Die„Schwerter Zeitung“ erscheint täglich, ausser Feiertags. Bezugspreis: Mk. 1.os vierteljährlich, bei der Post 42 Pf. für Bestellgeld mehr. Wöchentliche Gratg-Zeilage:„Illustrierter Fatallientreund." o 0 0 0 0 O O O C O O O 0 o Anzeigenpreis: Die sechsgespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 Pf., Anzeigen von auswärts 1s Pf., Reklamezeise 40 Pf. Nr. 52 März 1907. mosee: Die heutige Ausgabe umfaßt 12 Seiten Welter liegt das sseitige illustrierte Sonntagsblatt bei. Deutscher Reichstag. 7. Sitzung, 1. März. Erste Lesung des Ctals. Konteradmiral Capelle erwidert auf die gesteige Anfrage Gröbers, ob die Zeitungsnachricht wayr sei, daß Ordonnanzen und Kanzleibeamte des Marineamts zur Wahltätigkeit des Flottenvereins kommandiert worden seien. Das ist nicht richtig. Der Sekretär des Flottenvereins hatte sich an einen Kanzleidiener gewendet und ihn gefragt, ob er in seiner freien Zeit beim Flottenverein, wo augenblicklich viel zu tun sei, tätig sein und einige Kollegen mitbringen wolle. Das ist geschehen; als der Staatssetretär das erfuyr, hat er es sofort untersagt. Abg. Fürst Hatzfeldt(Rp.): Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß in unseren Verhandlungen die Farbenpolitik einen zu großen Raum eingenommen hat. Alle Parteien haben gesündigt. Und das Zentrum hat gesündigt durch seine Abstimmung am 13. Dezember. Und wenn es sich damals nur, um eine„Lapalie“ gehandelt hat, wie gestern Herr Gröver sagte, dann hat das Zentrum erst recht gesündigt!(Seyr wahr rechts.) Weshalb soll denn nicht auch der Flottenverein etwas gesündigt haben?(Heiterteit.) Der Flottenverein mag ja Fehler begangen haben. Aber er hat doch seine großen Verdienste. (Sehr wahr! rechts.) Was die Börsenreform amungt, so glaube ich, steht das eine fest: seitdem der Terminhandet in Getreide aufgehoben worden ist, hat jedenfalls der Handel in Körnerfrüchten geringere Preisschwantungen durchgemacht!(Sehr richtig! rechts.) In dem, was Herr v. Gamp über die ausländischen Anleihen gesagt hat, bin ich anderer Meinung! Unser ganzes Wirtschaftsleben erfordert Export und im Zusammenhange damit auch Handels= und Börsenbeziehungen mit dem Auskande. Eine Reform des Börsengesetzes ist also notwendig. Die Uebertragung des Reichstags=Wahlrechts für den Landtag hält der Redner, der übrigens wenig deutlich spricht, für nicht möglich. Weiter wendet er sich gegen die vorgestrige Aeußerung Gamps über ein Wiederzusammengehen mit dem Zentrum. Wir müssen darauf sehen, daß die Majorität, die sich bei der Präsidentenwahl zusammengefunden hat, zusammenbleibt und Positives leistet.(Bewegung.) Die trennenden Momente müssen wir zurückstellen. Das ist ja auch von den meisten Rednern der Mehrheit geschehen. Ich und meine Freunde bedauern die Erklärung Gamps. Abg. Semler(natl.): Herr Gröber hat gestern betont, daß seine Partei ungeschwächt aus dem Wahlkampfe hervorgegangen sei, und hat das als Beweis angesehen, daß das Zentrum mit seinem Verhalten vor der Auflösung im Rechte gewesen sei. Weiter hat Herr Gröber den Liberalen Kulturkampfneigung vorgeworfen, und ferner hat er das Zusammengehen seiner Partei mit den Sozialdemokraten zu rechtfertigen gesucht. Nun, was den ersten Punkt anlangt, so klang doch aus Herrn Gröbers Worten ein elegischer Untertan, eine Trauer über verringertes Machtgefühl.(Sehr richtig! bei den Nat.=Lib.) Dem Abg. Gröber wird es nicht gelingen, wie er dies gestern versucht hat, die Sache so darzustellen, als wäre das Verhalten des Zentrums so ganz harmols gewesen. Er nannte es eine fubalterne Auffassung, wenn man der Regierung das Urteil überlasse, ob ein Abstrich möglich sei. Nein, Herr Gröber, M nicht subaltern, denn hier handelte es sich um eine wirklich nationale Frage.(Gelächter im Zentrum.) Auch die„Mehrzahl der Wähler“, auf die sich gestern Herr Gröber berief, ist da nicht entscheidend, sondern entscheidend ist die Zusammensetzung des Reichstages!(Lachen im Zentrum und bei den Sozialdem.) Wir wollen hoffen, daß die nationale Mehrheit sich dauernd findet, um zu verhindern, daß das Zentrum solche nationalen Raßnahmen durchkreuzen kann. Das Zentrum ist beherrscht von irredenkendem Machtgefühl, Gehässigkeit, unbegrenzter Rechthaberei.(Gelächter im Zentrum.— Sehr wahr!) Redner widerspricht sodann der gestrigen Aeußerung Gröbers, daß in diesem Wahlkampfe der„Kulturkampf“ zuerst von nationalliberaler Seite protlamiert worden. Weiter stellt Redner fest, daß das Zentrum cupellos ein Dutzend Wahlkreise den Sozialdemokraten ausgeliefert habe. Abg. Singer(Soz.): Eine Niederlage haben wir nur in Bezug auf die Mandate zu verzeichnen(Lachen), eine viertel Miltion Stimmen haben wir gewonnen. Unsere Organisation wird weiter ausgebaut, bei der nächsten Wahl werden Sie es verspüren.(Lachen.) Wir fühlen uns nicht als zerschmettert, nicht als niedergeritten. Der Reichskanzler beschäftigte sich mit Unserem Dresdener Parteitag; er sollte sich lieber um seine eigenen Angelegenheiten kümmern.(Gelächter.) Wir sind nicht in der Lage, Belehrungen von ihm in pastoralem Tone entgegenZunehmen, wir können sein Lob und seinen Tadel entbehren und verbitten uns überhaupt auf das ernstlichste den Ton, in dem er mit uns hier zu verkehren pflegt.(Schallende Heiterkeit.) Der Reichskanzler bezog sich auf die angebliche Frankfurter Flugblattschuckerei; die Frankfurter Zeitung hatte schon am nächsten Morgen eine Berichtigung bringen müssen. Und im Tessauer Fall ist für die Behauptung, daß der Fall mit den ssahlen zusammenhänge, nicht der Schatten eines Beweises erbracht worden. Schämen sollte sich die Ordnungspresse!(Gelächter.) Für die Behauptung, daß wir Sozialdemokraten dem Teutschen Reich ein Jena wünschen, soll uns der Reichskanzler Beweise erbringen; bis er das tut, erkläre ich die Behauptung mit seinen eigenen Worten für eine perfide Nörgelei. Die famose konservativ=liberale Paarung wird vielleicht die Folge haben, daß statt des Herrn Spahn Herr Müller=Meiningen mit dem Zylinderhut in das Reichskanzlerpalais geht. Einstweilen hat der Freisinn die Rechte um 32 Mandate verstärkt. Den Beweis für den Terrorismus der Arbeitswilligen kann ich dem Reichskanzler erbringen. Hier(Singer zeigt eine Photographie vor) ist ein Bild aus Köln, wo ein Trupp Arbeitswilliger den Revolver hoch erhoben hält, um die Streilenden terrorisieren.(Großes Gelächter.) Vizepräs. Kämpf bittet im weiteren Verlaufe der Singerschen Rede um Ruhe, da er den Redner nicht verstehen tönne. — Dr. Arendt ruft: Wir hören schon lange nicht hin! Singer: Das liegt nicht an meinem Organ, sondern an Ihrer Unfähigkeit, solche Dinge überhaupt zu verstehen.(Lachen.) Staatssetretär Graf Posadowsky bestreitet, daß er— wie ihm der„Vorwärts“ heute in den Mund gelegt habe— gesagt habe, die Ausfüyrung des Programms des Reichskanzlers erfordere viele Millionen. Die sozialdemokratischen Redner sprächen wieder von Auspowerung der Massen durch unsere Zölle. Auch beriefen sie sich auf das freihändlerische England. Bei uns sei die Belastung der Menge durch Zölle auf notwendige Lebensmittel geringer, als in dem sog. freihändlerischen England.(Gelächter links.) Abg. Winckler(kons.): Herr Singer ist anscheinend mit dem Wahlresultat zufrieden, nun— nur so weiter!(Sehr gut!) Gegenüber einer Partei, die Staat und Gesellschaft umstürzen will, heißt es für uns: Arca res agiter!(Sehr gut!) Wir müssen ferner entschieden darum bitten, daß Verfassungs=Angelegenheiten Preußens dem preußischen Landtage überlassen werden. (Beifall rechts.) Deshalb ein Wort gegenüber dem Fürsten Radziwill. Es handle sich bei der Polenpolitik der Regierung nicht um eine aggressive Politik, sondern um Repressivmaßregeln. Die preußische Regierung war bisher viel zu langmütig. Da der Reichstag jetzt ein neues Gesicht, eine neue Mehrheit hat, muß von neuem versucht werden, ob die Arbeitswilligen dauernd ohne Schutz gelassen werden sollen, wobei ein Stück Stnatsautorität auf dem Spiele steht. Was ferner die amtlichen Wahlbeeinflussungen anlangt, so bedauern wir etwa vorgekommene Ungeschicklichkeiten, entschieden aber verurteilen wir die Art, wie gewisse Briefe an die Oeffentlichkeit gezogen worden sind. Auf die Zülle eingegangener Initiativanträge eingehend, bedauert Redner, wenn dadurch das Haus an wirklich fruchtbarer, nutzbringender Arbeit gehindert werden solle. Seine Partei wünsche Aueenkteilaltung der monarchischen Staatsform, und dazu gehöre nuch, daß die Initiative zu Gesetzen der Regierung gebühre. (Braros rechts.) Aog. Eickhoff(frs. Vpt.) erklärt, auf den Wahlkampf nur deshalb zurückkommen zu müssen, weil er neulich von Herrn Spahn schwer angegriffen sei. Ebenso von der sozialistischen Presse, dem„Vorwärts“, aus Anlaß der vom„Bayer. Courier“ veröffentlichten Keimschen Briefe. Der„Vorwärts“ sage geradezu, er als freisinniger Kandidat sei„von der Regierung ausgehalten worden“. Ein sozialdemokratisches Flugblatt sage sogar, er habe sich die Gunst der Regierung„erschlichen" und in schamlosester Weise um diese Gunst gebuhlt. An alledem sei nur richtig, daß er von General Keim einen Brief erhalten habe mit der Mitteilung, daß Keim sich für seine Wahl interessiere. Er selbst habe schon vorher dem General Keim, mit dem er gelegentlich in einer Privatgesellschaft bekannt geworden sei, ausdrücklich mündlich geraten, der Flottenverein solle doch gerade angesichts der Wahlen seine agitatorische Tätigkeit einstellen. Auf einen zweiten Brief Keims habe er gar nicht geantwortet. Auf einen dritten Brief Keims, der um allerlei Material bat, habe er dem General Adressen angegeben, an die er sich wenden lönne. Weiter nichts. Daß für ihn vom Flottenverein oder von der Regierung gewühlt worden sei, davon habe er nichts gemerkt. Und demgegenuber nun die Behauptung, er habe„in schamloser Weise bei der Regierung um Unterstützung gebuhlt!“ Nach einigen unwesentlichen Bemerkungen des Abg. Hilpert(bayer. Bauernbund) bemerkt Abg. v. Liebert: Der Reichsverband ist hervorgegangen aus einer Bewegung des deutschen Volkes zur Bekämpfung der Sozialdemokratie. Die Sozialdemokratie hat uns bekämpft. Dus war ihr gutes Recht. Aber wie hat sie uns bekämpft? Der Sauherdenton ist ja bekannt. Worte wie Stinkbomben, Morobrenner hat man uns entgegengeschleudert.(Lachen bei den Soz.) Herr Schoepflin, mein Gegenpart, warj dem Reichsverbaud vor, daß er durchgefallene Abiturienten und dergl. zu seinen Rehatteuren mache.(Sehr wahr! bei den Soz.) Die bekannte Sektgeschichte, die Herrn Bebel so erregt hat, ist nicht von uns erzunden, sondern von der Information“, einem Blatte, mit dem wir nichts zu tun haben. Herr Schoepslin aber hat die schwarzweiß=rote Flagge den„Schmutzlappen des Hottentottenblocks“ genannt.(Purrse rechts.) In Amerika würde man in solchen Fällen Lynchjustiz üben.(Lärm bei den Soz.) Hierauf Vertagung, worauf noch lebhafte persönliche Bemerkungen zwischen Spahn und Eickhofs folgen. Morgen 11 Uhr Fortsetzung. Schluß 611 Uhr. Ueber die Religionsverhältnisse unserer Reichstagsabgeordneten entnehmen wir den Aushängebogen von„Kürschners Deutscher Reichstag“(Hermann Hillger, Benlin W 9. Preis 60 Pfg.), der am 7. März zur Ausgabe gelangt, folgende Angaben: Ihrer Konfession nach sind 220 evangelisch(darunter 51 lutherisch, 3 reformiert), und zwar 56 Konservativ:, 50 Nationalliberale, 25 Freisinnige, 21 Reichspartei, 17 Wirtschaftliche Vereinigung, 14 Freisinnige Volkspartei, 11 Sozialdemokraten, 8 Wild=Konservative 7 Volkspartei, 5 Reformpartei, 3 Wilde, 1 Welfe, 1 Däne, 1 Elsässer; 141 katholisch, und zwar 103 Zentrum, 20 Polen, 5 Elsässer Zentrum, 3 Unabhängige Lothringer, 3 Nationalliberale, 2 Konservativ:, 2 Sozialdemokranen, 1 Reichspartei, 1 Freisinniger, 1 Wild=Konservativer, Dreußischer Landtag. 