Iunkueles Rrebolchl tarden Rieis wertk! Die„Sowerter Zeitung“ erscheint läglich, ausser Feiertags. Bexugspreis: Mk. 1.o5 vierteljährlich, bei der Post 42 Pf. für Bestellgeld mehr. Wöchentliche Gratis-Beilage:„Illustrierter Familientreund." o 0 0 O O O O O O O O 0 O o Anzeigenpreis: Die sechsgespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 Pf., Anzeigen von auswärts 13 Pf., Reklamezeile 40 Pf. und ältestes Tagesorgan Haupt=Annoncenblatt Alie Kreis- und Lekalpoäzeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäss Bekanntmachung der Köntgl. Regierung durch Veröstentlichung in der„Schwerter Zeitung“ rechteverbindliche Kraft. o 0 0 O O O O G O O C CPe Druck u. Verlag von Carl Braus, Schwerte. Fernsprech-Rnschlues Dr. 62 Amt Schwerte. Celegr.-Aáresse Braus, Schwerte-Ruhr. Nr. 266 Montag, den 12. November 1906. Der Kaiser in München Von unserem Berliner Bureau. Mehr als zehn Jahre sind vergangen, seitdem uner Kaiser zum letzten Male in der bayrischen Haupt##dt weilte. Mit dem Prinzregenten Luitpold und en Prinzen des Hauses Wittelsbach hatte unser Kaier inzwischen wiederholt Begegnungen, so noch vor renigen Jahren in Nürnberg gelegentlich der Einweihung des deutschen Hauses; bis nach München kam r nicht. Und wenn der Herrscher jetzt, an der Seite der Kaiserin, festlich und jubelnd begrüßt, seinen Einzug hält in die alte Isar=Stadt, so hat das eine ganz besondere, über die Bedeutung eines Tagesereignisses weit hinausgehende Bewandtnis. Gilt es doch nicht zur, die an herrlichen Toren, Plätzen, Gebäuden und kunstschätzen überreich: bayerische Metropole um ein neues, wenn auch noch so großartiges Kunstwerk zu bereichern, wird doch darüber hinaus mit der Grundsinlegung zu sdem deutschen Museum, welcher beizurohnen das Kaiserpaar in München erscheint, symbolisch ein neues Band geschlungen zwischen Süd und Kord und dem deutschen Nationallbewußtsein und Zuiimengehörigkeitsgefühl gewissermaßen eine Zentrakim bayrischen Süden des Reiches errichtet, die dazu krufen ist, wie wenige ihres gleichen für alle Zukunft die Liebe und Freude am deutschen Reiche zu erwecken ind wach zu erhalten und den Bau, der in Feindesuinde mit Blut und Eisen gekittet ward, immer fester lu fügen und immer reicher auszugestalten. Durch die Münchener Feier weht der große begeikernde Zug deis Nationalbewußtseins und des Einseitsgefühls aller deutschen Stämme. Sie führt uns mmittelbar zurück in Deutschlands große Zeit, in der ille kleinlichen Differenzen, aller nichtige Parteihader verschlungen wurden durch die Größe eines einzigen bedankens. Wie sschwächlich und armselig diesser Idee zenüber, deren weitere und tiefere Durchführung es deutschen Mannes erste Aufgabe sein müßte, das Flickwerk der Epigonen erscheint!! Ein winziges Gechlecht von Zwergen, die sich im Kleinkram aufreiben, Egenüber jenen Riesen des Gedankens und der Tat! n verblassen die großen nationalen Ziele vor den iimmerlichen Alltagsfragen, wieviel Unzufriedenheit ###nd Verdrossenheit statt des berechtigten Hochgefühls! und frischer Zuversicht! Unsere Politiker dürfen aufz dem eingeschlagenen Wege micht fortschreiten, sondern müssen umkehren und das Werk der deutschen Reichsregierung in dem Sinne fortzuführen suchen, in dem es einst von genialen, bbegeisterten und todesmutigen Helden geschaffen wurde. Die Gründe zum Unmut im deutschen Reiche verflüchten zu einem Schemen, sobald mman ihnen beherzt und selbstbewußt die Ursache gegenüberstellt, die jeden deutschen Mann mit Stolz und Freude erfüllen müssen. Und was in diesen Tagen in München geschieht, das gibt, wenn auch nur in Symbolen, einen mächtigen und erwünschten Antrieb zur Einkehr und Umkehr. Ein deutsches Museum in Bayerns Hauptstadt!! Ueber die Mainlinie, die schon seit 36 Jahren keine trennende Grenze mehr ist, strecken sich bayerische Hände den noyddeutschen Brüdern zum kräftigen Einschlagen und Festhalten entgegen. Neben dem bayerischen Nationallmuseum in München entsteht ein deutsches Museum. Da weilen mit dem Kaiser und der Kaiserin am kommenden Dienstag viel tausend treue deutsche Männer und Frauen mit ihren Gedanken in der Hauptstadt und stimmen aus ganzer Seele ein in den Wunsch, es möge von dieser Stätte ein starker Strom nationalen Lebens sich ergießen über das gesamte deutsche Vaterland.„Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt; wenn es stets zu Schutz und Trutze brüderlich zusammenhält.“ Vom Kaiserhose. Berlin, 10. Nov. Der Kaiser traf heute vormittag in Automobil von Liebenberg im Berliner Schloss: ein Er nahm die Meldung des Prinzen Joachim Alorecht in Schutztruppenuniform entgegen. Um 11 Uhr fand im Lustgarten die Vernidgung der Rekruten der Garnison Berlin und Umgegeno statt. Nach den Arsprachen der Geistlichen beider Konfesssionen und der brigadeweisen Vereidigung hielt der Kaiser eine längere Ansprache an die Rekruten. Der kommandierende General des Gardekorps r. Kessel, brachte ein Hurra auf den Kaiser aus, darauf folgte der Vorbeimarsch der Fahnenkompagnie des zweiten Garderegiments. Der Kaiser mahm dann das Frühstück bei dem Offizierkorps des zweiten Garderegiments ein, heute abend gedenkt der Kaiser beim Reichskanzler zu speisen. Verlustreiches Gefecht in Südwest. Eine neue Hiobspost kommt aus Südwest. Bei Uchanaris, nur zwanzig Kilometer südwestlich von Keetmannshoop, sind fünf Reiter gefallen und drei verwundet worden. Einzelheiten über das Gefecht stehen noch aus. Es dürfte sich wohl wieder um einen Ueberfall handeln. Wie weit das Land noch von der Befriedung entsernt ist, wie dringend die Bahn nach Keetmannshoop ist, in dessen nächster Nähe noch so schwere Verluste möglich sind, hier erweist sich's einmal wieder. Ob wohl den Reichstagsmitgliedern, die damals die Ablehnung der Bahn herbeiführten, sich bei solchen Nachrichten nicht doch das Gewissen regt? Der polnische Schulstreik. Posen. 10. Nov. Wie ü m„Posener Tageblatt" gemeldet wird, beruht die Meldung Berliner Blätter, daß polnisch: Janatiker vrsucht haben, einen Lehrer in den Gopolsee zu stoßen, auf Erfindung. Der Sohn des dritten Kanzlers. Straßburg, 10. Nov. Bei einer Abschiedsfeier für den scheidenden Bezirkspräsidenten, Prinzen Alexander zu Hohenlohe, in Colmar, an dem die Mitglieder des Bezinkspräsidiums, sowie die Kreisdirektoren und Regierungsassessoren aus dem Oberelsaß teilnahmen, verabschiedete sich der Prinz mit herzlichen Worten von seinen Beamten. Er gesteht offen, daß er ungern von seinem Posten scheide, den er lieb gewonnen habe. Gerade in letzter Zeit seien wichtige Aufgaben in Angff genommen worden, die er noch gern der Lösung entgegengeführt haben würde. Zu einem vollendeten Bureaukraten fehle ihm ja viel; aber das Zeugnis müsse ihm jeder ausstellem, daß er der Arbeitsfreudigkeit seiner Beamten nie hindernd in den Weg getreten sei und daß sie stets an ihm einen Rückhalt gehabt hätten. Vom Herzog von Cumberland. Die braunschweigische Thronfolgefrage harrt noch der Lösung. Inzwischen haben der Herzog von Cumberland und sein ältester Sohn den Kaiser Franz Joseph in Wien besucht. Sofort wurden Gerüchte laut, der Herzog habe den Kaiser um Rat gefragt. Das kann, aber es muß nicht zutrefffen. Erstens war Prinz Ernst August, der jüngeye Sohn des Herzozgs, bei dem Empfang nicht zugegen, und doch ist er es gerade, den sich die Braunschweiger zum Herzog wünschen. Zweitens kann der Herzog lediglich sein Beileid zum Tode Aus Liebe zur Kunst. Roman von Viktor Rheinberg. 29 ! Inzwischen waren mehrere andere Herren eingetreten, man kgrüßte sich, verabredete ein gemeinschaftliches Souper und enn ein„harmloses Spiel,“ wie der junge Amberger sich ausbückte, im Nebenzimmer. ging heiter her in dem kleinen Kreise, der reichlich orhandene französische Sekt erhöhte die Stimmung, machte lbst den sonst wortkargen Herrn von Heinersdorf gesprächig #ind belebte den matten Ausdruck in Herrn Egons Zügen. Er ließ n„schönste und liebenswürdigste aller jungen Damen“ leben, Aund blickte dabei Herrn von Heinersdorf vielsagend an. Dann begann das Spiel. Immermehr erhitzten sich die GeAlter und röteten sich die Wangen, immer gespannter blickten ane Augen und immer nervöser wurden die Bewegungen der einger, welche die Goldstücke hinlegten und einzogen. GesproA#n wurde nicht viel, nur einzelne Worte und Ausrufe, das eviel betreffend, wurden laut. #Endlich, nachdem die Mitternacht bereits vorüber, mahnte # von Heinersdorf, dem sein Wagen schon vor längerer Zeit ##meidet worden war, zum Aufbruch. Er hatte heute mit entbiedenem Unglück gespielt und eine bedeutende Summe an in jungen Amberger verloren. Dieser geleitete ihn hinaus, legte vertraulich seinen Arm in ein des älteren Mannes und sagte auf dessen Bemerkung, daß “ sich morgen seiner Schuld gegen ihn entledigen würde, in hgendem Tone:„Hat gar keine Eile, mein Verehrtester! im Grunde ganz gleich, wer von uns beiden diese Lapkolie in der Tasche hat.