Nr. 181. 37. Jahrgarg. Freitag, den 4. August 19os. Insertionsgebühr für lokale Anzeigen, die sechsgespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 Pfg., außerhalb 15, Reklame=Zeile 60 Pfg., Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte. Fernsprech=Anschluß Nr. 62. Amt Schwerte. Alle Kreis= und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung" rechtverbindliche Kraft. Abonnementspreis pro Quartal i Mark 65 Pfg., extr 42 Pfg. Bestellgeld, wenn durch die Post bezogen. Erscheint a# jedem Wochentage. Wöchentliche Gratisveilage:„Illustierter Familienfreund.“ Erstes und ältestes Tages-Organ des Kreises Hörde. Aus Südwestafrika. Das Ende des südwestafrikanischen Feldzuges ist nochnicht abzusehen, nachdem es Hendrik Witboi mit seinen Hottentotten gelungen ist, vom Osten nach dem Westen durchzubrechen und sich in den dortigen sehr schwer zugänglichen Bergen festzusetzen. Es sind neue und sehr harte Kämpfe zu erwarten; die Hoffnung, daß man die Schutztruppe bald werde verringern können, hat gründlich getäuscht, wir müssen einen neuen Feldzug gegen die anscheinend nicht sehr geschwächten Witboi eröffnen. So ist die Lage im Süden. Und wie sieht es im Norden aus? Ein Privatbrief der„Berl. N. Nachr.“ gibt auf diese Frage die folgende wenig tröstliche Antwort:„Hier im Hererolande hört man beinahe täglich von einem Viehdiebstahl, Mord oder dergleichen. Allenthalben sind noch kleine Werften, die das Land unsicher machen. Ondekeremba— eine Farm an der Strecke Windhuk=Gobabis— ist vor einigen Wochen regelrecht überfallen worden. Die Herero drangen bis in die Zimmer, in denen die sieben Mann der Farmbesatzung sich aufhielten, und vor einer Woche noch wurden von demselben Platze 70 Ochsen weggetrieben. Heute wurden zwei Soldaten, die bei Omitare auf die Jagd gegangen waren, mit durchschnittener Kehle aufgesunden. Aehnliche Vorfälle passieren in allen Teilen des Landes. Die Aussichten für den Barmbetrieb sind vorläusig noch recht schlecht; es wird wohl noch viel Zeit vergehen, ehe es besser wird. Ochsen sind in letzter Zeit enorm im Preise gestiegen. Das Pfund Fleisch kostet in Windhuk jetzt bis zu 1,50 Mk. Wenn der Krieg zu Ende sein wird, dann wird das Haupthindernis für die Wiederaufnahme des Farmbetriebes der große Viehmangel sein. Man wird dann wohl kaum mit weniger als 30—40000 Mk. einen neuen Farmbetrieb eröffnen können. Einzelne alte Ansiedler sind trotz der Verluste noch reich geworden durch Transportfahren, Kantinenhalten usw., vielen aber geht es auch recht traurig.“ Es sieht also trübe aus, aber ein Zurück kann es für uns nicht geben. Der Feldzug muß und wird zu Ende geführt werden, die Frage, in welcher Zeit, läßt sich allerdings noch nicht beantworten. Wenn gefragt wird, wie es möglich war, daß die Witboileute den Weg von der englischen Grenze nach dem Westen nehmen konnten, so ist die Antwort leicht gegeben. Man vergegenwärtige sich die Größenverhältnisse der Kolonie, erinnere sich daran, daß mehrere Kampfherde bestehen, unsere Truppen mithin sehr verteilt sind und bedenke die ungeheuren Schwierigkeiten, die bedingen, daß zwei Drittel der gesamten Streitmacht bloß zur Sicherung der Verbindungen erforderlich sind. Die Leistungen unserer Truppen selbst sind bewundernswert. Wenn jüngst ein englisches Blatt von den „wundervollen Soldaten des Kaisers“ sprach, die die Aufständischen in Südwestafrika nicht niederwerfen könnten, so war das eine der bekannten britischen Unverschämtheiten. Major v. Estorff stand mit einen halben Dutzend Kompagnien Hendrik Witboi gegenüber, aber selbst diesem erprobten Führer war es nicht möglich, den Hottentotten den Weg zu verlegen. Um die Grenze sicher abzusperren, sind ganz andere Truppenmassen nötig und müßte die englische Grenzpolizei nicht versagen, wie es jetzt tatsächlich der Fall ist. (:) Berlin, 3. Aug. Ein Telegramm aus Windhuk meldet: Oberarzt Dr. Theodor Sedlmayr, früher im kgl. sächs. Karabinerregiment, ist am 26. 7. auf einem Ritt von Sandfortein nach Romansdrift gefallen.— Nachträglich wird gemeldet: Im Gefecht bei Narus am 17. 6. sind gefallen: Reiter Robert Schiller, früher im Infanterieregiment 63(Brustschuß); Reiter Anton Kuhn, früher Pionierbataillon 19(Kopfschuß); Reiter August Mahlendorff, früher Infanterieregiment 85, ist am 27. 7. im Lazarett Dawignal am Typhus gestorben. also die große Bilanzierung, bei welcher die Ausgaben in das richtige Verhältnis zu den Einnahmen und von den Forderungen der einzelnen Ressorts Abstriche über Abstriche gemacht werden. Schlimmer als der Stift des Zensors streicht der des Reichsschatzamtes die verschiedenen Forderungen zusammen. Nur das Unerläßliche darf passieren, viele berechtigte Wünsche bleiben unerfüllt. Es kostet nicht nur viel Mühe und Arbeit, sondern auch ein hohes Maß von Selbstentsagung, die Bilanzierung des Etats herzustellen. Und ist sie glücklich erreicht, dann zaust der Reichstag noch gründlich an den Blüten des Reichshaushalts herum und knickt so manche, die vielleicht lebenswürdig gewesen wäre. Hoffen wir, daß wenigstens das Notwendige zur Frucht reift. Rußland. Cherson, 3. August. Das Kriegsgericht verurteilte fünf Soldaten des Disziplinar=Bataillons zum Tode durch Erschießen, vier zur Zwangsarbeit. Sie waren angeklagt, den Kommandeur, den Hauptmann und den Feldwebel durch Bajonettstiche verwundet zu haben. Die durch die harte Behandlung erbitterten Soldaten hatten gelost, wer von ihnen die verhaßten Vorgesetzten beseitigen solle. — Intolerante„Freiheitskämpfer". Die russische Presse wird nicht müde, eine förmliche Hetze die„Andersgläubigen“ zu veranstalten, die angeblich die Angehörigen der Orthodoxie verfolgen(!) und die herrschende Kirche zu vernichten streben sollen. Und dabei redet man nach wie vor von Freiheit und AufIn der Sommerfrische will jeder gern über die Vorgänge in der Heimat unterrichtet sein, und es will niemand das liebgewordene Blatt entbehren. Wir haben deshalb die Einrichtung getroffen, daß jeder unserer Leser gegen Erstattung der Porto= und der Abonnementskosten die„Schwerter Zeitung“ für eine beliebige Zeit unter Streifband beziehen kann, und bitten die gebotene Gelegenheit fleißig zu benutzen. Bei monatelanger Abwesenheit empfiehlt sich Bestellung bei der dortigen Post. Die gewohnte Tageslektüre braucht niemand zu entbehren. Haupt-Annoncenblatt. gung von der Orthodoxie zum Protestantismusnoch noch nicht so stark entwickelt ist, wie bei den Katholiken. Aber sie kommen ebenfalls an die Reihe. Unter den früheren Katholiken soll nach den Berichten der russischen Blätter die Propaganda ganz systematisch betrieben werden. Man soll, wie es heißt, ganz genaue Verzeichnisse der zur Orthodoxie„Bekehrten“ aufgestellt haben und diese dann bearbeiten, daß sie zum Katholizismus zurücktreten. An dieser Tätigkeit sollen sich nicht nur die Priester, sondern auch eine Anzahl Gutsbesitzer beteiligen. In manchen Berichten wird sogar von Mißhandlungen gesprochen, denen die orthodoxen Bauern angeblich unterliegen, wenn sie nicht zur katholischen Kirche übertreten wollen. Ueberall tritt das Bestreben zu Tage, die Regierung gegen die„Andersgläubigen“ scharf zu machen, oder doch zur Einschränkung des Toleranzukases zu veranlassen. = Ueber die Säuglingssterblichkeit in Rußland und ihre Ursache erstattet das russische Reichsratsmitglied Roop einen Schrecken erregenden Bericht. Nachdem Roop festgestellt, daß die Sterblichkeitsziffer in Rußland im Verlaufe des letzten Jahrhunderts von 20 auf 50 per Tausend heraufgeschnellt sei, fährt er laut„Frankf. Ztg.