der Post 42 Pf. für Bentelgeld wewr. WSgeg“g Anzeigenpreis: Die sechsgespaltene Petitzelle oder deren naum 10 Pl. Buzegen von auswäns 1s Pu. Rerlanezele Erstes und ältestes Tagesorgan Kreises. Haupt=Annoncenblatt. — Nie Kreis- und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Krei: ose Verösternschung sn der„Schwverner Teitungr.— durch Veroffentlschung Leitung“ richts verbindliche Kraft. o 0 0 O OO O OO Cee Druck u. Verlag von Carl Braus, Schwerte. Nr. 62 Amt Schwerte. Celegr.=Räresse Braus. Schwerte-Rut, Nr. 34 Deutscher Reichstag. 25. Sitzung am 10. April, 2 Uhr. Am Bundesratstische: Graf Posadowsky, v. Stengel. Während der Österpause sind die Abgg. Prinz Arenberg(Ztr.) uns heute Auer(Soz.) verstorben. Das Haus ehrt ihr Andenkene durch Erheben von den Sitzen... 4grif für Lan Gaiser. Der Gesetzentwurf über den Gebuhrentari, ar den KusserWilhelm-Kanal, der die fünfjährige Ermächtigung zur Festdes Tarifs zum drittenmal verlängert, wird nach kurzer Erorterung durch Dr. Görcke(nti.), Dr. Leonhart(frs. Vg.), Dr Hahn und den Staatssekretär Graf Posadowsky in erster Darauf beginnt die zweite Lesung des Etatsdes Reichsts des Innern. Die Parteien haben einen großen Teil Initiativanträge, wie auch in den früheren Jahren, in Elarresolutionen umgegossen. Zum Znnern liegen vor Anträge Bassermann(ntl.) auf Errichrunz eines Reichsarbeitsamtes betr. die Arbeitszeit und Sonnhe in Kontoren, die Sonntagsruhe in der Binnenschiffahrt, ein nationaltiberaler Antrag über die Unfallfürsorge bei freiRettungsarbeiten, Zentrumsanträge über weitere Regelung und schärfere Durchführung der Sonntagsruhe, und den Verkehr lait Wein, ein Antrag der wirtschaftlichen Vereinigung deuerb. Uebter den Arbeiterschutz in Glashütten, sowie Schutzv#rordaungen bei Verarbeitung von giftigen Explosivstoffen negen Anträge der Sozialdemokraten und des Zentrums vor, leichen über den Arbeiterschutz in Berg= und Hüttenwerken, mo die Sozialdemokraten Schutzverordnungen, der ZentrumsVe esbuete bbe be e(Zzr, hegignt mit einer Polemik gegen Dr. Mugdan. Dieser hat von einer„papiernen Sozialpolitik“ des Zeutrums gesprochen. Sind denn Ihre Reden Taten? Herc Mugdan, Herr Mugdan, nur nicht übermütig wernen!(Heiterkeit rechts und im Zentrum.) Dem Zentrum gegenüber sich jetzt schon— jetzt schon aufs hohe Pferd setzen, ist etwas unvorsichtig, Herr Mugdan! Heiterkeit und Hört, hort! reitts und im Zentrum.) Der Redner richtet an den Staatssetrelär u. a. folgende Fragen: In welchem Stadium befinden sich zurzeit die Vorarbeiten für die Zusammenlegung der drei Versicherungsgesetze? Wie denkt sich der Staatssekretär das weitere Vorgehen? Und wann ist die Vorlage wohl zu erwarten? Weiter: ist die Ausdehnung der Krankenversicherung auf Landwirtschaft und Gesinde schon vorher zu erwarten? Und evenso die Witwen= und Waisenversicherung? Wir erwarten ein positives Ergebnis in der Richtung einer wesentlichen Erhöhung des Bauarbeiterschutzes. Der Redner begründet die Anträge des Zentrums und gedenkt in einem Rückblick der drei großen Führer der Sdeis grbesterstatsischen Beirats, Dr. Boedicker, des Donnerstag, den 11. April 1907 rungen noch nicht mit der Frage beschäftigt. Er erkenne aber die Notlage der verheirateten Unteroffiziere an. Der Kriegsminister erklärt, die Frage der hung der Löhne der Unterofiziere und Mannschaften unterliege einer Prüfung seitens der Verwaltung. Auf Anfragen bezüglich des Verbotes gewisser Lokale für das Militär erklärt der Kriegsminister, die polnische wie die sozialdemokratische Agifation habe sich so feindlich benommen, daß es seine Pflicht sei, die Truppen von solchen Lokalen fernzuhalten. Dreutzischer Landtag. 40. Sitzung. Mittwoch, 10. April, 11 Uhr. Am Ministertisch: Dr. v. Studt. Präsident v. Kröcher eröffnet die Sitzung. Zu Ehren des verstorbenen Mitglieds Prinz v. Arenberg(Ztr.) erheben sich die Abgeordneten von ihren Plätzen. Auf der Tagesordnung steht vie Fortsetzung der Beratung des Kultusetats beim Kapitel„Universitäten“. Abg. Trimborn(Ztr.): Die schon in der Budgetkommission angeregte Vermehrung von Professuren möchte ich noch erkreitern. Ein besonderer Lehrstuhl für soziales Recht wäre wünschenswert, namentlich der Arbeiterversicherung wegen, über die in den Kreisen der Juristen keine genügende Kenntnis verbreitet ist. Der soziale Sinn ist für die praktischen Juristen gerade von besonderem Wert, und die großen Massen sind an dem Arbeiterrecht besonders interessiert,, a t.vi, Her Faziglen Geheimrat Elster: Schon jetzt wird die Mal##### der soziamn Gesetzgebung bei der Nationalökonomie aufas eingehendste behandelt. So ist das in Bonn gewesen, so auch an anderen Universitäten. Wenn Rechtsanwälte diese Dinge nicht kennen, haben sie diese Vorlesungen eben nicht besucht. Abg. v. Arnim=Züsedom(kons.): Die Zahl der Ausländer an den deutschen Universitäten wächst fortwährend. Unter 21000 Studenten waren 2047 Ausländer, darunter in Berlin allein 489, also ein Viertel der ausländischen Studenten. Dieser Umstand gibt zu Bedenken Anlaß. Es mag richtig sein, daß das Gastrecht auf den deutschen Universitäten gewahrt werden soll. Es sollte das aber nur den Staaten gegenüber geschehen, in denen das Gastrecht in gleicher Weise gewahrt wird. Die hohen Mehrforderungen namentlich für die Berliner Universität müssen sorgfältig geprüft werden... Ber Kultusminister D. Studt: Ich vin mur dem Herrn Vorredner einverstanden in der Beurteilung der Frage der Ausländer auf unseren Universitäten. Es spielen hier aber auch internationale Rücksichten mit. Ausschreitungen namentlich russischer Studenten gegen die Disziplin sind aber in letzter Zeit nicht mehr hervorgetreten. Ausschreitungen Mus zugzartich u getz; ärs Dr. v. Bötticher; mit diesen sozialpolitische Garde dahingeschieden. Welche Lehre die Sozialdemokratie aus dem Ergebnis der Wahlen ziehen will, ist ihre Sache. Für die bürgerlichen Parteien und die Regierung ergibt sich die Notwendigkeit, nun erst recht die Sozialpolitik fortzuführen. Geschieht das nicht, dann ist das der sicherste Weg, die Sozialdemokratie wieder hochzubringen. Abg. Bassermann(ntl.): Der Rückblick des Vorredners zeigt den Umfang des Gebiets der Sozialreform. Leider aber zeigt die Regierung zu wenig Initiative und kommt zu wenig aus den Vorarbeiten und Erwägungen heraus. Das gilt auch von einzelnen dringenden Fragen. Der Redner fordert die Aufstellung eines Arbeitsprogramms. Er bespricht eingehend die Frage des Vereins= und Versammlungsrechts, die Forderung der Errichtung einer gewerbetechnischen Reichsbehörde, die Frage der Konkurrenzklausel, die Verhältnisse der Privatbeamten, die Heimarbeiterfrage, sowie insbesondere auch die Tarifverträge und ihre Bedeutung als Friedensorganisationen. Ein Tarifrecht ist da dringend notwendig, ebenso wie die Arbeitskammern. Ter Redner begründet im einzelnen seinen Spezialantrag über die Sonutagsruhe in der Binnenschiffahrt und beschäftigt sich zum Schluß mit der Forderung eines Reichsarbeitsamts mit dem Ausblick auf ein selbständiges Staatssekretariat für Sozialpolitik. Abg. Werner(Ant.) wendet sich gegen den Erlaß des ereußischen Ministers des Innern, der den Beamten verbiete, ch inn einzelnen Abgeordneten in Verbindung zu setzen. Ein Krebsschaden— zum Nachteil des Mittelstandes im Detailhandel— seien die Konsumvereine, schwere Schäden beständen ferner im Schankkonzessionswesen. Bei der Konzessionserteilung sehe man sich die betreffenden Personen nicht immer genau an. Auch würden oft zu viele Konzessionen an eine und dieselbe Person erteilt, man denke an Aschinger! Die Polizeistunde werde auf dem platten Lande viel unduldsamer gehandhabt, als in den Städten, ohne Grund! Abg. Lehemeyer(Ztr.) spricht über die einzelnen Versicherungszweige und den Hausierhandel. Hierauf Vertagung. Morgen 1 Uhr Fortsetzung. Schluß nach 5½ Uhr. Berlin, 10. Aoul.(Drahtb.) Die Budgetkommission des Reichstages setzte die Beratung des Heeresetats fort und be zlligte das Kapitel Geldverpflegung der Truppen. In gaufe der Beratungen erklärte u. a. der Schatzsekretär Stengel, daß er die Resolutionen des Reichstages, betreffend die Bewilligung der Teuerungszulagen für Reichsbeamte und auch bezüglich der Beamten der Heeresverwaltung als bindend angesehen habe; bezüglich der Unteroffiziere hätten sich die RegieDeutschland 2490 ausländische Studenten gibt. Es liegt also kein besonderer Anlaß vor, die Aufnahme der Ausländer Abg. Dr. Beumer(nl.): Meine politischen Freunde haben den dringenden Wunsch, daß das Gastrecht gegen die Auslander auf unseren Universitäten nicht ausgeübt wird auf Kosten der deutschen Studenten. Viele Studenten aus Rußland und Galizien verstehen sich in bekannter Weise in den Vordergrund zu schieben. Das Abhilfsmittel liegt in der Forderung der besseren Vorbildung der Ausländer. Redner tritt dann für Ausbildung der Studenten in der Kunst der freien Rede ein, sowie für Pflege der körperlichen Uebungen aus den UniversiGeheimrat Elster: Für die Immatrikulation der Ausländer sind besondere Vorschriften erlassen, einige Erleichterungen in der Vorbildung sind zugelassen, so genügt z. B. diejenige, die etwa unserem Examen für den Einjährig=freiwilligen=Dienst entspricht, für das philosophische Studium. Für die Ausbildung in der freien Rede und im Sport geschiey# Abg. Dr. Müller=Berlin(frs. Vp.): Dem Unterrichtsstudium der Volksschullehrer sollten nicht so viel Schwierigkeiten in den Weg gelegt werden; in der Behandlung der Ausländer soll man vorsichtig, aber nicht engherzig sein. Geheimrat Elster: Nicht nur die Volksschullehrer, sondern auch alle Staats= und Gemeindebeamten sind von der Immatrikulation ausgeschlossen. Die Lehrer können als Gäste den Vorlesungen beiwohnen, diese Semester werden ihnen sogar beim Eramen angerechnet.... Erichtung van 9. Abg. Dr. Wagner(fri.) bittet um Errichlung von Lehrstühlen für Kolonialrecht. g 4.6ar 65 Abg. Dr. Rügenberg(Ztr.) verlangt eine Prosessor für Geheimrat Elster hebt hervor, daß, wie er schon im vorigen Jahre mitgeteilt habe, die medizinischen Fakultäten sich dahin ausgesprochen hätten, eine besondere Professur für soziale Medizin sei nicht nötig. Trotzdem hätten in Bonn und Berlin Professoren 1 L e h r a u f t r a g n a c h d i e s e r R i c h t u n g b e k o m m e n. Abg. Eickhoff(frs. Vpt.): Ich möchte um Auskunft über den Abzugsfonds der Professoren bitten. Es liegt die Gefahr nahe, daß wir in Preußen mit der Zeit Mangel an bedeutenden Lehrkräften haben werden, da in anderen Universitäten diese Einrichtung nicht besteht. 