Nr. 87. Donnerstag den 12. April, 1906. 38. Jahrgang. Amtliches Kreisblatt Oesceischice cenet enste ece 42 Pfg. Bestellgeld, wenn durch die Post bezogen. Erscheint an jedem Wochentage. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund.“ Alle Kreis= und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung“ rechtsverbindliche Kraft. Insertionsgebühr für lokale Anzeigen, die sechsgespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 Pfg., außerhalb 15, Reklame=Zeile 40 Pfg., Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. Fernsprech=Anschluß Nr. 62. Amt Schwerte. Karfreitag. Die Christenheit kennt keinen ernsteren Feiertag als den Charfreitag, der der Erinnerung an die Kreuzigung des Heilands der Welt geweiht ist. Sie kennt auch nichts größeres und höheres als das Wort des Sterbenden am Kreuze:„Vater vergieb ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Wenn wir von Jesu von Nazaketh nichts weiter besäßen als dieses eine Wort, wir müßten uns ihm als dem Größten und Edelsten zu ewigen Dank und Treue werbunden fühlen. Vor der Majestät dieses Wortes müssen sich auch beugen alle die stolzen Verächter des Christentums, die in ihrem Uebermenschentum sich selbst genug zu sein dünken, vor ihm muß auch die große Schar derer verstummen, die Religion als Privatangelegenheit behandeln und sich über die Autorität Jesu wie über jede andere AAutorität leicht hinwegsetzen zu können meinen. Die Stolzen wie die Leichtfertigen und Gleichgültigen haben der Hoheit jenes Wortes nichts Ebenbürtiges an die Seite zu stellen, wie es in der ganzen Weltgeschichte nichts gibt, was an die Größe und Bedeutung der Karfreitagstatsache auch nur entfernt herranreichte. Und diese Tatsache ist verbürgt, wie nur irgend ein historisches Ereignis beglaubigt sein kann. Hier kann niemand kommen und behaupten wollen, es handle sich um eine Legende oder um eine Mythe. Die Karfreitagstatsache ist nicht nur won den Aposteln, deren Erzählungen von einigen Kritikern angefochten werden, sondern auch von dem zeitgenössischen und durchaus unverdächtigen römischen Schriftsteller Tacitus bezeugt worden. Jesus Christus, der uns die Gotteskindschaft, das Reich Gottes auf Erdei gebracht hat, ist um dieser seiner un ergänglichen Gaben willen an das Kreuz geschlagen worden und den bitteren Kreuzestod gestorben. Das tat ich für dich, was tust du für mich? Diese inhaltsschwere Frage des Gekrenzigten wollen wir heute beim Aufblick auf Golgotha im tiefsten Herzen bewegen und nimmer aus dem Gedächtnis verlieren. Jesu in der Liebe zu Gott und zu allen Menschen nachzueifern und gleich ihm Treue zu üben bis in den Tod, das soll das unverbrüchige Gelübde sein, das wir am Kreuze von Golgatha darbringen und durch das wir uns ihm, dem Heiland der Welt, zu eigen geben im Leben und im Sterben. In der Zugehörigkeit zu Jesu Christo ist unser Heil in Zeit und Ewigkeit beschlossen. Der Ausbruch des Vesuv. Die Nachrichten vom Vesuv lauten heute noch schlimmer und trüber als gestern. Ein Ort nach dem anderen verschwindet unter der unaufhörlich sich niedersenkenden Aschenschicht, hunderte von Menschen unter sich begrabend. Und zu dem allen das gänzliche Fehlen einer geordneten Staatshilfe und eine Bevölkerung, die anstatt selbst energisch Hand anzulegen, von ihren Heiligenstatuen Hilfe erwartet. Wir geben die nachstehenden Meldungen wieder: Neapel, 11. April. Aus den Trümmern der Kirche in San Giuseppe Vesuviano sind jetzt im ganzen 105 Leichen hervorgeholt worden. Bei den eingestürzten Häusern werden die Bergungsarbeiten fortgesetzt. Neapel, 11. April.(Tel.) In San Guiseppe erreichten die Aschen die zweiten und dritten Etagen der Häuser, sodaß eine große Anzahl der Opfer einen langsamen qualvollen Tod starb. In Otajano liegen noch sterbende oder verwundete Personen unter den Trümmern. In vielen Fällen erscheint es überhaupt unmöglich, die Verschütteten zu retten, obwohl heldenmütige Taten ausgeführt wurden. Viele beherzte Männer drangen wiederholt in die Häuser ein, welche bereits im Begriffe waren, einzustürzen. In mehreren Fällen kamen die Retter selbst ums Leben. Diese mutigen Taten wurden nicht für Angehörige, sondern für vollständig fremde Personen ausgeführt. Trotz aller Anstrengungen war es unmöglich, viele aus ihrer schrecklichen Lage zu befreien. Neapel, 11. April.(Telegramm.) Je weiter der Tag vorrückt, desto größer wird die Verzweiflung in Neapel. Sogar die Bevölkerung dieser Stadt beginnt zu fliehen. Der Bahnhof ist von ihr belagert. Die Züge nach Rom, die heute früh abgehen sollten, sind noch ob die Korfnicht abgegangen, ja man weiß überhaupt n Züge abfahren werden: Es herrscht all losigkeit und Konfussion, dazu kommen###n5n: den Dapilli=Regen und das gelbe grausige 2.ch ganze Golf ist von einem schmutzigen Dunstvoryang verborgen, von Zeit zu Zeit hört man vom Vesuv her rollendes Dauern und Brüllen. Neapel macht einen Eindruck, als ob es vor dem Untergange stünde. Die Situation wird immer beängstigender und grausiger. Die wahnsinnige Panik wächst. Die Bevölkerung holte heute mittag die Statue des heiligen Januarius gewaltsam aus dem Dome und trug sie klagend und flehend durch die Straßen. Alles Volk liegt auf den Knien. Mailand, 11. April.(Telegramm.) In Torre del Greco dauert der Aschenregen ununterbrochen seit 40 Stunden fort. Die Asche liegt 1 einhalb Meter hoch. Jedes Kubikmeter wiegt über 20 Doppelzentner. Die Abräumung der Dächer ist dadurch erschwert, daß die glühenden Steine und die Asche sich sofort zu einer kompakten Masse vereinigen, die nur schwer mit Hacke und Schaufel zu bearbeiten ist, die überdies auf den Feldern oder in den Weinbergen begraben sind. Ferner fehlt es an Leitern und hauptsächlich an tätigen Menschen. Besonders der letzte Umstand ist Schuld daran, daß das Unglück so große Dimensionen annahm. Rom, 11. April.(Tel.) Das Städtchen Otajano mit 13000 Einwohnern ist jetzt vollständig zerstört, und, wie Pompeji seinerzeit, unter einer vier Meter hohen Aschenschicht ganz verschwunden. Neapel, 11. April.(Tel.) Fortwährend laufen Hiobsnachrichten ein. Die letzten Nachrichten berichten, daß die Stadt Sarno mit 20000 Einwohnern und Genaro mi 6000 Einwohnern durch die Aschenmasse vollständig zerstört sind. Die Zahl der Opfer ist noch nicht bekannt, gilt aber für sehr bedeutend. Der Material= schaden wird auf eine Milliarde geschätzt. Amtlicher= seits werden bis jetzt 800 Tote zugestanden. Man befürchtet jedoch, daß sich die Zahl der Getöteten verdoppeln, ja verdreifachen wird. Neapel selbst steht jetzt in Gefahr. Der Aschenregen wird immer heftiger. Der Lavastrom hat von neuem sich in Bewegung gesetzt. Seit Sonnabend fällt ununterbrochen der Aschenregen hernieder, begleitet von Lapillen, die den Umfang eines Eies haben. Portici, Foggia und Marina befinden sich jetzt ebenfalls in kritischer Lage und man befürchtet, daß Dortmund Ostennenweg 21—29 Sochunt Obere Marktstrasse 36 westfalens grosstes u. leistungstänigstes Spezial-Geschaff für K. legte der heutigen Ausgabe ein illustriertes Preisverzeichnis bei, worauf wir unsere werten Leser besonders aufmerksam machen. auch diese zerstört werden. In Somma Besuviana sind verschiedene öffentliche Gebäude eingestürzt. Die ganze, Provinz Caserta ist von dichter Asche bedeckt. Paris, 11. April. Der gestrige Ministerrat beschloß, Italien durch Entsendung eines Geschwaders nach Neapel einen neuen Freundschaftsbeweis zu geben. Er wird unverzüglich verwirklicht. Heute nacht erhielt Admiral Touchard in Toulon den Befehl, sofort die Panzerschiffe Fena, Goulois und Bouvet unter einem Kontreadmiral in See gehen zu lassen. Vor Tagesanbruch waren die Kriegsschiffe bereits unterwegs. Sie werden morgen in Neapel eintreffen und an den Rettungsarbeiten teilnehmen. Aus Stadt und Umgebung. 