Amtliches Hreis mrrmmrrhurm M ommmer: KI Die„Schwerter Zeitung“ erscheint täglich, ausser Feiestags. Bezugspreis: Mk. 1.6s vierteljahrlic, bei der Post 42 Pf. für Bestellgeld mehr. Wöchentliche Gratig-Beilage:„Illustrierter Familienfreund." o 0 O 0 O O O 0 0 O O O C 0 Anzeigenpreis: Die sechsgespaltene Peittzeile ocker deren Raum 1o Pf., Anzeigen von auswärts is Pf., Reklamezeile 40 Pf. Erstes und ältestes Tagesorgan des Kreises. Haupt-Annoncenblatt. 27 Alle Kreis- und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäss Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung“ rechtsverbinckliche Kraft. o o O 0 0 0 O C o o o o 0 o Druck u. Verlag von Carl Braus, Schwerte. Fernsprech-Anschluss Nr. 62 Amt Schwerte. Celegr.-Adresse Braus, Schwerte-Ruhr, o Nr. 34 Preußisches Abgeordnetenhaus. Am Freitag wurde die Generalerörterung über den landwirtschaftlichen Etat geschlossen. Die Reichstagswahlen nahmen einen ziemlich breiten Raum ein. Graf Spee(Ztr.) war es, der darauf zu sprechen kam. Es lag ihm daran, seine Partei von dem Verdacht zu reinigen, daß sie für die Sozialdemokratie gestimmt habe. Ein Vorschlag, für drei Zentrumskandidaten sechs Nationalliberale zu unterstützen, sei von letzteren abgelehnt worden. Abg. Dr. Heißig(Ztr.) ging noch weiter, indem er behauptete, es sei nachzuweisen, daß Nationalliberale wie in Köln für den Sozialdemokraten eingetreten seien. Abg. Engelsmann(natlib.) betonte demgegenüber, daß die Nationalliberalen für keinen Sozialdemokraten gestimmt hätten. Vom Zentrum aber könne man das Gegenteil beweisen. Neben diesem Streit bildete die ländliche Arbeiterfrage und die Fleischteuerung eine Rolle. Von konservativer Seite wurde eine Fleischnot überhaupt bestritten und auf das Sinken der Fleischpreise hingewiesen. Im übrgen wurden Wünsche zugunsten des Weinbaues, einiger Beamtenklassen, des ländlichen Schulwesens usw. laut. Minister v. Arnim versprach Entgegenkommen. Sonabend: Anfrage wegen des„Bremserlasses“ über die städtischen Lehrergehälter. Pee. Sc Sonnabend den 9. Februar 1907. 39. Simmgat epeatsen Politische Uebrrsicht. Der„Vorwärts“ und das Königtum. In einer lendenlahmen Betrachtung über die Ansprache, die Seine Majestat der Kaiser in der Nacht nach den Wahlen gehalten hat, schreibt das sozialdemokratische Zentralorgan u. a.: „Nun, wir Sozialdemokraten haben an sich nichts dagegen, daß durch diese neueste Kundgebung die kindliche Illusion von einem Königtum, das über den Parteien stehe, selbst für die naivsten Gemüter radikal zerstört wird. In einem gewissen Sinne können wir mit dieser jüngsten Kaiserrede ganz zufrieden sein. Sie zeigt den Klassenkampf in der denkbar schärfsten Ausprägung. Sie zeigt, wie rettungslos auch die Krone in den politischen Kampf des Tages hineingezogen wird, wie sie in dem Klassenkampf— bewußt oder unbewußt— ihr Banner aufpflanzt, und selbstverständlich auf den Schanzen der herrschenden, der besitzenden Klasse!“ Der„Vorwärts" stellt sich in diesen Sätzen ungeheuer dumm. Daß das Königtum über den Parteien stehen muß, ist selbstverständlich; es ist aber ebenso selbstverständlich, daß dabei nur die Parteien in Betracht komen, die auf dem Boden der Verfassung stehen. Eine Partei, die außerhalb der Verfassung steht die die verfassungsmäßige Grundlage des Deutschen Reiches und des preußischen Staates, die Monarchie, grundsätzlich bekämpft und zu beseitigen offenkundig bemüht ist, hat absolut keinen Anspruch darauf, als gleichberechtigte Partei behandelt zu werden. Einer solchen Partei muß das Königtum feindlich gegenüber stehen; sonst gefährdet es selbst seinen Bestand. Deutschland in Marokko. Paris, 8. Febr. Der Korrespondent des„Temps“ in Tanger weiß von einem bedeutsamen Grundankauf in der Umgebung von Tanger für deutsche Rechnung zu berichten. Diese Erwerbung soll dadurch an Wert erheblich gewinnen, weil der Machsen die Führung von Straßen gerade durch dieses Gebiet bewilligt hat. Ueberhaupt besitze— so meint der Korrespondent Deutschland mehr denn je zuvor das Vertrauen des Sultans und des Machsen. Aus Stadt und Umgebung. Schwerte, den 9. Februar. **(Auszeichnungen.) Im Jahre 1906 wurden der Kaiserin an Hebammen nach 40jähriger Tätigkeit in ihrem Beruf 146 goldene Broschen verliehen. An weibliche Dienstboten wurden für 40jährige Dienstzen in verselben Familie 270 goldene Dienstvotentrenze neost von der Kaiserin selbst vonzogenen Diplomen verlrehen. (Eine Stadtverordnetensitzung) mir außerorordentlich reichhattiger Tagesoronung findet am Donnerstag tommender Woche statt. Zur Erledigung stehen 21 Punkte, darunter diverse Etats, weiter Beschlußfassung über Erhoyung des Schulgeldes für auswärtige Schuler des Progymnasiums und auswärtiger Schuterinnen der höheren Mädchenschule. Die ausführliche Tagesordnug veröffentlichen wir in der Montagnummer. **(Fortbildungsschule.) Wir machen die Eltern und Meister der Fortvildungsschüler, die Freunde der Schule und ganz besonders auch alle diejenigen, die sich mit ihr noch nicht befreundet haben, d#e ihr Wirken bisher nicht anerkennen mögen, nochmals auf die Aus stellung der Schülerarbeiten heute Abend und morgen Vormittag aufmerksam. Jeder, der sich ein Bild von der intensiven, segensreichen Arbeit an der schulentlassenen Jugend, wie sie die Fortbildungsschule leistet, machen will, mag heute Abend kommen. *(Die hiesige christlich=soziale Ortsgruppe) veranstaltet am Dienstag Abend im Saale des Herrn Rath eine größere Versammlung, zu der jeder nationale Mann und jeder Freund der christlich=soz alen Sache willkommen ist. Herr Parteisekretär RüfferHagen spricht über das Thema:„Die Reichstagswahlen und ihre Bedeutung für das deutsche Vaterland“. (S. auch Inserat.) *(Der Gesangverein„Lyra"=Sommerberg) veranstaltet am morgigen Sonntag im Freischütz=Saale ein größeres Konzert in Verbindung mit mehreren Solisten. Es wirken u. a. mit: Herr Konzertmeister Müller=Dortmund(Violine), Herr Lehrer Küppermann=Eving(Bariton) und Herr Rektor SaarmannBerghofen(Tenor). Der Verein steht unter der erprobten Leitung des Herrn Hauptlehrer Steltmann und hat sein hervorragendes Können schon in manchem heißen Wettstreite bewiesen. Der Besuch ist also für jeden Freund einer guten und ernsten musikalischen Veranstaltung empfehlenswert. Ueber das Programm können wir näheres nicht mitteilen, da uns keins zugestellt worden ist. Weitere lokale Nachrichten siehe im andern Blatt. Westfalen und Rheinland. * Dortmund, 8. Febr.(Als Frau verkleidet.) In einem Dortmunder Warenhause tat es eine Abteilungsvorsteherin allen Kolleginnen an Energie zuvor„ihr Kommando verschaffte sich unweigerlich Erfolg, wenn man auch zuweilen über einen gewissen unweiblichen Zug lächeln mußte. Eine Kollegin teilte die Wohnung der Vorsteherin. Jüngst hatten beide mit einem britten Mädchen einen Spaziergang verabredet. Das Unglück wollte es, daß die Besucherin zu früh erschien und die„Vorsteherin“ beim Rasieren überraschte, denn„Fräulein X.“ war ein Mann. Er hatte sich, wie man dem„B. T.“ erzählt, ein anderes Geschlecht beigelegt, um sein Liebesverhältnis den Blicken der Masse zu entziehen. * Langendreer, 8. Febr.(Alles wird teurer.) Auch die vereinigten Fuhrwerksbesitzer von Langendreer und Werne haben jetzt einen Verein gegründet und beschlossen, den Preis für Fuhrleistungen jeder Art um 25 Prozent zu erhöhen. * Hattingen, 8. Febr.(Erfroren.) Von zwei Arbeitern, Nagelschmiedegesellen, bei Ruthenbeck in Stüter, welche sich im schwer betrunkenen Zustande im Freien zum Schlafen niedergelegt hatten, ist einer, namens Schröder, erfroren. Der zweite, Groß, welcher ebenfalls dem Tode nahe war, als er gefunden wurde, befindet sich im Krankenhause auf dem Wege der Besserung. * Süchteln, 8. Febr.(Ein hiesiger alter Wilderer) hat nach der„Krefelder Zeitung“ einige Tage lang seine„Widersacher“, gründlich in die Irre geführt. Er hatte in der Nähe seiner Wohnung Schlingen gestellt und in eine derselben einen frischen Hasen gelegt. Daraufhin wurde die Schlinge von den Jagdaufsehern abwechselnd streng bewacht. Der Schlingensteller kam aber nicht, sondern ging jeden Tag ruhig seiner Wege, nach der Richtung zur Stadt, als wenn er dort arbeite. Während nun aber die ersterwähnten Schlingen von den Beamten bewacht wurden, ging er hin und holte sich ganz ungestört das Ergebnis seiner acht bis zehn übrigen Schlingen im Reviere. Leider bemerkten die Wächter zu spät, welchem Streich sie zum Opfer gefallen waren. * Alstaden, 8. Febr.