23. Sitzung vom 1. März 1907, 11 Uhr. Am Ministertische: Delbrück. Präsident v. Kröcher eröffnet die Sitzung. Die zweite Beratung des Etats für Handel und Gewerbe wird fortgesetzt. Zunächst wird der Antrag der Abgg. Graf v. Spee(Ztr.) und v. Pappenheim(kons.) besprochen, wonach bei Prüfung der Vorlagen zu gewerblichen Anlagen landwirtschaftliche Sachverständige hinzugezogen werden sollen, wenn durch die Genehmigung der Anlagen landwirtschaftliche Interessen in Betracht kommen. Abg. Graf Spee(Ztr.) begründet seinen Antrag, indem er darauf hinweist, daß die bisherige Handhabung der Reichsgewerbeordnung nicht genügend Rücksicht auf landwirtschaftliche Interessen nähme, die bei der Anlage gewerblicher Unternehmungen in Frage kämen. Abg. Fischbeck(frs. Vpt.) wendet sich gegen den Antrag, der gegen die Gewerbeordnung verstoße. Der Antrag bezwecke wieder eine einseitige Bevorzugung der Landwirtschaft. Nach der Gewerbeordnung bestehe grundsätzlich Gewerbefreiheit. Abg. Vorster(freik.) erklärt, daß auch seine Freunde dem Antrag nicht zustimmen könnten, da er allerhand schwerwiegende Folgen haben könne. Abg. Dr. v. Böttinger(natl.) führt aus, daß auch seine Freunde dem Antrag nicht zustimmen würden, zum Teil, weilsie grundsätzlich Gegner des Antrags wären, zum Teil, weil sie gegen die Form schwere Bedenken hätten. Abg. v. Pappenheim(tons.) bestreitet, daß durch den Antrag einseitig die Interessen der Landwirtschaft bevorzugt wurden. Wir denken gar nicht daran, die bestehenden Gegensätze zu vergrößern. Von einer Verlangsamung des Verfahrens kann keine Rede sein. Durch den jetzigen Zustand werden ganze Kreise benachteiligt. Handelsminister Delbrück: Ich stimme mit den Antragstellern darin überein, daß es Pflicht der Staatsregierung ist, bei der Konzessionierung von Anlagen auf Grund des§ 16 der Gewerbeordnung ein Verfahren zu finden, das geeignet ist, die Interessen aller Beteiligten in vollem Maße zu berücksichtigen. Aber die jetzt bestehenden Organe sind auf das peinlichste bestrebt, in jedem Falle zu ergründen, inwieweit Schädigungen für die Nachbarschaft eintreten, und welche Mittel etwa geeignet sind, das zu verhindern. Der Antrag in der vorliegenden Form ist für uns unannehmbar. Abg. Kirsch(Ztr.): Wenn man jetzt schon landwirtschaftliche Sachverständige hört, wenn es sich um gewerbliche Anlagen handelt, so scheint mir das gerade für unseren Antrag zu sprechen, nicht dagegen, wie der Herrr Minister meint. Ich bitte um Annahme unseres Antrages ohne Kommissionsberatung. Abg. v. Pappenheim(kons.): In den Ausführungsbestimmungen zu§ 113 der Gewerbeordnung, in der von der Genehmigung gewerblicher Anlagen gesprochen wird, ist von der Hinzuziehung landwirtschaftlicher Sachverständiger nicht die Rede. Deshalb haben wir unseren Antrag eingebracht. Handelsminister Telbrück weist nochmals darauf hin, daß die Kreisausschüsse landwirtschaftliche Sachverständige zuziehen könnten, daß also der Antrag überflüssig sei. Nach einigen Bemerkungen der Abgg. Dr. v. Böttinger (natl.) und Graf Spee(Ztr.) und einer nochmaligen Entgegnung des Handelsministers wird der Antrag der Abgg. Graf Spee und und v. Pappenheim durch Konservative und Zentrum angenommen. Hierauf wird in der Beratung des Etats selbst fortgefahren. Beim Kapitel„Handels= und Gewerbeverwaltung" tritt Abg. Dr. Brandt(natl.) für eine Aufbesserung der Hafenmeister ein. Abg. Münsterberg(freis. Vgg.) hebt hervor, die Besserung der Lotsen sei nur eine sehr geringfügige, der Wohnungsldzuschuß sei dadurch etwas erhöht, daß die Lotsen unter die mittleren Beamten eingereiht worden seien. Abg. Goldschmidt(freis. Vpt.) begrüßt das diesmalige frühzeitige Erscheinen der Berichte der Gewerbeinspektoren. Zum Titel„Eichungsinspettoren“ bittet Abg Lusensky(natl.) auch die neue Eichungsinspektion, die noch nicht etatsmäßig sei, zu einer etatsmäßigen zu machen. rs liege kein Grund vor, daß von 11 Eichungsstationen, von denen 10 etatsmäßig seien, nur eine unterschiedlich behandelt würde. Abg. Kindler(freis. Vpt.) hebt gleichfalls hervor, daß die Beamten bei anderen Behörden besser gestellt seien, als bei den Eichungsämtern. Insbesondere seien die Eichungsmeister verhältnismäßig schlecht gestellt. Abg. v. Hennigs=Techlin(kons.) wünscht eine Besserstellung der Revierlotsen. Handelsminister Delbrück erklärt, sie nicht außerhalb einer allgemeinen Beamtenaufbesserung besser stellen zu können, da die Revierlotsen nicht voll beschäftigt seien. Beim Kapitel„Gewerbliches Unterrichtswesen“ wünscht Abg. v. Hagen(Ztr.) Besserstellung der Navigationslehrer. Handelsminister Delbrück: Die Navigationslehrer können nicht besser gestelltewerden, als die entsprechenden Lehrer an den Fachschulen. 1. da in vorgestriger außerordentlicher Generalversammtung scmtliche Mitglieder einschließlich der der„Hgr: inzwischen neu beigetretenen Bohmonter „Sängerbund“ vereinigt haben. Die„Har damit wieder aus dem Verzeichnis der##rigen, Abg. Metzger(ntl.) empfiehlt gleichfalls eine Besserstellung der Navigationslehrer, die zu den höheren Lehrern gerechnet Abg. Dr. v. Bi, zer(ntl.) bittet um Ernennung einer iu Eostand betuachen sack um sich Wier be enschugoen. be, gen, der schon einmal in früheren Zahren die Uebunbicg Scgrsder= Lasek(ut) Paricht eim Aebausbtet, un, desz Vereins mit G. u, uu Lagenann aise Er. lung an der Baugewerischale in Kassel. Delhrüg sagt eine Prü Männergesangvereine verschwunden. Zum Birchenten wurde Herr Mustr ,16.„Steinkühlez, Hehun ne an der Rougewerkichule br Posset, zzung dieses Wunsches Minister Pelorn9 fag. eine Prufung dieses Wunschr Abg. Oeser(frs. Vpt.) befürwortet eine Maschinenbauschule ee Titel„Zuschüsse zur Erichtung und Unterhaltung Abg. v. Schenckendorff(ntl.) die Regierung, diesem weisten Filen aber werden die Fortbidungschulen sch in den rung der Fortbidungsschule nicht mehr zu lange auf sich e“ Hammer(Lons.) hält eine Neuorganisation des Fortbildungsschulwesens, besonders in Berlin, durch eine Zusammenlegung der Fach- und Fortbildungsschulen für nötig. Das Kapite!„Gewerbliches Fortbildungsschulwesen“ wird Präsident v. Kröcher macht, bevor sich das Haus vertagt, darauf aufmerksam, daß in der gestrigen Sitzung Frhr. v Zedlitz den Abg. Trimborn als„Schrittmacher der Sozialdemokratie“ bezeichnet habe. Eine solche Aeußerung entspreche nicht der Ordnung des Hauses.(Beifall im Zentrum.) Nächste Sitzung: Sonnabend 11 Uhr. Fortsetzung der heuBeratung, Kleine gen des Vereins mit Erfolg leitete, gewählt; als,„ einslokat wurde dus Hotel Luov, ndlich fand vorge, sangabend der Freitag gewählt.. ga der hisherige stern die Wahl des Vorstandes statt, Vorstand freiwillig demissionierte.„Bgrsgzigt pon ger den wurde Herr Hörderstraße, zu seinem Stellverteter Herr Gastwirt G. Hollsiepe, zum Schriftführer Gerrz Hexnshzger#r demacher, zum Kassierer Herr Schneiderm,. Merston Busemann neugewählt. Wir wünischen,### der bekanntlich zu den ältesten unserer Stadt gehörk, unter dem neuen Regime fortgesetzte Einigkeit und kräftiges Wachsen, Blühen und Gedeihen. und Schwerte, den 2. März. *(Die Witterung im März.) Der März, sol lich bürfte. Der Metereologe Bürgel, ein Versechter der site Aaid erste Britel des Mearzte Gartig, Frct, Hierauf wechselweise und je nag, v.: Haxauf einige De Towpoße einen kritischen Tag höherer bezw. st **( Z u m A n d e n k e n a n P a u l G e r h a r d t,) d e r a m 12 Vrarz voo, Lepangelischen Kirchen dis Lanbes am eoen in gus 10, Mörz Festgottesdienste stattfinden. Bei dieser 300=Jahrfeier wird überall das bekanntest: Gzsht urtzei 2 sch MRigslicder sohn. Baden, mit 4600, Westfalen mit 2138, 1000, Westpreußen mi 1924, mit 50, Julbdo wit. g., Fxrcfand mit 211, Hildssburg=Pommern mit 253, Ermtand Donnerstag nachmittag im Saale Joßgrezgen Schuhif. Selmig unter Teilnahme eines zahlreichen kums statt. Es waren eine ganze Menge sta Gewinne gestiftet, sodaß nicht nur viele Losinhal mit einem guten Gewinne erfreut von dannen zogen, sondern auch eine hübsche Summe für die wohltätigen Zwecke des Vereins übrig geblieben sein dürfte. **(Der evangelische Bund) zur Wahrung deutschdue eine bischen Männer und Frauen zu einem zeitden; das Thema haben wir sa vereHe, ogenrzgg geen. furt gegründet ist, zählt augenblicklich 330.000 Mitist die stärkste slieder. Die Bestrebungen bes, Ztporz, usir), I als solcher keine Pes siunh„ieztßer, denn die wird auf dem Boden der Nation und immer weiter erschlossen werden. Er treibt erst und Burinet wettet erschrrgen werden. Er treibt erst recht keine Parteipolitik, sondern hat Mitglieder fast aller Parteien in seinen Reihen und will des großen gemeinsamen Zieles, sin, f, Ejsicheu, gich verschiedenen politischen Parteien und Acchrachen mie,“ tungen in nutzvoller und besonnener Weise eintreten. Er will aber auch kämpfen für den konfessionellen Frieden und ist durchaus kein Hetzbund, wie er ##(Männergesangverein„Sängerbund“.) Eine kleine Krisis, wie sie gelegentlich nuch in anderen Verinen vorkommt, hatte kürzlich der Männergesangverein„Sängerbund“, hierselbst. Eine Anzahl glieder waren abgeschwankt und hatten unter dem Namen„Harmonie“ einen neuen Verein ins Leben gerufen. Infolgedessen legte der bisherige Dirigent dermann aus Dortmund seinen Posten nieder. Die Bestrebungen, diese beiden Vereine wieder zu schmelzen, sind erfreulicherweise vön Erfolg gewesen, Gbicge.„. 166 fur Konfirmanden u. Kommunikanten. Grosse Posten Box-Calf Knopf oder Schnürstiefel Ne. 36—42 solange der Vorrat reicht statt 7.85 nur 6.85 Mark. Gute Qualität. Elegante Facons. Böhmer’s Schuhwarenhaus, . Markt 6. Reparaturen gut und billig. 53 Feier war ein Bild schönster Harmonie und wir mün. schen und hoffen, daß es stets so bleiben möge Westfalen und Rheinland. * Vorhalle, 1. März.(Totgedrückt.) Der auf der hiesigen Station beschäftigte 16 Jahre allte Rottenarbeiter Loos aus Herdecke geriet heute vormittag kurz nach 10 Uhr beim Rangieren zwischen die Puffer zweier rangierender Wagen. Der Brustkorb wurde ihm vollständig eingedrückt, sodaß der Tod auf der Stelle eintrat. * Essen, 1. März. Die Hoffnung, bis heute abend zu den auf Zeche Zollverein verschütteten Bergleute Bär und Crischelski zu gelangen, hat sich als trügerisch erwiesen. Dem Rettungswerk stellen sich in den hereingebrochenen Gesteinsmassen große Schwierigkeiten entgegen. Die Verunglückten sind noch am Lebn, da man heute abend gegen 9 Uhr an dem Unglücksort, der sich auf der vierten Sohle im Flöz 16 befindet, noch Lebenszeichen von ihnen wahrgenommen hat. Wie wir von wohlunterrichteter Seiter erfahren, besteht die Hoffnung, bis morgen früh die die ganze Nachtdauernden Rettungsarbeiten so gefördert zu haben, daß man zu dieser Zeit die Verunglüten zu vergen in der Lage ist. Die Verunglückten sind bis jetzt seit dem Eintreten des Unglücks noch ohne Nahrung. Ueber die Personalien der Verunglückten ist noch zu melden, daß Bär verheiratet und Vater von sechs unmündigen Kindern ist. Chrischelski ist seit dem August vorigen Jahres verheiratet. Kleine Chronik. Berlin, 1. März. Gestern abend versuchte ein 30jähriger Arbeiter Namens Heitmahn aus Harburg in einer abgetragenen Dragoner=Offiziersuniform und gänzlich falscher Ausrüstung in das kaiserliche Schloß einzudringen, um den Kaiser zu sprechen. Ein Schutzmann hinderte ihn daran, und brachte ihn nach der Wache. Der ihn untersuchende Kreisarzt stellte bei Heitmann gemeingefährlichen Irrsinn fest, worauf derselbe nach Dalldorf überführt wurde. Tehle Brahrmetbungen. üder ein Oostptet be Geigangzgegarakterkomiters Alunter Leitung des 1. Ge.uv., Mestens statt. Zur Aufbert Witen vom Theoter de.,„Biz früh um Fünse, sührung grtangt bie Vovitht, weische wohl den größten ne bene Herlir zut verzeichnen hatten. Weit über Erfolg in Vertn. o.„zusgaden und tuat von da ib50 Mal wurde sie bort u. Pentschgand an. Wohl felren Sigeszug burch gounz 2 gelacht worden und noch eun dit i Theauter, Tiegteffticg solsche Beisallstürme seltener daut ein Theatristicg,.—Zuführung die. ausgelöst., Da hier nur eine einzige aufüh.g, geen er Rovität stattfindet und sämtliche Pgegr,nezug nur eräften bescht hund, Borpergauf begine am Monestens empiehten, e zen, bekannten Verkaufstellen. e en auf Bilets nimmt Herr SchulzeSelmig im Riche des Wassers entgegen, wo auch die besechnug otihype zallen vieh) gestern abens in Morast der am Nickelwerk vorbeiführt und n Damm=straße, heißt, ein Schulkind, denn ein de„Dommeetfzestg, beizu ein Shzugter nicht wilder bud vn an, Gin. Birzgitonnender Verhihter „fischte“ schließlich dem kleinen eine Fusberleidbung wiseder, odzer Strage sind sa bei den Au dvn, zad Dire Herzlüigt, sodaßz ähzsche Zustände, wie sie jetzt dort herrschen, im u.(Seschpeset) Ein amn Feg Piatskreiche jenes Grundstück erwarb für den Preis von zZemeister G. Körner von dim Viehkomvrvdo Hizah lokaler und provinzieller Bedes überaus VVütaes. on ve gale waren gestern Abend etwa 80 fundenen Einführungsfeier des ersten katgglischen 848 schmackhaste, iu, veichpiherer Sechpun bus das Wort ove, Rianöhosen und der preuhschen Staatsregiereinem Hoch auf S. Majestät den Kasser, Hae gpg.rohzie uvreP igefafte bnde ggst Scher der Rolot vy,eenr=ge. Zur brannschweigischen Angelegenheit. Gmunden, 1. März. Die Depesche über den ablehnenden Beschluß des Bundesrats in der braunschweigischen Thronfolgefrage ist gestern nachmittag hier eingetroffen und von der Herzogfamilie bei der Rückkehr von einer kleinen Reise vorgefunden worden. Wie verlautet, fand heute von hier aus ein starker Depeschenwechsel mit Braunschweig statt. Die Reichstagsnachwahl in Mülhausen=Laugensalza. Mülhausen i. Th., 1. März. Bei der heutigen Reichstagsnachwahl im Kreise Mülhausen=Langexian: za=Weißensee wurde nach den bisherigen Feschleuusgen Arnstadt(kons. und Bund der Landwirte) mit 11 909 Stimmen gewählt. Merten(freis. Volksp.) erhielt 5989, Grunwald(Soz.) 5611 Stimmen. Zersplittert waren 26 Stimmen. Selbstmord. Berlin, 1. März. Heute vormittag stürzte sich in der Augenklinik des Geh. Medizinalrates Prof. Dr. Schöler in der Karlstraße der 2jährige Leutnant, Frh. von der Borch aus einem Fenster des zweiren werks auf die Straße, wo er bewußtlos liegen bliev. Er ist inzwischen seinen Verletzungen erlegen. Der sunge Ofizier befand sich seit erno Verägiegg,egen eines Augenleidens in der Anstalt. Verschiedene### stände deuten darauf hin, daß er auch an Newoenuderbung Der salschspielende Graf flüchtig. Schneidemühl, 1. März. Graf Johann Bninski aus Ostec, der durch Urteil der Strafkammer in Schneidemühl vom 22. Dezember 1905 spiels zu drei Monaten Gefängnis und 2000 Mark Geldstrafe verurteilt wurde, ist flüchtig geworden. Der Erste Statsanwalt in Schneidemühl läßt jetzt auf den bschto= Aulio=Uinfall der Gräfin Montignose. Florenz, 1. März. Als die Gräfin Montignoso heute mit der Prinzessin Monika, seiner Gesellschaftsstark beschädigt und einige 20 fin Hugo und der Gesellschaftsdame sind leichterer Art, während der Chauffeur erheblich im Gesicht, an den Schultern und Beinen verletzt wurde. Schwarze Blattern. Dünkirchen, 1. März. Ein am 7. Februar hier ausgeschiffter Matrose des von Algier über Ronen gekommenen Dampfers„Mira“ ist im Krankenhause an schwarzen Pocken gestorben. Die beiden Schwestern, die ihn pflegten, sind heute gestorben; vier weite Personen sollen angesteckt sein. Wie richtet man seine Wohnung ein? Welche Holzarten wählt man? Wie gestaltet man die Einrichtung wohnlich? Was kostet eine Wohnungseinrichtung? Mit festen Sätzen wird fast immer bei schuffung gerchnet,“5 it bwpesche Eime er für die Möbelkaufenden, zu wissen, weiche Summen er verschiedenen Einrichtungen auswenden muß. Obige Fragen, die für einen großen Teil dex. Leig, sicherlich von Interesse sind, beantwortet in sehr,e gehender Weise die der heutigen Nummer beig.