Nr. 1. des 2. Jakuar 1986 — A 3 05 05 ELtech- etee rrrm n u. Au a e S Uh Arsertlanggkrühr für leiche Angesgen, die sechsgeshaltene Feirt##ile oder deren Raum 10 Pfg., außerhalb 15, Reklame=Zeile 18 Pfg., Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte, #ernsprech=Anschluß Nr. 62. Amt Schwerte. Belegr.=Adresse Braus, Schwerte=Ruhr. ERmmmmnchmmmrmmmmrmr ce Alle Kreis= und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlagen gemäß Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung" rechtsverbindliche Kraft. Abnnementspreis pro Quartal 1 Mark 65 Pfg., ezes 42 Pfg. Bestellgeld, wenn durch die Post bezogen. Erscheint an jedem Wochentage. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illüstrierter Familienfreund.“ Erstes und allester Ein Menetetel für das verhetzte Volt. Die Strafkammer in Dresden verhängte am Samstag wieder längere Freiheitsstrafen über A ter, die an den Unruhen am 17. Dezember teilgenommen hatten. Wir geben nachstehend die beiden Meldungen wieder: Dresden, 31. Dez. Die Strafkammer verurteilte den Bauarbeiter Ernst August Steuer wegen Landfriedensbruchs, Aufruhrs, Aufforderung zu tätlichen Angriffen gegen Beamte, schwerer Beleidigung und ruhestörenden Lärms, begangen bei Gelegenheit der Straßenkundgebungen in der Nacht zum 17. Dezember, zu zwei Jahren sechs Monaten Gefängnis. Dresden, 31. Dez. Der während der Straßendemonstration in der Nacht zum 17. Dezember verhaftete 21jährige Metalldrücker Ernst Alwin Schreiter aus Scharfenstein wurde heute von der 6. Strafkammer wegen Aufruhr, Aufreizung zum tätlichen Angriff, schwerer Beamtenbeleidigung, Straßenlärms und unbefugten Tragens eines Dolches zu 3 Jahren Gesäuguis und 2 Wochen Haft verurteilt. Die beiden Urteile werden wohl manchem zu denken geben, so daß er nicht wieder auf Großsprechereien hin seine Haut für nichts und wieder nichts zu Markte trägt. Jammerschade ist es, daß die gesetzliche Strafe nur die Verhetzten, nicht auch die Hetzer trifft, die sich bekanntlich, als ihre Hetzarbeit beendet, schleunigst drückten, nur in den Versammlungen das große Wort führen, ihre eigene Haut dagegen für die„Agitation“ auf der Straße für schade erachteten. Genau so treibt es ja auch die sozialdemokr.„Revolutionshauptmaulheldin“ Rosa Luxemöburg, die in wütendstem Radikalismus macht, vom sicheren Redaktionssessel in Berlin aus allerdings, während sie sich sorgfältig hütet, nach Rußland zu gehen, wohin sie gehört ihrer Geburt nach, und dort praktisch Revolution zu treiben. Und solchen„Helden“ folgen hunderttausende deutscher Wähler! Haupt-Annoncenblatt. Die Beurteilung eines Falles„aus der politischen Situation heraus.“ Genosse Goldstein, der einzige Sozialdemokrat der zweiten sächsischen Kammer hat ein in Wahrheit golbenes Wort geprägt; ein Wort, ob dessen verblüfsenden Wahnsinns sich der Generalgewaltige Bebel und sein Stab verlegen hinter dem Ohr gekraut he beu werden. Und sie würden ihm den„Orden der politischen Reise“, den er— nach neuerlicher Aeußerung in seinem Zukunftsstaate als einzige Dekoration gelten lassen will, kaum zuerkennen. Wie bekannt, besaß Genosse Goldstein die Stirn, die Regierung wegen des Wuffengebrauchs der Polizei bei den Kravallen am 3. Dezember zu interpellieren; mit dem Nachsatz: was die Regierung zu tun gedenke, um der Wiederkehr solcher gewalttätiger Handlungen vorzubengen? Er mußte vor ein paar Wochen seine Interpellation begründen, und er tat es in einer ganz eigenartigen Weise. Freilich sei nicht zu leugnen, daß die Temonstranten gegen zu Recht bestehende gesetzliche Vorschriften verstoßen hätten; aber man dürfe einen solchen Fall nicht nach rein juristischen Grundsätzen, sondern aus der politischen Situation heraus beurteilen. M rt Aum ee Wie gesagt, ein goldenes Wort. Ueverzeugeno und wirkungsvoll. Und nun ein Vorschläg zur Güte. Unsere Regierungsmänner eignen sich das Wort an, denn was dem einen recht ist, muß dem anderen billig sein. Da gibt es einige unbequeme Leute bei uns, namens Bebel, Singer, Kautzky, Stadthagen e tuti quanti, die leichtgläubigen Arbeitern allerlei Gedanken von„Generalstreik" und„Revolution“ in den Kopf setzen. Jurktisch sind sie so recht nicht zu fassen, denn mit Fuchsschlauheit wissen sie mit ihrer Hetzarbeit kurz vor dem Punkte einzuhalten, wo ihnen die Schlinge über den Kopf geworfen und zugezogen werden könnte. So mögen denn unsere„maßgebenden Kreise“. diese Dinge einmal„aus der politischen Situation“ heraus" betrachten. Und, wenn ihnen dann, wie siark zu vermuten steht, Remedur nötig erscheint, dann teögen sie auf das Juristische pfeifen, und die ganze Genossenschaft— nach telegraphischer Verständigung mit Rußland— über die Ostgrenze abschieben. Unsere Nachbaren dort wird es auf ein paar Umstürzler mehr oder weniger nicht ankommen; man könnte sie ja auch gleich nach der Peter Pauls=Veste abführen lassen. Die Herren Genossen aber könnten sich kaum wundern; hören wir doch von ihnen Tag für Tag mit ermüdender Beharrlichkeit versichern, daß wir nicht in einem Rechtsstaat leben. Und dann wäre ihnen ja auch Gelegenheit gegeben, statt vom sicheren Redaktionstisch aus Aufruhr zu schüren„Blut und Leben für die„glorreiche“ Revolution einzusetzen.„Aus der volitischen Situation herausbeurteilt", wäre das doch eine erfreuliche Lösung. Ortresert Deutschland. Zum Ablauf des deutsch=amerikanischen Handelsvertrages wird der„Post“ geschrieben: Die amerikanischen Firmen, welche in Deutschland Niederlassungen besitzen, treffen umfassende Vorkehrungen, um für den 1. März beim Ablauf des Handelsvertrages zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten gerüstet zu sein. Um der immerhin möglichen Zahlung des Maximalzolles für amerikanische Waren zu entgehen, legen die amerikanischen Firmen jetzt schon in Deutschland große Vorräte an. Täglich fast treffen riesige Sendungen von Schmalz, landwirtschaftliche Maschinen, Schuhen, Konserven usw. ein, und die Lager sind auf Monate hinaus gefüllt. Die Firmen hoffen, inzwischen ein Handelsabkommen erzielt werden wird, so daß sie durch ihre jetzigen Vorbereitungen den höheren Zoll ersparen. Gotha, 31. Dez. Auch die zweite Wahl des sozialdemokratischen Fabrikarbeiters Jäger zum Senator in Waltershausen hat die Bestätigung des Staatsministeriums nicht erbalten. Der frühere bürgerliche Senator Heineke ist von der Regierung als ständiger Senator und Vertreter des Bürgermeisters bestellt worden. Posen, 31. Dez. Im Hotel Koschnicke in Gnesen wurde kürzlich eine große Polenversammlung abgehalten, in der Korfanty sprach. Die Militärbehörde hat infolgedessen allen Militärpersonen den Besuch des Lokales verboten und den Militärkapellen untersagt, dort Konzerte zu veranstalten. Ueber das Heer und den Alkohol läßt sich marschall Graf v. Haeseler in der von Adolf Stein herausgegebenen Zeitschrift„Der Deutsche“ also vernehmen: Schon einmal ist die Armee in der Alkoholfrage bahnbrechend gewesen. Bis zum Jahre 1862 Trenade. Roman von Georg Bütow. 20 Ich nahm die Sache selbst in die Hand und machte bei einer verkranken Frau den Anfang. Aus dem Zimmer, in welches man mich führte, strömte ein ler Geruch, und ein flüchtiger Blick genügte, um zu sehen, daß allen Ecken Obst= und Gemüseabfall umherlag. Die Kranke in einer Art Alkoven. Spinngewebe hing von der Decke nie; zwei große Mädchen von fünfzehn und zwanzig Jahren igerten müßig auf Stühlen umher. Peppi schalt sie und drohte, ir kämen nicht mehr her, sie aber hörten sie mißmutig an, beiffen offenbar gar nicht, weshalb sich sie ereifere, und fanden les in Ordnung.„ Gaph: „Wir haben zu viel zu tun, Frau Peppi, man weiß nicht, so man zuerst anfangen soll!" bemerkte endlich die eine von nen. Nun griff ich in das Gespräch ein und sagte, daß ich es ihnen ern zeigen wolle, wie man beginnen müsse. „Zur Genesung Euerer Mutter ist die Reinlichkeit und sauere Instandhaltung Euerer Wohnung unerläßlich; ich hoffe, Ihr habt nichts dagegen, wenn ich das Haus einmal für Euch frisch serrichten lasse.“ Wir kamen überein, daß die Bände geweißt, der Boden erieuert und der Kranken ein ordentlches Bett zur Verfügung jestellt werden solle. Außerdem versprach ich jedem der Mädchen zin Kleid unter der Bedingung, daß ich dar Haus dann später mmer tadellos ordentlich und sauber finden wurde. Ich will den Erfolg dieses Versuches abwarten. Peppi führte mich dann auch zur Witwe Tailleu:. Ich saß still daneben, als die beiden Frauen von der Gräfin Franzska redeten, und ich wurde nicht müde, ihren Worten zu lauschen. Man hätte meinen sollen, diese edle Frau sei noch gestern hier zewesen, und sie ist doch schon seit zwanzig Jahren tot; so lebt das Ardenken an sie noch rege in allen Herzen. Henny erzählte mir ihre Geschichte mit Tränen in den Augen und auch Peppi weinte. „Wir haben alle durch sie einen unersetzlichen Verlust erlitten! Monsieur Alex würde heute noch im Besitze des Schlosses sie nicht arstarben wäre, menn das andere Unglück nicht eingetreten wäre" „Von welchem Unglück sprechen Sie?