wier verlauf verem en um wer obgleich süsse wiedere den Feind ein Häslein verfüllt hleinit kummertite, schreckt einen Träugravitätisch kehr den leisich nieder. näher, sich bis auf Ungewißbannt ihn. sicht. Da— lagen wäre , e r k r i e c h t Ein Krach, neh)“ eit einigen ig der Jagd Leidens“ oode Karten. aagamteant! A. Adam. Tang“ van lbonnsment Uhr. Erstes ller:„InAufzügen Staantit Zochertah große Kinildern nach Goerner. lbe Korten. ier Aufzüm Abonne7,30 Uhr. Carl Willustspiel in n und Guderr C. W. bonnement g zu kleia Stuart“ edrich von weite grovn.„Roch## in vier en von C. ie Karten: Bartburg"“. Wagner. Verstorbenen on einer späHerr Fichthter Zukunft u berücksichnständen been, dem alsacht, erregte eich man es daß er für Mann, doch je eine diesdes Neffen, r R e c h t e, d i e känden verSchmeigen itt des Diehrem Mahle Izimmer der ten bekannt ie Gange. haften Fall Versaachungsauch in lieen, so hatte m. Und ineigentlicher er nicht auf der andern 145,20 Die„Schwerter Zeitung“ erscheint täglich, ausser Feiertags. Bezugspreis: Mk. 1.6s vierteljährlich, bei der Post 42 Pf. für Bestellgeld mehr. Wöchentliche Gratis-Beilage:„Illustrierter Familientreund.“ o 0 0 0 O O O O O O O O 0 o Anzeigenpreis: Die sechsgespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 Pf., Anzeigen von auswärts IS Pf., Reklamezeile 40 Pf. Erstes und ältestes Tagesorgan Haupt=Annoncenblatt. Alle Kreis- und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäss Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung“ rechtsverbinckliche Kraft. o 0 O 0 O 0 o o o o o o 0 o Druck u. Verlag von Carl Braus, Schwerte. Fernsprech-Anschluss Nr. 62 Amt Schwerte. Celegr.-Adresse Braus, Schwerte-Ruhr. o Nr. 284 Dienstag, den 4. Dezember 1906. 38 Ihrg. Auf zur=citft! Die furchtbare Katastrophe, die Annen in voriger Loche betroffen, hat über viele Hunderte unindliches Elend gebracht. Manche Familie hat den Erührer verloren, Hab und Gut ist zerstört und in krümmer gelegt und für sie zum Teil verloren; kurz ur dem Weihnachtsfeste, dem Feste der allerbarmenden siebe, das wie kein anderes freudige Klänge in des Neuschen Herz auslösen soll, ist über sie ein entsetzlies Schicksal hereingebrochen. Angesichts des großen #nglückes wird der Ruf nach schneller Hilfe wohl nicht ngehört verhallen. Wir wenden uns deshalb an alle nsere Mitbürger und Leser in Stadt und Land mit r herzlichen Bitte, durch reichliche, möglichst schnell bermittelte Gaben wenigstens der ersten schweren t zu steuern. Zur Entgegennahme der einzelnen seträge ist die Geschäftsstelle der„Schwerter Zeitung“ reit, über dieselben wird an dieser Stelle quittiert giden Die heutige Ausgabe umfaßt 8 Seiten. den Wünschen des Zentrums erledigt werde, sehe sich dieses genötigt, nichts mehr für die Kolonien zu bewilligen.(Bewegung.) Er, der Kolonialdirektor, lasse sich aber nicht zwingen, eher würde er zurücktreten. Abg. Arendt(freions.) bestritt für sich und den Grafen Arnim, eine ungebührliche Einwirkung zum Zweck der Verabschiedung des Geheimrats Hellwig ausgeübt zu haben. Abg. Rören(Ztr.) sprach von Vertrauensbruch und griff den Kolonialdirektor heftig an. Dieser erwiderte nicht minder gereizt und die Sitzung schloß mit einem Mißklang. Wir bringen in morgiger Nummer das Rededuell zwischen dem Zentrumsabgeordnesen Roeren und dem Kolonialdirektor Dernburg ausführlich. Verlag und Redaktion der„Schwerter Zeitung. Außer den bereits quittierten 178/10 Mk. gingen sch bei uns ein von: Frau Witwe Kayser=Iserlohn Mk., W. Kl. 3 Mk, sodaß die Gesamtsumme 191,10 ##. beträgt. Wir haben die bis gestern eingegangenen iben an die Hauptstadtkasse in Witten abgeführt und #erdem die betreffende Quittung sofort nach Eingang gröffentlichen. Weitere Gaben nehmen wir entgegen. Deutscher Reichstag. Die koloniale Erörterung ging am Montag weiter, Geister platzten heftig aufeinander. Kolonialdirektor Dernburg bezeichnete es als unsttig, daß Geheimrat Hellwig wegen seines Verhalim Fall Peters pensioniert worden sei. Das sei geschehen, weil er den steigenden Anforderun## seines Amtes nicht mehr gewachsen war. Ebenso brichtig sei, daß der Unterbeamte Pöplau diszipling sch bestraft worden sei einzig und allein, weil er stenmaterial geführt habe, Pöplau sei schon früher eimal disziplinarisch bestraft worden. Da Zweifel seine Zurechnungsfähigkeit auftauchten, wurde er ##ugsweise pensioniert. Erst nachher, als er das das Disziplinarver#ren. Pöplau sei talktlos und unglaubwürdig. Da der Kolonialdirektor wiederholt unterbrochen ###de, legte Präsident Graf Ballestrem Verwahrung Abg. Rören(Ztr.) brachte alte und neu: Kolonial= zur Sprache. In Togo habe der Stationsleiter midt eine Kupplerin zur„Königin“ gemacht und die Gerichtsbarkeit erster Instanz verliehen.(Hört, „ und Heiterkeit.) Mädchen mußten nachts zum Nze kommen, sonst traf die Eltern eine Geldstrafe Mk. Geprügelt wurde mit Bambusstöcken. Ankläger, Missionare, seien verhaftet und mit 21 #. Gefängnis bestraß worden. Die Kolontalversoll um die Dinge gewußt haben.(Hört, hört!) Pier forderte die Beseitigung solcher unwürdiger Kände und berührte dann die Angelegenheit Erzin welcher der Untersuchungsrichter in das wlugsgebäude eingedrungen sei. Präsident Graf Ballestrem stellte unter Heiterkeit hauses fest, daß der Richter nur„Gast“ des Abg. rger war. Der Reichstagsdirektor sei sehr enerrrssgsngen und habe eine Haussuchung nicht gedirektor Deruburg erblärte, die„Fälle“, die die und Rören vorgebracht hätten, seten nicht würden untersucht. Die Angst vor Vertuschwelcher Abg Ablaß(freis.) Ausdruck gegeben ici unbegründet. Er, der Direktor, habe ein or# Gefühl der Befreiung, alles im Lichte der niichreit zu verhandeln und für Reinlichkeit in Verwaltung zu sorgen. Abg. Rören habe in eiden, Reichskanzler gedroht, wenn die egenheit der umervriumen Wistuba nicht nach Aus Stadt u!d Umgrbung Schwerte, den 4. Dezember. (Im Weihnachtsmonat.) Wir sind in den letzten Monat des Jahres eingetreten, der rechtmäßige Wintermonat Dezember hat sein Regiment begonnen. Man bezeichnet ihn als Greis unter seinen Mitbrüdern, doch mit Unvecht. Denn sehr oft ist er bei guter Laune und als„alter Herr“ ein ganz besonderer Freund der Kinder, für welche er stets volle Taschen von Ueberraschungen aller Art in Bereitschaft hält. Wie jubelt ihm die Jugend zu beim Schneeflockentanze und wenn die spiegelglatte Eisfläche blinkt und winkt, ihm, dem guten Alten, mit dem weißen Barte und den schneeigen Locken. Obschon der älteste unter den Monaten, ist der Dezember auch ein„schneidiger“ Mann, welcher Bewegung und Leben unter die Menschen bringt. Fällt mit dem Eintritt des Dezember in bedeutsamer Weise doch auch der Beginn des Advents zusammen der seligen Vorbereitungszeit auf das fröhliche, gnadenbringende Weihnachtsfest. Das Christkind ist unterwegs und Knecht Ruprecht macht seinen altgewohnten Gang. Und in die Klänge der Adventsglocken mischen sich frohe Weihnachtslieder und die traute Dämmerstunde wird erhellt und verklärt durch den Glanz und Zauber uralter Sagen und Märchen, denen viel tausend hoffnungsfreudiger Kinderherzen in stiller Andacht lauschen. Ja, nicht lange mehr währt es nun, bis am hl. Weihnachtsabend Millionen von Tannenbäumchen im hellen Glanze erstrahlen und das Christfest Freude und Friede bringt in Palast und Gulke und Wohlgefallen allen Menschen groß und *r(Statistik.) Die neueste Ausgabe des Amtsblattes der Kgl. Regierung enthält u. a. an Bekanntmachungen 131 Steckbriefe, 12 Vorladungen an Militärpflichtige, die sich der Gestellung entzogen, Zwangsvollstreckungen, 22 Konkurse und 2 Ehescheidungen. **(Hochwasser.) Infolge des andauernden Regens ist die Ruhr ausgetreten und hat an einigen Stellen die angrenzenden Weiden überschwemmt. Die Arbeiden des Dortmunder Wassenwerks an den bei Geisecke und Rheinen gelegenen Wassergewinnungsanlagen mußten teilweise eingestellt werden **(Kriegerverein Schwerte.) In der am Sonntag stattgehabten Generalversammlung wurden drei neue Mitglieder ausgenommen. Die Ersatzwahl des Vorstandes ergab folgendes Resultat: W. Sieberg 1. Vorsitzender, Lehrer Althoff 2. Vorsitzender, H. Schulte 1. Schriftführer, Oberlehrer Feldhügel 2. Schriftführer