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Erstes und ältestes Tagesorgan Kreises Haupt=Annoncenblatt. Alle Kreis- und Lekalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäss Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröftentlichung in der„Schwerter Zeitung“ rechteverbindliche Kraft. o c 0 0 OO O OO CC O SC Druck u. Verlag von Carl Braus, Schwerte. Fernsprech-Anschluss Nr. 62 Amt Schwerte. Celegr.-Aäresze Braus. Schwerte-Ruhr. Nr. 250 Mittwoch, den 24. Oktober 1906. 38 Ihra Der Welfenfonds. Anläßlich der Aufrollung der braunschweigischen Thronfolgefrage dürfte es interessieren, näheres über den viellgenannten Welfenfonds zu erfahren. Im Jahre 1867 bewilligte der preußische Landtag auf Antrag der Regierung dem entthronten König Georg V von Hannover eine Entschädigung von 45 Millionen Mark. Da indessen der König eifrige Bemühungen uufwendeste, um das verlorene Land wieder zu erlangen, zu diesem Zweck in Paris das einen glühenden Preußenhaß prodigende und die anderen Nationen gegen den preußischen Staat aufreizende Blatt„La Sination“ ins Leben rief, seiner auch durch die Bildung der Welfenlegion im Auslande und durch andere ag gressive Handlungen bekundete, daß er sich in das Un wänderliche zu schicken nicht gesonen sei, so wurde mittels Gesetzes vom 2. März 1868 die Auszahlung der Summe verhindert und später auch die ganze Abfndung unter Sequester gestellt(15. Februar 1869), die Zinsen aber zur Abwehr der welfischen Umtriebe ind zur Förderung von Zwecken zum Nutzen der annektierten Landesteile verwendet. Als Kaiser Wilhilm II. im Jahre 1892 der Provinz Hannover einen besuch machte, regte Frhr. von Hammerstein=Loxten, er damalige Landesdirektor, beim Monarchen die lufhebung der Beschlagnahme an und fand williges behör. Es erfollgten Verhandlungen mit dem Herzog von Cumberland durch Vermittelung des Frhr. von hammerstein, deren Ergebnis ein Schreiben des Hersigs an den Kaiser war, in welchem der Herzog u. a. #gte:„Gern benutze ich diese Gelegenheit, wie ich hon früher erklärt, so jetzt wiederholt zu erblären, luß jedes den Frieden des Deutschen Reiches und der Uhm angehörende Staten störende oder bedrohende Unernehmen meinen Absichten fern liegt; als deutscher Fürst liebe ich Mein Vaterand treu und aufrichtig und #ne würde ich— das versichere Ich Eurer Kaiserlichen und Königlichen Majestät ausdrücklich— wissentlich V#eranlassen oder gut heißen, daß mit den zu meiner VVerfügung stehenden Mitteln, mögen sie mir schon zulehen oder erst in Erfüllung des vorgedachten VertraI zufließen, feindselige Unternehmungen gegen Ew. sajestät oder gegen den preußischen Staat gefördert verden.“ Im März 1892 wurde dem preußischen Abgeordnetenhause ein Gesetz vorgelegt, das die Aufhebung der Beschagnahme der königlichen Verordnung vorbehiellt. Am 4. März beschloß das Abgeordnetenhaus dise einfache Aufhebung der Beschlagnahme, indem es in diesem Sinne die Vorlage abänderte. Alsbald erfolgte dann, nachdem die Angelegenheit die erforderlichen gessetzgeberischen Instanzen durchlaufen hatte, die Rückzahlung der Gelder, die sich durch Anhäufung von Zins auf Zins imlaufe der Jahre auf sechzig Millinen Mark erhöht hatten. Dem Frhr. von Hammerstein sandte der Kaiser seine llebensgroße Photographie mit der Unterschrift:„Recht muß doch Recht bleiben!“ Fürst Bismarck, der damals nicht mehr im Amte war, hat die Herausgabe des Geldes niemals gebilligt, weil sie ohne Gegenleistung erfolgt war und die Regierung sich dadurch eines wertvollen Hülfsmittels zur Niederhalltung der welfischen Agitation entäußerte. Da die hannoversche Familie übrigens auch noch bedeutendes anderweitiges Vermögen besitzt, so kann der Herzog von Cumberland für einen sehr reichen Fürsten gelten. Politische Uebersicht. Der Nachfolger des Reichskanzlers? Berlin, 23. Okt. Die„Post“ verzeichnet eine Mel dung der„Londoner Finanz=Chronik", in welcher Frhr. v. id. Goltz, kommandierender General des 1. Ar. meeborps, als eventueller Kandidat für den Posten des Reichskanzlers genannt werde, falls dieser aus Gesundheitsrücksichten zurücktreten sollve. Für die Aufnahme von Russen an preußischen Universitäten werden demnächst vom Kultusministerium im Einvernehmen mit dem Reichskanzler neue Bestimmungen erlassen werden. In Rücksicht auf die erwartete Verfügung werden einstweilen an der Berliner Universität Russen nicht immatrikuliert, und auch der Hospitantenschein wird vorläufig nicht an Russinnen verabfolgt; man begnügt sich damit, die Zeugnisse in Empfang zu nehmen, während die Entscheidung über die Aufnahme arst nach dem Erlaß der neuen Verfügung erfolgen wird. Wie wir vernehmen, hat das Vorgehen der Unterrichtsverwaltung keinen politischen Carakter— bisher schon wurden nur politich Unverdächtige zugelassen. Auch werden die Anforderungen an die Vorbildung kaum noch verschärft werden. In Berlin werden seit einigen Semestern nur noch AbituSchhuerte. Verhängnisvolle Erbschaft. Roman von Ewald August König. 77 “ Einem augenblicklichen Gedanken nachgebend, ergriff Palke be Feder, er lächelte sarkastisch, als er sie eilfertig über das hpier gleiten ließ, und Konrad Schmidt, Sohn des Flickschneiund Nachtwächters Balthasar Schmidt, zum Universalerben ener Hinterlassenschaft einsetzte. I Das war noch kein rechtsgültiges Testament, so lange er icht vor Zeugen erklärte, daß es sein letzter Wille sei; er dachte Aberhaupt noch nicht ans Sterben, im Gegenteil, er hegte sogar E##diesen Augenblick schon die Ueberzeugung, daß er das SchriftInck wieder vernichten werde. * Der schrille Klang der Hausglocke weckte ihn aus seinem Brüam, er fuhr mit der Hand hastig über die Augen.„Da wird ##er Vinkeladvokat Silberstein kommen!“ murmelte er, aber be##izt erhob er sich, als im nächsten Moment die beiden StuNeuten eintraten. * An die Möglichkeit, daß sie schon vor seiner Anklage ihn zur #lchenschaft ziehen könnten, hatte er nicht gedacht; er wollte ersten Augenblick um Hilfe rufen, aber die beiden ließen ihn dicht dazu kommen. *„Wir wollen unsere Wechsel einlösen,“ sagte Max, indem er m Portefeuille aus der Tasche holte. *#Sitzen Sie denn noch nicht wegen des Duells?“ fragte der Elcherer ganz verwirrt. Die Studenten lachten; die Angst des alten Mannes, die sich shhesnndlicen und dem Klang seiner zitternden Stimme deut#it d#####; schien sie zu belustigen.„So rasch geht's nicht # der Verurteilung!“ spottete Moritz. *„Die Wechsel!" befahl Max. zsie sind ja noch lange nicht verfallen,“ erwiderte Palke, ubst ehmen Sie Platz, meine Herren; kein verständiger Mensch 1 gher, als er muß, Sie haben noch drei Monate Zeit.“ #omm hatte aus dem Portefeuille ein kleines Paketchen gecheing“ das allem Anscheine nach mehrere Fünfhundert=Mark1§ enthielt, wenigstens bildete ein solcher den Umschlag. #dn'99 glaube, man kann einen Wechsel einlösen, wann man Usid n#l##te er,„rücken Sie nur heraus mit den Wischen, wir t#obi-zierig zu sehen, was Sie damit angefangen haben! Sie s ven gestern abend unserm Alten mit dem Staatsanwalt und dem Zuchthaus, dahinter steckt natürlich eine Halunkerei, denn wir beide sind uns keiner Schuld bewußt!" Die drohende Haltung der beiden verfehlte ihren Eindruck nicht; der Wucherer erkannte, daß er selbst sich um seine Rache betrogen habe. In seiner Gier nach Rache war er zu rasch gewesen, er hätte bis zum Verfalltage der Wechsel warten und dann sofort zum Staatsanwalt gehen müssen, ohne vorher den Schneider zu benachrichtigen. Die Reue kam nun zu spät, er warf einen Blick auf die Banknoten, die Max in der Hand hielt. „Die Schuld betragt fünfzehntausend Mark, meine Herren!" sagte er. „Die Wechsel und den anderen Schein, den wir unterschreiben mußten!“ erwiderte Moritz.„Legen Sie uns die Papiere vor, Sie sehen ja, daß wir die Sache ordnen wollen!“ „Wollen Sie nicht vorher das Geld auf den Tisch zählen?“ fragte Palke, nun auch einen befehlenden Ton anschlagend. „Haben Sie es vielleicht auf den Tisch gezählt, ehe wir Ihnen die Wechsel übergaben?" brauste Max auf. Jeremias Palke ging langsam zu seinem Geldschranke, ihm blieb wenigstens die Genugtuung, daß er an diesem Geschäft neuntausend Mark verdient hatte. „Ich begreife nur nicht, woher die Herren so rasch das Geld genommen haben!“ „Das geht Sie auch nichts an,“ erwiderte Moritz, mit dem Bruder einen verständnisvollen Blick wechselnd,„denken Sie meinetwegen, wir hätten's aus der Millionenerbschaft genommen!“ „Ist die schon ausgezahlt?“ fragte der Wucherer mit ungläubiger Miene, während er mit den Papieren in der Hand zurückkehrte.„Davon weiß ich nichts.“ Mit einem raschen Griff hatte Moritz sich der Papiere bemächtigt, ehe Palke es verhindern konnte; ein Ausruf der Entrüstung entfuhr seinen Lippen. „Wahrhaftig, die Wechsel sind mit der Unterschrift Silbersteins versehen!“ rief er.„Heda, alter Freund, wer hat diese Fälschung begangen?“ „Natürlich, er selbst!