□0 00 0) APS 0 9 9) * 9 80 BaScLe leaurwein, ter Im. Wein= ius dem 95 Pfg. r. Glas su 1350 1 #sthof 00 Helle Be ingend usfrau! von leeren ormbaum's ilver kte lonialwaren ungen gratis. Antrtiches-Rresbialt fu. den Rreis-Norch. Die„Sowerter Zeitung“ erscheint täglich, ausser Feiertags. Bezugspreis: Mk. 1.6s vierteljährlich, bei der Post 42 Pf. für Bestellgeld mehr. Wöchentliche Gratis-Beilage:„Illustrierter Familientreund.“ o 0 0 O O O O O O O O o o o Anzeigenpreis: Die sechsgespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 Pf., Anzeigen von auswärts 1s Pf., Reklamezeile 40 Pf. 212 Die Kaisertage in Breslau. Breslau, 9. Sept. Heute Vormittag 11 Uhr fand in Gegenwart des Kaisers, der Kaiserin, des Kronprinzen sowie der übrigen Prinzen und der anwesenden Fürstichkeiten auf dem Platze wor dem königlichen Palaste ein Feldgotesdienst statt, an welchem die 22. InfanterieBrigade unter Befehl ihres Kommandeurs, Generalmajors von Schlippenbach, teilnahmen. Auf dem laisplatze war ein Altar errichtet, zu dessen Seiten sämtliche Fahnen und Standarten des Armeekorps gruppiert waren. Hinter den Fahnen hatten die Musik und die Spielleute ldes 51. Infanterie=Regiments, sowie der Sängerchor der Militärkirchengemeinde Aufstellung genommen. Militäroberpfarrer Konsistorialrat Colepke hielt die Liturgie ab. Mi tGemeindegesang und Segen endete der Gottesdienst, dem auch die katholischen Militärpfarrer beiwohnten. Hierauf nahm der Kaiser über die anwesenden Truppen den Parademarsch ab. Alsbald begab er sich im Wagen zur Enthüllung des Clausewitz=Denkmals nach dem Ohlauer Ufer, wohin auch die übrigen Fürstlichkeiten folgken. Auf dem Denkmalsplatz hatten sich bereits die Spitzen der Behörden, sowie die Mitglieder der Familie Clausewitz eingefunden. Der Kaiser nahm vor dem Kaiser=Zelt Aufstellung, wo der komandierende General von Woyrsch eine Ansprache an den Kaiser hielt, die mit einem Hurrah auf den obersten Kriegsherrn endete. Der Kaiser gab hierauf das Zeichen zum Fallen der Hülle, die Musik spielte die Nationalhymne, während die Truppen präsentierten. Nach der Besichtigung des Denkmals durch den Kaiser und Abnahme des Parademarsches der Truppen verließ der Kaiser unter stürmischen Hochrufen der Menge den Platz. Heute Nachmittag wird der Kaiser dem König von Sachsen in Sybillenort einen Besuch abstatten. Politische Uebersicht. Die Versorgung Deutschlands mit Vieh. Berlin, 8. Sept. An den Reichskanzler sind soeben inbetreff der Versorgung Deutschlands mit Vieh vom Vorstand des Deutschen Fleischerverbandes erneute Forderungen gerichtet worden. Diese Forderungen sind nach der„Allgem. Fleischerztg. folgende: 1. Zulassung des dänischen Rindviehs unter denselben Bedingungen, wie österreichisches Pindoseh(Abschaffiugg der Quanantäne und Tuberkulinprobe), 2. Zulassung der RindviehErstes und ältestes Tagesorgan des Kreises. Haupt=Annoncenblatt. Alie Kreis- und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäss Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung“ rechtsverbingliche Kraft. o o o 0 0 0 OO O O O O 0 o Druck u. Verlag von Carl Braus, Schwerte. Fernsprech-Anschluss Dr. 62 Amt Schwerte. Celegr.-Adresse Braus, Schwerte-Ruhr. e Montag aden 10. September 1906. einführung aus Holland, 3. Zulassung eines Schweinetingents aus Frankreich für die Städte Straßburg,, Hagenau und einige größere badische Städte. Aus Holland für die Schlachthofsstädte in den Regierungsbezirken Düsseldorf, Köln sund Aachen; aus Dänemayk für die Schlachthofstädte an der Nord= und Ostseeküste. Nach Aufdeckung der ekelerregenden Zustände in den nordamerikanischen Exportschlächtereien wird weiter gefordert: 1. Die Einführung des Deklarationszwanges für ausländisches Schmalz, Speisefett und solche Waren, zu deren Fabrikation diese Verwendung finden. 2. Das Verbot der Einfuhr von Preßfleisch. 3. Das Verbot der Verwendung ausländischen Büchsenfleisches für Heer und Marine und auf Seeschiffen. Verstoßen. Romau von Editha v. Welten. 86 Gertrud war die rauhe Art der Frau lieber, als die widerliche Freundlichkeit mancher andern, und sie hatte sich nicht in ihr getäuscht. Sie kamen beide sehr gut mit einander aus, und das anfängliche Mißtrauen der Frau Unger, das sie zur scharfen Beobachtung des jungen Mädchens veranlaßte, schwand bald gänzlich, so daß sie sich nicht weiter um dasselbe kümmerte. Gertrud verbrachte nun wieder ihre Zeit mit der mühevollen und erfolglosen Jagd nach einer Stelle, aber wo sie auch anklopfte, fand sie verschlossene Türen und kalte Mienen. Auch das Zeugnis des Herrn Bunter entsprach ihren Erwartungen nicht, denn jeder, der es las, fragte:„Weshalb entließ man Sie denn. wenn Sie solche Vorzüge besitzen, schon nach so kurzer Zeit? Wir müssen noch andere Zeugnisse oder Empfehlungen haben, und damit begann wieder die alte Pein. Endlich fand sie eine Stelle als sogenannte Proviermamsel. in einem Geschäft; ihre tadellose Gestalt und ihr einnehmendes Wesen machte sie dazu sehr geeignet, und der Chef sagte ihr verschiedene Schmeicheleien über beides. Gertrud hörte dies schweigend an, aber sie vermied es, ihm zu begegnen, so viel sie konnte. Dennoch mußte sie seinem Rufe folgen, wenn er, wie es oft geschah, verlangte, daß sie ihm eine neue Mode an ihrer Figur vorführte, und es ereignete sich viel Peinliches bei diesen Anlässen.„ Krin 2t% Am Sonnabend wurde sie in sein Privuontor beschieden und er sagte zu ihr:„Sie scheinen sich vor mir zu fürchten, Fräulein, ich bin aber kein böser Mann, und damit Sie das einsehen, sollen Sie mich näher kennen lernen. Ich lade Sie für morgen zu einem Ausfluge in meiner Begleitung ein. „Ich danke sehr, aber ich gehe niemals aus,“ erwiderte Gertrud. „Mie werden Sie doch keinen Korb geben?“ fragte er drogend. „Ichkann keine Ausnahmemachen, entgegnete sie ruhig. „Dann werde ich Sie nicht lange in meinen Diensten behalten können,“ sagte er zornig.„Noch will ich Ihnen Zeit zur Ueberlegung geben.“.„ 45 Das war der Ausang zu einer Reihe von Unanneymlichkeiten, die nun über das arme Mädchen hereinbrachen. Da sie ruBeleidigung des Abgeordnetenhauses. Erfurt, 7. Sept. Die Strafkammer des hiesigen Landgerichts hat dem Antrage des preußischen Abgeordnetenhauses entsprochen und gegen zwei Redakteure der sozialdemokratischen„Erfurter Tribüne“ das Verfahren wegen mehrfacher Beleidigung des ppeußischen Abgeordnetenhauses eingeleitet. Die Hauptverhandlung findet am 18. September statt. Marine=Brieftaubenstationen. Kiel, 8. Sept. Trotz der Verbesserung der funkentelegraph'schen Einrichtungen gibt die Marineverwaltung die Verwertung der Brieftauben n icht auf. Die Taubenpost ist auf Entfernungen bis zu 300 hm eine sehr brauchbare Nachrichten=Uebermittelung. Der Staatssekretär des Reichsmarieamts entsendet deshalb den Küstenbezirksinspektor Kapitän z. S. WWilde am 16. Sept. nach Bochum zur Beteiligung an der Sitzung des Präsidiums des Verbandes deutscher Brieftaubenliebhabervereine. Wie verlautet, werden bei den großen Herbstübungen der aktiven Schlachtflotte Brieftauben für den Nachrichtendienst verwandt werden. Marinebrieftaubenstationen bestehen in Kiel, Danzig, Wilhelmshafen, Kuphafen. Ein polnisches Selbstporträt. Unsere preußischen Polen lieben es, sich in ihrem Kampf gegen die Vorherrschaft des Deutschtums in Posen auf die„ältere und höhere“ polnische Kultur zu behig ihre Schuldigkeit tat, ließ sie sich nicht einschüchtern, allein am Ende der Woche erhielt sie als unbrauchbar ihre Entlassung. Neues Suchen von früh bis spät, neue Enttäuschungen. Ihr Mut war dem Sinken nahe. Sie versuchte nun, Arbeit im Hause zu erhalten, aber sie besaß keine Nähmaschine, auch nicht die Uebung und nötige Gewandtheit, welche die Geschäfte verlangten. Dazu hätte sie erst eine längere Lehrzeit durchmachen müssen, und ihre Mittel erlaubten das nicht, denn sie sah mit Schrecken, wie ihr geringer Geldvorrat sich von Tag zu Tag verminderte. Sie versuchte es nun mit Stickereien und Häkeleien für Läden, doch wurde beides so schlecht bezahlt, daß sie von diesem Erwerb nicht mehr als die Kosten ihrer Lampe und des kleinen Feuers, das sie im Ofen anzünden mußte, um ihre Hände vor dem Erstarren zu bewahren, bestreiten konnte. Ihre Miete bezahlte sie mit ängstlicher Pünktlichkeit, aber für ihre Ernährung gab sie nur das Notwendigste aus. Oft begnügte sie sich mit einem Teller Suppe, den sie in der Volksküche verzehrte, oft nur mit einem Stück Brot. Eine fast unerschwingliche Ausgabe bildeten ein Paar neue Schuhe, denn durch die weiten Wege bei jedem Wetter verbrauchte sie viel, und ihre alten ließen sich nicht mehr ausbessern.„ An diesem Tage ging sie zum erstenmal mit bange klopfendem Herzen ins Leihhaus, um ihre Uhr zu versetzen, ein teures Andenken an ihren Pflegevater. Ihre Hoffnung, sie wieder einzulösen, war sehr gering, aber es blieb doch ein Trost, die Möglichkeit auf den Rückerwerb der Uhr nicht ganz verVon nun an trat sie öfter den schweren Gang an, bis sie sich von allem, was sie Entbehrliches besaß, getrennt hatte. Sie fühlte sich matt und schwach, nicht nur durch den Drua der auf ihr lastenden Sorgen und durch ihre stetig wachsende Mutlosigkeit, sondern noch mehr durch beständige Exthehrung, denn was sie genoß, genügte nicht zur Erhaltung..