## Beilage der Firma Sinn u. Co, G. m. b. 8., nneng achtung wir den Lesern angelegentlichst empehle können. * Die„Schwerter Zeltung“ erscheint täglich, ausser Feiertags. Bezugspreis: Mk. 1.6s vierteljährlich, bei der Post 42 Pf. für Bestellgeld mehr. Wöchentliche Gratig-Beilage:„Illustrierter Famllientreund.“ o o 0 0 0 o o o o O o 4 o o Anzeigenpreis: Die sechsgespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 Pf., Anzeigen von auswärts 1S Pf., Reklamezeile 40 Pf. Erstes und ältestes Tagesorgan Kreises. Haupt=Annoncenblatt. Alle Kreis- und Lokalpollizeilichen Verordnungen für den Kreis hörde erlangen gemäs: Bekanntwachung der Könligl. Reoierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung.513. verdindliche Kraft. o 0 0 COO OOCSGC 5 Druck u. Verlag von Carl Braus. Schwerte. Fernsprech-Anschluss Dr. 62 Ami Schwerte. Celegr.-Adresse Braus. Schwerte-Rubr. e Sonnabend den 2. März 1907. 39. Die Abrüstung Die Abrüstung spukt wieder, von Italien her, durch die Blätter. Es muß in diesem Zusammenhang einmal statistisch festgestellt werden, wer denn eigentlich„der nächst; dazu“ ist, wenn die Rüstungen... schränkt werden sollen. Ein Aufsatz von Oberstieutnant Goltz, Abteilungschef der Ministerialabteilung des Zentraldepartements im Kriegsministerium, lieDie höchste Friedensstärke des Heeres, verglichen mit der Bevölkerungszahl, hat Frankreich:„Bei Bevölkerung von 39 Millionen betrug 1900 seine Friedenspräsenzstärte 565 000 Mann, also 1, pCt. der Bevölkerung. Danach kommt das europäische Rußland, das bei 103 Millionen Einwohnern 1 194 000 Mann, also mehr als 1,1 pCt. der Bevölkerung unter den Fahnen hat, dann erst Deutschland, das bei 61 Millionen Einwohnern 583 000 Mann, also noch nicht vCt. der Bevölterung als„Volt in der=Pepzegrunz, Sehen wir nun auf die Zunahme und der Heeresstärke zwischen 1870 und 1906, so steht wieder Frankreich an erster Stelle: 3 Millionen Einwohner und 195 000 Mann, ohne die Kolonialtruppen, also 65 pCt.; es folgt wieder das europäische Rußland: 32 Millionen Einwohner und 460 000 Mann, also 1,4 pCt., Italien: 6 Millionen Einwohner und 82 000 Mann, also 13 pCt., steht das Deutsche Reich: 20 Millionen Sinwohngr und 183 000 Mann, also 09 pCt.; ebenso 100 Mann Ungarn: 11 Millionen Einwohner und 96 500 Mann, Und nun die Ausgaben für die gung! Auf den Kopf der Bevölkerung berechnet, sind die Jahresausgaben für Heer und Flotte: Großbritannien 29 Mark, Frankreich 20 Mark, Deutsches Reich 16 Mark, Oesterreich=Ungarn 11 Mark, Jtali Mam könnte hiernach also anderen Staaten sollten sich das„in Waffen strotzende“ Preußen als Vorbild für das Maß der Rüstungen schne. Politische Uebersicht Alte Kasten. Wenn deutsche Kriegsschiffe in einem britischen Kriegshafen sich aufhalten, so sehen die Besatzungen ein: Menge ausrangierter Kriegsschiffe liegezig allen möglichen Zwecken dienen, als Hasensch,, Lepots aller Art, als Kasernen und Lazarette, manche ganz abgetakelt, manche sogar noch armiert.— Aus dieser Erscheinung ist denn die Sage entstanden: Die britische Kriegsflotte habe eine Unmenge alter Kasten, während sie in Wirklichkeit das neueste schwimmende Material aller Marinen enthält. So stammt das älteste Linienschiff, das in der Reserve liegt, aber in Das weitaus verbreitetste, maßgebende Blatt in Schwerte und weiterem Umkreis ist unbestreitbar und nachweislich die„Schwerter Zeitung". Inserenten handeln daher in ihrem eigenen Interesse, wenn sie ihre Anzeigen an solche Blätter vergeben, die ihre weite Verbreitung durch den guten Erfolg der Inserate nachweisen können. Die„Schwerter Zeitung“ ist gern bereit, Interessenten freiwillige Zeugnisse über glänzende Erfolge der in ihr veröffentlichten Inserate vorzulegen. Abonnenten bietet sich im März die beste Gelegenheit, die„Schwerter Zeitung“ kennen zu lernen. Der Bezug kostet nur 55 Pfg. pro Monat einschließlich des„Illustrierten Sonntagsblattes“. Die Leserzahl der„Schwerter Zeitung" wächst beständig und hal in den letzten Monaten besonders stark zugenommen, was wir schon durch die Tatsache nachweisen, daß wir erhebliche Mehrkosten nicht gescheut haben und unsern Lesern einen wesentlich ausführlicheren Parlamentsbericht wie bisher vom heutigen Tage an bieten. Schwerter Erstes und ältestes Tagesorgan des Kreises. Hauptannoncenblatt. Dienst gestellt werden kann, der„Rodney“, von 1884, soll aber mit fünf Schwestern noch 1907 gestrichen werden; der älteste Panzerkreuzer,„Sutley“, lief am 18. Januar 1899 ab, der älteste große Kreuzer„Blake“ 1889.— In unsern Kriegshäfen liegt ebenfalls altes Gerümpel massenhaft herum, und wenn man davon auf das Material der aktiven Kriegsflotte schließen wollte, bestände dieses aus alten Kasten, was glücklicherweise nicht zutrifft, obwohl sich mancher Veteran in den Listen noch herumdrückt, beispielsweise der bald 40 Jahre alte„König Wilhelm“ vom Jahre 1868, die kleinen Krenzer„Blitz“ und„Pfeil“ von 18—, welche, da das gesetzliche Dienstalter solcher Schiffe auf 15 Jahre festgesetzt ist, schon vor.„Jahren hätten ausrangiert werden sollen. Die Schur###chife„Stosch“, Stein“,„Moltke“,„Blücher“ sind nun 30 Jahre alt, und moch ein Jahr älter ist der Fischereikreuzer Zieten"; er stammt von 1876 und hätte vor 16 Jahren wegen Erreichung der Altersgrenze gestrichen werden sollen.— Der Kriegshafen von Kiet liegt volller alter Schiffe.— Da befinden sich die vier Linienschiffe der„Sachsen"=Klasse, mit Eisenpanzer, kurzen Kanonen, längst veraltet aus den Jahren 1877 bis 1880, also über die Vierteljahrhundertgrenze Als Hafenschiff figuriert der Turmpanzer„Friebrich der Große“, 33 Jahre alt. Da findet man die Schiffe Jupiter“ und Uranus“, die einstigen Kasematpanzer „Deutschland“ und„Kaiser“, ebenfalls 33 Jahre alt, und den noch um ein Jahr älteren Turmpanzer„Saturn“ früher„Preußen“. Eine Menge Panzerkanonenboote liegt herum, 30 Jahre alt oder nur wenig jünger, und da ist auch die alte ehemalige gatte„Niobe“ als Hulk, die vor 46 Jahren von England gekauft wurde.— Also altes Gerümpel liegt nicht nur in britischen Häfen, sondern auch in unsern. Und es ist nicht richtig, von seinem Vorhandensein Schlüsse auf den Zustand der eigentlichen Flotte zu ziehen. Man spart eben nach Kräften, und nutzt das alte Material aus, so lange es irgend angeht. Die Ausländer an unseren Hochschulen. Straßburg, 1. März. Die hiesige Studentmschaft bereitet eine Eingabe an den Seuat vor, in der darüber Beschwerde geführt werden soll, daß die deutschen Studenten durch das Ausländertum empfindlich geschädigt werden; hauptsächlich in der medizinischen Fakultät, in der von den Inländern das volle Ablegen der Vorprüfung gefordert wird, bevor sie zum Besuch der Klinik zugelassen werden, während diese Bestimmungen nicht gleichzeitig für Ausländer, namentlich für die zahlreich hier studierenden Serben gilt. Es wird gefordert, daß die deutschen Studenten nicht schlechter behandelt werden als die Ausländer. der Firma S. Pischer, Ostennenweg für Frühjahr 1901. Schnitt. Der Sacco,r sp der Joppenanzug, hat sich trotz aller ung behauptet, nur ist die Form der Joppe länger g haltei und ee in Rücken langen Schlt. Dte T. Meuigsig, geabeitet und Brusttasche feolt. Die Joppe wild auf nollfa##.„ nit 2, P, ode; 4 Knöpfen verseh::. Der zweicethige Joppen=Anzug rsreut sich auch großer Beliebtheit. Die Weste wird mehr einreihig bevorzug, ist aber etwas tiefer usgeschnitte. Helle und du kele Phaniasiewesten wirden noch Die Hose, halbweit geschnlten, wird am Fuß= etwas eng ge 8 u Ossbr 81. Rock=Anzüge sind von der Mode sehr bevorzug,, bieserden vilsen immer noch ein feineres Gesellschaftskleidungsstück. An die Form hat sich wenig gegen früher geändert. Die Revers werden auh länger offen getragen. Der Paletot wird für den soliden Geschmack ca 10 Zentimeter über das Knie reichend getragen, hat halb auliegende Rückenform mit langem Der moderne Paletot hat engen, anschließenden Rücken, läuft nach unten ziemlich weit glockenförmig aus, die Mittelnaht des Rückens hat einen Schlitz mit haken. Dieser Paletot wird verdeckt oder auch du chgeknöpft getragen Taschen meistens wagerecht. Für die Regenzeit sind sie sihr chic, neue Modelle in Pelerinen Gummi=Mänteln und implägnierten Pale ots herausgekommen. Der sehr praktische Have oc erfreut sich neuerdings wieder größe en Zusprnis.. gum: Gam; uns In Touristen=, Ausomobil=, Jago- und Tennis Kleidun, stao vielerlei hübsche und prikt sche Neuheiten vorrätig Stoffe. Außer glatt n Kamm amnen wäll man vor ugs weise gerauhte, zienlich helle Phantasiestoffe in streisen= und karobilde den Dessins nach englischem Geschmack. Die Farbentönung i blau, weinrot, braun sowie besonders grau in den verschied nen Nuancen. Meine Schaufenster zeigen ob ge Neuheiten in gedräggter Auswahl, ebenso orientiert Sie: ein neuer Katalog erschöp ender und durch Illustration über die neuen Herren- und Knaben-Moden. Jedoch finden Sie in meinen unermeßlich großen Läzern eine viel größere und vielseitigere Auswahl, wie ich dieselbe in den Schaufenstern und im Katalog vorführen kann. Vorzüge meines Geschäfts. Auf allen Gebieten der Technik, der Industrie und des Han dels sehen wir hichte Vollendung. In rationellster Weise wird in größten Mengen pcoduziert und die Unterrehmungen wetteifern unter sich, ihre Erzeugnisse in möglichster Vellendun; in ansprechenden Sortimenten, zu niedrigsten Preisen auf den Weltmarkt zu bringen. Ein berechtigter Wunsch des kaufenden Publikums wird es sein, von den gewaltigen Schritten der Jetztzeit zu peofitieren, seine Anschaffungen da zu mahen, wo ihn di: Vortei e der hohen Entwick: ung voll und ganz geboten werden Das goße Spezialgeschäft dürfte in erster Linie in der Lage sein, weitgete ldste Würsche und köchste Ansprüche zu befriedigen. Die Bekle dungsbranche hat sich in jeder Weise dem hohen Wert und den Anstrüchen, welche das Wort„Kleidunz“ in sich bugt. angepaßt, und st meine Firma ale größtes Svezialgeschäft der Proviaz in der Lage, Ihnen alle Vorteile bieten zu können Die bedeutndsten Fabrikanten des In= und Ausland s sind meine Lieferanten. Die von mir in den Verkauf gebrachte Konfektion wrd auf grosen, hllen, bestens eingerichtet n Werkstätten von tüchtigen Schneidern hergestellt. biete eine wesentlich größere Auswahl und verkaufe vermöge meiner großen Umsätze billiger wie jegend ein ande es Geschäft. 64 verschiedene Herren=Größen ermöglichen es, daß jede auch abnormale Figur tadellos passende Garderobe findet. 23 Industrie und Handel Das Ende der Hochkonjunktur? Einzelne Erscheinungen im Wirtschaftsleben geben hier und da zu der Vermutung Veranlassung, daß die wirtschaftliche Konjunktur, ihren Höhepunkt überschritten habe. Jetzt schreibt die„Köln. Ztg.“, daß auf dem Eisenmarkte nicht mehr dieselbe zuversichtliche Stimmung herrsche, wie vor einigen Wochen. Die Abschwächung des englischen Roheifenmarktes wolle man zwar durch gewisse Zufälligkeiten erklären, sie dauere aber zu lange an, um sie als bedeutungslos anzusehen; auch den amerikanische Eisenmarkt zeige nicht mehr die frühere Festigkeit. Am heimischen Eisenmarkte träten mit der Zurückhaltung des Handels und im Anwachsen der Lagerbestände ebenfalls bemerkenswerte Symptome zutage, die zwar noch keinen Konjunkturumschwung anzudeuten brauchten, aber doch die bisherige unbeschränkte Zuversicht auf eine Fortdauer der Aufwärtsbewegung stark zurückdrängen. Daran vermöge der Hinweis auf die bei großen Werken vorliegenden starken, das vorjährige Maß erheblich übersteigenden Auftragsbestände um so weniger etwas zu ändern, als die anhaltende Ungewißheit über das Schicksal der großen Verbände der Eisenindustrie ebenfalls zu größerer Zurückhaltung nötige. Erfreulich lautet dagegen eine Betrachtung der „Nordd. Allg. Ztg.“ über die nicht unbeträchtliche Verkehrssteigerung im Güterverkehr während des Monats Januar d. J. Diese Steigerung ist um so wertvoller, sagt das Regierungsorgan, als die nicht gerade günstige Wagengestellung in den großen Kohlengebieten, die in den ungünstigen Witterungsverhältnissen ihre Ursache hatte, eine erheblichere Verkehrssteigerung nicht erwarten ließ. Es bestätigt sich darin die auch anderweit beobachtete Erscheinung, daß der allgemeine Güterverkehr trotz schwächeren Kohlenversandes außergewöhnlich stark ist. Eine bewegliche Klage über die Reichsbank. veröffentlicht der„Freiberger Anzeiger“, die um so beachtenswerter ist, als sie dem genannten Blatte aus industriellen Kreisen zugegangen ist: „Die Auslassungen des Reichsbantprasidenten über die Diskontpolitik und die zwischen der Bank von Frankreich und der deutschen Reichsbank beste henden Unterschiede erhalten durch die seit Monaten getroffenen Maßnahmen der Reichsbankleitung eine recht eigentümliche Beleuchtung. Der Reichsbankpräsident hebt besonders hervor, daß das von ihm geleitete Institut die eigenen Noten in Geld einlöse, während die Bank von Frankreich für den gleichen Zweck nur Silber verausgabe. Wer nun in seinem beschränkten Laienverstand; etwa glauben sollte, daß er für eine Hundertmarknote der Reichsbank den gleichen Wert in blanken Goldfüchsen einwechseln könne, wird durch einen Aushang bei der hiesigen Nebenstelle eines anderen belehrt. Sie ist, wie wohl alle anderen Reichsbankanstalten, angewiesen, überhaupt kein Gold herauszugeben, das eingehende Gold an die vorgesetzte Anstalt einzuliefern und ferner, man sollte es kaum für möglich halten, diejenigen Staatskassen, die etwa doch auf Erfüllung der der Reichsbank im Bankgesetz auferlegten Pflichten bez. der Noteneinlösung bestehen sollten, dem Reichssoll dein Herr sein. Roman von Clara Aulepp=Stübs. 