“ erwiderte sein Bruder mit einem verächtlichen Blick auf das fahle Gesicht des alten Mannes, der in sichtbarer Verlegenheit seine Perücke zurückschob. „Ich?“ fuhr Palke auf.„Lügen Sie nicht, Sie wissen besser, wer es getau hat; ich berufe mich auf das Urteil eines Sachrienten von klassischen Gymnasien, micht mehr von Real= und Handelsschulen immatrikuliert. Und von Russsinen, die als Gastzuhörerinnen an der Universität Berlin studieren wollen, wird verlangt, daß sie russische Mädchen=Gymnasien absolviert, eine Prüfung über 8 Klassen Latein an männlichen Gymnasien bestanden und die höheren Frauenkurse in Petersburg durchgemacht oder schon eine akademische Ausbildung genossen haben. Die neu zu erlassende Ministerial= verfügung ist durch=ganz andere Erfahrungen verur sacht. Es soll in Zukunft außer den bisher geltenden Vorbedingungen auch der Nachweis von Unterhaltungsmitteln geführt werden, die den Russen und Russinnen einen Studienaufenthalt an der Universität ermöglichen. Wie wir erfahren, haben die Zustände, welche namentlich zu Berlin in dieser Richtung festgestet worden sind, die Notwendigkeit ergeben, eine geeignete Vorsorge zu treffen. Aus dem Musterländle Die„N. L. C.“ schreibt:„Der badische katholische Pfarrer Gaisert, der wegen Meineidverleitung zu einom Jahre Zuchthaus verurteilt wurde, übt in seiner Pfarrei Gündolwangen noch immer alle kirchlichen Funktionen aus. Mit einiger Berechtigung werfen die badischen libevalen Blätter die Frage auf, welchen Lärm wohl das Zentrum anschlagen würde, wenn ein ihm nicht zusagender Staatsbeamter, zu Zuchthaus verurteilt, während der Zeit der eingelegten Revision gegen dies Urteil ruhig weiter amtieren würde.“ —Inzwichen hat sich nun, wie uns gemeldet wird, Pfarrer Gaisert in ein Kloster zurückgezogen. Ein Vikar versieht seinen Dienst. Red. Italienische Befürchtungen. Mailand, 23. Okt.„Corriave della Sera“ veröffenticht einen Brief einer Persönlichkeit, der die politischen Verhältnisse genau kennt und die Möglichkeit eines Krieges zwischen Deutschland und England alls die wichtigste Gefahr bezeichnet. Die Redaktion des Blattes knüpft hieran die Anfrage, wie sich die Regierung in solchem Falle verhalten würde. Seit Abschluß des Dreibundes sei ein deutsch=englicher Krieg unmöglich gewesen. Italien könne seine Küsten nicht der englischen Flotte aussetzen, Deutschland werde einfach die Erfüllung des Buchstabens des Vertrages verlanverständigen, den Sie selbst bestimmen mögen. Er soll unparleiisch feststellen, welche Handschrift es ist, die Ihre oder meine.“ Er wollte sich auf Moritz stürzen, um ihm die Papiere wieder zu entreißen, ein Stoß vor die Brust warf ihn zurück, daß er taumelte; beide Brüder aber griffen in die Rocktasche und zogen eine Hundepeitsche heraus. „Wenn Sie um Hilfe rufen, so lassen wir die Peitschen auf Ihrem Rücken tanzen, bis er braun und blau ist," sagte Moritz mit zischender Stimme,„Sie haben's verdient, wie ein Hund behandelt zu werden! Ruhig! rate ich Ihnen, wir werden Sie um keinen Pfennig betrügen, wenn Sie auch jetzt noch nicht Ihr Geld erhalten!“ „Es zu zahlen ist uns in diesem Augenblick noch nicht möglich,“ fuhr Max fort, indem er das Paketchen auseinanderfaltete und dem alten Manne bewies, daß es außer der einen Banknote nur wertloses Papier enthielt,„zudem sagen Sie ja selbst, daß ein verständiger Mensch seine Schuld erst dann bezahle, wenn sie verfallen sei. Aber die Wechsel dürfen wir nicht in Ihren Händen lassen. Sie haben die Fälschung begangen, Sie wären auch fähig, einen Meineid darauf zu leisten, daß die Fälschung von uns verübt worden sei, und im Kampfe mit einem Schurken kann man nur zu leicht unterliegen. Wir werden Ihnen als Ersatz diesen Schein geben: Wir Endesunterzeichnete bescheinigen hiermit, daß wir heute von Herrn Jeremias Palke die Summe von sechstausend Mark in barem Gelde leihweise empfangen haben. Wir bekennen ferner, daß wir uns der Bedingung fügen, wonach wir nach Ablauf von drei Monaten obengenannte Summe nebst neuntausend Mark Zinsen, in Summa also fünfzehntausend Mark zurückzahlen müssen. So, mein Herr, diesen Schuldschein werden Sie nicht fälschen, auch nicht zum Gegenstand einer Klage machen können; daß wir ihn einlösen werden, dafür bürgen wir mit unserem Ehrenwort.“ Der Wucherer knirschte vor Wut mit den Zähnen, seine Augen quollen aus ihren Höhlen hervor, am ganzen Leibe zitternd, mußte er sich auf den Tisch stützen, auf den Max den Schuldschein gelegt hatte. „Wissen Sie, wie man das nennt?“ sagte er mit heiserer Stimme, welche die Wut zu ersticken drohte.„Raub, gemeinen Raub! Und Sie sprechen noch von einem Ehrenwort? Schurken sind Sie beide, niederträchtige Schurken! Aber ich werde zum Staatsanwalt gehen, verlassen Sie sich darauf!“ 129.20 gen, was die Regierung vermeiden müsse. Die„Wissenschaft" in Agram. Agram gelüstet es nach Agram, die Zentrale Kroatiens, war Freitag der Ort eines wüsten Studentenlärms. Die Universität, an der in der kroatischen Kultursprache doziert wird, war in wilde Aufregung geraten, dieweil und sintemalen der katholisch: Dogmatiker Ante Bauer als Rektor eingeführt werden sollte. In wildem Kroatenton provestierten die Studenen; die Theologie sei keine Wissenschaft; ein Theologe als Rektor gereiche der Universität zur Unehre. Ob die jungem Hüter der Wissenschaft einmal gehört haben, daß Berlin, das doch nicht an wissenschaftlichem Rufe hinter Agram zurücksteht, auch einen Theologen als Rektor hat? Aus Stadt und Umgebung. Schwerte, den 24. Oktober. **(Bares Geld in Soldatenpaketen.) Die jungen Vaterlandsverteidiger haben nun die erste Zeit, gewissermaßen die Ouvertüre des Soldatenlebens hinter sich, der mitgenommene Proviant ist mittlerweile aufgebraucht und aus der Heimat streffen die ersten Pakete ein. Beim Oeffnen derselben sind die Empfänger hin und wieder nicht wenig enttäuscht; sie finden zwar allerhand Leckerbissen vor, aber nicht immer den Mammon, den Mutter oder Schwestern, wie sie beim Abschied versprochen hatten, mitschicken wollten. Sollten sie es vergessen haben? Sicherlich nicht. Aber Geld ist rund, und bei der langen Postbeförderung und der nicht immer ganz einwandfreien Verpackung kommt es gar nicht so selten vor, daß sich so ein Drei=, Fünf=, oder wohl gar Zehn= oder Zwanzig=Markstück aus seinem Versteck löst und in irgend einer Packkammer oder einem Bahnpostwagen dem verdutzten Postbeamten vor die Füße rollt. Der brave Vaterlandsverteidiger hat damn meist das Nachsehen, denn selten gelingt es, dem Findling dem rechtsmäßigen Eigentümer wieder zuzustellen. In jedem Jahre wiederholt sich die Geschichte, und es möchte fast scheinen, als hätten weitere Volkskreise eine gewisse Abneigung dagegen, einem Soldaten eine Postanweisung zu schicken. Und doch ist das der bequemste und sicherste Weg zur Geldübermittelung, auch wenn der Adressat Soldat ist. Man llasse also bares Geld wuhig aus den Paketen heraus; will man es dennoch aber als Pabet verschicken, dann sorge man vor allen Dingen für eine ordnungsmäßige und zweckentsprechende Verpackung, und zwar nicht nur des Pakets selbst, sondern auch des Geldstückes. **(Witwenspende des Deutschen Kriegerbundes.) Der die norddeutschen Bundesstaaten und Elsaß=Lothringen umfassende deutsche Kriegerbund hat, wie die Kyffhäuser=Korrespondenz mitteilt, am 22. Oktober, dem Geburtstage der Kaisevin, 46000 Mark für Unterstützungen an hilfsbedürftige Witwen verstorbener Kameraden bewilligt. *(Fürsorge für entlaffene Afrikakämpfer.)(Tel.) Der Minister der öfffentlichen Arbeiten hat bestimmt, daß stellen= und arbeitsose ehemalige Angehörige der Schutztruppe im afrikanischen Schutzgebiet selbst dann, wenn sie vorher in keinem Arbeitsverhältnis zu der Staatseisenbahnverwaltung gestanden haben, vor anderen Beschäftigungsuchenden zu bevorzugen sind, vorausgesetzt, daß sie den zu stellenden Anforderungen genügen. r(Agrar= oder Industriestaat?) Im deutschen Reiche überwiegt die landwirtschaftliche Bevölkerung noch immer, wenn auch nur noch um eine ganze Kleinigkeit die industrielle. Dem Statistischen Jahrbuche zufolge gehörten von 100 Erwerbsfähigen in Deutschland 37,5 der Land= und Forstwirtschaft sowie der Fischerei an, 37,4 der Industrie und dem Handwerk, 10,6 dem Handel und Verkehr, der Rest entfällt auf das Beamtentum, den Lehhr= und Wehrstand. Handel und Industrie zusammen überragen zahlenmäßig die Vertretung der Landwirtschaft allerdings um ein Erhebliches. In den übrigen großen Kulturstaaten ist das Verhältnis folgendes: in Oesterreich Landwirtschaft 58,2, Industrie und Handwerk 22/3 Handel und Verbehr 7,3; in Ungarn 68,6 bezw. 13,4, bezw. 4/1; in Rußland 58,3, 17,9, 7,1; in Italien 59,4 24,5; 7;8; Frankreich 44;3 33,6, 9,4; England 8,0, 58,9 13;0; Schottland 12;0, 60,4, 12,4; Irland 44,6, 32,6; 5;0; Vereinigte Staaten von Nordamerika 35;9; 24;1; 16,3. Mit alleiniger Ausnahme Englands, dem Deutschland in dieser Beziehung am nächsten kommt, dominiert also in allen Kulturstaaten die Landwirtschaft über die Industrie, in den meisten sogar über Industvie und Handel zusammen. Die Zahlen sind lehrreich. ** Ostberge bei Sölde, 23. Okt.