Die„Schwerter Zeitung“ erscheint täglich, ausser Feiertags. Bezugspreis: Mk. 1.6s vierteljährlich, bei der Post 42 Pf. für Bestellgeld mehr. Wöchentliche Gratis-Beilage:„Illustrierter Familientreund.“ o o C 0 0 0 O O O O o o o o Anzeigenpreis: Die sechsgespaltene Petitzeile oder deren Raum 1o Pf., Anzeigen von auswärts 1s Pf., Reklamezeile 40 Pf. Erstes und ältestes des Kreises. Haupt=Annoncenblatt. Hörde erlangen gemäss Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung“ rechtsverbinckliche Kraft, o o o o o o o oo o o o 0 o Druck u. Verlag von Carl Braus, Schwerte. Fernsprech-Anschluss Nr. 62 Amt Schwerte. Telegr.-Adresse Braus, Schwerte-Kuhr. o Nr. 127. Hinter den Kulissen der hohen Politik. Wien, 30. Mai. Nach den Angaben des Wiener Montagsblattes„Groß=Oesterreich“ sollen höchst merkwürdige Gründe der auswärtigen Politik für die Aufgabe der Besichtigung des Brucker Lagers maßgebend gewesen sein. Die Reise des Grafen Moltke nach Wien und die zwischen beiden Chefs des österreichischen und des preußischen Generalstabs gewechselten Trinksprüche stellten eine weithin schallende Neubekräftigung des zwischen Deutschland und Oesterreich bestehenden Militärbündnisses dar, und zwar in einer Weise, daß die Leitung und die des Offizierskorps beder Armeen fast als ein einziges Ganze erschienen. Die Trinksprüche, die hierbei gesprochen wurden, erschienen nicht nur den offenen Gegnern des Bündnisses, sondern auch gewissen ängstlichen Gemütern am Wiener Ballplatz so unerhört, daß man sogar ihre Veröffentlichung verhindern wollte. Wie das geannte Montagsblatt versichert, hätte in Wien die Furcht vor den Madjaren die ersteRolle gespielt„Aber auch vor, den guten Freunden in Paris und London schämte man sich ob der Tatsache, daß die Offiziere von hüben und drüben in so „herausfordernder“ Weise die deutsch=österreichische Waffenbrüderlichkeit bekannten. Vor allem aber tobte man in Pest.„Das war wieder ein Streich des Beck“. hieß es in den kossuthistischen Kreisen.„Wir dürfen nicht dulden, daß eine säbelrasselnde Militärpartei über unsere Köpfe hinweg Politik mache“—„wir werden dieses militärische Vorspiel des deutschen Kaiserbesuches gründlich vereiteln.“— Sofort setzten auch die Bemühungen bei dem in Pest weilenden Kaiser ein, und die Folge war, daß der Besuch in Bruck abgesagt wurde. So war wenigstens die„Inspizierung der österreich= ischen Truppen durch den preußischen Spion vereitelt. Andererseits hatten andere Freunde in Petersburg sofort die Entsendung des russischn Generalstabschefs nach Wien angeregt, nicht um eine Wiederbelebung des Dreikaiserbündnisses vorzubereiten, sondern um nach Berlin hin kenntlich zu machen, daß in Wien neben Preußen=Deutschland noch andere Faktoren ihren Einfluß gelbend zu machen in der Lage sind.“ Die Schönheit von Rembrow. Roman von Bogumil von Czartorski. 45 „Der Arzt hofft noch, da die Natur des Mädchens eine überaus gute, kräftige sein soll; aber ich kenne die Vorzeichen des Todes zu genau, um nicht die schlimmsten Befürchtungen zu hegen. Komm also, mein Sohn, und laß uns gut machen, was noch gut zu machen ist. Sende ein Wort, wann Du zu erwarten bist, Deiner betrübten, getreuen Tante Agues.“ Fabian Ludwig las den Brief zweimal hintereinanderzer sah sehr ruhig und sehr blaß aus, als er ihn dann in des Malers Hand zurücklegte und mit tonloser Stimme fragte:„Ich darf mit Ihnen gehen, nicht wahr? Ich darf Liska sehen?“ „Sie müssen es sogar!“ erwiderte Hurbing.„Wie steht es, können Sie morgen zur Reise bereit sein?" „Ich bin bereit. Ich könnte schon heute, schon in dieser Stunde fort, wenn es Ihnen beliebte. Und mir wäre am liebsten, soo## in den Reisewagen zu steigen. „Um so besser. Wir wollen dann den nächsten Zug benutzen. Die Dunkelheit ist uns günstig; suchen wir es einzurichten, daß niemand vom Edelhofe den Zusammenhang zwischen Ihrer Reise und der meinen bemerkt.“ „Das geht ganz leicht. Ich mache mich jetzt allein auf den Weg zur Station.“ „Ganz gut, Ludwig. Dort treffen wir einander dann.“ * * Es war im Zwielicht des nächsten Tages, als die beiden Reisenden, der Maler und Fabian Ludwig, das hübsche im Westen Berlins gelegene Haus der„Taute Agnes“ erreichten. Vor und in demselben hatte man Stroh gestreut, ein Zeida, der ihn und seinen Begleiter erwartet und in Empfang genommen hätte.„Es ist besser so, Ludwig,“ sagte er.„Wir erhalten ein klares Bild vom Stande der Dinge, wenn niemand sich auf uns vorbereitet. Kommen Sie!“ Es herrschte jene tiefe Stille im Hause, die allemal die Begleiterin schwerer Krankheiten zu sein pflegt und sich wie Todesahnung auf die Seele des Eintretenden legt. Leise traten die Männer in den Korridor, dessen Tür nur angelehnt war. Freitag, den 1. Juni 1906. Politische Uebersicht. — Die großen Sommerübungen der deutschen Flotte. Die Seemacht,die bei den großen Schlußübungen der heimischen Kampfflotte in die Erscheinung treten wird, ist die größte, die je in Deutschland formiert wurde. Die Zahl der Kriegsschiffe und Kriegsfahrzeuge erhöht sich gegen das Vorjahr um 20, die Gesamtbesatzung steigt um volle 3000 Mann. Es werden an den Uebungen 90 Kriegsschiffe und Kriegsfahrzeugs und rund 17000 Mann teilnehmen. Die eigentliche Kampfflotte besteht aus modernen oder modernisierten Schiffen. In den Torpedoformationen wird die Reserveflottille sich noch aus veralteten Booten zusammensetzen. Die Minenübungen werden bei den Herbstmanövern besonders zur Geltung kommen. Es tritt die aus zehn Fahrzeugen bestehende Minensuchdivision sowie der Minendampfer„Pelikan“ unter den Befehl des Flottenchefs. Das Führerschiff wird mit funkentelegraphischen Apparaten ausgerüstet. Die englische Flotte wird auch in diesem Jahre nach der Ostsee kommen, und zwar nach den Manövern. Von deutschen Küstenorten werden Lübeck und Pillau besucht werden, wo der Besuch bereits amtlich angemeldet worden ist. — Keine Generalaussperrung am 2. Juni im deutschen Metallgewerbe. In der Sitzung des Vorstandes des Gesamtverbandes deutscher Metallindustrieller vom 29. Mai wurde festgestellt, daß die streikenden Gießereiarbeiter der Bezirksverbände Braunschweig, Dres den, Breslau und Hannover ihre Forderung nach Mindestlöhnen zurückgezogen und sich damit abgesunden haben, daß die Arbeitgeber eine Verhandlung mit Vertretern der Arbeiterorganisationen ablehnen. Demzufolge beschloß der Vorstand, wie derselbe mitteilt, daß die auf den 2. Juni d. J. festgesetzte Aussperrung nicht zur Ausführung kommen soll. Zur Abwälzung der Biersteuer auf die Verbraucher schreibt die„D. Tastzg.“: Wie wir bereits mitteilten, hat der Verband der Berliner Bierbrauereien beschlossen, in Rücksicht auf die Brausteuererhöhung den Bierpreis um 2 Mark 50 Pfg. für das Hektoliter zu erhöhen. Da begann plötzlich jemand in dem zu linker Hand an das Vorzimmer grenzenden Raume zu singen! Die Töne klangen schaurig durch die tiefe Ruhe dieser Zwielichtstunde, doppelt schaurig für die beiden atemlos Lauschenden, denen Stimme wie Lied nur zu wohl bekannt waren:„Schmal ist der Pfad der Frommen, Durch Freuden führt er nicht.“ Fabian Ludwig ergriff mit krampfhaftem Druck die Hand des Malers; sekundenlang verharrte er regungslos mit vorgeneigtem Haupte, stürzte dann plötzlich, wie von einer inneren Gewalt getrieben, auf die geschlossene Tür zu, hinter der die Töne erklangen, öffnete sie mit einem energischen Stoße, dessen es eigentlich nicht bedurft hätte, und stand im nächsten Moment vor dem Lager, auf dem Liska Steinert, die„Schöuheit von Rembrow“, ruhte. Die„Schönheit“? Glich dieses abgezehrte, junge Geschöpf mit der dunklen Röte des Fiebers auf den Wangen, mit den eingesunkenen Augen und dem irren, schmerzlichen Lächeln um den bleichen Mund, dem blühenden Mädchenbilde noch, dem jener Name zugehörte? Fabian Ludwig umfaßte mit einem einzigen langen Blick die Veränderung, die mit seinem Liebling, seiner„wilden Drossel" vorgegangen war; seine Augen gewahrten nichts und niemand in dem Raume als sie! Er kniete vor ihrem Bett nieder, ergriff eine ihrer fieberhaft glühenden Hände und neigte seine Stirn darauf, wie um Kraft zu gewinnen. Liska schien ihren Jugendfreund nicht zu erkennen; sie überließ ihm willig ihre Hand, aber kein Schimmer froher Ueberraschung flammte in ihren Augen auf. Sie glitten unruhig zur Tür hinüber, in deren Rahmen Oskar Hurbing noch stand und dann von diesem auf die übrigen, das Lager in einiger Entfernung umgebenden Personen. Da war Baron Ruck, augenscheinlich durch Ludwigs ungestümes Hereinstürmen in einem Gespräch mit dem Arzte unterbrochen, der noch neben ihm stand, da war ferner Fräulein von Wangenrot mit ihrem sorgenvollen, kleinen Gesicht unter dunklem Spitzenhäubchen, da war endlich Heloise, zu Füßen des Krankenlagers stehend. Aller Augen waren auf Fabian Ludwig gerichtet; offenbar aber wagte es niemand, ihm seinen Platz bei der Kranken streitig zu machen. Baron Ruck sah traurig, fast finster auf das melancholische Genrebild hin, nur in dem schönen Gesicht der Grafentochter leuchtete ein blasser Freudenschein auf, als sie jetzt gewahrte, wie der junge Landmann mit seiner kräftigen, braunen Hand lieb38. Daß die Stuererhöhung allein(die bekanntlich für kleinere Brauereien gleich Null ist und auch bei den größten Brauereien im Höchstfalle nur 