“ „Von der zweiten Heirat des Herrn Grafen!" bemerkte Peppi „So hat sich also Gräfin Esther nicht Ihre Liebe erworO, sie war durchaus keine böse Frau! Sie gab viel, aber ohne etwas dabei zu denken und ohne Ueberlegung. Das Geld macht nicht alles aus, es kommt auch auf die Art an, wie es geboten wird." Die Art, ja die Att, welche Gräfin Franziska hatte! Wer kann Sie mich lehren? Es wäre so süß, in diesem Dorfe geliebt zu werden, wie sie geliebt worden ist! Herr Jules ist gestern abend gekommen, um mit Papa Schach zu spielen; er sprach von meinen Besuchen bei den Armen und beglückwünschte mich dazu; es scheint, daß meine Art Peppi behagt hat, und ihr zu gefallen ist nach seiner Ansicht ebenso schwer als selten. Ich fühlte mich versucht meiner Freundin Gabriele von diesen Besuchen zu erzählen, aber es würde so aussehen, als wollte ich mich der Wohltätigkeit rühmen, und das wäre mir peinlich! Ich weiß aber nun wirklich gar nicht, wovon ich ihr schreiben soll, denn die Schachpartien des Notars Herbette dürften sie doch wohl nur in sehr geringem Maße interessieren. 10. Juni. Gestern kam ich mit Frau Peppi von einem Krankenbesuche, und wir schritten eben über den Hauptplatz des Ortes, als ich auf einem allerdings sehr verstimmten, alten Klavier Arien aus der Sonambula mit geradezu seltener Reisterschaft spielen hörte. Ich war überrascht und fragt meine Begleiterin, wer denn hier so gut spiele. Frau Peppi zuckte verächtlich mit de Achseln und entgegnete von oben herab:„Das ist Clemenaine, die Tochte;z ur g Mge Libre, sie würde auch besser daran kun, der Mutter im Ee# zu helfen, anstatt den lieben langen Tag die Finger auf Klavier zu haben!“ Unv dann flüsterte sie mir zu:„Sie ist sehr reich, sie möchte Herrn Jules Herbette heiraten; wie aber Ben ganz richtig bemerkt, paßt sie nicht in unsere Kreise! So einen Mann wie Monsieur Herbette, gibt es überhaupt keinen zweiten mehr! Das sage ich nicht, weil ich ihn aufgezogen habe, sondern weil es wirklich wahr ist! Er ist niemals üble: Laune, nie unwtrsch, in seinem Berufe stets fleißig und pflichtgetreu. Wenn Ben ihm mitunter Geschichten erzählt. die weder Hand noch Fuß haben, so hört er ihm so freundlich zu, als wäre jener ein Minister! Den armen Leuten gegenüber ist er von beispielloser Güte, und Streitigkeiten schlichtet er, wo er es nur irgend vermag. Wissen Sie, wie man ihn hier zu Lande nennt? Den Notar des lieben Gottes!“ Peppi sprach erregt, man merkte, daß die Worte ihr aus dem Herzen kamen. Wie schön ist es, von den Untergebenen so geliebt zu werden! Bei uns ist das nicht der Fall, weshalb, darüber bin ich mir nicht im klaren. Abends, während Herr Herbette mit Papa seine Schachpartie spielte, betrachtete ich ihn genau. Es ist wirklich wahr, er sieht sehr gütig aus, er hat einen sauften Blick, ein mildes Lächeln. Fräulein Clementine hat recht, wenn sie ihn warum aber ist er nicht damit einverstanden, da sie doch so schön Klavier spielt und eine so große metzeffjchleset ig#r# 14. Juni. Ich langrgeile mich, iche v. e ich besuche die Armen. Ja gabe schon zwei Hauser nen in stand setzen lassen; es macht nir ein großes Vergnügen, b###en bescheidenen Häuslichkeiten ein hübsches aussehen zu verleihen. Ich merke mohl, daß man mich für ein Original hält, wahrscheinlich fur halb verrückt, aber der Pfarrer von Reinach, ein ehrmüiediger menschenfreundlicher Herr, hat sich selhst die Mähe gemacht, zu mir zu kommen, um mir zu danren. Der Beisall des Herrn Herbette ermutigt mich auch und ich habe das Bewußt sein, daß ich das Rechte tue. Peppi ist meine Freundin geworden; sie brückt sich manchmal sehr naiv, aber vielsagend „O. Mademoiselle Lisekte,“ jagte sie mir erst neulich,„wischade, daß Sie nicht der Familie Reinach angehören!“ „Ja, ja,“ rief ich lachend,„ich bedauere das selbst, aber dafür ist kein Kraut gewachsen, das läßt sich nicht ändern!“ 16 Juni. Läßt es sich wirklich nicht ändern? Warum denke ich nur immer an die Reinachs? Warum schwebt ihr Name mir unaufhörlich auf den Lippen? Ich muß einmal darüber gachenten Ich glaube, es kann nur daher kommen, oaß ich mich so vi mit den Reinachs befasse: weil ich die Absicht hege, den Ker tän Alex zu heiraten und es nur vernünftig ist, wenn mar die Vergangenheit einer Familie unterrichtet, mit sich verbinden will! Ja, ich bin nicht so dumm, wie ich diesem Abend auf den Straßen. Wir sind einer frohen Lebenslust, auch wenn sie sich etwas lantäußert, bebauern aber doch, baiß sinnigen Sylvesterfeiern in der Familie von kein Gegner weilen die stinen Jahr zu Jahr mehr zu schwinden scheinen im deutschen Vaterlande, um einem geräuschvollen äußeren Treiben Platz zu machen. In vielen Großstädten, Berlin an der Spitze, geht es an diesem Abend ja geradezu toll In unserem Schwerte überwiegen aber Gott sei Denf noch die Feiern im Familienkreise und die wenn so doch sinnigen Feiern in den Vereinen. Eine schöne Feier, von christlichem Geiste getragen, und doch fröhlich und munter in rechtem Sinne und voll froher Hoffnung aufs neue Jahr veranstaltete der evang. Männer= und Jünglings=Verein in seinem Vereinslokal. Der Schwerter Turnverein feierte in allgewohnter Weise bei Schulze=Selmig; auch im „Freischütz“ haten sich frohe Menschen zusammengefunden, die dem Konzerte der Paderborner Husaren lauschten. Ernst und weihevoll ward die Stimmung, als die Kapelle vom Freischützturm herab nachts beim Eintritte des neuen Jahres einen Choral in die klare Winterlust, in den schweigenden Wald hinausblies. war der Branntwein ein Bestandteil. der Kriegsverpflegungsportion sowie auch der Manoververpflegung. Dem großen Kaiser war vorbehalten, seinem grundlegenden Werke der Armeeorganisation Bestimmungen auf dem Gebiete der Verpflegung folgen zu lassen, die Branntwein durch den Kaffee ersetzen. Die Aenderung hat in den drei Kriegen voll sich bewährt, die Leistungsfähigkeit der Truppe erhöht und deren inneren Gehalt gekräftigt. Daß der Alkohol an= her. regend wirke, beruht auf Täuschung, er schwächt die Tank noch en Frrrr## geistige und die körperliche Kraft ois zum völligen auch frohen, st v#, sinen Her“ M Versagen. Deshalb ist Trunkenheit und Angetrunkenheit im Felde eine Schande. Aber auch im Friedensleben und außer Dienst seil der Soldat jederzeit bei Sinnen sein, denn die frigende Stunde kann schwere Verantwortlichkeit von ihm fordern. Bei den Truppenübungen unterliegen dem Schlappwerden und dem Hitzschlag die, welche am Vorabend dem Branntwein, dem Bier oder dem Wein zugesprochen haben. Hieraus ergibt sich die Pflicht für den Soldaten: den Anlässen zu entsagen, welche die Widerstandskraft brechen— für den Vorgesetzten: den Untergebenen zur Enthaltsamkeit zu erziehen— und die beste Erziehung ist das Beispiel. Aber die Pflicht des Vorgesetzten grzug 111g gie 6. geht noch weiter. Wer verantwortlich ist für seine Un=bringen, uno oaß oas Leid, was es uns zugedacht tergebenen, soll— so weit innerhalb seines Wir= nicht unsere Kräfte übersteigen möge. kungskreises dies tunlich— die schädlichen Anlässe ab**(Der nächste kaiserliche Gesangwettstreit) findet wenden. Diese liegen vornehmlich in dem unbe= im Spätsommer des Jahres 1907 voraussichtlich in grenzten Ausschank in den Truppenkantinen und in Frankfurt a. M. statt. Mit den Proben für diesen dem Besuche nicht kontrollierbarer Wirtschaften. Wettstreit haben die bedeutendsten Männerchöre beOesterreich. reits vor einiger Zeit begonnen. Die Beteiligung — Ein unabhängiges vereinigtes Polen! Die soll recht zahlreich werden. polnischen Nationaldemokraten organisierten sich wähHofsen wir, daß das Jahr 1906 uns Allen viel Gutes hat, rend der Weihnachtsfeiertage auf ihrem Parteitage in Lemberg und veröffentlichten i hr Programm im „Slowo Polskie". Der Hauptpunkt des Programms ist die Einheit der polnischen Nation und deren Rechtsanspruch auf unabhängige politische Exeistenz. Die Partei bezeichnet das Gebiet ihrer Tätigkeit einerseits das polnische Gebiet in Oesterreich, andererseits das übrige Gebiet des ehemaligen Polenreiches. Alle materiellen und intellektuellen Kräfte der polnischen Nation follen zur Erreichung der unabhängigen staatlichen Existenz gesammelt werden. Die ganze polnische Einigungsaktion soll von den österreichischen Polen ausgehen. Japan. Die Hungersnot in Japan. London, 31. Dez. Daily Telegraph meldet aus Tokio, daß eine fürchterliche Hungersnot in den nördlichen Provinzen von Japan herrsche, Siebenhunderttausend Menschen verhungerten buchstäblich und werden, wenn nicht schleunige Hilfe kommt, den Hungertod sterben. Die Lage ist sehr kritisch. Es wird erklärt, daß, wenn nicht ausreichende Maßnahmen getroffen werden, die Hungersnot mehr Menschenleben kosten werde, als der Krieg ***(Der Kartenbrief) scheint doch nun bald seinem Schicksal verfallen zu sein. Von Jahr zu Jahr wird er weniger vom Publikum begehrt. In den wenigen Monaten seiner ersten Ausgabe, 1897, waren über 6 Millionen Stück abgesetzt worden. Im ersten vollen Jahre stieg deren Verbrauch auf mehr als 8 Millionen. Schon im Jahre 1899 wurde aber nur die Hälfte davon, etwas über 4 Millionen, verlangt. Im Jahre 1900 fiel die Zahl weiter auf 3 Millionen, 1901 auf 2,5 Millionen. 