Nr. 89. Dienstag, den 17. April 1906. 38. Jahrgang. Alle Kreis= und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung“ rechtsverbindliche Kraft. Insertionsgebühr für lokale Anzeigen, die sechsgespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 Pfg., außerhalb 15, Reklame=Zeile 40 Pfg., Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. Fernsprech=Anschluß Nr. 62. Amt Schwerte. Abonnementspreis pro Quartal: 1 Mark 65 Pfg., extra 42 Pfg. Bestellgeld, wenn durch die Post bezogen. Erscheint an jedem Wochentage. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund.“ Die deutsche Postkarte. Zur Österzeit wrden im Deutschen Reiche wieder viele tausend Karten mit Grüßen, Abbildungen oder Ansichten versendet. Die vorderen Seiten dieser Karten sollen neben den Aufschriften die von der Post vorgeschriebenen Vermerke„Postkarte“ oder „Drucksache“ aufweisen; statt dessen haben seit etwa 10 Jahren deutsche oder wenigstens im deutschen Reiche wohnende Karten=Verleger es für gut befunden, den fast ausschließlich für den deutschen Verkehr bestimmten Ansichtskarten neben der Benennung„Postkarte“ eine große Zahl fremdsprachiger Uebersetzungen dieses Wortes aufzudrucken. Es genügt nicht, den etwa durch den Weltpostverkehr zu entschuldigenden französischen Namen„Carte postale“ anzuführen, nein, es müssen auf diesen Karten die meisten europäischen Sprachen in krausem Gemische vereinigt sein. Und fürwahr, es ist ein der deutschen Fremdtümelei entsprechendes Bild, das durch Aufzählung von 10, 12 ja 15 fremdsprachiger Postkarten=Benennungen die Vorderseite einer solchen Karte bietet:„Postkarte“,(deutsch),„Carte postale“ (französisch),„Levelezö=Lap“(ungarisch),„Korrespondenzkarte“,(österreichisch),„Dospisnice“(slovenisch), „Karta" korrespondencyjna“(polnisch),„Korrespondencni listek“,(tschechisch),„Briefkaart“(holländisch), „Post card“(englisch),„Brefkort“(dänisch),„„Cartolina postale“(italienisch),„Tarjeta postal“.(spanisch), „Dopisnica“(kroatisch),„Carta postale“(rumänisch) und außerdem noch russisch, serbisch und bulgarisch in ihren fremden Schriftzeichen. Und dies alles auf Postsendungen, die fast ausschließlich für das Inland bestimmt sind, für Karten, die von Tausenden und Abertausenden deutscher Frauen und Mädchen zu Mitteilngen benutzt werden. Niemand scheint zu empfinden, welches Entwürdigende darin liegt, daß auf Karten, die im Deutschen Reiche hergestellt und vertrieben werden, auf Karten, die fast ausschließlich nach dem deutschen Sprachgebiet versendet werden, sich Bezeichnungen in Sprachen vorfinden, die neben der deutschen Sprache mindestens überflüssig sind. Das beschämende hierbei ist, daß sich diese Torheit ohne Widerspruch zu finden, so weit verbreitet hat, daß in der Hauptstadt des Deutschen Reiches kaum eine Ansichtskarte mehr gekauftx werden kann, die nicht eine derartige Sprachmengerei trägt, daß sogar sämtliche in Berlin während der Kaiser=Feien verkauften Karten mit dem Bilde des deutschen Kaiserpaares madjarische, polnische, tschechische und noch zehn andere Aufsrucke zeigten. Die Kunstanstalten Berlins lieferten einen großen Teil ihrer Erzeugnisse auch nach dem Auslande, aber es dürfte ihnen micht einfallen, den für das Ausland bestimmten Karten dieselben Aufdrucke zu geben, wie sie es den deutschen Abnehmern zu bieten wagen. Selbst in Oesterreich, dem Lande, in dessen gemischtsprachigen Gebieten die amtlichen Postkarten Vordrucke der maßgebenden Lindessprachen besitzen, sind derartige Machwerke nicht verbreitet, und gar in Ungarn wäre es ausgeschlossen, daß auf einer Karte neben dem madjarischen Levelezö=Lap das deutsche„Postkarte“ geduldet würde. Wir aber im Deutschen Reiche haben so wenig Volksbewußtsein, so wenig Verständnis ffür das Entwürdigende, daß wir seit Jahren Millionen und Abermillionen Postkarten für das Inland beschreiben, die madiarische, kroatische, tschechische und andere sehr überflüssige Aufschriften besitzen. Und sollte wirklich einmal eine Ansichtskarte nach dem Auslande bestimmt sein, so bedarf sie sicher keines solchen Sprach=Gemisches, um ihren Weg zu finden. Das deutsche Wort„Postkarte“ genügt ihr als Geleit in die ganze Welt!! Politische Uebersicht. Ueber die Reisepläne des Kaisers werden folgende Mitteilungen gemacht: Der Kaiser trifft am 18. April zu dreitägigem Besuch beim Grafen Görtz in Schlitz in Oberhessen ein. Von dort begibt sich der Monarch nach Homburg im Tannus. Anfang Mai wird der Kaiser in Donaueschingen erwartet, um als Gast des Fürsten von Fürstenberg der Auerhahnjagd obzuliegen. Nach einem Besuche Ost= und Westppeußens trifft der Kaiser angeblich im Juni auf der Wartburg ein. — Ein Reichsschulamt soll nicht errichtet werden. Man glaubte die Errichtung erwarten zu dürfen, weil der Schulsachverständige Dr. Franz Schmidt in das Auswärtige Amt berufen worden ist. Die Nationalzeitung erfährt aber, daß Dr. Schmidt lediglich kommissarisch und probeweise einberufen worden ist, um dem zuständigen Referenten im Auswärtigen Amt bei der Bearbeitung der die deutschen Schulen im Auslande betreffenden Angelegenheiten behilflich zu sein. Ein früherer Oberpräsident als Provinziallandttgsabgeordneter. Man schreibt den„L. N. N.“ vom Rhein: Der frühere Oberpräsident der Rheinprovinz, Dr. Nasse, hat sich bei den gegenwärtig stattfindenden Provinziallandtagswahlen für die Stadt Bonn in den Provinziallandtag der Rheinprovinz wählen lassen. Ein Beweis, daß der 72jährige Herr noch keineswegs an ein otium cum dignitate denkt und damit den Gerüchten neue Nahrung gibt, wonach er äm 1. Oktober vorigen Jahres keineswegs so freiwillig seinen Präsidentensessel verlassen hat, wie das damals glaubhaft gemacht werden sollte. Jedenfalls ist es als Seltenheit zu bezeichnen, daß sich ein ehemaliger Oberpräsident aufs neue in dieser Weise dem öffentlichen Leben zuwendet. — Treue Reichstagswahlkreise. Von den 397 Reichstagswahlkreisen sind 94 von der ersten Wahl im Jahre 1871 resp. 1874 bis jetzt in den Händen einer und derselben Partei gewesen. Es befinden sich 6 östliche Wahlkreise im ununterbrochenen Besitze der Konservativen, 7 im ganzen Reich zerstreute im Besitz der Nationalliberalen, 2 Wahlkreise behaupten die Freisinnigen, 7 die Elsässer, 2 die Welfen, 1 die Dänen, 12 die Polen und 57 das Zentrum. — Für die Wiedereinführung der Prügelstrafe bei Rohheitsdelikten tritt der Erste Staatsanwalt in Gnesen ein. Er sagt in der„Deutschen Juristenzeitung" u. a.: Auf der Umschau nach neuen Strafarten meldet sich gleich ein guter Bekannter, die Prügelstrafe. Obgleich es nicht viele Deutsche geben ihrer Zellung, oder wenn sie senst Eoneinerringer, ten Straftat erfahren, durch den Gedanken oder gar den Ausruf„Der Mensch verdient Schläge“ das Bedürfnis nach dieser Strafart gefühlt und anerkannt haben, wie trotz der in die Augen springenden Vorteil; ihrer Billigkeit und Eindringlichkeit hat sie den verlorenen Platz nicht wieder gewinnen können. Einer der Gründe hierfür scheint ihr altmodischer grober Name zu sein; viel wäre gewonnen, wenn man einen wohlklingenden Namen oder gar ein Fremdwort für sie finden könnte. Uebrigens befinden sich diejenigen, die sie für einführbar halten schon in der Gesellschaft Englands, des freisinnig regierten Dänemark und keines Geringeren als des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Theodore Roosevelt. Durch ihr: Einführung würde der im gegegenwäntigen System fehlendellebergang von der einzigen darin enthaltenen Leibesstrafe, der Todesstrafe, zur Freiheitsstrafe geschaffen werden. — Ausländer als Industriespione. Daß das allzu große Entgegenkommen, das Ausländer in deutschen Fabriken und Betrieben meist finden, oft mit Undank gelohnt wwird, zeigt folgender Fall, den die„Gesellschaft für drahtlose Telegraphie“ veröffentlicht:„Vor mehreren Jahren weilte ein Japaner Kimura in Europa und hielt sich zum Studium der drahtlosen Telegraphie einige Monate in Berlin auf. Er studierte eingehend die Systeme von Marconi, Professor Braun und Slaby=Arco, um, wie er behauptete, seiner Regierung ein muparteiisches Gutachten, nach dem man sich für eins dieser Systeme entscheiden könne, zu unterbreiten. Unter diesem Vorwande und unter der Vorspiegelung, er werde veranlassen, daß in Japan die Apparate der deutschen Systeme eingeführt würden, ist es Herrn Kimura gelungen, Anser System Telefunken(Vereinigung der Systeme Braun=Siemens und Slaby=Arco) so eingehend zu studieren, daß es ihm ein leichtes war, nach kurzer Zeit mit einem