Pimriches Kressbiall ir mmermruen Alle Kreis- und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäss Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Ueröffentlichung in der„Schwerter Zeitung“ rechtsverbincliche Kraft. o 0 O O C O O O O O O O 0 0 Druck u. Verlag von Carl Braus, Schwerte. Fernsprech-Anschluss Dr. 62 Amt Schwerte. Telegr.-Adresse Braus, Schwerte-Kuhr. o Erstes und ältestes Tagesorgan des Kreises. Haupt=Annoncenblatt. Die„Schwerter Zeitung“ erscheint täglich, ausser Feiertags. Bezugspreis: Mk. 1.6s vierteljährlich, bei der Post 42 Pf. für Bestellgeld mehr. Wöchentliche Gratis-Beilage:„Illustrierter Familientreund." o 0 0 0 0 O O O O O O o 9 o Anzeigenpreis: Die sechsgespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 Pf., Anzeigen von auswärts 1S Pf., Reklamezeile 40 Pf. Nr. 135. Dienstag, den 12. Juni 1906. 38. Jahrgang Die Tagung der Kolouial= Gesellschaft (Von unserm Berliner Bureau.) In dem an historischen Erinnerungen so reichen Königsberg, von wo vor Jahrhunderten auch gleichfalls ein großes kolonialhistorisches Werk ausging, hat die diesjähr. Tagung der Kolonialgesellschaft stattgefunden. Aehnkiche Tendenzen wie der Flottenverein verfolgend, hat die genannte Gesellschaft ungemein dazu beigetragen, daß der Kolonialgedanke an Kraft gewonnen und in Deutschland in allen Gauen festen Fuß gefaßt hat. Bei dieser Vereinigung tritt der politische Charakter noch mehr in den Hintergrund, weil man sich überwiegend mit wirtschaftlichen Fragen zu beschäftigen hat und für diesse Propaganda macht. Allerdings fehlt es innerhalb dieses großen Verbandes auch nicht an Unterströmungen, ähnlich wie beim Flottenverein, insbesondere wendete man sich verschiedentlich gegen den Einfluß, welchen Koloniale Land= und Erwerbsgesellschaften auf die Leitung ausüben und zwar derartig, daß ihre Stimmen auch von den Reichsbehörden gehört und mehrfach auch befolgt worden sind, angeblich zu unserem Schaden, weil mmanche dieser Gesellschaften speziell in Süd=Afrika zum Teil mit englischem Gelde wirtschaften und man daher ein allmähliches Ueberwuchern des ausländischen Momentes befürchtet. Diese Befürchtungen sind doch wohl zu weit gehend und im allgemeinen muß man unumwunden anerkennen, daß die Tätigkeit der Kolonialgesellschaft eine recht fruchtbare und ersprießliche gewesen ist; auch ihre Hauptversammlungen haben in der Regel beherzigenswerte Anregungen geboten. Es lag nahe, daß man sich diesmal in der Hauptsache mit der jüngsten Haltung des Reichstages zu den Kolonialforderungen der Regierung beschäftigte, die Erörterung hierüber nahm denn auch in den Debatten einen breiten Raum ein, und es wurde schließlich eine Resolution angenommen, welche die Hoffnung auf baldige Errichtung eines selbständigen Kolonialamtes Ausdruck gibt und ferner Wiedereinbringung der Entschädigung für die Farmer und die Summe für den Eisenbahnbau nach Keetmanshoop. Im übrigen begnügte sich die Kolonialgesellschaft nicht mit bloßen Redensarten, sondern sie hat auch selber in die Tasche gegriffen, um die Farmer zu unterstützen. Von weitergehender Bedeutung war noch die Diskussion über die Frage der Deportation. Man weiß, daß die Meinungen hierüber weit auseinandergehen, und daß auch die Juristen die verschiedenartigsten Ansichten äußern. Mag man nun über die Deportation an sich denken wie man will, so muß man doch zu der Ansicht neigen, daß sie den Kolonien selbst weniger zum Segen gereicht, da der durch Urbarmachung des Landes usw. erreichte Nutzen oft nicht im Einklang steht mit dem Schaden, den die Deportierten oder eine spätere Ansiedlung nach chreFFrellassung für die Entwicklung der betreffenden Kolonie nach sich ziehen könnte. Man kam denn auch in Königsberg zu keiner Einigung, wenn auch die meistenRedner einen ablehnenden Standpunkt vertraten. Zurückgezogen wurde ferner ein Antrag, der sich mit der Handelsfreiheit im Kongostaate befaßte, wobei es wohl zu schweren Angriffen gegen die von König Leopold von Belgien dort befolgte Politik gekommen wäre, da alle Welt sich einig ist, daß jener „gekrönte Kaufmann" trotz aller Verträge den Handel für sich monopolisieren möchte. Politische Motive mögen daher wohl die Zurückziehung der betreffenden Anträge bestimmt haben. Bemerkenswert war auch ein Beschluß die Jugend mehr wie bisher für den Kolonialgedanken zu gewinnen, indem man unter der Mitarbeit geeigneter Pädagogen und Fachleuke eine Reihe von aufgeklärter Schriften herausgeben will. Das ist eine praktische Betätigung, welche nur gut geheißen werden kann. Auch sonst betreibt die Kolonial= gesellschaft, wie aus dem zur Verteilung gelangten Geschäftsbericht hervorgeht, eine sehr löbliche praktische Tätigkeit, wie sie in der Schaffung einer Auskunftsstelle für Auswanderer, Fürsorge für die sentlassenen Schutztruppler und besondere„Aufmerksamkeit auf die Arbeiterfrage in den Kolonien sich zeigt. Bei solcher Tätigkeit wird man allenthalben von Herzen ein weiteres Wachsen und Gedeihen der Kolonialgesellschaft wünschen Politische Uebersicht Von unserer Flotte. Kiel, 11. Juni. Das Turbinenboot S 125, das bei den Flottenübungen in der Nordsee als Flottenschiff der Manöverflottille diente, hat sehr gute Fahrtleistungen, bis zu 29,5 Seemeilen, erzielt. Dagegen befriedigten die Rückwärtsturbinen micht. Das Boot Die Schönheit von Rembrow. Roman von Bogumil von Czartorski. 60 Auf ihr: Frage nach dem Rittmeister erwiderte er erstannt, „ daß er nichts von ihm wisse, und knüpfte einen sanften Vorwurf für den Grafen daran.„Es ist nicht recht von Ihnen, daß Sie Ihre schlimmen Großwelt=Gepflogenheiten in unseren stillen Winkel hereintragen, Herr Graf! Ein Zweikampf hat hier, so lange meine Generation besteht, nicht stattgefunden, und es widerstrebt durchaus meinem Gefühl, Ihnen dabei Ihrem Wunsche gemäß, meinen Beistand zu leisten. Ein Duell ist eine Torheit, deren sich verständige Männer nicht schuldig machen sollten. Und eine Sünde dazu „Ehedem würde ich Ihnen widersprochen haben; heute bin ich Ihrer Meinung,“ sagte Ehrenbreit.„Mir ist die Sache so schmerzlich und peinlich vie denkbar, und ich gab mir alle Mühe, sie aus der Welt zu schaffen; leider sind die beiden Beteiligten sehr hartnäckig Ichglaubesogarjetzt," diese Worte waren an Ruck gerichtet,„daß Sie mich diesen Morgen nur deshalb so früh nach dem Gärtnerhause sandten, weil Sie dadurch ein Zusammentreffen zwischen Sebold und mir zu vereiteln hofften.“ „Halb und halb haben Sie recht," antwortete der Baron, auf die Uhr schauend.„Sebold hat bereits eine Viertelstunde Verspätung. „Er ist nicht feig. Es muß etwas Besonderes sein, was ihn an der Erfüllung seines Versprechens hindert," sagte Ehrenbreit. „Ich denke aber ein längeres Warten ist überflüssig. Die Aufklärung, die wir unbedingt erhalten werden, kann uns meines Erachtens nicht hier und nicht in dieser Stunde kommen!" Während er noch sprach, zeigte sich in einiger Entfernung die vierschrötige Gestalt eines Mannes, in dem der Doktor einen Arbeiter aus Rembrow erkannte. Mit ziemlicher Eilfertigkeit näherte er sich der Gruppe und zog respektvoll die Mütze. Er trug einen Brief in der Hand, übergab denselben stumm und verlegen dem Doktor, vor dem er augenscheinlich am wenigsten Scheu empfand, und machte dann Miene, sich schleunigst wieder zu entfernen. Aber ein Zuruf des Doktors hielt ihn zurück. „Dieses Schreiben ist an den Herrn Baron von Ruck gerichtet,“ sagte der alte Herrernsthaft;„ich befördere es daher vor Ihren Augen an die richtige Adresse, Rolewska. So! Und nun wünschen wir zu wissen, wer Ihnen die Botschaft übertrug?“ „Einer der gnädigen Herren vom Edelhofe. Er wohnt seit gestern im Rembrower Krug. Er gab mir ein gutes Stück Geld für den Weg zum Wäldchen, und meinte, er würde bis zum Eintreffen der Antwort im Kruge bleiben.“ „So werden Sie dort drüben am Wegweiser unsere Antwort erwarten, Rolewska, verstanden? Und dann den Rückweg zum Kruge antreten.