Nr. 27. Donnerstag, den 1. Februar 1006. R 38 Jalung. 9 *— +7 — Amtliches Kreisclaft ied rrr 92 .5 Flhr- funden nrers 99162. o mm wnce Alle Kreis= und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlagen gemäß Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung" rechtsverbindliche Kraft. Insertionsgebühr für lokale Anzeigen, die sechsgespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 Pfg., außerhalb 15, Reklame=Zeile 40 Pfg., Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte, Fernsprech=Anschluß Nr. 62. Amt Schwerte. Telegr.=Adresse Braus, Schwerte=Ruhr. Abnnemenkspreis pro Quartal 1 Mark 65 Pfg., excl. 42 Pfg. Bestellgeld, wenn durch die Post bezogen. Erscheint an jedem Wochentage. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund.“ Fi.clat. Sos Dänemark. Nachdruck verboten. (Von unserm Berliner Bureau.) Der Tod des greisen Christian 9. ist geeignet, die Blicke der Welt auf jenes kleine Inselreich im Norden zu lenken, daß zwar heute als Staat im Areopag de Mächte keine Rolle mehr spielt, dessen Kronträger aber trotzdem einen Einfluß auf die Weltgeschichte ausgeübt hat wie nur wenige, obwohl dieses Wirken in de Oeffentlikeit wenig hervortrat. Die zahlreichen verwandtschaftlichen Bände, welche den König mit den meisten Monarchen verknüpften und die ihm den Titer; „Schwiegervater Europas“ einbrachten, gaben Christian die Möglichkeit, in das Getriebe der Weltpolitik einzugreifen und es gab eine Zeit, wo Kopenhagen die Zentralstelle war, wo alle Fäden zusammenliefen. Hier war auch früher der Mittelpunkt aller deutschseindlichen Bestrebungen und wenn auch König Christian von Dänemark selbst dem Laufe der Zeit Rechnung trug und sich mit dem Verluste Schleswigs abfand, so war doch seine Gemahlin die Triebfeder aller Kontreminen, weil sie, eine hessische Prinzessin, die Vertreibung ihrer Familie aus Hessen=Nassau niemals vergessen konnte. Die Annäherung zwischen Deutschland und Dänemark datiert denn auch erst aus der Zeit nach ihrem Tode und der seitdem eingetretene Umschwung darf als ein erfreulicher Moment betrachtet werden. Kaiser Wilhelm fand bei seinem Kopenhagener Besuche die herzlichste Aufnahme. Namentlich im Jahre 1904 und auch König Christian hat diese Besuche mehrfach auf das herzlichste erwidert oder den Kronprinzen als Stellvertreter für sich entsandt. Es ist ja erklärlich, daß die 1864 geschlagene Wunde beim dänischen Volke nur langsam vernarbt und auch das Vorgehen der deut schen Regierung in Nordschleswig mag bei den Dänen zuweilen böses Blut erregt haben, wenngleich man deutscherseits in Wahrnehmung berechtigter Interessen zu handeln glaubte. Allmählich aber ist man in Kopenhagen doch anderen Sinnes geworden und vielleicht mag hierzu die Annäherung zwischen Deutschland und Rußland beigetragen haben. Jedenfalls ist diese Stellung für Deutschland von großem Vorteile, als ein uns feindseliges Dänemark bei einem Kriege Englands oder Frankreichs gegen Deutschland einen sehr wertvollen Flottenstützunkt für den Gegner abgeben würde; zudem sind auch die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern überaus enge. Dänemark hat insbesondere für seine landwirtschaftlichen Allen voran war die„Schwerter Zeitung“ auch in dieser Woche wieder mit der Nachricht von dem Tode des greisen Dänenkönigs, wie denn unser Depeschendienst, was Zuverlässigkeit und Schnelligkeit anbetrifft, dem jeder teuren Großstadtzeitung die Wage hält. Unübertroffen ist die„Schwerter Zeitung“ weiter in der auführlichen und prompten Berichterstattung über die Ereignisse in Stadt und Umgebung und in der Provinz; zu kommunalen Fragen nimmt sie freimütig Stellung und in politischer Beziehung ist Sie „Schwerter Zeitung" bei allen wahren Freunden unseres Volkes deswegen geschätzt, weil sie als einzige hiesige Zeitung konsequent scharf Stellung nimmt gegen die umstürzlerischen Bestrebungen der vaterlandslosen Sozialdemokratie, weil sie, auf nationalchristlichem Standpunkte stehend, sich nicht scheut, offen und frei ihre Meinung zu sagen, weil sie Charakter hat und darauf verzichtet, lediglich ein bloßes Nachrichtenblatt zu sein. Wem es darum um ein ernstes vaterländisches Organ zu tun ist, wer eine Zeitung lesen will, die sich ganz in den Dienst der hohen nationalen Güter unseres Volkes, die da sind Vaterlandsliebe und Christentum, gestellt hat, wem es weiter auf prompte, zuverlässige Berichterstattung aus Stadt und Land, von nah und fern ankommt, der abonniere auf die Schwerter Se Produkte an Deutschland einen großen Absatzmarkt, ministers besser den es nicht gut entbehren könnte. Zum Glück ist die Gewähr vorhanden, daß unter dem Nachfolger König Christians, König Friedrich 8., hierzu kein Wechsel eintritt. Galt doch der bisherige Kronprinz stets als ein warmer Förderer der deutschen Freundschaft und es ist vielleicht noch in Erinnerung, wie er im Vorjahre beim Besuch seines Husarenregiments in Kassel den begeisterten Trinkspruch auf Kaiser Wilhelm und die deutsche Armee ausbrachte, der weit über das Maß des förmlichen hinausging. Der jetzige König bringt Kaiser Wilhelm große Sympatien entgegen und war auch dem deutschen Kaiser bei seinem Kopenhagener Besuche stets zur Seite. Der zwischen Berlin und Kopenhagen herrschenden Intimität entsprechend will Kaiser Wilhelm in eigener Person den Beisetzungsfeierlichkeiten beiwohnen, wobei es nicht ausgeschlossen ist, daß er sowohl Kr gegnungen 9st, daß er##irrhi mit König Eduard von England wie uch dem Herzog von Cumberland zusammentrifft, Bewelche doch bemerkenswerte politische Folsen zeitigen könnten. Politische Uebersicht. Deutschland. — Die Schwurgerichte bleiben bestehen! Der sächsische Justizminister erklärte auf eine Anfrage über den Stand der Arbeiten in der Reichstagskommission zur Reform der Strafprozeßordnung, daß die Verbündeten Regierungen sich darüber geeinigt hätten, das Schwurgericht in seiner bisherigen Kompetenz bestehen zu lassen undBerufung zuzulassen Weiter erklärte der preußische Justizminister, die Frage der Entschädigung von Schöffen und Geschworenen durch Gewährung von Diäten sei noch nicht im Staatsministerium erörtert worden und nach Ansicht des Justizdurch Reichsgesetz zu regulieren. Die Steuerkommission des Abgeordnetenhauses setzte gestern d ieBeratung der Novelle zur Einkommensteuer fort und nahm die Bestimmung der Vorlage, welche die Besteuerung der Gesellschaften mit beschränkter Haftung ausspricht an, mit der Maßgabe, daß das Einkommen der Gesellschafter aus den Gesellschaften abzugsfähig sein soll. Außerdem wurde ein Antrag des Abg. Hammer(kons.), wonach Konsumvereine mit offenem Laden, auch wenn sie die Rechte juristischer Personen nicht haben, einkommensteuerpflichtig sein sollen, zum Beschluß erhoben, obwohl sich die Regierung dagegen erklärt hatte. Berlin, 31. Jan. Der Berliner Berichterstatter eines englischen Blattes weiß folgendes zu melden: „Als der Kaiser vor einigen Tagen die Kadetten empfing, die jetzt zur Einstellung in die Armee und Marine gelangen werden, hielt er ihnen, wie dies alljährlich geschieht, eine Ansprache. In seiner Rede wies er sie in nachdrücklicher Weise auf die Notwendigkeit hin, sich einer bescheidenen und geregelten Lebensweise zu befleißigen. Er wiederholte sein schon früher gebrauchtes Wort, daß Preußen durch das Hungern hochgekommen sei, und er warnte sie eindringlich vor dem Hasardspiele, das der Feind jeder Kameradschaft sei und alle Moral untergrabe.