“ ###offe doch zuversichtlich, daß wir einander noch nähertreten lein a mit der Zeit, und daß Sie mir dann beistehen, FräuAelanies Kälte durch die Wärme meines Herzens zu überDarf ich in den nächsten Tagen meine Aufwartung in Strießen machen?“ ###ch bitte sehr darum!“ rief Herr von Heinersdorf, dem ehure Manne die Hand zum Wagen hinausreichend. Dann un## sich zurück in die Kissen und das Gefährt rollte von war an einem herrlichen Juniabend, die Glocken läuteten das Pfingstfest ein, als Hans von Ottersbach in der offenen Equipage seines Onkels die kleinen Straßen von Hallerbrück passierte. Dann ginges durch üppige Saatfelder und grüne Wiesen, und jetzt bog der Wagen in den Waldweg ein, der langsam bergansteigend nach Schloß Uhlingen führte. Der Kutscher war abgestiegen und ging neben den Pferden her, Hans lehnte, in tiefes Sinnen versunken, im Wagen, er hatte die Mütze vom Kopfe genommen, der laue Abendwind berührte sanft sein volles, braunes Haar und kühlte ihm die Stirn Er dachte an Melanie, und die Frage, wie wird es werden, und was werde ich zu hören bekommen, wenn ich dem Onkel alles sage, legte sich bang und schwer auf seine Seele. Dennoch war er fest entschlossen, in den nächsten Tagen, die er auf Uhlingen zubringen wollte, sich Gewißheit darüber zu verschaffen, wie der Onkel über seine etwaige Verlobung mit Fräulein von Heinersdorf denke, und was Melanies Mutter mit ihren geheimnisvollen Andeutungen gemeint haben konnte?“ Da tönte plötzlich die wohlbekannte Stimme des alten Freiherrn an sein Ohr, welcher dem Kutscher zurief, daß er halten möge, und die Gestalt des Oheims in dunkelbrauner Joppe, eine eben solche Mütze auf dem Kopfe, in der Hand den knorrigen, Spazierstock, wurde sichtbar, neben ihm Martha, im einfachen Wollkleide, rüstig einherschreitend, die Wangen von dem abendlichen Gange gerötet und die Augen freudig strahlend beim Anblick ihres Vetters. Die beiden hatten sich nach und nach sehr miteinander angefreundet, Marthas natürliches, wenn auch oft etwas derbes Wesen, war Hans nicht mehr unangenehm, ebenso hatte er sich an ihr wenig schönes Aussehen gewöhnt, denn der Ausdruck von Herzensgüte in ihren Augen machte den Mangel an regelmäßigen Formen vergessen. Hans war seiner Cousine vom ersten Tage ihrer Bekanntschaft an sympathisch gewesen, der hübsche, geniale junge Mann besaß alles, was ihr fehlte, sie ergänzten sich und hatten stillschweigend Freundschaft miteinander geschlossen. Jetzt sprang Hans aus dem Wagen und eilte seinen Verwandten entgegen. „Guten Abend, alter Junge!“ rief der Freiherr, und„wie gehts, Hans?“ sagte Martha, ihm die Hand zum Willkommen reichend. „Ich freue mich, Euch hier zu treffen," lautete die Antwort, „nun kann wohl Friedrich allein nach Hause fahren, und wir gehen mitsammen den Fußweg hinauf?“ „Einverstanden!“ meinte Onkel Gerhardt,„sieh nur, Hans, schreite ich nicht wie ein Jüngling einher? Seit unsere liebe Pflegetochter Martha da ist und mich auf meinen Spaziergängen begleitet, ist's, als ob das Zipperlein sich nicht mehr an mich heranwagte, sie bannt alle bösen Geister, denn auch meine und Tante Brigittes Laune läßt nichts zu wünschen übrig. Nicht wahr, Kind?" Dabei warf der alte Herr einen freundlichen, fragenden Seitenblick auf Martha Diese wurde rot vor Freude, dann sagte sie:„Unser Zusammensein scheint auf alle Teile segensreich zu wirken, Onkelchen, denn auch ich fühle mich so wohl und glücklich, wie nie zuvor, und habe in den letzten sechs Wochen sechs Pfund an Gewicht zugenommen. Ist das nicht ein brillantes Zeugnis für Eure gute Behandlung und Verpflegung?“ „In der Tat, Cousine Martha, Sie blühen förmlich auf in der Wald- und Bergluft,“ sagte Hans. „Pfui, Vetter, spotten Sie nicht, mit einer Blume habe ich wenig Aehnlichkeit, das weiß ich selbst.“ „Aber in Ihrer Bescheidenheit wissen Sie nicht, daß Sie Aehnlichkeit mit einem guten Engel haben!“ rief er, sie freundlich anblickend. „Und als solchen schätzen und lieben wir alle Dich, Martha,“ fügte der Onkel hinzu, mit seiner großen, derben Hand ihr vertraulich auf die Schulter klopsend. Unter heiterem Geplander langte man oben auf Schloß Uhlingen an. Im Hausflur wehte ihnen ein Duft von frischgebackenem Kuchen und von grünen Maien entgegen, es war morgen der erste Pfingstfeiertag. Hans war in einer seltsam weichen und aufgeregten Stimmung. Wie traulich war's in Tante Brigittes Stube, nachdem die Feusterläden geschlossen und die große Lampe auf dem Tische angezündet war. Wie freundlich und mild blickten die Augen der alten Dame, die, in dem unvermeidlichen schwarzseidenen Kleide, eine Spitzenbarbe auf dem grauen Scheitel, behaglich in der Sofaecke lehnte, während der Freiherr, im Lehnstuhl sitzend, dicke Rauchwolken aus seiner Pfeife blies und Martha am Teetisch ihres Amtes waltete. 136,20 des Erzherzogs Otto ausgesprochen haben. Endlich hieß es schon seit längere eZit, der Herzog von Cumberland werde im November Gmunden verlassen und sich nach Wien begeben, weil dann ein Besuch des deutschen Kronprinzen in seinem neuen oberösterreichischen Jagdgebiet bei Gmunden bevorstehe. Aus Rußland. Posen, 10. Nov. Die polnischen Blätter drahten aus Warschau: Als Verüber des Bombenattentats auf den Warschau=Wiener Zug, wobei die Attentäter eine Million Rubel raubten, wurden der Direktor des Staatsbahnhofes Rogow und sechs auf Strafexpedition besindliche Offiziere heute Nacht verhaftet. Petersburg, 10. Nov. Infolge der in erschreckender Weisse überhand nehmenden Ueberfälle auf Eisenbahnzüge, die Geldmittel führen, hat der gerstige Ministerrat beschlossen, die Post mit militärischer Bewachung zu befördern. Der Kredit für die Ausführung dieses Entwurfes wird, da solche Züge aus Panzerwagenn bestehen, auf 33 Millonen Rubel berechnet. Italien hat— Geld! Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Italien hat Geld, viel Geld! Der italienische Schatzminister selbst hat es soeben gesagt. Es ist ein wirkliches Wunder, denn seit Jahren wies der italienische Staatsschatz nur Fehlbeträge auf, deren Deckung Kopfzerbrechen verusachte. Jetzt ist nicht nur das alles überwunden, man hat sogar Ueberschüsse, eine Folge der stets wachsenden Steuereingänge, die wieder auf die bessere wirtschaftliche Lage zurückzuführen sind. Das Geld hat aber bereits seine Bestimmung; im Heere soll die Zahl der Offiziere gesteigert werden und weiter ist das Artilleriematerial zu verbessern. Die Volksvertretung, die in der nächsten Zeit wieder zusammentritt, soll sich mit diesen Plänen beschäftigen. Ein Minister, der— Provision erhält. Ein arger politischer Skandal in Serbien wird bekannt. Nach langen Verhandlungen mit österreichischem und deutschen Firmen bestellt Serbien Kanonen in Frankreich. Und warum? Weil nach einer Mitteilung der„Lepz. N. N.“ der serbische Ministerpräsident Paschitsch von der französischen Fabrik eine Provision von 1200 000 Frcs. erhält: Die Bestellung in Frankreich muß natürlich den völligen Bruch mit dem österreichischen Nachbarlande zur Folge haben und bald wird der serbische Handel lahm liegen. Aber auch die Franzosen können keine reine Freude an Serbiens Auftrag haben, denn als Ausgleich sollen Pariser Bankhäuser eine serbische Anleihe von 120 Millionen Francen begeben. Der Witz dabei ist, daß Frankreich erst das Geld pumpen muß, damit Serbien die neuem Kanonen bezahlen kann. Aus Stadt und Umgebung. Schwerte, den 12. November. Populär=wissenschaftliche Vorträge in Schwerte. Zu dem Vortrag über Eduard Möribe wird uns von sehr geschätzter Seite geschrieben: Auf den am kommenden Mittwoch stattfindenden Mörike=Vortrag von Pastor Ufer=Essen sei ganz besonders hingewiesen. Wer den gemütvollen schwäbischen Dichter, dessen 100. Geburtstag am 8. Sept. 1904 nicht nur in seiner württembergischen Heimat, sondern im ganzen deutschen Vaterlande in stiller Verehrung gefeiert wurde, noch nicht kennen und lieben gelernt hat, follte an diesem Vortragabend nicht fehlen. Gerade die Mörikische Dichtung verdient es, immer mehr und mehr Allgemeingut des deutschen Volkes zu den. In ihrer Schlichtheit und Einfachheit, die fern ist von jedem Geistreichtun, ist sie wie kaum eine andere geeignet, zur ernsten Volkspoesie sich auszubilden. Die Natur des deutschen Heimatlandes spiegelt sich überall in ihr wieder. Etwas Harmloses und Naives, etwas Intimes und Anheimelndes ist ihr eigen. Es ist fast unverständlich, daß sie lange Jahre hindurch nur geringe Beachtung gefunden hat.