1902 war der Verkauf um weitere 174 000 zurückgegangen. Wohl die Ankündigung seines Endes verschafte dem Kartenbrief 1903 wieder etwas mehr Interesse. Es wurden 17000 Stück mehr als im Jahre vorher verkauft. Das letzte Jahr, 1904, bringt aber wieder einen weiteren Rückgang um 25000 Stück. Insgesamt wurden 2426035 verkauft. Die Zahl ist verschwindend klein gegen die Gesamtzahl aller übrigen Wertzeichen, die in demselben Jahre fast dreidreiviertel Milliarden betrug. Allein an Fünfpfennigmarken wurden über eine Milliarde, an Zehnpfennigmarkeen 935 Millionen abgesetzt. Alle übrigen Wertzeichen, selbst hohe Werte bis zu 5 Mk., finden von Jahr zu Jahr steigenden Absatz. E besteht zwar noch nicht die Absicht, die Kartenbriefe abzuschaffen. Das wird sich aber im Laufe der Jahre von selbst ergeben. lung von 124 auf 133 gestieg u. Sie# zuinmmen Enener a gen n 225770 in Juhre 1900. Die Zahl der Städte mit 50.000 bis 100 000 Einwohnern beträgt 45 gegen 40. **(Auszeichnung.) Dem Lokomotivführer a. D. Herrn Voß in Aplerbeckermark wurde gestern das ihm verliehene Allgemeine Ehrenzeichen von Betriebswerkmeister Heimbeck überreicht. Herr Voß erhielt diese ehrenvolle Auszeichnung als Anlaß seines Scheidens aus dem Dienste. **(Der hiesige Werkmeister=Verein) beging sein Weihnachtsfest unter strahlendem Lichterbaum am Sonntag, den 31. Dezember, im Saale des„Westf. fes.“ Besonders gedachte man hier der lieben Kleinen, Das Fest verlief in schönster Weise. **(Die Branscheidsche Kapelle) gab am Sonntag suchtes Konzert. Ihre von viel Fleiß und guter Schunachmitag im Lokale des Herrn Böhmer ein gutbelung zeugenden durchaus ansprechenden Leistungen fanden viel Beifall. *r(Weidmannsheil!) Eine aus Schwerter Herren bestehende Jagdgesellschaft erlegte am 28. v. Mts. auf der Bruchhauser Feldmark bei Allendorf vier Rehe. **(Für 14 692 Witwen) hatte im vergangenen Jahre der Allgemeine Knappschaftsverein in Bochum zu sorgen. Die jährlichen Rentenansprüche derselben beliefen sich auf 2684 834 Mark. Von diesen Witwen war die älteste 97 Jahre alt, sie ist 1807 geboren. Die folgenden Jahrgänge weisen 1 bis 6 Vertreterinnen auf, 88 Jahre waren 10, 84 schon 33, 75 79, 70 1745; Die Höchstzahl mit 588 erreichten die 1842 geborenen Witwen, die jüngsten und zwar 2 an der Zahl waren 1884 geboren, also eben 20 Jahre alt. Konzert des M.=6-0„Quarteil“ im Freischütz. Schwerte, den 1. Januar 1900. Unter einem günstigen Stern stand das gestrige Konzert des M.=G.=V.„Quartett" im Freischütz=Saale, welch letzterer derart besetzt war, daß kein leerer Stuhl mehr aufzutreiben war. War so der äußere Erfolg ein sehr guter, so war es in gleichem Maße der innere. Während das vorjährige Konzert des„Quartett“(der Verein stand damals unter der Leitung eines Gesanglehrers aus Unna) nichts bot, was besonders anerkennenswert gewesen wäre, hat der Verein, seit er wieder unter Leitung seines ersten Dirigenten, des Herrn Klempt, steht, in gesanglicher Beziehung derartige Fortschritte gemacht, daß das heutige Konzert sich wieder auf einer bemerkenswerten künstlerischen Höhe hielt. Der M.=G.=V. verfügt wieder nicht nur über eine große Zahl aktiver Sänger, sondern auch über ein nimmit Rußland. Die* Ausschuß gebildet, unter die leidende Stadt u der in Tokio haben einen wurde #nenden zu sammeln, und zu verteilen. vorzügliches Stimmenmaterial, das unter der (Kirchliches.) In der großen evangelischen Kirche mermünden Feile des HerrnKlempt über eine treffliche ede am Neujahrstage folgendes bekannt gegeben: Schulung verfügt. Wir beglückwünschen den Verein zu Im verflossenen Jahre sind getauft 159 männliche und diesem Dirigenten und hoffen, daß wir auf das nächste Konzert nicht wieder ein volles Jahr zu warten nötig 161 weibliche 66 männliche Personen, zusammen 320. Es starben 127. Es sind also 193 Personen mehr geboren als gestorben. Getraut wurden 79 Paare. Konfirmiert sind r 1906. *r(Das neue Jahr) hat nunn angetreten und mit ihm fast zugle. Winter, den man zum Weihnachtsfest beiwünschte. Nun ist er da und die sch nete Jugend freute sich am gestrign schon der glitzernden spiegelblanken E Sylvesterabend scheint auch in unserer von Jahr zu Jahr unruhiger zu werden. war es die halbwüchsige Jugend, die im 2 allen möglichen Schießunfugs das Mensch leistete. Auch sonst trieb gerede sie es lau erschaft ige und 61 weibliche Personen, zusammen haben. Aus den Darbietungen des Vereins einzelnes herauszugreifen, wollen wir unterlassen, wurden doch alle Vorträge, abgesehen von einigen kleinen kaum 109 Knaben und 117 Mädchen. Am heiligen Abend= bemerkbaren Schwankungen in den Einsätzen, in brillanter Weise und mit großer Sicherheit vorgetragen, so daß der reichliche Dank, der den wackeren Sängern wurde, durchaus berechtigt war.— Das Betzelsche Orchester war der zweite Faktor, der zum guten Gelingen beitrug. Es lieferte auch gestern wieder eine geradea Pfarrer zu meisterhafte Musik, der zuzuhören ein Genuß für jeden Musikfreund und=Kenner war. Ausgezeichnet war z. B. die Tannhäuser=Fantasie, die für die Besetzung in der Stärke der Betzelschen Solistenkapelle von Herrn Betzel selbst instrumentiert worden ist, wiedergegeben; die überaus unaufmerksame Aufnahme derselben stellte dem Kunstverständnis eines großen mahl nahmen 1155 männliche und 1474 weibliche sonen teil, darunter 80 Privat=Kommunionen. **(Einführung.) Die in der großen evangelischen Gemeinde neu gewählten, bezw. wiedergemählten Mitglieder des Presbyteriums wurden ges#cn am Schluß des Hauptgottesdienstes durch He Graeve in ihr Amt eingeführt. Es sind die Herren von Lünen aus Villigst, Heinrich Spaemann jun. aus Geisecke, L. Plässer aus Holzen und Wilhelm Österun jun. und Gustav Waltenberg von hier. *r Die Zahl der deutschen Mittelstädte) mit 25.000 100000 Einwohner ist nach der neuen Volkszähre Roman von Georg Bütow. 21 Seit ich das Kloster verlassen habe, trage ich mich el#ach nit dem Gedanken an das Heiraten und wenn ich auch nicht von selbst darauf gekommen wäre, so würden mein Valer, meine Mutter und mein Pate schon das möglichste getan haben, um mich darauf aufmerksam zu machen. Ja, ich will heiraten, will sogar.gut heiraten, aber Eile hat es noch keine. * So lange die Millionen meines Vaters nicht dahinschwinden, wird es immer genug Bewerber für meine Hand geben, unter denen ich wählen kann; deshalb habe ich meine endgültige Entschließung bis zu meiner Großjährigkeit hinausgeschoben. Mein Vater hat zu mir gesagt:„Wähle immerhin einen Millonär, aber laß es einen Arbeiter sein und schaffe Du selbst mit. Richts befriedigt mehr, ale Geld zu verdienen und mit zuzusehen, wie der Mann es erwirbt.“ „Lisette,“ sagte Mama hingegen,„ich rate Dir, nach einem Edelmanne auszusehen. Du bist reich, aver nicht von Adel. Die Ehe allein wird Dir dann jenen glänzenden Vorzug verschafsen, dessen der Adel sich erfreut und der so angenehm ist.“ „Es ist keine Lust, sein Leben lang nur einen gewöhnlichen Namen zu führen, und manche Frau leidet nicht wenig darunder.“ Mein Pate endlich, der General schrieb neulich, als er einen Oberst mit einem Empfehlungsbriefe zu uns schickte:„Ich wünsche, daß mein liebes Patenkind einmal einen Mann heirate der ein Herz hat; alles andere ist Nebensache!