“ — Oldenburg, 31. Jan. In der heutigen Sitzung des Landtages gab Staatsminister Willich die Erklärung ab, daß die oldenburgische Regierung demnächst eine Vorlage einbringen werde, die die Einführung des direkten und geheimen Wahlrechts betreffe. Richstag. Die Mittwochsitzung brachte die Weiterberatung des vom Zentrum vorgelegten Gesetzentwurfs betrefnd die Freiheit der Religionsübung. Abg. Frhr. v. Hertling(Ztr.) rechtfertigt den Antrag mit Zuständen in verschiedenen Einzolstaaten und betonte, daß die Katholiken mit den anderen Konfessionen in Frieden leben wollten. Vorhaltungen, die Abg. Müller=Meiningen(frs. Volksp.) vor acht Tagen dem Zenturm machte, bezeichnete Rodner als unbeAbg, Hoffmann(Soz) führte aus, die Trauben ben, boduer vih, Heauge ich vor der Kirche, nur weil denten. Der Staat beuge u, ket V.: Scgufg, weil er die Sozialdemokratie fürchte, die##a, solle Preußen der Kirche ausgeliefert werden, üver Abg. Stöcker(christlsoz.) nannte diese Rede tiefbedauerlich. Wer die radikale Kirchengesetzgebung Frankreichs empfehle, wie der Vorredner es getan, möge erst die Wirkung abwarten. Er, Redner, sei durchaus Anhänger der kirchlichen Freiheit, aber unter Anerkennung der staatlichen Oberhoheit. Der Gesetzentwurf als ganzes sei unannehmbar, dagegen sei einem Beschlußantrage zuzustimmen. Nach weiterer Erörterung wurde ein Antrag auf Kommissionsberatung abgelehnt, so daß die zweite Lesung gleich im Hause stattfinden kann. Donnerstag: Etat des Reichs amtes des Innern. Ein Dresdener Mitarbeiter schreibt: Wir leben in einer Zeit, in der Schlagworte b zum Ueberdruß totgehetzt werden. So ist in den letzten Jahren zu hunderten von Malen von dem„weißen Schrecken“ in Südrußland die Rede gewesen, und jetzt möchte die Sozialdemokratie dieses Schlagwort auch zur Kennzeichnung der gegenwärtigen Verhältnisse in Deutschland verwenden. So spricht beispielsweise der„Vorwärts“ von dem„weißen Schrecken“ in Worin besteht dieser weiße Schrecken? Werden hunderte von Demonstranten niedergeknutet oder erschossen? Oder werden sie deportiert? Nein, der weiße Schrecken besteht in der Verurteilung von Exzedenten zu Gefängnisstrafen, in dem Verbote von Versammlungen und— man denke— in der Genehmigung des sächsischen Landtages zur Strafverfolgung gegen die„Leipz. Volksztg. wegen Beleidigung des Landtages. Wir meinen, daß alle diese Maßnahmen vollauf berechtigt sind. Die Exzesse bei den Wahlrechtsdemonstrationen in den sächsischen Großstädten trugen einen sehr bedrohlichen Charakter und wenn ein Dutzend oder mehr Exzedenten Gefängnisstrafen zu erdulden hat, so wird durch die abschreckende Wirkung dieser Strafen vielleicht ebenso vielen Menschen, die sonst an künftigen Krawallen teilgenommen hätten, Leben und Gesundheit erhalten. Bei dem Verbot weiterer Versammlungen wird man es begreiflich finden, daß die sächsische Regierung keinen Wert darauf legt, fortgesetzt vor aller Welt ihr Land als einen Schauplatz von Unruhen betrachtet zu sehen. Was endlich die Genehmigung des sächsischen Landtages zur Strafverfolgung der„Leipz. Volksztg. anlangt, so meinen wir, daß gerade diesem brutalsten sozialdemokratischen Blatte Deutschlands gegenüber der Landtag keine Veranlassung hatte, den Vornehmen zu spielen, der von Beleidigungen nicht berührt wird. Solche Vornehmheit ist gewiß dem gegenüber angebracht, der eine Spur von Verständnis dafür besitzt, aber dieses Verständnis geht dem Organe des Mannes ab, der beispielsweise den schwerkranken Abgeordneten Richter einen„Strolch noch im Sterben“ nannte. So sieht es also mit dem weißen Schrecken in Sachsen aus. Aehnlich ist es im übrigen Deutschland. Daß man in Hamburg für einige Zeit Demonstra* tionsversammlungen untersagt hat, ist sicherlich berechtigt, nachdem bei den letzten Krawallen 38 Zivilisten und 16 Schutzleute schwer und eine noch größere Anzahl von Personen leicht verletzt worden sind; man muß mit vorbeugenden Maßregeln ja doch nicht gerade warten, bis hunderte von Menschen das Leben eingebüßt haben. Und nicht minder berechtigt waren die Maßregeln in Preußen, die man für den roten Sonntag ergriffen hatte. Die Sozialdemokratie hat sich über diese Maßnahmen weidlich lustig gemacht, aber Tatsache ist doch, daß die sozialdemokratische Parteileitung erst zurückgepfiffen hat, nachdem sie Kenntnis davon erhalten hatte, daß die Regierung sich nicht würde auf der Nase herumtanzen lassen. Wir meinen, es ist ein genügender Beweis dafür, daß bei uns von einem weißen Schrecken keine Rede sein kann, wenn trotz dieses geradezu lockspitzelhaften Benehmens der Sozialdemokratie nur ein geringer Bruchteil bürgerlicher Politiker für Ausnahmemaßre= geln nach Art des Sozialistengesetzes eintrat. Der größte Teil der bürgerlichen Publizistik und der Regierung aber waren und sind der Ansicht, daß die bestehenden Gesetze zur Erhaltung der Ruhe ausreichend sind. Daß aber die Verwaltungsbehörden und die Gerichte von diesen Gesetzen Gebrauch machen, um russische Zustände bei uns nicht erst einreißen zu lassen, wird kein billig Denkender ihnen verargen können. Wann freilich wäre billige Denkungsart je bei der Sozialdemokratie heimisch gewesen? Aus Stadt urd Umgebung. Schwerte, den 1. Februar. **(Der Verband der Hülfsschulen Westfalens) hat an das Generalkommando des 7. Armeekorps zur Verhinderung der Einstellung geistesschwacher Rekruten in das Heer folgende Vorschläge gerichtet:„Wie dem Generalkommando bekannt ist, werden in den meisten größeren Orten seit längerer oder kürzerer Zeit schwachbefävigte oder schwachsinnige Kinder in besonderen Hülfsschulen unterrichtet. Bei den Aushebungen ist es nun in den meisten Fällen nicht möglich, auf die geistige Beschaffenheit der Gestellungspflichtigen die nötige Rücksicht zu nehmen und so bekommt das Heer alljährlich eine Reihe schwachsinniger Soldaten, die zu manchen Mißhelligkeiten Anlaß geben. Da aber das Heer geistige Krüppel nicht gebrauchen kann, schlagen wir vor, die in den Hülfsschulen über jeden Schüler geführte Individualliste, welche über die geistige und körperliche Entwickelung des Kindes genauen Aufschluß gibt, den Ersatzkommissionen zugänglich zu machenchen und danach mit körperlicher Untersuchung über die Einstellung zu entscheiden.“ *r(Nochmals der Lichtbilder=Apparat.) In der am vergangenen Sonntag stattgehabten Versammlung des evang. Arbeiter= und Bürgervereins wurde die Notiz des„Volksfreundes" über die Verleihung des Lichtbilder=Apparates an die Fortbildungsschule erwähnt, wie unseren Lesern noch erinnerlich sein wird. Der„Volksfreund“ schreibt hierzu in gestriger Nummer, er habe die Notiz ohne jeden Hintergedanken wiedergegeben und fährt dann fort: „Als in der letzten Konferenz der Fortbildungsschullehrer die Feier beschlossen wurde, teilte Herr Lehrer Lecking, Lehrer an der Fortbildungsschule und Vorstandsmitglied des evang. Arbeiter= und Bürgervereins, mit, daß der evang. Arbeiter= und Bürgerverein seinen Lichtbilder=Apparat gegen eine Gebühr von 30 Mark verleihe. Dies ist auch in den Zeitungen im Dezember v. J. mitgeteilt. Darauf wurde von einem katholischen Lehrer bemerkt, wenn der Apparat nicht umsonst zu haben sei, wolle er bei Herrn Pfarrer Schnurbus erst einmal anfragen. Das ist geschehen und der Herr Pfarrer sagte die kostenlose Ueberlassung in die; s e m F a l l e s o f o r t z u. D a ß n i c h t n o c h e i n f o r m e l l e r A n trag an den gesamten Vorstand gerichtet wurde, konnte Herr Lecking wohl auch nicht mehr erwarten, und heute zu sagen, wir hätten es auch umsonst getan, ist ein billiges Vergnügen.— Demnach scheint also die ganze Sache auf einem Mißverständnis zu beruhen. Wir haben die vorstehende Mitteilung des„Volksfreund“ wiedergegeben, und auch ihm gerecht zu werden und hoffen, daß alle Beteiligten die Angelegenheit nun als erledigt betrachten. *r(Westfälisches Provinzial=Gustav=Adolf=Fest.) Unter dem Vorsitz des Herrn Pastors Heinenberg fand gestern abend im Gasthof Östermann die erste Sitzung des Festausschusses für das Provinzial=Gustav=AdolfFest, welches am 26. und 27. Juni in unserer Stadt gefeiert wird, statt. Nachdem der Vorsitzende den voraussichtlichen Verlauf des Festes mitgeteilt hatte, wurde der Festausschuß auf fünfzig Herren aller Stände aus der Stadt und den Landgemeinden erweitert. Sodann wurden die einzelnen Kommissionen, nämlich die Empfangs= und Wohnungs=, Ausschmükkungs=, Finanz=, Tisch=, Gesangs= und Preßkommission gebildet, in deren Hände damit die vorbereitende Tätigkeit gelegt ist. Die Kommissionen, die sich ihrerseits aus Geweindemitgliedern ergänzen können, sind einem dreigliederigen geschäftsführenden Ausschuß, bestehend aus den Herren Pastor Heinenberg, Pastor Terberger und Direktor Dr. Renz, unterstellt. Mit dem Wunsche, daß das Fest einen würdigen Verlauf nehmen möchte, schloß Herr Pastor Heinenberg die Versammlung. Wir schließen uns diesem Wunsche gern an und zweifeln nicht daran, daß dieses Fest, welches zum erstenmale in unsern Manern gefeiert wird, allgemeinem Interesse begegnen wird. **(Die militärischen Uebungen der Mannschaften des Beurlaubtenstandes) nehmen bereits wieder ihren Anfang. Aus den Jahrgängen 1895—1902 dieser Waffengattung, also Landwehrleute und Reservisten, ist eine größere Anzahl für die Zeit vom 13. bezw. 14. bis einschl. 