“ Offenbar ungern zog sich der Mann auf den ihm angewiesenen Posten zurück. Nun öffnete Ruck in einiger Spannung den Brief:„Sie werden nicht annehmen, daß ich mich aus der Affäre zu ziehen beabsichtige Baron! Sie kennen meine Vergangenheit und die Geschichte des Kreuzes, das ich aus dem Feldzuge heimbrachte. Die Wahrheit zu gestehen, ich hatte eine wahre Gier nach dem Renkontre mit Ihnen! Und ich verließ den Edelhof schon gestern in aller Morgenfrühe, um allen etwaigen Versöhnungsversuchen seitens des Grafen und meines guten Hurbing zu entgehen. Ich wollte nicht, daß etwas wie eine Moralpredigt meine Stimmung störte. Ich wollte Ihnen allen erst diesen Morgen auf dem Duellplatze entgegentreten. Zu diesem Zweck war ich auch schon eine halbe Stunde zu früh dort vor Sonnenaufgang. Als ich eine Weile spazieren gegangen war, immer den Platz im Auge behaltend, und plötzlich von fern her etwas wie Wagenrollen vernahm, dachte ich mir: Auch er kommt zu früh, auch er hat es eilig, mir das Lebenslicht auszublasen. und damit ich meinte natürlich Sie. Der Wagen enthielt indessen zwei Damen: Frau von Stablewski und die junge Gräfin Gerstmann. Letztere sagte mir sogleich ohne Umschweife, daß sie gekommen sei, unser Renkontre zu verhindern; daß sie es unter keiner Bedingung zu stande kommen lassen, sondern lieber durch eine Katastrophe sondergleichen zur Unmöglichkeit machen werde. Ich war natürlich einigermaßen überrascht und verwirrt durch den Ueberfall, antwortetefindessen mit kühlem Lächeln, daß es mich in Erstaunen setze, die Gräfin so orientiert zu sehen, daß ich es aber, ihre gute Absicht keineswegs verkennend, gleichwohl ablehnen müsse, über eine so intime, lediglich zwischen mir und Baron Ruck diskutable Angelegenheit in Abwesenheit meines Gegners zu sprechen. Sie werden von Baron Ruck, den Sie, wie ich weiß, hochschätzen, gewiß nicht annehmen, daß er leichtsinnig, ohne genugende Veranlassung, eine Duellaffäre einfädelt, Gräfin,“ fügte gebrauchte bei einer Fahrtänderung mehr Zeit als die Kolbenmaschinenboote. S 125 stellte gestern außer Dienst, um aufs neue Probefahrten auszuführen. dampfte mit forcierter Fahrt mach Danzig. Hamburg, 11. Juni. Die Ablösungsmannschaften für die an der ostafrikanischen Küste stationierten Schiffe Bussard und Secadler, bestehend aus elf Offizieren und 182 Unteroffizieren und Mannschaften, haben heute nachmittag mit dem Reichspostdampfer „Kanzler“ Hamburg verlassen. Auf nach Deutschland. Sämtliche ruthenischen Blätter veröffentlichen den Aufruf eines unter der Aufsicht der ruthanischen Führer gebildeten Auswanderungs=Komitees, welches sich bereit erblärt, 100000 nuthenische Bauern als Feldarbeiter in Deutschland unter den vorteilhaftesten Lohnverhältnissen unterzubringen. In dem Aufrufe heißt es:„Statt bei den polnischen Gutsherren für einen elenden Lohn zu fronden, möge jeider Ruthewe, der Arbeit sucht, nach Deutschland gehen, wo er gut bezahlt und als freier Mensch behandelt wird. Das Komitee kann 100000 Ruthenen Arbeit in Deutschland verschaffen, und wer kein Reisegeld hat, wird auf Kosten des Komitees bis zum Arbeitsort befördert. Wer nur über den Somer in Deutschland arbeitet, bringt sicherlich einige hundert Kronen als Ersparnis nach Hause. Englands Flotte und Heer. — London, 11. Juni.. Dem„Daily Telegraph“. zufolge beabsichtigt die englische Regierung, vom Bau eines im diesjährigen Flottenprogramm worgesehenen Panzers des Dreadnought=Typus Abstand zu nehmen (!)— Der„Standard“ teilt mit, der Kriegsminister habe sich entschlossen, die Infanterie um 10000 Mann, die Artillerie um 48 Batterien zu verringern. Die irreguläre Artillerie soll dagegen verstärkt werden. Ein chinesisches Seebad für deutsche Truppen. Tientsin, 11. Juni. Die chinesische Regierung stellte das Seebad Peiaiho den deutschen Truppen als Erholungsort zur Verfügung. Der Wunsch hierzu war vom Kaiser Wilhelm ausgegangen. ich hinzu, und hoffte ihr damit den Mund zu schließen. Das war ein Irrtum.„In diesem Punkte empfinden Männer oft nicht richtig und es muß eine Frau kommen, um ihnen die Sache im rechten Licht zu zeigen!“ das sagte die kleine Gräfin wunderhübsch, altklug und mit reizendem Ausdruck, wenn auch ohne jede Koketterie.„Ich bin gewiß, Baron Ruck würde meine Worte erwägen und mir schließlich beipflichten," fuhr sie fort,„wenn ich ihm vorstellte, was für eine Torheit dieses Duell sein würde, welches Unrecht auch, Ihnen selbst und dem Grafen Ehrenbreit gegenüber! Und was kann es Ihnen nützen? Sehen Sie den Grafen an, welcher sein Siechtum der gleichen Torheit dankt! Und ist es vielleicht rühmlich für den Mann, der ehedem auf dem Schlachtfelde sein Leben für das Vaterland in die Schanze geschlagen, im Zweikampfe, dem kein verständiger Mensch von heute noch die Existenzberechtigung zuerkennt, zu fallen? Oder ist es rühmlich, sich sagen zu müssen: Jenes Grab, das so heimlich und ohne jede Weihe zugeschaufelt wird, birgt einen Menschen, der durch meine Kugel gefallen? Ich kann es Ihnen nicht schildern, Baron, wie die kleine Komtesse das alles sagte und wie sie aussah mit ihrem im Rot der Erregung glühenden Gesicht und den frommen, tränenvollen Augen! Ich konnte nicht umhin, mich rühren zu lassen; mögen Sie mich dafür verachten! Und mehr noch dafür, daß ich der Komtesse versprach, Ihnen die Unterredung zwischen ihr und mir schriftlich mitzuteilen und Ihre Antwort darauf im Kruge von Rembrow zu erwarten. Jetzt verstehe ich mich selbst nicht, daß ich ein solches Versprechen geben konnte! Hätten Sie die Komtesse gesehen und gehört, Sie würden mir gewiß Absolution erteilen. „Ich weiß nicht, wer von Ihnen der Beleidigte, wer der Beleidiger ist,“ sagte sie beim Abschiede,„ich weiß aber bestimmt, daß es männlicher und ehrenwerter wäre, wenn der letztere zu dem anderen ginge, ihm die Hand böte und spräche: Vergeben Sie mir! Vergessen Sie das Vergangene! Das einzige Grab, das sich zwischen uns auftun soll, möge dasjenige unserer Fehde und der daraus entsprungenen Feindschaft sein!“ Ich habe mein Wort gehalten und Ihnen beinahe wortgetreuen Bericht abgestattet. Schreiben Sie mirnun, wann unser Kampf ausgefochten werden soll, so bin ich pünktlich zur Stelle. von Sebold.“ 138.20 Neue Kämpfe in Südwestafrika. Berlin, 11. Juni.(Telegr.) Major von Freyhold war am 28. Mai vom Fischsluß her in Haib eingetroffen und hatte durch Streifwachen festgestellt, daß die Hottentotten in Stärke von etwa 250 Gewehren den Weg Haib=Warmbad nach Süden zu gekreuzt hatten Am 30. Mai erhielt die Streifwache des Leutnants von Abendroth in der Gegend westlich Norechab Feuer. Major v. Freyhold setzte den Vormarsch auf der feindlichen Spur font und erreichte am 3. Juni abends den Gegner westlich Gaobis. Noch am Abend wurde der Feind von den nächsten Höhen vertrieben. Am folgenden Tag wurde der Angriff fortgesetzt. Nach heftigemFeuergefecht gingen die Hottentotten im Laufe des Nachmittags zurück, und am Abend des 4. Juni befanden sich unsere Truppen in dem Besitze der bisher vom Feinde besetzten Wasserstelle. Dieser floh in westlicher und südwesthher Richtung. Noch in der Nacht vom 4. zum 5. Juni mmarschierte Major v. Freyhold nach dem Orangefluß. Oberstleutnant v. Estorff traf mit der Abteilung des Majors Sieberg am 5. Juni früh von Warmbad her auf dem Gefechtsfeld ein und wird die Verfolgung fortsetzen. In diesen Gefechten sind gefallen: Oberleutnant Dannert(früher im Füs.=Regt. 34), Leutnant von Abendroth(früher im k. sächsischen Gren.