(Ein Mädchenhändler) treibt sich in der hiesigen Gegend umher und sucht nach Opfern. Leider ist es dem gefährlichen Burschen bereits gelungen, in seinem abscheulichen Gewerbe einen Erfolg zu verzeichnen, denn aus einer kürzlich zugezogenen Familie ist gestern ein Mädchen nach Holland abgereist. Die Polizeiorgane sind eifrig bemüht, den Menschen festzunehmen. Elberfeld, 8. Febr.(Hübsche Telegramme,) aus der begeisterten Siegesstimmung vom 5. Februar heraus verfaßt, gingen vom Stammtisch Deiß ab: „Seine Majestät, dem deutschen Kaiser, Berlin. Heil Kaiser Dir; es schlagen der Begeistrung Flammen, Vereint im Wuppertale heut' zusammen. Die rote Fahne fiel besiegt in heißer Schlacht, Wir haben schwarz=weiß=rot Dir heute neu gebracht. Reichskanzler Fürst Bülow, Berlin. Dein Ruf ans deutsche Volk ist nicht umsonst erklungen, Es haben Patrioten heut' den Sieg errungen, Zu Reich und Kaiser stets in Treue hält Die Bürgerschaft von Barmen=Elberfeld. Kolonialdirektor Dernburg, Berlin. Dank Dir, daß Du das deutsche Volk entflammt, Wir schützen unsre Brüder in dem fernen Land, Daß Dich der Kaiser auf den rechten Platz gestellt, Zeigt Dir die Wahl in Barmen=Elberfeld. * Heißen, 8. Febr.(Einen schrecklichen Verbrennungstod) erlitt die elfjährige Tochter eines hiesigen Bergmanns. Das Mädchen geriet beim Schlackensuchen an glühende Asche, wobei die Kleider Feuer fingen und in Flammen ausgingen. Das schrecklich verbrannte Kind starb im Mülheimer Krankenhause. * Sprockhövel, 8. Febr. Bei der starken Kälte ist heute in Niederstutter der Schmiedegeselle Schröder, der sich in betrunkenem Zustande im Freien niedergelegt hatte, erfroren. Sein Genosse Glef wurde dem Tode nahe ins Krankenhaus gebracht. * Köln, 8. Febr.(Die Liebe zum Regiment.) Von einem Soldatengaul wird der„Köln. Volksztg.“ folgende niedliche Geschichte mitgeteilt: Vor einigen Tagen ging das Pferd eines Händlers mit seinem Fuhrwerk auf der Landstraße bei Hochheim seines Weges. In der Nähe war Felddienstübung. Plötzlich ertönt von dort ein Signal; das Pferd nahm den Kopf hoch und rannte querfeldein zu der Bockenheimer Artillerie, die es erst vor kurzer Zeit ausrangiert und an den Händler verkauft hatte. Man erkannt; in der Batterie den alten„Cäsar“ wieder. Die Offiziere legten darauf Geld zusammen und händigten es dem Händler für Hafer aus. Die Soldaten halfen die im Sturmeslauf verlorenen Gegenstände dem Händler zusammensuchen und führten das Pferd wieder an die prosaische Trödlerarbeit zurück. * Bonn, 8. Febr.(Ein Student als Falschmünzer.) Hier wurde ein Student bei Verausgabung falschen Geldes betroffen und von der Polizei festgenommen, als er sich im Besitz einer größeren Anzahl falscher Fünf= und Zweimarkstücke erwies. Die sofort vorgenommene Haussuchung in der Wohnung des Studenten förderte eine Menge falsches Geld und Gußformen zutage. Die Gußformen waren so kunstgerecht konstruiert, daß mit einem Guß acht verschiedene Geldstücke, darunter ein Zehnmarkstück angefertigt werden konnten. Die Geldstücke sind so täuschend nachgemacht, daß die Fälschung nur mit Mühe zu erkennen ist. Der Student muß zahlreiche Komplizen gehabt haben, da in letzter Zeit eine große Anzahl rheinischer Städte mit falschem Geld förmlich überschwemmt wurden. Kleine Chronik. Heilbronn, 8. Febr. In Wimpfen am Reckar brannte heute früh gegen 10 Uhr das alte Klostergebäude, das seit Jahren die Realschule beherbergt, nieder. Das Gebäude ist besonders interessant durch sein: prachtvollen romanischen Bauten. Die Bibliothek konnte vollständig gerettet werden. Mailand, 8. Febr. Ein Fräulein Sofia Kailenskey, eine zwanzigjährige Russin, tötete sich gestern im Hotel Danieli in Venedig mit Morphium. Man glaubt, sie habe die Tat aus unglücklicher Liebe begangen, weil man in ihrer Hand die Photvgraphie eines Mannes sand. Mailand, 8. Febr. Starke Schneefälle traten gestern und vorgestern in ganz Oberitalien auf. Bologna und Parma melden 30 Zentimeter, Modena 60 Zentimeter Schnee. Aller Verkehr auf Straßen und Kleinbahnen ist unterbrochen. Die Schulen in Bologna sind geschlossen. Madrid, 8. Febr. Ein gewaltiger Schneefall zog den größten Teil Spaniens in Mitleidenschaft. Madrid ist unter einer Schneedecke begraben. Große Verkehrsstockungen und zahlreiche Unglücksfälle sind die Folge. Die Orangenernte an der Mittelmeerküste soll verloren sein. Sogar in Malaga sinkt das Thermometer unter den Gefrierpunkt. Lehl Prohlaetraugen. Ein Erfolg in Kamernn. Berlin, 8. Febr. Nach den letzten der kolonialen Zeitschrift zugegangenen Nachrichten ist es dem Hauptmann Dominik gelungen, den seit längerer Zeit aufständischen Häuptling Maka zur friedlichen Unterwerfung zu bringen. Gegenwärtig hat Hauptmann Dominik den Auftrag, eine fahrbare Straße von Nangabakko über Bertug nach den Quellen des Guma=Flusses anzulegen. Das Eisenbahnunglück in Ottersberg. Hamburg, 8. Febr. Der Schaden, den die Postsendungen bei dem Ottersberger Eisenbahnunglück erlitten haben, beträgt, soweit bis jetzt festgestellt ist, 80bis 90000 Mark. Die übrigen wertvollen Gegenstände der Post konnten nachgewiesen werden bis auf etwaige Einschreibebriefe in den Kartenschlüssen ausländischer Postanstalten, über die noch nichts ermittelt ist. Verschiedene Meldungen. Halle, 8. Febr. Vom Stationsgebäude des Bahn hofs Raguhn stürzten zwei Schornsteinfeger herunter. Der eine war sofort tot, der andere ist verletzt. Kiel, 8. Febr. Im Ostseegebiete verschlimmern sich die Eisverhältnisse mit jedem Tag. Es herrscht scharfer Frost. Mehrere Dampfer und Leichter sind zwischen den dänischen Inseln festgefroren. Bis auf die Schlei sind die schleswig=holsteinischen Häfen noch offen. Starke Dampfer können sogar noch Hadersleben anlaufen. Die verurteilte Polizei. Hamburg, 8. Febr. Das Landgericht verurteilte die Polizeibehörde, einem Küfer, der am 17. Januar 1906 bei den Wahlrechtskrawallen während einer polizeilichen Räumung der Lunauschen Witrschaft von Schutzleuten durch einen Säbelhieb verletzt wurde, die Kurkosten nebst Zinsen auszuzahlen. Lennep=Mettmann. Ferlin, 8. Febr. Der Abgeordnete Eickhoff von der freisinnigen Volkspartei, der in Lennep und in Mühlhausen in den Reichstag gewählt worden ist, hat sich endgültig entschlossen, die Wahl in Lennep anzunehmen, sodaß in Mühlhausen eine Nachwahl stattzufinden hat. Er hat gewonnen. Aus Rußland. Pensa, 8. Febr. Ueber den Mordanschlag auf den Gouverneur Alexandrowski(S. im andern Blatt) werden folgende Einzelheiten gemeldet: Als der Gouverneur gestern nach Schluß der Vorstellung das Theater verließ, drängte sich ein junger Mensch durch das Publikum an ihn heran und gab einen Revolverschuß ab„der den Gouverneur im Genick traf und den sofortigen Tod herbeiführte. Nachdem der Mörder auch den Gehülfen des Polizeimeisters niedergeschossen hatte, bevor dieser seinen Revolver abfenern konnte, flüchtete er ins Theater, wo der Theaterdirektor versuchte, den Mörder zu ergreifen. Dieser feuerte auf den Direktor, traf ihn aber nicht, sondern einen Schutzmann, der tot zusamenbrach. Der Regisseur, der gleichfalls den Mörder festzunehmen versuchte, erhielt eine schwere Schußwunde. Die entstandene Verwirrung benutzend, flüchtete der Mörder in die Damengarderobe und ließ sich dort von dem nichtsahnenden Stubenmädchen die nach dem Bodenraum führende Treppe zeigen. Auf dieser Treppe wurde später der Mörder, der einen Selbstmordversuch gemacht hatte, bewußtlos aufgesunden. Er starb im Hospital, ohne daß die Persönlichkeit festgestellt werden konnte. Die von ihm benutzten Kugeln erwiesen sich als mit Cyankali vergiftet. Ein ungewohnter Gast in Spanien. Heudaye, 9. Febr. Die Schneestürme, die seit dem 7. ds. Mts. in den nördlichen und mittleren Teilen Spaniens herrschen, haben die Einstellung des Bahnverkehrs zur Folge gehabt. Diejenigen Züge, die am 7. Februar abends von Madrid abgegangen waren, werden durch den Schnee zurückgehalten. Der Expreßzug von Irun ist in Villalba geblieben, der Nordexpreßzug in Torrenobeno; der Südexpreßzug liegt in Segovia. Mehrere Güterzüge schneiten auf offener Strecke ein. Der Süderpreßzug aus Heudae mußte abfahren, ohne die Post aus Spanien übernehmen zu können. Die anständigen Japaner. Charbin, 8. Febr. Die Japaner errichteten in Port Arthur am Berge Perepelochny zwei Denkmäler zur Erinnerung an die gefallenen russischen und japanischen Soldaten. In der Nähe des Denkmals für die russischen Soldaten wird eine russische Kapelle erbaut, welche die Inschrift tragen soll:„Den Helden, die bei der Verteidigung Port Arthurs den Tod gefunden haben.