666 Geheimrat Elster: Als 1897 das Honorarabzugsverfahren eingeführt wurde, konnte dies durch allerhöchste Ordre geschehen. Manche Professoren waren sogar der Ansicht, es sei besser, das Kollegienhonorar überhaupt abzuschaffen. Nur wenige Professoren waren gegen das Honorarabzugsverfahren. Abg. Schiffer(nl.) verlangt für das Versicherungswesen einen besonderen Lehrstuhl.. eossend, Geheimrat Elster sagt eingehende und wohlwolente Prüfung des Wunsches des Vorredners zu. Abg. Dr. Dittrich(Ztr.) hält die Schuffung eines Lehr39. stuhls für Versicherungswissenschaft ebenfalls für notwendig. Abg. Cassel(frs. Vp.): Dem Wunsche, die Vertreter aller Richtungen in der Nationalökonomie möchten in Verlin vertreten sein, kann ich nicht zustimmen. Die Berufung in die Berlinen Universität kann nur von der wissenschaftlichen Bedeutung eines Mannes abhängig gemacht werden.„. Abg. Rosenow(frs. Vpt.): Ich glauve, in ver sozialen Medizin ist noch viel zu leisten. Es wären deshalb ordentliche Professuren für soziale Medizin wünschenswert, nicht bloß Lehraufträge im Nebenamte, wie sie jetzt in Berlin und Bonn bestehen. Abg. Ziesché(Ztr.) bittet um Besserstellung der Kanzlisten und Kanzleisekretäre bei den Universitäten. Nach einer kurzen Bemerkung des Abg. Metzger(nl.), werden die dauernden Ausgaben bewilligt. Eine Petition um Gehalts= und Rangerhöhung für die Präparatoren und Konservatoren bei den Universitätsinstituten wird der Regierung zur Erwägung überwiesen. Zu den einmaligen und außerordentlichen Ausgaben liegt eine Petition um baldige Errichtung eines Neubaues für das zahnärztliche Institut in Berlin vor. Ein Regierungskommissar gibt zu, daß ein Neubau für das zahnärztliche Institut nötig sei. Abg. v. Heimburg(kons.) fürchtet, daß für die Präraratorenstellen am zoologischen Museum in Berlin nicht die geeigneten Kräfte würden gefunden werden können, weil das Gehalt zu niedrig bemessen sei. Abg. Dr. Wagner(sk.) beklagt, daß das Institut für Meereskunde dem Publikum nicht mehr zugänglich sei, außer an drei Tagen. 9 Abg. Kreitling(frs. Spt.) bevauelt, dap die Angelegenheit des Neubaus des zahnärztlichen Instituts in Berlin noch nicht erledigt sei, trotzdem ihre Dringlichkeit schon seit Jahren Aog. Dr. Eckels(nl.) geht auf die Frage der Regelung der Feier des Osterfestes ein, wird aber vom Präsidenten mit dem Hinweis unterbrochen, daß das doch in zu losem Zusammenhang mit der Tagesordnung stehe. Abg. v. Böhlendorff=Kölpin(kons.) wünscht, daß für die Professur für das Kolonialwesen als Lehrgegenstand nicht allein das Kolonialrecht gelte, sondern die gesamte Kolonialwittsckaft.„„„ Auf eine Anfrage des Aog. Brutt(fl.) eritart ein negierungskommissar, die Massageanstalt sei aufgehoben, der Unterricht in der Massage aber solle nicht eingestellt, sondern an verschiedenen Instituten erteilt werden. Die Petition wegen Neubaus des Zahnärztlichen Instituten in Berlin wird der Regierung zur Berücksichtigung überwiesen, Bei der„Universität Breslau“ erklärt auf verschiedene Wünsche des Abg. Strosser(kons.) ein Regierungskommissar, ba, die verschiedensten Wünsche bei der Universität Breslau laut mürden. Eine Fülle von Aufgaben und Ausgaben harre der Regierung. Daß das archäologische Museum bessere Unterkunstsräume haben müsse, erkenne der Herr Kultusminister an. kungsräume haben. n.65 Kultusmin. Abg. Ziesché(Ztr.) vetont gleichsalls vie Notwendigleit des Neubaus für verschiedene Universitäts-Institute in Breslau. Der Titel„Universität Halle“ wird ohne erhebliche Debatte bewilligt. Das Haus vertagt sich. Näclste Sitzung: Donnerstag, 11 Uhr.(Fortsetzung der heutigen Beratung: Universitäten, höhere Lehranstalten. Schluß 5 Uhr. Polikische urversicht. Vom Kaiserhof. Koburg, 10. April. Die Kaiserin mit der Prinzessin Viktoria treffen, aus Berlin kommend, am 17. April, 8 Uhr morgens, hier ein; der Kaiser dürfte etwa zwei Stunden später von Bückeburg ankommen. Der Aufenthalt währt bis zum 27. April, an diesem Tage fährt der Kaiser nach Straßburg. — Die Schuldenlast des Deutschen Reiches belief sich am Schlusse des Rechnungsjahres 1905 auf insgesamt 4013 500000 Mark und an verzinslicher Schuld auf 9543 500000 Mark, an unverzinslicher Schuld auf 470000000 Mark. Gegenüber dem Rechnungsabschluß des Jahres 1904 ist die Reichsschuld um 260000000 M. gewachsen. Auer F. Berlin, 10. April. Der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Ignaz Auer, Vertreter des Wahlkreises Merane in Sachsen, der schon seit längerer Zeit leidend ist, hatte gestern einen Schlaganfall erlitten, der zu einer linksseitigen Lähmung führte und haute morgen seinem Leben ein Ziel gesetzt hat. Auer, der vor einem Jahr seinen 60. Geburtstag gefeiert hat, ist von Haus aus Sattler, und hat sich sein: sozialistische Sporen in den sechziger Jahren im demokratischen Arbeiterunterstützungsverein zu Passau verdient. Die Konferenz im Haag. London, 10. April. Campbell=Baunermann bleibt auf der Rückreise von Cannes einige Tage in Paris. Wie hier vermutet wird, um sich über die Haltung der französischen Regierung auf der Haager Konferenz 1 persönlich zu vergewissern. Inzwischen wird man in London über den Vorschlag, den Campbell Bannermann der Konserenz vorlegen will, unruhig und spricht von der Gefahr, die das Land läuft, wenn ihn die Konserenz nicht zur Diskussion stellt. London, 10. April. Die„Daily Mail“ benntzt eine Meldung ihres Berliner Berichterstatters, daß Deutschland zwei Schlachtschiffe, besser und größer als die „Dreadnought“, baue, um zwei Fliegen mit eine Klappe zu schlagen. Das Blatt wischt Deutschland eins aus, indem es diesen Bau als die deutsche Antwort auf den Abrüstungsantrag darstellt, und der 9 gierung, indem es diesen Antrag als„großen politischen Fehler der Friedensnarren“ erklärt. und Umg bung. Schwerte, den 11. April. **(Der westfälische Zonentag des deutschen Gastwirteverbandes) findet am 30. Apr. in Dortmund statt. Bei dieser Gelegenheit besuchen die Teilnehmer on große Provinzial=Ausstellung für Hotel= und, le rationsbetrieb, verbunden mit Kochkunst und Eeiksernährung auf dem Fredenbaum. Die große Ausste ungshalle geht ihrer Fertigstellung entgegen. Imlaufe dieser Woche treffen schon d. ersten Ausstellungsobjekte ein. Die Eröffnung findet am Samstag, den 27. April mittags 12 Uhr in Gegenwart des Oberpräsidenten Frhr. v. d. Recke statt. *(Auf den Klavierabend) des Satonpianisten Engen Norbert aus Wien, der heute im oberen Saa des Hotels Kaiserhof stattfindet, wollen wir hiermit nochmals hinweisen. Der Abend beginnt 8,30 Uhr, das Eintrittsgeld beträgt 1 Mk. Aus den uns über das Spiel des Herrn Norbert vorliegenden Urteilen heben wir folgendes hervor:„Der Künstler fesselt durch die ungemein feine Wiedergabe der Kompositionen, seltenes Beherrschen der Töne usw.“—„Es war keine Virtuosenseistnug im gebräuchlichen Sinne, was wir gestern zu hören bekamen, aber umso herzergreifender. —„Herr Norbert präsentiert sich als Salonpiänist und als solcher erfüllt er seine Aufgabe voll und ganz. Er weiß dem Instrument Töne zu entlocken, die es vergessen lassen usw., er spielt nicht, nein, er singt mit seinem Instrument.“— Das Programm enthält u. a. Großer Kriegsmarsch„Rienzi“ von Wagner, Transkription über Elsa's Brautzug in„Lohengrin“ von Liszt, außerdem die prächtigen Gavotten„Frauenlist“ von Czibulka und„Lautenschlägerin“ von Komzak, außerdem Kompositionen von Mascagni, Durand, Moszkowski, Leoncavallo, Rubinstein, Delibes und Hellmund. Abend verspricht also interessant und genußreich zu werden, sodaß ein Besuch jedem Musikfreunde zu em38 Gewerbegericht.) Den Vorsitz führte Herr Amtmann Leonhard, als Beisitzer waren hinzugezogen die Herren Göbel und Bitter aus Barop. Wegen eines Restlohnes von 54,39 Mk. klagte der Steinhau#t untoinio Polla gegen den Bruchmeister Maßhöfer z Westhofen. Kläger hatte sich pro Stunde 6 Pfg. Lohn mehr berechnet, als vereinbart, auch soll er eine Akkordarbeit minderwertig abgeliefert haben. Parteien einigten sich auf 50 Mk., die der Kläger binnen drei Tagen sich holen kann.— Der Rollfuhrkutscher Kerale las klagt gegen den Fuhrunternehmer Friedru## zu Schwerte wegen eines Restlohnes von 18 Mk. Beklagter hat dieses Geld einbehalten, weil Klager ver schiedene Kollis beschädigt und nicht orzzungsmäßig abgeladen hat. Durch Vergleich erhält Klage####et s8(In brutaler Weise) mißhandelte der Klempner Otto Kl. von hier am 23. Dezember vor. Irs. beiter Eduard Rademacher; er hatte sich gestern wegen gefährlicher Körperverletzung vor der Hagener Strafkammer zu verantworten. Bei den Vozemöche, Arnzger klagten wohnke im vorigen Jahr gage ga Miete. Als letzterer nun am genannten Lage dei dem alten Herrn Kl. seine Wohnung kündigte, weil das Wasser an den Wänden herunterlief und ihm im Keller die Kartoffel fortschwammen, schien der Angeklagte damit nicht einverstanden zu sein, denn er empfing den Abends heimkehrenden Rademacher mit dem Messer und brachte ihm eine Reihe schwerer Verletzungen am Kopfe bei. Blutüberströmt begab sich der Verletzte zunächst zum Heilgehilfen, um sich verbinden zu lassen, und dann am nächsten Tage in ärztlich: Behandlung. Der Staatsanwalt beantragte mit Rücksicht auf die rohe Handlung, die ohne jeden Grund von dem Angeklagten begangen worden ist, 1 Jahr Gefängnis. Das Gericht erkannte auf vier Monate Gesängnis. §§(Ein teures Huhn.) Die vielsach vorbestrafte Ehefrau Ottilie G. von hier stahl am 18. August vor. Irs. der Ehefrau Gimbach ein Huhn und verkaufte es. Die Hagener Strafkammer, vor der sich die unverbesserliche Diebin zu verantworten hatte, erkannte auf vier Monate Gefängnis. *;(Gewerbegericht.) Herr Schlosser Richard hierselbst ist nicht, wie vor einiger Zeit gemaldet wurde, mit seiner Klage gegen das Annener Gußstahlwerk abgewiesen worden, er hat vielmehr ein obsiegendes Urteil erlangt und das Werk ist zur Zahlung an ihn verurteilt worden. *.