153„ Schwerte, den 11. April. *(Die letzten Tage vor dem Osterfeste) bringen noch Arbeit in Hülle und Fülle. Mancher oder manche möchte zur Zeit vier Hände besitzen, um allen Anforderungen genügen zu können. Da uns der Schöpfer aber wohlweislich nur zwei mitgegeben hat, so mussen wir unsere Tätigkeit danach einrichten. Immer hübsch mit der Ruhe, dann kommt man weiter, als wenn man sich überhastet und überstürzt, so daß einiges mißlingt, anderes vergessen wird. Nervöse Personen möchten in solchen Augenblicken am liebsten aus der Haut fahren und sich daneben setzen, indessen auch sie sehen huterher ein, daß man sich am besten bezwingt und fein ruhig bleibt, so schwer es in diesen Tagen angestrengter Arbeit auch oft halten mag, die Ruhe bewahren. Besonders Schneider und Schneiderinnen können jetzt ein Lied davon singen, wenn ihnen Gesang gegeben ist und wenn sie zum Singen noch Lust haben. Zum Osterfeste will jeder und jede Frühling machen. Dazu gehört aber in erster Linie ein neuer Anzug oder ein neues Kleid. Nachdem man das Geld gezählt, hatte man den Entschluß gefaßt, sich etwas schönes„bauen“ zu lassen. Der Stoff war nach langer Qual der Wahl gefunden. Der Meister hatte Maß genommen und hoch und teuer pünktliche Fertigstellung besprochen. Doch es kommt oft anders. Schon die Anprobe ließ lange genug auf sich warten und nun gar die Lieferung! Sakra! Dem armen Schneider oder der Schneiderin wird die„Bude heiß gemacht". Was bekommen sie alles zu hören! Sie glaubten es schaffen zu können und nun ist iihnen die Arbeit über den Kopf gewachsen. Man zetert, daß sie die Bestellung angenommen hätten, aber wer ließe gern einen Kunden laufen? Vieles kann und wird ja auch fertiggestellt werden. Das ist schon wegen der Folgen zu wünschen, denn alle versichern, daß sie„nichts anzuziehen“ hätten. Sie müßten sich also nach ihren eigenen Worten zu Ostern im Adamskostüm zeigen und das geht doch wirklich nicht! (Obstbaukursus.) Wir machen alle Interessenten darauf aufmerksam, daß am 30. April bis zum 5. Mai ein Obstbaukursus in dem Kreis=Muttergarten zu Aplerbeck beginnt. Anmeldungen zur Teilnahme an demselben sind an das Landratsamt zu Hörde zu richten. (Prämiierte Geflügelhöfe.) Im Auftrage der Landwirtschaftskammer ffür die Provinz Westfalen bereisten im Herbst vor. Is. die Herren Wanderlehrer Dopp=Münster und Lehrer Siethoff=Lichtendorf die Geflügelhöfe im Kreise Hörde. Jetzt sind zwei der Geflügelhöfe mit Prämien bedacht worden. Sowohl Herrn Lehrer Lagemann=Westhofen wie Herrn MiddendorfSölde wurde für die musterhafte Einrichtung und Führung ihres Geflügelhofes eine Prämie im Betrage von je 100 Mark von der Landwirtschaftskammer zuerkannt. (Der landwirtschaftliche Kreisverein) für den Kreis Hörde hält am Mittwoch, den 18. ds. Mts., nachmittags 3,30 Uhr im Lokal„König von Preußen“ in Hörde eine Generalversammlung ab, in der u. a. Herr Landwirtschaftsschuldirektor Dr. Müller einen Vortrag über die landwirtschaftliche Woche in Berlin und einige neuere Methoden in der Bodenbewirtschaftung halten wird. Sitzung des Lokalvereins für Landwirtschaft und Gewerbe für Schwerte und Amt Westhofen. Schwerte, 11. April. 1906. Der landwirtschaftliche Lokalverein hielt heute nachmittag um 5 Uhr unter Vorsitz des Herrn Stadtverordneten Hohenschwert im Lokale des Herrn Potthoff eine gut besuchte Sitzug ab, die einen anregenden Verlauf nahm. Als Mitglieder wunden neu aufgenommen die Herren Dr. Mester, Willy Pferdekämper, Adolf Lethaus, Heinrich Kühnholz, Otto Sprawe aus Schwerte, Heinrich Schuhmacher aus Westhofen und Lehrer Schulte aus Buchholz. 965 Herr Braß=Kückshausen erstatte, sodann den Kt., senbericht. Die Kasse schließt mit einem Bestande v 318,60 Mark ab, am Schlusse des Vereinsjahres beträgt das Sparkassen-Guthaben 303 Mark, ist aber auf 520 Mark angewachsen. Nachdem sodann die Hengste der Deckstation Schwerte besichtigt worden sind, es ist gerade heute noch der stramme Belgier„Sergius“, Deckgeld 15 Mark, eingetroffen, erhält das Wort Derr Direktor Dr. Müller=Dortmund zu einem Vortrage über die große Landwirtschaftswoche in Berlin, an der er im Auftrage der beiden Kreisvereine Hörde und Dortmund teilgenommen hat. Herr Dr. Müller schildert besonders die große Versammlung des Bundes der Landwirte im Zirkus Busch. Zwar habe der Bund hier bei uns wegen des Zusammenbruches der Genossenschaft keinen guten Klang, dennoch dürfe man aber nicht die Tatsache aus dem Auge verlieren, daß er die einzige politische Organisation sei, der die Landwirte rückhaltlos zustimmen könnten. Hübsch sei die Art und Weise, wie dort das vielgelästerte Wort„Agrarier“ definiert worden sei; ein Redner habe ausgeführt, Agrarier seien diejenigen Landwirte, die Mut genug haben, die Kastanien auch für die aus dem Feuer zu holen, die selbst dazu zu schlapp seien. Der Bund habe jetzt rund 500000 Mitglieder und im verflossenen Berichtsjahre 7847 Versammlungen abgehalten. Redner berührte dann die„Fleischnot“ und die enormen Verdienste des den Zwischenhandel völl ig Händen habenden allgewaltigen Großkapitals. Großstädtische Schlachthöfe rentieren mit 8 bis 10 Prozent, Kommissionsbanken mit 15 Prozent Dividende seien an der Tagesordnung. Dort lägen die Urfachen der Fleischteuerung, nicht bei den Landwirten. Ju3fähringe 49. Im Anschluß an die Ausfnhrungen des Herrn Dr. Müller sprachen noch die Herren Tierarzt Bischofswerder=Hörde, Dieckerhoff=Lichtendonf und Rutenborn=Geisecke. Dann wurde nach zweistündiger Dauer die Versammlung geschlossen. Höchsten, 11. April.(Feuer.) Am 9. d. M., abends ist von böswilliger Hand ein dem Invaliden F. Schmuck hier gehöriger Unversicherter Strohhausen im Werte von 100 Mark angezündet worden. Kampfbilder aus DeutschLstafrita, die zwar schon einige Monate zurückliegen, aber die ganze Gefährlichkeit des jetzt zu Ende gehenden Aufstandes noch einmal illustrieren, veröffentlicht die eben eingetroffene Deutschostafrikanische Zeitung: Daressalam, 10. März. Am 24. August traf Hauptmann v. Hassel in Mahenge ein, marschierte jedoch schon am Nachmittage genannten Tages wieder ab, zumal eine Nachricht eingegangen war, daß tags vorher eine von der Station abgegangene Karawanne der Deutschostafrikanischen Gesellschaft etwa 5 Stunden von der Boma entfernt von Wabungas überfallen und völlig ausgeplündert worden sei; eine Nachricht, die sich später voll und ganz bewahrheitete. Die Stärke des kleinen Detachements betrug 2 Unteroffiziere, 42 Askari, 50 Hilfskrieger, 1 Maschinengewehr; außerdem hatte sich der zur Zeit in Mahenge weilende Tiermaler Kuhnert der Expedition angeschlossen, der auch die später stattgehabten Gefechte mit der Waffe mitmachte. Am 25. August erfuhr Hauptmann v. Hassel während des Marsches durch einen Bon der geplünderten Karawane, daß sich bei Muhindi starke Wabunga=Horden gesamelt hätten. Gegen 10 Uhr wurde die Spitze plötzlich von vorn durch eine große Anzahl mit Voroerlader bewaffneter Eingeborener angegriffen. Es kam zu einem Handgemenge, indem sich sowohl Felowebel Münzer als auch die Soldaten mit den Gewehrkolben verteidigen mußten, da das Wiederladen der Gewehre zu viel Zeit in Anspruch nahm. Zu gleicher Zeit tauchten aus dem hohen Grase rechts und links des Haupttrupps starke Horden Wabungas auf, die mit wüstem Geschrei auf die Truppe losstürzten. Hauptmann v. Hassel ließ sofort das Feuer aufnehmen und nach einem etwa halbstündigen Gefecht wich der Gegner langsam zurück. Der Feind, der etwa 600 Mann stark war, ließ 150 gezählte Tote auf dem Kampfplatz zurück. Diesseits fielen 2 Askaris, 2 Hilfskrieger wurden venwundet. Am 20. August erhielt die Station durch einen gefangen genommenen Spion die Nachricht, daß für den 30. August ein Angriff auf die Station Mahenge selbst geplant sei. Um 8.45##. wurden die ersten Kolonnen auf etwa 1600 Meter erkannt. Beide Maschinengewehre wurden in die Südseite dirigiert. Der Feind rückte inzwischen in dichten Kolonnen zu verschiedenen Staffeln geordnet n dem welligen Gelände auf und neben der Straße näher. Auf 900 Meter herangekommen wurde der Gegner winksam beschossen, ungeachtet dessen blieb derselbe jedoch in geschlossener Formation und löste sich erst nach den ersten 500 Schuß auf. Die einzelnen Angriffe wurden in wildem Fanatismus von den nachfolgenden Kolonnen immer wieder erneuert und dauernd mit enormen Verlusten des Gegners immer wieder abgewiesen. Die entwickelten Massen stürmten weiter, um so schnell wie möglich in den Schutz des Dorfes zu kommen. Zahlmeisterasprirant Voigt richtete jetzt sein Maschinengewehr auf die einzige sichtbare Strecke der Dorfstraße und beschoß den dort eindringenden Gegner auf eine Entfernung von 350 Meter auf das Wirksamste, während das Maschinengewehr, das Unteroffizier Friebe bediente, die noch immer nachrückenden Kolonnen beschoß und zur Auflösung zwang. Zahl.