(Racheakt.) Dem Gutspächter Herrn Sommer wurde gestern abend eine große Kornmiete angezündet und brannte völlig nieder. Herr S. vermutet einen Racheabt *s Hennen, 29. Okt.(Ueberf alllen) wurde gestern abend in unsittlicher Absicht das Dienstmädchen K. von hier. Auf ihre gellenden Hilferufe kamen Nachbarn herbei, die den unerkannt entkommenen Täter verscheuchten. Westfalen und Rheinland. * Dortmund, 23. Okt.(Alter schützt vor Torheit nicht.) Ein an der Bornstraße wohnender alter Invalide erhielt als einmalige Abfindung seiner Unfallrente einen Betvag von ca. 1000 Mk. ausbezahlt. Er wollte sich nun einen guten Tag machen und besuchte verschiedene Wirtschaften, bis sein Zustand als ein sehr„wackeliger" bezeichnet werden mußte. Selbstverständlich gessellten sich auch noch Kollegen hinzu, denen er tüchtig spendierte und auch sein gefülltes Portemonnaie zeigte. Als er sich endlich auf Nachhauseweg machte, wurde er plötzlich von hinten überfallen, festgehalten und ihm das Portemonnaie mit dem ganzen Gelde aus der Hand genissen, womit die Spitzbuben unerkannt entkamen. * Hagen, 23. Okt.(Wirtebrauerei.) Die Braueres der Witwe Altenloh in Vörde ging in den Besitz des Vörder Wirtevereins über. Der Kaufpreis beträgt 250000 Mark. Die Brauerei soll vo m1. Jan. ab als Genossenschaftsbrauerei betrieben werden. Den Vorsitz im Aufsichtsrat wird der Syndikus der westfälischen Zone des Gastwirteverbandes, Herr Franz Dervenich hier übernehmen. * Hagen, 23. Okt.(Pferd gestohlen,) Heube morgen versuchte ein fremder Mann an einen hiesigen Pferdemetzger ein wertvolles Pferd für 120 Mark zu verkaufen. Letzterer ging auf den Handel scheinbar ein, benachrichtigte aber die Polizei„die den Verkäufer festnahm. Dieser versuchte sich mit einem falschen Militärpaß zu legitimieren. Zufälligerweise ist aber der rechtmäßige Eigentümer des Passes einem hiesigen Schutzmann genau bekannt. Der Dieb bequemte sich schleßlich auch zu dem Geständnis, daß er Hub. W. heiße und das Pfed in Letmathe gestohlen habe. Boele, 23. Okt.(Ein scheußliches Sittllichkeit sverbrechen) ist gestern vormittag im benachbarten Hefe verübt worden. Ein etwa 40jähriger, aus deen Lippeschen stammender Arbeiter eimer Ziegelei hat das 7jährige Töchterchen des Händlers Steinhauer an sich gelockt, das Kind mit in einen Raum der Ziegelei genommen und es dort mißbraucht. Auf das Schreien des Kindes hat er gedroht, ihm ein Stück Kohle in den Mund zu stecken und hat es dann noch mißhandelt. Der Täter ist kurz nach der Tat verhaftet und in Sicherheit gebracht worden. Er hat Frau und Kinder. * Iserlohn, 23. Okt.(Frauen in der Armenpflege.) Hier soll desmnächst das System der Elberfelder Armenpflegerinnen derart eingeführt werden, daß dieses Amt ein Ehrenamt sein soll und dem Armenpflegernnien Sitz und Stimme in den Armenpflegerversammlungen eingeräumt wird. Hiermit soll gleichzeitig die Einrichtung zur Bekämpfung der Trunksucht nach dem Herforder System verbunden werden. 0 Hamm, 23. Okt.(Ein schwerer Unfall) ereignete sich gestern abend in der neunten Stumde auf der Strechz Ostönnen=Werl der Ruhr=Lippe=Kleinbahn. Der Lokomotivführer des Zuges, welcher 8,47 Uhr abends von Ostönnen abfährt, bemerkte plötzlich eine auf dem Bahnkörper dicht vor dem Zuge einherschwankende, anscheinend seihr stark betrunkene Person. Trotz des sofortigen Gegendampfgebens und Bremsens konnte der Zug nicht rechtzeitig zum Stehen gebracht werden. Die Lokomotive erfaßte die Person umnd zeirmalmte sie vollständig. Man vremutet in dem Verunglückten den Maurer Joh. Franke aus Ostönnen. Franke war verheiratet. Der Zug erlitt eine Verspätung von reichlich einer halben Stunde. * Ahlen, 23. Okt. In einem Bohrturm in Neuahlen zersprang plötzlich durch das herabkommende Gestänge die Drehscheibe. Ein schweres Eisenstück zerschmetterte dem Bohrarbeiter Brock den Kopf. Er starb nach kurzer Zeit. * Alstaden, 23. Okt.(Raubmord.) Heute vormittag fand man an der Ruhrbrücke den 70jährigen Bergmann Seyen ermordet und beraubt. Der Ermordete wollte von Zeche Alstaden, wo er arbeite, nach Hause zurückkehren. Er hat einen Stich in die Schläfe erhalten. Uhr uund Geld wurdennicht mehr vorgefunden. Als der Dat dringend verdächtig, wurden zwei Kollegen des Ermordeten verhaftet. * Münster i. W., 23. Okt.(Das Lortzing theater) befindet sich in schweren finanziellen Nöten. Trotz städtischer Unterstützung will les nicht gelingen, das Unternehmen lebensfähig zu gestalten. Nun ist die Stadt, wie der„Westfälische Merkur“ berichtet, mit 510000 Mark Gläubigerin der Saallbaugesellschaft. Die jetzt fälligen Zinssen sind aber nicht bezahlt, sodaß infolgedessen das Gas gesperrt worden ist. Von einer Sperwrung des Wassers ist mit Rücksicht auf Feuersgefahr Abstand genommen worden. Die nächste Stadtverordnetenversammlung wird sich jedenfalls mit der Angelegenheit befassen. * Bocholt, 23. Okt.(Eine Fleischnotdebatte) entstand in der letzten Stadtverordnetenversammlung, die u. a. mit einem Antrag auf Vergrößerung der Pferdeschlachthalle im städtischen Schachthause sich zu beschäftigen hatte. Stadtverordneter Schwartz erblickte in dem Antrag einen Beweis für die herrschende Fleischnot und betonte, daß hier tatsächlich eine Unterernährung stattfinde. Er beantragte nach eingehender Begründung eine Eingabe an den Bundesvat auf teilweise Oeffnung de rholländischen Grenze und eine Eingabe an den Regierungspräsidenten auf Freigabe der Freimengen(4 Pfd. pro Tag und Haushalt, zollfreie Einführung im Grenzverkehr wie frühen.) Bürgermeister Geller trat den Anträgen entgegen und erwähnte u. a. eine Unterredung, die er dieser Tage mit dem Regierungspräsidenten gehabt habe. Letztever habe ihm eoblärt, daß die Grenze nicht freigegeben werde, auch nicht für die Einführung von Freimengen. Die Debatte wurde nicht zu Ende geführt und bis zur nächsten Sitzung vertagt. * Düsseldorf, 23. Okt. Die unter dem Verdachte des Verbrechens gegen§ 218 des Strafgesetzbuches verhaftete Hebamme Maria Kupferschmidt unternahm in ihrer Arrestzelle einen Selbstmordversuch, indem Sazsäure trank. Schrecklich ins Gefängnislazaret. aurcfuhrt. * Solingen, 23. Okt.(Eine Eierkiste bündchen zum Feueranzünden herstellt, bezieht zu diesem Zweck vom Eiergeschäft J. in der Kirchstraße die leeren Eierkisten. Auch Freitag hatte er sich wieder einen Posten Kisten geholt. Als seine Frau die in den Kisten befindliche Holzwolle herausnehmen wollte, fand sie in einer der Kisten einen Geldbeutel mit 1500 Mr. (750 Mk. in verschiedenen Münzen und eine Bankanweisung über 750 Mt.) Au fNachfrage in dem Eier, geschäft ergab sich, daß das Geld dort, schon einige Zeit vermißt wurde. Eine Angestellte des Geschäfts hat jedenfalls den Geldbeutel in der Eile aus der Hand gelegt und dann vergessen, wohin sie das Geld getan hat. * Mülheim a. Rhein, 23. Okt.(Der niedere Wasserstand) des Rheins fängt an schädliche Folgen zu zeitigen. Die Schleppkähne müssen um einen großen Teil erleichtert werden, damit sie rheinaufwärts fahren können. Eine ganze Flotille hält an der siesigen Schiffbrücke, um diese Umlandung vorzunehmen. Seit gestern ist eine Greifbaggermaschine aus Koblenz in der hiesigen Gegend eingetroffen, um die im Rheinbett liegenden schweren Steine, ddie den Schiffen jetzt gefährslich, sind herauszuheben. Dar niedere Wasserstand wird mit fieberhafter Tätigkeit ausgenutzt, um die Ufer auszubessern. * Köln, 23. Okt.(Das Feuerchen.) An Ackerath zündeten mehrere Kinder auf freiem Felde ein Feuer an. Ein Kind kam den Flammen zu nahe. Das Feuer ergriff das Kleid und verbrante das Kind so schwer, daß es starb. Die zu Hülfe horbeieilende Mutter ersitt schwere Brandwunden. * Koblenz, 23. Okt.(Der Räuberhauptmann von Köpenick) wird jetzt schon mit Ehrenspenden bedacht— wenn er sich meldet! In der„Deutschen Reichsztg.“ vom 21. ds. Mts. befindet sich folgende Anzeige:„Der Köpenicker Held wird hoch gepriesen und erhält als Beweis der herzlichsten Teilnahme von einem Mayener Verehrer 10 Mk. Gratisikation, wenn er sich meldet. Johann Diederich, Mayen, Maurermeister.