Die„Schwerter Zeitung“ erscheint täglich, ausser Feiertag: mk. 1.6s vierteljährlich, bei der Post 42 P1 für Bestellgeld mehr. Wöchentliche Gratis-Beilage:„Illustrierter Famissenfreund.“ 9 c h 0 9 0°LCCCC Unzeigenpreis: Die sechsgespaltene Peistzeile oder deren Raum 10 Pf., Anzeigen von auswärts 1s Pf., Reklamezeile 40 Pf. Erstes und ältestes Tagesorgan Kreises Haupt=Annoncenblatt. Alle Kreis- und Lokalpollzeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäss Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröstentlichung in der„Schwerter Zeitung“ rechtsverbindliche Kraft. o 0 0 C O O O O O O O O 0 o Druck u. Verlag von Carl Braus, Schwerte. Fernsprech-Anschluss Dr. 62 Amt Schwerte. Celegr.-Aäresse Braus. Schwerte-Kuhr. o Nr. 156 Ein Blick in das Pariser Schlachthaus. sit venia werbo scheußlicher Schweinerei und die tiefe Phlosophte der abgang alten Wurst madahin aufgefaßt wurde, daß man aus uuem##. chen könne, lenkte auch in Paris besorgte Blicce auf den blutigen Bezirk im Osten der Stadt, der vielen Parisern weiter entfernt erscheint, als Nizza und Trouville. Die Besorgnis ist gerechtfertigt. Die franzi schen Schlachthäuser bestätigen mit weniger men das Urteil, daß die Franzosen, die in Sauhe Kunst und des feinen Luxus eine hervorragende, wenn auch nicht mehr herrschende Stellung einnehmen,, im praktischen Leben sehr rückständig sind. Ein P####sessor an der Veterinärschule von Toulouse bezeichnet die französischen Schlachthäuser als„verpestete Kloaten“. Ein Mann, der das Schlachthauswesen zum Gegenstand eingehenden Studiums gemacht hat, J. de Loverdo, ist aufgrund seiner Reisen ins Ausland zu der Ansicht gelangt, daß die französischen Schlachthäuser schlechter sseien als die der meisten großen Städte Europas. Das ist uum so auffallender, als in Frankreich zuerst in größerem Umfange öffentliche Schlachthäuser errichtet worden sind; Napoleon I. werbot im Jahre 1810 alle Privatschlächtereien in mittlern und großen Städten. Während im Auslande aber Verbesserungen auf Verbesserungen folgten, hat man in Frankreich die alten, eden Bedürfnissen nicht mmehr entsprechenden Einrichtungen beibehalten. Im Vergleich zu den Schlachthäusern der Provinz hat das Pariser Schlachthaus noch einen besonderen Uebelstand, findem es mach dem Zellensystem gebaut ist; die Metzger schlachten nicht in einer großen gemeinsamen Halle, sondern in besondeven kleinen Verschlägen. Dieses System beengt den Raum, die Reinigung ist viel schwieriger und überhaupt nicht in dem Grade möglich, wie in einer großen Halle, die Lüftung ist unvollkommener; sodann üben beim Schlachten in einer gemeinsamen Halle die Schlächter eine gewisse gegenseitige Kontvolle aus, minderwertige Tiere sind nicht so leicht durchzuschmuggeln wie bei dem Zellensystem. Mit der Reinlichkeit ist es im Pariser Schlachthause deshalb sehr übel bestellt. Moderne Instrumente fehlen, mit schmutzigen Händen wird manche Arbeit verrichtet, die anderwärts blanke Maschinen rascher, reinlicher und billiger besorgen. Es geht hier wie in mancher französischen Küche, die alte Köchin sträubt sich hartnäckig gegen alle die geistreichen Erfindungen, die man zum Zerkleinern des Fleisches, zum Pressen des Kartoffelbreis usw. erdacht hat, und ist der Ansicht, daß die innige Berührung mit ihren Händen dem Gericht erst die richtige Weihe gäbe. Das Alte ist gut, nur weil es alt ist. Ein fast unbegreiflicher Mangel der französischen Schlachthäuser sist aber der, daß unter 912 nur 2, die Schlachthäuser von Dijon und Chambery, Gefrierräume zur Aufbewahrung des Fleisches haben. Die Fremden meyken in Paris wenig von diesem Mangel, weil die großen Restaurants Kühlräume besitzen, sin Privathaushaltungen aber macht er sich sehr fühlbar, da die Metzger das Fleisch, damit es nicht verderbe, oft viel zu frisch verkaufen, so daß es, obwohl von bester Qualität, gebraten oder gekocht hart, lederartig und ohne Geschmack ist. Das Fleisch gewinnt erst seinige Zeit nach dem Schlachten die Zartheit, die unser verwöhnter Gaumen verlangt und die auch für die Verdauung zuträglich ist; in den schmutzigen, übelriechenden, mikrobenreichen Zellen läßt sich das Fleisch aber nicht aufbewahren. Der Uebelstand wird ein wenig dadurch gemindert, daß das frische Fleisch bis zu den Läden der innern Stadt und zur großen Markthalle eine weite Reise machen muß; die Erschütterungen beim Fahren beschleunigen wie das Klopfen die„Reise" des Fleisches. Der sanikäre Dienst des Pariser Schlachthauses ist durchaus ungenügend. Ein italienischer Tierarzt, Biggi, der auf einer Studienreise das Pariser Schlachthaus bessichte, war geradezu verblüfft won der Rückständigbeit.„In Villette", sagt er in seinem Bericht,„können die Tierärzte wirklich nichts Ersprießliches leisten. Ein elender Verschlag, wo kaum zwei Personen arbeiten können, dient als bakteriologisches Laboratorium. Ein altes Mikroskop und einige leere, bestaubte Phiolen bilden das Arsenal dieses lächerlichen Laboratoriums.“ Dabei ist zu bedenken, daß hier täglich an 1200 Rinder, 500 Kälber und 800 Hammel, an besonderen Wochentagen noch erheblich mehr geschlachtet werden. An sonstigen Uebelständen sind zu erwähnen: völliger Mangel an einer Vorrichtung, verdorbenes Fleisch zu vernichten, Mangel an Wasser, ein unbedeckter Abzugskanal. Die Stadtverwaltung ist gegenüber diesen Sachlage nicht ganz untätig gewesen. Eine Aboronu#g hat deutsche und dänische Schlachthäuser besucht und ist mit einem Sack voll guter Ratschläge heimgekehrt. Ein Aufsatz im Journal des Debats stellt die deutschen Schlachthäuser als Muster hin mit ihren gemeinsamen Hallen, ihren Gefrierräumen, ihren modernen Einrichtungen. Kleine Verbesserungen können in Paris wenig helfen; wenn das Uebel beseitigt werden soll, müßte trotz alles Geschreis der Schlächter, deren kurzsichtige Gewinnsucht z. B. am Zellensystem festhält, trotz der hohen Kosten ein Umbau von Grund aus worgenommen werden. Das hat aber noch gute Weile. Im Gegensatz zu dem Schlachthausse sind die besseren Metzgerläden äußerst sauber und appetitlich gehalten; in der Anordnung der Ware, in den schneeweißen Manschetten, dem angesteckten Sträußchen künstlicher Blumen zeigt sich sogar eine gewisse Koketterie. Posstische Uebersicht. Aus dem Marmorpalais. —Potsdam, 5. Juli. Das heute mittag 12,45 Uhr veröffentlichte Bulletim besagt: Die Kronprinzessin befindet sich nach gut verbrachter Nacht heute morgen recht wohl. Auch das Befinden des Kindes ist vortrefflich. Weitere Meutereien in Frankreichs Marine. Toulon, 5. Juli. Das hiesige Seekriegsgericht 13 Unteroffiziere und Matrosen des Torpedobootes 250, die während einer Uebungsfahrt gemeutert und das Schiff in Bonifacio auf Korsika verlassen hatten, zu Gefängnisstrafen von 6 Monaten bis 4 Tagen verurteilt. Die Verlesung des Urteills wurde von mehre ren hundert Matrosen, die im Gerichtssaale anwesend waren, mit Zischen und mit Beschimpfungen der Rich ter ausgenommen. Ueber den Vorfall, der große Erregung hervorrief, wird eine gerichtliche Untersuchung eingeleitet werden. Roman von Martin Wehrau. Dr. Schulz zuckte mit den Achseln und machte mit der Hand eine abwehrende Bewegung, die seinen Zweifel hieran deutlich erkennen ließ.„Hoffentlich täusche ich mich. Die Geschichte mit meinem gewesenen Schreiber ist und bleibt aber doch sonderbar.“ „Der Rat hält sie bezüglich Karrs für vollständig erledigt. Sein ganzes Bemühen geht jetzt danach, den wirklichen Täter vu füden.„.. F amnigklen M6. Der Advokat brach av.„Ichmuß mich empfehlen, gnaviges Fräulein. Eine Konferenz ruft mich Bitte, meinen Bruder zu grüßen und den übrigen Herrschaften meine ergebenste Empfehlung überbringen zu wollen.