3. „Nun, Schwester Maria, wie geht es mit Georg?“ ragte sie leise. Die Schwester ist aufgestanden und hat hr ehrerbietig Platz gemacht. Sie schüttelt den Kopf und rwidert traurig:„Schlecht, sehr schlecht! Ich glaube, wir ringen ihn nicht durch.“ O!“ mit leisem Erschrecken schaut vas junge Mädchen n das leichenblasse Antlitz, dann flüstert sie ihrem Begleier einige Worte zu. Mit linder Hand streicht sie dem knaben die dunklen Haare aus dem Gesicht. Er öffnet natt die Augen, ein Schimmer von Zärtlichkeit bricht hervor, dann liegen die matten Wimpern wieder fest auf den ingesunkenen Wangen Die abgemagerten Fingerchen fahen wie suchend über die Decke, bis sie Hildegards Hand sefunden haben, dann liegen sie ruhig— eingebettet in der hren. Doch nur eine Weile kann sie dieselben halten, dann uft die Pflicht sie weiter. Doktor Paulus aber bleibt noch ioch einen Moment zurück, er richtet einige Fragen an die Pflegerin, die diese freundlichst beantwontet. „Fräulein Doktor operiert gewöhnlich um 2 Uhr, wenn is nicht früher nötig ist.“ So— danke!“ Er folgt Hildegard weiter und weiter, bis sie endlich den Rundgang beendet haben. So— Herr Doktor! Nun haben Sie wohl die Gütr noch einige Augenblicke mit mir zu gehen, ich möchte gern twas mit Ihnen besprechen. Er verneigt sich und folgt ihr in ein ein kleines Gemach, dessen Einrichtung ganz verschieden von dem der andern ist. An den Wänden wundervolle Stahlstiche, ein Smyrnateppich auf dem Fußboden, duftige Spitzenvorhänge an den Fenstern— hier in einem prachtvollen Ständer eine Fächerpalme, dort eine Fülle von blühenden Gewächsen um eine leise murmelnde Fontäne im Blumentisch gruppiert; Ein zierlicher reich geschnitzter Schreibtisch mit einem Sessel davor. Ein Sofa von dunklem Seidensammt, ein wundervolles Bärenfell mit riesigen Kopfe und hier und da ein Tischen oder eine Etagère, mit den Prachtwerken unserer Literatur vervollständigen die ebenso reiche, wie einen gediegenen Geschmack verratende Einrichtung. Mit leisem Lächeln bemerkt Hildegard das erstaunte Gesicht ihres Begleiters. Mit graziöser Handbewegung in das reizende Zimmer deutend, sagt sie warm: „Eine Ueberraschung meines Onkels für seinen ersten ssistenten! Damit ich nicht erst hinüver in die Villa zu hen brauche, wenn ich mich etwas ausruhen will.“ bankdirektorium zur Anzeig: zu bringen. Schlimme Folgen dürfte das ja kaum haben, denn der Staatsanwalt wird in einem solchen Falle nicht eingreifen. Das ganze Verfahren wird aber dadurch nicht chöner und bildet einen Hohn auf die Eingangs erwähnten Erklärungen des Reichsbankpräsidenten und wohl auch auf die Bestimmungen des Bankgesetzes. Womit will denn der Präsident nun den hohen Diskont, der nun schon seit Monaten auf dem Volk wie ein Alb lastet, rechtfertigen, wenn er sich selbst den Wind aus den Segeln nimmt? Dem Buchstaben nach besteht Goldwährung, in Wirklichkeit aber haben wir jetzt eine Doppelwährung, bei der jedoch das Gold ausgeschaltet und durch eine Zettelwirtschaft ersetzt wird, denn in dem erwähnten Aushange werden kleine Noten als Ersatz für Gold warm empfohlen. Es ist noch nicht sehr lange her, daß unsere Goldmänner mit sonveräner Verachtung auf den Papiergulden blickten. Ist die Reichsbank nicht mehr imstande, mit der Goldwährung eine für das wirtschaftliche Leben gedeihliche Diskontpolitik zu treiben, so mag sie doch endlich dem Drängen weiter Kreise nachgeben und in gesetzmäßiger Form eine Aenderung in unserer Währung herbeiführen. Das Verbot der Goldausgabe beweist doch nur, daß sie am Ende ihrer Kenntnisse angelangt ist und sie wird kaum behaupten können, daß der jetzige Zustand dem Ideal auch nur im geringsten entspricht, welches sie und die anderen Goldmänner immer an die Wand malen.“ Jagd und Sport. Schnepfenstrich. Wieder sind die berühmten Schnepfensonntage gekommen, die für den Waidmann von ganz besondever Bedeutung sind; denn ein altes Jägersprüchlein sagt: Invocavit— nimm den Hund mit! Reminiscere— auf Schnepfensuchen geh! Oculi— da kommen sie! Laetare— das ist der wahre! Judica— sind sie auch noch da. Palmarum— Trallarum! Zum Osterfest— wird gebaut das Nest. Quasimodogeniti— halt, Jäger, halt, jetzt brüten sie! Ja, Oculi, da kommen sie, die vom Geschlecht der Scolopax, die Waldschnepfen. Aber keine Regel ohne Ausnahme, es kommt auch manchmal anders, und wenn rauhes, kaltes Wetter mit Regen und Schn#estürmen eintritt, kann sich leicht auch das folgende Reimlein bewahrheiten: Oculi— vermiß ich sie. Lactare— Gott bewahre! Judica— sind sie noch nicht da Palmarum— Trallarum! und ein oft genarrter Sonntagsjäger hat sich sogar zu folgendem Stoßseufzer verstiegen: Oculi— insames Vieh! Laetare nur ein paan Stare! Judia— noch keine einzige da, Palmarum ist mir schon zu dumm! Durchschnittlich darf, wie der„Dresdener Anzeiger“ schreibt angenommen werden, daß man von Mitte März auf durchziehende Schnepfen rechnen kann. Aber Bestimmtes läßt sich nicht sagen, weil gerade dieser Vogel dem Jäger in jedem Jahre neu: Rätsel aufgibt. Wenn nach einem strengen Winter rechtzeitig Tauwetter eintritt und die Luft fortan gelinde bleibt, geht der Frühlingszug der Schnepfen am regelmäßigsten von. statten. Ebmso hat man festzuhalten, daß die Wald. schnepfen wie andere Zugvögel auch ungern mit dem Winde ziehen, am liebsten bei mäßigem Gegenwind. Freilich trauen auch die braunen Langschnäbel den Menschen nicht sehr und befreunden sich nicht gern mit ihwen, sonrn schlagen lieber, fern von deren zweifelhafter Gesellschaft, in moosreichen Waldungen und v.buschten Sümpfen ihren Wohnsitz aus. Ihre Abneigung ist auch vollkommen berechtigt; denn kaum haben sie sich im Frühjahr, von ihrer langen Wanderung aus dem sonnigen Süden zurückgekehrt, wieder bei uns häuslich niedergelassen, so hebt ein fröhliches Jagen an. Ist doch die Waldschnepfe ein sehr delikater Braten, und der Wildbrethändler macht im Monat März wortreffliche Geschäfte mit den braunen Vögeln, deren durchschnittlicher Preis beispielsweise in Berlin 4 Mt. und darüber beträgt. Die beliebteste und am meisten ausgeübte Jagdart ist der Anstand, gewöhnlich „Schnepfenstrich“ genannt. Ihm eilt der Forstlehrling zu, der die grüne Tracht soeben erst angelegt hat; er treibt den Veteran hinaus, dem die Glieder für die Strapazen der Jagd fast schon versagen. Am besten ist der Abend=Anstand. Während des Tages liegt die Waldschnepfe meist still und versteckt im Waldesdunkel, wenn aber der erste Abendstern erglüht und die Drossel mit ihrem Sang aufhört und schläfrig wird, da erhebt sie sich und geht eilig ihren Geschäften nach. Möge allen waidgerechten Hubertusjüngern für den diesjährigen Schnepfenstrich Waidmannsheil beschieden sein! Die Worte„der erste Assistent“, peischten ihm das Blut ins Gesicht. Warum sagt sie das? Will sie ihn demütigen? Will sie ihm damit sagen, daß er erst der zweite ist? O wie ihn der Gedanke peinigt, wie ihn ihre Ruhe reizt! Jetzt rollt sie einen Sessel ans Fenster und weist mit freundlicher Gelassenheit auf einen Platz ihr gegenüber. „Bitte, setzen Sie sich.— Ich muß noch heute eine sehr schwere Operation vornehmen— Sie haben selbst gesehen, daß dieselbe nötig ist— wollen Sie mir dabei assistieren?“„ 92„ Ihre Frage ist eigenlich unnötig, er tennt voch seine Pflicht. Aber es prickelt ihn in Händen und Füßen, er möchte sie demütigen und so zuckt er als Antwort nur leicht die Achseln. Mit unwiderstehlicher Gewalt drängt es ihn, ihr zu widersprechen. „Für so dringend nötig erachte ich die Operation noch nicht— man könnte erst abwarten—“ „O, wir haben gewartet, glauben Sie es mir! Täglich und stündlich hofften wir, Georg ohne Operation durchzubringen— vergebliche Hoffnung wars. Jetzt darf kein Tag mehr gezögert werden.“ So klar, so voll bestimmt klingt die Stimme des zarten Geschöpfes da vor ihm, daß er erstaunt zu ihr hinüber blicken muß. Ein Zug unbeugsamer Willenskraft hat sich um die schmalen Lippen gelegt und gibt dem Gesichtchen ein ganz anderes Gepräge, läßt es viel älter erscheinen. Die wundervollen Augen strahlen einen so intensiven Glanz aus, daß er sich zusammennehmen muß, um ihnen stand zu halten.„. Gesten Sie besprechen nun aue Einzerheiten der Operation und der Doktor staunt immer mehr und mehr das phänomenale Wissen und die geradezu verblüffende Vertrautheit mit den schwierigsten Fällen an, die Fräulein Doktor ihm klargelegt und als Beispiel in Bezug auf Georgs Krankheit hinstellt. Die Erkenntnis, daß er es hier mit einer seltenen Frau zu tun hat, dämmert in ihm auf, doch anstatt zu bewundern, sühlt er sich erkältet, abgestoßen. Sein trotziger Geist fühlt das Nahen einer Macht, die er bisher in seinem Leben nie gekannt hat. Er wehrt sich dagegen, seine Natur bäumt sich auf, gegen die zwingende Gewalt dieser Macht. Er kämpft gegen seine maßlose Gereiztheit, fast knirscht er mit den Zähnen. Er hat das Gefühl, als müßte er sich auf dieses Mädchen stürzen, sie empprreißen, sie schütteln, daß sie aufwache aus ihrer ruhigen, sicheren Gelassenheit. Mit finsterer Miene hört er zu wie sie spricht. Sie sieht, er ist erregt, unzufrieden, das will sie nicht und beeilt sich, ihm zu sagen, daß sie zu seiner Geschicklichkeit als Operateur das größte Vertrauen hat und sehr auf seine Hülfe rechnet. Unser Wochendichter. „Der Automat!“ Höchst angenehm und sehr probat Ist in der Tat der Automat, Drum findet dieses Selbstgetriebe Bei Alt und Jung viel Gegenliebe— Und darum darf auch hier und dort An jedem vielbesuchten Ort, In großen Gärten, schönen Sälen Der lieb: Automat nicht fehlen! Er ist ein Freund der Kinderwelt, Weil er viel Süßigkeit enthält; Die Jugend hat ihn gleich beim Wickel, Spendiert ein„Onkel“ einen Nickel! Doch ist er nicht nur aufgestellt Zur Freude für die junge Welt, Er gilt als unentbehrlich heute, Für junge wie für alte Leute! Für ein Zehnpfennigstück gibt er Sehr willig das Erwünschte her: Postkarten, Marken, Zigaretten, Artikel für die Toiletten, Verbandzeug für ein klein Malheur, Zwirn, Nadeln und sogar Odeur, Heftpflaster und auch Bartpomade Und süße, leckre Chokolade! Der Automat hat sehr viel Chance, Drum gibt es auch schon Restaurants Mit automatischem Verfahren, Da kann man stets das Trinkgeld sparen, Auch wird heut— das ist sein erdacht, Per Automat„Musik“ gemacht: Er verzieht den Mund zu einem sarkastischen Lächeln. „Zu viel Ehre,“ murmelte er zwischen den Zähnen, dann erhebt er sich. Sie begleitet ihn bis an die Tür und winkt ihm mit gewinnendem Lächeln zu, während er sich steif verbeugt. Die Portieren fallen hinter seiner hohen Gestalt zusammen. Hildegard legt die kühle Hand an die Stirn. O, dieser Mann! Wie hochfahrend, ja fast geringfähig er auf sie herabsieht! Obwohl es ihr zuweilen ist, als flammte sein Auge in stummer Bewunderung auf, so belehrt sie doch gleich der Ton seiner Stimme, daß sie sich geirrt haben muß. Gleichviel— sie füllt ihre verantwortungsvolle Stelle aus, mutig und voll Gottvertrauen will sie auch heute die Pflicht erfüllen, die ihrer wartet. Es ist Nachmittag. In einem separaten Zimmer der Kinderheilanstalt liegt eine kleine, regungslose Gestalt auf dem einfachen, weißen Lager. Ein junger Hilfsarzt und Schwestern gehen leise ab und zu, bis Fräulein Doktor winkt und sie alle hinausgehen. Da beugt sie sich tief über den blassen Knaben und drückt einen Kuß auf das eingefallene Bäckchen. Aus ihren Augen leuchtet selige Freude, sie schimmern feucht. Ihre Hände falten sich.„Gerettet," flüstert sie leise,„mein Gott, ich danke dir.“ Nach einer Weile kehrt eine ältere Schwester, namens Johanne zurück. Hildegard gibt ihr Instruktionen, nickt ihr freundlich zu und verläßt nach einem langen, liebevollen Blick auf den kleinen Georg, auf leisen Sohlen das Gemach Schwester Johanne schaut ihr bewundernd nach und schüttelt sinnend den Kopf. Wo Fräulein Doktor nur die Kraft hernimmt zu ihrer rastlosen Arbeit? Welche Sicherheit und Kühnheit entwickelt sie bei den Operationen.! Ich glaube, dieser Doktor Paulus hat sich so etwas auch nicht träumen lassen,man sah es ihm deutlich an, wie er sich wunderte. Ja, ja, unser Hildchen muß man kennen. Eine klügere Frau gibts nicht auf der Welt und noch dazu mit einem so reinen Kinderherzen, so gut, so edel— an dem bleibt kein Schmutz haften, alles häßliche gleitet spurlos ab. Die, der diese Reflerionen gelten, wandert leichten Schrittes durch den Park, hinüber nach der Villa Agnes des Geheimrats wundervollem Heim, dessen marmorweiß. Maueru wie grüßend zwischen den dicken Stämmen der hohen Bäume hindurchschimmern. Auf der schlanken, wein umlaubten Säulen getragenen Veranda ist der Kaffeetisch gedeckt. Im grünen, vergoldeten Korbsessel lehnt auf seidenen Kissen eine hellgekleidete Gestalt, die beim Herannahen degards lässig mit dem feinen Batisttuch winkt. Forts. folgt. Amtlehes Rressdicht für den Rleis wortk! Die„Schwerter Zeitung“ erscheint täglich, ausser Feiertags. Bezugspreis: Mk. 1.6s vierteljährlich, bei der Post 42 Pf. für Bestellgeld mehr. Wöchentliche Gratig-Beilage:„Illustrierter Familientreund.“ o c O 0 0 0 0 0 0 O O O C o Anzeigenpreis: Die sechsgespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 Pf., Anzeigen von auswärts IS Pf., Reklamezeile 40 Pf. Erstes und ältestes Tagesorgan Kreises. Haupt=Annoncenblatt. Alle Kreis- und Lokalpostzeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäs: Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröstentlichung in der„Schwerter Zeitung“ rechtsverbincliche Kraft. o 0 c OOOOOOSOSSE Druck u. Uerlag von Carl Braus. Schwerte. Fernsprech-Anschluse Dr. 62 Amt Schwerte. Celegr.