“ O, ich verlange auch nichts Besseres, aber wo den finden und wie ihn erkennen? Bis ein solcher Mann von Herz erprobt ist er nicht mehr jung, was also tun? Ich will die Namen aller derjenigen, welche schon einmal um mich geworben haben, sorgfältig verzeichnen, und am Tage, wo ich einundzwanzig Jahre alt bin, das heißt also über einem Zahr und einem Monat, werfe ich alle diese Namen in eine Urne und ziehe einen hervor, welcher der Erwählte sein soll! In jüngster Zeit hat es mir behagt, noch einen Namen dieer Liste hinzuzufügen, und zwar den eines Mannes, den ich istweilen noch gar nicht kenne, der auch nie an mich gebacht hat vie um meine Hand geworben hat: ich meine den Kpitan Alex von Reinach. In erster Linie aus Liebe zu seinem Schloß; ich würde gern den Namen desselben mit vollem Rechte tragen. Meiner Freundin Peppi würde es sicherlich gefallen, und dann gibt es auch noch eine Ursache, weshalv es mir wünschenswert erscheint. Diese andere Ursache irgend einer Menschenseele einzugestehen, wage ich nicht, aber hier kann ich es niederschreiben, denn dieses Buch soll ja ein Spiegel meiner Seele sein und meine geheimsten Gedanken in sich bergen. Als mein Vater diesen Besitz kaufte, hat er ein gutes Geschäft gemacht, worüber er sich so sehr freute, daß er es immer wiederholt. Keine Woche vergeht, ohne daß er händereibend sagt:„Ein famoser Schachzug! Ich verkaufe die Geschichte nicht ohne zweimalhunderttausend Franken Reingewinn." Von all dem kommt es, daß ich an den Kapitän Alex mehr denke, als unerläßlich notwendig, daß ich seinen Namen auf die Liste der Bewerber um meine Hand setze, und daß ich, wenn ich dann die verschiedenen Zettel in die Urne werfe, sogar zu einem kleinen Betrug bereit bin, damit ich den Namen Reinach ziehe. Ist mir das gelungen, dann werde ich an den General Eugen Zallet ungefähr folgenden Brief schreiben:„Lieber Pate, wie ich schon gehört habe, gibt es im Kriegsministerium eine Abteilung, wo man die Worte, die Gedanken, ja die Bewegungen eines jeden Offiziers genau kennt Erkundige Dich dort, und wenn Du in Erfahrung bringst, daß Graf Alex von Reinach ein Herz bat, dann laß ihn zu Dir kommen und halte ihm beiläufig nachstehinde, kleine Ansprache: Kapitän, ich habe irgendwo auf der Welt ein Patenkind mit allzu kleiner Nase und großen Augen; sie hat in der Schule stets alle Preise davongetragen und besitzt ein Heiratsgut von einer Million. Sie ist trostlos darüber, daß ihr Vater ein gutes Geschäft gemacht hat, indem er das Schloß der Reinachs kaufte und bittet Sie, um wieder normale Verhältnisse herzustellen, sie heirgten zu wollen. Da Graf Alex von Reinach mittellos ist, besteht geringe Wahrscheinlichkeit, daß er meinen Antrag ausschlugen wird und dann wird alle Welt zufrieden sein: Mama, mein Pate, Peppi, Monsieur Jules und ich selbst, die ich dann mit einigem Stolz meine Briefe„Gräfin v. Reinach" unterzeichnen kann! Gabriele schreibt mir unaufhörlich von ihrem Vikomiie, ich werde ihr dann von einem wirklichen Grafen reden können, das ist doch etwas an! Papa wird freitug aufangs schmollen, aber ich bin übernlich zeugt, daß es mie geliungen wird, auch seine Unzufriedenheit zu überwinden! 18. Juni. Eine meiner Wärterinnen pflegte, als ich ein kleines Mädchen war, immer zu sagen, wenn man während eines Gewitters vom Donner rede, so schlage der Blitz ein. Weil ich gestern vom Heiraten redete, mag ich wohl heute einen Heiratsantrag bekommen haben. Es ist schon einige Zeit her, daß mir derlei widerfahren, aber ein Mädchen mit einer Million Heiratsgut bleibt selbst in ländlicher Einsamkeit nicht davon verschont. Der neue Bewerber heißt Augustin Butzon und ist ein Großindustrieller aus der Nachbarschaft. Papa ist sehr befriedigt von ihm; er hat seine Fabriken besucht, findet dieselben schön, bedeutend und allen Anforderungen der Neuzeit entsprechend. Mama schüttelt betrübt den Kopf und meint mit einer wahren Jammermine:„Butzon.. ein geradezu entsetzlicher Name!“ Ich aber enthalte mich jeder Bemerkung. Ich habe Herrn Butzon in die Urne geworfen,### befindet sich dort in guter Gesellschaft. Papa aber hat es sich in den Kopf gesetzt, Herrn Jules Herbette zu Rate zu ziehen. Der Notar scheint bei uns unentbehrlich geworden zu sein: nichts ereignet sich ohne seinen Rat, von den landwirtschaftlichen Fragen an bis zu Mamas Haushaltungsschmerzen: alles wird ihm überlassen und ihm anvertraut! Das hat sich dank den Schachpartien nach und nach so gemacht. Sobald es acht Uhr schlägt, blickt Papa zuerst nach der Uhr, dann nach der Türe; unruhig geht er hin und hee, bis Herr Herbette erscheint. Dann wird die Partie sofort in Angriff genommen, die Chancen sind zuweilen ungleich, oder mir kommt es vor, als ob der Notar seinen Gegner schnie. Papa bemerkt das nicht und ruft oftmals feierlich, daß er den Notar schachmatt gemacht habe. Dann kommt der Tee, und da ich mich sehr zurückgehalten und das Spiel nicht gestört habe, gestattet man mir wohl auch mitzuplaudem. Ich habe dann viel nachzutragen, denn zwei oder drei Stunden völligen Schweigens sind für mich immer eine Qual. Wir lachen viel, Monsieur Jules und ich; er ist sehr heiter and erzählt lustige Geschichten. Heute abend mußte ich innerlich lachen, als Papa scheinbar ganz unbefangen ihn fragte:„Ist Herr Augustin Butzon ein angesehener Fabrikant?“ 134,20 Ich bemerkte aber auf den ersten Blick, daß trotz dieser scheinbar ganz harmlosen Frage der Notar meinen Vater durd, chaute. Die Wichtigkeit der Tagespresse wird in unserer Zeit so allgemein anerkannt, daß wohl kein Haus zu finden ist ohne Zeitung. Als seine erste Aufgabe sollte es nun ein Hausvater betrachten, nur eine Tageslektüre zu wählen, die nicht nach Sensation strebt, sondern bemüht ist, das Interesse für alle nationalen und wirtschaftlichen Fragen wachzuhalten, gemeinnützige Bestrebungen zu fördern und die Freude an allem Schönen zu erhalten. Diese Ziele verfolgt die „Schwerter Zeitung.“ Sie steht unter den Provinzblättern Westfalens mit an erster Stelle hinsichtlich der Schnelligkeit und Zuverlässigkeit der Berichterstattung und Sorgfalt bei der Wahl ihres Inhaltes.— Die kommenden Monate werden auf politischem Gebiete sowohl im Inlande wie im Auslande hochwichtige Ereignisse und Entscheidungen bringen. Die„Schwerter Zeitung“ wird über alle Vorkommnisse der weiten Welt ihre Leser zuverlässig und schnell unterrichten. Sie ist dazu umsomehr in der Lage, als sie mit den beiden größten Depeschenbureaus in ständiger Verbindung ist, wie denn ihr gut organisierter Depeschendienst dem jeder Großstadtzeitung als ebenbürtig zur Seite gestellt werden kann.— In eigenen Leitartikeln und in Artikeln aus ihrem Berliner Bureau wird sie Stellung zu allen Tagesfragen nehmen. Wie sie es bisher schon getan hat, wird sie auch fernerhin für einen gerechten Ausgleich der wirtschaftlichen Interessen in der Elektrisches Motorboot. Es is't schon wiederholt darauf hingewiesen worden, wie gera de in Frankreich dem Problem des Automobilismus errhöhte Beachtung geschenkt wird. Heute führen wir den Lesern ein elektrisches Motorboot vor. Es entstammnt dem Pariser Etablissement Buchet. Das Charakt eristische hierbei ist, daß es nicht etwa um ein Luxusboot sich handelt, sondern der neue„Automobil= Propelsier Buchet“, den die Leser im Durchschnitt dargestellt finden, ist besonders daraufhin konstruiert, kleinere Kähne, Zillen, sowie flache Transportschisse vorwärtszutreiben, also die Schiffahrt mit künstlichem Antrieb zu ermöglichen auf Flüssen mit geringem Wasserstand und Gewässern, die mit Rohr und Sumpfpflanzen stärker bewachsen sind. Der Propeller kann vor= wie rückwärts bewegt werden und dient zugleich als Steuer Für die Flußschiffahrt dürfte das neue System daher von beachtenswertem Vorteil sein und bald einen großen Freundeskreis erwerben. A Landwirtschaft und Industrie wirken, weil sie der Ueberzeugung ist, daß beide aufeinander angewiesen sind. Ebenso wird die „Schwerter Zeitung“ ein treuer Freund der Arbeiter und Handwerker bleiben, und im kommunalen Leben wird ihre Arbeit unablässig der Förderung und Entwickelung unseres aufstrebenden Gemeinwesens zugewandt sein. Ein Heimatblatt im besten Sinne des Wortes wird die während ihres 37jährigen Bestehens mit den Geschicken ihrer westfälischen Heimat eng verwachsene„Schwerter Zeitung“ sein und bleiben und zum nicht geringsten Teile ihre Arbeit der Heimat widmen. Durch die bisherige gewissenhafte Befolgung dieser Grundsätze erklärt sich die auch in den letzten Monaten wieder stark gestiegene Leserzahl der „Schwerter Zeitung“, die sich auch bezüglich des Erfolges der in ihr veröffentlichten Annoncen als wirksamstes und Haupt=Annoncen=Organ für Schwerte und Umgegend bewiesen hat und sich daher der besonderen Wertschätzung der inserierenden Geschäftswelt erfreut. Auch fernerhin werden wir in engster Fühlung mit unseren Lesern bleiben; Freud' und Leid,— alles, was die Gemüter unserer heimatlichen Bevölkerung bewegt, wird sich in der„Schwerter Zeitung" widerspiegeln.