Die„Schwerter Zeitung“ erscheint täglich, ausser Felertags. Bezugspreis: Mk. 1.6s vierteljährlich, bei der Post 42 Pf. für Bestellgeld mehr. Wöchentüche Gratis-Beilage:„Illustrierter Famissenfreund." o O 0 O O C O O 0 O O 0 0 0 Anzeigenpreis: Die sechsgespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 Pf., Anzeigen von auswärts 1s Pf., Reklamezeile 40 Pf. Erstes und ältestes Tagesorgan Kreises. Haupt=Annoncenblatt. Alle Kreis- und Lokalpolizeitichen Verorchnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäss Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung“ rechtsverbincliche Kraft. o 0 O O O O O O O O O O 0 0 Druck u. Verlag von Carl Braus, Schwerte. Fernsprech-Anschluss Nr. 62 Amt Schwerte. Celegr.-Aäresse Braus, Schwerte-Ruhr. o Nr. 131 Donnerstag, den 7. Juni 1906. 38. Jahrgang Kaiser Wilhelm in Wien = Wien, 6. Juni. Kaiser Wilhelm traf pünktlich r vorgesehenen Zeit auf dem Nordbahnhofe ein, wo kurz vorher der dem Kaiser zugeteilte Ehrendienst sich eingefunden hatte. Um 8,30 Uhr traf im Hofwartesaal Kaiser Franz Josef in preußischer Generalsuniform mit dem Bande des schwarzen Adlerordens ein. Bei der Einfahrt des preußischen Sonderzuges sah man Kaiser Wilhellm in der Uniform eines Generals der österreich=ungarischen Kavallerie#n## dem Bande des Großkreuzes des Stephansordens am Fenster stehen und den ersten Gruß Kaiser Franz Josefsdurch Salutieren erwidern. Sobald Kaiser Wilhelm den Zug verlassen hatte, erfolgte die überaus herzliche Begrüßung. Die Majestäten reichten sich die Hände und küßten sich dreimal. Kaiser Wilhelm stellte darauf sein Gefolge Kaiser Franz Josef vor und begrüßte aufs freundlichste den Ehrendienst. Sodann bestiegen die Majestäten m't Gefolge den Zug und fuhren nach Penzig ab. Pünktlich um 9,30 Uhr traf der Hofzug mit den Majestäten auf dem Penziger Bahnhofe ein, wo zum Empfange die Erzherzöge Franz Salvator, Reiner, Friedrich und Josef, sowie die Herren der deutschen Botschaft mit ihren Damen, der bayerische Gesandte Tucher mit Gemahlin ferner der Generalkonsul Liebig, Konsul von Vivenot und der österreichisch=ungartsche Botschafter v. Szoegyeny, sowie die Spitzen der Behörden sich eingefunden hatten. Die aauf dem Bahnhof: aufgestellte Millitätlmusik sp'elte die preußische Nationalhymne. Zuerst verließ Kaiser Wilhelm den Wagen, ihm folgte Kaiser Franz Josef. Nachdem Kaiser Wilhelm die Erzherzöge und die übrigen Herrschaften aufs freundlichste begrüßt hatte, schritt er an der Seite Kaiser Franz Josefs die Front der Ehrenkompagnie ab Sodann bestiegen die Monarchen mit Gefolge die Hofequipage und fuhren nach Schönbrunn, auf dem ganzen Wege von einer großen Menschenmenge mit lauten Hochrufen begrüßt. = Wien, 6. Juni. Die Blätter widmen dem Besuche Kaiser Wilhelm besonders herzliche Begrüßungsartikel. Das„Fremdenblatt“ schreibt: Wir begrüßen den deutschen Kaiser vor allem als Freund unseres Monarchen, als Alliierten unserer Monarchie, die mit dem Deutschen Reiche nun schon seit mehr als einem Die Schönheit von Remörow. Roman von Bogumil von Czartorski. 54 Und da kniete Fabian Ludwig vor demselben Tisch nieder, an dem er damals nach dem Abschied von Liska zusammengesunken, und kämpfte nun, allein mit Gott und sich, sein neues großes Glück durch, wie er damals den ersten, großen Schmerz seines Lebens durchgekämpft hatte. ** Der Graf von Ehrenbreit ging unterdessen einsam seines Weges dem Edelhofe zu. Er befand sich am Ende mit seinen Kräften. Die Erregung, in die ihn die Ausführung seiner schweren Mission versetzt, hatte nun naturgemäß einer schweren Erschöpfung weichen müssen. Er sehnte sich danach, allein innerhalb der eigenen vier Wände mit sich fertig zu werden, obschon ihm andererseits vor dem Alleinsein bangte. Da gab es noch einen Kampf auszukämpfen, der ungleich schwerer als alles Vorgegangene war. Da gab es abzutun alle Wünsche und Hoffnungen für die Zukunft und sich wieder zurückzufinden auf den Weg, den er verlassen, um einem Irrsterne zu folgen. Dieser Irrstern war nun erloschen. Tiefe Dunkelheit umgab ihn, tiefere Dunkelheit als je zuvor. Und welchen Schlag hatten sein Stolz, sein Selbstgefühl erhalten! „Alles zerrinnt mir unter den Händen,“ sagte er sich, als er in seinem stillen Zimmer auf dem bequemen Ruhebett gelandet war.„Ich bin ein von der Liebe und dem Glück Verlassener, seit jene verwünschte Kugel mich traf! Selbst als Spekulationsobjekt stehe ich nicht mehr hoch im Kurs: sogar ein Landmädchen bleibt mir gegenüber kalt, hält an seiner alten Liebe fest und verzichtet gern auf die Ehre, Gräfin Ehrenbreit zu werden! Mein Leben ist nun all seiner Freuden entkleidet; kahl wie ein herbstlicher Baum steht es da, inmitten welker Blätter. Und ich begann alles Ernstes zu hoffen, noch einmal zufrieden, noch einmal gesund, noch einmal glücklich werden zu können. Es soll nicht sein. Warum aber nun noch weiterleben? Eine Anzahl Tropfen mehr von jenem heilkräftigen Gifte, daß unser guter Doktor in Vertretung des von mir so oft vergeblich angerufenen Gottes Morpheus verschrieben, und alles ist zu Ende, Lust wie Schmerz. Der letzte der Ehrenbreits fand durch einen unglücklichen Zufall seinen Tod, verschwindet, nachdem er die übliche Runde durch die Zeitungsspalten und fashionablen AusVierteljahrhundert verbündet ist. Das Bündnis, das uns vereinigt, hat in dieser langen Zeit wvollauf seine Schuldigkeit getan, und wird sie auch weiter tun. höchste Vertreter des Bündnisses werden sich morgen Kaiser Franz Josef und Kaiser Wilhelm herzlich begrüßen. Im Geiste werden alle mit ihnen sein, die den Wert des mächtigen Werkes, das einst geschaffen, zu ermessen wissen, seine Wohltaten dankbar hinnehmen Polltische Uebersicht Etwas vom neuen Exerzier=Reglemeni. Aus den Bestimmungen des neuen Exerzierreglements über den Marsch, die Wendungen und die Griffe entnehmen wir folgendes: Es sind drei verschiedene Marscharten vorgesehen; der Exerziermarsch, der Marsch im Gleichschritt und der Marsch ohne Tritt. Das Kommando hierzu ist für jede Abteilung unter der Stärke einer Kompagnie: Abteilung— Marsch! erst von der Kompagnie aufwärts lautet es: Kompagnie—, Bataillon usw. Marsch! Durch den Exerziermarsch wird die Mannszucht und der feste Zusammenhalt der Truppe gefördert; er wird bei der Ausführung schulmäßiger, geschlossener Formen, zur Erweisung von Ehrenbezeugungen und bei der Parade angewendet. Auf„Rührt Euch“ wird in den Gleichschritt übergegangen, den das Reglement bisher nicht kannte; auf„Achtung“ wird wieder der Exerziermarsch ausgeführt, und wenn vorher„Ohne Tritt“ marschier war, das Kommando„Tritt gefaßt“ einge schaltet, worauf zunächst im Gleichschritt marschiert wird. Wenn hier eine Schrittart mehr hinzugekommen ist, so ist bei den Wendungen die Ausführung des Frontmachens der Abteilungen fortgefallen; es gibt fortan nur die Wendungen Rechts= und Linksum und Kehrt. Bei der Stellung mit„Gewehr ab“ ist auch das Knien und Hinlegen sowie das Aufstehen genauer beschrieben wie bisher; das Kommando„Nieder“ ist weggefallen. Bei den Griffen mitdem Gewehr sind namentlich beim Laden wichtige Aenderungen eingetreten. Es heißt nicht mehr„Bataillon soll chargieren— geladen“, sondern einfach in gutem deutsch:„Zum— Schuß!— Laden!“ Für das Schießen sind die KomFertig!“ fortgefallen und es an!— Feuer! Laden!", almandos:„Chargiert— heißt fortan nur:„Legt so nicht Geladen! Neu hinzugekommen ist das Kommando„Stopfen!“ worauf das Schießen sofort eingestellt wird und jede Ladebewegung aufhört; der im Anschlag befindliche Mann setzt ab. Die auf dieses Kommando unterbrochene Ladebewegung wird auf das neue Kommando:„Durchladen!“ fortgesetzt, und der Mann steht schußbereit. Soll nach dem Laden nicht sofort geschossen werden, so wird auf das Kommando: „Laden und Sichern!