27. März zum Landwehr=Uebungs=Bataillon Nr. 7 nach Wahn bei Köln zu einer militärischen Uebung einberufen worden. Die Einberufenen haben sich in Dortmund zu stellen. *(Ansteckende Krankheiten) wurden in der Woche vom 7. bis 13. Januar im Kreise Hörde folgende gemeldet: Unterleibstyphus 1 in Brünninghausen; ToTodesfälle durch Darmentzündung 1 in Annen; Erkrankung an Kindbettsieber 1 in Schwerte; Scharlach 1 Holzwickede, 2 Hombruch; Diphterie 3 Holzwickede; Todesfälle durch Lungenentzündung je 1 in Aplerbeck, Eichlinghofen, Annen, 2 Holzwickede; Todesfälle durch Tuberkulose 2 in Hörde. **(Migränin.) Das Kultusministerium macht im„Staatsanzeiger“ bekannt, daß das Heilmittel Migränin in die Liste der stark wirkenden Arzneimittel aufgenommen worden ist. Es darf fortan in den Apotheken nur auf die Verordnung eines Arztes abgegeben werden. Das Migränin ist eine Schmelze aus Coffein, Antipyrin und Zitronensäure. Von diesen Bestandteilen des Migränins gehört das Coffein von jeher zu den„stark wirkenden Arzneimitteln“. Schwerte im Januar 1906. Schwerte, den 31. Januar. Kaum haben wir das Jahr 1906 als„neues“ begrüßt und schon ist auch das erste Zwölftel von ihm an uns vorübergegangen, jedoch nicht, ohne für unsere Stadt mancherlei Bemerkenswertes gebracht zu haben, sodaß es sich verlohnt, den Fanuar bei seinem Scheiden schnell noch einmal an unserem geistigen Auge vorüberziehen zu lassen. De Januar gab so recht ein Bild unserer festesfrohen Zeit; doch kann man sich die Feste des Januar immerhin noch gefallen lassen, denn sie entspringen weniger der Sucht, Feste zu feiern, lediglich damit „etwas los“ ist, sondern sie entspringen dem patriotischen Fühlen und Denken unseres Volkes, das seinen Kaiser ehrt. Aber außer all den lebhaften Kaisersgeburtstagsfeiern wurde doch im Januar noch ein Fest gefeiert in schlichter, fast zu schlichter Einfachheit, und das doch ein ganzes Stück Heimatgeschichte an uns vorüberziehen ließ, wir meinen ddas 250jährige Jubelfest der reformierten Gemeinde. Ein weiteres Stück Geschichte wurde uns vor Augen geführt durch den interessanten Vortrag des Herrn Oberlehrer Feldhügel im Kriegerverein über das Thema: „Schwerte im Jahre 1870—71“, welcher in vielen Einwohnern manche alte Erinnerung wieder wach rief an die große Zeit des großen Krieges. Daß heute leider in breiten Massen Patriotismus und Nationalgefühl abgetane Sachen sind, dafür war der 21. Januar ein Beispiel, wenngleich er in unserer Stadt dank der umfassenden Vorbereitungen unserer Polizeiorgane wie allerorten ruhig verlief. Daß die„roten Genossen“ in Schwerte keinerlei Rolle zu spielen vermögen trotz aller krampfhaften Anstrengungen, das bewies wieder einmal schlagend das klägliche Fiasko ihrer beiden Versammlungen am letzten Sonntag, in denen zusammen am Schlusse glücklich fünf Dutzend, zumteil recht„grüne“ Zuhörer waren, die der„roten“ Partei nicht besonders zur Ehre gereichen können. Sonst war das parteipolitische Leben in unserer Stadt, abgesehen von den regelmäßigen Versammlungen der christlichsozialen Ortsgruppe, tot. Lebhafter ging es dagegen im kommunalen und Vereinsleben her. Da ist vor allem die geplante Sanierung des Schützenhofes erwähnenswert. In der vom Vorstande geplanten Weise ist eine Besserung der Verhältnisse sehr wohl möglich, wenn es dem neuen Pächter gelingt, das Publikum mehr wie bisher an das schön gelegene Lokal zu gewöhnen; und da mag er ist erster Linie einmal die Herren Schützenbrüder beim Ohr nehmen, daß sie der übrigen Bürgerschaft mit gutem Beispiel vorangehen. Doch verdient der Opfersinn der 55„Natleidenden“ des Schmerzenskindes „Schützenhof“ alle Anerkennung— hätten sie nicht so bereitwilligst resigniert, so hätte es dahin kommen können, daß der Schützenhof statt eines neuen Pächters einen Konkursverwalter bekommen hätte, und da singt der Kölner bekanntlich ebenso gefühlvoll wie richtig: „Dä Supp, dä hätt än Bigeschmack!" Jetzt ist die Gefahr glücklich abgewandt, was zum großen Teil mit der Initiative des Herrn Kommerzienrats Fleitmann zu danken ist, mit dem wir uns im Monat Januar noch in einer anderen Sache in den Spalten der „Schwerter Zeitung“ beschäftigen konnzen: stiftete er doch in hochherziger Weise 15000 Mark zur Erforschung der Krebskrankheit, dieses Würgengels der Menschheit,dessen innerstes Wesen der Wissenschaft immer noch mehr vder weniger verschlossen ist. Recht interessante Momente bot die am Freitag voriger Woche stattgehabte Stadtverordnatensitzung, in der die Haushaltungsschule abgelehnt wurde, obwohl sie gerade in den Industriegebieten,— und dazu müssen wir auch Schwerte nun einmal rechnen,— unseres Erachtens ganz segensreich wirken könnte, wenngleich wir andererseits wieder vor einer übertriebenen Wertschätzung warnen möchten, denn Schulen dieser Arten sind doch immerhin mehr oder minder lediglich noch Probleme, mit denen man herumexperimentiert und deren wirklichen Wert man schwerlich genau beurteilen kann. Weiter beschloß man die allgemeine obligatorische Einführung von Wassermessern, erklärte aber gleichzeitig vom Magistratstische aus, ohne einen Mindestsatz nicht auskommen zu können, der dann auch in der recht beträchtlichen Höhe von 2,50 Mark pro Monat angenommen wurde. Dieser Standpunkt erscheint uns nicht recht logisch durchdacht zu sein, denn wenn mir die Ware— in diesem Falle also das Wasser— zugemessen wird, brauche ich doch auch nur zu bezahlen, was ich in Wirklichkeit bekomFalsche Freunde. Roman von Elwin Starck. 25 Ein kurzer Händedruck, dann hörte sie in der Ferne verhallende Schritte, und der Nebel hatte die schlanke Gestalt des Mannes verschlungen. ** * Noch lange saß Else traumversunken auf der Bank und blickte starr vor sich hin. Da fuhr ein Windstoß durch das nahe Gebüsch und schreckte sie aus ihrem dumpfen Hinbrüten auf. Sie schauerte leicht zusammen, und hüllte sich in das Tuch, das sie zum Schutz gegen die Abendkühle mitgenommen hatte. Aber sie fröstelte trotzdem. Endlich erhob sie sich, um den Rückweg anzutreten, ihre Bewegungen waren matt und schlaff. Von einem Kirchturm gab die Uhr die zehnte Stunde an; Else zählte die Schläge. So spät schon? Es war die höchste Zeit, nach Hause zu gehen. Als sie jedoch einige Schritte getan hatte, machte sie Halt. Warum ging sie heim? Was war ihr Zuhause? Ein Kämmerchen, vier Treppen hoch in einem Hofgebäude, wohin sich die Sonne nie verirrte, und in dem das Recht zu wohnen sie sich mit ein paar Mark, und doch teuer genug erkauft hatte. Und in wenigen Tagen, wenn dies Recht verwirkt war, und sie die Wohnung, weil sie die Miete nicht mehr erschwingen konnte, räumen mußte, was dann? Die Wirtin hatte sie schon heute, weil sie den ganzen Tag zu Hause gesessen, so eigentümlich angesehen und sie gefragt, warum sie nicht arbeite? Unwillkürlich faßte das junge Mädchen in die Tasche. Sie fühlte darin die Zeitung für Stellensuchende, die sie sich vor wenigen Stunden gekauft hatte. Sie hatte auch Anzeigen gefunden, in denen auch Verkäuferinnen ihrer Art gesucht wurden, und morgen wollte sie sich in verschiedenen Geschäften vorstellen.. morgen. Als sie die Zeitung gekauft, da hatte sie noch Mut und Hoffnung gekannt und Freude am Leben gefühlt. Jetzt? Sie seufzte schwer. Ihr war so weh, so sterbensweh zu Mute. „Oskar, ach Oskar!“ rang es sich von ihren Lippen. Sie hätte sich sagen sollen, daß er, dem zu Liebe sie sich in Widerspruch mit ihrem ganzen bisherigen Leben gesetzt, nur ein leichtsinniges Spiel mit ihr getrieben, nur für ein paar Sommermonate Unterhaltung gesucht, und daß er ihrer innigen tiefen Neigung nicht wert gewesen sei. Was wert? Ein Schuft war er, daß er sie jetzt, da sie durch seine Mitschuld in Not geraten war, frei gab und sich jeder Sorge für sie entschlug. Aber das bedachte das Mädchen nicht. Im Gegenteil, ihr liebendes Herz suchte und fand tausend Entschuldigungen für den Ungetreuen. Der Trennungsschmerz überkam sie, mit ihm die Liebe zu dem, der das Ideal ihrer Jugend gewesen war. Und nun? Was sollte nun kommen? Sie konnte ihr Leid nicht weiter tragen, wieder setzte sie sich auf eine Bank und starrte vor sich hin. Wie sollte sich das Leben für sie ohne ihm gestalten? Von früh bis abends würde sie in dumpfen Geschäftsräumen weilen, und sie verabscheute die stickige Luft und haßte die Stadt. Ohne den fröhlichen Trost des Wiedersehens mit ihm, der der Sonnenschein in dem grauen Einerlei ihrer Tage gewesen war, gab es für sie fortan nur Arbeit, Arbeit und immer wieder Arbeit. Langsam, ohne recht zu wissen warum, ging sie weiter Plötzlich erkannte sie, daß sie auf einer Brücke stand. Hell schien der Mond in das stille, klare Wasser. Sie lehnte sich über die steinerne Brüstung und verfolgte mit den Augen die silberne Bahn, mit der der stille Gefährte der Nacht seinen Weg zeichnete. Um sie herum war alles still, nur aus der Ferne drangen verworrene Klänge zu ihr herüber. Noch vibrierten Pulse der