# Was sollte werden? Es gab keine Hoffnung mehr für sie, Bunters hatten ihr beim Abschied dringend gesagt, sie solle sich stets an sie wenden, wenn es ihr schlecht ginge, sie fe##n immer zu ihrem Beistande bereit, und auch Frau Büffler würde sich ihrer angenommen haben, aber Gertruds Stolz hielt sie davon zurück, ihre Hilfe anzurufen. Nein, niemand sollte von 38 Ihrg. rufen. Weder in Volksversammlungen noch in Zeitungen ergibt sich die Notwendigkeit, diese polnische Kultur des Näheren vorzuführen, so lange das Schlagwort allein genügt. Unter sich aber scheinen die Polen anders über ihre Kulturhöhe zu sprechen als den Deutschen gegenüber, wie folgendes Gesamturteil bezeugt: „Tod, Elend, geistige Finsternis, das ist das gräßliche Dreiblatt, das über Galizien seine höllische Macht ausgebreitet hat; sie machen in satanischer Verflechtung Galizien zum ärmsten, erbarmungswürdigsten Land auf der ganzen Erdkugel. Das beweisen die Einzelheiten der Statistik. Hier einige Ziffern: Galizien zählt 3387•378 Analphabeten, und alljährlich sind aus Mangel an Schulen 278 946 Kinder zu ewiger geistiger Finsternis verurteilt. Es gibt 9799 Verbrecher neben 3000 Uebertretern, 4048 Volksschulen auf 21 046 Schnapskneipen. 20 Fachschulen und einige Hunderte Lotterieagenturen, 40 mittlere Lehranstalten und 692 Branntweinbrennereien, 2 Universitäten und 4 Kriminalgerichte. Berücksichtigt man ferner die hohe Sterblichkeitsziffer, den niedrigen Standpunkt der in fortgesetztem Verfall befindlichen Landwirtschaft, den nahezu vollständigen Mangel einer Fabrikindustrie, so stellt sich die ganze galizische Kultur im Lichte der traurigen Wahrheit dar.“ So lauten die Eingangsworte des Jahresberichts der Adam=Mieckiewicz=Volksuniversität" zu Krafau 1904/05. Das ist der Zustand der polnischen Kultur in dem polnischen Gebiet, das sich völliger Freiheit der „nationalen“ Entwickelung erfreut. Daß die Zustände im preußischen Anteil damit überhaupt nicht mehr zu vergleichen sind, berechtigt die Polen zu keinerlei Prahlerei mit der alten polnischen Kultur. Es stünde in der Provinz Posen auch nicht viel anders als in Galizien, wenn das polnische Element nicht durch die deutsche Einwanderung und fast noch mehr durch die Zucht der preußischen Beamtenschaft auf die Bahn des Fortschrittes gedrängt worden wäre. ihr erfahren, wie sie gekämpft, gelitten und geendigt hatte, sie wollte weder von Freunden, noch von Feinden in ihrem Elend erkannt sein. Es war ihr auch jetzt eine Vermehrung ihrer Qual, wenn sie daran dachte, daß die Rätin Rödiger und Frau von Geibel gemeinsam über sie triumphierten und ihre Schicksale jedem harten Urteil preisgaben. In diesem Punkte befand sich Gertrud jedoch im Irrtum. Zwar hatte die Rätin sogleich Frau von Geibel benachrichtigt, daß sie die ihnen Verhaßte aufgefunden und dafür gesorgt habe, sie wieder in die weite Welt hinauszutreiben; aber so sehr letztere auch hiermit einverstanden war, so hielt sie es doch nicht für gut, Gertruds Gedächtnis in ihrem Familienkreise wieder aufzufrischen, und sie beobachtete daher völliges Schweigen über alles, was sie erfahren hatte, so daß die Flüchtige vollständig verschollen blieb. Noch eine Woche verging in Kummer und Entbehrung für Gertrud;trotzdem sie ihr letztes ins Leihhaus getragen hatte, blieb ihr nur noch so viel Geld, um am Sonntag die Miete an ihre Wirtin zu entrichten. Diese sollte wenigstens keinen Schaden durch sie erleiden, denn ehe eine neue Woche begann, mußte alles zu Ende sein; diese Schwäche, die sich jetzt ihrer bemächtiote, mußte ja zum Tode ühren, greckte sich das junge Wäh. Mit einer seltsamen starren Ruhe strea.6e Maschen auf ihr Lager und erwartete das Ende. Keine sanfte Hand würde ihr die Augen zudrücken, kein tröstender Zuspruch ihre Pein erleichtern, kein teilnehmender Blick auf ihr ruhen. Erst, wenn alles lange vorüber war, würde man sich ihrer erinnern, sie vermissen, und bald würde jede Spur von ihr verweht sein. Sie schloß die Augen und versuchte zu schlafen, aber wirre Bilder wogten im Halbschlummer durch ihr Gehirn. So kam die Nacht heran und die Dunkelheit vermehrte ihre Qual. Es war, als habe die Finsternis hundert Augen, mit denen sie sie anstarrte, um sich höhnisch an ihren Leiden zu weiden. O, dieses fürchterliche Regen in ihrem Innern, dieses Brennen wie von heißer Glut, dieses entsetzliche Gefühl von der mit dem Tode ringenden Schwäche, das in ihren Eingeweiden entsprang und langsam ihren ganzen Körper durchdrang, ihre Brust beengte, die Kehle zuschnürte, in ihren Augen bohrte, in ihrem Hirn wühlte! O, das war nicht blos Sterben, es waren hundert Tode, die sie erlitt! Und immer weiter nagte und wühlte es in ihr, als hause in ihr ein gräßliches, gefräßiges Tier, das sich von ihrem Blute und ihren Organen ernährte.: 141,20 Aus Stadt und Umgebung. Schwerte, den 9. September. *#(„Nach Feierabend“.) Vor längerer Zeit ging bereits eine Notiz durch die Presse, in der die Praktiken der Wochenschrift„Nach Feierabend“ inbezug auf ihre Abonnenten=Versicherung einer Kritik unterzogen wur“ den. beriast den Folge Jetzt wird über folgenden Fall aus Lothringen chtet: Vor kurzem starb zu Spittel ein Arbeiter an Folgen eines Bruchschadens, der als Abonnent der Wochenschrift„Nach Feierabend“ gegen die Folgen von Unfällen und gegen Invalidität versichert war: Außerdem sollten die Hinterbliebenen Anrecht auf KranFesttage, den 22. d. Mts., 9 Uhr morgens auf sem Ausstellungsplatze sich befinden. Die für Schweine benötigten Buchten müssen schon vor dem 15. Sept. ds. Is. bei dem Vorsitzenden der Ausstellungs=Kommission angemeldet sein. Durch gütiges Entgegenkommen der Verwaltung der Hörder Kreisbahnen wird der Straßenbahnverkehr zwischen Hörde=Schwerte, Barop=Apler= beck=Asseln an beiden Tagen nach 9 Uhr abends bis spät nachts aufrecht erhalten. Wie wir hören, hat der Herr Regierungspräsident Frhr. v. Coels von der Brügghen sein Erscheinen zu dem Feste zugesagt. kengeld haben. Die Witwe meldete ihren Anspruch auf Krankengeld mach dem Tode ihres Mannes an. Sie wurde aber abgewiesen unter Hinweis auf den§ 6 der seit dem 1. April 1906 gültigen Versicherungsbedingungen. Dieser famose§ 6 besagt:„Nicht entschädigungspflichtig sind Todes= oder Invaliditätsfälle, veranlaßt durch richterliche Urteile, Krieg oder Mobilisierung von Militär, bürgerliche Unruhen oder Aufruhr, Beteiligung an einer Schlägerei oder einem Raufhandel, durch ofenbare Trunkenheit, innere Erkrankung, Krampf Schwindel, Schlag und epileptische Anfälle, Bruchleiden, Witterungseinflüsse, Sonnenstich, Operationen, welche durch Erkrankung von Organen notwendig wurden, und Unfälle, welche von der verletzten Person veranlaßt sind durch grobe Fahrlässigkeit oder durch vorsätzliches oder grobfahrlässiges Nichtbeachten der für den Schutz von Leben und Gessundheit bestehenden polizeilichen Vorschriften, sowie Unfälle, welche sich beim Begehen einer nach dem Strafgesetzbuch für das Deutsche Reich als Verbrechen oder Vergeben strafbaren Handlung ereignen, sowie Unfälle, welche sich in den Sprengstoffabriken ereignen. Ausgeschlossen von der Versicherung sind ferner Darmverschließungen, Bauch= und Unterleibsbrüche aller Art, gleichviel durch welche Veranlassung sie entstanden sind, sowie die Folgen derselben, Entzündung des Blinddarmes und seiner Anhänge, Blutungen aus ineren Organen ohne erkennnbare äußere Verletzungen.“ Wenn jeder Abonnent diesen§ 6 der Versicherungsbedingungen aufmerksam durchläse, würde wohl die Abonnentenzahl der Wochenschrift „Nach Feierabond“ bedeutend zusammenschmelzen, denn es ist so ziemlich jeder Unfall von der Zahlungspflicht ausgeschlossen. (Das Fest des landwirtschaftlichen Kreisvereins.) Wie verlautet, wird die Ausstellung zu dem am 22. und 23. Sept. ds. Is. auf dem Freischütz bei Schwerte stattfindenden Feste des landwirtschaftlichen Kreisvereins Hörde eine große Ausdehnung annehmen. Landwirtschaftliche= und Haushaltungsmaschinen, sowie Haus= und Küchengeräkte, Obst, Gemüse und Honig, sowie Vieh ist bereits in reichlicher Auswahl zur Ausstellung angemeldet und werden die Herren Preisrichter am Festtage eine rege Tätigkeit entwickeln müssen, um das Beste vom Besseren Hherausfinden zu können. Ausgeschlossen von der Ausstellung bleiben Pferde und Geflügel. Ein großer Teil der Ausstellungsgegenstände wird durch die Verlosungs=Kommission von den Ausstellern am Festtage zu der tags darauf stattfindenden Verlosung angekauft werden. Auch kommt ein auf der Ausstellung angekauftes Rind im Werte bis zu 300 Mk. zur Verlosung. Aussteller, welche noch beabsichtigen, die=Ausstellung zu beschicken, mögen Verluste, zumal der Artillerie schwer beizukommen war; sie war nämlich so ausgezeichnet maskiert, daß es zu den beiden Vorjahren 4 Hauptvereins im Vergleich langsamer. Doch haben sich mehrere neue Vereine gebildet und die Zahl der Mitglieder hat sich wermehrt. Neue Zweigvereine und Ortsgruppen entstanden in Lübbecke, Röhlinghausen, Burgsteinfurt, Schwelm, Warburg und Meschede. Der evang. Arbeiterverein in Volmarstein schloß sich korporativ an. Statt 49 Vereine gehören setzt 55 Vereine mit 15142 Mitgliedern dem Hauptverein an. Dazu treten 48(47) angeschlossene Vereine mit 11825 Mitglieder. Die Gesamtzahl stellt sich demnach, einschließlich 126 einzelstehender, auf 27093 Mitglieder, gegen das Vorjahr ein Mehr von 525 Mitgliedern. rückte bei (Der Garde= und Landwehrverein) gutem Manöverwetter gestern Nachmittag mit klingendem Spiel mach dem Gefechtsfelde aluf der Lichtendorser Feldmark ab. Einen schneidigen Eindruck machte die mit Mausergewehren ausgerüstete Abteilung, dann folgte der übrige Verein und dessen Angehörige in stattlicher Zahl. Dem Ganzen schlossen sich die Marketender an. Auf dem Schützenhofe wurde Rast gemacht und hier übernahm Kamerad Steinweg, der bekanntlich auch der Oberst des Schützenbundes ist, die ManöverOberleitung. Unter Kommando ldes Kameraden Scherff rückte der markierte Feind mit der ihm anvertrauten Bagage ab, während sich's der übrige Verein, sowie die zahlreichen Zuschauer gut sein ließen bei er prompten und guten Bedienung des Herrn Geiger. Nach einer angemessene Frist ertönte jedoch das Kommando:„An die Gewehre!" und Oberst Steinweg begann mit dem Vorschicken von Patrouillen, die den Auftrag hatten, die Stellungen des Feindes zu erkunden, Meldung zurückzuschicken, und sich auf ein Gefecht mit dem Feinde nicht einzulassen, auch schon wor größeren feindlichen Patrouillen auf das nachrückende Gros, dessen belde Abteilungen von den Oberleutnants Werthmüller und Edelhoff geführt wurden, zurückzufallen. Nicht lange währte es, und die Patrouillen schickten Meldung zurück, der Feind habe auf der Feldmark des Herrn Hoder angreifenden Truppe unmöglich war, ihre Stellung festzustellen. Die Kranbenträger= und Lazaret=Abteidung unter der fach= und sachkundigen Leitung des OberStavsarztes Esser bekam bald reichlich Arbeit; Verwwundete wurden aus dem Gefecht getragen und schnell die ersten Notverbände angelegt. Als dann die Meldung kam„feindliche Artillerie hat sich verschossen“, ging's zum Sturmangriff auf die feindliche Stellung vor.