-Adresze Braus. Schwerte-Kuhr. e Nr. 52 Wochenschau Der neue deutsche Reichstag hat die erste Woche wirklichen Arbeitens hinter sich; um das stolze tagshaus am Berliner Königsplatz herum herrscht noch die vollste winterliche Kahlheit, vom jungen Frühling, in dessen Ankunftsmönat wir jetzt eingetreten sind, ist noch keine Spur zu erblicken. Aus den Seitenstraßen der Reichshauptstadt wird noch munter der Schnee von den großen weißen Stegen von vor vier Wochen abgefahren, und im Tiergarten, auf den das Heim den deutschen Volksvertretung hinübersieht, sind noch weite[Strecken in das winterliche Eisund Schneegewand gehüllt. Die letzten milderen Tage haben wohl mit der großen Reinmachearbeit zum Erscheinen des neuen Lenz begonnen, aben weit sind sie damit nicht gekommen. Wenn es nur bis Östern, das auf den letzten Märztag fällt, geschafft sein wird! Ist so die Stimmung um das Reichstagsgebäude herum noch eitel frostig, so herrschte doch drinnen schon ein Frühlings=Ahnen nicht blos, sondern ein rechtes Frühlings=Sturm=Wetter, kein sanftes Säuseln, sondern ein regelrechtes Obsiegen über die früher: Reichs=Verdrossenheit. Wie in der Wahlbewegung, so hat der Reichskanzler auch in dieser großen Auseinandersetzung nach der Wahl seinen Mann voll und ganz gestanden. Die Führer des Zenirums und der Sozialdemokratie, die Abg. Spahn und Bebel, haben ihren alten Ruf als hervorrägende Parlaments=Kämpen bewährt, aber Fürst Bülow war ihnen doch über, er konnte vor allen Dingen das schwere Gelsschütz des Wahl=Ergebnisses auffahren, er konnte Willen und Ueberzeugung der Nation ins Gefecht führen, die den verbündeten Regierungen, wie dem leitenden Staatsmanne Recht gegeben hat. age Entschieden ist nun auch die Tyronfolgestage Herzogtum Braunschweig, und natürlich in dem Sinn, daß der Herzog von Cumberland und seine Nachkommen auch ferner an der Thronbesteigung behindert bleiben sollen, bis sie die Verzichtleistung auf das heute preußische Hannover allesamt in runder und weiter Form ausgesprochen haben. Die bezügliche Erklärung durch einen Sohn des Herzogs, des einstweiligen Kronprinzen won Hannover, währed er solbst schwieg, konnte bei dem bisherigen Verhalten des Oberhauptes der Familie Cumberland nicht genügen, hier mußte eine vollkommen einwandsfreie Lag: herbeigeführt werden. Da das aber nicht geschehen ist. bleibt nichts anderes übrig, als zu wiederholen, was schon einmal erfolgte, wieder einen Regenten für das Herzogtum zu wählen, da die Braunschweiger sich nicht dazu entschließen können, mit einem kräftigen Vorsatz dieser ganzen Frage ein Ende zu machen, indem sie einen neuen Herzog aus einem andern deutschen Fürstenhause küren. Solche Thronfolgestreiter eien haben nicht mehr die Bedeutung, wir einst; das deutsche Volk als solches denkt darüber kühl, es sieht auch bei hohen Persönlichkeiten auf treue Pflichterfüllung und rechtschaffenes Können. Wenn der Herzog von Cumberland immer nur von seinen Rechten spricht, aber nie an seine damit verknüpften Pflichten denken will, nun, so wird man ihn aber gewähren lassen müssen und tun, was man für richtig hält. Die ziemlich groß gewesenen Hoffnungen auf eine Beilegung des Kirchenstreits in Frankreich haben sich in den letzten Tagen wieder verflüchtigt; als man so weit war, unter die zwischen dem Minister Briand und dem Erzbischof von Paris getroffenen Vereinba kungen über die Benützung der Gotteshäuser und der kirchlichen Gebäude den letzten Strich zu machen, kamen erneute Meinungsverschiedenheiten, und die Linge blieben, wo sie waren, da nun auch der Papst in Rom kategorisch„nein“ sagte; wiederum ist auf demselben Punkte wie vorher, teiten können ihren Weg weiter gehen stiche Regierung hat allerdings neues Entgegenkommen an die stattfinden soll, aber trotz diest zuversicht hätte sie die ganze lieber,#ie morgen aus der Welt. Daran ist der ganzen Sachlage nach, nicht" zu denken auswärtigen Politik schlägt man in Maris, erkannt zu werden verdient, Sonnabend den 2. März 1907. 39. Jahra freundschaftliche Töne an. Es wäre freilich auch direkt unklug, sich die inneren Verdrießlichkeiten noch durch solche nach außen zu erweitern. Der neugewählte russische Reichstag tritt in der nächsten Woche zusammen, wird aber nicht wieder, wie die vorjährige erste Duma, vom Kaiser Nitolaus dem Zweiten in Person eröffnet werden Ein hoher Beamter, der Vizepräsident des Reichsrates, wird die Volksvertreter willkommen heißen, die in ihrer Mehrheit zwar nicht so revolutionär sind, wie 1906, aber doch immerhin so radikal und oppositionell, daß Ministerpräsident Stalypin mit ihnen seine liebe Not haben wird. Darum wird schon im Voraus von Gewaltmaßregeln gegen die neue Duma gesprochen, auch von einem Ministerwechsel war wieder einmal die Rede. Natürlich eilt das alles den Tatsachen weit voraus, aber zu leugnen ist nicht, daß die Lage kritisch und die Aussicht auf eine gedeihliche Arbeit gering ist. Es gesellen sich dazu die immer größer werdenden finanziellen Schwierigkeiten. In Rußland sind die erforderlichen großen Summen nicht aufzubringen, und im Ausland hat niemand, selbst nicht in dem verbündeten Frankreich recht: Lust Geld herauszurücken. Eine neue Armee=Organisation soll England nun wirklich erhalten; sie ist jetzt in aller Form vom Kriegsminister Haldane im Parlament angekündigt und bezweckt vor allem die Erhöhung der Schlagfertigkeit der Feldarmee, die von der britischen Generalität schon seit Jahren verlangt worden ist. Neuerdings haben dann bekanntlich auch die Japaner ernstlich durchblicken lassen, daß, wenn sie auf Grund des Bundes=Vertrages mit England ihre Armee schlagfertig halten müssen, auch Freund John Bull selbst damit heranzuhalten habe. Im übrigen braucht man aber die Sache nicht weiter groß tragisch zu nehmen und nicht an die schon früher einmal besprochen: Armee=Konvention mit Frankreich zu denken. Mit solchen Plänen, die mehr oder weniger auf einen Feldzug zugeschnitten sind, hat es heute gute Wege, und alle faustdicke verständnisinnige Freundschaft kann das wohl ziemlich überall herrschende Friedensbedürfnis nicht beeinträchtigen. Das ist mächtiger und nachhaltiger, wie alle Friedens=Kongresse! Politische Uebersicht. Hamburger Verband zur Bekämpfung der Sozialdemokratie. Hamburg, 1. März. Gegen die Sozialdemokratie ist in Hamburg ein besondrer Verein gegründet worden. Die„Hamb. Nachr. schreiben: Wir vernehmen, daß die Vereinigung hiesiger nationaler Männer, die sich den Kampf gegen die Sozialdemokratie zur Aufgabe machte, gestern abend die Gründung eines selbständigen Vereins mit dem Namen Hemairgischer Verband zur Bekämpfung der Sozialdemokratie beschlossen hat. Der Verband bezweckt den Zusammenschluß aller national Gesinnten ohne Rücksicht auf ihre politische Richtung; es gilt eben nur den Kampf gegen die Sozialdemokratie, damit auch von den Türmen unseres Hamburg in absehbarer Zeit die rote Fahne heruntergeholt werden kann. Dazu bedarf es natürlich ständiger, großer Arbeit. Die Tatsach:, daß auf den ersten Aufruf hin sich schon mehrer; hundert Mitglieder gemeldet haben, beweist, daß der Verband eine Notwendigkeit in unserem politischen Leben ist. Ersparnisse im Hecres=Etat. Berlin, 1. März. Der Reichskanzler hat Ersparnisse im Heere angekündigt. Man nimmt in parlamentarischen Kreisen an, daß Ersparnisse in dem in neren Organismus des Heereskörpers vorgesehen sind, wie sie z. B. von Eugen Richter schon oft gefordert wurden. Es handelt sich dabei um Verminderung der Wachtposten, der Zahl der Burschen und insbesondere auch der Dienstpferde. Ferner dürften bei der in Aussicht genommenen allgemeinen Einführung von Bekleidungsämtern weitere größere Ersparniss: möglich sein. Der polnische Schulstreik. Gnesen, 1. März. Wegen Aufreizung zum Schulstreik(§ 110 des Strafgesetzbuches) wurde Pfarrer Piotrowicz von der hiesigen Strafkammer heute zu sechs Wochen Gefängnis verurteilt. Ferner wurde gegen Redakteur Szymanski vom„Lech“ wegen leidigung dreier Lehrer aus Anlaß des Schulstreiks auf sechs Wochen Gefängnis erkannt. Deutscher Reichstag. 6. Sitzung vom 28. Februar, 1 Uhr. Die Generaldebatte über den Etat wird fortAbg. Schrader(frs. Vgg.): Das gute Recht des Reichskunzlers, seine Meinung in der Wahlbewegung zu äußern, erkenne ich an. Ich hätte nur gewünscht, daß er es nicht bloß so negativ getan, sondern die Ziele seiner Politik mehr largeleg: hätte! Turchaus zu verurteilen sind aber jedenfalls die Eingriffe von Beamten in den Wahlkreisen direkt in die Wahlen, so namentlich die Beeinflussungen durch Saalabtreibereien. Wirtschaftspolitik hat der Reichskanzler vollkommen aus seinen Cnunziationen ausgeschaltet: sie, meint er, sei auf das schönste geordnet. Er will sie nicht ändern, und wenn er es wollte. er könnte es nicht; die Mehrheit für sie ist verstärkt wiedergekehrt— non possumus. Es wird auch dem nicht möglich sein, Verträge mit anderen Staaten zustande zu bringen, die irgend welche Bedeutung hätten. Wir werden gegenüber Amerita mit dem Provisorium weiter wirtschaften mussen. Im Reichstage ist jetzt geschaffen eine sog.„nationale Mehrheit". Ich bezweifle, ob in Zukunft der Fall sehr oft vorkommen wird, wo sie notwendig wird. Eins aber ist sicher. Diese sog. nationale Mehrheit ist keine homogene. Keine von den drei Mehrheitsgruppen ist bereit, von ihren speziellen Forderungen abzuweichen. Wir müssen uns auch in Zukunft vorbehalten, selbständig darüber zu befinden, was„national ist. In der Sozialpolitik ist eine große Einigkeit unter den Parteien. Ta werden wir auch beim Zentrum eine sehr eifrige Mitarbeit finden. Die Niederlage der Sozialdemokrtic, die Verminderung der Autorität ihrer Führer will ja der kleichstanzler und sollen wir alle benutzen, um den Arbeitern zu zeigen, daß trotzdem die Sozialreform fortgeführt werden soll; aber dazu gehört auch, daß man den Arbeitern zeigt, daß auch ihre Rechte und Freiheiten nicht angetastet, im Gegenteil, gefördert werden sollen.(Sehr wahr! links.) Die Se politik in diesem Sinne ist ein gewaltig umfassendes mit dem das Reichsamt des Innern genug zu tun hat, und dazu kommt noch die Umgestaltung der Versicherungsgesetze! Die Witwen= und Waisenversorgung, über die der Schatzsekretär in Zusammenhang mit den Etatsfinanzen eine bedeutende Bemertung gemacht hat, kann natürlich niemand denken, rückgäntig zu machen. Ter Redner macht im Anschluß hieran allgemeine etatsmäßige Bemerkungen über das starke Anschwellen der Reichsausgaben und das relativ geringere Steigen der Einnahmen aus den seitherigen Steuern. Abg. Zimmermann(Reformp.): Tankenswer. ser die Erklärung des Reichskanzlers, daß er an der Verfassung, insbesondere dem Wahlrecht nicht zu rütteln denke. Notwendig sei die Vereinfachung der sozialen Versicherung, ebenso ein Gesetz über die Berufsvereine. Bedauerlich sei anderersens, daß in der Thronrede des Mittelstandes mit keinem Worte gedacht sei. Allerdings habe ja Fürst Bülow in seiner Rede diese Lücke Abg. v. Payer(südd. Vp.): Die Politik des Reichskanzlers trägt jetzt ein Gesicht, was man von ihr früher nicht sagen konnte.(Heiterkeit.) Der Reichskanzler hat der bürgerlichen Linken doch etwas mehr als Blumen gespendet, und die Ankündigung der Börsenreform zeigt seinen guten Wilten. Besonders erfreulich ist die Aeußerung des Reichskanzlers, daß er auch denke an Ersparnisse in der Armee“. Schon die bloße Hoffnung auf eine Aenderung des bisherigen Systems hat die liberalen Wähler zur Urne gebracht. Aber das mag sich der Reichskanzler sagen: eine Enttäuschung der Liberaten würde zu einem bedauerlichen Rückschlag führen.(Rufe: Sehr richtig!) Und auch das muß sich der Reichskanzler sagen, daß er mit seinen programmarischen Erklärungen dieser Tage die Brücken inter sich abgebrochen hat!(Lebhafte Rufe im Zentrum: Sehr wahr!) Wir sind, glaube ich, selbstlose Politiker(Gelächter im Zentrum), aber so selbstlos sind wir denn doch nicht, daß wir unser altes Programm aufgeben sollten. Wir drei linksliberalen ossen, uns näher zusammenzuschließen, wir glauben, daß teir auf diesem Wege die demokratischen Forderungen leichter durchzusetzen vermögen und auf diesem Wege auch einen größeren Einfluß auf die Regierung und auf die anderen Parteien gewinnen können. Den Herrn er erinnere ich daran, daß er doch auch Als solcher wird er seine Politik in Preußen in Uebereinstimmung bringen müssen mit der im Reiche. Vor allem auch durch Uebertragung des Reichswahlrechts auf Preußen.= Nur ein entschiedener Fortschritt kann uns retten vor einem Rückfall in das Elend, dem wir eben erst entronnen Abg. Groeber(Ztr.) verteidigt zunächst das Zentrum. Dieses habe sogar an demselben Tage, an dem die Auflösung erfolgte, die Bewilligung der geforderten Bahn beschlossen gehabt Taß am Vormittag des 13. Tezember heftige Kämpfe im Zeutrum sich abgespielt hätten, sei erlogen. Der Reichstanzler scheine in dem Verhalten des Zentrums an jenem Tage eine dirette Feindseligkeit gegen ihn persönlich erblickt zu haben. Redner führt sodann weiter aus, es sei nicht wahr, daß das Zentrum sich durch Ablehnung auch des Antrages Ablaß sowie durch Ablehnung der Regierungsforderung habe rächen wollen. Man möge doch lieber einmal vergleichen die Behandlung einer seits Roerens, andererseits der Liberalen, speziell Müller=Meiningen durch die Regierung. Ebenso verschieden habe die Regierung die Anträge Ablaß und Hompesch beurteilt, obwohl b#eide Anträge im Prinzip das Gleiche verlangt hätten. Ein früher, als sogar 15 Millionen abgelehnt wurden, vom # inzen Hause, habe man nichts gesagt. Jetzt solle das Zentrum, wenn es acht Millionen ablehne, nicht national gehandelt haben. #us sei eine subalterne Auffassung, eine Auffassung, die unwurdig sei des Parlaments. Da solle man doch lieber die Parlaments=Bude schließen und die Entscheidung über alles einfach dem Bundesrat überlassen. Feinde von Kaiser und Reich habe man die Zentrumsmänner genannt. Das sei eine bodenlose V##rleumdung, die er mit Entrüstung zurückweise.