“ Schon die 16 in weiß gehaltenen Schaufenster, und die durch zahlreiche weiße Biedermeier=Bäumchen in Pyramidenform geschmückte Passage bezeichnen äußer. lich, was im Innern zu erwärten ist. Betreten wir dann das Riesenlokal, so erkennen wir die ohnehin modern und elegant ausgestatteten Räume kaum wieder. Der Dekorateur hat hier ein Werk geschaffen, das sich in seiner geschmackvollen Ausführung und dekora tiven Wirkung den bedeutenden Arrangements ldieser Art an die Spitze stellen kann. In den geräumigen Lichthöfen streben sechs offene, mit Taschentüchern be leidet: Türme empor bis zu der Höhe von 5 Metern, die in ihrer schneigen Weiße außerordentlich imposant wirken. Besonders reizend aber sind die im ganzen Parterre=Lokal aufgestellten Biedermeier=Bäumchen. deren Blattwerk aus Taschentüchern hergestellt und mit lila Creppschleifen und Bändern geschmückt ist. Dazu kommen zwischen den Pfeilern und Bogen ange brachte Gitter im Empirestil, von denen sich die dunkel lila Schleifen und Kränze stimmungsvoll abheben. . Die ganze Dekoration in ihrer blendend weißen Farbe mit den Lila=Effekten wirkt so anheimelnd auf den Besucher, daß er gern längeren Aufenthalt in den wohltemperierten Räumen nimmt, zumal ja, wie bekannt, kein Kaufzwang herrscht. In fast allen Abteilungen des Hauses sind weiße Waren aller Art zu wohlfeilen Preisen ausgelegt, und in übersichtlicher Weise zum Verkauf ausgestellt. Oeffentlicher Wetterdienst. Teils heiter, teils nebelig, trocken, etwas wärmer. Wetterbericht der deutschen Seewarte. 10. Febr.: Naßkalt, veränderlich, windig, Sturmwarnung an der Küste. 11. Febr.: Kälter, wolkig, teils heiter, windig, strichweise Niederschläge. 12. Febr.: Veränderlich, wärmer, windig. 13. Febr.: Normal, wolkig, Niederschläge, Sturm warnung an der Küste. Verantwortlicher Redakteur: Wilh. Schade, Schwerte. Für den Inseraten= und Reklameteil verantwortlich: Jac. Christ, Schwerte. Hinweis. Der heutigen Auflage liegt eine Beilage der Firma Gebrüder Stein, Schwerte, Ostenstraße 5 bei, worauf wir unsere werten Leser besond. aufmerksam machen. Die Geschäftsstelle. Gottesdienste Evangelisch=reformierte Gemeinde. Sonntag 9½ Uhr: Pastor Teberger. Evangelisch=lutherische Gemeinde. Vereine und Versammlun en. „ 9½ Uhr Pastor Schür#e aus Oestrich, Festgottesdienst. „ I.„ Kindergottesdienst „ 5„ Pastir Graeve. E st den keire Haustausen statti: Am Sonntag, den 10 Febr (Pastor Graev=) am Sonntag, den 17. Februar im 8:., Beitzs(Pastor Wischnat“) am Sonntag, den 24. Februar im 2 Agier(Pustor Heinenbera). Sonntag 4„ Jurgfrouenonn. Mittwoch 2„ Missionsverein Minwoch 8„ Jungf auenve ein. W P Donnerdi„ Pass onsgottesdienst in der kleinen Kirche „„ in der großen Kirche. Freitag 8¼„ Volbereitung zum Kindergottesdienst. Evangelische Stadtmission Kubstr 7 Sonnta V. 8 Uhr: B aukre zg betstunde und Verpflichtungsgelegenheit „ N 4„ Bibelstunde Monigg A. gi: Männer= und Jünglingsp rein Lionlag u. 8/:„ Gemesnschaftsbibelbesprech“ unde. Männer= und Jünglingsverein. Dienst. A. 8½„ Posaunen vor. Mtttwoch A. 8½ Uhr: Gebetsstunde. Donnnest. A. 8½1 Uhr: Männerchor. Freitag A. 8“ Uhr: Bibelbesorechstunde Sonnabend A. 8„ Turnen in der städtischen Turnhalle Gottesdienstordnung der kath Pfarrkirche Schwerte. Vorm. 6½ Uhr: Stille heilige Messe. „ 7%„„„„ mit Predigt. „ 9„ Schulmesse. „ 10½„ Hochami mit Predigt. Verlesung des Hirtenbriefes Noch n. 2½„ Christenlehre. Lichtendorf. Vorm. 8 Uhe: Frühmesse mit Predigt. „ 10„ Hochamt mit Predigt. Nachm 2„ Christenlehre. Im Zeichen der Weißen Woche steht nicht nur unsere Stadt durch den gerade in diesem Jahre reichen Schnee, sondern auch das Geschäftshaus Sinn u. Co. in Hagen hat die beliebt gewordene„Weiße Woch:" begonnen. Tohlen. Kühr u. Kinder. Auf einige an der Ruhr belegene Weiden werden Fohlen, Kühe und Rinder angenommen. Weidegeld einschl. Aufsicht für Fohlen 53 Mk., Kühe 42 Mk. und Rinder 32 Mk. 2 Anmeldungen nimmt entgegen: Weidenaufseher F Wolff in Geisecke bei Schwerte die Summe von 49987 Francs ein obsiegendes Urteil errungen. Gestern wurde die königliche Zivilliste verteilt, die Summe von 50000 Francs aus der Erbschaft der Prinzessin von ihrer Mutter auszuzahlen. Explosion auf einem Torpedo. Lorient, 9. Febr. Gestern vormittag 11 Uhr ereignete sich an Bord des Torpedobootes 339 ein Unglück. 9 Mann wurden getötet, einer verletzt. Paris, 9. Febr. Dem Marineministerium ist ein Telegramm des Seepräfekten in Lorient zugegangen, welches den Unglücksfall auf dem Torpedoboot 339 bestätigt. Derselbe ist durch einen Schaden am Kessel veranlaßt und ereignete sich während einer Uebung, bei der das Schiff mit großer Geschwindigkeit lief. 9 Mann, darunter ein technischer Aussichtsbeamter, ein Boot smann und 7 Matrosen wurden tödlich verletzt. Ein gleichfalls, jedoch nur leicht durch Brandwunden verletzter Bootsmann wird für seine ausgezeichnete Haltung während des Unglücks eine besondere Belohnung erhalten. Der Marineminister teilte dem Seepräfekten mit, daß er ihm die erforderlichen Mittel Hilfeleistung zur Verfügung stelle. Lorient, 9. Febr. Ueber das Unglück auf dem Torpedoboot 339 wird weiter gemeldet: Die Uebung war nahezu beendet, als die Explosion erfolgte. Von elf Leuten, die im Heizraum anwesend waren, wurden neun sofort getötet; ein zehnter wurde schwer verletzt, während einer, wie durch Zufall, unversehrt blieb. Die Explosion ist durch den Bruch einer der Röhren veranlaßt, die gerade zur Verhütung solcher Unglücksfälle angebracht sind, aber in diesem Falle nicht funktionierte. Viele Angehörige der Verwundeten eilten nach Bekanntgabe des Unfalles in das Hospital, um die Namen der Verunglückten zu erfahren. Der Präfekt benachrichtigte später die Angehörigen der Toten. Keuedag Ausschneiden! Aufbewahren! dach Hagen und Burdch. hat jeder Käufer bei Einkauf von Mk. 40.— Waren alter Art auf ganz bequeme In Anbetracht der ungünstigen Geschäftslage habe ich di Zahlungsbedingungen beim Einkauf von Waren und Möbel jeder Art so herabgesetzt, daß arch der weniger Bemittelte in der Lage int, seinen Bedarf bei mir zu decken. Meine Löger enthalten n allen Artikein die größte Ausw hl und bin ich vermöge des nach Hundetttausenden pro Jahr zählenden Umsatzes in meinem Geschäfte in der Lage, auf Teilzahlung ebenso billig zu verkaufen, wie gegen bar Empfehle insbesondere Herren=, Burschen= und Knaben=Anzüge, Hosen 2c. von den einfachsten biß zu den feinsten Genres; Damen Jacketts, Capes, Kragen, Kostüme, Blousen, Unterröcke, Kleiderstoffe, Biber, Flauell, Halbleinen rc; Tischdecken, Portieren, Gardinen, Teppiche 2c Betten, Sofas, Divans, Causeusen, Kleiderschränke, Vertikows, Trummeaux, Buffettschränke, Waschkommoden mit und ohne Spiegel, Kommoden, Tische Stühle 2c. Herde. Komplette Wohn=, Schlaf=, und Speisezimmer, Salons— in allen Holz= und Stylarten Waren=Möbel=Credit=Geschäft S. AUTCT HAGEN, ölberfelderstrasse 85. Wochenschau. Noch nicht zwei Monate sind seit jenem verhängmisvollen 13. Dezember verstrichen, an dem in der sechsten Abendstunde der Reichskanzler Fürst Bülow die Kaiserliche Order über die Auflösung des Deutschen Reichstages nach der Ablehnung der Kolonialforderung für Deutsch=Südwestafrika verlas, und der neue Reichstag steht bereits in den Stiefeln, zum Beginn seiner Arbeit bereit. Die Mehrheits=Verhältnisse in der deutschen Volksvertretung haben sich dahin verschoben, daß heute die kolonialfreundliche Majorität über 220 Sitze zählt und die Minderheit, die kolonialgegnerische, etwas über 170; wie schon die Hauptwahlen ergaben und die Stichwahlen bestätigten, ist das Zentrum mit einem kleinen Plus aus dem Wahlkampfe hervorgegangen. während die Sozialdemokratie mit einem Verlust von drei Dutzend Sitzen die Zeche bezahlt. Die Annahme der im Dezember abgelehnten Kolonial=Forderungen ist also im nenen Reichstage zweifellos, und im übrigen wollen wir fortan auf eine volkstümliche und praktische Politik rechnen, die mit den wirlichen Verhältnissen und nicht blos vom grünen Tische her arbeitet. Dann wird auch die große bürgerlich Wählerschaft, die auf dem Platze mar, wie selten zuvor, ihren Lohn für ihre Teilnahme an der Wahlschlacht haben! Wir denken, diese Wahlresultate vom 25. Januar und 5. Februar werden in ihren Lehren für die Zukunft beherzigt werden. Für die radikalen Elemente gab es Wahlschlagworte in den höheren Fleischpreisen, in den vorjährigen Steuern und manchem anderen, wie sie von dem Standpunkte aus nicht schärfer gefunden werden konnten. Sie haben nichts genützt! Das beweist, daß in den weitesten Wählerkreisen viel kräftiges Selbstbewußtsein wieder gekommen ist, das Vertrauen zur Zukunft besteht trotz mancherlei unliebsamer Gegenwartserscheinungen, daß man von Kleinigkeitskrämerei und Angstmeierei nichts mehr wissen will. Diese Stimmung können alle Parteien beherzigen, zumal die große bürgerliche Einigkeit auch beweist, daß man beine Lust zu kleinlichem Parteizank hat. Dies bedeutend gestärkte Selbstbewußtsein soll aber auch zu dauernd gehobenen Mittaten am politiIrrwege. Romai von Hedwig Lange. 