eigenen System, einer Misch' sung der von ihm studierten, hervorzutreten. Noch bevox wir eine Beschreibung seines sogenannten Systems aus Japan erhielten, machte einer unserer Ingenieure während sseines Aufenthaltes in Japan Herrn Kimura einen Besuch. Bezeichnend für den Herm ist, daß er den deutschen Ingenieur von seinem Aufenhalt bei der TelegraphenfunkenGesellschaft genau kannte und diesem den größten Teil seiner Informationen verdankte. Er empfing ihm nicht, sondern hatte keine Zeit! Später erhielten wir aus den übersandten Beschreibungen den Beweis, daß Herr Kimura es verstanden hatte, die ihm in vollem Vertrauen auf seine Ehrlichkeit gegebenen Informationen so geschickt in seinem Interesse auszunutzen, daß heute die japanische Flotte mit seinem System versehen ist. Schtte Die preußischen Minister auf Reisen. Rom, 17. April. Der preußische Kultusminister Dr. Studt, der preußische Finanzminister Freiherr von Rheinbaben sowie die Ministerialdirektoren Dr. Althoff und Dr. Germar statteten heute dem Preußischen historischen Instititut einen mehrstündigen Besuch ab. England intriguiert in Serbien. = London, 17. April. Die Londoner Presse scheint auf Bestellung einen neuen Thronwechsel in Serbien vorzubereiten. Der„Daily Expreß“ veröffentlicht zum Beispiel heute erst wieder einen Brief seines Kornespondenten in Wien, in welchem dieser behauptet, aus Serbien selbst(?) die Nachricht bekommen zu haben, daß man dort auch in ernst gesinnten politischen Kreisen bereits davon spreche, wie lange es noch dauern werde, bis der König vertrieben werde. Wenn er abdanke, sei es sicher, daß sein Sohn ihm nicht folgen werde. Man spreche wiel von Prinz Waldemar von Dänemark als einen geeigneten Kandidaten für den serbischen Thron. In der Presse sowohl wie auch in der Armee mache sich jetzt die gegen die Königsmörder gerichtete Bewegung immer mehr geltend. Warnung vor dem Streitsieber. Man könnte fast versucht werden zu glauben, daß die warmen Frühlingslüfte auch die Streiklust in den Kreisen der Arbeiter wecke, denn es vergeht kein Tag. mag, die nicht beim Lesen in welchem nicht die Presse von neuen Arbeitseinstellie sonst von einer prügelhaf= ungen zu melden weiß. Aus allen Teilen des Reiches und aus allen Branchen kommen Nachrichten über neue Streiks. Weshalb auf einmal diese vielen Arbeitsniederlegungen? Zwei Gründe dürfen sich auf der Seite der Arbeiter geltend machen! Das Jahr 1905 hat gut abgeschnitten; fast überall sind ziemlich hohe Dividende bezahlt worden. An diesem wirtschaftlichem Aufschwung wollen auch die Arbeiter teilnehmen. Ein zweiter Grund ist in den erhöhten Lebensmittelpreisen zu suchon; seit dem Sommer 1905 bewegen sich alle Preise in aufsteigender Linie. Obwohl man von einer Fleischnot nicht mehr reden kann— obwohl an der russischen und österreichischen Grenze eine erhöhte Einfuhr von Schweinen gestattet ist, so bleiben doch die Fleischpreise auf derselben[Höhe wie im September und Oktober 1905. Da sieht sich der Arbeiter gezwungen, sich nach einem erhöhten Verdionst umzuschauen und er hofft, daß ihm ein Streik diesen Verdienst bringen müsse. Kein gerecht denkender Mensch kann den Arbeitern das Streben nach besserer Bezahlung übel nehmen! Alle Welt strebt nach Aufbesserung! Der Bauer, der Handwerker, der Kaufmann und der Beamte! Eine Verbesserung der Lage der Arbeiter hat aber auch allgemein volkswirtschaftlichen Vorteil, da hierdurch der Umsatz in der Arbeiterfamilie steigt, was in erster Linie im Interesse der Landwirtschaft liegt. Nun erhebt sich die Frage, ob der Streik unter den heutigen Verhältnissen das Mittel ist, um eine Lohnerhöhung herbeizuführen. Der Streik ist für die Arbeiter unter Umständen ein sehr wirksames Mittel, aber er ist doch das letzte Mittel, er ist der wirtschaftliche Krieg und zum Krieg greift man nur zuletzt.„Wegen Marokko führen wir keinen Krieg!“ so hieß es kürzlich im Reichstage. Mit Recht! Der Krieg muß die Kosten wert sein, die er werursacht; man verhandelt lieber auf diplomatischem Wege, wenn man diese scheut! Ganz so ist es auch im Wirtschaftsleben. Ehe man in einen Streik eintritt, muß man auch die Aussichten auf Erfolg erbringen. Darüber geben uns nun die amlichen Streikstatistiken Aufschluß. Es ist fa zuzugeben, dtß diese Statistik noch eine höchst unvollkommene ist. Aber ein Durchschnittsbild erhält man doch, und sie gibt ernste Zahlen, die in jeder Arbeiterversammlung vorgelesen werden sollen, ehe diese den Streik beschließt. Rund 50 Prozent sämtlicher Streiks endigen ohne jeden Erfolg für die Arbeiter, d. h. die Hälfte aller Streits ist. verloren! Von der anderen Hälfte haben rund 25 Progtr:„.un, vollen Erfolg, d. h. alle Arbeiterwünsche sind erfun. worden und das letzte Viertel endigt mit sen Erfolg d. h. die AArbeiter haben ihre Forderungen nur teilweise erreicht! Zahlen etwas in den einzelnen Kurgcgze, Hieer sie iyre chen doch eine sehr eindringliche„zgricht“ lassen mentlich erkennen, daß hier größte te gehrten Wer es gut mit den Arbeitern meint, muß dier ier wieder betonen. Fahre tritt woimn noch Zu dieser Lehre der letzten Gahle iti. nun nrch zweite: die Arbeiter hatten es früher im Streiken leichterz sie waren geschlosser,te Irheitggheg nischt! Das eschterz be wvoren ,orden. Die Arotubetgeatsationen Sie fürchten jetzt den Streik nicht mehr; sondern geben diesem einen Gegenhieb durch die Aussperrung! Dabei macht man s die Erfahrung, daß die Aussperrungen viel erfolgreicher sind als die Streiks! Also vor dem jetzt sich zeigenden Streikfieber möchten wir mit allem Nachdruck warnen! Aus Stadt und Umgebung. Schwerte, 17. April. **(Die Osterfeiertage) liegen nun wieder hinter won wegen des Osterwoetterglascher Außenwirt ganz traurig in das Wetter bbichte, 111h, Aber is kam aners und felten woh varhitg, Osterwetter gehabt wie beuer. Da wor's kein Wunder,enfie sgnst wirken und en Tatsächlich wars draußen allüberall ein Leben, Damen, und die Herren der Schopfung G Lamtt, uns die Herren der Schöpfung Ueberrock und in der unvermeidlichen helten Weste. Ja, selbst helle Strohhüte trug die Herrenwelt schon. Alle Ausflugsorte wimmelten von frohen Menschen, welche den Frühling genossen und für kurze Zeit einmal alle Alltagssorgen daheim gelassen hatten. Die S benbahnen haben ein gutes Gef,/Gar gen gezegtr wie 6 Freischütz“ war der Gallm ers...ie es an einem schönen Sommersonntage nicht besser der Fall sein kann, und nach Hohensyburg strebten zu Fuß und mit allen sonstigen Beförderungsmitteln große von Ausflüglern. Aber nicht nur nach draußen stand der Sinn; man ging während der Feiertage auch in sich, und wir haben feststellen können, daß die Gotteshäuser en. Das ist die rechte Oste che Fülle aufwie... rechte Österfeier: 1 Dank gegen den vochren das Goteshaus, hesuchen und dann nachher sich an Votes Hature, erireuen. 2t Zur Auferstehung anschickenden„hne und vielen Familien, wo man Söhne 9 Töchter draußen in der Welt Stellung hat, ist groß, wenn sie in Urlaub kommen oder die verheirateten Kinder kommen und bringen dem Großvater und der Großmutter die kleinen Enkelchen mit. Und wenn gar der Junge kommt, der in des Königs Rock steckt, dann ist die Freude vollkommen. Die Soldaten haben diesmal allerdings viel Last gehabt, na chschwerte hin Urlaub zu bekommen und zwar wegen der lei######n nickstarre. In vielen Fällen traf statt besng ig Urlaubers die Nachricht ein, daß der Urlaus### genehmigt sei. Einige besonders„helle“. Jungen haben sich indessen zu helfen gewußt, indem sie Urlaub nachsuchten nach benachbarten Orten und sich doxt an= und abmeldeten, im übrigen aber hier bei den Enern sich während der Feiertage aufhielten. Die Militärbehörde ist bekanntlich hierin besonders vorsichtig, wenngleich Tante Ermgard. Roman von Albin Manger. 48 Fredine nahm sich vor, recht zurückhaltend gegen die neuen Bekannten zu sein, wenigstens so lange Manfredo bei ihnen weilte; ihr war es nur von Grund der Seele zuwider, sich aufzudrängen. Der Gedanke, Cherskys könnten der Taute Beschon so ausgelegt haben, trieb ihr glühende Schamrbte Am nächsten Morgen saß sie wieder in der Loggia. Irmgard hatte sich in ihr Zimmer zurückgezogen, sie habe notwendige Briefe zu schreiben. Fredine blickte sinnend in das blaue Wasser zu ihren Füßen, in dem sich ein wolkenloser Himme spiegelte. Eine tiefe Wehmut hatte sich ihrer bemächtigt, sie dachte darüber nach, daß sie sogar wunschlos sei mit ihren siebzehn Jahren; wie herbe das Geschick sie schon getroffen, wie unsanft das Schicksal sie vertrieben aus dem Eden der ersten Jugendluft. Und wie sie so zurückschaute auf alles, was sie erlebt und durchgelebt, war es ihr, als müßte alles gut und ganz, ganz anders geworden sein, wenn sie ihr liebes Hochstein nie verlassen hätte; sie zürnte der Tante, daß sie sie ausgelockt in die Welt, sie zürnte ihrem Vater, daß er sie hatte ziehen lassen, so jung, so unerfahren, ohne väterlichen Eine heiße Sehnsucht nach dem geliebten Vater zog in Fredines Seele, sie nahm sich vor noch heute an ihn zu ben, was sie zu stolz gewesen war, ihm zu sagen, sie wollte sich verteidigen ihm gegenüber, und er wichen„ag mußte de wieder an sein warmes Vaterherpetzscherz. 