=Aspt. Voigt, San.=Serg. Knispel mit 10 karis und 50 Hilfskriegern nahmen schließlich die Verfolgung des Feindes auf, wobei eine Menge Gewehre frisch vergiftete Pfeile, sowie Bogen uid Speere erbeutet wurden. Die Stärken der angreifenden Kolonnen wurden auf je 4000 Mann geschätzt. Die Toten des Feindes sind nur auf den Wegen gezählt worden, es lagen über 200 Tote im Feuer der Maschinengewehre. Außerdem lagen auf den drei Rückzugslinien des Gegners soviel Tote stundenweit in die Ebene hinunter, daß der summarischer Verlust mindestens 500 beträgt. Firma L. noch viel ähnlichere Verpackung zu wählen, die sich nicht nur in der Gruppterung und dem Inhalt des Drucks sowie in den bildlichen Darstellungen auf den verschiedenen Seiten des Paketchens auffallend an die Aufmachung der Luhn'schen Wasch=Extrakt=Packungen anleynte, sondern die auch den Rotstreifen nunmehr parallel den Kanten und rings um die Packung laufen ließ. Diese täuschend ähnliche Packung hielt sie im großen und ganzen unverändert bei und zwar selbst auch dann noch, als ihr von der Beschwerdeabteilung, der höchsten Instanz des Patentamtes, auf einen von ihr versuchten Antrag, ihre Rotband=Packung renzeichen schützen zu lassen, durch Beschluß mitgeteilt war, daß dieser Schutz versagt werden müsse wegen Uebereinstimmung der angemeldeten Packung mit der längst bekannten Packung der Firma L. Der verantwortliche Leiter der Aktiengesellschaft M. wurde deshalb durch das obenerwähnte Urteil zu einer Geldstrafe von 1000 Mark verurteilt, und überdies verfügte das Gericht die Vernichtung sämtlicher vorhandener Seifenpulververpackungen mit Rot=Band, sowie die Publikations=Befugnis des Urteils auf Kosten des Angeklagten. Das Gericht ließ die Entschuldigung des Angeklagten, er habe durch Plakate in allen Geschäften in weitgehenden Umfange gerade auf seine Firma hingewiesen, nicht gelten; ebensowenig seine Einwendung, daß er sich bei einem Rechtsanwalte über die Verwechslungsfähigkeit seiner Packung mit derjenigen der Firma L. erkundigt und von diesem eine beruhigende Antwort erhalten habe. Aus dem Umstande, daß der Angeklagte trotz schriftlicher Aufforderung seitens der Firma L. über deren Zeichenschutz und trotz des ablehnenden Beschlusses des Patentamts die Benutzung der Rotbandpackungen fortgesetzt habe, entnahm vielmehr das Gericht, daß der Angeklagte durch die gänzjliche Nichtbeachtung dieser Aufklärungen einen vorsätzlichen und gewollten Verstoß gegen die Vorschriften des Warenzeichengesetzes kundgegeben habe. Als langjähriger Kenner der Branche habe er selbst erkennen müssen und ohne Zweifel auch erkannt, daß die beanstandeten Packungen eine strafbare Nachahmung der in die Warenzeichenrolle eingetragenen darstellten. Rechtspflege. (Ein Warenzeichenprozeß), welcher über die direkten Fachkreise hinaus von Wichtigkeit sein dürfte, fand am 20. März 1906 vor der Strafkammer des Königlichen Landgerichts in Essen seine Aburteilung. Wie den Lesern bekann; sein dürfte, verwendet die Firma August Luhn& Co. in Barmen seit langen Jahren zum Vertriebe des von ihr hergestellten Wasch=Extraktes eine länglich rechteckige auffallend gekennzeichnete Umhüllung. Vor einigen Jahren ging nun die Aktiengesellschaft Gebrüder Müller in Dorsten dazu über, ihre Packungen für Seifenpulver ebenfalls mit einem gleich breiten, jedoch schräg um das Paket laufenden RotStreifen zu versehen. Nachdem die Firma L. bereits im Jahre 1899 die Firma M. zur Nichtanwendung des Rotstreifens aufgefordert hatte, ging Letztere kurz darauf dazu über, eine andere, jedoch derjenigen der Ein Mene tekel aus den Ostmarken. Posen, 11. April. Der polnische Güteragent Martin Biedermann teilt der„Dezennigk Poknanski“ mit, er habe bis heute 100000 Morgen aus deutschen Händen angekauft und keinen Morgen Land an Deutsche wiederverkauft. Schiffsprozeß. Kopenhagen, 11. April. Im Prozeß gegen die Reederei des englischen Dampfers„Ankona“, der im vergangenen Jahre das dänische Schulschiff„Georg Stage“ zum Sinken gebracht hatte und wegen Zahlung einer Entschädigung verklagt worden war, ist die englische Reederei heute vom See= und Handelgerichte verurteilt worden, 98000 Kronen zuzüglich 5 Proz. Zinsen vom 25. Januar 1906 ab und 400 Kronen Unkosten an die Reederei des„Georg Stage“ zu zahlen. Russische„Wahlfreiheit". Moskau, 11. April. Die in einer Anzahl Gouvernements Anfang dieser Woche gewählten Duma=Mitgliedern gehören fast ausschließlich der Opposition an. Die konstititutionell= demokratische Partei verfügt bereits über 106 Mandate. Die über diees unerwartete Ergebnis bestürzte Regierung greift zu allerhand Mitteln, um die Opposition zu schwächen. So wurden in mehreren Kreisen aus nichtigen Gründen die Wahlen annulliert, in anderen die demokratischen Wahlmänner von der Liste gestrichen und durch regierungsfreundliche Kandidaten ersetzt, in anderen Kreisen wieder einfach verhaftet. 10 Arbeiter von der Lawine getötet. Bern, 11. April. Wie hierher gemeldet wird, wurden bei Plitzingen(Kanton Wallis) 10 Arbeiter, die mit dem Wegräumen einer Lawine beschäftigt waren, von einer neuen Lawine überrascht und getötet. Streiks und Aussperrungen. Hamburg, 11. April. Die Hamburg=Amerika=Linie erhält morgen eine große Anzahl italienischer Arbeiter, denen in kurzer Zeit neue folgen werden. Essen, 11. April. Von der seitens der Textil=Industriellen beabsichtigten Generalaussperrung der Weber werden zunächst 12000 Arbeiter und später 8000 Hilfsarbeiter betroffen werden. Hamburg, 11. April. Da es die Bremer Reeder abgelehnt haben, mit dem Seemansverbande zu unterhandeln, dehnte sich nunmehr der Streik auch auf die im Hamburger Hafen liegenden Bremer Schiffe aus. Paris, 11. April. Hier ist ein Briefträger=Ausstand ausgebrochen. Von 800 Angestellten streiken 650. Es mußten sofort neue Postbeamte angeworben werden, damit der Postdienst nicht zu sehr gefährdet werde, Paris, 11. April Es heißt, daß die Zahl der ausständigen Postbediensteten stark zugenommen hat. Mehrere Post= und Telegraphenämter werden seit heute militärisch und polizeilich bewacht. Gräßlicher Selbstmord. Altona, 12. April. Einen gräßlichen Selbstmord beging der vor einigen Ttagen aus Stettin zugereiste Barbier Rößlein. Mit einem Rasiermesser schnitt er sich den Bauch auf, sodaß die Eingeweide herausquollen und öffnete sich die Pulsadern. Als man ihn auffand, war er bereits tot. Deutsche Anleihe. Berlin, 12. April. Die gestern zur öffentlichen Zeichnung aufgelegten 260 Millionen 3 einhalb=prozentige Reichsanleihe sind nach einer vorläufigen Feststellung 1 einhalb Mal gezeichnet worden. Von den 3. einhalb=prozentigen Preußischen Konsols sind über 400 Millionen gezeichnet worden. cau, rugu uder ine andere, apoa,—.#tngen der Verantwortlicher Redakteur: Wilh. Schade, Schwerte. Nr. 87. Donnerstag, den 12. April 1906. 38. Jahrgang. Anrheikes Tatbelaft ta. den ideis werth! Alle Kreis= und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Krei Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung“ verbindliche Kraft. Insertionsgebühr für lokale Anzeigen, die sechsgespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 Pfg., außerhalb 15, Rellane=Jene 40 Pfg., Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. Fernsprech=Anschluß Nr. 62. Amt Schwerte. Abonnementspreis pro Quartal: 1 Mark 65 Pfg., extra 42 Pfg. Bestellgeld, wenn durch die Post bezogen. Erscheint an jedem Wochentage. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund.“ Haupt Aunoncenblatt Heer und Flotte. — Luftschiffahrt und Krieg. Der„Preußischen Jahren erschien, daß die Luftschiffahrt für Kriegsecke ins Auge gefaßt werden könnte, so nahe ist diefer Zeitpunkt heute schon herangerückt, denn der französische Kriegsminister gab den Bau einer kleinen Luft flotille bei Gebrüder Lebandy in Auftrag, lieferbar bis September 1906, unter der Bedingung, daß jedes Fahrzeug eine bestimmte Geschwindigkeit und eine Tragkraft von vier Personen mit mehreren Projektilen haben müsse. Diese Fahrzeuge sind also dazu bestimmt, nicht extra mit Geschützen armiert zu werden, fondern ihre Projektile dahin zu tragen, wo sie zur Wirkung kommen soll en, und somit ist das Lufschiff bereits eine gefährliche Kriegswaffe geworden, das nicht nur am Tage zu Beobachtung=grosgen, dienen kann, londern auch dur swpiphe ,ach en neuesten Verfeindlichen Linien tragen fkr. Nuch den neu#sten Ver suchen mit lenkbaren Ballons legt man in militärischen Kreisen großes Gewicht auf diese Gefährte. Dazu bemerkt die„Preußische Correspondenz“: Es bedarf keiner Frage, daß mit einer Vervollkommnung der Flugtechnik ein gewtltiger Umschwung auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens Hand in Hand geht. Das Problem vom militärischen, als nächstliegendem, Gesichtspunkte aus betrachtet, dürfte für den Zukunftskrieg nahezu entscheidend sein. Furchtbare Zerstörungen würden aus der Luft geschleuderte Sprengladungen im feindlichen Gebiet hervorrufen. Maiübungen der aktiven Schlachtflotte. Die in der Zeit vom 13. Mai bis 9. Juni in haltenden Uebungen der Verbände der aktiven flotte werden, was das zu diesen ueoungen stellende schwimmende Material anbetrifft, die größten sein, bie bisher überhaupt jemals in den Frühjahrsmonaten in unserer Kriegsmarine stattgefunden haben. I. er sten Male kommen in den geschlossenen Verbänden nach der Schulausbildung der Geschwader und Aufklärungsschiffe allein 16 Linienschiffe zur Verwendung; es fehl. der Flotte mithin nur noch das erforderliche stebzehnte Schiff, das allein die Funktionen des Flottenflaggschiffes zu übernehmen hätte, wie dies nach den verschiebenen Marinevorlagen vorgesehen ist. Auch bei den Aufklärungsschiffen tritt für die Uebungen eine Verstärkung ein. Bisher waren den Gruppen nur immer gegeben; bei den Matübungen werden Male drei Panzerkreuzer sein, da außer der„York“ un dem„Friedrich Karl“ zu den Uebungen auch noch die neu in Dienst gestellte„Roon“ hinzugezogen werden soll, die bis dahin den Hauptteil ihrer Probefahrten erledigt haben wird. Die beiden Flotillen, die Mannöverund Schulflottille, werden diese Formationen ergänzen. In der Hauptsache wird Großadmiral won Köster zu den Maiübungen bereits das gesamte Flottenmaterial zusammengezogen haben, das auch bei den diesjährigen Flottenherbstübungen in Aktion zu treten hat; denn für die letzteren Uebungen kommen dann nur noch einige Schiffe von den übrigen Inspektionen und eine Reserweflottille als dritte Formation des Torpedobootmaterials zur Verwendung. Neben der eingehenden Besichtigung der einzelnen Verbände und Schiffe durch den Flottenchef, Großadmiral won Köster stehen auf dem ausführlichen Programm der Maiübungen neben der Abhaltung von taktischen Evolutionen auch die Ausführungen strategischer Aufgaben, so daß diese Uebungen auch auf diesen Gebieten eine direkte Vorübung zu den großen Manövern sind, welche in der zweiten Sommerhälfte der Ausführung harren, und die erst in Angriff zu nehmen sind, nachdem die Kieler Woche ins Land gegangen ist. Zu den Flottenherbstübungen hören wir, daß ein Teil derselben diesmal in den Küstengewässern des östlichen Teils der Ostsee abgehalten werden soll. Auf der Danziger Reede soll die Flotte einige Ruhetage haben, die zur Kohlenübernahme usw. zu benutzen sein werden. Politische Uebersicht Versprechen und Halten. In politischen Pariser Kreisen unterhält, man sich gegenwärtig über folgende politische Tatsachen:(Als das gegenwärtige Kabinett ins Leben trat, da erklärte Clemenceau, das Militär niemals zur Aufrechterhaltung der Ordnung gebrauchen zu wollen. Nun zeigt es sich aber, daß der gegenwärtige Minister des Innern die Hilfe der Truppen zu Ordnungszwecken weit mehr in Anspruch nimmt, als alle seine Vorgänger. In den Kohlenbezirken des Nordens halten das erste und dritte Armeekorps die Ordnung aufrecht, nach Osten mußten zwanzig Eskadro= nen des 5. und 6. Armeekorps abgehen, an der Westgrenze fällt dem 20. Korps die Aufgabe zu, die streikenden Metallarbeiter in Schach zu halten, und auch in Lille, Toulon und Marftille mußten diverse Truppenkörper gegen renitente Elemente fast täglich einschreiten.„ Halb. " H a l v u n d = Wien, 11. April. Der Neuen Freien Presse wird nen und der Munktion im Werte von 8 Millionen erhalten. Vulkaue. 22 47 (Von unserm Berliner Bureau.) (Nachdruck verboten.) Die gewaltigen Ausbrüche des Vesuv, mit ihren und Verheerungen, haben uns wieder einmal besonders eindringlich zu Gemüte geführt, wie wir Menschen auf der wohlgegründeten dauernden Erde doch eigentlich über glühenden Feuer= und Lungmassen wandeln. Die Begleiterscheinungen.... a Ausbrüche boten unseren Geologen insofern eine ganz unerwartete Ueberraschung, als sie aller bisherigen Erfahrungen spotteten und auf diesen aufgebaute wissenschaftliche Lehrsätze umstürzten. Die Vertreter der geologischen Wissenschaft aller Kulturländer begeben sich daher in das Eruptionsgebiet, um eingehende Studien vorzunehmen und die Erkenntnis über das Wesen vulkanischer Ausbrüche zu erweitern. Die Geologie ist eine noch verhältnismäßig junge Wissenschaft, und ihre Vertreter sind über die wichtige Frage der Ursachen vulkanischer Eruptionen noch keineswegs vollkommen klar und einig. So ist namentlich die von Alexander v. Humboldt aufgestellte Theorie, daß die vulkanischen Ausbrüche eine Reaktion des flüssigen Erdinnern gegen die schon erstarrte Kruste der Erdoberfläche darstellen, angefochten werden. Man hat in neuerer Zeit vielmehr die Behauptung aufgestellt, daß sich auch das Zentrum der Erde keineswegs mehr in einem feurig=flüssigen, sonM 44 Tante Irmgard. Roman von Albin Manger. „Gewiß, das war der Name des Hotels, in dem wir wohnten; wir kommen von H.; der Winter, der erste, den meine Nichte überhaupt erwachsen mitmachte, war in der Residenz zu anstrengend, und wir wurden gleich nach der ersten Hälfte verbannt, damit Fredine nicht einen erheblichen Schaden an ihrer Gesundheit nähme!“ Maufredo hätte ruhig der Taute die Auseinandersetzung schenken sollen, denn er war ja vollkommen orientiert; was ihm der Oberkellner des„Prinzen Luitpold“ nicht hatte berichten können, das hatte gestern abend sein Jean von der Jungfer der Damen erfahren. Maufred hatte ihn selbst bis an die Gartenpforte geleitet, damit er nicht an falscher Stelle Erkundigungen einzöge. Nichtsdestoweniger ließ er Irmgards entfesselten Redefluß ruhig über sich ergehen, wie eine Donche. Sie erzählte von den unzähligen Bällen, mit den zahllosen tratvuren, außer den festen Tänzen, von Quadrillen, Verehre.a Je lebhafter Irmgard wurde, um so stiller wurde die Nichte, und als Olga an sie herautrat und sie zu einem Spaziergang aufforderte, war sie mit Freuden dazu bereit, trotz der mitzbilligen Blicke der Tante, die mit Genugtnung bemerkt hatte, wie der junge Fürst sich für sein Gegenüber zu interessieren Bbe. ur Tante Irmgard triumphierte invessen, als Manftebo sich erhob und sich, wie selbstverständlich, den jungen Damen anschloß. Doktor Helm und Feodor gingen auch mit Der stille, deutsche Gelehrte, der mit großer Bescheidenheit eine besonders männliche Würde in seinem Wesen verband, und sich dadurch in seiner nicht eben unabhängigen Lage eine sehr angenehme Stellung in der fürstlichen Familie geschaffen hatte, war schon beim Mittag Fredine angenehm aufgefallen, und sie hatte bisher vergeblich nach einer Gelegenheit gesucht, ihn anzusprechen; jetzt bot sich diese Gelegenheit leichOlga hatte sich schmeichelnd an den Arm des Onkels gehaugen, ihn vorausziehend, um ihm allerhand Neckereien zuzuflüstern. Fredine blieb mit Doktor Helm und Feodor etwas zuWelches ist Ihre Heimat, Herr Doktor?; fragte das junge Mädchen freundlich, und als er einen Ort in Norddeutschland nannte, stellte es sich heraus, daß er ein naher Verwandter der ehemaligen Lehrerin der jungen Gräfin war. Nun war eine Unterhaltung schnell im Fluß. Fredine berichtete von ihrer Pensionszeit, und träumte sich im Geiste wieder zurück in die schönsten Jahre ihres Lebens:„Wie glücklich, harmlos, und so aus vollster Seele zufrieden waren wir doch da!