(Ein neues Lotterieschwindelinstitut) hat sich unter der„Firme“ T. Schravesande u. Co. in Arnheim in Holland aufgetan. In gleicher Weise wie die berüchtigten dortigen Firmen F. Haen u. Co. u. Wünschmeyer u. C. bildet diese holländische Firma Spielgesellschaften in der preußischen Klassenlotterie und gibt ihren Mitgliedern die Nummern einer Anzahl von Losen an, an denen sie beteiligt sein sollen, und die angeblich im Depot der Firma bleiben. Die Kriminal= geheimnisvolle Sittlichkeitsverbrechen im St. Gotthardtunnel. Von Hermann Losch(Stuttgart). In der Station Göschenen hat der Schnellzug Stuttgart=Zürich=Mailand einen Aufenthalt von 25 Minuten; dieser reicht gerade hin, um herrnhaften Direktion des tüchtigsten aller wirte Europas, Ernst Zahns, ein guter einzunehmen. Nun sind die Reisenden wieder den Wagen zugeeilt, unterihnen auch ich. Ich hatt: das egeentümliche Ge ihl, daß n. etwas Merkwürdiges bevorstehe. Eben verschwindet be prachtvollem Sonnenschein der Zug im Tunneleingang. In demselben Augenblick zieht mein über, ein Herr, den ich für einen Kaufmann halte, eine hellgelbe dünne Broschüre aus der Tasche seines hinter ihm hängenden Ueberziehers, auf deren Umschlag in fetten Buchstaben die Worte stehen: Das geheimnisvolle Sittlichkeitsverbrechen im Sankt Gotthardtunnel. Als der Herr zu lesen aufing, beobachtete ich unwillkürlich seinen Gesichtsausdruck. Anfangs lag d wohlige Neugier des verdauenden Zeitungslesers auf seinem Antlitz. Plötzlich aber verwandelte sich der Ausdruck in Erstaunen; dann errötete der Mann offensichtlich, blickte mich kurz und scheu an, legte dünne gelbe Heft neben sich und— Zündete„# Bi garre an. Ich verstand das Gebaren meines Reisege nossen nicht ganz. Das Licht reichte vollkommen aus, um lesen zu können, und nun stieß der Mann denklich den Rauch seiner Zigarre in die Luft, ins Leere und ließ das dünne gelbe Heft achllos zur Seite, gerade vor mir, liegen. Ich konnte meine Neugierde nicht mehr länger bezähmen. „Gestatten Sie, daß ich einen Blick in das be# „Bitte sehrl mit dem größten Bergnügen!“ polizei hat uun auf der preußischen Generallotteriedirektion festgestellt, daß die von der Firma ansgegerr nen Nummern sich sämtlich in festen Händen von Selbstspielern befinden, also nicht in Arnheim bei der Firma Schravesande u. Co. sein können. Es muß daher vor dieser Schwindelfirma, die mit Hilfe von Agenten ihre Opfer vorwiegend in Deutschland sucht, gewarnt wenden. *(Krankheitsstatistik.) In der Woche vom 24. bis 30. März wurden im Kreise Hörde gemeldet: Todesfälle durch Krämpfe 11(je 1 in Solde, Schwerte, Aplerbeck, Loh und Eichlinghofen, je 2 in Berghofen, Hombruch und Annens, durch Magen= und Darmentzündung 1 Schwerte, durch Krebs 1 Schanze, durch Gehirnleiden 1 Benninghofen, durch Lungenentzündung 1 Persebeck.— Krankheitsfälle wurden gemeldet: Typhus 4 Höchsten, Kindbettfieber 1 Kirchhörde, Scharlach 12(4 Schwerte, 3 Hombruch, 2 Berghofen, je 1 Aplerbeck, Hörde und Annen), Diphteritis 9(5 Annen, je 1 Berghofermark, Barop, Bittermark und Hombruch), Genickstarre(je 1 Verdachtsfall in Wellinghofen, Hörde und Barop), Granulose 4(2 Hombruch, je 1 Aplerbeckermark und Hörde). (Offene Stellen für Militäranwärter) im Bezirk des 7. Armeekorps. Bochum, Zentralgefängnis, ständiger Hülfsgefangenaufseher, 100 Mk. monatlich Diäten.— Dahlhausen(Ruhr), Amt Linden=Dahlhausen, Verwaltungsassistent, 1200 Mk. Bargehalt. Königl. Eisenbahndirektion Essen, 5 Stationsdiener, zunächst 900 Mk. diätarische Jahresbesoldung.— Köngl. Eisenbahndirektion in Essen, 50 Anwäter für den Bahnwärter= und Weichenstellerdienst, zunächst 800 M. diätarische Jahresbesoldung.— Düsseldorf=Derendorf, Königl. Gefängnis, Lohnschreiber, die monatlicht Vergütung beträgt 75 Mk.— Gerresheim, Polizeiverwaltung, Polizeisergeant, 1200 Mk. und pensionsberechtigte Mietsentschädigung.— Hamm, Oberlandesgericht, 2 Kanzleigehülfen, 6—15 Pfg. die Seite. Rh., Polizeiverwaltung, Polizeisergeant, 1350 Mk. Anfangsgehalt, Kleidergeld.— Minden, Polizeiverwaltung, Schutzmann, 1150 Mk. jährlich, außerdem Kleidergeld.— Mülheim(Ruhr), Stadtverwaltung, einige Bureauassistenten, Anfangsgehlt 1700 Mk. Mit einer, wie mir schien, übertrieben höflichen Handbewegung und einem raschen Blick, der etwas Zerstreutes hatte, reichte er mir das gelbe dünne Büchelchen. Ich nahm es in die Hand und schuug die erste Seite auf. Was las ich da?! Ich zaudere wirklich beinahe es hierherzusetzen. Da ich aber lebhaft überzeugt bin, daß sehr viele Leser und Leserinnen sich für diesen Gegenstand ganz außerordentlich interessieren so muß ich mich überwinden. Ich setze also wenigstens die erste Seite her; sie lautet: Man sollte es wirklich nicht für möglich halten, daß so beängstigend viele, scheinbar den besseren Ständen angehörende Personen sogenannte pikante Lektüre aller wirklich guten und gehaltvollen geistigen Nahrung vorziehen. Für den Fall, daß Sie, o Verehrtester, oder gar Sie, o noch Verehrtere, dieser Schicht des Volkes der Denker angehören sollten, sind Sie diesmal— es tut mir wirklich leid, es kalt aussprechen zu müssen— schmählich hereingefallen. Es hat im Gotthardtunnel noch nie, gar mie, ein Sittlichkeitsverbrechen stattgefunden, vollends nicht ein„geheimnisvol les“: voraussichtlich wird auch dort keines stattfinden, warum? Das werden Sie selbst bei einigem Nachdenken vielleicht herausfinden. Und wenn je etwas derartiges passieren sollte, so würde ich es jedenfalls Ihnen nicht mitteilen. Da ich Sie nun aber vermittelst des ganz ordinären Reiselektürtitels herangegimpelt habe, so möchte ich Ihnen doch noch etwas mitteilen. Sic und noch viele andere,— auch ich, jawohl, Sie haben ganz recht!— wir alle sollten uns eigentlich schämen, unsere schöne und kostbare Zeit mit derlei Zeug zu vergenden, das nur unseren niedersten Trieben auflauert, das uns erröten machen muß, wenn ein wirklich höher und besser empfindender Reisegefährte sei es Mann, sei es Frau, mit uns in demselben Wagenabteil zu sein gezwungen ist. Also— bessern wir uns, so lange wir noch nicht zu tief gesunken sind, und nun——— glückliche Reise nach Airolo! (Aus dem Aprilheft der„Süddeutschen Monatshefte“.) Sterkrade, Bürgermeisteramt, Polizeiwachtmeister, ledige 1650, verheiratete 1950 Mk. Villigst, 10. April.(Zum Vikar) der Filialgemeinde Nachrodt bei Letmathe wurde Herr Semmar= priester Knostmann von hier, der am 2. Ostertage in Schwerte seine Primiz feierte, ernannt. K. Ergste, 11. April.(Ihre silberne Hochzeit) feiern am kommenden Sonntag, den 14. April, die Eheleute Ackergehilfe Heinr. Gerhold und Frau Emma geb. Wiedenbruch.— Wir bringen dem Jubelpaare unsere herzlichsten Glückwünsche dar. ** Westhofen, 10. April.(Versuchter Einbruchsdiebstahl.) Diebe versuchten in vergangener Nacht in das Ladenlokal des Uhrmachers M. hier einzubrechen. Sie hatten bereits draußen die Jalousie des Schaufensters hochgehoben und beleuchteten das Fenster mittels einer elektrischen Lampe, um die vorhandenen Warenbestände genauer zu besichtigen. Durch das Geräusch wurde M. aus dem Schlafe geweckt, worauf d. Diebe unter Zurücklassung eines ziemlich dicken Steines, mit welchem sie wahrscheinlich das Feuster eingeschlagen hätten, das Weite suchten. Berghofen, 10. April.(Einführung.) Gestern wurde durch den Kgl. Ortsschulinspektor Herrn Pfarrer Baake die Lehrerin Fräulein Schneider aus Schwert. im Beisein des Lehrerkollegiums in ihr Amt als Lehrerin der 1. Mädchenschule eingeführt. Berghosen, 10. April.(Bestrafte Ausschreitungen.) Die Gebrüder Ludwig und Karl Burgermeister von hier hatten am 12. November vor. Irs. eine„Extratour“ nach Apserbeck gemacht und verweilten in der Wirtschaft des Herrn Roos. Da sie sich nicht so benahmen, wie es sich für ordentliche Gäste geziemt, verbot ihnen der Wirt das Lokal, da sie nicht gingen, wurden beide aus dem Lokal gedrängt. Dabei zog Karl Burgermeister den Wirt mit aus dem Lokal und versetzte ihm vor der Tür mehrere Schläge mit einem Schanpsglase an den Kopf, auch Frau Roos, die ihrem Manne helfen wollte, wurde von dem rohen Menschen mißhandelt. Karl Burgeremister benahm sich übrigens wie ein Rasender, er rannte in seiner Wut mit dem Kopfe durch die Fensterscheiben und verletzte sich auch an den Händen durch Glassplitter. Herr Gendarmeriewachtmeister Schade erschien schließlich und machte dem rohen Treiben ein Ende. Die Strafkammer zu Dortmund verurteilte heute Karl Burgermeister wegen Mißhandlung. Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch zu fünf Monaten Gefängnis, während Ludwig mit einer Gefängnisstrafe von sechs Wochen davonkam. Westfalen und Rheinland. * Arnsberg, 10. April. Der Herr Regierungspräsident von Coeks tritt mit dem heutigen Tage einen längeren Erholungsurlaub an. Sein Stellvertreter ist Herr Oberregierungsrat Kretschmann. * Bochum, 10. April.(Von dem Automobil) des Direktors Breusig in Bochum wurde der geistig beschränkte und schwerhörige Bergmann Michaal Sumann gestern nacht überfahren und sofort getötet. * Wattenscheid, 10. April.