“ im Rühren geladen, wobei der Mann das Gewehr schräg vor die Brust nimmt, ladet und sichert, wie es ihm am handlichsten ist. Laden und Sichern kann auch in der Bewegung sowie im Liegen ausgeführt werden. Von unserer Flotte. Kiel, 6. Juni. Der Kaiser hat angeordnet, daß die früheren Panzerschiffe Kaisser, Deutschland, Preußen und Friedrich der Große, die zuletzt als Hafenschiffe dienten, aus der Liste der Kriegsschiffe gestrichen werden sollen. Es sind Veteranen, die unmittelbar nach der Gründung des Reiches erstanden. Deutsche Werften, Kieler Reichswerft und Vulkanwerft=Stettin, erbauten den Friedrich der Große und die Peußen, die englische Werft Samuda Brothers den Kaiser und die Deutschland. Letztere hatte die osmannische Regierung bestellt und Beardji=i=scherif getauft. Es entstanden Zahlungsschwierigkeiten, und das junge Deutsche Reich übernahm für je 8200000 Mark die Neubauten. Es waren die letzten ausländischen Linienschiffe, die Deutschland erhielt. Preußen und Friedrich, der Große sind die Erstlinge deutschen Panzerschiffbaues. Sie haben unseren Kriegsschiffbautechnikern durch jahrzehnbelangen Dienst Ehre gemacht, nicht nur in der heimischen Kampfflotte, sondern auch im Auslande, im Mittelmeer, in Ostasien, bei der Besitzergreifung von Kiautschou. Seit Ende 1904 sind zwölf Kriegsschiffe, fünf Linienschiffe, vier Kreuzerkorvetten und drei Kanonenboote, ausgeschieden. — Ausbau des Emdener Kriegshafens. Der„Allg. Mil. Pol. Korr.“ zufolge ist die Nachricht, daß die deutsche Marineleitung die Absicht habe, bei Emden einen großen Kriegshafen zu bauen, nicht zutreffend, wohl aber werden die bei Emden schon bestehenden Befestigungsanlagen im großen Maßstabe ausgebaut K kunftsbureaus der Gesellschaft gemacht, rasch genug aus der Erinnerung derer, die ihn einst kannten, und darf dann ungestört schlummern in Ewigkeit. Ahl welch' ein wohltnender Gedanke das ist!“ Die Hand des Grafen streckte sich verlangend nach dem kleineu, unschuldig aussehenden Fläschchen aus, das unter vielen seinesgleichen auf dem Toilettentische stand. Da pochte man an die Tür und der schön frisierte Kopf des Kammerdieners ward wieder sichtbar. „Was gibt es?“ fragte Ehrenbreit ungeduldig.„Ichwünsche ungestört zu sein!“ „Sehr wohl, Herr Graf, aber der Herr Baron von Ruck hat mich gesandt. Er bittet dringend um eine kurze Unterredung. „Ist der Herr Baron schon lange heimgekehrt?“ „Schon geraume Zeit, Herr Graf. Der Herr Baron und der Herr Rittmeister hatten eine Unterredung mit einander, keine ganz freundschaftliche, wie mir schien!“ „Genug! Ich erwarte den Herrn Baron Ruck.“ Bald darauf trat der Angemeldete bei Ehrenbreit ein. Sein Antlitz zeigte eine erhöhte Färbung und in seinen dunklen Augen brannte ein zorniges Feuer.„Vergeben Sie mir, wenn ich störe, lieber Freund,“ sagte er, augenscheinlich bestrebt, im gewohnten, leichten Toue zu reden;„meine Angelegenheit nimmt nur wenige Minuten in Anspruch. Ich muß einen Freundschaftsdienst von Ihnen erbitten.“ „Die Bitte ist im voraus gewährt. Aber Ihr Gesicht schaut nicht aus, als handle es sich um eine angenehme Sache. Wäre es möglich, daß wieder eine Sorge den Weg in mein stilles Haus gefunden hätte?“ „Ich weiß nicht, ob Sorge der richtige Ausdruck für dasjenige ist, was den Weg nach Ehrenbreit fand. Uebrigens haudelt es sich diesmal um mich. Es gilt eine Infamie zu bestrafen.“ „Sie machen mich ängstlich! Es handelt sich doch nicht etwa um einen Ehrenhandel?“ „Allerdings. Und meine Bitte lautet, Sie möchten mein Sekundant sein, bester Freund!“ „Ich versprach es bereits. Aber, lieber Ruck, wäre in dieser Sache nichts mehr zu tun? Wahrhaftig, ich sollte dergleichen nicht zugeben. Und wie kann es sein, daß Sie hier auf meiner Friedensinsel Gelegenheit zu Zwist und Zweikampf fanden? Ist am Ende gar einer der unseren, ist etwa Sebold Ihr Gegner?“ „Geraten.“ „Was tat Ihnen der Rittmeister, wenn diese Frage keine Indiskretion ist?“ „Nicht mehr, als daß er sich während meiner letzten Reise heimlich nach Sielanka, meiner kleinen Besitzung begab, angeblich, um mich zu besuchen, dort die Personalverhältnisse der ehrenwerten Leute, denen ich die Verwaltung dieses Besitztums anvertraut, ausmir unerklärlichen Gründenausspionierte undschließlich in spitzbüberischer Weise Mißbrauch mit den durch Dienstbotenbestechung in Erfahrung gebrachten Tatsachen trieb. Es hielt sich bei meiner Haushälterin eine junge Verwandte derselben auf, die man aus dem Heimatstädtchen entfernt und zu ihnen gesandt hatte, um sie aus der Gefahr zu bringen, die Beute eines Glücksjägers zu werden. Sebold machte es sich nun zur ehrenwerten Aufgabe das Vertrauen des armen Mädchens zu gewinnen und bot ihm die Hand zur Flucht, indem er nicht allein den von den Eltern der Törin so sehr gefürchteten Abenteurer herbeizauberte, sondern den Flüchtigen dann auch noch materielle Hilfe angedeihen ließ. Ich erfuhr das alles durch den Sohn meiner Haushälterin, der es seinerseits den Bekenntnissen des törichten, kleinen Landmädchens verdankt, das Sebold bestochen, nach Kräften ausgenutzt und dann seinem Schicksal über. lassen hat. Die kleine Dienerin muß in intime Berührung mit Sebolds Brieftasche gekommen und nicht zu blöde gewesen sein, sie zu durchstöbern; denn sie wußte den Namen meines Freundes anzugeben, und legte alles klar, in der Furcht, ein verstocktes Schweigen würde ihr nichts Geringeres als den Tod bringen. Die Einzelheiten ein andermal, wenn es das Schicksal will. Als ich Sebold über seine Handlungsweise, von der mich aus. führliche Briefe der Beteiligten genau unterrichtet, zur Rede stellte, wies er mich in einer Manier zurück, die an sich schon eine Erwiderung mit der Waffe verdient hätte. Er hatte danach die Kühnheit, meiner Forderung zuvorzukommen, indem er bemerkte, ich sei ihm so oft im Leben hindernd in den Weg getreten, daß er wahrhaft danach gedürstet habe, auch mir einmal einen Vogel vor der Nase fortzuschießer, und sein höchster Wunschsei seit langem eine„Pistolen=Konversation“ mit mir. Wohl! Sie soll ihm werden!" 138.20 4 1 4 97 5 werden, um so die Ems=Einfahrt noch mehr wie bisher zu sichern. Hierbei soll die Insel Borkum ganz besonders in Betracht kommen. Der Fleischtrust=Skandal. London, 6. Juni. Die Enthüllungen über den amerikanischen Fleischtrust erregen fortdauernd die Gemüter. Die Insassen mehrerer Armenhäuser haben erklärt, sie würden revoltiren, wenn ihnen amerikanisches Büchsenfleisch serviert werde. Die größten Warenhäuser in London, die sonst 1000 Büchsen Fleisch täglich verkaufen konnten, können seit dem Bekanntwerden der Zustände, unter welchen das Fleisch präpariert wird, keine einzige Büchse verkaufen. England ist als Exportgebiet für amerikanisches Büchsenfleisch verloren.— Hoffentlich auch Deutschland. Zur Frage der Erhöhung des Bierpreises. Im Gegensatz zu den kürzlich wiedergegebenen Ausführungen der„Deutsch. Taztg.“ zum BrausteuerGesetz schreibt die„Köln. Volksztg.“: Die Erhöhung des Bierpreises ist angesichts der Hekt., die also von dem neuen Braugesetze infolge der Staffelung nur mittelhoch getroffen wird. Die höhung der Brausteuer, gemäß dem in zweiter Lesung genehmigten Entwurfe, bedingt für uns eine Mehrausgabe von Mk. 5000. Der Preis des Malzes. in der laufenden Braukampagne durch die er# in Aussicht stehende Erhohung des Zolles auf Malzgerste welche nunmehr seit 1. März in Kraft ist, für unseren Bedarf um Mk. 4000, so daß man für die Folge nac vorsichtiger Schätzung mit einer jährlichen Mehrausgabe von Mk. 6000 rechnen muß. Hafer, der früher einen Preis von Mk. 7 pro Zentner bedang, kostet heute 9,50 Mark und ergibt für uns eine jährliche Mehrausgabe von Mk. 3000. Die Biersteuer kannte man vor sechs bis acht Jahren in unserer Gegend noch gar nicht; im vorigen Jahre zahlten wir Mk. 7000 Biersteuer, in diesem Jahre haben wir mit einem Mehr von Mk. 3000 zu rechnen; es wird nur noch einige Jäahre dauern, und die Biersteuer ist in allen Kommunen eingeführt; heute schon haben wir gegen die letzten Jahre mit einer Mehrbelastung von Mk. 7000 zu rechnen. Die Löhne und Gehälter steigen durch die agemein größer werdenden Ansprüch an die Lebensführung, sowie besonders durch Erhöhung der Lebensmittelpreise und Einführung Mk. 21000 der Lohntarife ständig, in den letzten beiden Jahren allein bei uns, trotz ungefähr gleichen Bierabsatzes, um jährlich Mk. 7000. Außerdem zeigen die Preise sämtlicher Rohmaterialien, wie Kohlen, Gummi und sonstiger Bedarfsartikel: Pferde, Fuhrpark, Transport= und Lagerfässer, Flaschen usw. eine steigende Tendenz, die uns einen Mehraufwand für diese Artikel von Mk. 2000 auferlegen und der eher zu niedrig als zu hoch eingesetzt ist. Es ergibt sich also gegenüber früheren Jahren eine Gesamtmehrausgabe für unseren Betrieb