(Stürmischer Beifall im Zentrum.) Redner gedenkt sodann der vorgekommenen amtlichen Wahlbeeinflussungen, der 30000 Mk., die der Kanzler selbst hergegeben habe aus Mitteln, die ihm von Prieaten zur Verfügung gestellt wurden. Sei das gestattet, so öffne das den amtlichen Wahlbeeinflussungen Tür und Tor. Weiter erinnert Redner an die Tätigkeit des Flottenvereins in der Wahlbewegung und sodann an die Kritik, die kurz dor der Auflösung an dem persönlichen Regiment geübt worden sei von einem nationalliberalen Abgeordneten. Redner verbest die betreffenden Aeußerungen Bassermanns von Anfang Wezember, um fortzufahren: Wie unpatriotisch, wie mangelhaft national war, zumal mit Rücksicht auf das Ausland, eine lche Auslassung mit ihrer deutlichen Spitze nach oben!(Stürm. Beifall im Zentrum.) Und das, m. H., war Herr Bassermann! (Erneuter Beisall.) Dabei gewinnt die Auslassung noch mehr an Interesse dadurch, daß die Sache abgekartet war zwischen Herrn Bassermann und dem Reichskanzler selbst.(Bewegung.) Der Reichskanzler hat nun bestritten, m. H., daß es sich um einen Kulturkampf handle. Nun, Fürst Bülow ist ein gewandter Tiplomat, m. H.; manche Fragen läßt er ganz unbeantwortet. (Heiterkeit.) Andere Dinge, die gar nicht behauptet worden sind, widerlegt er, und dann naturlich gründlich.(Stürmische Heiterkeit im Zentrum.) Redner sucht dann zu erweisen, daß von liberaler Seite in der Tat an einen neuen Kulturkampf nach der Auflösung gedacht und auf ihn gehofft worden sei. Er erinnert an eine Bemerkung„los von Rom“, in einem Interview, das Bassermann einem Wiener Journalisten gewährt habe, beruft sich auf die— angeblich liberalen—. Grenzboten“, auf den evangelischen Bund, auf evangelisch=kirchliche Blätter, aus deren Aeußerungen hervorgehe, daß den Liberalen an einem neuen Kulturkampf gelegen sei. Wie würden schon jetzt Katholiken boykottiert! Weiter geht Redner ein auf den Vorwurf, daß das Zentrum bei den Stichwahlen für Sozialdemokraten gestimmt habe. Aus einer langen Reihe weiterer Tatsachen dezw. Aeußerungen folgert Redner, unbeschadet der Grundsätze sei es jeder Partei gestattet und erwachse keiner Partei ein Vorwurf daraus, wenn sie eventuell für Sozialdemokraten stimme. Und zu einem Vorwurf gegen das Zentrum sei am allerwenigsten der Reichskanzler berechtigt, denn gerade er habe durch die Auflösung diese ganze Situation geschaffen. Uebrigens hätten ja auch die Nationalliberalen sich bekanntlich zu solchen Wahlbündnissen verstanden. Und da sage er: es ist ein Stück politischer euchelei, wenn man dem Zentrum allein solche Wahlbündnisse im Vorwurf macht.(Stürmische Beifallsrufe im Zentrum.) Präsident Graf Stolberg: der gerade in diesem Augenblicke, den Vizepräsidenten Paasche ablösend, wieder den Vorsitz übernimmt, erklärt, verstanden zu haben, als richte der Redner den Vorwurf der Heuchelei gegen den Reichskanzler. Abg. Gröber: Ich habe es nur politische Heuchelei genannt, wenn man dem Zentrum allein vorwerfe, usw. Präsident Graf Stolberg: Dann habe ich keinen Anlaß, einzuschreiten.(Große Heiterkeit.) Abg. Gröber verzeichnet dann noch Fälle von Wahlbündnissen zwischen Nationalliberalen und Sozialdemokraten in Württemberg, Hessen, Baden in früheren Jahren und wiederholt zum Schluß seiner Ausführungen, welche Verdienste sich die Abgeordneten„des katholischen Volkes“ früher in nationaler Hinsicht erworben hätten, und wie das alles auf einmal vergessen worden sei wegen des Abstriches von acht Millionen, also wegen einer„Lapalie".(Lauter Widerspruch rechts und bei den Nationalliberalen.) Die Verantwortung für all dus daraus entstandene Unheil falle auf den Reichskanzler. Wir aber, schließt Redner, werden fortfahren zu arbeiten für das Wohl des gemeinsamen Vaterlandes.(Stürm. Beifall im Ztr.). Kolonialdirektor Dernburg will auf eine eingehende Erwiderung heute verzichten. Staatssekr. Graf Posadowsky: Herr Gröber sprach auch vom Programm des Reichskanzlers in seiner neulichen Rede. Nun, Parteiredner der Mehrheit haben sich ja mit diesem Programm zufrieden erklärt, allerdings haben die Herren Payer, Schrader noch einige weitere Forderungen aufgestellt. Jedenfalls wollen wir der Zukunft vertrauen und hoffen, daß es dem Reichskanzler gelingen wird mit seinem Geschick, das Prograum zu verwirksichen. Hierauf erfolgt Vertagung. Morgen 1 Uhr Fortsetzung. Schluß Dreußischer Landtag. 22. Sitzung vom 28. Februar 1907, 11 Uhr. Am Ministertische: Delbrück. Präsident v. Kröcher eröffnet die Sitzung. „ Die Beratung des Etats für Handel und Gewerbe wird bei dem Titel„Ministergehalt“ fortgesetzt. Abg. Dr. Schröder=Kassel(ntl.): Der Herr Reichskanzler hat schon vor Jahren eine Reform der Börsengesetzgebung zugesagt. Sie ist bis jetzt nicht erfolgt. Darunter leidet unsere gesamte Industrie. Die Großbanken saugen das Kapital auf. Den Befähigungsnachweis hat der Handwerkertag in Köln selbst als zurzeit unerreichbar bezeichnet. Für die Einführung von Arbeiterkontrolleuren können wir nicht stimmen, da unserer Ansicht nach dadurch die Kluft zwischen Arbeitgebern und Arbeitern noch verbreitert werden würde. Eine Zusammenlegung der Kranken=, Invaliditäts= und Altersversicherung dürfte mit großen Schwierigkeiten verknüpft sein. Abg. Frhr. v. Zedlitz(freik.): Ich halte es für richtig, wenn nach wie vor die Landräte mit der Ausführung der Reichsversicherungsbestimmungen betraut werden. Sie haben sich dieser Aufgabe stets gewachsen gezeigt, haben sie einmal versagt, so lag das an den ungenügenden Hilfskräften, die ihnen zur Verfügung standen. Gesorgt muß— namentlich auch durch Zusammenlegung der verschiedenen Versicherungsarten— dafür werden, daß die Versicherungsorganisationen nicht sozialdemokratischen Zwecken gemißbraucht werden können. Wenn irgendwo von einem Einfluß des Zentrums gesprochen werden konnte,(Hört! hört!) so war es in der Sozialpolitik. Wenn irgendwo von einer Nebenregierung des Zentrums gesprochen werden konnte, so war es im Reichsamt des Innern.(Hört! hört!)(Unruhe im Zentrum.) Der Erfolg der verkehrten Sozialpolitik sind die 3½ Millionen sozialdemokratischer Stimmen. Gegen den Terrorismus der Sozialdemokraten können wir für absehbare Zeit auf eine besondere Vorlage nicht rechnen, wir müssen ihn also mit anderen Mitteln bekämpfen, müssen alle gesetzlichen Mittel energisch anwenden. Wenn Abg. Trimborn meinte, unsere Gerichte seien nicht unparteiisch, so heißt das nichts anderes, als Herr Trimborn ist Schrittmacher der Sozialdemokratie.(Sehr richtig! Unruhe im Zentrum.) Die Mittelstandspolitik ist mindestens so aktuell wie die Sozialpolitik für die Arbeiter.(Sehr richtig! rechts.) Wir werden, wenn die Linke festhält, im Reichstag gern mit der Linken zusammengehen. Präsident v. Kröcher: Ich möchte den Herrn Redner bitten zur Sache zu sprechen. Abg. Frhr. v. Zedlitz: Wir werden jedenfalls an der jetzigen Handels= und Gewerbepolitik Preußens festhalten. (Bravo!) Abg. Dr. v. Savigny(zur Geschäftsordnung): Ich bitte den Herrn Präsidenten auch dem fünften Redner(Zentrumsabgeordneten Dr. Pieper) soviel Freiheit zu lassen, wie Herrn v. Zedlitz. Präsident v. Kröcher: Das wird ganz darauf ankommen, was der fünfte Redner sagen wird.(Große Heilerkeit.) Abg. Gerschel(frs. Vpt.): Bei Kultusaufgaben wird es an unserer Mitwirkung auch im Reichstage nicht fehlen. Bei der vor hundert Jahren. Von Oberlehrer Feldhügel. Schluß. Das Programm von 1792 führt unter den behandelten Unterrichtsgegenständen auch noch die Kaufmannswissenschaft an. Behandelt wurden hier die Lehre von Wechselgeschäft, Waren, Banken, Assekuranzen, Fabriken, Künsten, Manusakturen, Wechselplätzen u. a. Die Schwerter Schule sollte ja nicht blos lateinische Stadt= oder Trivialschule sein, sie sollte vielmehr eine Schule sein, in welcher der künftige Bürger, Kaufmann, Gelehrte und das„Frauenzimmer“ nützliche Kenntnisse einsammeln konnten. Sie wollte nicht die Aufmerksamkeit der Welt erregen, sondern im Stillen— Gutes wirken. Die eigentliche städtische Lateinschule umfaßt die Stunden von 8—10 und 2—4, und die obligatorischen Fächer Religion, Latein, Griechtsch, Deutsch, Geschichte, Geographie, Kosmologie(Naturlehre), dazu kommen an Privatstunden noch täglich 6 Stunden: 7—8(Hebräisch), 10—11(Französisch), 11—12(Rechnen), 1—2 (Zeichnen, Geometrie, Markscheidekunst) und 4—6 (Mädchenschule). Bei der so reichhaltigen und ausgedehnten unterrichtlichen Tätigkeit, zu der doch auch noch Amtsgeschäfte der Geistlichen traten, sah sich Bährens, wie er selbst sagt, gezwungen, die ihm so nötigen Erholungsstunden dem Aufenthalt in seiner ihm ans Herz gewachsenen Schule zu opfern. Nach der von ihm eingeführten monatlichen sur bekam der Schüler seinem Verdienste, seinem Fleiße und Betragen nach entweder Platz im goldenen, weißen oder schwarzen Buche. Unter die in dem weißen oder gar goldenen Buche Verzeichneten wurden öffentlich nützliche Bücher als Prämten verteilt. Um dem Publikum öffentlich Rechenschaft abzuleriger, mehr vorwärts. Abg. Münsterberg(freis. Vgg.): Eine Aenderung der Börsengesetzgebung ist für Handel und Gewerbe von äußerster Wichtigkeit. Für Mittelstandspolitik treten wir gern ein, dem kleinen Befähigungsnachweis kann ich aber ein freundliches Entgegenkommen nicht zeigen. Für das Handwerk fordern wir Ausbildung des Genossenschaftswesens und Fortbildungsschulen. Für Detaillistenkammern liegt kein Bedürfnis vor. Den Terrorismus, den leider die Sozialdemokraten ausüben, wollen auch wir bekämpfen, aber neue Gesetze wollen wir dazu nicht schaffen. Tarifverträge, wie bei den Buchdruckern, sind eine sozialpolitische Tat. Der konservativ=liberalen Verständigung stehen wir kühl gegenüber und warten das Resultat ab. Handelsminister Delbrück: Auch heute ist wieder im allgemeinen von Politik gesprochen worden. Ich will hierauf nicht eingehen. Im einzelnen ist von der Börse gesprochen worden. Sie haben aus der Rede des Herrn Reichskanzlers erfahren, daß ein neues Börsengesetz kommen wird; das jetzige Börsengesetz hat aber seinen Zweck nicht erfüllt. Der nationalliberale Antrag ist überflüssig, da die Handwerkskammern Mittel vom Staat jetzt schon erhalten. Selbstverständlich kann eine Staatsunterstützung nur eintreten, wenn ein Bedürfnis vorliegt und so lange es besteht. Wollen die Handwerkerkammern Unterstützungen, so mögen sie ihre Anträge stellen und wir werden sie prüfen. Ein Gesetz wegen der Heimarbeiter ist in Vorbereitung, ein Wohnungsgesetz war fertig gestellt, wird aber nochmals umgearbeitet. Dann liegt der Antrag Trimborn um Einführung von Detaillistenkammern vor. Auf keinen Fall kann ich diese Frage schon für spruchreif erklären. Herr v. Zedlitz hat treffend gesagt, eine verständige Mittelstandspolitik sei ein gutes Mittel zur Einschränkung der Sozialdemokratie. Deshalb muß auch nach meiner Ansicht immer mehr Wert gelegt werden auf die weitere Entwicklung der Fortbildungsschulen. An sie schließen sich ergen von den Fortschritten und Kenntnissen der Schüler, ließ er am Schluß jedes Semesters eine öffentliche Prüfung stattfinden. Unter„abwechselnder Musik“, wurde sie vormittags in unserer d. h. der großen evangelischen Kirche abgehalten. Der Gang der Prüfung war in den beiden Jahren, über die wir Nachricht haben, folgender: 1790 1. Religion, 2. Kosmologie, 3. Geschichte, 4. erste lateinische Klasse, 5. erste griechische Klasse, 6 erste hebräische Klasse, 7. zweite lateinische Klasse, 8. zweite französische Klasse, 9. Mädchenklasse. 1792: 1. Geschichte, 2. zweite lateinische Klasse, 3. Geographie, 4. dritte lateinische Klasse, 5. Kaufmannswissenschaften, 6. vierte lateinische Klasse, 7. erste griechische Klasse, 8. Französische 1., 2.,3. Klasse. An die Prüfung schloß sich am Nachmittage um 2 Uhr„unter abwechselnder Musik“ ein Redeaktus, bei dem nicht weniger als 26 bezw. 28 Vorträge stattfinden. Ebenso wunderbar wie die Zahl der Vorträge ist die Wahl der Themata. Auch sie zeigen den religiösethischen Zug, der die ganze Erziehungsanstalt beseelt. 1790 cr. erläutert der„Vorredner" Joh. Franz Röber Salomos schönste Tugendlehre. Die anderen Themata lauten 2. Der Neid, 3. Die Ewigkeit und ihre Freuden, 4. Was sind die Menschen, und was sollen sie sein?, 5. Beweis, daß es besser ist, geliebt, als gefürchtet zu werden, 6. Wert der Erholung(nach Seneca de tranqu. animi c. 15), 7 Weise Benutzung der Zeit, 8. Wert echter deutscher Ehrlichkeit, 9. Die glücklichen Folgen, welche die Handlung bewirkt hat, 10.—11. Der Wert des guten Herzens und ausgebildeten Verstandes. Ein Dialog, 12. Gemälde weiblicher Vollkommenheit, 13. Standhaftigkeit im Mißgeschick, 14. Wert der Sparsamkeit, 15—16. Sappho. Ein Dialog zwischen zwei Mädchen, 17. Die seligen Folgen der Christuslehre fürs Menschengeschlecht, 18.—19. Was heißt liebenswürdig? Ein Dialog zwischen zwei Mädchen, 20. Charakter des Diogenes von Sinoge, 21. Wann gänzend Fach= und Handwerkerschulen, und den Abschluß bilden dann die kleinen und die großen Meisterturse. Das ist auch ein Stück Sozialpolitik, und ich werde alles tun, für diese Sozialpolitik einzutreten.