— Auch das so beliebte Illustrierte Sonntagsblatt wird wie bisher eine Fülle besten Unterhaltungsstoffes bieten. Die„Schwerter Zeitung“ kostet durch Boten frei ins Haus gebracht monatlich 55 Pfg. Bestellungen nehmen alle Postämter sowie unsere zahlreichen Boten jederzeit entgegen. Zum Aboonement laden wir höfl. ein. Verlag und Redaktion. Westfalen und * Menden, 31. Dez.(Begnadigung). Der Schreiner Wilhelm Böcker war am 9. Oktober vom Hagener Schwurgericht wegen vorsätzlicher Brandstiftung zu einem Jahre Zuchthaus verurteilt worden. Wie wir erfahren, hat am 12. Dezember der Kaiser den B. zu sechs Monaten Gefängnis begnadigt. *Münster i. W., 31. Dezember.(Ein„grauenvoll=heiterer Zwischenfall“) wird in Rheine jetzt vielfach besprochen. Man entdeckte auf dem dortigen Bahnhof kurz vor der Abfahrt eines Personenzuges dicht neben dem Bahnkörper eine richtige Granate. Nachdem man das Ding erst eine Zeitlang angestarrt hatte, nahm sich endlich ein ehemaliger Arkillerist das Herz und ging dem Ungetüm zu Leibe. Dieses erwies sich dann als eine harmlose, mit ein purar Bleikugeln gefüllte, alte Exerziergranate. Von den„Attentärer“ fehlt bis jetzt jede Spur. * Haßlinghausen, 31. Dez.(Leichenfund.) Am 24 ds. Mts. wurde in der Waldung des Landwirts G. Hegemann zu Großensiepen, Gemeinde Gennebreck, die bereits stark verweste Leiche eines Mannes an einem Baum hängend entdeckt. Die Füße waren von Tieren angefuressen, das Haar war gänzlich ausgefallen und der Hals bis zur Wirbelsäule von dem Strick durchschnitten. Nach der ebenfalls halbvermoderten Kleidung des Erhängten zu urteilen, handelt es sich um den Bandwirker R. aus Einergraben, der seit ca. 9 Wochen spurlos verschwunden ist. Kleine Frankenthal, 30. Dez. In dem Prozeß Sartorius wegen Weinfälschung wurde heute das Urteil gesprochen. Sartorius wurde zu einer Geldstrafe von 3000 Mark verurteilt. Der Staatsanwalt hatte drei Monate Gesängnis und 3000 Mark Geldstrafe beantragt. Brieg, 31. Dez. Ein Schäfer, dem der Bürgermeister von Freville in dem dortigen Gemeinedehause Unterkunft gewährt hatte, wurde am anderen Tage mit seiner Frau und seinen drei Kindern infolge Vergiftung durch Kohlengas tot aufgefunden. Lehle Trahrmetrnagen der„Schwerter Zeitung“ Wieder ein Moltke als Generalstabschef. Berlin, 1. Jan.(Wolff=Tel.) Generallentnant von Moltke ist zum Chef des Generalstabes der Armee ernannt worden. General=Oberst Graf von Schlieffen hat den Schwarzen Adlerorden in Brillanten erhalten und ist a la suite des Generalstabes der Armee gestellt worden. Heimberordert. Kiel, 1. Jan.(Wollf=Tel.) Der im hiesigen Hafen liegende englische Kreuzer Sapphire erhielt den Befehl, nach England zurüzukehren. Er geht um drei Uhr in See. Verlustliste. Berlin, 2. Jan.(Wolff=Tel.) Ein Telegramm aus Windhuk meldeteine längere Verlustliste mit 5 Toten, 1 Vermißten und 5 Verwundeten. Der antimilitärische Prozeß. Paris, 31. Dez.(Wolff=Tel.) In dem Prozesse wegen der im Oktober in Paris angeschlagenen antimilitaristischen Plakate wurde das Urteil gefällt. Als schuldig wurden 26 Angeklagte befunden; zwei Angeklagte wurden freigesprochen. Herve wurde zu 4 Jahren Gefängnis, Yvetot zu 3 Jahren und Gohier zu einem Jahre Gefängnis verurteilt; die anderen Angeklagten wurden zu drei Jahren bis zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Sämtlichen Angeklagten wurde außerdem eine Geldstrafe von 100 Francs auferlegt. Die Verurteilten erhoben Protest und ergingen sich in drohenden Worten gegen die bürgerliche Gesellschaft. Folgen des neuen Gesetzes. London, 1. Jan.(Wolff=Tel.) Auf Grund des mit dem heutigen Tage in Kraft tretenden neuen Einwanderungsgesetzes sind heute von 42 aus Ham burg hier eingetroffenen Auswanderern 24 zurückgewiesen worden. Teiles des anwesenden Publikums ein wenig ehrendes Zeugnis.— Einen neuen Stern am Kunsthimmel lernten wir gestern in Frl. Eckermann kennen, die das Programm um einige Lieder für Altstimme bereicherte. Fräulein Eckermann, eine schlanke, anmutige Schönheit, verfügt über eine umfassende, alle Lagen gleich gut beherrschende und doch zugleich biegsame Altstimme und über eine, das darf nicht vergessen werden, zu sagen, hohe Beherrschung der Technik der Sangeskunst. Es war ein Genuß, dieser herrlichen Stimme zu lauschen, die, abgesehen von dem Liede „Draußen im Garten“, das der Sängerin nicht recht zu liegen schien, in allen Darbietungen voll zur Entfaltung kam. Wir hoffen, Frl. cEermann nicht zum letztenmale in Schwerte gehört zu haben; sie ist eine stimmbegabte Sängerin, deren glockenreines Organ ohne jede Schärfe und von geradezu berückendem Wohlklange ist.— Einen Uebelstand, den wir schon oft bei den Konzerten unserer Vereine rügten, müssen wir auch heute erwähnen, das ist das leidige Rauchen. Wir müssen hier auch dem„Quartett“ den Vorwurf machen, daß das Rauchen nicht einmal auf dem Programm verboten war; es ist doch schon aus Rücksicht gegen die mitwirkende Sängerin geboten, die ja eigentlich eine Sünde gegen ihre Stimme begeht, wenn sie singt, obgleich geraucht wird.— Das nur nebenbei; um auf die Hauptsache zurückzukammen, können wir feststellen, daß aus den übrigen hiesigen Gesangvereinen die Sangesbrüder recht zahlreich anwesend waren. Der M.=G.=V.„Quartett“ und sein kunstverständiger Dirigent dürfen auf das heutige Konzert in jeder Beziehung mit vollster Befriedigung zurückblicken; es hat bewiesen, daß der M.=G.=V.„Quartett“ zu den maßgebenden gesanglichen Faktoren unserer Stadt wi der mit Fna und Recht sich zählen derf. W.S Rom, 31. Dez. Als im Dom von Sant„Agata di Puglia“ zahlreiches Volk die Messe anhörten, explodierte unter furchtbarem Krachen eine in einer Rische deponierte Lynomitbombe, dis sämtliche Fensterscheiben zerstörte und die Mauern beschädigte. In der Menge entstand eine entsetzliche Panik, wobei zahlreiche Personen verletzt wurden, neun der Tat verdächtige Leute sind verhaftet. Die schwimmende Ausstellung. Die Amerikaner haben die Idee aufgenommen, eine schwimmende Ausstellung zu veranstalten, um auf den Absatzgebieten der ganzen Welt ihre Waren vorzuführen. Der Plan dieses Unternehmens ist sehr interessant und verdiente von anderen Ländern nachgeahmt zu werden. Es soll ein besonderer großer Dampfer gebaut werden, der in etwa 15 Monaten eine Reise um die Welt ausführen wird. In diesem werden die Waren der amerikanischen Fabrikanten ausgestellt. Jeder Aussteller wird einen Vertreter haben, der in allen Häfen, die das Schiff anläuft, den Interessenten die Fabrikate seines Hauses vorführt und alle notigen Auskünfte über die Qualitäten und die Preise erteilt. Zugleich soll der Vertreter in jedem Hafen Handelsbeziehungen herzustellen suchen, Offerten abgeben, Aufträge entgegennehmen, sich über die Konkurrenz informieren und mit den am Orte befindlichen Agenten Beziehungen suchen. Die Aussteller werden im Interesse der Kundschaft am Orte bei Ankunft des Schiffes alle mögliche Reklame aufwenden, um Besucher der Ausstellung heranzuziehen, und sie werden die Hilfe der Handelskammern in Anspruch nehmen. Es wird auch ein allgemeiner Katalog der schwimmenden Ausstellung gedruckt, der über alle Einzelheiten Auskunft gibt. Die Fosten der Ausstellung und der Reise werden durch Beitrüge der Aussteller aufgebracht; der Preis des Standortes beträgt 640 Mk. pro Om. Es werden über 7000 Om. Ausstellungsraum zur Verfügung stehen. Bomben=Attentat in Amerika. Boisee(Staat Idaho), 1. Jan.(Wolff=Tel.) Der frühere Gonverneur Steuenenberg ist durch eine Dynamitbombe getötet worden. Man glaubt, daß es sich um einen Racheakt handelt. Die festere Hand der Regierung. Petersburg, 1. Jan.(Wolff=Tel.) Die Verhaftungen von Mitgliedern der extremen Parteien dauern fort. In der Nacht zum 30. Dezember wurden 11 Sozialrevolutionäre festgenommen; die Gesamtzahl der gestern Verhafteten wird auf 122 angegeben. Bei einer Haussuchung in einem der armenischen Kirche gehöriges Haus wurden Revolver und Bombenhüllen gefunden. Das Ende der Moskauer Revolution. Moskau, 1. Jan.