von Mk. 30000 jährlich. Hierzu kommen noch die sich täglich steigernden Lasten, welche den Brauereien durch Freihergabe von Eis und Kohlensäure, Stellung von Wirtschaftsmobilien, Hergabe von Kapitalien usw erwachsen. Und trotz alledem ist der Bierpreis in den letzten Jahren keineswegs gestiegen, sondern immer mehr gesunken. Beispielswese betrug der Pres eines Hektoliter gewöhnlichen Bieres in Köln vor etwa 15 Jahren Mk. 16, während heute nur Mk. 14—15, stellenweise noch weniger, erlöst werden. Daß unter diesen Umständen die Brauereien bei Einführung des neuen Brausteuergesetzes den Bierpreis erhöhen wollen, ist denselben doch nicht zu verdenken; im Gegenteil ist eine Preiserhöhung in Anbetracht aller vorgenannten widrigen Umstände geradezu eine Lebensfrage für dieselben. Niemand wird es dem Metzger uund Bäcker verdenken, wenn dieselben den Preis der Lebensmittel bei Preissteigrung von Vieh und Mehl in die Höhe setzen. Bei allen Industrien erachtet mane als selbstverständlich, daß bei Preissteigerung von Rohmaterialien und Arbeitslöhnen auch die Erzeugnisse im Preise in die Höhe gehen. Es braucht nur auf die Preissteigerung bei Kohlen, Stahl und Eisen, Woll= und Leinenwaren hingewiesen zu werden. Den Brauereien will man dies verübeln, und zwar auch dann noch, nachdem dieselben, wie dies jetzt der Fall ist, vom Reiche von einer Sondersteuer besonders hart getroffen werden. Und findet man in der Brauindstrie eine derartige Menge von Multimillionären, wie etwa im Kohlenbergbau, in der Stahl= und Eisenindustrie, in der Textilbranche bei der chemischen Industrie usw. Ein sicheres Zeichen dafür, daß der Gewinn im Brauereigewerbe meist übertrieben hoch geschätzt und lange nicht so groß ist, wie bei sehr vielen anderen Industviezweigen. Der Rheinisch=westfälische Wirteverband und die Bierpreiserhöhung. Köln, 7. Juni.(Tel.) Der Vorstand des aus 110 Vereinen bestehenden Rheinisch=westfälischen Wirteverbandes beschloß gegenüber der von den 4 Brauereien beschlossenen Bierpreiserhöhung für den Fall, als die Brauereien auf dem Beschlusse bestehen, die Gründung einer Verbandsbrauerei, da die Erhöhung des Bierpreises im Ausschank nicht angängig sei. Aus Stadt und Umgebung. Schwerte, den 7. Juni. **(Die Landeskultur=Gesellschaft) für den Regierungsbezirk Arnsberg hält am Sonnabend, den 9. Juni 11,30 Uhr vorm. im Kurhause von Unna=Königsvborn eine Sitzung ab, in der Herr Assessor Dr. Stahl aus Münster einen Vortrag halten wird über das Thema:„Wie kann a uf eine Verminderung der Lasten des land= und forstwirtschaftlichen Unfallversicherung hingewirkt werden? Wir teilen hierzu mit, daß auch Nichtmitglieder willkommen sind. **(Herr Landrat Dr. Busch) war gestern in unserer Stadt anwesend; er nahm verschiedene Besichtigun gen vor. Unter andern besuchte er auch die Volksbibliothek im alten Rathause, die ja bekanntlich aus den Beständen der Kreisbibliothek in Hörde eine nicht unwesentliche Bereicherung erfahren soll. *r(Postwertzeichenverkauf.) Während bisher immer die 10=Pfennig=Marke die am meisten verbrauchte im Deutschen Reiche war, steht jetzt die 5=PfennigMarke an der Spitze. Von dieser Markensorte wurden im Jahre 1904 nicht weniger als 1033 Millionen Stück verkauft, während es die 10=Pfennig=Marke nur auf 934 Millionen brachte. Zu dem starken Verbrauch der 5=Pfennig=Marke trägt in erster Linie die Beliebtheit der Ansichtspostkarte, dann aber auch der Ortsbriefverkehr nach Aufhebung der Privatposten bei. Die sonst am meisten gebrauchten Postwertzeichen sind die 3=Pfennig=Marke mit 476, die 5=Pfennig=Postkarte mit 302, die 2=Pfennig=Karte mit 268, die 20=PfennigMarke mit 197 und die 2 Pfennigmarke mit 134 Millionen Stück. Im ganzen wurden im deutschen Reich im Jahre 1904 3624 Millionen Stück Postwertzeichen im Betrage von 325 Millionen Mark verkauft, so daß auf den Tag fast eine Million Mark Einnahme an Postwertzeichen kam. Mit dieser Summe wird Deutschland nur noch von Amerika mit 570 Millionen Mark übertroffen. Im Weltpostverein werden täglich über 70 Millionen Postwertzeichen verkauft mit einem Werte von etwa fünseinhalb Millionen Mark. **(Von den Waldbränden.) Der heiße Sommer naht; da steht auch wieder eine Gefahr in Aussicht, die fast so schwer wie die elementaren Ereignisse, z. B. Gewitter und Blitzschäden, von Jahreszeit und Wetter abhängt. Das sind die Waldbrände. Ueber ihre Häufigkeit und Gefährlichkeit sowie die dagegen möglichen versicherungstechnischen Maßregeln hat soeben in den„Annalen des Deutschen Reiches" Dr. Felix Linke in Charlottenburg eine interessante Studie veröffentlicht. In Preußen haben von 1881—1894 im ganzen 5435 Waldbrände stattgefunden, von denen 6276 Besitzen und eine Grundfläche von 25 762,4 Heltar betroffen wurden; der angerichtete Schaden betrug 5 364 892 Mark. Der Durchschnitt für diese Zeit ergab pro Jahr 388 Brände mit 488 betroffenen Besitzungen und 1981,7 Hektar und einen Schaden von 383 207 Mk. Besonders günstig verlief das Jahr 1884 mit nur 92000 Mark Schaden, besonders ungünstig das Jahr 1892 mit nahezu 1390000 Mark Schaden. Die durch Waldbrand entstandenen Schäden stellen in Deutschland immerhin keine ganz unerhebliche Größe dar. Ergste, 6. Juni.(Versetzung.) Der hierselbst stationierte Steuerkontrolleur Herr Pollak ist zum 1. August in gleicher Eigenschaft nach Dortmund versetzt worden. Der Fortgang des Herrn Pollak, der gleichzeitig auch Dirigent des hiesigen Gesangsvereins„Sängerbund“ ist, wird her allgemein bedauert, da derselbe sich einer allgemeinen Beliebtheit bei den Bewohnern unseres Ortes zu erfreuen hat. Hörde, 6. Juni.(Unsere Stadt) hat das 29. Tausend seiner Einwohnerzahl seit kurzem überschritten und steuert nun mit vollen Segeln auf diejenige Einwohnerzahl zu, welche sie zum Ausscheiden aus dem Kreisverbande befähigt. Schwerte zur Zeit des 30jähr. Krieges. Nachdruck verboten. Von Oberlehrer Feldhügel. Veranlaßt durch einige Aktenstücke aus dem Jahre 1638, die ich unerwartet im hiesigen Stadtarchiv gefunden habe, will ich einige Mitteilungen veröffentlichen, die Schwerte zurzeit des dreißigjährigen Krieges berühren. Trotz der Dürftigkeit der Quellen sind sie vielleicht manchem Leser willkommen. In den ersten zwei Dritteln des 17. Jahrhunderts war die Pest eine regelmäßig wiederkehrende Krankheit in Europa. Unsere Stadt hat sie besonders 1620 und 1636 heimgesucht. In dem ältesten Kirchenbuche sind die an der Pest Verstorbenen mit einem besonderen Zeichen versehen. Als erste Pesttote ist 1613 die „Limingsche aus Overberge" verzeichnet. 1614 sind es bereits 8 Pestfälle, 1615 16, 1616 4. Das Jahr 1617 zeigt bereits, wie ganze Häuser durch die schreckliche Krankheit entvölkert wurden. Auf dem Hayrhoff in Holzen sterben allein im April 4 Personen an der Pest, sowie in der Nachbarschaft ein Sohn von Jesper Holdesypen(Holsiepe). Auch Auswärtige„die zufällig nach Schwerte kamen, wurden von der Pest hinweggerafft, so am 3. Juni 1617 Gertrud, Frau des Bürgermeisters Gerhard Lobbecke von Iserlohn. Während die Stadt selbst in diesen und den folgenden beiden Jahren fast verschont blieb, hielt der furchtbare Würgeengel 1620 und 1621 eine umso furchtbarere Ernte. Auch die Umgegend wurde damals entsetzlich heimgesucht: Holzen, Wandhofen, Villigst, Lichtendorf starben fast ganz aus. In der Stadt erlagen der Seuche bereits in der ersten Hälfte des Juli zahlreiche Personen(die meisten von überhaupt 44 Gestorbenen!), ihre Zahl stieg im Juli im ganzen auf 86, im August auf 128, im September starben in den vier ersten Tagen 38. Vom 5. September ab hören die Eintragungen auf, da der Pastor Heinrich Ludwig und der Vikar Georg Kramer selbst ein Opfer der Seuche geworden waren. Bis dahin war die Zahl der an der Pest Gestorbenen, also in dreiviertel Jahren, bereits auf 351 gestiegen, und im August und noch im September sollen an einzelnen Tagen 15 Pestleichen beerdigt sein. Die Zahl der Geburten betrug in den Jahren 1615 bis 1620 durchschnittlich 60 bis 70, so daß die Zahl der Gemeindemitglieder höchstens 1800 betragen haben wird. Da nun die Gesamtzahl der 1620 bis 1621 an der Pest Gestorbenen nach Angabe des Herrn Pastor Schütte über 900 betragen hat, ist also in den beiden Jahren über die Hälfte der Bevölkerung durch die Pest hinweggerafft. Im