und als Beisitzer die Herren Rahlenbeck, Ernst Müller, Otto Fleer, Steinschulte, Fritz Schöttler, H. Färber sen., Hermann Lohmann und W. Stuhlmann. Kaisers Geburtstag wird am 27. Januar fesstlich begangen. **(Der kaih. Arbeiterverein St. Stephanus) biwies in seiner Sitzung am Sonntag wiederum, daß er nunmehr sich in dden richtign Bahnen bewegt. Unter der meuen Leitung hat der Verein einen wirklichen Fortschritt zu verzeichnen. Die Sitzungen des Vereins werden zum größten Til ausgefüllt durch sozialpolitische Debatten. So stand am Sonntag wieder die Gewerbegericht swahl am 10. Dezember zur Besprechung, nachdem Herr Lehrer Köhnen einen ausgezeichneten Vortrag über dieses Thema gehalten. Ein weiterer wichtiger Beschluß ist die Veranstaltung eines sozialpolitischen Unterrichtskursus, der nach Weihnachten seinen Anfang nehmen wird. Auch der Bildung eines christl. Gewerkvereins bringt der Verein das lebhafteste Interesse entgegen. Die Patronatsfeier des Vereins findet am zweiten Weihnachtstage statt. In der nächsten Versammlung, Anfang Januar, wwird ein Vortrag über die Parteien des Reichstages gehalten werden. ür(Stenographenfest.) Eine schöne Feier war es, welche der Arends'sche Stenographen=Verein am Samstag abend im„Reiche des Wassers" veramstaltet hatte und welche aus allen Kreisen der Bürgerschaft sehr zahlreich besucht war. Bei Konzert, gemeinsamen Liedern usw. nachherigem Tanzkränzchen vergingen die schönen Stundens chnell. Imlaufe des Abends verbreitete sich der Vorsitzende des Vereins in einer längeren Ansprache über den Wert der Kurzschift Die ganze Veranstaltung ist in schönster Weise verlaufen und wird bei allen Teilnehmern die angenehmsten Erinnerungen wachhalten. Annener Unglück Annen, 3. Dezember. Die Gemeindevertretung von Annen hat heute in einer unter dem Vorsitze des Landrates abgehaltenen Sitzung beschlossen, für die durch die Explosion der Roburitfabrik Geschädigten zunächst einen Betrag von 10 000 Mark bereit zu stellen. Durch öffentliche Bekanntmachung werden alle von der Katastrophe Betroffenen aufgefordert, die ihnen entstandenen Schäden aufzuschreiben und einer Kommission von Sachverstäudigen vorzulegen, welche in den nächsten Tagen ein amtliche Feststellung der Beschädigungen von Haus zu Haus vornehmen wird. Weiter wird öffentlich bekannt gegeben, daß die Gemeinde im Bedarfsfalle Vorschüsse oder Beihülfen an die Geschädigten zur schnallen Wiederherstellung der Häuser und Neubeschaffung des zerstörten Mobilairs gewähren wird. Der Landeshauptmann der Provinz Westfalen, Herr Dr. HHammerschmidt, hat sich in einem an den Landvat in Hörde und den Amtmann in Annen gerichteten Schreiben in dankenswerter Weise bereit erklärt, bei dem Provinzialausschuß die Bewilligung von Mitteln in Vorschlag zu bringen, sofern dem Bedürfnisse nicht durch das Ergebnis der Sammlungen genügt würde. Auch die Vertretung des Kreises Hörde wird in der nächsten Zeit zu einer entsprechenden Beschlußfassung einberufen werden.— Dem Landrate des Kreises Hörde ist ferner vom Herrn Geheimrat von Mendelssohn=Bartholdy in Berlin der Betrag von 10000 Mk. zugunsten der Geschädigten überwiesen worden. Herr Hugo Stinnes in Mülheim(Ruhr) hat dem Landrat zum gleichen Zweck die Summe von 1000 Mark zur Verfügung gestellt. Hoffentlich wird der Aufruf zu milden Gaben für die Geschädigten und Hinterbliebenen der Getöteten, der in vielen Tageszeitungen bereits veröffentlicht worden ist, ein erfreuliches Ergebnis haben. Möge das hochharzige Beispiel des Kaisers und die Opferwilligkeit der übrigen erwähnten Geber in weitesten Kreisen Nachahmung finden! Gaben nimmt u. a. die Stadthauptkasse in Witten entgegen. Dortmund, 3. Dez. Die Westfälische Bankkommandite Ohm, Hernekamp u. Co., hat für die Hilfsbedürftigen in Annen und Witten der Stadthauptkasse in Witten 1000 Mk. überwiesen. — Die Hypothekenbank der bayerischen Handelsbank in München sandte zur Hilfsstation für Annen oo Mari Oe zu Witten Baukau, 3. Dez. Die Gemeindevertretung von Baukau bewilligte heute für die durch die Explosionskatastrophe geschädigten Personen 600 Mark. Witten, 3. Dez. Diebesgesindel macht den Behörden in Witten und Annen viel zu schaffen. Das Gesindel dringt in die von den Bewohnern verlassenen Häuser und stiehlt, was nicht niet= und nagelfest ist. * * A In Witten wurden in einer Nacht 10 Einbrüche verübt. Zur Verstärkung der Ortspolizei wird solche aus den benachbarten Gemeinden herangezogen. Westfalen und Rheinland. * Dortmund, 3. Dez. Dem 2jährigen Sohn des Hilfsarbeiter Karl Hinbeldey stürzte ein Topf mit heiper Milch auf den Kopf. Das Kind starb an den erlitdenen Verletzungen. * Dor mund, 3. Dez.(Zusammenstoß.) Bei der Einmündung der Königstraße nach dem stieß heute vormittag eine unvorsichtig gefahren: Karre mit einem Straßenbahnwagen zusammen. Der Kutscher erllitt einen Schädellbruch und wurde ins Kranbenhaus gebracht. Das Pferd mußte getötet werden. * Werne, 3. Dez. Als heute morgen einige Arbeiter mit dem Abbruch eines Bohrturmes bei Herbern beschäftigt waren, schlug plötzlich eine Flamme aus dem Boden hervor. Das Gerüst des Bohrturmes geriet in Brand. Acht Arbeiter wurden schwer, jedoch nicht lebensgefährlich verletzt. * Hamm, 3. Dez.(Verblutet.) Im nahen Hövel wurde ein angetrunkener Bewohner des Dorses aus einer Wirtschaft gewiesen. ihn bis 50 Schritt vor seine Wohnung und ließen ihn die Nacht über dort liegen. Auch ein später des Weges kommender Mann kümmerte sich nicht um den Aermsten, der röchelnd am Wege lag. Als der Morgen kam, war der Unglückliche verblutet. * Münster i. W., 3. Dez. Heute nachmittag wurde auf dem hiesigen Hauptbahnhof der Stationsdiätar Hillmann von einer Rangiermaschine erfaßt und mitten durchgeschnitten. Der Verunglückte war erst drei Monate verheiratet. * Velbert, 3. Dez. Auf dem Eisenbahngeläne der Henrichshütte wurde der Arbeiter Eichler von einer Lokomotive überfahren und getötet. * Essen, 3. Dez.(Wie eigentümlich) oft der Zufall spielt, zeigt wieder ein Vorkommnis, das sich hier zutrug. Ein hier wohnhafter, kleiner Geschäftsmann begab sich in das Bureau einer Großbrennerei, um einen fälligen Betrag einzukassieren. Als er dann das Lokal betreten hatte, erlitt er einen Schlaganfall, der alsbald seinen Tod herbeiführte. Man telephonierte von der Brennerei aus zur Polizei und bat diese, die Leiche abholen zu lassen. Ein merkwürdiger Zufall wollte es nun, daß die Dame auf dem Fernsprechamt, die dieses Gespräch zu vermitteln hatte, eine Tochter des Verstorbenen war. Das bedauernwerte junge Mädchen erfuhr auf diese seltsame Weise den Tod ihres Baters. * Koblenz, 3. Dez.(Bravo.) Die Stadtverordnetenversammlung hat den verheirateten städtischen Beamten mit weniger als 1800 Mk. Gehalt eine Teuerungszulage von je 60 Mk., den städtischen Arbeitern eine Lohnzulage von 15 Pfg. pro Tag bewilligt. Vermischtes. Halle, 4. Dez. Ein furchtbarer Kampf spielte sich, wie wir schon kurz mitteilten, in dem Eichelbusch genannten Waldes bei Rathmannsdorf ab. Jagdschutzbeomte hatten zahlveiche Schüfse im Rexes, hallepguohe ren und suchten nun die Wilderer zu Kaun. näherten sie sich einem vor dem Walde sich hmziehendem Graben, da schoß auch schon einer der Wilderer auf die Beamten das war das Zeichen zu einem regelrech den Feuergefecht. Von beiden Seiten fielen zahlreiche Schüsse; vier der Forstschutzbeamen wurden verwundet. Der Fußjäger Wiedicke aus Neuendorf erhielt einen Schuß durch den Oberschenbel, der Förster Grüttner durch beide Oberschenkel, doch sind bei beiden Beamtendie Wunden nicht lebensgefährlich. Schwerer wurde der Privatforstbeamte und herrschaftliche Diener Kirmes verwundet, der einen Schuß in den Rücken erhielt. Dem Amtsdiener Möhne wurde ein Arm durchschossen. Von den Wilderern sind ebenfalls mehvere, getroffen worden, aber dennoch gelang ihnen die Flucht. Die Verwundeten, von denen einer der Blutspur nach schwer verwundet sein muß, wurden von ihren Spießgesellen mit fortgeführt; einen haben sie anscheinend getragen. Auf dem Kampfplatz fand man allerlei Jagdgeräte, Kugeln und Patronen, daneben eine Anzahl erlegter Fasanen. Es ist noch nicht gelungen, die Wilddiebe, die mit geradezu