“ Dr. Schulz zog den Hut, dann schwang er sich in einen gerade vorüberfahrenden Fiaker. Er begab sich aber nicht zu einer „Konferenz“, sondern in das Restaurant zurück, in dem er das Frühstück eingenommen. Er ließ den Wagen vollständig schließen und lehnte sich fröstelnd in eine Ecke. Als ein Bankgeschäft am Wege auftauchte, ließ er halten und verlangte von einem Beamten, es war Rosenauer, einige Auskünfte, die ihm bereitwilligst erteilt wurden. Nachmittags erschien Dr. Schulz nicht in seiner Kanzlei. Er fuhr aus der Restauration in den späten Nachmittagsstunden sofort in seine Wohnung. Er war ausgelassen lustig, doch schien dies weniger seine natürliche Stimmung als vielmehr eine durch schweren Wein erzeugte zu sein. Josef Kiml, der gewesene Oberkellner aus der Restauration zum„Adler“, war in Haft genommen worden, freilich nur in Verwahrungshaft, weil der Mann sehr große Lust zeigte, aus der Hauptstadt, deren Boden ihm zu heiß schien, auszureißen. Polizeirat Schulz sorgte indes dafür, daß das nicht ging. Er nahm Kiml in eine„strenge Kur“. Dieser Bruder Leichtfuß erhielt nicht nur die ernstesten Vorwürfe wegen des Diebstahls, den er an Reinhausen begangen, auch der Justiz mußte freier Lauf gelassen werden; sie war freilich so milde als möglich, nur mit einigen Wochen Arrest büßte Kiml seine Langfingertat. Sozusagen freudig trat er indessen diese Strafe an. Denn an der Art, wie die Untersuchung geführt wurde, hatte er erkannt, daß man ernstlich mit der Möglichkeit gerechnet hatte, daß er der Mörder des Fremden gewesen sei. Sein Alibi konnte er bis halb zwölf Uhr nachts, bis zu dem Zeitpunkte, da die letzten Gäste die Restauration„Adler" verlassen hatten, natürlich ohne weiteres nachweisen. Hierauf sei er nach seiner Wohnung gegangen, behauptete etwas unsicher Zufällig hatte jedoch die Famtlie, bei der er wohnte, in der betreffenden Nacht fast gar nicht geschlafen, da ein Kind schwer krank geworden war. Deren Aussagen ergaben nun, daß Kimls Behauptungen unwahr seien. Erst gegen drei Uhr morgens habe er sein Kabinett, das nur durch eine Holzwand getrennt war, betreten. Und als Polizeirat Schulz ihn im strengsten Ton aufforderte, zu gestehen, wo er die Zeit von halb zwölf Uhr bis drei Uhr morgens zugebracht, schwieg Kiml anfangs. Mit verlegenem Gesichte machte er dann einige Andeutungen. Ein gutgekleidetes, hübsches Mädchen mit verweinten Augen bezeugte dann Josef Kimls Alibi. Das schöne, bleiche Gesicht in die Hände gepreßt, schluchzte das junge Ding. Die gut nährende Stelle, die es in einem großen Nähsalon inne hatte, büßte Wieder stand die Behörde vor der noch immer ungelösten Frage: Wer hat eigentlich die unselige Tat vollbracht an dem Das Kreditlos mit dem hellgrünen Signum lag in Rat Schreibtisch. Mit der Lupe hatte er es aufmerksam untersucht und es ungezählte Male gedreht und gerwendshnscheg gean als müsse dieses Papier, das so gar nichts Persönlich,,1#n an die Person seines letzten Eigners erinnerndes Zeichen an trug, die Meucheltat aufdecken helfen, als würde dieses Stückchen Papier ein stummer Zeuge werden für den Täter. Er befahl darum strengste Geheimhaltung des Losfundes. Eine gewisse Entmutigung überkam den Polizeirat. Denn alle Spuren verliefen im Sande, der Täter schien wie vom Erdboden Richtsdestoweniger war Schulzentschlossen, die Nachforschungen weiterzuführen. Einen unermüdlichen Helfer besaß er dabei an Julius Karr, seinem schweigsamen ernsten„Sekretär“, Denn für diesen gab es begreiflicherweise keinen brennenderen Walisch, als den wahren Täter zu erforschen und so dem schwergekränkten Namen seiner Familie eine gewisse Genugtuung zu verschaffen. Der Polizeirat fand Gefallen an dem Eifer und Fleiß, sowie an der Intelligenz, welche der junge Karr entwickelte. Bedingungslos war letzterer dem Rate ergeben. Sein Eifer wuchs noch, als ihm Schulz freistellte, alles zu unternehmen, was ihm die Habhaftmachung des Mörders Reinhausens möglich zu machen Ausgerüstet mit den instruktivsten Belehrungen des Polizeirates und mit den nötigen Dokumenten versehen, reiste Jul Karr nun nach dem Wohnsitze Reinhausens. Vielleicht ließ sich von dort aus eine Spur entdecken., B.ink eusen dat Karr erfuhr in der Landstadt nicht viel. Reinhausen hatte ganz zurückgezogen als Privatier gelebt, fast gar keinen Umgang gepflogen, sondern seine ganze freie Zeit mit Lesen oder der Bewirtschaftung seines ausgedehnten Gartens zugebracht. Feinde hatte er keine, denn er war immer ein liebenswürdiger, hilfsbereiter Mann gewesen. Die dortige Polizei war der entschiedenen Ansicht, daß der Mörder keineswegs aus dem Wohnsitze Reinhausens stammte, zumal nach ihrer Meinung ja doch niemand eine Ahnung haben konnte, daß der ermordete Privatier Reinhausen in der Hauptstadt eine größere Summe Geldes beheben werde.„.h, Machs eimet#. Wie Karr feststellte, kam Reinhausen jede Woche zwel= voer dreimal und zwar am Nachmittage in eine gewisse Restauration, wo er eine Flasche Wein trank und sich zu bestimmter Stunde wieder nach Hause begab. Am Wochenmarktstage pflegte er sich öfter mit einem Gutsbesitzer aus der Nachbarschaft, Gottfried Kühnemann mit Namen, zu unterhalten. Es war dies, wie Karr erst später in Erfahrung brachte, ein alter, biederer Landjunker, der sich im Schweiße seines Angesichts jahraus und jahrein ehrlich plagte, alles beim Rechten zu erhalten. Derselbe befand sich übrigens in geschäftlichen Angelegenheiten augenblicklich im Auslande. 6 r6osu Das war nach langen, unendlichen und rastlosen Bemühungen das Ergebnis der ersten Reise des jungen Karr nach dem Wohnsitze Reinhausens. Polizeirat Schulz erklärte, nachdem er diesen Bericht seines Sekretärs angehört:„Wir werden, allerdings mit der nötigen Reserve, Herrn Gottfried Kühnemann, der ja nach Ihren Nachforschungen auch Landtagsabgeordneter und Großgrundbesitzer ist, interviewen lassen.“ 132,20 Der Reichtum der russischen Klöster. Die russischen Blätter beginnen setzt den Reichtum der russischen Klöster, von dem man früher nur eine ziemlich nebelhafte Ahnung hatve, in Zahlen gen. Darnach betragen z. B. die kirchlichen Einnahmen des Alexander=Newsky=Klosters 200000 Rubel jährlich. Aus seilnem unbeweglichen Besitztum erzielt das Kloster 500000 Rubel das Jahr, während die Spenden zum Bau von Kirchen, zu Unterstützungen aller Art sich auf 750000 Rubel belaufen. Von diesen rund anderthalb Millionen Rubel, die, das Kloster nach der Mindesteinschätzung jährlich einnimmt, bezieht der Abt für seine nicht allzu aufreibende Tätigkeit ein JahresEinkommen von 65000 Rubeln, der Verwalter ein solches von 20000 Rubeln. Das höchste Ministergehalt in Rußland beträgt zurzeit 30000 Rubel. Jeder der 70 Mönche, die das Kloster zählt, muß bei seinem Eintritt in das Kloster eine gewisse, ziemlich sunbedeutende Summe einzahlen. Dafür werden aber von den JahresEinnahmen 250000 Rubel unter die Mönche verteilt, der große Rest wird dem Vermögen des Klosters zugeführt. Als das reichste Kloster gilt in Rußland das Troiza=Ssergijewskajse=Kloster(Dreisfaltigkeitskloster) des hl. Sergius) bei Moskau, das mindestens über ein Kapital von drei Milliarden Rubel und gewaltige Jahreseinnahmen verfügt. Die Zahl der Klöster in Rußland wird auf 700 geschätzt. Den Mönchen und Nonnen geht es anscheinend recht gut. Ein kürzlich verstorbener Mönch des Alexander=Newsky=Klosters hat 100000 Rubel hinterlassen. Die Priorin eines südrussischen Klosters zahlt, wie ein Petersburger Blatt öffentlich behauptet, jährlich nicht weniger als 30000 Rubel zur Unterstützung eines Operettentheaters in einer Stadt Südrußlands. August Pfau, 23 Jahre alt, 23,50 Mark, Ernst Winter, 19 Jahre allt, 22,50 Mank, Friedrich Dobler, 21 Jahre alt, alls Lehrling an der Setzmaschiwe bei achtstündiger Arbeitszeit 22 Mark, vom 7. August ab als Mindestlohn 28,13 Mark! Selbstverständlich ist im Gegensatz zu den Ausstreuungen der sechs Arbeiter von einer Störung des Betriebes nicht im Geringsten die Rede. Vielmehr nehmen wir Arbeiten jeden Umfanges zur prompten Erledigung an. *(Vorsicht bei Insektenstichen.) Bei der jetzigen warmen Jahreszeit ist man leicht Verglftungen durch Insektenstiche ausgesetzt. Die Hitze fördert den Verwesungsprozeß fäulender Gegenstände, die bekanntlich mit Vorliebe von Insekten aufgesucht werden. Die Tierchen bilden so die Ueberträger der Gifte auf den Menschen. Man sollte als Vorbeugungsmittel im zwischen Friedrich= und Wallstraße. Die Breite der Straße ist auf 10 Meter projektiert, davon entfallen 6 Meter auf den Fahrdamm, je 2 Meter auf die Bürgersteige 3. Genehmigung der aufgestellten Bedingungn für die Wasserabgabe. Herr Duisberg: Nachdem nun bestimmt ist, daß Wasseruhren eingeführt werden, und nachdem feste Sätze geschaffen