12. Hellwig erhielt heute einen günstigeren Eindruck von dem jungen Mädchen, welches ihm sonst so unliebenswürdig und mürrisch erschienen war; denn in der Freude ihres Herzens bekam auch er einen Händedruck und einen freundlichen Blick von ihr. Und Holm— er stand wie verzaubert und schaute das Mädchen an, welches er doch so genau zu kennen wähnte, und das ihm heute so anders, so freind erschien. War's möglich, konnte das um einige Zentimeter längere Kleid, die neue Haartracht— Olga trug heute die dunklen Zöpfe aufgesteckt— sie so verändert haben? War's nicht vielleicht die Erregung, die Weihe des heutigen Tages, welche ihre Züge verklärten, ihre ganze Gestalt mit süßer, poetischer Mädchenhaftigkeit umgaben. Er redete sie„gnädiges Fräulein“ an, und sie wehrte errötend, aber hochbeglückt ab und bat ihn, es vorläufig noch beim alten zu lassen. „Nein, nein,“ sagte er scherzend,„damit ist es nun für alle Zeiten vorbei; die Schülerin ist dem Lehrer über den Kopf gewachsen. Das ist nun nicht gerade buchstäbtich zu nehmen; denn ich schmeichle mir, noch um einen guten Kopf größer zu sein als Sie.“ „Wirklich?“ Sie hob sich auf den Fußspitzen und maß ihre Größe neben der seinen.„Nein, meinte sie dann criumphierend,„das stimmt nicht, Sie sind höchstens einen halben Kopf größer als ich!“ Dann bot er ihr den Arm und führte sie zu Tisch, und während einiger Stunden schwelgte sie nun in der vollen Seligkeit, neben ihm zu sitzen und mit ihm plaudern in dürfen, ganz so, wie zwei gute Freunde miteinander plaudern. Während sie sich nun so schrankenlos glücklich fühlte, litt Magdalene wahre Qualen, umsomehr, als ihr Mund schen Leben führen. Dann nur können wir künftig etwas erwarten. Der deutsche Michel hat die Schlafmütze von den Ohren gezogen, und soll sie auch nicht wieder aufsetzen, sondern sich ein kräftiges Wort und seine freie Ueberzeugung wahren. Alle können wir nicht in allen Dingen unter einem Hut, in Politik und Wirtschaftsleben muß ein gesunder Meinungsaustausch herrschen, der allen bekommt. Man soll sich nicht darüber täuschen, wer diese Wahlen gemacht hat: Bülow, Dernburg, viele Abgeordnete waren tapfer auf dem Posten, aber die Bataille gewonnen haben die Kolonnen der Wähler durch ihre vtelfach außerordentlich stark: Beteiligung. Es ist mehr ein Sieg der Unteroffiziere und Soldaten der Wählerarmee, als der Generale und Offiziere. Dieser Punkt, der ist es, der Herrn Bebel und seine Freunde schmerzt. Die Wahlziffern sprechen eine zu deutliche Sprache, als daß über ihren Wert man sich hinwegtäuschen kann. Recht nahe getreten ist unser Kaiser dem Volke in seiner nächtlichen Ansprache, der all und jeder höfische Pomp, jedes Zeremonienwesen, jede Etikette fehlte, in der Herz zum Herzen sprach. Und neben dem Monarchen die Kaiserin in Mantel und Kopftuch, wie eine schlichte Frau, die sich aus tiefster Seele über Zuneigung freut, die ihrem Gemahl ihr selbst dargebracht wird. Selten, sehr selten komen Herrscher in die Lage, in dieser Weise zu ihrem Volke zu sprechen, aber sie erkennen auch dabei die wahre Größe der innigen Beziehungen zwischen Fürst und Volk. Im Purpurmantel des Schwarzen Adlerordens hat Kaiser Wilhelm II. im Weißen Saale des Berliner Schlosses oft zu den Reichstags=Abgeordneten gesprochen, hier, diese nächtliche Begrüßung der Zehntausende unter Gottes freiem Himmel ist doch noch viel glänzender und machtvoller. Das wird für das Leben eine Erinnerung sein. Im nächsten Jahre ist es ein hal bes Jahrhunsert her, daß auch ein König von Preußen aus dem Volke zum Volke sprach, im Sturm= und Drangjahre 1848. Diese beiden Ereignisse zeigen, was die Geschichte bringen, wie hoch sie führen kann. Auf das Ausland ist in dieser Woche ebenso wenig von uns geachtet, wie in den letzt verflossenen. Das Hemd, die eigenen Angelegenheiten, waren uns nun mal näher wie der Rock, die fremden. Es scheint, als lächeln, gleichgültige Worte mit gleichgültigen Menschen sprechen mußte, während ihre ganze Seele Hellwig und Toska beobachtete. Zwar saßen sie heute nicht nebeneinan der; Toska hatte einen älteren, würdigen Herrn zum Tischnachbar; aber das hinderte sie nicht, über die Tafel hinweg mit dem Doktor zu plaudern und ihn mit all den Künsten, welche der schönen Sirene zu Gebote standen, in ihren Bannkreis zu ziehen. Wie Toskas Augen blitzen konnten, wie die weißen Zähne zwischen den roten Lippen hervorschimmerten, und mit welcher reizenden, unnachuhmlichen Grazie sie das dunkle Gelock zu schütteln verstand, daß es goldig darin aufleuchtete! Ja, Magdalene sühlte wieder deutlich, daß sie sich dennoch nicht in diesem Mädchen geirrt habe, daß es dennoch eine Kokette war, die eine grausame Komödie mit ihr spielte. Alles war Lüge, Heuchelei gewesen! Ihre Annäherungsversuche hatten allein nur den Zweck verfolgt, sich zwischen sie und ihren Bräutigam zu drängen: während Toska um ihre Freundschaft zu werben vorgab, suchte sie ihr Ottos Herz zu entfremden! Und war es ihr nicht schon halb gelungen? Mit bitterer Qual glaubte sie zu hemerken, daß er sich völlig widerstandslos Toskas gefährlichem Zauber hingab. Zu Ewigkeiten dehnten sich ihr die Stunden, welche sie bei Tisch zubrachten, und es deuchte ihr eine Erlösung, als sie in der Unruhe und Bewegung, welche nach dem Aufheben der Tafel entstand, sich in eine Fensternische zurückziehen konnte. Olga folgte ihr dorthin; ihr war gegen das Ende der Mahlzeit Magdalenens blasses, gedrücktes Aussehen, dessen Grund sie zu erraten glaubte, aufgefallen, und in dem Bestreben, gut zu machen, was Toska fehlte, setzte sie sich zu ihr, um sie mit ihrem Geplauder aufzuheitern. Nach einer Weile gesellte sich auch der Rektor zu den beiden. Toska streifte mit einer flüchtig hingeworfenen scherzhaften Bemerkung, welche unbeantwortet blieb, vorüber, um ob in Frankreich allen Ernstes die Dinge sich auf eine Aenderung im herrschenden Ministerium Clemenceau vorbereiteten, als ob der zu selbstbewußte Premierminister Gefahr liefe, von seinen eigenen Mtarbeitern so ganz sachte aus dem Kabinett herausgedrängt zu werden. Es hieß von seinen Min sterkollegen, daß sie nur unbedeutende politische Persönlichkeiten seien. Aber in dem Kultusminister Briand scheint zum mindesten dieselbe Staatsweisheit und mehr gesunder Menschenverstand zu stecken, wie in Herrn Clemenceau selbst. Das muß man einräumen, obwohl Briand Sozialist ist, man muß es aber auch, weil es beweist, daß eifrige Sozialdemokraten zu ganz anderen Anschauungen gelangen, wenn es sich nicht mehr um die Theorie, sondern um die Praxis des Lebens handelt. König Eduard und Mönigin Alexandra von England genießen den Schluß des Karnevals inkognito in dem lustigen Paris; nebenbei wird auch noch ein bischen Politik gemacht, und vielleicht kommt dabei mehr heraus als heute zugegeben wird. Denn Eduard der siebente war em tätigsten als Diplomat immer dann, wenn es nicht wahr sein sollte. In Italien, England und Oesterreich=Ungarn geht ebenfalls ein frischer politischer Wind. In Rußland quält man sich mit dem langweiligen Wahlsystem weiter. Die neue Duma wird aber im Wesentlichen doch das alte Gesicht zeigen. Uebersicht. Das neue Berggesetz. Berlin, 7. Febr. Der dem Abgeordnetenhause zugegangene Gesetzentwurf betreffend Aenderung des Berggesetzes vom 24. Juni 1864 behält die Bohrung und Gewinnung von Steinkohlen, sowie der sogenannten Abraumsalze, Kali, Magnesia und Bohrsalze, sowie Bohrquelle dem Staate vor. Für die übrigen Mineralien läßt der Entwurf es bei der bisherigen Bergbaufreiheit bewenden. In der Erläuterung zu dem Entwurf heißt es: Die Erfahrung der letzten Jahre hat gelehrt, daß es erwünscht und notwendig ist„den Einfluß des Staates auf dem Gebiete des Steinkohlenund des Kalisalzbergbaues im Interesse der Sicherung einer regelmäßigen und stetigen Lage des Marktes sich an den Flügel zu begeben. Sie sang kleine, muntere Liedchen, für welche ihre nicht umfangreiche, aber klangvolle Stimme am besten geeignet schien, besonders da sie es verstand, die Wirkung ihres Vortrages durch kleine, anmutige Gesten zu erhöhen Lauter Beifall belohnte sie nach Beendigung des ersten Vortrages; dann begann sie von neuem: „Die Lieb'. die vom Zigeuner stammt, Kennt weder Recht, Gesetz noch Macht, Wenn sie zu heißer Glut entflammt, Und wenn ich lieb’, nimm dich in acht!