unerhörter Kühnheit zu Werke gegangen sind, zu ermitteln. London, 3. Dez. Als eine wahre Schatzkammer erwies sich das Haus einer in Meath(Irland) verstorbenen Frau Megan, deren Hinterlassenschaft auf ca. 50000 Mk geschätzt wurde, die sie testamentarisch fast ganz für wohltätige Zwecke bestimmt hat. Bei der Erschließung ihres Hauss fand man den Fußboden mehrerer Zimmer ein bis zwei Fuß tief mit Papiersetzen, alten Kleidern und allerhand Gerümpel bedeckt, und bei der Wegräumung zeigte es sich, daß da Banknoten, Akten, unerhobene Schecks und Goldmünzen mit darunter lagen, deren Wert bereits einige Tausend Pfund repräsentiert. Sovereigns lagen auf den Treppen, in der Küche und sonstwo herum. Die Aufräumungsarbeiten sind noch nicht beendet. Sorgen geschützt verleben kann. Voigt hofft, die vier Jahre Gefängnis bei guter Gesundheit zu überstehen. Ein vereiteltes Verbrechen. Petersburg, 4. Dez. Einen teuflischen Attentatsplan gegen den Ministerpräsidenten Stolypin hat dieser Tage die Geheimpolizei entdeckt. Revolutionäre beabsichtigten, mit Hilfe eines Automobils an der Wohnung des Ministerpräsidenten vorbeizufahren. Dabei sollte ein Insasse des Wagens ein mit Sprengstoffen gefülltes Blumenbukett gegen das[Fenster seines Arbeitszimmers schleudern. Der Plan wurde jedoch entdeckt. 30 Personen wurden verhaftet. Rußland im Zeitalter der Bomben. Breslau, 4. Dez. In Sosnovice wurden gestern während einer Prozession drei Bomben geworfen, wodurch vier Personen und 2 Polizisten getölet wurden. Die Fabriken sind infolgedessen heute geschlossen. Lotterieschwindler. Kopenhagen, 4. Dez. Gegen den Inhaber des Bankhauses Mieskow u. Co. ist aufgrund zahlreicher aus Deutschland eingelaufener Betrugsanzeigen ein Strafverfahren eingeleitet. Es handelt sich u den s. Z. aus Stettin gemeldeten Lotteriebetrug. Die Firma hatte vor mehreren Monaten in Stettin ein Bankhaus errichtet, Massenprospekte über Rote Kveuz=Lose versandt und nach Eingang vieler tausende Mark Postanweisungsbeträge entweder gar keine oder auswärtige für die Besteller völlig wertlose Lose verfendet. Vernichtete Dokumen e. Madrid, 4. Dez. Ein verhängnisvoller Brand hat im Archiv des Madrider Justizministeriums gewötet. Dis Kopien der Tostamente und die Zivilstandsregister des Königlichen Hauses sind durch die Flammen vernichtet worden. Das amerikanische Budget. Washington, 4. Dez. Der Kongreß wurde gestern eröffnet; das Budget balanzier: mit 689 Dollars. Für Krieg werden mehr gefordert 7 Millionen Dollars (also fast 30 Millionen Mark) und für Marine beträgt die Mehrforderung 16 Millionen Dollars(also etwa 66 Millionen Mark.) Standesamt Ergste. Monat November 1906. Geburten. 1 Sohn: Hilfsbremser Ernst#u# Thiel zu Ergste, Hilfsweichensteller Wilhelm Marchu## zu Steinberg bei Ergste. 9 1 Tochter: Fabrikarbeiter Gustav Friedrich Wilhelm Sievert zu Ergste, Kettenschmied Karl Lessing zu Bürenbruch, Kettenschmied Heinrich Friedrich Althoff zu Bürenbruch, Milchhändler Heinrich Althoff zu Wröhe Aufgebote: Fabrikarbeiter Heinrich Frisbrich Kramer zu Westhofen und Dienstmagd Auguste Schneider zu Ergste, Fabrikarbeiter Friedrich Wilhellm e##mann zu Ergste und geschäftslose Sophie Lisette Kramer zu Garenfeld. Sterbefälle: Rentner Heinrich Schöttler zu Reingsen 75 Jahre, Erna Tillmann zu Steinberg bei Ergste 1 Jahr. Standesamt Hennen. Monat November 1906. Geburten. 1 Sohn: Gutspächter Anton Ferdinand Mathias Platzmann zu Refflingsen. 1 Tochter: Kettenschmied Heinrich Scheider zu Kalthoff, Schuhmachermeister Karl Ludwig Cordt zu Rheinen, Erdarbeter Heinrich Haarmann zu Rheinen. Aufgebote: Fabrikarbeiter Heinrich Wilhelm Roth und Dienstmagd Luise Navolewski, beide zu Villigst, Landwirt Heinrich Karl Krückmann zu Kalthoff und gewerblose Wilhelmine Bemmer zu Altendorf, Kreis Hamm, Kettenschmied Emil Kordt zu Refflingsen und Dienstagd Lisette Bouse zu Schwerte, Maschinist Heinrich Schramm zu Schwerte und gewerblose Minna Vieth zu Hennen, Pressenarbeiter Ernst Heinrich Hunbe zu Iserlohn und geschäftslose Lina Anna Spilker zu Barendorf, Kettenschmied Friedrich Heimann zu Grürmannsheide und gewerblose Mina Schäfer zu Refflingsen. Eheschließungen: Stellmachermeister Hermann Schoof zu Drüplingsen und gewerblose Auguste Neuhaus zu Hengsen, Kettenschmied Diedrich Neuhaus und gewerblose Lina Schneider, beide zu Kalthoff, Kettenschmied Gustav Schrader zu Drüpplingsen und gewerblose Lina Schulte zu Alt=Gruland. Verantwortlicher Redakteur: Wilh. Schade, Schwerte. 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Gasthof zur Helle, Carl Raffin. 4443 (F s. 2215 Ern T Pranimeronnuen. PiatkeurT moderne Ausstattungen in alle Styl= und Holz arten, zu den Möbein passend, stehen zu vermieten und Anrechnung der Miete a. d. Kauspreis. Piavohaus Hohrath. Be gwail 21. Auf dem Berge 27 Dortmund. Fernsprecher 845 Der Kultus mit dem falschen Hauptmann. Berlin, 4. Dez. Dem falschen Hauptmann von Köpenick sind in der Not gute Freunde genug erstanden. Eine sehr vermögende Berliner Dame hat sich an die Verteidigung Voigts gewandt, um ihm eine lebenslängliche Rente zu stiften, sodaß er den Rest seines Lebens nach der Entlassung aus dem Gefängnis gegen Großes Lager von: Bei dux, Steinweg Nacfl Mittwoch Morgen 9 Uhr sol im hie st en sch achthause minde#e tiges Rindfleisch verkauft werden. 4874 Halte mich zum Verleihen feiner NikolausCostüme u. Masken bestens empfohlen. Neul Neu! AlluminiumWunderkerzen reitz ude Neuheit für den Weihnachtsbaum à Stück 5 Pfennig. Zigarren u Taback stets zu haben. Robert Kl. 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Verlag von Carl Braus, Schwerte. Fernsprech-Anschluss Nr. 62 Amt Schwerte. Celegr.-Aäresse Braus. Schwerte-Ruhr. o Nr. 234 diensiog, den 4. Dezember 1906. Roburit. Die allzu weitgehende Vertrauensseligkeit, die man heute unter dem wohlklingendden Namen Optimismus zu einer Tugend erhoben hat, ist lleider nur sehr selten am Platze; in vielen Fällen führt sie zu unangenehmen Enttäuschungen. Am wenigsten ist sie aber den zahllosen Explosionsstoffen gegenuver angebracht, mit denen heute die vervollkommnete Technik zu arbeiten gemötigt ist. Was hat man dem Roburit nich für löhliche Eigenschaften nachgesagt! Es sollte so unschuldig sein, daß ein Kind damit spielen könnt:. Daß es jemals anders, als auf Kommando explodieren könnte, das wurde von allen Kennern auf das entschiedenste bestritten. Und nun hat diese scheinbar gezähmt: Bestie doch ihre unangenehmen Seiten hervorgekehrt, genau wie die dressierten Tiger dieser Tage ihren „Dompteuren“ an die Gurgel sprangen. Man muß elben immer mit dem Haß der Elemente gegen das Gebild der Menschenhand rechnen. Wie die Explosion in der Roburitfabrik Ardey#ntstanden ist, wie es kam, Daß sie eiinen so ungeheuerlichen Umfang annehmen konnte, das muß die Untersuchung der Behörden zeigen. Hoffentlich wird sie mit aller Gründlichkeit vorgenommen. Leider ist ja der leitende Chemiker der Fabrik, Dr. Kunze, selbst ein Opfer seiner Vertrauensseligkeit geworden. Er versicherte eben noch der Schar der heandrängenden Neugierigen, daß keine Gefahr sei, als ihn und seine Zuhörer die zweite Explosion in Stücke riß. Das Roburit hat sich an seinem Bändiger gerächt. Aber glücklicherweise sind manche Augenzeugen, wenn auch zum Teil ohne Augenlicht, mit dem Leben davongekommen. Sie werden erzählen können, wie es kamn. Schon jetzt indessen muß es ausgesprochen werden, daß die Schutzmaßregeln zur Verhütung von Explosionen bei der Fabrkation von Sprengstoffen nicht ausreichen. Man hat einen Unterschied gemacht zwischen „gefährlichen" und„ungefährlichen“ Sprengmitteln. Das war ein Fehler; sind sind alle gefährlich oder können es doch bei einer Verkettung unglücklicher Umstände werden. Deshalb müssen sie auch mit gleichmäßiger Vorsicht behandelt werden. Bei der Fabrik Ardey hamdelte es sich um eine weiltäufige Anlage, in der naturgemäß eine große Masse von explosiven Svoffen aufgehäuft worden war. Eine Sicherung gegen die Umgebung hielt man anscheinend wegen der ungefährlichen Natur des erzeugten Sprengstoffes nicht für nötig. Die Villa des Direktors Francke lag ungeschützt in der Nähe der Fabrik; Francke mußte schwer verletzt