(Meldung der Petersburger Telegraphen=Aentur.) Gestern abend und heute früh umzingelten Truppen aller Waffengattungen in großer Zahl mit Artillerie und Maschinengewehren den Stadtteil Presna, wo sich der Rest der Revolutionäre festgesetzt hatte. Die Truppen rückten von drei Seiten vor und eröffneten ein Artilleriefener, das den ganzen Tag über andauerte. Die Revolutionäre flüchteten in die Hänser, wo sie verhaftet wurden. Einige Gebäude wurden in Brand geschossen. In der Fabrik Prochorow, wo sich die Revolutionäre konzentriert hatten, richteten Geschosse große Verheerungen an. Als die Massenverhaftungen begannen, entkamen einige Führer der Aufständischen. Heute sind 600 Personen verhaftet worden. Die Revolution kann hier als unterdrückt betrachtet werden. 17 Offiziere und 49 Soldaten wurden verwundet. Moskau, 1. Jan.(Heroldtel.) Die Zahl der bei den Käm fen ie Stadtviertel Pr Ingio um ei ei beriagt ucgen bud und die der Voer.) b. v. z iür Versärtung der Volze 2. wilonen an Emission kurzfristiger Schatz= nen Revolutionäre wird auf 2000,angegebgn, Zie Zahl der Verwundeten, vetrugte geven 5000 und die der hafteten über 1000. Das russische Staatsbudget. Petersburg, 2. Jan.(olfs=Tel.) Ueber den Voranschlag zum Staatsbudget von 1906 weiß eende Angaben Zu barhen, die Jusgaben um 8 Mile Aufbesserung der Lage der Armee sind 19 nen und fur Verstattung der Ponigte ir enn. g gesetzt. Der Bau neuer Kriegsschiffe ist vertagt. Die Forderung des Marineministeriums in Höhe von 60 Millionen für bereits bestellte Schiffe wird auf 38 Millionen herabgesetzt. Zur Liquidierung der KriegsHosten tod kolt der verctangten uud pur 10 Miltionert Wetterbericht der Deutschen Seewarte. 3. Januar: Stark wolkig, frostig, strichweise Nieder8668 Wilh. Schade, Schwerte. S Der Gelegenheitsarbeitek Carl Desen in Schwerte ist durch Beschluß des unterzeichneten Gerichts vom 21. Dezember 1905 wegen Trunksucht entmündigt. Schwerte, 22. Dez. 1905. Königl an dem man sich und seinen Lieben das Beste wünscht für das neue Jahr, vor allen Dingen Wenn dieser Wunsch in Erfüllung gehen soll, dann uuch un uch udesrhch ichmn, unch un ult endte, die Setanteit Kachente Gerinite vernosben ud bosg vun gangenhnte gataul barsicht, dus buch eine der. Pstaste der ud ien Mriedlen der Berdte eun udheunen urh Güiange wie gur Gaute, einen urtaslen, Grsden un. vorragenden Genußeigenschaften für Erwachsene wie für Kinder, für Gesunde wie für Kra eliten Grniektun ur Heidhen aut bbg. Puald uit uuch und Aanantug dien Berans Ausden ur. der echte„ahriter— der ur h viäisenen Bu. v...—4 agen Blichen aramalschen Gasfer kauft wird— zeichnet sich— das verdient besonders hervorgeboben zu werden— durch ben Aasan alel e iun uen die ashet uns unt en in Aar iur Sa ad C Hige, Leben verlängert, indem es uns gesund und friseh. WirtschaftsVerkauf. Anderweitigen Uni terneh ens halber beabc sichtige ich meine, d. Neuzeit entsorechend einge## sichtete Wrischift mit 4 Saal, bedachler Kegelbahn, großem Obsthof 2# mit Gartenwirtshaft, #§ 150 Meter langen Scheibenstand, Einwohnerhäu# ser mi en, 4—5 Morgen Acker= und Gartenland, sofort unter günstigen Bedingungen zu verkaufen. Reinverd enst vom Jahre 1904 ca. 8—900 Mk. Nebenverdienste 1000 Mk. Eigenes Kapital von 12—16000 Mi erfordersich. Vermittler verbeten. Angebote unter A. B. 12 an die Geschäftsstelle d. Schwert. Zeitung. Anter Bezugnahme auf§ 25 der Wehrordnung vom Juli 1901 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht daß alle Militärpflichtigen, welche sich im hiesigen Verwaltungsbezike aufha ten, sich in der Zeit vom 15. Januar bis 1. Februar 1906 während der gewöhnlichen Bureaustunden in der Amtsstube des unterzeichneten Amtsmannes behufs Eintragung ihrer Namen in die Stammrolle zu melden haben. Opzsh, gehbren gr, 1666 in a) Militärpflichtige Personen, weiche im Jayre 1886 im hiefigen Bezirke geboren sind; b) Militärpflichtige Personen, weiche im Jahre 1886 in anderen Bezirken gevoren sind; hier aber ihren Aufent0) Mililärpflichtige, welche noch keine endgültige Entschei dung über ihre Dienstverpflichtung durch die ErsatzbeDie unte: 5 und o gedachten Personen mässen bei der Anmeldung ein von dem Standesamte des Geburtsortes ausgestelltes Bei Wiederholung der Anmeldung zur Stammrole ist der uperdemn De, Degeibes des Stomndes u. s. w. daobel mzuzeigen. Sind die Miltäkrplichtigen von dem Orte ihregzhengaher ne uer enechen. Beohizis is cehieste az.. 50 Mark oder mit Haft bis drei besraft. I Pesauns buige, Waldezuihigen lang se rit beile Strase ein. der der das ausende Jahr hinaus zurüichgestelt werden. Jeder Militärpflichtige ist ebenso wie seine Angehörigen Aaähebung zu stellen. Ee mas dis jedoch rechtzetig vor der obterung änhigen Amtmann oder in im Musteuubesingt abgewiesen und nur dann berücksichtigt, wenn di Veranlassung zu dem Antrage, z. B. der Tod des Vaters, erst banx sofort au den Amntmann oder in Städen an den Bür beoned easchnshgen uuogung. e lassung bereits vor dem Aushebungstermine vorhanden, so ist das Gesuch ohne jede Aussicht auf Erfolg. Wellinghosen, den 29. Dezember 1905 Der Amtmann. Hartung. isch erhält.— Dazu gehört auch„Kathreiners. 2. 9. Verlobung ihrer Tochter Talie mit dem Wiochnung von 2 bis 8 Räumen im Preise von 250—300 Mark, möglichst in der Nähe des Bahnhofes, per sofort zu mieten gesucht. Offerten unter W. V. 4524 an die Geschäftsstelle d. Schwerter Zeitung Die Verlobung inter Föchter ulle mit dem Apotheker Herrn Otto Kraushaar aus Bar. dr; uun dich sscherhn u Heinrich Overbeck u. Frau zu Caroline geb. Melchheier. Villget b. Schwerte, Neujahr 1906. sr Meine Verlobung mit Fräulein Julie Over-#tbeck, Tochter des Gutsbesitzers Heinrich 8s“ Overbeck und seiner Frau Gemahlin Fr Caroline geb. Melchheier zu Villigst bei 9; Schwerte beehre ich mich ergebenst anzu Jr zeigen Otto Kraushaar,&∆ Apotheker. 8Barmen, z. Z. Schwerte. Viel Glück im neuen Jahre! Möge Ihnen alles so gut gelingen, wie die Kuchen, welche mit Dr. Oetker’s Backpulver à 10 Pfg.(3 Stück 25 Pfg.) bereitet werden. Die besten Geschäfte führen es! Barmen, z. Z Vereinigte Gesellen=Auflage (eingeschr. Hilfskasse) Schwerte. wird nachweislich von met 50 Dob deutschen Hausfrouenberitt. Verkaufsstellen-Nochweis d.: CHoch ,Berleburg. Generol-Vertriebs stelle Vom 1. Januar 1906 ab fungieren folgende Herren als Kassenärzte: Sanitätsrat Dr. med. Tütel, Sanitätsrat Dr. med. Haver, Dr. med. Goecke, Dr. med. Munkenbeck, Dr. med. Emmerich, Diejenigen verheirateten Mitglieder, die auf ärztliche Bashendon, 6. Binielaer“ ger Bergane. Bekanntmachung. Der seitens der Gemeindevectretung von Menglinghausen periode zum 1. Stellbertreter des Gemeindevorstehers gewählte Arierzeichneten vereidet und in sein Amt eingeschrt. Barop, den 27. Dezember 1905. Der Amtmann. Holz=Perkauf. Montag, den 8. Jan. 1906 nachm. 2 Uhr, werde ich für Herrn Gutsbesitzer Schulte=Rheinen in der Waldung„Rheinermark" 60 Nin. nark. Rotkannen zu Balken, Sparren, Leiterbäumen und Frechtungsstangen. 20 Nrn. Eichen= und Durchforstungsholz, zu Brandholz geeignet, meistbietond verkaufen. ZusammenEin junges Ehepaar sucht mit 3 Zemmrrn und Zubehör per 1. April 906. Gefl Augebote unter H. S an die Exp d. Ztg Zum bringe ich mein großes Lager von Soulbbuchten u. 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Ferner dienten noch 4 Enkel und 4 Urenkel bei den Gardes du Korps in Potsdam; der letzte Urenkel zurzeit noch. ? V e r f e h l t e W i r k u n g.„ D a h a b' i c h v o r e i n i g e n Monaten einen Bekannten durch die Blume an eine Geldschuld erinnern wollen und hab' ihm eine Gedächtnislehre geborgt!“„Nun, hat's gewirkt?“„Keine Ideee! Jetzt krieg ich das Buch auch nicht mehr zurück!“ Büchertisch. Fritz Reuters sämtliche Werke in zwölf Bänden. Vollständige, kritisch durchgesehene und erläuterte Ausgabe mit Biographie und Einleitungen von Prof. Dr. Karl Theodor Gaedertz. Mit zahlreichen Abbildungen. (Verlag von Philipp Reclam jun. in Leipzig.) Die ist die erste vollständige Gesamtausgabe der erke Fritz Reuters, besorgt von Prof. Dr. Karl Theodor Gaedertz. Dieselbe zeichnet sich vor allen bisher erschienenen Editionen in hervorragender Weise aus. Allein schon der Umstand, daß dem Herausgeber, der als Reuter=Forscher eines festbegründeten Rufes mit Recht genießt, die Originalmanuskripte, soweit solche einerseits von Reuters Erben der deutschen Schillerstiftung geschenkt, und im Goethe= und Schiller=Archiv zu Weimar deponiert sind, anderseits sich in seinem eigenen Besitze befinden, zur ausschließlichen Verfügung standen, leistet die Gewähr für einen wirklich echten Text, um so mehr, da Prof. Gaedertz ebenfalls die verschiedenen in Betracht kommenden Drucke sorgfältig, besrch mit Obersitz, Roll= und Leiterwagen der verschiedensten Gattung und zu den mannigfachstten Kraftleistungen. Das größte Aufsehen erregte jedoch ein Automobil als Vorgespann für eine Haubitzenbatterie, welches 21 Tonnen Gewicht fortbewegt. Die Zugkraft beträgt 40 Eine Abbildung des interessanten„Vehikels" bieten wir den Lesern beistehend. Gebrauch dienen. Wir finden da Omnibusse ohne und rationszimmer geführt, untersucht und da fand sich denn, daß er einen klaffenden, von, einer Schlägerei herrührenden Schnitt im Leibe hatte und daß aus diesem die Gedärme hervorquollen. Die Wunde wurde ihm schleunigst zugenäht, aber heim durfte er vorläufig nicht, so sehr er auch beteuerte, daß das„Dings“ ihm nichts mache. *(20 Kürassiere aus derselben Familie.) Im Jahre Bekanntmachzung Donverstag, den 4. Januar 1906 vormittags 10 Uhr anfangend, werde ich in meiner Waldung am Hofe 4460 40 Nru. Rottaunen u. Lärchen zu Bau= und Rutzholz, Gerüst= und Frechtungsstangen ete. geeignet, nummerweise meistbietend an Ort und Stelle verkaufen lassen. Holzen, im Dezember 1905. A. Schulte, Drüfel. zum Preise von 1.50 bis 8.