“ fort: Am schlimmsten ist die Lage der Neugeborenen. Schon vor ihrer Geburt sind viele von ihnen dem Verderben geweiht. Die harte Arbeit der Mütter, ihre schlechte Ernährung, die winterliche Kälte, der Alkoholismus, seelische Qualen, alles dies bewirkt, daß die Neugeborenen wenig lebensfähig sind. Der Akt der Geburt selbst wird in barbarischer Weise vollzogen. Die bäuerlichen Hebammen benützen Methoden, wie sie nur bei Wilden im Gebrauche sind. Die Gebährende wird aufgehängt, geschüttelt, geßerrt, statt chirurgischer Instrumente werden Holzstücke verwendet. Das neugeborene Kind wird ins Dampfbad gebracht, mit dem Kopf nach unten hängend, geschüttelt, sodann auf einer Schaufel in einen heißen Ofen hineingehalten usw. Eingewickelt in schmutzige Lumpen und oft nur der Aufsicht seiner halbwüchsigen Geschwister überlassen, verfault der Säugling in seinem eigenen Unrat und wird von Ungeziefer geradezu zerfressen. In der verfaulten Unterlage und sogar am lebendigen Leibe des Kindes entwickeln sich oftmals Würmer. Und hat das Kind alle diese Qualen überstanden, so stirbt es doch häufig vor Hunger oder es wird durch den mit Brod oder Grütze gefüllten verfaulten Lutschbeutel vergiftet, der ihm statt der Mutterbrust gereicht wird. Er vernichtet mehr Menschenleben, als alle Schlachten gegen den Feind. Politische Uebersicht. — Mit der Aufstellung der Etats ist jetzt im Reichsschatzamt begonnen worden, nachdem mit dem Ausgang Juli sämtliche Reichsressorts die Einreichung ihrer Forderungen abgeschlossen hatten. Jetzt beginnt klärung, die man dem Volke schaffen wolle! Mit besonderem Haß wird zur Zeit gegen die Angehörigen der katholischen Kirche vorgegangen, die der Orthodoxie in hervorragendem Maße gefährlich sein sollen. Allerdings haben die Katholiken gleich nach Erlaß des Glaubensukases mit großem Geschick die Sachlage für sich auszunutzen begonnen. Die Uebertritte von der Orthodoxie zum Katholizismus gehen im Weichselgebiete und in Littauen in Massen vor sich. Der Aerger der orthodoxen Russen kennt infolgedessen keine Grenzen, aber sie können die Bewegung nicht hindern. Vor einiger Zeit begab sich, wie seiner Zeit gemeldet wurde, eine Abordnung zum Zaren, ihn um Schutz gegen die „Uebergriffe“ der Katholiken gegen die herrschende Kirche zu bitten. Diese Abordnung erreichte natürlich nichts anderes, als daß der Kaiser versprach, die Uebelstände untersuchen zu lassen. Erfolgt ist nichts und es konnt in der Sache auch nichts erfolgen, weil die Beschwerden nichtig waren. Infolgedessen hat man die Agitation in der Presse mit verdoppelter Heftigkeit aufgenommen. Wenn man dabei die Evangelischen in den Ostseeprovinzen nur wenig erwähnt, so ist das nur darauf zurückzuführen, daß dort die rückläufige BeweWitte in Amerika. Die Konferenz der Friedensunterhändler hat mit Reibereien begonnen. Witte, den man den Friedensfreund à tout prix nannte, führt jetzt eine kriegerische, wenigstens aber sehr selbstbewußte Sprache. Das ist die einfache, aber kluge Kunst des Geschäftsmannes, das Angebot der Kontrahenten zunächst mit wegwerfender Geringschätzung anzusehen, das eigene aber hoch zu preisen. Auf dieser Grundlage werden Geschäfte abgeschlossen. Nach diesen Präludien ist es aber nicht unwahrscheinlich„daß die Friedensboten die Rückfahrt über den Ozean antreten können, ohne dem Zwecke ihrer Zusammenkunft einen Schritt näher zu kommen. Die zuversichtlichen Meldungen, die Rußland gerade jetzt wieder vom Kriegsschauplatz erhält und zwar auffälligerweise aus englischen Quellen, werden die Beharrlichkeit der russischen Unterhändler weiter stärken. Selbst japanische Korrespondenten erklären jetzt, daß die sibirische Eisenbahn in keiner früheren Epoche des Krieges auch nur entfernt so leistungsfähig sich erwiesen habe wie in den letzten Wochen. Aus diesem noch ungemünzten russischen Hoffnungsschatz wird der geschäftskundige, vielgenannte Witte Kapitel zu schlagen wissen. Wenn die Unterhandlungen auch im Sande verlaufen(Witte hat diese Möglichkeit in den letzten Tagen verschiedentlich ausdrücklich ausgesprochen), so hat er noch ein besonderes Ziel im Auge, daß ihm beinahe mehr am Herzen zu liegen scheint, als die Beilegung der Feindseligkeiten. Auch die stolze Unterhaltung mit dem Berichterstatter Reuters und die wortreiche Begrüßung der Vereinigten Staaten scheint diesem Plane dienen zu sollen: das amerikanische Kapitel im Sinne einer russischen Anleihe zu beeinflussen. Die Flüssigkeit des amerikanischen die Stimmung in den dortigen Finanzkr. dieser Extratour, die sich Herr Witte in Newyork erlaubt, günstig zu sein. Rußland hält also zu Beginn des Spieles einige hohe Atouts in der Hand.„untige Kriegsberichte, die Aussicht auf neue Hilfsquellen und einen Unterhändler, den niemand übertölpeln wird. Aus Stadt und Umgebung. Schwerte, den 4. August 1905. *r(Ueber den Nutzen der Lokalpresse) hat sich der bisherige Oberbürgermeister von Halberstadt, jetzt Oberbürgermeister von Krefeld, folgendermaßen geäußert: Er verkenne die hohe Bedeutung nicht, welche die Presse, und besonders die Lokalpresse, deren Wirksamkeit vielfach unterschätzt werde, für die Entwickelung des Gemeinwesens habe. In jeder Stadtverwaltung kämen wohl gelegentlich Zeiten, wo diese den Mut haben müsse, auch einmal gegen die Stimmung der Bürgerschaft zu handeln. Zur Klarlegung solcher Meinungsverschiedenheiten und dann zum Ausgleigh nichts besser, als eine gut geleitete kommunale Presse. Man möge über die Presse denken, wie man wolle, den hohen Beruf der lokalen Presse zur Weckung und Belebung des Heimatsgefühls könne niemand bestreiten. Deshalb habe er auch immer großen Wert auf ein gutes Einvernehmen mit der lokalen Presse gelegt. Er verhehlt es auch nicht, daß er selbst ein fleißiger Mitarbeiter der Presse gewesen sei. bid(Als Kassenärzte) der Ortskrankenkasse Schwerte fungieren für die nächsten fünf Jahre die Herren Sanitätsrat Dr. Tütel, Sanitätsrat Dr. Haver, Dr. Goeke, Dr. Munkenbeck, Dr. Emmerich und Dr. Mester. **(Finsternisse.) In der nächsten Zeit finden zwei Finsternisse statt. Die zweite Mondfinsternis dieses Jahres ist wie die erste eine teilweise und ereignet sich in den letzten Morgenstunden des 15. August. Sie dauert von 3 Uhr 39 Minuten bis 5 Uhr 43 Minuten, und ist in der südwestlichen Hälfte Europas, in Afrika, im Atlantischen Ozean, in Nordamerika, in der nördlichen Hälfte Südamerikas und in der östlichen Hälfte des großen Ozeans zu sehen. In unseren Gegenden geht der Mond bereits vor dem Ende der Finsternis unter.— Die zweite Sonnenfinsternis ist eine völlige und findet am 30. August in den ersten Nachmittagsstunden statt. Sie beginnt um 11 Uhr 38 Minuten an der Ostküste Nordamerikas in der Gegend von Baltimore, überstreicht die ganze östliche Hälfte von Nordamerika, Grönland, die Nordpolargegenden, die nördliche Hälfte Afrikas, Europa und das westliche Asien und endet um 4 Uhr 37 Minuten in der Gegend des Stephanie=Sees in Britisch=Ostafrika. In unseren Gegenden ist die Finsternis nur eine teilweise, und zwar werden im äußersten Westen Deutschlands etwa nur drei Viertel, im Osten die Hälfte des Sonnendurchmessers vom Monde bedeckt werden. **(Zum Kriegerfeste.) Die Vorbereitungen zu dem dreißigjährigen Stiftungsfeste des hiesigen Kriegervereins vom 5. bis 7. d. M. sind beendet. Die vielen Kommissionen haben ihr möglichstes getan, um das Fest großartig zu gestalten, wozu der Verein auch keine Kosten gespart hat; allein für die Ausschmückung sind 300 Mark bewilligt.— Der Zapfenstreich am Sonnabend abend, bei dem bekanntlich die Spielleute eines ganzen Bataillons mitwirken, wird sich, von Schulze=Selmig ausgehend, durch folgende Straßen bewegenz, Helpothstraße, Ostenstraße, Hüsing=, Bahnhof und Beaestra## Von dort wieder durch die Sedanstraße, Moltke=, Bismarck=, Wilhelmstr., Beckestr., Hagener=, Schulstraße, Markt und von dort zur Brückstraße zurück. 