aus ihren Trümmern herausgeholt werden. Doch das mag als ein: mit dem Beruf verbundene Gefahr angesehen werden können. Schlimmer ist es, daß auch unbeteiligte Personen so nahe an den Herd des Unglücks herankommen konnten, daß sie von der Explosion betroffen wurden; es handelt sich um Hunderte von Zuschauern. Am schlimmsten ist es aber, daß auch die benachbarten Städte Annen und Witten schwer in Mitleidenschaft gezogen wurden. Annen ist zum großen Teil zerstört, Witten ist verheert wie eine vom Feind: beschossene Stadt. Diese Fernwivkungen hätten verhindert werden können, wenn man bei der Anlage der Fabrik auf die Möglichkeit einer Explosion Röcksicht gmommen hätte. Es mag notwendig sein, daß eine Fabrik, die den Industriebezirk mit Sprengstoff versorgt, in der Nähe dieses Bezirkes lliegt. Aber man hätte doch immer dafür sorgen müssen, daß sie die Sicherheit der Umwohner Der Erbe von Mühlenau. : R o m a n v o n R e i n h a r d B ü c h n e r. 1 5 So beschloß der Untersuchungsrichter, nach Tisch noch ein Einzelverhör vorzunehmen, was immer größere Erfolge versprach, da keiner durch die Gegenwart des andern geniert ist Selbstverständlich ruhten die Augen des Landgerichtsrats oft prüsend auf dem servierenden Diener, welcher lautlos und korrekt seines Amtes waltete. Er fand nichts Auffälliges in dessen Benehmen. Und natürlich war ihm das Zeugnis der Herrschaft von weit größerem Gewicht als das Urteil des Fabrikanten, welches ihm nach den Erfahrungen, die er bisher mit dem Herrn gemacht, nicht recht kompetent erscheinen wollte. Dennoch läßt ein guter Kriminalist nicht gern ein Moment außer acht und sei es auch noch so unbedeutend. Der Kriminalkommissar Bünzel, der gestern bereits die Bekanntschaft der hier Versammelten zum größten Teil gemacht und auch bereits wertvolles Material für seine Akten gesammelt hatte, hatte sich doch dem Untersuchungsrichter gegenüber über seine Erfahrungen sehr reserviert verhalten. Nichts hatte er bisher von dem erlauschten Gespräch verraten, da er mit demselben nicht beeinflussend auf denselben wirken wollte. Eine Stunde später saßen der Landgerichtsrat und Bünzel allein im Zimmer des Hausherrn beisammen. Sie hatten sich zur Beratung für wenige Augenblicke hier zurückgezogen. „Da ein Selbstmordmotiv hier nicht vorliegt," sprach der Untersuchungsrichter nachdenklich,„was halten Sie von der Sache?“ Der Kriminalkommissar überzeugte sich, daß Fenster und Türen gut verschlossen waren, dann setzte er sich ganz in die Nähe des Landgerichtsrats und entgegnete im Flüsterton:„Hier scheint mir die alte Kriminalfrage zu ihrem Recht zu kommen: Wer hat den Vorteil bei der Sache?“ „Das herauszubekommen wird eine schwere Aufgabe sein, bemerkte der Untersuchungsrichter. „In Betracht kämen auf diese Weise hier zwei Personen, die sunge Witwe und der Neffe. Es könnte aber auch ein Racheakt vorliegen. Einen Auhaltspunkt haben wir bis jetzt noch nicht. Doch kehren wir einstweilen zu der Frage, die Sie da soeben aufgeworfen, zurück. Findet sich eine spätere letztwillige Verfügung, so würde sich demnach also der Verdacht einzig der jun38 gen Frau und deren Verwandten zuneigen, während so doch nur der Neffe als der Bevorzugte betrachtet werden könne. Und der macht einen ungemein guten Eindruck, ist außerdem auch am entgegengesetzten Ende der Welt ansässig, kann also doch gar nicht angegriffen werden. Zumal er ja am wenigsten von der Abfassung eines zweiten Testaments oder dessen Unterbleibung etwas wissen konnte. Im Gegenteil, er mußte sich sagen, daß der Onkel nicht säumen würde, sein eigen Fleisch und Blut zu bedenken Der Neffe steht nach meiner Meinung, so oder so, ganz außen vor.“ „Das ist auch meine Meinung,“ sagte der Kriminalkommissar.„Indes, Herr Landgerichtsrat, macht nicht der Fabrikant mit seinem sehr wortlauten Wesen einen etwas zweifelhaften Eindruck? Schon daß er einen bisher gänzlich unbescholtenen und bei seiner Herrschaft wohlgelittenen Mann zu verdächtigen sucht, läßt tief in seinen Charakter blicken. Und ich frage mich, was hat der Mann für einen Grund dazu?“ „Allerdings macht das Wesen des Herrn einen wenig angenehmen Eindruck. Er scheint etwas nervöser Natur zu sein. Wir müssen ihn im Auge behalten. Ich denke, wir gehen jetzt erst in Doktor Willes, der Hausfrau, Herrn Fichtners und des Neffen Gegenwart an die Durchsuchung der Papiere.“ Frau von Tonger händigte dem Untersuchungsrichter die Schlüssel zu dem Schreibtisch, sowie dem großen, altmodischen Sekretär aus. Papiere aller Art fanden sich wohlgeordnet vor. Da waren quittierte Rechnungen, Schreibereien landwirtschaftlichen Inhalts, Briefe von Holzhändlern und Kornmaklern und dergleichen geschäftlichen Angelegenheiten. Sie wurden, flüchtig besehen, an ihren Platz zurückgelegt. Ein Fach enthielt die Privatkorrespondenz des Gutsherrn, dieselbe wurde zur näheren Prüfung mit gerichtlichem Beschlag belegt. Aber so viel man suchte, es fand sich nichts vor, was auf eine Aenderung des bestehenden Testaments hinweisen ließ. „Wissen die Herrschaften von Geheimfächern in diesen Möbeln?“ fragte der Untersuchungsrichter. Der Sekretär hatte allerdings ein Geheimfach, aber auch hierin ward nichts vorgefunden. Es lagen hier Obligationen, sowie Staatspapiere in einem mit Messing beschlagenen Käst„Bodenloser Leichtsinn!“ brauste der Fabrikant auf.„Mit nicht gefährdet. Das ließe sich auch leicht erreichen, wenrn man bestimmte, daß eine derartige Fabrik weitab von menschlichen Niederlassungen liegen muß. groß die Entfernung sein muß, das mögen die Techniker unter sich ausmachen. Aber groß must sie sein, deun noch in Dortmund und Hagen, zwei deutsche Meilen vom Explosionsort, spürte man empfindlich die Wirkungen der zweiten Entzündung. Aber muß es überhaupt eine große Fabrik in freiem Felde sein, in der die Sprengstoffe fabriziert werden? Wir bestreiten das. Die Dynamitfabriken bedieenen sich schon längst des Barackensystems in der Art, daß der Sprengstoff in kleinen, durch Erdwälle isolierten Baracken hergestellt wird; man sieht auch nach Möglichkeit darauf, daß die ganze Anlage von Wald ungeben ist. So ist es in der Nähe von Bergedorf der Fall; auch hier kommen Explosionen vor. Es sind zehn Jahre her, daß dort einige Baracken in die Luft flogen. Aber die Erdwälle verhindern, daß die ganze Anlage in Mitleidenschaft gezogen wird, und der Wald schwächt die furchtbare Luftwelle elastisch ab. Die Folgen einer Explosion sind denm auich nicht im entferntesten so schlimm wie bei einer geschlossenen Anlage im freien Felde. Die Industrie braucht Sprengstoffe; jeder wirtschaftliche Fortschritt hat eine stärkere Nachfrage nach ihnen zur Folge. Sie sind ein wohltätiges Element solange sie der Mensch beherrscht. Aber man muß immer damit rechnen, daß sie sich selbst befreien. Und für diesen Fall müssen Vorkehrungen getroffen werden. Mag es immer so aussehen, als ob man den Brumnen erst zudecken will, nachdem das Kind hineingefallen ist. Richtiger ist es in diesem Falle, zu sagen, daß man durch Unglück klug werden soll. Möge die Regierung auf eine Verschärfung der Bestimmungen über die Errichtung von Sprengstofffabriken hinwirken, derart, daß auch im schlimmsten Falbe eine Katastrophe lokalisiert bleibt. Der Tiger mag seinem Bändiger gefährlich werden können, aber er soll wenigstens nicht den Käfig zerbrechen dürfen.(B. T.) Potitische Fleischnot und Vieheinfuhr. Ein Metzgermeister Mayerhofer in Kufstein hat im Grenzschlachthause in Rosenheim 44 Schweine eingesechzig Jahren sollte man, weiß Gott, doch zeitweise aus Sterben denken. Doktor Wille legte dem Polternden die Hand auf die Schulter. Vergessen Sie nicht," flüsterte er ihm zu, daß es sich um den Gemahl Ihrer Tochter handelt" Rosa schien unter dem Benehmen ihres Vaters furchtbar zu leiden. Blässe und, Röte wechselten beständig auf ihrem Gesicht. Was sollten die Herren vom Gericht, was die ganze Umgebung davon denken? Man mußte annehmen, daß sie den alternden Mann nur, um glänzend versorgt zu sein genommen. Nun, das hatte man freilich wohl schon immer gelau, aber doppelt vorsichtig sollte man in seinen Aeußerungen sein. „Da die meisten Herrschaften nach der Beerdigung wieder abzureisen gedenken,“ sagte der Untersuchungsrichter, so möchte ich noch heute ein Einzelverhör vornehmen. Es ist damit freilich keineswegs endgültig abgetan, doch werden die ferner Wohnenden später in ihrem Wohnort vernommen werden können.