„Kartoffelsupp', Kartoffelsupp', den ganzen Tag Kartoffelsupp““ klang das alte preußische Angriffssigsischen Kampfeszorn errra wurde die feindliche signal„das Ganze halt“ sichtung des Feindes ein Ende; nur der Artillerie mußte dieRettung wohl gelungen sein, denn sie war jetzt, nachdem ihre Stellung schon vorher nicht festzustellen war, spurlos verschwunden. Dann trat das ganze Bataillon an zur Besichtigung, die von den hohen Herren des Vorstandes vorgenommen wurde. Es konnte festgestellt werden, daß der GesundheitsZustand trotz der ausgestandenen Strapazen ein vorzüglicher war; auch ein folgender brillant Klappender Parademarsch zeigte die Truppe in bester Verfassung. Der Vorsitzende Hery Stadtverordneten Schermeng, dankte allen Beteiligten für das gute Gelingen der Uebung, wies auf den obersten Kriegsherrn hin und schloß mit einem begeistert ausgenommenen Hoch auf unsern Kaiser. Während des dann beginnenden Konzerets wurden die erbeuteten Vorräte„vertilgt“; die folgenden Kinderbelustigungen verliefen unter Leitung der Kameraden Balster, Kuhl und Schaar auf das Beste und boten die mannigfachste Abwechselung. Die Kinder wurden reich beschenkt und zum Schluß mit Kuchen und Limonade bewirtet. So verlief der schöne Nachmittag auf das Beste und. in gleicher Weise befriedigt, zog Groß und Klein, als der Abend dunkelte, wieder der Stadt zu. Im Saale des HHerrn Rath bildete ann ein flotter Ball den Beschluß des schönen Tages. Während desselben nahm der Vorsitzende nochmals das Wort, um ineiner won patriotischem Geiste getragenen Ansprache der Bedeutung des Sedantages zu gedenken. Der Garde= und Landwehr=Verein wird das gestrige prächtig verlaufene Fest noch lange in der Erinnerung behalten. *(Das gesirige Fest der Dilettanten=Vereine,) das unter Leitung des hiesigen Vereins„Humor" im Saale des Herrn Kordeck(früher Quadbeck) gefeièrt wurde, nahm einen in jeder Beziehung würdigen und schönen Verlauf. Die ausgeführten Theaterstücke der einzelnen Vereine gelangen aufs beste, sodaß der lebhafte Beifall beim Fallen des Vorhanges durchaus berechtigt war. In einer längeren Rede wies der Sekretär und Schöpser des Deutschen Dilettantenverbandes, Herr Ewaldhenschwert eine günstig gelegene, starke Verteidigungs= Dortmund, auf die Ziele sund Aufgaben der Theaterstellung inne. Bald fielen einige Schüsse bei den Vor=]Vereine hin. Ein Festball hielt die Teilnehmer noch posten; die vorrückenden Patrouillen wurden hart bedrängt, denn der Feind eröffnete von seiner überragenden Stellung aus ein gut genährtes Feuer aus sie, so ein Zurückgehen auf das Gros zumteil unmöglich machend. Oberst Steinweg rückte ldaher mit dem Hauptheer im Laufschritt vor und die Kompagnien schwärmben aus. Ein langsames, aber wohlgezieltes Schützenfeuer ermöglichte die Aufnahme der Patrouillen, die schon stark gelitten hatten. Allmählich wurde das Feu# ergefecht lebhafter; plötzlich kam Bewegung in die iniesich beeilen, ihre Anmeldungen dem Vorsitzenden der end und liegend, je nach der möglichen Deckung, seuernAusstehhungs=Kommission, Herrn Bürgermeister Rohr= se Linie, sprungweise wurde unter Anwendung d# mann in Schwerte, allsbald zugehen zu lassen, um sich rechtzeitig einen Platz zu sichern. Maschinen und Geräte, wie Obst, Honig ufw. müssen spätestens am Tage vor dem Feste am Freischütze sein. Vieh wird nur zur Ausstellung zugelassen, wenn die Tiere spätestens am Unartige Kinder. [rungwbeise wurde simter Ambendung der Burentaktik vorgegangen. Doch da ein Zischen durch die Luft, ein Knall! Der Feind griff mit der weiter rückwärts eingegrabenen Artillerie in den Kampf ein, und jetzt gab es bei den angreifenden Schützenbetten größere gezogen und verwöhnt. Manche Mütter versprechen dann ihren Kindern noch alle möglichen Belohnungen, Ungezogene Kinder? Ja, gibt es denn ungezogene damit sie nur artig sind. Ist das Liebe und Exziehung? der in den Angen ihrer Eltern oder vielmehn ihrer Haben diese Mütter ihre Kinder eigentuch teon Nein, Mutter dürfte sich eines Kinder zu vrut augen iztret eltern oder vielmehn ihrer Mütter? Denn fast jede Mutter ist doch wohl blind in ihre Lieblinge verliebt, findet sie noch höchst artig, wenn andere Menschen diese Kinder schon für„Rangen“ erklären, und wunderbar, so nachsichtig sie ihren eigenen Kindern gegenüber ist, so scharf tadellt sie andere Kinder und findek ihre Ungezogenheiten sofort heraus. Ja, meine Verehrtesten, wissen Sie denn nicht, daß wir heute— wie sich ein genialer Schriftsteller ausgedrückt hat— im„Zeitalter des Kindes" leben? Soll heißen, daß die Kinder eine Hauptrolle spielen, durch den Unverstand der Eltern natürlich. Früher war das anders, da waren Eltern Respektspersonen; die Kinder wurden streng erzogen und hatten neben der Liebe auch Ehrfurcht vor ihren Eltern. Um dies Verhältnis zu kennzeichnen, sei nur an die Biedermännerzeit des worigen Jahrhunderts erinnert, als Vater und Mutter noch mit dem ehrfurchtsvollen „Sie“ angeredet wurden. Allerdings etwas Fremdes in dem doch stets herzlich sein sollenden Verhältnis zwischen Eltern und Kindern. Wie ist es heute dagegen? Die Kinder beherrschen häufig die Eltern; jeder Wille wird ihnen getan, und daß die kleinen Geschöpfe„ungezogen“ werden, soballd sie merken, welche Bedeutung sie haben, und welche Macht sie ausüben, ist ihnen eigentlich gar nicht zu verargen, und den Eltern, die sich eine solche Rute erziehen, geschieht schon ganz recht. Kinder, die auf solche Weise erzogen werden— und leider gibt es recht viele— werden wahre kleine Tyranmen ihrer Familie; alles läßt man ihnen durchgehen, man tut ihnen jeden Willen. Ja, die schwachen Mütter verlangen noch von anderen, daß sie den Kindern förmlich den Hof machen sollen, und Fremde sowie Bekannte, denen man doch nichts verheimlichen kann, müssen heucheln und„reizend“ finden, was sie verdammen. In Gegenwart der Kinder werden ihre Streiche erzählt als etwas Bewundernswertes, sie werden als klug gerühmt— genug, die Kinder werden selbstbewußt, undas ist Affenliebe, und keine solchen Unrechtes schuldig machen. Sie sollte sich vor Augen führen, daß solche bedauernswerte Geschöpfe selbstverständlich launische, eigenwillige Menschenkinder werden müssen, die keinen Gewinn für die Menschheit bilden. Was für ein guter Kern schlummert in der Kinderseele, aber er muß gepflegt und gehegt werden. Durch Liebe und Sanftmut erreicht man recht viel im Leben auch bei dem Kinde verfehlt beides nicht. Bei Deben, alich manchem Kinde muß allerdings auch Strenge angewendet werden. Ein Kind mit Liebe, das heißt mit gleichmäßiger, erziehlicher Liebe zu behandeln, wird immer die erste Bedingung sein: bei andern wird vieles erreicht, wenn der Ehrgeiz angefacht wird abgesehen von den edlen, sittlichen Gefühlen, die in jedes Kindergemüt gepflanzt werden sollen. Wo es gar nicht anders möglich, da muß allerdings auch Strenge angewendet werden, aber nie im Uebermaß, denn dann macht man auf sie keinen Eindruck mehr. Der Sinn eines Kindes, das viel uund oft gezüchtigt wird, verstockt und wird verdrossen; niemals soll man sich zu groben Züchtigunggen hinreißen lassen, denn das bewirkt eben oft das Gegenteil des Gewollten. Der Anblick eines wütenden Menschen weckt nur die schlechten Eigenschaften; die Furcht vor Strafe führt zum Lügen und noch weiteren Lastern. Wenn sich die Eltern dies alles doch blar machen wollten! Kindererziehung ist schwer und doch so leicht; nur muß man es verstehen, auf alle Eigenarten einzugehen, den Charakter zu studieren. Eltern, die ihre Kinder nicht richtig erzogen haben, stellen sich ein Armutszeugnis aus. Sie sollten keine Mühe scheuen, es sollte keine Langmut zu groß sein, sich das köstliche Kleinod, das sie besitzen, zur Freude und zu ihrem Stolz zu erziehen, das Resultat, selbst ungezogene Kinder zu tüchtigen Menschen herangebildet zu haben, ist die schönste Belohnung! manche Stunde in fröhlicher Stimmung beisammen. (Betrügerische Fahrgeldhinterziehung.) Wie uns mitgeteilt wird, sind seit den zu Ende Oktober v. Is. bekannt gegebenen Fällem im Eisenbahndirektionsbezirk Elberfeld wiederum mehrere gerichtliche Verurteilungen wegen betrügerischer Fahrgeldhinterziehung erfolgt. Es wurden in diesem Zeitraum rechtskräftig bestraft: 1. Eine Person zu einer Gefängnisstrafe von drei Monaten und zu einer Geldstrafe von 100 M. evtl. 10 Tagen Gefängnis. 2. Eine Person zu einer Gefängnisstrafe von 14 Tagen. 3. Eine Person zu einer Geldstrafe von 30 Mk. cotl. 3 Tagen Gefängnis. 4. Eine Person zu einer Gelldstrafe von 20 Mk. evtl. 4 Tagen Gefängnis. 5. Eine Person zu einer Geldstrafe von 15 Mk. eotl. 3 Tagen Gefängnis. 6. Eine Person zu 9 M. Geldstrafe evtl. 3 Tagen Gefängnis. 7. Eine Person zu 5 Mark Geldstrafe eotl. 1 Tag Gefängnis.