Großstadt, aber die Mitternacht übte doch auch auf sie ihre beschwichtigende Wirkung aus. Else stand still und schaute selbstvergessen vor sich hin. Sie dachte an ihr bisheriges Leben, und es war ihr, als ob sie das gute Gesicht ihres Vaters in dem Herbstuebel, der sie umgab, erkannte. Aber das Gesicht entschwand, und Oskars dunkle Augen leuchteten sie an. „Oskar, ach.. Oskar!" Sie dachte nicht an die grausamen, egoistischen Worte, mit denen er ihr mitgeleilt, daß er sich um eine reiche Erbin bemühe, und daß, so harmlos und unschuldig auch ihr Verhältnis gewesen, es doch für ihn angebracht sei, die Bekanntschaft weiter zu führen, da jedenfalls die Verwandten der jungen Dame mit seinen Lebensgewohnheiten einziehen würden. Und sollte man ihn häufig an ihrer, Elses, Seite finden, so könnte das ein schlechtes Licht auf ihn werfen, denn die Menschen seien geneigt, das Schlechteste zu denken, und an ein rein freundschaftliches Verhältnis zwischen ihm und ihr, wie es tatsächlich bestanden, würde niemand glauben. Diese Worte hatte das junge Mädchen vergessen. Sie dachte nur an die wenigen, ach so kurzen, glücklichen Stunden, die sie in seiner Gesellschaft verlebt, an jene seligen Minuten, in denen er ihr gesagt, daß er sie liebe, in denen er sie geküßt, und wo sie gedacht, daß das Leben nach solchen Augenblicken ihr nichts Schöneres bieten oder bringen könne. Und jede Stunde, da sie mit ihm zusammen war, hatte ihr Glück vertieft, es vergrößert bis heute. Heute hatte seine Hand es zerschlagen, er hatte ihr Leben des Inhalts beraubt. Der Nachtwind rauschte, kräuselte das Wasser in leichten Wellen auf und ging sacht über die welken Blätter. Plötzlich war es ihr, als ob Schritte hinter ihr erklangen. Kam da wirklich jemand? Else schauerte zusammen und blickte mit verängstigten Augen in das nächtliche Dunkel. Sah sie recht, sah sie wirklich eine Gestalt in dem weißlichen Nebel auftauchen? Atemlos lauschte sie, von kindischer Furcht gepeinigt. Sie wartete umsonst. Niemand kam. Doch die wirren Gedanken des fieberisch erregten Mädchens hatten Gestalt angenommen und umringten sie. Ihr wurde schwindelig, eine unbeschreibliche Angst und Furcht raubten dem armen Mädchen die Besinnung. Plötzlich gab es im Wasser einen leichten Schlag, dem ein halb erstickter Schrei folgte. Die Flut warf stärkere Wellen und spritzte hoch auf. Dann wurde es still, totenstill... Der Platz auf der Brücke war leer. ** * Nachdem Kleinau Else Lebewohl gesagt, hatte er sich in die Stadt zurückbegeben; der Abschied von ihr, den sie so schwer nahm, hatte ihn mehr erregt, als er sich eingestehen mochte. Armes, kleines Ding! Sie hatte so schwermütig ausgeschaut, daß er sie von Herzen bemitleidete. Sie hatte die Sache viel zu ernst aufgefaßt. Das war fatal, sehr fatal, und er fühlte wirklich so etwas wie Gewissensbisse, wenn er bedachte, daß sie sich seinetwegen in einer unsicheren Lage befand, und daß er diese mittelbar mit verschuldet hatte. 135,20 men habe, warum wird denn sonst gemessen! 30 Mark erhalten. Der Kronprinz, der von den glücklichen Elbedeuten in vielen Fällen, wo jetzt ein kleinertern gebeten wurde die Vatenschaft zu Hausbesitzer nur 15 Mark zahlt, eine harte Erhöhung seiner Ausgaben und beim Gas wird doch auch kein Mindestsatz erhoben, und das Gaswerk hat trotz dieser „fehlenden sicheren Grundlage“ ganz hübsche Ueberschüsse erzielt. Nun, hoffentlich dient der beschlossene Mindestsatz bloß„einjährig", zumal ja unser Herr Bürgermeister ausdrücklich vorgeschlagen hat, den Mindestsatz vorläufig nur für das Jahr 1906 einzuführen. Von größeren Unglücksfällen ist unsere Stadt abgesehen von einem durch Trinken von Essigessenz zu Tode gekommenen Kinde, im verflossenen Monat verschont geblieben, desgleichen bis auf zwei Fälle Genickstarre auch von Epidemien, vor denen wir übrigens auch nicht bange zu sein brauchen, da dieselben jedenfalls im Entstehen würden unterdrückt werden, zumal wir seit der Domizilierung des Herrn Dr. Goecke jun. hierselbst acht Aerzte zur Bekämpfung aufbieten können. luch im geschäftlichen Leben gabs nichts Bomerkenswertes im Januar, nur daß die aus der Anstreicherinnung hervorgegangene Rohstoff=Genossenschaft liquidierte. Der Vorgang zeigt indessen wieder, daß die schönsten Genossenschaften, die dem Handwerk immer als„Selbsthilfe“ empfohlen werden, nichts nützen, wenn nicht ausreichende Kapitalien zur Verfügung stehen. Die Gesetzgebung, die seit Jahrzehnten das hat, muß auch wieder mehr eines kräftigen selbständigen Mitelstandes wächst sich immer mehr zu einer Kardinalfrage unserer inneren Politik aus. Handwerk als Aschenbrödel behandelt diesen Zweig unseres Erwerbslebens berücksichtigen, denn die Erhaltung se einer Kurbinalftinge Nun hat der kürzeste Monat des Jahres heute das Regiment angetreten, was er uns bringen wird, wissen wir nicht, aber den großen Weltkrieg, auf den so viele im Januar„reflektierten“, wird er auch nicht im Gefolge haben, denn die Kriegsnervosität, die Anfang und Mitte Januar noch vorherrschte, ist schlafen gegangen. W. Sch. tern gebeten wulde, die Pulenschaft zu übernehmen, wird den Wunsch gewiß gern erfüllen. Außer dem jüngsten Sohne hat auch der sechste am Geburtstage des Kaisers das Licht der Welt erblickt. § Düsseldorf, 31. Jan.(Die hiesige Strafkammer) setzte heute gegen den Arbeiter Heinr. Engelhardt von hier wegen Störung einer Versammlung der Heilsarmee eine Gefängnisstrafe von 2 Tagen fest. Das Urteil führte aus, daß die Heilsarmee eine im Staate bestehende Religionsgemeinschaft sei und ihre Versammlungen als Gottesdienste im Sinne des§ 167 des Str. G. B. anzusehen seien. * Köln, 31. Jan.(Der Großmutter Glück.) Es ist von einer glücklichen Großmutter zu berichten. Den drei verheirateten Töchtern einer hier wohnenden Dame wurde Ende vergangener Woche in derselben Nacht je ein Sohn geboren. * Remscheid, 31. Jan.(Bravo!)] In der gestrigen Sitzung der Stadtverondnetenversammlung wurde mitgeteilt, daß die Sammlungen des Hilfsausschusses für die notleidenden Deutschen in Rußland einen Ertrag von rund 8000 Mark ergeben haben. Angesichts dieses sehr erfreulichen Ergebnisses konnte von der Bewilligung eines Zuschusses der Stadt abgesehen werden. Es ist beabsichtigt, die Gelder möglichst den notleidenden Deutschen in den baltischen Provinzen zuzuwenden. * Aachen, 31. Jan.(Die Stadtverordneten) bewilligten als Silberhochzeitsgabe für das Kaiserpaar 100000 Mark für die zu errichtenden Genesungsheime für Männer und Freuen, denen ein solches für Kinder angegliedert werden soll. Ferner beschlossen sie, die Bilder des Kaiserpaares für den Rathaussaal malen zu lassen.— Zu den Kosten des Faschingszuges wurden 1500 Mark bewilligt. j* Hennen, 31. Jan.(Unsere Finanzen.) In der vor einigen Tagen abgehaltenen Versammlung der Gemeindevertretung wurde der Gemeinde=Haushaltsplan beraten und festgesetzt. Danach beträgt der Fehlbetrag für das Steuerjahr 1906—07 34 365,44 Mk., welcher mit 180 Prozent Zuschläge zur Einkommen=, Grund=, Gewerbe= und Betraebssteuer aufgebracht werden soll. Die Verzinsung für die Grunderwerbskosten sollen aus den Sparkassenzinsüberschüssen entnommen werden. ür Berghofen, 31. Jan.(In Belagerungszustand) mußte gestern die Wohnung des hier seit einiger Zeit tätigen Wunderdoktors versetzt werden. Als er vor kurzem merkte, daß ihm die Polizei auf den Fersen war, mied er zunächst am lichten Tage sein Logis in dem Konitzkischen Hause an der Südstraße. Da er sich aber scheinbar abends sicher glaubte und auch nicht daran dachte, daß die Polizei in ihm den seit 1897 steckbrieflich wegen schweren Diebstahls verfolgten Arbeiter Leuwig Sauerwald erkannt hatte, so fand er sich bald wieder ein. Nachdem er gestern morgen entwischt war, geriet er aber abends gegen 9 Uhr in die Falle. In wenigen Augenblicken war das Haus von unseren Polizeibeamten umstellt. L. suchte zu entfliehen und flüchtete auf das Dach. Dort saß er nun, die Geduld der Polizei auf eine harte Probe stellend, bis zum Morgen. Als der Tag kam, machten sie der Sache ein Ende. Der„Allgewaltige“ hatte jedoch durch den nächtlichen Ritt auf dem Dachfirst nicht wenig gelitten. Als er aber gefesselt werden sollte, widersetzte er sich derartig, daß man ihn binden und dann mit Fuhrwerk zum Arzt und darnach ins Gefängnis bringen mußte. Unglaublich aber erscheint es, daß so Viele hier und anderwärts dem plumpen Schwindel des kaum 25jährigen Menschen zum Opfer gefallen sind. ** Aplerbeck, 31. Jan.