August 1620 war auch, wie schon erwähnt, der Pastor Heinrich Ludwig(Ludovici) an der Pest gestorben, der 1601 nach Peppers Tode in die hiesige Pfarrstelle berufen war. Ein Schwerter Kind, hatte er in Dortmund und Soest, zuletzt auf der Universität Helmstädt, studiert, war dann in Marburg ordiniert, wo damals das strengste Luthertum herrschte, und war hier mit großem Eifer als„Herold der lutherischen Rechtgläub'gkeit“ aufgetreten. Nach seinem Tode wurde das Pastorat zunächst von einem Katholiken,„einem Papisten Johann Wilhelm Hillebrinck gehissen, unrechtmäßig und ohne Leistung einiger Dienste besessen und genützet“. Kurfürst Georg Wilhelm(1619—1640), der ja sellbst seit dem Uebertritt seines Vaters Johann Sigismund(25. Dezember 1613) reformiert war, sah sich nun„veranlaßt und bevogen“, das Pastorat dem Evangel. Reformierten Prediger Gottfried Grüter zu übertragen. Dieser wurde 1621 eingesetzt(„installirt") sollte sich aber des ruhigen Besitzes nur ein Jahr erfreuen; denn schon 1622 nahm der Gegner des Kurfürsten, der Pfalzgraf von Pfalz=Neuburg, mit Hilfe spanischer Truppen die Mark„mit dem Schwerte“ ein und okkupierte sie bis 1631. Die Evangelischen wurden, wie nicht anders zu erwarten war, in der Ausübung ihres Gottesdienstes sehr gehindert. Die Hospitalskirche wurde ihnen samt den Vikarien derselben genommen und den Katholiken gegeben. Am meisten widersetzte sich der Uebergabe der Hospitalskirche Diedrich Cöller, der 1620 von Lütgendortmund hierher berufen war; beim Einfall der Spanier wurde er vertrieben, jedoch bald darcuf als Kaplan an die Nikolaikirche in Dortmund berufen. Auch wußte es Hillebrinck dahin zu bringen, daß Gottfried Grüter aus der Stadt vertrieben wurde. Hillebrink kehrte in sein Amt zurück, und die Spanier überlieferten Kirche und mehrere Pfarreieinkünfte auf kurze Zeit wieder den Katholiken. Die Stadt hatte im Jahre 1622 unter den unerträglichsten Brandschatzungen der Spanier zu leiden(wie 1598). Wie unmenschlich die Spanier in Westfalen, also vermutlich auch in unserer Stadt, zu hausen pflegten, ersieht man aus von Steinen's erschütterndem„Historisch Arragonisch Spiegell, darin mit gutem grunde gezeiget, was die Spanier sonderlich in Westphalen aufgerichtet.“ Allerdings hat von Steinen den Einfall im Jahre 1598 im Auge; es ist aber nicht anzunehmen, daß die Spanier sich in der verhältnismäßig kurzen Zeit von 24 Jahren erheblich geändert haben sollten. Hatten sie doch erst 1614 unter blutigen Greueln die Reichsacht an der Stadt Mühlheim vollzogen. Und aus dem Jahve 1630 wird berichtet:„Die Rheinlande(wo die Spanier gehaust hatten) zeigten das Gepräge des dauernden Kriegszustandes. Leere Dörfer und Flecken, deren Bewohner sich vor den zuchtlosen Scharen in dichte Wälder und schützende Gebirgsschluchten flüchteten, waren keine Seltenheiten. Befehlshaber der Spanier war General Ambrosius Spinola und nach seinem Abzug General Cordova. Trotzdem 1629 auf dem Reichstag zu Regensburg die Neutralität der pfalz=neuburgischen und brandenburgischen Rheinlande anerkannt war, wurden dieselben doch mit den übrigen Rheinlanden auch in der Folgezeit zum Schauplatz des Krieges. Die Spanier blieben in unserer Gegend bis 1631. (Fortsetzung folgt) Westfalen und Rheinlaud * Herne, 6. Juni.(Freche Diebstähle) wurden auf der Esser'schen Ziegelei an der Wischerstraße ausgeführt. Den dort beschäftigten Ziegeleiarbeitern wurden im Schlafraume die Koffer erbrochen und 4 Taschenuhren sowie Geldbeträge gestohlen. Als Täter kommt eine Person in Frage, welche beim Ziegelmeister um Arbeit nachgefragt hat. Aehnliche Diebstähle sind in letzter Zeit auf Ziegeleien in der Umgegend ausgeführt worden.— Das ist zweifellos derselbe Gauner, der das gleiche Manöver hier in Schwerte ausgeführt hat. Red. * Essen, 6. Juni. Auf der Zeche„Osterfeld“ wurden zwei Bergleute verschüttet. Einer war sofort tot, der andere war tötlich verletzt. *Essen, 6. Juni.(Besuch.) Der Präsident der Republik Argentinien, Man. Quintana, ist am Dienstag mit großem Gefolge auf Villa Hügel eingetroffen. Er besichtigte heute die Krupp'schn Fabrikanlagen, sämtliche Kanonen= und Lafetten=Werkstätten. Auf dem Schießstande ließ sich der Präsident die Schnellfeuergeschütze vorführen. Schließlich wurden noch verschiedene Wohlfahrtseinrichtungen in Augenschein genommen. Bonn, 6. Juni. Der„Bonner Zeitung“ zufolge, wurde Pfarrer Demmel zum alkatholischen Bischof gewählt. Demmel war seit dem 2. Februar 1879 altkatholischer Pfarrer in Bonn und Anfang des Jahres zum Generalvikar ernannt. Nach dem Tode des Bischofs Weber war er Bistumsverweser. * A Eie# 888 Ar Lc Verschmähte Liebe. Liegnitz, 6. Juni. Heute früh werübte eine hysterisch veranlagte Restaurateurswitwe auf den Musikdirektor Mehring vom dortigen Grenadierregiment7 aus verschmähte Liebe ein Revolverattentat. Mehring, der von mehreren Kugeln getroffen wurde, ist in die dortige Augenklinik gebracht worden, da man von einer noch im Kopfe steckenden Kugel eine Schädigung des Augenlichtes befürchtet. Das Todesfahrzeug. Gotha, 6. Juni. Hier wurde von zwei französischen Automobilisten ein Kind überfahren, das einen Schenkelbruch und eine Kopfwunde erlitt. Die Franzosen hinterlegten eine Kaution von 1000 Franks und fuhren weiter nach Eisenach. Revoltierendes russisches Regiment. Petersburg, 6. Juni. Aus Kursk wird eine Revolte des Regiments Koslow gemeldet, das mit der Forderung hervortrat, das Regiment nicht mehr zur Bewachung von Banken und zur Unterdrückung von Unruhen heranzuziehen und seinen Jahrgang 1903 zu verabschieden. Der Regimentskommandeur, welcher die Forderungen ablehnte, wurde von den Soldaten halb tot geprügelt. Ein Aufgebot Artillerieregiment weigerte sich, gegen das Regiment Koslow vorzugeDas photographierte Altentat auf das spanische Königspaar. Eine Photographie des Attentats in Madrid. Durch einen Zufall ist es einem Madrider Photographen gelungen, gerade den Augenblick auf seiner Platte zu fixieren, wo die Explosion erfolgt ist. Diese Photographie ist von dem spanischen Blatte A B C zuerst veröffentlicht worden. Wir geben das Bild obenstehend wieder.— Unser Kartenblid bringt unsern Lesern den Weg vor Augen, den das junge königliche Paar auf dem Wege zu und von der San Geronimokirche zurück gelegt hat. Die Attentatsstelle ist durch ein Kreuz bezeichnet worden. Paris, 6. Juni.(Drahtm.)„La Patrie" erhielt ein Telegramm aus London, wonach die dortigen Anarchisten behaupten, der Urheber des Attentats sei weder tot noch gefangen. Die Nachricht von dem Tode des Attentäters sei eine Legende, die nur bezwecke, die König und die öffentliche Meinung zu beruhigen. Die Anarchisten erklären, niemand sei zugegen gewesen, als der Flurschütze erschossen wurde. An dem angeblichen Tatorte hätte sich der Täter leicht retten können. Sterra d. Gundaramo Pr Kleine Chronik. Berlin, 6. Juni. Eduard von Hartmann, einer der bedeutendsten Philosophen der Gegenwart, ist in letzter Nacht infolge eines chronischen Magenleidens in Großlichterfelde gestorben. München, 6. Juni. Während eines heftigen Gewitders schlug der Blitz in die neurenovierte katholische Kirche in der Gemeinde Zell a. M. Das Gebäude geriet in Brand und in burzer Zeit stürzten Turm und Kirche in sich zusammen. Dresden, 6. Juni. Der Student Karl Kobke aus Brohl a. Rh. tötete im Hotel zum Schwan in Hegau seine Geliebte, die Kaufmannstochter Törbeo aus Braunschweig, und darnach sich selbst durch Erschießen. Trührmetbnagen. Die Dreibund=Fürsten. Wien, 7. Juni. Kaiser Wilhelm und Kaiser Franz Joseph haben heute an den König von Italien ein in französischer Sprache abgefaßtes Telegramm grichtet, das in deutscher Uebersetzung lautet: „Zu zweien vereint senden wir unserm dritten treuen Verbündeten den Ausdruck unserer unveräuderlichen Freundschaft. Wilhelm und Franz Joseph. Die ebenfalls in französischer Sprache abgefaßte Antwortdepesche des Königs von Italien, die an Kai ser Franz Joseph gerichtet war, hatte folgenden Wortlaut: teile die Befriedigung Eurer Majestät und Seiner Majestät des deutschen Kaisers über ihr Zusammensein und bitte die Verbündeten, mit meinem Dank für Ihre liebenswürdige Depesche die Versicherung meiner treuen und unverbrüchlichen Freundschaft entgegenzunehmen. Viktor Emannel. Bootsunglück. Hamburg, 6. Juni. Der Salondampfer„Cobra“ der Hamburg=Amerikanischen Paketfahrt=Aktiemgesellschaft stieß auf der Rückfahrt von Helgoland heute abend bei Neumühlen mit einem Boot zusammen. Zwei Personen sind bei dem Unglück ertrunken. Untergang eines deutschen Postdampfers? Hamburg, 6. Juni.