“ So lange der sschneidige„Hauptmann“ nicht ermittelt ist, wird der Mayener Verehrer wohl vergeblich auf die Meldung warten. * Trier, 23. Okt. Auf dem Hayniger Eisenwerk wurde infolge falscher Bedienung des hydraulischen Apparates des Roheisenmischers die Pfanne auf die verkehrte Seite geleitet. Der ganze Inhalt, 20 Tonnen flüssiges Eisen, schoß in die Halle. Der Betrieb im Stahl= und Walzwerk mußte still gelegt werden, da die glühende Masse alles vernichtete. Kleine Chronik. Kattowitz, 22. Okt. Der Landrat Baron v. Mirbach wurde von Kösaben überfallen sund beraubt. Mirbach trug Zivil; er war deshalb nicht erkannt worden. Flensburg, 23. Okt. Ein vor etwa vier Wochen beim Postamt in Rödding verschwundener Einschreibebrief mit 7400 M wurde im hiesigen Bahnhofsbriefkasten mit etwa 6000 A wielder vorgefundem Etwa 1200 A wurden bei einem der Tat verdächtigen Unterbeamten beschlagnahmt. Frankfurt a. M., 23. Okt. Eine glückliche Gemeinde ist das Städtchen Klingenberg a. M., bekannt wegen seiner reichen Almende, die mamentlich in Tonlagern besteht. In diessem Jahre hat jede berechtigte Bürgerfamilie von Klingenberg 400 cl in bay aus der Gemeindekasse erhalten. Daß in diesem glücklichen Städtchen Steuern überhaupt nicht bezahlt werden, versteht sich von selbst. Mannheim, 23. Okt. In Fehrbach bei Pirmasens erdrosselte der Tagelöhner Greiner sein dreijähriges Enkellkind, während dessen Eltern im Wirtshaus tanztem Der Großvater flüchtete nach der Tat, wurde aber bald festgenommen. * Mainz, 23. Okt. Im benachbarten Gonsenheim hatte der„Fr. Ztg.“ zufolge heute früh die Frau des Landwirts August Müller aus dem Ofen die Kohlen vom gestrigen Tage, die sich noch in glühendem Zustande befanden, in den Kohlenkasten ausgeräumt und dann neues Feuer angezündet. Hierauf legte sich die Frau wieder zu Bett. Später wurde die ganze Familie, der Ehemann, seine Frau und zwei Kinder in bewußtlosem Zustande aufgesunden. Das von den ausgeräumten Kohlen ausgeströmte Kohlengas hatte die ganze Familie schwer betäubt. Eines der Kinder, ein dreijähriges Mädchen, war tot, während es den Aerzten gelang, die übrigen Beteiligten wieder ins Leben zurückzurufen. * Darmstadt, 23. Okt.(Einen grauenhaften Fund) machte, wie hiesige Blätter berichten, dieser Tage ein Hausbesitzer. Als er früh morgens seinen Hof betrat, entdeckte er in einer offenen Halle, zu der vom Tove aus frische Blutspuren führten, einen Menschenkopf. Es stellte sich heraus, daß es der Kopf eines Selbstmörders war, der sich vor einiger Zeit von der Odenwaldbahn hatte überfahren lassen. Bahnbeamte wie Polizei konnten sich das Verschwinden des Kopfes nicht erblären, bis sich jetzt herausstellte, daß der große Hofhund eines in einiger Entfernung von der Bahn wohnenden Hausbesitzers das blutige Haupt gefunden und nach Hause getragen hatte. London, 17. Okt. Aus Portsmouth wird gemeldet, daß in den dortigen Gewässenn sechs Fchießbgum, m sie wollen=Minen verloven gegangen seien. Am 2. S#—tuh verbannt wurde die Frau tember versuchte eiwe Abteilung Sachverständiger vont rett überfuhrt der Portmouther Vernon=Torpedo=Schule durch Experimente zu ergründen, ob unterseeische Minen explodismit wert vollem Inhalt) kaufte der Kleinholzhändler Kl. von hier für— 50 Pfg. Kl., der kleine Holzren sobald eine Erschütterung durch Explosion einer anderen in der Nähe befindlichen Mine erfolgt. Von 18 Spithead aufgest ghsehbagummwallle. 10 zeuert. Nur die nd erschütterung. Die ü nicht gefunden n Sache streng geheim hungen gelang es n. bergen, 6 schwimme wissen nicht mehr,: stenwachen haben B acht zu geben und sit behandelln haben, sol falls sie in den Ozea her oder später ans amben im Bureau mouth versichern, d vorhanden sei. Sac tig, so lange die? bleiben. Wenn sie ein Schiff heftig geg ses zweifellos in di liche Bestätigung *(„Zuverlässig vards=Geschichte" er sind zwei Geschäftsl ren vor dessen Ang bewahrung.„Heb' kommen, also zwe der andere. Nach z um seine 10000 Fr Francs?“ fragt de die ich dir vor mein „Du irrst dich woh das heißen? Deine lassen wir sie komi stellten werden zus sie aus:„Erinnern vor zwei Monaten übergeben hat?“ E keiner will sich eri und wendet sich da Freunde:„Da hast nur mall sehen, ol kann.“ F(Ein angeme französischen Städt ein allter Sonderlit bes Vermögen vi wegen überall best versammelten sich nen gelder hoffte, Testament bedacht ne des Nachlasses nige Francen bar Schublade sand m maßen(lautete:„ e. Ihr werdet en von Euch nur die und daß Ihr nu der Hoffnung, das Ich teille Euch nu lassen habe. Vor nein Vermögenin das übrig blieb, nicht haben sollt. raschung für Euch Erben das ganze 30000 Mark Ren löst waren. Als Einlösung überga schon bezahlt war den Kupon eine um seine Erben nalfest hatte era auf einem Holzst Er hat Recht. Kunsthändler uun B.:„Erlaube mal zu verkaufen?!“ R Stade, 24. lag von der vörde=Stade f (natl.) 5279, Rektor Otto Welse) 1287, lezewski(Po zwischen dem dem Sozialde zweifellos. D ringen Erfolg dert Stimmen verloren.— hielten: Dr. 6 Otto( 2138, Klävem4 Hadersseb Wahlkrei 1 Uhr nachts Hansen(Dän Das Ergebnis Escheint Hans Ende Geosge is G ulr ie Uer schen Familie demendgrecht gei Spithead aufgestellten Minen mit je 500 Pfund Schießbaumwolle wurde eine durch Elektrizität abgezeuert. Nur die nächstliegende explodierte durch die erschütterung. Die übrigen 16 rissen sich los und konnien nicht gefunden werden. Die Admiralität hielt die Sache streng geheim und ihren angestrengten Bemühungen gelang es nach und nach 10 Minen wieder zu bergen, 6 schwimmen noch, und die Flottenbehörden wissen nicht mehr, wo sie sie finden können. Alle Küstenwachen haben Befehl, die Ufer entlang genau Obacht zu geben und sind instruiert, wie sie die Minen zu behandeln haben, sobald sie sie sehen. Man glaubt, daß, falls sie in den Ozean verschlagen sein sollten, sie früher oder später ans Ufer getrieben würden. Die Beamben im Bureau des Oberbefehlshabers in Portsmouth versichern, daß keine Gefahr für die Schiffahrt vorhanden sei. Sachverständige erklären, dies sei richtig, so lange die Minen auf dem Meeresgrunde verbleiben. Wenn sie aber in flaches Wasser gerieten und ein Schiff heftig gegen eine derselben stieße, würde dieses zweifellos in die Luft geblassenwerden. Eine amtliche Bestätigung dieser sensationellen Moldung fehlt. *(„Zuverlässige" Leute.) Eine amüsante„Boulepards=Geschichte" erzählt der„Figaro". Ihre Helden sind zwei Geschäftsleute. Der eine übergibt dem anderen vor dessen Angestellten 10000 Francs zur Aufbewahrung.„Heb' mir das Geld auf, bis ich zurückkommen, also zwei Monate.“„Einverstanden“, sagt der andere. Nach zwei Monatem erscheint der Freund, um seine 10000 Francs wiederzuholen.„Welche 10.000 Francs?“ fragt der andere verwundert.„Nun, die, die ich dir vor meiner Abreise zur Aufbewahrung gab.“ „Du irrst dich wohl, ich weiß von nichts!“„Was soll das heißen? Deine Angestellten sind Zeugen.“„Schön, lassen wir sie kommen, wenn du willst. Die Angestellten werden zusammengerufen und ihr Chef fragt sie aus:„Erinnern Sie sich daran, daß der Herr mir vor zwei Monaten 10000 Francs in Ihrer Gegenwart übergeben hat?“ Einer nach dem andern sagt„Nein!“ keiner will sich erinnern. Ihr Chef lläßt sie abtreten und wendet sich dann befriedigt zu seinem verdutzten Freunde:„Da hast du bdeine 10000 Francs, ich wollte nur mal sehen, ob ich mich auf meine Leute verlassen kann.“ *(Ein angenehmer„Erbonkel“.) In dem kleinen französischen Städtchen Belly starb vor einigen Tagen ein alter Sonderling von 72 Jahren, der über ein grobes Vermögen verfügte, aber seiner Knauserigkeit wegen überall bekannt war. Zu seinem Begräbnis verssammelten sich seine gesamten Verwandten, von denen jelder hoffte, daß ihn der Verstorbene in seinem Testament bedacht habe. Als man jedoch zur Aufnahne des Nachlasses ging, stellt sich heraus, daß nur wenige Francen baves Geld im Hause waren. In einer Schublade fandd man sein Testament, das folgendermaßen slautete:„Meime teuren Verwandten, sich fürche. Ihr werdet enttäuscht sein. Ich weiß, daß keiner von Euch nur die geringste Zuneigung zu mir hatte, und daß Ihr nur zu meinem Begräbnis kommt, in der Hoffnung, das Hinterlassene unter Euch zu veilen. Ich teille Euch nun mit, daß ich keinen Pfennig hinterlassen habe. Vor wenigen Jahren kaufte ich mich für mein Vermögenin eine Rentenanstalt ein. Das Geld, das übrig blieb, habe ich ausgegeben, damit Ihr es nicht haben sollt. Ich hoffe, idaß dies eine kleine Ueberraschung für Euch sein wird.“ Als die enttäuschten Erben das ganze Haus durchsuchten, fanden sie für 00000 Mark Rentenkoupons, die anscheinend uneingelöst waren. Als sie diese Kupons einem Notar zur Einlösung übergaben, stellte es sich heraus, daß sie schon bezahhlt waren, daß jedoch der alte Mann für jeden Kupon eine besondere Quittung gegeben hatte, um seine Erben anzuführen. Bei dem letzten Nationalfist hatte er außerdem 40000 Mark in Banknoten auf einem Holzstoß vor seinem Hause verbrannt. Er hat Recht. A.:„Lieber Freund, du nennst dich Kunsthändler und handelst mit solchem Schund?!“— B.:„Erlaube mal, ist es etwa keine Kunst, den Schund zu verkaufen?!“ Tehle Srahlueitungen. Reichtsags Ersatzwahlen. Stade, 24. Okt.(Privattel.) Bis abends 12 Uhr lag von der Reichstagsnachwahl im Kreise Bremervörde=Stade folgendes Resultat vor: Senator Reese natl.) 5279, Hofbesitzer Klavemann(B. d. L.) 2476, Rektor Otto(freis.) 