“ Doch auch das Einzelverhör förderte nichts zu tage, woran man den geringsten Halt erlangen konnte. Selbst die Annahme, Herr von Tonger könne das Gift durch Zufall erhalten haben, wurde von den Hausbewohnern dadurch widerlegt, daß man behauptete, es werde gar kein Gift im Hause gehalten. Auch die Dienerschaft verschwor sich hoch und teuer gegen den Verdacht, es könne etwas Schädliches in den Speisen gewesen sein. Der Diener machte allerdings einen besonders devoten, sehr ergebenen Eindruck, doch wunderte man sich darüber nicht, weil das vielfach Art der Bedienten ist. Im übrigen wurden seine Antworten exakt und ruhig abgegeben. Herr von Tonger pflegte abends vor dem Schlafengehen wohl noch, namentlich zur Winterzeit, ein Gläschen Grog zu trinken, doch wurde die Zubereitung von der gnädigen Frau besorgt. Am Neujahrstage erinnere er sich nicht, daß Herr von Tonger außer in Gemeinschaft mit den andern Herren etwas genossen hätte. Nach Tisch, als die Damen sich auf ihr Zimmer zurückgezogen, sei allerdings den Herren noch schwarzer Kaffee gereicht worden; doch habe das erste Stubenmädchen deuselben den Herren gebracht. Diese Aussage wurde von der übrigen Dienerschaft, sowie Doktor Wille und Herrn Fichtner bestätigt. 145,20 — u führt; hören wir nun den„Tiroler Grenzboten“ Es kummen noch mund bolgente Speaien, lür den Verkäufer hinzu: Zoll für 100 Kgr. Leben=#ewicht 9 Mr.(ist für 100 Kgr Fleischgewicht 14 Mk., d. h. durchschnittlich auf ein Schwein 7 Mk.) Fracht 40 Pfg., Schlachtgebühr 3 Mk., Trichinenschau 70 Pfg. Heryerhoff hat sich natürlich erst erkundigt und würde verkaufen können. Es fanden sich auch die Metzgermeister zahlreich im Schlachthof ein, aber keiner zeigte Lust zum aufen, alle wollten schon eingekauft haben. Herr Mayrhoff konnte nur fünf Schweine einzelm an Wint= zu 70—72 Pfg. verkaufen und mußte sich schnell entschließen, mit seinen übrigen 39 geschlachteten Schweinen nach München zu fahren. Dort dasselbe Spiel. Die Ware wird als tadellos befunden. Käufer sind da, aber im Nu haben sie sich verständigt. Sie wissen, daß die geschlachteten Scheine nicht Oesterreich eingeführt werden dürfen, daß eer Ver käufer sich fozusagen in einer Aboezersyse, gaufer zeine alle stehen zusammen. So muß err Ermlaufer gute Ware mit 60—61 Pfg. losschlagen, während die guten Münchener dann das Pfund Schweinefleisch mi90 Pfg. bezahlen dürfen. Auf Grund dieser Erfahr gen und wegen des beträchtlichen Schadens, dem der Verkäufer durch dieses Mausefallensystem ausgesetzt gewesen ist, wird er natürlich für die Folge darauf verzichten, die„Fleischnot“ im deutschen Reiche zu lindern. Vielleicht hilft unser Bericht auch dazu, die deutschen Konfumenten darüber aufzuklären, wer hauptsächlich ihnen das Fleisch verteuert und mit welcher Einmütigkeit fremde Lieferanten bekämpft und abgeschreckt werden. Das wird ja freilich die Münchener Metzger nicht hindern, nach wie vor in jammervollem Petitionen über die angeblich herrschende Fleischnot den Reichstag anzusäuseln. Recht lehrreich! Das„Wiesb. Tagebl“ schreibt: Der Verein der Biehkommissionäre und=Händler erläßt gegen die Metzger in den Münchener Blättern eine ofintliche Erklärung, die nach genauer Angab; der Vieh= und Schweinepreise mit der Feststellung Gießt:„Das En gebwis ist sonach, daß die Metzger gegenüber den gegenwärtigen Einkaufspreisen am Kilogramm Fleisch, Schweinefleisch wie Kalbfleisch, bis zu 60 Pfg. verdienen. Diese Ziffern sprechen eine so deutliche Sprache, daß sich jeder selbst den nötigen Kommentar dazu machen kann.“ Eine unglaubliche Roheit sozialdemokratischer Gewerkschaftler. gegen einen christlich organisierten Arbeiter wird von der„Gewerkschaftsstimme“, dem Organ des christlichen Hülfsarbeiterverbandes, aus Ingolstadt berichtet. Auf einem Bau, wo die Sozialdemokraten mit dem christlich Organisierten zusammen arbeiteten, durchschnitten die ersteren am Gerüst die Verbindungsriegel und verdeckten die durchschnittene Stelle mit Holzrinde, um dem noch allein an der Stelle beschästigten christlichen Arbeiter einen Sturz in die Tiefe zu bereiten.„Doch es kam zum Glück für dem#####n anders", löste sich durch bei Bewegung des Gerüstes die aufgelegte Rinde, sodaß sich der Arbeiter sofort über die eituation klar wurde, zurückwich und so seinem sichern Verderben entging. Der Sturz wäre durch das S### genhaus bis in den Keller ein schrecklicher gewesen. Ja, die Genossen hatten noch die unerhörte Frecch## an demselben Tage den Arbeiter in zynischer Weise anzusprechen:„Bist no met runter g'flogen!“„Es ist kein Schaden, wenn ein halbes Dutzend Christlicher kaput geht, es gibt ohnehin schon zu viel.“— Die Angelegenheit ist dem Gericht übergeben. So lange die Leitungen der„freien“ Verbände gegen solche Unmenschen nicht ganz energisch vorgehen, sind sie von der Verantwortung für solche Vorkommnisse nicht freizusprechen. Humor in der Ostmark. In der Stadt Posen hat ein deutscher Beamter in dem e.. Bank gehörigen Neubau den erdem einer polnischen Bank gehörigg... 8 " sten Stock gemietet, bevor das Haus ferng wur. eits er einzieht, fehlen Jalousien. Die Baank weigerte sich, 9 solche anbringen zu lassen. Darauf schreibt ihr ihr Mieter, er würde, wenn die Bank nicht sofort ihre Weigerung aufgebe, sich selbst Jallousien anfertigen lassen, diese aber außen schwarz=weiß=rot anstreichen lassen. Mit wendender Post erhält er die Mitteilung, daß die Bank die Jalousien sofort liefern werde. PE-HEWinterkuren für Lungenkranke. Der in diesem Jahre außergewöhnlich schöne Herbst hat sein Ende erreicht. Die letzten Blätter, falgg zur stellen sich ein, die Vorboten des Winters, Alr,nte ders die Lungenkranken dem Winter. Der Aufenthallt im Freien ist die beste Medizin für sie, die rauhe Witterung bannt sie aber mehr oder weniger in die geschlossenen Räume. Dadurch werden sie aber weniger widerstandsfähig gegen die Unbilden der Witterung, denon sie trotz aller Vorsicht mehr oder minder ausgesetzt sind. Schwere, langwierige Erkältungen, Schädigung des Allgemeinbefindens, Fortschreiten des Lungenleidens sind dunn die unausbleiblichen Folgen. Mit irdischen Gütern gesegnete Lungenleidende suchen deshalb gerade im Winter mit Vorliebe geeigmete Sanatorien oder klimatische Kurorte auz, ur g dort einer geeigneten Kur zu unterwerfenzg Asg# telstande und in der Arbeiterbevölkerung herrscht eugegen auffallenderweise immer noch gegen Winterkuren ein unberechtigtes Vovurteil. Es ist aber nicht mehr zweifelhaft, daß diese den Sommerkuren hinsichtlich des Erfolges durchaus nicht nachstenz.n. mancher Beziehung und gerade für die Arbeiterbevölkerung verdienen die Winterkuren den Vorzug vor den Kuren in der besseren Jahreszeit. Bei Winterkuren sind die Kranken für die Kurzeit den infolge Heizung und Beleuchtung sowie des Mangels an frischer Luft vielfach ungünstigen Verhältnissen in ihren Wohn= und Arbeitsräumen entzogen; dafür leben z. in der die Gesundheit am meisten gefährdenden Jahreszeit unter ständiger sachkundiger ärztlicher Aufsicht in den denkbar günstigsten gesundheitlichen Verhältnissen. Mit Rücksicht auf die weitere Stärkung und Erhaltung der Gesundheit und der Arbeitsfähigkeit i es ferner zweifellos zweckmäßiger, wenn Kranke— statt zu Beginn odr mitten in der kalten Jahreszezit— in den Frühjahrsmona##en wiederhergestellt oder bessert zur Entlassung gelangen. Der weniger zahlreichen Bewerbungen wegen bedarf es überdies im Winter keiner langen Wartezezeit bis zur Aufnahme in die Heilstätten; geeignete Krankkönnen vielmehr jederzeit darin ausgenommen werden. Alle diese Gründe sprechen überzeugend dafür, eine notwendige Kur nicht bis zum Frühjahr oder Sommer aufzuschieben. Dazu kommt, daß ein Heilverfahren um so sichere und nachhaltigeren Erfolg hat, je früher es eingeleitet wird. Darum empfiehlt es sich stets, die Kur möglichst frühzezitig, ohne Rücksicht auf die Jahreszeit zu beginnen und nicht wochenoder gar monatelang zu