88(Verhaftung.) Dienstag abend wurde ein hiesiger 32jähriger Fabrikarbeiter von der Polizeibehörde verhaftet unter der Beschuldigung, sich gegen§ 176,3 vergangen zu haben. Der Verhaftete wurde Mittwoch morgen nach Vernehmung der betr. Kinder dem Kgl. Amtsgericht Schwerte eingeliefert. **(Von einem ärgerlichen Verluste) wurde Herr Landwirt M. im Senningswege dadurch betroffen, daß ein Marder ihm 16 Stück Junggeflügel zu Schaden biß, ehe es gelang, diesem vierbeinigen Räuber das Handwerk zu legen. ::(Unfall.) Auf der Schwerterheide fiel ein Arbeiter, welcher mit dem Verpacken der Garben auf dem Erntewagen beschäftigt war, von dem bereits wei über die Hälfte beladenen Wagen infolge plötzlichen Anziehens der Pferde hinunter. Glücklicherweise kam er mit einigen Schrammen am Kopfe und einer Fußverletzung davon. *r(Der Ausdruck Pumpernickel) leitet sich nicht, wie man noch häufig findet, von don pour Nickel her, sondern von bonum paniculum, wörtlich gutes Brötchen. Der aktenmäßig erwiesene Ursprung ist folgender. Bei einer Hungersnot in Osnabrück um 1450 ließ der Magistrat auf Gemeindekosten Brot backen und unter die Notleidenden verteilen. Dies Brot erhielt den obigen lateinischen Namen, aus dem der Volksmund Bonpanickel, Bompernickel, Pumpernickel machte. Die richtige Schreibweise währe demnach Bompernickel. Ein Turm vor den Osnabrücker Stadtmauern, in der Nähe der sog. Hafermühle, in welchem solches Brot gebacken wurde, heißt heute noch der Pernickelsturm. wundet worden. Das Auge ist verloren, sonst befindet sich R. jedoch auf dem Wege der Besserung. Lentze zahlte jetzt dem R. eine Abfindungssumme von 12 000 Mark, auf die man sich geeinigt. Die anfängliche Forderung betrug 20000 Mark.(Und die strafrechtlichen Folgen?) (!) Düsseldorf, 3. August.(Verhaftete Gemälde=Diebe.) Zwei Italiener, ein Weber und ein Agent, wurden heute wegen Verdachtes des stahls von sehr wertvollen ungefähr 300 bis 400 Jahre alten Kirchengemälden festgenommen, die aus einer Kirche oder einem Museum herzurühren scheinen. Sie haben die Bilder, die in einem auffallend langen und breiten Sofa verborgen waren, nach Deutschland eingeführt und in Düsseldorf für 80000 Mark zum Kauf angeboten. Die Angeschuldigten wollen die Gemälde von einem Unbekannten in Pisa mit dem Auftrage, sie in Deutschland zu verkaufen, erhalten haben. (:) Höchsten, 4. Aug.(Ein betrübender Unglücksfall) ereignete sich in der Familie des Bergmanns H. hierselbst. Das fünfjährige Söhnchen hieb seinem zweijährigen Brüderchen mit dem Handbeil den kleinen Finger der linken Hand glatt ab. Wie häufig haben wir nicht schon an die Eltern unseres Leserkreises die ernstliche Mahnung gerichtet, alles das, was in der Hand eines unverständigen Kindes gefährlich werden kann, wie Streichhölzer, Messer, Scheren, Beile usw. vorsichtig und so aufzubewahren, daß die Gegenstände den Kindern nicht erreichbar sind. Aber die Gleichgiltigkeit und der Unverstand sind leider groß in der Welt. ! E r g s t e, 4. A u g u s t.( E r n a n n t.) D e r S c h u h machermeister Herr Friedrich Hunke zu Rheinermark ist zum Beisitzer der Prüfungs=Kommission für Handwerkmeister des Schuhmacherhandwerks und der. Sattlermeister Herr Karl Naust zu Hennen zum Beisitzer der Prüfungskommission für Handwerkmeister des Sattlerhandwerks für die Kreise Iserlohn, Altena und Olpe gewählt worden. Die Funktionsperivde dauert drei Jahre. Die Kommission hat ihren Sitz in Iserlohn. ! E r g s t e, 3. A u g.( K a s s e n a b s c h l u ß.) I n d e r letzten Generalversammlung der Handwerker=Unterstützungs=Kasse Ergste wurde die Rechnung pro 1904 abgeschlossen. Die Einnahme betrug 2009,55 Mk. Die Ausgabe 1727,42 Mk. Es ist demnach ein Kassenbestand von 282,13 Mk. zu verzeichnen. Erkrankungsfälle kamen im Laufe des verflossenen Jahres 28 vor. Die Mitgliederzahl betrug am Schlosse des Jahres 102. ! Rheinen, 3. Aug.(Beinbruch.) Einen bedauernswerten Unfall erlitt ein im nahen Leckingser Walde beschäftigter Holzarbeiter, indem er sich beim Aufladen von Hölzern einen Beinbruch zuzog. Westfalen und Rheinland ! H a m m, 3. A u g u s t.( E i n l e i c h t s i n n i g e r Schuß und seine Folgen.) In der„Schwerter Zeitung“ wurde seinerzeit berichtet, daß im benachbarten Heessen der Rechnungsrat a. D. Lentze in der Aufregung auf mehrere junge Leute, die vor seiner Tür abends mit dem Dienstmädchen schäkerten, einen Schuß mit seinem Gewehr abgegeben habe. Der jugendliche Kommis Rütz war durch die Kugel, die ihm durch ein Auge in den Kopf gefahren war, schwer verDie Stadt Dortmund verkauft ihr Elektrizitatswert. Dortmund, 3. August 1905. Den Magistrat und die Verwaltungsdeputation des städtischen Elektrizitätswerkes haben in den letzten Wochen große Pläne beschäftigt, die nichts geringeres, als den Verkauf des El.=Werkes bezwecken. Der Bürgerschaft wird sich ob dieser Mitteilung freilich großes Staunen bemächtigen, hat man doch gerade auf die Entwickelung des Elektrizitätswerkes große Hoffnung gesetzt, sollte es doch im Laufe der Jahre mal ebenso schöne Erträgnisse liefern, wie das städtische Wasserwerk. Nun, wir können mitteilen, so schreibt die„Dortm. Ztg., daß diese Hoffnungen durch den Verkauf keineswegs zunichte gemacht, vielmehr eher di Verwirklichung entgegengeführt werden, als wenn die Stadt Eigentümer bleibt... nschlusses indnu. Wir leben in der Zeit des Zusammenschlafes inonstrieller Unternehmungen. Ein solcher Zusammenschluß, ein Aufsaugen kleinerer Werke durch große hat auch auf dem Gebiete der Elektrizität begonnen. Seit man hochgespannte Ströme ohne Gefahr auf weite Strecken hinleiten kann, ist der Plan aufgetaucht, das ganze rheinisch=westfälische Industriegebiet mit einem einheitlichen Netze von elektrischen Leitungen zu versehen, von wenigen großen Zentralen aus das ganze Gebiet mit Kraft und Licht zu versorgen. An der Spitze dieser Bestrebungen stehen die Herren Thyssen und Stinnes, also zwei Personen, die über die nötigen Mittel, die erforderliche Macht und auch genügenden Einfluß verfügen, solch ein Riesenwerk durchzuführen. Das rheinisch=westfälische Elektrizitätswerk in Essen gehört den beiden Herren bezw. sind sie an dem Unternehmen stark beteiligt. Dieses versorgt schon einen ganz erheblichen Teil des Industriebezirks mit Elektrizität, und der Bürgerschaft ist es bekannt, daß die Nachbarstadt Hörde bereits mit dem Werke abgeschossen hat. Das gleiche ist von den sonstigen Gemeinden des Kreises Hörde zu berichten und in letzter Zeit sind Verhandlungen mit dem Landkreise Dortmund eingeleitet worden. Da das Essener Werk die Preise für Licht auf 32 Pfg., für Kraft auf 15 Pf. für die Kilowattstunde festgesetzt hat, während Dortmund 40 bezw. 20 Pfg. erheben muß, um in etwa zu verdienen, so ist es fast selbstverständlich, daß auch der Landkreis Dortmund mit Essen abschließen würde, falls Dortmund ihm nicht auch die billigen Preise bewilligt. De Folge würde also sein, daß auch die Preise für die städtischen Abnehmer herabgesetzt werden müßten. Das würde die jetzige gute Rentabilität des Werkes stark beeinträchtigen, zumal ihm auch die Möglichkeit zur weiteren Ausdehnung fast ganz genommen wirde...„„Ttmisse 48 frast sich fol So liegen also die Verhalinisse, es frag. sich, son 22 Roman von Ewald August König. „Hat es Mühe gekostet?“ fragte der Doktorleise. Der Förster schüttelte den Kopf.„Der Junge ist dumm,“ er widerte er;„er glaubte mir sofort, als ich ihm sagte, ich sei von seiner Mutter geschickt, um ihn zu ihr zu bringen. Der Doktor nickte befriedigt; er nahm einen Stuhl und setzte sich dem Förster gegenüber. „Also Gewalt war nicht nötig? sich denke, er wird Euch keine Umstände machenz es wäre fatal, wenn man den Burschen zwingen müßte, das Maul zu halten. Meinetwegen schlagt ihn tot.“ Der Förster blickte auf; es war ein stechender, tückischer Blick, der die geheimsten Gedanken des kleinen Herrn erforschen zu „Das wäre Ihnen wohl sehr angenehm?“ fragte er. „Bah, es wäre mir gleichgültig. Sie wolen mich tüuschen, ,.. grang, wern Ihr mie 84 „Zu welchem Zweck? Wayrgaftig, granz, rgenn. m z.i Nachricht brächtet, der Knabe sei tot, so wurde ich ihm keine Träne nachweinen,“ sagte Jonatan Lampe, dessen Lippen ein boshaftes Lächeln umzuckte. Der Fürster blickte nachdenklich vor sich hin; ein seltsames Lächeln glitt über sein Gesicht.