(Jäh ans dem Leben geerissen) wurde das dreijährige Söhnchen der Eheleute Adloff von der Johannisstraße hierselbst. Der Junge war munter in der Stube am Spielen, als er plötzlich mit einem Aufschrei zusammenbrach. Der hinzugerufene Arzt konnte nur den Tod des Kleinen infolge eines Herzschlages konstatieren. * Recklinghausen, 10. April. Im benachbarten Erkenschwick riß ein einjähriges Kind die Kaffeekanne vom Tisch, durch deren Inhalt das Kind so verbrüht wurde, daß es seinen Brandwunden erlag. Soest i. W., 10 April. Die hiesige Glashütte hat bis auf weiteres ihren Betrieb einstellen müssen, da es ihr an geübten Glasmachern mangelt. Der Hütte fehlt es an Arbeiterwohnungen in der Nähe des Werkes, weshalb es nicht möglich gewesen ist, einen genügenden Arbeiterstamm zu erhalten. * Münster, 10. April. Heute morgen entgleiste auf der Strecke Altenberge=Münster, etwa 10 Minuten vor dem Bahnhof Altenberge an einer Wegekreuzung der 7 Uhr 18 Min. von Münster abgehende Personenzug Münster=Gronau. Die Lokomotive ist ganz aus dem Gleise gesprungen, ist in ein Bahnwärterhäuschen hineingefahren und hat dieses vollständig zertrümmert. Der Packwagen ist umgefallen und liegt auf dem Gleise. Gleich hinter ihm ist ein Personenwagen 2. Klasse aus dem Gleise gesprungen und steht jetzt quer auf dem Gleise. Außer diesen ist noch der nächste Wagen mit Abteilen 3. Klasse entgleist. Drei Wagen sind noch auf dem Gleise geblieben. Die Schienen sind wie Strohhalme geknickt und mehrere hundert Meter weit vom Eisenbahndamm heruntergerutscht. Das Gleise war auf dieser Strecke inder letzten Zeit erneuert worden. Verschiedene Personen wurden leicht verletzt. Der Materialschaden scheint nicht bedeutend zu sein, doch ist das Gleise immer noch gesperrt. Der Verkehr wird durch Umsteigen an der Unfallstelle aufrecht erhalten. * Elberfeld, 10. April.(Furchtbarer Sturz in die Tiefe.) Gestern abend gegen 8 Uhr stürzte eine 17 Jahre alte Dienstmagd von der 4. Etage eines Hauses im Island durch einen Lichtschacht und wurde unten besinnungslos aufgesunden. Die Unglückliche wurde in das städtische Krankenhaus geschafft. * Eschweiler, 10. April. Der sechsjährige Sohn des Herrn Theodor Stammen zu Pumpe, der gestern in der Nähe eines Teiches Blumen pflückte, ist dabei ins Wasser gefallen und ertrunken. * Düren, 10. April.(Rol,: Tat.) Der Tagelöhner Joseph Moersch von hier eißhandelte in seiner Wohnung den Pliesterer Heimbai so schwer, daß letzterer im Krankenhause alsbald, in einer Schädelverletzung gestorben ist, ohne das B wußtsein wieder erlangt zu haben. Moersch hate ihn so heftig gegen eine Mauer geworfen, daß er einen Schädelbruch erlitt. Der Verstorbene war Vater von sieben iKndern. * Krefeld, 10. April.[Der Rheinhafen Kre feld) hat eine rasche Entwicklung zu verzeichnen. In der Zeit etwa eines halben Jahres wurden vier großgewerbliche Unternehmen gewonnen, so eine Fabrik seuerfester Steine, ein Sägewerk, eine Roggenmühle und neuerdings eine große Weizenmühle. Letzter: wird von der Firma Julius Gottschalk in Hilden bei Düsseldorf erbaut werden auf einem Gelände mit einer eigenen Userfront von 140 Meter Länge. Velbert, 10. April.(Ein Ueberfall) wurde am Sonntag morgen in Hefel verübt. Die Tochter des Lehrers D. aus Rottberg war auf dem Wege nach bert begriffen, um dem Frühgottesdienste beiwohnen zu können. Von hinten nahte sich dem Mädchen plötzlich ein Mann und suchte es zu vergewaltigen. Das Mädchen bot dem Wegelagerer seine Börse an, in der sich 25 Mark befanden. Nach dieser Beute gab er das Mädchen frei und flüchtete. Hier eingglaufenen Nachrichten zufolge scheint man den mutmaßlichen Täter gefaßt zu haben. In Hefel, das 20 Minuten von Velbert im Tale liegt, haben sich in letzter Zeit die Ueberfälle in beinahe erschreckendem Maße vermehrt. * Essen, 10. April.(Wegen Einbruchsdiebstahls) hatten sich heute der Metzgergeselle Peter Mersch und der Bureaugehilfe Hermann Nagel, beide aus Essen, vor der Strafkammer z u verantworten. Um sich Geld für die Fastnachttage zu verschaffen, hatten beide in Gemeinschaft mit einem noch nicht festa nommenen Manne namens Schubert dem hiesigen Fuhrunternehmer Kraft drei Pferd: im Werte von Mark aus dem Stall geholt, die sie in Oberhausen und Diuslaten zu verkaufen suchten, wobei sie jedoch Verdacht erregten und mit Ausnahme des Schubert, der sich rechtzeitig aus dem Staube machte, festgenommen wurden. Das Gericht verurteilte Nagel zu zeihn Monaten Gefängnis und den bereits vorbestraften Mersch zu zwei Jahren sechs Monaten Zuchthaus. * Köln, 10. April.(Der Rechtsanwalt A fred Sauer) hat, wie jetzt bekannt wird, auf grauenhafte Weise Selbstmord verübt. Er war auch großer Kaliindustrieller und weilte wegen hochgrodiger Nervosität seit einiger Zeit in einer Kaltwasserheilanstalt in Bad Nassau zur Kur. Gelegentlich eines Spazierganges ließ sich Sauer an der Eisenbahnbrücke von einer Lokomotive überfahren, sodaß auf der Stelle der Tod eintrat; dem Unglücklichen wurde der Kopf vollständig vom Rumpfe getrennt. In seinem Besitze befand sich eine größere Barsumme. Das Motiv zu der Tat ist anscheinend in einem Anfalle geistiger Umnachtung zu suchen. * Trier, 10. April. Ein mit Steinen schwer beladener Kahn ist in der Mosel gekenvert. Die zwei Insassen sind ertrunken. ihrer Orgauisation; 3. in Zeiten friedlicher Verhältnisse im Hamburger Hafen ist jede Warnung vor Zuzug und die Belästigung Zuziehender zu unterlassen; 4. die Schauerleute stimmen der Einführung des Schichtwechsels zu, falls solche nach Rücksprache mit den übrigen Instanzen zur Einführung kommen sollen. Die Wünsche der Schauerleute über die Schichteinteilung ollen in einer gemeinsamen Sitzung beraten und auch möglichst berücksichtigt werden. Solte der Schichtwechsel nicht eingeführt werden, wird für Nachtarbeit der Lohnsatz gezahlt, der nach Einführung derselben vorgesehen ist, d. h. pro Stunde 1 Mark, und zwar an alle Schauerleute, die zur Nachtarbeit hinzugezogen werden, gleichviel, welche Arbeit sie verrichten. Zur Weiterführung der bezüglichen Verhandlungen ist eine Kommission von drei Mitgliedern bestimmt. Durchgegangener Genosse. Bremen, 10. April. Der Kassierer des sozialdemokratischen Arbeitervereins in Nordenham, Hahnsnecher, Vorsitzender der dortigen sozialdemokratischen Partei, ist unter Mitnahme sämtlicher Verbandsgelder flüchtig geworden. Auch eine Anzahl schwerer Wechselfälschungen mit Namen von Parteigenossen ist festgestellt. Der flüchtige Genosse hat sich nach Holland begeben. Stiftung. Worms, 11. April. Der Reichstagsabgeordnete die Zusammenkunft der Monarchen aus offener See stattgefunden, auch sei die Abreise des Königs Alsons von Madrid nach Cartagena zwei Stunden später erfolgt, als man geplant hatte.„ Cartagena, 10. April. Die Jacht„Vutoria und Albert“ mit dem König von England an Bord ist heute vormittag in See gegangen. Cartagena, 10. April. Das englische Geschwader lichtete gestern früh vier Uhr die Anker von Cartagena. König Alfons und die übrigen hier weilenden Mitglieder der spanischen Königsfamilie traten heute vormittag die Rückreise nach Madrid an. Vermischtes. Kleine Chronik. Kassel, 10. April. Im hiesigen Diakonissenhause starb im Alter von 34 Jahren eine Schwester, die seit zehn Jahren ohne Arme und Beine war und außerdem noch vielfach operiert werden mußte. Sie lag auf der Kinderstation des Krankenhauses, deren Sonnenschein sie bildete. Mit einem Heldenmut und einer Seelengröße ohnegleichen trug sie ihr schweres Los. Lette, 9. April. Eine Frau, die vom Kloster Maria Venn, wo sie gebeichtet hatte, zurückkehrte, wurde unterwegs von einem Unbekannten angefallen, und, als sie sich wehrte, durch Messerstiche am Hals und am Ange verletzt, dabei schnitt ihr der Unhold einen Finger ab. Als auf das Hilfegeschrei der Frau Leute herbeieilten, floh der Täter unerkannt. Karlsruhe, 10. April. Heute früh ging die Frau eines Buchbinders in einem Anfall von Geistesstörung in den Keller, begoß sich mit Petroleum und zündete sich an, wodurch sie so schwere Brandwunden davontrug, daß sie nach zwei Stunden starb. Dresden, 9. April. Der vom Dresdener Schwurgericht wegen Mordes, Raubmordversuchs und Sittlichkeitsverbechen zum Tode und 15 Jahren Zuchthaus veruteilte Arbeiter Hugo Schilling, der Schrecken der Sächsischen Schweiz, hat auf Gnade verzichtet und den Verteidiger gebeten, von der Einreichung eines Gnadengesuches an den König abzusehen, nachdem er schon vorher auf das Rechtsmittel der Revision verzichtet hatte. Das Todesurteil ist demnach rechtskräftig geworden. Brünn, 9. April. In der Gemeinde Eisenschütz wurde machts in das Wohnhaus eines gewissen Marha eine Dynamitbombe geworfen, wobei über 50 Fensterscheiben zertrümmert wurden. Personen wurden jedoch nicht verletzt. Der Täter konnte noch nicht ermittelt werden. Die Polizei glaubt, daß es sich um einen Racheakt gegen den Bürgermeister handelt. Newyork, 10. April. Carnegie hat, wie aus Pittsburg gemeldet wird, ein Geschenk von vier Millionen Dollar angekündigt, deren Zinsen dazu bestimmt sind, dem Carnegie=Institut größere Ausgaben zu ermöglichen. Die Stiftungen Carnegies für das Institut belaufen sich auf 23.600 000 Dollar. Im ganzen hat Carnegie bisher für öffentliche Zwecke 150 Millionen Dollar gespendet. Sehle Trahlmetbungen. Einigungsverhandlungen im Hamburger Hafen. Hamburg, 11. April. Auf einer gestern nachmittag veranstalteten, sehr stark besuchten Versammlung der ausgesperrten Schauerleute gelangte nach längerer Diskussion eine Resolution zur Annahme, in welcher erklärt wird, daß die Versammelten bedauern, den Vorschlägen des Hafenbetriebsvereins nicht beipflichten zu können und daher folgende Gegenvorschläge machen: 1. die deutschen Arbeiter werden, soweit sie zur Ausführung von Arbeiten notwendig sind, hierbehalten, die fremden ausländischen Arbeiter möglichst schnell, spätestens aber 14 Tage nach Aufhebung der Aussperrung abgeschoben; dagegen übernehmen die hiesigen Arbeiter durch ihre Organisationen folgende Verpflichtungen: 2. Zusammenarbeiten mit Nichtangehörigen Frhr. Heyl zu Herrnsheim stiftete anläßlich der Hochzeit seines ältesten Sohnes mit einer Prinzessin Isen burg und Büsingen=der Stadt Worms, deren Ehren bürger er ist, eine Summe von 300000 Mark zum Zweck der Errichtung eines städtischen Gesellschaftshauses mit der Verpflichtung, dreimal im Jahr: Volksvorlesungen in demselben zu veranstalten. Wieder ein„Flieger“ Straßburg, 11. April. Ein sozialistisches Schieds gericht unter Vorsitz des badischen Abgeordneten Eichhorn verkündete einstimmig den Ausschluß des früheven Straßburger Parteisekretärs Ludwig Strauß aus der Partei. Strauß sei in der Reichstagswahlbewegung entgegen der Parteiparole für den Demokraten