warten, bis das Leiden zu weit vorgeschritten und dadurch die Wiederherstellung schwieriger, wenn nicht unmöglich geworden ist. Werden für einen Kranken in seiner Eigenschaft als landwirtschaftlicher odeir Industvie=Arbeiter. Dienstbote, kaufmännischer Angestellter, Privatbeam= ter, Haus= oder selbständiger Gewerbetreibender oder auch als Selbstversicherter Beiträge zur Invalidenversicherung entrichtet, so können bekannstlich die LandesVersicherungsanstalten ein Heilverfahren einsleiten, vorausgesetzt, daß der Krankheitsfall geeignet ist und die sonstigen gesetzlichen Voraussetzungen zutreffen, Unbemittelten Kranken kann z. B. nach den Grundsätzen der Landes=Versicherungsanstalt Westfalen schon beim Nachweise von 100 Beitragsmarkem ein kostenfreies Heilverfahren gewährt werden. Sind weniger als 100, aber wenigstens 50 Marken verwendet, so wird die Kurbewilligung von der Leistung eines im Vergleich zu den Kosten sehr geringen Zuschusses abhängig gemacht, dessen Höhe sich richtet nach der Zahl der Marken und den Vermögens= und EinkommensVerhältnissen des Bewerbers und seiner nächsten Angehörigen. In der Regel wird in einem Jahre nur eine Kur bewilligt. Mehr als drei Kuren können nur dann gewährt werden werden, wenn seit der letzten Kur mindestens 2—3 Jahre verflossen sind. Die Einbringung des Heilverfahrenantrages muß bei der Ortsbehörde oder auch bei der Krankenkasse erfolgen. Dabei ist die letzte Quittungskarte und eine kurze Aeußerung des behandelnden Arztes über den Krankheitsbefund und die vorhandenen Befferungsaussichten vorzulegen. Mögen diese Zeilen dazu dienen, manchem Lungenbranken den Weg zur Wiedererlangung seiner Gesundheit und Arbeitsfähigkeit zu zeigen, zu seinem eigenen und zum Wohle seiner Familie. Für Herz und Gemüt Dezember. Ja, wenn des Nordwinds rauhes Tosen Der Erde Gärten zugeschneit, Dann blühen erst des Himmels Rosen In unverwelkter Herrlichkeit; Ja, sind wir Gäste hier zu Landen Auf dieser kalten Winterflur, So ist noch eine Ruh vorhanden, Dem Seufzen aller Kreatur. Gerof man weiß ja, daß es eine MusterSachlenschacll. Rommnann von der roten Erde von Walther Schulte vom Brühl. Nachdruck verboten. Auf die mächtige Diele war bereits ein hochbeladener Heuwagen vom Bauern selber eingefahren worden. Brüggemann löste den Deichselbaum und sorgte, daß Platz für die zweite Fuhre geschafft wurde, half seiner Schwester von ihrem hohen Thron hewab und erteilte mit herrischer Stimme seine Anordnungen. Er war ein großer, hochaufgeschossener Mann mit langen Beinen und einem länglichen, ernsten Gesicht. In seinem Eifer hatte er die Ankommenden ganz übersehen, bis ihn Katrine aufmerksam machte. Da ging er auf die beiden zu und zog die Mütze. „Ah, der Herr Paster. Freut mich, freut mich, wenn Ihr die Gewitterschauer unter meinem Dach abwarten wollt. Und Ihr," wandte er sich an Vinckes Begleiter,„seid mir auch willkommen. Ist meinem Hof ne große Ehr', wenn Euer Vater auch nicht Hofesrichter über Brüggemanns Hof ist und wenn auf meinem Eigentum nüm's wat te seggen hat, as der Bur selber.“ „No, kann freut Euch darüber," gab Henrich zugück „Und ein bischen was hat auch seine Schwester zu vermelden,“ fiel Kattine lachend ein, um den herben, fast verletzenden Stolz in den Worten ihres Bruders zu mildern.„Der Herr Scmulte=Haidhof hat ordentlich zugelangt, mein Heu hereinzubringen.“ „Ja, ja, es siel mir grad so ein, als ich mit dem Paster da vorüberging. Wär schad, wenn das Heu nicht einkäm, ducht ich so bei mir. Man hat doch mal was übrig für so schönes Heu,“ sagte Henrich. „Eure Wiesen sind in einem ausgezeichneten Zustande, Brüggemann. Das ist ein Heu, wie's nicht leicht anderswo zu finden ist,“ lobte der Pastor.„Ueberhaupt— ich will Guch da keine Schmeichelei sagen— Euer Hof— na wirtschuft st........ Aufzucht 24 zma„Habt Ihr auch wreder Föhlen in Aufzuchr##g te der junge Schulte.„Ich weiß, die Euren kriegen immer'ne Auszeichnung bei der Schau. Man könnt ordentlich neidisch werden.“ Das strenge Gesicht des Bauern nahm einen freundlicheren Ausdruck an.„Na ja, na ja, man tut, was man kann,“ antwortete er.„Aber da kommen schon die ersten Tropfen, und was für welche! Wellt de Heerens nich woeger trea'n?“ Er führte sie, da die Diele durch die beidem Heuwagen ganz verstellt war, durch die Seitentür in die gute Stube, ein blaugetünchtes und weißgetüpfeltes Gemach mit schwevem, braunem Eichengebälk und einem kräftigen, geschnitzten Tisch aus gleichem Holz in der Mitte. Ein großer Kachelosen erinnerte auch noch an vergangene däftige Zeiten, während einige Stühle, eine Kommode, ein paar Kupferstiche, ein Spiegel und ein Schränkchen in ihrem nüchternen Empirestil bewiesen, daß sich auch Brüggemanns Hof den Einflüssen einer neuen Zeit nicht ganz zu entziehen vermocht hatte.„„ 6 Henrich schaute sich um und meinte:„Verflucht vornehm hier. Da kann der Schultenhof nicht mittun.“ „Der frühere Hausrat war mir lieber,“ ontgegnete der Bauer.„Der war noch, wie für die Ewigkeit gemacht. Aber was ihm die Jahrhunderte nicht schaden konnten, das haben sschließlich die Holzwürmer besorgt: 's war fast nur noch Mülm und Mehl. Auf die Art sind wir halb neumodsch geworden. „Es sind schöne und sehr elegante Möbelstücke. Ich glaube, sie nennen das Holz Mahagoni,“ äußerte der Pastor. „Ich habe sie aus Düsseldorf bezogen. Kost'n gut Stück Geld,“ erklärte Brüggemann.„Das Fasson ist mir ein bischen was spirvig und dünnbeinig, aber was will man machen?'s liegt so in der Zeit, die auch so verflucht windhundig ist.“ 467196 uum „Und Klavier wird hier auch gespiell. Verwunderte sich Hanrich, auf ein geöffnetes Instrument mit schwarzen Unter= und weißen Obertasten blckend. „Meine Schwester hat's studiert. Sie war ja auch ein Jahr auswärts, damit sie wohl mal was anders kennen lernte, als ewig nur den Hof. Man ist sich so was schuldig. Ich glaub, Ihr sseid ja auch auf der Lateinschule gewesen, Schulte. Und schließlich ist ein bischen Klavierspiell auf meinem Hof immer noch eher was nütz, alls Latein auf einem Schultenhof. Aber das ist alles eins, winn nur noch ein guter Doppelkümmel da ist. Was meinen die Herven dazu?“ In dem Augenblick trat Belkatrin wieder in das Zimmer.. iSe hatte ihre bäuerliche Kleidung schnell mit einem modernen Gewande vertauscht. Ihre Figur wirkte in dem langen Kleide mit der kurzen Taille und den kleinen Puffärmelln moch imponierender, zumal sich nichts Gezwungenes in ihrem Wesen so vornehmer Besuch kommt, ein Herr stor und ein leibhaftiger Schultenhoferbsohn, dann darf man nicht wie eine Magd erscheinen und muß sich schon was sein machen,“ meinte sie. Und als ihr Bruder einen Krug mit dem Dopelkümmel und einige ser aus dem Schrank nahm, auch einem Tabakbeute und einige irdene Pfeisen auf den Tisch begte, fuhr sit fort:„Nun ja, ein Schnäpschen fürs erste. Aber sehen die Herren, wie's draußen schon losgeht. E## platscht ja nur so gegen die Scheiben. Da kommen Sie so bald nich fort von Brüggemanns Hof Da geht' nich ohne ein Köppchen Kaffee und ein paar Eisenkuchen. Ich hab's schon gesagt in der Küche.“ Sic setzten sich an den Tisch und sprachen über ländliche Dinge, wie der Roggen stände und daß diViehpreise hoch wären, daß es heuer viele Aepfel zu geben scheine und daß es dagegen mit den Prumer schlecht bestellt wäre. Es sei wohl ein Nachtfrost in Blüte gefallen. Dann kamen die Männer auf die P# litik zu reden. Brüggemanns Gesicht nahm einen n regten Ausdruck an, und seine grauen Augen finge an zu funkeln.. „Ne Schande ist's, was man den Leuten zumuleh, sagte er in unterdrücktem Groll.„Das ist'ne Heimsuchung, die da über uns gekommen ist mit Parlewuhs. Auf die haben wir grad noch gewartet“ Westfalenland. Nich Herr ist man mehr auf seine deerimn deie 4 „Na, na, so schlimm ist's nun ouc nba i.,““ Brüggemann läßt sich so leicht die Butter nich vi Brot nehmen,“ entgegnete der Pastor lächelnd nahm einen Schluck. Und Henrich meinte:„Na ja, mancherte keiten fallen ja ab, aber ich denke, man sollte darub den Segen des Ganzen nicht vergessen.'s is doch bis alter Plunder beseitigt worden, an dem man bei ter Betrachtung keinen Spaß mehr haben konnt den man nur noch aus Gewohnheit so mitsch Wiegen wir das eine gegen das andere ab.