„In Ihrem Interesse läge es, das Kind zu schonen,“ sagte er;„ich fürchte, der Baron wird Ihnen die Tür zeigen, wenn er Ihrer Dienste nicht mehr bedarf. Dann aber wäre das Kind noch immer ein Schreckmittel. „Ich habe andere und bessere,“ fiel der Doktor ihm ins Wort. Das Leben dieses Knaben ist für mich keinen Pappenstiel wert.“ „Wären Sie ein Freund von schönen Frauen, dann könnten Sie durch das Kind die schöne Mutter zu gewinnen suchen.“ heiten und leeren die Börse. Für mich haben beide keine Reize.“ Weil Sie ein alter Mann sind,“ sagte der Förster,„ein Mann, der das Leben niemals kennen gelernt hat.“ „Und es liegt mir nichts daran, wofür Ihr mich Huellee, sagte der kleine Herr.„Aber kommen wir zur Sache. Ist der „Rein. Er wird auch vor morgen abendnicht beinkommen: „Also seid Ihr bis dahin allein in dieser Hütte. „Weiß er, weshalb Ihr in seinerHütte ein Obdach gesucht habt? „Weiß er, daß der Knabe Euch begleitet?“ Es ist gut, daß er es nicht weiß, sagte der Doktor befrie. digt;„er könnte uns verraten. Es ist natürlich, daß die Mutter des Knaben Lärm schlagen wird und man kann nicht wissen, wie die Bauern in diesem Falle sich verhalten werden. Der Förster nickte gedankenvoll.„Die Bauern nen Spaß, und wo ihre Fäuste hinfallen, da wächst kein Gras „Eben deshalb müssen wir klug und vorsichtig sein,“ fuhr Jonatan Lampe mit schlauem Lächeln fort,„und voren er#e gen müssen wir vermeiden, daß wir zusammen gesehrn werenn. Der Verdacht der Gräfin wird zuerst auf mich fallen; man wird „Ja, wenn Sie nicht so vorsichtig gewesen sind, dem Verdachte vorzubeugen und zu verschwinden, ohne eine Spur zu u vio versteht das nicht und ich kann es auch nicht so klar ausemanderseten, daß Ihr os versteht. Ich iegzensanse(chon iegt Verdacht fällt auf mich, und man wird mich jedenfat schen 1.9. auf den Eisenbahnstationen suchen. Findet man mich dort nicht, so werden weitere Nachforschungen angestellt, und erfährt die wird sie vermuten, dot“, Zegentes glgauben und Her bleiben wieder aufbrechen, ich gehe heute noch. „Gehen wir verschiedene Wege?“. Ja. Ich werde zuerst den Baron besuchen und Euch oann übermorgen abend mit dem setzten Zuge auf dem Bahnhofe mei: ner Heimat erwarten. Ihr habt also Zeit genug, er## nicht nötig, daß Ihr Euch übereilt, der Junge wird ohnedies keine großen Märsche machen können unld For habt bis zur zweiten Station einen Weg von zehn Stunden zurückzulegen. „Wenn ich das alles im voraus gewußt hätte, würde ich gar nicht übernommen haben,“ brummte der Förster ärgerlich. „Darf man fragen, weshalb nicht?“ „Weilich kein Freund von solchen Gefahren und Strapazen bin.“ „Ihr möchtet das Geld gerne noch leichter verdienen, nicht wahr?“, „Bay, es sino nur hundert Taler!“ „Die Ihr bei Euerem Herrn in einem ganzen Jahre nicht verdient“.....,„gwmeck oälte „Wenn es noch einem andeken Zwen galle... „Zum Beispiel die Beseitigung der Miß Gordon,“ sagte der Förster mit gedämpfter Stimme, indes er die Brauen finster zusammenzog.„Wenn Sie dazu meiner Hilfe bedürften...“ „So würdet Ihr bereit sein?“ „Mit Vergnügen. „Ihr haßt die Engländerin so sehr?“ „Ich könnte sie vergiften. Der lauernde Blick des Doktors ruhte lange und durch gend auf dem fahlen Gesichte des Försters.„Ja, der Haß eine Ursache,“ sagte Jonatan Lampe gedehnt;„was hat die Engländerin getan?“ Nichts, wenn Ihr sie verteidigen wollt!“ „Miß Gordon ist keine Engländerin,“ warf der Doktor ein. „Weshalb soll sie es nicht sein?“ Hm, ich habedarüberauchschonnachgebacht Aberwasliegt „Bewahre Franz, eskommt vieldaraufan, ihre heit zu erforschen. Vielleicht, ja wahrscheinlich, finden wir darin einen dunklen Fleck, der uns eine Waffe gegen sie liefert, und wenn wir eine solche Waffe besitzen, dann wollen wir sie auch Der Förster blickte überrascht auf.„Sie haben auch ein Interesse daran,“ sagte er. Miß Gordon ist auch Ihre Feindin; sie benutzt jede Gelegenheit, den Baron gegen Sie aufzuhetzen. „Und woher wißt Ihr, daß sie gegen mie, neriquiert Vonihe selbses. „Ja Ich habe Gespräche belauscht, in denen von Ihnen d# Bode won! hahriche hat Euch das Dortmunder Elektrizitätswerk unter den unabweisbar eintretenden ungünstigeren Verhältnissen weiter bestehen, oder soll die Stadt sich in irgend einer Art an das schon in der Ausführung befindliche große rheinisch=westfälische Netz anschließen und einreihen? Gelingt ihm das, dann wird es in Zukunft heißen: Rheinisch=westfälisches Elektrizitätswerk Essen=DortEin großer Beamtenapparat würde hier in Tätigkeit gesetzt werden, denn das hiesige Werk würde wesentlich vergrößert werden, da nicht allein die Ortschaften, sondern auch die im Bezirk befindlichen Zechen von dem Werke ihren Bedarf an Elektrizität beziehen werden. Die Gesellschaft dürfte eine solche Ausdehnung erfahren, daß vielleicht ein Aktienkapital von 100 Millionen erforderlich wird. Nun könnte die Stadt sich ja vielleicht in anderer Weise an dem Unternehmen beteiligen, etwa, indem sie ihr Elektrizitätswerk in eine Aktengesellschaft umwandelte. Eine Angliederung an die bestehende Essener Gesellschaft würde dann leicht möglich. Eine Stadtgemeinde kann sich aber doch nicht gut mit solchen Unternehmungen befassen, da zu große Schwankungen im Haushaltsplane zu befürchten wären, man ist deshalb schließlich einem Kaufangebote des Essener Werkes näher getreten. Dasselbe ist anscheinend für die Stadt nicht ungünstig. Nach demselben werden der Stadt für Abtretung des Werkes 4½ Millionen mehr geboten, als das Werk bisher gekostet hat, außerdem soll die Stadt eine Abgabe von 8 Prozent der Bruttoeinnahme erhalten. Die Abgabe dürfte wohl diejenige Summe erreichen, welche die Stadt bisher als Reinüberschuß von dem Werke bezogen hat. Der Hauptvorteil für die Bürgerschaft liegt aber darin, daß von dem Tage ab, wo der Verkauf perfekt wird, die billigen Tarife in Kraft treten. Das ist von ganz gewaltiger Bedeutung. Welch große Summen dabei erspart werden, geht daraus hervor, daß bei dem Betriebe der Straßenbahn etwa 50000 Mark erspart werden würden, da für diese der Preis für die Kilowattstunde von 10 auf 7½ Pfg. herabgesetzt werden soll. Wie gesagt, es handelt sich um ein großzügiges Unternehmen, das von ganz anderen Gesichtspunkten beurteilt werden muß, als ein gewöhnlicher Verkauf eines städtischen Unternehmens. Pilzvergiftung. (ib) Thale, 3. August.(Drahtb.) In Thale erkrankten die Familien Krych und Stoinsky an Pilzvergiftung. Der Ehemann und die Ehefrau Stoinsky sind bereits gestorben. Raubmord. (:) Meran, 3. August.(Privattel.) In dem bekannten Gasthause Kochemoos in Meran wurden beide Wirtsleute im Schlafzimmer tot aufgefunden. Es liegt vermutlich ein Raubmord vor. Verurteilter Bankier. (8) Liegnitz, 3. August.(Drahtb.) Die Strafkammer verurteilte den Bankier Max Schüller aus Buntzlau wegen Untreue und fortgesetzten Vergehens gegen das Depotgesetz zu drei Jahren Gefängnis; sein Bruder Georg Schüller erhielt drei Monate Gefängnis, die durch die Untersuchungshaft für verbüßt erachtet wurden. Eisenbahnerstreik. (:) Warschau, 4. August.(Wolff=Tel.) Das Personal der Wien=Petersburger Bahn streikt. Die Magazine werden militärisch bewacht. Morde. (:) Warschau, 4. August.(Wolff=Tel.) In Nowiminsk wurden 36 Personen ermordet, darunter sechs junge Mädchen. Die Kriegspartei obendrauf. (1b) Paris, 3. August.(Drahtb.) Nach Depeschen aus Petersburg lauten die Berichte des Obersten Fürsten Wolonsky, der soeben von Lenewitschs Hauptquartier in der Hauptstadt eintraf, so befriedigend, daß die dortige Kriegspartei sich wieder sehr zuversichtlich zeigt. Einer der Großfürsten sagte:„Es scheint, daß Witte sich an Bord des„Kaiser Wilhelm der Große" sehr wohl befand; er wird wohl zur Heimfahrt in nächster Woche denselben Dampfer benutzen. Aus der englischen Marine. (:) London, 4. August(Wolff=Tel.) Die Admiralität hat 12 Torpedobootszerstörer mit Turbinenbetrieb und einem Deplacement von 230 Tonnen für den Küstendienst in Bestellung gegeben. Lynch=Justiz. (=) New Braunfels, 3. August.