worden sind, ist mir noch ein Punkt eingefallen. Es könnte nämlich sein daß ein Hausbesitzer in einem Monat nur 10 Khm, im zweiten 20 und mehr Wasser verbraucht. Um nun da zu verhindern, daß er bei dem wenigen Verbrauch doch voll das Fixum zahlen müsse, sei vielleicht halbjährliche oder jährliche Berechnug angebracht. Herr Stadtbaumeister Bierbach: So groß, wie der Herr Duisburg annimmt, sind die Schwankungen nicht. Im Sommer ist der Verbrauch allerdings durchweg etwas größer als im Winter. Herr Justizrat Backhausen: Mir ist in den Der Salmiakgeist verhindert nicht nur eine Geschwulst, kommem. Ich halte diese Frist für reichlich lang besondern er übt auch auf etwaige Giftpilze eine zerstö=(messen, zumal doch dann die Einwohner ohnehin durch nauhe Wirtung aus. tan Hehlen des Wassers den größten Unbeguemlichtei. rende Wirkung aus. 9268 Wexhandes der Ges sten ausgesetzt sein würden. **(Eine Ausschußsitzung des Verbandes der GeAus Stadt und Umgebung. Schwerte, den 6. Juli. *:(In eigener Sache.) Am Mitwoch, den 27. Juni, wurde den Verbandsmitgliedern uunserer Druckerei aus den trifftigsten Gründen gekündigt. Bei der Kündigung wurde ausdrücklich deren Austvitt auf Samstag in 14 Tagen(Zweieinhalb Wochen), den 16. Juli, festgelegt und mit allem Nachdruck wiederholt betont, daß„jedes Verbandsmitglied, welches treu und gewissenhaft mit Interesse für das Geschäft arbeiten wolle, bleilen könne und herzlich willkommen sei.“ Diese Kündigung konnte sich nur auf zwei Arbeiter, Gustav Oltmanns und Hermann Lehmann, beziehen. Bereits am vorhergehenden Samstag(Lohntag) war dem Schriftsetzer Ernst Winter wegen durchaus ungenügender Leistungen und Paul Götter wegen Gehorsamsverweigerung gekündigt worden. Beide sind zufällig Verbandsmitglieder; deren Kündigung stecht jedoch nicht in Zusammenhang mit ersterer. Außerdem standen in unserer Offizin die zwei Verbändler August Pfau und Friedrich Dobler. Ersterer kam bereits vor Wochen zum Geschäftsinhaber, ihm zu erklären, daß er nicht„mitmache“— die Verbandsmitglieder hatten schon länger einen Putsch vor—, mit letzterem besteht ein Lehrvertrag. Unter Leitung des G. Oltmanns wurde nun am sellben Mittwochabend bei den Verbandsfunktionären Bäumgen und Schippers in Dortmund(selbige arbeiten als Setzer in der sozialdemokratischen ArbeiterZeitung daselbst) Ordre geholt, u. legten obige fünf genannten Arbeiter(Pfau machte nicht mit) anderen Tags die Arbeit ohne jede Erklärung nieder. Erst nachdem Pfau Drohungen übermittelt waren und ihm durch sein Fenster laut seiner Angabe Steine geworfen wurden, erklärte er der Firma in einem klassischen Briefe, nun doch mitmachen zu müssen. Rücksichtlich der in solchen Fällen stets geübten Flucht zu Unwahrheiten wurden die Verhandlungen im Hauptkontor der Firma gepflogen und protokolliert, sodaß mehr als 10(eugen die oben erwähnten Tatsachen beeiden können. Gern hätten wir mit diesen unseren Erklärungen zurückgehalten, da aber der Gustav Oltmanns und Gemossen mit alben nur erdenklichem Mitteln und durch rege Propaganda in Dortmund, Hörde, Schwerte und Umgegend gestern abend im Saale des Wirtes Hufnagel hierselbst eine„Volksverkammlung“ von etwa 175 Besuchern zusammentrieb, in der der bereits oben erwähnte Schriftsetzer Bäumgen in der sozialdemokratischen Arbeiter=Zeitung zu Dortmund seinen Zuhörern mit echt ssozialdemokratischer Taktik eine Unwahrheit an die andere reihte, sind wir Antwort schuldig und folgt idiese in morgiger Nummer. Man gestatte uns nur noch einige Angaben: Die Firma Karl Braus ist die einzige Druckerei am Platze, welche sseit Jahren nicht nur den Tarif anerkennt, das heißt: die zwischen den sozial denkenden Arbeitgebern und Arbeitnehmern vereinbarten Arbeitsbedingungen hält, sondern bezüglich der Löhne noch darüber hinausgeht und Tarif=Erleichterungen nicht in Anspruch ganommen hat. So erhielten z. B. oben erwähnte Arbeiter bei nennstündiger Arbeitszeit an Lohn wöchentlich: Gustav Oltmanns, 26 Jahre alt, 26 Mark und vom 1. Juli ab Anteil am Reingewinn des Geschäfts. vom 7. August ab als Mindestlohn 28,13 Mark. Hermann Lehmann, 23 Jahre aalt, 26,00 Mark, Paul Götter, 21 Jahre alt, 22, 50 Mark, flügelzuchtvereine der Provinz Westfalen) fand im Bahnhofsgebäude zu Hamm statt. Aus den Verhandlungen dürfte folgendes von allgemeinem Interesse sein: Der Landwirtschaftsminister wünscht, daß bei den Prämiierungen auf den Ausstellungen die eigenen Zuchtprodukte den Vorzug haben sollen vor den angeDeshalb sollen Staatsmedaillen nur Hüchtplegnr.. kauften Dieren. Herr Büregermeister Rohrmann: Da wir kein eigenes Wasserwerk haben, so ist es nur leider nicht möglich, hierin Aenderungen zu treffen, so sehr ich auch die Ausführungen des Herrn Justizrats anerkenne. Aber diese Bedingungen werden uns ebenfalls vorgeschrieben. Herr Stadtbaumeister Bierbach: Ich möchte nur darauf hinweisen, daß die vom Herrn Justizrat Backsondern desmal im September zu Hamm stattfindenden Zuchtviehmarkt eine Geflügelauktion abzuhalten, und zwar vom nächsten Jahre ab. Der Verband will die angeschlossenen Vereine veranlassen, die Ausstellung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, die im nächsten Jahre in Düsseldorf stattfindet, zu beschicken, namentlich Darstellungen von Einrichtungen von Geflügelhösen zu geben. Eine finanzielle Unterstützung wurde in Aussicht gestellt. Einem Antrage, den Verbandsbeitrag herabzusetzen, konnte nicht stattgegeben werden. Dann wurde mitgeteilt, welchen Züchtern aus Westfalen im verflossenen Jahre Staatsmedaillen für hervorragende Leistungen auf dem Gebiete der Geflügelzucht vom Landwirtschaftsminister zuerkannt wurden. **(Ausflug.) Sämtliche Klassen unserer höheren Mädchenschule unternehmen heute ihren jährlichen Sommerausflug. Das Ziel desselben sind die Orte Volmarstein und Blankenstein an der Ruhr mit ihrer reizvollen Umgebung. Ausfühfür geecht halte. Herr Bürgermeister Rohrmann: Die Preise sind so gesetzt, daß für die Wasserkasse kein Ausfall entsteht und sind mit eingehender Ausführlichkeit in der Kommission und im Magistrate besprochen worden. Ich bitte uum Annahme des Magistratsvorschlages. Herr Stadtv.=Vorst. Terbrüggen: Ich glaube, daß wir uns dem Vorschlage des Herrn Bürgermeister Rohrmann anschließen, zumal diese Neuregelung ja vorläufig nur auf ein Jahr probeweise eingeführt werden soll. Nachdem Herr Duisberg seinen Antrag zurückgezogen hat, stimmt das Kollegium dem Magistratsantrage zu. 4. Genehmigung eines mit der kath. Kirchengemeinde abgeschlossenen Grunderwerbsvertrages. Als Gegenleistung für die won der Kirchengemeinde abzutretenden Splißteile sind die Fluchtlinien der Wörthstraße so abgeändert worden, daß das Krankenhaus=Grundstück ganz als Baugrundstück zu verwen§§(Gewerbegericht.) Den Vorsitz führte Herr den ist; außerdem fällt eine Parzelle in die Fluchtlinie, Amtmann Hartung=Wellinghofen. Der Humorist Wil= von der sich der Kirchenvorstand ausbedungen hat, daß liam Märker aus Hamburg klagte gegen den Gastwirt sie nicht bebaut wird. Diese Parzelle soll als freier Stamm zu Schwerte wegen eines Restlohnes von 95 öffentlicher Platz liegen bleiben, Mark. Kläger ist laut Telegramm vom Beklagten für Herr Bürgermeister Rohrmann hebt hervor, 125 Mark auf 14 Tage engagiert. Beklagter wendet die Fluchtlinie sei so gelegt, daß es unmöglich sei, der Kläger wieder sofort abgereist, einen Reisevorschuß chenvorstand, alle in die Fluchtlinien fallenden Parvon 30 Mark hat er schon erhalten. Kläger verlangt zellen, auch der Kirchengüter, abzutreten. pro Tag 20 Mark und Beklagter will nur für beide] HHerr Justizrat Backhausen rügt die unklare Personen 20 Mark zahlen. Die Säche wurde vertagt. Fassung dieser Bestimmung. Zum nächsten Dermine soll der Sohn des Beklagten! Herr Bürgermeister Rohrmann schlägt vor, und Frl. Lehrerin Schneider geladen werden. im Protokoll den Zusatz zu machen, daß der Platz dau**(Unfall.) Beim Kirschenpflücken fiel gestern ernd als öffentlicher Platz liegen bleibe. nachmittag, da die Bäume infolge des Regens glitschig] Herr Schermeng ist der Ansicht, daß der Platz geworden waren, der jugendliche Arbeiter K. vom nicht später von den Anliegern bezahlt werden müsse, Baume und erlitt außer verschiedenen Hautschürfun=] Herr Bürgermeister Rohrmann und das Kollegen eine Verrenkung des rechten Schultergelenks. gium sind auch hiermit einverstanden. Auch ein dies**(Bei dem gestrigen Gewitter) zwischen 2 und bezüglicher Zusatz wird im Protokoll ausgenommen. 