1 ge hate de für Schwerte von einer solchen Maßnahme ruhig langen Wochen hier keinen Fall von Genickstarre mehr en Prauteubähute, ute, allen vur erdentlichen Vorsind, so geschah das unler auen nur errrntnichen Erk sichtsmaßregeln, sodaß irgendwi: Gefahr micht vorhanden war. Nun sind die mit freudiger Ungeduld erwarteten Östertage wieder dahingegangen; mögen sie von allen inrechter Weise ausgenutzt worden sein, so ausgenutzt, daß man frohen Mutes und mit frischer Kraft sich heute wieder an die gewohnte Berufsarbeit begiebt. ss(Wichtiges Urteil für Fortbildungsschüler.) Ein Wittener Schlossermeister hatte Lehrlinge, die in den Nachbargemeinden Langendreer und Heven wohnten, nicht in die Wittener Fortbildungsschule geschickt und war deshalb in Polizeistrafe genommen worden. Landgericht Bochum als Berufungsgericht hob jedoch die Strafverfügung auf, da das Wittener Ortsstatut die in auswärtigen Gemeinden wohnenden Lehrlinge nicht zum Besuch der W.er Fortbildungsschule verpflichten könne und die Handwerkslehrlinge nur dort eine Fortbildungsschule besuchen müssen, wo sie wohnen, nicht aber an der Arbeitsstelle. **(Ein großer Leichenzug) bewegte sich am Östersonntage, vom evangelischen Krankenhause kommend, durch die Straßen unserer Stadt dem Friedhofe zu. Das halbe Dorf Höchsten trauerte mit der Familie des Bergmanns Lueg, dessen blühender Sohn, wie wir mitgeteilt hatten, vor kurzem an der Genickstarre erkrankt, in das hiesige Krankenhaus eingeliefert worden war und nun der gefährlichen Krankheit erlegen ist. Aber noch Schickung harrt der schwergeprüften Familie; auch eine 19jährige Tochter sist inzwischen von der Krankheit gepackt und ins Krankonhaus übenführt worden. Möge sie wenigstens ihren Eltern erhalten bleiben. **(Zu den Lebenden zurückgekehrt) ist die Frau des Bahnarbeiters Kampmann, deren Tod wir in der letzten Nummer von den Östertagen mitteilten und die auch von ihren nächsten Angehörigen für geraume, Sgit,„ beit geholt wurde, seine Frau sei soeben plötzlich gestorben. In Wirklichkeit ist die Frau längere Zeit von einem starrkrampfähnlichen Zustande umfanggz, gerzien und hat stundenlang wie tot dagelegen. 6 weise befindet sie sich wieder wohl, wenn auch Lähmungserscheinungen, besonders in den Armen, zurückgeblieben sind. **(Bestrafter Leichtsinn.) Die won uns„ so oft gerügte Unsitte, mämlich ohne die Pedale zu lreten, die Chaussee wom Freischütz heruntergcsaust zu kommen, übten am Shorfahren, gls de. kurz hinter einander führen. e#ls der erste stürzte, konnte matürlich der zweite nicht mehr ausweichen und flog im hohen Bogen über seinen Kumpanen hinweg. dem erlitt der zweite Radler einen Armbruch. Herr Dr. Emmerich leistete ihm ärztliche Hilfe. jede Achse eines Gepäck= oder Güterwagens, der entwegehalten wird. Mindestens aber werden 4 Mark für das Tarifkilometer oder 100 Mark im ganzen erhoben. Wenn die Hin= und Rückfahrt des Sonderzzggn, innen: halb 24 Stunden erfolgt, so ist für beide Fa 94= sammen nur der Mindestbetrag von 100 Mark zu entrichten. Muß eine zweite Lokomotive verwendet werden, so ist für diese ebenfalls 1,20 Mark für das Kilometer zu entrichten. Für Sonderzüge, welche wähkein regelmäßiger Nachtdienst des Bahnaufsichtsperso. nals besteht, sind pro Tarifkilometer 2 Marl Tahlk: wachungskosten zu entrichten. Die beiden Osterkonzerte im großen Saale des „Freischütz“ Schwerte, 1. Ostertag 1906. auf die Ton und daß der, welcher ihr hatte huldigen wollen, gerade ein Prinz war, konnte doch ihr Handeln nicht zum Verbrechen stempeln; nein, der Platz am Herzen des Vaters konnte dem einzigen Kinde nicht für immer verloren sein. Eine helle, freundliche Stimme schreckte sie aus ihrem Sinnen auf. Unten an der Treppe hielt im zierlichen Nachen Feobringen Ihnen Bücher, Komtesse,“ rief der Knabe ver(In Brand geriet) gestern nachmittag gerade während des stärksten Verkehres im Schwerter ein Motorwagen der Straßenbahn. Die In###nen stiegen ruhig aus, bis auf eine Frau, die im grigen, i Hrest hinaussprang, dabei in die Kuie, stürigegriehsstockung Hautabschürfungen davontrug. Eine trat nicht ein, da der Unfalt kurz vor benzu, 346 916 sich ereignete und der Wagen hier sofort an, cur Ausweichgeleise geschoben wurde. 00(Was kostet ein Sonderzug?) Diese Frage wird öfter diskutiert und von den Vorständen ausflugslustiger Vereine aufgeworfen. Da die grundsätzlichen Bestimmungen nur wenigen bekannt sein dürften, wollen wir sie kurz mitteilen. Für jedes vom Sonderzuge zu befahrende tarifmäßige Kilometer werden berechnet: 1,20 für die Lokomotive, 40 Pfg. für jede Achse der auf Verlangen gestellten Personenwagen und 20 Pfg. für gnügt, und stolz fügte er hinzu:„Viele Gedichte aus Vereinen kenne ich auch, ach, ich liebe die deutschen Dichter, sie können sich so herrlich ausdrücken.“ Fredine war dicht an den Kahn gerretzog e., gm schen von Feodor fuhr fort:„Lassen Sie sich doch ein Welichen von mir rudern, Komtesse, es ist so schön hier auf dem Wasser. Das junge Mädchen war in einer Stimmung, wo ihr das harmlose Geplauder des Knaben wohltat. Sie willigte daher gern ein, ein halbes Stündchen mit in den See hinaus zufahren, und bestieg das kleine Boot. zierzienste sgo freund. Feodor war glückselig, daß seine Kavatterclenste s2 ftennslich aufgenommen wurden, und erzählte dafür in seiner lebhaften und doch so verständigen Weise allerhand kleine Abenteuer, die er zu Wasser und zu Lande bereits bestanden hatte. Fredines Jugendsinn besiegte nach und nach ihre Niederven-Prssfer sachen. ruhig am Steuer, und und zu durch ein Nicken des Kopfes oder durch ein„Geiß, Feodor, so war’s, ganz besonders heldenhafte Episoden aus den Erzählungen seines Schülers, wenn dieser ihn, in der Annahme, seine schöne Zuhörerin könne ihn für einen Aufschneider halten, um seine Zeugenschaft oa.. Fredine mußte den eifrigen Schwätzer zur Unkehr mahnen, die halbe Stunde war längst die Dinerstunde nahte, und heute mußte sie Toilette machen, denn sie war noch im Morgenkleide. Man legte den Weg zur Villa stiller wieder zurück, als Feodor war vom schnellen Rudern und vielen Schwatzen angegriffen, er litt es sogar, daß Doktor Helm seine Ruder einher gehalten hatte, und blätterte mechanisch in den Seiten; da siel ihr ein eingekniffenes Blatt in einer Sammlung:„Prosa und Poesie" auf, und unwillkürlich las sie:„Es gibt so viele Kraft haben, mit der Wärme des eigenen Herzens die nur eren Piot beseyt, Hen(ebhaften Geiall mit ihren Pootun, und botte Parbietungen auch volauf vereratten künfterischen.—.. die, ob es richtig war, an dent. Eine audere Brogev, v, zutige st, mit Streicheinem solchen Tage, wie e8 der bu. grte, Konzertpuhlmucht aufszuwarten. Vur os Heiondereg Interese daeiun bate bieseo Pon giehrere Kompostionen unseres beimischen Bünikthere Vermr, Ziezerfzeltz Zzuigierte, io dem Luverture„Auf roter Eode,(Errtgiestl, Die vier wochtungen aus der Oper zunß algs am Schlusse des beune Vden Romponisten=Dirigenten ein Lorberkranz der mit großer künstlerischer Begabung rastloses Vorbne br-ben urn, achurit, 2. Bitertag 1906. bereud en un, A Uh, Aegauen e Heauige der M.=G.=B.