„Als ein kleinlicher König im Bettelmantel“, sagt Rudolf Krauß,„ist Mörike siebenmal zehn Jahre auf der Erde gepilgert. Nur wanige Auserwählte haben den Glovienschein wahrgenommen, der sein Haupt umfloß. Und auch mach seinem Tode ist er nicht sofort in seine poetischen Fürstenrechte eingesetzt worden. Aber allmählich fiel es dem Leuten wie Schuppen von dem Augen, und sie begannen zu begreifen, was die ddeutsche Kunst an dem bescheidenen schwäbischen Sänger besitzt. Heute ist er als der größte deutsche Lyriker nächst Goethe wohl allgemein anerkannt. Seine Dichtergröße ist fast zu einem Glaubenssatze geworden, den sich zu eigen gemacht hat, wer nur irgendwie auf literavische Bildung Ansppuch erhebt. Seine Dichtungen werden gekauft, gelesen, seine Lieder allerwärts gesungen, zumal, seitdem ein begnadeter Komponist, Hugo Wolf, ihren musikalischen Gehalt bis zum letzten Rest ausgeschöpft hat. Die literarhistorische, biographische und asthetische Forschung, hat sich des Dichters bemächtigt und sein Leben, seine Schöpfungen, seinen Charakter aufgehellt und ausgedeutet nach allen Regeln der Kunst. Man braucht über die Ursachen dieses Erfolges nicht viel zu klügeln. Vielmehr hat sich nur wieder einmal die alte Erfahrung bewährt, daß das Echte und Gute langsam durchdringt, schließlich aber doch durchdringen muß.“ Diese wenigen Worte genügen, um die Bedeutung des bevorstehenden Möricke=Vortrages erkennen zu lassen. Mögenn sie allen, die sie lesen, ein Ansporn sein, dem Volksdichter Möri ke einen Abend zu widdie Aecker umzupflügen und zur Frühjahrsbestellung vorzubereiten. Aber auf der Tenne winkt ihm Arbeit genug, denn jetzt ist die Zeit des Dreschens, die seine ganze Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt. Dieser Monat ist es auch in der Hauptache, der ihm Gelld bringen soll, da er jetzt die Frucht seiner Mühe verkauft und den klingenden Segen einheimst. Hat der Landmann das Gebiet seiner Tätigkeit im November in Stall und Scheuer verlegt, so hat auf dem Felde ein anderer die Herrschaft an sich genommen. Das ist der Jäger, dem es reiche Beute brüngen soll. Der November ist der jagdreichste Monat des ganzen Jahres, und der Jäger kann so ziemlich alles Wild,schießen, das ihm vor die Büchse kommt. Wünschen wir ihm, daß ihm, wenn er auf die Pirsch zieht, kein altes Weib seiinen Weg kreuzt, denn sonst ist's mit der erhofften Beute vorbei. Die Jagd soll in diesem Jahre überall eine gute sein, sodaß es zu hoffen steht, daß sie uns bei der Fleischteuerung billiges Wildpret liefern wird. Freilich ist's eine alte Erfahrung, daß, wenn das Fleisch teuer ist, auch die Preise für das Wildpret anziehen, und dann ist die Hoffnung auf einen billigen Sonntagsbraten eine vergebliche gewesen. *r(Aerztliche Sonntagsruhe in Schwerte.) Kürzlich fand im Lokal Pferdekämper eine Zusammenkunft der Schwerter Aerzte statt. Es wurde beschlossen, eine Aerzte=Sonntagsruhe einzuführen und zwar derart, daß einer der Herren die Vertratung sämtlicher anderen übernimmt für die Zeit von 1 Uhr mittags bis 1 Uhr nachts, jedoch nur für dringende Fälle. In dem Hause des gesuchten Arztes wird bekannt gemacht, welcher Arzt an dem betreffenden Sonntag Dienst hat. r(Das Solistenkonzert,) das gestern im„Freischütz" stattfand, erfreute sich eines ssehr guten Besuches. Wir müssen es uns hier versagen im einzellnen auf das Programm einzugehen, aber das sei hier gesagt, es war ein künstlerisch hochstehender, für jedden Freund der Musik überaus genußreicher Nachmittag, den uns der rührige Freischützwirt gestern bot. Künstler von Beeruf und liebe alte Bekannte sind uns die Herren Müller und Uschmann. Daß sie auch gestern mit ihrem Violin= und Cellrsoli durchaus auf der Höhe standen, bedarf kaum einer Erwähnung. Köstlich war der Bariton des Herrn Merx aus Köln, und überaus blangrein, schmiegend und biegend und doch kraftvoll und ausdauernd der Tenor der Fräulein Hense aus Essen. Das Publikum freste sich der herrlichen Darbietungen und spendete freudig Beifall. **(Recht von Herzen gelacht) wurde gestern abend im oberen Saale des Hotels„Kaiserhof", allwo im kath. Kaufm. Verein Herr Lehrer Spieker aus Dortmund Reuter rezensierte. Der Herr Vortragende machte seine Sache ganz brillant und mimte die einzelnen Personen recht naturgetreu. Allen Besuchern hat der humorvolle Reuterabend aufs beste gefallen. §§(Güterrechts=Register.) In das GüterrechsRegister des hiesigen Amtsgerichs ist eingetragen worden, daß die Eheleute Berginvalide Ewald Mohr umd Wilhelmine geb. Servien im Somerberg, Gesmeinde HHolzen, die Gütertrennung gemäß§§ 1426 bis 1431 des B. G.=B. vereinbart haben. (Todesfälle und ansteckende Krankheiten) wurdem in der Woche vom 28. Oktober bis 3. November im Kreise Hörde folgende gemeldet. Todesfälle durch Magen= und Darmentzündung 1 in Großholthausen, durch Lungenentzündung 3(je 1 in Schwerte, Berghosen, Holzwickede), durch Tuberbulosse je 1 in Hörde und Bittermark.— Erkrankungen an Kindbettfiebern 1 in Hengsen, an Scharlach je 1 in Uellzen und Annen, an Diphterie 3 in Annen, 1 in Schwerte, an Granulose 1 in Hörde. §8(Folgende Steckbriefe) erläßt die Staat sanwaltschaft Hagen: Gegen die nachstehhend beschviebene Ehefrau Heinrich Wurm, Karoline, geborne Goßmann, früher zu Schwarte, jetzt unbekannten Aufenthalts, geboren zu Schwerte am18. April 1869, bath., welche sich verborgen hält, ist die Untersuchungshaft wegen Fundunterschlagung verhängt. Es wird ersucht, dieselbe zu verhaften und in das nächste Gerichtsgefängnis abzuliefern, sowie zu den hiesigen Akten 3 J. Nr. 67/06 sofort Mitteilung zu machen.— Person=Beschreibung: Dieselbe ist 37 Jahre alt, 1,66 Meter groß, gesetzter, kräftiger Statur, hat dunkelblonde Haare, braune Augek, gewöhnlichen Mund, rundes Gesicht, gesunde Gesichtsfarbe, spricht deutsch. **(Himmlisches Feuerwerk) wird in den Nächten vom 12. bis 16. November stattfinden, da die Schwärme der Leoniden in dieser Zeit sich wieder der Erde nähern und uns Menschenkindern das interessante Schauspiel starker Sternschnuppenfälle gewähren wird. Zur Minute pünktlich stellen dieselben sich freilich nicht mmer ein, zuweilen schlagen sie der astronomischen Wissonschaft ein Schnippchen und manchmal ist das„Sternschießen“ im November schon ganz und gar ausgeblieben. Diesmal wird es, falls es stattfinden sollte, übrigens durch den guten Mond beeinträchtigt, der augenblicklich sein Licht leuchten läßt. Den Glanz der überwältigenden Pracht aber, die geganwärtig der Fixsternhimmel dem Ange des Beschauers darbietet, vermag das Mondlicht nicht zu mindern. sogenannten„Ey“ und dem„Schunken“ bis zur Kies, halde an der neuen Ruhrbrücke. Mehrere dieser Weiden sind schon im Preise bis zu 1500 Mark pro Morgen unter der Bedingung angekauft, daß die angestellten und noch anzustellenden Bohrversuche geeignete, günstige Resultate ergeben. Mit anderen Besitzern schweResultate ergeben. Mit anderen Besitzern schweben die Verhandlungen noch wegen der Höhe des KaufPreises. Der Prosettern Wescmtbesih des unitigen preises. Der projektierte Gesamtbesitz ddes Fünftigen (Wasserwerkes dürfte sich auf 300—400 Morgen erstrekken. Die erforderlichen Gebäulichkeiten sollen dem Vernehmen nach auf der„Kluse“, dem Komplex links der Chaussee zwischen Bahnhof und neuen Ruhrbrücke errichtet werden. Mit den Vorarbeiten zu der ganzen Anlage ist ein Ingenieur beauftragt worden, welcher seit einige Wdenf“ Wricher ger Zeit seinen Wohnsitz in unserer Stadt genommen hat. Hoffentlich wird bereits im nächsten ewinfernommen hat. Hoffentlich wird bereits im nächf Jahre das Kreis=Wasserwerk greifbare Gestalt gen nen, damit die Kreis=Eingesessenen in nicht allzu ner Zeit die Wohltaten desselben genießen dürfen. ler a und Rheinla#d. * Iserlohn, 10. Nov. Bei der Wahl der Stadtverordneten für die zweite Abteilung siegten die Kandidaem der vereinigten Bürgerpartei über die Freisinnigen. Wattenscheid, 10. Nov.