“„g „So kommen wir alle zu kurz dabei, wir uschrie der Bauer.„Nix als neumodscher als Firlefanzereien! He, was ist mit meinen Insol“ ten, mnnd ist mnit weinen Kübber! Dg, die Pchn stehen leer, und man hat Leutenot bei der und bei der Ernte. Wo sind sie hin? Ha ha, fre sie geworden, können hin, wohin sie wollen. G# von den meinigen sind herüber nach der Ruhr, wo“ ’ne neue Eisenhütte aufgemacht hat. Da Ausreißers, sie könnten mehr verdienen, als am nem Hof. Untreu der Herrschaft, untreu dem## Westfalen und * Hamm, 3. Dez.(Tötlicher Unfall.) Auf der Landstraße nach Ahlen kam heute der zur Jagd fahrende Forsteleve Hartmann zu Fall, trat mit dem Fuß in die offenstehenden Hähne sseines Doppelladers und brachte so die Schüsse zur Entladung. Beide Kugeln gingen ihm durch den Kopf. Er war sofort tot. Ein Handwerksbursche, der den schrecklichen Vorfall beobachtet, brachte mit dem Rade des Getöteten die Kunde nach dem Dorfe Heessen. * Essen, 9. Dez.(Bravo!) Der Gemeinderat von Altenessen beschloß mit Rücksicht auf die Teuerungsverhältnisse allen Lehrern, Beamtenund sonstigen Gemeindeangestellten, deren Einkommen nicht mehr als 3500 Mk. beträgt, Zulagen zu gewähren. Diese beträgt bei einem Gehalt bis einschließlich 2000 Mk. ein Monatsgehalt oder achteindrittel Prozent, bis 2000—2700 Mr. siebeneinhalb Prozent, bis 2400—2100 Mk. 6 Prozent, bei 2700—3000 Mk. 5 Prozant und bei 3000— 3500 Mk. 4 Prozent der Besoldung. Unverheiratete, einschließlich der Lehrerinnen, erhalten die Hälfte dieser Sätze. * Bonn, 3. Dez.(Selbstmord.) Der österveichische Oberst a. D. Stephan von Eros, der sich zur Kur hier aufhielt, stürzte sich gestern nachmittag von der Brücke in den Rhein und ertrank. Vorher übergab er zwei Briefe dem Hotelportier zur Beförderung. Zum Unglück in Wit en=Annen. Dortmund, 3. Dez. Die Harpener Bergbau=Akt.= Gesellschaft hat dem Oberpräsidenten aus Anlaß des Unglücks(Roburitfabrik bei Annen) 10000 Mark zur Verfügung gestellt.„ Hamm, 3. Dez. Der hiesige Magistrat beschloß, vorbehaltlich der Genehmigung der Stadtverordnetenversammlung, welche sicher ist, den in Annen durch die große Explosion Geschädigten 1000 Mank zu überweisen. Die hiesige Ortsgruppe des Roten Kreuzes stiftete 300 Mark. Dortmund, 3. Dez. Der Minister des Innern hat eine umgehende Prüfung der infrage kommenden Verhältnisse auf dem im Industriegebiet belegenen, mit Sprengstoffen arbeitenden Fabriken aangeordnet. sich diese Trauernachricht so zu Herzen, daß sie in Wansinn verfiel und einer Irrenanstalt zugeführt werden mußte. Nordhausen, 3. Dez. Ein Dachdeckermeister, der stark angetrunken war, begann Streit mit seiner Frau und wies diese aus seiner Wohnung. Hier verschloß er sämtliche Türen und versteckte die Schlüssel. Dann bestrich er sich mit Petroleum, steckte die Kleider in Brand und legte sich ins Bett. Die Flammen griffen schnell um sich und verteilten sich über den Körper und das Bett. Der Schmerz erst brachte den Selbstmörder wieder zur Vernunft, er stieß gellende Hülferufe aus, doch kam die Hülfe zu spät. Der Körper war schon halb verkohlt. Homburg v. d. H., 3. Dez. Heute mittag hat im hiesigen Haardtwald ein Student aus Freiburg, der am Abend vorher mit seiner Geliebten hier eingetrofsen war, diese erschossen und sich selbst eine schwere Verwundung beigebracht. Der Verletzte fand im hiesigen allgemeinen Krankenhause, Aufnahme. Nürnberg, 3. Dez. Vor dem hiesigen Schwurgericht wurde heute der Prozeß wegen der am 23. und 24. August vorgekommenen Ausschreitungen Streikender verhandelt, die ein Eingreifen des Militärs notwendig machten. Der Installateur Völbel wurde wegen Landfriedensbruchs zu sieben Monaten Gefängnis und der Lakierer Rodler wegen Aufruhrs zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Der Schreiner Scheuerlein wurde freigesprochen. Großwardein, 3. Dez. Bei der Station Hollod der Linie Beleneyes=Vaskoh stieß heute ein Güterzug mit einem von hier abgeangenen Personenzug zusammen; dabei wurden vier Personen getötet und zwanzig verwundet. Charleville(Tep Ardennes), 3. Dez. Der Senator Goutant wollte auf dem hiesigen Bahnhof aus einem Schnellzug aussteigen, nachdem dieser sich bereits wieder in Bewegung gesetzt hatte. Dabei wurd: er überfahren und auf der Stelle getötet. Kleine Chronik Berlin, 3. Dez.(Drahtb.) Der frühere Direktor der Hypotheben=Aktienbank Kommerzienrat Sanden ist vor Verbüßung seinen Gefängnisstrafen verstorben. Sanden war wegen Krankheit aus der Haft beurlaubt. — 30 000 eheverlassene Frauen hat die Berliner Armenverwaltung in einem einzigen Jahre zu unterstützen gehabt. Die Frauen erhielten zusammen ca. eine halbe Million Mark.— Die Notiz spricht ganz: Dade. Kalterherberg, 3. Dez. Ein Mann in den 30er Jahren, der mit andern jungen Leuten im Walde sammen arbeitete, stürzte plötzlich infolge eines Schlaganfalles tot zu Bode.n. Seine Schwester nahm wo ihre Väter jahrhundertelang gesessen und Freud und Leid mit ihrem Bauern teilten. Schöne Welt das, ine verdammt schöne Welt! Aber von denen, die treu blieben, na, von denen hat der eine auf dem Schlachtseldern da unten bei den Spaniern sein Leben lassen müssen, und ein anderer muß sich, weiß der Deuwel wo, mit französischen Kanonen in der Welt'rumtreiben. Ein paar alte Kerls mit mürben Knochen sitzen noch in meinen Kotten und es täte not, daß ich noch mein eigener Hütejunge würd. Schöne Wit das, schöne Welt!“ „Man scheut sich ha gewiß keiner Arbeit und langt Wer n ie Sschoster bei, zber meine ## selig hät's in den frühern Zeiten nich nötig gehabt, auf den Heuwagen rauf zu klettern und Magd zu spielen. „Hat Ihnen aber gut gestanden, Mamsell Brüggemann. Und die Herrin hat man Ihnen doch auf hundert Schritt dabei angesehen,“ sagte dder Pastor und lachte dann:„Und iner gewöhnlichen Dearn wär Schulte=Haidhofs Henrich gewiß auch nich so fix an die gegangen beis Heueinfahren. Also im Grunde genommen haben Sie das nur den neuem Verhältnisin im Lande zu verdanben.“ Sie lachte.„Nu jja,'s war schon ein Spaß, dagegen will ich alles nix sagen, und dafür gibt's nun auch Kaffee und Eisenkuchen. Aber sonst bleibt's, wies bleibt, und mein Bruder hat dick wecht, wenn er über die Franzosenwirtschaft loswettert.“ „Es is nich anders, ist um nichts was anders, als damals wor alter Zeit, als sich die alten Römer hier in dieser Gegend mausig machten!“ schrie Brüggemann. „Die wollten auch alles besser wissen, als wir Barbaven; das waren auch so Volksbeglückers, wie diese verdammten Parlewuhs und brachten neue Gesetze und soganannte Zivilisation, und wen weiß was noch alles. Aber was die brachten, für sie mocht's gut sein, aber für unsere Väter war's was anders als gut, und deshalb, heidi: Hermann, sla Lerm an, lat piepen lat trummeln! Da gab's die Teutoburger Schlacht, von der man heut noch spricht. So mußts kommen, und so wirds auch noch mal wieder kommen, wirds wieder kommen. Donnerslag noch einmal! Selber tät ich, nachdem wir, hol's der Henker! alle unsere Waffen haben abliefern müssen und ich sihnen deshalb nicht mehr mit meiner guten Flinte ans Leder kann, mich mit der Heugabel aufmachen, wenn's gält, die frechen Kerls aus dem Lande zu treiben. Und wenn ich die Zinken diesem Räuberhauptmann, dem Bonapare durch den Leib jagen könnte, ich wollt' mir wie der beste Mann im Deutschen Reich vorkommen.“ „Vorsicht, Bauer, Vorsicht!“ mahnte der Pastor. „Die Wände haben Ohren.“ (Forts. folgt.) Briefkasten L. G. in W. 232 Mk. Staats=Einkommensteuer entspricht einem Einkommen von mindestens 8000— 8500 Mk.— O, nein, mit der zweitn Frage sind Sie im Irrtum, die großen Einkommen werden in Preußen recht hübsch zur Einkommensteuer herangezogen. So zahlt eiin Mann mit 100000 Mk. Einkommen 4000 Mk. Staatssteuer, also rund 4 Proz. des ganzen Einkommens, dazu kommt Kommunalsteuer, vielleicht Grundund Gebäudesteuer usw., sodaß der Betreffende, den Sie im Auge haben, leicht von seinen 100000 Mk. Einkommen 20000 Mk., also ein rundes Fünftel, an Steuern zahlen dürfte. Kontorist in L. Die Frage, ob es zulässig ist, die Gehaltszahlung bei Erkrankung des Angestellten vertraglich auszuschließen, ist zurzeit noch umstritten. Selbst die Kaufmannsgerichte entscheiden verschieden. Nehmen Sie deshalb den Ihnen von Ihrem Prinzipal gebotenen Vergleich an. G. m. b. H. Stammanteile von Gesellschaften mit beschränkter Haftug sind veräußerlich, jedoch mach Maßgabe der statutarischen Bestimmungen. Gastspiel des Herrn Karl William Büller:„Inspektor Bräsig". Lebensbild in fünf Aufzügen nach Fritz Reuters Roman„Ut mine Stromtid“ von Th. Goßmann und J. Krüger.