— Neben diesen Strafen hatten die Verurteilten die Kosten des Verfahrens zu tragen (Das Züchtigungsrecht der Lehrer gegenüber den Fortbildungsschülern.) Der Lehrer Prawitz von der Fortbildungsschule in Strausberg war von dem Vater eines seiner Schüler namens Behrendt verklagt worden, weil er diesem eine Ohrfeige versetzt hatte. Der junge Behrendt und einige halbwüchsige Burschen hatten nämlich, als beim Pfingstschießen der Strausberger Schützengebilde das Kaiserhoch ausgebracht wurde, ihre Kopfbedeckung nicht abgenommen. Als dies gerügt wurde, fing Behrendt zu lachen an, worauf ihm die erwähnte Züchtigung zuteil wurde. Das Schöffengericht, das sich jetzt mit dieser Affäre zu beschäftigen hatte, wies die Klage mit der Begründung kostenpflichtig ab, daß der Lehrer seinen Schülern gegenüber das Recht habe, derartige Ungehörigkeiten auf der Stelle zu rügen. (Schuhwaren sind enorm im Preise gestiegen. Die Preise von Schuhwaren werden voraussichtlich infolge bedeutenden Steigens der Rohmaterialien teuret lund werden auch für die Folge noch im Preise steigen Die Rohhäute sind durch die bedeutend geringere Einschlachtung infolge der hohen Fleischpreise ungeheuer im Preise gestiegen. Der sich dadurch geltend machende Mangel an fertigen Ledern und der bedeutend gesteigerte Konsum sämtlicher Ledersorten für alle Branchen haben die Schuhfabrikanten veranlaßt, ihre Preise für gute fertige Schuhwaren nochmal ganz wesentlich in die Höhe zu setzen. Diese Steigerung wird noch anhalten, ein Ende ist noch garnicht abzusehen. Das Publikum wird gut tun, bei seinen Herbst= und Wintereinkäufen mit diesen Umständen zu rechnen, gleichzeitig aber nicht aus dem Auge zu lassen, daß Schund in Schuhwaren um jeden Preis zu teuer ist. **(Offene Stellen für Militäranwärter im Bezirk des 7. Armeekorps.) Alstaden, Bürgermeisteramt, P### lizeisergeant, 1000 Mk. und Zulagen.— Altenessen, Bürgermeisteramt, mehrere Gemeindesekretäre, 1500 Mk. anfänglich.— Krefeld, Polizeiverwaltung, Polizeiwachtmeister, 1800 Mk.— Detmold, Fürstl. Direktion der Strafanstalten, Gefangenaufseher, 500 Mk bei freier Station.— Polizeisergean de, Polizeiserg — Eickel, Poli bei freier Di Bürgermeister Kleidergeld. zeisergeanten, nung und Kramt, Stadtbot Zulagen.— schutzmann, 10 Poilzeiverwall Dienstkleidun *(Einb ist in dem Ges Einbruch wer von der Hage und von dort bisher festgest Waren gestoh Wesch Typhusfälle zeichnen. Es 4jähriges Mi unmittelbare chen an diese West! genheiten Erörterung tung eines d Umwälzunge fen. Nach de den diejenige lung der An und Wert=V auf das Ent stehende Fu bare Unterfi de rStadt A Kreisstraße der Damm hältnisse zwi schlechtert w winden sind heblich entw worden. C Verlegungs * Höch ds. Mts., ab Berginvalid glücklich her lichem Ausg Weft Der gebtt * Dort hielt der T Saale des Herrn Beck lung ab, in preußischen den. Der nes einstim lung, dieser Vorstand e Verbandes, z. D., zu, n daß er aus de, wenn er nicht zahle. welcher soz den oder d den zwei e Waisenhäu vom Kaise Verbande, gehöre, ver sache der n die das Er mals einst Beitrag ni Beschlußd in welchem gemachten den betref ßen, so wil entschieden äußerste z1 gewiesen, munder### ganzenz## Mitglieder brüchlicher Mitglied bandes. tung mitb Kyffhäuser überhaupt weis auf entspringe den Verei in der Ab gung sämt sein sollten des würd: Es könne dgen, den enge schn! eizukommen #iert, daß es re Stellung zaret=Abteiigdes Oberrbeit; Verund schnell in die Melverschossen", se Stellung ganzen Tag Angreffssig= feszorn erie feindliche Ganze halt“ es ein Ende; I gelungen ig schon vorinden. Dann ng, die von mmen wurGesundheitsen ein vort klappender Verfassung. Schermeng, ngen der Uein und schloß auf unsern Konzerets ; die folgenLeitung der if das Beste Die Kinder t Kuchen und e Nachmittag friedigt, zog wieder der dete lann ein es. Während s das Wort, gagenen Ansu gedenken. das gestrige Erinnerung Vereine,) das or“ im Saale eiert wurde, i und schönen der einzelnen bhafte Beifall erechtigt war. ir und SchöpHerr Ewaldder Theaternehmer noch seisammen. ing.] Wie unz Oktober v. Is. ndirektionsbeiche Verurteihinterziehung rechtskräftig znisstrafe von n 100 M. evtl. einer Gefängzu einer Geldgnis. 4. Eine evtl. 4 Tagen dstrafe von 15 erson zu 9 M. Eine Person mis.— Neben die Kosten des er gegenüber Prawitz von war von dem rendt verklagt setzt hatte. Der Burschen hatStrausberger ht wurde, ihre dies gerügt auf ihm die erSchöffengericht, säftigen hatte, tenpflichtig ab, ber das Recht Stelle zu rüreise gestiegen.) caussichtlich in erialien teuret Preise steigen geringere Einise ungeheuer ltend machende deutend gesteialle Branchen ihre Preise für z wesentlich in ird noch anhaln. Das Publiind Wintereinen, gleichzeitig daß Schund in t. irter im Bezirk neisteramt, P##:— A l t e n e s s e n, sekretäve, 1500 Altung,, Polizeiürstl. Direktion 0 Mk bei freier Station.— Düsseldorf, Polizeiverwaltung, mehrere dann wurde der Beschluß gefaßt, zum Besten der südwestafrikanischen Expedition 50 Mark zu stiften. — Eickel, Polizeiverwaltung, Polizeisergeant, 1200 Mk. bei freier Dienstwohnung, Kleidergeld.— Hamborn, Bürgermeisteramt, 3 Polizeisergeanten, 1500 Mk. und gleidergeld.— Küppersteg, Polizeiverwaltung, 2 Polizeisergeanten, Grundgehalt 1000 Mk., freie Dienstwohnung und Kleidergeld.— Langenberg, Bürgermeisteramt, Stadtbote und Gefängnisaufseher, 1100 Mk. und Zulagen.— Paderborn, Polizeiverwaltung, Nachtschutzmann, 1000 Mk. und Mietszuschuß.— Solingen, Poilzeiverwaltung, Polizeisergeant, 1450 Mk. und Dienstkleidung. (Einbruchsdiebstahl.) In vergangener Nacht ist in dem Geschäftslokal der Firma Gebr. Stein ein Einbruch verübt worden. Die Diebe sind anscheinend von der Hagener Straße aus ins Kontor eingestiegen und von dort in die Geschäftsräume gelangt. So weik bisher festgestellt werden konnte, sind für etwa 300 Mk. Waren gestohlen. * Westhofen, 9. Sept.(Typhus.) Zwei neue Typhusfälle ssind hier innerhalb zweier Tage zu verzeichnen. Es handelt sich um ein 14jähriges und ein 4jähriges Mädchen. Die Erkrankungsstellen liegen in unmittelbarer Nähe der Wohnung des vor etwa 3 Wochen an dieser Krankheit darniederliegenden Kindes. Westhofen, 8. Sept.(Eisenbahnangele genheiten.) Vor kurzem fand hier der Termin zur Erörterung der Einsprüche über die geplante Herrichtung eines dritten und vierten Geleises statt. Diese Umwälzungen haben berechtigte Proteste hervorgerufen. Nach dem nunmehr eingetroffenen Protokoll wer den diejenigen Besitzer, bei denen sich durch die Herstellung der Anlagen Umwege, Wirtschafts=Erschwernisse und Wert=Verminderung ihrer Grundstücke ergeben, auf das Entschädigungsverfahren verwiesen. Die bestehende Fußgänger=Unterführung soll in eine befahrbare Unterführung ausgebaut werden. Der Einspruch de rStadt Westhofen, daß durch die Höherlegung der Kreisstraße östlich von Westhofen in gleicher Höhe wie der Damm der elektrischen Straßenbahn die Wegeverhältnisse zwischen Westhofen und Schwerte erheblich verschlechtert werden, weil zu große Steigungen zu überwinden sind und hier ferner Häuser und Bauplätze erheblich entwertet werden, ist als begründet anerkannt worden. Es wird hierüber ein anderweitiges WegeVerlegungsprojekt ausgearbeitet. u Höchsten, 8. Sept.(Unglücksfall!)] Am 6. ds. Mts., abends spielte das fast 2 Jahre alte Kind des Berginvaliden F. hier auf der Treppe; es fiel so unglücklich herunter, daß es einen Schädelbruch mit tödlichem Ausgang erlitt. Westfalen und Rheinland Der größte militärische Verein Deutschlands lehnt die Kieler Beschlüsse ab. * Dortmund, 10. Sept. Am Sonntag nachmittag hielt der Dortmunder Landwehr=Verein im großen Saale des„Kölnischen Hofes“ eine vom Vorsitzenden Herrn Becker geleitete gut besuchte Generallversammlung ab, in der von neuem die Kieler Beschlüsse des preußischen Landesbrieger=Verbandes besprochen wur* Von der Ruhr, 8. Sept.(Großes Schweinesterben.) Im Amte Linden=Dahlhausen tritt unter den Schweinebeständen der gefürchtete Rotlauf wieder n bedrohlichem Maße auf. Der Gesamtschaden, der dadurch binnen wenigen Wochen entstanden ist, wird auf 1500 Mk. beziffert, ein Verlust, der sich umso empfindlicher bemerkbar macht, als er ausnahmslos Arbeiter trifft, die bestrebt sind, ihr geringes Einkommen durch Viehhaltung aufzubessern. Es empfiehlt sich, diese kleinen Viehzüchter auf den Nutzen der Schutz= und Notimpfng gegen den Rotlauf oder die leichtere Form desselben, die Backsteinblattern, aufmerksam zu machen. * Wattenscheid, 8. Sept.(Heimkehr aus Amerika.) Der in Konkurs geratene Kaufmann Werdelmann von hier, der vor einigen Monaten nach Amerika ausgewandert war, wollte hierher zurückkehren. In Hannover wurde ihm ein unerwarteter Empfang zuteil Polizeiinspekkor Luber war ihm entgegengereist und verhaftete ihn. * Sterkrade, 8. Sept.(Säuferwahnsinn.) Der Bergmann Wolter aus Buschhausen, welcher am delirium tremens leidet, versuchte gestern morgen im Säuferwahnsinn seine Frau mittells eines Revolvers zu erschießen.: In ihrer Not setzte sich die Frau zur Wehr. Während des Ringens der Eheleute entlud sich der Revolver und die Kugel drang dem Ehemann in den Kopf. Schwerverletzt wurde er dem hiesigen Johanniter=Krankenhause zugeführt. * Düsseldorf, 8. Sept.