(Nach scharfem Wahlkampfe,) wie man ihn in den letzten Jahren nicht gesehem hat, endeten hier die StadtverordnetenWahlen mit einem Siege der liberalen Bürger= und Arbeiterpartei. In der dritten Abteillung wurden die langjährigen Stadtverordneten, Direktor Vietor, Dr Beckhaus(ein Schwerter Kind. Red.), Berginvalide Lichtenhagen mit rund 1200 Stimmen gegen 1000 Stimmen, welche die Kandidaten der Zentrumspartei erhielten, wiedergewählt. In der zweiten Abteilung wurden zwei meue Sitze erobert(Wirt Kesten und Kaufmann Rottgen), in der ersten, die nur aus den Zechen„Centrum“ und„Holland“ besteht, wurde Bergassessor Althoff und Betriebsinspektor Brunermann wiedergewählt. Das Kollegium besteht nunmehr aus 21 Liberalen und 3 Zentrums=Mitgliedern. * S c h w e l m, 1 0. N o v.( T e u e r u n g s z u l a g e.) Die Firma F. und K. hier hat ihren verheirateten männlichen Arbeitern, welche mindestens ein Jahr ununterbrochen bei ihr beschäftigt sind und nicht in Kündigung stehen, für die nächsten vier Löhnungen eine Teuerungszulage von je 5 Mark gewährt. Die men. Unterstützung kommt jetzt bei den teueren Lebensmittelpreisen sicherlich allen Arbeitern sehr zustatten und diese werden wohl ohne Ausnahme für die erneute Zuwendung in diesem Jahre der Firma Dank wissen. Bekanntlich zahlte die Firma bei Gelegenheit der silb ernen Hochzeit des Kaiserpaares allen Arbeitern. welche ununteobrochen 5 Jahre bei ihr beschäftigt waren einen Betrag von 25 Mark auis ven, enten Verrag von 20 Marr aus. * Münster, 10. Nov.(Einc Gewissensfrage.) Ein Holzhändler aus Dülmen hatte vor Gericht unter Eid ausgesagt, er habe vor der betreffenden Gerichtsverhandlung noch keinen Schnaps getrunken. Nun ging aber bei Gericht eine Anzeige ein, daß er vorher einen sogenanntem Magenbittern getrunben habe. Der Holzhändler behauptete, das sei kein Schnaps, allein das Gericht war anderer Meinung und verurteilte ihn wegen Falscheides zu der geringsten zulässigen Strafe von 1 Tag Gefängnis. * Düsseldorf, 10. Nov. Die Strafkammer hat nach dreitägiger Verhandlung eine gemeingefährliche Einbrecherbande, die hier längere Zeit ihr Unwesen trieb, darunter den berüchtigten Einbrecher Franz Köhler, zu Zuchthausstrafen von 12 bis 15 Jahren verurteilt. * Rhens, 10. Nov. Eine Wöchnerin sprang aus ihrem auf der ersten Etage gelegenen Zimmer auf die Straße und stürzte sich dann nur mit dem Hemd bekleidet, in den Rhein und ertrank. Der beklagenswerte Ehemann wuede von dem Schlage so schwer betroffen, daß er in Tobsucht verfiel und unter Anlegung einer Zwangsjacke ins Krankenhaus nach Kblenz geschafft werden mußte. Die hinterbliebenen sechs unversorgten armen Kinder wurden einstweilen von Nachbavn aufgenommen. Raubmord im Eisenbahnzuge. (Im November) herrscht für den Landmann die Zeit der Ruhe, sofern bei ihm überhaupt von Ruhe gesprochen werden kann. Auf dem Felde hat er zwar Weiden rechts und links des Weges hinter der alten tn diesem Monat wenig zu tun, es sei denn, daß es Kuhbrücke auf dem linken Ruhrufer und umfassen ihm noch nicht möglich gewesen ist, im vorigen Monat noch Besitzungen mehrerer Garenfelder Besitzer an der (!) Westhofen, 10. Nov.(Kreis=Wasserwerk.) Das unsere Stadtgemeinde mit Leitungswasser versorgende Wasserwerk auf dem Bruch soll bekanntlich derartig erweitert und ausgebaut werden, daß die Versorgung des ganzen Kreises ermöglicht wird. Zu diesem Zwecke ist die Erwerbung größerer Komplexe von Grund und Boden, nämlich Ruhrweiden und Wiesen notwendig. Diese Ankäufe sind auf dem, dem jetzigen Wasserwerk gegenüber liegenden Ufer nach und nach in Gesamtgröße von reichlich 200 Morgen erfolgt. Die noch geplanten Erwerbungen beziehen sich auf die Weiden rechts und links des Weges hinter der alten Hamburg, 10. Nov. In einem Wagenabteil des Vorortzuges Hamburg=Blaukenese, der um 3,50 Uhr in Blankenese eintraf, ist der Zahnarzt Clause aus Blankenese ermordet aufgefunden worden. Er gab noch schwache Lebenszeichen von sich, stard aber darauf, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben. Die Schädeldecke ist ihm zertrümmert. Clausen hatte eine größere Geldsumme bei sich geführt, die ihm geraub# ist. Als Täter kommt ein 22—23jähriger Mann in Betracht, den ein Schaffner auf der Station Klein=Fkottbeck mit blutbespritztem Anzuge hat aussteigen sehen. Hamburg, 10. Nov. Zu dem Morde in dem Eisenbahnzuge ist noch zu melde:: Der in Altona zierende, in Blankenese sein: eigene Villa bewohnen Zahnarzt Clausen hatte gestern nachmittag seine nach Blankenese angetreten. Er wurde von den revdierendn Beamen blutüberströmt und besinnungs'os aufgefunden. Sterbend vermochte er nur noch auszusagen, daß kurz vor der Station Groß=Flottbeck e etwa 21jähriger Mensch in sein Coupee eingedrungen sei, sich auf ihn gestürztz und mit einem stumpfen Isstrument surchtbar auf ihn eingeschlagen hätte. Dank sei er zusammengebrochen. Der hinzugezogene konnte nur noch den eingetretenen Tod konstatieren Der Mörder hette seinem Opfer die Uhr mit goldene## Kette und die Geldtasche mit Inhalt geraubt. ausübung seiner Tat ha traucht, denn der Zug slottbeck wo der Tääter nuten Beim Aussteige: gänkte Hand gegen da Kasenbluten hätte, und is zur Stunde konnte dect werden. Der ermr dt, hatte Frau und drei neiner Wertschätzung. P#- nur eine Fahrkarl neiner Wertschätzung. oat nur eine Fahrkarte ##die vom Mörder verlan Kleine Emden, 10. Nov. Bin Pilsum haben gestern bis 4 Jahren so schwe se heute gestorben sind. Breslau, 10. Nov. erschoß gestern abend Schwiegermutter, seine selbst Zwickau, 10. Nov. Nachbarstadt Kirchberg Stadtrat Kramer halt d vermacht und außerden A zur Errichtung eine Frankfurt a. M., 1 rektion Frankfurt am serziehungen, an denen deutsche Firmen beteili lich wurbe beim Kohle vichtsdifferenzen maniz nen Schaden von weit führen nach Süddeutsch Wiesbaden, 10. No var auf gestern die Beder an Starrkrampf ve Die Beerdigung mußte herausstellte, daß der darniederliegt. Glatz, 10. Nov. De Mädchens Isda Strauch wig aus Seifersdorf, Tode verurveilt. Neu Rom, 11. Nov. E brach unter donnerähn Besuvspitze ab. Dabe Vulkaus die aus Asche de Masse des VerbruVolke gen Himmel er sich wieder über die be heimgesuchten Ortschaf Zum Glück war es u bruch dauerte 12 Min Eine brillant Die Baltimorer ihrer Nummer vom 7 von der vorzüglicher Sese, aufgestellt von vitän. Wir entnehm Kapitän Harasson Norddeutschen Lloyd nach Bremen in See vom englischen Damz terhielten sich am 10. über die relative Fa Nach dieser Unterhal die Berechnung lauf, Dampfer„Runo“ ein Tages vor jenem, Sicht bekommen wür barauf, daß der Da „Neckar" seine Reise terdam, antreten sol dabei die beiderseitig und auch voraussicht sichtitung gezogen. an der Sache und re wolle in dem Falle, Harassowitz zutreffen sich, wie angenomme herrschte bei den me — sollte sich jeder de neu geben. Am Sonntag, di „Runo“ in See nach August, trat auch„9 Am 24 August: Tage sollte Scilly g „Neckar“ schwarze# fers rechts voraus gab Order, den frei Auf der„Neckar" h steigenn: der Dampf te den Abstand zw Noch am Vormittag ser— es war an de gehen: das Zugestät rechnung gestimmt Signal„good morn im Winde wehen u. wieder— diesmal Rumof am Hortd Ar an denselb auf we Berech Dies hervon zübung seiner Tat hat er nur wenige Minuten geicht, denn der Zug braucht von Groß= bis Kleinglottbeck wo der Tääter ausgestiegen ist, nur drei MiBeim Aussteigen yat der Mörder die blutgeHand gegen das Gesicht gehalten, als ob er gasenbluten hätte, und ist auf diesse Weise entkommen. gis zur Stunde konnte noch keine weitere Spur entpct werden. Der ermordete Clausen war 37 Jahrc Frau und drei Kinder und erfreute sich allgegeiner Wertschätzung. Für den Zug nach Blanken###e „ nur eine Fahrkarte zweiter Klasse gelöst worden. die vom Mörder verlangt worden sein muß. Kleine Chronik. Emden, 10. Nov. Beim Brande eines Wohnhauses in Pilsum haben gestern abend 3 Kinder im Alter von # bis 4 Jahren so schwere Brandwunden erlitten, daß Sreslau, 10. Nov. In Schlegel, erschoß gestern abend der Bergmann Blümel seine seine Frau, seinen Sohn und sich Zwickan, 10. Nov. Der vor einigen Wochen in der Nachbarstadt Kirchberg verstorbene Kommexzzegrat Stadtrat Kramer hat der genannten Stadt 10#00 en vermacht und außerdem kurz vor seinem Tode 35000 A zur Errichtung eines Volksbades gespendet. senheit in Baltimore die Sache als Kuriosum mitgeteilt hat. Tehle Trahtmetdaagen. Vom Kaiserhofe. Berlin, 12. Nov. Der Kronprinz ist gestern abend 11,15 Uhr nach Bayern zur Jagd abgereist. Wildparkstation, 12. Nov. Das Kaiserpaar hat gestern abend 9,40 Uhr die Reise nach München angetreten.