(Privattel.) Ein 16jähriger Neger Green, welcher ein Mädchen von vier Jahren, die Tochter seines Herrn, gemißbraucht hatte, wurde von der Menge aus dem Gefängnis gewaltsam herausgeholt und gelyncht. Verantwortlicher Redakteur Wilhelm Schade, Schwerte Riesen=Schneeglöckchen. Im praktischen Ratgeber wird ein Schneeglöckchen aus Kleinasien, Galanthus Elwesi, empfohlen und abgebildet, dessen Blumen doppelt so groß sind als die des einheimischen Schneeglöckchens. Es blüht noch etwas früher als dieses. Die großen Zwiebeln des asiatischen Schneeglöckchens, die in verschiedenen Blumenzwiebelgeschäften bereits zu haben sind, pflanzt man jetzt an eine gut bereitete sonnige Stelle in den Garten. Schneeglöckchen lieben die Geselligkeit. Ungestörte Klumpen blühen am reichlichsten.— Die Nummer des praktischen Ratgebers im Obst= und Gartenbau, welche diese Mitteilung enthält, ist vom Geschäftsamt des praktischen Ratgebers in Frankfurt a. Oder kostenlos zu beziehen. Samstag, den 5. v. M., soll im hiesigen Schlachthause minderwertiges Rindfleisch gerlaust werden 2683 1840 Berlin, 3. August.(Drahtb.) In der letzten Nacht haben sich in Berlin 6 Personen vergiftet, ein Brautpaar von 18 bezw. 17 Jahren, ein Dienstmädchen aus unglücklicher Liebe, eine Händlersfrau aus Eifersucht, eine Schneidersfrau infolge Schwermut, ein Bankbeamter wegen zerrütteter Vermögensverhältnisse. Cuxhaven, 3. August. Der Lotsenschooner Nr. 4 in der Nordsee ist von einem unbekannten Fischerdampfer überrannt. Die 11 Mann starke Besatzung hat sich in zwei Booten gerettet. Helgoland, 2. August. Am Flagg=Slapp bei Madeck ist am Montag ein großes Stück(etwa 3,5 Meter breit und 20 Meter lang) vom Felsen abgestürzt, wahrscheinlich infolge der Unterspülung durch das Meer. Die Einfriedigung mußte infolgedessen um etwa 5 Meter zurückgesetzt werden. Man sieht also, wie notwendig die Fortsetzung der Schutzbauten um das immer kleiner werdende Eiland ist.— S. den ausführlichen Artikel über Helgoland im zweiten Blatt. München, 3 August.(Drahtb.) Wie die„Neuesten Nachrichten aus Bozen melden, fand bei Noyers im Aostatale ein Bergsturz statt, bei dem eine Anzahl Personen verunglückte. Bis jetzt sind 12 Personen tot aufgefunden worden. Karlsruhe, 3. August. In der Firma Gesellschaft für Brauerei=Spiritus, Preßhefefabrikation Sinner in Günwinkel ereignete sich bei der Reinigung eines Spiritusbehälters eine Explosion. Ein Mann wurde sofort getötet, ein zweiter starb während der Nacht, zwei Arbeier wurden verletzt. Saarbrücken, 3. August. Einen wertvollen Münzenfund machte ein Ackerer in Dirmingen, der beim Ausschachten einer Jauchegrube auf ein altes Gewölbe stieß und in einem stark verrosteten eisernen Gefäß 24 Stück gut erhaltene Goldmünzen fand, die aus dem 14. und 15. Jahrhundert herrühren und Prägungen vom Erzbischof von Trier, Erzbischof von Köln und vom Erzbischof von Mainz zeigen. Budapest, 3. August. Im Oedenburger Komitat tritt die Ruhr überall auf. In einer einzigen Gemeinde sind 400 Personen erkrankt. Paris, 3 August. Ein Amerikaner, der von Le Havre kommend nach Paris gegangen war, um eine Summe von 120000 Fr. einzuziehen, wurde von zwei Frauenzimmern, die sich ihm zugesellt hatten, dieser Barschaft größtenteils beraubt. Es fehlten ihm etwa 100 000 Fr. an der Summe, die er bei sich trug. Die beiden Frauenzimmer wurden verhaftet, bestritten aber, den Diebstahl begangen zu haben und mußten wegen ungenügender Beweise wieder freigelassen werden. Tehne Trahlmitbungen 2D S. 90 SO Seifenpulver Marke I. Ranges. Preisverteilung! Ein heller Dr. Oetker’'s Sür., Beachtung! Nas Nouesse an Meine werten-Künden! 2680 Mit Rücksicht auf die kommenden grossen verwendet stets Backpulver Vaniilin-Zucker Pudding-Pulver à 10 Pfg. Fructin bester Ersats für Honig. Milliosenfach bewährte Rezepte gratis gon den besten Geschtflen. Srmm.. gewähre meinen werten Kunden auf sämtliche Einkäufe in Damen-, Mädchen- u. Kinderkonfektion Herren-, Burschen- u. Knabenkleidung sowie soliden Schuhwaren aller Art trotz meiner bekannt billigen Preise jetzt noch ERtTa-Rauutt! Frankfurterstrasse 97, 99, 101. der„Schwerter Zeitung“. Zur Arbeiterbewegung. (=) Greiz, 3. August.(Privattel.) Der Sächsischthüringische Webereiverband beschloß nach achtstündiger Debatte einstimmig, sämtliche Betriebe am 19. August zu schließen. Der Beschluß bedeutet die Ablohnung von 28000 Arbeitern. Bekanntmachung. Die im Herbst jeden Jahres regelmäßig wiederkehrende Steigerung des Eisenbahnversandes wird auch in diesem Jahre größere Anforderungen an den Eisenbahnbetrieb und die Zuführung offener und gedeckter Wagen stellen. Um den stärkeren Verkehr ohne Störungen zu bewältigen, ist es notwendig, daß die hierauf gerichteten Best ebungen der Eisenbahnverwaltung allerseits Unterstützung finden. Hierzu ist in erster Linie erforderlich, daß der Bedarf an Kohlen u. s w. für den Winter schon jetzt bezogen und nicht auf die Zeit der Rübenernte von Oktober bis Ende November verschoben wird, welche in der Regel Mangel an offenen Wagen zu verursachen pflegt. Für den Versand von Gütern in gedeckten Wagen ist es nach den gemachten Erfahrungen dringend notwendig, daß die großen Versendungen an Düngemitteln gleichmäßiger auf das ganze Jahr verteilt werden. Für alle Wagenladungen gilt aber, daß auf die volle Ausnntzung des Ladegewichts, sowie auf die nige Be= und Entladung der Wagen Bedacht genommen wird, damit von einer allgemeinen Verkürzung der bestehenden Ladefristen abg sehen werden kann. Die beteiligten Kreise ersuchen wir, hiernach verfahren und die erforderlichen Einrichtungen im allgemeinen Interesse frühzeitig treffen zu wollen. Elberseld, im Juli 1905. 2681 Königliche Eisenbahn=Direktion. Erloschen: Rotlauf unter dem Schweinebestande des August Niederbeckmann zu Eichlinghofen, Amt Barop, Kreis Hörde. Barop, den 2. August 1905.„„. 2684 Die Freitag. Bekanntmachung. Zum Ausbau des Holzeuerweges von der Fleit mannstraße bis zur Gemeindegrenze hierselbst sollen: a) die Erd- und Chaussierungsarbeiten, b) das Versetzen der Bordsteine, c) die Lieferung der Packlagesteine vergeben werden. Angebotsformulare und Bedinguigen liegen auf unserm Stadtbauamt zur Einsicht offen und können von dort zum Preise von 0,75 Mark zu a und 0,50 Mark zu b und o bezogen werden. Verschlossene und mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind bis Sonnabend, den 12. August 1905, vorm. 11 Ahr beim Stadtbauamt einzureichen. Schwerte, den 1. August 1905, 2682 Der Magistrat. R. Fleitmann. er=Verkauf. Am Samstag, den 5. August, nachm. 4 Uhr verkaufe ich 18 Morgen prima Kleedreisch=Hafer in Abteilungen gegen Kredit. Der Hafer wird dem Käufer gratis mit der Selbstbinder=Maschine gemäht. Schulte-Grossenbräuker, Villigst. Pést-Urafung für das 80 famr. SmfraT am 6. und 7. August 1905. Samstag, den 5. August, abends S ½ Uhr: Grosser Zapfenstreich. Tenmieo den P Dwomat* Montag, den 7. August, Broncug, GUnW0 Zupuse, von 10 Uhr ab: 0 Früh-Konzert 0 im Schützenhofe. Nachmittags 3 Uhr: Abmarsch vom Vereinslokale zum Festplatz. Daselbst: u. S. V. Sohntag, den 6. Auzust, morgens 6 Uhr: 111 uhr: Parole mit Früh=Konzert auf dem Marktplatze. Von 11 bis 2 uhr: Empfang der fremden Vereine. 3 Uhr: Parade am Brückentor. Nach derselben: Festzug durch die Stadt zum Festlokal(Bürgerschützenhof). Daselbst: KONZERT und Volksbelustigungen. Abends 9 uhr: FEST-BALL. Während der Polonaise: iliant-Feuerwerk. es u. gu u zu mm am. el. e. Die Musik wird ausgeführt von dem Trompeterkorps des 2. Westf. Fe Tageskarten für Nichtmitglieder kosten zum Konzert 0.50 Mk., zum Bal 1 Mi, zum Konzert und Bal 1.25 Mi.