(Das hiesige Kriegsgericht) sprach in seiner heutigen Sitzung den Unteroffizier Joseph Kopitz von der 10. Kampagnie des Infanterie=Regiments Nr. 53 in Kalk von der Anklage der wiederholten Soldatenmißhandlung frei, da er nach dem Gutachten von ärztlichen Sachverständigen hochgradig nervös ist und für seine Handlungen nicht verantwortlich gemacht werden kann. Gewerkschaftler als Erpresser. Jena, 9. Sept. Das Landgericht in Altenburg verurteilte drei Mitglieder des Kahlaer Gewerkschaftskartells wegen Erpressung gelegentlich des letzten Mauverstreiks zu je einem Monat Gefängnis. Streikunruhen vor Gericht. Straßburg, 9. Sept. Wegen Erregung von StreikUnruhen im Breuschtal standen 35 Arbeiterinnen vor dem Schöffengericht in Schirmeck. Neun von ihnen erhielten eine Woche Gesängnis, die anderen teils einen Verweis, teils wurden sie freigesprochen. Der 17jährige Rädelsführer Schoch erhielt zwei Wochen Gefängnis. Unruhen in Marokko. Tanger, 9. Sept. Zwei englische Kreuzer in Gibraltar haben den Befehl erhalten, sich sofort nach Mogador zu begeben. Die Konsuln dieser Stadt befürchten, daß die muselmanischen Einwohner in ihrem Fanatismus gemeinsame Sache mit den aufrührerischen Stämmen gegen die Europäer und Juden, machen. Der Wiederaufbau Valparaisos. Valparaiso, 9. Sept. Die Behörden der Stadt haben beschlossen, die Stadt wieder an aufzubauen, wo sie bisher gestanden hat. Bis jetzt sind in Valparaiso 2000 Tote beerdigt worden. Man vermutet, daß sich noch mehrere hundert unter den Trümmern befinden. 3000 Verletzte werden zurzeit in verschiedenen Teilen der Stadt verpflegt. Kleine Chronik. Verbandes, Herrn von Spitz, General der Infanterie z. D., zu, worin dem Landwehrverein angedroht wird, daß er aus der Verbandsmitgliederliste gestrichen würde, wenn er den Beitrag(30 Pfennig pro Mitglied) nicht zahle. Der Verein möge demgegenüber bedenken, welcher sozialen Vorteile(Unterstützung von Kameraden oder deren Witwen, Verpflegung von Kindern in den zwei evangelischen und zwei katholischen KriegerWaisenhäusern usw.) er durch einen Austritt aus dem vom Kaiser protegierten preußischen Landes=KriegerVerbande, dem der Kronprinz als Ehrenmitglied angehöre, verlustig gehe. Dieses Schreiben war die Ursache der nochmaligen Besprechung der Kieler Beschlüsse, die das Ergebnis hatte, da ßnach kurzer Debatte abermals einstimmig beschlossen wurde, den erwähnten Beitrag nicht zu zahlen. Dem Verband soll von dem Beschluß durch ein Schreiben Kenntnis gegeben werden, in welchem u. a. gesagt ist:„Sollten Sie jedoch von der gemachten Androhung Gebraluch machen und uns aus den betreffenden Verbänden ausschließen und verstoßen, so würden wir gegen eine derartige Maßregelung entschieden Front machen und unser Recht bis aufs äußerste zu verteidigen suchen.“ Weiter ist darauf hingewiesen, daß der nahezu 50 Jahre bestehende Dortmunder Landwehrverein der größte Kriegerverein im ganzenz deutschen Vaterlande sei. Er zählt an 2700 Mitgliedern. Der Verein, dessen Mitglieder in unverbrüchlicher Treue zum Throne ständen, sei seit 1877 Mitglied des westfälischen Provinzial=Krieger=Verbandes. Er habe die Kronprinzen=Jubiläums=Stiftung mitbegründet und unterstützt, zur Erbauung des Kyffhäuser=Denkmals 1600 Mark gestiftet und blicke überhaupt auf eine große Geschichte zurück. Der Hinweis auf aus der Zugerhörigkeit zum Landesverband entspringende soziale Vorteile habe keinen Bezug auf den Verein. Die Kriegervereine seien ursprünglich in der Absicht gegründet worden, daß sie eine Vereinigung sämtlicher ehemaliger Soldaten ohne jeden Zwang sein sollten. Durch die neuen Pläne des Landesverbandes würde nur Zwietracht in die Vereine getragen. Es könne dem Landwehrverein nicht zugemutet werdgen, den Jahresbeitrag zu zahlen, weil er dadurch eine jährliche Mehrausgabe von 815 Mark hätte. SoKarlsruhe, 8. Sept. Nach der„Bruchs. Ztg.“ stürzte heute morgen gegen 8 Uhr ein Teil der zwischen Heidelsheim sund Helmsheim gelegenen Sandgrube ein und begrub den darin arbeitenden 17jährigen Fritz Schütz und en ebenso alten Theodor Gebhardt sowie den Pächter der Grube Fritz Feldman. Schütz und Feldmann sind tot. Gebhardt ist schwer verletzt. Paris, 8. Sept. Der bekannte Tourist Pont, der gestern mit einigen Freunden den Pic des Espagnoles erstieg, wurde auf der Spitze von einem Schwindel erfaßt und stürzte in die Tiefe, wo man seinen grauenvoll verstümmelten Leichnam fand. Morlaix, 8. Sept. Ein Wagen, worin sich eine 43jährige Gutsbesitzersfrau und ihre beiden Kinder befanden, ist von der die Eisenbahn in einer Höhe von 20 Metern üüberschreitenden Brücke auf das Eisenbahngeleise gestürzt. Alle Insassen blieben tot. Plymouth, 8. Sept. Wie der Kapitän des hier eingetroffenen Panzerschiffes„Dunlap Castel“ mitteilt, ist ein Schwede namens Criksen infolge der großen Hitze in einem Anfalle von Wahnsinn plötzlich über Bord gesprungen und von einem Haifisch verschlungen worden. Bovalino(Provinz Reggio de Calabria), 8. Sept. Auf dem hiesigen Bahnhofe stießen gestern abend zwei Personenzüge zusammen. 24 Personen wurden verletzt, davon 4 schwer. Der Zugfühver liegt im Sterben. Wladiwostock, 8. Sept. In der hiesigen Staatsbankstelle wurde ein für das 36. Regiment bestimmter Betrag won 10 700 Rubel von drei anscheinend dem Regiment angehörigen Personen, einem Offizier und zwei Soldaten mit Gewehren, in Empfang genommen. Wie sich später herausstellte, waren es Betrüger, die sich die Regimentsuniform verschafft hatten. Neuß, 8. Sept. Fruchtmarkt. Weizen neuer prima 17,60, zweite Sorte 16,60 Mk. Roggen meuer prima 15,50, zweite Sorte 14,50 Mk. Hafer prima 16,80, zweite Sorte 16,30 Mk. für 100 Kg. Kleien 5,30 für 50 Kg. Köln, 8. Sept. Rüböl(in Posten von 5000 Kg.) 63,00 B., Okt. 63,50 B., 63,00 G.— Fruchtmarkt. Heu altes, 0,00—0,00, neues 5,60—7,00. Maschinenstroh Roggen 4,35, Richtstroh(Flegeldrusch) 5,70, Krummstroh 3,50 Mk. Industrie und Handel. (:) Aus dem Ruhrkohlengebiet, 9. Sept.(Zum Arbeitermangel) wird mitgeteilt, eine Rundfrage bei den Zechen habe ergeben, daß trotz der in der jüngsten Zeit erfolgten Anwerbung einiger Tausend Arbeiter noch rund 25000 auf den größeren Ruhrkohlenzechen untergebracht werden können. Fortgesetzt sind die Zechenverwaltungen bemüht, zur Ergänzung auswärtige Arbeitskräfte anzuwerben. Die Direktion der Stinneszechen hat in dieser Woche größeren Zuzug aus Schlesien erhalten, der heute und morgen auf den Stinneszechen anfahren wird. Auch auf anderen Zechen erfolgen Anstellungen von Bergleuten, und man rechnet in den Kreisen der Zechenbesitzer darauf, daß mit Beginn des Herbstes ein größerer Zuzug aus der Landwirtschaft eintreten wird, sodaß mit dem Herbste der Arbeitermangel der Ausdehnung der Förderung nicht mehr so schwere Fesseln anlegen werde wie bisher. Oeffentlicher Wetterdienst. Dienststelle: Königl. Wetterwarte Aachen. Die Vorhersage gilt vom heutigen Abend 9 Uhr bis dahin morsen abend. Schwache nördliche Winde, vorwiegend heiter und trocken. Nachts kühler, tags wärmer als am Vortage, Wetterbericht der deutschen Seewarte. 11. Sept.: Meist bedeckt, Regenfälle, kühler, teils Gewitter. 6 12. Sept.: Veränderlich, kuhl, lebhafte Winde. (!) Eine neue sehr geschickte Idee ist im Kleinen Brockhaus, der schon bis zum 45. Hefte fortgeschritten ist und dessen Vollendung im Oktober bevorsteht, zur Ausführung gekommen: die Beigabe landschaftlicher Charakterbilder zu den wichtigsten Karten. Aus allen deutschen Gauen und den Alpen sind die wichtigsten Landschaften und Städte, die Denkmäler, Wohnstätten und Schlösser, Dünen, Watten, Moor und Heide, und viel anderes, was zur Karte gehört, im Bilde dargestellt. Reizende bunte Tafeln, unendlich zahlreiche schwarze Bilder auf Beilagen und im Texte machen das Blättern in den vielen Heften zu einem genußreichen Zeitvertreib. Sämtliche Abildungen sind neu und auf der Höhe der darstellenden Kunst, der Text und die statistischen Beigaben zuverlässig und kurz und knapp zu schnellster Orientierung. So wird der Kleine Brockhaus, wenn seine zwei Prachtbände fertig vorliegen, ein unentbehrlicher Freund jedes gebildeten Menschen sein. Der billige Preis von, sage und schreibe, dreißig Pfennig pro Heft, ermöglicht auch dem Unbemittelten die Anschaffung dieses notwendigen Buches. Lihn Brahrmetbungin. Berlin und die Vororte. Berlin, 9. Sept. In dem Proezß wegen Zahlung von Beiträgen zu den Schullasten Rixdorfs, der seit Jahren schwebt, ist Berlin ebenso wie in dem Prozeß mit der Gemeinde Weißensee endgültig verurteilt vorden. Es handelt sich um die Gewährung eines Zuschusses von 80000 Mark für das Jahre 1897. Verantworrlicher Redakteur: Wilh. Schade, Schwerte. Wie sich die Geschmacksrichtung der heutigen Zeit immer mehr modernisiert, das finden wir recht eklatant ausgeprägt in den heutigen Handarbeiten. Wie wurden früher ein Paar mit Blumen und Ranken selbstgestickte Pantoffeln bewundert, und wie sehr freute sich das Herz der Hausfrau an den gehäkelten Sofaschonern, welche so manchen Fleck so schön verdeckten. Wer trägt heut noch gestickte Pantoffeln und wer schwärmt heute noch für Sofaschoner? Längst hat sich der moderne Geschmack diesen Gegenständen entfremdet, und mit gutem Recht, denn derartige Dinge gehören wirklich in Großmütterchens Schatzkästlein. Man kann heutzutage mit so wenig Miteln so entzückende Handarbeiten fertigen, welche in Farbenzusammenstellung und Harmonie der Technik das Auge erfreuen. Man braucht nicht in den teuren Handarbeitsgeschäften sich die Modelle zu leihen; gibt es doch eine Reihe ganz vorzüglich redigierter Handarbeitsblätter, welche es uns für billiges Geld ermöglichen, die geschmackvollen Abbildungen nachzuarbeiten. Unter derartigen Blättern nehmen die„Mustervorlagen für weibliche Handarbeiten in natürlicher Größe“ den ersten Platz ein. Dieses Blatt bringt monatlich einen doppelten Musterbogen mit naturgroßen Vorlagen für alle Arten von Handarbeiten, sowie eine bnutfarbige Tafel, welche die Wirtung der Farb enzusammenstellung einzelner Sujets klar erkennen läßt. Jede Dame suche auf dieses bekannte Handarbeitsblatt zu abonnieren. Der Verlag von W. Vobach u. Co., Leipzig=R., ist gegen Portovergütung von 20 Pfennnigen in Briefmarken zur Versendung von Probenummern gern bereit. Abonements nehmen alle Buchhandlungen und Postanstalten des In= und Auslandes entgegen. Habe einen Wurf Airedale. Terrier Bekannimachung. Diejenigen Einwohner hiesigen Amtsbezirks, welche für das Kalendersahr 1907 einen, Hegzascherv=Puitzige Golzelbunde) abzuggen,(winschen werden aufgefordert, brg, uhause bier, Zimmer Mutter erhielt am 2. Sept., baldigst, mündlich und persönlich im Amtshauge v. z 5. 