— Siehe unseren heutigen Leitartikel. Gerettete Schiffsmannschaften. Swinemünde, 12. Nov. Nordöstlich des Hafens ist ein der Firma Jakob gehöriges Segelschiff auf hoher See gestrandet. Die Besatzung ist gerettet. Norderney, 12. Nov. Die Besatzung des zwischen Norderney und Baltrun gestrandeten Dampfers„Hilde Horn“ ist gestern abend durch ein Rettungsboot der hiesigem Rettungssttation an Land gebracht worden. Ein bösartiges Rüsseltier. Berlin, 11. Nov. Im Zoologischen Garten hat sich gestern ein aufregender Vorgang abgespielt. Der Oberwärter Schiller wurde von dem alten indischen Elefanten angefallen und mit solcher Gewalt gegen die Wand gedrückt, daß er mit schweren inneren VerletzBünghgerkint Legglalet Casausstromung & Explosionen ausgeschlossen. Dauerbrenner Hygenischidealses System Alleinverkauf: Gebr. Haver, Schwerte. zur Grichung aines Botsbades gespandes. euische Firmen beteiligt hn„äiugergetzaud zmuit GeSchaden von weit über 100000 J. Die Spuren führen nach Süddeutschland und nach der Rheinprovinz. Wiesbaden, 10. Nov. In dem Orte Weizsheig var auf gestern die Beerdigung eines jungen der an Starrkrampf verstorben sein sollte, festgesetzt. Die Beerdigung mußte aber unterbleiben, da es sich herausstellte, daß der angeblich Verstorbene scheintot darniederliegt. 10. Nov. Der Mörder des 10jährigen SchulMädchens Isda Strauch, der Stellenbesitzer Ernst NeutTods verurteilt. Neutwig gestand die Tat ein. Rom, 11. Nov. Gestern vormittag um 11,36 Uhr brach unter donnerähnlichem Getöse ein Teil von der ab. Dabei schleuderten die Dämpfe des Vulkaus die aus Asche, Schlacke und Lapillen bestehende Masse des Verbruchs in Form einer ungeheuren Himmel empor. Diese Wolken entluden sich wieder über die beim letzten Ausbruch so furchtbar heimgesuchten Ortschaften Ottajano und S. Giuseppe. Zum Glück war es nur ein Schreckschuß. Der Ausbruch dauerte 12 Minuten. Eine brillante Distanzberechnung Sun“ brachte in Oie Baltimorer Zeitung„The a Nummer vom 7. Oktober ds. Io. einen Bericht von der vorzüglichen Berechnung einer Distanz auf bes aufgestellt von einem deutschen Lloyddampferkasitän. Wir entnehmen dem Bericht das Lapitäin Harassowitz vom Dompfer„Pommerghne Korddeutschen Lloyd in Bremen, dder am nach Bremen in See ging, und Kapitän Tom Evans vom englischen Dampfer terhielten sich am 10. August in der Nautical über die relative Gahroeschwind,gkrst, ähre g aregwig Nach dieser Unterhaltung stellte Kapiren Furassowitz die Berechnung auf, daß er mit seinem Dampfer den Dampfer„Runo“ einholen werde am Vormittag des Tages vor jenem, an dem beide Dampfer Scilly ir Sicht bekommen würden. Diese Berechnung basierte darauf, daß der Dampfer„Runo“ vier Tage vor der „Neckar" seine Reise nach dem Kanal, bezw. mach Rotterbam, antreten sollte. Der deutsche Kapitän hatte dabei die beiderseitige Schnelligkei der Schiffe, Kurs und auch voraussichtliches Wetter gehörig in Berücksichtigung gezogen. Kapitän Evans gewann Interesse an der Sache und regte an, daß man sich verständigen wolle in dem Falle, daß die Berechnung des Kapitäns Harassowitz zutreffen werde. Sobald beide Dampfer sich, wie angenommen, sichten sollten— und darüber herrschte bei den meisten Ohrenzeugen starken Zweifel — sollte sich jeder dem andern durch Signal zu erkenneu geben. Am Sonntag, den 11. August, früh morgens, ging „Runo“ in See nach Rotterdam, und am Mitrwoch, 15. August, trat auch„Neckar“ seine Reise an. Am 24 August um 6 Uhr morgens(am nächsten Tage sollte Scilly gesichtet werden!) sah man auf der „Neckar“ schwarze Anzeichen vom Rauch eines Dampfers rechts voraus am Horizont. Kapitän Harassowitz gab Order, den fremden Dampfer in Sicht zu halten. Auf der„Neckar“ hatte man nicht nötig, die Fahrt zu fleigern: der Dampfer lief ohnehin auf und verringerte den Abstand zwischen beiden Schiffen zusehends. Noch am Vormittag sah man auf dem fremden Dampser— es war an der Tat die„Runo“— Signale hochgehen: das Zugeständnis seines Kapitäns, daß die Berechnung gestimmt habe.„Neckar" ließ darauf das Signal„good morning“ und später„good bye“ fröhlich im Winde wehen und wenige Stunden später sah man wieder— diesmal achteraus— nur den Rauch der MRuno“ am Horizont. „Reckar" erveichte am 24. August die Weser,„Runr om 25. August Rotterdam: Beide Dampfer hatten venselben östlichen Track zur Herreise benutzt. Jedoch ach wenige Stunden genau vorauszusagen wann der eme Dampfer den anderen überholen werde, war eine berechnung, die nicht immer derart zutreffen dürfe. Dies hebt das genannte amerikanische Blatt denn auch vervor, dem Kapiän Evans bei seiner nächsten AnweElefanten angefallen und mit solcher Gewalt g Wand gedrückt, daß er mit schweren inneren Verletzlungen aus dem Zwinger herausgetragen werden mußte. Schiller hatte den Käfig des Elefanten betreten, um nachzusehen, ob es dem Tier auch an nichts fehle. Im Laufe der letzten vier Wochen hat das bösartiges Tier sich bereits zum dritten Male an seinen Wärtern vergriffen. Im Ballon über den Mont Blanc. Aix les bains, 12. Nov. Hier landete der in Mailand aufgelassene Ballon„Milano“, nachdem dersellbe dem Mont Blanc überstiegen und eine Höhe von 6000 Metern erreicht hatte. Explodierende Höllenmaschine. Tiflis, 12. Nov. Gelegentlich einer Haussuchung in Pethauski fand die Explosion einer Höllenmaschine statt. Zwei Schutzleute und ein Hausknecht wurden getötet, drei weitere Personen, darunter ein PolizeiOffizier, verwundet. Nach den Uebeltätern suchte man vergebens, doch fand man unter einem Bette revolntionäre Aufrufe. Die Explosion ereignete sich, als man einen kleinen Schrank von der Wand abrücken wollte. Ein„Grund“ zum Vorgehen. Paris, 11. Nov. Aus Tanger meldet der„Eclair": Gerüchtweise verlautet, daß drei englische Touristen, welche vor zwei Tagen nach Fez abgereist waren, unterwegs von dem Stamme der Benj Abour gefangen genommen wurden. Bisher fehlt noch eine Bestätigung der Nachricht Ein Buren=Einfall in die Kapkolonie. London, 12. Nov. Ueber den Bureneinfall liegen bisher nur wenige Einzelheiten vor. Nach der amtlichen, von Kapstadt aus telegraphisch eingetroffenen Meldung, hatten Ferveira und die übrigen Buren, welche den Raubzug unterommen haben, in DeutschSüdwestafrika Dienste geleistet. Sie übefrraschtem die Polizeistationen Abeam und Witkob, verwundeten 2 Soldaten und bemächtigten sich der Waffen und Munition. Darnach nahmen sie einen Polizei=Korporal in Abiquasaar gefangen. Ferreira warb einige Rekruten und marschierte jetzt auf Zwart Modder. Inspektor Weitha und 15 Mann sind abgegangen, um die Eindringlinge abzufangen. 25 Grenzkundschafter wurdem seinberufen und der Oberst Lukin wird sofort mit 150 Mann bevittener Kapschützen nach Prieska abgehenn H. Begema Kampstr. 22 IIagen Kampstr. 22. Erstes u. grösstes Spezialhaus für Damenhüte vornehmster Geschmacksrichtung. Fortwährend Hobelspähne August Müller. Ein Mädchen vom Lande sucht Stelle auf sofort. 4068 Bergischestraße 15. Besuchen Sie Mittwoch, den 14. November den Vortrag D über Mörike Dann empfehle ich Ihnen, sich vorher die bei mir vorrätige Langewische Ausgabe - chen Piche Ausgabe Diens Ed. Mörike gesucht. Schwerte, Bahnhofstr. 21. 2 freundl. Zimmer zum 1. Dezember zu vermieten. Westenstraße 9 „Du bist Orvlid, mein Land,“ = à 1.80 Mk, anzuschaffen.= Carl Braus Gr. Marktstr. 3—5. Oeffentlicher Wetterdienst. Dienststelle: Königl. Wetterwarte Aachen. Die Vorhersage gilt vom heutigen Abend 9 Uhr bis dahin morsen abend. Veränderliche Winde, ziemlich trübe, geringe Niederschläge; etwas kühler. Wetterbericht der deutschen Seewarte. 12. Nov.: Bewölkt, meist trübe, Niedeschläge, windig, feuchtkalt.„ 4 19. Nov.: Wolkig, vedeckt, feuchr, Demperatur nahe Null, heftiger Wind. 14. Nov.: Feuchstalt, trübe, Niederschläge, starker Wind. Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schade, Schwerte Bekanntmachung. Die Gemeindewahl in Lichtendorf am 15. November er. findet statt vormittags von 9 bis 11 und des Nachmittags von 5 bis 6 Uhr. Westhofen, den 9. November 1906. Der Amtmann: v. Daniels. Einladung zur Sigung der Stadlberdroncten sam Freitag, den 16 Nov. nachm. 5 Uhr, im Rathaussaale hier Tagesordnung: 1. öffentliche Sitzung. 1. Einführung und Verpflichtung des zum gewählten und bestätigten früheren Stadtt erordneten Wirts L. 2. Bewilligung der Kosten für eine Trottoir=Anlage. 3. Genehmigung der Abrechnung über den Neubau der Volksschul in der Sedanstraße 4. Verpachtung einer Grundsläche.#.