2596, Gutspächter v. Meding Welse) 1287, Arbeitersekretär Ebert(Soz.) 5120, Kolezewski(Pole) 87 Stimmen. Eine Stichwahl wwischen dem Nationalliberalen, Senator Reese, und tem Sozialdemokraten, Arbeitersekretär Ebert, ist wweifellos. Die freisinnige Agitation hat nur sehr ge kingen Erfolg gehabt. Die Bündler haben einige hundert Stimmen gewonnen, die Nationalliberalen 1100 verloren.— Bei der Hauptwahl am 16. Juni 1903 erRelten: Dr. Sattler(nationallib.) 6466, Ebert(Soz.) 9964, Otto(freis. Volksp.) 3524, v. Meding(Welfe) Klävemann(B. d. L.) 1918 Stimmen hadersleben, 24. Okt. Die Reichstagsersatzwahl Wahlkreises Haderseben=Sondersburg hatte bis Uhr nachts folgendes Ergebnis: Hahn(natl.) 4737, dinsen(Däne) 8816, Michle(Sozdem.) 698 Stimmen. Ergebnis von 13 Wahlorten steht noch aus, doch Erscheint Hansens Sieg sicher. Ende des Oldenburgischen Thronfolgestreites. z, Leipzig, 23. Okt. Das Reichsgericht verwarf die des Grafen Alexander, Welsburg gegen den und die# von Oldenbung, das großherzogiche Haus schen Kamge des größherzoglich oldenburgibepachtig..# vermögens, auf Anerkennung als gleichdeme sres Mitglied des oldenburgischen Hauses und eschprechende Apanagierung. Die gegen das Urteil des Oberlandsgerichtes eingelegte Revision und die Ansprüche des Grafen Welsburg sind damit in allen Instanzen abgewiesen. Die Regierung zur Fleischteuerung. Berlin, 24. Okt. Das Andauern der Fleischteuerung hat die Regierung zu einer erneuten Prüfung dieser Angelegemheit veranlaßt. Wie auf Erkundigung an hiesiger zuständiger Stelle erkärt wurde, könne von irgend welchen Beschlüssen betr. eine Milderung der Grenzsperve oder sonstiger Maßregelln noch keine Rede sein. Die Dinge lägen aber zurzeit so ernst, daß erneute Erörterungen unter den Bundesregierungen über die Fleischteuerung für unabweisbar gehalten werden. Die Vergrößerung des Nordostsee Kanals. Berlin, 24. Okt. Bei der Vergrößerung des NordOstseekanals wird es sich, nachdem im Reichsetat für 1906 100000 Mark für die Projektierung bewilligt sind, um eine wesentliche Verbreiterung und Vertiefung nicht nur der Schleusen, sondern der gesamten Anlagen des Kanals handeln. Wo ist der„Hauptmann“ von Köpenick? Berlin, 23. Okt. Die Nachforschungen nach dem Köpenicker Kassenräuber sind jetzt auf einem toten Strang angelangt. Alle Ermittelungen haben bisher nicht auf die richtige Spur geführt, auch die auswärts erfolgten Verhaftungen verdächtiger Personen haben sich bisher nicht aufrecht erhalten lassen. Kleinere Meldungen. Dresden, 24. Okt. Die sächsische Landessynode hat am Dienstag fast einstimmig das Bestreben der Lehrer nach Beseitigung der geistlichen Aufsicht für berechtigt erklärt. Leipzig, 23. Okt. Die Polizei verhaftete einen an geblichen Kandidaten der Medizin, Wolf, der gefälschte Wechsel in Zahlung gab. Der Verhaftete entpuppte sich als der von der Polizei lange gesuchte Martin Lange. Magdeburg, 23. Okt. Ein in einem hiesigen Bankhause angestellter Lehrling, Sohn einer angesehenen Beamtenwitwe, ist nach Unterschlagung von 15000 c flüchtig geworden. Stuttgart, 23. Okt. Heute fand vier ein Pistolenduell zwischen dem Hoftheaterintendanten Baron von Putlitz und dem Chefredakteur Dr. Pieper statt. Beilde Duellanten blieben unverletzt. Dem Duell war vor kurzem im Intendantenbureau ein heftiger Streit vorausgegangen, der in Tätlichkeiten endete. Die Ursache zu dem Duell soll eine Dame gewesen sein. Nürnberg, 23. Okt. Von einem starken Polizeiaufgebot wurde eine Spielhölle in einem hiefigen Cafe aufgehoben, nachdem man schon lange Verdacht gehegt hatte, daß dort Poker gespielt werde. Kiel, 23. Okt. Der Marineleutnant von Bendemann wurde vom Kriegsgericht zu 14 Tagen Kammerarrest verurteilt. Er hatte in einem Scheingefecht den Soldaten Bauerfeld„der ihn gefangen nahm, mit seiner Schußwaffe fahrlässig verletzt. Elbig, 29. Okt. Bei einer Schnitzeljagd des Labiauer Reitervereins ist der Rittergutsbesitzer Boltz auf Algründen lebensgefährlich gestürzt. Seine Frau und eiin anderer Herr sind ebenfalls gestürzt, jedoch nur Wien, 24. Dkt. Der Denische Großzinbastrielle Heinrich Thyssen kaufte dem Hofrat von Szaybei seine im Eisenburger Kominat gelegeneg„ 0gg0g#r nez und Csajta gegen einen Preis von 200##0. nen ab. Mordtaten. Olbenburg, 2. Okt. In Veterster Zeupmirt Gr.. wurde bei Tagesgrauen der 21jährige 42 der Thobenschen Wirtschaft ermordet beraubt aufgesunden. Der Täter hat sein der Tat schwer verstümmelt. Die Person des Raubmörders ist unbekannt. Breslau, 23. Okt. In der Nähe von S# dau wurde einer Frau, die Verwandte nach dem Bahnhof Rothenbach begleitet hatte, auf dem Schädel eingeschlagen und der Hals durchschnitten. Von den Tätern fehlt jede Spur. Dier ussischen Bombenfabrikanten in Hamburg. Hamburg, 24. Okt. Gegen die vermeintlichen russischen Bombensabrikanten ist jetzt nach Beendigung der Voruntersuchung von der Staatsanwaltscheftu blage erhoben worden. Nach den bisherigen##### ungen waren die drei Verhafteten Führer der finnischen Arbeiterpartei und wurden als solche von der deutschen Sozialdemokatie unterstützt. Sie haben bei der polizeilichen Anmeldung unter Vorzeigung falsche Pässe fallsche Namen angegeben. Hohenlohe's Aufzeichnungen Stuttgart, 24. Okt. Die„Neckarzeitung“ in Heil. bronn, die behauptete, bei den Hohenloheschen Denkwürdigkeiten seien die bereits gesetzten bösesten Stellen von der Verlagsanstat ausgemerzt worden, erklärt gegenüber einer Anzweiflung ihrer Mitteilung:„Wir halten die Darstellung voll aufrecht, da wir den In halt der unterdrückten Stellen kennen. Wir können nötigenfalls den Beweis dafür erbringen.“ D'r Wasfenhändler=Prozeß. Posen, 24. Okt. In dem Sensationsprozeß gegen die Waffenhändlergesellschaft ist die über das ganze Reich sich erstreckende Untersuchung abgeschlossen. Die Anklageschrift, 200 Seiten umfassend, ist allen zwöl Angeblagten zugegangen. Für die Verhandlung ist eine besondere Strafkammer, für die mündliche Verhandlung sind vier Wochen in Aussicht genommen. Die Hauptang=klagten sind bekanntlich die Althändler Behrend in Posen und Loll in Grüneberg. Bestrafter Wechselfälscher. Bamberg, 29. Okt.(Privattel.) Wegen fortgesetzter Wechselsälschungen in einer Gesamthöhe von 12000 iA und Unterschlagungen von 2700 M zum Nachteill hiesiger Bankfirmen ist der frühere Kameralpraktikant Wolfgang Gebhard aus Roding von der Bamber= ger Strafkammer zu zweieinhallb Jahren Zuchthaus, 900 Mk. Geldstrafe und 5 Jahren Ehrverlust verurteilt worden. Verhafteter Mörder. Kamenz, 24. Okt. Der Mörder Arthur Schilling, der die 13jährige Frieda Tiermann ermordete und die Botenfrau Richter beraubte und schwer verletzte, wurde in Kamenz verhaftet und ist geständig. Die ver wundete Frau ist bereits außer Lebensgefahr. Das gesunkene Unterseeboot. Biserta, 23. Okt. Das Unterseeboot„Lutin“ ist gehoben worden. Die Arbeiten zum Transport des Unterschebootes nach dem Hasen von Biserta sollenheute nacht fortgesetzt werden. Interessanter Haftbefehl. Newyork, 24„Okt. Sensation erregen die gegen den in Paris domizilierenden Besitzer des Newyorker „Herald“, Gordon Bennet, sowie gegen dessen Insera tenchef Gillau erlassene Haftbefehle wegen Verbreitung unzüchtiger Schriften. Der„Herald“ gemährte an der Spitze seines Blattes unter der Rubrik„Persönliches" allen möglichen Inseraten Raum, was ihm jährlich etwa 300 000 Dollar einbrachte. Marktpreise. Essen, 23. Okt. Produktenbörse.(Nicht amtlich.) Weizen, inl. 17,50—18,25, do. fremder 18,50—20,50, Roggen, inl. 15,75—16,75, do. fremder 17,50—18,50, Hafer inl. 0,00—0,00, do. fremder 17,50—18,50, Buchweizen 18,50—19,50, Futtergerste 12,50—13,00, Mais 13,50—16,00, Weizenvorschuß 24,50—25,50, Roggenvorschuß 23,00—23,50, Weizenkleie(mit Sack) 10,00—10,50. Alles per 100 Kg. frachtparität Essen ohne Sack bei Abnahme von Doppelladungen mit Ausnahme von Kleie, die mit Sack gehandelt wird. Köln, 22. Okt. Rüböl(in Posten von 5000 Kg.) 70,50 B., Mai 66,00 B., 65,50 G.— Fruchtmarkt. Heu, altes 0,00—0,00, neues 5,50—6,50 ck. Maschinenstroh Roggen 4,40, Richtstroh Flegeldrusch 5,50, Krummstroh 3,50 M. Industrie und Handel. 88 Hagen, 29. Okt. Die Hauptversammlung der Hagener Textilindustrie(vorm. Gebr. Elbers), in der 2 700000 Mark Aktienkapital mit 2700 Stimmen vertreten waren, genehmigte den Rechnungsabschluß, erteilte der Verwaltung Entlastung und setzte die Dividende auf 6 Prozent fest. Düsseldorf, 23. Okt. Erhöhung der Holzpreise. Die heute hier abgehalltne Hauptversammlung des Vereines der Holzindustviellen von Rheinland und Westsalen beschloß einstimmig, sangesicht sder sorunghaft gestiegenen Rundholzpreise den Preis für 1 Kubikmeter baukantiges Holz ab Rheinhäfen von heute ab aauf 47 Mark zu erhöhen. Oeffentlicher Wetterdienst. Dienststelle: Königl. Wetterwarte Aachen. Die Vorhersage gilt vom heutigen Abend 9 Uhr bis dahin morken abend. Windstill, teils heiter, nebellig, nur stellenweise beichte Niederschläge, etwas kühler. Wetterbericht der deutschen Seewarte. 