(Beifall.) Abg. Hammer(kons.): Dem Antrage Trimborn stehen meine Freunde sympathisch gegenüber. Wir bitten, ihn der Kommission für Handel und Gewerbe zu überweisen. Bei der Mittelstandspolitik halten wir die Hilfe des Staats nicht für entbehrlich. Wir werden stets für den Mittelstand eintreten. Wir wollen auch erneut eine andere Warenhaussteuer, weil wir glauben, damit dem Mittelstande zu nützen. Vom Handelsgewerbeamt, das der Herr Minister v. Möller eingerichtet hat, haben wir schriftliche Arbeiten erhalten, die vorzüglich waren. In Süddeutschland wurde man vor 25, 30 Jahren schon, wenn man als junger Mensch ohne Geld dorthin tam, vom Landesgewerbeamt direkt bemuttert. Abg. Trimborn(Ztr.): Mein Antrag ist nicht zum Etat gestellt. Ich brauchte daher nicht auf das einzugehen, was gegen ihn gesagt worden ist. Hinweisen möchte ich doch darauf, daß auch gegen den kleinen Befähigungsnachweis früher ähnliche Einwendungen erhoben wurden. Ich habe das Vertrauen zu den kleinen Kaufleuten, daß sie sich den Gedanken der Detaillistenkammern zu eigen machen werden. Ich bin ju auch in meinen Anträgen vorsichtig gewesen— wie sich das gehört. (Heiterkeit) und habe zunächst Erwägungen und Erhebungen gefordert. Das werden Sie doch nicht abschlagen. Ich komme zu Herrn v. Jedlitz.(Heiterteit.) Er hat gezeigt, daß die Wahl nicht nach seinen Wünschen ausgefallen ist. Gestern hal Gamp ganz anders gesprochen. Was soll aus dem Block werden, wenn die einzelnen Teile des Blocks zersallen.(Heiterteir) Herr v. Zedlitz meint, im Reichsamt des Junern tanze man nach der Pfeise Trimborns.(Heiterkeit.) Ich glaube es handeit sich um einen neuen Vorstoß gegen den Herren Grasen Posado##sh. Herr v. Zedlitz scheint noch nicht in die Blockmelvdie einstudiert zu sein.(Heiterkeit.) Im Reichstag wird Fortführung der Sozialpolitik, Abschwören aller scharfmacherische: Gedank#n, Abschwören des Geistes von Zedlitz verlangt.(Heitecteit.) Ich gratuliere Ihnen, Herr v. Zedlitz, zu dieser meisterhaften, glänzenden Leistung.(Heiterkeit.) Keine Partei hat die Partei so energisch bekämpft, wie das Zentrum.(Lachen, Lärm.) Wer hat eine solche Organisation gegen die Sozialdemokratie wie die Katholiken.(Unruhe.) Der Reichsverband ist nur eine schwache Nachahmung unserer Organisation. Wir woren die Schrittmacher gegen die Sozialdemotratie, jetzt sollen wir auf einmal Schrittmacher für die Sozialdemotratie sein. Ich weise diese Beschuldigungen als durchaus ungerecht zurück. Wir sind stets für Institutionen eingetreten, die den Frieden zwischer: Arbeitgeber und Arbeiter fördern. Wie planmaßig wir##: die kleinen Leute auch sorgten, Herr v. Zedlitz tut es mit den Vorten ab: Die Spreu! Ja, Herr v. Zedlitz, wo ist denn Ihr Weizen?(Große Heiterkeit.) Ist es denn ein Verbrechen, au eine reichsgesetzliche Regelung des Bergrechts zu den#en, Hei: v. Zedlitz? Von unserer Seite ist auch hier im Hauss erkläer worden, wir wollen erst sehen, wie weit wir in Preußen kommen, das weitere machen wir im Reiche. Wenn Herr v. Zedlip besser informiert gewesen wäre, hätte er seinen Uebermut wod gezügelt, wir sind nicht übermütig, wohl aber selbstbewußt. weil wir wissen, daß wir auf christlicher, echt deutscher Grundlage stehen, weil wir jetzt noch einen gefährlichen Sturm siegreich bestanden haben.(Lebhafter Beifall im Zentrum.) Diesrs Selbstbewußtsein werden Sie Herr v. Zedlitz mit ihren underrchtigten Angriffen nicht erschüttern.(Lebhafter Beifall im trum.) Abg. Dr. v. Boettinger(ntl.) bedauert, daß seine Partei zum Antrage Trimborn, der zu spät eingegangen sei, noch Stellung habe nehmen können. Sodann bittet Redner den ninister im Vereine mit der Reichsregierung für eine baldige Regelung der Handelsbeziehungen zu Canada zu sorgen. Die Differenz um 33 Prozent zu Gunsten Englands schädige alle C Vertreter anderer Parteien in die hohe Politik zu wollen und kommt wieder auf die hohen Fleischpreise zu sprechen. Bemerkenswert sei, daß bei der Mittelstandspolitit nicht mehr so viel von der Gesetzgebung erlangt werde früher. Hierauf wird der Schluß der Besprechung angenommen. Persönlich bemerkt Abg. Frhr. v. Zedlitz, er wünia auch eine Fortführung der Sozialpolitik, aber eine sachtn# und nicht eine durch Zentrumswahlpolitik verballhornisierte S Hialpolitik. Das Ministergehalt wird bewilligt, der nationalliberale untrag auf Erhöhung der Staatszuschüsse an die Handwur#erkammern der Budgetkommission überwiesen. Hierauf vertagt sich das Haus auf Freitag 11 ilhr. (Handelsetat; Etat der Zentralgenossenschaftskasse; indi##ette Steuern.) Schluß 5¼ Uhr. fangen wir an, weise zu werden? 22. Wert der Selbstüberwindung, 23. Tod des Priamus, 24. Es ist gefährlich, über andere zu urteilen, 25. Der Weise und der Christ in Widerwärtigkeiten, 26. Liebe ist und schafft lauter Glückseligkeit. In entsprechender Weise sind auch die Vorträge für 1792 gewählt. Aus der reichen Fülle(28!) seien nur folgnde als besonders bemerkenswert erwähnt: 11. Die französische Revolution, 12. Der mit seinen Widerwärtigkeiten zufriedene Christ, 13. Die süße Frühstunde des Sommermorgens, 17. Lob der Grafschaft Mark(in französischer Sprache), 20. Bilder der Auferstehung, 22. Der gestirnte Himmel, 23. Der Erbarmer. Als Vorredner fungierte 1790 Joh. Franz Röber, 1792 Joh. Konr. Gotfried Wilhelm Hengstenberg aus Ergste. Auffallend ist, daß unker den„Rednern“ 1792 kein einziges Mädchen verzeichnet ist, während 1790 nicht weniger als 6 Mädchen aufgeführt werden. Von den auftretenden Schülern waren 1790 69,2 Proz.(18), 1792 nur 46,2 Proz.(12) aus Schwerte selbst; die Auswärtigen verteilten sich auf Altena(2), Ergste(3 bezw. 2), Essen(1), Geiseche(1), Hagen(1), Halver(1), Iserlohn(2 Mädchen), Kierspe(3), Lüdenscheid(1), Werden(1), Werdohl(1), Westhofen(1), Wetter(1). Was schließlich die Kosten des Unterrichts anbetrifft, so stand es damit folgendermaßen: Jeder Auswärtige bezahlte für alle Stunden 12 Rtlr. Berl. Conr., ganz gleich, welchen Lebensberuf er einschlagen wollte. Für die Einheimischen, die Stadtkinder, kosteten die öffentlichen Stunden 2 Tlr., ebenso jede Privatstunde; für den Eintritt, d. h. also als Aufnahmegebühren, mußte mindestens 1 Rtlr. gezahlt werden. Zu Neujahr war noch ein Geschenk üblich, dessen Höhe aber dem Belieben jedes Einzelnen überlassen war. Das Honorar für die jährliche Rede betrug 1 Gulden, für die minder Begüterten einen halben Gulden. Ein Teil dieser Gelder wurde zur Anschaffung von Prä SAT ARR. Sentg in unerreicht großer Auswahl. Geschenk=Artikel: passende Bücher, Bilder, Pholdgraphien, Kreuze ene. en. Grucwunschrärten Ep mit passenden Ticten empfiehlt preiswert Sach= und Kunsthandtung— ferner CährF Braus, Schwente. Briefkasten R. M. 150. Gemeinschaftliche Testamente können nur von Eheleuten errichtet werden. Wenm Sie sich also mit Ihrem Verlobten gegenseitig zu Erben einsetzen wollen, so müssen Siz zwei getrennte Testamente errichten. A. B. C. 1907. Die einmal erteilte Genehmigung zur Aufhebung der Hypothek ist unwiderruflich. S. B. Beim Verkauf von Grundstücken hat, wenn nichts anderes vereinbart wird, der Käufer die Umsatzsteuer zu zahlen. Emma P. Wenn Sie von Ihren Pflegeeltern adoptiert sind, so haben diese Ihnen die Einwilligung zur Ehe zu erteilen, also nicht die leiblichen Eltern. Die Einwilligungserklärung ist nur bis zum vollendeten 21. Lebensjahre erforderlich. Westfalen und Rheinland. * Soest, 1. März.(Ein Gaunerstückchen) erzählt man sich hier aus einem Orte unseres Kreises. Kehrt vor einigen Tagen in einer dortigen Wirtschaft ein„Reisender“ ein und erkundigt sich nach einem frugalen Mahl. Das ihm angebotene Butterbrot mit Aufschnitt entsprach aber seinen Wünschen nicht und der„Reisende“ ließ sich eine bessere Wirtschaft weisen. Hier bekam er einigermaßen ihm Zusagendes, nämlich Rührei mit Schinken usw. Nach Verzehrung des opulenten Mahles und ohne vorher zu bezahlen, hatte der„Reisende" noch einen eiligen Gang zu besorgen und gab bis zu seiner Wiederkehr ein umfangreiches Pabet in Verwahrung. Als der„Reisende“ aber ziemlich lange auf sich warken ließ und auch am andern Tage noch nicht zurückgekehrt war, öffnete man das Paket und fand, daß es nur mit Makulaturpapier gefüllt war! nien verwandt. Das Schulgeld(„Lektionsgelder") wurde vierteljährlich bezahlt. Für die Auswärtigen teilt Bährens 1790 mit, es fehle hier nicht an Gelegenheit, Pensionärs beiderlei Geschlechts für 50, 60 und 70 Rtlr. alt Geld jährlich einzumieten. Gute Behandlung wird zugesichert. Die Schülerzahl betrug nach Bährens eigener Angabe(Chronik S. 205) 30 und mehr Schüler. Die„Studierenden“ wurden von ihm direkt zur Universität entlassen. Dabei muß man bedenken, daß die am 23. Dekember 188 angeordnete Abiturientenprfüung nach mannigfachem Widerstande erst 1812 allgemein tatsächlich eingeführt ist....2 Hafrst Mähnand(uach Leider hat das Institut des Hofrat Bährens(nach seiner eigenen Angabe) nur von 1789—1800 bestanden. Varum es so bald wieder einging, läßt sich zurzeit noch nicht nachweisen. * Hamm, 1. März.(Sie nutzte die Situation aus.) Die Eheleute Biermann aus Hamm waren hier eines Tages mit einem Landwirt zusammen. Sie versuchten verschiedene Gastwirtschaften und hatten bald erreicht, daß der Mann vom Lande in eine recht animierte Stimmung geriet. Diese Gelegenheit benutzte Frau Biermann, um ihm ein Portemonnaie mit 200 Mark Inhalt aus der Tasche zu stehlen. Ihr Mann ließ das ruhig geschehen. Da beide geständig waren, wurden ihnen von der Dortmunder Strafkammer heute mildernde Unrstände zugebilligt; die Frau erhielt 8 Monate, der Mann 4 Monate Gefängnis. * Wiesdorf, 1. März. Eine Frau setzte ihr kleines Kind in ein Stühlchen vor dem Küchenherd und ließ es für einige Zeit allein, um Einkäufe zu besorgen. Als sie zurückkehrte, fand sie das Kind über und über mit Brandwunden bedeckt vor. Aus dem Ofen waren Funken auf die Kleider des Kindes gefallen, welche Feuer fingen. Die Brandwunden waren so erheblich, daß das Kind seinen Verletzungen bald darauf erlag. Die Kaufmannsschule der Handelskammer zu Hagen i. W. Wir machen auf die Anzeige der Kaufmannsschule der Handelskammer zu Hagen in der heutigen Nummer dieser Zeitung aufmerksam und empfehlen den Eltern, ihre befähigten Söhne und Töchter, die eine weitere Ausbildung suchen, insbesondere sich dem kaufmännischen Berufe widmen wollen, der Handelsschule und der Handelsschule für Mädchen zuzuführen, die für den kaufmännischen Nachwuchs den Besuch der obligatorischen Fortbildungsschule, besonders aber den kostspieligen und oft unzureichenden Unterricht in den Privathandelsschulen überflüssig machen sollen. 1. Handelsschule. Diese Anstalt gibt in einem einjährigen Lehrgange ihren Besuchern beiderlei Geschlechts vor der Praxis für die Praxis eine planmäßige und abgerundete, kaufmännische Bildung, so daß sie bei ihrem Eintritt in das Kontor sofort etwas Tüchtiges zu leisten befähigt sind. In 30 Wochenstunden wird in folgenden Lehrgegenständen unterrichtet: Deutsch und Korrespondeuz mit Handels= und Wechselrecht sowie Kontorpraris (8 Stunden), kaufmännisches Rechnen(4 Std.), einfache und doppelte Buchführung(4 Std.), Englisch(6 Std.), Handels= und Wirtschaftsgeographie(2 Stö.), Stenographi:(2 Std.), Maschinenschreiben(2 Std.), und Schönschreiben(2 Std.). Der Unterricht wird vormittags von 8 bis 1 Uhr ertetlt. Das Schuljahr dauert von Östern zu Östern. Das Schulgeld beträgt 130 Mark. Wer die Schule mit Erfolg absolviert, ist von dem Besuch der Fortbildungsschule befreit. Die nächste Östern zur Entlassung kommenden Handelsschüler haben bereits jetzt schon unter recht günstigen Bedingungen— kürzeve Lehrzeit, höheres Salär— Stellen gefunden. 2. Handelsschule für Mädchen. Die Schule hat den Zweck, jungen. Mädchen, die später im Geschäft ihrer Eltern oder ihres Mannes tätig sein oder sich ein eigenes Geschäft gründen oder in ein fremdes Geschäft als Handlungsgehülfin eintreten wollen, Gelegenheit zu geben, sich eine hierzu geeignete Vorbildung zu verschaffen. Damit die Schülerinnen des Vormittags Gelegenheit finden können, sich im Haushalt zu betätigen, findet für sie der Schulunterricht nur nachmittags von 2 bis 4 bezw. 5 Uhr statt und umfaßt folgende Lehrgegenstände: Deutsch und Korrespondenz mit Wechselrecht und Handelslehre, kaufmännisches Rechnen, einfache, doppelte und amerikanische Buchführung, Handelsgeographie, Englisch, Stenographie, Maschinenschreiben und Schönschreiben. Der Kursus ist zweijährig— Das Schuljahr dauert von Östern zu Ostern.— Die Ferien fallen mit denen der höheren Schulen zusammen.— Das Schulgeld beträgt jährlich 60 Mark. Die Handelsschule für Mädchen besteht seit 1904 und wurde jährlich von 30 bis 40 Schülerinnen absolviert. Die Anmeldungen für beide Anstalken müssen bald erfolgen, damit rechtzeitig die erforderlichen Klassenzimmer eingerichtet werden können. Vöriges Jahr konnten mehrere junge Leuts und Mädchen wegen zu später Anmeldung keine Aufnahme finden. Es ist von der Kaufmannsschule für die Besucher der Handelsschule und der Handelsschule für Mädchen, ein Stellennachweis eingerichtet worden. Die Führung des Nachweises hat der 2. Sekretär der Handelskammer, Herr Dr. Voye, Ostraße 10, übernommen, der gern allen stellensuchenden jungen Leuten mit Rat und Tat zur Seite stehk. Marktpreise. Schwerte, 28. Febr.(Wochenmarkt.) Kartoffeln pro Zentner bis 3 Mk. Butter pro Pfund 1,20— 1,30 Mk., Eier 10 Stück 1 Mk., Schweinefleisch per Pfd. 80 Pfg., Rindfleisch bis 75 Pfg., Kalbfleisch 80 Pfg. geräucherter Speck 80—90 Pfg., Hammelfleisch 70 Pfg. Neuß, 28. Febr. Fruchtmarkt. Weizen, prima 18,50, zweite Sorte 17,50 Mk., Roggen, prima 17,00, zweite Sorte 16,00 Mk., Hafer, prima 17,20, zweite Sorte 16,70 Mk. für 100 K. Kleien 6,00 Mk. für 50 Kg. Köln, 28 Febr. Rüböl(in Posten von 5000 Kg.) 69,50 B., Mai 65,50 B., 65,00 G.— Fruchtmarkt. Heu 5,20—8,20, Maschinenstroh(Roggen 4,40, Richtstroh (Flegeldrusch) 4,70, Krummstroh 3,50 Mk. Empfehle täglich frisch. 