(Privatdepesche.) Der Postdampfer der Hamburg=Amerika=Linie„Prinz Eitel Friedrich“, der vor mehreren Wochen Hamburg mit zahlreicher Besatzung und reicher Post verließ, soll nach nach hier eingegangenen privaten Meldungen an der Küste[Südamerikas untergeangen sein. Nur zwei Schiffsoffiziere seien gerettet. Der Hamburger Amerik Linie liegt eine amtliche Bestätigung bis zur Stunde noch nicht vor. Explosion. Pinneberg, 6. Juni. In der hiesigen Gasanstalt erfolgte heute beim Abbruch eines Gasometers eine Explosion, wodurch drei Personen schwer verletzt wurden. Eine davon ist alsbald gestorben, eine andere schwebt in Lebensgefahr. Selbstmord eines Ehepaars. Magdeburg, 6. Juni. Der seit dem 30. Mai vermißte Sparkassenkontrolleur a. D. Otto und dessen 67jährige Ehefrau sind heute in ihrer in der Hauptstraße gelegenen Wohnung tot aufgefunden worden. Beide hatten sich mit Lysol vergiftet. Die Leichen sind stark in Verwesung übergegangen. Der Grund zum Selbstmord war wohl Ueberschuldung. T SSchmfafs Ticht-Kraschmasufmen vemnder de KScse D schre baanste DNETWASCHITIASCHINEN für Hntrieb durch Söpel, Dampf, KKHT·p, Wasser, Elektrizitdt, Gas, Petroleum... e Rediandesrielen Beiet berienter ucht## E.Koch-Berleburs Hagelschaden=Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit für den Land= und Stadtkreis Dortmund und den Kreis Hörde. Wir laden hierdurch die Mitglieder des HagelschadenVersicherungsvereins auf Gegenseitigkeit für den Land= und Stadtkreis Dortmund und den Kreis Hörde zu der am 11. Juni 1906, nachmittags 5 Uhr zu Doztmund im Kölnischen Hof stattfindenden Generalversammtung desselben ein. Cagesordnung: Einfügung einer Bestimmung in die Satzung über die Form, in welcher die Bekanntmachungen des Vereins zu erfolgen haben. Dortmund, den 30. Mai 1906. Die Direktion. Schulte=Witten. Bekanntmachung. Der Bezirksausschuß zu Arnsberg hat auf Grund der §§ 2 und 3 des Wildschongesetzes vom 14. Juli 1904 und des§ 107 des Zuständigkeitsgesetzes vom 1. August 1883 für den Umfang des Regierungsbezirks Arnsberg beschlossen, bezüglich des Beginns der Schonzeit für Birk=, Hasel= und Fasanenhähne es bei der gesetzlichen Bestimmung bewenden zu lassen. Hörde, den 5. Juni 1906. Der Königliche Laudrat. I. V.: Frhr. v. Steinäcker. 1 doppelt gereinigte staubfreie 9.00 12.50 soll man nur in einem reellen Geschäft kaufen, welches seit Jahren diesem Artikel ganz besondere Sorgfalt zuwendet. Verkaufe unter langjähriger Garantie jeden Bettes: Vollständiges 1½ schläsiges Ober= oder Unterbett mit 7 Pfund gereinigten Federn gefüllt Mk. 7,00 u. *„„„„„ 10„„„„„ 10,00 *„„„„„ 10„„„„„ 15.50 *„„„„ 10„„ Halbdaunen„„ 17.50 Großee 2„e Pfühl 20„ 3½„ Federn„„ 4,00 Kissen mit 2 bis 3 Pfund gereinigten Federn gefüllt Mk. 1,75, 2,10, 2,50 und 3,00 ### Fertige 2schläsige Strohsäcke Ml. 1,70 bis Ml. 2,20. Bessere 1½ und 2schläfige vollständige Betten von Mk. 50,— bis 120 Mk. Auf Wunsch Füllung der Betten im Beisein der Käufer. Betten mit weniger Inhalt entsprechend billiger. Wilhel 3 (Gute Betten * 1 Kat starken federdichten Barchent. 1308 Schwerte Berding von Erdarbeiten. Wir beabsichtigen die Ausführung von Planierungsarbeiten auf unseren in der Schwerter Heide gelegenen Grundstücken Gemeinde Schwerte, Flur 2 Nr. 160, 161, 193, 194 und 227 im Wege des öffentlichen Verdinges zu ver geben, wobei es sich um einen Abtrag von ca. 4000 chm Erde handelt und haben Termin hierzu auf Montag, den 18. d. Mts, vormittags 9 Uhr in unserem Verwaltungsgebäude, Hagenerstraße Nr. 1 anberaumt. Leistungsfähige Unternehmer werden ersucht, ihre mit der Aufschrift„Angebot auf Planierungsarbeiten" versehene Angebote bis spätestens zu diesem Zeitpunkte bei uns einzureichen. Die eingegangenen Angebote sollen in Gegenwart der etwa erschienenen Bieter oder deren Vertreter geöffnet und bekannt gegeben werden. Zeichnungen und Bedingungen sind in unserem Bureau gegen Zahlung einer Gebühr von 1 Mk. zu haben. Dortmund, den 1. Juni 1906. Die Verwaltung des städtischen Wasserwerks. 2111 Niederlage: „Weinhandlung Kaiserhof.“ Standesamt Ergste. Im Monat Mai wurden beurkundet. Geburten, 1 Sohn: Kettenschmied Karl Friedrich Wilhelm Wiedenbruch zu Steinberg bei Ergste. Aufgebote. Straßenbaynwagenführer Heinrich Trompetter zu Ergste und Dienstmagd Elisabeth Busch zu Duisburg. Kettenschmied Karl Otto F.nkhaus zu Ergste und Wi we Hermann Wiedenbruch Anna Auguste Luise geborene Marquis zu Ergste. Landwirt Hermann Finkhaus zu Höfen bei Ergste und gewerblose Lydia Silpersiepe zu Tiesendorf. 9 Eheschließungen: Kettenschmied Karl Otto Finkhaus zu Ergste und Witwe Hermann Wiedenbruch Anna Auguste Luise geb. Marquis zu Ergste. Straßenbahnwagenführer Heinrich Trompetter zu Ergste und Dienstmagd Elisabeth Wilhelmine Busch zu Duisburg. Landwirt Hermann Finkhaus zu Höfen bei Ergste und geverbiose Lydia Sielbersiepe zu Tiefendorf. Sterbefälle Näherin Elisabeth Weber zu Knapp bei Ergste, 85 Jahre. Klara Pletzinger zu Ergste 1 Jahr. Beranntmachung. Die Firma Louis Schwarz u. Cie., Aktiengesellschaft Dortmund will auf dem Grundstücke in Aplerbeck, Flur 11 Parzelle No. 44 a fl. der Steuergemeinde Aplerbeck die Ausführung von Kesselschmiedearbeiten und Eisenkonstruktionen auf dem Fabrikplatze ihres Werkes Stahl u. Eisen in Aplerbeck vornehmen. Auf Grund der§§ 17 und 18 der Reichsgewerbeordnung in der Fassung vom 30. Juni 1900 und der No. 19 und 20 der ministeriellen Ausführungsanweisung vom 1. Mai 1904 wird dieses Vorhaben mit der Aufforderung bekannt gemacht, Einwendungen gegen dasselbe binnen 14 Tagen bei dem Amte zu Aplerbeck schriftlich in zwei Exemplaren oder zu Protokoll anzubringen. Beschreibungen und Zeichnungen liegen auf dem genannten Amte zur Einsicht aus. Die Einspruchsfrist nimmt ihren Anfang mit dem Ablauf des Tages, an welchem das diese Bekanntmachung enthaltende Kreisblatt ausgegeben worden und ist für alle Einwendungen präklusivisch. Nach Ablauf der Frist können Einwendungen in dem Verfahren nicht mehr angebracht werden. Zur mündlichen Erörterung der rechtzeitig erhobenen Einwendungen wird gemäß Ziffer 19 e der vorbezeichneten Anweisung Termin auf Sonnabend, den 23. Juni d Is, vorm. 10 Uhr, auf dem Amtsbureau zu Aplerbeck anberaumt und wird besonders darauf hingewiesen, daß im Falle des Ausbleibens des Unternehmers oder der Widersprechenden gleichwohl mit der Erörterung der Einwendungen wird vorgegangen werden. Als Kommissar des Kreis=Ausschusses ist der Herr Amtmann Leonhard tätig. Hörde, den 1. Juni 1906. Namens des Kreisausschusses: Der Vorsitzende. I. V. Freiherr v. Steingecker Regierungs=Assessor. Pökelfleisch Ohren-, Schnauzen-, Rippenstück, per Pfd. 30 Pfg empfiehlt L. Weinberg. ** s** (Magnum bonum) prima Ware wieder eingetroffen und liefert zu niedrigsten Preisen franko Haus Ant. Berkenkopf. Ainle Bacher and Schrirten insbesondere alle Neuerschein. ungen des deutschen Buchhandels liefert bezw. besorgt schnellstens Braue Buch=, Kunst- und Dall Braus, Schreibwarenbandi. Grosse Marktstrasse 3—5. Achtung. Reichstagswahler. Unserer heutigen Auflage, soweit sie in Ortschaften des Kreises Iserlohn geht, hat die Zentralleitung der christlichsozialen Partei betr. die bevorstehende Reichstagswahl beigelegt, auf das wir hiermit aufmerksam machen. Der allgemein beliebte in Taschenformat erscheinende Westsälisch=Rheinische Fahrplan Sommer=Ausgabe 1906 120 Seiten stark ist wieder zu dem niedrigen Preis von 10 in meiner Buchhandlung zu haben. Carl Braus Gr. Marktstr. 3—5. Grasverkauf. Am Montag, d. 11. Juni, nachmittags 4 Uhr lasse ich an meinem Hause 4 Morgen Gras= u. Futterbau nummerweise meistbiet. geg. Kredit verk. 2097 Frau Ww. Silbersiepen b. Ergste. Haus= und Grundbes=Verein. Noch einige Nummern 2119 Futterbau abzugeben. Rafsin,„zur Helle“. Ordentliches Kädchen baldigst gesucht. 2104 Frau Bernh. Feit, Hüsingstraße 23. Junger Mann, 16—20 Jahr, als 2085 II. Hausdiener per sofort gesucht. Hotel Kaiserhof. 2 Saudrnchise gesucht. 2092 Rickert, Ostenstr. 