— Mk. hält vorrätig Carl Braus, Buch=Handlung. Sbeben=erschiruen! Neue 1890. Januar—April àmp; 40 und 70 Pig. vorrätig bei Carl Braus, Buch- und Papier-Handlung. 2 Zimmer, 1 Bodenzimmer zu vermiettn. Hagenerstraße 24. 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Mit Biersta#ch#n, Wurst und Brot beladen schießt da und dort ein Lehrjunge i er die Straße; und die Sonne schaut lächelnd auf dieses Kleingetriebe aus wolkenloser, weltferner Höhe hernieder. Sie wandert über Markt und Gassen, Höfe und Gärten und blickt in die engen, niedrigen Stübchen hinein, als wollte sie sagen: ich bin' immer noch da, euch Licht und Wärme zu bringen! Darum die Herzen weit auf, und fleißig die Hände gerührt! Nur in steter Arbeit ruhen Glück und Segen! Sie goß auch heute wieder einen hellen Schein in das enge Wohngemach des Tischlermeisters Lemme, ein breites, funkelndes Goldband zwischen dem Fenster webend und der gegenüberliegenden Wand, seitlich der ein Bett stand, aus dessen Kissen zwei helle, große traurige Frauenaugen zur Decke müde blickten. Da oben verzitterte der Goldglanz, und dieser leis bebenden Lichtflut war das kranke, abgezehrte Gesicht der Frau zugekehrt. Die mageren Hände lagen leicht gefaltet auf der Bettdecke. Bettdecke. Unweit des Bettes saß an einem wachstuchüberzogenen Tische der Mann beim Frühstück: Schwarzbrot und Schweinefett. Eine bauchige Kanne mit aufgewärmtem Kaffee vervollständigte es; aber es war kein freudiges Ausruhen von der Arbeit. Ein mechanisches Kauen und Würgen, während der Blick finster vor sich hinstarrte. Die Frau im Bette wandte leise das Gesicht zu dem einsam Sitzenden. Unendliches Mitleid malte sich in ihren Zügen. Dann rief sie sanft: „Martin!?“„ D 4„. Aus dumpfem Grübeln erwachte der Mann. Stall auer Antwort ließ er stumm die Faust hart auf die Tischplatte niederfalen.„... gm„„N 1s Lenm nicht nack aut „Martin! Nicht so: Warum son es venn nicht noch gut werden?... Er hat schlechten Umgang.. daran liegt's... Es kommt gewiß auch mal für ihn eine Zeit, wo er... — wo er als Landstreicher betteln gehen muß! „Martin!“ Schmerzvoll zitterte ihre Stimme.„Es ist unser Einzigster!" „Eben drum!". „Er ist noch so jung! Kaum zwanzig gewesen!“ „Ah, bah! Ich bin auch'mal jung gewesen!“ „Die Zeiten sind anders geworden... Alles wie umgekehrt.. keine Achtung mehr in der Welt. Das steckt an. Das hat auch ihn angesteckt! Du mußt...“ „Was muß ich?“ Ein Aufbrausen kam über den Mann. „Was muß ich?“ wiederholte er.„Stille halten, abwarten.. hoffen, hab' ich's nicht immer getan? Von Jahr zu Jahr? Besser wär's gewesen, ich hätte ihn strenger angefaßt, zugehau'n, wie sich's für solchen Burschen gehörte! Aber sein eigen Fleisch und Blut.. ich hab's nicht fertig gekriegt, nun bereu' ich's. Unser Einzigster! dacht' ich immer. Und dann dacht' ich an Dich.. dann kam Deine Krankheit.. da meint ich, die müsse helfen.. aber er ist nicht mehr unser Kind.. ein Fremder geht hier aus und ein... „Nun, willst Du behaupten, er gehörte noch zu uns? Auf die Gasse gehört er, zwischen....., Kran des. i. „Martin! O, es klingt so hart. Denr vra, vaß er uns wirklich einmal genommen werden kann...“ „Das ist er uns längst! Wenigstens hier drinnen: E# schlug sich im wehen Zorn auf die Brust.„Immer sind wi früher glücklich gewesen, Frau! Wir hatten unser und waren gesund. Vier Arme schaffen schon. Ging's auch nicht in die Höhe.. gehungert haben wir nie. Und dann kam er. Herrgott, die Freude damals! Mit keinem hätte ich tauschen mögen, denn ich hatte Dich und ihn. Einen tüchtigen Mann habe ich aus ihm machen wollen.. daß, wenn wir einmal alt geworden sind.. er meinen Platz an der Hobelbank ausfüllen sollte. nun ist er ein Tagedieb geworden, ein Bummler, der sein Geld in den Wirtsstuben vertut aber, es soll anders werden. So geht's nicht weiter! Heute noch rechne ich mit ihm ab. Ich hab's satt. Er ist eine Schande fur „Was willst Du mit ihm tun?“ Aufkeimende Angst klang „Abrechnen! Ich sagte es ja schon!“ Er war aufgestanden und blieb noch ein paar Augenblicke am Tisch stehen, den Blick hinaus zu der sonnenbeschienenen Gasse gewandt. „Schändlich!“ murmelte er.„Jeder neue Tag ist ein neuer Diebstahl an seinem jungen Leben!“ Er schwieg und horchte auf. Die Holztreppe, die zu einem Dachstübchen führte, knarrte. Ein langsamer, unsicherer Schritt ward hörbar. Bei diesem Tone ging ein leises Beben über den Mann. Alle Farbe aus seinem sorgendurchfurchten Gesicht. Er mußte sich auf den sch stützen. Seine Augen hefteten sich an die Tür. Gleich darauf ward diese geoffnet. Uebernächtigt, die Augen gerötet und wie im Fieber flackernd, trat Franz Lemme ein. Ein hübscher, schlank gewachsener Bursche, in dessen Zügen der müde und doch wieder herausfordernde Ausdruck fast wie ein Flecken, eine Dissoganz wirkte.„.. 8 'n Morgen!“ sagte er, mit einem queren Blick die Stuve und seine Insassen musternd. Als er keine Antwort erhielt, murmelte er einige undeutliche Worte, schritt dann zu einem Wandschrank, entnahm demselben eine Tasse und wandte sich; nun zum Tische, dabei einen Stuhl erst mit dem Fuße, dann mit der Linken zum Niedersitzen sich zurechtrückend. Doch er kam nicht zum Sitzen. Was willst Du hier?" Der Alte stieß es heraus. Tonlos „Du siehst's ja: Kaffee trinken!“ kam es trotzig zurück. Hier wird erst gearbeitet und dann „He? Auf nüchternen Magen arbeiten? Mag's ein anderer machen.. ich nicht!“ Der Junge schickte sich zum Sitzen * an. In diesem Augenblicke flog die Tasse klirrend aus seiner “.„Arbeite erst!“ klang es wie näherkommendes Donner„Das.. nun will ich's gerade nicht! Ueberhaupt muß ich mir solche Behandlung verbitten: Was mutt Du:„.„.in Hummer Gunss miek. „Mir es verbitten! Ich oin tein dummer Junge mihe... Nein.. aber schlimmer als das.. ein Tagedieb.. ein Lump!“ Eine schallende Ohrfeige begleitete diese Worte. Alles Blut war aus dem Gesicht des Burschen Er taumelte erst zurück, dann aber faßte er sich und Miene zu machen, auf den Alten loszustürzen. Schon reckte er die Hand nach ihm aus, da klang ein Mahnruf aus dem Bette. Franz! Franz! Es ist Dein Vater!“ „Beruhige Dich, rief der Alte.„Noch zwinge ich ihn!“ Dicht trat er an den Jungen heran. Seine Augen schienen sich sind wir jetzt?“ sprach er, mühsam seine Erniederkämpfend.„Ich habe heute zum erstenmal gegen Dich die Hand erhoben. Gott weiß, es wäre besser gewesen, ich hätte es schon früher getan. Es wird gewesen sein. Fährst Du so fort, dann scheiden sich unsere Wege. Merk Dir das! Ich möchte hier man unsern ehrlichen Namen mit Schande nennt. Hinüber in die Werkstatt! Du findest genug Arbeit drüben. Ich muß Ein par Augenblicke nech stand der Bursche wie zu. schlüssig da. Finster gingen die Blicke umher. Dann raff er sich, murmelte etwas und schlug krachend die Tür hinter sich zu. Aber seine Schritte wendeten sich nicht der Werrstan zu. Wieder knarrte die Bodentreppe, dann vernahm man das Zuwäre besser gewesen, ihn wie buben überzulegen. Wir waren immer zu sanft. Nun haben Zehn Minuten später derließ der Tischlermekir; gir das Haus und wandte sich zum Tor des Städta,##.