3 Uhr nachmittags schlug der Blitz in den Wagen Nr.] 5. Verpachtung von Grundflächen an die kath. Kir22 der Straßenbahn und machte denselben unbrauch= chengemeinde. Gemam bar. Verletzungen des Fahrpersonals und der Fahr=] Herr Bürgermeister Royrmann bemerkt, es handle sich hier um eine Ausnahme. Man wolle der Kirchengemeinde die abgetretenen Splißteile so lange, ** Aplerdeck, 5. Juli.(Jubiläum.) Seit 25 wie die projektierten Straßen noch nicht in Angriff geJahren führt Herr L. Kellermann die Rendantur un= nommen seien, für einen Pachkzins von 3 Mark zur serer Sparkasse mit besonderem Geschick, wofür die Nutzung überlassen. Kollegium ist auch hiermit einganze Gemeinde ihm zu Dank verplichtet ist. Aber auch verstanden. als Bürger und Vorsitzender des Krieger= und Land=, 6., 7. u. 8. Festlegung von Fluchtlinien. wehrvereins erfreut sich Herr K. großer Beliebtheit] Die Göthestraße und Schillerstraße sollen je 12 und Anerkennung, die an seinem Jubeltage am 1. d. Meter breit werden. Davon entfallen 7 Meter auf Mts. zum Ausdruck kam. Wir wünschen dem treuen den Fahrdamm, die Bürgersteige werden 2,50 Meter Beamten und Mitbürger, daß er in steter Frische und breit. Die Wörthstraße soll 10 Meter breit werden, Gesundheit nach weiteren 25 Jahren sein goldenes davon entfallen 6 Meter auf den Fahrdamm, se 2 Megäste kamen erfreulicherweise nicht vor. Jubelfest feiern möge. Sitzung der Stadtverordneten. Schwerte, den 5. Juli. der auf die Bürgersteige. 9. Abänderung eines Ortsstatuts. Es handelt sich darum, eine Bestimmung im Ortsstatuts, geltend bei Anlegung, Aenderung und Bebauung von Straßen und Plätzen dahin zu ändern, daß es statt„öffentliches Eigentum“ heißt:„städtisches Eigentum.“— KollegiVon den Stadtverordneten sind 16 anwesend; es um ist mit dieser Aenderung einverstanden. fehlen die Herren Weinberg und Dr. Munkenbeck. Den 10. Genehmigung der Mehrausgaben von KreisMagistrat vertvitt Herr Bürgermeister Rohrmann, steuern. Es werden noch vund 6700 Mark Kreissteuern anwesend ist weiter Herr Stadtbaumeister Bierbach. nachgefordert, sodaß die Stadt Schwerte statt 48000 M., Den Vorsitz führt Herr Stadtverordneten=Vorsteher wie im Etat vorgesehen, jetzt 54744,92 Mk. aufzubrinDirektor Terbrüggen, der kurz nach 5 Uhr die Ver=gen hat. sammlung eröffnet. 1 Her Juskizrat Backhausen: Die Steigerung 1. Neuwahl des ersten Beigeordneten. Es handelt der Kreissteuern ist ganz unheimlich; diese werden sich um eine Ersatzwahl auf 6 Jahre, die durch den noch höher werden, wenn in absehbarer Zeit Hörde Wegzug des Herrn, Kommerzienrat Fleitmann nötig aus dem Kreise ausscheidet. geworden ist. Das Kollegium wählt durch Stimm=] Herr Bürgermeister Rohrmann: Die großen zettel mit 16 Stimmen einstimmig Herrn Direktor L. Ausgaben des Kreises werden in der Hauptsache durch Emmerich zumm ersten Beigeordneten der Stadt die Wegeausbauten verursacht. Nach dem Statut von Schwevte. 1898 muß der Kreis jeden bis zu einem gewissen Grade 2. Festsetzung der Fluchtlinien der Kampstraße ausgebauten Weg übernehmen, wenn die betr. Ge einen dabingehenden Antrag stellt. So waren stahl und bejahen die nach Körperverletzung. Hiernach sten als eine Pflicht der Gemeinden anerkannt wreden ium worigjährigen Kreisetat 117000 Mk. für Instand= beantragt der Herr Statsanwalt 1 Woche Gefängnis. muß. Auf den Besuch der Waisenratsversammlungen haltung der Kreiswege angesetzt, die sich dann aller= Das Urteil lautet auf 4 Wochen Gefängnis wegen ein= wird es auch von günstigem Einfluß sein, wenn die dings auf 95000 Mk. ermäßigte. lfacher Körperverletzung. Landräte an ihnen teilnehmen. Der Justizminister Auf eine Anfrage des Herrn Justizrat Backhausen— Bochum, 5. Juli. Der Fabrikarbeiter Budenberg hat die Gerichte angewiesen, dem Wunsche der Landbemepet Herr Bürgenmeister Rohrmann weiter, daß kehrte gestern abend gegen 10 Uhr von seiner Arbeits= räte nach Teilnahme an den Versammlungen durch schon wegn Erleichterung der Kreislasten ge= stelle, nachdem er die Abkehr genommen, in seine Woh= Einladungen entgegenzukomen. Die mit der BestellPetro=[ung won Frauen zu Waisenpflegerinnen gemachten löschten fahrungen sind, so heißt es am Schlusse der Verfügung, die Kreiskasse nicht belastet, und zweitens, daß sie das Feuer. Kurze Zeit nachher jedoch stürzte B. sich derart erfreulich, daß der gegen diese Maßnahme wohl den Aufwendungen des Kreises für Wegebauten aus dem Fenster der vierten Etage und blieb unten mehr aus Vorurteil als aus sachlichen Grunden gerichkeinen Vorteil hat, da es sich nur um Wege ländlicher mit zerschmetterten Gliedern tot liegen. tete Widerstand überwunden werden muß. Der hohe Gemeinden handelt. Als einzigen Weg zur Besserung bezeichnet Redner die Abänderung des erwähnten Statuts von 1898. Nachdem noch andere Redner über den wunden Punkt der Kreissteuern gesprochen haben, werden die Kreissteuern bewilligt, weil es eben nicht anders geht. 11. Bewilligung von Kosten für die Veröffentlichung der Wetterworhersage. Kleine Chronik. Berlin, 5. Juli. Die Gattin des Geheimrats Noelle aus Großlichterfelde, welche mit ihren Kindern und ihrer Gelellschafterin ins Bad reiste, wurde gegern 44. Wert des Waisenpflegerinnenamtes wird in den Berichten sowohl der Justiz= wie der Verwaltungsbehörden fast aller Provinzen bezeugt. Unter dem zutreffenden Hinweis darauf, daß Frauen es besser als Männer verstehen, die zur Pflege junger Kinder geeigneten Familien auszuwählen und Lebenshaltung und Erziehung der Kinder zu beaufsichtigen, wird namentlich von einem Oberpräsidenten über die erfreulichen Wirkungen berichtet, die sich aus der ausgedehnten Anwendung dieses Instituts ergeben haben. In größeren Städten der betreffenden Provinz ist jedem Stadtbeer durch das verheerende zirke eine Waisenpflegerin zugeteilt; in kleineren GeBrandunglück der St. Michaeliskirche angerichtete Ge= meinden unterziehen sich die Ehefrauen der Waisensamtschaden beziffert sich aufgrund vorläufiger Fest=räte der gleichen Aufgabe. Derartige Maßnahmen rk, wovon allein werden sich zu allgemeiner Verbreitung eignen. In der Bewährung der Frauen als Waisenhat der Justizminister dem Vormundempfohlen, Frauen häufiger als Vorhistorischen Grunde wird sofort begonnen werden, so= münder zu bestellen. Stadtverordneten= bald die Trümmerstätte freigelegt ist. Es sollen Kästen aus= gen Mitternacht im Zuge zwischen Rathenow und am alten Rat=saf ihrem historischen Grunde wird sofort begonnen undertmarkscheine in die Hände Wilhelm=Augusta14. Mitteilungen. Der Herr, Stadtverordneten= bald die Trümmerstätte freigelegt Vorsteher gibt eine Eingabe des Haus= und Grundbe= Mannheim, 5. Juli. Der Inhaber der Wirtschaft sitzervereins bekannt, welche die städtischen Vertretun Rheindamm 39 stach den 27 Jahre alten Gast Julius gen ersucht, an den zuständigen Stellen dahin vorstellig Ohlinghaus aus Elberfeld wieder, weil er vermutete, zu werden, daß Schwerte in eine höhere Servisklasse Haß der Reisende in zunerlaubten Beziehungen zu seiversetzt werde. Der Magistrat hat die Zurichstellung neß Frauf fteße# der Ausführung dieses Gesuches um 1 Jahr beschlossen, da nach dem Servisgesetz eine Aenderung vor 1908 nicht möglich ist. Kollegium ist einverstanden. Sodann nimmt Herr Bürgermeister Rohrmann das Wort zu der nachstehend wiedergegebenen wichtigen Erklärung: Sehle Brahtmetbungen. „Die Staldt Dortmund beabsichtigt, wie bekannt sen hatte, blieb um 5 Stunden zurück. ist, vor dem Wasserwerken in Schwerte und Geisecke! London, 5. Juli. Die großen Eisenwerbe der Firzrohre durch das Stadtgebiet zum ma Penn und Son in Gradley Heath wunden gestern Wassenleitungstugee—.