21. Bekanntmachung. Ein Portemonnaie mit Inhalt gefunden. Schwerte, d. 6. Juni 1906 Die Polizei=Verwaktung Bohnenstangen empfiehlt Th. Greve, 2117 Hagener Str. 35. möglichst per sofort mehrere tüchtige 2098 Pölierer auf nnecht gegen hohen Lohn. Dauernde Stellung. Offert. unt. K 2394 an Wilh. Scheller, Annoncen=Exped, Bremen. Fahrräden erstklassig, direkt Fanlflauer, von der Fabrik an Private u. Händler von Mk. 65 an. Zubehörteile, Sar-Bak a.;- Tusr schläuche von Mk. 2 80 an. Ranaraturen auch an fremdem Roparaturen Fabrikat prompt und billigst. Wer sich auf diese Zeitung bezieht und einen Auftrag von mindestens Mk. 10 erteilt, erhält eine höchst praktische GratisZugabe. Katalog gratis und franko. Duisburger Fahrradfabrik „Schwalbe“ Akt.-Ges. Duisburg-Wanhelmerort. Gegründet 1896. 1540 Nkademie Friedberg bei Frankfurt a. M. Polytechn. Institut für Naschinen-, Elektre- und Sau-ingenieure, sowie für Architekten. Für den Inseratentell verantwortl.: A. Pfau, Schwerte. Die„Schwerter Zeitung“, erscheint täglich, ausser Feiertags. Bezugspreis: Mk. 1.6s vierteljährlich, bei der Post 42 Pf. für Bestellgeld mehr. Wöchentliche Gratis-Beilage:„Ilustrierter Familientreund." o 0 0 O O O O O O O O O O o Anzeigenpreis: Die sechsgespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 Pf., Anzeigen von auswärts 1S Pf., Reklamezeile 40 Pf. und ältestes Tagesorgan Alle Kreis- und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäss Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröstentlichung in der„Schwerter Zeitung“ rechtsverbindliche Kraft. o 0 0 O O O O O O O O O 0 o Druck u. Verlag von Carl Braus, Schwerte. Fernsprech-Anschluss Nr. 62 Amt Schwerte. Celegr.-Adresse Braus, Schwerte-Ruhr. o Nr. 131. Donnerstag, den 7. Juni 1906. 38. Jahrgang Zum nenen öffentlichen Wetterdienst. Im Monat Juni gelangt im Auftrage des Herrn Ministers für Landwirtschaft, Domänen und Forsten ein öffentlicher Wetterdienst zur Einführung. Mit der Ausgabe der öffentlichen Wettervorhersagen wird am 15. Juni, mit dem Versand von Wetterkarten am 1. Juli begonnen. In erster Linie soll diese neue richtung der Landwirtschaft dienen. Das Gebiet Norddeutschlands ist zu viesem Zwecke in neun Bezirke geteilt worden. Alle Orte eines Bezirkes erhalten von einem Platze, der Wetterdienststelle, täglich eine Vorhersage des zu erwartenden Wetters. Die Wetterdienststellen Norddeutschlands sind: Aachen Breslau Bromberg, Hamburg, Ilmenau, KöBerlin, nigsber teorologische Observatorium in Aachen bestimmt worden. Der Bezirk der Wetterdienststelle Aachen wird im Norden von dem Gebiete der Wetterdienststellen zu Magdeburg und Weilburg begrenzt. Zu Aachen gehören die Provinzen Rheinland, Westfalen, der südlichste Teil von Hannover, sowie die Fürstentümer Birbenfeld, Pyrmont und Lippe=Detmold. Da die klimatologischen Verhältnisse eines so umfangreichen Gebietes bei gleicher Wetterlage jedoch verschiedenartigen Witterungscharakter für die verschiedenen Lagen bedingen können, so ist der Bezirk der Weterdienststelle. Aachen in zehn Unterabteilungen eingeteilt, von denen jede je nach der Wetterlage eine besondere Wettervorhersage erhalten kann. Maßgebend für die Abgrenzung wav in erster Linie die klimatologische Aufschließung, vor allem die der Regen= und Temperaturverhältnisse. Es mußte jedoch auch Rücksicht auf die durch die einzelnen Prognosengebiete führenden Telegraphemlinien genommen werden. Die einzelnen Prognosengebiete sind wie folgt eingeteilt: 1. die höheren Lagen des Venus, 2. das Vorland des Venns die Nordeifel und das Aachener Hügelland, 3. die südliche Eifel, 4. die niederrheinische Tiefebene, 5. das Rhein= sund Moseltal,6. der Hunsrück, 7. der Mittellauf der Lippe, 8. das bergische Land, das Rothaargebirge und der Teutoburgerwald, 9. das Münsterland uund der Siegkreis und 10. der Remörow. Roman von Bogumil von Czartorski. 55 „Die Erregung Sebolds muß eine krankhafte sein! Es ist undenkbar, daß er bei normalem Gemütszustande so zu handeln vermocht hätte. Lassen Sie mich einmal mit ihm Rücksprache nehmen über alles, was geschehen ist, und über Ihre Stellung zu einander. Wenn er bereit ist, sein Bedauern über das Vorgefallene auszusprechen, so wäre damtt wenigstens ein blutiger Ausgang vermieden, und das weitere ließe sich in der Stille nach und nach wieder einlenken.“ „Hier ist nichts einzulenken, lieber Freund. Wir werden und können miteinander nicht mehr anders als durch die Läufe unserer Pistolen verhandeln, der Rittmeister und ich; ich muß ihn züchtigen. „Sind Sie denn des Ausganges so gewiß? Und dann: Sebold ist mir gleichfalls seit Jahren treu ergeben. Der Gedanke, Sie beide mit der Waffe einander gegenüberstehen zu sehen, und noch dazu hier, wo Sie sich lediglich auf meine Veranlassung oder doch um meinetwillen aufhalten, hat etwas in hohem Grade Peinliches und Schmerzliches für mich! Wir haben bereits genug des Leides in Rembrow!“ „So gern ich in allen Dingen Ihren Wünschen entspreche, hier ist es unmöglich. Aber seien Sie ganz ruhig, Sie sollen von der Sache wenig oder gar nichts merken, wenn es Ihnen irgend widerstrebt, mir zu sekundieren. Und wir werden unser Rendezvous außerhalb des Ortes haben, der uns so liebenswürdige Gastfreundschaft gewährt.“ So bleibt mir nichts mehr zu sagen. Selbstverständlich halte ich mein Wort und bin Ihr Sekundant.“ Ich danke Ihnen, Ehreubreit. Nun noch einige wenige Worte über eine andere Sache. Wir dürfen hoffen, daß die Krankheit der Gärtnerstochter von Rembrows sich zum guten wenden, daß meine Nichte genesen und noch eine, will es Gott, glückliche Zukunft haben wird. Ich gedenke zu halten, was ich versprach Liska erhält meinen Namen und ein dementsprechendes Eroten. Ich will ihr auch ferner zur Seite stehen, als wohlmeinender Freund und Berater, aber daran, sie zu mir emporzuheben, sie fernerhin äußerlich beeinflussen und an mich ketten zu wollen, denke ich ganz undigar nicht mehr.“ Nord= und Ostabhang des Teutoburgerwaldes. Da die heutige Wettervorhersage sich auf die Wetverlage eines größeren Gebietes, besonders auf die Luftdruckverteilung stützt, so sind neben den örtlichen Beobachtungen auch Mitteilungen von anderen meteorologischen Stationen notwendig. Zu diesem Zwecke erhält das Meteorologische Observatorium Aachen seden Morgen von zirka 80 über ganz Europa verteilten meteorologischen Stationen telegraphische Angaben über den Luftdruck, die Windrichtung und Stärke, die Bewölkung, Temperatur, den Niederschlag von morgens 8 Uhr, svwie über den Witterungsverlauf der letzten 24 Stunden. Diese Angaben laufen in Form von mehreren chiffrierten Sammeldepeschen gegen halb 10 Uhr an den Telegraphenapparat der Aachener Wetterdienststelle ein. Außer diesen über ganz Europa verteilten Stationen teilen folgende meteorologische Stationen aus dem Bezirk der Wetterdienststelle selbst ihre Beobachtungen von 2 Uhr nachmittags und 9 Uhr abends des Vortages und 7 Uhr morgens telegraphisch dem Observatorium mit: Cleve, Monte=Rigi im hohen Venn, Neuwied, Trier, Birkenfeld, Münster, Herford, Lüdenscheid und Arnsberg. Mit der Post laufen täglich frühmorgens von 20 weiteren Stationen entsprechende Beobachtungen ein, sowie zirka 110 Berichte zum Zwecke der Prognosenprüfung. Diese Beobachtungsbericht liefern ein sehr reichhaltiges Material, wenn man bedenkt, daß täglich zirka 90 Stationen telegraphisch und 130 brieflich berichten. Dazu kommt noch, daß die Regenstationen angewiesen sind, der Wetterdienststelle Meldungen über stärkere Regenfälle, Wolkenbrüche, Hagel, Gewitter und sonstige außergewöhnliche Witterungsvorgänge umgehend Bericht zu erstatten. Außer diesen zugesandten Berichten gestatten nun die örtlichen Beobachtungen am Observatorium selbst den Witterungszustand genau festzustellen. Vor allem sind es die selbsttätig registrierenden Instrumente, welche gute Dienste leisten. Von solchen selbsttätig registrierenden Instrumenten sei erwähnt das selbstregistrierende Barometer, Thermometer und Hygrometer, der selbstregistrierende Regen= u. Sonnenscheinsmesser sowie der Windapparat, welcher Richtung und Geschwindigkeit des Windes für jeden Zeitpunkt ebenfalls aufzeichnet. Baron Ruck richtete nach diesen Worten seine dunklen Augen halb fragend auf Ehrenbreit. Dieser beantwortete den Blick durch ein melancholisches Lächeln.