1906 in Neheim Ehrenpreis, Nr. 5 unter Vorlegung der für das gegenwärtige Karen II. u. III. Preis. Rüden: jahr ihnen etwa erteilten Scheine anzubringen. 30 Mk, Hündinnen: 25 Mk. Wald, Polizei=Sergeant, Holzen bei Schwerte. Schöne Kurtoßfern hat unter der Hand rutenweise abzugeben. 3222 Friedrich Wortmann, Ich mache darauf aufmerksam, daß nur derjenige Gewerbetreibende mit Bestimmtheit darauf rechnen kann am 1. Januar k. Is. sich im Besitze des Wandergewerbescheiges zu befinden, welcher denselben spätestens im Oktover o. Is. beantragt hat.. Seu Wellinghofen, den 8. Sepior. 1906. Der Amtmann: I. V.: Der 2. Amtsbeigeordnete: Lutter. Kaufleute, Gewerbetreibende, Handwerker! Montag, d 10. Septemberer. abends 8½ im Gasthof„ Im Reiche Schwerte CI Schirate! Größte Auswahl, billigste Preise. Reparaturen werden schnell 215 und billig besorgt. Friedrich Reineke, Hüsingstraße 14. Gutes Krechen kauft die Schwerter Brotsabrik. Eifllädung. Zu Ehren des Königlichen Kommerzienrats Herrn Fleitmann, des Ehrenbürgers unserer Stadt, findet am Dienstag, den 1l. ds. Mts., abends 8 Uhr im Hôtel Ostermann hierselbst ein Festessen statt. Wir laden hierzu mit dem Bemerken ergebenst ein, dass der Preis für das trockene Gedeck 2,50 Mark beträgt. Für die Teilnehmer liegen Listen zum Einzeichnen offen in den Hôtels Ostermann, Duisburg und Kaiserhof. Schwerte, den 6. Sept. 1906. Der Magistrat und die Stadtverordneten-Versammlung. 8 S Thema: S„Die Nützlichkeit einer geordneten Buchund Kassenführung für jedermann. Ebrecht, Handelslehrer, Dortmund. Buchdruckerei Bark Braus Schwerte-Ruhr Gr. Marktstrasse 3—5 Kartoffeln=Verkauf! Diesjährige eingemachte Morgen rutenweise unter der Hand zu verkaufen 3178 Schulte=Prufel, holzen. Prerh Gehiresware sind schon eingetroffen. Mehrere tüchtige Erdarbeiter gegen hohen Lohn sofort gesucht. Meldungen beim Portier. Nickelwalzwerk. auserlesene deutche weoirgowu.“, Vu., gut 3.50, also besonders Pre.s hellt sich für die 10 Pfund=Dose auf mi. 8.50, also besonders unter Verücksichtigung der[Hönen guch tfür Hotels bie Gebeit sich sowohl für Haushaltungen, als aach für„.#.### des Ein nachens nicht kohnt. Proben stehen gern zu Eunsten. Ernst Klein. Umzugshalber mehrere Möbeln u verkaufen. 3172 Mörkichetraße 10. Sauerkraut und Pökelfleisch wieder frisch eingetroffen. Ant. Berkenkopf, Schwerte. Empfehle mich als kostu marbeiterin. A. Hegenberg, Beckestraße 34. 4 Morgen Kartoffeln (Maguum boaum) unter der Hand abzugeben Hohenschwert, Bergerhof Die Amtssparkasse in Letmathe verzinst Einlagen in jeder Höhe mit 3 empfiehlt sauber u. geschmackvoll —— ausgeführte— VisitenVerlobungsEinladungsund GlückwunschKarten etc. Trauerbriefe und DanksagungsKarten. 1196 Hochfein parfümiert. Wee? Kch Cth t m al.-etöcht. Geschatten Theatermalerei - Pahnen und Flaggen—. 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Krankenberichte au wsunsch zu Diensten. dur Nach Oten, wo nicht zu haben, versende b. Voreinsdg. d Betrag. vortofr.! 2550 Fritz Schulz, Chem. Fadr„Leipzig. u. C.—otterie z. Erhaltung d. Siebengebirg. Ziehung 19. September und folgende Tage in Bonn. Anzahl d. Lose 275000. 12126 Gew. Alle Gewinne ohne Abzug zahlb. Vom 1. Januar 1907 ab werden die Spareinlagen mit 3½ Prozent verzinst. Der Zinsenlauf beginnt für die Einlagen bis zum 15. des Monats am 16., für solche aus der Zeit vom 16. bis Ende des Monats am ersten Tage des auf die Einlage folgenden Monats.— Einlagen in jeder werden täglich, mit Ausnahme des Mittwochs= und Samstags=Nachmittags, angenommen. Hörde, den 7. September 1906. Die Verwaltung: D. Vaerst. W. Wirdeier. F. Stöcker. I. Hauptgewinn-Mark 1. Hauptgewinn Mark 000 2 Hauptgewinn Mark 800? 3. Hauptgewinn Mark 30000 4. Hauptgewinn Mark# Jssc FFEIFFER&DILLLEKS Kaflee-Eesenz in Desen.: 2.5000— 10000 10. 2000— 20 000 20. 1000— 20000 401500- 20000 50. 200- 10 000 1001 100- 10000 400150- 20000 1500 420- 30000 10000J1 100000 r * n.—" afr m Lose hier zu haben bei den Kgl. Lotterie-Einnehmern und eonstigen Lese-Verkaufestellen. Wo nicht durch die Lose- Vertricbe- Gesellschaft SS##pl. Pr. Lotterie-Einnchmer, vOvIIn#l., Monbijouplatz 1. * Be.3 Bezug: für Best Familier Auzeig 10 PI., Nr. 21. Beginn der Ein HHandli schiedentlich we chen müssen, w ander eine kör gung ausgeübt krankt. Nun Erwerbsunfähi Hilfskasse gew. der Mitglieder Wochen betrag mäß verlangte mäßige Krank ihm die Unter er habe keiner nicht erst in d schaft zur En Gutachten des standen habe. seine Ansprück geltend, wobe bis 4 Wochen Gesunder alle ren Arbeiter nicht krank ge ten eines Arz habe und der daß das Lei noch nicht— ßerlich in die dieses Arztes schlaggebend dieser Sachve gers genau schwankenden während das ger erst mach sucht hatte, n sich nicht dar Untersuchung vielleicht late schon währer Endlich n Dunkelheit de benden Kraft. lein, ihre Str mattete MädKampf gegen Draußen Fensters gese trud lauschte legte sich, vor darüber gebr Sie erinn ling wiederg sie für immer Kräfte ihrg um dort zu Himmels, un Wesen, nur: Tod als Kön Sie erho hinaus. Die und ihr fröl fanden sie in die mit ihrer standen, blic deutsame Bl „Wie sick ren zu. ein hübsche Tod gezeicht lebt sie noch „Es ist! sie nur nicht spricht mit ihr. Das ge Gertrud winkeligen hatten; alle Aukriches Rresbialt für deen Kieis Rortk. mimmmmmmmmmrmmmmme Die„Scdwerter Zeitung“, erscheint täglich, ausser Feiertags. Berugspreis: Mk. 1.6s vierteljährlich, bei der Post 42 Pf. für Bestellgeld mehr. Wöchentliche Gratis-Beilage:„Illustrierter Familientreund." o 0 O O O O O O O O O O O 0 Anzeigenpreis: Die sechsgespaltene Petitzelle oder deren Raum 10 Pf., Anzeigen von auswärts 1S Pf., Reklamezeile 40 Pf. und ältestes Tagesorgan des Kreises. Haupt=Annoncenblatt. Alle Kreis- und Lokalpollzeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäss Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung“ rechtsverbindliche Kraft. o 0 0 0 OC CCC CO O C o Druck u. Verlag von Carl Braus, Schwerte. Fernsprech-Anschluss Dr. 62 Amt Schwerte. Celegr.-Adresse Braus, Schwerte-Ruhr. Nr. 212 Rechtspflege Beginn der Krankheit bei chronisch Leidenden. Ein Handlungsgehlfe,tzgäpene gung ausgeübt hatte, aufs meue erwerbsunfähig krankt. Nun war er etwa 17 Wochen vor Eintritt der Erwerbstunfähigkeit Mitglied einer eingeschriebgne Hilfskasse geworden, nach deren Satzungen der Mitglieder auf Krankengeld mit Ablauf einer 13 Wochen betragenden Karenzzeit beginnt, und demgemäß werlangte der Kranke won der Kasse das statutenmäßige Krankengeld. Imndessen weigerte sich die Kasse, ihm die Unterstützung zu zahlen, indem sie behauptete, er habe keinen Anspruch darauf, da seiine Krankheit nicht erst in den letzten vier Wochen seiner Mitgliedschaft zur Entstehung gelangt sei, sondern nach dem Gutachten des Kassenarztes schon in der Kavenzzeit bestanden habe.— Der Handlungsgehilfe machte nun seine Ansprüche gegen die Krankenkkasse im Klagewege geltend, wobei er sich vor allem darauf berief, daß er bis 4 Wochen über die Karenzzeit hhinaus wie ein völlig Gesunder alle ihm in seiner Stellung ren Arbeiter ausgeführt und sich bis nicht krank gefühlt habe; ferner brachte er ein Gutachten eines Arztes bei, der ihn schon jahrelang behandelt habe und der es für durchaus wahrscheinlich erachtete, daß das Leiden des Klägers während der Karenzzeit noch nicht— dem Laien als Krankheit erkennbar— äußerlich in die Erscheiung getreten sei. Das diesses Arztes hat das Oberlandesgericht Köln als ausschlaggebend angesehen, da es der Meinung war, daß dieser Sachverständige, der die Konstitution des Klägers genau kannte, besonders befähigt erscheine, den schwankenden Verlauf seiner Krankheit zu beurteilen, während das Gutachten des Kassenarztes, der den Kläger erst mach“ Eintritt der Erwerbsunfähigkeit untersucht hatte, nicht in Betracht kommen könne, da dieser sich micht darüber äußert sund aufgrund der einmaligen Untersuchung wohl nicht darüber äußern kann, ob die vielleicht latent vorhandene Erkrankung dem Kläger schon während der Karenzzeit fühlbar geworden ist. Montag, den 10. September 1906. Darauf allein aber kommt es an, denn als Entstehung einer Kranbheit im Sinne des Gesetzes ist nicht etwa schon die Abweichung des menschlichen Organismus won seiner normalen Beschaffenheit anzusehen, sondern die Erkrankung setzt ein Fühlbarwerden für den Betroffenen voraus. Demnach ist als Beginn einer Erkrankung der Zeitpunkt zu betrachten, wo ärztliche Behandlung oder Heilmittel notwendig werden und vollständige oder teilweise Erwerbsunfähigkeit eintritt; jeder Rückfall in eine alte, zeitweise micht mehr fühlbar gewesene Krankheit stellt also den Beginn einer neuen Erkrankung dar. Da es im vorliegenden Falle erwiesen ist, daß der Kläger sieben Monate hintereinander anstrengend gearbeitet hat, so rechtfertigt sich die Annthme, daß dem Kläger die Krankheit während dieser Zeit nicht fühlbar gewesen ist, lund der Rückfall in seine alte Krankheit stellt sich als neue Erkrankung dar, deren Beginn nicht in die Karanzzeit fällt. Nach alledem war die beklagte Krankenasse werpflichtet, dem Kläger das Krankengeld zu zahlen Westfalen und Rheinland. * Hagen, 9. Sept.