“ War's Zufall oder Absicht, daß ihr Blick bei den letzten Worten Dr. Hellwig streifte, der nicht fern am Flügel lehnte und das Auge nicht von der schönen Sängerin wandte? „Komödiantin!“ murmelte Fritz zwischen zusammengepreßten Zähnen, sich an Magdalene wendend. So leise diese Bemerkung gewesen, Olga hatte sie aufgefangen; eine dunkle Blutwelle flutete über ihre Wangen. „Ich möchte nach Hause,“ sagte Magdalene in diesem Augenblick und erhob sich hastig. „Bist du nicht wohl, Lenchen, du siehst so blaß aus?“ fragte Fritz teilnehmend. „Nein, mir ist in der Tat nicht gut, gehen wir lieber nach Hause!“ „Nein, nein, störe ihn nicht in seinem Vergnügen!“ sagte sie bitter und hastig abwehrend. Der Rektor schüttelte eigensinnig den Kopf. „Doch, er muß auch mit!“ sagte er finster, und ohne sich um die Bitten seiner Schwester weiter zu kümmern, schrit er schnell auf Doktor Hellwig zu, während Magdalene und Olga stumm und bedrückt nebeneinander stehen blieben. Es war eine unangenehme Ueberraschung, die sich in Otto Hellwigs Gesicht spiegelte, als Fritz mit ihm sprach, aber ohne ein weiteres Wort folgte er ihm zu Magdalene und verließ mit ihr die Gesellschaft. unter Zugrundelegung angemessener Preise zu verstärken. Einen Einfluß kann der Staat aber nur gewinnen und behaupten durch eine angemessene Ausdehnung seiner eigenen Produktion, die mit der wicklung der Privatindustrie Schritt halten muß. Dieses Ziel hat der Staat in neuerer Zeit auf dem Wege zu erreichen gesucht, daß er unter Bewilligung erheblicher Mittel schon in guter Beförderung befindliche oder unverritzte Felder aus Privatbesitz zu erwerben versucht hat. Bekanntlich ist aber der Versuch des Staates, den gesamten Bergbesitz der„Hibernia“ zu erwerben, auf den bis jetzt nicht zu überwindenden Widerstand der betreffenden Industriellen und der mit ihr verbündnen Kapitalistenkreise gestoßen. Der Staat ist nun darauf angewiesen, seinen Einfluß in erster Linie dadurch zu verstärken, daß er sich die, noch im Bergfreien liegenden Lagerstätten der erwähnten Mineralien im Wege der Gesetzgebung vorbehält. Diese Art des Vorgehens entspricht dem Grundsatze einer gesunden volkswirtschaftlichen Politik, sie ist sicherlich besser, als wenn der Staat zunächst die fraglichen, für den Gemeindebedarf unentbehrlichen Miweralien, den Privaten unentgeltlich überläßt, um sie dann hinterher für Summen anzukaufen, die zu den inzwischen erfolgten Aufwendungen der Privaten in keinem Verhältnis stehen. Telegramm=Wechsel. Dresden, 8. Febr. Das„Dresdener Journal“ schreibt: Der König hat seiner Freude über den Ausfall der sächsischen Stichwahlen auch in einem Telegramm an den Kaiser Ausdruck gegeben. Daraufhin ist von dem Kaiser folgende Antwort eingegangen: S. M. dem König von Sachsen, Dresden. Ich danke Dir von Herzen für Deine treue Gesinnung, welche aus Deinen Worten spricht. Mit lebhafter Genugtuung habe ich den Ausfall der Wahlen begrüßt und bin besonders dankbar, daß die Bevölkerung Deines Landes gesunde vaterländische Gesinnung im Geiste der verewigten Herrscher Sachsens, meiner verehrten väterlichen Freunde, gezeigt hat. Unserer gemeinsamen Arbeit für das deutsche Vaterland geb: Gott weiter seinen Segen! gez. Wilhelm. Gestohlene Briefe. München, 8. Febr. Das Organ der bayrischen Zentrumspartei, der„Bayr. Kur.“, hatt: mit der Veröffentlichung von Briefen begonnen, die Bihrend der Wahlkampagne zwischen dem Reichskander Fürsten Bülow und dem Vorsitzenden des Fiottenvereins, General Keim, gewechselt wurden und sich auf die Unterstützung einiger liberaler Kandidaturen bezogen. Die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung wegen schweren Diebstahls eingeleitet. Berlin, 8. Febr. Zu dem Diebstahl im Gebäude des Flottenvereins erfahren wir, daß tatsächlich zur Nachtzeit mit Schlüsseln versehene Diebe in die Räume des Flottenvereins eingedrungen sind. Sie haben den Korrespondenzschrank geöffnet und die Briefschaften, speziell des Generals Keim durchsehen, während sie die übrigen unbeachtet gelassen haben. Aus Rußland. —(Ein Attentat auf den Zaren geplant?) In einem Konspirations=Quartier zu Petersburg wurden am Dienstag etwa vierzig Uniformen der Leibtscherkessen des Zaren entdeckt, die alle neu angefertigt waren. Wie den„Leipz. N. N.“ aus der russischen Hauptstadt gedrahtet wird, deutet der Fund auf ein beabsichtigtes Attentat auf den Zaren hin. Es erweist sich, daß die beabsichtigte Sprengung der Schutzabteilung vermittelst Dynamit von einigen Beamten der Abteilung besorgt werden sollte. Beide Vorfälle riefen eine starke Erregung hervor, da bisher lange Zeit von beabsichtigten Attentaten auf den Zaren nichts mehr hören war und die politische Polizei als sicher galt. Petersburg, 8. Febr. Zwei Teilnehmerinnen an dem Attentat, das im letzten Sommer auf Stolypin verübt wurde, die 21jährige adlige Natalie Klimow, und die 26jährige Hauptmannstochter Nadine TerenIhr Verschwinden schien das Signal zu allgemeinem Aufbruch gegeben zu haben. Bald lagen die glänzenden Näume verödet und in jener bunten Unordnung da, welche dem Ende eines jeden Festes zu folgen pflegt, und Herr von Borowski sagte seiner Tochter gähnend„Gute Nacht.“ Ouch Toska wandte sich zum Gehen, als ein Ausruf von Olga sie zurückhielt.„Toska!“ „Was wünschest du?“ klang es darauf halb über die Achsel zurück. Olga war dicht neben die Schwester getreten, mit vor unterdrückter Erreguug fast rauh klingender Stimme sagte sie: „Toska, ich wollte bich fragen, warum du eigentlich mit Doktor Hellwig kokettierst. Denkst du gar nicht daran, daß er für dich nicht mehr zu haben ist, da er bereits eine Braut besitzt?“ Toska schante halb belustigt, und halb hoheitsvoll auf die Anfgeregte. „Sieh da, wie der Kleinen der Kamm schwillt! Hat heute zum ersten Male den Fuß in den Kreis der Erwachsenen gesetzt und erkühnt sich wahrhaftig schon, der älteren Schwester Vorhaltungen über ihr Betragen zu machen!“ „Ja, weil es mich empört! Aber es ist deine Art so, nach allem, was dir in deiner flüchtigen Laune wohlgefällt, die Hand auszustrecken, unbekümmert, ob du eines andern Rechte schädigst!“ „Olga!“ rief Toska drohend. „Ja, und weißt du, wie Herr Holm dich nannte? Komödiantin hat er gesagt; wenn er wüßte, wie nahe er der Wahrheit kam!“ „Olga!“ rief Toska noch einmal, und in ihren Augen blitzte es zornig auf.„Ich verbitte mir diese Sprache ein für allemal. Und damit du es nur weißt— ändern wirst Tankrüm 2000 Sozlaldemokraren 1003 1009 Honservative 1903 1907 32 Abg. Nationalliberale 1903 1907 56 Abg. 14 1903 * Die Parteienstärke im alfen und neuen Reichstag: Freis.Volkspt. Reichspartei Polen Wirtschtlragl Freis.Vrgg. Deutsch Deutsch 1903 1902* 1903 1907 1903 1907 1903 190z Reform-Voikspl. 