25. Okt.: Wolkig mit Sonnenschein, angenehm warm, lebhafte Winde. 26. Okt.: Vielfach heiver, tags milde, frische Winde, früh Nebel, kalte Nacht. Verantwortlicher Redakteur: Wilh. Schade, Schwerte. Feinstes Pflanzenfert „" im Rochen, Oraten u.backen Eine Kleinigkeit—= ist es. mit Brauns'schen Stoftarben: Alllertei Kleidungsstücke. mit Brauns schen Crömetarben: mit Brauns’.#.# Rlpsanferhen: Baumwellene. wie schen Bidsehafven: geidene und halbseidene Blusen. Waschkleider etc. neu unnd diahet sohr bittten im Haushalt Häatieh in Apstheten, Droges- und Farbenhaastnagen. selhet antinfürben. Brauns'sche moderne Hotzbeizen sind für Liebhaberkünste— (Brandmalerei etc.) besonders g# beachtenswert. — Andere Päckchen als mit dieser Schutzmarke (Schleite mit Krone) weise man zurück. nar Boos Ecke Sobe CKiotns Schwerte — Hüsingstrasse 23.— Inhaber: August Boos. Heute Morgen 11 Uhr verschied nach kurzem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater. Schwiegervater, Grossvater, Bruder und Onkel, der Bahninvalide Beste Bezugsquelle aller Kurz-, Weiss. Wollund Modewaren. Streng reell.— Kulante Bedienung. K. Hasenhöller gen. 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DAZe Eoist ratsamt, sich die Lobsungen und Lehrickte der zwischen Fabrikant und Verbraucher bildet die *) gute Qualität der Ware; nur diese führt beide zusammen kiche wie bei allen anderen Naren spielt die gute Qualität eine Rolle im Margarine-Consum, da hier nur das wirklich beste als Ersatz für feine Butter brauchbar ist. In dieser Erkenntnis verwenden die Hausfrauen jetzt immer mehr die überall belichte Delikatess-Margarine Ke Zeitungstragerinnen können sich melden. Zeitung“, Schwerte. Bekanntmachung. Gemeinde Barop. Die Waben zur reuelmäßigen Ergänzung der GemeindeVerordneten sinden am Freitg, den 30. Novembei d Is. in der Wrtschaft Grasetump zu Barop statt. Wahlzeit für die 1. Abteilung nachmittags von 2 bis 4½ Uhr und für die 1. Abtetlung nachmittags um 5 Uhr........ scheiden mit Ablauf dieses Jahrer aus der 1. Grubeninspektor Wilhelm König, aus der 2. Abteilung: Wilhelm Thieheuer. Die Wahlen werden von denselben Abteilungen vorgenommen, von denen die Ausscheidenden gewählt waren. Es hat mithin in diesem Jahre die 1. Ab erlun, 1 und die 2. Abteilung 1 Gemeinde=Verordneten zu wählen. Das Verzeichnis der stimmberechtig en Gemeinde lieder ist vom 27. d. Mits. auf 4 Wochen bei dem Herrn Gemeindevorsteher hierselbst zur Einsickt der Beteiligten ausgelegt. Reklamationen gegen daeselbe, welche während der Dauer der Auslegung bei dem Gemeindevorstande anzubringen sind, machen die spätere Wahlverhandlung nur dann ungültig, wenn erst nachher eine solche Abänderung des Verzeichnisses verfügt wird, durch welche der Gewählte die absolute Stimmenmehrheit verliert. Zur Teilnahme an der Wahl sind nur diejenigen Mitglieder der Gemeinde berehlgt, welche I. preußische Unertanen und seloständig sind; II. sei: einem Jahre 1. keine Armenunterstütz ung aus öffentlichen Mitteln empfangen; 2 die sie betreffenden Gemeinde=Abgaben gezahlt haben, und 3. ihren Wohnsitz im Gemeindebezieke haben und von ihrem Grundbesitz in der Gemeinde mindestens 6 Mk. Haupt-Grundsteuer entsichten oder mit einem Einkommen von mehr als 660 Mk. veranlagt sind. Barop, den 2). Oktober 1906. Der Amtmann: reitag. Brüdergemeine pro 1997 schon jetzt anzuschaffen, da dieselben bekanntlich kurz vor Jahresschluß infolge starker Nachfrage häufig vergriffen und nicht mehr zu haben sind. Größere Partien sind bereits vorrätig bei Cafl Braus, Sehwerte Buchhandlung. S. Komnpselle A bunr Manks•. Lan Ber RyPeheen! ist Vny Schont dle wasche. Zu haben in allen besseren Geschäften. A Ne.10 Bezugsnl für Bestell Familientr Anzeiger 10 PI., 1 Nr. 250 Entwicklung 1. Die Ges ungsanstalt Wes bestrug rund 77, Das Anwad nachdem 1892 du des Allgemeiner genüber dem E gang von mehr in der Folgezei bis auf 7,5 Mil Bevölkerungszu ziehung weitere Die Zahl der 1891: 395 000, schiebnug in der Lohnblassen an (Anteil dder 1. 1904 nur noch: den höchsten Lot Proz., dagegen sammenhängend wertes einer D wird ersichtlich schnüttslöhne. 2. Die Rer lich des Reichsz Mark aus: rur bonrenten, 1450 Die Zahl d auf rund 5000 ten von rund stetig sank bis Der gesam Renten(an Ge ten(an Geld r und Krankenve ner und 24,3 Empfängern Frauen. Von allen Regsenuungelben „Nach Belieb sel eingesteckt ha wird er wissen, vollen Wucher die Wechsel nicht Waffe gegen Sie Zälschung began „Schurken!" erschreckt zurück „Besudle De zu dem Bruder, Sollten Sie aber Herr, so werden kanntschaft mach leeren Worten!“ Max war! warf die Tür hi Der Wucher Faust, als sie l Anfall von Schn So fand ihn Bei seinem! Georg erschi Rachsucht ihn t „Wären Sie Palke mit zische sich warten? Li „Gemach!“ ken reden Sie?“ „Die Brüde unter Drohunge rissen und dafür abend bei dem morgen schon d zu begehen! I chen. Sie habe mir bezeugen, Georg hatte Amtuchtr-Rreseiht fU. den Kien-Norct. Die„SOwerter Zeitung“, erscheint täglich, ausser Feiertags. Verugspreis: Ik. 1.6s vierteljährlich, bei der Post 42 Pf. für Bestellgeld mehr. Wöchentliche Gratis-Beilage:„Illustrierter Familientreund." o c O O O O O O O O OC C o Anzeigenpreis: Die sechsgespaltene Petitzelle oder deren Raum 10 Pf., Anzeigen von auswärts 1s Pl., Reklamezeile 40 Pf. und ältestes Tagesorgan des Kreises. Alie Kreis- und Lokalpolizeillchen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäss Bekanntmachung der Köntgl. Regierung durch Ueröffentlichung in der„Schwerter Zeitung“ rechtsverbingliche Kraft. o c 0 0 0 O OOO OC O• o Druck u. Verlag von Carl Braus, Schwerte. Fernsprech-Anschlues Dr. 62 Amt Schwerte. Celegr.-Aäresse Braus, Schwerte-Kuhr. Nr. 250 Entwicklung der Invalidenversicherung Westfalens von 1891—1904. 1. Die Gesamt=Einnahme der Landesversicher ungsanstalt Westfalen an Beiträgen in den 14 Jahren bestrug rund 77,5 Millionen Mark. Das Anwachsen der jährlichen Einnahme war, nachdem 1892 durch das Ausscheiden der Mitglieder des Allgemeinen Knappschaftsvereins in Bochum gegenüber dem Ergebnisse des Jahres 1891 ein Rückgang von mehr als 1 Millonen Mark eingetreten war, in der Folgezeit ein stetiges: von rund 4 Millionen bis auf 7,5 Millionen Mk. Ursache: die regelmäßige Bevölkerungszunahme, zumteil aber auch die Einbeziehung weiterer Personenkreise in die Versicherung. Die Zahl der Versicherten betrug(schätzungsweise) 1891: 395000, dagegem 1894: 626000. Aus der Verschiebnug in dem prozentualen Anteile der einzelnen Lohnblassen an dem Erlöse aus den Beitragsmarken (Anteil dder 1. Lohnklasse 1891: 10,51 Proz., dagegen 1904 nur noch 3,13 Proz.; andeverseits Anteil der beiden höchsten Lohnklassen 4 und 5 zusammen 1891: 19,56 Proz., dagegen 1904 schon 36,05 Proz.) und damit zusammenhängend aus dem Steigen des Durchschnittswertes einer Marke(von 23,57 Pfg. auf 25,57 Pfg.) wird ersichtlich eine wesentliche Erhöhung der Durchschnittslöhne. 6 2. Die Rentenbewilligungen machlen(einschließ. lich des Reichszuschusses) im ganzen rund 37 Millionen Mark aus: rund 41 600 Invalidenrenten, 1540 Kran benrenten, 1450 Altersrenten. Die Zahl der Invalidenrenten stieg von 530 1892 auf rund 5000 1904, während die Zahl der Altersrenten von rund 5100 1891(„Uebergangsbestimmung") stetig sank bis auf rund 310 im Jahre 1904. Der gesamte Rentenbestand betrug 1891: 4800 Renten(an Geld rund 384000 Mk.; 1904: 30300 Renten(an Geld rund 382000 Mk.). Von den Invalidenund Krankenrentenempfängern waren 75,7 Proz Männer und 24,3 Proz. Frauen, von den AltersrentenEmpfängern 77,2 Proz. Männer und 22,8 Proz. Frauen. Von allen Rentemberechtigten entfallen auf den Regierungsbezirk Münster 26,90 Proz., auf den ReMittwoch, den 24. Oktober 1906. gierungsbezürk Minden 23,60 Proz., auf den Regierungsbezirk Arnsberg 47,91 Proz., der kleine Restbetrag von 1,59 Proz. auf andere Bezirke. Die hauptsächliche Ursache der Invalidität: Lun gentuberkulose und sonstige Lungenkrankheiten, näm ich 36,46 Prozent. 3. Beitragserstattungen(an sich verheiratende weibliche Versicherte, an Witwen und Waisen von verstor benen Versicherten usw.) sind erfolgt im Gesamtbetrage von rund 2,5 Millionen Mark; 1895 waren es 670 Fälle, 1904 waven es 9 950 Fälle. 4. Ein Heilverfahren ist zur Anwendung gebracht im ganzen bei rund 14 550 Versicherten. Die jährliche Zahl stieg von 5 im Jahre 1891 bis auf rund 3015 im Jahre 1904. Davon ungefähr zu zwei Drittel Männer und zu ein Drittel Frauen. Gesamtkostenaufwand dafür(einschließlich Angehörigen=Unterstützng) rund 3 Millionen Mayk.