=Regt. 100) und 8 Reiter. Es wurden drei Reiter schwer, sieben Reiter leicht verwundet. Das Petersburger„Parlament“ Wer täglch in der Petersburger Presse die Berichte über die Verhandlungen der Duma liest, der staunt immer wieder über die geradezu erschreckende politische Unreife der russischen Politiker. Der Präsident gibt sich, wie anerkannt werden muß, alle erdenkliche Mühe, eine Debatte zu gestalten, die bei der Sache bleibt, aber fast ohne Ausnahme schweifen die Redner von der Sache ab und tragen„Schmerzen" vor, die mit dem zur Frage stehenden Thema wenig oder gar nichts zu tun haben. Spricht äber ein Redner zu dem jetzt die Gemüter beschäftigenden Haupttema, der Agrarfrage, so sind es fast durchweg unvollziehbare Vorschläge. In Deutschland ist der letzte Sozialdemokrat von Partei wegen darauf gedrillt, daß das„Teilen“ nicht geht und daher nicht gefordert werden darf. In Petersburg gehen aber alle bäuerlichen Vertreter und andere Demokraten mit ihnen auf Teilung des Landes aus. Der Minister hat ihnen ziffernmäßig nachgewiesen, daß schon jetzt so viele bäuerliche Anwärter auf geteiltes Land vorhanden seien, daß die setzt größeren Bauern nicht nur nichts bekommen würden, sondern abgeben müßten, und daß auf den Kopf etwa ein Morgen Land kommen werde,— zu wenig zum Leben und kaum zu viel zum Sterben. Aber dergleichen sachliche Darlegungen liebt die Duma nicht. Die Minister werden beschimpft und mit dem Ruf„Demission" empfangen. Und ein Abgeordneter, Herr Onipko, meinte sogar, die Minister sollten nicht der Duma, wo noch hundert Redner sprechen wollten,„die Zeit fort nehmen“. Im übrigen sind die Torheiten der Duma kaum eine Entschuldigung für die Untätigkeit der Regierung. Die Regierung müßte höher stehen, und ihre Aufgabe wäre es, eine Versammlung von parlamentarisch ungeschulten, meist ganz ungebildeten Leuten zu leiten. Aber von solcher Leitung ist nicht das Mindeste zu spüren. Statt schnell eine Anzahl Gesetzentwürse vorzulegen und das Mögliche vorzuschlagen, um das Unmögliche auszuschalten, statt die Duma mit Gesetzen zu beschäftigen, die geignet wären, einen neuen Stand der Dinge herbeizuführen, läßt man sie phantastische Reden halten, die, zwecklos und sinnlos, nur das Mißtrauen und die Erbitterung steigern. Die Folge ist, Kleines Feuilleton. Die andere. Robert Jungmann war seit zwei Monaten verheiratet. Nicht das kleinste Wölkchen hatte bisher die strahlende Bläue seines) Ehehimmels getrübt. Aber als er vor einigen Tagen vom Bureau nach Hause am, wurde er von seinem jungen Weibe nicht mit dem frohen Lächeln und den herzlichen Küssen empfangen, womit sie ihn sonst zu begrüßen pflegte. Im Gegenteil, die Dame stand wie ein Rächergeist im Türrahmen, ihre ddunklen Augen schossen Blitze, und ihre Brust hob und senkte sich wie eine stürmische See. Bei dem Anblick, der sich ihm bot, trat Robert Jungmann erschreckt einen Schritt zurück und rief: „Um Gottes Willen, Else, was hast du?“ Er erhielt nicht sofort Antwort. Frau Jungmann stand jetzt wie eine Bildsäule, wie die Verkörperung des Zornes, mit gerungenen Händen und feuerspeienden Blicken. Endlich öffwete sie die Lippen. „Robert!“ sagte ssie,„Robert Jungmann! Bin sich dein Weib oder nicht?“ „Aber natürlich, mein Herz“, gab er verwundert zur Antwort. „Nene mich nicht„Herz“, Wenn ich dein Weib bin, so kannst du mir auch sagen, wer die andere ist.“ Und sie kreuzte bei diesen Worten die Arm über der Brust, und ihre Blicke durchbohrten ihn wie Röntgenstrahlen. Robert Jungmann fiel aus den Wolken. „Welche andere?“ stoterte er. „Die hübsche Blondine.“ as?“ „Mit den großen blauen Augen und dem—“ „Aber Else!“ „Und dem goldnen Lockenhaar sund den—“ daß aus den landwirtschaftlichen Distrikten die trübseligsten Nachrichten über immer neue Agrarverbrechen eintreffen.... Die„Petersburgen Zeitung“ schildert die Lage mit folgenden kurzen Sätzen:„Lendenlahme, negative Kritik ist das Einzige, was zutage gefördert wird. Sie beherrscht das Leben, sie tritt in der Presse hervor. Die Regierung tut nichts, die Duma tut nichts, und die Presse tut nichts, als beiden ihr Nichtstun worzuwerfen. In diesem Vorgehen stimmen sogar„Mosk. Wed.“ und„Isw. Krestj. Dep.“ überein. Das allgemeine Leitmotiv ist: Niemand tut etwas!“ Natürlich trägt auch die Sozialdemokratie das Ihre zur Verschärfung der Gegensätze bei. Wie in Deutschland treibt sie auch in Rußland nicht Politik, sondern nur Agitation, die auf den Umsturz hinarbeitet. Zur Agrarfrage fordert sie Enteignung, aber nur der Großbesitzer— nicht weil sie den Kleinen das Land lassen will— später kommen die auch an die Reihe— sondern weil sie die Kleinen vorläufig moch zum Revolutionieren braucht. Ein jüngst abgehaltener Parteitag beschloß mit dankenswerter Offenheit, daß er jeden Konflikt zwischen Duma und Regierung tunlichst erweitern werde, wenn auch im übrigen die Duma als eigentliche Volksvertretung g# nicht angesehen wird. Alles in allem: Die politischen Wirren in Rußland haben einen Grad der Verschärfung erreicht, der bei der Internationalität der Umstürzler die gespannteste Aufmerksamkeit der Nachbarn erfordert. Es ist keneswegs ausgeschlossen, daß das Haus unseres östlichen Nachbarn über kurz oder llang in Flammen aufgeht. Aus Stadt und Umgebung. Schwerte, den 12. Juni. Die Schulbildung der Rekruten aus Westfalen. Im Ersatzjahre 1904, dem letzten Jahre, für das uns abschließende Zahlen zur Verfügung stehen, wurden aus der Provinz Wostfallen 14,703 Rekruten für den Dienst im Herr und in der Marine ausgehoben. Nach den Bestimmungen der Heeresordnung vom 22. November 1888 findet kurze Zeit nach Einstellung der Rekruten eine Prüfung im Lesen und Schreiben statt. Bei dieser Prüfung hat sich nun herausgestellt, daß von den aus unserer Provinz ausgehobenen Mannschaften nur zwei ohne Schulbildung waren, wobei als „ohne Schulbildung“, ldiejenigen Rekruten angesehen werden, die in keiner Sprache richtig lesen und ihren Vor= uund Familennamen nicht leserlich schreiben konnten. Günstiger noch als unsere Provinz stand Schleswig=Holstein in dieser Beziehung da, wo kein einziger Rekrut die Prüsung nicht bestand. Eine immerhin recht bedeutende Zahl won Analphabeten haben noch die östlichen Provinzen Ost= und Westpreußen und Posen mit 20 bezw. 10 und 10 Rekruten ohne Schulbildung. Doch ist auch hier gegen die früheren Jahrgänge ein erfreulicher Fortschritt zu konstatieren. In Posen zum Beispiel betrug von 20 Jahren der Prozentsatz der Eingestellten ohne Schulbildung zur Gesamtzahl noch 8,58 Prozent. Diese Ziffer sank 1894 auf 0,98 Prozent und beträgt jetzt nur noch 0,09 Prozent, während sie bei uns betrug(1884) 0,29 Proz., (1894) 0,02 Proz.,(1904) 1.01 Prozent. Das gleiche Bild zeigen die Ziffern aus dem ganzen Reiche: In Deutschland wurden 1884 noch 1861 Analphabeten unter den Rekruten gezählt, 1894 gab es deren nur noch 562 und jetzt nur 89. Die gesteigerte Volksbildung kommt auch in diesen Ziffern evident zum Ausdruck. „Wen meinst du ldenn eigentlich?“ „Und den weißen Perlenzähnen.“ „Else, hast du denn Verstand verloven, oder—“ „Die in dem braunen Pelzjakett, die—“ „Aber zum Kuck—“ „Die dich„Schätzchen“ nennt und dich küßt und—“ „Um's Himmels Willen, Else, was ist in dich gefahren?“ „Und sich an deinen Hals hängt und mit deinem Schnurrbart spielt und sagt, du wärest der einzige Mann, den sie je geliebt hat und— O—0—0—0—0! Du. Scheusa—0—a—l.“ Und Frau Jungmann begann in herzbrechender Weise zu schluchzen. Jungmann rafte sich zusammen und eilte ihr beizustehen. „Else, Herzensfrauchen“, rief er,„so sage doch nur. „Rühr mich nicht an!“ schrie sie.„Geh zu ihr! Ge zu ihr! Ich— ich— werde mir das— Leben nehmer O, Robert, wie ko—ko—konntest du deine arme kleikleine Frau so schre—schre—schrecklich täuschen? O— o!“ Und ssie fiel schluchzend in seine Arme. Jungmann trug ihre zuckende Gestalt aufs Soph nd beugte sich über sie und beteuerte seine Unschuld. „Es ssind gemeine, gottlose Lügen,“ rief er,„die ir gend ein Schurke dir erzählt hat. Wer war der Schuf daß ich ihn zur Rechenschaft ziehe? „Niemand war es“, schluchzte ssie. „Aber wo hast du denn—“ „Ich— ich— hab— hab— es geträumt, als ie heu—heute mach Tisch hier auf dem So—Sopha einge schlummert war. Und es war alles so wahrheitsgetreu Aber es nicht wa—wahr, Robert? Herzensmann, sa mir, daß es n—nicht wahr ist.