Blumenthal eingetreten. Die schwarzen Pocken. Erfurt, 11. April. Im benachbarten Wandersleben sind in zwei polnischen Arbeiterfamilien die schwarzen Pocken ausgebrochen. Zwei Kinder und zwei Frauen wurden ins Erfurter Krankenhaus isoliert. Zahlreiche Schutzimpfungen wurden vorgenommen. Bau=Unfall. Mannheim, 10. August. Bei einem Neubau brach gestern nachmittag, als man damit beschäftigt war, eine drei Zentner schwere Balkonplatte in der Höhe des dritten Stockwerks zu befestigen, das Gerüst ein. Die Platte stürzte in die Tiefe und riß vier Arbeiter mit sich. Alle vier wurden schwerverletzt dem Krankehause zugeführt. Pfarrer Gaisert aus Gündelwangen. Karlsruhe, 10. Avril. Der Pfarrer Gaisert aus Gündlewangen, welcher zurzeit seine Gefängnisstrafe absitzt, hat an seine Gemeinde aus dem Gefängnis einen Brief gerichtet, in welchem er bittet, von einem bei seiner Rückkehr ihm zugedachten Empfang abzusehen, bis er in einem Wiederaufnahmeverfahren sein ihm widerfahrenes Unrecht nachgewiesen habe. Der Pfarrer erklärt, daß er mit Genehmigung der bischöflichen Behörde in seine Amtstätigkeit zurückkehren werde. Eine Reihe neuer Gesuche um vollständige Begnadigung wird von Laien und Geistlichen der Diözese an den Großherzog vorbereitet. Schwere Meuterei an Bord eines russischen Panzers. Petersburg, 10. April. Auf dem russischen Kriegsschiff„Zäsarewitsch“, welches zum Besuch im Kieler Hafen weilte, brach, lant Blättermeldungen, auf der Fahrt Petersburg=Kiel eine schwere Menterei aus. Die Matrosen verweigerten den Gehorsam, mißhandelten die Offiziere und bedrohten den Kommandanten mit dem Tode. Die Schiffskasse wurde geplündert und die Bilder des Zaren besudelt Ein Teil der Meuterer flüchtete bei Bornholm in Booten, der Rest wurde an der dänischen Küste verhaftet. Der Vorfall hat außerordentliches Aufsehen hervorgernfen. Aus Rußland. Warschau, 10. April. Hier kam es zwischen Militärpätrouillen, die eine Volksversammlung zerstreuen wollten und Passanten zu einem Zusammenstoß, wobei mehrere Personen getötet wurden.— Bei einem Ueberfall auf einen Monopolladen wurden zwei Personen erschossen. Lodz, 10. April. In der Vorstadt Bluty wurden heute zwei Bomben geworfen. Menschen kamen dabei nicht zu Schaden. Ferner wurden heute drei Juden ermordet und zwei verwundet. Ausstandsfurcht in Paris. Paris, 11. April. In Regierungskreisen glaubt man nicht daran, daß es zu einem ernsthaften Ausstande der Arbeiter der Nahrungsmittelbranche kommen werde; doch werden für heute alle Vorsichtsmaßregeln getroffen. Alle Truppen der Garnison werden konsiguiert. Etwa 40 Stellen der Stadt sollen militärisch besetzt werden. Die Garde republique und die Polizei sollen überall für Anfrechterhaltung des ungestörten Verkehrs und die Ruhe in den Straßen sorgen. Uebrigens erklärt der Sekretär der Förderation Du Travail Bousquet im„Temps“, er wolle keinerlei gewaltsames Vorgehen veranlassen; es handle sich nur darum, die Durchführung des wöchentlichen Ruhetages zu erreichen. Schweres Brandunglück. Lissabon, 10. April. In einem von 18 Parteien bewohnten Hause in der Nähe des Kolonialmarktes brach letzte Nacht Großfener aus. Viele Personen, darunter eine Anzahl Kinder, sind in den Flammen umgekommen bezw. verletzt. Die Mehrzahl der Opfer hatte im vierten und fünften Stock gewohnt. Die Zusammenkunft in Cartagena. Paris 10. April. Das Blatt„Patric“ bestätigt in einem Telegramm aus Madrid das Gerücht, wonach ein anarchistisches Komplott gegen König Eduard und König Alfons geplant gewesen sei. Infolgedessen habe (Etwas für abergläubische Leute.) Die Zahl 19 war für die in Heiligenhafen verstorbene Frau H. merkwürdig bedeutungsvoll. Drei ihrer Kinder starben am 19. Januar, und der Tod ihres vierten Kindes wurde ihr am 19. Januar aus China gemeldet. Ihr Mann ertrank am 19. Januar. Am 19. Januar hatte Frau A. Geburtstag, am 19. März starb ihr Bruder und am Abend des gleichen Tages sie selbst. *(Die neueste Modctorheit— für Herren.) Die Männer, die sich so gern das stärkere Geschlecht und die Herren der Schöpfung nennen lassen, behalten immer weniger Recht, über die Willfährigkeit der Frauen zu spotten, die sich gehorsam jedem neuen Zwang der Mode fügen, ohne ihn auf seine Zweckmäßigkeit und seine ästhetische Berechtigung hin zu prüfen. Auch uns b ringt die Mode in jedem Jahre etwas anderes. Mal muß die Hutkrempe hoch und geschweift, dann muß sie, wie jetzt, gradlinig und schwach sein, früher war der Rockausschnitt so hoch, daß er kaum die Kravatte sehen ließ, jetzt ist er so tief, daß man die Weste in all ihrer Schönheit bewundern kann, noch vor wenigen Jahren trug man die Stiefel nach englischem Muster vorn abgerundet, gegenwärtig ist der spitze Herrenschuh wieder modern. Das alles läßt sich schließlich noch hinnehmen, denn wenn unser Bekleidungskünstler nicht ihre Vorschriften zu jedem Winter und jedem Sommer wechselten, würde ihr Geschäft nicht blühen, und sie wollen eben auch leben. Was soll man aber von jenen äußeren Mätzchen sagen,— der Berliner nennt sie zutreffend„Fatzkereien“— denen auch die leiseste Spur von irgend welchem Sinn und Verstand fehlt und die trotzdem wie eine Epidemie um sich greifen in den Kreisen derer, deren höchster Ehrgeiz es ist, jeder Laune der Mode sklavisch zu folgen! Einst war es Brauch, die Beinkleider aufzukrempeln, selbst beim schönstem Weter, auf dem trockensten Straßenpflaster. Das neueste aber ist, daß man die Handschuhe nicht zuknöpft, sondern umschlägt, so daß das Futter der unteren Hälfte sichtbar ist und das Handgelenk unbedeckt bleibt. In Paris macht diese Mode gegenwärtig Furore und wir können daher erwarten, sie bald auch bei uns importiert zu sehen. Sie ist wie ein gemeinsames Freimauverzeichen für die junge Lebewelt, die etwas auf sich hält. Es ist über Nacht altväterisch, philisterhaft, spießbürgerlich geworden, den Handschuh ganz überzustreifen und Knöpfe und Knopflöcher ihrer Bestimmung gemäß zu verwenden, ob es sich nun um den Straßenhandschuh oder um den weißen Handschuh zur Abendtoilette handelt. Was mag sich der Erfinder dieser Mode wohl dabei gedacht haben? Die Antwort ist nicht leicht zu finden, aber wahrscheinlich dachte er sich ebenso wenig dabei wie seine Nachahmer,— die sich ja zumeist aus den Kreisen derer rekrutieren, die das Denken als eine ziemlich überflüssige menschliche Nebenbeschäftigung anzusehen gewohnt sind. Marktpreise. Schwerte, 10 April.(Wochenmarkt.) Kartoffel 50 Kg. 3,50 Mk., Butter pro Pfd. 1,20—1,10 Mk., Eier 15—16 Stück 1 Mark. Essen, 10. April. Produktenbörse(Nicht amtlich.) Weizen, inl. 18,25—19,00, dto. fremder 19,75—20,50 Mk., Roggen, inl. 16,50—17,25, dto. fremder 18,50—19,50 M., Hafer, fremder 18,75—20,50 Mk., Buchweizen 20,00— 20,75, Futtergerste 14,50—15 75, Mais 14,50—15,50 Mk., Weizenvorschuß 24,75—25,25, Roggenvorschuß 24,25— 24,75, Weizenkleie(mit Sack) 11,25—11,75 Mk. Alles per 100 Kg. frachtparität Essen ohne Sack bei Abnahme von Doppelladungen mit Ausnahme von Kleie, die mit Sack gehandelt wird. Neuß, 10. April. Fruchtmarkt. Weizen, prima 18,70, zweite Sorte 17,70 Mk., Roggen, prima 17,00, zweite Sorte 16,00 Mk., Hafer, prima 17,80, zweite Sorte 17,30 Mk. für 100 Kg. Kleien 6,00 Mk. für 50 Kg. Köln, 10. April. Rüböl(in Posten von 5000 Kg.) 71,00 B., Mai 68,00 B. 67,50 G., Okt. 65,00 B. 64,50 G. Fruchtmarkt. Heu 5,10—7,00, Maschinenstroh(Roggen) 4,80, Richtstroh(Flegeldrusch) 5,30, Krummstroh sid öbtark. 588 gebunden ist durch Trunksucht und sich und anWer dere in größerem oder geringerem Maße schädigt an Leib und Seele, Wen sich zu schützen sucht vor den Gefahren des Alkohols, durch Gebet und Arbeit mithelfen möchte, daß arme in Trinksitten und Trunksucht Gebundene gerettet werden, möge sich einfinden in der Blau=Kreuzstunde des Schwerter Blau-Kreuzvereins jeden Sonntag, vormittags 8 Uhr im Lokal der Stadtmission Kußtroße Nr. 7. Suche für bald ein Dienstmädchen in kinderlosen Hauhalt. 1550 Frau Karl Luhn, Adler=Drogerie, Barmen=Laugerfeld. 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April 1904 veröffentlichten Orisstatuts für die gewerbliche Fortbildungsschule vom 10 März 1904 bekannt gemacht Nach§ 1 des Ortsstatuts betr. die gewerbliche Fortbildun ns##ule in Schweite sind alle im Bezirke der Stadt Schweite wohntaften oder dort nicht blos vorübergehend beschiftigten gewerblichen Arbeiter(Gsesen, Gehilfen, Lehrlin e, Fabr karbeiter, letztere soweit si in einer beso nderen Abtettung des Frhrikbetriebes handwerksmäßig beschättigt werden:) sowie Handlungsgehlfen und=Lehrlinge verpflschiet, die hierselbst errichtete öffentliche gewerbliche Fortbildungsschile an den vom festgesetzten Tagen und Stunden zu besichen und an dem Unterichte teilzunehmen. Die Schilpflicht endigt mit dem Schlusse desjenigen Schuljihres, in welchem die Srüer das 17. Lebensjahr voll uden. Der Untericht beginnt am Dienstag, den 16. April 1907 7 Uhr abends in der Schule Die zum Besuche der Fortbüdungsschule Verpflichteten hab n sich am Dienstag, den 16. oder Donnerstag. den 18. April abends 7 Uhr n der 1. Knabenklasse der Schule an der Kuhstraße zur Aufnahme zu melden und daselbst die Schulzeu misse vo zulegen. Diejenigen, welche ohne ausreichende Entschuldigeng den Unterricht versäumen, werden nach § 156 der Gewerbe=Ordrung mit einer Geldstrafe bis zu 20 Maik oder mit Haft bis zu 3 Tagen bestraft, eine gleiche Strafe trisst die Arbeitg ber, sowie die Eltein und Vormünder, wlche schulpflichtige Lehrlinge, Gesellen usv. von dim Besuche der Fortbildungsschule abhalten. Schwerte, den 4 Aptil 1907. Der Magistrat. Die an Stelle der Zeichenhefte bei den hiesigen Volksschulen neu eingeführten Leienehleree und BISURS sind soeben eingetroffen. Carl Braus, Schwerte-Ruhr. Schlachtviehpreise nach Levendgewicht. Auf Grund amtlicher Marktberichte zusammengestellt und nach eigenen telegraphischen Berichten bearbeitet von der Centralstelle für Viehverwertung der Preußischen Landwirtschaftskammern Berlin W., Köthenerstraße 28/29. H Stenographie! am X K K =„„ Wir eronnen &* Dienstag, den 16. April, abends 8½ Uhr, im Vereinslokale C Klempt(A. Michel) * einen neuen Unterrichtskursus EmniK X * K X * ∆ in der Vereinfachten Deutschen Stenographi gung-System Sto ze-Schrey. * Honorar inct. Lehrmittet Mk. 6.