24bo. 25499. partei seo: 1a0 20459, 15Abgl S 13 1903 80 6 6 6 7 1907 28Ab9, 9 b Watenrn Die Parteistärke im alten und neuen Reichstag. Unsere Statistik soll unsern Lesern einen Ueberblick über die Stärke der einzelnen Parteien im alten und neuen Reichstag geben und ihnen klar machen, wie diese sich in ihren Besitzständen seit 1903 verändert haben. Die größte Partei ist nach wie vor die Zentrums, in welche auch die elsässischen Zentrumsleute mit einbegriffen sind. Die Zahl der Sitze dieser Partei hat sich von 104 auf 109 gehoben. Diejenige Partei, die im alten Reichstag mit 79 Abgeordneten die zweitstärkste war, nämlich die sozialdemokratische, ist auf 43 Sitze herabgesunken; diese Verluste sind durchweg allen anderen Parteien zugute gekommen. So haben die Konservativen 7 neue Mandate erworben, die Nationalliberalen 5, die Freisinnig: Volkspartei 8, die tiepw, werden demnächst auf der Peter=Pauls=Festung abgeurteilt. Sie haben ihre Beteiligung eingestanden. Petersburg, 8. Febr. Die Militärkommission, welche mit der Untersuchung über die Kapitulation von Port Arthur betraut ist, beschloß, die Generäle Stössel, Reiß und Fock dem Gerichte zu überantwortm Pensa, 8. Febr. Gouverneur Alexandrowski, bekannt als Generalbevollmächtigter des Roten Kreuzes im russisch=japanischen Kriege, wurde beim Theaterausgang durch einen Revolverschuß getötet. Weitere Schüsse des Attentäters streckten die Gehilfen des Polizeiministers nieder. Der Mörder wurde schwerverletzt ins Hospital gebracht, woer starb. Kubanische Heeresreform. Havanna, 8. Febr. Der Gouverneur erließ ein Dekret, durch welches das stehende Heer um 3090 Mann, die Landgendarmerie auf 10 000 Mann und die Artillerie von 300 auf 2000 Mann erhöht wird. Für die Kubaner wird im Kriegs= und Revolutionsfalle der Militärdienst obligatorisch. Aus Stadt und Umgebung. Schwerte, den 9. Februar. **(Die Regelung der Schulpflicht) bezweckt eine schon kurz erwähnte Verordnung des Herrn Oberpräsidenten von Westfalen vom 9. vor. Mts., der wir die wichtigsten Bestimmungen entnehmen. Die in das schulpflichtige Alter eintretenden Kinder werden nur einmal im Jahre in die öffentliche Volksschule aufgedu mit deiner Moralpredigt doch nichts, ich tue immer, was mir beliebt.“ Damit rauschte sie hinaus und ließ Olga allein zurück die in bittere, zornige Tränen ausbrach. Daß er so häßlich enden mußte, dieser Tag, der so schön begonnen hatte, und von welchem ihr nun für alle Lebenszeit keine reine, ungetrübte Erinnerung blieb! V. Wochen waren vergangen, Magdalene hatte seit jenem Abend keinen Fuß mehr in die Villa gesetzt, doch hatte sie auch kein Wort eingewendet, wenn ihr Verlobter die widerholten Einladungen für seine Person nicht ablehnen zu können meinte. Trotz und Stolz schlossen ihr den Mund. Und doch wäre es besser gewesen, wenn sie sich zu einem offenen Worte, zu einer herzlichen Bitte oder Mahnung entschlossen hätte, vielleicht hätte sie Otto Hellwig doch noch zurückhalten können auf einem Wege, welcher beider Glück geführdete, ohne daß er es noch selber ahnte. Sein Interesse für Toska ging ja noch nicht so tief, wie Magdalene wähnte, es war ein mehr äußerliches Wohlgefallen; der eigentümliche Reiz des schönen Mädchens wirkse eigentlich nur auf ihn, wenn er sich in dem Strahlenkreise ihrer Augen befand; war er ihm entrückt, so schwand auch der Zauber wie ein Rausch. Noch glaubte er, seiner Braut mit keinem Gedanken untreu geworden zu sein; deshalb ärgerte und verstimmte ihn ihr stilles, gedrücktes Wesen, das er für Launenhaftigkeit und Empfindlichkeit ansah. Hätte Magdalene ihm gerade jetzt ein freundlicheres Entgegenkommen, eine erhöhte Zärtlichkeit bewiesen, so wäre wohl alles wieder gut geworden; aber durch ihre herbe, verschlossene Haltung erkältete sie ihren Bräutigam immer mehr. (Forts. folgt.) Reichspartei 2, die Polen 20, die Angehörigen der Wirtschaftlichen Vereinigung, die aus Mitgliedern des Bundes der Landwirte sowie aus anderen kleinen rechtsstehenden Gruppen ds Reichstages gebildet wird, Di. Freisinnige Vereinigung ist auf 13 Sitze gelangt, die Deutsche Volkspartei von 6 auf 7 und die Reformparteiler auf ihre alte Zahl 6. Was schließlich die keiner Fraktion angehörenden Abgeordneten anbetrifft, so hat sich ihre Zahl von 16 auf 7 vermindert und auch bei diesen 7 ist es noch zweifelhaft, ob sie sich nicht doch den bestehenden Fraktionen anschließen werden. Die meisten der Fraktionslosen sind ja seinerzeit in der Wirtschaftlichen Vereinigung aufgegangen. nommen und zwar zu Östern, beim Beginn des Schuljahres. Kinder, welche einen Schulweg von mehr als 2 Kilometer zurückzulegen haben, können vom Kreisschklinspektor für das erste Schulpflichtjahr bis zum nächsten Aufnahmetermin zurückgestellt werden, ebenso kann der Kreisschulinspektor auf die gleiche Dauer nicht vollsinnige, kranke, schwächliche oder geistig zurückgebliebene Kinder zurückstellen. Dies kann auch noch nachträglich nach bereits erfolgter Aufnahme geschehen. Die Entlassung aus den öffentlichen Volksschulen findet nur einmal im Jahre, und zwar am Schlusse des Winterhalbjahres, statt. Eine vorzeitige Entlassung der Schulkinder findet hinfort; nicht mehr statt. Die Regierung ist jedoch ermächtigt, in dringlichen Fällen auf besonders begründeten Antrag ausreichend vorgebildete und mindestens dreizehneinhalb Jahre alte Kinder bis zum Schluß des Schuljahres zu beurlauben. Diesen darf das Entlassungszeugnis, welches jedes zu entlassende Kind erhält, nicht vor Schluß des Schuljahres ausgehändigt werden. Die dauernde Beurlaubung wird höchstens für die Dauer des letzten Schulhalbjahres gestattet, wenn die erreichte Schulbildung als genügend anzusehen, gegen Führung, Fleiß und Schulbesuch nichts wesentliches zu erinnern und nachgewiesen ist, daß den mißlichen häuslichen und wirtschaftlichen Verhältnissen nur durch Befreiung vom Schulbesuche abgeholfen werden kann. Die nach der Schulbesuchsordnung jedes Jahr anzulegenden Schülerverzeichnisse sind zum Zweck etwaiger späterer Auskunftserteilung an die Militärbehörden aufzuheben und dürfen erst vernichtet werden, wann die darin aufgeführten Kinder das 24. Lebensjahr vollendet haben. Die Verordnng tritt zu Beginn des Schuljahres 1907 in Kraft, die zweimalige Entlassung ist da, wo sie noch besteht allmählich, goch spätestens im Jahre 1909, gänzlich zu beseitigen. (Der Westfälsche Provinzialverband des evaugelischen kirchlichen Hülfsvereins,) an dessen Spitze Generalsuperintendent Zoellner zu Münster steht, hat im abgelaufenen Jahre 10 480 Mark an den engeren Ausschuß für die Stadtmission in Berlin abführen können und außerdem zur Bewahrung und Förderung christlich=sittlichen Lebens in mehr als stebzig Gemeinden unserer Provinz folgende GesamtUnterstützungen verteilt: a) zur Verbreitung guter Schriften 1400 Mark, b) für Gemeindepflege 3050 Mk., c) für Kleinkinderschulen 3450 Mk., d) für kirchliche Versorgung 3500 Mk., e) für Diakonen= und Diakonissen=Anstalten 600 Mk., f) für Zwecke der„Frauenhülfe“ 200 Mk., zusammen also 12 200 Mk. r(Jubelfeier des Gustav=Adolf=Frauenvereins.) Es wird noch einmal auf die Jubelfeier des GustavAdolf=Frauenvereins am morgigen Sonntag aufmerksam gemacht. Der Festgottesdienst, in dem Herr Pastor Schütte von Oestrich predigen wird, ist um 9,30 Uhr, in der großen Kirche. Die Nachversammlung soll um 3 Uhr im Ostermannschen Saale beginnen. In derselben wird Herr Pastor Patze von Arnsberg über die neueste westfälische Diaspora=Gemeind: berichten. Außerdem haben der Posaunenchor und der Gesangchor des Jungfrauenvereins ihre Mitwirkung zugesagt. Für den, der das Bedürfnis hat, ist auch Gelegenheit zum Kaffeetrinken, die Portion 50 Pfg. Zu Festgottesdienst und Nachfeier sind die Glieder beider Gemeinden, Männer und Frauen, nochmals herzlicht eingeladen. Das Stimrverhältnis der Parreien bei den Reichstagswahlen 1903 u. 1907 Centrum 1903 1907 Sozialdemokrafen 1907 1903 3.2589685 S 1.875.292 2.183.331 ST St. Nation Liberale 1903 1907 1,313.051 1.651,7389 Konservativ Sr:. A — 6 P E Wirhh Verrinig Freis. Volkspr 100ng 190 33g 1903 1907 948 448 1.070658 St Folen Frei: s Vrgg. Reichsparlei 8c9 1903„3297, 1903 1907 1903 1907 Deutsch. Suodeutsch. 903 903 1907 912 550#54, 217784 45377e 212 240 M3#### Volksnf. Bauern 60. 2444913 948809 S* allg. aerr 7 1909 1907 Deutsch. Suddeutsch. 7 29130 Mite. Vochegh. Socerirbo.„„ Sr„ 9904 100 1903 100—.— 9 K14 □24 91217 197933 1113/S 28.721 K „ A.5 Das bisherige Wahlergebnis. Di:„Nordd. Allgem. Zeitg.