“ Und er antwortete— aber es gibt Augenblicke, wi Worte zu schwach sind. er(Lan?ente und Reservisten) genießen Steuerfreihet in dden Monaten, in welchen sie zu Uebungen bei den Trupppen eingezogen sind. Wenn auch nur ein einziger Uebungstag in den Monat fällt, ist der ganze Monat steuerfrei zu lassen. Anläßlich der bevorstehenden Uebungen erinnern wir ddaran. Die Steuerbefreiung tritt aber nur auf besonderen Antrag ein. Die Betreffenden haben daher bei Stellung von Anträgen ihre Militärpässe vorzulegen. Anzubringen sind die Anträge bei der Gemeindebehörde des Wohnortes. der(Kreis=Lehrerkonferenz.) Am kommenden Dienstag den 19. Juni findet hier die jährliche Kreislehrerkonferenz der Bezirke Schwerte, Westhofen und Annen unter dem Vorsitze des Herrn Kreisschulinspektors Pfarrer Graeve statt. Auf der Tagesordnung steht ein Vortrag über das von der Königl. Regierung zu Arnsberg gestellte Thema: Wie kann die Schule bei der Fürsorge um die schulentlassene männliche Jugend mitwirken. **(Bahnpersonale.) Herr Assistent Oesterreichs von der hiesigen Station wird mit dem 16. d. M. nach Holzwickede versetzt. Sein Nachfolger kommt von Kupferdreh. *r*(Der Gesangverein„Sängerbund") steht schon wieder vor einer Dirigenten=Wahl, da Herr Musikdirektor Hasselhoff die musikalische Leitung des Vereins niedergelegt hat. ***(Der Gesangverein„Cäcilia“) wird am 29. Juli an einem in Dortmund von dem Gesangverein„Germania“ veranstalteten Gesangwettstreit teilnehmen. An demselben beteiligen sich 43 Vereine und wird die „Cäcilia“, de bekanntlich im vorigen Jahre in Bomwern drei erste Preise lerrang, mit noch 8 Vereinen in der 1. Klasse singen. **(Die Blindschleiche.) Wer um die jetzige Zeit häufig in steinigen Laubholzwäldern spazieren geht, braucht durchaus nicht zu erschrecken, wenn er einmal plötzlich mitten auf dem Wege vor sich eine Schlange gewahrt, denn diese„Schlange“ ist mitunter gar keine solche, sondern häufig nur eine fußlose Eidechse von schlangenförmiger Gestalt,— eine sogenannte Blindschleiche. Personen von ängstlicher Gemütsart werden da freilich ohne Zögern durch einen kühnen Seitensprung sich aus dem Bereich der vermeintlichen„Kreuzotter“ zu bringen ssuchen,„mutigere“ Naturen aber, mit mangelhaften matturgeschichtlichen Kenntnissen vollbringen in solchem Falle vielleicht eine Heldentat, indem sie dem„giftigen Reptil“ mit Stock oder Schirm den Garaus machen. Derartige„Drachentöter“ dürfen sich jedoch nun kaum rühmen, den Haushalt der Natur um einen gefährlichen Mitbewohner verringert zu haben, denn die übrigens sehr scheue und furchtsame Blindschleiche ist nicht nur ein unschädliches, sondern sogar ein sehr nützliches Tier, das in der Vertilgung von Würmern, Insekten und Schnecken Hervorragendes leistet und somit dem Land= und Forstmann manch guten Dienst erweist. Das harmlose Geschöpf, das einen zierlichen Schuppenpanzer von rötlich=grauer Farbe trägt, gerät, soballd man es anfaßt, in einen eigentümlichen Zustand völliger Erstarrung, die, verschiedenen Berichten nach, häufig so weit geht, daß das Tier in den Händen derer, die es fangen, zerbricht, weshalb man die Blindschleiche im Volksmunde auch Bruch= oder Glasschlange nennt. Inwieweit solchen Angaben Glauben zu schenken ist, mag unerörtert bleiben. Nur ein gutes Wort soll hier nochmals für das nützliche Tier eingelegt werden, indem win an unsere Leser die Bitte richten:„Tötet keine Blindschleichen!!“ de*(Sammelt Staniol.) Der„Gordian“ hat berechnet, daß die europäische Schokoladenindustrie im Jahr für 15 Millionen Staniol braucht. Er fordert die Schokoladenfabrikanten auf, ihre Kunden zum Sammeln des Staniols anzuregen und seit einigen Tagen findet man denn auch in den Schokoladentafeln Zettel die folgenden Wortlaut haben:„Sammelt Staniol! Das zum Verpacken wverwendete Staniol ist reines Zinn! Ein sehr teures Metall! Es wird gebeten, es nicht wegzuwerfen, sondern aufzuheben. Demnächst werden in allen Städten Sammelstellen für Staniol errichtet, die es dann gegen Vergütung des jeweiligen Marktpreises, oder für wohltätige Zwecke annehmen werden. Fün ungefähr 15 Millionen Mark braucht die europäische Schokoladenindustrie in jedem Jahrc zu mVerpachen von Schokoladen; wird das Staniol weiter weggeworfen, so gehen diese 15 Millionen Mark jedes Jahr verloren. Durch Sammeln kann aber ein großer Teil im Jahre wieder gemonnen werden.“ Hervorgegangen ist das Bestreben, das zum Verpacken benutzte Staniol zu sammeln und wieder zum Einschmelzen zu bringen, aus der ungeheuren Preissteigerung des Zinns, die durch holländische und englische Spekulation verursacht worden ist. Das Staniol, das um eine Viertelpfundtafel Schokolalde sitzt, hat heute den Wert eines Pfennigs. . Hohensyburg, 12. Juni.(Ein„netter“. Mensch.) Den diesjährigen Pfingstkirmesbesuchern wird noch die Gestalt des Athleten und Ringkämpfers erinnerlich sein, der in der untern Schaubude seine Künste zeigte. Derselbe wurde nunmehr am Dortmun der Hauptbahnhof von einem Polizeibeamten dabei ertappt, als er an einem von Ostpreußen zugereisten, auf einer Bank eingeschlafenen Arbeiter sseine Kräfte versuchte, indem er ddem Schlafenden ddie Uhr aus der Tasche stahl. Im Polizeigewahrsam stellte sich heraus, daß der Leichenfleddever der längst gesuchte MarineDeserteur Fastabend von der Torpedvabteilung ist, der schon ddiverse Strafsachen auf dem Konto hat. Er wunde der Militärbehörde zugeführt. HHarmlose Kirmesbummler werden sich so bald nicht wieder an seinen Künsten ergötzen. Unser juristischer Beirat. 88 Selbsthilfe. Eine durch Notwehr gebotene Hand=erklärte, daß won den 400000 französischen Bäckergeselbung ist nicht widerrechtlich. Notwehn ist diejenige Den über 280 000 tuberkulös seien. Verteidigung, welche erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich, ocher geigen Anderen abzuwenden. Wer eine hvenghrohenz, Gefahr Paris, 11. Juni. Der Direktor der Bäckerschule, daß der Wahlreformausschuß seine Arbeiten nicht bemachte gestern eine aufsehenerregende Mitteilung. Ersschlagtrrggz.i Masiamgugstendeg in Rignt gue 23 für die nächsten Tage die eines politischen Massenausstandes in Wien an als Vorprobe zu einem Generalausstand in ganz Oesterreich. Die Demonstrationen gegen Ungarn. Wien, 12. Juni. Das antisemitische„Deutsche Volksdaß während des Marsches der christlichRathause der Thronfolger Erz id mit seiner Gemahlin, der ber die Ringstraße am Rathaus stürmischenHochrufe besonders Demonstrationen BelbrachMachung fmushscher Bäter ente Handlung, die dieser zu bdulden verpflichtet ist,beseitigt, führend ist, indem man verschweigt, daß die handelt nicht widerrechtlich, wenn obrigkeitliche Hilfe land gav nicht direkt nach Frankreich gegangen ist, mie htzeitig zu erlangen zit und ahne sofortiges Ein= sondern zunächst ne Satisfaktion für Ungarn. Wien, 11. Juni. Nach einer privaten Aeußerung handelt nicht widerrechtlich,„wenn abrigkeitliche, Hüfelland guv wicht btach Gugsanh,ptond zwar nach pin, hat Wekerle seiner Au nicht rechtgentig au ertuthent is e. zung des greifen die Gefahr besteht, daß die Verwirklichung des Antorichs vereiteilt oder wesentlich erschwert verve, v, Postyv getagegaungen, nach denen man es als erwiefreichschen Poltitker und die ehrliche sstreichische VeDie Seldchife duri nicht weiten gerden, 9.e dur Vb, Dn anschen Larf, daß„La Provene, um eine schnelle völerung mit dem was gescheben nicht einverstanden vendung der Gesahr erfondericg Vt. Reise zu machen, die burch Vereinbarung zwischen den st und daran keinen Anteil habe. Die Herren von der Westfalen und Rheinland. * dagen 11. Juni. Eine unerwartete)etng 10 Stowechist usgs Hemesteneperter, als gern, Das st eine volscähnböige Satsattan, neße kaunn men Wendung) nahm die Verhandlung vor der Bagge be die französische Regierung es ist, die im Interesse wicht verlangen. Man sollte die Tragweite solcher Straner Strafkammer gegen den Guhmistegeuf errrich 9[Her auß dem Neufundländer Bänken ihrem Berufe endemonzstratignen nicht überschätzen und ich glaube A. in Stellung war, nachgehenden französischen Fischer an die deutsche und sagzen, Zu. gpiaen, die Angelegenheit ist als ausgetragen zu haben. Als die Zeu= senglische Regierung erst neuerdings wieder mit dem sund veigelegt zu betrachten. G. war angeklagt, dem Knecht men bei dem Bauunternehmer eine Taschtzaßt,wirzvendet du„ Hersgeg“, den Grsuchen herangetreten ist, die Postdamfer von den gen aufgertherg gpunden, trat einer verveiven Zaß der nördlichen Kursen fern zu halten. Trotz der oben erstichtertisch gexan und erklärte den Btichtern, heute, wähnten Vereinbarung, trotz des Ersuchens der eigeZeuge E. der Dieb sei, denn er habe die Mp,„Zaxte nen Regierung und trotz der befonders in der letzten morgen bei demselben gesehen. Der nun den Beschuldigtsen auf, die Uhr vieser behauptere jeooch, reine solche zu besitze Der Kaiser zu den Demonstrationen. Budapest, 12. Juni. Kaiser Franz Josef hat gestern abe die Uhr heutel wähnten Vereinbarung, trotz des. Stzugen### in Wien den ungarischen Ministerpräsidenten Dr. Weder Richter fordertenen Regierung und rrotz der besonvers in der repten!,#. 