„ Franz stand oben am Fenster seines Giebelstühchzenz. Finster blickte er dem Vater nach, während er mit ven 9u— Ein vilder Sturm von Oedon fig, gallen müssen Riche Sim. Geschlagen! und donn jaß besez füßze Bummeleben nehmens Arbeiten, wie ein Ackerperd im Gespanns Hahahal der noch immer auf seiner Vo, Datgn wirde er schon einsehen, dochs Es mußte schov, gragr,„Figzor,was wolte er dochs Köpte waren bereits voh un, ubzerzg Mers Richtigl HinLächeln gleitet über seine Züge, ein unfrohes, schadenAuswaadern! Das wäre Vergeltung! Für den Schlag ein andere: Schog in seine Glieder. Er öffnet Kommode ist auch noch da Das andere wird erfochten, und drüben.. bue da sehle's dann überhaupt an nichts mehr. Wäre er nur erst drüben im Lande der goldenen Nun ist er fertig. Hut aufgestülpt, Bündel umgehenkelt, den Stab zur Hand, Pactziunter und wendet sich in die beiot de Preop ein Stüick Kreide und malt mit ein Hnte jich, Bos 1r3, bos die. Bgehzepohl zu sagen, Lürtisrdvt:, baß er eintreite, der uur.„ 46en, die ihn einst unter ihrem Herzen trug, deren Augen er vermit allen Fibern lauscht, was er jetzt wohl hier draußen be* dr Oebewoht log Geigen Abschiedsbrief hat er Berge dann geht's durch die Lande hinüber nach Hamburg, Er drückt den Hut fester auf den Hinterkopf und schließt Nur nicht umschauen, nur nicht weich werden! Erst gehrs Im Wirtshause zum„Wilden Mann“ ging es an diesem doppeltes kam das letzte Glas, der letzte freche Kuß, leichtsinniges Wünschen und gedankenloser Wortschwal.,„.,ping fuchsblondes Die eine der beiden Kellnerinnen, ein uppiges, fucherirnrer Mädchen, schlug Franz auf die Schulter. Na, bist ja so still geworden. Gehr's Dir so nahe! Sie lachte laut auf und faßte ihn dann bei den Ohren.„Als#, wirst's nicht vergessen? Hörst Du? Hübsch schreiben und geht's Euch gut.. dann ein ordentliches Geschenk.. zur Aber er winkte nur stumm. Zum erstenmal atmete er wie erleichtert auf, als er das Haus verlassen hatte und nunm dem Genossen so mancher wilden Nacht zur Stadt hinau schritt. Der Tag ging zur Ruhe. Goldglanz hing an d Waldbergen, in der Abendluft sangen die Lerchen über dwogenden Feldern. Zur Seite des Weges summte der Tele graphendraht. Das klang so melancholisch, so seltsam. war’s, als zitterte eine Stimme hindurch.. reckten sich zwei bebende Arme nach ihm aus, ihn festzuhalten.. ihn, der da auszog, in fremden, fernen Landen das Glück, die wahre Freiheit sich zu erobern. Und wie schwer der Schritt: Als hielte ihn der Boden fest, die Heimat, die ihn geboren.. in der er seine Jugend verlebt.. eine Jugend voll Sonne, voll Lachen, Spiel und Waldesrauschen! Wieder singt der Telegraph. Gut, daß jetzt der Weg von der Straße abbiegt, bergauf, in den Wald hinein. Da hört man ihn doch nicht mehr. Aber die Stimme tönt fort, nur leiser, weher, als ginge es zum Stark auf rauscht der Wald. Hier hat er jeden Weg und Steg, Feld und Bach kennen gelernt. Jung fing's damit an. Der Vater nahm ihn schon früh mit hinaus. Der war so ein echter Waldfreund. Und kam ein Dickicht, da hob er ihn auf seine Schulter, daß das Gezweig ihn nicht steche, und trug den jubelnden Jungen mit leuchtenden Augen bergauf. Immer kreuz und quer! Da ward er vogelkundig und lernte die Sprache des Maldes. Er denkt noch an den ersten Hirsch, dann, wie er auf einer hohen Fichte sein erstes Eichta##### sia, einfing. Jahrelang ging's so hin, auch noch in der Schulzeit. War er doch das einzigste Kind.. Alles, alles den Eltern: Und dann kam eine andre Zeit, da hatte er vergessen, draußen noch immer der Hochwald braust und rauscht.. da war... Sein Kamerad pfiff einen Gassenhauer wenn nur der Schlag nicht gefallen wäre! Er will nicht mehr zurückdenken.. nur noch vorwärts... an Tage der .. wo er Herr und König seines Daseins sein wird.. das große Wasser.. das neue Land! Horch! Rückwärts aus der Tiefe, wo die Stadt ruht am Bergeshange, hebt das Abendläuten an. Morgen ist's Sonntag! Als er noch ein Kind war, dünkten ihm diese Abendstunden die schönste Zeit! Am andern Tag feierte alles; blitzsauber sah's im Hause aus, ein besseres Mittagsmahl.. mittags ging's in den Wald. Darauf freute er s#, und sein Wie die Gloken tönen! Voll sch schwingend über Land Dazwischen wieder ein heimliches Wimmern und verwehendes Flehen und Beten! Er will nichts hören, auch an nichts denken! Der Vater wird's ja überstehen, aber die MutMutter die Mutter! Bim baum, bim baum!... Ihm ist's, als schlängen sich unsichtbar, unsaßvar, Arme um ihn, die ihn halten mochten, zurückziehen. es einmal in seinem Tiefsten etwas auf.„. der Engel seiner Kindheit.... Haum Bim baum, bi bauh....uin Mi Nun sind sie beide oben. Hinter ihnen, unter einer Terrasse sich abstufender Berge, da liegt in letzter Abendglut die Stadt. Ihre roten Dächer grüßen herauf, der Glocken Stimmen gehen drüber hin. Auf der anderen Seite führt der Pfad bergein in ein andres Tal, und dann weiter, immer weiter.. in die Fremde.. in ein grell lockendes Glück.. oder in ein Fritz Seifert hat sich eine neue Pfeife Brand gesetzt. Er blickt den stumm ein wenig abseits Stehenden von der Seite lauernd an, dann schlägt er eine laute Lache auf und stimmt ein zotiges Lied an, unter dessen wüsten Klängen er mit weiten Sprüngen dann jenseits bergab eilt. Ein Ekel, ein Schauder rüttelt den noch immer stumm Verharrenden auf. Noch einen Blick auf den seinem Glücke entgegeneilenden Weggenossen.. dann strafft er sich auf wie ein verhaltenes Lächeln schimmert es auf seinem Antlitz herauf .. dann stürmt er zur Stadt zurück. Bim baum, bim baum!. verhallt es vom Turm. In seiner Werkstatt steht Meister Lemme, starr die Augen auf die inhaltsschweren Worte gerichtet, die sein einzigstes Kind mit Kreide auf die Hobelbank schrieb. ! Wie Nacht ist's auf seinen Lebensweg gefallen. wird die Haustür aufgerissen.. ein Reisebünde. fällt nieder, Stab und Hut fliegen in die Ecke.. blicke vergräbt ein irrendes, heimgekehrtes Menschenkind d zuckende Gesicht knieend in dem Bette der Mutter. Gegen die Bewegungen Das verflossene Jahr hat der Schiffsbautechnik manche Neuerungen gebracht, die teils abgeschlossen, teils noch im Versuchsstadium begriffen sind. An den fliegenden Holländer glaubt man nicht mehr, aber vor dem Gespenst der Seekrankheit hat man nach wie vor einen ganz heillosen Respekt. Wenn der Techniker sich nunmehr ernstlich in einen Kampf mit dem tückischen Unhold einlassen will, so hat er damit har., Aufgabe angegriffe., denn es gilt nichts eine e Aufgahe angegriffen, denn es## anderes, als die Schlinger= und Stampfbewegungen des Schiffes, die ganz natürlichen Folgen des Wellenwurfes, zu beseitigen oder doch zu mildern. Gegen die Schlingerbewegungen, d. h. gegen das seitliche Schwanken des Schiffskörpers, sollen die Schlingerkiele, die unterhalb des Wassers den Schiffskörper gesimsartig von vorn nach hinten umgeben, helfen. Das ist in der Tat auch in erheblichem Maße der Fall; schwieriger ist es dagegen schon, die Stampfbewegungen, d. h. die Schwankungen von hinten nach vorn, zu beseitigen, aber auch hierzu ist, zum Troste aller Seeleidenden sei's gesagt, begründete Hoffnung vorhanden. Die Lösung dieses Problems würde zugleich eine der interessantesten Anwendungen eines physikalischen Experimentes in der Praxis sein. Jedermann kennt die Eigenschaften unseres Kreisels, ein gefügiges Ding, das sich willig in jede Schachtel verpacken läßt von einer plötzlichen Widerhaarigkeit und Auflehnungssucht aber ergriffen wird, sobald es sich dreht. Dann ist es mit einemmal, als ob Geisterhände ihm ein Rückgrat, eine innere Steifigkeit verliehen, die allen Versuchen, ihn mit Gewalt aus seiner aufrechten Lage zu bringen, unwirsch Trotz biete,zasenz, ker spricht dann sehr gelehrt von einer durch hervorgerufenen Stabilität der Drehungsachle.„Man versuche nur einmal einen raschlaufenden großen-##ei mit sanfte Gewalt unzulippen. Selbst jeder Zeser Behartung der Lage Steifigkeit der Kreiselachse selbst aufnehmen und nicht mehr in dem gleichen Maße wie bisher ein Spiel der seitlich wirkenden Wogenkräfte sein können. Die Idee ist kein Hirngespinst, der Versuch mit dem Schiffskreisel wird jetzt im großen ausgeführt; man darf auf den Erfolg de Neuerung mit Recht gespannt sein. dabei zu Rate gezogen hat. So wird hier endlich der authentische Text gegeben, wie er tatsächlich von dem Dichter herrührt. Interessant ist, was Pros. Gaedertz über die plattdeutsche Rechtschreibung mitteilt, die er möglichst einheitlich durchgeführt hat, welches VerfahK ren er für die Worterklärungen beobachtet, dabei eine sicher bild als praktisch anerkannte Methode dend, wie die Fußnoten, unbeschadet ihrer Verst indlichkeit, ganz knapp gehalten sind. Die Benersuunge über alles eine Erläuterung erfordernde Sprichwö liche, Stoffliche, Literarische, Geographische, Geschichtliche, Lokale und Persönliche bergen ein Quellenmaterial, das eine Unsumme des Anregenden, Eelehrenden und Wissenswerten erschließt und erst dadurch viele Stellen und Punkte aufhellt.