(Die Zigarettensteuer.) Die seit dem 1. Sept. eingeführte Zigarettensteuer hat nach den vorläufig festgestellten Baßieg, hgr en Steucgze bezirk Hagen die Summe von rund 6000#ir. erreich Die Zigarrenhändler haben ihre Vorräte soviel wie möglich noch wvor dem 1. September bazusetzen versucht. Die Steuerverwaltung, die auf hohe Beträge nicht gerechnet hatte, hat bei der Reichsdruckerei in rrnn 486000 rosa Banderollen bestellt. Nun sino diese Streifen schon vor einigen Tagen sämtlich verbräucht worden. Es mußtem also diese Streifen telegraphisch bei der Reichsdruckerei in Berlin nachbestellt werden. In den nächsten Tagen werden die Banderollen hier eintreffen. * Iserlohn, 7. Sept.(Neuer Verein.) Um einem„Bedürfnis“ abzuhelfen, hat sich hierselbst ein „Geburtstagsfeier=Verein“ gebildet. Der Zweck des 38 Ihrg. Vereinsabende Pfefferpotthast mit anderem, auch flüssigem, Zubehör. Als Vereinslokal ist der„Spiegelsalon“ bestimmt worden. Die ordentlichen Vereinsabende finden jeweils an den Geburtstagen dder aktiven Mitglieder statt. Die Manöver des 7. Armeekorps. Soest, 9. Sept. Fast täglich treffen jetzt, zurzeit des beginnenden Manövers, in unserer Stadt die verschiedenartigsten Truppengattungen ein, um von hier aus in das Manövergelände abzurücken. An der Post befand sich heute Vormittag ein Meldereiter der 11. Hüsaren, um etwaige feindliche Annäherungen, die ein auf dem Petriturm befindlicher Posten zu beobachten hatte, weiter zu melden. Sr. Exzellenz, Frhr. w. Bissing, hat zur Inspizlerung der Vorposten sunsere Stadt passiert. Besonders auf dem hiesigen Staatsbahnhofe herrscht oftmals ein äußerst reges militärische Leben, da die meisten Soldaten von hier aus mit der Westfälischen Landesbahn ins Manövergelände fahren. So werden z. B. heute Nachmitag auf der Westf. Landesbahn 6 Sonderzüge mit Truppen abgelassen, die 136 Ofiziere, 3499 Mann und 95 Pferde ins Manövergelände befördern. Paderborn, 9. Sept. Zu den Korpsmanövern des 7. Armeskorps, dessen Hauptbiwaks am 14. und 20. ds. Mts. stattfinden werden lund zwar an der Grenze der Kreise Paderborn, Büren und(Warburg, hat die nötigen Vorräte an Stroh, Heu, Hafer, Konserven und sonstigen Bedürfnisgegenständen das hiesige Proviantamt zu stellen. Es hat zu dem Zwecke westlich von der Stadt von erschiedenen Landwirten größere abgeerntete Gelände sich gesichert, auf denen gewaltige Vorräte aller Art aufgestapelt und von Tag zu Tag ergänzt werden. Die Zahl der gemieteten Fuhrwerke für die einzelnen Fuhrwerke übersteigt die Zahl 200 pro Tag. Vermischtes. Verstoßen. Roman von Editha v. Welten. 87 Endlich wurde es wieder Tag; die Dämmerung löste die Dunkelheit der Nacht ab, dann kam das Licht mit seiner belebenden Kraft. Die Sonne fand ihren Weg in das enge Kämmerlein, ihre Strahlen fielen erwärmend und stärkend auf das ermattete Mädchen und noch einmal begann ihre Jugendkraft den Kampf gegen die Schatten des Todes. Draußen hatte sich ein Rotschwänzchen auf die Brüstung des Fensters gesetzt und jubilierte in seiner Frühlingsseligkeit. Gertrud lauschte dem kleinen Sänger; das Brausen in ihren Ohren legte sich, von ihren Augen entwich der düstere Schleier, der sich darüber gebreitet, das Nagen in ihren Eingeweiden ließ nach. Sie erinnerte sich jetzt, daß der Winter vorüber, der Frühling wiedergekehrt sei. Sie mußte all diese Herrlichkeit, von der sie für immer scheiden sollte, noch einmal sehen! Wenn nur ihre Kräfte ihr gestatteten, sich noch einmal ins Freie zu schleppen, um dort zu sterben, im Schatten der Bäume, im Angesicht des Himmels, umgeben von lebenden, froh genießenden, glücklichen Wesen, nur nicht in der düsteren, einsamen Kammer, wo der Tod als König der Schrecken hauste. Sie erhob sich mühsam, ordnete Haare und Kleider und schlich hinaus. Die Kinder, die im Hofe spielten, machten ihr scheu Platz und ihr fröhlicher Jubel verstummte für kurze Zeit, als empfanden sie instinktmäßig die Nähe des Unglücks. Einige Frauen, die mit ihren Jüngsten auf dem Arm plandernd in der Haustür standen, blickten ihr schweigend nach und warfen sich dann bedeutsame Blicke zu. „Wie sich die veräudert hat!“ flüsterte die eine der anderen zu.„Als sie vor einigen Monaten hier einzog, war sie ein hübsches Mädchen, und jetzt sieht sie aus, als wenn sie der Tod gezeichnet hätte. Frau Unger sollte ihr kündigen, sonst erlebt sienoch Schlimmes an ihr.. 54136r6 Eran Wenn „Es ist wohl Liebesgram, meinte die jungere Frau.„Wem sie nur nicht so stolz wäre, redete man ihr gern zu. Aber sie spricht mit keinem Menschen und man weiß so gar nichts von ihr. Das gefällt mir nicht an dem Mädchen. Gertrud schleppte sich mühsam vorwärts durch die engen und winkeligen Straßen, die sich in diesem Stadtteil noch erhalten hatten; alles in ihr begehrte nach Licht und Luft, sie sehnte sich hinaus ins Freie, unter grüne Bäume, fort von den Häusern. Oft versagten ihre ermattenden Knie den Dienst, sie mußte sich gegen die nächste Wand lehnen, um wieder neue Kräfte zu sammeln. Es dunkelte ihr vor den Augen, ein Schwindel befiel sie und sie fühlte sich einer Ohnmacht nahe, aber dann raffte sie sich wieder zusammen und immer trieb es sie vorwärts. Nur ein Gedanke beseelte sie, den Wald in seiner Frühlingspracht zu sehen, in seinem Schatten, umgeben von dem neuerwachten Leben der Natur das ihre zu beschließen. Das Regen in ihrem Innern währte fort, die Schwäche kroch durch die Adern zum Herzen und lähmte ihr Bewegungsvermögen, und dann überfiel sie die Angst, sie werde zusammenbrechen, ehe sie ihr Ziel erreichte. Jetzt kam sie an einem Bäckerladen vorüber und der Geruch des frischen Brotes regte ihre Nerven unwiderstehlich, so daß sie verweilen mußte, und da ihre zitternden Füße sie nicht mehr zu tragen vermochten, so ließ sie sich auf den steinernen Türe Käufer gingen an ihr vorbei und maßen sie mit verwunderten, auch mitleidigen Blicken und eine teilnehmende Stimme fragte sie:„Sind Sie unwohl? Fehlt Ihnen etwas?“ Sie schüttelte nur den Kopf und regte sich nicht. Jetzt erschien die Verkäuferin, die auf sie aufmerksam geworden war, und sagte zu ihr:„Sie können hier nicht bleiben, Sie müssen weitergehen, denn Sie hemmen den Eintritt. Gehorsam, aber mit unendlicher Mühe, erhob sich Gertrud, um ihre Wanderung fortzusetzen. Die Verkäuferin bemerkte die aschfahle Blässe ihres Gesichts und das Zittern ihrer Glieder, und sie empfand Mitleid mit ihr. Sie hatte wohl eine Ahnung, daß es sich hier um den äußersten Mangel handle, denn sie ging in den Laden und holte zwei „Da nechmen Sie und lassen Sie es sch schmecken; sagte Gertrud nahm die Gabe mit einem daulbaren Blick in Empfang. Sie dachte nicht daran, daß man ihr ein Almosen bot, sie empfand nur ein freudiges Gefühl, daß sie ihren Hunger Gierig biß sie in das Brot; aber sie war nicht im stande, den Bissen herunterzuschlucken, ein krampfhaftes Würgen in ihrer Hamburg, 7. September. Die Untersuchung über den Farkartenschwindel hat größere Unterschleife zutage gefördert, als ursprünglich angenommen wurde. Bei dem verhafteten Aufseher Voigt sind Karten und Fahrscheinhefte für größere Strecken, sogar bis in die Kehle verhinderte sie, sie glaubte zu ersticken und eine quälende Uebelkeit befiel sie. Sie fühlte sich nur doppelt elend. Nach einiger Zeit konnte sie sich von dem Türpfosten, gegenden sie sich gelehnt hatte, losmachen und ihren Weg fortsetzen. Endlich erreichte sie die Linden, wo eine fröhliche, von Frühlingsstimmung erfüllte Menge auf= und abwogte. Sie fühlte sich noch mehr verlassen unter diesen frohen Menschen und so schleppte sie sich fort, bis sie nicht mehr weiter konnte und zum Tode erschöpft auf eine Bank niedersank. Dort mochte sie lange gesessen haben, ohne auf die Außenwelt zu achten, doch noch immer gepeinigt von dem quälenden Nagen und der stets zunehmenden Schwäche. Sie wurde am Arm gerüttelt, da sie es nicht beachtete, als man zu ihr sprach.„Sie müssen weiter, Sie haben hier lange genug gesessen,“ gebot ihr die Stimme eines Schutzmanns. Sie machte eine Anstrengung, ihm zu gehorchen und ihr erlöschender Blick richtete sich mit einem flehenden Ausdruck auf ihn. Er war ihr behilflich sich zu erheben, und als sie auf ren Füßen stand, sagte er milder:„Gehen Sie nach Hause, Sie scheinen krank zu sein.„.. 4.1 fig leise und i— dies „Ich will spazieren gehen, antwortete sie kis und er neß sie achselzuckend gewähren. „So schlich sie langsam vorwärts, aber sie kam nicht mehr weit. Das Nagen in ihren Eingeweiden hörte auf, alles in ihr schien zu stocken, die Straße, die Menschen, die Bäume drehten sich im Kreise um sie, alles schwankte, ein Strom brauste vor ihren Ohren, Feuerfunken kreisten vor ihren Augen, dann wurde es Nacht, tiefe Nacht um sie. Es war ihr als sinke sie in eine bodenlose Tiefe, sie griff um sich, um einen Halt zu gewinnen, dann stürzte sie mit einem Schrei zu Boden. Es sammelten sich Menschen um sie, die nächsten betrachteten sie mit Mitleid und Teilnahme, die ferner stehenden verweilten aus Neugier, so entstand ein Auflauf, nach dessen Ursache jeder fragte. „Eine Frauensperson ist ohnmächtig geworden," hieß es, und mit dieser Auskunft zufrieden, entfernten sich die meisten. „Sie sieht wie eine Tote aus,“ sagte einer aus dem Kreise, der sich um Gertrud gebildet hatte. Ein Schutzmann kam hinzu.„Ich sah es ihr schon an, daß sie wank war,“ sagte er,„es scheint schlimm zu sein.