—. * Anmeldungen werden vom Vorstande und im Vereinslokale entgegengenommen. 1594 P K Stenographische Gesellschaft 24 K„Stolze-Schrey“. 24 K a verzinkte vier- u. sechseckige Gelechte, Verzialte Brähte in allen Stärten, Verstanttr Bladelbraht und Krampen, sowie sämtliche Fruhjahrsgerate empfehlen in großer Auswahl zu billigsten Preisen Grorüöre Hader, Tchwerkt. Waschen Sie Stroh und = Basthüte nur mit SLTUSIH Gesetzlich geschützt. Preis 25 Pfennig. Der Hut wird in wenigen Minuten vollkommen sauber, trocktet schnell und erscheint wie neu. Strobin greitt das Gewebe des Hutes nicht an u macht es nicht hart. Giftfrei. Ein Versuch überzeugt. Unschädlich. Man kann dem Hut nach dem Waschen jede gewünschte Form geben. 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Wöchentliche Gratig-Beilage:„Illustrierter Familientreund." o o 0 O O O O O O O O O 9 0 Anzeigenpreis: Die sechsgespaltene Petistzeile oder deren Raum 10 PI., Anzeigen von auswärts 1S Pf., Reklamezeile 40 Pf. Erstes und ältestes Tagesorgan des Kreises. Haupt=Annoncenblatt. Alle Kreis- und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Rreie Hörde erlangen gemäss Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröftentlichung in der„Schwerter Zeitung“ rechtsverbindliche Kraft. e 0 c OOOOOOSSSS· Druck u. Verlag von Zarl Braus. Schwerte. Fernsprech-Auschlus: Dr. 62 Amt Schwerte. Celegr.=Adresse Braus. Schwerte-Rubr. e 85 Jahreswende im Felde. Gefechtsschilderungen aus Südwestafrika. Die neueste Nummer des„Militär=Wochenblatts“ enthält neue Schilderungen vom südwestafrikanischen Kriegsschauplatz, die uns wieder einmal die großen Schwierigkeiten der Kriegsführung in Südwest und die furchtbaren Strapazen und Leiden, die unsere Soldaten auf heißem Boden durchzumachen hatten, anschautlich vor Augen führen. Diesmal erzählt ein junger Offizier der Abteilung Meister seine Erlebnisse in den Gefechten von Stamprietfontein und Gr.=Nabas, die zu den schwersten während des Aufstandes gehören. Ende Dezember 1904 hatte Oberst von Deimling ein konzentrisches Vorgehen der Abteilungen Meister von Kalkfontein, Ritter von Gibeon und Lengerke von Poes aus angeordnet. Ihr gemeinsames Marschziel, das am 4. Januar 1905 erreicht werden sollte, war Gochas, wo die Hauptkräfte der Witbois unter Führung Hendriks und Stürmanns sowie die Simon=Kopper=Leute vermutet wurden. Durch einen gleichzeitigen Angriff sollten die drei Abteilungen die Unterwerfung der Hottentotten erzwingen. Doch kam es anders. „Am 31. Dezember, 4 Uhr nachmittags, rückt: das Detachement, 4., 5., ¾7. Kompagnie 2. Feldregiments und 5. Feldbatterie, im ganzen einschließlich der Offiziere nur 223 Mann stark, von Kalkfontein ab und marschierte im tiefen, aber breiten Auob=Tal auf Stamprietfontein vor. Schon am Abend stieß das Detachement auf hartnäckigen Widerstand vonseiten des Feindes, der nach schweren Anstrengungen überwunden wurde. In der Nacht setzte ein Wolkenbruch unter Donner und Blitzen ein, wie er eben nur in Afrika möglich ist. Es war inzwischen 12,30 Uhr geworden, das neue Jahr hatte begonnen. Glückwünsche wurden ausgetauscht und die ermüdeten, durchfrorenen und durchnäßten Glieder durch einen Schluck Rum wieder belebt. Der erste Januar brachte einen anstrengenden Marsch, da der Feind mittlerweile abgezogen war. Man sah auf dem jenseitigen Ufer die Hottenotten abziehen und konnte ihnen noch einige Schrapnells als Neujahrsgruß nachsenden. Wir folgen nun der lebnsvollen Schilderung des jungen Offiziers: Am Morgen des 2. Januar wurde, ohne daß etwas vom Feinde gesehen worden wäre, um 5 Uhr abmarschiert. In spätestens einer Stunde hofften wir die Wasserquelle Gei Nabakarus oder Gr. Nabas zu erreichen, und nur wenige dachten infolgedessen daran, ihre Wassersäcke von neuem, wenn auch mit schmutzigem, schlechtem Wasser zu füllen. In der Avantgarde war diesmal die 4. Kompagnie, der moch zwei Geschütze beigegeben waren. Das Gros folgte mit etwa 600 Meter Abstand. Da plötz###ch wir waren etwa drei Viertel Stunden marschiert fallen vorn Schüsse, die bald in rasendes Schnellfeuer ausarten. Kurze Zeit darauf fällt der erste Kanonenschuß vom vorderen Zuge. Ich gab den Befehl zum Angaloppieren. Beim Vormarsch erhielt ich von allen Seiten heftiges Feuer, die Kugeln fuhren so dicht an mir vorbei, daß mein Pferd mehrmals heftig, wie getroffen, aufbäumte. Vom Gegner sah man nichts, doch schienen sämtliche Büsche todbringende Geschosse zu entsenden. Ein Mittelreiter wurde vom Pferde geschossen, ein Reiter der Bedienung verwundet. Mein Vorderreiter reißt plötzlich seinen Karabiner heraus und gibt im vollen Galopp zwei Schüsse nach rechts rückwärts ab, ein etwa 15 Schritt entfernt in den Büschen liegender Witboi, der gerad: auf mich gezielt hat, bricht, zweimal durch den Kopf getroffen, zusammen. Sicher eine gute Schußleistung des braven Reiters. Inzwischen hatten meine beiden Geschütze das Feuer mit Schrapnells auf Vister und Korn eröffnet. Sobald sich der Blitz oder die Rauchwolk: eines Schusses zeigte, wurde nach dieser Richtung abgezogen. Jedem Geschützführer war selbständiges Handeln zur Pflicht gemacht. Das Feuer des Gegners war auf der ganzen Linie sehr heftig. Wir selbst wurden nicht nur von vorn, sondern fortgesetzt noch aus der linken Flank:, wo einige Scharfschützen der Hottentotten im Gebüsch lagen oder auf Bäumen saßen, beschossen. Sogar mitten zwischen uns und den Ochsenwagen hatten sich einige verborgen und schossen von hinten in unsere Reihen. Die Kerle hatten sich so ausgezeichnet versteckt, daß sie erst nach langem Suchen unschädlich gemacht werden konnten. Besonders die Leute des Munitionswagens hatten unter dem Feuer dieses unsichtbaren Gegners sehr zu leiden. Gegen 8 Uhr kam mein Batterieführer, Leutnant Oberbeck, zu mir, um sich über den Stand des Gefechts zu orientieren. Kaum hatte er sich wieder zwei Schritte vom Geschütz entfernt, als er plötzlich, ins Herz getroffen, mit lautem Aufschrei zusammenbrach. Er war sofort tot. Jetzt hatten sich die Hottentotten eingeschossen und ein mörderisches Feuer gegen die Geschütze begonnen; vor, neben und hinter uns schlugen die Geschosse auf den harten Boden auf und spritzten auseinander, sodaß mehrere Bedienungsleute verwundet wurden. Doch auch wir konnten schießen, da einzelne weiße Hüte der Hottentotten sichtbar waren. Jeder Treffer der Artillerie wurde von der Infanterie mit lautem„Hurra" und„Bravo" begrüßt. Da plötzlich ertönt auch in der rechten Flanke heftiges Feuer. Kurz darauf kommt ein Unteroffizier auf mich zugelausen mit der Bitte, die 7. Kompagnie durch ein Geschütz zu unterstützen. Die Witbois hatten eine spitze Felsnase besetzt und soeben die stürmende 7. Kompagnie mit großen Verlusten zurückgeschlagen. Ich kam gerade noch zur Zeit, um die rechte Flanke zu schützen. Inzwischen hatte auch die 4. Kompagnie versucht, den Gegner mit aufgepflanztem Bajonett zu werfen, mußte aber ebenfalls unter großen Verlusten in die alte Stellung zurückgehen. Doch auch die Hottentotten versuchten jetzt zu stürmen. Unter„HurraDütschmens“ und dem„Schambock=, Schambock"=Rufen der Kapitäne stürzte die wilde Horde vor und kam bis auf etwa 30 Schritt an unsere Linien heran, mußte jedoch durch unser wohlgezieltes Gewehr= und Geschützfeuer immer wieder unter großen Verlusten zurück. Doch waren die Hottentotten bereits dabei, uns von allen Seiten einzuschließen. Juzwischen war es Mittag geworden, die afrikanische Sonne stand senkrecht über uns. Die harten und scharfen Steine rissen uns Kleider und Haut blutig und waren schon so heiß, daß man sie kaum anfassen konnte. Der Durst machte sich fühlbar! Die wenigen gefüllten Wassersäcke waren ausgetrunken oder an die Verwundeten abgegeben, die Wasserstelle selbst noch in Händen des Gegners. Doch vorläufig hieß es, die Zähne zusammenzubeißen und auszuhalten. Dabei fielen jetzt auch noch im Rücken Schüsse, ein Zeichen für uns, daß den Witbois die Umstellung gelungen war. Da die Munition bereits knapp zu werden anfing, wurde äußerste Sparsamkeit befohlen. Endlich wurde es dunkel, doch niemand kam zur Ruhe, da jede Bewegung unsererseits beschossen wurde. Kaum wurde es hell, als die Witbois ein lebhaftes Schießen begannen und uns noch immer vom Wasser abzuhalten trachteten. Von beiden Parteien unternommene Sturmversuche wurden zurückgeschlagen. Gegen Mittag wurde die Lage bedenklich, da der fürchterliche Durst die Leute entsetzlich mitnahm. Mehrere wurden plötzlich wahnsinnig, sprangen auf und liefen in die Linien der Hottentotten, von denen sie soll dein Herr sein. 34. Mit Rührung hört der Geheimrat der begeisterten Sprache zu, in welcher der Doktor ihm offen und ehrlich seine Herzenskämpfe schildert. Er lernt dadurch den Charakter noch mehr kennen, aber auch zugleich schätzen. Es tut ihm bitter weh, ihm die Hoffnung, daß Hildegard einst die Seine wird— nehmen zu müssen. Er tut es so schonend wie möglich, erzählt alles, findet aber damit kaum Gehör bei dem Doktor. Derselbe will den Grund der Weigerung nicht gelten lassen. „Und Sie glauben wirklich, es würde mich abhalten, um ein Mädchen zu werben, das mir mehr gilt als mein Leben?“ fragte er ernst, den Geheimrat fest ansehend. „Was wird Ihre Werbung aber nützen? Hid gard verläßt ihren Vater nicht. Sie will mit ihm vereint in Amerika ein Heim gründen“, erwiderte ihm dieser. „Das grümden wir eben dann zusammen.“ Schwer und gewichtig fallen die Worte von des Doktors Lippen. Der Geheimrat sieht ihn einen Augenblick lang starr an. „Wie? Sie wollten—“ „Ja, ich will!“ unterbricht ihn Doktor Paulus fest.— „Gott segne Sie für dieses Wort! Aber glauben Sie nicht, daß Hilde dieses Opfer annehmen wird. Bedemben Sie Ihre Karriere hier— die Heimat— alles müssem Sie aufgeben. Nein, das wird sie nicht wollen“, entgegnet der Geheimrat sehr bestimmt. „Mein Gott, was will das alles sagen, gegen den Besitz eines Mädchens wie Hilde! Es ist mir gar kein Opfer!