnahmen betragen.... Die Ausgaben betragen.... Mithin Kassenbestand am Jahresschlusse 1905 Uebereinstimmung dieses Rechnungsa der Kreis=Kommunalkasse des Kreises Hörde bescheinigt Hüöride, den 11.4April 1907. Der Vorsitzende des Kreis=Ausschusses Busch, Königlicher Landrat. K Spert-. u. Kinderrag II in bekannt grösster Spert-Ia. Amderwag II und schönster Auswahl. Sportwagen von Mk. 4.50 an. Ferner empfehle Rohr- und Eichenmäbel für Gärten und Veranden vom einfachsten bis feinsten Genre. Eberfelderstrasse 49. 1. Welmert Hagen I. IV., Elbertelderstrasse 49. Versandt franoo.= Sserseen Komomamm Geflugel=Verein „Jauna“ Mittwoch, den 17. d. M., abends 8½ Uhr, im Vereinslokal Letoweber General-Versammlung. Wir bitten, daß ein jedes Mitglied erscheint. Der Vorstand. Zurückgekehrt! Sprechstunden Wochentags nur 3—5 Uhr. Sonn- und Feiertags keine Sprechstunden mehr. Dr. Wilh. Weber Dortmund, Viktoriastr. 34 Spezialarzt für Innere- und Nervenkrankheiten Oberarzt am Brüderkrankenhauss. 1660 Flechten #ns, und trockene Schuppenllechte. akreph. Ehzema, Hautausschläge, F offene Füsse Beinschäden, Beingeschwüre Aden. bage, böm Finger, dle Waatm eind oft sehr hartnäckig; wer bisher vergeblich hoffte geheilt zu werden, mache noch einen I Versuch mit der bestens bewährten Rino-Salbe hei v. Gift u. Säure. Dose Mk. 1.Dankschreibengehen täglich ein Nur echt in Originalpackung weiss grün- rot und mit Firma R. Schubert& Co., Weinböhla. a Fälschungen weise man zurück. Zu haben in den meisten Apotheken. — Guten—= Dünger zu haben bei heirrich Gräwe, Westenort Einige Karren guten PPferdedünger sind zu haben 151: Hellpothsttaße 8. Ein zweisitziger Slslagnge zu verkaufen. Hörderstr. 2. 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