=„Cäcilia“ in unserer Bürgerschaft erfreut. Das Konzert wurde eröffigsangg unz Dirigent der„Cdcitlia“,— Fspäter vie Barig. slest vierhänbie, ejsehr unter der Unruhe des Gublischön sie auch waren, sehr unter err nrhtir. kums zu leiden, das ihnen in seiner großen Mehrhe ut wie gar kein Verständnis entgegenbrachte. Der Verein trat ssogleich mit dem überaus schwierigen Chor „Gothentreue“ von Angerer auf den Plan, der indes, abgesehen davon, daß am Schlusse die einzelnen Stimmen an einigen Stellen etwas durcheinander gerieten, us bost, gelong des Zeugnis stellte. Auch diese gerschar eim eländergchge##. Schwankungen am Schlusse waren u. E. vermieben worden, wenn der Verein zuerst ein kleineres Volkslied vorgetragen hätte, um die Stimmen freizusingen, und dann erst mit einem Chor von solcher Wucht und solch schwieriger Tonstellung wie die„Gothentreue“ aufgewartet hätte. Der Verein sang dann weiter das herzige Volkslied„Ach Gott, wie weh tut Scheiden“ und dar ewig schöne„Andreas Hofer“ und zwar in lobenswertester Weise. Als dritte im Bunde erfreute uns die Konzertsängerin Fräulein Klara Funke aus Frankfurt starrten, nicht verstorbenen Lebensblumen wieder zu beleben, sie fänden Freuden die Fülle, denn das Leben bat, sie,„selhst für die Freude geschaffen, und sie sind nur zagha,, sie sich zu brechen; was nicht auf ihrem Wege liegt, das halten sie für nicht vorhanden. Vertraue auf Gott. Du kleine Seele. Deine Kümmernisse sind nicht unendlich, wie Gottes Liebe! Fredine sog jeden Buchstaben in ihr Herz, wie Balsam drangen die Dichterworte in ihre wunde Seele. Sie legte die Hand schmeichelnd auf die Seite, wo die Verheißung stand, als wollte sie dem Dichter im Geiste die Hand reichen, dankbar für den Trost. Sie hatte den Blick auf den wolkenlosen Himmel gerichtet, es war ihr, als zöge neuer Lebensmut in ihr Gemüt. Da traf ihr Auge Helm, der unverwandt auf sie blickte: Wissen Sie, was ich eben gelesen?" fragte sie, einer augenblicklichen Eingebung folgend. Heim neigte beahend das Haupt.„undezwort“ sagte sl. Ich daute Ihyen lv, vichzeig inr mieinem Herzen lesen?: Dabei reichte sie ihm und Feodor die Hand, denn die Gondel hielt gerade an der Gartentreppe ihrer Villa, nahm die Bücher und stieg leichten Fußes und glücklichen Sinnes hinauf zum Hause. Sie hatte es nicht bemerkt, wie zwei gläserbewaffnete Augen ihre Ankunft beobachtet hatten; unverzüglich schritt sie in ihr Toilettenzimmer und klingelte der Jungfer. Ihr Anzug zu dem sie, noch mit dem Eindruck, den ihr die tröstlichen Worte gemacht, besonders freundliche Farben gewählt, war eben beendet, als die Taute zu ihr kam, zeitig die Zose mit einem Auftrage hinausschickend. 137,20 Fredine," begann Irmgard, sobald sie allein waren, und ihre Stimme bebte vor Aufregung,„ich bin in der unangenehmen Lage, Dich schelten zu müssen. Ich habe ja die Vergangenheit, die für Dich so ungemein beschämend war, abgetan, ich will sie vergessen, aber für die Gegenwart und die Zukunft muß ich Dich bitten, denn doch mehr auf die Pflichzen zu achten, die unser Stand nun doch einmal verlangt! Fredine sah die Tante fragend an, ihre großen Augen blickten kampfbereit, sie wollte nicht ihre Vergangenheit mit Stillschweigen übergangen wissen, als müsse sie die Augen niederschlagen vor einer Schuld. Und jetzt, was hatte sie nun getan am Main durch einige Vorträge. Die Dame, eine prächtige Bühnenerscheinung, überraschte durch ihre umfangreiche, in allen, auch den höchsten Lagen, gleich wohllautende Stimme. Die Sängerin verfügt über einen so wohlgeschulten prächtigen Alt=Mezzo=Sopran, daß es ein Genuß war, ihr zuzuhören und wir wolllen hoffen, sie in Schwerte noch des öfteren zu hören. Den Schluß des ersten Teiles der Vortragsfolge bildete das„Ave Maria“.(Abendfeier in Venedig) Altsolo, Männerchor und Klavierbegleitung. Das schwierige Tonwerk gelang meisterhaft, alle mitwirkenden Faktoren griffen prompt ineinander und schufen so Guß. Uns wollte es sogar der gesangliche Wert des Werkes dadurch noch höher war, daß anstatt wie früher Orchesterbegleitung jetzt nur Klavierbegleitung mitwirkte. Im zweiten Teile des Konzertes traten dann nochmals alle schon genannten Mitwirkenden in Tätigkeit und ernteten viel Beifall. Aber je weiter es zum Schluß ging, desto unruhiger wurde es im Saal, einer nach dem andern brach auf, ohne das Ende des Konzertes abzuwarten. War es doch 6,30 Uhr, wie erst der erste Teil beendet war. Außer der schon von uns in der Vorbesprechung erwähnten allzugroßen Reichhaltigkeit des Programms war der Umstand mit Schuld an dem vielfachen Weglaufen vor Schluß, daß man statt 4 Uhr erst mit dem Konzert begann, als es schon 4,30 Uhr durch war. Da mußte es naturgemäß noch später werden, als es nach der Länge des Programms sowieso schon wurde. Um aber auf die Leistungen, die das Konzert bot, zurückzukommen, so läßt sich davon nur das Beste sagen. Die „Cäcilia“ hat auch heute wieder sich auf der vollen Höhe ihres Könnens gezeigt und Dirigent und Sänger können mit berechtigtem Stolze auf den heutigen Tag zurückblicken. Daß bei dem gewaltigem Besuche auch der pekuniäre Erfolg ein guter ist, freut uns um der guten Sache willen, der der Reinertrag zugute kommen soll. W. Sch. ** Holzen, 17. April.(Wahl.) Herr Gutsbesitzer Heinrich Hohenschwert ist am Samstag zum stellvertretenden Gemeindeworsteher der Gemeinde Holzen gewählt worden. 65r5 ** Hörde, 14. April.(Revision.)] In Horde war heute große Milchrevision und man muß gestehen, daß von Herrn Dr. Neuhoff hierzu kein besserer Tag, wie der Vortag des Osterfestes, hätte gewählt werden können. Schwer beladen kamnen die Milchkarren von allen Seiten an, um die Hausfrauen für die Festtage zu versorgen, aber nicht allen war es vergönnt, bis zu ihrem Bestimmungsort zu gelangen. HHerr Dr. Neuhoff hielt strenge, aber gerechte Musterung, die zur Betrübnis manches Milchhändlers ergab, daß der Gehatt zu gering befunden wurde. Unter dem Bestande einiger Milchhändler wurde ganz gewaltig ausgeräumt und während die so betroffenen, denen auch noch ein empfindliches Strafmandat blüht, wutschnaubend auf ihr Gäulchen hieben, um möglichst schnell von dannen zu kommen, drückten die zahlreichen Zuschauer ihre Anerkennung über die Milchzensur aus; ein Beweis, daß die gesundheitlichen Maßnahmen immer größeres Verständnis finden. Während an einer Stelle die Milchrevision stattfand, konnte man an anderen Stellen beobachten, wie der eine oder andere Händler vom schlechten Gewissen geplagt wurde. Mit scheuem Blick drückten diese Leutchen sich schleunigst von einer Seitenstraße in die andere, um dem Arm der Gerechtigkeit zu entgehen. Hoffentlich sind sie derselben bei dieser Flucht doch noch in die Arme gefallen. Westfalen und Rheinland. § Düsselldorf, 14. April.(Die hiesige Strafkammer) verurteilte heute den Uhrmacher und Uhrenreisenden Otto Berghaus wegen Beihülfe zur Zolldefrautation zu einer Geldstrafe von 2000 Mark. handelt sich um einen fovtgesetztem umfangreichen Schmuggel von schweizerischen Taschenuhren, den eine in Lörrach(Baden) domizilierte Firma nach Deutschland betrieb, wobei die geschmuggelten Waren von B. an Händler und private Kunden verkauft wurden. * Immigrath, 15. April.(Todessprung.) stern abend um 7 Uhr kam ein Mädchen der hiesigen Fabrik von Tellering zu spät zum Bahnhof, und wollte noch in ein Wagenabteil vierter Klasse fpringerz schon der Zug sich in Bewegung befand. Es hr#####r von dem Trittbrett umgestoßen, die Kleider wurden von eiwem Rade erfaßt und das Mädchen, welches von Richnath war, unter den Zug gerissen und überfahren. war sofort tot.. Grub * Trier, 14. April. In der lupemburgischen Gruve Staerkerade verschüttete ein niedergehender Erzblock vier Arbeiter. Drei sind tot, einer ist verletzt. * Trier, 14. April.(Verhafteter Mörder.) Der italienische Arbeiter Luigi Maffeo, den der lupemburgische Staatsprokurator als Mörder des vor 14 Tagen mit durchschnittener Kehle aufgefundenen Landmannes Kinnen aus Beidweiler verfolgt, wurde in Plantieres bei Metz verhaftet. * Trier, 14. April.