(1904 allein rund 670000 Mark.) In ca. Zweidrittell aller Fälle war teilweiser Erfolg zu konstatieren, in je ein Sechstel der Fille voller und kein Erfolg. Den Hauptteil haben auch hier Lungenerkrankungen gebildet. Benutzt sind hauptsächlich, und zwar in je rund 3100 Fällen, die Vollksheilstätte bei Lüdenscheid und Bad Lippspringe. Versuchsweise ist die Fürsorge für Erkrankte seit 1902 auch auf die Bekämpfung der Trunksucht ausgedehnt. In Behandlung werden solche Personen genomme,n welche bei im übrigen körperlicher und geistiger Gessundheit der Trunksucht verfallen sind und dadurch ewerbsunfähig zu werden drohen. Bezüglich der Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten hat sich die Versicherungsanstalt vorläufig darauf beschränkt, bei der„Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung von Geschlechtskrankheiten“ in Berlin die Mitgliedschaft mit Beitragszahlung zu erwerben. 5. Die Einrichtung von Krankenpflegestellen auf dem Lande(Anstellung von Diakonissen, Rote KreuzSchwestern, Schwestern katholischer Kongregationen usw.) ist sseit 1902 gefördert durch Gewährung von Zu schüssen(im allgemesinen nur zur Deckung der laufenden Ausgaben, ausnahmsweise aber auch für die erste Einrichtung): im Jahre 1904 an 69 Krankenpfegestelllen mit zusammen 4950 Mk. Dafür sind die Pflegerinnen gehalten, sich den Versicherten zur Verfügung 38 Ihra zu stellen und in geeigneten Fällenauf die Einrichtung der Versicherungsanstalt, namentlich auf das Heilverfahren und die Invalidenhauspflege rechtzeitig hinzuweisen. 6. Von der durch das Invalidenversicherungsgesetz won 1899 neu gegebenen Befugnis, Rentenempfänger anstelle der Rentengewährung in einem Invalidenhause oder in ähnlichen von dritten unterhaltenen Anstalten auf Kosten der Versicherungsanstalt unter zubringen, ist seit 1901 Gebrauch gemacht. Im ganzen sind 268 Personen so untergebracht, darunter 206 Männer und 62 Frauen.— 243 Invaliden= und 25 Altersrenten=Empfänger. Eine eigene Anstalt ist nicht vorhanden, sondern es sind Vereinbarungen mit einer ganzen Reihe von fremden Kranken= und Pfegean stalten getroffen, unter welchen die Bewerber wählen dürfen. Besonders bevorzugt sind von den zurzeit benutzten 59 Anstalten zwei: das Genesungs= und Invalidenheim Grundschöttel bei Volmarstein und das St. Elisabeth Krankenhaus zu Blankenstein. 7. Gegenüberstellung der Leistungen von Versicherten an die Versicherungsanstalt(Beiträge) und umgekehrt der Leistungen der letzteren an die Versich erten(Invalliden=, Kranken=, Altersrenten, Beitragserstattungen, Heilverfahren usw.): Versich rien leisteten Die Versicherten empfingen durchschnittlich an durchschnittlich on GegenBeiträgen: leistungen: Mt. Mk. 1891.. 5,40.. 1,26 1892. 5,14 2,16 1893.. 5,15. 2,72 1894 5,19 3,41 1895 5,20 4,03 1896.. 5,22 45 1•97 5,27.. 4,90 1898 5.30 5.44 899 5,34 5,80 1960... 5,95 765 1901... 5,59 8,01 1902. 5,68 9.05 1903.. 5,74 9,67 1904... 5,81 10,31 Hiernach sind seit 7 Jahren die Leistungen der Versicherten niedriger gewesen als die Gegenleistungen der Anstalt. Nachdem erstmalig im 8. Jahre des Bestehens der Versicherung im Durchschnitt jeder VersiVerhängnisvolle Gröschaft. Roman von Ewald August König. 78 „Nach Belieben!“ unterbrach Moritz ihn, der längst die Wechsel eingesteckt hatte.„Zeigen Sie ihm unsern Schuldschein, dann wird er wissen, woran er ist und hoffentlich Ihrem schmachvollen Wucher für immer ein Ende machen! Wir vernichten die Wechsel nicht, wir warten nur auf Ihre Anklage, um sie als Waffe gegen Sie zu benutzen; dann wird es sich finden, wer die Lälschung begangen hat.„„..inr Wls“ „Schurken!" knirschte Palke, aver troß seine: Wul fuhr er erschreckt zurück, als Max die Peitsche erhob. „Besudle Deine Hände nicht,“ wandte Moritz sich verächtlich zu dem Bruder,„beleidigen kann uns ein solcher Schuft nicht. Sollten Sie aber öffentlich sich in dieser Weise ausdrücken, alter Herr, so werden Sie auch öffentlich mit unserer Peitsche Bekanntschaft machen; richten Sie sich danach, wir drohen nicht mit leeren Worten!“ Max war bereits hinausgegangen, Moritz folgte ihm; er warf die Tür hinter sich zu, daß die Wände erdröhnten. Der Wucherer eilte ans Fenster und drohte ihnen mit der Faust, als sie lachend vorüberschritten, dann brach er in einem Anfall von Schwindel in seinem Sessel zusammen. So fand ihn Georg Silberstein, als er kurz darauf eintrat. Bei seinem Anblick sprang der alte Mann empor. Georg erschrak vor dem glühenden Blick, der voll Haß und Rachsucht ihn traf. „Wären Sie doch eine Viertelstunde früher gekommen!“ rief Palke mit zischender Stimme.„Weshalb ließen Sie so lange auf sich warten? Liegen Sie mit den Schurken unter einer Decke?“ „Gemach!" erwiderte Georg empört.„Von welchen Schurken reden Sie?“ „Die Brüder Blunt, sie waren soeben hier, sie haben mir unter Drohungen mit bewaffueter Hand die beiden Wechsel entrissen und dafür den Wisch dort zurückgelassen. Ich war gestern abend bei dem Schneider und zeigte ihm die Wechsel, heute morgen schon dringen die Burschen in mein Haus, um den Raub zu begehen! Ich werde dem Staatsanwalt Anzeige davon machen. Sie haben die Wechsel gesehen, Herr Doktor, Sie müssen wir bezeugen, daß ich sie besaß.“ Georg hatte den Schuldschein gelesen, er schüttelte mit bedenklicher Miene das Haupt.„Ich riet Ihnen ja schon gestern abend davon ab, irgend welche Schritte vor dem Verfall der Wechsel zu tun!“ sagte er.„Weshalb bezwangen Sie Ihren Haß nicht? Der Schneider Blunt wird sofort zu seinen Söhnen gereist sein oder sie telegraphisch hierher berufen haben; das ließ sich ja voraussehen! Wenn einer das Wasser schon am Halse fühlt, wartet er nicht, bis es ihm über den Mund gestiegen ist. Sie sprachen von Waffen?" „Jawohl, jeder hatte eine Hundepeitsche in der Hand! „Sie hätten um Hilfe rufen sollen!“ „Wer wäre auf den Ruf gekommen? Nur der kleine Konrad, der mich nicht schützen konnte.“ „Dann hatten Sie wenigstens einen Zeugen, sagte Georg, indem er sich auf einen Stuhl niederließ und die Brille abnahm. „Ein paar Hiebe konnten Sie doch nicht zwingen, den Schrank zu öffnen, in dem die Wechsel lagen. Mit ihren Drohungen warteten sie, bis sie die Wechsel hatten,“ entgegnete der Wucherer, seine nasse Stirne trocknend. „Das war ja die Schurkerei! Sie wollten die Wechsel einlösen, ein ganzes Paket Fünfhundertmarkscheine hatte der eine in der Hand, nachher stellte es sich heraus, daß es nur Papier war. nie rissen mir die Wechsel aus der Hand und warfen mir dafür jenen Schein auf den Tisch. Muß ich mir das nun gefallen Der Weg zum Staatsanwalt steht Ihnen offen," antwortete Georg, während er die Gläser seiner Brille abrieb,„aber ich kann Ihnen nicht raten, ihn zu betreten.“ „Weshalb nicht?“ 66 Weil Sie den kürzeren davei ziehen wurden, selont dann, wenn das Gericht die beiden wegen der Gewalttat verurteilt. Wer hat die Fälschung begangen?“ „Ich nicht!“ fuhr Palke auf, aber er vermied es doch, dem forschenden Blick des Fragenden zu begegnen. „So tat's ein anderer in Ihrem Auftrage," fuhr Georg fort. Hätten die beiden es getan, so würden sie im Bewußtsein ihrer Schuld nicht gedroht, sondern gebeten haben! Hier liegt schon die erste Gefahr für Sie; ferner dürfen Sie diesen Schuldschein dem Staatsanwalt nicht zeigen, er würde Sie augenblicklich wegen Wuchers verhaften lassen. Daß Sie die Wechsel besessen haben, kann ich allerdings bezeugen, aber damit erreichen Sie nichts, die beiden werden es ja auch nicht leugnen.“ „Und was raten Sie mir nun?“ fragte der Wucherer, auf dessen Stirn die Adern wieder anschwollen.„Wenn ich die ganze Sippe vergiften könnte, ich tät's.“ „Und Ihr Geld wäre dann verloren!“ spottete Georg.„Was ich Ihnen rate? In Geduld abwarten, bis die Forderung fällig ist, oder sie geltend machen, wenn die Erbschaft ausgezahlt wird.“ „Das ist alles?“ knirschte der alte Mann.„Ich kann die Burschen nicht mehr ins Zuchthaus bringen?" „Nein, Sie haben sich übertölpeln lassen, die Waffe ist Ihren Händen entrissen.“ „So werde ich mich wohl damit trösten müssen, daß ich den Schneider ruinieren kann!" sagte Palke nach einer langen Pause. „Sie wissen, ich habe ihm durch Vermittelung Ihres Vaters eine namhafte Summe geliehen, er wird sie nicht zurückzahlen können; ich lasse ihn bankerott erklären und ihm alles, was er besitzt, auf öffentlichem Markt verkaufen. „Auch diese Genugtuung werden Sie nicht erhalten,“ erwiderte Georg achselzuckend,„er kann die Schuld aus der Erbschaft decken.“ „Ach was, die Erbschaft ist ja nur blauer Dunst.“ „Verzeihen Sie, heute morgen ist ein Brief aus London eingetroffen, der die Auszahlung in nahe Aussicht stellt. Mein Vater, der Bevollmächtigte der Erben, soll drüben das Geld in Empfang nehmen, das kann in den nächsten Tagen geschehen, nach der Rückkehr meines Vaters wird hier das Geld ausgezahlt „Dann möchte ich wünschen, daß Ihr Vater mit der ganzen Summe sich über alle Berge machte!“ rief der Wucherer, dessen Haß noch einmal jäh aufloderte. „Mein Vater ist ein Ehrenmann,“ fuhr Georg mit einem vorwurfsvollen Blick fort,„überdies haben Sie wohl auch die Folgen Ihres Wunsches nicht bedacht. Sie würden sehr viel Geld verlieren, das Ihnen durch diese Erbschaft gesichert wird.