— Sintrittspreite: Sest.u., iur Aon gange, aus sesteuiz hae. sheanen. i Migsche dunr Gurschen Bandhe uit iun Paun euen aun ie ain Stact, Aentr Dur geshiet ie sie schanene veni 2p Die Bürger werden freundl. gebeten, während des Zapfenstreichs zu illuminieren und durch Beflaggen der Häuser und Ausschmücken der Straßen das Guran e al Der Vorstand. Abends 9 Uhr: Krieger=Verein Jubelfeier des 30 jähr. Bestehens am 5., 6. u. 7. August 1905. Die Mitglieder treten im Vereinslokal an: zum Zapfenstreich am 5. August, abends 8 Uhr, zum Festzug am 6. August, nachmittags 1½ zum Feftzug am 7. August, nachmittags 2½ Uhr. Alles tritt an! Veteranen auf den rechten Flügel. Orden und Ehrenzeichen sind anzulegen. 2686 Vorstand. aus achtbarer Familie sucht C. W. Böhmer, Schchwerenhang. Arberter finden lohnende Beschäftigung. Nickelwerk. SETTT Sengansehe Mamihen von brillanter Leuchtkraft und langer Brenndauer billigst bei Wilhelm Heppe. Zu Sonntag empfehle: Frucht- und Vanille-Eis, Nusstorte mit Sahne u. andre feinere Torten i. Anschnitt. Bestellungen zu allen Festlichkeiten werden prompt, sauber und auf das schmackhafteste ausgeführt u lege ich grosses Gewicht auf nur beste Zutaten. Ferner empfehle mein Nier vin un u mrichebes Geschäft suche ich zum baldigen Eintritt 2691 3 Lehrmädchen, 1 Lehrling. D. Treu, Inh. S. Elias. 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Fernsprech=Anschluß Nr. 62. Amt Schwerte. Alle Kreis= und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung" rechtverbindliche Kraft. Abonnementspreis pro Quartal 1 Mark 65 Pfg., ext 42 Pfg. Bestellgeld, wenn durch die Post bezogen. Erscheint a#: jedem Wochentage. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustlierte: Familienfreund.“ Erstes und ältestes Tages-Organ des Kreises Hörde. Haupt-Annoncenblatt. Ueber die neuen Uferbefestigungen auf Helgoland wird der„Tägl. Rundschau" von dort geschrieben: ereswogen haben bis zur namentlich an der Nordwestseite der Insel, aus roten Tongestein stellenweise Unterhöhlungen ausgewaschen, so daß die darüber liegenden Schichten den Halt verloren und ins Meer stürzten. Die abgestürzten Massen wurden von den Wogen weiter zerschlagen und hinweggeführt, so daß sie für das Stehengebliebene keinen Schutzwall bildeten. Auf diese Weise serrr dem steilen Küstensaum Helgolands beträchtliche inbuchtungen entstanden; da in ihren engen Kesser di Brandung besonders ungestüm hineinfegt, so schreitet gerade an diesen Stellen die Abbröckelung schnell fort. Um weitere Unterhöhlungen zu verhüten, hat man früher die schon vorhandenen Hohlräume mit Zementmauerwerk ausgefüllt, und so ist wohl von einer „Plombierung Helgolands“ gesprochen worden; vordem hatte die Brandung schon ganze Schwibbögen aus dem roten Ufer herausgewaschen, von denen einzelne noch zu sehen sind, während bei anderen der Bogen schon zusammengestürzt ist, so daß nur noch der äußere Pfeiler als riesige Steinsäule neben dem festen Küstensaum in die Luft ragt. Die„Plombierung“ bietet jedoch für die Dauer keinen genügenden Schutz gegen Abbröckelung; neuerdings hat man daher viel umfassendere Ueberfestigungen begonnen, die von den bisher am meisten gefährdeten Teilen die Brandung völlig fern halten sollen: man sperrt die eingefressenen Stellen vom Meere völlig ab, indem man quer vor der Einbuchtung von ihrem Rande bis zum anderen eine dicke Mauer zieht. In erster Linie wird die Nordwestküste so gesichert; sie hat ja unter den Weststürmen am meisten zu leiden, und dort hat der Wogenprall besonders tiefe Buchten in den Küstensaum gefressen. Zwei derartige Einbuchtungen sind durch Mauern bereits abgesperrt, mit dem Bau einer dritten, der mächtigsten, ist man gegenwärtig noch beschäftigt. Die neue Mauer ist über 70 Meter lang, am Grunde 7 Meter, in der Krone noch 2½ Meter stark und 6,35 Meter hoch. Seitwärts lehnt sie sich an den natürlichen Uferfels an; sie sperrt also eine Bucht ab, in der vorher das Meer besonders stark brandete. Die Wellen mögen bei Sturm ihren Gischt über die Mauer hinweg ergießen, und den jetzt leeren Raum hinter ihr mit Wasser füllen, die Bucht selbst bleibt jedoch durch die Mauer gegen die Brandung geschützt, worauf es ankommt. Zwar arbeiten auch Witterungseinflüsse, Frost, Regen und Hitze merklich an der Zerstörung der Steilufer; aber ihr gefährlichster Feind ist doch die Brandung, und diese vermag die derart geschützten Teile nicht mehr zu erreichen. Die Herstellung dieser Schutzmauer, deren Bau von der Fortifikation besorgt und überwacht wird, ist nicht nur sehr kostspielig, sondern auch recht umständlich. Das ganze Baugut muß nämlich vom Festlande herübergeschafft werden, selbst das Süßwasser, mit dem der Zement(Beton) angerührt wird! Die Helgoländer Wasservorräte reichen in diesem trockenen Sommer für ein solches Bauwerk nicht aus. Das Wasser wird in Fässern schiffsladungsweise von der Elbe nach Helgoland gebracht, auch der Sand ist Elbbaggersand— die großen Quadersteine für den unteren Teil der Mauer kommen aus Skandinavien. Aus Anlaß dieser Bauarbeiten ist Helgoland jetzt auch von einer Eisenbahn durchzogen, die von der Tunnelmündung das Baugut bis an die Nordspitze fährt— von der Marinelandungsbrücke an der Südecke des Unterlandes führt bekanntlich ein Tunnel bis ins Oberland, der jedoch nur militärischen Zwecken und jetzt auch der Beförderung von Baugut dient. An der Baustelle führt ein starkes Drahtseil schräg nach unten, wo es in dem Fels verankert ist; an ihm als Drahtseilbahn werden die Wagenkasten voll Beton hinabgelassen und hernach leer wieder emporgewunden. Für die nötige Kraft sorgt eine Dampfmaschine— das Steilufer ist an jener Stelle etwa 55 Meter hoch. Der Bau ist bisher sehr von der Witterung begünstigt worden, so daß kaum 10 Raummeter von den Wellen fortgeschlagen worden sind. Die Mauer besteht nur in ihrer unteren Hälfte aus Felsquadern, die Krone wird durch Stampfbeton gebildet, der in sich durch eine fortlaufende Reihe von Eisenstäben verstärkt ist, die in der letzten Steinschicht befestigt sind. Die beiden nach diesem Verfahren schon hergestellten Sperrmauern haben bisher jedem Wogenprall Trotz geboten, und so hofft man, daß das auch die neue Mauer tun wird— Sie ist schon nahezu fertig. Sie wird jedoch nicht die letzte Schutzmauer sein; noch an mehreren Stellen ist eine solche nötig und wird gebaut werden.— Bei Ebbe liegen die Schutzmauern nahezu auf dem Trockenen. Halten sie schließlich die schwersten Stürme aus, dann wird auf diese Weise schließlich Helgoland am wirksamsten gegen das Meer geschützt, das wohl wenig von der Insel übrig gelassen hat, die vor tausend Jahren gegen 80 Geviertkilometer groß war und heute nur noch 0,59 Geviertkilometer einnimmt. Aber das Helgoland einstmals im Meere verschwinden könnte, davon kann gar keine Rede sein. Mag auch das Oberland kleiner werden, dafür nimmt das Unterland ständig zu. Sein Küstensaum hat sich in den letzten Jahrzehnten schon um 50 Meter verbreitert und tut das immer mehr; auch die Düne nimmt infolge der Schutzbauten an Fläche zu. Helgoland wird also immer größer! Westfalen und Rheinland. * Bad Königsborn bei Unna, 2. August.(Der Dortmunder Lehrer= Gesangverein kommt!) Wir gestatten uns an dieser Stelle noch einmal besonders auf das am Sonntag, den 6. August, nachmittags 4 Uhr„im Kurgarten stattfindende große Doppel=Konzert aufmerksam zu machen. Dasselbe wird von der Kurkapelle und dem Dortmunder LehrerGesangverein, welcher aus 160 Sängern besteht, ausgeführt. Das Lüdenscheider Tageblatt bringt unterm 10. Juli folgende Besprechung über die gesanglichen Darbietungen genannten Vereines: Von den rauschenden Festklängen und lustigen Tanzweisen feiernder Vereine in den verflossenen Tagen hebt sich das gestrige Konzert wie ein sanft leuchtender Stern von seltener Pracht am Kunsthimmel Lüdenscheids ab. Und während jene Feste bei ihren Teilnehmern nicht selten einen bittern Nachgeschmack hinterlassen, hat gestern gewiß jeder unsere Lündenscheider„Kunsthalle“ mit tiefster innerster Befriedigung verlassen. Wir sind in unserer Heimatstadt auch inbezug auf Vokalmusik etwas verwöhnt, und unsere Gesangvereine singen gar meisterlich; aber wir wollen es neidlos anerkennen, daß uns ein Gesang in dieser abgetönten Schönheit, in solch' edler Feinheit hier noch nie zu Gehör gekommen ist. (=) Bochum, 2. August.