(Die Strafkammer) verurteilte hier den Mechaniker Ludwig Pöhler aus Offenjährige Mann üiber brtznan zugebracht hat. hinter schwedischen Garoinen zugerin## hut. schen Grenzorte Silberbach ist die Schwiegertochter des Zimmermanns Siedbinder unter dem zusammenstürzenden Dachstuhl des brennenden Wohnhauses mit ihren Kindern von drei und vier Jahren, welche sie wollte, begraben worden. Die Leichen wurden gänzlich verkohlt aufgefunden. Kassel, 16. April. Eier verbrannte ein Küchenfräulein, das abends, als es zu Bett ging, die Petroleum lampe fallen ließ. Diese explodierte, die Nachtkleider des Mädchens wurden von den Flammen ergriffen und das Mädchen selbst starb einen qualvollen Feuertod. Frankfurt am Main, 16. April. Zwischen Kleinwinterheim und Niederolm stürzte ein Automobil in einen Graben. Die beiden Insassen, die Wirte Diem und Peter, wurden tötlich verletzt. Frankfurt am Main, 15. April. Als die Bühnenarbeiter des Opernhauses gestern den Arbeiter Sebus vermißten, gingen sie auf die Suche nach demselben und fanden in einer Versenkung unter der Bühne mit gebrochenem Genick. Wie der Unfall entstanden ist, konnte nicht festgestellt werden. Rotterdam, 14. April. Durch eine folgenschwere Dampfkesselexplosion an Bord des Schleppdampfers „Dieudonne“ in Merwerde unweit Schlieddrecht wurden gestern der Heizer und der Steuermann getötet und der Insasse eines sich in der Nähe befindenden RuderbooWarschan, 16. April. Die katholische Bevölterung von Lubice Lesenon, und Plewnics des Gouvernements Warschau weigert sich, sich der neuen katholischen Sekte anzuschließen. Sie wurde deshalb von den Saltierer angegriffen. Beidem Zusammenstoß wurden 2 sonen gerbtet, Zwei btich und gette, zählt bereits minder schwer verletzt. Die neue eenn zu kernr 150 Mitglieder. Büchertisch Ein lieber alter Freund hat uns soeben seinen Besuch abgestattet, der Kleine Brockhaus. Er trägt ein ganz modernes, buntes Gewand und ist noch volkstümlicher geworden, als er bisher schon war, ein echter Wissensanwalt für tägliche Nöte. Zum Lobe seiner äußeren Ausstattung etwas zu sagen, hieße Bücher nach Leipzig tragen. Es ist zu bewundern, wie es die Firma Brockhaus hat, in einem Bande von 1000 Seiten so viel Wissensstoff und Anschauungsmaterial unterzubringen. Und dabei zeigt der Kleine Brockhaus keine Abhängigkeit von seinem großen Bruder, der 17 Bände umfaßt. Er ist in Wort und Bild eine selbständige Schöpfung. Die Artikel der großen Konversations=Lexika erfüllen einen anderen Zweck, sie sollen studiert werden; die in den 2 Bänden des Kleinen Brockhaus sind zu plötzlicher Orientierung bestimmt, sie sind so kurz als möglich. Es ist unglaublich, daß in dem vorliegenden 1. Bande gegen 40 000 Stichwörter untergebracht werden konnten neben Tausenden von Abbildungen und Karten und ExtrabeiDie Brauchbarkeit des Kleinen Brockhaus ist daher eine unbeschränkte. Im Kontor des Kaufmanns oder Industriellen, im Bureau des Beamten, auf dem Schreibtische eines Gelehrten, im Geschäft jedes Gewerbetreibenden, im Heim jedes intelligenten Arbeiters, kurz in jeder deutschen Familie fehlt etwas, wenn dieses Hausbuch fehlt. Und da der Preis von 12 Mark für den stattlichen, reich mit Abbildungen und Karten ausgestatteten Band sehr billig ist, wird niemand von der Anschaffung dieses Universalwerkes zurückzuschrecken brauchen. Wir wünschen dem Werke, das bedeutende Herstellungskosten verursacht haben muß, die weiteste Verbrei tung, die es reichlich verdient, damit der Verlag uns immer wieder mit neuen, den eilenden Zeitereignissen folgenden Auflagen beschenken kann. ch am folgenden Vormittag fallender Sandregen ließ bald wieder nach. Familiendrama. Como, 17. April. In Chivasso hat sich ein schreckliches Familiendrama abgespielt. Dort wurde am Sonnabend der Schriftsteller und Schuldirektor Luigi Barberis von seinem eigenen Sohne durch einen Revol verschuß getötet. Hierauf richtete der Mörder die Waffe gegen seine Mutter, tötete sie und erschoß sich dann selbst. Vertagung der Kammer. Paris, 16. April. Die Kammer beendete Sonntag nacht gegen 2 Uhr die Budgetberatung. Das Budget wurde schließlich in der vom Senate abgeänderten Fassung angenommen. Doumer verlas alsdann eine Erklärung, worin er der Kammer seinen Dank au für das ihm bewiesene Vertrauen und den Wunsch ausdrückt, die zukünftigen Abgeordneten möchten in gleicher Weise mitarbeiten an der Größe und dem Ruhme des Vaterlandes, wie die jetzigen. Die Kammer und der Senat vertagten sich alsdann auf den 1. Juni. Der Briefträgerstreik in Paris. Paris, 16. April. 5000 Postboten beschlossen in einer nachts abgehaltenen Versammlung die streikenden Postunterbeamten mit allen Mitteln zu unterstützen. Paris, 16. April. Die streikenden Postunterbeam= ten beschlossen die Fortsetzung des Ausstandes bis zum Aeußersten. Ein seltsam Parlament wird das! Moskau, 17. April. Der russische Ministerrat beorderte nach Deutschland, Oesterreich und England besondere Beamte zum Studium der Mittel, deren sich diese Regierungen zur Bekämpfung der ParlamentsOppositonen bedienen. Es ist dann beabsichtigt,## Rededauer auf ein Mindestmaß zu beschränken, sowie die Dumasitzungen nicht einmal täglich, sondern nur alle zwei Tage zu veranstalten. Bombenfund. Konstantinopel, 16. April. In einem Hause, welches der serbischen Gemeinde von Kumanowo gehört, wurden eine 2 Kilogramm schwere Dynamitbombe und revolutionäre Aufrufe gefunden. Eine strenge Untersuchung wurde eingeleitet. Explosion auf einem Kriegsschiff. Newyork, 16. April. Bei einer Explosion auf dem Kriegsschiffe„Kearsarge" wurden insgesamt ein Offizier und fünf Mann getötet, ein Offizier und mehrere Mannschaften verwundet. Lynchjustiz. Springfield,(Miss.), 15. Apvil. Ein Volkshaufe hole heute zwei Neger, die wahrscheinlich mit Unrecht beschuldigt waren, eine weiße Frau angefallen zu haben, aus dem Gefängnis, hängte sie an der Statue der Freiheitsgöttin am Gerichtsgebäude auf und verbrannte später ihre Leichen. Erdbeben auf Formosa. Tokio, 17. April. Das neue Erdbeben auf der Insel Formosa ist weit heftiger gewesen als das am 17. März. Die Stadt Kagi hat wiederum am meisten gelitten. Alle Häuser, die bei dem letzten Beben der Vernichtung entgangen waren, liegen jetzt in Trümmern. Wie bisher festgestellt ist, sind 109 Personen tot und 29 verletzt. Verwischtes. Dehn Brählmetbungen. Kleine Chronik. Berlin, 14. April. In der Nacht zum 13. dieses Monats versuchte ein Schankwirt, anscheinend Anfall von Trinkerwahnsinn, seine Frau mit eine Schlachtmesser zu töten. Er brachte ihr aber, nurg... ungefährliche Verletzung am linken Arm#ei. Vann schritt er sich selbst die Kehle durch und war sofort tot. Plauen im Vogtland, 15. April. In dem böhmiMann über Bord. Hamburg, 17. April. Während der Fahrt von Hamburg nach Helgoland stürzte gesterm kurz vor der Ankunft des Dampfres„Silvana“ der Litograph Arthur Schierjott übe rBord. Obgleich die Rettungsboote, die nach 2 bis 3 Minuten flott gemacht waren, den Verunglücken aufnahmen und sich an Bord die anwesenden Aerzte um ihn bemühten, gelang es nicht, ihn ins Leben zurückzurufen. Das Unglück wurde durch die Unvorsichtigkeit des an Seekrankheit leidenden Schierjott hervorgerufen, da der Dampfer so gebaut ist, da ßein Absturz micht leicht möglich ist. Feuersbrunst. Budapest, 16. April. In dem Orte Savnik(Kom. Zips) sind mehr als 100 Häuser samt Nebengebäuden durch Feuer zerstört worden. Auch die Schule und die Kirche sind niedergebrannt. Bootsunglück. Proßburg, 16. April. Auf der Donau ereignete sich ein schrecklicher Unglücksfall. Ein stromaufwärts geschleppter Steinkahn bekam ein Leck und sank vor dem Augen zahlreicher Spaziergänger so rasch, daß drei Schiffer ertranken, ohne daß man ihnen Hilfe bringen konnte. Flüchtiger Kassierer. Bologna, 16. April. Der Kassierer der Papierfabrik de Malio namens Gavarussi ist mach Veruntreuung von etwa 50000 Live flüchtig geworden. Er war eifriger Lottospieler und soll in kurzer Zeit im Lotto über 30000 Lire verloren haben. Vom Vesuv. Neapel, 16. April. In Zerzigno, San Guiseppe und Ottajana lließ der Sandregen gegen Mitternacht nach. Die Bewohner der Orte machten daher von den zu ihrer Rettung entsandten Zügen keinen Gebrauch. Auch ein *(Ein neuer Nadelbaum in Deutschland.) In den letzten Jahren hat Deutschland einen eigenartigen Gast aus Amerika erhalten, nämlich eine Tannenart, die sich vor allen Nadelbäumen durch den Besitz einer Korkrinde auszeichnet und daher auch als Korktanne bezeichnet werden kann. Auch in seiner Heimat wurde dieser Baum erst vor zehn Jahren entdeckt, und zwar in den San Francisco=Bergen im nördlichen Teil des Staats Arizona, wonach die Tanne von den Botanikern den Name Abies arizonica erhalten hat. Es ist kaum möglich, an diesem Baum vorüberzugehen, ohne daß die Aufmerksamkeit durch sein Aeußeres gefesselt wird, und in unsern deutschen Nadelwäldern würde er eine höchst auffällige Erscheinung darstellen. Nicht nur die Nadeln nämlich sind silberweiß, sondern auch die Korkrinde ist von schneeweißer oder höchstens etwas gelblicher Färbung, so daß die Stämme geradezu wie Birkenstämme aus einem Wald hervorleuchten. Ein Mitarbeiter der„Umschau“ gibt nähere Mitteilungen über das Fortkommen der amerikanischen Tannenart in Deutschland. Die Aussichten für ihre Einführung scheinen günstig zu liegen, da die Korktanne auch das rauheste Klima vorzüglich werträgt und keine besondere Fürsorge beansprucht. In Städten oder fabrikreichen Gegenden würde sie freilich ebenso wenig gedeihen wie andere Tannenarten. Auch ihr Nutzen in der Forst würde gering sein, da ihr Holz langsam wächst und auch von minderwertiger Beschaffenheit ist. Dennoch wird die Anpflanzung von Korktannen aus Schönheitsgründen hier und da für größere Forsten zu empfehlen sein. Eine wirkliche Ausnutzung gestatet der Baum mit bezug auf seine Rinde, die freilich dünn, aber zur Herstellung von Schmuckgegenständen sehr geeignet ist. Am besten entwickelt sich die Korktanne in feuchtem Boden und namentlich an den nördlichen und östlichen Gehängen von Bergen bis etwa 3000 Meter Höhe. Wetterbericht der deutschen Seewarte. 