—... g9.: Sum morgen durch eine furchtbare Kesselexplosion nahezu Tunnel im Schwerter Walde anzulegen. Zu diesen volständig zerstört. Von den umliegenden Gebäuden Zwecken ist der Stadt Dortmund das Recht der Ent= wurden mehrere durch die auf weite Entfernung umeignung verliehen. Zr Wahrung der eigenen Interes=(herfliegenden schweren Eisenstücke gleichfalls arg besen und derjenigen der betsiligten die Stadt Schwertdiejenigen Straßer will, um 12 Meter erbreitert, und daß da, wo die Lini= stücke von Eisen= und Mauerwerk schwer verletzt. en der Rohrleitungen sich nicht an vorhandene Straßen anschließen, Schwerte Straßen in Breite von 18 Meern projektiert und daß zu diesen 18 Metern die Stadt Dortmund 12 Meter kostenlos abzutreten habe. Als Gegenleistung gestattet Schwerte, daß die betreffenden v. wunde im hoffnungslo= Amnestie aus Anlaß der sThronerben=Geburt. kamn Hustansh in das Hrankenhaus a. cht Berlin, 5. Juli.(Drahtber.) Wie behauptet wird, sem Zustand in das Krantenyaus gebracht. und zwar von gut untervichteter Seite, ist aus Anlaßz Paris, 5. Juli. Den Ozeanwettlauf gewann der der Geburt des jüngsten Thronerben ein königlicher Dampfer„Deutschland“, der die Reise Newyork=Kap Gnadenerlaß für militärische sund politische Vergehen Lizard in 5 Tagen 13 Stunden zurücklegte. Die fran= in Aussicht genommen. Der Erlaß, der sich auch auf zösische Mitbewerberin„Provence“, die eineinhalb kleine Haft= und Geldstrafen erstreckt, wird vorausStunden später als die„Deutschland“ Newyork verlas= sichtlich am Tage der Taufe des jungen Prinzen veröfigen der bebeiligten Grundbesitzer hat schädigt. Wie viele Arbeiter nter den Trümmern be*-dant daß die Stadt Dortmund graben liegen, ist noch nicht festgestellt, und wurden bisErie 6esoto,„Zwecke benutzen her erst zwei Leichen zutage gefördert. Viele Arbeiter ben, welche sie für ihre Zwrur vorru#### wurden außerdem durch die herumfliegenden BruchF(Eine wirksame Strafart.) Ein Wahrzeichen der ehemaligen Befestigungen der Stadt Kassel, der am Druselturm, ist neuerdings, so Gestalt fentlicht werden. Die Herrschaft des Revolvers. Warschau, 5. Juli. Als zwei berittene Kosaken am späten Abend einen Gefangenem abführten, wurden von unbekannten Männern mehrere Revolverschüsse auf sie abgegeben. Beide wurden tödlich verletzt, auch Passanten wurden getroffen. Die Täter sind entkommen. Unehrlicher Beamter. Hannover, 5. Juli. Das Schwurgericht vevurteilte den königlichen Gerichtssebretär Hamann wegen jahrelanger betrügevischer Gebührenerhebung, Unterschlagung von Gerichtskosten in 79 Fällen und wegen Amtsverbrechen sseit 1897 unter Annahme mildernder Umstände zu insgesamt vier Jahren Gefängnis. Der Lehrling als Brandstifter. Erfurt, 4 Juli. In Mühlberg im Landkreise Erfurt steckte der vierzehnjährige Schmiedelehrling Düker das Haus seines Meisters in Brand, wodurch zwei große Anwesen eingeäschert wurden. Als Grund gab der Brandstifter an, daß ihm seiwe Lehrzeit nicht gesiel. Schweres Sprengunglück. Donanwörth, 5. Juli. Durch vorzeitige Entladung Angelegenheit in dem vorgeschriebenen Verfahren kur mählich stark verfiel, so hat ihn die Stadt Kasse Entscheidung gebracht werden muß. Bei dieser Sach= in neuem, dem alten getreu nachgebildeten Ae Grundlage und mit Rücksicht auf die stattfindenden stücksankäufe seitens den Dortmunder WasserwerksVerwaltung mache ich die hiesigen Grundbesitzer auf § 15 der Baupolizei=Ordnung vom 6. August 1904 aufmerksam. Hiernach kann an Straßen, welche noch nicht Da der Turm jedoch auKassel nun Aeußern wiedererstehen lassn. Noch währnd er seinem ursprünglichen Zwecke als Befestigungsturm diente, kam es zuweilen vor, daß im Druselturm ein allzu übermütiger, unbotmäßiger Junker oder ein Bürger oder eine Bürgerin mit bösem Mundwerk auf einige Zeit ihren Aufenthalt nehmen mußte, bis man ernste AnStraßen von Dortnund zu Waserleitungsswecken in Druselplot, e= Pgergeschrieben, in seiner alten Gei einer Breite von 9 Metern benutzt wenden. Die Ver= witer hergestellt worden. Er hatte schon im Miteltreter der Stadt Dortmund hatten sich zur Annahme alter manchem feindlichen Ansturm getrotzt und war dieser Bedingungen bereit erklärt unter dem Vorbe= sogar während des Siebenjährigen Krieges unbeschähalte der Zustimmung der städtischen Vertretungen. digt aus zwei Belagerungen hervorgegangen. Als Gerach ist biese Zustukinung nicht erfolgt. Es scheint sdann der Landgmf Friedrich 2. de Bchungsgerke von Donanwörch, b. Julsi. Durch vorgeitge Ertsabure ostolth ur gimar EFinsigurng 3.—— Fuchaß dig Kassel schleifen ließ, vefagl ex, den Drufettunm zumi einer Sprengmine bei den Sprengarveuten an der aldeshalb zu einer Eimigzung nicht Zu vontutent,###p Gedächtnis stehen zu lassen. Da der Tunm jedoch all ten Donaubrücke wurden geestrir vier an den Sprengarbeiten beteiligte Personen, zwei Ingenieure, ein Brückenarbeiter und ein Werkführer, durch deven Unvorsichtigkeit das Unglück verursacht wurde, schwer verletzt. Goluchowskis Rücktritt. Wien, 5. Juli. Goluchowskis Rücktritt steht nunmehr fest und wird spätestens im Herbst erfolgen. Als Nachfolgen kommen in Betracht der Botschafter in London, Karl Fürst Kinsky, der Botschafter in Petersburg, Lexa Freiherr v. Aehrenthal, und eventuell Graf Welsersheimb, der jjüngst Oesterreich=Ungarn in Algeciras vertrat. Oeffentlicher Wetterdienst. Dienststelle Meteorologisches Observatorium Aachen. Voraussage für den 7. Juli. Wind: Mäßige westliche. Bewölkung: Ziemlich strübe. Niederschlag: Regenfälle. Temperatur: Kühler. Die Wetteraussage bezieht sich auf die Zeit vom Abend des Tages der Ausgabe unserer Zeitung bis zum Abend des folgenden Tages WWenn sie übr Regen und Gewiter nichts enthält, so wird angenommen, daß solche nicht eintreten. Die Voraussage für die Nachtbezw. Tagestemperatur gilt im Vergleich mit der entsprechenden Temperatur der worigen Nacht bezw. des vorigen Tages. für den öffentlichen Verkehr und Anbau fertig gestellt zeichen der Besserung an ihnen wahrzunehmen glaubsind, nur mit' Genehmigung des Magistrats und der te, sodaß dabei der Turm vorübergehend als Besserbisten Genchnigung Knan die zstähdige Vehdiode un sensianer Sie Stanste fir Gde Sies Mandpeit in der Abmachungen privater Art keine Rücksicht nehmen. Es hart an den Turm grenzenden Druselteich getaucht. wird sich deshalb empfehlen, daß die Eingesessenen vor Der Hergang bei diesem, nach dem Bericht von ZeitgeAbschluß von derartigen Verkäufen bezüglich der Ver= nossen recht wirksamen Strafverfahren war folgender: wertung der verbleibenden Grundstücke als Bauland sich rechtzeitig Ausbunft beim hiefigen Stadtbauamt erteilen lassen.“ Dann folgt eine geheime Sitzung. Westkalen und Rbeinland. Die Uebeltäterin wurde in einem, an einem langen und biegsamen Heubaum befestigten Waschkorbe, in dem sie auf einem Stuhle angebunden saß, aus der jetzt vorhandenen Türe herausgeschoben und dann in dem Teiche mehrmals und zwar so oft untergetaucht, bis sie flehentlich um Gnade bat und feierlich Besserung gelobte, Das letzte Strafgericht dieser Art ist im Juli 1704 an einer gewissen Martha Schuchard voll zogen worden, die das Stehlen und Schimpfen nicht s Hagen, 4. Juli.(Schwurgericht.) In heuti=(lassen konnte uund deshalb schon öfters mit dem Stockger Verhandlung hat sich der Fabrikarbeiter Karl haus(dem Strafgefängnis) und der Rute des Gerichts Speckmann aus Schwerte wegen Raubes und Körper-lbüttels Bekanntschaft gemacht hatte. Da dies alles verletzung zu verantworten. Die Hagener Strafkam= nicht half, und Marthchen unverbessewlich schien esserlich schien, so versuchte man es enslich mit dem Untertauchen, und dieses hatte den besten Erfolg. Ag mer, vor der die Sache schon mal zur Verhandlung kam, erklärte sich für unzuständig und verwies die Sache an das Schwurgericht. Der unzählige Male vorbestrafte Angeklagte, allein 10 mal wegen Körperverletzung und 5 mal wegen Diebstahl, ist beschuldigt, am Abend des 31 Dezember v. Is. den Fabrikarbeiter Friedrich Erdenreich aus Sölde mißhandelt und seine Uhr gestohlen zu haben. Der Angeklagtegibt zu, dem Erdenreich eine Ohrfeige versetzt zu haben, doch bestreitet er den Uhrendiebstahl. Der Herr Statsanwalt tung läßt nach der Beweisaufnahme die Anklage auf Raub von den Verwaltungsbehörden aller Instanzen auch fallen und bittet, den Angeklagten wegen Diebstahl zu serner gepflegt und gefördert werde, und gibt die Anverurteilen, ebenso wegen Körperverletzung und die regung dazu, in den Gemeinden die Einsicht zu verFragen nach mildernden Umständen zu verneinen. breiten, daß eine sachgemäße Durchführung der WaiHerr Rechtsanwalt Dr. Kumbrusk bittet um Freispre= senpflege und eine beständige Fühlung ihrer Organe chung, da die Beweisaufnahmen in keiner Weise die mit der obervormundschaftlichen Stelle auch dem GeSchuld des Angeblagten ergeben. Die Herren Geschwo= meinwohl dienlich ist und daß hiernach die Schadloshalrenen verneinen die Schuldfrage nach Raub oder Dieb= tung der Waisenräte für ihre Reise= und ZehrungskoVom sozialen Felde. Die Waisenpflege. In einer Verfügung über die Waisenpflege legt der Minister des Innern Wert darauf, daß die Einrichtung von Versammlungen der Gemeindewaisenräte Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schade, Schwerte. wird nochweislich von mehr als 50 Dod deutschen Haustrouen beniktt. Verkoufsstellen-Nochweis d.: CHoch, Berleburg. Generol-Vertriebsstelle.