981##; ammigng#n ime Tsinen Fmtwiistn Uhr herauszugeben, Zeit sehr zahlreichen Meldungen über Eisberge auf skerle in Audienz empfangen und seiner Entrüstung dieser hehauptete jedoch, keine solche hesitzen. Der der nördlichen Route, hat es aber der französische Ka= über die gestrige Demonstration der ungarischen Deleeser telepgonisch herbe mte pitän für richtig gehalten, die für Schiff und Passagiere scationen vor dem ungarischen Ministerpalais Ausositterte den Mann inzeugenzimmer und brachte bin= Hei de, Anunft in Frankreich sich der schnellen Reise dut, gesspent. Der Katfer sagte, swo etwas bürse nicht nen kurzer Zeit die Uhr zum Vorschein. Der Dieb hatte rühmen zu können.(vorkommen. Tehne Brahtmerbungen. Aus dem Zuge gestürzt. Die Schweinereien des Fleischtrustes. Paris, 12. Juni. Der Ministerrat beschloß heute mittag die sofortige Einstellung des bisherigen Konser venbezuges aus Nordamerika infolge der Fleischtrustdieselbe in seine Mütze gedreht gehabt. Der unschuldige Angeklagte G. wurde selbstverständlich freigesprochen, während E. sofort verhaftet wurde. * Iserlohn, 11. Juni.(Verschwunden.) Der Tiefbauunternehmer Bernardi im nahen Hemer ist unter Hinterlassung einer größeren Schuldenlast verschwunden. * Dortmund, 11. Juni.(Eine Kugel kam geflogen.) Gestern abend 7 Uhr wurde der auf dem Schießstande am Fredenbaum während des Schießens mit Anzeigen beschäftigte 16jährige Rudolf Stolle, Rheinischestraße 145, von einer Kugel getroffen und so schwer verletzt, glücklichen stellt. * Dortmund, 11. Juni.(Verhaftet) wurde in vergangener Nacht der desertierte Marinesoldat Hermann Festabend, als er auf dem Hauptbahnhofe einem eingeschlafenen Arbeiter die Uhr aus der Tasche stahl. Der Deserteur wurde dem Garnisonskommando überK G G Sctafftätte,) boste vichze grch gur Boegnente, und in Mithen em 3 chasteg in Mat ushrusest aund echlachchauseser ertlicnen nach dem Herald, Rose. mer gesucht. Das schöne weiche Gras des Promena= und ein Maochen von= Hahten, im ere crrren pelt habe ihnen schon soviel wie nur möglich geschadet; denwalles an der Engelschanze hatte ihn angezogen. sich dann selbst erhängt. IZwischen dem Gatten Hatte weitere Enthüllungen würden die Biehzüchter schwerer Schlafe rollte er den Abhang hinunter in das stets das beste Einvernehmen geherrscht. Die Mordtat oals sie schädigen. dem Zuge gestürzt. venbezuges aus Nondamerika infolge der Fleischt Hohenstein, 11. Juni. Heute morgen gegen 8 Uhr enthüllungen. Frankreich bezog bisher für über 900 stürzte aus dem Coupee des Schnellzuges auf offener Millionen, Strecke ein Kind. Die Mutter sprang in großer Erres=] London, 11. Juni. Die Soldaten im Lager auf der ng nach. Beide wurden schwer verletzt.[Salisbury=Ebene vernichteten das ihnen ausgeteilte Vergiftung durch Genuß rohen Fleisches. lamerikanische Büchsenfleisch, weil ein Soldat an BlutKugel netroffen und! Aaunoper, 11 Juni. Nach Genuß von rohem vergiftung gestorben war. Das Büchsenfleisch, wovon schestraße 145, von einer bruget bertossen vue pannover, 1—. A gamilig des bei den Egersdorfer jährlich 25 Mill. Lstr. eingeführt wurden, ist gänzlich verlett, baß er heute karb. Wer den un=Iylerisch ertropzeischeseglen schagebs bei beznater. Einesunvertäufich. Schuß abgegeben but, üt noch uicht festoe, Sohpezte hreits gestorben. Kraimater und die ande: Neues Matertal gegen den Fleischtruß. ch giggen schwer Frank danmjoder. g mans 10 Qums(Don Namnauf Hewalid hmelldet Tochter hr bereits gestorben. Kra ren Kinder liegen schwer krank darnieder. Dreifacher Kindesmord und Selbstmord. Neues Material gegen den Fleischtrust. Newyork, 12. Jumi. Der Newyork Herald meldet aus Washington: Präsident Roosevelt läßt einen zwei11 G.. Ale der Gutscher Vro=ven Bericht über die Schlachthäuser ausarbeiten, der Teplitz=Schönan, 11. Jumi. 5118 der Buth“:..— dem Kongreß bald zugehen soll, falls die Anahmhe der ny heute mittag nach Hause kam, fand er seine Woh, Fleischbeschau=Vorlage verzögers wird. Seit Wochen nung versperrt. Als er die Tür aufsprengte, bot sich sammelten zwei Geheimdienstbeamte auf Anweisung ihm ein grauenhafter Anblick dar. Seine Frau hatte Roosevelts Material über die Chicagoer Schlachthöfe ihre drei Kinder, zwei Knaben von 10 und 2 Jahrem bezüglich des Gehrauchs, von Im Schlafe rollte er den Abhang hinunter in das stets das beste Einvernehmen Wasser des Grabens. Ein Polizeibeamter bemerrre muß in einem Wahnsinnsanfall begangen worden sein. den Vorfall und rettete den in Lebensgefahr schweben= den Mann, indem er ihm seinen Dienstmantel zuwarf. —„„„— Kämpfe in Britisch=Natal. Durban, 11. Juni. Die englischen Streitkräfte Lysol,„innerlch angewendet. Durban, Stettin, 11. Juni. Aus Koblenz war die Verkäu=sbrachten den Aufständischen schwere Niederlagen bei. eser 1. Ju. u de Sueht, buteu gheunbegz benn Due Hue han zul eneh erigen Ausemaunder sanunben geisek aund oieie vermzihzt, Die Besihite er Komplott gegen den Papst. Rom, 11. Juni. Angesichts der Komplott=Gerüchte gegen den Papst sind sehr strenge Maßregeln in bezug die Schienen legte, beide Beine abgefahren. letzte starb in kurzer Zeit. Essen, 12. Juni. In Unter=Meiderich erschoß ein Bergmann seinen Schwager aus Eifersucht. Er stellte sich selbst der Polizei. * Düsseldorf, 11. Juni. Dem Baumeister einer hie= auf die Audienzen beim Papste getrofen worden. Massigen Brauerei ist durch Explosion eines Fasses die senempfange sollen überhaupt nicht mehr stattfinden. rste wengersen wordenz er mar woiort to.— uue. sigen Brauerei ist vur###m Dam tofant tot.— Schädeldege, oegger###cden; er war sofort tot. Bei dem Absturz eines Gerüstes wurde ein Stuckateur getötet. Kleine Chronik. Momentbilder aus Russisch=Polen. Warschau, 11. Juni. Das Kriegsgericht verurteilte vier junge Sozialisten wegen Ueberfalls auf einen Branntweinladen im Flecke Wiskitno im Lodzer Kreise zum Tode durch den Strang.— In Bialystock Hamburs, 11. Juni. Die Tumnhalle der Votts= wurden abends auf der Suraskastraße gegen den Deuschen burcsahrenden Volzeimeister Vertaischen mehrere Flottenvereins übernachteten, ist eingestüzt. Umfang= Revolverschüsse abgefeuert.— Am Kopf gerroffen starb reiche Erdarbeiten in der Nähe des Gebäudes haben Derkatschew wenige Minuten darauf. es stark erschüttert. Menschenverlust ist nicht zu bekla= P#nschew wenige gen, da sich niemand in der Halle befand. kamen. Die Täter ent—In der Sosnowastraße wurde ein OberHannoerschemürzen, I1. Jumi, Bei dam Krie schutmann scwer verlepzt.— Du„haislor, urster gervereinsfest in Meensen totete im Streit ein Arbei= abends auf offener Straße gegen den Siavtprästventen, itzenden dess Oriegervereins sirch einem Amenaran gervereinsfest in Meensen tötete im Stre ter den Vorsitzeugen vrv erturgervereimo durch einen Stich ins Herz. Der Täter wurde verhaftet. Mainz, 11. Juni. Der Müller Thomas in Niederfaulheim, der, als er verhaftet werden sollte, einen den Gouvernementskanzleichef und den mehrere Revolverschüsse abgefenert. Die beiden ersten wurden tötlich verletzt, die Attentäter entkamen.— In gsch ziwillig gastellt. Man Lodz wurden gegen einen Wagen der elektrischen StraGentum ergoß, but sich freiwniüig gerteht. zenbahn zwölt, Revolverschässe abgegeben und dabel einem Hause der Prinzenstraße ein Eifersuchtsdrama nimmt die Genickstarre zu. ab. Der verwittwete Tüncher Johann Breiling wohnte dort mit der Witwe Lünz zusammen. Auf die Weigerung der Frau, ihn zu heiraten, gab der Tüncher einen Drohender Generalausstand in Oesterreich. Wien, 12. Juni. In sechs stark besuchten VersammRevolverschuß ab. Sie schleppte sich noch in eine be= lungen protestierten gestern abend die sozialdemokratibarte Wohnung wo sie verstarb. Breiling erschoß sich schen Arbeiter Wiens gegen die Verschleppung der Gee Ttung woo sie ertsantr.. Wahlreform. Mehrere Redner kündigten für den Fall, bempele Ac-bbbr Pe eiaelishen Gehosten dr fhrme. AUNOERBFRGAIDREDE Hoflieferant Seiner Maie as Kaisers und Köngs Wihein u. am Raichausein RHL-N BERG am Miodarheis. Gegr.##hl 1846. Anerkannt bester Bitterlikör! 