(Elektrizität.) Die Verwaltungen meheren Städte und Landkreise des westfälischen Industriebezirks haben sich zusammengeschlossen, um die Frage der Errichtung eines gemeinsamen Eelektrizitätswerkes zu prüfen. Mit den Vorarbeiten ist der Landrat zu Bochum betraut worden. In 23 Roman von Ewald August König. Jonatan Lampe verzog sein boshaftes Gesicht zu einem tückischen Grinsen.„Natürlich waren das keine schmeichelhaften Bemerkungen, in denen meiner gedacht wurde?“ fragte er. „Gewiß nicht. „Welchen Vorwurf machte man mir?“ „Miß Gordon nannte Sie einen schmutzigen Wucherer.“ Der Doktor ballte unwillkürlich die Fäuste.„Geduld, werde nicht ruhen, bis ich meine Aufgabe gelöst habe, und ich meine, Ihr müßtet wissen, daß mir bisher noch keine Aufgabe zu schwierig gewesen ist. Ich werde dieser Frau, die ich bisher nicht beachtet, entgegentreten und ihr zeigen, daß sie unrecht tat, meine Feindschaft herauszufordern." „Und ich fürchte, Sie werden nutzlos einen schweren Kampf beginnen und in demselben unterliegen.“ „Das glaube ich nicht. Aber erleichtern würde es den Kampf, wenn wir in die Vergangenheit dieser Frau einen Blick werfen konnten. Franz, Ihr müßt das erreichen können!“ =Anmöglich ga Ven Maun: nichts Shr ach„Unmöglich ist dem willensstärken Manne nichts. Ihr gehe im Schlosse aus und ein, und es fällt niemand ein, Euch zu beobachten. Es wird für Euch nicht schwierig sein, in die Gemächer der Miß Cordon zu gelangen, und hier findet Ihr gewiß etwas, was für uns von großem Werte ist.“ „Zum Beispiel.“ 4. Jin Tsc hur# „Briefe aus früheren Jahren, ober ein Tagebuch, oder isgend etwas, was sich leicht mitnehmen läßt.“ Der Förster schüttelte ablehnend das Haupt.„Das sind vergebliche Hoffnungen,“ sagte er,„Hoffnungen, die sich nie verwirklichen können.“ „Weshalb wäre das nicht möglich?“ „Aus verschiedenen Gründen.“ „Die ich kennen möchte.“ „Zum ersten mißtraut Miß Gordon mir.“ „Ah, das ist böse! Ich dachte, der Baron habe Guch stets vor allen Dienern bevorzugt.“ „Niemals! Bei dem alten Grafen war Daniel Hahn im Korbe, und als der Alte tot war, kam Miß Vordon, die allen Dienern wihtraus. „Und Euch besonders?“ eHm, das willich nicht sagen, ich weitz nur, vaß ich beobachtet „Dennoch könnt Ihr es ermöglichen...“ Bei Gott, nein!“.... Mament dum 8. Ein Geräusch veranlaßte in diesem Moment ven woktor, sich Der Knabewar erwacht; er stand aufseinem Lager und blickte trotzig die beiden Männer an. „Ich will zu Mama!“ sagte er.„ 4.145r8, „Teufel der Burscheist entschieden, sportere der Voktor. „Wo ist Mama?“ fragte das Kind. „Ich bringe Dich zu ihr, antwortete der Förster. „Du nicht, ich gehe allein!“ „Kennst Du den Weg?“ „Ich werde Mama rufen, bis ich sie finde.“ „Mama hat mir befohlen, Dich zu holen.“ „Mama weiß nicht, wo ich bin.“ Laßt es gut sein, sel der Doktor jeztdem Förster ins Wort; der Knabe muß wissen, daß er nicht ungehorsam sein darf.“ „Ich gehorche nur Mama!“ rief das Kind. „Kennst Du mich noch?“ fragte Jonatan Lampe scharf. Wer bin ich 9: „Du hast uns begleitet.“ „And Deine Mama war freundlich mit mir, nicht wahr?“ * llso wirst Du auch glauben, daß ich ein Freund Deiner Mama 5 „Das weiß ich nicht,“ erwiderte das Kind,„ich fürchte mich vor Dir." wenn Du ungehorsam bist. Du wirst diesem Manne folgen, hörst Du?“ Rele er „Eestd besser. zu führen; Du wirst gehorche.. „Wenn er mich zu Mama bri heine Mama hat ihm befohlen, Dich zu ihr den Fringt, ja!“ „Und wenn Du nicht gehorchst, dann zeigen wir Dir die Peitsche!“ rief Jonatan Lampe, erzürnt über den Widerstand, den er von einem Kinde nicht erwartet hatte. Der Knabe schrie laut auf, als der Förster die Peitsche aus der Tasche zog. „Ich werde es Mama sagen!“ rief er.„Und wenn Papa wieder kommt, dann nehmt Euch in acht vor ihm!" Die beiden Schurken lachten; es war ja eine ohnmächtige Drohung, die Drohung eines Kindes. „Vor Deinem Vater brauchen wir uns nicht zu fürchten,“ sagte der Doktor, einem Gedanken nachgebend, der plötzlich in ihm aufstieg.„Dein Vater hat uns ja geschickt.“ „Mein Papa? Du sagtest doch soeben, meine Mama habe mich holen lassen.“ „Das ist auch die Wahrheit.“ „Nein, eins ist Lüge.“ Jonatan Lampe schüttelte den Kopf; er war verwirrt. „Hast Du Deinen Vater lieb?“ fragte er. „Ja, sehr lieb.“ „Mehr als Deine Mama?“ „Nein.“ „Aber wenn Du nun wählen müßtest zwischen Papa und Mama, das heißt, wenn Du entweder Papa oder Mama verlassen müßtest..“ „Das wird nie geschehen.“ „Doch, es geschieht, Paul!“ sagte der Doktor, seine ganze Liebenswürdigkeit aufbietend.„Dein Papa will Dich mitnehmen in ein schönes Land.“ „Wo die Affen und Papageien sind!“ rief das Kind lebhaft. „Deine Mama will es nicht haben," sprach der Doktor,„daß Du mitkommen sollst.“ „Das ist schade.“ „Weshalb? Dein Papa nimmt Dich mit.“ „Wenn Mama nicht will, dann tut er es auch nicht,“ sagte der Knabe traurig,„und Du hast ja selbst gesagt, daß es Mama nicht haben wolle.“ „Deshalb soll die Mama nichts davon wissen.“ Das Kind blickte den kleinen Herrn starr an.„Das ist nicht möglich,“ sagte es,„Papa hat Mama zu lieb, und Mama würde sterven, wenn sie mich nicht mehr sähe." 120,20 einem Schreiben des Regierungspräsidenten zu Arnsberg, an die in Frage kommenden Verwaltungen heißt es, es würde freudig zu begrüßen sein, wenn gelänge, durch kommunale Betätigung ein solches Werk zustande zu bringen. Es sei zu wünschen, daß alle Beteiligten das Werk unterstützen und sein Zustandekommen tunlichst förderten. * Essen, 2. August.(Wie es gemacht wird!) Eine interessante Feststellung traf in einer Partei=Versammlung im Stadtgarten zu Essen Herr Superintendent Klingemann. Am Morgen, so führte er aus, sei ihm ein sozialdemokratisches Blatt unter die Haustür geschoben worden, in welchem zur Wahl Stellung genommen sei und natürlich die Kandidatur Niemeyer bekämpft werde. Und siehe da, der Artikel sei so ziemlich wörtlich dasselbe, was auch vor zwei Jahren gegen ihn, Klingemann, in einem sozialdemokratischen Flugblatt verbreitet worden sei. Redner verlas dann unter großer Heiterkeit der Versammlung die einzelnen Sätze der beiden Blätter, und zeigte auf diese Weise drastisch, wie die sozialdemokratische Agitation auf die Gedankenlosigkeit spekuliert. Das Flugblatt von 1905 ist eine fast genaue Wiederholung des Blattes von 1903: nur war jetzt anstelle des Namens Klingemann jedesmal der Name des Dr. Niemeyer gesetzt. * Mülheim(Ruhr), 2. August.(Ein neues Gaserzeugungsverfahren.) Die„Rh.= u. Rztg.