— Zacharias Bräsiig. Herr C. W. Büller als Gera. Mittwoch, den 5. Dez.: Anfang 3,30 Uhr. 1. große Kindervorstellung zu kleinen Preisen.„Rothkäppchen". Weihnachts=Märchen=Komödie in vier Bildern nach dem gleichnamigen Märchen von C. A. Goerner. Abends 7,30 Uhr Serie C, Nr. 20. Gelbe Karten. „Carmen“. Große Oper mit Ballet in vier Aufzügen von Georges Bizet. Donnerstag, den 6. Dez.: Bei aufgehobenem Abonnement.(Jahreskarten gültig). Anfang 7,30 Uhr. Zweites und letztes Gastpiel des Herrn Carl William Büller:„Der Herr Senator“. Lustspiel in drei Aufzügen von Franz von Schönthan und Gustav Kadelburg.— Senator Andersen: Herr C. W. Büller als Gast. Freitag, den 7. Dez.: Bei aufgehobenem Abonnement (Jahreskarten gültig). Volksvorstellung zu kleinen Preisen. Anfang 7,30 Uhr:„Maria Stuart“ Trauerspiel in fünf Aufzügen von Friedrich von Schüller. Sonnabend, den 8. Dez.: Anfang 3,30 Uhr. Zweite große Kindervorstellung zu kleinen Preisen.„Roth= käppchen". Weihnachts=Märchen=Komödie in vier Bildern nach dem gleichnamigen Märchen von C. A. Goerner. Abends 8 Uhr. Serie B, Nr. 19. Blaue Karten: „Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg". Handlung in drei Aufzügen von Richard Wagner. Sonntag, den 9. Dez.: Vormittags 11 Uhr. Dritte literartsche Matinze.„Kameraden“. Komddie in vier Aufzügen von August Strindberg.— Nachmitags 3 Uhr Volksvorstellung zu kleinen Preisen.„AltHeidelberg“. Schauspiel in fünf Aufzügen von Wilhelm Meyer=Förster. Abends 7,30 Uhr: Bei aufgehobenem Abonnement(Jahreskarten gültig).„Mignon". Oper in drei Aufzügen von Ambroise Thomas. Montag, den 10. Dez.: Bei aufgehobenem Abonnement (Jahreskarteng ültig). Anfang 7,30 Uhr: Zum 1. Male„Der Färenhäuter“ in drei Aufzügen von Siegfried Wagner.— Dirigent: Siegfried Wagner. Standesamt Schwerte vom 16. bis 30. November. 1. Geburten. 1 Sohn: Brotkutscher August Rost, Schlosser Albert Knülle, Obermeister August Vierkante, Oberpostpraktikant Christian Pieske, Handelssmann Johann Dannenbäumer, Fabrikarbeiter Aust Merchel (Zwillinge), Fabrikarbeiter Friedrich Roggenbach, Lehrer Ernst Vieler, Hülfsbremser Heinrich Stall, Hülfsweichensteller Theddor Buschkämper, Fabrikarbeiter Heinrich Schmalz, Bahnarbeiter Peter Lahme, Schneider Friedrich Trappe, Fabrikarbeiter Herminn Wagener, Hülfsbremser Karl Hasenhöller. 1 Tochter: Hülfsbremser Karl Gerholt, Oberpostprakikant Christian Piefke, Bergmann Ludvig Höwing, Bergmann August Kramer, Hülfsbremser Karl Bahlsing, Fabrikarbeiter August Zier, Bvemser Georg Niebaum, Graveur Friedrich Koch, Ansteicher Gustav Westkämper, Oberlehrer Johannes Wiebeck. 2. Aufgebote: Arbeider August Kohn und Laura Sinn, Witwe von Fabrikarbeiter August Alszewsk zu Schwerte. 3. Eheschließungen: Fabrkarbeiter Johann Krause und Marie Behrens zu Schwerte, Maschinist Heinrich Schramm und Minna Vieth zu Schwerte und HHennen, Fabrikarbeiter Johann Perdom und Maria Kindsvogel zu Schwerte, Fabrikarbeiter August Thierbach und Dina Wegener zu Schwerte und Obersospe, Friseur Otto Holweg und Zuschneiderin Minna Goos zu Hasve und Schwerte, Kaufmann Gustav Boggow und Mathilde Edelhoff zu Dortmund und Schwerte, Bergmann Karl Caspari und Sophie Humme zu Schwert= und Westhofen, Fabrikarbeiter Karl Rothstein und Nährrin Hedwig Pütter zu Schwerte, Drahtzieher Adol Grotensohn und Anna Rilleb zu Schwerte, Fabrikarbeiter Josaf Harwart und Auguste Diedrichkeit zu Schwerde. 4. Sterbefälle: Ehefrau Tagelöhner Heinrich Gebelhoff, Emma geb. Mellinghaus, 34 Jahre; Hildegard Waslowski, 2 Jahre; August Merchel, 1 Stunde; Gustav Merchel, 17 Stunden; Friedrike Kramer, 2 Tage, Friedrich Buschkämper, 17 Stunden; Elisabeth Strophff 4 Monate; Ehefrau Fabikarbeiter August Birchoff, Marie geb. Figeys, 48 Jahre; Hedwig Lewe, 1 Mon. Stadttheater Dortmund. Dienstag, den 4. Dez.: Bei aufgehobenem Abonnment (Jahreskarten gültig). Anfang 7,30 Uhr. Erstes Stadttheater Barmen. Dienstag, den 4. Dez. Anfang 8 Uhr. Novietät. Zum 1. Male:„Die Weber.“ Schauspiell in fünf Akten von Gerhard Hauptmann. Mittwoch, den 5. Dez. Anfang 8 Uhr. Letztes Gastspiel des Königl. Sofopersängers Oskar Bolz vom Hoftheater Stuttgarr:„Tavalleria Rusticana.“ Hierauf:„Der Bassazzoz“. Oper in zwei Akten von R. Leoncavallo Bahazzo. Herr Oskar Bolz als Gast. Donnerstag, den 6 Dez. Anfang 8 Uhr:„Die weiße Dame.“ Komische Oper in drei Akte. von A. Boieldieu. Hierauf:„Ballet=Divertissemen.. Freitag, den 7. Dez. Anfang 8 Uhr:„Die Puppe.“ Opevette von Edmond Audram. Samstag, den 8. Dez. Anfang 8 Uhr: Gastspiel von Frl. Irene Triesch vom Lessingtheater Berlin: „Maria Magdalena.“ Ein bürgerliches Trauerspiel in drei Aufzügen von Friedrich Hebbel. Sonntag, den 9. Dez. Nachm. 3 Uhr ermäßigte Preise. Zweite Fremden=Vorstellung:„Tannhäuser". Große Oper von Richard Wagner. Abends 7,30 Uhr:„Die Landstreicher.“ Operette von C. W. Ziehrer. Montag, den 10. Dez. Anfang 8 Uhr Opernpreise. Letztes Gastspiel von Frl. Irene Triesch vom Lessingtheater Berlin:„Hedda Gabler.“ Schauspiel von G. Ibsen. Wetterbericht der deutschen Seewarte. 4. Dez.: Nebel, bedeckt, feuchtkalt, strichweise heiter. 5. Dez.: Wolkig mit Sonnenschein, Nebel, kalt, strichweise Niederschläge. Verantwortlicher Redakteur Wilhelm Schade, Schwerte. Aufruh! Durch die Explosion der Wittener Roburitfabrik ist über viele Familien der Stadt Witten und der Gemeinde Annen große Not hereingebrochen. Frauen und Kinder sind durch den Verlust oder die Verletzungen ihrer Ernährer in hilfsbedürftige Lage geraten. Der Sachschadem ist sehr bedeutend. Häuser sind zerstört und unbewohnbar geworden, hunderte von Personen sind obdachlos und vorläufig in öffentlichen Gebäuden notdürftig untergebracht. Wenn sich auch die Größe des Schadens noch nicht annähernd übersehen läßt, so steht doch schon jetzt fest, daß es nicht möglich sein wrd, aus örtlichen Mitteln in ausreichender Weise Hilfe zu schaffen. Die Unterzeichneten richten daher an alle diejenigen, welche helfen können und wollen, die dringende Bitte, dem hochherzigen Beispiel Ihrer Majestäten des Kaisers und der Kaiserin zu folgen und zur Unterstützung der Notleidenden beizutragen. Dte Stadthauptkasse in Witten nimmt Gaben in Empfang. Witten und Annen, den 30. November 1906. General=Adjutant von Scholl. Staatsminister Freiherr v. der Recke, Oberpräsident von Westfalen. Freiherr v. Coels, Regierungspräsident. Annen: Dr. Busch, Königlicher Landrat(Hörde), Amtmann Drees, Gemeindevorsteher König. Witten: Der Magistrat, Dr. Haarmann, Oberbürgermeister. Die Stadtverordneten=Versammlung: Generaldirektor Schumann, Vorsitzender; Justizrat Fautsch, stellv. Vorsitzender Gaben werden in der at sigen Siadtkasse entgegengenmmen. 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Ausgestattet mit einer reichen Fülle an Geistesgaben, war er stets treu und gewissenhaft in der Erfüllung der für das Gemeindewohl übernommenen Pflichten und vorbildlich in allen Bürgertugenden.— Mit seinem geraden, unparteiischen Sinne verband er, ein Mann von echtem Schrot und Korn, ein einfaches schlichtes Wesen, hochgeachtet und geschätzt und ihm ein bleibendes ehrendes Andenken sichernd, bei allen, die ihn kannten.— Er ruhe in Frieden! Westhofen, 3. Dezember 1906. Namens der Gemeinde- und SchulVertretung von Geisecke, sowie der Amtsversammlung des Amtes Westhofen. v. Daniels, Amtmann. Am 2. Dezember ds. Irs. entschlief nach kurzem Leiden unser unvergesslicher Ortsvorsteher 0 im Alter von fast 70 jahren. Derselbe hat ca. 31 Jahre das Wohl der ganzen Gemeinde nach jeder Richtung hin vertretenSein Andenken wird bei uns unvergesslich bleiben. Geisecke, den 4. Dezbr. 1906. Die Gemeinde-Verordneten. Die Masterkohektien einer ersten Korsettfabrik stellen wir zam Unlligen Verkauf. 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