“ sagte sie sehnsuchtsvoll, tausend kleine Schulstreiche fielen ihr ein, über die Feodor herzlich lachen mußte, während Doktor Helm voll inniger Bewunderung auf das schöne Wesen an seiner Seite blickte Warum ist dem Menschen nicht die Fayigleit gegeven, eine Zeit, in der er so unendlich glücklich ist, zu fixieren, warum muß er die Wogen der Zeit über sich hinwegrollen lassen mit allen Schlacken, Sand und ungenießbarem Tand, den sie Ein tiefer Seufzer begleitete Fredines Ausruf, und Helm blickte teilnehmend in die großen, feuchtschimmernden Kinderangen. Was konnte das schöne, junge Mädchen schon s# Trübes erlebt haben, daß solche Wünsche ihr Herz bewegten? Fixieren können wir ja solche Zeit, entgeguete Helm freundlich ernst,„das haben ja Komtesse eben selbst bewiesen, jeder Mensch trägt in seinem Gedächtnisse einen Schatz lieber Erinnerungen mit sich, der, wenn trübe Zeiten kommen, schnell zur Hand ist, und seine Bilder aufrollt, daß sie mit ihrem Licht das momente Dunkel erhellen! Oft sind aber die Zeiten so dunkel, daß wir uns gar nicht mehr vorstellen können, daß es je licht und hell um uns gewesen, ja, daß wir sogar die Erinnerung aus unserm Gedächtnisse verloren zu haben scheinen, denn kein freundliches Bild kommt uns zu Hilfe, um zu beweisen, daß es schon Fredine hatte wie zu sich selbst gesprochen, ihr Blick irrte in die Ferne, und der Untschwung in ihrer Stimmung von dem kindlichen, frohen Plaudern vorhin zu den selbstvergessenen Klagen jetzt, machte sich auch in den feinen beweglichen „Siesagen selbst, Kontesse“ nahn der Loktor nach kurzer Pause wieder das Wort,„unsere Erinnerung schiene aus unserem Gedächtnisse verloren, sehen Sie, damit sagen Sie sich zugleich den Trost selber, ja, es gibt Zeiten, ich kenne sie gewiß wie kein anderer, wo uns alles zu verlassen scheint, vieles und viele uns auch wirklich vergessen; was dem Menschen aber ewig bleibt, das ist die Vergangenheit, und mit ihr das Buch der Erinnerung. Seele und Herz sind nur manchmal so matt, daß sie die Saiten nicht anzuschlagen vermögen, dann aber kommt plötzlich ein kleiner Anstoß von außen, ein Luftzug, die Blätter bewegen sich von selbst, und die lieben, teuren Bilder werden unserem geistigen Auge sichtbar, und bringen unserer Seele, unserem Herzen Trost und Stärkung. Wenn wir, was Sie, gnädigste Komtesse, wohl vorhin meinten, als Sie vom Fixieren der Zeit sprachen, die Zeit aufhalten könnten, die uns gefiele, dann müßten wir auch allwissend, allsehend sein, denn wer bürgte uns sonst dafür, daß wir eine viel, viel schönere Zeit, die für uns in der Zukunft liegt, nicht mutwillig uns fern hielten? Nein, in dem unbewußten Drängen liegt der Segen für uns kurzsichtige Menschen, e wechselt alles ab im Leben, Gutes und Böses. Lassen wir getrost die Schicksalskugel rollen, es lenkt ein Höherer den Lauf, er sorgt dafür, daß auch die unbedeutendste in ihrer Bahn bleibt und ihr Ziel erreicht!“.... 6166 Helm hatte warm und innig gesprochen, es war ihm zu Sinne, als müsse er ein weinendes Kind trösten, und er tat es, indem er sein Herz weit auftat, und das Resultat seiner eigenen Kämpfe preisgab. Fredine lauschte mit wachsendem Interesse, wie wohl tat ihr jedes Wort, und welch zartes Vertrauen flößte der ernste, schlichte Gelehrte ihr ein.„Ich danke Ihnen, sagte sie tiefbewegt, und reichte ihm die Hand,„möchten Sie mir doch öfter solchen Trost geben, ich habe ihn wirklich nötig Helm zog die feinen Finger ehrsuchtsvoll an seine Lippen: Komtesse werden mich immer bereit finden, zu trösten, wenn es in meiner Macht steht, schon allein die Landsmannschaft, noch dazu hier im fremden Land, gibt mir ja ein Recht dazu. und macht es mir zur Pflicht!" 137.20 „Ja, wir sind Landsleute, lassen Sie uns auch Freunde sein! entgegnete Fredine, beglückt in dem Gedanken, daß ein Mensch hier in der Fremde ihr, wenn auch nur durch die Bande des genreinsamen Vaterlandes näher stände als die anderen 0 dern bereits in einem festen Aggregatzustaude befinde. Vulkanische Ausbrüche werden daher neuerdings als lokale Erscheinungen aufgefaßt, die wiedrum auf mechanischen und chemischen Veränderungen, namentlich auf Beränderungen der Druckverhältnisse zurückzuführen sein sollen. In allerjüngster Zeit neigt man aber wieder der Ansicht zu, daß die Vulkane im letzten Grunde weite Röhren ssein, die durch die zahlreichen Schichten der festen Erdoberfläche, das Alluvium, Biluvium, Trias, Kreide usw. hindurch bis zu dem in feurig=flüssigen Zustande befindlichen Erdinnern drängen. Auf diesem Gebiete die volle Wahrheit zu erschließen, bleibt der Wissenschaft also noch vorbehalten! Tagegen ist als unumstößliche Tatsache festgestellt, daß bei vulkanischen Ausbrüchen das Wasser eine wichtige Rolle spielt. Einmal sind die Eruptionen stets von starken Wasserdämpfen begleitet, und ums andeve liegen alle Vulkane unserer Erde am Meer, entweder an den Küsten des Festlandes oder auf Inseln. Was die geographische Verbreitung der Vulkane betrifft, die einzeln, in Gruppen oder in Bulkanreihen auftreten, so können wir uns dazu beglückwünschen, daß sich auf dem ganzen europäischen Festlande nur ein einziger dieser schlimmen Gesellen, eben der Vesuv, befindet. Die Mittelmeerinseln zählen 6 Vulkane, won denen der Actna auf Sizilien der bedeutendste ist. Von den 9 Vulkanen Islands ist der Hakla der bekannteste, aber keineswegs der stärkste. Auf den afrikaiischen Kontinent entfallen 17, auf Zentralamerika 25, auf Asien 18, auf das kleine Japan 17 Vulkann. Dann sind noch eine Reihe Inselgruppen dabei. Auf den Aleuten jenem schmalen Inselgürtel, der das Vorgebirge Alaska mit Kamschatka verbindet, zählt man nicht weniger als 31 und auf den Philippinen, Molukken und Sundainseln sogar 49 Vulkane. Alle diese Vulkane befinden sich noch in Tätigkeit, die Gesamtzahl der tätigen Vulkane auf Erden beläuft sich auf 320, die der erloschenen auf mehr als 400. Dabei ist jedoch zu bemerken, daß Bulkane, die bereits für erloschen gehalten werden, plötzlich noch wieder ausbrechen. So ist es allgemein bekannt, daß der Vesun vor dem schrecklichen Ausbruch des Jahres 79 nach Christigeburt, dem Pompisi, Herkulanum und Stabige zum Opfer gefallen, allgemein als erloschen betrachtet wurde. Von der wissenschaftlichen Expedition aber, die sich augenblicklich zur Aufnahme von Studien in das Eruptionsgebiet des Vesuv begibt, darf man weitere wertvolle Aufschlüsse über das ebenso geheimnisvolle wie furchtbare Wesen der Vulkane überhaupt erwarten. Ihre Mitteilung wird aller Orten dem lebhaftesten Interesse begegnen. Industrie und Die Lage der Industrie in Rußland. Die Lodzer Industrie droht mehr und mehr unter der ständigen Unsicherheit und der damit zusammmenhängenden wirtschaftlichen Depression des russischen zu erliegen. Nach Mitteilungen eines dortigen Lokalblattes sind die größten industriellen Betriebe der Stadt gezwungen, ihren Arbeitern zu kündigen und die Arbeit einzustellen. Die Aktiengesellschaften von Karl Scheibler und J. K. Pozuanky haben ihre Werke still gelegt, mit rund 40000 Angehörigen! Aehnlich sind im Laufe des letzten Jahres schon eine ganze Reihe von Werken in den polnischen und baltischen Industriezentren teils auf Zeit, teils dauernd geschlossen worden. Die entlassene Arbeiterschaft findet nirgendwo Unterkunft und Arbeit. Macht man sich das klar, so wird man den Pessimistismus derjenigen begreifen, die in der Revolution des Jahres 1905 erst Anfänge der Revolutionierung erblicken. Für die deusche Industrie wird die Lähmung der russisch=polnischen eine gesteigerte Zuflucht deutsch=polnischer Arbeiter bedeuten, die sich zweifellos als direkte Folge der Lodzer Stillegungen schon in nächster Zeit auf der Durchgangsstation des Ostrowoer Hilfsausschusses bemerkbar machen wird. Westfalen und Rheinland. * Dortmund, 11. April.