(Verschiedenes.) Festgenomen wurde in vergangener Nacht ein in der Hüttenmenage wohnhafter Mann, der beschuldigt wurde, einem Mitbewohner einen größeren Geldbetrag entwendet zu haben. Außerdem war der Festgenommene in ein verschlossenes Zimmer gewaltsam eingedrungen hatte dort einen Schrank nebst Inhalt beschädigt und die ihn zur Rede stellende Wirtin beleidigt und bedroht.— Einem sich wie willd geberdenden Manne wurde im M'schen Saale von dem Polizeibeamten H. ein Revolver in dem Augenblicke abgenommen, als er auf seinen Gegner schießen wollte.— Dem Fabrikarbeiter M. wurden in vorvergangener Nacht ein Anzug mehrere Hemden, Legitimationspapiere und zwei Uhrketten aus einem verschlossenen Schrank entwendet. Die Schrank= wie auch die Stubentür sind mittels Nachschlüssels geöffnet worden. * Hörde, 31. Jan.(Die letzte Fahrt.) Durch sein eigenes Verschulden ist heute Mittag kurz vor Schichtwechsel der Bergmann Jäger auf Schacht„Filizitas“ zu Tode gekommen. Die Menschenbeförderung hatte noch nicht begonnen. Jäger wollte jedoch mit einer Kohlenbeförderung herausfahren und geriet beim Besteigen des Förderkorbes zwischen denselben und die Schachtzimmerung. Er wurde zu Tode gedrückt. Kleine Chronik. Saarlonis, 31. Jan. Der in der zweiten Abteilung des 8. Feldartillerieregiments ausgebrochene Typhus scheint größere Ausdehnung anzunehmen. Bis jetzt sind 11 Kanoniere in das Lazarett eingeliefert worden. Ueber die Ursache des Entstehens der Krankheit unter den Manschaften wird mitgeteilt, daß ein Soldat mit einem an Typhus leidenden Bäckergesellen verkehrt habe. Der Bäckergeselle hatte in einer hiesigen Bäckerei. in der kürzlich ein Brunnen wegen verdorbenen Wassers geschlossen worden war, gearbeitet. Kiel, 31. Jan. Nach einer hier eingetroffenen Meldung hat sich im englischen Kanal ein schweres Schiffsunglück ereignet. Der mit einer Ladung Oelkuchen von Nantes nach der Ostsee abgegangene Dreimastschoner„Jantris" stieß nachts mit dem französischen Segelschiff„Margot“ zusammen. Beide Schiffe erlitten so schwere Beschädigungen, daß sie sofort sanken. Es sind nur sieben Mann des russischen Schoners gerettet. Die übrigen Leute und die ganze Besatzung der „Margot werden vermißt. Man befürchtet, daß sie ertrunken sind. Drolshagen, 31. Jan. Beim Schlittschuhlaufen brach eine junge Frau, als sie sich in kühnem Bogen etwas zu sehr einer schwachen Stelle genähert, durchs Eis und sank bis zu den Schultern ein. Sprach=, ratund tatlos starrten die am Ufer mit Eisholen beschäftigten„Männer“ auf das schreckliche Schauspiel, ohne auf die Hilferufe der armen Frau zu achten. Doch durch den Mut und die schnelle Entschlossenheit eines 13jährigen Schulknaben, der sich, ohne auf die eigene Gefahr zu achten, in das eiskalte Wasser stürzte, wurde die Verunglückte gerettet. Troppau, 31. Jan. Heute früh ist ein Dampfkessel der Dampfkesselanlage des Ignatzschachtes in Marien= berg bei Mährisch=Ostrau explodiert. Drei Heizer wurden getötet, vier Personen schwer verletzt, eine Person wurde verschüttet. Die Ursache der Explosion ist unbekannt. Dehne Trahlmetbungen. Westfalen und Rheinland. * Bommern, 31. Jan.(„Hurra, der achte Junge!“) So konnte am Kaisers Geburtstage der Bergmann Wilhelm Sperkmann hierselbst ausrufen, als ihm der achte Sohn geboren wurde. Zu dem siebenten Sohne, der Wilhelm heißt, hat sich der Kaiser als Pate ins Kirchenbuch eintragen lassen. Der achte Junge hat die Namen Friedrich Wilhelm Adalbert Verhaftet. Siegen, 1. Febr. Der früher in Glogau stationierte Eisenbahnmaterialienvenwalter Wehnert wurde hier unter dem Verdachte, mit den dort entdeckten Altmaterialienschwindeleien in Verbindung zu stehen, verhaftet. Spielhölle aufgehoben. Köln, 31. Jan.(Tel.) Heute abend wurde hier durch die Kriminalpolizei eine Spielhölle aufgehoben. Drei Männer wurden beim Glücksspiel überrascht und verhaftet. Das Geld, 30000 Mark, wurde mit Beschlag belegt. Bürgermeister abgesetzt. Vallendar, 31. Jan.(Tel.) Heute nachmittag ist der Bürgermeister Kohls in Gegenwart der Beigeordneten vom Amte suspendiert worden.— S. gestrige Nummer. Verurteilt. Kassel, 31. Jan.(Privatdep.) Der Kaufmann Georg Bartholomäus, der wegen betrügerischen Bankerotts im Jahre 1904 nach Amerika geflüchtet und im Herbst vorigen Jahres von dort ausgeliefert war, wurde wegen 61 Wechselfälschungen in Höhe von 50000 Mark von der hiesigen Strafkammer zu zweieinviertel Jahren Gefängnis verurteilt. Der Erzbischof von Posen=Gnesen. Posen, 1. Febr.(Privattel.) Erzbischof v. Stablewski erklärte sich gegen den polnischen Ostmarken= verein„Straz“ und ermahnte die Geistlichen, die Vorstandsämter in den Straz=Vereinen niederzulegen. Die Wahlrechtsreform gesichert. Hamburg, 31. Jan.(Tol.) In der heutigen Sitzung der Bürgerschaft wurde der Senatsantrag auf Abänderung der Verfassung in geheimer Abstimmung in zweiter Lesung mit 120 gegen 35 Stimmen bei einer Stimmenthaltung angenommen. Damit ist die Annahme der Wahlrechtsreform gesichert. Nicht bestätigt. Wilhelmshaven, 31. Jan. Der sozialdemokratische Landtagsabgeordnete Paul Hug wurde von der oldenburgischen Regierung als Beigeordneter der Gemeinde Bant nicht bestätigt. 106 Pferde und Rinder verbrannt. Meldorf, 31. Jan. Im benachbarten Kanzlei ist das ganze Gewese des Hofbesitzers von Drahten vollständig eingeäschert. 106 Pferde und Rinder sind in den Flammen umgekommen. Auf eine Unterseemine gestoßen. Hamburg, 31. Jan.(Tel.) Wie Generaldirektor Ballin mitteilt, ist der Dampfer„Sulvia“, der Hamburg=Amerika=Linie, der mit einem großen Transport russischer Truppen vorgestern von Wladiwostok abgegangen ist, auf eine schwimmende Mine gestoßen und in sinkendem Zustande nach Wladiwostok zurückgekehrt, wo das Schiff auf Strand gesetzt worden ist, um seinen Untergang zu verhindern. Der erste Koch Ottomar Schwaibold hat bei dem Unfall sein Leben eingebüßt. Das Schiff war zu seinem vollen Wert gegen Minengefahr versichert. Eisenbahn=Unfall. Metz, 31. Jan.(Tel.) In Kleinrosseln in Lothringen stießen zwei Güterzüge aufeinander. Ein Heizer wurde leicht, ein Arbeiter schwer verletzt. Der Materialschaden ist sehr groß. Einbruch. Wien, 31. Jan.(Tel.) In dem Schlosse Schwarzau des Herzogs Robert von Parma bei Wiener Neustadt wurden in der verflossenen Nacht durch Einbrecher Silberobjekte und etwa 20000 Kronen in Gold gestohlen, die der Herzog für seine heutige Reise nach Italien bereit gelegt hatte. Spanisches Kriegsgericht. Madrid, 1. Febr.(Tel.) Das Kriegsgericht in Ferrol, das zu untersuchen hatte, wen die Schuld an dem Untergang des Kreuzers„Cardenal Cisneros“ trifft, hat den Befehlshaber des Schiffes zur Enthebung vom Dienste auf ein Jahr verurteilt. Bulgarien rüstet. Sofia, 31. Jan.(Tel.) Das Kriegsministerium verlangt von der Sobranje einen aus dem Ueberschuß des Jahres 1905 zu deckenden Nachtragskredit von 2 700000 Franken zur Erhöhung der Kriegsbereitschaft durch Ankauf von Kriegsmaterial und Pferden. Die Sobranje wird dieser Forderung ohne jeden Zweifel entsprechen. Krisis im Ural. Petersburg, 31. Jan.(Tel.) Im Ural ist eine Arbeiterkrisis ausgebrochen. Viele Fabriken wurden geschlossen, andere befinden sich unmittelbar am Vorabend des Krachs. Die Stimmung unter den 200 000 Fabrikarbeitern ist eine drohende und man befürchtet allenthalben Unruhen. Japanische Offiziere nach Indien abkommandiert. London, 31. Jun.(Tel.) Infolge des zwischen der englischen und der japanischen Regierung getroffenen Abkommens wird eine Anzahl japanischer Offiziere der indischen Armee attachiertwerden, um deren gesamte militärische Organisation und namentlich das Verteidigungssystem an der Nordwestgrenze Indiens zu studieren. Die Japaner werden unter die verschiedenen Distrikskommandos verteilt, ihre Abkommandierung wird ein Jahr dauern. Für die gleiche Zeit werden Offiziere der englisch=indischen Armee zu analogen Studien nach Japan abkommandiert. Eine Million Menschen verhungert. Tokio, 1. Febr.