“ Der Geheimrat zuckt ratlos die Achseln. Er möchte hier so gern helfen, aber so sehr er fein Hirn auch anstrengt, er findet keinen Ausweg. „Lassen Sie mich wenigstens mit Hilde, sprechen“, bittet der Doktor,„vielleicht läßt sie sich bestimmen— es wäre ja zu furchtbar— ihr entsagen zu müssen! Ich o, mein Gott, ich ertrüge es nicht!“ Heiser vor Erregung, schmerzdurchbebt, klingt seine Stimme. Der Geheimrat legt ihm beschwichtigend die Hand auf den Arm. „Beruhigen Sie sich, lieber Doktor! Und lassen Sie meiner Nichte Zeit— sie ist leidend, dars keinesfalls aufgeregt werden! Wir sprechen noch darüber und was ich für Sie tum kann, das geschieht. Aber jetzt: Ruhe, lieber Doktor! Sie sind noch Rekonvaleszent, auch Ihnen ist Aufregung noch recht schädlich.“ „Ach, was tut das mir?" lächolt Paulus bitter. „Doch ich will Ihnen gehorchen, obgleich es eine Folterqual ist, dem gcliebten Mädchen so nahe zu sein und sie doch weder sehen noch sprechen zu können,“ erwidert er gepreßt. Die Zigarren sind ausgegangen. Der Geheimrat zündet sich eine neue an, während der Doktor sein Glas Portwein mit einem hastigen Zuge leert und dann trübe vor sich hinstarrt. Finstere Schatten lagern auf seinem Antlitz. O, wie sehnt er sich nach der kühlen, weichen Hand, die so oft auf seiner heißen Stirn geruht, nach den lieben klugen Augen, nach der hohen, vornehm schlanken Gestalt, die so leicht und graziös durch das Zim mer glitt. Ein leiser Seufzer entfährt seinen Lippen. Er denkt keinen Augenblick daran, ihres Vaters wegen von Hilde zu lassen. Nein, der Gedanke taucht überhaupt nicht in ihm auf. Aber die Zukunft liegt noch nicht allzu rosig vor ihm. Er muß sich, den widrigen Verhältnissen zum Trotz, die Galiebte seines Herzens erkämpfen und all seine Energie, seinen ungebengten Mannesmut will er daran setzen, sie sich zu erringen. Er fühlt in seinen Adern das Blut pulsieren, fühlt, wie sich nach der Krankheit die Muskeln in ungebrochener Jugendkraft spannen— er kann diese Ruhe hier micht mehr erkvagen— mit einem Ruck springt er auf und reckt sich zu seiner ganzen herkulischen Größe empor. Ein unaussprechliches Sehnen nach dem Mädchen, das sein ganzes Sein umgewandelt hat, erfüllt ihn—er geht unruhig auf und ab und sucht mit verzehrenden Blichen die Richtung, wo zwischen grünen Bäumen marmorweiße Mauern grüßen und vom schlanken Turm die Flagge weht: Villa Agnes, wo die Geliebte weilt. Endlich stellt er sich vor den Geheimrat hin, faßt seine Hand und sieht ihm mit flehendem Blick in die Augen. Sein: Stimme bebt vor unterdrückter Aufregung, als er sagt:„Hier stehe ich, machen Sie mit mir, was Sie wollen, aber lassen Sie mich Hilde sehen und sprechen.“ Der Geheimrat fühlt das leise Zittern der weißen, kraftvollen Männerhand, fühlt, wie einem geistigen Erdbeben gleich die gewaltige Leidenschaft der Liebe diese herkulische Gestalt, diesen starken Geist erschüttert und sagt sanft: „Heute geht es nicht— beim besten Willen nicht, liebster Doktor, denn Hilde hat erst kürzlich eine schwere Nervenkrise überstanden— sie muß geschoiet werhen. Sie müssen sich gedulden. Ich will sie jedoch vorbereiten, dann können Sie jedenfalls morgen mit ihr sprecen. „Morgen, morgen erst?“ „Sie sind selbst Arzt, wollen Sie Hildegards Gesundheit gefährden?“ „Nein, da sei Gott vor! Sie haben recht, daß Sie mich daran mahnen. Ich kenne mich ja selbst nicht mehr!“ Noch ein dunkler Blick verlangender Liebe und Sehnsucht nach der Villa hinüber und Herbert Paulus nimmt ruhig in seinem Stuhl Platz. Er zwingt mit einfach niedergeschlagen wurden. Andere lagen teilnahmlos da und ließen ab und zu ein fast tierisches Brüllen hören. Wieder andere tranken ihren eigenen Urin und sogen begierig das Blut der Verwundeten ein. Biele konnten nur durch energisches Eingreifen von Kameraden am Selbstmord verhindert werden. Mehrere Offizere wurden ohnmächtig zurückgeschafft, einer wurde tobsüchtig. Bei alledem steigerten sich die Verluste in unheimlicher Weise. Das Stöhnen und Schreien der Verwundeten, die teilweise fünf Schritt von der eigenen Linie lagen und des heftigen Feuers wegen nicht zurückgeschafft werden konnten, war einfach entsetzlich. Inzwischen war auch die Todesnachricht von Major von Nauendorff und Leutnant von Bockelberg eingetroffen, fünf andere Offiziere waren bereits verwundet. Die 7. Kompagnie hatte überhaupt keine Offiziere mehr, zwei von ihnen waren besinnungslos fortgeschafft worden. Der linke Flügelzug der Batterie hatte nur noch einen einzigen Unterofizier als Bedienung, die ganze Batterie pro Geschütz nur noch fünf Granaten und zwei Kartätschen. Da kam der Befehl, die Geschütze zurückzubringen und unbrauchbar zu machen, da alles, was ein Gewehr noch tragen konnte, in die vorderste Linie sollte. Doch dazu war es zu spät. Die Hottentotten versuchten jetzt mit solcher Gewalt zu stürmen, daß die Infanterie zurückweichen mußte. Die Witbois folgten und kamen auf dem linken Flügel bis auf etwa 10 Schrit an die Geschütze heran, die sie unter„Hurra“ nehmen wollten. In diesem kritischen Moment zog der Unterofizier Zöhler ab, und 24 Schwarze lagen, von der Kartätsche zerrissen, am Boden. Gleichzeitig war der am Tage vorher schwer verwundete Leutnant Semper, seiner Wunde nicht achtend, vorgestürmt mit den Worten:„Ich will bei meiner Kanone sterben!“. Er kam gerade zur rechten Zeit, um das alleinstehende Geschütz abzuziehen. Tr An griff stockte und die Hotentotten gingen zurück. Doch Leutnant Semper erhielt einen Schuß in den Oberschenkel und war nach etwa einer Stunde eine Leiche. Noch im Sterben kommandierte er, dicht hinter dem Lafettenschwanz liegend, zu einem vom andern Zuge herangeeilten Kanonier:„Mit Kartätschen geladen, Feuer!"(Schluß folgt.) Politische Uebersicht. Neues Kavallerie=Reglement. Berlin, 9. April. Wie die„Neue pol. Korr.“ hört, steht die Umarbeitung des bisherigen KavallerieReglements bevor. Darin wird eine Vereinfachung der Reglementsform und auch eine Neubewaffnung mit einem als Bajonett zu verwendenden Dolch neben Lanze und Säbel, Zuteilung von Maschinengewehren und zwar eine Abteilung auf jedes Regiment, vorgesehen, um die Kavallerie selbständig zu machen. Japanischer Besuch. Berlin, 9. April. Prinz Kuni, ein Mitglied des japanischen Kaiserhauses, wird anfangs Juni in Berlin eintrefsen, um in einem hiesigen Garderegiment Dienst zu tun. Der Prinz, der im 33. Lebensjahre steht, war in seiner Heimat zuletzt dem großen Generalstabe zugeteilt, als Major hat er unter Kuroki die Schlacht am Yalu mitgemacht. Voraussichtlich wird er dem 2. Garderegiment zugeteilt. Sein militärischer Begleiter ist Oberstleutnant Kurita. Der neue französische Botschafter in Berlin. Berlin, 10. April. Die Norddeutsche Allg. Zeitung schreibt: Beim Empfang des französischen Botschafters Cambon wurden folgende Ansprachen ausgetauscht. Der Botschafter sagte:„Majestät! Ich habe die Ehre, Eurer Majestät das Schreiben zu überreichen, wodurch mich der Präsident der französischen Republik bei Eurer Majestät als außerordentlichen Botschafter beglaubigt. Ich bin tief durchdrungen von dem Wert dieser Ehre, da sie mir erlaubt, mich der Person Eurer Majestät zu nähern. Ich werde den Gefühlen des Herrn Präsidenten ebenso wie denen der Regierung der Republik gemäß handeln, wenn ich an der Entwicklung der guten Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich arbeite, und ich wage zu hoffen, daß die Erfüllung meiner Aufgabe mir durch das hohe Wohlwollen Eurer Majestät erleichtert werde.“ Seine Majestät der Kaiser geruhte zu erwidern:„Herr Botschafter! Ich heiße Sie willkommen. Das Werk, das Sie vollbringen wollen, eiserner Energie seine Erregung nieder. Der Geheimrat spricht von Berufsangelegenheiten obwohl er weiß, daß er heute keinen so aufmerksamen Zuhörer hat. Aber der Gute ist nachsichtig. Der andere Tag kam. Fräulein Doktor Hildegard Lutzist im traulichen Wohnzimmer allein. Die Tante ist ausgegangen, der Onkel soeben hinüber nach der Anstalt, nachdem er ihr des Doktors Wunsch mitgeteilt hat. Mit Beben hat ihn Hildegard vernommen. „O Gott! Sie fühlt, es kommt etwasschweres. dem sie Stand halten muß. Der Geheimrat hat ihr nichts von Herberts Absicht, mit ihr und dem Vater vereint in Amerika sein Heim zu gründen, verraten. Nein, das mag er ihr selbst sagen, denkt er Und nun sitzt sie hier und wartet mit bangem Herzen und angsterfüllten Augen, die durchs Feuster=den Weg entlang starren, welchen er kommen muß. Sie hat das Köpfchen in die hinter demselben verschkungenen Hände und sich an die hohe Rückenlehne des Stuhls gelehnt. Derselbe steht vor dem Nähtischchen und wie dieses auf einem Podium mit kunstvollem Geländer. Man hat von diesem Platz eine hübsche Aussicht in das köstlich duftende Blumenparterre des Parkes, das auf der entgegengesetzten Seite von einer Fontaine begrenzt ist. Der Strahl derselben wird vom Winde seitwärts getrieben und gleicht einer goldig schimmernden, sprühenden Wasserwolke, die sich bald in Millionen Tropfen auflöst, bald wieder in voller racht zur Höhe strebt. Hildegards Augen sehen nichts von dem lichten Bild, sie haften jetzt nur an der kraftvollen männlichen Erscheinung, an dem schönen, ern sten Gesicht, welches ihr zugewandt ist. Ihr Blick trifft nämlich die Arbeit an der Entwicklung der guten Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich, wird meine ganze Sympathie haben. Meine Regierung ebenso mie ich wird sich angelegen sein lassen, Ihre Aufgabe nach Möglichkeit zu erleichtern. Die Verständigung zwischen zwei großen Nationen, die beide fähig und gewillt sind, Gesittung und Fortschritt unter den Völkern der Erde zu verbreiten, ist ein Ziel, dessen Erreichung der gemeinsamen Arbeit aller hochsinnigen Geister würdig ist, über die Frankreich und Deutschland verfügen. Die Amerikafahrt des Panzerskreuzers„Roon". Am Montag hat der Panzerkreuzer„Ron“(Kommandant Kapitan z. S. Zimmermann) mit dem Kommodore Kalau vom Hofe