27 Umsorst kann jeder in der 216. Königl. Preuss. Klassen-Letterie mitspielen. Vom 10. Januar bis 4. Juni 1907 findet die 216. Preuss. Klassen-Lotterie mit 5 Ziehuegen statt. Für jede Ziehung kaufe ich für meine Kunden, welche vom 15. Dez. bis 4. Juni 1907 ein vollgeklebtes Rabattmarkenbuch mit meinen eigenen Rabattmarken gegen 3.— Mk. in bar eingstauscht haben 40 Viertel hose für zasammen 2000 Mark. Gezogene Lose werden durch neue ersetzt. Die Nachzahlung für die vorhergehenden Klassen erfolgt jedoch aus den Ges winnen. Die Lose für die I. Ziehung sind bereits gekauft, und können die Nummern in meinen Geschäften eingesehen werden. Die Gewinne in jeder Ziehung werden bei meinem Bankhause, dem„Barmer Fank-Verein Hagen i. W.“ hinterlegt, und können im günstigsten Falle: =930000 Marn S gezogen werden. Die sich am Schlusse der 5. Ziehung ergebende Gesammtsume wird auf jedes Buch gleichmässig verteilt. Wer also recht viele Bücher abgiebt, erhält auch der Zahl d. Bücher entsprechende Anteile v. Gewinn. Es liegt deshalb im Interesse jeder sparsamen und klugen Hausfrau, ihren Bedarf in feinster Butter Margarine. Kaffee, Käse. Eier, Fleisch- und Worstwaren nur in Peifler’s Spezial-Geschäft zu decken Auf sämtliche Artikel verabreiche ich Rabattmarken, und wird jedes vollgeklebte Buch mit 250 Marken gegen 3— Mk. in bar eingelöst. Ausserdem gebe ich auf: Margarine, Kaffee, Malzkaffee in Paketen, Fleisch- u Wurstwaren noch Bons, wofür je nach der Anzahl der Bons hübsche und nützliche HaushaltungsGegenstännde gratis verabreicht werden. A. Peitier Hagen 1 W, Frankfurterstrasse 98, Eilperstrasse 72 Wehringhauserstrasse 10 a, Rembergstrasse 3. Altenhagenerstrasse 11, Langestrasse 37. Haspe, Vörderstrasse 8 Leimhte, Hagenerstrasse 14 II. Gevelsberg, Mittelstrasse 18 Altena, Lennestrasse 36 Herdecke, Vorderstrasse 16 ¼ b Lüdenscheid, Werdohlerstrasse 3 Milspe, Hauptstrasse 18 Unna, Bahnhofstrasse 13 Schwerte, Hagenerstrasse 8. Mitspielen kostet kein Geld! 8 Jugendliche Arbeiter u. Arbeiterinnen zum baldigen Eintritt bei gutem Lohn und dauernder Beschäftigung gesucht. K788 Nickelwerk Schwerte. keinstes Pflanzenfett zum Röchen. braten u.backen Wo gehen wir hin? Gasthaus zum„Deutschen lub.: Wilh. Gerber, gef. von Willy Jaeger, am Markt. ff. Biere. Reine Weine. fürgerlicher Mittagstisch.— Kaltes u. warmes Frühstück. Haltestelle der elektrischen Straßenbahn. Bei sreündlicher Bedienung empfieh: sich bestens 77. Willy Jaeger. Ohlendorff's echter Peru=Guano „Füllhornmarle“ ist neben Stallmist 57 bekanntlich das vorteilhaftette und sicherste wirkende Düngemittel GERU,CUANUT 47 Mudochfrig Vorsicht bei Angeboi von billigeren Marken Füllhorn rot, Längstr. geld, Schrift blau. 120 Pi 100 50 Pfe 10 Pig. 100 Pfe an hochf. Süßrahmbutter „ Schweizerbutter „ Margarine####0. frische Lundeier per Stack hochf gebr. Kaffees von Stampfzucker bei 10 Phd. 19 ½8 Pse. Weizeumehl 000# po. 12 9 Backpulver 3 pakete 20 Pfe Rüböl hell u. klar Liter 65 Pfg. Empfehle ferner: Stockfische, Heringe, Rollmöpse, Gurken, Bückinge, Sardinen, Käse, Wurstwaren, sämtl Kolonialwaren, Hülsensrüchte, Konserven zu den billigsten Preisen. Hochfeine Importen von Zigarren. Zugabebons u. Rabattmarken. Auf Wunsch liefere frei ias Haus Giirg WVTkws en gros. en detail. Stadttor=Drogerie Likör= und Fruchtsaft=Fabrik, Wein= und Branntwein=Handlung Brückstraße. Ecke Hellpothstraße. Zu Beginn der Saison erlaube ich mir, mein Geschäft zur Anfertigung eleg. Herrenkleidung in emrfehlende Erinnerung zu bringen. Die neuesten Stoffe in deutsch und englischen Fabrikaten sind in grosser Aus: wahl eingetroffen. Indem ich der Zuweisung sehr geschätzter Aufträge entgegensehe, empfehle ich mich Hochachtungsvoll! W. G. Ortmann, Schneidermeister. Schweree, Westentor— 68R5 Kaufmannsschule A819 Föhlen, Ruhe u. Kinder. Auf einige an der Ruhr belegene Weiden werden Fohlen, Kähe und Rinder angenommen. Weidegeld einschl. Aufsicht für Fohlen 53 Mk., Kühe 42 Mk. und Rinder 32 Mk. 2 Anmeldungen nimmt entgegen: Weidenaufseher P Wolff in Geisecke bei der Haudelskammer zu Hagen i. W. Für die Abteilungen B und C, Handelsschule für Mädchen und Handelsschule mit vollem TagesUnterricht nimmt der Unterzeichnete, der auch über Organisation und Ziel der Anstalten nähere Auskunft erteilt, schon jetzt Anmeldungen entgegen. Direktor Grünwald. 8 8 3 3 # 8 33 8 8 83 # 33 # 8 # Zeige den Empfang der neuesten Däuen-Jaguetts Frauen-Tarstots Damen-Mäuter Costumrocke ergebenst an. Hochachtungsvoll! Erhst-Müher. Um einen Nickel wird gebeten, Dann geht's mit Pauken und Trompeten! Doch staunen wird die Welt noch mehr! Ein„automatisches Gewehr Ist, wie die Tagesblätter künden, Bereits begriffen im„Erfinden“! Das ladet sich von ganz allein, Drum muß es äußerst praktisch sein, Man sieht, was Vielen problemätisch, Das wird gelöst höchst automatisch! Das Eine zieht das Andre nach, Am Ende kommt der große Tag, Da zieh'n ins Feld zu neuen Taten Nur„automatische“ Soldaten. Der Krieg hat keinen Schrecken mehr, Das automatische Gewehr Wird zwar die Reihen niederschießen, Und dennoch gibt's kein Blutvergießen! Wer weiß, was uns die Zukunft bringt, Was den„Erfindern" noch gelingt? Vielleicht beliebt man bald auf Bällen Tanz=Automaten aufzustellen! Weil doch nicht eine jede Stadt Die schmucken„Tanzhusaren“ hat, Hilft man sich automatisch weiter; Zur Not geht's schließlich auch! Ernst Heiter. Berantwortlicher Redakteur: Wilh. Schade, Schwerte. Für den Inseraten= und Reklameteil verantwortlich: Jac. Christ, Schwerte. Unser schlimmster Feind ist— das Vorurteil. Gäbe es keine Vorurteile, dann würde man heute kein anderes Frühstücks= und Vesper=Getränk kennen, als Kathreiners Malzkaffee. Denn es steht wissenschaftlich fest, daß dieser alle Vorzüge ähnlicher Genußmittel in sich vereinigt, von ihren schädlichen Neben= und Nachwirkungen aber vollständig frei ist. Es möge also jeder, der hier noch in einem alten Vornrteil befangen sein sollte, frisch und vertrauensvoll einen Versuch mit dem echten„Kathreiner“. machen— und er wird sich dadurch eine neue Wohltat und einen dauernden behaglichen Genuß verschaffen! Gottesdien ste. Evangelisch= reformierte Gemeinde. Sonntag 9½ Uhr: Pastor Terberger. Evangelisch=lutherische Gemeinde. „ 9½ Uhr Pastor Graeve. „ 11„ Kindergottesdienst „ 5„ Pastor Wischnath. E finden keine Haustausen statti: Am Sonntag, den 3 März im 3. Bezirk(Pastor Wischnatb), am Sonntag, den 10. März im Bezirk(Pastor Heinenberg), am Sonntag, den 17. März im Bezirk(Pastor Graeve) Sonntag 2 Uhr Gottesdienst in der Schule zu Eichholz *: Passionsco##tesdienst in der kleinen Kirche „„ in der großen Kirche. Vereine und Versammlungen. 4 Uhr: Jungfrauenverein. 5 Uhr: Vo ksversammlung des evanbel'schen Bundes im Schulze=Selmigschen Saale. 8 Uhr: Gustav=Adolf Frauen=Verein. 2 Uhr: Missionskränzchen. Mittwoch 8 Uhr: Jungf auenverein. Freitag 8¼ Uhr: Vorbereitung zum Kindergottesdienst. Evangelische Stadimission Kuhstr. 7 Sonntag V. 8 Uhr: Blaukreuzgebitstunde und Verpflichtungsge legenheit „ Bibelstunde. Redner: Preoiger Wigund=Barm „ Vortrag für Männer und Hünglinge. Referent: Prediger Wiegand, Barmen. Gemischter Chor. Frauen=Missionsstunde Männer= und Jünglingsverein. A. 8½ Uhr: Gebetsstunde. A 8„ Vortrag des Herrn Predigers WiegandBarmen Thema:„Die sittliche Not in der jungen Männe. welt.“ A. 8½ Uhr: Männerchor. W A. 8½ Uhr: Bibelbesorechstunde. Sonnabd. A. 8„ Tninen in der städtischen Turnhalle. Gottesdienstordnung der kath. Pfarrkirche Schwerte. Vorm. 6½ Uhr: Stille heilige Messe. „ 7¾„„„„ mit Predigt. „ 9„ Schulmesse. „ 10¼„ Hochamt mit Predigt. Verlesung des Hirtenbriefes. Nachm. 2½„ Christenlehre. Lichtendorf. Vorm. 8 Uhr: Frühmesse mit Predigt. „ 10„ Hochamt mit Predigt. Nachm. 2„, Christenlehre. Donner. 8 Freitag 5 Sonntag Sonntag Dienstag Mittwoch Miteryoch Sonntag N Montag N. 8½, Dienst. A. 8 Mittwoch Sonntag Donnnest. Freitag Connabd. (Jahreskarten gültig). Anfang 7 Uhr. 2. Vorstellung im Sonderabonnement.„Der Ring des Nibelungen“. Ein Bühnenfestspiel für drei Tage und einen Vorabend von Richard Wagner. Erster Tag:„Die Walkür?“ Dienstag, den 5. März: Serie B, Nr. 39. Blaue Karten. Ansang 7,30 Uhr. 7. Vorstellung im Zyhlus deutscher Lustspiele.„Die Journalisten". Lustspiel in vier Aufzügen von Gustav Freytag. Mittwoch, den 6. März: Serie C, Nr. 38. Gelbe Karten. Anfang 7,30 Uhr. Alma Saccur.„Mignon“. Oper in drei Aufzügen von Ambroise Thomas. Donnerstag, den 7. März: Serie A, Nr. 41. Rote Karten. Anfang 7,30 Uhr.„Die relegierten Studenten". Lustspiel in vier Aufzügen von Roderich Benedix. Freitag, den 8. März: Serie C, Nr. 39. Gelbe Karten. Anfang 7,30 Uhr.„Hertha's Hochzeit". Lustspiel in vier Aufzügen von Roderich Benedix. Sonnabend, den 9. März.: Bei aufgehobenem Abonnement(Jahreskarten gültig.) Anfang 8 Uhr. Zum zweiten Male:„Frühlingsluft". Operette in drei Aufzügen von Karl Lindau und Julius Wilhelm. Musik nach Motiven von Josef Strauß. Zusamemngestellt von Ernst Reiterer. Stadttheater Barmen. Sonntag, den 3. März: Nachm. 3,30 Uhr. Fremdenvorstellung zu kleinen Opernpreisen.„Mignon“. Oper von Ambroise Thomas. Abends 7,30 Uhr:„Der Rastelbinder". Operette in einem Vorspiel und zwei Abten von Franz Lehar. Montag, den 4. März. Anfang 8 Uhr. Opernpreise. Gastspiel von Frau Kähte Franck=Witt vom Thaliatheater Hamburg.„Der Fall Clemenceau“ Schauspiel in fünf Aufzügen von Alexander Dumas und Asmand d' Artois. Dortmunder Stadttheater. Sonnabend, den 2. März: Serie B, Nr. 38. Blaue Karten. Anfang 7,30 Uhr.„Die Fledermaus". Operette ind rei Aufzügen von Johann Strauß. Sonntag, den 3. März: Abends 7,30 Uhr. Bei aufgehobenem Abonnement(Jahreskarten gültig.) Einmaliges Gastspiel der Königl. Hofopernsängerin Frau Rüsche=Endorf vom Königl. Hoftheater in Hannover.„Die Hochzeit des Figaro". Komische Oper in vier Aufzügen von W. A. Mozart. Gräfin: Frau Rüsche=Endorf als Gast. Montag, den 4. März. Bei aufgehobenem Abonnement Bekanntmachung. Die technische Revision der Maße und Gewichte wird im hiesigen Stadtbezirk in der Zeit vom 8.— 24. April er. stattfinden. Wir bringen dies zur Kenntnis aller Gewerbetreibenden mit dem Bemerken, daß unrichtige, den bestehenden Vorschriften nicht entsprechende; Maße und Gewichte der Einziehung unterliegen und daß die Besitzer solcher Gewichte pp. Stücke straffällig sind. Es kommt hierbei nicht darauf an, ob das unrichtige Maß oder Gewicht im Geschäft selbst gebraucht wird, schon das Vorhandensein des Stückes im Geschäftslokal macht den Inhaber desselben strafbar. Wir empfehlen daher allen Gewerbetreibenden, in Maße und Gewichte pp., soweit deren fortdauernde Richtigkeit zweifelhaft ist, baldigst zur amtlichen Prüfung zu bringen. Schwerte den 25. Februar 1907. W846 Die Rohrmann. *" Nür Te Pohtirg kostet das neue, von der Maggi=Gesellschaft in den Handel gebrachte kleine Probefläschchen. Jede Hausfrau, die Würze noch nicht kennt, sollte einen Versuch damit MAGGI machen. Man verlange aber ausdrücklich MAGGIS 10 Täglich frische Bauernstuten Wilhelm Brauckhoff, 78 Westenstraße Nr. 6. SESESESESE SRSESEE 9„# D BordeaurRotkein, u garantiert rein, direkter Im. In port vom französisch Wein it U bauer, pr. Flosche aus dem Haus mit Glas 95 Pfg. in ß im Ausschank pr. Glas### 20 Pfg, empfiehlt. 1350 M Carl Raffin, sur Helte aSaS 5 Eichene Zauppfosten 758 stets vorrätig bei Karl Hutt, Buchholz. Freischütz Sonntag, den 3. März nachmittags 4 Uhr: Grosses Konzert ausgeführt vom Betzelschen Solistenorchester aus Dortmund Eintritt 50 Pfennig. 10 Abonnementskarten 3 Mark mpfehle diese Wose v. prima jungen Pferden Bratenstücke B860 ohne Knochen per Pfd. 40 Pfg. behacktes, warme Portioten dur in u. außer dem Hause. 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M. a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes b) junge fleischige, nicht ausgemäst. u. ält. ausgemäst. c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere d) gering genährte jeden Alters. a) vollfleischige, ausgemästete bis zu 5 Jahren b) vollfleischige jüngere c) mäßig genährte üngere und gut genährte ältere d) gering genährte a) vollfleisch., ausemäst. Färsen höchst Schlachtw d) vollfleisch., ausgemäst. Kühe, höchst. Schlachtw. c) ältere ausgemgästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen d) mäßig genährte Kühe und Färsen e) gering genährte Kühe und Färsen a) Doppellender b) feinste Mast=(Vollinilchmast) u. beste Saugkälber c) mittlere Mastkälber und gute Saugkälber d) geringere Saugkälber e) älteres gering genährtes Jungvieh(Fresser) a) Mastlämmer und jüngere Masthammel 5) diere Masthammel.(3a4zschait, c) mäßig genährte Hammel und Schafe d) Holsteiner Niederungsschafe und Lämmer a) vollfleischige der Rassen u. Kreuzungen bis zu 1. J. b) Käser fleischige c) geting entwickelte d) Sauen Schlacht brozelte 61 54 50 46 60 53 48 48 56 52 50 44 42 65 60 54 44 50 48 12 Ueppic enwickeltes nist *FEI gläuzendes saul ist Reichtum! Z erregen ruich Wendelsteiner Hausper’s Beun-sse-Spiritus nur icht mit„Wendelst iner Kircher!“ und„Brennessel“. H ten Se sich vor U terschieb ngen u Nachahmungenk He vorragindes Krättigng; u d viein gungsmittel de Kopthan: Vrhütet Haarspalte, j den Haa verlust. Einfach. es, billiges u. erprobtes Mittel Fl. Mk. 75, 1 50 und 3.—. Alpina=Seise à 50 ufg. Alpina Milch à Dk. 1.50. Zu haben in roger. u. Pa füm Carl Hunins. München. Oepots: W Heppe, Ernst Klein, Carl Trog L. Weinberg. Geschäfts-Eröffnung. Mit heutigem Tage eröffnete Mährstrasse Nr. 7 (imfrüheren Keller'schen Hause), eine Sattlerei und Polsterei. Spezialität: Belgische KarrenGeschirre, — Anfertigung von— Kutsch- u. FrachtGeschirre. Sämtliche Polsterarbeiten werden sauber ausgeführt. Neuanfertigung. Reparaturen. Hochachtend! 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