(Tel.) Der Kaiser hat zur Unterstützung der von der Hungersnot betroffenen Bevölkerung 50000 Yen gestiftet. Nach den letzten Berichten beträgt die Zahl der vor Hunger gestorbenen Personen nahezu eine Million; Mittel zur Linderung der Not kommen jedoch nur in unzulänglicher Weise zusammen. Verantwortlicher Redakteur: Wilh. Schade, Schwerte. „Prachtvollen, unübertroffen zarten Crömeten verleiht Brauns'sche Grémefarbe (Päckehen mit Doppelgardine, wie Abbildung) Gardinen, Vorhängen, Reuleaux, Spitzen etc. — Ebeaialls sehr bellebt:— Altgold, Zitrongelb, Berz, Rosa, Reseda für Gardinen etc. Käuflich i.d. meisten Apothek. Drogen- u. Farbenhandlungen. S anie Ausdräcklich ferdere Päckehen mit der Beseichnung „Braunr’sche Orémefarbe“ and echte auf die Schummmarke: Schleite n Alleiniger Fabrikant: Wilhelm Brauns, Qsedllaburg. Bekanntinachung. Nachdem innerhalb der einmonatigen Frist Beschwerden nicht erhoben sind, haben die Wahlen der Beisitzer des Kaufmannsgerichts für den Kreis Hörde Rechtskraft erlangt. Ich mache daher in Gemäßheit des§ 23 der Satzungen bekannt, daß das Gericht sich endgültig aus folgenden Personen zusammensetzt: I aus dem Königlichen Landrat Dr. Busch=Hörde als Vorsitzenden, mn g.. II. aus dem Amtmann Hartung=Wellinghofen uls 1. stellvertretenden Vorsitzenden. III. aus dem Amtmann Leonhard-Aplerbeck als 2. stellvertretenden Vorsitzenden. IV. aus den selbständigen Kaufleuten: 1. Kaufmann Emil Haarmann Annen, 2. Kaufmann Friedrich Witte=Aplerbeck, 3 Kaufmann Bernhard Rosenbaum=Annen, 4. Kaufmann Josef Tappe Hombruch, V. aus den Handlungsgehilfen: 1. Handlungsgehilfe Wilhelm Kl.ffmarn Annen, 2. Handlungsgehilfe Gustav Schimmel Annen, 3. Handlungsgehilfe Hermann=Schulze Barop, 4. Handlungsgehilfe August Nasse Aplerbeck, zu IV und V als Beisitzer. Das Kaufmannsgericht tritt mit dem Tage in Wirksamkeit, an welchem vorstehende Bekanntmachung veröffentlicht worden ist. Hörde den 30. Januar 1906. Vorsitzende des Koufmannsgerichts für den Kreis Hörde. Dr. Busch, Königlicher Landrat. Bekanntmachung. Die Königlich: Reg'erung zu Arasberg hat den RegierungsFreiherr von Steina cker zu meinem Stellver reter als Vorsitzender der En ommensteuer=Veranlagungs=Kommissio 1 und der Steuer=Ausschüsse der Gewe besteuer=Klassea IIl u IV er annt. Der Vorsitz nde der Veranlagungs=Kommission. Busch, Königlicher Landrat „Fürchtet Gott. ehret den König, habt die Brüder lieb!“ „ 1. P e t z i 2, 1 7. Evang. Manner- u. Junglings-Verein zu Schwerte. Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers u. Königs. Sonntag, d. 4. Februar 1906, Beginn abends 7½ Uhr, im Stadtmissionssaale, hier, Kahstraße 7. Die Feier besteht in Ansprachen, Deklamationen, Posaunen= Vort ägen und Choc=Gesang. Die F.stansprache hat Herr Pastor Terberger freund lichst übernommen. Eintritt gegen Programm à 20 Pfg Jedermann ist freundlichst eingeladen! 877 Der Vorstand Eröffne mit dem 1. Febr. er. im Ha se des Herrn J. Gundla# Gedanstraße 15, eine 373 # Bret Niederlagt. Fritz Grave. Sehttatt DE THOMPSON 8 Zur Entgegennahme von Reklamati nen auf Zerück tellung D oder Bereiung vom aktiven Mi itärdienst, sowie de: Rek lamationen der Reservisten und Landwehrleute auf Zurückstellung im Falle einer Mobilmatung habe ich Termin auf den 12. Februer ds Is für die Gemeinden Heugsen und Opherdicke, 13.„„„ Gemeinde Holzw ckede, „„ Sölde, 16.„ Schüren. 17.„„„ Berghofen, „„„„ Aplerbeck im hiesigen Amtsbuceau, Zimmer 2, während der gewöhnlichen Dienststunden anberaumt. Die Reklamatioen, welche persönlich anzubringen sind, müssen durch Vorlage von Bescheinigungen und Urkunden begründet werden. Namentlich sind die Gebu tsscheine der El ern und sämtlicher Geschwister. sowie die Ste#erzettel und der Nathweis des erbeitsverdienstes der sämtlichen Geschwister während der letzten 6 Monate zu erbringen. Die Invaliden ente, Pe sion und Schuldenzinsen sind ebenfalls nachzuweisen Bei begaupteter Erwerbsunfähigkeit emp stehli sich die Beibringung eines kreisätzulichen Atteste 8. Die im Vorjahre angebralten Reklamationen sind zu erneuern Aplerbeck, den 23 Januar 1906 Der Amtmann. Leonhard K Wer gebunden ist durch Trunksucht und sich und andere in größerem oder geringerem Maße schädigt an Leid und Seele, zu schützen sucht vor den Gefahren des Alkohols, W.n durch Gebet und Arbeit mitheifen mochte, daß arme in Trinksitten und Trunksucht Gebundene gerettet werden, möge sich einfinden in der Blau=Kreuzstunde des Schwerter Plau-Kreuzvereins jeden Sonntag, vormittags 8 Ahi im Lokal der Stadtmisston Auhstraße Nr. 7. SEIFEN-PUIVER das Ceste tasciintts. de. Wolt Zu Aaben. * 500 den meisten. 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Insertionsgebühr für lokale Anzeigen, die sechsgespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 Pfg., 40 Pfg., Druck und Verlag von Carl Praus in Scherte, Fernsprech=Anschluß Nr. 62. Amt Schwerte. Telegr.=ArenBraus, Schwerte=Ruhr. Abnnemenispreis pro Quartal 1 Mark 65 ffl 42 Pfg. Bestellgeld, wenn durch die Post bezogen. Erscheint an jedem Wochentage. Wöchentliche Familienfreund.“ Erstes und ältestes Tages-Organ des Kreises Hörde. Haupt-Aunoncenblatt. Panzer=Autoll! Ein Panzerautomobil für höhere Truppenführer wird von der Firma Opel auf der kommenden Berline Automobilausstellung herausgebracht, das vom 2 tor der Berliner Abteilung, Ingenieur L. A. konstruiert und erbaut ist. Der Versuch baut sich auf praktischen Erfahrungen aus den letzten Manöveri auf. Bei den Truppenübungen in der Lausitz benutzte der kommandierende General einen 20 PS. Opel=Wagen und legte mit diesem Strechen zurück, die mit einem Pferde einfach lunmöglich zu bewältigen gewesen wären. Im Ernstfalle würde sich das Verhältnis noch zugunsten des Automobils um ein Bedeutendes verschieben, da die Ausdehnung der kriegsstarken Verbände erheblich größer sind. Besonders in feindlichem Gelände wird die Panzerung zur Geltung kommen, da das Automobil oft auf langen ungedeckten Wegen zur Verwendung kommen würde, und gegen die Angriffe kleinerer Patrouillen sowie gegen tückische Kugeln der Frantireurs Sicherheit zu bieten vermag, denen 187071 so mancher Ordenanzoffizier mit wichtigen Meldungen zum ppfer siel.(uhrges Das Chassis des Wagens ist ein vierzylindtig Opel=Darracg von 40 Ps. mit vier Geschwindigkeiten von 10, 20, 30 und 40 Kilometer in der Stunde, zu denen noch ein Rückwärtsgang von 15 Kilometer kommt. Der Wagen hat Cardangetriebe, Innenbremsen, zwei Zündungen und Pneumatiks, von denen die hinteren mit Gleitschutz versehen sind. Die Karosserie ist sechssitzig, während für einen Begleitmann noch ein Notsitz im hinteren Teil vorhanden ist. Die beiden Rücksitze bieten dem Truppenführer mit seinem Generalstabschef, die beiden Drehsitze zwei Generalstabsoffizieren Platz. Zwischen diesen Sitzen sind auf jeder Seite ein verstellbares Fernrohr auf feststehendem Stativ angebracht, ferner Kartenpulte mit Zelluloidüberfür die Aufnahme der Generalstabskarten in halber Sektionsgröße, die in der Dunkelheit durch kleine, nach oben abgekleidete elektrische Lampen beleuchtet werden können. Daß sie zusammenblappbar sind, erscheint selbstverständlich, um außer Benutzung mit den Säbelfutteralen, Kartentaschen, Provianttaschen, Zeitmesser, Kompaß und Feldstecherfutteralen nicht zu viel Raum in Anspruch zu nehmen. Eine Panzerung, die bei kriegsmäßiger Ausführung aus 6 Millimeter starkem Kruppschen Spezialstaßl hergestellt wird, der selbst unsere modernen In)### geschosse nicht durchläßt, zieht sich rings um den B# bis zur Scheitelhöhe einer sitzenden Person. Auch der Motor ist durch gleiches Material vollständig geschutzt, während vor dem Kühler eine gut konstruierte durchbrochene Panzerung dem Eindringen größerer Geschosse oder Splitter Halt gebietet. Von einer Panzerung der Räder und Pneumatiks ist Abstand genommen, da man hier nur mit verirrten Kugeln zu 5ak. 64 Die Armierung besteht aus zwei Mauser=Schnellfeuergewehren, die 70 Schuß in der Minute leisten, und Mauser=Pistolen für die Generalstabsoffiziere. Westfalen und Rheinland. * Witten, 31. Jan.(Eine kinderreiche Familie.) Im Muttental starb die Frau des von der Thysen, die Tihrem Manne in neunzehneinhalb Jahren der Ehe 22 Kinder geschenkt hat. * Wattenscheid, 31. Jan.(Mordsache Reick.) In der Günnigfelder Mordangelegenheit fanden gestern und heute umfangreiche Vernehmungen statt. Der am Samstag festgenommene Arbeiter hat wieder entlassen werden müssen, da er sich über seinen Aufenthalt in der Mordnacht ausweisen konnte. Zur Untersuchung des Verbrechens ist ein Kriminalbeamter aus Berlin hier eingetroffen. Man hofft, daß die mit Eifer aufgenommenen Nachforschungen nach den Mördern nunmehr bald von Erfolg sein werden. § Bochum, 31. Jan.