24 Preis-Medalen! ## Saz, Underberg-Bouekaup. Bekanntmachung Am 1. November 1906 wird die Stelle des Bostehers des hiesigen städtischen Armenhauses frei. Der Inhaber der Stelle erhält als Entschädigung freie Wohnung(4 Zimme=) im Armenhause, freies Licht und freien Brand, für die Verpfl gung der Insassen täglich 70 bez v 80 Pfg für Erwachs ne, für Kinder 55 Pig. und auße dem hat derselbe die Nutzn etzung des beim Armenhause belegenen Gartens. Der A menhau vorsteher erlangt keine Beamteneigenschaften und ha auch keinen Anspruch auf Pensionsbereytigung. Die Kündigungsfrist beträgt 8 Monat. G=eignete Bewerber wollen sich bis zum 1. September 1906 bei dem Unterzeichneten melden. Schwerte, den 7. Juni 1906. Die Armen Verwaltung. Rohrmann. Bekannimachung. ie Hufbeschlagprüfung vor der staatlichen Prüfungskommission für den Regierungsbestik Arnsberg finden am Mittwoch, den 11 Juli und am Mittwoch, den 10. Oktober in der K. Schnet kerschen Schmiede zu Hüsten. Kreis Arnsberg statt. Herrn Veterinärrat Blome, welcher als Regierungs=Kommissar an den Prüfungen teilnimmt, hibe ich zum Vorsitzenden der aus 3 Mitglieden bestehenden Prüfungskommistion e nannt. Der Meldung zur Prüfung, welch: an den Vorsitzenden zu richten ist, hat der Prüfling folgende Nachweise beizufügen: 1. Die amtliche Bescheinigung, daß er das 19. Lebensjahr vollendet hat(Geburtsschein). 2. Die amtliche Bescheinigung, daß er mindestens die letzten 3 Monate vor der Meldung im Bezirk der Prüsungskommission sich aufgehalten hat. 3. Die Versicherung, daß er innerhalb der letzten 6 Monate einer Hufbeschlagprüfung nicht erfolglos sich unterzogen hat 4. Die Bescheinigung über die erlangte theoretische und praktische Ausbildung Der Vorsitzende entscheidet über die Zulassung zur Prüfung und beruft die Prüfli ge zur Prüfung ein Im Falle der Zulassung hat der Prüfling 10 Mk. Prüfungsgebühr post= und besellgebü#renfrei an die Königliche RegierungsHauptkasse in Arnsberg einzuzahlen. 5. Von der erfolgten Einzahlung der Gebühr setzt der Prüfling den Vorsitzenden durch Einsendung der Quittung oder des Posteinlieferungsscheines in Kenntnis. Die Prüfungsgebühr ist verfallen, wenn der Prüfling ohne geügende Entschuldigung im Termin nicht erscheint oder die Prüfung nicht besteht Bei nachgewiesener Bedürftigkeit kann die Gebühr ganz oder teilweise erlassen werden. Zur Prüfung hat der Prüfling ein Rinnmesser und einen Unterhauer mitzubringen. Das übrige Ha dwerkszeug, die Schmiedeeinrichtungen und die nötigen Pferde werden von der Kommission zur Verfügung gestellt. Arnsberg, den 22. Mai 1906. Der Regierungs=Präsident. J. B.: Kretschmann. Evang. Stadtmission zu Schwerte Sonntag, den 17. Juni 1906 Jahresfest nachmittags 3 Uhr beginnend im Stadtmissionssaale, hier, Kuhstr. 7. Die Feier besteht in Ansprachen, gemeinschaftl. Gesängen und ChorVorträgen und ist mit gemeinschaftl Kaffeetrinken verbunden. Festredner: Herr P. Schmidt, Dortmund, Herr Buchhändl Emil Müller, Barmen u. a. Eintritt frei! Jedermann ist freundl. eingeladen. 9178 Der Vorstand. S Oberzeugen Sie sich dass meine uutschland-Fahrräder u Zubehörteile e0 2 aue b uag Ober 100.000 . Deitschland-Räder zur V# grossten Zufriedenheit l. Gebrauch. die grösste der Branche, unberechnet u cortefrei ##S August Stukenbrok Einbeck Areatgrrasten foterachen öaterttiate Auf sofort einige 2180 Lehrmädchen für die Damenschneiderei gesucht. Frau Müller, Hagener Str. 33. Am Mittwoch, den 13. Juni er., vorm. 9½ Uhr werde ich im Pfandlokal beim Wirt Rath hierselbst 1 Schwein gegen bar versteigern. Schwerte, den 11. Juni 1906. Morgenroth, Gerichtsvollzieher. Perkehr! ist es, wenn Hausfrauen nicht besonders fordern: Reezes 5 J-Backpulver weil es 50% billiger ist und stets lockeres, gesundes Gebäck liefert; Reeses 10 4-Spar-Puddingpulver, weil es Zucker ersprt und delikaten Pudding gibt; Reeses Sallzyl, well damit eingemachte Früchte nicht verderben. Alles mit Prämienscheinen. 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Fachzeit„Ischrift(Mittw) mit seinen 6 wertvollen Beiblättern: Niederlage: „Weinhandlung Kaiserhof.“ NNN5 modernen Stils, Flügel u.d Pianinos in vollkommen Ausführung, neu und gebraucht, sowie Harmon ums und Klavietspielapparate in reiche. Au wahl emplieht Rud.Ibachsohn Königl. Hof-Pianofortefabrikant. Alleinvertrieb des Pianol. und Aeriola Barmen Teuerweg 40 Berlin-Köln-DüsseldorfHamburg-London. Bei Kauf, Miete. Umtausch, Reparatur oder Stimmung wende man sich an die mehr des durch vier Generationen bestehenden Hauses VORUN Terrauf. Dienstag, d. 19. Juni d. J., nachmittags 5 Uhr soll das Gras in der Flößwiese Hairodt am Elsebach nummerweise meistbietend verkauft werden Zusammenkunft an Ort und Stelle. Haus Ruhr b. Schwerte, den 11. Juni 1906. Freiherrlich v. Rheinbabensche Rentei. 2172 Darlehn auf Möbel, Wirtschaft usw gibt Selbstgeber ohne unnötige Vorauszahlg. Anger, Berlin. Gub-ner Str. 46. Rückporto 2139 Der diesjährige Grasverkauf in der Bruchhardt, 1 Schnitt, findet Donnerstag, 14. Juni, nachm. 6 Uhr an Ort u. Stelle statt. Westhofen, 11. Juni 06. Sandermann. Warnung. Warne hiermit jedermann, meinem Manne etwas zu borgen od. abzukaufen, da er keine Rechte hat und ich für nichts aufkommen werde. 2184 Frau oiustav Rohde. Schwerte, Bismarckstraße 9 a. Eine propere Frau für leichte Beschäftigung gesucht. M. Schulte, S Liethgasse 7. Ein 2türiger 2175 Kleiderschrank u. 6 Stühle sind umzugshalber billig zu vertau en. Zu erfragen in der Geschäftsstelle der Schwert. Zeitung Mittwoch morg. 8 Uhr soll im hiesig. Schlachthause minderwertiges Schweinesteisch verkauft werden. KMasche mit) Haus Hof Garten Wochenschrift für Garten- und Hauswirtschaft(Sonnabend) Der Weltsplegel illustr. Halbwoch. Chronik(Sonntag) bringt allwöchentlich ausser einer sorgfältig redigierten Reise-, Bäder- und Touristen-Zeitung je eine Juristische, Literarische und Frauen-Rundschau sowie ein besonders ansprechendes Sportblatt. Im Feuilleton erscheint ausser kleineren Novellen: Das Perlechalsband von Burton E Stevenson Stevenson ist mit diesem bis zum letzten Ende fesselnden Detektiv-Roman, der in einer hochdramatischen Weise ausgearbeitet ist, mit einem Schritt in die vorderste Reihe der Verfasser von Detektivgeschichten getreten u. ist auf eine Linie mit A. K. Green und Sir Coran Doyle zu stellen. 109000 Abonnenten" Bezugspreis: 8 Mk. monatlich, 6 Mk. vierteljährlich , bei allen Postanstalten des deutschen Reiches S S5885588n 2 Brachsdenen jeder Art liefert in künstlerischer wie einfacher Weise prompt und billig die Eine Wohnung von 3 Zimmern per 1. Juli an ruhige Familie zu vermieten. Zu erfragen in der Geschäftsst der Schwert. Zeit. 2102. 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Erstes und ältestes Tagesorgan des Kreises. Haupt=Annoncenblatt. Alie Kreis- und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäss Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröftentlichung in der„Schwerter Zeitung“ rechtsverbincliche Kraft. o 0 0 OO O O OO OO O 0 o Druck u. Uerlag von Carl Braus, Schwerte. Fernsprech-Auschluss Dr. 62 Amt Schwerte. Celegr.-Aäresse Braus, Schwerte-Rubr. e Nr. 135 Dienstag, den 12. Juni 1906. 38. Jahrgang Im Luftballon zum Nordvol. Zu den zahlreichen Versuchen, den Nordvol zu erforschen, gesellt sich jetzt ein Unternehmen, das ähnlch wie die verunglückte Andree'sche Ballonreise den Pol vermittelst einer Luftreise zu erreichen sucht. Ein Amerikaner Walter Wellmann ist mit einigen anderen unternehmungslustigen Amerikanern entschlossen, einen Versuch zur Entdeckung des Nordpols zu machen, und zwar auf ganz anderem Wege, wie seine Vorgänger. Ueber seine Pläne hat Wellmann sich in folgender Weise geäußert: Wir werden versuchen, den Nordpol noch in diesem Jahre zu erreichen. Mißlingt dieser erste Versuchso kehren wir nach unserem Hauptquartier Spitzbergen zurück und verbessern unsere Ausrüstungen. Im nächsten Jahre machen wir einen zweiten Versuch; sollte auch dieser mißlingen, so wird im folgenden Jahre noch ein dritter und letzter Versuch unternommen. Wellmann ist indessen fest von dem Gelingen seines kühnen Unterehmens überzeugt und glaubt, erheblich günstigere Chancen zu haben, wie irgend einer seiner Vorgänger. Die Kosten der pedition sind auf 50000 L. berechnet, können sich aber leicht erheblich höher stellen, trotzdem ist der Betrag bereits zur Verfügung gestellt. Wellmanns Luftschiff wird größer sein, wie irgend ein anderes früheres Fahrzeug der Art. Seine Länge beträgt 50 Meter, der Durchmesser an der breitesten Stelle 16 Meter, die Oberfläche 1900 Quadratmeter. bei 6350 Kubikmeter Volumen. Die beiden Motore treiben zwei Schrauben, die dem Luftschiff eine Schnelligkeit wvon 12—15 englische Meilen in der Stunde verleihen. Die Länge der Gondel, die ganz aus acht Stahlröhren gefertigt ist, beträgt 16 Meter. Der Maschinenraum und die Kabinen für die Reisenden sind darin enthalten. Das Stahlboot ist unter der Gondel befestigt und dient als Arbeitsraum. Im Fall das Luftschiff werunglückt, ist das Stahlboot bestimmt, den Luftschiffern die Rückfahrt zu ihrem Hauptquartier (Spitzbergen) zu ermöglichen. Nach Spitzbergen werden von Tromsö ausfahrend alle nowendigen Gegenstände für die Expedition mit dem Dampfer Frithjof befördert werden. Dort(auf dem 80. Grad nördlicher Breite) werden etwa 45 Personen stationiert werden, Sachverständige, Ingenieure, Luftschiffer, Mechaniker, Seiler und Arbeiter. Dieselben werden sich sofort an die Arbeit machen, einen Schupppen für die Ballons zu erbauen und die Vorbereitungen zur Füllung des Ballons treffen. Die Auffahrt wird, wenn alles nach Wunsch geht, zu Beginn des Monats August stattfinden. Westfalen und Rheinland * Hagen, 11. Juni.