(Ein Deserteur.) Gegen den im hiesigen Gerichtsgefängnisse in Untersuchung befindlichen Deserteur Paul Langer, welcher im vergangenen Jahre auf einen Gensdarm bei Biefeld einen Mordversuch ausführte, so daß dieser längere Zeit in Lebensgefahr schwebte und wegen verschiedener Einbruchsdiebstähle von der hiesigen Kriminalpolizei festgenommen wurde, stellen sich immer mehr strafbare Handlungen heraus. So hat er, wie jetzt bekannt geworden, in der Nacht vom 15. zum 16. Oktober 1905 in Neuhaus b. Paderborn in einem Uhrengeschäft einen Einbruchsdiebstahl ausgeführt und dann noch in derselben Nacht im Nachbarorte Bentfeld 2 Fahrräder gestohlen. Die betreffenden Personen haben den Langer nach der von der Kriminalpolizei ausgenommenen Photographie bestimmt als Täter wiedererkannt. Ein Glück für die Menschheit ist es, daß dieser saubere Patron endlich für längere Zeit unschädlich gemacht wird. * Lünen, 11. April.(Einen ganz gemeinen Straßenraub) vollführte auf der Kamener Chaussee in der Nähe des Schlosses Schwansbell ein Radfahrer an zwei ihm begegnenden Damen. Er sprang plötzlich von seinem Rade ab, eilte auf die Damen zu mit den Worten:„Das Geld her, oder ich mache Euch kaput! Dabei stürzte er sich auf eine der Damen und hielt ihr den Mund zu, damit sie nicht schreien könne, während die andere laut um Hülfe rief. Es war aber kein Mensch in der Nähe, und so verhallte das Hülfegeschrei ungehört. Der gemeingefährliche Mensch hatte die Damen derart in Angst und Furcht versetzt, daß sie ihm ihre Geldbörsen gaben, die der Unhold leerte. Hierauf schwang sich der Räuber auf sein Rad und fuhr davon. Als die hiesige Polizei von dem Vorfall erfuhr, nahm sie die sofortige Verfolgung des Täters auf, bisher leider ohne Erfolg. Nach der Beschreibung ist es derselbe Mensch, der vor einigen Wochen auf derselben Stelle ein hiesiges Fräulein überfallen hat. * Hamm, 11. Aprkl.(Zu einem heißen Kampfe) gestalteten sich die Delegiertenwahlen zur Ortskrankenkasse 1 hier. Daß die Roten und freien Gewerkschaften die Verwaltung der Kasse und die Vertrerung der Generalversammlung nach und nach vollständig in ihre Gewalt bekommen hatten, war schon berichtet. Nun endlich haben sich die christlichen Gewerkschaften auf sich selbst besonnen und eine eigene Liste aufgestellt, mit der sie gestern glänzend siegten. Warstein, 11. April.(Gräßlich.) Ein Handwerksbursche, dem vor etwa 4 Wochen bei dem starken Schneetreiben beide Füße erfroren waren, wurde vorgestern ins hiesige Krankenhaus gebracht. Beide Füße waren bereits schwarz und fingen an abzusterben. Es müssen nunmehr beide Füße abgenommen werden, da sie nicht mehr zu retten sind. Es ist unbegreiflich, wie der Mann noch die gange Zeit mit den erfrorenen Füßen hat herumlaufen können. * Düsseldorf, 11. April.(Die Kriminalpolizei) verhaftete eine stellenlose Dienstmagd, die unter dem Namen einer Frau Hermann Waser, geb. Gräfin von Einsiedel, hier und auswärts verschiedene Geschäftsleute beschwindelt hat. Unter anderen zahlreichen Vorstrafen ist sie in Dresden zu 6 Jahren Zuchthaus verurteilt worden. * Düsseldorf, 11. April.(Der König) hat die Guadengesuche der beiden wegen Ermordung des Oberstleutnants Roos vom Düsseldorfer Schwurgericht verurteilten Brüder Blömers abgelehnt. Die Hinrichtung findet anfangs nächster Woche statt. * Köln, 11. April.(Eine Postkarte,) die fast 9 Jahre gebrauchte, um von Bielefeld bis zum Adressaten in Köln zu gelangen, dürfte zu den Seltenheiten im Postverkehr gehören. Sie trägt den Aufgabestempel Bielefeld 22. 7. 97, den Ankunftsstempel Köln 23. 7. 97. und zwei weitere Stempel Köln 4. 4. 06. Wo mag die Karte in der Zwischenzeit gesteckt haben? Jedenfalls beweist auch diese sehr verspätete Ablieferungszeit die Sorgsamkeit, mit der die Postbehörde auch in verzwickten Fällen die ihr anvertrauten Sachen an den Mann G###en ist dem Adressazu bringen sucht. Besonderer Schaden ten, der unterdes mehrfach die Wohnung gewechselt hat, aus der Nichtablichrung nicht erwachsen. Handelte es sich doch nur nur um eine Ansichtskarte mit den dazugehörigen Grüßen! * Köln, 11. April.(Eingeisteskranker Vizefeldwebe!) schlug gestern vormittag an der Pauluskirche mit dem blanken Säbel um sich, sodaß die Passanten gefährdet wurden. Als ein Straßenbahnwagen vorbeifuhr, stellte er sich vor diesen hin uns schrie: Halt! Da der Führer jedoch durchfahren wollte, schlug der Vizefeldwebel mit dem Säbel die Fensterscheiben des Wagens ein. Der Mann wurde festgenommen. Kleine Chronik. 9 an Berlin, 11. April. Ein zwischen Berlin und Stettin verkehrender Schnellzug mußte durch ein mehrere hundert Meter langes Feuermeer und wurde über eine Stunde aufgehalten. Die Ursache des Brandes war, daß ein 400 Meter langer Stapel Eisenbahnschwellen auf der Strecke, die der Schnellzug passieren mußte, in Brand geraten war. Erst nachdem die größte Gefahr beseitigt war, konnte der Zug seine Fahrt weiter fortsetzen. Die Entstehungsursache des Feuers ist bis jetzt noch nicht bekannt. Berlin, 11. April. Wie aus München gemeldet wird, ist im vorigen Garnisonlazarett ein Soldat des ersten Train=Bataillons gestorben. Es ist dieses der Todesfall an Genickstarre in der Münchener Garnison; 5 weitere an Genickstarre erkrankte Mannschaften befinden sich auf dem Wege der Genesung. Berlin, 11. April. Der Künigliche Musikdirektor Grawert vom Inf.=Reg. 13 zu Münster ist zur vorläufigen Uebernahme der Geschäfte eines Armee=Musikinspizienten zum Lehrer an der königlichen akademichen Hochschule für Musik nach Berlin berufen worden. Berlin, 11. April. Ein Klempner wurde in seinem Tohnzimmer ist tot aufgefunden; er lag mit dem Gesicht einem Lotofen, das Gesicht und die Hände.. schwere Brandwunden auf und die Nase war kohlt. Müske ist vermutlich bei der Arbeit eingeschlafen und durch Einatmen der Kohlengase getötet worden. Heidelberg, 11. April. In Sandhausen jagte ein Bursche seiner Geliebten, die in den Wochen lag, in der Absicht, sich ihrer zu entledigen, eine Revolverkugel in den Kopf. Das Mädchen wurde schwerverletzt ins akademische Krankenhaus nach Heidelberg verbracht; der Bursche ist entflohen und konnte noch nicht ergriffen werden. Posen, 11. April. Der in der Nacht zum 10. April aus dem hiesigen Mitilärgefängnis entsprungene, zum Tode werurteilte Musketier Rosinsky wurde gestern abend von einem Fleischhauermeister auf der Chaussee nach Obornik ergriffen und in der Nacht von Kriminal= beamten dem Militärgefängnis wieder eingeliefert. Breslau, 11. April. Vier Gymnasiasten aus Kattowitz und Gleiwitz in Schlesien waren beim Examen durchgefallen, was sie sich derart zu Herzen nahmen, daß sie beschlossen zu verreisen und sich das Leben zu nehmen. Sie entwendeten ihren Vätern größere Geldbeträge und ffuhren nach Oesterreich mit dem Vorsatz, Selbstmord zu begehen. Sie führten dies aber nicht aus, sondern reisten nach Zürich, wo alle vier nun verhaftet wurden. Paris, 11. April. In der Nähe von Granville ist infolge eines Windstoßes die Vergnügungsjacht Ange de Mer untergegangen. Von den sieben Insassen sind sechs ertrunken, darunter der Besitzer der Jacht, Francois Gosselin aus Granville. Tante Irmgard. Roman von Albin Manger. 45 Helm hielt noch die schöne Hand in seiner markigen Rechten, als Fürst Manfredo, der sich schon immer vergeblich bemüht hatte, seine lebhafte Nichte los zu werden, sich nach den Zurückbleibenden umwandte.„Darf ich die Herrschaften bitten, etwas schneller zu gehen, oder fliehen sie unsere Gesellschaft?“ fragte er, und bei den letzten Worten blitzten seine Augen spöttisch zu Fredine hinüber. Diese hielt den Blick ruhig aus und entgegnete kühl und gemessen:„Wir glaubten, Onkel und Nichte hätten sich nach langer Trennung vieles zu erzählen, was für uns von keinem Interesse!" „Wir scheuen keine Zeugen,“ entgegnete Manfredo finster: gleich darauf schüttelte er aber lachend den Arm Olgas aus den seinen und rief heiter:„Siehst Du, kleine Wetterhexe, was Du anrichtest? Nun hält man uns noch gar für ein heimliches Liebespärchen! „Was nicht ist, kann noch werden!“ entgegnete diese lachend, und intonierte ein russisches Liebesliedchen. „Was ich dazu beitragen kann, daß es nicht wird, soll geschehen!