(Wegen schwere Urkundenfälschung) und Betruges hatte sich der Kaufmann Karl Schulte von Witten vor der Strafkammer zu verantworten. Schulte geriet im Jahre 1903 in Vermögensverfall. Um sich einen Kredit zu verschaffen, fälschte er eine erhebliche Anzahl Wechsel im jeweiligen Höchstbetrage bis zu 800 Mk. Auch versuchte er sein Glück im Spiel und Rennwetten. Der Gesamtbetrag der gefälschten Wechsel wird sich auf 5— 6000 Mk. belaufen. Als ihm der Boden unter den Füßen zu heiß wurde, flüchtete er über Holland nach Amerika. Im August vorigen Jahres gelang seine Verhaftung. Die Strafkammer verurteilte Schulte zu 2 Jahren Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft hatte 3 Jahre Gefängnis und 1000 Mark Geldstrafe beantragt. Wichtige Neuerungen in der sozialpolitischen Gesetzgerung. Schwerte, den 1. Februar. licher Sparkassen erlassen. Wir geben daraus folgende des Baues von Arbeiterwohnunfür geeignet erklärt sind, die erforderlichen r Das Geld darf von der Sparkasse verliehen werden an gemeinnützige Baugenosisenscherter„arsgähnliche Vereinigungen, ferner an Versicherte, endlich an Arbeitgeber für Arbeiter ihres eigenen landwirtschaftlichen Betriebes. sichert sein, oder nach Austritt aus der Versich pflicht sich freiwillig weiterversichert haben und sich verpflichten, für die Zeit, in der sie das Darlehn von der Versicherungsanstalt haben, durch jährlich rindeitens 26 Wochenmarken der zuletzt verwendeten Lehllasse die Weiterversicherung aufrecht zu erhalten. Freiwillig in die Versicherung eintretende Personen müssen 200 Marken wenigstens der 2. Lohnklasse verwendet haben und sich verpflichten, fernerhin jährlich wenigstens 26 Wochenbeiträge zu leisten. Das Geld darf nur dienen zur Erbauung gesunder und billiger Wohnungen. Es sollen in der Regel nur Ein= und Zweifamilienhäuser mit Hausgarten beliehen werden. Der Wert eines Hauses einschließlich des Grund und Bodens darf bei Einfamilienhäusern den Betrag von 6000 Mark, bei Zweifamilienhäusern von 10000 Mark nicht überschreiten. Zur Abstoßung anderer z. B. höher verzinslicher Darlehne darf das Darlehn nicht dienen. Der Zinsfuß beträgt drei Prozent,— für Arbeitgeber, welche das Haus in ihrem Eigentum behalten, dreieinviertel Prozent,— der Tilgungssatz jährlich Freunde. Roman von Elwin Starck. 24 Er fuhr sich erregt mit der Hand durch das Haar.„Aber was soll denn werden,“ rief er ungeduldig,„wenn Du durchaus auf Deinem Trotzkopf beharrst, Dich durchaus nicht in die veränderte Lage der Dinge finden willst? Du weißt nicht, welchen Gefahren ein unbeschütztes, junges Mädchen ausgesetzt ist, oder Du würdest mir nicht entgegen sein.“ „Ich bin nicht vubeschützt, Oskar, ich habe Dich!“ und damit klammerte sie sich Trost und Hilfe suchend an seinen Arm. „Mich?“ Er lachte verlegen auf, und beugte sich zu ihr nieder.„Ja, Kind, ich möchte Dir von Herzen gern behilflich sein, aber sieh doch ein, daß es mit uns nicht so weiter gehen kann, wie bisher. Mit beginnendem Winter müssen wir unsere Ausflüge einschränken, ich werde mich Dir nur wenig widmen können. Leider! Ich bedaure es, kann es aber nicht ändern. Ich habe Arbeiten vor, habe viel zu tun, wirklich sehr viel. Du wirst begreifen, daß ich nicht Herr meiner Zeit bin. Du wirst verstehen..“ Er sprach hastig, abgebrochen, offenbar suchte er nach passenden Worten zu seiner Rechtfertigung. Else verstand ihn.„Du bist meiner überdrüssig geworden, Oskar,“ sagte sie leise.„Warum sagst Du es nicht gerade heraus?“ „Dummes Zeug, Kind, Du bist heute nur ein wenig empfindlich. Ich rate Dir dringend, Dich mit Deiner Verwandten auszusöhnen. Tue es, tu's mir zu Liebe, versuche es wenigstens, das Trotzköpfchen abzulegen. Sei ein verständiges, gutes Mädchen und laß Dir zu Deinem Besten raten. Siehst Du, es kann zwischen Dir und mir wirklich nicht so weiter gehen wie bisher.“ Sie schwieg und hob, als er geendet hatte, die dunklen Augen, in denen große Tränen schimmerten. Oskar sah sie deutlich im Mondschein leuchten, sah ihr blasses, verhärmtes Gesicht, und tiefes Mitleid überkam ihn.„Mein liebes, kleines Mädchen,“ bat er, sieh mich doch nicht so verzweifelt an, ich kann es nicht ertragen.“ Da schluckte sie die Tränen tapfer hinunter und sagte:„Willst Du mir einen Gefallen tun?" „Gern. Ich möchte nur wissen, um was es sich handelt.“ „Du kannst es tun, Oskar, ohne wenn und aber, es handelt Frage. Ich wollte Dich daß ich es sich nur um die Beantwortung einer bitten, mir etwas zu sagen. „Gewiß, Else, sehr gern, vorausgesetzt natürlich, Sie schüttelte den Kopf.„Du willst mit mir Verstecken spielen, ich höre es Deinen Worten an. Aber Oskar, ich bitte Dich, sage mir die Wahrheit, wenn ich Dich frage. Gib mir die Hand darauf, daß Du es tun willst.“ Ihm wurde ein wenig unbehaglich zu Mute.„Warum so feierlich, Kind?“ entgegnete er, bemüht einen leichten Ton anzuschlagen.„Es wird kühl, und die Promenade muß ein Ende nehmen. Wollen wir das übrige nicht brieflich abmachen? Ich habe heute abend noch eine Verabredung, und es ist bereits spät geworden.“ Da sich die Unterredung, wie Oskar wohl merkte, zu einer Entscheidung zuspitzte, hätte er sie am liebsten wieder hinausgeschoben, obwohl dies durchaus nicht in seiner Absicht gelegen hatte. Aber er fürchtete sich, töricht genug, vor ihren Tränen. Du lieber Himmel, hätte er nur eine Ahnung davon gehabt, wie sensitiv sie war, so hätte er sich nun und nimmer mit der Kleinen eingelassen. Wie konnte man nur alles so tragisch neh„Nein, Oskar, Du entgehst mir nicht,“ sagte Else.„Ich habe Dich um Wahrheit gebeten, vergiß nicht, daß Du sie mir schuldig bist.“ Diese Worte, obwohl leise gesprochen, verfehlten nicht, gewissen Eindruck auf ihn zu machen. Sein Gesicht wurde ernst. Er war ihr Wahrheit schuldig, das fühlte er. Sanft zog er ihren Arm durch den seinen.„Mein liebes Herz, Else," begann er sei verständig... Ga6 Du, wich Sie zuckte leicht zusammen.„Hust Du mich noch lieb, Oskar?" fragte sie angstvoll. „Gewiß, Kind, ich habe es Dir ja oft gesagt.“ „Dann ist alles gut, dann will ich auch verständig sein.“ Beide wandelten, Seite an Seite geschmiegt, die einsame Allee auf und ab. Der junge Ingenieur sprach leise und eindringlich auf das Mädchen ein, das nur von Zeit zu Zeit mit zitternder Stimme ein Wort dazwischen warf. Wurde das arme Ding bei seinen Auseinandersetzungen wirklich verständig? Er wußte es nicht, er hielt nur ihre kleine, kalte Hand in der seinen, während er sie von der Richtigkeit seiner Ansicht zu überzeugen suchte. Endlich entzog sie sich ihm.„Ich habe verstanden, Oskar, alles, alles verstanden,“ sagte sie.„Du hast nicht nötig, Dich zu verteidigen, ich weiß, daß Du mich nicht mehr liebst. Du liebst eine andere, willst eine andere heiraten.“ „Aber Kind, ich..“46(ane „Widersprich nicht, Oskar, Du sollst nicht lügen, soust mir nicht in der letzten Stunde unseres Beisammenseins eine Unwahrheit sagen.“ Sie hob das geneigte Haupt und sah ihm fest in die Augen.„Freigeben kann ich Dich nicht, Du hast Dich in keiner Weise gebunden. Aber ich werde auch keinen Anspruch an Deine Zeit machen, davon sei überzeugt.“ Am Ende der Allee befand sich eine Bank; ermattet ließ sie sich darauf nieder, während er vor ihr stehen blieb.“ Mit einem sonderbaren Gefühl, das halb dem Mitleid mit ihr, halb der Erleichterung entsprang, daß die Unterredung beendet war, blickte er auf das junge Mädchen. Er ergriff ihre Hand und streichelte sie.„Vergitz nicht, Else, um was ich Dich gebeten habe,“ sagte er dann.„Ich werde wirklich erst Ruhe finden, wenn ich weiß, daß Du in das Haus Deiner Tante zurückgekehrt bist. Schreibe mir, sobald dies geschieht.“ Sie nickte stumm. „Ich werde Dich nach Hause bringen,“ schlug Oskar nach einer etwas verlegenen Pause vor. „Ich danke, Oskar, bemühe Dich nicht. Ich finde meinen Weg selbst, zuvor möchte ich mich jedoch ein wenig ausruhen.“ Er zögerte ein wenig.„Hier kann ich Dich nicht allein lassen, es geht nicht.“ Auh worum nicht?“ der eet uos „Die Gegend ist abgelegen, unsicher. Dem der jetz. noch vorüberkommt, ist nicht zu trauen, denn Du darfst nicht vergessen, daß es bereits spät ist. Wer weiß, wofür man Dich hält.“ „Du hast recht, Oskar, wie immer, doch siehst Du, mir ist'e gleich, wofür man mich hält. Vorwürfe mache ich Dir nicht. Aber ich bitte Dich, laß mich allein.. ich möchte allein sein.“ Einige Minuten stand er unentschlossen vor ihr, endlich sagte er:„Lebewohl, Else! Nimm den Abschied nicht zu schwer, und werde noch einmal recht, recht glücklich. Das wünsche ich Dir von ganzem Herzen."...„ 135,20 „Lebewohl, Oskar! Ich wunsche Dir auch alles Gute.