„Pseen wes. 5. Bewilligung der Kosten für eine Bitzableter=Anlag 6. Genehmigung der Rechtungen der Sparkasse und des Sparkassen=Reservefonds für das Jahr 1905 und Entlastung des 7. Be chlußf fsung über die Verwendung der Sparkassen=Zius 10. Beschlußfassuang über die Benutzung der Tu nhulle im Progym11 Bew ligung eines Beitrages für die Arbeiter=Kolonie Wilhelmsdorf. 13. Boht von 4 Beisthen und 4 Stelberteternfür de Aachspue Piederschlogung undebeingschger Coummastenem au du 15. Beschl ßfassung über einen Aisfall an Beiträgen der landwintschaftlichen Beruss=Genossen chaft. 2. G.heime Sitzung. Schwerte, den 10. November 1906. Der Stad verordneten=Vorsteher: Terbrüggen. Unter Garantie der Stuttgarter Mit., un 4g gginigneghgngs Aktiengesellschuf### : K a p i t a l a n l a g e ü b e r 4 2 M i l l i o n e n— n Fefinflicht-, Unfall- u. Lebens-Versiz Pechtephss. ure, Hulg jede weltere Auskuuft bereitmiligst u. Restenfri darch Prospekte, Vers cherungsbedingungen, Antragsformbia##,„.ms„„e—. W. 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Mr. 5252463,70 Im Jahre 1905 sind ausgehiehen.................„ 1451518=44 (Wasche mit FFEN Waschtanbesten) Junges Mädchen vom Lande, 14 bis 15 Jahre alt, von braven Eltern, findet gute Stelle. 4041 Zu erfragen in der Geschäftsstelle der Schwerter Zeitung. Im Jahre 1905 sind zurückgezahlt Mr. 6708982,14 53144527 Summa der ausgeliehenen Kapitalien............... M. 6172536.87 Einnahmereste......... 6421,.95 Kassenbestand Ende 1905.........„„ 51589,18 Summa der Activa Ende 1905 Passiva. 6230497.95 Einlagen Ende 1994. Mr. 5268897,21 Zugang im Jahre 1905 a) durch Zuschreibung von Zinsen..„ 187495,19 b) durch Reueinlagen..................„ 1816727/69 Mr. 7278120.09 Abgang: Zurückgezahlte Einlagen im Jahre 1905„ 1042622.14 Summa der Passiva Ende 1905 Mr. 6230497.95 Betrag des Reservesonts Ende 1904................ Mr. 205683,47 Betrag des Reservefonds Ende 1905................„ 234119#20 Die Sparkasse verzinst die Einlagen mit 3¼ Prozent. Die Kasse ist geöffnet: von 8½—12 Uhr vormittags und von 2½—5 Uhr nachmittags. An jedem Mittwoch Vormittag und Samstag Nachmittag, sowie an Sonn= und Feiertagen bleibt die Kasse geschlossen. Vorstehendes wird hierdurch gemäß§§ 12 und 13 des Statuts der Sparkasse zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Barop, den 9. November 1906. Die Sparkassen=Verwaltung. Die„SOwert Verugspreis: für Bestellgeld Familienfreund Anzeigenprei 19 Pl., Anzei Nr. 26 Kaiser Will Unter der Uebebringt das„Svensk aus Gotenburg von Der Berliner lenburger HandelsDie absprechend der letzten Zeit wihat(u. a. auch im schen Besuchern), b# wechen, um so meh Unionsbruches aus pathien auf unsere hätte gleichwohl ei übrigt, so lange der sere Stellung zur ten Zirkel Ausdru# rensd der zurzeit vi drahtlose Telegrap lassung genommen, sermaßen in öffe Beim Empfang d Schlosse hielt der nach der alphabetif des placierten Del Schweden angelang mit dem Händedrü der fort, nachdeme hatte. Mein Gew schen Standpunkte durchaus berechtigt liche Anwefende v frappiert worden tragsdelegierten so lichere Aufnahme Rücksicht auf die G bekannt, war es l che sich während de lichen“ Austrag d weit unser Korres Zeitung. Es wir merkt, inwiefern züglich das Schloß Da Roman „Ach, daß ich führen dürfte, als würden, alle müf ders möglich. Mo anvertrauen, in dern und jedes fand sich kein Mo ihm. Martha erzähl chen nach Uhling machen wir auch genau. Sidonie darum. Aber de von Sidonie erwai durch unsern es ihr geht, Vetter „Die gnädige und namentlich Ungnade; wodurc unklar,“ meinte H „Ganz schuldl scherzte Martha, Er zuckte mit! tragen,“ war seine Nun erkundig „Sie schreibt reg sagte die alte De Dritten, ob sie wo „Fräulein Me scheinung wird „Als ich vor Straße begegnete Fragen bestürmt, Musikdirektor kai loben. Er stellt ik glücklich und stol Eurer Güte an „Gott wolle Amiblerser Rrebeichl fürteniatir Norch. 1 eim u Nr. 266 Montag, den 12. November 1906. 38 Ihra Kaiser Wilhelm und Schweden. Unter der Ueberschrift„Ein unhöflicher bringt das„Svenske Dagbladet“ folgende Mitteilung aus Gotenburg vom letzten Ztgritzag:„ Der Berliner Korrespondenl Kr„G. C. T.(Golenburger Handels=Tidning) meldet vom 2. Novemb.: Die absprechenden Urteile, welche der Kaiser in der letzten Zeit wiederholt über die Schweden gefällt hat(u. a. auch im persönlichen Verkehr mit schwedischen Besuchern), beginnen peinliches Aufsehen zu erwechen, um so mehr, als der Ka#ser vor Eintritt des Unionsbruches ausgesprochenerweise mit seinen Sympathien auf unserer Seite stand. Die Angelegenhei hätte gleichwohl eines weitergehenden Interesses erübrigt, so lange der Kaiser seiner Auffassung über unsere Stellung zur Unionsauflösung im streng privaten Zirkel Ausdruck zu geben für gut befand. Währensd der zurzeit von statten gehenden Konferenz für drahtlose Telegraphie hat der Kaiser indessen Veranlassung genommen, seinen Unwillen gegen uns gewissermaßen in öffentlicher Form zu demonstrieren. Beim Empfang der Konferenzmitglieder auf dem Schlosse hielt der Kaiser Cercle, indemer jedem der nach der alphabetischen Reihenfolge seines Heimatlandes placierten Delegierten die Hand reichte. Bei den Schweden angelangt, machte der Kaiser einen Moment mit dem Händedrücken Halt und fuhr hiermit erst wieder fort, nachdem er den Vertreter der Schweiz erreicht hatte. Mein Gewährsmann, der won seinem politischen Standpunkte aus das Verhalten des Kaisers als durchaus berechtigt bezeichnete, fügt hinzu, daß sämtliche Anwesende von der kaiserlichen Demonstration frappiert worden seien. Die schwedischen Handelsvertragsdelegierten scheinen seinerzeit eine etwas freundlichere Aufnahme gefunden zu haben, vermutlich aus Rücksicht auf die Gegenwart des Grafen Douglas. Wie bekannt, war es übrigens die deutsche Regierung, welche sich während der Unionsauflösung für einen„friedllichen“ Austrag des Streites ins Zeug legty.— Soweit unser Kovrespondent, bemerkt die(Gotenburger) Zeitung. Es wird in der Meldung leider micht vermerkt, inwiefern die schwedischen Delegierten unverzüglich das Schloß verlassen haben. Nach einer derartigen Behandlung wäre dies zufüglich die einzige Antwort gewesen, die sie zu geben hatten. Dazu bemerken die„Hamb. Nachr.“: „Der Verfasser vorstehender Notiz ist, wie das „Sv. Dagbl.“ selbst mitteilt, der Berliner Korrespondent des„G. H. T.“(Gotenburger Handels=Tidning), nebenbei bemerkt des einzigen Blattes im Bereich der skandinavischen Halbinsel, das sich seit Jahren mit eiSachsenschädel. Ein Roman von der roten Erde von Walther Schulte vom Brühl. Dieses neueste Werk der deutschen Romanlitevatur aus der Feder des bekannten Verfassers der„Revoluzzer“ spielt zur Franzosenzeit in der Grafschaft Mark. nach seiner Angabe im Berliner Schlosse abgespielt haben soll, eine vollkommen zutreffende Vorstellung zu machen. Der Zweck des ganzen Treibens an und für sich ist ja so durchsichtig, daß es erü brigt, darüber viel Worte zu verlieren. Immerhin halten wir es für angezeigt, daß von Berlin aus eine Antwort auf die obige Darstellung des unhöflichen Empfanges erteilt wird. Wir machen darauf aufmerksam, daß„Sachsenschädel" noch im laufenden Quartal im Feuilleton der„Schwerter Zeitung“ veröffentlicht werden wirs. ner gewissen Beharrlichkeit in deutschfeindlichen Quertreibereien gefällt. Bisher wurden diese gelegentlichen Ausfälle von dem Gros der übrigen Blätter entweder stillschweigend ignoriert, oder aber— wenn die„Handels Tidning“ in ihren Hetzereien jeweils zu handgreiflich wurde— in vornehmer Manier in die gehörigen Grenzen gewiesen. Der Umstand, daß nunmehr auch ein ausgesprochen deutschfreundlich Organ Veranlassung nimmt, die Gotenburger Tartavennachrichten unbesehen in seinen Spalten weiterzugeben, deutet indessen daraufhin, daß die Maulwurfsarbeit des Berliner Korrespondenten ihre Wirkung auszuüben beginnt. Was den in der Notiz beregten Vorgang im besondern anbetrifft, so kennt der Verfasser offenbar seine Landsleute gut genug, um sich von der bösartigen Wirkung eines derartigen Zwischenfalls, wie er sich Westfalen und Rheinland * Bochum, 10. Nov.(Sinken der Fleischpreise.) Eine Anzahl Metzger in Bochum, Dortmund, Essen, Langendreer und anderen Orten des Industriebezirkes haben den Preis des Schweinefleisches um 5 Pfg. das Pfund ermäßigt. * Coesfeld, 10. Nov.