1,25 Mark pro Hektoliter beträgt), diese Erhöhung iums Doppelte nicht rechtferteigen kann, sieht der Brauereiverband selber ein. Er begründet daher die Erhöhung außer mit der Steuer auch moch mit dem Hinweis auf die erhöhten Zölle für Hopfen, Gerste, Mais, Hafer und Pferde. Wie steht's nun seit dem Inkrafttreten der neuen Zölle mit den erhöhten Preisen für jene BrauerreiProduktionsstoffe? Zunächst die beiden für jede gute Brauerei wichtigsten Hopfen und Gerste. Nach der amtlichen Statistik kostete erstklassiger Hopfen: im März=April 1904: 400—=50 Mark per Doppel=Zentner, 1905: 320—330 Mark, dagegen 1906: 140—155 Mark. Und zweitklassiger Hopfen: im März=April 1904: 340—370 Mark per Doppel=Zentner, 1905: 280—290 Mk. 1906: 85—100 Mark. Es kostet heute also Hopfen nur den dritten bis vierten Teil soviel, wie vor einem und zwei Jahren. Und dieser, trotz der neuen Zölle vorliegende Preissturz soll Anlaß bieten, den Bierpreis um das Doppelte der neuen Brausteuersätze zu erhöhen?! Weiter: Braugerste. Nach der amtlichen Statistik betrug der Preis guter Braugerste im März=April: in Danzig 1905: 147, 1906: 141, also jetzt weniger 6 Mark per Tonne zin Frankfurt a. M., 178(170), 8 Mk. weniger, in Leipzig 172(165), 7 Mk. weniger, in Magdeburg 162(157), 5 Mk. weniger, in Mannheim 186(183), 3 M. weniger, in München 186(178), 8 Mk. weniger. Berlin hat keine amtliche Notierung für Braugerste; da aber an allen anderen wichtigen Handelsplätzen der Preis für Braugerste trotz des neuen les so stark gesunken ist, so ist dies selbstverständlich auch für die Berliner Brauereien der Fall, die ja ihre Gerste meistens von jenen Plätzen beziehen Also auch hier kein Verteuerungsargument, sondern nur ein Argument zugunsten der leichten Möglichkeit, die Brausteuererhöhung mit Vergnügen zu tragen. Bleibt die Erhöhung der Zölle auf Mais, Hafer und Pferde. Mais und Hafer sind gegenüber dem Vorjahr tatsächlich gestiegen, nicht infolge der Zölle, sondern wegen anderer Ursachen. Mais und Hafer sind jetzt durchschnittlich 1,50 Mk. pro Dpztr. teurer. Da ein Brauereigespann nun keinesfalls mehr als 50 Kilo kosend über Liskas Haar strich und zärtliche, beschwichtigende Worte dazu murmelte, wie man es wohl bei einem kranken Kinde tut. Liska, die bis dahin sehr unruhig gewesen war, schien die Berührung wohltuend zu empfinden; ihr Antlitz nahm einen natürlicheren, freundlich=müden Ausdruck an, und nach einigen Minuten sank ihr Haupt auf den Arm Fabiaus und ihre Augen schlossen sich. „Das ist gut! Das wollte ich!“ sagte der Arzt mit gedämpftem Tone zu Ruck.„Und wenn jener junge Mann es ertragen könnte, seinen Arm eine Viertelstunde lang in gleicher Lage zu halten, so würde er uns damit von wesentlichem Nutzen sein.“ „Er wird es sicher ertragen!“ antwortete der Maler an Stelle des Barons, welcher in Gedanken vor sich hin starrte. Dann trat er zu dem Lager und berührte Fabiaus Schulter.„Was meinen Sie, Ludwig, wird es Ihnen möglich sein, in der Stellung, welche Sie jetzt einnehmen, noch geraume Zeit zu verharren? Der Arzt meint, dieser Schlaf, der bis jetzt durch kein Mittel zu erzielen war, sei überaus segensreich.“ Der Gefragte antwortete nur durch einen ausdrucksvollen Blick, dann kehrten seine Augen zu ihrem Ruheplatz auf dem Antlitz Liskas zurück. Hurbing wandte sich dem Arzte wieder zu.„Sie können ruhig sein, Herr Doktor. Bevor die Kranke erwacht, weicht jener junge Mann nicht von seinem Platze. Ich denke, wir andern verlassen nun das Krankenzimmer.“ „Das liegt auch in meinen Wünschen,“ sagte der Arzt.„Wie hatten heiße Tage mit dem Mädchen, Herr Hurbing. Und einer der heißesten war der heutige. Das Phantasieren und Singen der Kranken war mir sogar fast unerträglich. Hörten Sie nicht auch etwas davon. Ihr Eintritt brachte das Mädchen zum Verstummen.“ „Wir vernahmen einige Liederstrophen allerdings, und diese waren es, en. meinen o ten, so rücksichtslos einz Haben Sie „Vor Hurbing. Jetzt aber.. warten wir ab! Ein Fieber wie dieses, es muß lediglich heftigen Gemütsaffekten entsprungen sein und sich langsam durch Wochen oder Monate vorbereitet haben, ist unberechenbar. Gehen wir jetzt!" 138,20 die meinen Freund, Herrn Ludwig, dazu veranlaßahe.. gadringen. Spater mehr über das alles. Hoffnung, die Kranke herzustellen, Doktor?“ urzem noch war meine Hoffnung sehr schwach, Herr Hafer oder Mais täglich fressen kann(die Rationen sind ja tatsächlich niedriger)— dafür aber wenigstens 50 Hektoliter Bier täglich ausfährt, so beträgt die Kostensteigerung für Futter im denkbar höchsten Falle 75 Pfg. auf 50 Hektol. gleich anderthalb Pfg. auf das Hektoliter. Den Bruchteil eines Pfennigs aber, der aus der Pferdezollerhöhung auf das tägliche Bierfuhrwerk triff möge lieber ein Mathematiker ausrechnen. Ueber die Zustände in Rußlands Ostseeprovinzen wird uns geschrieben: Riga, 30. Mai. Die revorutionare Stimmung im Lande wächst in erschreckendem Maße. Wenn auch diesmal die wohlhabenderen lettischen Gesindewirte, gewitzigt durch die bösen Erfahrungen der Winterrevolution, sich gegenüber der neu anhebenden Bewegung durchwegs ablehnend verhalten, so werden sie doch zweifellos ebenso wie früher sich dem Terror des Raubgesindels beugen, das überall das Land unsicher mach und, soweit nicht direkt Militärposten vorhanden sind, beherrscht. Welchen Widerhall die Reden in der P tersburger Dunag bei Vesen LHautzrulg direkte Konse, seeprovinzen wandte, in der letzten Woche in Kurla drei deutsche Geistliche ermordet wurden. Die soeben getroffene Verfügung des Rigaer Chefs des Post= und Telegraphenwesens, wonach in Livland und in nicht weniger als 38 Orten und Kirchspielen infolge der häufigen Ueberfälle der Geldverkehr in den Postkontoren einzustellen ist, ist bezeichnend für die Sicherheit auf dem Lande. In den Städten, zumal hier in Riga, sieht es nicht besser aus. Als ich gestern hier zu Schiff ankam, wurden mir beim Empfang gleich folgende drei Nachrichten als Neuestes aufgetischt. Am Vormittag war in einer großen Drahtfabrik der Vorstadt ein deutscher Meister erschossen; drei in der Nähe stationierte Kosaken verfolgten den Mörder, schossen einen an, wurden dann aber durch eine nach hunderten zählenden Menge von Arbeitern an der Verfolgung behindert. Am Abend vorher fand ein förmliches Feuergefecht zwischen Militär sund Gesindel in der Nähe des Alexanderboulevard statt. Am Mittag vorher umringten vor der Börse im Zentrum der Stadt angesichts von hunderten von Börsenbesuchern mitten auf der Straße vier gut gekleidete Männer mit Revolvern und Brownings in der Faust einen alten deutschen Kassierer, der eben eine größere Summe von der Bank geholt, und beraubten ihn in aller Gemütsruhe. Als auf Pfiffe der Notpfeife hin, die jeder bei sich trägt, Militär erschien, schlugen sich die Räuber nach einigen Schüssen unbehindert in eine Seitengasse und entkamen in einer Droschke. Nichts illustriert die Lage in Riga wohl besser, wie die Tatsache, daß jedem Gorodowoi(Schutzmann) auf seinem Posten zwei Soldaten beigegeben sind, die, rechts und links von ihm aufgepflanzt, den Schutzmann— schützen sollen. Nach den Erfahrungen des letzten Jahres, in dem rund hundert Schutzleute auf Posten abgeschossen wurden, eine begreifliche Maßregel Im übrigen hat sich der Geschäftsverkehr gehoben, der Import über den Hafen ist so stark, wie sonst nie um diese Jahreszeit.. Geld ist allerdings noch sehr schwer zu haben, nicht unter 8,5 bis 9 Prozent. Bombenattentat auf das junge spanische Königspaar. Madrid, 31. Mai. Prinzessin Ena von Battenberg traf heute früh 8 Uhr von El Pardo kommend hier ein und stieg zunächst im Marineministerium hier ab. Das Wetter war prächtig, aber sehr heiß. Die Stadt ist reich beflaggt. Der Zustrom von auswärts ist gewaltig; alle Züge bringen Massen von Menschen herbei. In der Menge bemerkte man zahlreiche Leute mit malerischen Kostümen aller Provinzen Spaniens. Truppen bildeten in der Feststraße Spalier. Aus allen Städten und Ortschaften treffen Telegramme von Behörden mit der Mitteilung ein, daß die dortigen Einwohner gleichfalls Feste veranstalten, daß überall Gottesdienste abgehalten, Illuminationen veranstaltet und Almosen verteilt werden. = Madrid, 31. Mai.(Drahtb.) Der König vom Schloß aus und die Prinzessin Ena vom Marineministerium aus wurden in glänzendem Zuge zur Kirche in San Geronimo geleitet, bejubelt von einer riesigen Volksmenge. Der König erwartetete die Prinzessin am Kircheingange. Die Trauung wurde vorgenommen vom Kardinal Sancha, Erzbischof von Toledo und Primas von Spanien, als Diakon fungierte der Bischof von Nottingham. Mit einem schrillen Mißklang sollte der glänzende Zug enden; wie die folgende Depesche zeigt, ist ein Bombenattentat auf den königlichenHochzeitszug ausgeführt worden, durch das 7 Menschen getötet wurden: 31. Mai. Um 2.45 Uhr wurde auf dem Rückwege nach dem Schloß auf den Königlichen unweit des Wagens, in dem der König saß, eine Bombe geworfen. Sieben Teilnehmer wurden getötet, das Königspaar blieb unver letzt. Eine zweite Depesche meldet ausführlicher: Madrid, 31. Mai.