“ mindestens ein Prozent. Die Summe der Zins= und Tilgungsbeträge ist bis zur völligen Abtragung der Schuld in jedem Jahre gleich hoch. Soweit diese Summe nicht zur Verzinsung des jeweils noch vorhandenen Schuldbetrages erforderlich ist, dient sie zur Tilgung. Die Versicherungsanstalt hat das Recht, das Kapikal sechs Monate nach Aufkündigung von der Sparkasse zurückzufordern, doch wird sie von diesem Rechte ohne triftigen Grund keinen Gebrauch machen, solange Zinsen und Tilgungsbeträge pünktlich eingehen und die Häuser bestimmungsgemäß verwendet werden. Darlehnsanträge sind durch die Sparkassen an die Landes=Versicherungsanstalt Westfalen zu Münster k. W. nach dem von der Versicherungsanstalt vorgeschriebenen Muster zu richten. Die Auszahlung der Darlehnsbeträge durch die Versicherungsanstalt erfolgt frühestens mit dem Beginn der Bautätigkeit und zwar zwischen 3. und 15. jedes Monats, falls die erforderliche Summe bis zu Ende des vorhergehenden Monats bei der Versicheeungsanstalt angemeldet worden ist. Bei Anforderung von Geldern außer dieser Zeit, welche aber möglichst zu vermeiden, sind die hierdurch der Versicherungsanstalt entstehenden Mehrkosten dieser zu erstatten. Vorstehende Bestimmungen bilden abermals einen erheblichen Forschritt auf dem Gebiete der Invalidenversicherung. Es ist ein neuer Beweis, wie die Landesversicherungsanstalt Westfalen sich immer mehr bemüht, ihren Versicherten die größte Hilfe und Unterstützung, welche im Rahmen des Gesetzes zu gewähren ist, auf möglichst bequeme und einfachste Art angedeihen zu lassen. Da fragt wohl so mancher noch immer, was gewährt denn die Invalidenversicherung überhaupt im Rahmen des Gesetzes?— Nun, das möge nochmals durch folgendes aufgezählt sein: 1. Invalidenrente im Falle dauernder Erwerbsunfähigkeit(Herabsetzung der Erwerbsfähigkeit auf weniger als ein Drittel). 2. Krankenrente(Invalidenrente) im Falle vorübergehender Erwerbsunfähigkeit von mehr als 26 Wochen. 3. Altersrente bei Vollendung des 70. Lebensfahres. 4. Aufnahme in ein Invalidenhaus anstatt Rente. 5. Krankenfürsorge mit Angehörigenunterstützung, sofern der Krankheitsfall sich dazu eignet, zwecks Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit(Badekuren pp.). 6. Eine Beitragserstatung in den dafür vorgesehenen Fällen. 7. Die sonstigen Vorteile der Invalidenversicherung(billiges Darlehn zum Bau eines eigenen Wohnhauses usw., zu vergl. vorstehende Bestimmungen.) Durch Vorstehendes dürfte bewiesen sein, daß die Invalidenversicherung im Vergleich der dazu derlichen Aufwendungen ganz erhebliche Vorteile bietet. Industrie und Handel. § Die Lage des Weltzuckermarktes ist seit dem vorPariser Krach andauernd ungünstig. Die Verhältnisse sind auch heute noch derartig, kunft nur mit wenig Vertrauen entgegengesehen werden kann. Deutschland, der weitaus größte Zuckerproduzent, hat naturgemäß darunter um meisten zu leiden. Durch den vorjährigen, infolge der hohen Preise schwachen Verbrauch und durch die außerordentlich große letzte Ernte, haben sich die Vorräte ungewöhnlich aufgehäuft. Auf die Frage, wie hier zu helfen ist, werden von fachmännischer Seite in der Voss. Ztg. drei Wege gewiesen: 1. Einschränkung des kommenden Rüberbaues, 2. Suche nach neuen Absatzgebieten im Auslande und s. Hebung des Verbrauchs im Inlande. Zu Punkt 3 wird dringend die Aufhebung der auf Zucker ruhenden 80 prozentigen Inlandsteuer verlangt. FId Vermischtes. *(Eine Zeitschrift als„Erpessungsmaschine. Aus Newyork wird bereichtet: Großes Aufsehen erregen die Enthüllungen über die Praktiken eines sogenannten„Gesellschafts=Journals“, das unter dem Titel „Towu Topies“ erscheint, die im Laufe einer Gerichtsverhandlung gemcht worden sind. Es wurden erstaunliche Tatsachen bekannt, die zeigen, wie amerikanische Millionäre durch Erpressungen systematisch gebrandschatzt werden; und es muß eigentlich besonders auffallen, daß sie sich in solcher Weise brandschatzen lassen. In der Verhandlung sagte der Herausgeber der genannten Zeitschrift, Colonel Mann, er habe von zahlreichen vermögenden Newyorker Bürgern„Darlehen“ erhalten„die er entweder überhaupt nicht oder nur in Anteilscheinen seiner Zeitschrift zurückgezahlt habe. Auf der Liste dieser Geldgeber finden sich folgende bekante Namen: James R. Keene 360000 Mk.; J. Pierpont Morgan 10000 Mark.; WWilliam K. Vanderbilt 100000 Mark; William C. Withney 40000 Mark; Howard Gould 10000 Mark; Chavles M.Schwab 40 000 Mark; Grant C. Schley 6000 Mark; Roswell P. Flower 50000 Mark; die Morton Trust=Gesellschaft 40 000 Mark. Im weiteren Verlauf der Verhandlung sagte der Herausgeber der„Towu Topies“, er habe über Leute aus der Gesellschaft und bekannte Klubmitglinder„ganze Wagenladungen von Skandalnachrichten“ erhalten; aber er stellt es entschieden in Abrede, daß ihm solche Mitteilungen von der Dienerschaft der betreffenden Leute zugetragen würden. Natürlich„unterdrückte“ er Artikel, die Leute bloßstellen konnten, wenn sie der liebenswürdigen Aufforderung,„Teilhaber" oder Geldgeber der Zeitschrift zu werden, bereitwilligst nachgekommen waren. In einem Falle unterdrückt er z. B. auch einen Artikl über einen Mr. Royal Smith, nachdem ihm dessen Freunde Annoncen im Werte von 4600 Mark für seine Zeitschrift aufgegeben hatten. Der Richter bezeichnete daher die„Towu Topois" im Laufe der Verhandlung als eine wahre rpressungsmaschine.“ Stedttheater Dortmund. Donnerstag, den 1. Februar. Ansang 7,0 Uhr.„Heimat“. Schauspiel in 4 Aufzügen von Hermann Sudermann. Freitag, den 2. Febr. Anfang 7,30 Uhr.„Das Glück im Winkel.“ Schauspiel in drei Aufzügen von Hermann Sudermann. Sonnauend, den 8. Februar. Anfang 7,30 Uhr. Diavolo“ oder„Das Gasthaus zu Terracina“. Komische Oper in 3 Aufzügen von Fr. Auber. Sonntag, den 4. Februar. Volksvorstellung zu kleinen Preisen. Anfang 6 Uhr.„Martha oder„Der Markt zu Richmond.“ Romantisch=Komische Oper in drei Aufzügen von Fr. v. Flotow. Abends 7,30 Uhr. Gastspiel der Signorina Frauzescina Prevosti.„Traviata“. Oper in 8 Aufzügen von G. Verdi. 9 Stadttheater Hagen. Freitag, den 2. Februar. Abends 8 Uhr. Zum 3. Male „Frühlingsluft". Operette. Musik nach Motiven v. J. Strauß von Reiterer. Sonntag, den 4. Febr. Nachm. 3,30 Uhr, kleine Preise. Letzte Aufführung:„Der Postillon von Lonjumeau. Komische Oper in 3 Akten: Musik von Adam. Abends 7,30 Uhr: Zum 4. Male: Frühlingsluft. Wetterbericht der deutschen Seewarte. 1. Febr. Bewölkt, kalt. Niederschläge, Wind. 2. Meist bedeckt, feuchtkalt. 3 Wolkig, trübe, frostig, strichweise Schnee. Verantwortlicher Redakteur: Wilh. Schade, Schwerte. Grünkohl mit Sahne. 6 Personen. 3—4 Stunden Drei Pfund Kohl werden von den Stielen gestreift, in Salzwasser fast weich gekocht und fein gehackt. Dann läßt man 3 Löffel geriebene Semmel in 50 Gramm Butter gar werden, gibt den Kohl dazu, läßt ihn unker fortgesetztem Umrühren langsam aufkochen und fügt nach und nach ein Viertel Liter kochende Sahne, sowie nach Geschmack etwas Zucker dazu. Zuletzt würzt man das Gericht mit einem halben Teelöffel Maggi's Würze und vermischt oderumlegt den Kohl beim Anrichten mit kleinen ganz gebratenen Kartoffeln. Schlachtviehpreise nach Lebendgewicht Auf Grund amtlicher Marktberichte zusammengestellt und nach eigenen telegraphischen Berichten bearbeitet von der Centralstelle für Viehverwertung der Preußischen Landwirtschaftskammern Berlin V., Köthenerstraße 28/29. Auftrieb: Tendenz: Rinder Kälber Schafe Schweine Rinder Kälber Schafe Schweine Berlin am 27. 1. 5378 912 886 769 1282" 262 590 462 7758 34 448 □ 2 10848 1112 1600 1281 langsam langsam schlepp. schlepp. langam flott„„ lebhaft„„„„„]„ chlepp. I. tebhaft. a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes b) junge fleischige, nicht ausgemäst. u. ält. ausgemäst. o) mäßig genährte junge und gut genährte ältere d) gering genährte jeden Alters. a) vollfleischige, ausgemästete bis zu 5 Jahren b) vollfleischige jüngere...... c) mäßig genährte jüngere und gut genährte altere d) gering genährte a) vollfleisch., ausgemäst. Färsen höchst. Schlachtw. b) vollfleisch., ausgemäst. Kühe, höchst. Schlachtw. c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen d) mäßig genährte Kühe und Färsen..... e) gering genährte Kühe und Färsen..... a Dappellender. 5 b) feinste Mast=(Vollmilchmast) u. beste Saugrälber c) mittlere Mastkälber und gute Saugkälber d) geringere Saugkälber e) älteres gering genährtes Jungvieh(Fresser) a) Mastlämmer und jüngere Masthammel. d) ältere Masthammel......... e) mäßig genährte Hammel und Schafe(Märzschafe) d) Holsteiner Niederungsschafe und Lämmer a) vollfleischige der Rassen u. Kreuzungen bis zu 1. J. b) Käser c) fleischige d) gering entwickelte.. 29 Sauen....... Butterbrot=Papier. 100 Blatt 122 — garantiert fettdicht— sauber in Carton verpackt — Preis 35 Ptg.= in Bogen perforiert. Carl Braus, Schwerte-Ruhr, Papier= undSchreibwaren=Handlung. Vektauf von Auergeraten. Der Bahnbeamte Friedrich Elsenplässer zu Villigst läßt am Dienstag, den 6. 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