(Zur Fleischnot.) Eine eigenartige kostenlose, aber doch nachahmenswerte Wohltätigkeit wollen hier einige Bürger betätigen, um dem kleinen Manne zu einem billigen Stück Fleisch zu verhelfen Die Preise für sette Schweine sind bekanntlich auf durchschnittlich 45 Mark für 100 Pfund Lebendgewicht zurückgegangen. Das macht nach Abzug aller Unkostn höchstens 60 Pfg. für das Pfund Fleisch, und doch kostet dieses noch 90 Pfg. Das betr. Konsortium will nun durch einen bereits gedungenen fachkundigen Mann Schweine ankaufen und im Wege des sogenannten Aushauens unter das Publikum bringen lassen. Der Preis des Fleisches wird unter Zuschlag von nicht mehr als 10 Prozent(zur Deckung aller Kosten) genau festgesetzt, jedenfalls aber würde das Pfund nicht üüber 70 Pfg. kosten. Diese sonderbare Selbsthülfe soll solange ausgeübt werden, bis die öffentlichen Preise sich wieder in angemessenen Grenzen bewegen. Sport (:) Lüdenscheid, 10. Nov.(Ein seltenes Jagd= „glück“) hatte dieser Tage ein hiesiger Nimrod. Er stand in der Nähe von Othlinghausen auf dem Anstand, als er zwischen den Hecken sich etwas Verdächtiges bewegen sah, was er für einen derer vom GeAus Liebe zur Roman von Viktor Rheinberg. 30 Ach, daß ich meine Melanie in dies friedliche Heim einführen dürfte, als meine geliebte Braut!" dachte Hans.„Alle würden, alle müßten sie lieb gewinnen, es wäre nicht anders möglich. Morgen, ja morgen, wollte er sich dem Onkel anvertrauen, in begeisterten Worten ihm die Geliebte schildern und jedes etwaige Vorurteil zu besiegen suchen. Heute fand sich kein Moment des ungestörten Alleinseins mehr mit ihm Martha erzählte, daß ihre Mutter und Alice für einige Wochen nach Uhlingen kommen würden, und fügte hinzu:„Dann machen wir auch endlich unsern Besuch bei Ambergers in Langenau. Sidonie schrieb mir erst kürzlich und bat abermals darum. Aber der Brief klang nicht so vergnügt, wie ich es von Sidonie erwartet hatte, sie sehne sich nach Auffrischung durch unsern Besuch, schreibt sie am Schluß. Wissen Sie, wie es ihr geht, Vetter Haus?“ „Die gnädige Frau war jetzt meist in ungnädiger Stimmung, und namentlich beehrte sie mich in letzter Zeit oft mit ihrer Unguade; wodurch ich dieselbe aber verdient habe, ist mir unklar,“ meinte Haus, vor sich hinlächelnd..„ „Ganz schuldlos werden Sie wohl nicht sein, Belker, scherzte Martha,„Ihr Gesicht verrät ein böses Gewissen! Er zuckte mit den Achseln.„Dann muß ich die gerechte Strafe tragen, war seine Antwort.. 8axLeu mm. Nun erkundigte sich Tante Brigitte nach rorchen Manzoni. „Sie schreibt regelmäßig alle vierzehn Tage, das gute Kind, sagte die alte Dame,„aber ich höre immer gern durch einen Dritten, ob sie wohl aussieht und die Studien sie nicht angreifen. „Fräulein Manzoni blüht wie eine Rose, ihre äußere Erscheinung wird immer schöner," berichtete Haus. „Als ich vorgestern mit einigen Bekannten ihr auf der Straße begegnete, wurde ich nachher von allen Seiten mit Fragen bestürmt, wer das reizende Mädchen sei? Und der Musikdirektor kann ihre Stimme und ihren Fleiß nicht genug loben. Er stellt ihr eine große Zukunft in Aussicht. Ich bin glücklich und stolz darauf, dies Talent entdeckt und mit Hilfe Eurer Güte an das Licht gezogen zu haben!“ „Gott wolle geben, daß auch Lorchens innerer Mensch in allen Versuchungen, die ihr künftiger Beruf mit sich bringt, nie Schiffbruch leidet,“ sagte die Tante mit sorgenvollem Kopfnicken,„sie hat von Natur ein kindlich reines Gemüt, und wir wollen auch später so viel wie möglich mit ihr im Zusammenhang bleiben, vielleicht gewährt ihr das einen Halt, denn Eltern hat sie ja nicht mehr, das arme Ding. So saß man plaudernd zusammen, bis die Turmuhr die zehnte Stunde verkündete. Dies war in Uhlingen das Siqual zum Zubettegehen, jeder zündete sein Licht an und man trennte sich. * Am anderen Morgen ging die Sonne hell und strahlend auf und Hans erwachte von dem überlauten Gezwitscher der Vögel, welche die große Buche vor seinem Fenster bevölkerten. Rasch kleidete er sich an und eilte hinunter, er wußte, der Oheim war immer sehr früh auf und trank den Kaffee in seinem eigenen Zimmer, er konnte also hoffen, ihn jetzt allein zu finden. Die Tür ein wenig öffnend, sagte er:„Guten Morgen, lieber Onkel, darf ich eintreten?“ „Alle guten Geister!“ rief der Freiherr, von seinem Zeitungsblatt erstaunt aufblickend,„was hat Dich denn so früh aus den Federn getrieben, mein Sohn?“ Der Wunsch, Dich allein und ungestört zu sprechen, lieber Onkel,“ damit setzte sich Hans auf einen Stuhl dem alten Herrn gegenüber. „Du siehst so feierlich und ernst aus,“ hub dieser wieder an,„Junge, Du wirst doch nicht etwa Schulden zu bekennen haben? Das wäre ja bei Dir ganz etwas Neues.“ „Das ist es auch nicht, bester Onkel, aber zu bekennen habe ich dennoch etwas.“ So bist Du verliebt! Na, komm nur heraus mit der Sprache, Du weißt, ich habe mir es immer gewünscht, Dich noch vor meinem Ende glücklich zu sehen.“ Und wenn Du diejenige erst kennst und siehst, die mein Herz besitzt, so wirst Du, teurer Onkel, zugeben, daß ich keine bessere Wahl treffen konnte! Melanie von Heinersdorf ist ein Engel Heinersdorf, sagst Du“ Habe ich recht gehört, Heinersdorf?“ schrie der alte Herr, indem er den Neffen ganz entsetzt anstierte,„um Gottes willen, Hans, wo kommen diese Leute her, wo hast Du sie kennen gelernt?“ „Der Baron von Heinersdorf,“ sagte der junge Mann, sich gewaltsam zur Ruhe zwingend,„hat, vor zwei Jahren, aus Amerika zurückkommend, das Gut Strießen bei Langenau gekauft, lebt dort mit Frau und Tochter und hat diesen Winter gesellig in unserer Stadt verkehrt." „Hörtest Du zufällig, ob die Frau eine geborene Onslow ist und wie sie mit Vornamen heißt?“ „Den Namen Ouslow las ich allerdings auf ihrer Visitenkarte, ihr Gatte nannte sie„Marie!“ „Und ist sie schön, diese Frau?“ fragte der alte Herr in höchster Spannung, während ein fast jugendliches Feuer aus seinen Augen leuchtete. „Sie muß einst sehr schön gewesen sein,“ sagte Hans bewegt,„jetzt freilich möchte ich sie mit einer vor der Zeit geknickten und verwelkten Blume vergleichen!“ „Kein Zweifel, sie ist es!“ rief der Freiherr, das Gesicht mit den großen Händen bedeckend.„O, daß ich das noch in meinen alten Tagen erleben muß, noch einmal die Wunde aufgerissen zu sehen, die so lange geblutet! Mein Sohn,“ fuhr er fort, Haus die Rechte über den Tisch hinreichend, „schlage Dir die Sache aus dem Sinn, glaube mir, mit den Heinersdorfs können wir nicht in Verbindung treten, das würde nur Unheil bringen!" „Aber Onkel, lieber teurer Onkel, willst Du mir nicht wenigstens volles Vertrauen schenken und mir sagen, in welcher Weise Dir von den Heinersdorfs Leid zugefügt wurde?“ „Du sollst alles erfahren, Haus, ich weiß, daß Du mir dann recht geben wirst.“ Und sich in seinen Sessel zurücklehnend, begann der alte Herr sehr ernst und mit gedämpfter Stimme:„So will ich mich denn noch einmal zurückversetzen in jene Zeit, die meines Lebens höchstes Glück und bitterstes Leid einschloß, und all die Bilder heraufbeschwören, die ich seitdem nie wieder ganz in meiner Erinnerung auslöschen konnte. Du weißt, Haus, daß ich vor etwa fünfunddreißig Jahren aus einer kleinen Garnison in Schlesien nach der Residenz versetzt wurde Sehr zufrieden mit diesem Tausche, hatte ich außerdem noch die Freude, einen alten Freund und Korpsbruder von mir, den damaligen Professor Ouslow, wiederzufinden.“ 136,20 Unsere geehrten Leser bitten wir, sich bei Bestellungen und Einkäufen, die sie aufgrund der Anzeigen in der„Schwerter Zeitung“ machen, sowie bei Offertenbriefen auf unser Blatt freundlichst zu beziehen. schlecht„Lampe“ hielt. Das Gewehr an die Backe reißen und feuern war eins. Jedoch wer beschreibt das Erstaunen des Jägers, als er statt des Hasen ein: prächtige— Ziege zur Strecke gebracht hatte; daneben aber stand eine Frau, welche die Ziege am Stricke hielt und nicht gerade das freundlichste Gesicht machte. Nach Hinterlassung einer Entschädigung zog unser Nimrod seine Straße weiter. Waidmannsheil! Hereingefallene Jäger. Der„Altdorfer Bote“ schreibt: Einen köstlichen Reinfall hatten im November vor. Jahres 3 Jäger aus der nächsten Umgebung bei Arzberg. Die Betveffenden hatten im nahen Seussen dem edlen Weidwerk obgeleigen und waren im Begriff, abends heim zu wandern. Da kam der Schlaueste von den Dreien auf den Gedanken, dazu die meue Drahtseilbahn, die bekanntlich von dort nach Windischberg führt, zu benutzen. Gesagt, getan! Jeder von ihnen nahm Platz in je einem der betreffenden Kästen und die Fahrt konnte beginnen. Nicht allzu lange, und mit einem Ruck gings worwärts. Schon freuten sich die Jäger über ihren köstlichen Einfall. Doch mit des Geschickes Mächten ist kein ew'ger Bund zu flechten und das Schicksal schreitet schnell! Bereits waren sie ein schönes Stück gegondelt, da hielt die Fahrt zu ihrem Erstaunen