“ veröffentlicht eine vorläufige Zusammenstellung der Stimmenverhältnisse bei den Hauptwahlen am 25. Jannar. Sie hebt selbst hervor, daß diese Zusammenstellung noch Korrekturen erfahren werde. Danach hat die Zahl der Wahlberechtigten gegen 1903 um rund 660 000, die der abgegebenen Stimmen aber um 1767000 zugenommen. Im Jahre 1903 haben 75,8 pCt., jetzt 84,5 pCt. der Wahlberechtigten gewählt. Die Konservativen beider Parteirichtungen haben 236000, d. i. etwa 18 pCt., die Nationalliberalen 342 000, d. i. 26 pCt., die drei linksliberalen Parteien(freisinnige Volkspartei, freisinnige Vereinigung und deutsch: Volkspartei) 349000, i. 30 pEt., die Wirtschaftliche Vereinigung(deutsche Reformpartei, süddeutscher Bauernbund) zusammen 171000, d. i. beinahe 50 pCt., das Zentrum 308 000, d. i. 16 pCt, die Polen 106000, d. i. 30 pCt. und die Sozialdemokratie 248000, d. i. 8 pCt Stimmen gewonnen. Nähere Angaben sind zurzeit noch unmöglich. #s(Theatervorstellungen im Kriegerverein.) Bei der Kaisersgeburtstagsfeier im Krieger=Verein am vorigen Sonntag konnten leider infolge des beschränkten Raumes keine Kinder zugelassen werden. Der Verein hat daher für nächsten Sonntag Nachmittag eine besondere Kinder=Vorstellung in Aussicht genommen, zu der auch Nichtmitglieder und deren Kinder Zutritt haben. Zur Aufführung gelangt seitens der Hagener Stadttheater=Gesellschaft das urkomische Stück „Max und Moritz“, das auf unsere Kleinen ganz besondere Anziehungskraft ausüben dürfte. Welche Freude muß es ihnen bereiten, die beiden bösen Buben, von deren Streichen sie schon so viel gehört haben, leibhaftig auf der Bühne auftreten zu sehen. Der Eintrittspreis(10 Pfg. für Kinder, 25 Pfg. für Erwachsene) ist ungemein niedrig gestellt, daß auch der weniger Bemittelte seinen Kindern diese Freude gönnen kann. Dieselbe Hagener Stadttheater=Gesellschaft wird am Abeird den neuesten, lustigen Schwank„DerKilometerfresser“ aufführen, auf den wir alle Frrunde gesunden Humors noch einmal besonders hinweisen möchten. Auch hier haben Nichtmitglieder Zutritt! Der Preis ist auch hier so niedrig wie möglich angesetzt, um eine möglichst große Beteiligung weiterer Kreise zu erzielen. Dem rührigen Vereine, der kein: Kosten gescheut hat, um dem Schwerter Publikum einen wirklich gediegenen Genuß zu bereiten, wünschen wir ein recht volles Haus. Beide Vorstellungen finden statt„Im Reiche des Wassers“. Anfang der Nachmittagsvorstellung punkt 4 Uhr, der Abendvorstellung punkt 8 Uhr. Im übrigen verweisen wir auf die überall ausgehängten Plakate. (!) Westhosen, 9. Febr.(Unfall.) Der Sohn unseres Herrn Amtmann v. Daniels, der in Schwerte das Progymnastum besucht, blieb vorgestern morgen als er auf dem Schwerter Marktplatz die Elektrische verlassen wollte, mit dem einen Fuße auf dem Trittbrette hängen, stürzte und erlitt eine Gehirnerschütterung, die hoffentlich bald behoben und ohne dauernde Folgen für ihn bleiben wird. Kundgebungen in Berlin. Die bereits gemeldeten Vorgänge in der Stichwahlnacht werden von einem Augenzeugen wie folgt geschildert: Eine riesige patriotische Menschenmenge„erwischte“ gegen ¼1 Uhr nachts Unter den Linden den Kaiser in seinem Automobil, der von einem Vortrag über Schiffsturbinen zurückkam und brachte es dahin, daß der Kaiser mit der Kaiserin sich noch zeigen mußte und Se. Majestät eine frohbewegte Rede an die Massen hielt. Es war eine große patriotische Stunde, und es mag gleich vorweg gesagt werden, daß kein Mißton sie storte und daß in der gleichen gehobenen Stimmung die Massen— darunter auch viele Studenten— wieder abmarschierten, wie sie gekommen waren. Zwei Zeitungsverleger machten auch diesmal die Ergebnisse der Wahlen durch den Scheinwerfer auf der Straße bekannt. So kam es, daß sich wiederum viele Taufende an diesen Stellen angesammelt hatten. Nur war die Zusammensetzung der Menge diesmal anders, als am 25. Janur, als in großer Zahl noch„Genossen“ erschienen waren. Wohl die meisten waren diesmal in der richtigen Erwartung, daß es für sie doch nichts Gutes geben würde, zu Hause geblieben, und die wenigen, die gekommen waren, hatten bald vollständig venug von diesen Ergebnissen und zogen sich bescheiden zurück. Dadurch war die Stimmung viel reiner und einheitlicher. Die Menge bestand aus Bürgern, Studenten, Tausenden von Mitgliedern nationaler Vereine usw., die im Angesichte der Nachrichten von der Niederlage der Sozialdemokraten ein nationales Verbrüderungsfest über die Erreichung einer nationalen Reichstagsmehrheit feierten. Wer sonst die Wahlkreise bekam, war gleichgiltig; wenn der Sozaldemokrat herausgeworfen war, so brach ein Jubel aus. Die Menge sang ein Lied nach dem andern. Immer und immer wieder stieg„Deutschland, Deutschland über alles“ und die„Wacht am Rhein". Nur wenige Schutzleute waren anwesend; sie hätten auch nichts zu tun gehabt. Als der Scheinwerfer„Schluß!“ verkündete und obendrein noch schriftlich seinen Dank für die Aufmerksamkeit des verehrten Publikums aussprach, kam Bewegung in die Masse. Wie von einem inneren Triebe geleitet, trat man den Marsch zum Reichskanzler an. Kein Schutzmann stellte sich diesmal in den Weg. Es bildeten sich dichte Reihen. Die Stimmung durchbrach alle Schranken und vereinte, was sich fonst fremd war. Man reichte sich die Arme, hakelte sich„unter“, wie der Berliner sagt, und also brüderlich verschlungen ging es vorwärts in gleichem Schritt und Tritt. Die Studenten meist voran.„Es braust ein Ruf wie Donnerhall!" erklang es. Allmählich wurde der Tritt zum Geschwindmarsch. Endlich war man vor dem Schlosse des Reichskanzlers. Man sang, man ließ das Vaterland leben. Da konnle auch Fürst Bürlow nicht schweigen. Der Reichskanzler erschien. Tiefe Stille trat ein. Man vernahm des Reichskanzlers Stimme, seine Worte von ruhigem, edlen Pathos getragen. Der Reichskanzler dankte in seiner Ansprache für den Ausdruck der patriotischen Gesinnung, die die Menge wieder hierher geführt habe. Er schloß: Und nun stimmen Sie mit mir ein in den Ruf der Liebe und der Treue bis zum Tod::„Unser deutsches Vaterland, es lebe hoch!“ Die Menge stimmte brausend ein, daß die Wilhelmstraße mit dem Schalle erfüllt ward— und etliche fremde Botschafterpaläste ebenfalls— Man ließ den Fürsten Bülow leben und stimmte an„Deutschland, Deutschland über alles!“ Aber die Menge war noch nicht zufrieden. Zum Schlosse! lautete die Parole und der Weg wurde unverzüglich angetreten. Und es ging alles wiederum aufs beste. Kein Hindernis, kein Schutzmann. Man war noch nicht lange Unter den Linden, als man plötzlich den Ruf des Kaiserlichen Automobils vernahm! Alles war wie elektrisiert. Und wirklich, im nächsten Augenblick sauste das Gefährt heran. Der Kaiser hatt: in der„Allgemeinen Eelektrizitätsgesellschaft“, einem Vortrage über die Dampfturbine beigewohnt, war dann noch lange mit den Technikern zusammengeblieben und befand sich nun auf lder Rückfahrt zum Schlosse. Und nun wieder das bekannte Signal! Aber Platz zu machen war nicht leicht. Das Auto mußte langsam fahren, und jetzt war der Augenblick gekommen: es wurde so leichten Kaufes nicht mehr losgelassen. Man umdrängte das kaiserliche Automobil, schwenkte die Hüte, rief und sang. Der Kaiser dankte unaufhörlich. Aber der Jubel wollte kein Ende nehmen. Das Gefährt kam nur in mäßigem Tempo vorwärts, zumal bein Schutzmann, wie sonst, für freie Bahn sorgte. In Eilmärschen bewegte sich die Masse mit dem Kaiser dem Schlosse zu. Der Kaiser selbst war in frohester Stimmung. Vor dem Schlosse. Als das Automobil im Schlosse verschwunden war, faßte die Menge erst recht Posto. Daß der Kaiser sich noch einmal zeigen müsse, galt allen als selbstverständlich. Machtvoll erscholl jetzt„Heil dir im Siegerkranz!“, dann„Deutschland, Deutschland über alles“, dann„Es braust ein Ruf wie Donnerhall“ und endlich das Flaggenlied. Jetzt versuchte die Dienerschaft im Schlosse die Glastüren zu dem großen Balkon über dem breiten Portale zu öffnen, weil der Kaiser heraustreten wollte. Aber alles Rütteln und Schütteln nützte nichts: die Türen waren von der feuchten Witterung verquollen und gingen nicht auf! Da wurden die Flügel des großen Fensters links davon aufgerissen und die Stimme eines Marineoffiziers verkündete, daß der Kaiser sich noch zeigen würde! Donnernder Beifall. Inzwischen trat Prinz Adalber: vor das Feuster(anscheinend auch noch Prinz August Wilhelm). Der Prinz, in der Uniform eines Secoffiziers, schwenkte grüßend die Mütze. Die Menge sang ihm als Gruß hinauf:„Stolz weht die Flagge schwarz= weiß=rot!“ und ließ ihn dreimal hochleben. Nach einigen Minuten endlich erschienen der Kaiser und die Kaiserin. Ein Orkan von Jubel und Begeisterung entfesselte sich. Der Kaiser grüßte fortwährend, die Hand an dem Helme. Die Kaiserin, sorglich in Tücher gehüllt, verneigte sich dankind und strahlend vor Freude. Man merkte daß der Kaiser reden wolle, und es trat tiefe Stille ein, nachdem ein mächtiges Silentium kommandiert worden war. Der Kaiser nahm das Wort zu einer Ansprach:, deren Wortlaut wir bereits gemeldet haben, den wir hier aber wiederholen. Der Kaiser sagte: Meine Herren! Ich danke Ihnen von ganzem Herzen für die Huldigung, die Sie Mir heute dargebracht haben. Sie entspringt dem Bewußtsein, daß Sie Ihrem Vaterlande gegenüber Ihre Pficht getan haben und daß das Wort unsers Alt=Reichskanzlers, das er gesprochen hat, wahr wird: Deutschland kann reiten, wenn e i.