(Kreuzottern in Hagens Umgebung.) Ein Leser schreibt uns: der vorigen Woche machte ich einen Spaziergang über die Donnerkuhle nach Hohenlimburg. An den alten Steinbrüchen oberhalb der Donnerkuhle suchten einige kleine Mädchen und Knaben Blumen und Steinchen. Beim Zusehen gewahrte ich im Geröll plötzlich eine Bewegung und beim näheren Zusehen eine ca. 45 Zentimeter lange Schlange, ch schlug mit einem Stock zu, traf sie auch und entdeckte zu meinem größten Erstaunen keine Blindschleiche, aber eine einhalb Zoll dicke Kreuzotter. Ich tötete sie vollends und habe das Reptil dann vor Hohenlimburg in die Lenne geworsen. Kürzlich kam ich von Linscheid nach Altena; dort, in der Nähe des neuen Friedhofes, befindet sich eine alte Mauer(lose ohne Mörtel), ca. 75 Zentimeter hoch, oben mit Gras bewachsen. Einige höhere Schüler halten dort auch eine Schlange entdeckt, welche aber fortgekrochen war. Beim Nachstöbern kam noch eine heraus, welche von mir und den Schülern getötet wurde und sich auch als Kreuzotter entpuppte. Also ist doch auch in unserer Gegend Vorsicht am Platze. * Warendorf, 11. Juni.(Verstümmelt.) Als heute morgen den Strafanstalts=Aufseher Engel aus Elberfeld beim Begleiten eines GefangenentransDie Schönheit von Remörow. Roman von Bogumil von Czartorski. 61 „Lesen Sie!“ sagte der Baron und reichte Ehrenbreit den Brief.„Was Sebold schreibt, kommt mir allerdings sehr unerwartet, aber es ist nicht diskret, daß ich es einem von Ihnen vorzuenthalten brauchte. Sie lasen schweigend, einer nach dem anderen. „Gräfin Gerstmann hat recht!“ sagte dann der Graf mit sehr erheiterter Miene.„Bisweilen muß ein Weib kommen, das heißt eins, das das Herz auf dem rechten Fleck hat, um uns Herren der Schöpfung eine Sache in der richtigen Beleuchtung zu zeigen. Und es spricht für Sebold, daß er den weiblichen „influß auf sich wirken ließ und sich bezwang. Hurbing und der Doktor pflichteten lebhaft bei.„Meiner Ansicht nach kann Ihre Antwort nur in einem Sinne lauten, bemerkte ersterer. „Und in welchem?“ „Ich würde Sie beleidigen, bester Baron, und Ihre seelische Größe, Ihren Edelsinn!" erwiderte Baron Ruck beinahe heftig. Sein dunkles Antlitz erhielt durch die zusammengezogenen, schwarzen Brauen einen düsteren und drohenden Ausdruck.„Mir paßt es gar nicht, daß die einfache, glatte Angelegenheit zwischen mir und Sebold, die jetzt schon erledigt sein könnte, nun den Charakter eines albernen, sentimentalen Romankapitels angenommen hat!“ „Verstellen Sie sich nicht, Ruck,“ rief Ehrenbreit.„Hier ist ein Stück Papier und ein Briefumschlag. Sebold muß seine Antwort haben. Und wetten wir? Ich weiß genau, wie sie lauden wird.“ In Rucks Zügen wetterleuchtete es heftig. Hastig warf er ein paar Zeilen auf das ihm hingereichte Blatt und übergab es dem Grafen. Dieser las laut:„Kommen Sie sogleich nach Ehrenbreit, dort wollen wir die Streitaxt begraben. Die Gräfin soll recht behalten und sich ihres Sieges freuen. Ruck.“ „Bravo!“ sagte der alte Doktor.„Sie haben mir heute zu einer der schönsten Erfahrungen meines Lebens verholfen, Herr Baron. Von heute an werde ich die Großweltmenschen sicherlich nicht mehr verurteilen.“ Auch Hurbing verlieh seiner Freude Ausdruck. Eilfertig sandte man den Boten ab und begab sich auf den —— Heimweg. Bald nach ihnen langte auch Sebold in Ehrenbreit an. Die Erregung verlieh seinem Gesicht erhöhte Farbe, und in seinen Augen lag ein heiterer Glanz, sodaß er zugendlicher und liebenswürdiger als sonst erschien. Baron Ruck empfing ihn allein im Innern des Hausflurs und streckte ihm die Hand entgegen, er wollte seine Sache nicht halb tun. Sebold ergriff die ihm dargebotene Rechte seines Gegners mit Hast.„Bevor Sie mir irgend ein gutes Wort sagen, lassen Sie mich Ihnen ein Geständnis ablegen, Baron,“ sagte er mit gedämpfter Stimme.„Ich bin von Herzen froh, daß sich die Komtesse in unseren Handel einmischte. Mein Haß, mein Rachedurst freuten mich zuletzt gar nicht mehr undich fühlte mich kreuzelend!“ „Dann sind Sie besser als ich, Sebold! Mir war die sentimentale Wendung unserer Sache im ersten Moment garnicht sympathisch; ich schämte mich sogar, daß ich dennoch nachgab. Jetzt ist das anders. Ich weiß, wir haben beide Gewinn von diesem Siege über uns selbst.“ „Und Sie vergeben mir auch die häßliche Geschichte mit Sielanka, in der ich mich wirklich wie ein ungeschickter BühnenIntrigant benahm. „Davon reden wir gar nicht mehr, Rittmeister; Sie haben in nervöser Ueberreizung Menschen und Dinge in falschem Lichte gesehen, darüber sind sich Ihre Freunde einig. Heute würden Sie anders handeln. „Wahrhaftig, Baron, das würde ich! Sie haben ganz recht, ich war krank, bin es zum Teil noch.“ „Wohl! So lassen Sie uns in der nächsten Zukunft an Ihrer völligen Wiedergenesung arbeiten. Muß nicht an die Komtesse eine Botschaft gesandt werden?“ „Sie weiß bereits von ihrem Siege; denn sie wartete im Kruge, bis ich die Antwort in den Händen hatte. „Sehen Sie, Herr von Sebold, ich kenne den Baron!“ rief sie beglückt, als ich ihr das Blättchen zu lesen gab.„Nun kann ich gehen, meine Mission ist erfüllt. Ich werde aver, dessen können Sie und Baron Ruck gewiß sein, diesen Tag mein Leben lang als einen Festtag feiern.“ „Das gute Kind! Frau von Stablewski spielte wohl in der ganzen Angelegenheit eine ganz schweigsame Ro „Allerdings. Es schien mir, als ob sie nur gezwungenermaßen assistierte, ihrem Charakter ist wohl, obschon auch sie impulsiv sein kann, ein solcher Gefühlsüberschwang wie ihn die Komtesse nach ihrer Meinung hier bekundete, ganz fremd. Und sie zweifelte auch stark am Erfolge. Als dieser dann da war, zeigte auch sie große Freude und bat mich, Ihnen mitzuteilen, daß sie alle Ehrenbreiter morgen zum Diner in Ulmenau erwarte.“ „Ganz gut. Mit diesem Diner lenken wir dann wieder gemütlich ins Alltagsleben ein. Und nun kommen Sie, unsere Freunde werden sonst ungeduldig.“ Bianka Stablewski plünderte ihr Treibhaus wie nie zuvor, um das Eßzimmer zum Empfang der Gäste aus Ehrenbreit in einen wahrhaftigen Garten umzuwandeln, und Heloise, die sich glücklich und leicht wie ein Vogel fühlte, half ihr dab ei. „Wir müssen lichte Kleider anlegen und Blumen ins Haar stecken, Bianka,“ sagte sie.„Bedenke doch nur, was verhütet worden ist! Wir wissen ja gar nicht, welche Folgen der Zweikamp für beide haben konnte, jedenfalls aber feiern wir, da beide sichere und geübte Schützen sein sollen, die Erhaltung eines Menschenlebens!“ „Ich habe die Schere der Parze aufzuhalten versucht,"äußerte sie dann, ihre Ergriffenheit hinter einem scherzenden Tone verbergend, als sie kurz vor dem Diner einige Minuten mit Baron Ruck im Wohnzimmer Biankas allein war. „Seltsam! Ich hatte so sehr das Gefühl, daß der gestrige Tag mein letzter sein würde!“ entgegnete der Baron.„Wir Menschen irren uns eben doch bisweilen in unseren Ahnungen. „Ob sich aber die Parze in der Tat zufrieden geben und ihre Schere nicht dennoch gebrauchen wird?“ „Nein, nein, Baron! Sie dürfen mich nicht ängstigen! Sie müssen mir versprechen, künftig für sich und andere vorsichtig zu sein!