“ * Fest-Gottesdienst 20 Feaprediger: Pasto. Röenberg, Westiloer, Ke. Herford. 22 Fest=Versammlung O) nochmittags 3½ Uhr im Saale der Frau Wwe. Wilh. Qundbeck, („Westfäl. Hof“), Bahnhosstraße. Ansprache des Festpredigers Pastor Nörenberg sowie hiesiger und auswärtiger Redner, verbunden mit Chor=Gesängen hiesiger und aus. wärtiger Vereine. Gerollteiner Spruge, SchutzMarke. Eintritt gegen Programm à 20 Pfg. Jedermann ist freundlich eingeladen Der Vorstand. Tafelwalfer I. Ranges. Herztlicherleits empfohlen als vorzügliches Mittel gegen Halsübel,(agen-, Blasen- und Dierenleiden. Hauptniederlage: W. Pferdekämper. Schwerte, Restaurateur. Fernsprecher 117. 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Andreas Schaefer Uhrmacher Schwerte, Hüsingstr. 10 im Hause des Herrn 1345 Wilh Kett. 5 inie Bacher und Schrirten * •T Puntrhehts-Rrebelalt Srererrrrer ***** •.2 fürden Kieis worth! me Die„Schwerter Zeitung“ erscheint täglich, ausser Feiertags. Bezugspreis: Mk. 1.6s vierteljährlich, bei der Post 42 Pl. für Bestellgeld mehr. Wöchentliche Gratis-Beilage:„Illustrierter Famissenkreund." o 0 O O O O O O O O O O 0 0 Anzeigenpreis: Die sechsgespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 Pf., Anzeigen von auswärts 1s Pf., Reklamezeile 40 Pl. Erstes und ältestes Tagesorgan Kreises. Haupt=Annoncenblatt. Alle Kreis- und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäss Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung“ rechtsverbincliche Kraft. o o 0 0 O O O O O O O O 0 0 Druck u. Verlag von Carl Braus, Schwerte. Fernsprech-Anschlus: Dr. 62 Amt Schwerte. Celegr.-Adresse Braus, Schwerte-Kuhr. o Nr. 156. Politische Uebersicht. Grober Unfug. Wieder einmal ist vorgestern in Berlin eine sammlung, worin der Graf Pückler aus Klein=Tschirne seine sattsam bekannten hetzerischen Tiraden einer wenig geschmackvoll empfindenden Zuhörerschaft vortrug, der polizeilichen Auflösung verfallen. Dieser V fall wäre nicht der Erwähnung wert, wenn er nicht ein eigentümliches Licht auf die Art der Vollstreckung der strafe verbüßte, der Besuch des zu Kaisersgeburts in Danzig veranstalteten offiziellen Festmähler erlaubt wurde. Vor einiger Zeit hat Graf Pückler wiederum eine gegen ihn verhängte Festungsstrafe angetreten. Auf ein ärztliches Attest hin bereitwilligst beurlaubt, fiel es dem Herrn garnicht ein, sich nach Ablauf des Urlaubs zur weiteren Vollstreckung seiner Strafe zu melden. Es ist ganz unverständlich, daß er daraufhin nicht sofort festgenommen und der Strafanstalt wieder zugeführt wurde, zumal die Polizei doch wohl spätestens durch die Anmeldug der Versammlung, in welcher der Graf auftrat, über seine Anwesenheit in Berlin unterrichtet war. Die Berliner Polizei hat offenbar den Vorwurf, den ihr der Strafkammervorsitzende Kanzow bei der Verkündigung eines der gegen den Grafen Pückler ergangenen Strafurteile am 12. Januar 1905 machte, daß sie nämlich leider in vielen Fällen nicht scharf genug gegen den Mann vorgegangen sei, um den Unfug zu steuern, nicht beherzigt. Der Verlauf der ganzen Angelegenheit zeigt, wie berechtigt dieser Vorwarf war, und ihm ist der weitere hinzuzufügen, daß man bei der Vollstreckung der gegen den Grasen Pückler erkannten Strafen mit einer ganz besonderen Schonung worgeht, die nur aus zwei Gründen unangebracht erscheint: einmal deswegen, weil sie in den weitesten Kreisen unseres Volkes den Anschein erwecken wird, als ob man auf einen Verurteilten aus aristokratischen Kreisen mehr Rücksicht nähme, als die Gleichheit vor dem Gesetze erlaubt, und ferner, weil der rede= und wadaulustige Graf seinen Unfug ungeschwächt fortsetzen wird, so lange es ihm so leicht gemacht wird, die Folgen seiner Hetzreden zu tragen. Freitag, den 6. Juli 1906. Die Lage unserer Truppen in Südwestafrika. wird durch folgende Stelle eines uns zur Verfügung gestellten Privatbriefes aus dem Süden des Schutzgebietes grell beleuchtet: „In den Karasbergen ziehen sich neuerlich Banden von Hottentotten zusammen. Und dabei sind die dort stehenden Kolonialtruppen aus vielen Gründen zur Untätigkeit verurteilt, weil ihnen alles das fehlt, was sie brauchen, da die Zugochsen in steigendem Maße versagen und hinsterben, im besten Falle die Ochsengeschirre zu spät eintreffen. Es fehlt daher der Truppe alles, was sie braucht, so u. a. der Sauerstoff für die Signalapparate, aber auch alles Nötige zum Leben. In dieser Weise kann es kaum weiter gehen. Immer diese Hungerleidevei. Alkohol oder Fruchtsaft gibt es im Süden schon längst nicht mehr, Schwefelhölzer und Tabak sind schon seit Monaten nicht mehr geliefert worden. Den Leuten fehlen Stiefel und Wäsche. Und dabei werden die die Nächte immer kälter.“ So weit unser Gewährsmann. Man sollte die Herren der Kolonialabteilung und die neuerdings veiselustigen Reichstagsabgeordeten, die die Forderrungen für Deutsch=Südwest abgelehnt haben, wirklich einmal nach Deutsch=Südwest schicken, um die dortige Hungerleiderei mit zu genießen. Sollen denn unsere Truppen wirklich erst verhungern, ehe unsere hochweisen Reichstagsboten daran glauben, daß man Kriege micht im Rahmen des Etats führen kann, und daß eine Eissenbahn besser ist als 1000 Ochsenwagen, ja selbst als Tausende von hungerleidenden Schutztruppenwehrleuten? Es wär' so schön gewesen.... Rosa Luxemburg sollte nach der Darstellung des „Vorw.“ in Freiheit gesetzt worden sein, weil sie selbstverständlich unschuldig sei. Gegenüber dieser Darstellung ist bereits darauf hingewiesen, daß sie im Widerspruche stehe mit einer anderen Meldung, wonach sie nur gegen sehr hohe Kaution aus der Haft entlassen worden sei. Jetzt muß der„Vorwärts" nachträglich seine erste Meldung vektifizieren. Darnach ist Rosa Lupemburg nicht nur allein gegen eine Kaution von 8000 Rubel auf freien Fuß gesetzt worden, sondern die 38. Jahrgang. Haftentlassung ist an die Bedingung geknüpft worden, daß sie Warschau nicht verlassen darf. Man sieht wieder einmal, welche Glaubwürdigkeit die sozialdemokratische Presse, insbesondere das Zentralorgan, verdient. Würde diese Meldung nicht von anderer Seite erfolgt sein, so würde der„Vorwärts“ dieselbe wahrscheinlich unterschlagen haben. Von unserer Flotte. — Wilhelmshaven, 5. Julli. Mit dem fortschreitenden Wachstum der Flotte sind die früheren Panzerschiffe vollständig überflüssig geworden. Nicht weniger als vier dieser alten Schiffe„Kaiser" sjetzt„Uranus", „Deutschland“ jetzt„Jupiter", Preußen“ jetzt„Saturn“ und„Frieddrich der Große“ sind aus der Liste der aktiven Kriegsschiffe gestrichen worden. Es waren die ersten Panzerfregatten des jungen deutschen Reiches, denen ein großer Teil der älteren Seeoffizieve seine Ausbildung verdankt.— An Stelle des im Herbst zur „Außerdienststellung(gelaugenden TTorpedoschulschiffe „Blücher“ soll das ehemalige Panzerschiff„Württemberg" als Torpedoschulschiff eingestellt werden. Riesenaufstand in China. London, 5. Juli. Nach Meldungen aus Schanghai ist in China ein Riesenaufstand ausgebrochen. Die Aufständischen verfügen über eine gut bewaffnete Armee von etwa 60000 Mann. Ein bewaffnetes Heer von etwa 50000 Mann griff Hseiszheng an und nahm die Stadt nach hartnäckigem Widerstand seitens der Garnison. Auf beiden Seiten wurden zahlreiche Personen getötet und verwundet. Die kaiserlichen Truppen versuchen, den Aufstand zu unterdrücken. In mehreren Bezirken wurden Staatsbeamte on den Aufständischen ermordet. Zahlreiche Missionsanstalten von deutschen, englischen und amerikanischen Missionen, protestantische, sowie katholische, sind zerstört worden. Westfalen und Rheinland. * Halver, 4. Juli.