(Tel.) Auf der Rückfahrt des Hochzeitszuges von der Kirche zum Schloß wurde eine Bombe geworfen. Der Sprengkörper platzte vor der Captiania General. Eine ungeheure Verwirrung entstand. Die Truppen bildeten Carree. Zahlreiche Personen sind verwundet, drei Soldaten sind tot, ein Leutnant schwerverwundet, auch der Kutscher des Hochzeitswaßens verwundet. Das Königspaar blieb unverletzt. Ein Pferd des Königswagens wurde getötet. Das Königspaar fuhr, von Truppen gedeckt, zum nahen Palais. Das Telegraphenamt, von Tausenden bestürmt, mußte von Gendarmerie besetzt werden. Madrid, 31. Mai.(Tel.) Die Bombe war in einem Blumenstrauß verborgen. Der Königswagen ist stark beschädigt worden. Die Behörden verhafteten einen Ausländer und einen Spanier. Dieser ist angeblich ein 18jähriger Student, er ist sehr niedergeschlagen. Der genaue Hergang ist in den beiden nachstehend wiedergegebenen Depeschen sehr eingehend geschildert. = Madrid, 1. Juni.(Priv.=Tel.) Der Bombenanschlag gegen den königlichen Hochzeitszug geschah, als der Wagen, in dem das Königspaar saß, einen Moment vor dem Hause Nr. 88 in der Calle Mayor anhielt. In diesem Augenblick schleuderte jemand aus einem der oberen Stockwerke dieses Hauses eine Bombe, die an der rechten Seite des Wagens zwischen dem hintersten Paar Pferden und den vorderen Rädern des Wagens niederfiel und explodierte. Ein Reitknecht wurde getötet. Ebenso zwei Pferde. Der Herzog von Sotomayor, der rechts neben dem Wagen ritt, wurde leicht verletzt. Vier Soldaten vom Truppenspalier wurden auf der Stelle getötet. Ein Leutnant, der eben den Degen präsentierte, wurde tötlich verletzt. Einem Polizeihornisten wurde der Hals ausgerissen. Auch zwei Frauen, die in der Nähe standen, kamen ums Leben. Zahlreich sind die Verletzten, darunter einige, die sich auf dem Balkon des zweiten Stockwerkes des Hauses befanden, von dem aus die Bombe geworsen wurde. Sofort nach der Explosion sprang der Herzog von Cornachuelos an den Wagenschlag, öffnete ihn und war dem König und der Königin beim Aussteigen behilflich. beide waren auf das tiefste bewegt. Als die Majestäten die Treppe des Schlosses emporgestiegen waren, brachten die fremden Fürstlichbeiten, die sich um sie drängten, ihnen die wärmsten Glückwünsche zu ihrer Errettung dar und gaben ihrem tiefen Bedauern über den Anschlag Ausdruck. Madrid, 31. Mai, 6 Uhr nachm.(Tel.) Die bekannt gewordenen neuen Einzelheiten des Bombenauschlags, dessen Schauplatz völlig abgesperrt ist, stellen die Sache schlimmer dar, als anfangs angenommen wurd.e Das Königspaar wurde nur dadurch gerettet, daß die Bombe sich in einem elektrischen Draht verwickelte und in der Luft platzte. Den Tod fanden Hauptmann Barras, zwei Leutnants und drei Soldaten von den Spalier bildenden Truppen Fünf Personen, die auf dem Balkon des Hauses standen, aus dessen drittem Stock die Bombe geworfen wurde, unter ihnen die Marquise Tolosa, sowie zehn Personen aus der Menge sind schwer verwundet. Der König sagte: Ich bedaure nur die unschuldigen Opfer und meine braven Soldatn. Der Premierminister leitete alsbald persönlich die Untersuchung in dem Hause des Attentats. Ein Mann, der rasch die Treppe herunterlief, wurde verhaftet. In der Etage ist ein bescheidenes Pensionszimmer an einen Mann, der am 22. ds. von Barcelona kam, vermietet worden. Man glaubt, daß er mit einem der vier Verhafteten in Beziehungen steht, er heißt Moral. Der König sandte einen Adjutanten mach den Verwundeten, um Erkundigung über ihr Befinden einzuziehen. Eine ungeheure Menge strömt nach dem Palast, um dem Königspaar Beglückwünschungskundgebungen darzubringen. Kleines Feuilleton. Ueber einen schlagfertigen Offizier wird der„Braunschw. Landesztg. aus Berlin geschrieben: Der Kommandeur der 11. Kavallerie=Brigade, Oberst v. Köller, in Breslau, ist zum Generalmajor befördert worden. Er gehört zu den bekanntesten Reiteroffizieren in der Armee, der gleich dem Generalleutnant v. Treskow den Sport zwischen den Flaggen in hervorragenstem Maße aktiv ausübt. 69mal stieg er in Berlin in den Sattel, 29mal kehrte er als Sieger zur Wage zurück. 12mal wurde er Zweiter. Auf der „The Rake“ feierte er seinerzeit große Triumphe in Charlottenburg=Westend.— v. Köller spielte im Berliner gesellschaftlichen Leben eine hervorragende Rolle den hellblonden Potsdamer Ulan traf man überall dort, wo, wie der Berlinerr sagt, etwas los ist..v Köller ist am 10. Januar 1871 Leutnant geworden, am 24. Februar 1880 wurde er Oberleutnant. Als solcher stürzte er bei einer Veranstaltung des Berlin=Potsdamer Reitervereins bei Potsdam so schwer, daß er besinnungslos vom Platze getragen werden mußte. Kaiser Wilhem der 1. wohnte dieser Veranstaltung bei, in dessen Wagen wurde v. Köller in das Lazarett gebracht. Kaiser Wilhelm erschien dann selbst, um sich nach dem Befinden des gelben Ulanen zu erkundigen.„Was fehlt Ihnen, mein Sohn?“ so fragte er teilnahmsvoll den Schwerverletzten. v. Köller richtete sich auf und sagte:„Majestät, eine Schwadron. Kaiser Wilhem lachte herzhaft, v. Köller wurde am 17. April 1886 Rittweister, die 5. Schwadron bekam er unter dem Kommandeur Oberstleutnant v. Kleist. Als Rittmeister war er dann seinerzeit unermüdlich tätig bei der Veranstaltung des Distanzrittes Berlin=Wien; hier im Steuerhause überwachte er alle Vorbereitungen, mit v. Rosenberg empfing er die österreichischen Distanzreiter Aus Stadt und Umgebung. Schwerte, den 1. Juni. Vom Weltpostkongreß. Die beiden wichtigsten Ergebnisse des Weltpostkongresses, dessen feierlicher Schlußakt am 26. Mai in Rom stattgefunden hat, sind für das Publikum die Herabsetzung des internationalen Briefportos— statt nach Gewichtssätzen von 15 Gr. wird nach solchen von 20 Gr. gerechnet, und für schwerere Briefe werden für die ersten 20 Gr. 50 Cts., für die folgenden je 15 Cts. erhoben—, sowie die Einführung von Antwortzeichen, die in Form von Kupons im Nennwerte von 25 Cts. von dem internationalen Postbureau in Bern hergestellt, an die Vereinsverwaltungen abgegeben werden, die sie wiederum mit einm Aufschlag, der nicht unter 3 Cts. betragen soll, an das Publikum verkaufen. Der Empfänger eines Briefes mit einem derartigen Coupon hat diesen bei den Postanstalten seines Landes gegen ein Landeswertzeichen umzutauschn, das er zur Frankierung seines Antwortbriefes benutzt. Die Erwartung, daß die Erhöhung des einfachen Briefgewichts von 15 auf 20 Gr. u. a. die Folge haben würde, daß England, einem mehrfach geäußerten Wunsche der eigenen Handelskammern entsprechend, nun Schritte zur Annahme der Gyundform des metrischen Dezimalgewichts tun würde, scheint sich nicht zu b estätigen. Nach einem „Times"=Artikel hat sich die britische Postverwaltung vielmehr das Recht gewahrt, an Stelle des Gewichts von 20 Gr. die Unze englischen Gewichts(= 28,34 Gr.) zu setzen, was für die englische Handelswelt einen erheblischen Vorteil gegenüber andern Ländrn bedeuten würde. Den Leuten der Presse kam er mit einer ausgesuchten Höflichkeit und Liebenswürdigkeit entgegen. Als er noch Rittmeister war, begegnete ihm eines Tages im Kaiserhof Kaiser Wilhelm 2.„Na,“ sagte er,„Köller, Sie sind schon lange Rittmeister.“„Ja, Majestät, das finde ich auch“, war die schlagfertige Antwort Kaiser Wilhelm ging laut lachend fort Am 15. Juni 1897 wurde v. Köller Major, als solcher kam er zum Generalkommando des Gardekorps als Adjutant des Korpskommandeurs v. Winterfeld; seiner großen Liebe zum Sport blieb er auch in dieser seiner neuen verantwortungsvollen Stelle treu. Als Oberstleutnant(18. April 1900) und als Obenst(22. April 1902) hat er die 9. Ulanen in Demminkommandiert, im Geiste v. Rosenbergs, w. Schmidts hat er unausgesetzt das Reiten im Gelände mit allen Kräften gefördert; an der Spitze der 11. Kavallerie=Brigade(Leibkürassiere, 8. Dragoner, 4. Husaren) steht er schon seit mehreren Jahren. Ein frischer fröhlicher Reitergeist, der vor keinen Gefahren zurückschreckt, geht von ihm aus. Mit dem Pferde auf das nnigste verwachsen, ist er der erste auf dem Reitplatz, der letzte daheim. In Generalmajor v. Köller hat die vorwärts strebende, niemals ruhende preußische Reiterei einen ihrer charakteristischsten Repräsentanten. Auch=Poesie. Aus einer Sammlung von Gedichten nach Art der seligen Friederike Kemper, die er während seiner langjährigen vedaktionellen Tätigkeit als Leiter der„Roman=Ztg.“ anlegen konnte, teilt Otto von Leixner in der„Tägl. Rundschau" u. a. folgende ergötzliche Proben mit: Düster blickt der Himmel nieder, Dichte Wolken zieh'n herauf, Tropfen fallen immer wieder Ungestört in ihrem Lauf. Und es füllen sich die Straßen Mit dem nassen Element, Von den Menschen bald verlassen, Alles bald nach Hause rennt. Vorzüglich, so bemerkt hierzu der Herausgeber, ist hier die ungemütliche Stimmung geschildert. Liebe jedoch läßt sich auch von Tropfen, die ihrem Laus ungestört sind, nicht abkühlen. So harrt„er“ in dem nassen Elementauf„sie“, fest entschlossen, ihr heute alles zu bekennen. Und sie naht. Und er spricht. Hoffentlich haben sie Schirme. Sie hört zu, aber dann kommt die Antwort: „Deine Treu muß ich erkennen, Sie in ruh'gem Ton versetzt. Meinen Freund will ich dich nennen, Doch mein Herz ist schon besetzt.“ Da ergriff ihn tiefer Schmerz, aber sein edles Herz freut sich, daß sie dem anderen„so treu und bieder“ ist. Er lebt weiter, aber „tönen wird's ihm bis zuletzt: Doch mein Herz ist schon besetzt.