18. Wärmer, wolkig bei Sonnenschein, strichweise Gewitter und Regen. Verantwortlicher Redakteur: Wilh. Schade, Schwerte. 1 bewahrt bei Darmkatarrh. Dlarrhoe. Drechdurchfall etc. es Nickelwalzwerk Fleitmann, Witte& Co zu Schwerte 46 4 c# zu Sch (Gube), leigente, eimngerogen pe dez Borsanbig Bubwig Emme: rich und Wilhelm Terbrüggen sind zu ordentlichen en bes vorhondbes bes= Zichard Fleitmann Bleibt aufelge de Komme, Au fsächlsr as zur Alle nvert etung befugt Dem Ingenieur Grust Kellerhoff in Schwerte ist Prokura Schwerte, den 9 Ppril 1906. Königliches D bach ist der Jugeni ur Paul Falkenroth in Hazschäftsführer bestellt Schwerte, den 10. A,ril 1906. Königliches Bekanntmachung, a Die nach dem Ortesotut vop.z Posenpegez sind durch Ve. sehenden Kosten für den Auv“=ärz, 1hog uns der Stadterord. Hhlus des Magistratz vom 15. B.,306 festgesetzt Die Richnung u Geicht ur Auerdenen irn..„uburgetgseantet Saperts dn 10. Uuri. 595 Rohrmann. Bekanntmachung Beim hiesigen städtischen Aichamt ist der Kupferschmiedemeister Richard Schultz zu Schwerte, Mährstraße Nr. 2, als Aichmeister bestellt. Schwerte, den 12. April 1906. 1455 Der Magistrat: Rohrmann. je vereinigten Deutschen Nickelwerke, Aktien=Gesellschaft ∆ zu Schwerte beabsichtigen auf dem Grundstücke Flur 9, Parzelle 1258/130 der Steuergemeinde Schwerte einen Martinofen mit Generatoren und Reinigungsanlage zu Dieses wird mit der Aufforderung zur 5 Kenntats gebracht, etwaige Einwendungen binnen 14 nach Ausgabe dieses Blattes bei dem unterzeichneten Magistrat schriftlich oder zu Protokoll anzubringen; nach Ablauf der Frist können Einwendungen in dem Verfahren nicht meyr Die Beschreibungen, Zeichnurgrg tagtganse(— liegen bis zum Ablauf der Frist im hiesigen—##use(Zimmer Zur müändlichen Erörterung der rechtzetig erhobenen Einwendungen wird Termin vor dem unterzeichneten Mittwoch, den 9. Mai d. Is., vorm. 10 Uhr im Stadthause(Stadtverordnetensitzungssaal) mit dem Bemerken anberaumt, daß im Fall des Ausbleihens. Unternehmers oder der Widersprechenden gleichwohl mn der Erörterung der Einwendungen vorgegangen wird. Schwerte, den 11. April 1906. Der Magistrat. 1466 Rohrmann. Bekanntmachung Die festgesetzten Gemeindeste erlisten des Amtes Wellinghofen vom 17. Aptil d. J. ab vierzehn Tage lang in dem hiesigen AmtsGegen die Be anlagung steht den Steuerpflichtigen binnen einer vom Ablauf obiger Auslegungsfrist an zu berechnenden vierwöchentlichen Ausschlußfrig die beim Vorsitzenden der Veran lagungskommission für den Kreis Hörde anzubringenden Berufung zu. Wellinghofen, den 10. April 1906 Der Amtmann. J. V. Der II. Amtsbeigeordnete. Butter. sind zindbar angelegt Sp fähtsche Grundstücke..... 3248154.52 auf ländliche Grundstücke... 5536,7% Deutschen Reiches und der deutschen gegen Schuldschin mit Bürgschaft... Zinsfuß für Einlagen 3 ½/2%, für Darlehen 4 ¼%. Einlagen werden in jeder Höhe angenommen und vom 1. resp. 15. des Monats ab verzinst. Aplerbeck, den 12. April 1906. Der Sparkassen=Vorstand. Die Rendantur. 267200,— 17·086,04 30870,— 174606,29 60 645,83 Statt jeder besonderen Anzeige Heute morgen 9¾ Uhr starb nach langem schweren Leiden unsere innigstgeliebte, gute Mutter, Grossmutter und Urgrossmutter Frau Ww. Schlossermeister C. F. Ettling Caroline, geb. Schöneberg im Alter von fast 84 Jahren. Dieses zeigen, um stille Teilnahme bittend, tiefbetrübt an die trauernden Hinterbliebenen. Schwerte u. Wanne b. Westhofen, den 16. April 1906. Die Beerdigung findet Donnerstag nschm 3 Uhr vom Sterbehause, In den Höfen No. 5, aus statt. Legen Sie Wert auf einen eleganten und kleidsamen Hut, dann kaufen Sie nur in einem ersten Spezial-Geschäft. Die denkbar grösste Auswahl in soliden QualiItäten finden Sie zu den billigsten Preisen bei Priedrien Kennene, Hüsingstr. 14 Schwerte, Hüsingstr. 14 Hut-, Mützen- u. Schirm-Fabrik-Lager. Zweiggeschäfte: 1219. Hagen I. W, Witten a. d. Bahr und Holzwickede. 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Dienstag, den 17. Rpril 1906. 38. Jahrgang F Alle Kreis= und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung“ rechtsverbindliche Kraft. Insertionsgebühr für lokale Anzeigen, die sechsgespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 Pfg., außerhalb 15, Reklame=Zeile 40 Pfg., Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. Fernsprech=Anschluß Nr. 62. Amt Schwerte. Abonnementspreis pro Quartal: 1 Mark 65 Pfg., extra 42 Pfg. Bestellgeld, wenn durch die Post bezogen. Erscheint an jedem Wochentage. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund.“ Erstes und altestes Tages-Organ des Kreises Hörde. Landwirtschaftliches. Ueber schwere Mißstände in der landwirtschaftlichen Stellenvermittlung schreibt die„Deutsche Volksw. Korr.“: „Die Klagen über Landflucht und Leutenot wollen in landwirtschaftlichen Kreisen nicht verstummen. Ein großer Teil der Besitzer begründet heutigentags die Schwierigkeiten des Betriebes weit mehr mit dem Mangel an geeigneten Arbeitskräften und abnormen Arbeitslöhnen als unzureichenden Preisen für landwirtschaftliche Erzeugnisse. In der Tat hat die Leuten Mißstände gezeitigt, die geradezu den Charakter von Krebsschäden angenommen haben und wie ein A## auf dem Gewerbe lasten. Die Schuld hieran trägt der Umstand, daß das private Stellenvermittlungswesen einen beherrschenden Einfluß auf den Arbeitsmarkt gewonnen hat. Man höre: Die einmaligen Vermittelungstgebühren betrugen in der Provinz Brandenburg bis vor etwng dwe, Oopregr I, Mark Daß hier Lestung betragen jetzt sogal 55 Mark.###ie. Leistung und Gegenleistung in schreiendem Mißverhältnisse stehen, braucht nicht hervorgehoben zu werden. Die abnorme Vermittelungsgebühr würde schließlich noch einigermaßen erträglich erscheinen, wenn der betreffent Dienstbote längere Zeit in der übernommenen Steuung verharrte. Davon kann aber fast nirgends eine Rede sein. Die Dienstmägde, die zur Klientel eines privaten Vermittlers gehören, wechseln die Stellen in rascher Folge und verschaffen somit dem Agenten reichliche Einnahmen. Es gehört keineswegs zu den Seltenheiten, daß ein Mädchen auf dem Lande heute im Laufe eines Jahres 3 bis 4 mal die Stelle wwechselt, woraus dem Agenten Einnahmen in Höhe von 165 bis 220 Mark erwachsen. Teilweise verlassen sie unter den nichtigsten Vorwänden(angebliche Erkrankung der Eltern u. a.) den Dienst plötzlich, ohne daß es dem Arbeitgeber möglich ist, sich auch nur im geringsten schadlos zu halten für den verschleierten Kontraktbruch. Der Agent wird sich natürlich davor bewahren, irgendwelche Gewähr für längere Dienstzeit und gewisse Eigenschaften seiner „Schutzbefohlenen“ zu übernehmen; er hat an seiner Tätigkeit lediglich ein klingendes Interesse. allein für Vermittelungsgebühren und Transport der ausländischen Saisonarbeiter aufgewendet werden müssen. Man darf mit Befriedigung feststellen, daß die preußische Staatsregierung dieser Einwanderung und in engster Verbindung damit der Arbeitsvermittlung ihre besondere Aufmerksamkeit zugewandt hat. Erst kürzlich wurden im Südosten des Reiches zwei für die Zwecke der Arbeitsvermittlung errichtete Privatinstitute verstaatlicht und der in Berlin begründeten„Deutschen Feldarbeiter=Zentralstelle" angeschlossen. Bekanntlichbefassen sich auch einige Landwirtschaftskammern mit der Stellenvermittlung, indem sie Albeitsnachweisstellen errichteten; das alles hat aber nicht verhindern können, daß schwere Mißstände auch jetzt noch fortbestehen, die dringend eine Reform erheischen. Ob es zweckmäßig und wünschenswert erscheint, das private Stellenvermittlungswesen ganz auszuschalten, könnte zweifelhaft sein. Unbedingt notwendig sind dagegen Maßnahmen, durch welche die Landwirtschaft gegen wucherische Ausbeutung seitens der vigfiatge schützt wird, d. h. Festsetzung eines Maximar,####r####s Vermittelungsgebühr u. a. m. Zugleich dürfte es aber Aufgabe der Landwirtschaftskammern sein, ihre Organisationen auszubauen. Ueber das Wie? entscheiden lokale Verhältnisse; als zwingendes Gebot erscheint zunächst, daß sich ein energischer Wille betätigt, und daß auch die Regierungen den beregten Mißständen dauernd ihre Aufmerksamkeit zuwenden.