(Zahmes Reh.) Der Lehver Vormann zu Bommers bei Halver fing im vergangenen Jahre ein junges Reh, das sich im Laufe der Roman von Martin Wehrau. 97 „Freilich verspreche ich mir davon wenig oder gar nichts. Es bleibt doch so: von hier aus müssen wir die rechte Spur aufzufinden suchen. Der Gedanke zu dieser Tat ist nach meiner Anschauung hier in der Hauptstadt gereift.“ Noch saß der Polizeirat, nachdem sich Jul Karr entfernt, nachsinnend an seinem Schreibtisch, als Paula, ein Zeitungsblatt in der Hand haltend, hereinschlüpfte. „Papa,“ rief sie,„da lies einmal! Du kennst doch auch den Verwalter von der Baronin Jefferson, den schwarzbärtigen, schwarzbebrillten Traugott Wirstler. Frida behauptet, nach der Beschreibung da wäre er der Glückspilz, der den Haupttreffer der Kreditlose gewonnen hat.“ „Na, na, so ein Glückspilz scheint mir Herr Wirstler nicht zu sein, dazu steht er zu melancholisch aus,“ lächelte Schulz und überlas die Notiz. Sie lautete:„Haupttreffer. Der am 2. September l. J. gezogene Haupttreffer der Kreditlose, welcher die sehr stattliche Summe von dreihunderttausend Kronen ausmacht, ist in die nördliche Provinz gefallen. Vor einigen Tagen hat in einer Bankstube„Landesbank“ der Provinzialhauptstadt ein etwa vierzigjähriger Herr mit schwarzem Vollbart, dem Aussehen nach, er hatte hohe, eingefettete Stiefel und einen Lodenmantel, ein Gutsinspektor oder Landarzt, das glückbringende Los vorgewiesen und wurde dem schwarzbärtigen, schwarzbebrillten Herrn selbstverständlich abzüglich der entsprechenden Steuern und Taxen sofort der Gewinn ausbezahlt. Hoffentlich bringt dem Gewinner das Geld auch Glück.“ „Das möchte ich auch wünschen,“ sagte der Rat und schlug die Zeitung zusammen.„Daß es Wirstler ist, der da gemeint ist, halte ich für eine sehr gewagte Annahme. Uebrigens hat sich der Glückliche beeilt, seinen Schatz in Sicherheit zu bringen, denn es ist doch erst drei Wochen seit der Ziehung her und der Fälligkeitstermin ein halbes Jahr später. Der Mann wird sich einen ziemlichen Abzug haben gefallen lassen müssen. Vielleicht brauchte er das Geld dringend, dann sei es ihm doppelt vergönnt.“ ** „Paul Gottfried Kühnemann, Prosim,“ rief der einäugige Krotke, Polizist und Briefträger des halb slavischen, halb deutschen Dorfes Nezam und reichte mit einem tiefen Bückling dem Genannten zwei Briefe. Dann schwang er, jedem Reglement zum Trotz, die eingedrückte Mütze mit dem roten, schmalen Streifen respektvoll vor dem kleinen Manne, der mürrisch in den halbgeschlossenen Wagen stieg, welcher vor einem langgestreckten, einstöckigen Hause stand. Herr Kühnemann schob die Briefe verdießlich in die Taschen des schweren Ueberrockes, den er fast heben mußte, damit er nicht den Boden schleife. Denn Kühnemann war fast mittelgroß. Er hatte ein rotes, frisches Gesicht und weißes Haar, das unter einem niedrigen, schwarzen Hute im Nacken ein ziemliches Stück hervorragte. Eine Brille saß auf der kurzen, dicken Rase. Das Gesicht war bartlos, wenn man von den starken Kotelletes absah, die über den Backen wuchsen. Kurz, eine nicht sehr imponterende Gestalt. Die Hände des Guts- und Brauereibesitzers waren im Verhältnis zum Körper groß, ausgearbeitet und tiefgebräunt: Bauernhände. Kühnemann ließ, nachdem er sich in dem Wagen niedergelassen, den Ueberrock über die spiegelblank geputzten Stiefel fallen und rief Jean, dem ungeschlachten Burschen auf dem Kutschbocke, ein herrisches„Vorwärts!“ zu. Der rothaarige, mit einer weißen Lammfellmütze bedeckte Kopf des Knechtes nickte, und die Peitsche sauste über die Pferde, die nun in scharfem Tempo ausgriffen, wiewohl sie Tags vorher im Drehgange der großen Dreschmaschine den ganzen Nachmittag gegangen waren. Ein brauner Nebel erfüllte die Landschaft, die flach wie eine Tafel meilenweit sich ausdehnte. Es herrschte kaltes, regnerisches Wetter, welches die Dorfstraße in ein graues, wogendes Meer verwandelt hatte, dessen Passage recht ungemütlich war. Graue Kottropfen spritzten bis auf den Ueberrock des Gutsbesitzers, der die Briefe so unmutig in Empfang genommen hatte, weil er aus dem Adressenvordruck des einen sofort ersehen hatte, daß ihm wieder einmal eine zu leistende Zahlung avisiert werde. War die Sache an sich nicht erfreulich, so war sie es auch deshalb nicht, weil ihn das Schreiben in seinem ganzen Gedankengange störte und den hohen Flug der Phantasie lähmte. Dessen bedurfte er aber, wenn er morgen im Landtag die erste, große Rede über die Zuckersteuer halten sollte. Gerade in den Morgenstunden memorierte er am besten, und so gedachte er die Zeit der Bahnfahrt zur Rezitierung des Speechs zu verwenden; da riß ihn das blaue Kouvert in den nüchternen Alltag zurück. Herrn Kühnemanns Stimmung wurde erst ein wenig gebessert, als er, nach einviertelstündiger Fahrt auf der Haltestelle angelangt, konstatieren konnte, daß das Coupe zweiter Klasse, das man ihm in dem Zuge angewiesen hatte, unbesetzt war. Das ermöglichte ihm wenigstens, seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen. Nachdem er sich es bequem gemacht, d. h. den Ueberrock als Sitzunterlage zurechtgelegt und die Füße auf die gegenüberliegende Bank gestemmt, ervrach er den zweiten Brief.(Nach dem Inhalt des anderen gelüstete ihn nicht.) Ein Lächeln der Genugtuung überflog die feisten Züge, als er auf dem weißen Briefbogen, der mit großen, Schriftzeichen bedeckt war, links den Vordruck„Karl Loring" las. Von dort her konnte keine Botschaft des Unheils kommen. „Verehrter Herr und Freund! Heute komme ich Ihnen nicht mit etwas Geschäftlichem, sondern als freundschaftlicher Aviseur. Sie waren mit Herrn Reinhausen, der ein so unglückliches Ende fand, wie mir bekannt, befreundet. Ich höre nun, unter diesem Titel wird, so schreibt mir meine Tochter Frida aus der Hauptstadt, ein dortiger Journalist Sie, verehrter Herr und Freund, um ein paar Worte oitten und zwar, da Sie ja doch in den Landtag gehen werden, dort. Ein Herr Paul oder Peter, ich habe den Brief Fridas im Augenblick nicht bei der Hand und kann den Namen daher nicht genau angeben, ist es. Ich ersuche Sie nun, dem Herrn mit Auskünften freundlich behilflich zu sein. Zu Gegendiensten stets mit Vergnügen bereit, zeichne ich mit aller Hochachtung ergebener Karl Loring. Kühnemann zog die Beine jäh von der Bank zurück, riß das Taschentuch aus dem Ueberrock und putzte sich die Brillengläser. „Weiß der Kuckuck, was ich über den Reinhausen wissen soll. Weiß ich überhaupt etwas? Nein, nichts! Nicht mehr als die anderen.“ Er wanderte von einem Fenster zum anderen, den Brief in der Hand schwingend.„Wenn Loring nicht ein solcher braver Mann wäre, würde ich ihn heimleuchten. Ich brauche kein I terview mit einem Journalisten," räsonierte er halblaut. Plöt lich blieb er stehen und fuhr sich nach der Stirn. Es war thi etwas schwer aufs Herz gefallen. Er ließ sich wieder auf de Ueberrock nieder und schlug die Beine übereinander. Er schloß sogar die Augen, was er stets tat, wenn er über die Wegschaffung einer peinlichen Sache nachdachte. 132,0 * Zeit so an ihn anschloß, daß es ihn überall hin begleitete. Das Tier hatte sich der Furcht so sehr entwöhnt, es den Lehrer sogar auf die Jagd begleitete und haum noch durch das Knattern des Gewehrs erschreckt wurde. Vor 4 Wochen war das Tier plötzlich verschwunden und sein Besitzer glaubte schon, daß es wieder seine Genossen im Walde aufgessucht habe. Als V. sich am Sontag jedoch auf einem Spaziergange befand, gesellte sich das Tier plötzlich wieder zu ihm und begleitete ihn nach Hause. Ein solcher Fall von Anhänglichkeit dürfte wohl vereinzelt dastehen. * Koblenz, 5. Juli.