“ Mit einer fast heldenhaften Fassung hat eine Dichterin die Untreue des Geliebten ertragen. „O, murmelnder Quell, O flaue Luft, Euch klag' ich schnell Er war ein Schuft! Wie hat er einstens mich betört Mit füßen Liebeswörtchen. Ihr habt es sichevlich gehört, Ihr lauschig stillen Oertchen. Wo ist es hin, das süße Glück? Er wurde grau und kalt, Die ganze Sache ging zurück, und ich bin diwo alt. Ach, nicht alle besitzen die Kraft, mit Ruhe dito alt zu werden. ders st es de Eiche, die von dem Eicherschantetzerting, bas ragramm, auf dem zur berühmte Tonik. gesticht dessen Eichbäumen sammenwicke verpuppen später ab. Die Raupen tri massenhaft auf, daß man gar nicht unter Eichbäumen hergehen kann, ohne daß die Kleider von den Raupen, die in unzähliger Menge an langen Fäden von den Bäumen herunterhängen, bedeckt werden. Bei trockenem Wetter verunsacht der auf das dürre Laub fallende Kot dieses Ungeziesers ein Geräusch, daß man meint, es würde leise regnen. Der Boden unter den Bäumen ist ganz dunkel von diesen Kothäuschen. Bei den Himmelfahrts=Ausflügen in die Wälder werden viele diese schend und wurde hier noch nicht in solcher Vollendung gezeigt, so daß das Auge nicht müde wurde, den herrlichen Verwandlungen zu folgen. Man kam aus dem Sehen, Hören und Staunen nicht heraus. Wie empfehlen hiermit aufs wärmste den Besuch des Rakoczi= Konzertes. *r(Hohensyburg) dürfte während der Pfingstfeiertage von vielen Ausflüglern aufgesucht werden. Wir machen darauf aufmerksam, daß an beiden Feiertagen wo man bekanntlich eine wunWahrnehmungen gemacht haben, wenn nicht, dann mö= im Wulf'schen Garten, wo man bekanntlich eine ge bei dem nächston Spaziergange, z. B. in den derbare Aussicht hat, Militärkonzerte stattfinden. gebracht wurden. In kurzer Zeit war das Gebäude mit allen darin lagernden Waren ein Raub der Flammen geworden. Drei Arbeiter wurden völlig zerrissen. Hannover, 31. Mai. Die Hildesheimer Strafkammer verurteilte den Serienloshändler Kritz wegen fortgesetzten Serienlosschwindel begangen durch Vertrieb von Anteilscheinen einer Kopenhagener Firma, zu vier Jahren 6 Monaten Gefängnis und 10 Jahren Ehrverlust. San=Franzisko, 31. Mai. Die unglückliche Bevölkerung von San=Franzisko, von der moch 100000 in Zel ten wohnen, ist durch ein neues Naturereignis in größte Not versetzt worden. Ein Orkan blies die Zelte fort, während ein gewaltiger Regenguß die Feuer auslöschte und die Lebensmittel der Unglücklichen verdarb. Montreal, 31. Ma. Der Dampfer„Jonian“ der Allanlinie brachte die Mannschaft der norwegischen Barke „Trio“ am 21. Mai in entmasteten und sinkendem Zustande. Nachdem die Mannschaft an Bord der„Jonian“ überführt worden war, wurde die Barke angezündet, um zu verhindern, daß sie eine Gefahr für die Schiffahrt werde. im Kampfe gegen die schädlichen Insekten. umsangreichen Bettsäcken, die oft erst in der letzten *(Der vaterländische Frauenverein) verfügt über Stunde bei den Gepäckabfertigungsstellen angebracht einen Gesamtvermögenswert in Höhe von 17645 775 und am Reiseziel sofort aufgefordert werden, erschwert Mark. Seine Einnahmen betrugen im verflossenen die glatte Bewältigung des von Jahr zu Jahr wachJahre 5742381 Mark; das bedeutet gegenüber dem senden Verkehrs nach und von den Ostseebädern in der Vorjahre ein Mehr von übr 750000 Mark. Ein erfreu=Verheblichsten Weise. Die als Reisegepäck aufgelieferten lcher Beweis für die kräftige und machtvolle Weiterent=Bettsäcke, die vielfach außer Betten auch noch andere wickelung dieser segensreichen Organisation. Sachen enthalten, sind oft so schwer und unhandlich, Am heutigen Tage beginnen in daß zu ihrer Beförderung 2 bis 3 Leute herangezogen Pfin:““ jen Der werden müssen. Ihr großer Umfang ist für das Verwiegen hinderlich. Die Bezettelung haftet schlecht, das Abfallen der Beklebezettel führt zu Verschleppungen und weiteren großen Unzuträglichkeiten für den Absender. Zu Beginn der Reisezeit machen wir daher aufmerksam, daß Bettsäcke als Reisegepäck in nicht zu großem Umfange und Gewichte, in handlicher Form und mit festen Handgriffen versehen, aufgegeben und zur Verpackung haltbare Stoffe verwendet werden. Ferner empfielt es sich, vor der Auflieferung die genaue Adresse und den Bestimmungsort in dauerhafter Weise auf den Bettsäcken zu befestigen.“ Wichetllng **(Pfingstferien.) um heutigen Tage beginnen allen Schulen in Stadt und Land die Pfingstferien. Der Unterricht in den Volksschulen beginnt nächsten tag wieder, während Progymnasium und höhere Mädschenschule ihre Tätigkeit am Dienstag, den 12. Juni wieder aufnehmen. *(Alte Bauernregeln für den Juni.) Bläst der Juni ins Donnerhorn, bläst er ins Land das liebe Korn.— Medardus(8.) gibt keinen Frost mehr her, der dem Weinstock gefährlich wär'— Wie's Wetter ist am Medardustag, bleibt es sechs Wochen lang darnach. — Wie's Wetter auf Medardus fällt, es bis Mondes Schluß anhält.— Was St. Medardus für Wetter hält, solch' Wetter in die Ernte fällt.— Regnet's an St. Barnabas(11.), schwimmen die Trauben bis ins Faß. Ist es Corporis Christi(24.) klar, bringt es uns ein gutes Jahr.— Wenn der Kuckuck noch lang' nach Johannis schreit, ruft er Mißwachs und teure Zeit. Vermischtes. Drüpplingsen, 31. Mai.(Unfall.) Die Dienstmagd Anna Päge brachte heute Morgen mit einem Hundewagen ihres Dienstherrn hierselbst die Milch von hie nach Alt=Grunland. Auf dem Heimwege setzte sie (::) Emden, 31. Mai. Der Depeschenverkehr im hiesigen Telegraphenamte hat mit der Zeit eine Höhe erreicht, die dässelbe zur zweitgrößten Uebertragungsund Kabelstation der Welt macht Die Menge der Depeschen, die hier alljährlich verarbeitet werden, beträgt bereits über 5 Millionen Stück. Seit der Eröffnung der Telegraphenanstalt in Jap durch Herstellung der Kabelverbindung Monado=Jap=Guam(im August vorigen Jahres), die nun noch weiter bis Schanghei ausgebaut wird für den internationalen Verkehr, gehen infolge eines eigenartigen Situationsplanes der Anschlüsse nun auch sämtliche Depeschen nach unseren afrikanischen (nicht nur asiatischen) Kolonien über Emden. Namentlich auch der Verkehr über die über die Azoren verlegte beiden Kabel der deutsch=atlandischen Telegraphengesellschaft ist ganz gewaltig und es wird hier ununterterbrochen bei Tag und Nacht von dem großen Beamtenstabe gearbeitet. Dabei sind die hier zur Anwendung kommenden neuesten Rekordenapparate jetzt so vervollkommnet, daß es möglich ist, mit ihnen bis zu 120 Zeichen in der Minute nach Amerika zu übermitteln. Schreckmittel. Fremder:„Warum haben Sie denn jahraus, jahrein den Zettel„Hier wird ein Geselle gesucht“ an Ihrer Tür kleben?“— Schuster:„Damit ich nicht soviel von Handwerksburschen belästigt werde!“ Vor dem Johanniskag keine Gerste man loben mag.— ssich auf dem Wagen, dem plötzlich ein Rad verloren Vier Tage vor und nach der Sonnenwende zeigen die Winde bis Sommers Ende.— Stellt der Juni mild sich ein, wird's auch der Dezember sein.— Regen am Sieging. Das kleine Gefährt schlug schlug sofort um und die Insassin wurde noch eine ziemlich hohe Böschung hinntergeworfen. Die Bedauernswerte hat außer eiten Bruch des Schlusselbeines und Herreißung Gelenkkapsel des linken Schultergelenkes erlitten. der benschläfertag(27.), bringt Regen sieben Wochen dar=Ingen kleinen Hautabschürfungen noch einen kompliziernach.— Menschen und Juniwind ändern sich geschwind. K§chlll as und Derreißung der — Wenn im Juni Nordwind weht, kommt Gewitter recht oft spät.— Nicht zu naß und kühl und trocken, dann gibt der Brachmond in die Milch zu brocken.— Vor Johannis(24) bitt’ um Regen, nachher kommt er ungelegen.— Ein Feuer und Wasserkessel drauf, ist des Brachmonds bester Lauf.— Was bis September soll geraten, das muß schon im Juni braten.— Auf den Juni kommt es an, ob die Ernte soll b estahn.— Westfalen und Rheinland Glück verhielt sich der Mann ruhig, so daß der ganze Zug über ihn hinwegfuhr. Mit dem Schrecken und einer zerrissenen Hose kam der Mann davon. * Aachen, 30. Mai.[Ein Schutzmann, der stiehlt.) Der hier angestellte Schutzmann Sutze wurde im vergangenen Jahre von der Strafkammer * Essen, 31. März. Fräulein Berta Krupp, älteste Tochter Seiner Exzellenz Krupp, hat sich mit Herrn Gustav v. Bohlen und Halbach, Legationsrat bei der *(Der Ausschuß des Westfälischen Feuerwehrver=Kgl. Preußischen Gesandtschafk am Päpstlichen Stuhl bandes) tagte am Sonntag in Unna und überreichte verlobt. Das Brautpaar weilt zurzeit auf Villa Hügel nach Beendigung der Sitzung dem bisherigen Ver=[Herr von Bohlen=Halbach ist Rittmeister der Reserve bandsvorsitzenden, Herrn Stadtbaumeister Modersohn, des ersten badischen Leib=Dragoner=Regiments Nr. 20 für seine Verdienste eine wertvolle silberne Bowle, so=und Großherzoglich badischer Kammerjunker. Eine wie ein Tableau mit den Bildern der Ausschußmitglie= zeitlang war er Adjutant des Prinzen Maximilian der. Bei dem im nächsten Monat in Dortmund statt=von Baden. findenden Verbandsfest gelangen für 25jährige Dienst=* Quisburg, 30. Mai.