an Bord, der den Befehl über die deutschen Schiffe bei der internatione###n Flottenschau vor Jamestown führt, die Ausreise nach Amerika angetreten, auf der als erster Hafen Lissabon angelaufen werden soll. Wenn auch schon 1903 vom Stapel gelaufen, wird doch„Ron“ im Verein mit dem demselben Jahre entstammenden kleinen geschützten Kreuzer„Bremen“ die deutsche Flotte würdig vertreten. Beide können immerhin als moderne Fahrzeuge gelten, von den weiter auf Stapel gelegten großen Kreuzern wie„Scharnhorst“ und„Gneisenau“ ist noch keiner baufertig, so daß die Entsendung eines Vertreters des modernsten Typs nicht in Frage kommen konnte. Bedauerlich bleibt es immerhin angesichts der engen Handelsbeziehungen, die das deutsche Reich mit den Vereinigten Staaten verbinden, daß nicht auch der Zahl der Schiffe nach die Vertretung der deutschen Marine eine imposantere sein kann, eine Folge des verabsäumten Ausbaues der Kreuzerflotte, wofür erst jetzt Abhilfe geschaffen werden wird. Die Vereinigten Staaten werden sämtliche anderwärts abkömmlichen Panzer sowie eine Anzahl anderer Kriegsschiffe des Atlantischen Geschwaders auf der Reede von Hampton Roads vereinigen, und von den 14 fremden Staaten, die auf der Flottenschau vertreten sein werden, entsendet u. a. England außer 6 Panzerkreuzern den vielberufenen„Dreadnought“, falls die auf der letzten Fahrt erlittenen Schäden rechtzeitig ausgebessert werden können, Frankreich 6, Oesterreich=Ungarn 2 Panzerkreuzer, Schweden seinen eben fertiggestellten Panzerkreuzer„Flygia“, Italien einen Panzerkreuzer und 3 weitere Kriegsschiffe. Von unserer Flotte. Kiel, 9. April. Die drei kleinen Kreuzer, die im Jahr: 1905 vom Stapel liefen, befinden sich nunmehr sämtlich unter Flagge. Während der auf der Weser Werft in Bremen erbaute Kreuzer„Leipzig“, der als erster vollendet wurde, schon seit Monaten im Auslandsdienst dem ostasiatischen Kreuzergeschwader angehört, hat das Schwesterschiff„Danzig“, das der Danziger Staatswerft entstammt, neuerdings seine Probefahrten, bei denen es eine mittlere Geschwindigkeit von 23 Seemeilen erzielte, beendet und ist als Glied der Aufklärungsgruppe in den Dienst der Hochseeflotte eingetreten. Mit seinen Probefahrten begonnen hat inzwischen der soeben zu diesem Zwecke in Dienst gestellte Kreuzer„Königsberg“, der, auf der Kaiserlichen Werft in Kiel erbaut, als Begleitschiff der„Hohenzollern“ whrend der diesjährigen Reisen des Kaisers in Aussicht genommen ist. Von den weiteren drei noch im Ausbau begriffenen kleinen Kreuzern ist der in Stettin erbaute und nach dieser Stadt benannte Turbinenkreuzer„Stettin“ soweit gefördert, daß seine Indienststellung noch für diesen Sommer in Aussicht genommen ist; wohingegen über„Stuttgart" und „Nürnberg“, auf den kaiserlichen Werften zu Danzig bezw. Kiel erbaut, nähere Bestimmungen noch fehlen Was endlich die noch auf den Hellingen liegenden kleinen Kreuzer„Ersatz Pfeil“, Kaiserliche Werft Danzig, und„Ersatz Comet“, Blohm u. Voß in Hamburg, anbetrifft, so werden dieselben noch in diesem Jahre vom Stapel laufen. Wieder ein„Flieger“ Metz, 9. April. Der bisherige Führer der hiesigen Spzialdemokraten Genosse Voortmann ist wegen Vergehens gegen die Parteidisziplin aus der Sozialdemokratie ausgeschlossen worden. Auch einer Anzahl anderer Genossen erging es genau so. Die nunmehrigen Exgenossen hatten vor der Stichwahl im Kreise Metz ein Flugblatt für den liberalen Kandidaten Dr. Grein zwei dunkle Männerangen, sie zuckt leicht zusammen, das Blut strömt ihr heiß ins Gesicht und überzieht es mit einer dunklen Röte. So tritt sie ihm entgegen— jetzt nicht das kühle, sichere Fräulein Doktor, die erste Assistentin der berühmten Kinderheilanstalt— sondern ein zagendes, junges Weib, dessen Seele dem Geliebten zujauchzen möchte in unnennbarer Wonne jungfräulicher Liebe, und das doch fest entschlossen ist, sich ihm zu verweigern und den bitteren Kelch der Entsagung zu leeren. Als er ihr jetzt gegenübersteht, blicken sie sich lange und tief in die Augen. Ein schwermütiger Ernst lagert auf den jungen Gesichtern, fast feierlich zieht Herbert Paulus die zarte Kinderhand an seine Lippen. Dann geleitet er sie zu einem Sessel und atmet tief und hastig auf. Es ist, als ob seine Brust von einem Alp bedrängt würde, er vermag kein noch so armseliges Wort hervorzubringen. Hildegard sieht dieses stumme Ringen, sieht den Kampf in dem bewegten Antlitz, von welchem sie ihren Blick nicht losreißen kann und eine Woge heißer, erbarmender Zärtlichkeit, steigt in ihr auf. Sie llegt leise ihre Hand auf seinen Arm, fast wie ein Hauch kommt es von ihren Lippen: „Herbert!“ Da war der Bann gebrochen. Er faßt nach ihrer Hand und sagt: „Hilde! Haben Sie Dank, tausend Dank für dieses Wort. Mein Gott, Sie wissen ja, wie es in mir aussicht, ich brauche es Ihnen ja nicht erstzu sagen. Ich have es bekämpft, habe es ausrotten wollen mit aller Kraft meines Willens, doch es war stärker wie ich— es wuchs und wuchs— Lawinen gleich wurde es größer und größer.(Forts. folgt.) goire unterzeichnet, obwohl die Patteileitung Wahlenthaltung proklamiert hatte. Allgemeiner Ausstand in der französtschen Handelsmarine in Sicht. Paris, 9. April. Gestern fanden in allen Seestädten Frankreichs Versammlungen von Seeleuten spatt, auf demen zu dem von dem französischen Marineminister geplanten Gesetzantrag:, den Seeleuten vom fünfzigsten Lebensjahre an eine jährliche Pension von 360 Frks. zu gewähren, Stellung genommen wurde. Die versammelten Matrosen gaben allgemein ihrer Unzufriedenheit mit der Höhe dieses Betrages Ausdruck, und verlangten dagegen eine Rente von 650 bis 750 Frks. für die Mannschaften und eine solche von 1200 bis 1600 Frks. für die Kapitäne. Einem event. Generalstreik würden sich auch die Offiziere der Handelsmarine anschließen. Wie man„Unruhen“ macht. Tanger, 9 April. Der englische Konsul soll sich geweigert haben, wie aus Marrakesch gemeldet wird, beim Beireten der dortigen Moschee seine Fußbekbeidung abzulegen. Die marokkanischen Behörden erklärten dies für eine ernste Verletzung der marokanischen Sitten. Es herrscht darob unter den Europäern, namentlich in der englischen Kolonie, große Erregung. Westfalen und * Mühlenrahmede, 9. April.(Vogelsteller.) Man klagt auch hier allgemein, daß die so nützlichen Singvögel mehr und mehr abnehmen. Einige wollen den herumstreifenden Katzen die Schuld daran aufbürden; andere wiederum geben der Fabriktätigbeit schuld, die mit ihrem Geräusch die Vögel vertreibe. Die richtige Ursache entdeckten laut„Westf. Tagebl.“ gestern einige Jungen von hier, als sie ihren Morgenspaziergang in die Wälder machten und in den Bäumen und Sträuchern Sprenveln entdeckten. Nach eifrigem Su chen brachten sie die kleine Anzahl von 132 Stück dieser gefährlichen Vogelschlingen zusammen, die sie im Triumph auf langen Stöcken heimführten. Man konnte es auf den ersten Blick merken, daß sie alle von ein und demselben Künstler herrührten. Hoffentlich gelingt es, denselben zu ermitteln, damit ihm ein Preis für seine Mühe zuteil werden kann. * Elberfeld, 9. April.(Auf eine findige Idee, Mieter anzulocken,) ist ein hiesiger Hauswirt gekommen. Hier herrscht eine ziemlich starke Ueberproduktion an Wohnungen, sodaß zahlreiche Räume unvermietet find. Ein Hauswirt kündigt nun in den Tageszeitungen an, daß er jedem Mieter bei sofortigem oder baldigem Antritt einer Wohnung jeglicher Größe bei ihm die Umzugskosten vergütet und außerdem bei mindestens dreijähriger Dauer des Miet vertrages eine Prämie von 10 pCt. der Jahresmiete gewährt. Die Vergütung wird bei Abschluß des Mietvertrages vereinbart und am Fahresschluß ausgezahlt bezw. von der Miete in Abzug gebracht. Wetterbericht der deutschen Seewarte. 12. April: Wolkig, meist bedeckt mit Sirichregen, 88. Druck und Verlag von Carl Braus, Schwerte. Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schade, Schworte. Für den Inseraten= und Reklameteil verantwortlich: Jac. Christ, Schwerte. Bekanntmachung. Auf Grund des§ 54 der Regierungs=Polizeiverordnung vom 20. April 1882 wird hierdurch angeordnet, daß das Abraupen der in Gärten, auf Feldern, an Wegen und Straßen stehenden Obstbäumen von deren Eigentümern, Mietern oder Nutznießern in der Zeit vom Tage der Bekanntmachung dieser Anordnung ab bis zum 10. Mai cr. vorzunehmen ist. Zuwiderhandlungen gegen diese Vorschrift werden nach§ 34 des Feld= und Forst=Polizeigesetzes vom 1. April 1880(Gesetz=Sammlung Seite 230 ff.) mit Geldstrasen bis zu 150 Mark geahndet. Wellinghofen, den 4. April 1907. Der Amtmann: Hartung Dortmunder Stadttheater. Donnerstag, den 11. April: Sevie A, Nr. 47. Rote Karten. Anfang 7,30 Uhr. Wallenstein 1. Teil. Wallensteins Lager.„Die Piccolomini". Dramalisches Gedicht in fünf Aufzügen von Friedrich von Schiller. Freitag, den 12. April: Serie C, Nr. 48. Gelbe Karten. Anfang 7,30 Uhr. Wallenstein 2. Teil.„Wallensteins Tod". Trauerspiel in fünf Aufzügen von Friedrich von Schiller. Sonnabend, den 13. April: Serie B, Nr. 48. Blaue Karten. Anfang 7,30 Uhr. Zweites Gastspiel der Operntragödin The Dorré.„Aida“, Große Oper mit Ballet in vier Aufzügen von Gutseppe Verdi. Amneris— Mad. Thea Dorré. Sonntag, den 14. April: Vormittags 11 Uhr 7. und letzte literarische Matinee.„Catharina, Gräfin von Armagnac und ihre beiden Liebhaber". Drama in drei Aufzügen von Vollmoeller. Nachmittags 3 Uhr: Bei gänzlich aufgehobenem Abonnement Volksvorstellung zu ganz kleinen Preisen. Abschieds= und letzte Schauspielvorstellung.„Kabale und Liebe". Trauerspiel in fünf Aufzügen von Friedrich von Schiller. Abends 7,30 Uhr: Bei aufgehobenem Abonwement(Jahreskarten gültig). Zum 25. und letzten Male„Die Geisha“. Eine japanische Teehausgeschichte in drei Aufzügen. Text von Owen Hall, Musik von Sidney Jones. Montag, den 15. April: Serie A, Nr. 48. Rote Karten. Abschieds= und letzte Opernvorstellung. Anfang 7 Uhr.„Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg". Handlung in drei Aufzügen von Kichard Wagner. Schluß der letzten Spielzeit unter d. jetzigen Direktion.