“ neckte der Onkel, halb im Spaß, halb ernsthaft. „Man sollte denken, Du seiest gar kein galanter Italiener, sondern ein kalter Russe oder gar ein deutscher Bär!“ erwiderte Olga beleidigt, und trat schmollend einige Schritte zurück. „Komm, Olga, sei kein Kind, wir wollen gute Freunde sein!“ suchte Manfredo die Zürnende zu versöhnen. „Gut, da bin ich dabei,“ und schon wieder lachend schlug die Nichte in die dargebotene Hand des Onkels; dann rief sie komisch feierlich:„Nimm Dich in acht, Onkelchen, Freundschaft zwischen Mann und Weib ist der erste Schritt zur Liebe!" Der junge Fürst schien nicht Lust zu haben, weiter in diesem Tone zu scherzen, besonders da ein Blick auf Fredine ihn belehrte, daß der freie Verkehr zwischen Onkel und Nichte sie unangenehm berührte; er wandte sich auch gleich zu dieser zurück, und begann ein ernsthaftes Gespräch, wobei er eine Menge Kenntnisse entwickelte, die er auf seinen vielen Reisen gesammelt, so daß die junge Gräfin ihm gespannt zuhörte. Es gab wohl kaum bedeutende Orte in der Welt, eine besonders schöne Gegend, die der Fürst nicht kannte, und überall schien er verstanden zu haben, das Schöuste des Schönen, das Beste des Guten mit schnellem Blick herauszufinden und zu genießen. Unbedeutendes ließ er am Wege liegen. Er erzählte von Paris, von den herrlichen Bauwerken, von Vorträgen, die er auf der Akademie der Wissenschaft gehört, von den glänzenden Zirkeln im Hause geistreicher Männer, von den Tempeln der Kunst, die er alle kannte, den höheren Hallen, die Meisterwerke der Bildhauerkunst bergen, bis zu den Stätten Terpsichores, dem Ballett. Fredine hatte nie so anregend erzählen hören. Sie fragte unwillkürlich interessiert von der Art und Weise Manfredos, nach diesem und jenem, und immer wurde ihr ausgiebiger Bescheid. Es war spät geworden, als die kleine Gesellschaft wieder in der Pension eintraf. Olga hatte sich an Fredines Arm geschmiegt und hatte so geistvolle, ganz zur Sache gehörige Fragen in die Erzählungen des Onkels geworfen, daß Komtesse Hochstein sich oft befremdet umgeblickt hatte, ob derselbe Mund, der vorhin so kindlich ausgelassen geschwatzt, es sei, der jetzt so viel Verstand und einen so reinen Wissensschatz verriet. „Du müßtest Deine Erlebnisse aufzeichnen, Onkel Manfredo, hatte Olga, voller Bewunderung den Bruder ihrer Mutter anblickend, gesagt, als man ganz dicht am Hotel war,„ich habe noch nie so fesselnde Reise=Beschreibungen gelesen, wie Du sie liefern kannst, oder“ fügte sie sinnend hinzu,„macht es, daß das gesprochene Wort eine andere Macht hat, als das geschriebene, und daß Deine ganze Persönlichkeit, Dein schönes Organ mich gleich von vornherein in die rechte Stimmung versetzt?“ Das wird es wohl sein, kleine Olga,“ lachte geschmeichelt der jugendliche Onkel, und zu Fredine sich wendend fügte er hinzu:„So viele wahrhaft schöne Bücher lassen uns kalt, weil wir sie nicht in der rechten Stimmung für den Inhalt derselben lesen; könnten wir uns daran gewöhnen, nur solche Bücher in die Hand zu nehmen, die für unsere augenblickliche geistige Disposition passen, dann würden viele Autoren die Geungtuung genießen, daß die Produkte ihrer Geistesarbeit verstanden würden.“ „Onkel Manfredo, Du tust ja, als ov Du selbst ein rief gekränkter Autor wärest!“ neckte Olga. „Vielleicht bin ich's auch,“ erwiderte der Interpellierte ernst, wenn ich den Winter über so allein auf meinen Besitzungen hause, dann schreibe ich vielleicht!“ „Onkel, Du kannst ja alles!" brach der Enthusiasmus der Nichte sich Bahn,„denken Sie nur, Komtesse Fredine, er reitet und schwimmt vortrefflich, er malt bezaubernd, spielt und singt himmlisch, und nun ist es auch noch ein Schriftsteller! O, wie kann die Natur so viel edle Gaben auf ein Haupt schütteln!“ Fredine war überrascht, welch tiefe Leidenschaft glühte durch Olgas Worte. Liebte sie den Onkel? Jedenfalls war die junge Prinzessin ein schwieriges Rätsel mit ihrer unberechenbaren Ausgelassenheit und dann wieder mit ihren tiefen, beinahe schmerzlichen Gemütsäußerungen. Im Laufe des Abends sollte sie noch mehr Gelegenheit haben, Olgas eigentümlichen Charakter, ihr sich ewig in seinen Aeußerungen widersprechendes Gemüt zu bewundern, und doch, so fremd ihr solch ein Wesen war, so fern es ihrem eigenen Temperament lag, so sehr fühlte sie sich angezogen dadurch; es lag in dem unmittelbaren Sichgeben, in der augenblicklichen Stimmung etwas so Wahres, Offenes, was Fredines wahrhaftigen Charakter unwillkürlich sympathisch berührte. Sie war in letzter Zeit gewohnt gewesen, mit Menschen zu leben, die ihre eigene Person und ihren Verkehr mit anderen nach einer bestimmten Schablone gebildet und geregelt hatten, ein so vollständig ungekünsteltes, naturwahres Wesen mußte sie schon um der Eigenartigkeit willen fesseln. Ueber Olgas Wesen lag nicht die äußere glatte Harmonie einer Salondame, die sich stets bewußt bleibt, welche Rolle sie zu spielen hat, aber ihre unberechenbare Natur brach doch harmonisch durch, wie der Lichtstrahl sich bricht in denselben Farben, ob im Tropfen Wasser, oder im Brillanten, und ein Tropfen Wasser ist immer echt, er will und soll auch nicht mehr scheinen, als er ist, während es unter Brillanten viele falsche Steine gibt, bei denen nur der äußere Schliff die innere Wertlosigkeit verbirgt. 137,20 Verwischtes. * JJagdkuriosität.) In einem Tiroler Bergwald fand man in einem Stamm den eingewachsenen Schädel Hirsches, eines 20=Enders. Man kann vermuten, bob de epor vieten Jahren velicht burch ene Gawine verunglüchte, wiz geschtenderer worden'f cir Die Aeste umschosen den Schidel und uegezenesh ant sie Schloß Lmnbrus bei Innsbruck aufbewahrt. Schloß ennolns der Inntornr unuhri. isen Hauses.) Der sunge Quentin Roosevelt, der wie andere mehr oder weniger bemittzste, Knatzen eine Elementarschule befucht, beig, schrieg vor einigen Peoschoe aes. Sechlscäics ais Aaise dau. ziu die Privatzimmer des Hauses eindringen jah. Iv dep hpers Rogsevest sah sich außerstande, die iunTumult. Vers. Kobstoen sah sich außehlante, die jungen Eindringlinge zur Raison zu bringen ren Gemahl zu Hilfe. Sie erreichte uucait freilich nicht was sie gewollt hatte, denn dem Präsidenten kam die Geschichte so lustig vor, daß er bald der lauteste von a len war und seinen kleinen Gästen Erfrischungen brin8„ Snen vondon, 10, uor), Gesiergeschchte. Eine tunge neu betannten Londoner Pbzggtggrapzieren tommen werde. Siat ies Proschtegschriaher u 3. bin Aesru de Baiteiauns, Böbegerser et: diese Sitzung wurde von der Dame bewilligt.2 Tage noch einmal auf sein Atelier zu kommen. Ban, igrer das Resulat der drei Aufnahmen vor. Di. PhotograPlatte zeigte deutlich die Gestalt eines Mannes, der die sitzende Figur der Dame mit einem Dolche bedroht. Die Gesichtszüge dieser rätselhaften Gestalt waren zwar nicht ganz klar, wurden jedoch von beiden Damen diejenige des Bräutigams der jungen Dame, eines Offiziers in der indischen Armee, erkannt. Die Verlobung ist infolge dieses Vorkommnisses abgebrochen worden. — Diese Geschichte selbst ist sonderbar, höchst sonderbar. Aber angenommen, daß sich eine höchst einfache, natürliche Lösung nicht finden ließe, deshalb eine Verlobung aufzulösen, ist noch sonderbarer. Mißverständnis. Wurstverkäufer(ausrufend): „Warme Würstchen! Heiße Wiener..!“— (aus Berlin):„Wat jeht mir det an, wie Sie heeßen?! Ick heiße Tübbeckel. Büchertisch. „Ist Hühnerhaltung gewinnbringend?" so betitelt sich eine neu erschienene nützliche Broschüre von J. Schilling, Flensburg(Schleswig=Holstein). Preis Büchlein enthält, laut Titeltext, praktische, auf eigene Erfahrung begründete, sachgemäße Ratschläge zur rationellen Hühnerzucht zwecks Erzielung des höchsten Eiergewinnes auch während des Winters und bringt zugleich den Beweis, wie mit einer Hühnerhaltung im Bestande von nur 10 Stück schon ein jährlicher Reingewinn von 50 Mark leicht zu erzielen ist.