“ Westfalen und Rheinland. * Rheydt, 14. April.(Der Konfirmand als Dieb.) Hier wurde gestern ein 14jähriger Konfirmandenschüler verhaftet, der dem Direktor des hiesigen Gymnasiums eine Kassette mit 1260 Mark entwendet hatte. Das Geld hatte er zum Teil in einem Sack vergraben und zum Teil in einem Speicher versteckt. Seinem Mitschüler übergab er 20 Mark. Vom Staatsanwalt ist ein Verfahren wegen Diebstahls und Anstiftung zur Hehlerei eingeleitet. Bei dem jugendlichen Spitzbuben wurden auch mehrere Bücher mit fremden Namen, Reißzeuge und Taschentücher vorgefunden, die anscheinend ebenfalls von Diebstählen herrühren. * Bonn, 17. April.(Ein aufregender Vorfall) trug sich in Roisdorf auf dem Geleise der Vorgebirgsbahn zu. Ein 5 einhalbjähriger Knabe war mit Tante Ermgard. Roman von Albin Manger. 49 Irmgard ließ sich nicht beirren, sie fuhr fort:„Wäre es nicht passend gewesen, wir wären heute vor Tische zu Cherskys gegangen und hätten, wie sichs ziemt, einen Besuch macht? Du denkst natürlich nicht an die Pflichten, die unser Stand uns auferlegt, es ist, als wärest Du gar keine Hochstein! Nicht genug aber, daß Du diese Rücksicht hintenausetzt, nein, während Fürst Manguelio und Prinzessin Olga zu uns kommen, uns mit ihrer Zuvorkommenheit zu beschämen, fährst Du mit dem Hauslehrer der Familie heimlich hinaus auf den See! Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll, mir blutet das Herz über Dein Betragen! Fredine, vergiß Dich doch nicht so!“ Im ersten Augenblicke wollte das junge Mädchen sich verteidigen, sie wollte der Tante vorhalten, daß sie ja den ganzen Morgen über zu Hause gewesen, daß sie also jeden Augenblick zur Verfügung gestanden, daß sie dem kleinen Feodor zur Liebe mitgefahren sei. Die letzten Worte Irmgards, besonders ihr exaltierter Ausruf, trieben ihr das Blut stürmisch zum Herzen, ihr Stolz empörte sich, wie nie zuvor, sie wandte sich mit einem Blick tiefster Entrüstung zum Fenster, und würdigte die Dame keines Blickes. In demselben Augenblick läutete drüben die Hotelglocke zu Tische. Olgas freundliches Gesicht blickte zur Tür herein, und ihre frische Stimme rief scherzend:„Zu Tische, zu Tische!“ Sie huschte vollends ins Zimmer, und als sie Fredine erblickte, in marineblauer Seide, mit einem kostbaren Schmuck, die Wangen vor Erregung noch hochrot, schlang sie ihre Arme um sie und rief begeistert:„O, wie schön, wie schön sind Sie, Fredine! Ich muß Der kindlich offene Ton, die freundlichen Worte, der Blick so fragend, so hingebend, rührten Fredine: sie zog Olga fast ungestüm an ihr Herz und küßte liebevoll die glatte hohe Stirn. „Nun aber schnell, schuell, meine Damen,“ richtete juh die junge Fürsteutochter hastig wieder auf aus den Armen der Freundin,„die Suppe wird kalt!" Dabei gab sie Fredine den Spitzenschal um die blonden Locken und zog sie hinaus vor die Tür.„Tante Irmgard ist gewiß oft garstig gegen Sie? flüsterte sie Fredine zu, diese aber war zu stolz, um zuzugeben, daß man ihren Angehörigen einen Vorwurf machte, sie schüthaupt Annoncenblatt dem rechten Fuß an einer Kurve stecken geblieben. Als alle Versuche, den Knaben aus seiner gefährlichen Lage zu befreien, erfolglos blieben, eilten einige Kinder dem um diese Zeit von Bonn aus fälligen Zug entgegen, um den Lokomotivführer auf den Knaben aufmerksam zu machen. Das Rusen der Kinder wurde jedoch auf der Maschine nicht bemerkt, der Zug fuhr zum Entsetzen der Umstehenden in ungemindertem Tempo weiter. Der Knabe, der außerhalb des Geleises stand, wurde von dem Trittbrett erfaßt und so heftig zur Seite geschleudert, daß er sich mehreremale überschlug. Der eingekelmmte Fuß wies eine klaffende Wunde auf und außerdem erlitt der Knabe eine Verletzung des rechten Beines, sowie anscheinend erheblich innere Verletzungen. Eupen, 14. April.(Dem Kreisgefängnis) ist ein Landstreicher überliefert worden, der nachts zwischen Raeren und Röglen einen Bahnwärter mit dem Messer überfallen hatte. Die beherzte Bahnwärtersfrau eilte ihrem bedenklich verwundeten Manne zu Hülfe, auch sie erhielt mehrere Messerstiche, es gelang ihr aber, einen Güterzug halten zu lassen. Dessen Angestellte überwältigten den Verbrecher. telte den Kopf und sagte leise:„Sie hat mir viel Gutes getan im Leben, ich hatte keine Mutter, sie hat sie mir ersetzt!“ Olga blickte ungläubig zu ihrer Begleiterin auf, und diese wußte nicht, hatte der Blick aus den großen, durchdringenden Augen ihr so wehe getan, oder das Wort„Mutter". Manfredo war ganz besonders zuvorkommend gegen Fredine, und Olga trug eine so offene Bewunderung für sie zur Schau, daß Irmgard ganz beruhigt war: dieser Neffe mußte ihr bleiben. Nach dem Essen schlug Olga ein gemeinsames Kartenspiel vor, der Wind hatte sich erhoben und sauste so ungestüm über die Wege, daß man genötigt war, einen Gang ins Freie für heute aufzugeben, Fredine wäre viel lieber in ihr einsames Zimmer zurückgekehrt, aber sie konnte nicht gut ihrem Gefühle nachgeben, ohne eigensinnig zu erscheinen. Ihr war eigen, so beklommen zu Mute, besonders wenn die stechenden, schwarzen Augen des jungen Fürsten auf ihr ruhten, die Blicke hatten etwas so Heißes und Verzehrendes. Sie wagte garnicht mehr aufzusehen, und mit krampfhafter Lebendigkeit wandte sie sich immer wieder an Olga, wie um Schutz zu suchen vor Maufredo, Wenn sie aber doch einmal aufblickte, dann spielte ein Zug stiller Ironie um die feinen Lippen des Fürsten, und sie schauderte bis ins Herz hinein. Wie gerne hätte sie ihren wenn auch für Minuten, aufgegeben, und hätte einige ernste, herzliche Worte mit Helm gewechselt, ja selbst daskindliche Geplander des kleinen Feodor wäre ihr lieber gewesen, als diese wortlose Augensprache. Endlich gelang es ihr, kurz vor dem Abendbrot auf kurze Zeit sich neben die Fürstin Chersky zu flüchten. Die Ruhe, das feine stets sich gleichbleibende Benehmen, die wirklich von Herzen kommende Liebenswürdigkeit tat ihr unendlich wohl, und gab ihr die Fassung wieder, die sie beinahe ganz verloren. Das Souper verlief wie gestern. Manfredo führte die Unterhaltung, Irmgard und Olga zollten ihm lauten Beifall, der Fürst und die Fürstin, sowie Fredine hörten schweigend zu. Nur eimmal als Manquelio die Reize der hohen Saison in einer großen Stadt schilderte, und Olga mit strahlenden Augen zurief:„Ach könnte ich doch endlich diese Märchenwelt genießen!“ da mischte sich Fredine in das Gespräch:„Wünschen Sie das nicht, Olga,“ sagte sie ernst, und eine rührende WehVermischtes. * Hamburg, 12. April. Ueber ein Meisterstück der Bureaukratie berichten die Hamburger Nachrichten: Einem in der Kieler Klinik liegenden jungen Mädchen aus Nordschleswig sollte Unfallrente gewährt werden. Zu dem Zwecke hatte sie eine Bescheinigung beizubringen, daß sie noch am Leben sei. Dies wurde ihr von zuständiger Seite auch bescheinigt. Bald darauf ging von der betreffenden Behörde ein Schreiben des Inhalts ein, es sei eine Bescheinigung darüber zu liefern, daß das Mädchen am 1. Januar am Leben gewesen sei. In hatte man dem Mädchen nämlich bescheinigt, daß es am 1. März noch gelebt habe. *(Praktische Parlamentarier.) Sehr praktische Leute scheinen die norwegischen Parlamentarier zu sein. Die große in Christiania erscheinende Zeitung „Aftenposten“ hat sich, wie wir in den„W. N. N.“lesen, veranlaßt gefunden, in sehr scharfer Tonart gegen eine Unsitte zu protestieren, welche in dortigen Parlamentskreisen sehr verbreitet ist. Sie berichtet, daß die Herren Storthingsmitglieder, welche Diäten in der Höhe von mut legte sich über die rosigen Züge,„draußen in der Welt ist es nicht schön. Sie leben allerdings wie in einem Märchen, aber wenn die Geschichte zu Ende ist, dann stehen Sie auch vor eingebildeten Schönheiten, und während Sie nach der Erzählung eines Märchens süßes, poetisches Empfinden zurückbehalten, bleibt Ihnen hier nur die schale Gewißheit, daß alles nicht wahr war!" Die Fürstin blickte teilnehmend auf den rosigen Kindermund, der so herbe sprechen konnte; was mußte das arme Kind erlebt haben. 4 8. 6 Olga wandte sich mit komischem Schuuer ab:„Hu, Sie sind ja die reine Kassandra, Fredine! Nicht wahr, so hieß doch die, die alles schwarz sah, wo andere sich freuten, Dr. Helm?" fragte sie den Lehrer ihres Bruders, der bisher ein stummer Zuhörer gewesen war. „Jawohl, Durchlaucht,“ entgegnete dieser,„weil sie stets das Ende vorhersah!