(Im Dusel.) Als gestern zeit im Dienste der Feuerwehr etwa 70 Abzeichen zur morgen der Zug 6,57 Uhr nach Essen die BahnhofsVerteilung. Die Mummenhofstiftung hat jetzt die halle verlassen wollte, hatte ein Betrunkener, der noch Höhe von 8000 Mark erreicht, es sind leider noch eine einzusteigen versuchte, das Unglück, auszugleiten und ganze Reihe Wehren im Rückstande mit den Beiträgen kam unter den Zug, direkt an die Räder zu liegen. Zum zu dieser Stiftung. **(Postalische Mitteilung.) Vom 1. Juni ab können Postpakete bis zum Gewichte von 5 Kilogramm ohne Wertangabe oder mit Wertangabe bis 2400 Mk. einschließlich nach Kuba versandt werden. Die Beförderung erfolgt über Bremen oder Hamburg mit deut= wurde im vergangenen I# schen Schiffen. Die Pakete müssen frankiert werden. zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt, weil er auf der Die Taxe beträgt für Sendungen bis zum Gewicht von[Wachstube der Polizeidirektion einem Arrestanten 50 1 Kilogramm: 1 Mark 60 Pfennig, über 1 bis 3 Kilo=[Pfg. aus dem Portemonnai gestohlen hatte. Das gramm: 2 Mark, über 3 bis 5 Kilogramm 2 Mark 40 Reichsgericht verwarf die gegen dieses Urteil eingelegte Pfennig; hierzu tritt beiWertpaketen eine Versicherung Revision, worauf sich Sutze mit einem Gnadengesuch an gebühr von 24 Pfennig für je 240 Mark des angegebe= den Kaiser wandte. Der Kaiser hat es abgelehnt, den nen Wertes. Ueber die sonstigen Versendungsbedin= Mann zu begnadigen. gungen erteilen die Postanstalten Auskunft. *rz(Grunderwerb.) Herr Rentner L. Hagemann verkaufte seine an der Ruhr gelegene Weide für 28000] Kleine Chronik. goner. An beiben Tagen finden Grühkonzerte statt, bestraß. Die übrigen 29 wurden zu Zuchthaus= und die mit einem vom Turme geblasenen Chonal eingelei= Gefängnisstrafenvon 6 Jahren bis zu 8 Monaten vertet werden. Eo wnup Mapt; herab, wie im Program=kurteilt. Neun Angeklagten wurden jie ein Jahr der Hörner von der hohen Wutte v, g Lanfäutzi erlittenen Untersuchungshaft auf die erkannte Strafe me vorgesehen, das Dankgebet aus den Altniedertanv langerechnet. Insgesamt wurden auf 50 Jahre Zuchtschen Volksliedem in die lenzesfroheFhanbezuewipe en; haus= und Gefängnisstrafen erkannt. Herbesthal, 31. Mai. Eine furchtbare Explosion Tehn Srahtmetbungen. Die abgehanene Hand. Breslau, 31. Mai. Im Fall Bindewall hat Justizrat Mamroth, nachdem ihm das Polizeipräsidium die Ersolglosigkeit seiner Recherchen mitgeteilt hat, nunmehr bei der Staatsanwaltschaft die Einleitung eines Ermitelungsverfahrens und die eidliche Vernehmung aller Schutzleute vor dem Richter bantragt. Brennendes Dorf. Freiburg(Schweiz), 31. Mai. Seit 1 Uhr mittags brennt bei heftigem Südwestwindr das 15 Klometer südöstlich von Freiburg belegene Dorf Plaffeien nebst dem Weiler Ried. Bis 2 Uhr standen ungefähr 50 Gebäude in Flammen. Das gescheiterte Schlachtschiff. Londoll, 31. Mai. Das Schlachtschiff Montagu, das gestern früh kurz nach zwei Uhr in dickem Nebel bei der Südspitze der im Bristoler Kanal liegenden Felseninsel Lundy gescheitert ist und nach den neuesten Meldungen von Sachverständigen als sozusagen rettungslos aufgegeben wird, ist ein Panzerschiff ersten Ranges, hat 14000 Tonnen Wassewverdrängung, dampft 18,8 Seemeilen die Stunde, ist mit 4 zwölfzölligen und 12 sechszölligen Geschützen bestückt und zählt 750 Mann Bemannung. Das Schiff trägt den Namen eines Seehelden alter Zeit. Es ist ein ziemlich neues Fahrzeug, 1901 vom Stapel gegangen, 1903 fertig geworden, und hat etwa 20 Millionen Mark gekostet. Der amerikanische Fleischtrust=Skandal. Newyork, 31. Mai. Nach sanitätsamtlicher Untersuchung der hiesigen Schlachthäuser sollen hier zum Teil die gleichen Zustände wie in Chicagg herrschen. Neuerlichen Enthüllungen zufolge hat der Fleischtrust Agenten ausgesandt, um fehlerhaftes Vieh zu kaufen, und hat im letzten Jahre 160000 Stück solchen Viehes für den ausländischen Konsum geschlachtet. ausschmettern. Auch nachmittags finven an Tagen Konzerte derselben Kapelle statt, sodaß auch Perotwigut, diesmal wieder der„Freischütz“ seine alte Anziehungs= setzte heute vormittag die Bewohner in große Aufregkraft auf das große Publikum ausüben wird. **(Ueber die Zigenner=Konzertgesellschaft,) welche Pfingsten im Saale des Herrn Schulze=Selmig gastiert, schreibt der Münster=Westf.=Merkur: Das Konzert des österr.=ungar. Orchester bietet allen, auch den verwöhnEs ist ein eigenartiger Reiz, welcher die bald elegischen zahl Fäfser mit Pulver, die schleunigst in ung. In dem Güterschuppen des nur 150 Meter von der Grenze gelegenen belgischen Bahnhofes Welkenradt war eine mit etwa 1000 Dynamitkapseln gefüllde Kiste explodiert. Im Augenblick stand das ganze 100 Quadratmeter umfassende Gebäude in Flammen. In der Nähe des Schuppens lagerte noch eine große Anbeursche weingeseiischaft Duhr& Co., Köln a. Rh. Rheinberg 1-5. Reichsbank-Giro-Conto. Kalserl. u. Königl. Hoflieferanten. Preisgekr. m. 55 Staate- u. gold. Medaillen. Rhein- Mosel-, Ahr-Weine sowie Bordeaux, Burgunder-, Modicinal- und Dessert-Weine: Shegry, Madeira, Samos, Portwein Valige Totager dc.— Arrsc, Rum, Pansche. Oognaos,- Ohampagner bessere deutsche und französische. Erste Besagsquelle für alle in- und ausländ, Weine. Duhr's Reconvalescenten-Wein Originalß. Nk. 1.10. „Erhältl. in den bekannt Niederl. Weit. Niederl. werd. errichtet 25 4 Konkursverfahren. Das Konkursverfahren über das Vermögen des Kauf manns Paul Korflür in Schwerte wird nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins hierdurch aufgehoben. Schwerte, den 29. Mai 1906. 2052 Königliches Amtsgericht. Bekanntmachung. Die Schulsteuer=Verteilungslisten der evar gelischen und kath Scahulgemeinden Opherdicke für 1906 liegen vom 5. Juni 1906 ab 8 Tage lang zu jedermanns Ensicht bei dem Herrn GemendeVorsteher von Orberdicke offen Ei wendungn gegen die Rich igkeit der Lite können während dieser Zeit sowohl bei dem Herrn Gemeinde=Vorsteher von Opherdicke als auch bei dem Unterzeichneten schristliy angebracht werde. Avlerbeck, den 30. Mai 1906. Der Amtmann. Leonhard. Dellkälessn. WVänle empfiehlt für die relertage ff. Aufschnitt V Beung khüfr“ gForstwaren. roh und gek. Schinken, Neuenahrer Rauchfleisch, s. Rolle, Sülze, gefüllte Kalbsbrust etc. Käse aller Art, echten Schweizer, Emmenthaler, Gouda, Edamer, Tilsiter, Roquefort, Parmensan, deutsch. u. franz. Gervais, deutsch. u. franz. Camembert, Schlosskäse, Fromage de Brie etc., Obst aller Art, frische Erdbeeren, Kirschen, frische Aprikosen, Pfirsiche, Weintrauben, frische Aepfel und Birnen, Maikräuter, Nüsse, Krachmandeln, Traubrosinen, Feigen, Tatteln etc. frisches Gemüse Erhgen“ Möhrchen, Radies, Rettige, Rababer, neue Kartoffeln etc. Geflügel u. Wild Suppenhühner, Poular############ den, Puter, junge Gänse, Reh etc. Caviar. Hummer, Krabben, Oelsardinen, Aal. Lachs Matjes etc. Ferner sämtliche Artikel zum Backen: f. Puddings, Crémes, Gelee's, fertige Kuchenmasse, engl. Kuchen, Cakes etc. Weine, Liköre, Kognaks etc. 1 Rec Auf zur Ludwigslust! TurnVerein TurnClub“ #5 Berghofen 80— feiert an den beiden Pfingsttagen in den Anlagen des Herrn Val. Glück(Ludwigslust) seinen Turnwettstreit. Programm: Am 1. Pfingsttag: Grosses DoppelKonzert mit Kinderbelustigung. Am 2. Pfingsttag, von 3 Uhr ab: Abhalten eines gross. national. Wetttarnen. Die Musik wird von der Witzelschen Kapelle (15 Mann) ausgeführt. Zu obigem Feste ladet ergebenst ein Der Vorstand. Hagen i. W. 97.99.101. Frankfurterstr 97. 99, 101. bringt zum bevorstehenden Pfingstfest bei bekannt billigsten Preisen seine grossstädtische gediegene Auswahl in Damen-, Herren- u. KinderKleidung. Wäsche, Strumpfwaren und Unterzeuge aller Art. Oberhemden, Serviteurs, Kragen und Manschetten Korsetts, Unterröcke, Schürzen, Damengurtel, Hosenträger, Kravatten, Handschuhe, Damenputzartikel. Hüte und Mützen, Regen- u. SonnenSchirme 2053 in empfehlende Erinnerung! * 19 8 100 * Henner=Kirmes! Am 2. Pfingsttage: Grosser Ball im Lindenhof. Es ladet freundl. ein H. Schwerter. Weil bis zum bevorstehenden Pfingstfeste manche gewünschte Mass-Anfertigung nicht zu ermöglichen war, bewillige ich entgegenkommend auf fertige Herren- u. KnabenBuxkin-Anzüge trotz meiner schon bekannt billigen Preise Prozent— Adban Altbewährtes Kaufhaus Hagen Elberfelderstr. 