(Stürmischer Beisal.) Ich bin der felfenUeberzeugung, daß wenn, wie bisher, alle Stände, Hoch und Niedrig, alle Konfessionen(Stürmischer Beifall!) einig zusammenstehen, dann werden wir nicht nur reiten, sondern alles niederreiten, was sich uns entgegenstellt!(Anhaltender, jubelnder Beifall, stürmische Hurrarufe.) Ich will schließen mit dem Worte, das unser großer Dichter Kleist in seinem„Prinzen von Homburg" angewendet hat, als Kortwitz dem Großen Kurfürsten gegenübertritt: kümmert uns die Regel, nach der der Feind sich schlägt. Wenn er nur nieder vor uns mit allen seinen Fahnen sinkt. Die Regel, die ihn schlägt, das ist die höchste. Die Kunst jetzt lernten wir, ihn zu besiegen, und sind voll Lust, sie fürder noch zu üben. Deswegen soll das nicht bloß eine augenblickliche vorübergehende patriotische Stimmung sein(Stürmische Zurufe: Nein! Nein: Nein!), sondern ein felsenfester Entschluß(Rufe: Jawohl! Immer), auch ferner auf diesem Wege zu beharren! Der Kaiser hatte geendet. Was er gesagt hatte, war von gewaltiger Wirkung auf die Menge gewesen und hatte sie mächtig gepackt. Entblößten Hauptes— so hatte man die kaiserliche Rede angehört— stand noch alles. Dann erschollen neue Hoch= und Hurrarufe. Das Kaiserpaar kam noch einmal wieder und verweilte einige Zeir am Fenster und auch die Prinzen grüßten die kaiserliche Familie umjauchzt von der Begeisterung der Menge. Dann trat man den Rückmarsch an. Ohne Polizei— alles in schönster Ordnung. Die dabei waren, hatten eine unvergeßliche, große Stunde erlebt! Vermischtes. *(Dies und das.) Einen schlimmen Streich spielte der Wahldruckfehlerteufel einem Blatte in Ludwigshafen, der sozialdemokratischen„Pfälz. Post“. In einem Wahlbericht hieß es:„Der Abfall in Altripp ist auf Konto des Freibieres zu setzen, das die Ueberfahrt über die Fähre verhinderte.“ Statt Freibieres sollte es„Treibeises“ heißen.— Während den Redaktionen die„Stimmen aus dem Publikum“, welche die Rubrik„Eingesandt“ bringt, durch ihre Länge oft unbequem werden, zeichnet sich ein Eingrsandt, das das Grazer Tagblatt bringt, durch seine lakonische Kürze aus. Diese Zuschrift lautet:„Im„Kärtner Tagblatt“ hat ein Herr H. P. meine Schrift über die Fleischnot besprochen. Er hat mich überzeugt, daß ich mich in der Zahl der in den Alpenländern vorhandenen Ochsen um einen verzählt habe. Wendelin Weidhofer." Dortmunder Stadttheater. Sonntag, den 10. Februar: Bei gänzlich aufgehobenem Abonnement zu ermäßigten Preisen. Anfang 3,30 Uhr. Alma Saccur:„Die Geisha“. Eine japanische Teehausgeschichte in drei Aufzügen. Musik von Sidney Jones. Abends 7,30 Uhr: Bei aufgehobenem Abonnement(Jahreskarten gültig.) Alma Saccur:„Das Glöckchen des Eremiten“. Komische Oper in drei Aufzügen von A. Maillart. Hierauf: Balletdivertissement. Montag, den 11. Februar: Serie A, Nr. 36. Rote Karten. Anfang 7,30 Uhr. Zum ersten Male. Mit ganz neuer Ausstattung.„Die Afrikanerin“. Oper in vier Aufzügen von G. Meyerbeer. Dienstag, den 12. Februar: Bei aufgehobenem Abonnement.(Jahreskarten gültig.) Volksvorstellung zu volkstümlichen Preisen. Anfang 7,30 Uhr.„Romeo und Julia“. Trauerspiel in fünf Aufzügen von W. Shakespeare. Mittwoch, den 13. Februar: Serie C, Nr. 34. Gelbe Karten. Anfang 7 Uhr.„Die Meistersinger von Nürnberg". In drei Aufzügen von Richard Wagner. Donnerstag, den 14. Februar: Bei aufgehobenem Abonnement(Jahreskarten gültig.) Volksvorstellung zu volkstümlichen Preisen. Anfang 8 Uhr. „Der Troubadour“., Oper in vier Aufzügen von G. Verdi. Freitag, den 15. Februar. Serie C, Nr. 35. Gelbe Karten. Anfang 7,30 Uhr. 4. Volksvorstellung im Zykklus deutscher Lustspiele.„Bürgerlich und romantisch". 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Fahnen Reinecke Heute Morgen gegen 6 Uhr entschlief sanft und gottergeben nach 4tägigem Krankenlager meine liebe Mutter, Schwiegermutter. Grossmutter, Schwester u. Tante Wh. Schänne-Mauss geb. Schmettkord im Alter von 70 Jahren. Um stille Teilnahme bittet im Namen der trauernden Hinterbliebenen Wilhelm Brune. Schwerte, Rheda. Gütersloh, den 8. Februar 1907. Die Beerdigung findet Montag, den 11. Februar, nachmittags 2“ Uhr vom Sterbehause, Mährstr. 9 aus Statt Nach Gottes unerforschlichem Ratschlusse wurde uns heute Abend infolge eines Unglücksfalles meine heissgeliebte Gattin, unsere treufürsorgende liebe gute Mutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Himma Stamm geb. Dörnemann im 54 Lebensjahre plötzlich entrissen. Um stille Teilnahme bittet tiefbetrübt und schmerzerfüllt Schwerte-Ruhr, Hamburg, Dortmund, Holzwickede, Aplerbeck, Westhofen, Essen, Suderwich, den 7. Februar 1907. Kutscher= und= Fuhrmannsverein. Schwerte. Am Sonntag den 10. Februar 1907 nachm ttags 5 Uhr Gezeral-Ver ammlung Tagesordnung: 1. Zahlung der Beit=äbe. 2 Aufnahme neuer Mitg ieder. 3. Rechnungslage 4. Verschieden s Zahlreiches Erscheinen erwartet Der Vorstand. 552 Donnerstag Abend 11 Uhr entschlief nach langem, schwerem, mit Geduld ertragenem Leiden, unsere gute liebe Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter und Urgrossmutter Wirtin Im Namen der Hinterbliebenen: Stamm. Die Beerdigung findet Montag, den 11. cr., nachmittags 3 Uhr vem Trauerhause, Hörderstr. 6 aus statt. 9) Für Konfirmanden und Kommunikanten Wwe. Charlotte Graas geb. Rave im vollendeten 77. Lebensjahre. Dieses zeigen tiefbetrübt an, mit der Bitte um stille Teilnahme Sommerberg, Schwerte, Hagen, Dortmund u. Metz, 8. Februar 1907. Die Beerdigung findet Montag Nachmittag 3 Uhr vom Trauerhause aus statt. 533 K empfehlen wir unser großes Lager in schwarzen Kleiderstoffen von Mk. 0.90 an bis 5.50 per Meter, farbigen Kleiderstoffen von Mk. 0.60 an bis 3 50 per Meter. 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Die Milglieder empfangen ihren Ueberschuß=Anteil beim nächsten Ablauf der Versicherung oder des Versicherungsjahres durch Aurechnung auf die neue Prämie, in den im § 11 der Satzung bezeichneten Ausnahmefällen aber bar durch die unterzeichnete Agentur. Schwerte, im Februar 1907.. W548 Ernst Klein. Brkannrklachung. Der Plan nebst Beilagen zur Herstellung einer Wegeüberführung in km 151,6X80 am Bahnhof Westhofen wird nach Vorschrift des§ 19 des Gesetzes über die Enteignung von Grundeigentum vom 11. Juni 1874(G. S. S. 221.) während der Zeit vom 12. bis 26. Februar d. Is. bei dem Stadtvorsteher in Westhosen zu Jedermanns Einsicht offengelegt. Einwendungen gegen den Plan sind während der Dauer der Offenlegung bei mir schriftlich einzureichen oder mündlich zu Protokoll zu geben. Diese dürfen aber nur die Gestaltung des Planes, nicht aber die Entschädigungsfrage zum Gegenstand haben Hörde, den 5 Februar 1907. Der Königliche Landrat. Busch. 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Der Vorstand Die erkannte Dame, welche am Freitag Nachmittag bei der Wirtschaft von Sprave, ein Packer aus dem Straßen. bahnwagen mitgen ommen hat, wird ersucht, das selbe in der Wirtschaft von Herrn Rath, Brückstraße 12 abzugeben. 560 Wretsark I verhütet das Zu# frieren von Abfluß. röhren und tant zugefrorene Röhren auf. an Billigst zuhaben bei 2. Weinberg. 9 per Rolle von 13 Pfg. an Farden streichfertig empfiehlt U. Weinung. 9. Kra ithei syalber Gast“, muß ich meine Wirt W pt ghaft schaft verpachten Tt.chaft 1000 Mr. erforder Hoffmann, Halle S, Augustafte. 9 1 Bodenzimmer gut möbliert, m. Morgenkaffee im anst. Haus an Herren od. Damen billig zu vermieten. Näh. i. d. Exped. d. Bl. An die Zahlung der Kirchensteuer erinnert 566 Schwerte, 9. Februar 1907 Nehring. Abtall von Nickeikupler plattiertem Stahlblech ist in grösseren Mengen abzugeben:-Von wem sagt die Exped. d. Blattes. Rinder und Kühe werden auf guter Sommerhude angenommen. B510 Lichtendorf. 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Mts. abends 8½ Uhr im Lokale des Herrn Rath: = Vortrag des Parteisekretärs Herrn Rüffer über das Thema: „Die Reichstagswahlen 1907 und ihre Bedeutung für unser Vaterland!“ Alle national gesiunte Männer stind herzlich eingela den.