„Auch ich habe meine Träume begraben,“ sagte er.„Wir waren beide vermessen, des Mädchens Schicksal auf eigene Hand umformen, es in eine Bahn drängen zu wollen, die ihm ursprünglich nicht bestimmt ist. Der über den Wolken ist doch mächtiger als wir und läßt sich nicht spotten. Möge er Liska wieder werden lassen, was sie war: Die Schönheit von Rembrow!“ „Sie ist auch nur in ihrer Sphäre so unvergleichlich, Ehrenbreit. Es gehört der Rahmen einer frischen, ungekünstelten Natur, der Hintergrund von Waldesgrün, der blaue Himmel dieses ländlichen Paradieses...“ „Und es gehören auch das schlichte, braune Linnenkleid und die dörfische Haartracht dazu, um die Gärtnerstochter als das zu erhalten, was sie war,“ klang da des Malers Stimme plötzlich dazwischen.„Ich hoffe nun, sie noch einmal so malen zu dürfen. Und das wird ein Bild nach meinem Herzen!.. Ich kam übrigens. um mit Ihnen über den Rittmeister zu reden, Ehrenbreit!“ „Zuvor muß ich vollenden, Hurbing, was vor Ihrem Eintritt begonnen wurde. Sie können es hören, da Ihnen ja meine in der Vergangenheit wurzelnden Beziehungen zu den Steinerts kein Geheimnis mehr sind.“ „Wenn dieses Duell für mich einen unglücklichen Ausgang haben sollte, Ehrenbreit, so müssen Sie an meiner Statt für die Rechte des Mädchens einstehen und meine Verfügungen zur Ausführung bringen. Zu diesem Zweck händige ich Ihnen bereits heute alle nötigen Papiere ein.“ Die Augen des Grafen v. Ehrenbreit hefteten sich sekundenlang auf die kleine, bläuliche Flasche, die Trost und Ruhe für ihn umschlossen hielt. „Ich will alle Ihre Wünsche erfüllen, lieber Freund, wenn es notwendig werden sollte,“ antwortete er dann,„hoffe aber zuversichtlich, daß Sie mit eigener Hand Ihre Freudenrosen ausstreuen werden auf den Weg des Mädchens. Mit dem Obergärtner muß, wie ich glaube, vor allem ein ernsthaftes Wort gespcochen werden, und das erscheint mir als das schwerste Stück der Arbeit.“ „Allerdings. Aber er kann nichts anderes tun, als nachgeben, wenn wir fest zu einander halten, wenn wir ihm drohen, unsere Hand ganz und gar von dem Gärtnerhause abzuziehen, im Fall Die Meldungen über das Wetter anderwärts sowie die Beobachtungen des Observatoriums werden nun in einem Kartenbild übersichtlich eingetragen und dann die sogenannte Wetterkarte, welche die Wetterlage über Europa veranschaulicht entworfen. Hierbei werden noch Hilfskarten die Luftdruck= u. Temperaturänderung sowie des gefallenen Niederschlages angefertigt. Die Originalwetterkarte ist ungefähr 11 Uhr fertig gestellt, wird dann vervielfältigt und kommt zum Versand. Dabei wird angestrebt, daß dieselbe noch am Tage selbst in die Hände der Interessenten gelangt. Da die Wetterkarte ungemein das Verständnis für die Witterungsverhältnisse fördert, so wäre sehr wünschenswert, wenn sie an allen Telegraphenanstalten, Amtshäusern, Schulen usw. öffentlich ausgehängt würde. Ferner sei erwähnt, daß die Wetterkarte eine kurze sachliche Schilderung der Witterungsverteilung, sowie eine allgemein gehaltene Wettervorhersage enthält. Als erstrebenswertes Ziel ist dabei ins Auge gefaßt, daß jedermann an Hand der Wetterkarte lernen soll, selbst sich ein Urteil über den augenblicklichen Witterungszustand, sowie auch dessen Aenderungen zu billden. Was die Wettervorhersage anbelangt, so wird diesse, wie bereits erwähnt, sowohl an Hand der Wetterkarte, welche die Weterlage darstellt, als auch auf Grund der örtlichen Beobachtungen aufgestellt. Um 11 Uhr wird dieselbe von dem Telegraphenapparate des Observatoriums in einer chiffrierten Form dem Telegraphenamt Aachen und von dort allen Telegraphenämtern des gesamten Bezirkes der Wetterdienststelle übermittelt. Auf diesen Aemtern wird die telegraphische Wettervorhersage dann entziffert und zwischen 11 und 12 Uhr am Postgebäude zum öffentlichen Anschlage gebracht. Westfalen und Rheinland. * Dortmund, 6. Juni.(Vom Strom getötet.) Auf dem Weberschen Werk kam der Monteur T. Jasinsky, Inselstraße 8 wohnend, mit der elektrischen Leitung in Berührung und starb nach einigen Minuten. * Lüdenscheid, 6. Juni.(Wo ist der Knabe?) er darauf beharren sollte, Liska im Interesse seiner eigenen, egoistischen Pläne beeinflussen zu wollen. Wir müssen eben beide mit ihm ringen, lieber Freund. „Ich werde das Meinige tun, Ruck, besonders da ich zu wissen glaube, welchen Namen das Glück der Schönheit von Rembrow trägt. „Fabian Ludwig!“ sagten die beiden anderen wie aus einem Munde. Baron Ruck setzte hinzu:„Dieser junge Mann hat sich während seines Aufenthaltes in Berlin meine ganze Achtung und Sympathie gewonnen, unter seiner Führung kann es Liska nicht anders als wohl ergehen. Allerdings hatte ich ein anderes Glück für sie im Sinne, aber in diesem ist einzig, es wird mir immer klarer, ihr wahres und echtes Heil enthalten. „Ich denke es mir aber keineswegs angenehm für Liska, nach allem Vorgefallenen dauernd in Rembrow zu verweilen, in der Nachbarschaft ihres Vaters, der die Vereitelung seiner Hoffnungen niemals vergeben und vergessen wird, und unter den Leuten von Rembrow, die nicht aufhören werden, Frau Ludwig, die einmal eine Dame werden sollte, zum Zielpunkte ihres Neides und ihrer Klatschsucht zu machen,“ äußerte Oskar Hurbing gedankenvoll.6 „Auch daran dachte ich bereits und beabsichtige beshall mein kleines, sehr hübsches Besitztum Sielanka, ohnehin das Erbteil meiner kleinen Liska, so bald wie tunlich an Ludwig abzutreten. Möge es ihnen dann eine freundliche Heimat werden. Mögen sie in seinem Frieden ihr Dasein harmonisch ausleben. Es würde meinem Herzen ein Trost sein, ihnen ein echtes Glück geschaffen zu haben, in der Erinnerung an den einzigen Fehltritt und die einzige Liebe meines Lebens.“ Endlich befand sich Franz Josef wieder allein, und seine Gedanken kehrten zu dem Punkte zurück, von dem Baron Rucks Eintritt sie abgelenkt hatte. Nun darf ich noch nicht gehen. Nun darf ich noch nicht an meine Ruhe denken; das dunkle Schicksal des letzten Ehrenbreit hat sich augenscheinlich noch nicht nach allen Richtungen hin erfüllt, dachte der Graf mit seinem traurig gelassenen Lächeln. Wohl denn! Ein schlechter Soldat, der seinen Posten verläßt. Ich bleibe. Ich will den Kelch bis auf den letzten Tropfenleeren. Um so verlangender öffnen sich meine Lippen dann dem Lethetrank des ewigen Schlummers, wenn alle Arbeit getan ist. 138,20 Der Gelegenheitsarbeiter Fritz Mertens, der, wie gemeldet, den 6 Jahre alven Sohn der Eheleute Crone entührt hat, wurde erhängt aufgefunden. Von dem geraubten Kinde fehlt noch jede Spur. Es wird vermutet, daß das Kind ermordet ist. * Essen, 6. Juni.(Gattenmord.) In Caternberg wurde gestern nachmittag die Frau des Maurers August Eichler in einem Zimmer der Wohnung erhängt aufgefunden. Da man an der inneren Seite des linken Armes der Toten, dicht am Ellenbogengelenk,eine tiefe Schnittwunde fand und eine große Blutlache den Boden des Zimmers bedeckte, wo auch ein Messer lag, nimmt man Mord an. Der Maurer Eichler, welcher als erster den Tod seiner Frau meldete, wurde verhaftet. Die Untersuchung ist in vollem Gange. * Köln, 5. Juni.(Schabernack.) In seiner Behaglichkeit wurde gestern nachmittag ein auf der ersten Etage eines Hauses an der Hohestraße wohnender Kaufmann gründlich gestört. Vom Mittagessen an bis zum späten Abend meldeten sich bei ihm Frauen und Mädchen, die von ihm als Zeitungsträgerinnen beschäftigt sein wollten. Er erfuhr hierbei, daß von„befreundeter“. Seitze unter Mißbrauch seines Namens durch Inserate zuverlässige Zeitungsträgerinnen bei ihm gesucht würden. Der Kaufmann und seine Ehefrau versuchten, so gut zs ging, die zahlreich erscheinenden Arbeitsuchenden abzufertigen, wobei es an komischen Zwischenfällen nicht fehlte, denn die Frauen wollten es nicht glauben, daß man dem Herrn einen Schabernack gespielt. Durch Zufall kam der Kaufmann dahinter, wer den Schelmenstreich eingeleitet hatte und so wird er eine Klage gegen die Urheber anstrengen. Köln, 6. Juni.(Wegen Steuerhinterzlehung) hatte sich der frühere Wirt der Restauration „Karl der Große“ vor der hiesigen Strafkammerzu verantworten. Der Angeklagte hatte nur ein Zinseinkommen von 3000 Mark angegeben; nachgewiesen wude ihm dagegen, daß er von 1898 bis 1903 jährlich über 15000 Mark Reinverdienst aus dem Betriebe der Wirtschaft erzielte. Das Gericht legte fest, daß der Angeklagte in den Jahren 1898 bis 1904 beabsichtigt habe, einen Steuerbetrag von 2433 Mark zu hinterziehen, und vevurteilte ihn zu dem fünffachen Betrag in der Höhe von 11 720 Mark. Duisburg, 6. Juni.