97, 99, 101. Bekanntmachung. Das Preußische Staatsschuldbuch ist auch in dem abgelaufenen Geschäftejahr i steigendem Umfange in Anspruch genommen worden Während Ende März 19•5 die Summe der in das Staatsschuldbuch eingetragenen Schuldverschreibungen der 3½ und 3% tigen konsolidierten Anleihe sich auf 1 781 172 750 Mark bezifferte, war dieselbe Ende Mär, 1906 auf 1 839 932750 Mark gestiegen, welche sich auf 88 977 Konten verteilten. Von letzteren waren 12 123, d. i. 85,7% mit einem Kapitalbetrage bis zu 4000 Mark gebucht; 7224, d. i. 21,2% mit einem solchen von 4000 bis 10000 Mark, 9671, d. i. 28,5% mit einem Kapitalbetrage von 10000 bis 50000 Maik während der Rest mit 4959 oder 14,6% auf Kapitalforderungen von über 50000 Mark entfiel Für physische Personen standen Erde März 1906: 20 623 Kont'n über 825 058 250 Mark, für juristi che Personen 6053 Konten über 701 635 800 Mark und für Vermögensmassen ohne juristische Persönlichkeit, 6491 Konten über 202 036 500 Maik offen. Der Rest verteilt sich auf andere Vermögensmassen, Handelsfirmen, eingetragene Genossenschaften und eingeschriebene Hilfskassen. Die Zahl der Konten für Bevormundete oder in Pflegschaft Stehende betrug 1674. Von den Gläubigern der einzelnen Konten halten 29 205 ihr Domizil in Preußen, in anderen deutschen Staaten 4385, in den übrigen Staaten Europas 294, in Asien 21, Afrika 14, Amerika 55 und in Australien 8. Das Staats chuldbuch ist allen Besitzern von Schuldverschreibungen der konsolidierten Anleihe zu empfehlen, welche Kapital und Zinsen gegen den Schaden unbedingt sichern wollen, der ihnen durch Diebstahl, Verbrennen oder sonstiges Abhandenkom men der Haupturkunden, Zinsscheine oder Erneuerungsscheine nicht selten entsteht. Die Eintragung der Staatsschuldverschreibungen in das Schuldbuch geschieht gebührenfrei, auch werden laufende Verwaltungskosten von den Konteninhabern nicht erhoben. Wird die Forderung von den Gläubigern zurückgezogen, so wird für ihre Löschung und für de Ausfertigung neuer Schuldverschreibungen eine Gebühr von 75 Pfg. für 1000 Mark(mindestens 2 Mark) erhoben. Formulare zu Eintragungsanträgen werden vom Staatsschuldbuchbureau in Berlin, Oranienstraße 92/94, sowie von den Regierungs=Hauptkassen, Kleiskassen 2c. und Reichsbankanstalten unentgeltlich verabfolgt. Berlin, den 14. April 1906. v. Bitter eesterterterereeeeeeeee LurgP.enAuogkurg. An den beiden Pfingsttagen grosse 1901 Entree à Person 30 Pfg. Table d’ hote: Mittags ½1 Uhr. R. Wult. 1 11., empfehle: Rindfleisch à Pfund 60 Pfg à Pfd. nur 75 und 80 Pfg. Kalbfleisch à Pfd 75 Pfg. Plockwurn Pfd. nur 1 Mk. Leberwurst 40 und 50 Pf. Blutwurst à Pfd. nur 40 und 50 Pfg Rinderwurst à Pfd. nur 25 Pfg. 2056 Schwerter Fleischhalle kl. Marktstraße Nr. 4. A PFEIFFER& DIL.LERS Kattee-Eesenz in Desen.: : KDEFEFESSENZ Habe noch umzugshalber spottbillig abzugeben 1 Diwan=Cotelin 38.00 1 mod. 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Auf Vorstehendes Bezugnehmend bemerke ich, daß sämtliche Sachen auf Wunsch abgeholt und wieder zugestellt werden. W. Ortmann, Schneidermstr. Schwerte, Westentor. Reparaturen an Uhren u. Goldwaren werden gut und billig unter Garantie ausgeführt. Andreas Schaefer Uhrmacher Schwerte, Hüsingstr. 10 im Hause des Herrn 1345 Wilh Kett. Für Haus= und Gartenarbeit wird ein zuverlässiger 2026 Mann zu dauernd. Beschäftig. gesucht Inspektor des evangelischen Krankenhauses. SpeiseKartoffeln zum niedrigsten Tagespreise empfiehlt 8 L. Weinberg. Futterbauverkauf. Am Mittwoch, d. 6. Juni, nachmittags 5 Uhr verkaufe ich im Ruhrfelde in der Nähe meiner Wohnung ca. 12 Morgen Futterbau u 1 Morgen Inkanat. Fr. Wolff, 2058 Weiden=Aufseher. Empfehle frische Wellenbutter, Landeier u. Käse 2927 Carl Weber, Mährstraße 3. Abgeschlossene I. Ztage 7 Zimmer, per 1. Oktober zu vermieten. Preis 470 Mk. Angebote unt. F. G. 2038 an die Geschäftsstelle der Schwerter Zeitung. Versetzungshalber ist zum 1. Juli eine abgeschlossene Etage anderweit zu vermieten. 2059 Hch. Walter, Hagener Straße 38. 2043 Krankheitshalber ein Nadchen für Küche und Hausarbeit sofort gesucht. Zu erfragen in der Geschäftsstelle der Schwerter Ztg. Zu haben in den meisten Geschäften Fabrikant: Carl Gentner, Göppingen Schwemmsteinpreis ermäßigt. Phil. Gies, Neuwied, Aelteste Schwemmsteinfabriken. Für den Inseratenteil verantwortl: A. Pfau, Schwerte. Die„Schwerter Zeitung“ erscheint täglich, ausser Feiertags. Bezugspreis: Mk. 1.6s vierteljährlich, bei der Post 42 Pf. für Bestellgeld mehr. Wöchentliche Gratis-Beilage:„Illustrierter Familientreund." o o 0 O O O O O O O O O o o Anzeigenpreis: Die sechsgespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 Pf., Anzeigen von auswärts Is Pf., Reklamezeile 40 Pf. und ältestes Tagesorgan des Kreises. Haupt=Annoncenblatt. Alle Kreis- und Lokalpolizellichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäss Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung“ rechtsverbincliche Kraft. o o O O O O O O O O O O 0 0 Druck u. Verlag von Carl Braus, Schwerte. Fernsprech-Anschluss Nr. 62 Amt Schwerte. Celegr.-Aäresse Braus, Schwerte-Kuhr. o 127. Freitag, den 1. Juni 1906. 38. Jahrg. Krisis in der Donau=Monarchie. (Von unserm Berliner Bureau.) gedacht, ward der Sach' ein End gemacht.“ Mit stolzen Hoffnungen sah man den Prinzen Hohenlohe seinen Einzug ins Ministerpräsidium halten, allenthalben begrüßte man in ihm den richtigen Mann auf dem richtigen Platze und ldoch ist jetzt nach kaum vierwöchentlicher Dauer die ganze Herrlichkeit wieder Ende, der Prinz ist Ministerpräsident gewesen. Es scheint fast,als ob hinsichtlich des Ministerverbrauches Oesterreich den Franzosen den Rang ablaufen will; während in Frankreich eimne Stabilität der Verhältnisse eintritt, wird die Lage an der Donau immer verworrener und man ist jetzt glücklich in einer Sackgasse angelangt, ohne daß sich ersehen läßt, wie man wieder herauskommen wird. Schon bei seinen Bemühungen, die Wahlrefoymvorlage zu sichern, stieß der neue Kabinettschef auf den Widerstand der Slaven, welche noch weitergehenders Forderungen stellten, wodurch die deutsche Partei für immer in die Minorität geraten wäre. Hatte sich hierdurch schon die Lage zugespitzt, so wurde die Situation och erschwert durch die wirtschaftlichen Differenzen mit Ungarn. Man verlangte dort statt des bisherigen Zollbündnisses einen besonderen Zoll= und Handelsvertrag, worauf einzugehen Prinz Hohenlohe im Interesse Cisleithaniens für unmöglich erklärte. Nach langwierigen Verhandlungen wurde offiziös verbreitet, daß man zu einer Einigung gekommen ssei, hinterher stellte sich aber heraus, daß im Gegenteil die Differenzen nach wie vor beständen, nur daß sich der Kaiser zugunsten des ungarischen Standpunktes entschieden habe— im Interesse des Friedens, weil sonst dort die Wirren aufs neue begonnen hätten. Unter diesen Umständen blieb dem österreichischen Kabinett nichts anderes übrig, als seine Demission zu geben. Damit hat es aber noch nicht sein Bewenden, denn die Entscheidung des Monarchen erregt in ganz Oesterreich tiefste Erbitterung und ssie muß nicht bloß zu einem Konflikt mit der Krone, sondern auch mit Ungarn führen, so daß die innerpolitische Lage der Donaumonarchie eine Zuspitzung erfahren hat, wie seit langem nicht. Sämtliche Parteien Cisleithaniens ohne Unterschied sind über die Begünstigung Ungarns entrüstet und so große Schranken dieselben sonst untereinander trennen, zum ersten Male hat man sich jetzt seit Menschengedenken geeinigt, uum eine gemeinsame Aktion des gesamten österreichischen Parlaments gegen die Bevorzugung Transleithaniens einzuleiten. Diese Einmütigkeit zeigt am Besten, daß der Kaiser, als er jenen von ungarischer Seite kommenden Vorschlägen sein Ohr neigte, nicht zum Besten beraten gewesen ist, sondern daß unter allen Umständen daran hätte gearbeitet werden müssen, unter Entgegenkomen gegenüber Ungarn einen mittleren Weg zu finden. Erklärlich ist auch unter den obwaltenden Umständen, daß sich niemand bereit finden will, die Kabinettsbildung zu übernehmen. Coudenhove, Körber, Kielmannegg, Bylandt haben bisher abgelehnt, so daß nichts anderes übrig blieb, als ein Beamtenministerium zu ernennen, welches einfach die ihm übertragenen Weisungen ausführt. Parlament dürfte dasselbe aber mit dem schärfsten Widerstand zu rechnen haben, und es ist daher sehr wohl möglich, daß man die Abgeordneten nach Hause schickt und der famose 814, der schon in früheren Jahren so viel Unheil über die innere Politik der Donaumonarchie hereingeführt hat, in Geltung tritt. Eine schwere Wolke lagert üben Oesterreich=Ungarn, es ist nicht abzusehen, wann sich das Gewölk wieder teilen wird. Düstere Tage stehen auf dem Gebiete der inneren Politik Oesterreich=Ungarns bevor. Wien, 31. Mai. Graf Sternberg erklärte im Parlament, er habe beabsichtigt einen Antrag zu stellen, das Haus wolle beschließen, in huldvollster Weise den Kaiser zu bitten, daß er die Regierungsgeschäfte jüngeren Händen überlasse. Er habe aber diesen Antrag Die Schönheit von Rembrow. Roman von Bogumil von Czartorski. 46 Meine geschätzte Freundin Fräulein von Wangenrot versprach mir eine Tasse starken Tee! Danach verlangt mich aufrichtig. Baron Ruck hingegen, er wachte die Nacht bei der Kranken, muß ein Glas Portwein haben; ebenso die liebe, junge Dame aus dem Pensionat des Fräulein von Plattwitz. Sie ist die aufopferndste Pflegerin.“.. 6ig 1.1— Heloise hatte sich geweigert, an dem Imbis keilzunehmen, und war in dem stillen Krankenzimmer zurückgeblieben. Geräuschlos glitt sie darin umher, schloß die Fenstervorhänge, zündete die kleine grünverschleierte Lampe an und nahm dann wieder ihren gewohnten Platz zu Füßen der Bettstatt ein. Sie hatte ein Buch in der Hand, aber es blieb geschlossen. Ihre Augen ruhten unverwandt, auf der rührenden Gruppe, die Fabian und Liska bildeten. Die Kranke atmete jetzt ganz ruhig und regelmäßig, ihre Wangen hatten einen Teil ihrer Fieberglut verloren und der Mund trug einen weniger schmerzlichen Ausdruck. Fabian Ludwig schien zur Statue geworden. Alles Leben konzentrierte sich in seinen Augen, aus denen sich eine Welt von Liebe und Zärtlichkeit auf das an seiner Schulter ruhende, blonde Haupt ergoß; es existierte offenbar nichts anderes für ihn; er hatte die Fähigkeit, anderes zu fühlen und zu denken verloren. Heloise hatte dergleichen bisher nur in Büchern gefunden; die Wahrnehmung, daß das Leben oft mit kühnerem Griffel zeichnet, als der phantasievollste Romanschreiber, machte sie um eine ernste Erfahrung reicher. Gedankenvoll blickte sie fort und fort auf die beiden„Romaufiguren“ und spann die Lebensgeschichte Liskas weiter und weiter, bis zu einem Ende, wo die Kirchenglocken läuteten und Dorfkinder Blumen streuten.. Ihre Lieder senkten sich, das Buch glitt zu Boden, Heloise war eingeschlafen und träumte von einen Paar stolz und weltmüde blickender grauer Augen... Die kleine Flamme in der grünen Umschleierung brannte stetig fort, die Uhr tickte rastlos weiter und Heloise würde fort und fort geträumt haben, wäre sie nicht durch etwas Besonderes geweckt worden: durch eine Berührung ihrer Hand. Als sie die Augen aufschlug, sah sie Fabian Ludwig vor sich stehen. „Ich bitte tausendmal um Verzeihung, gnädigste Gräfin! Es ging nicht anders! Liska ist erwacht und ich weiß nicht, welche Arzenei sie erhalten muß.