plötzlich inne. Hoch hingen die Kästen mit den drei Braven, bein Schimpfen, kein Fluchen, kein Weh und Ach konnte diese mehr vorwärts noch rückwärts bewegen, sie wanen gefangen wie in einer Mauseffalle. Der Betriebsleiter hatte nämlich Lunte gemochen und schleunigst tellephonisch Ordpe gegeben, die Fahrt einzustellen, um so mehr, da ohnedem Arbeitsschluß war. Es verging Stunde um Stunde, es wurde früh morgens, und die drei Jägen hingen noch immer in ihren Kästem in der Luft. Es war bitter kalt und man war auf eine solche Freifahrt nicht vorbereitet. Endlich schlug auch ihnen wieden die Freiheitsstunde„als zur gewohnten Stunde die Bahn wieder in Betrieb gesetzt wurde. Halb erfroren entstiegen die Drei ihren Schlupfwinkeln, um schleunigst das Weite zu suchen. Vermischtes. *(Wenn man zuviel Kinder hat.) Vor einigen Tagen wurde der Höchster Polizei ein kleines Büblein als verlaufen zugeführt. Zufällig fand sich jemand, der den Kleinen kennen wollte und angab, er gehöre der Familie M. in Nied. Die Polizei schickte daraushin eine Frau mit dem Findling zu der betreffenden Familie, doch erklärte dort die Hausfrau, ihre Kinder seien alle daheim und der Kleine gehe sie nichts an. Die Höchster Frau trat daraufhin mit ihrem Findling den Rückweg an, war aber kaum einige hundert Schritt weit gegangen, als ihr die erwähnte Nieder Frau, die inzwischen die Häupter ihrer Lieben vorsorglicherweise doch noch einmal nachgezählt hatte, eilig nachgelaufen kam und sagte:„Zeigen S'n doch noch emol her,— natürlich!—'s is ja unser Seppelche!“ Und seelenvergnügt nahm sie ihr verlaufenes Schäflein auf den Arm und eilte heim. *(Ein Aerzte=Ehepaar) wird in nächster Zeit in Bautzen in Sachsen die Praxis gemeinsam ausüben. Es ist die frühere Dessauer Assistenzärztin Dr. Maria Ballin und der praktische Arzt Dr. Mitt, die sich heiraten. Frau Dr. Witt will sich nur der Frauen= und Kinderbehandlung widmen. *(Die Kraniche de sIvylus.) Seit einiger Zeit wurden auf der Chaussee Kiel=Zweetz mehrere räuberische Ueberfälle verübt, bei denen ein Einwohner von Elmschenhagen schwer verletzt wurde. Die Täter blie ben unermittelt. Da kamen an dem Hause des Verletzten neulich abends drei Männer vorbei und der Hund bellte sie an.„Das ist sein Hund, ob der uns kennt?“ fragte der eine die anderen.„Sei bloß still!“ erwiderten die ängstlich Das Gespräch war aber gehört worden, und so gelang es, die Räuber zu verhaften. Eine Satire auf die italienischen Eisenbahnzustände bringt ein Mailänder Witzblatt: Ein Reisender(zu einem Bahnbeamten):„Welcher von diesen Zügen geht nach Turin?“, Bahnbeamter:„Geht denn überhaupt ein Zug nach Turin?“ Reisender:„Nach dem Fahrplan wohl.“ Bahnbeamter:„Ich will mich mal erkundigen... Herr Stationsversteher, geht da ein Zug mach Turin?“ Stationsvorsteher:„Jawohl, einer von diesen fünf da,— aber ichweiß nicht welcher.“ Reisender:„Wie soll ich es da wissen?“ Stationsvorsteher: „Das ist ganz einfach, Sie nehmen den erstbesten; komwen Sie damit nach Turin, so war es der richtige; kommen sie nach einer anderen Stadt, so war eben einer der vier anderen der Turiner Zug.“ Reisender:„Danke schön. Und wann fährt er ab?“ Stationsvorsteher: „Das kann ich Ihnen micht ssagen. Sie wollen zuviel wissen.“ Reisender:„Im Fahrplan steht uum 4 Uhr.“ Skationsvorsteher:„Das kann wohl sein.“ Reisender: „Es ist aber schon 4 Uhr 10 Min.“ Stationsvorsteher: „Gewiß, was soll das denn?" Reisender:„Dann hat der Zug ja schon 10 Minuten Verspätung!“ Stations= vorsteher(lacht). Bahnbeamter(lacht). Die Gepäckträger(lachen). Reisender(verblüfft):„Habe ich denn eine Dummheit gesagt?“ Stationsvorsteher: „Bei Gott, das haben Sie! Wie kann man nur## dantisch sein! 10 Minuten mehr oder weniger. macht denn das aus?“ Reisender:„Jetzt sind es jchg. 15 Minuten.“ Stationsvorsteher((spöttisch): aber menkwürdig! In 5 Minuten sind es dann 20“ 10 Minuten 25! Zählen Sie nur, dabei vergeht gz#. Zeit rascher.“ Reisender:„Entschuldigen Sie nac eins, ich habe ein Billet erster Klasse, aber die ist über. all besetzt. Wo finde ich da Platz?“ Stationsvorster rau beschl. Wb finde ich du Plahr Snmionsvorsteher: „Ich kann doch für Sie keinen Extrazug einschalten So fahren Sie eben zweiter Klasse!“ Reisender:„Die ist auch überfüllt!“ Stationsvorsteher:„Da beklagen sich die Leute, man reise schlecht,— und reisen doch alle Fahren Sie dritter!“ Reisender:„Dann bekomme ich doch wenigstens den Preisunterschied vergütet!“ tionsvorsteher:„Im Gegenteil! Sie werden Strafe ihlen müssen, weil Sie mit einem Billett erster einnehmen!“ Reisender:„Wie lange dauert also noch bis zur Abfahrt des Zuges?: Stationsvorsteher:„Zwei bis drei Stunden. Heute haben die Züge durchschnittlich zwei Stunden Verspätung, und wir halten uns dann an den Durchschnitt, wie es einer ordentlichen Bahnverwaltung geziemt. Wenn Sie reisen, müssen Sie es nicht so eilig haben. Die Züge können nicht verkehren, wie es Ihnen paßt. Sie fahren ab. wann Sie können.“ Reisender:„Bitte ergebenst um Entschuldigung, Sie haben recht, und verzeihen wenn ich mir die Freiheit nehme, zu reisen!“ Dortmunder Stadttheater. Dienstag, den 13. Nov. Serie B, Nr. 15 Blaue Karten. Anfang 7,30 Uhr. Neu eingeübt:„RosenOtto Erich Hartleben. Mittwoch, den 14. Nov. Serie C, Nr. 15 Gelbe Karten. Anfang 7,30 Uhr. Zum zweiten Male:„Die Boheme". Große Oper in vier Aufzügen. Dichtung und Musik von R. Leoncavallo. Donnerstag, den 15. Nov. Serie A, Nr. 16. Rote Karten. Anfang 7,30 Uhr:„Faust“.(1. Teil.) Tragödie in sechs Aufzügen von W. von Goethe. Freitag, den 16. Nov. Serie C, Nr. 16. Gelbe Karten. Anfang 7,30 Uhr:„Johannisfeuer". Schauspiel in drei Aufzügen von Hermann Sudermann. Sonnabend, den 17. Nov. Serie B, Nr. 16. Blaue Karten. Anfang 7,30 Uhr. Auftreten von Frl. Alma Saccur. Zum zweiten Male:„Die Puppe.“, Operette in drei Aufzügen und einem Vorspiel von Edmond Audran. Sonntag den 18. Nov. Bei gänzlzich aufgehobenem Abonnement zu ermäßigten Preisen. Ansang 3 Uhr:„Die Fledermaus.“ Opevette in drei Aufzügen von Johann Strauß. Anfang 7 Uhr. Bei aufgehobenem Abonnement (Jahreskarten gültig):„Lohengrin,. Romantische Oper in drei Auszüthen von Richard Wagner. Kocs Eine grosse Auswahl in den neuesten und feinsten Künstlerkarten— Köpfe, agdstücke, Landschaften, Stilleben etc. etc.— echt Bromsilber, einfarbig und bunt, soeben eingetroffen. Sarf Bradey Buch- und Kunsthandlung Grosse Marktstrasse 3-5. Die„Sewerter 2 Vexugspreis: mi für Bestellgeld meh Familientreund.“ Nuzeigenpreis: 1 1° Pf., Anzeigen Nr. 267 Zum Reie Am heutigen Tage teutsche Reichstag wied ind die Herren nicht gen teraufnahme der Verha minösen 13— der Die üben sie sich nicht gesto der neue Sessionsabschn in wird, obwohl die St der deutschen Volksvert: em inschriftlosen Wall: Berlin versammeln, ein Es ist diesmal keineswe position, die Abrechnun vill; auch unter den No wen herrschen Unmut: i Kreisen sind ernste, ven, die im Reichstage, tern der verbündeten 3 den sollen. Wenn wir g #ß auch der neue Sessit ten Verlauf nehmen wi uuf die Tatsache, daß der hen gegen ihn erhobene D##h kein Wort der Abw Alem er die Rechtfertigun #n hat, wird sich ein##l #rwinnen lassen. Und! veniger düster Farben #r entworfene. Da der Reichstag an #en, sondern nur vertag n eine neue Session, son sonsabschmitt ein, der à ifnet wird. Der heutig mterscheidet sich auch n bepslogenheit, daß dem rt, sondern erst nach die unerwünschte Verz wfolge der kurzen Gül Tarifs wie der neuen iinen einigermaßen siche vartenden Reichseinnah ##doch, den Etat noch so u können, daß seine er Ner 2 „Es entspann sich ein lebha besuchte, so oft es meine! der als Witwer mit seine Uhr zurückgezogen lebte. hanter, genialer Mann,a siye alte Wirtschafterin für das leibliche Wohl der das Bild dieses reize Een blauen Augen und de runst zu bändigen, ihr im: einen Augenblick hielt der Zu mir, ihrem lieben L rroßes Zutrauen gefaßt,# ##keinen Schritt auf der T manches Naschwerk and des überglücklichen M freude gerötetes Gesichtche erste, kleine Handarbeit zichte, So vergingen die er meinen Augen eine an: ung wurde mir so recht ungstage in langem, scht ihr sonst ungewohnten mgegentrat. Die Artunsere ### nach eine andere. Sie “, doch wagte ich nicht m Krissen, und überlegte be hin i#“ am geschickteste keulich nicht damit zu st licher, wie Marie mei unentbehrlicher wurd Kann“ nich nicht aus, Ha der bisher unangef hsein, Jsie“n war, der eaidten Liehe; plötzlich die dir tante* Was half es, bbe rishougl, sagte, daß wieder geliebt zu we