“ „Ihr Vater sagte mir gestern, es würden keine Millionen herauskommen,“ sagte Palke voll ungeduldiger Erwartung;„wie verhält es sich damit? Man sprach aufangs von zwei Millionen Pfund Sterling, also vierzig Millionen Mark.“ „So hieß es allerdings, aber es fehlen an dieser Summe leider zwei Nullen, erwiderte Georg sarkastisch. 129,20 cherte mehr(und zwar+ 0,14 Mt.) in Gegenleistungen empfangen hatte, als er an Beiträgen leistete, ist der durchschnittiche Ueberschuß an Gegenleistungen der Anstalt bei stetigem Anwachsen im 14. Jahre schon auf 4,50 Mk. gestiegen. Denn, während die Versicherten im Jahre 1904 durchschnittlich 5/81 zahlten, empfingen sie durchschnittlich 10,31 Mark. 8. Sonstige Wohlfahrtseinrichtungen der Versicherungsanstalt. In den Jahren 1893 bis 1904 sind zum Bau von Arbeiterwohnungen Darlehen im Gesamtbetrage von rund 85 iMllionen Mk. gegeben: an 12 Gemeinden, 3 öffentliche Sparkassen, 59 gemeinnützige Baugenossenschaften und Vereinigungen und an 60 Versicherte. Im Jahre 1904 betrug die Darlehnshargabe rund 1¼ Millionen Mk. Im Falle der Bürgschaft der Gemeinde war der Zinsfuß 3 Proz. und die Höhe der Beleihung unbeschränkt, während ohne solche Bürgschaft die Gelder zu 3,5 Proz. und bis 75 Proz. des Wertes an Baugenossenschaften, bis zu 50 Proz. des Wertes an einzelne Versicherte hergegeben wurden. Außerdem sind Darlehne zu ermäßigten Zinssätzen für den Bau von Heilstätten bewilligt, im ganzen in Höhe von rund 2 Millionen Mark. 9. Der Vermögensbestand der Anstalt ist seit dem Jahre 1891 von rund 5 Millionen auf rund 57 Millionen Mayk gestiegen. Größer ist das Vermögen der vier Versicherungsanstalten der Rheinprovinz(124 Millionen), von Schlesien(80 Millionen), Berlin(66 Millionen) und Sachsen(mit Anhalt 61 Millionen). Dahinder folgen Brandenburg(55 Millionen), Hannover(43 Millionen), Inhalt. Auch der eben erschienene Jahrgang 1907 enthält wieder, prachtvoll in ihren heraldischen Farben dargestellt, 12 solche Stammwappen der Geschlechter Abensperg=Traun, Bredow, Esterhazy, Gersdorff, Hardenberg, Herberstein, zur Mark, Nesselrode, Schack, Schenkenvon Limburg, Weinberg und an ihrer Spitze das neue Staatswappen der Großherzöge von Hessen. Der K. preuß. Geh. Kanzleirat Gustav, A. Seyler in Berlin hat wieder die Erläuterungen zu diesen von O. (Hupps Meisterhand herürhrenden Wappentafeln geschrieben, während die künstlerische Ausstattung des ganzen Kalenders gleichfalls Hupp besorgte, welcher als Titelbild eine Darstellung des Münchener Kindls mit dem roten Heiligenschein ohne Kukulle gebracht hat. Der gleichzeitig zur Ausgabe gelangte herzige „Kleine Münchener Kalender", zu welchem O. Hupp gleichfalls die Monatswappen entworfen, enthält außer dem Kalendarium noch eine Uebersicht über die größten Städte der Erde, über Europas Eisenbahnen 1903 und Europas Postwesen 1904, und außerdem Monatsverse unseres einheimischen Dichters Ernst von Destouches, welchen derselbe eine äußerst sinnige Idee zugrunde gelget, indem er sie zu einem Strauße von „Jahresblumen“ zusammengebunden hat. *(Für die Armen Londons.) Kaiser Wilhelm hat ein eigenartiges Geschenk für die Armen Londonz gestiftet. Die bekannte Gräfin Schimmelmann, die in Missianfpeissen sich#rrch ühne#### Pesetzte Arbai gestiftet. Die bekannte Gräfin Schimmelmann, die in Deisstonisrrochen sich wurch schre undusgese hre Arpeit im Dienste der Wohtätigkeit der größten Wertschätz, ung erfreut, hat vor wenigen Tagen in London eine Hessen=Nassau(49 Millionen), Pommern(25 MillioSchlazwia-Holstuin(2° Millionen) Posen(17 nen), Schr.swig=Hohsrein Millionen), Westpreußen preußen(13 Millionen). schaftsverein in Bochum Kasseneinrichtung— besitzt 34 Millionen Mark. 23 Millionenf, Posen(17 (16 Millionen), und OstDer Allgemeine Knapp= — die reichste zugelassene ein Vermögen von rund Büchertisch (Alle unter diesser Rubrik aufgeführten Bücher und Zeitschriften können durch die Buchhandlung von C Braus=Schwerte bezogen werden.) Mission in Howard Assembly Hall eröffnet. Kurz vor hrer Abreise nach England hatte sie Gelegenheit, mit dem Kaiser über ihre Missionspläne zu prechen. Der Kaisser interessierte sich lebhaft für das Unternehmen der Gräfin und stiftete ihr 100 prachtvolle Bibeln, die er jede mit seinem Namenszug versah und die die Gräfin den Aermsten unter den Bekehrten geben soll. „Ich hege lebhafte Sympathie ffür Ihr gutes Werk“ sagte der Kaiser zu der Gräfin,„und hoffe, daß meingeringe Gabe dem christlichen Glauben vielle neue Anhänger zuführen möge.“ Alljährlich seit 1866 erscheint ein neuer Jahrgang des von der Verlagsanstalt vorm. G. J. Manz, Buchund Kunstdruckerei, Akt.=Ges. München=Regensburg herausgegebenen Münchener Kalenders, der sich in den 22 Jahren seines Bestehens Freunde in aller Welt erworben hat und nicht blos ein Zierde für jedes Haus, sondern auch sei 1895 geradezu ein einzigartiges deutsches Wappenwerk geworden ist. Bilden sseit jenem Jahre doch nicht blos 11 Wappen der deutschen Staaten, sondern auch 161 Stammwappen der deutschen Fürsten= und Grafengeschlechter seinen hervorragenden Die Schönheit der Frauengestalt, wie sie zu erwerben und zu erhalten ist aufgrund eines einfachen und leichten Systems. 184 Seiten Taschenformat mit 80 Abbildungen nach photographischen Aufnahmen. Herausgegeben von Deb. Primrose und M. N. Zepler. In illusstriertem Umschlag broschiert 2 Mk.—, in elegantem Leinwandband mit Goldschnitt 3 Mk.—. Verlag von J.&a Schreiber, Eßlingen und München. In unserer Zeit der Modetorheiten und beruflichen Verhinderung an körperlicher Bewegung, die naturgemäß die schlimmsten Folgen für die Gesundheit und Körperentwicklung mit sich bringen, ist es mohr denn je nötig, daß Frauem und Mädchen lernen, durch tägliche planmäßige, sämtliche Körperteile gleichmäßig ausbildende Uebungen die Gesundheit und physische Entwicklung des Körpers zu fördern, seine Widerstandsfähigkeit zu erhöhen und dem unserer heutigen Kultur entspringenden Schädlichkeiten erfolgreich entgegenzutreten. Mit wie verhältnismäßig geringer Mühe, ohne Kosten und mit beinem Zeitaufwand man seine Glieder und Muskeln zu der Tätigkeit führen kann, zu der die Mutter Natur sie eigentich bestimmt hat, lehrt dies Büchlein in Wort und Bild so überzeugend, daß es jeder, der an vernünftiger Körperpflege gelegen ist, unbedingt Freude und Vorteül bringen wird, ihm zu folgen. Einen hohen erzieherischen Wert gewinnt das Buch noch durch die darin enthaltenen besonderen Uebungen für Kinder mit zahlreichen Abbildungen. Es sollte daher in keinem Hause fehlen, wo Kinder zu erziehen sind Dortmunder Stadttheater. Mittwoch, den 24. Okt. Serie C, Nr. 10. Gelbe Karten. Anfang 7,30 Uhr:„Die Jüdin“. Große Oper in fünf Aufzügenvon J. Halevy. Donnerstag, den 25. Okt. Serie A. Nr. 11 Rote Karten. Anfang 7,30:„Der Jongleur". Originalposse mit Gesang und Tanz in vier Aufzügen von Emil Pohl. Freitag, den 26. Okt. Bei aufgehobenem Abonnement (Jahreskarten gültig. Volksvorstellung zu kleinen Preisen. Anfang 7,30 Uhr:„Maria Stuart“. Trauerspiel in fünf Aufzügen von Friedrich v. Schiller. Sonnabend, den 27. Okt. Serie B, Nr. 10. Blaue Karten. Anfang 7,30 Uhr:„Carmen“. Große Oper mit Ballet in vier Aufzügen von Georges Bizet. Sonntag, den 28. Okt. I. litterarische Matinee. Anfang 11 Uhr:„An des Reiches Pforten". Schauspiel in vier Aufzügen von Knut Hamsun. Nachmittags 3,30 Uhr: Volksvorstellung zu kleinen Preisen:„Alt=Heidelberg“. Schauspiel in fünf Aufzügen von Wilhelm Meyer=Förster. Stadttheater Barmen. Mittwoch, den 24. Okt.: Novität z um ersten Male. „Das Blumenboot“, Schauspiel in vier Akten und einem Zwischenspiel von Hermann Sudermann. Donnerstag, den 25. Okt.:„Tannhäuser“, Große Oper in drei Akten von Richard Wagner. Freitag, den 26. Okt.:„Die Geisha“, Operette in drei Akten von Sidney Jones. Samstag, den 27. Okt.:„Scherlock Holmes“, DetektivKomödie nach Conan Doyle von Albert Bozen85. Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schade, Schwerte Billige Aerrst u. Wilter Arverziehrt und 3531 Weantel. ie anderweitig stos bekannt gegeben, haben wir ca SOSU FArrehaberzieher und Mäkler Gorg...„ Terten! Größtes Lager in prima Qualitäten doppelt Vereinigter Beittedern und Daunen. Fortwährend Ausstellung von 3o kompl. Beiten in jeder Preislage. D Betistellen in Holz und Eisen. — m a i r a t z e n i n g u t e r A u s f ü h r u n g. 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Sie wollte „Der nun auch? ser fällt!“ sagte Pr gegen Viktor von S Konrad steckte d besuch eines Herr seite geschoben und „Ich will den lösen,“ wandte er si begrüßt hatte,„wie Jeremias Palke ächtliche Blick Robzudrängen. Er öfft einigem Suchen de „Achthundert prüfenden Blick au liche Schuld betru verstehen es, mit 1 „Die Zinsen sit antwortete „Natürlich! W penn er die Schli den Tag noch erle gelegt wird! Hier zusdrücklichen Vo ung die Schuld vi darauf aufmerksan