(Eine merkwürdige Entdeckung) hat den Direktor des Koblenzer Stadttheaters und Neuen Kurtheaters in Neuenahr gemacht: ein kaum 15jähriges Kind mit einer ausgesprochen lyrischen Tenorstimme im Umfange vom tiesen C bis zum hohen D. Die Töne des kleinen Künstlers, Theodor Klein, sind verblüffend sicher, obgleich er nie musikalischen Unterricht hatte. Der neue Kunstanwärter ist 1,20 Meter groß. Die vorgetragenen Lieder sowis die Gralserzählung und das Postillon=Lied sind ganz beachtenswerte Leistungen. Ob nun diese Begabung vorübergehend oder von längener Dauer ist, dies zu beweisen bleibt der Zeit überlassen. Jedenfalls hat Direktor Doerner sich bereit erklärt, seine gründliche Ausbildung zu übernehmen. Der Kleine ist bereits unter sehr günstigen Bedingungen an das Koblenzer Stadttheater werpflichtet.— So wird berichtet. Wir fürchten nur, daß mit dem Verschwinden der heißen Jahreszeit auch die großartige Tenorstimme verschwinden wird. * Koblenz, 5. Juli.(Eine Absonderlichkeit) des Militärgerichtsverfahrens zeigte sich in der letzten Verhandlung vor dem Koblenzer Oberkriegsgericht. Der frühere Militärgefangene Ehrhardt wurde nach mehrmonatiger Einzelhaft im Festungsgefängnis zu Köln geisteskrank. In diesem Zustande hat er sich der Gehorsamsverweigerung und Achtungsverletzung schuldig gemacht und wurde vom Kriegsgericht der Kommandantur Köln zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Der Gerichtsherr und der Angeklagte hatten Berufung erhoben. Trotzdem nun der Mann als dienstunbrauchbar entlassen ist, sollte er vor Gericht erscheinen. Er wohnt jetzt in Braunschweig und telegraphierte, er käme nicht zu der Verhandlung, weil er kein Geld habe. Das Oberkriegsgericht beschloß, die Sache zu wertagen, der Angeklagte soll zu dem neuen Trmin rscheinen, damit die Sachverständigen begutachten könwen, ob mit dem Angeklagten verhandelt werden könne. Eine Aerztekommission hat den Mann für geisteskrank erklärt in folge der Einzelhaft. Vermischtes. *(König Sisowath als Enfant terrible.) Von dem Besuch des Königs Sisowath sin Frankreich, der gegenwärtig die Neugierde der Pariser in so hohem Grade schäftigt, weiß der„Intransigeant“ Rocheforts zwei höchst scherzhafte Zwischenfälle zu erzählen, die von der offiziellen Berichterstattung allerdings verschwiegen worden sind. Der erste ddieser Vorfälle ereignete sich in Marseille bei dem Diner, welches der dovtige Präfekt zu Ehren des Königs von Kambodscha gab, und zu dem er u. a. auch den englischen Konsul Sir Cecil Gruney eingeladen hatte. Der Präfekt brachte auf den König ein Hoch aus. Sisowath hörte an, was ihm der Dolmetsch übersetzte, erhob sich, dankte Frankreich und fuhr dann fort:„Da Frankreich sehr mächtig, so reich und edelmütig ist, so verlange ich, daß es sich mit mir vereint, um England den Krieg zu erklären, denn dieses hat die Birmanen und Siamesen aufgereizt und ihnen geholfen, sich der Provinzen des Laos zu bemächtigen, auf die ich begründete Herrscherrechte habe.“ Der Dolmetsch übersetzte, die Tischgesellschat sah einander erstaunt an, der Präfekt schaute bestürzt und verlegen darein, der senglische Konsul setzte ein würdig ernste Miene auf. Man machte schließlich dem König begreiflich, daß es noch nicht an der Zeit sei, von solchen Dingen zu reden, Sisowath setzte sich wieder und einige Gläser Sekt stellten die gestörte Gemütlichkeit bald wieder her. Allein es scheint, daß die Majestät von Kambodscha von einmal gesaßten Ideen nicht so leicht „Sisowath kam nach Paris und der Präsident der Republir gub iym ebenfalls ein Galadiner im Elysee. Auch hier kam der Augenblick der Toaste und wiederum sing Sisowath an:„Man muß England den Krieg erklären, nicht allein, weil es die Birmanen und Siamesen nach Laos hingelockt hat, sondern weil es ein perfider Feind Frankreichs ist. Das ist notorisch. Beweise dafür gibt es genug.“ Der Dolmetsch begann zu übersetzen, Präsident Fallieres erbleichte, Minister Bourgeois wurde rot, Minister Clemenceau wurde blau. Glücklicherweise hatte einer der Tischgenossen die Geistesgegenwart, der Musik ein Zeichen zu geben, und unter den Klängen der Marseiillaise wurde der Tuast erstickt. Zweimall die gleiche Geschichte war zu viel. Man bedeutete dem König, diesen Gegenstand nicht wieder zu berühren, und als Sisowath entrüstet erwiderte, daß er nicht begreife, weshalb Frankreich mit England solche Umstände mache, und daß er fortfahren werde, den Krieg gegen England zu predigen, bedeutete man sihm, wenn er sich nicht ruhig verhalte, werde er die Truppenparade am 14. Juli nicht zu sehen bekommen! Diese Drohung wirkte. Der König schwieg fortan.— Sollte, gleich wie bei den Kindern, auch aus dem Munde exotischen Majestäten die Wahrheit komner Grundstücke schon jahrelang unbebaut liegen läßt. Auf letzteren wuchert nun das Unkraut so üppig, daß b ald auch die angrenzenden Aecker von diesem stark überzogen wurden und trotz aller Mühe nicht mehr frei gehalten werden konnten. Alle Bitten und Beschwerden halsen nichts. Da wandte sich die Ortspolidas Amtsgericht mit dem Antrage, daß die besagten Grundstücke des Hartmann auf dessen Kosten Kottgegeben. Vor einiger Zeit ließ die Ortspolizeibehörde auch den Hof des Hartmann von Mist und sonstigem Unkraut reinigen. Standesamt Hennen. Im Monat Juni 1906 wurden beurkundet 1. Geburten: Friedrich Wilhelm, Sohn d. Ehl. Schreinermeister Heinrich Schäfer zu Refflingsen; Ella Johanna, Tochter d. Ehl. Schneider Wilhelm Netz zu Hennen; Emma Elfriede Julie, Tochter d. Ehl. FeiFriedrich Wilhelm Kirchhoff zu Leckingsen; Heinrich Wilhelm, Sohn d. Ehl. Erdarbeiter Ernst Heinrich Stewen zu Rheinen; Bernhard Johann, Sohn d. Ehl. Schäfer Friedrich Georg Joseph Vonnahme zu Drüpplingsen. 2. Aufgebote: Kettenschmied Otto Kost zu Drüpplingsen und gewerblose Anna Wilhelmine Sophie Kaucke zu Strickherdiche. 3. Sterbefälle: Gutspächter Diedrich Heetmann zu Hennen 65 Jahr 6 Monat; Ehefrau Müller Diedrich Möllmann, Annalie Julie geb. Börsting zu Drüpplingsen 42 Jahr 2 Monat. Standesamt Ergste. Im Monat Juni 1906 wurden beurkundet 1. Geburten: Elfriede, Tochter d. Ehl. Kettenschmied Friedrich Wilhelm Julius Dickhaus zu Knapp bei Ergste; Fritz Heinrich Walter, Sohn d. Ehl. Heinrich Gustav iKrchhoff zu Ergste; Martha Anna, Tochter d. Ehl. Fabrikarbeiter Karl Dickhut zu Ergste; Anna Margarethe, Tochter d. Ehl. Landwirt Friedrich Freise zu Ergste. 2. Aufgebote: Fabrikareiter Gustav Adolf Batze zu Ergste und Dienstmagd Trientje Zuidinga zu Ergste. 3. Sterbefälle: Gewerblose Hermann Heinrich Friedrich Hinkelmann zu Bürenbruch, Gemeinde Ergste, 19 Jahr. *(Zwangsweise Pflügung eines Ackers.) Trotz Ben Akiba, ist wohl der Fall, daß einem Landwirt, wie in Flörsheim am Main geschehen, der Mist von Gerichts wegen zwangsweise auf die Aecker gefahren wird und die lletzteren zwangsweise gepflügt werden, noch nicht dagewesen. Der Landwirt Philipp Hartmann, einer der größten Grundbesitzer und ein besonderer Kauz, bebaut seit Jahren einen Teil seiner Aekker nur mangelhaft, während er den anderen Teil seiOOOOOOOOOOO Brdckedchen jeder Art liefert in künstlerischer wie einfacher Weise prompt und billig die Buchdruckerei der+ 4 +.+.„Schwerter Zeitung“ von Carl Braus, Schwerte. Verantwortlicher Redakteur: Wilh. Schade, Schwerte KGI Zum täglichen Gebrauch im Waschwasser. Das unentbehrlichste Tollettemittel, verschönert den Teint, macht. garte weisse Hände. Nur echt in roten Cartons zu 10, 20 Aoia-Taschent.-Parfüim. in Flacons zu M. 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Bezirk: Die Gemeinden Holzen, Syburg, Westhosen, Garenfeld, Wandhofen und derjenige Teil der Gemeinde Schwerte, welcher nach der Richtung der vorgenannten Gemeinden belegen, durch die Hörder=, Hüsing= und Brückstraße und weiterhin durch die Provinzialstraße bis zur Ruhrbrücke begrenzt wird, dem Gerichtsvollzieher Morgenroth. 2. Bezirk: Der übrige Teil der Gemeinde Schwerve und die Gemeinden Lichtendorf, Geisecke und Villigst dem Gerichtsvollzieher kr. A. Bachstein. Dem Gerichtsvollzieher kr. A. Bachstein werden ferner sämtliche Zustellungsaufträge, bei denen der Ort der Uebergabe außerhalb des Amtsgerichtsbezirks gelegen ist, sowie sämtliche Aufträge zu Zustellungen durch Aufgabe zur Post zur Erledigung überwiesen. Zur Aufnahme von Wechselprotesten ist jeder der beiden Gerichtsvollzieher ohne Rücksicht auf die Grenzen seines Bezirkes zuständig. Die Vertretung der Gerichtsvollzieher erfolgt gegenseitgi. Schwerte, den 2. Juli 1906. 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