“ „Brav, Herr Ludwig! Sie sind ein gewissenhafter Krankenpfleger. Ich werde Ihnen ganz genau Bescheid sagen; denn ich hoffe, Sie verlassen das arme Kind nun nicht mehr.“ „Gewiß und wahrhaftig nicht! Weder im Leben noch im Tode!“ entgegnete er feierlich.„Es müßte denn sein, sie selbst wünschte es.“ „Das wird nicht geschehen. Ich kenne Liskas Herz, Herr Ludwig, und ich will Sie, im Fall es nötig sein sollte, darin lesen lassen.“ „Ich danke Ihnen, gnädige Gräfin. Am liebsten wäre es mir, wenn ich mit eigenen Augen prüfen könnte. Aber Sie sind gut, unbeschreiblich gut, das zeigte mir schon der Brief.“ „Den ich leider noch in Unkenntnis über Liskas Aufenthaltsort schrieb. Kurze Zeit darauf kam Fräulein von Wangenrot in unser Pensionat und suchte eine Aussprache unter vier Augen mit mir nach. Sie hatte in dem Köfferchen Liskas ein an mich adressiertes Billett gefunden, das ohne Zweifel nach besserem Ueberlegen von Liska zurückbehalten, glücklicherweise aber noch nicht vernichtet worden war und die alte Dame nun auf die rechte Spur führte Seitdem bin ich auch hier, um Liska zu pflegen. Baron Ruck kehrte unterdessen gleichfalls nach Berlin zurück, ich hatte bereits eine ernsthafte Unterredung über die Zukunft seiner Nichte mit ihm. Er hängt sehr an den Plan, das Mädchen auch äußerlich zu einer Dame zu machen und als solche zu erhalten, ist aber nun andererseits nicht blind für das, was dagegen spricht, und wird, wo ihr Glück, ja ihr Leben auf dem Spiel steht, nicht hart sein Schwieriger steht vielleicht die Sache mit dem Obergärtner und.. dem Grafen.“ „Ich kenne keine Furcht und auch keine Rücksicht mehr!“ erwiderte Fabian miternstem, entschlossenen Aufblick.„Wenn es nur noch nicht zu spät wäre! Ist das die richtige Flasche, gnädige Gräfin?“ Während dieses im Flüsterton geführten Zwiegesprächs hatte Liska still und teilnahmslos mit geöffneten Augen dagelegen. Gehorsam nahm sie die Arzenei, die Fabian ihr reichte. Erkonnte nicht umhin, mit seinen Lippen zart ihre Stirn zu berühren und dann leise und liebevoll zu fragen:„Kennst Du mich, Liska?“ nicht eingebracht, weil er verfassungswidrig sei. Der Redner erhielt einen Ordnungsruf. Das christlich=soziale„Deutsche Volk blatt“ wurde wegen ähnlicher Bemerkungen konfisziert. Westfalen und Rheinland *Hagen, 31. Mai.(Einen schrecklichen Tod fand gesternnachmittags der 21jährige russischeUlntertan Stanislaus Lusek in Altenhagen. L. war in der Ashauerschen Ziegelei beschäftigt und wollte gestern abreisen. Um sich won seinen Arbeitskollegen zu verabschieden, betrat er einen Maschinenraum, lehnte sich hier unvorsichtigerweise gegen eine Triebwelle, die ihn sofort erfaßte und mehrmals herumschleuderte. Dem bedauernswerten jungen Manne wurden beide Beine ein Arm ausgerissen, was seinen augenblicklichen Tod herbeiführte. * Hohenlimburg, 31. Mai.(Beim Spielen verunglückt.) Als gestern das älteste, noch nichtschulpflichtige Söhnchen des Waldarbeiters D. mit leinem Beil Holz zu spalten versuchte, geriet das Brüderchen mit der Hand auf den Hauklotz. Dem unglücklichen Kinde wurden vier Finger der linken Hand vollständig abgetrennt. Der Vater, dem die Kinder das Essen in den Wald getragen hatten, saß gerade beim Essen, als das Unglück passierte. * Hohenlimburg, 31. Mai.(Tödlicher Unfall.) Das 8jährige Töchterchen des Dachdeckermeisters Elflein hierselbst wurde von einem Bierwagen überfahren und derart verletzt, daß es bald darauf seinen Wunden erlag. * Lünen, 31. Mai.(In große Gefahr) geriet vorgestern morgen der Güterzug 9571, zwischen Station Preußen und Lünen, an der Kamener Chaussee. Ein Bulle hatte das Bahngleis für einen Mordenspaziergang ausersehen. Der Zug, der wegen das starken Gefälles nicht mehr zum Halten zu bringen war, erfaßte das Tier und zermalmte es. Wie gefährlich die Sache war, geht daraus hervor, daß die Bremsstangen der Lokomotive stark verbogen waren. Der Bahnwärter an jener Stelle wäre beinahe verunglückt, weil er den Versuch machte, das Tier vom Gleis zu entfernen. * Elberfeld, 31. Mai.(Feuer) kam heute vorSie zuckte heftig zusammen und erhob abwehrend die Hand. „Still! Um Gottes willen still!" flüsterte sie, während das krankhafte unruhige Feuer in ihre Augen zurückzukehren schien.„Niemand soll meinen Namen nennen! Niemand soll mich finden Bin ich auch hier nicht sicher, nicht verborgen genug? Treibt man mich wieder weiter?“ Fabian Ludwig begann wieder beschwichtigend überdas wirre, goldene Haar der Kranken zu streichen.„Sei ruhig! Schlafe!" sagte er leise, aber mit einer sanften Bestimmtheit im Ton, die Liska mehr als alles zu beruhigen schien.„Hier findet Dich niemand, hier bist Du ganz sicher.“ „Auch vor Professor Isensee? Ist es auch gewiß wahr?“ „Ganz gewiß! Du mußt nun schlafen, hörst Du, Liska? Du mußt schlafen; denn Du bist sehr müde!“ Sie blickte noch einen Moment aufmerksam in das zu ihr niedergebeugte Antlitz des Jugendfreundes und schloß dann sichtlich befriedigt die Augen Am folgenden Tage erklärte der Arzt, die Krankheit scheine sich zum Besseren wenden zu wollen.„Sie scheint, mehr kann ich zunächst nicht sagen,“ lautete sein vorsichtiger Ausspruch„Hundertmal trügt so ein Scheinen, hundert unberechenbare innere oder äußere Zufälligkeiten können hindernd oder helfend eingreifen und meine Diagnose zu Schanden machen. Warten wir ab! Was gedenken Sie mit der jungen Dame zu beginnen, wenn der Himmel ihr Genesung schenkt?“ Diese Schlußfrage ward seitens des würdigen Herrn Sanitätsrats an Baron Ruck gerichtet. „Ich werde meine Nichte sodann baldmöglichst in ihre Heimat geleiten, da die Großstadtluft ihr nicht zuträglich zu sein scheint," erwiderte dieser kurz. Und dazu war er auch fest entschlossen. Er wollte nicht abermals die Verantwortung für das Schicksal eines hilflosen, jungen Wesens allein auf seine Schultern nehmen, nicht eine zweite Gewissensschuld auf sich laden. Mochte Liska daheim vollende gesund werden, daheim mit sich selbst zu Rate gehen und frei willig über ihre Zukunft entscheiden. 138,20 Die wenigen Monde in der Fremde hatten das Mädchen wie Heloise sagte, zur Erkenntnis seines Herzens und seine Wünsche kommen lassen. Wohlan! Baron Ruck wollte ja nichts weiter, als Liskas Glück. Mochte sie es finden, wo sie meinte 5 8 4 4 mittag gegen 11 Uhr in dem Fahrkarten=Aufbewahrungsraum der Station Döppersberg, der sich im Mittelkeller des großen Verwaltungsgebäudes befindet, wie man vermutet, durch Kurzschluß zum Ausbruch. Die Löschungsarbeiten den alarmierten Feuerwehr wurden durch die riesige Rauchentwichlung sehr erschwert. Die Mannschaften mußten die gebündelten glimmenden Pakete einzeln aus dem mit Rauch gefüllten Raum hinaustragen, was mit unendlicher Mühe und großer Gefahr verbunden war. * Düsseldorf, 31. Mai.(In den Rhein gestürzt.) In der Nacht stürzte ein Drucker von der Brücke aus in den Rhein. Nach Angabe des einzigen Zeugen, des Begleiters des Druckers, der in vergnügtek Stimmung mit ihm von Oberbassel kommend die Rheinbrücke passierte, handelt es sich um einen Unglücksfall. Der Mann machte im Scherze eine Bewegung, als ob er über das Geländer springen wolle. Dabei scheint er das Uebergewicht verloren zu haben, so daß er in die Tiefe stürzte. Die Leiche wurde bisher noch nicht gelandet. * Köln, 31. Mai.(Unter Bauernfängern.) Ein Gerbergeselle von außerhalb traf am Hauptbahnhof einen Mann, der ihm die Stadt zeigen wollte. Zuerst wurde der Fremde in eine Wirtschaft geführt, wo schon ein Komplize des Führers mit einem dritten beim Kartenspiel saß. Dem Gerbergesellen gefiel das Spiel, er setzte sich mit in die Reihe und spielte feste mit drauflos. Gleich aber hatte man ihm schon 100 M. abgewonen und, um wieder an sein Geld zu gelangen, setzte der Fremde noch einmal mit je 20 Mark, die aber auch bald verloren waren. Da ihm nun 1,90 Mark übrig geblieben waren, klagte der Geber, er müsse nach Frankfurt reisen und hätte nicht Geld genug; darauf gab ihm einer der Gauner noch großartig 5 Mark und begleitete ihn zur Bahn. Unterwegs kam aber endlich dem Gerbergesellen die Sache verdächtig vor und er ließ den Begleiterdurch einen Schutzmann festnehmen. Büchertisch. Gesudheitspflege fürs Haus. Ein Ratgeber für Gesunde und Kranbe. Von Dr. med. Alfred Baur, mit Beiträgen von Dr. med. O. Frey. Lexikonformat. Eleganter Leinwandband 20 Mark. Verlag von J. F. Schreiber in Eßlingen und München.