“ 141,20 Schweiz vorgefunden worden. Er soll täglich 25 Mk., Sontags sogar bis zu 60 M. unterschlagen haben. Voigt beabsichtigte mit dem unvertreuten Gelde ein Fahrradgeschäft zu eröffnen. Es wurden insgesamt etwa 4000 Mk. bei ihm gefunden. *(Die Hitze in England.) Die englischen Zeitungen sind voll von Berichten über die verhängnisvolle Wirkung der ungewöhnlichen Hitze in England. Es sind verschiedene Wahnsinnsfälle zu verzeichnen, die von den Aerzten dieser Hitze zugeschrieben werden. In Tunbridge Wells wurde ein 75jähriger Pfarrer plötzlich wahnsinnig und sprang von ddem Dach seines Hauses. Er blieb sofort tot. In Southend litt ein Lehrer am Sonenstich und mußte als irrsinnig der Irrenanstalt überwiesen werden. Die Zahl der Selbstmorde und zwar der durch nichts begründeten Selbstmorde ist überraschend groß. Londons Waessrzufuhr hat trotz der Dürre nicht versagt. In früheren Tagen, als die Wasserzufuhr noch in Händen einer Privatgesellschaft war, litt Ost=London Wassermangel selbst unter bedeutend günstigeren Umständen. Eine Folge der anhaltenden Dürre wird eine starke Butterverteuerung sein. Devonshire, bekannt durch seine Milch und seine Butter, kann kaum die Hälfte von dem liefern, was es zur gewöhnlichen Zeit liefert, und die Landwirte machen bekannt, daß sie den Preis der Buter um 6 Pence das Pfund erhöhen müssen. Kirche und Schule. Zum Fall Cesar bringt die Dortmunder Wochenschrift„Das alte Evangelium“ in gestriger Nummer noch die folgenden bemerkenswerten Ausführungen: Der Fall César und die„Evangelische Vereinigung". Seitens der„Evang. Vereinigung"(sog.„Mittelpartei“. liegen zwei Erklärungen zum Fall César vor, welche sowohl von der rheinisch=westfälischen als auch von der sächsisch=brandenburgisch=schlesischen Gruppe veröffentlicht worden sind. Man konnte gespannt sein, wie sich diese als Mittelpartei angesehene Gruppe zu der im Falle César offenkundig vorliegenden Leugnung der wichtigsten Heilstatsachen des Evangeliums stellen würde. Bot doch gerade dieser Fall den Prüfstein dar, an dem es klar werden konnte, ob die sogenannte Mittelpartei wirklich bereit sei, die von ihr behaupteten Grenzen für die theologische Lehrfreiheit in praxi zur Geltung zu bringen und bei dem deutlichen Gegensatz, in welchem Pfarrer César gegenüber dem biblischen Evangelium steht, zu beweisen, daß es ihr mit der Wahrung der Offenbarungsgeschichte ein Ernst sei. Die vorliegenden„Erklärungen" lassen erkennen, daß die „Evang. Vereinigung“ in diesem Punkte völlig versagt. Beide Erklärungen treten nämlich für das Recht der Césarschen Leugnung der Heilstatsachen in der Landeskirche ein; sie wenden sich in scharfen Ausdrücken gegen den durch den Konsistorialratent= scheid vollzogenen Schutz der Gemeinden gegenüber der Agitation des Radikalismus. Nach ihnen unterliegt es keinem Zweifel, daß wir es bei der„Evang. Vereinigung“ ebenso wie bei„den Freunden der evang. Freiheit“ mit einer Partei zu tun haben, welche die direkte Leugnung der im Evangelium bbezeugten Heilstaten Gottes— und darum handelt es sich hier— für gleichberechtigt hält mit der Bejahung derselben durch die gläubige Gemeinde. Damit verläßt die„Evang. Vereinigung“ die für die Landeskirche gegebenen schriftgemäßen Grundlagen und kann, so sehr sie auch das Festhalten an der Offenbarung Gottes in Christo für sich in Anspruch nimmt, nicht mehr erwarten, daß man diesen Anspruch fortan als ernsthaft und begründet aufnimmt. Daß diese Feststellung durch die vorliegenden Erklärungen gewonnen ist, ist auf jeden Fall im Interesse der Klärung ein Gewinn, wennschon die kirchliche Lage dadurch wesentlich verschärft wird. Was an der„Erklärung“ der rheinisch=westfälischen Gruppe von vornherein auffällt, ist, daß dieselbe die Gebundenheit der Pfarrer an die heilige Schrift„als maßgebende Urkunde der Offenbarung“, ja sogar an den„Glaubensgehalt der Bekenntnisse" betont. Im vollsten Widerspruch hierzu wird dann aber erklärt, daß Pfarrer César trotz seines aus dem Kolloquium und seiner eigenen Aeußerung hervorgehenden Standpunktes vollkommen berechtigt sei, ein Pfarramt in der rheinisch=westfälischen Kirche zu bekleiden. Unsere Leser wissen, welche Stellung der genannte zu dem biblischen Evangelium einnimmt. Er leugnet die Auferstehung Christi, er leugnet die Menschwerdung und Gottheit des Herrn, er leugnet die von ihm und seinen Aposteln ausdrücklich in der Schrift— und nicht erst in der„älteren theologischen Formulierung“— bezeugte Heilsbedeutung des Todes Christi. Nach ihm ist Jesus nicht um „unserer Sünde willen dahingegeben"; Weihnachten, Ostern, Karfreitag fallen für ihn in ihrer schriftgemäßen Bedeutung dahin. Trotz alledem bringt es die„Evangelische Vereinigung“ fertig, schlankweg zu behaupten, daß Pfarrer César nicht im „prinzipiellen Gegensatz zu den Grundwahrheiten des Evangeliums steht“, sondern lediglich„unter Ablehnung ihrer älteren theologischen Formulierung“, den wesentlichen Glaubensgehalt der christlichen und reformatorischen Bekenntnisse bejaht.“ Wir müssen gestehen, daß diese Wegdeutung offenkundig vorliegender Tatsachen für uns so ungeheuerlich ist, daß man fragen muß: „Wie können Männer, die doch ihr Neues Testament kennen und Augen haben zu sehen, so etwas erklären"?! Also ein Geistlicher, der keine Auferstehung Christi kennt, sondern nur ein Fortleben des Geistes„Christus“, ein Geistlicher, der das verneint, was Paulus 1. Cor. 15, 3 u. 4. als Inhalt des von ihm verkündigten Evangeliums bezeichnet(„daß Christus gestorben sei für unsere Sünden nach der Schrift" usw.), ein Pfarrer, der Jesum geboren sein läßt wie alle anderen Menschen auch, der Himmelfahrt und Wiederkunft Christi im biblischen Sinn leugnet und sich so in allen diesen Haupt= und Kernpunkten christlichen Glaubens vom Neuen Testament— und nicht erst von der älteren theologischen Formulierung— entfernt, der steht nach der„Evang. Vereinigung“ noch auf den Grundwahrheiten des Evangeliums, der ist noch imstande, das „Evangelium auf der Kanzel zu verkündigen“?! Wenn das keine Verkehrung des offenkundigen Tatbestandes ist, dann gibt es überhaupt keine. Was ist denn eigentlich für die„Evang. Vereinigung", das„Evangelium“? Anscheinend eine Verwässerung des christlichen Glaubensgehalts, bei welcher das, was dem biblischen Evangelium eigen ist, ruhig beiseite gelassen werden kann. Auferstehung Christi, Heilsbedeutung des Todes Christi, wie die Schrift sie bezeugt, wären nach dieser Beurteilung des Falles César gleichgültige und nebensächliche Dinge. Ein Geistlicher der Landeskirche könnte getrost diese Kernstücke des Evangeliums leugnen, sind es ja doch nur„ältere theologische Formulierungen!“— Jeder Bibelleser weiß aber doch soviel, daß das gegen die Wahrheit ist und daß, wer eine Gemeinde mit solchem„Evangelium“ des neuen Glaubens bedient. ihr das nie bieten wird, was schuldbeladene unter dem Joch der Sünde seufzende Seelen zur Gewißheit ihres Heils und ihrer Errettung erheben kann. Trotz ihres prinzipiellen Anspruchs, den Offenbarungsgehalt der Schrift festhalten zu wollen, gibt die„Evang. Vereiniguug. diesen in ihrer„Erklärung" zum Fall César völlig preis und setzt sich mit ihrem Prinzip in Widerspruch. Im übrigen enthält die„Erklärung" doch etliche Phrasenstücke, die wir als durchaus ungehörig bezeichnen müssen. Wer gibt den Herren z. B. das Recht,„im Namen der rheinisch= westfälischen Kirche" zu sprechen? Wer gibt ihnen ein Recht, „im Namen der Vergewaltigten(?) Gemeinde" zu reden, deren „ehrliches Bemühen um ein friedlich=christliches Verhältnis von ihrer Kirchenbehörde durchkreuzt wird, wodurch aufs neue Unfriede in die Gemeinde getragen werde! Wie können sich die Herren erdreisten, von unkontrollierbaren, geheimen Vorstellungen gegenüber dem Konsistorium zu reden— das sind doch Verdächtigungen einfach aus der Luft gegriffen, für die jeder Beweis fehlt!—So viel Worte, so viel Verdrehungen! Wissen die Unterzeichneten wirklich nicht, daß ein großer Teil der Gemeinde nebst zwei positiven Pfarrern in schärfstem Gegensatz zu der radikalen Agitation des Pfarrers Traub und seines Anhangs stehen? Ist es ihnen unbekannt, daß die bekenntnistreuen Gemeindeglieder seit Jahren mit steigender Erregung auf die Wühlarbeit des kirchlichen Radikalismus dort sehen? Daß noch im März, also gerade in der Wahlzeit, eine von 1500 Evangelischen von Dortmund und Umgegend beschlosseResolution in entschiedener Weise die Kirchenbehörde zum ne Einschreiten gegen den Radikalismus der Linken aufgefordert hat?— Und bei dieser längst vorhandenen Erregung der positiven Kreise redet die„Erklärung“ der Oeffentlichkeit vor, daß die von positiven Vertretern ohne Kenntnis der Glaubensstellung Pfarrer Césars mitvollzogene, jetzt aber von ihnen bedauerte Wahl den Frieden in der Gemeinde hergestellt habe? Ja, sie behauptet sogar, daß das Konsistorium jetzt der Friedensstörer sei, und schämt sich nicht, demselben einseitige Parteinahme vorzuwerfen, obschon man noch nicht ein Tüttelchen von Beweis dafür hat, daß die„geheimen Vorstellungen“ bestimmend für die Behörde waren?! Gerade an diesem Punkte tritt der Geist der„Erklärung“ deutlich hervor, die auch sonst mit ihren Redensarten wie„Glaubensgericht“ den sachlichen Boden durchaus verlassen. Wir schließen: Es ist gut, daß der Fall César„vieler Herzen Gedanken offenbar“ macht. Jedenfalls weiß man jetzt auf altgläubiger Seite, wessen man sich von einer Partei zu versehen hat, die im Grunde nichts anderes als eine Rückenstärkung des kirchlichen Radikalismus darstellt. Daß Männer, wie Professor Dr. Haupt auf dieser Seite jetzt zu finden sind, ist bedeutsam genug. Von anderen haben wir nichts Besseres erwartet. Fahrnsder erstklassig, direkt Fanftädel, von der Fabrik an Private u. Händler von Mk. 65 an Zubehörtelle, Eat-Mck“ 2a- arr schläuche von Mk. 2.80 an. Reparaturen und billigst. Wer sich auf diese Zeitung bezieht und einen Auftrag von mindestens Mk. 10 erteilt, erhält ine höchst praktische Gratis. Zugabe. Katalog gratis und franko. Duisburger Fahrradfabrik „Schwalbe“ Akt.-Ges. Dalsburg-Wanbeimerort. Gegründet 1896. 1540 Tierhaber eines zarten, reinen Gesichts mit ros., jugendsr. Aussehen, weißer, sammetw. 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