(Beide Beine ab!) Gestern abend gegen 8 Uhr wurden dem Knaben Karl Kühn von einem Motorwagen der Düsselldorfer Kleinbahn beide Beine abgefahren. Im Krankenhaus Betshesda ist er kurz nachher gestorben. * Kaldenkirchen, 6. Juni.(Ein bedauerlicher Unglücksfall) ereignete sich gestern beim Königsvogelschuß der St. Lambertt=Schützenbrüderschaft. Auf bis jetzt unaufgeklärte Weise spritzte der Teil einer Kugel nach rechts ab und traf einen seitwärts stehenden etwa neunjährigen Knaben aus M.-Gladbach, der hier zum Besuch weilte, so schwer in den Unterleib, daß er seinen schweren Leiden erlegen ist. Erst nach ungefähr zehnMinuten bemerkte man die schlimmen Folgen und brachte den Verletzten in das hiesige St. KlemensHospital. Ueber 300 Jahre hat genannte Bruderschaft den Königsvogel nach alter Sitte aus luftiger Höhe herabgeholt, ohne daß die Chronik von einem Unfall zu melden wüßte. Gestern tätigte man zum ersten Male den Vogelschuß auf dem nach Regierungsvorschriften hergestellten neuen Schießstande. * Goch, 6. Juni.(Ein schweres Unglück) ereignete sich gestern abend hierselbst. Ein in schnellstemTempo begriffener Motorfahrer überfuhr, während er eine Ecke passieren wollte, zwei Männer, der eine wurde zur Seite geschleudert, während der andere eine schwere Verletzung am Bein davontrug. Der Motorfahrer selbst erhielt ebenfalls eine Verletzung am Kopfe. Industrie und Handel. (::) Berlin. Bei der Preisverteilung auf der Berliner Musikfachausstellung wurde der Barmer Hofpfanofabrik von Rud. Ibach Sohn die goldene Medaille, und als besondere Auszeichnung der wertvollste Ehrenpreis, ein silberner Prunk=Tafelaussatz, gestiftet von der Stadt Berlin, zuerkannt. Die Ausstellung der Firma, die nach den übereinstimmenden Berichten der Presse durch ihre Ausdehnung und vornehm künstlerische Gestaltung in der zahlreich vertretenen Pianobranche die dominierende Stellung einnahm, wurde von dem Protektor der Ausstellung, Friedrich Wilhelm von Preußen, des wiederholten Besuchs gewürdigt. Finanzminister Freiherr von Rheinbaben kaufte den Haupt=Ausstellungs=Flügel für seinen Privatgebrauch an. Kleiue Chronik. Pirmasens, 6. Juni. Eines Hundes wegen geriet heute der verheiratete Schuhmacher Heinrich Greiner aus Höhetschweiler mit seinen ledigen Brüdern Josef und Friedrich Wiehn, beide Maurer aus Fischbach, in Streit und zog das Messer. Friedrich Wiehn blieb tot am Platz, Josef Wiehn wurde tötlich verletzt.. Greiner wurde verhaftet. Newyork, 6. Juni. Die heftige Ersderschütterung in San Franzisko dauerte nur 10 Sekunden. Das öffentliche Vertrauen schwindet. Verschiedene Firmen, die bereits Vorbereitungen für Neubauten getroffen hatten, haben ihr Projekt aufgegeben und erklärten, es sei töricht, aufs Neue Kapital und Arbeit zu riskieren. Die Wirkung des Erdbebens wird von den Behörden verheimlicht. Auch in Oakland wurde eine heftige Erderschütterung gespürt, sie dauerte auch dort 10 Sekunden. Jagd und Sport ::( V e r k ä m p f t e E l c h e.) U e b e r e i n e n t r a g i s c h v e r laufenen Kampf zweier Elche in Rußland, bei dem beide Elche den Tod fanden, einer durch Wunde, der andere durch Verschmachten, berichtet die Tägliche Rundschau: Die Tiere hatten sich verkämpft, was bei Rothirschen schon häufig, bei Elchen aber noch nie beobachtet worden ist. Der russische Oberförster I. Petersonzu Prolysow fand die Elche in einem entlegen sten Teile des Forstes, nachdem sie schon stark in Verwesung übergegangen war. Seiner Ansicht nach muß der Kampf folgendes Ende genommen haben: Der schwächere Hirsch(Zwölfender) geriet mit einer Schaufel so unglücklich zwischen diejenigen seines stärkeren Nebenbuhlers, daß er fiel sund dabei seinen Gegner mit sich riß. Beim Niederstürzen kamen die beiden Kämpfer fast auf den Rücken zu liegen, mit dem Genick auf einen Baumstamm. Dabei drang ein Augensprosse vom stärkeren Hirsch fünfzehn Zentimeter tief in den Schädel des Gegners, was wohl sofort dessen Tod herbeiführte. Die Schwere des Toten, dessen Geweih zwischen den Schaufeln des Stärkern eingeklemmt war, und der Umstand, daß die Augensprosse des lebenden Hirsches in dem Schädel des Toten festsaß, dies verhinderte te den Ueberlebenden, der unverletzt geblieben war, sich wieder aufzurichten. So mußte dieser Recke eines qualvollen Todes enden. Er muß wenigstens drei oder vier Tage gelitten haben, bis endlich der Tod eintrat; von Qualen und den verzweifelten Bemühungen, sich wieder aufzurichten, zeugte eine tiefe Grube, die er mit seinen Hinterläufen aufgeschlagen hatte. Verantwortlicher Redakteur: Wilh. Schade, Schwerte. Bekanntmachung. Landespolizeiliche Anordnung. Da in der letzten Zeit im Kreise Hörde ein tollwutkranker Hund reiumherge aufen ist, ordne ich mit Geneimigung des Herrn Ministers für Landwirtschaft, Domänen und Foisten auf Grund der§§ 18 ff des Reichs ges. betr. die Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen vom 28. Juni 1880 und 1. Mai 1894 für den Kreis Hörde fü die Dauer der G=fahr der Weiterverbreitung der Seuche, d. h. bis auf weite es folgendes an: 1. Die Eigent imer, Besitzer und Fihrer ven Hunden sind verpflichtet, dieselben sofort on eine sichere Kette fest anzulegen und zwar an einem Ort, der für fremde Hunde nicht zugänglich ist. Der Feststellung gleichzuachten ist das Fü ren der mt einem das Beißen sicher verhindernden Maulkorbe ve sehenen Hunde an der Lein:. 2. Ohne Erlaubnis der Ocspoli eibehörde dürsen Hunde aus dem Sperrgebiet nicht aus eführt werden. 3. Die B nutzung der Hunde zum Ziehen ist unter der Bedingung gestattet, daß dieselben fest angesa irrt, mit einem siche ren Maulkorbe versehen und außer de Zeit des Geb auchs festgelegt werden 4. Die Verwendung von Hirtenhunden zur Begleitung der Herde und von Jagdhunden bei Ausü ug der Jagd wird unter der Bedingung gest ttet, daß dese Hinde außer der Zeit des Geb auchs außerhalb des Jand eviers) festgelegt, oder mit einem sicheren Maulkorbe versehen, an der Leine geführt werden. 5. Werden Hunde diesen Vorschriften zuwider frei umherlaufend angetroffen, so kann auf Anordnung der Polizeibehörde die sofortige Tötung erfolgen. 6. Die Eigentümer, Besitzer oder Führer von Teren oder die Vertreter derselben sind ve pflichtet, bei einm etwaigen Auf treten solcher Krankheitserscheinungen, welche dn Ausb##ch der Tollwut befüraten lassen, der Ortspolizeibehörde sofot Anzeige zu ernatten. 7. Wer desen Vor chriften zuwiderhandelt, wird gemäß den S§ 65 ff. vom 23. Juni 1880 und 1 Mai 1894 bestraft, sofern nicht nach dem§ 828 des Reichsstrafgesetzbuches eine höhere Strae verwirkt ist. Diese Anordnung tritt sofort in Kraft und wird aufge hoben bezw eingechänkt werden, sobald die im Eingange erwähnte Tollwutg fahr in dem Keise beseitigt sein wird. Arnsberg, den 23. Mai 1906 Der Regierungs=Präsident. AIIc 1328 J. B. Kretschmann Vorstehende Anordnung wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Schwerte, den 30. Mai 1906. Die Polizei=Verwaltung. Rohrmann Bekanntmachung. Der Magistrat und die Stadtverordneten-Versammlung haben auf Grund des§ 1 des Gesetzes betreffend die Anlegung und Veränderung von Straßen und Plätzen in Städten und ländlichen Ortschaften v. 2. Juli 75. Ges. S. S. 561 unter Zustimmung der Polizei=Be waltung die Baufluchtlinien für die Ermlinghoferstraße v. d. Welliughoferstr. bis zur verläng. Feldstr. festgesetzt. Wir machen hiermit darauf aufmerksam, daß der vetr. Plan in Gemäßheit des§ 7 des angezogenen Gesetzes im hiesigen Stadtbauamte Rathausstraße No. 9 zu jedermanns Ensicht offen liegt und das Einwendungen dagegen binnen einer präkulsicischen Frist von vier Wochen bei uns schriftlich anzubringen sind. Hörde, den 2. Juni 1906. VI 1360. Der Magistrat. G. Simony. 300000 o5 ##9 30 20 9#0 20 80 90 90 30 de 20 de 90 00 20 DO Brdekeachen jeder Art liefert in künstlerischer wie einfacher Weise prompt und billig die Buchdruckerei der+ 4 ++„Schwerter Zeitung“ 20 von Carl Braus, Schwerte. 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