“..... A 4 42##. „Na, wenn ich mich erst in den Struver der Welt stürze, meinte Olga lachend,„dann genieße ich das Vergerügen in vollen Zügen und stürme, wenn es Not tut, über das trübe Ende hinaus in neuen Genuß!“ „Bei solchen Grundsätzen werde ich mich wohl hüten, Dich überhaupt in die Welt zu führen!“ sagte Fürst Chersky ernst und erhob sich, gleichzeitig das Siqual zum Aufbruch gebend. Olga hing sich liebkosend an den Arm des Vaters, ihm in russischer Sprache Schmeichelnamen gebend, bis er versöhnt den Liebling auf die Stirn küßte. 197.20 Draußen war es dunkel und trübe, der Wino blies noch immer stark vom Norden her und brachte eine so eisige Luft mit herüber, daß die kleine Gesellschaft sich dicht aneinander hielt, um sich nicht wegwehen zu lassen. Der Fürst hatte seiner Gattin und Irmgard den Arm gereicht, Maufredo führte Olga und Fredine, während Feodor sich fest an seinen Lehrer schmiegte. „Morgen werde ich ein neues Quartier beziehen,“ sagte Fürst Manguelo so laut, daß es alle hören konnten,„an meinen alten Lorenzo habe ich nach Rom telegraphiert, daß er mir hierher folgt, ich werde die wenigen Wintermonate hier zubringen; es ist mir noch nie geglückt, so innigen Familienauschluß zu finden, wie hier bei Euch, den will ich genießen, eich," dabei bog er sich dicht an Fredines Ohr, daß sein heißer Atein ihr Gesicht streifte,„ich habe Sie gefunden, Komtesse! Ich bleibe!“ A 9 12 Kronen(etwa 14 Mark) täglich erhalten, dazu im Krantheitsal tostensftei brotioggiie, piese eznte dizin, in wenig ansprechender Weist diese Veraüns eungen ausnügen. So ist es gang btgh,gihe,l Abgeordneten sich sofort beim Zusammenkritt des Storthings recht erhebliche Vorschüsse auszuhlen lassen, ferner daß sie sich auf Staatskosten mit Malzextrakt und anderen versehen, ja, sich gratis künstliche Zähne einsetzen lassen! Der Finanzminister hat erslärt, er finde zum Einschreiten keine Veranlassung—. er bestreilet aber nicht die Richtigkeit der von der Zeitung angegebenen Tatsachen. * Sprüche im Anwaltszimmer. Auf eigenartige Weise ist das Anwaltszimmer im neuen Justizgebäude in Rudolstadt dekoriert. An den Fensterscheiben und Garderobenschränken sind hubsche Verse angebracht, von denen einige, die nicht nur für Anwälte Bedeutung haben, hier wiedergegeben seien: Kreuch' bald ins Bett, fang zeytig an, Du mußt eyn klares Köpflein han. Schwankst zwischen Neigung du und Pflicht, Horch auff was deyn Gewissen spricht. Für deyne Sach gut oder schlecht, Der Menge machst dus niemals recht. Verlierst du, laß keyn Thräuleyn rinnen, Zwo können nit zugleich gewinnen. Prozeßstoff ist eyn Hauffen mist, Dareyn eyn Körnlein Rechtens ist. Willst du beym Volk in Achtung stahn, Deyn Maul muß wie eyn Mühlwerk gahn. Sei immer höflich vor Gericht—, Das Zähnefletschen lohnt sich nicht. Schnänz' niemals deynen Gegner an, Erst wie du eyn braver Mann. Verfasser der Verse ist in Rudolstadt, ein Verwandter des bekannten Ri hesuchte er bei einem rer äußerst sinnreicher Vorkehrung die Schaltuhr unbesehr mit ihm abgemüht hatte, orsuche er ve, einen. Ziugt richtig sunktioniert und der Zeitbalt zuverlässig Spaziergang auch das Geschäft der Grau, Pe“ch jesems püntlich ausgelöst wird. Der träftige Auschlag, weitere Schnupstabatsloße füllen zu lassen. Lei v.. 12scher Burch starte Eisenbahnpusser auf der Plattsorm geAnlaß erkundgte sich die Frau nach dem Gortschrie) wird, gibt dem Telegraphenaute zugleich ein ihres Sprößlings. Als die Auskunft recht befriedigend lautete, bat sie freudestrahlend den Pfarrer, er möchte ihr jetzt sagen, was sie ihm für das Vierteljahr schulde, und zog die Schublade, in welcher wohlgeordnet die goldenen Füchslein ihr Klingeln ertönen ließen. Der Pfarrer erwiderte:„Ja, liebe Frau, dafür mache ich Ihnen keine Rechnung.“—„So“, sprach die biedere Frau, „so, da säg ich Eu vil Mol Vergeltsgott, aber zahlt mönd Er si, ich wills mit umasonst, wir hents jo und könnets mache. Do hend Er jetzt derfür de Schnupfduback umasunst, und gsegnets Gott!“ in Rudolf städter Dialektdichters Anton Sommer. *(Dein Fritz, Unser Fritz, Mein Fritz.) den hübschen Scherz finden wir in der„W. Ztg.“: Müller ist von Quinta nach Quarta versetzt, aber„noch soeben“, denn er bringt kein gerade gutes Zeugnis mit nach Hause.„Sieh mal Mutter“, sagt der Vater, „was Dein Fritz für ein schlechtes Zeugnis bekommen hat!“ Fritze gelobt aber Besserung und hat es anscheinend auch ernst genommen mit seinen guten Vorsätzen. Das Herbst=Zeugnis kann sich wenigstens schon sehen lassen.„Na, unser Fritz hat sich aber wesentlich, gebe sert“, meint der Vater, indem er Muttern das Zeugnis vorliest. Die Besserung hält an; als Fritz zum folgenden Ostertermin als Dritter nach Untertertia versetzt ist, wirft Vaer Müller sich stolz in die Brust mit den Worten:„Sieh mal Mutter, was mein Fritz für ein schönes Zeugnis mitgebracht hat!“ F(Schnupftabak als Stundenhonorar.) Ein rer im oberen Rheintal gab dem[Sohn einer Kauf= mannsfrau lateinische Stunden, um ihn auf da nasium vorzubreiten. Nachdem er sich etwa ein ViertelZeitballdienst an der Meeresküste. Se ein unbedingt nowendiges Erfordernis. iun Bremen und Vremerhuv=z.0z hich, weniger als 1872 Seeschiffe verlassen, während aus Brogezn gezen balldienst dringend notwendig für die Schiffahrt. Die menere Einrichtung dieser Art Vft, ögr, vog eesote Hethot ou, woestiche Turm trägt zu dem Zweckzieht. Der Vorgang kann von allen Schiffen im FreihaDurchmesser von 1 einhalb Meter und fallt, uazuzz, gte 12 Uhr mittags Greenwicher Zeit entspricht (viele nach England laufende Schiffe pflegen ihre Chronometer nach englischer Zeit zu regulieren). Das, Fallen des Balles erfolgt lediglich auf elektrischem Wegr, zu welchem Zwecke auf dem Telegraphenamte in Bremen, welchem der gesamte Zeitballdienst unterstellt st, von der Gesellschaft Normalzeit in, Herling nuch näherer Vereinbarung zwischen den Secggzäschereauigee Reichsbehörden ein Regulierwerk mit.## aufgestellt ist. Von der Sternwarte in Berrin aus wird nachts 4 Uhr, zu welcher Zeit das untersghischegu nur wenig in Anspruch genommen ist, das Regu##erwerk der Art betrieben, daß im Zusammenthange mit weiten 410 Pfund schwere Ball besteht aus hemmt wilk, die. eim Werrglu, henuulte zugleich ein telegraphisches Rücksignal, so daß das pünktliche Fallen des Balles, den dann ein Leitungsaufseher mechanisch wieder hochzieht, amtlich stets geprüft werden kann. Zudem steht die ganze Anlage unter der dauernden Beobachtung der Sternwarte in Berlin, was den Interessen der Schiffahrt sehr dienlich ist. Der Zeitball in Bremerhaven besteht schon seit fast 30 Jahren und ist von vornherein auf Reichskosten hergerichtet worden, weil nicht ein speziell bremisches Interesse, sondern ein solches der gesamten deutschen blech gefertigte, rund 40 Meter hohe Zeitballsäule hat am Nordpier des neuen Vorhafens einen vorzüglichen Stand, da der Zeitball hier sowohl von den ausgedehnten Häfen in Bremerhaven und Geestenzinde, von der Reede aus gut gesehen werden kann lachdem der Kaiserhafen im Jahre 1876 eröffnet worden war, ist am 1. Oktober 1876 auch ein Zeitballdienst in Wirksamversehene Säule oben mit einer Plattform nebst Fallvorrichtung versehen. Der Balt weihßt, erwas über 1 Met. Durchmesser, ist aus Eisen konn##ert und der besseren Sichtbarkeit wegen mit gereerter Leinwand überzogen; die Fallhöhe beträgt 3 Meter. Aus dem schon unter Bremen angegebenen Grundes fällt auch hier der Ball zweimal(12 und 1 Uhr mitteleurt päischer Zeit). Der Dienst untersteht der Reichstelegraphenstation in Bremerhaven, welche teils oberirdisch, teils mittels Kabels durch den Vorhafen mit der Zeitballsäule elektrisch verbunden ist. Während indes in Bremen das Fallen des Balles selbsttätig erfolgt, geschieht dies bei der älteren Vorrichtung in Bremerhaven in der Weise, daß ein Telegraphenbeamter den das Fallen bewirkt w wird durch Gummipuffer und starke Spiralfedern abletzterem dadurch kontrolliert und sicher gestellt, daß Aezterem Unldnich toilrkornert und siche e Secwarte in Hamburg joden Tag 10 Uhr vorm. Zeit telegraphisch meldet. Während die Telegraphenstation in Bremerhaven dauernd den Zeitballdienst am Orte beaussichtigt und alle dazu gehörigen Bestandteile in gutem Zustande erhält, wird die Anlage von Zeit zu Zeit durch einen oberen BBeamten der Seewarte in Hamburg eingehend revidiert, so daß die Zuverlässigkeit Sieser, wichtigen Secfahrtscinrichtung gewährteistet ist. 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