— Ein stattlicher, voluminöser Prachtband liegt vor uns und man kann getrost behaupten, daß bis jetzt kein zweites Werk dieser Art existtert, das auf 64 in feinstem Farbendruck ausgeführten Bildertafeln mit 180 Abbildungen und 600 Seiten erklärendem Text mit über 450 schwarzen Abbildungen und einem zerlegbaren Phantom den Bau des menschlichen Körpers in solch trefflicher Weiveranschaulicht und zugleich die interessantesten Krankheitserscheinungen in so geradezu verblüffender Naturtreue in Farben ausgeführt wiedergibt. Wenn auch bereits eine Anzahl Bücher auf dem Markt ist, die sich vornehmen, das Gebiet der Gesundheitspflege in allgemein verständlicher Weise zu behandeln, so haften diesen doch allen mehr oder weniger Mängel am, denen Autor wie Verleger in worligendem Buche in anerkennenswerter Weise abzuhelfen wußten. Es ist unschwer zu erkennen, welche außerordentliche Sorgalt auf die Herstellung dieses Werkes in jeder Beziehung verwendet wurde. Den ersten Teil bildet eine reich illustrierte Schilderung des Baues und der Tätigkeit des gesunden und normalen Körpers. Im zweiten Teil findet sich eine eingehende Besprechung der krankhaften Zustände und Veränderungen des menschlichen Organismus mit zahlreichen bildlichen Darstellungen. Die Krankheiten sind in übersichtlicher Weise nach Gruppen geordnet, die Ursachen der Entstehung, das Krankheitsbild, der Verlauf, etwaige Folgeerscheinungen findeneingehende Besprechung mit häufigen Hinweisen auf Schutzmaßregeln zur Krankheitsverhütung uund Angaben über das zu beobachtende Verhalten der Kranken und ihrer Umge bung. Dagegen fehlen Angaben über Mittel zum Kurieren von Krankheiten, wie diese in nicht zu verantwortender Weisse in vielen populären Werken enthalten sind, gerade als ob bei einer Erkrankung ohne jede Rücksicht auf Alter, Konstitution und begleitende Umstände nach einer bestimmten Schablone Mittel eingegeben oder sonst angewendet werden könnten. Den reichen Imhalt des ddritten Teils umfaßt das eigentliche Gebiet der Gesundheitspflege, das in die Pflege der Gesundheit des einzelnen und in die der Gesamtheit zerfällt. Daran schließt sich eine ausführliche Betrachtung über die Heilung von Krankheiten und die zahlreichen, hierfür angewendeten Heilverfahren. Ein solches Buch darf in keinem Hause fehlen. wem die Anschaffung des kompletten Werkes auf einmal zu viel kostet, der kann es auch in 30 Lieferungen a 60 Pfennig durch jede Buchhandlung sukzessive beziehen. Ueberboten. Dame(zu Besuch aus Amerika gekommen):„Ich sage Ihnen, mein Lieber, bei uns in Amerika wird viel aufs Essen gegeben— da hat jede Familie ihren Koch.“— Herr:„O, bei uns hat sogar jeder Soldat seine Köchin.“: ter. Wetterbericht der deutschen Seewarte. Juni. Sonnig, warm, schwül, strichweise GewitVerantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schade, Schwerte Preissteigerungen und Kaufmannsstand. Wenn Preissteigerungen ein Zeichen dafür wären, daß auf allen Gebieten ein wirtschaftlicher Aufschwung zu konstatieren sei, so müßten wir gegenwärtig im Zeichen eines nie dagewesenen Aufschwunges stehen. In allen Zweigen der Industrie werden Preissteigerungen gemeldet, von denen der Laie, wenn er nicht die Börsennotizen auf das Genaueste verfolgt, kaum eine Ahnung hat. Ist die Verteuerung, die sich damit in der Lebenshaltung bemerkbar macht, nun als Fortschritt zu begrüßen, oder stehen auf der anderen Seite die Einkünfte der Arbeiter und des Mittelstandes im Verhältnis zu diesen Preissteigerungen? Werden die Konsumenten durch derantige Preissteigerungen ohne Zweifel schon stark in Mitleidenschaft gezogen, so doch in weit höherem Maße diejenigen Kreise, die den Güteraustausch vermitteln. Eine arge Kalamität ist es zum Beispiel für den Detailkaufmann, für alle Artikel, die im Preise so sehr gestiegen sind, vom Konsumenten höhere Preise zu verlangen. Er sucht Uebergangspreise zu schaffen, muß Verdienst und Spesen reduzieren, nur um in den Augen seiner Kunden nicht den Anschein zu erwecken, als ob er seine Preise ungebührlich erhöht hätte. Sehen wir uns die täglichen Börsennotizen an, so finden wir Preissteigerungen in Wolle, Baumwolle, Leinen, Preissteigerungen in der keramischen Industrie, Preissteigerungen in Metallwaren usw. Diese Preissteigerungn der Rohmaterialien, die schon fast ein ganzes Jahr andauern, machen sich erst jetzt so recht bei der fertig gestellten Ware bemerkbar, wenn auch der Fabrikant nach Möglichkeit Uebergangspreise zu schaffen sucht, indem er seine noch vorhandenen billigen Rohmaterialien mit den im Preise bedeutend gestiegenen neuen verrechnet. Alles das nimmt nun ein Ende und die enormen Erhöhungen treten in allen Zweigen hervor. Das ganze Gebiet des Warenhandels ist fast zu einer Spekulation ausgeartet und derjenige ist der Leistungsfähigste, der sich große Lagervorräte zur richtigen Zeit hat aufspeichern können. In der glücklichen Lage, große Vorräte in seinen häusern zu besitzen, befindet sich das Warenhaus Theodor Althoff. Es ist daher imstande, trotz der angeführten Preissteigerungen auf allen Gebieten, auf lange Zeit hinaus noch außergewöhnlich billige Uebergangspreise zu stellen. Schon der Umstand, im zweiten Jahre des Bestehens dem Publikum gegenüber mit seiner anerkannten Billigbeit weiter da zu stehen, veranlaßt das Haus, die Preise auf dem allerniedrigsten Stande zu halten, ein Vergleich mit den Preisen der größten Kaufhäuser Deutschlands wird dies bestätigen. Es ist daher auch nicht zu verwundern, wenn der Zuspruch, dessen sich das Haus Althoff erfreut, auch im zweiten Jahre des Bestehens noch gewachsen ist. Die Erfolge des Hauses sind in erster Linie auf die billigen Preise, welche die Firma für alle Warengattungen ansetzt, zurückzuführen. Erfreulicherweise sind in der Lebensmittelbranche die Fleischpreise zurückgegangen. Die Firma Althoff ist die erste gewesen, welche in der Lage war, ihrerseits die Preise zu reduzieren. So sehen wir, daß das Vorhandensein eines solch großen Hauses, wie es das Warenhaus Theodor Althoff in Dortmund ist, im Interesse des Publikums vegulierend auf die Preisbildung einzuwirken vermag. Verkauf. Sonnabend, den 2. vorm. 9 Uhr anfangend wird der Mobilarnachlaß des verstorbenen C. Beckmann, als Schränke, Tische, Stühle, Betten, Uhren, etc. etc. in seiner bisherigen Wohnung, Beckenkamp Nr. 1, öffentl. meistb. gegen Barzahl. verkauft. Schwerte, d. 29. Mai 1906. Der Vormund. 2012 Ph. Henze. Fabrräder, Private u. Händler von Mk. 65 an. Zubehörtelle, ca. Mk. 4, Lustschläuche von Mk. 2.80 an. 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Da in der letzten Zeit im Kreise Hörde ein tollwutkranker Hund reiumhergelaufen ist, ordne ich mit Genehmigung des Herrn Ministers für Landwirtschaft, Domänen und Forsten auf Grund der§§ 18 ff. des Reichsges. betr. die Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen vom 28. Juri 1880 und 1. Mai 1894 für den Kreis Hörde für die Dauer der Gefahr der Welte:verbreitung der Seuche, d. h. bis auf weiteres folgendes an: 1. Die Eigentümer, Besitzer und Führer von Hunden sind verpflichtet, dieselben sofort on eine sichere Kette fest anzulegen und zwar an einem Ort, der für fremde Hunde nicht zugänglich ist. Der Feststellung gleichzuachten ist das Führen der mit einem das Beißen sicher verhindernden Maulkorbe versehenen Hunde an der Leine. 2. Ohne Erlaubnis der Ortspoli eibehörde dürfen Hunde aus dem Sperrgebiet nicht ausgeführt werden. 3. Die Benutzung der Hunde zum Ziehen ist unter der Bedingung gestattet, daß dieselben fest angeschirrt, mit einem sicheren Maulkorbe versehen und außer der Zeit des Gebrauchs fesigelegt werden K 7444 4. Die Verwendung von Hirtenhunden zur Begleitung der Herde und von Jagdhunden bei Ausübung der Jagd wird unter der Bedingung gestittet, daß diese Hunde außer der Zeit des Gebrauchs(außerhalb des Jagdreviers) festgelegt, oder mit einem sicheren Maulkorbe versehen, an der Leine geführt werden. Mi5en frei—. 5. Werden Hunde diesen Vorschriften zumider stei umhertaufend angetroffen, so kann auf Anolonung der Polizeibehörde die sofortige Tötung erfolgen. Die Eigentümer, Besitzer oder Führer von Tieren oder die Vertreter derselben sind verpflichtet, bei einem etwaigen Auftreten solcher Krankheitserscheinungen, welche den Ausbruch der Tollwut befürchten lassen, der Ortspolizeibehörde sofort 7. Wer diesen Vorschriften zuwiderhandelt, wird gemäß den§8 65 ff. vom 23. Juni 1880 und 1. Mai 1894 bestraft, sofern nicht nach dem§ 828 des Reichsstrafgesetzbuches eine höhere Strafe verwirkt ist.„....—6 Diese Anordnung tritt sofort in Kraft und wiro ausgehoben bezw eingeschränkt werden, sobald die im Eingange erwähnte Tollwutgefahr in dem Kreise beseitigt sein wird. Arnsberg, den 23. Mai 1906. 6. AIl C 1328 J. B. Kretschmann Meine anerkannt feinste gNAA 1,25 Mk. p. Pfand empfiehlt CafFFreg. Vorstehende Anordnung wird hiermit zur öffentlichen Kennt nis gebracht Schwerte, den 30. Mai 1906. Polizei=Verwaltung. Rohrmann Preis Arschlag! Gewähre auf sämtliche Konserven Po s Kabatt Brandenbuschs Kaffeegeschäft, 2040 Schwerte, Hüsingstraße 18. Der allgemein beliebte in Taschenformat erscheinende Westfälisch=Rheinische Fahrpian Sommer=Ausgabe 1906 120 Seiten stark ist wieder zu dem niedrigen Preis von 10 Pfeunig in meiner Buchhandlung zu haben. Carl Braus Gr. Marktstr. 3—5. Gestickte Vereinsfahnen, Schleifen, Schärpen etc. Vertreter: R. 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