— Das Büchlein dürfte zum unentbehrlichen Handbuch werden für jeden der Hühner hält oder halten will. Hüsingstrasse 4 9 Jeder Alles was die Mode Neues und Schönes geschaffen hat, finden Sie in unserer Putzabteilung vereint, und sind die Preise hierfür billigst gestellt. jede Geschmacksrichtung findet bei uns ihre Rechnung, und dürfte Sie eine Besichtigung unserer Ausstellung interessieren. Beachten Sie bitte unsere 4 Schaufenster. wir d bereitwilligst aus dem Fenster genommen. werte Hüsingstrasse 4 Das Osterhäschen. Welch' liebes Gesicht der alte Herr Professor hatte! ihm zu sagen:„— wie ein rosiger Sonnenuntergang!“ und die dicke Hökerfrau, die seinem Hause gegenüber ihre Aepfel feilbot, meinte:„akkurat wie der Erntetag, riedlich und so segensvol. trage uud uan Sie kannten ihn alle in der Srrate, und von allen grüßten sie ihn, wenn er auf sein silberbeschlagenes Bambusrohr gestützt, das Trottoir entlang kam. Er lüftete seinen altmodischen Zylinderhut vor jedem, vor der Waschfrau, die im Keller wohnte, wie vor dem Herrn Oberst, der noch der Vornehmste in diesem stillen Sträßchen war, in dem die Leute mehr von einander wußten, als man sonst in der Residenz won seinen Na bsteuten wot. und einen sehr Kaitlichen Damals, als es Vollendung kam ein anderes Projekt, uid das Quergeeine Karosen voten, mo hzund sich ausbreiteten und ten. Und diefe Nenderung hier HGhoxh usterse gte gerz dann chei anruede uer ade Soeächaenr de uienr , wie er volt Peihziemit hen ersten Schneglöchchen benubte, olse2, o auszukramen, der schütelts wohl in Schreibtische eimnnahm uid der noch seden, der seiz, Tutz, zimmer betreten, mig Frügugen erfüllt hatte.„ unter einer großen Gillognour.. 98 gerzzgchen, ein Kunstgegenstand zu behüten— ein Osterhäschen, billiges Spielzeug von Pappe gefertigt, und kleine Hände hatten auch ordentlich daran herumgezaust, dem Freund Lampe eines seiner langen Ohren entrissen und weitere Spuren der Zärtlichkeit auf seinem grauen Kleide zurückgelassen— Gewiß, er lehnte es selbst nicht ab: es war ein anderer Mensch, der Herr Professor vor fünfundzwanzig Jahren und der von heute. Einen gakligeren, griesgrämerigen Hagestolz gab es sicher in der ganzen Stadt nicht. Sonnenschein, ihn ärgerte der Regen. Wehe dem Jungen, der mit den Holzpantinen zu laut auf dem Pflaster klapperte, wehe der Magd, die einen Teppich auf dem Balkon ausstäubte, oder dem Portier, der die Eiigangstreppe nicht zur Zeit gekehrt. Er hatte alle Polizeivorschriften im Kopfe uid fühlte sich allen Feind, die in törichter Gedankenlosigkeit dagegen verstießen. Aber der Gegenstand seines heftigsten Grolls und Aergers war doch das junge Ehepaar, das über der seinen Wohnung inne hatte. Als ob man zum Vergnügen auf der Welt wäre, so geberdeten die sich! Schon am früheu Morgen, wenn er gerade so recht grüidlich über die ungleichmäßige Zimmertemperatur zankte, drangen helle, lustige Stimmen zu ihm herunter und oftmals, wenn er schon die Decke über sich gezogen hatte, um von all den Plagen dieses Jammertales auszuruhen, erschollen dort noch jubelnde Lachtöne. Mit seinem Schreibtische war er schon durch die ganze Wohnung gezogen, um nichts zu hören, und wenn sein jetziges Arbeitszimmer nicht den direkten Eiigang vom Treppenhause gehabt, hätte es beinahe genügt. Aber war es nicht, als ob jenes Paar, das durch seine unverwüstliche Heiterkeit den Herrn Professor so reizte, nur zum Aerger für ihn seine Zärtlichheit bis auf die Treppe hinaus trug? Wenn der Herr Assessor ausging, begleitete sein Weibchen ihn allemal bis auf den Flur und dann gab es noch ein Geflüster und ein Gekose, als handle es sich um eine mehrtägige Trennung, während nach wenigen Stunden dort die zärtlichsten Begrüßungsakte gefeiert wurden. Und das ging nun schon Jahr und Tag, und nochmals Jahr und Tag und war nicht besser geworden, im Gegenteil, dieser Frohsinn hatte noch zugenommen, seit sich in das glückliche Lachen der jungen Eheleute zwei hellkrähende Kinderstimmen mischten, die, wahrhaftig, gerade wie die Eltern, ihre Lust daran fanden, den ganzen Tag zu jubeln und zu jauchzen. Schanderhaft, diese gedankenlose Gesellschaft! Einmal, im Begriff auszugehen, hörte er oben aus den geöffneten Wohnungstüren laut geführte Unterhaltung; die Dienstboten vorrichteten wohl in den sich gegenüberliegenden Räumen die Reinigungsarbeiten, ohne die Türen geschlossen zu haben. Sie planderten sehr eifrig und bemerkten es nicht, daß sich ein kleines Etwas der Treppe zuschlich und nun, auf der Stufe sitzend, mit größter Eile diese herunter ruderte. Es machte dem alten Junggeselbei einen Augenblick Spaß, diese Art der Fortbewegung zu beobachten, und er sah weniger grimmig als sonst auf das kleine Wesen, das, nachdem es das Hindernis genommen, unten zweimal um sich selbst kugelte, dann am Geländer sich, aufrichtete und nun, auf den dicken, kurzen Beinchen schwankend auf ihn zumarschierte. Das goldlockige Köpfchen, die großen, blauen Augen und das kleine, lachende Mündchen sschienen selbst ihm nicht abschreckend, aber als er sich in sein Zimmer zurückziehen wollte, stand die Kleine bereits auf der Schwelle und tappte, ohne eine Spur von Furcht zu zeigen, dort hinein. Wie ein nie gesehenes Wunder schaute er das kleine Menschenkind an, das nun auf dem Teppich Platz nahm, die bunten Blumen darauf mit den Händchen zu fassen versuchte und laut dabei jauchzte. Ein Stückchen Zucker, das er der Kleinen hinreichte, erregte gleiches Entzücken. Endlich wünschte er den Besuch ein Ende zu machen, aber der ungebetene Gast nahm davon keine Notiz und stampfte trotz der für ihn weit geöffneten Türe nicht hinaus, sondern weiter im Zimmer herum, drehte die Sandschale um, zog die Decke vom Tisch, daß die darauf liegenden Zeitungen durch den ganzen Raum flatterten, und krähte vor Entzücken über den Unfug. Endlich blieb dem Herrn Professor, wollte er sich von dieser Last befreien, doch nichts anderes übrig, als das Kind selbst hinaufzutragen, und als er es in die Höhe hob, schmiegte sich das warme, weiche Körperch so eng an die Brust und die Aermchen legten sich so vertraut um seinen Hals, daß seine Mißstimmung still hielt und er einen Augenblick die Besorgnis vergaß, es könnte ihn jemand mit dieser Bürde erblicken. Vor der elterlichen Wohnung setzte er Evchen ab, zog die Glocke und eilte so schnell hinunter, daß er erst von unten das Oeffnen der Tür und die verwunderten Ausrufe der Magd hörte. Nun lauschte er aber doch unwillkürlich nach oben, und wenn gar helles Jauchzen sein Ohr traf, lächelte er, den kleinen Schreihals kannte er nun. Er hütete sich davor, die Zimmertür zu öffnen, wenn es im Treppenhause nicht ganz still war, und doch flog diese wunderbar schnell auf, als einige Tage später dagegen solche klatschende Schläge fielen, als hätten weiche Kinderhändchen sie geführt— da stand der kleine Durchgänger, uid die Flucht mußte sehr eilig ausgeführt sein, denn das eine Füßchen schlüpfte eben aus dem roten Strümpfchen, und auf einer Stufe lag einsam ein winziger, gelber Lederschuh. Nein, es war wirklich zu arg, er wollte dem Hausherrn schreiben, daß er auf seine Kinder und auf sein Gesinde besser achten sollte, damit andere Leute nicht durch sie inkommodiert würden! Aber vorläufig blieb ihm doch nichts übrig, als Schuh und Strupf eiligst zusammen zu suchen, denn die kleine Besitzerin segelte schon in heller Unternehmnigslust auf seine Bücher und Papiere schwierigste Geschäft des Bekleidens wob dann zwischen beiden ein neues Band. Während er sie dann wieder die Treppe hinauf trug, gab er sich das Wort, ihr Klopfen künftig zu überhören, und führte es aus, obwohl schon am andern Tage das Händchen ganz energisch gegen die Tür schlug und das Lachen sich dann in Weinen verwandelte.(Forts. folgt.) Exten=Angerett von heate dis Tstern! 2500 Knaben-Anzüge! Serie I Serie II Serie III = Blusen-Fasson = Hochgeschlossene Form 750 Burschen-Anzüge! Solide Stoffe 0 85 M. 0 75 M. 9 12 M. Gute Verarbeitung Für jede Figur passende Herren-Anzüge Mk. bis 59 Mk. Fortsetzung des ExtraVerkaufs der aus der Auflösung der Firma Gebr. Coppel-Witten übernommenen Waren. 350 Staub-Paletots! Serie I Serie II Serie III Serie IV Aparte Formen 0 95 M. 5 90 M. K M. 10••50 M. 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