“ „Ich glaube gar, Sie hätten mich in der Tat betrauert, es wäre Ihnen wahrhaftig leid gewesen um den alten Burschen?“ sagte er freudig, aber gleichzeitig ein das sein?“ „Sicherlich wäre es so gewesen. Aber denken wir nicht mehr an die grausame Möglichkeit, da der Himmel Sie gnädig beschfrute. 3 8#2 ports von Elberfeld über Münster nach Herford das Bahngeleise auf dem hiesigen Bahnhofe überschreiten wollte, um einen Brief in den Bahnhofbriefkasten zu werfen, kam er an einer Weiche zu Falle. In demselben Augenblick fuhr die Maschine des Zuges Lippstadt—Münster, 9,45 Uhr worm, mit einem angehängten Wagen in schnellem Tempo heran. Durch große Geistesgegenwart gelang es Engel, sich durch schnelle Drehung des Körpers aus dem Geleise zu liefreien; doch wurde das eine Bein von der Maschine erfaßt und der Unterschenkel glatt abgefahren. Auf Anordnung des sofort erschienenen Kreisarztes Dr. Schmidt wurde der Verunglückte in das hiesige Krankenhaus übergeführt. Trotz der gräßlichen und schmerzhaften Verstümmelung verzog der Mann keine Miene; er beklagte nur immerfort seine Frau und seine beiden kleinen Kinder. *Herne, 11. Juni.(Tod auf den Schienen.) Auf dem hiesigen Bahnhofe ereignete sich gestern ein sehr trauriger Unglücksfall. Der Hilfsrangierarbeiter Peitzmeier, ein noch junger Mann, hatte das Unglück, bei Ausübung seines gefahrvollen Berufes zwischen die Puffer zweier Wagen zu geraten. P. wurde der Brustkorb förmlich platt gedrückt. Er war sofort eine Leiche. Der Verunglückte war unverheiratet. * Haltern, 11. Juni.(Verunglückt.) Auf dem hiesigen Bahnhofe verunglückte heute abend ein aus Osnabrück gebürtiger Bremser. Derselbe wurde von dem um 1,15 Uhr aus der Richtung Wesel einlausenden holländer Schnellzug erfaßt und zur Seite geschleudert. Er erlitt schwere Kopf= und Gesichtsverletzungen; zudem wurde ihm ein Fuß überfahren. Der Verunglückte wurde mach dem hiesigen Krankenhause transportiert. * Düsseldorf, 11. Juni.(Meineidig.) Der Polizeisergeant Heinrich Bohmen von hier wurde wegen Meineides bezw. Verleitung zum Meineid, begangen in e iner Untersuchungssache, verhaftet. Vermischtes. *(Die Traumnummer.) Aus Gera wird gemeldet: Daß Träume nicht immer Schäume sind, könnte folgender Vorfall beweisen. Eine Frau vom Lande, die in einem hiesigen Geschäfte ihre Einkäufe besorgt, teilte dem ste bedienenden Kommis mit, daß sie von einer Nummer der sächsischen Lotterie geträumt habe, die sie beide zusammen spielen müßten. Der Kommis war damit einverstanden und suchte sich die Nummer für die nächste sächsische Lotterie zu sichern. Der auswärtige Kollekteur teilte dem Kommis mit, daß er von der Nummer auch noch einige Zehntel von der gerade in der Ausspielung begrifenen Lotterie(die im April beendet wurde) habe, uund sandte die letzten Klassen mit. Die Frau wollte aber diese Lotterie nicht mehr mitspielen, sondern die nächste. Der Kommis spielte das Los infolgedessen allein. Er war nicht wenig erstaunt, als er mit seinem Los ein Zehntel des 150000 Mark=Gewinnes errang. Die Frau war untröstlich darüber, daß nicht mitgespielt hatte. Der Gewinner gab ihr, weil sie ihn auf die Nummer aufmerksam gemacht hatte, 200 Mark. F(En sonderbarer Geizhals.) Den„Baseler Nachrichten“ wird geschrieben: Vor einigen Tagen starb in Freiburg(Schweiz) in der Unterstadt ein bekanntes Original, Altlehrer Großrieder, der vor etwa drei Jahrzehnten an der deutschen Stadtschule das Schulszepter geführt hatte. In den letzten Jahrzehnten sah er ganz heruntergekommen aus, und niemand hätte ihn, der häufig das Trottoir kehrte, den früheren Jugendbildner angesehen. Furchtbar schäbig und geflickt trug er seine Kleider, struppig den ungepflegten Bart und, die Mähne tief ins Gesicht herabgezogen, den vorsintflutlichen Hut. Längst hatte er den Bettelsack, den er gewöhnlich gespickt unter dem Arme trug, zum Wappenschilde bekommen. Er lebte von der öffentlichen Mildtätigkeit und hauste als Einsiedler. In Wirklichkeit war er ein Geizhals und Hamster erster Güte. Nach seinem Ableben schritt das Friedensgericht zur amtlichen Inventarisation uund fand in seiner muffigen, mit Kleidungsstücken aller Art ausgefüllten Restkammer u. a. zirka 300 Paar erbettelte Beinkleider, mehrere Dutzend Hemden, eine Sammlung von Taschentüchern, Strümpfen, Röcken, Westen, ferner eine Beige alten Schuhwerks, die bis zur Diele reichte. Aber das Beste kam noch zuletzt zum Vorschein. Als man die Kleidervorräte näher untersuchte, traf man zuerst auf ein Versteck, wo Fünf=Frankstücke, zu wehreren hundert Frank sich summierend, wie ein Rest voll Eier dalagen. Zu seinem zweiten Häufchen hatten sich rare Goldstücke im Werte von 100, 80, 50 und 40 Frank gesellt. Endlich kam im allten Strohsack ein ins Schweißtuch geknüpftes Geldsäckchen zutage, das zehn Dutzend Napoleons d'or(2400 Frank) enthielt. Im ganzen beziffern sich die bisherigen Funde auf 3500 Mark. Posen, 9. Juni.(Einen guten Fang= hat ein hiesiger Fischer gemacht, der vor einigen Tagen in der Nähe des Schillings, eines unterhalb der Warthe belegenen, beliebten Ausflugsortes, einen 250 Pfund schweren und etwas über 2 M. langen Riesenstör erlegt hat. Es ist ein sehr seltenes Vorkommnis, daß sich ein Stör aus der Wolga in die Warthe verirrt; der letzte ungefähr gleich schwere Fisch wurde vor etwa 6 Jahren gefangen. Da der Stör die Stärke und den Umfang eines normalen Mannes hatte und wild um sich schlug, konnte er nicht wie üblich im Netz geborgen werden, sondern man mußte einen starken Strick um seinen Kopf binden und ihn mit größter Vorsicht den Warthefluß hinauf bis zu den an der Wallischeibrücke belegenen Fischbehältern transportieren. Das Fleisch des Fisches soll, wie von Hotelbesitzern und Restaurateuren versichert wird, durchaus zart und wohlschmeckend gewesen sein. An Rogen lieferte der Riesenstör etwa 50 Pfund. Die deutsche Sprache. In„Velhagen und Klasings Monatsheften veröffentlicht Paul Heyse folgendes Gedicht: Die deutsche Sprache soll sich genau Betragen wie eine deutsché Frau, Die selbst im Haus mit Kind und Gesind' Nicht Worte braucht, die niedrig sind, Doch wohl, wenn's ihr am Herzen lag, Der Mundart sich bedienen mag. Nicht aber soll sie auf Markt und Gassen Im Schlafrock sich betreffen lassen, Sondern sich stets mit Anstand kleiden, Wohl aber üppig Gepränge meiden, Die Brust nicht in ein Schnürleib zwängen Mit fremdem Flitter sich nicht behängen, Daß ihres Wandels jedermann Ohn' Anstoß sich erfreuen kann. Doch wenn, wie oft zu klagen ist, Sie aller strengen Zucht vergißt, Zu aufrecht festem Schritt zu träg, Nachlässig schlendernd ihren Weg, Mit jeder Mundart bunten Flicken Ihr einfach Kleid sich liebt zu stichen, Daß wie ein Harlekinsgewand Sie dreist sich zeigt im deutschen Land Und Worte spricht, wie sie verwegen Der Großstadt freche Mäuler prägen, Dann ist's für ihre treuen Söhne Geschehn um ihre Kraft und Schöne, Und jedem Frevler scheint's erlaubt, Daß er den keuschen Kranz ihr raubt. Wetterbericht der deutschen Seewarte. 12. Juni.“ Erst heiter, dann bewölkt, schwül, viele Gewitter. 13. Juni. Kühl, wolkig, bedeckt mit Regen. 14. Juni. Warm, bewölkt, strichweise Regen. Verantwortlicher Redakteur: Willh. Schade, Schwerte. für Kinden, Kranke, Genesende. Verhütet ubeseitigt- Diarrhge, Brechdurchfall, Darmikafarrh. Großen Posten hochfeine 454" und Zigaretten in jeder Preislage: ff. Nordhäuser Kautabal von G. A. Hanewacker. In 5 Pfd.=Kistchen zu Originalpreisen. Beste Bezugsquelle für Wiederverkäufer. Adolf Heinrich, 1774 Hüsingstraße 28. Gentenehis K Bollmehl 21#### K Weizenkleie n Weizengrand u K Maismehl K empfiehlt# a C. Lethaus. 8 Trink'n wir noch ein Tröpfchen, aus dem kleinen Henkeltöpchen neuester humoristischer Rheinländer für Klavier 0.60 Mt. Komm liebes Schatzerl. Beliebter Tanzwalzer für Klavier 1.20 Mk Mariechen saß weinend im Garten, im Grase lag schlummernd ihr Kind. Walzer mit Text für Klavier 1 Mk., für Orchester mit 50 Texten 1.50 Mk. Mereswogen(sur 1' Onde) Erfolgreichstes Klavier=Salon=Borspielstück 1.20 Mk. Sorella. Neuester spanischer Marsch für Klavier 180 Mk. Tanze liebes Gretel, tanz mein Mädel. 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