“ schreibt: Von zuverlässiger Seite vernehmen wir, daß unsere Gasfabrik ein neues Verfahren in der Herstellung von Gas erprobt hat. Das Gas wird nicht mehr, wie bisher, aus Steinkohlen, sondern aus einer anderen Substanz gewonnen, wodurch sich der Herstellungspreis um 75 Prozent(!!) vermindern soll. Das neue Verfahren soll sich bei dev Probe gut bewährt haben. Unsere Gaskonsumenten werden erfreut sein, wenn sie in Zukunft statt 15 Pfg. für das Kubikmeter nur 4—5 Pfg. zu zahlen haben. Ein Franzose in Bückeburg. Nicht um den letzten Akt des Ruhstrat=Dramas zu genießen, sondern um das Leben an einem kleinen deutschen Hofe kennen zu lernen, ist Herr Combes de Lestrade von Paris nach Bückeburg gereist, und nach seinen Schilderungen im„Journal des Debats" zu urteilen, hat es ihm in der Haupt= und Residenzstadt des Fürstentums Schaumburg=Lippe sehr gut gefallen. Kleiner Hof? schreibt er. Das Wort ist nicht ganz richtig. Man braucht die Bedeutung eines Hofes durchaus nicht immer an der Bedeutung des Staates, zu dem er gehört, zu messen. Die kurze Zeit, während welcher der von Köln nach Hannover reisende Fremde die Stadt Bückeburg betrachten kann, genügt, um ihn Aufschluß über ihren wahren Charakter zu geben. Ein umfangreiches Schloß in der Ebene, inmitten eines waldartigen Parkes ein ganz moderner Palast mit den hohen Türmen auf dem Hügel. Zwischen den beiden oder rings um die beiden Häuser, deren Bestimmung einem sofort klar wird: hier wohnen Beamte oder Hofliferanten. Kein einziges läßt auf das Vorhandensein einer Industrie, eines die Grenzen der Stadt überschreitenden Handels schließen. Die Stadt ist, das sieht man auf der Stelle, nur eine Dependenz, ein Anhängsel des Schlosses. In einer selbst großen Residenzstadt sind 5000 Personen, die vom Hofe und durch den Hof leben, eine stattliche Zahl. Ein großer Staat kann seinem Fürsten eine höhere Civilliste gewähren, ihm„eine prunkvolle Lebensweise“ gestatten. Schaumburg=Lippe aber hat das voraus, daß der Fürst von seinen Untertanen überhaupt keine Civilliste bekommt. Er zahlt vielmehr noch jedes Jahr 200000 Mark aus eigenen Mitteln in die Staatskasse und bestreitet alle seine Ausgaben, mögen sie privater oder offizieller Natur sein, aus eigener Tasche. Der größere oder geringere Reichtum des Staates hat also mit dem Glanz des Hofes nichts zu tun. Dieser Glanz hängt vielmehr einzig und allein von dem persönlichen Vermögen des Fürsten ab. Ich war nich so indiskret, mich nach der Höhe dieses Vermögens zu erkundigen, aber man hat Gründe genug, es für sehr beträchtlich zu halten. Im Fürstentum selbst große Domänen und hauptsächlich ertragreiche Bergwerke, deren Besitz der Fürst mit der Krone von Preußen teilt. In Mecklenburg, in Ungarn Besitzungen, die drei mal größer sind als das ganze Fürstentum. In Bosnien an sechshundert Quadratkilometer, deren Wert sich seit zwanzig Jahren verzehnfacht hat. Das alles reicht, wenn man der öffentlichen Meinung glauben darf, noch lange nicht an das bewegliche Vermögen des Fürsten heran. Und wenn man sich dies oder jenes vor die Augen hält, kommt man zu dem Schluß, daß die öffentliche Meinung sich hier durchaus nicht täuscht. Der Fürst besitzt z. B. einen berühmten Badeort, der tausende von Badegästen anlocken würde, wenn er ihnen ein Unterkommen gewährte. Der Fürst aber läßt nicht zu, daß man ihn geschäftlich ausbeute, um nicht seine zärtlich geliebten Hirsche und Rehe zu stören. Seine Ställe in Bückeburg allein kosten ihm 120000 Mark jährlich und seine jährlichen Ausgaben in der kleinen Hauptstadt betragen mehr als 1500000 Mark. Der Hof braucht also durchaus nicht klein zu sein, weil der Staat nicht groß ist. Mit dem Reichtum vereinigt sich übrigens noch anderes, um den Hof der Fürsten von Schaumburg=Lippe einen Glanz zu verleihen, um den ihn größere Länder beneiden, und der ihn zum drittgrößten Hofe Deutschlands macht. Der Dynastie ist berühmt, denn von ihr stammen alle Holstein, mit Inbegriff des Kaisers von Rußland und des Königs von Dänemark. Der Rahmen ist prächtig. Ich sspreche nicht nur vom Schloß, sondern von dem sozialen Rahmen, wenn ich so sagen darf. Infolge seiner Kleinheit kennt das Fürstentum keine Parteistreitigkeiten. Die Autonomie der Bezirke und Gemeinden ist so groß, daß die Regierung weit eher ihr Vertreter als ihr Vormund und Beschützer ist. Es ist kein Aufseher nötig, um die Türen des Schlosses denen zu öffnen, die einzutreten wünschen. Zahlreiche Feste halten sie weit offen, und wenn man die Schwelle überschritten hat, findet man keine Regel höfischen Zeremoniells, die verletzend wirken könnte. Der Oberhofmarschall organisiert die Feste. Er organisiert überhaupt alles, und das Amt des Barons von Ulmenstein ist keine Sinekure. Alles hängt von ihm ab: von der Erhaltung des Palastes bis zur Anordnung der fürstlichen Tafel". Sie schreiben das Hofkostüm vor, das man anlegen muß. Mit der Pünktlichkeit, die die Höflichkeit der großen und der kleinen Potentate ist, erscheint das Fürstenpaar genau zur der angesagten Stunde. Die Frauen machen jene tiefe Reverenz, die wir noch im Thätre Francais sehen. Die Männer verneigen sich„aber nicht allzu tief, um das Schauspiel, das sich ihnen bietet, nicht aus den Augen zu verlieren. Sie haben es zehnmal gesehen und wollen es doch immer wieder sehen. In der vergoldeten Türöffnung, die dem Bilde einen wundervollen Rahmen gibt, zeigte sich, beleuchtet von den von Lakaien vorangetragenen Kandalabern, das Fürstenpaar mit seinen fünf Söhnen. Von diesen tragen die drei ältesten bereits die Leutnantsuniform. Die beiden jüngsten sind als Kinder gekleidet. Der Fürst trägt die dunkle Uniform seiner westfälischen Jäger. Die Fürstin fällt weit mehr noch durch ihre strahlende Schönheit als durch ihre berühmten Diamanten auf. Sie und der Fürst führen die Gäste in den Festsaal; voran schreitet der Hofmarschall mit den Kammerherren vom Dienst. Das alles gleicht genau dem, was man an jedem anderen Hofe auch beobachten kann. Ganz unvergleichlich aber ist die Liebenswürdigkeit dieses Fürstenpaares, seine Art, sich zu geben und mit den Gästen zu verkehren. Jeder Vergleich, der einen Begriff davon geben wollte, wäre schwach und ungenau...— Vermischtes. St. Johann=Saarbrücken, 2. Aug. Amtlich. Gestern abend gegen 10 Uhr fuhr der Güterzug 1246 auf dem Fahrgleis Urbach=Saarbrücken bei Kilometer 105 auf den vor dem Einfahrtssignal liegenden Güterzug 1238. Bei dem Unfall wurden ein Lokomotivführer schwer, aber nicht lebensgefährlich, 2 Beamte leicht verletzt. Der Tender der auffahrenden Lokomotive und 23 Wagen sind entgleist, der Materialschaden ist bedeutend. Der Verkehr wird durch Umleiten auf ein Nebengeleise aufrechterhalten. Die Ursache des Zusammenstoßes ist unrichtige Zugabmeldung. ? G e l u n g e n e A u s r e d e. R i c h t e r:„ W a s b e z w e c k e n Sie damit, daß Sie mit Ihren Kneipgenossen in fast allen Straßen friedlichen Bürgern die Fenster einwarfen?“— Student:„Wir wollten dem Glaserkongreß, der am andern Tage in unserer Stadt zusammentrat, eine Aufmerksamkeit erweisen.“ Verantwortlicher Redakteur Wilhelm Schade, Schwerte. Sachhsbuluug-Cart-Braus, Sehwerte-Kaht1 empfiehlt zur Reise-Saison: Guce Reise Lekture, Pahfer, Käreen, Menndtskunden Ste. Zum Hafer Häcksel Melasse Heu Torfstreu se. empfiehlt C. Lethaus, Schwerte. "*** am Samstag abend empfehle Feuerwerk, Bengalische Flammen Carl Trog. Hochzeits-Einladungen liefert schnell und billig Carl Braus, Buchdruckerei, Schwerte. Pelantmnacheng. Zum 17. Oktober ds. Is. können in die Unteroffizierschulen noch junge Leute in dem Alter zwischen 17 und 20 Jahren eingestellt werden. Außerdem können für die Unteroffiziervorschulen geeignete junge Leute, die bis zum 15. Oktober ds. Is. 16 Jahre alt werden, am 17. Oktober 1905 zur Einstellung gelangen. Meldung zum Eintritt hat bei dem unterzeichneten Kommando, Zimmer 26, woselbst auch die Bedingungen eingesehen werden können, zu erfolgen. Die Bedingungen können auch bei den Aemtern eingesehen werden. Dortmun d, den 1. August 1905. Königl. Bezirks=Kommando II Dortmund 9% Demie Oberst z. D. und Kommandeur. Beskcanntmahnung. Die seitens der Gemeinde=Vertretung zu Salingen unterm 25. Juli d. Is. getätigte Wiederwahl des Landwirts Herrn Heinrich Goerdt zu Salingen als 8. stellvertretender Gemeindevorsteher der Gemeinde Salivgen auf eine gesetzmäßige Amtsdauer von 6 Jahren ist von mir ia Gemäßheit des§ 38 der Landgemeindeordnung vom 19. März 1856 und des§ 25 der Kreisordnung vom 31. Juli 1886 am heutigen Tage bestätigt worden. Hörde, den 29. Juli 1905. Der kommissarische Königliche Landrat. Busch. Landels-Nachrichten. Neuß, 3. Aug.(Tel.) Weizen I. 00,00, II. 00,00, Roggen I. 16,20 II. 15,70, Roggen neuer l. 14,50, II. 18,50, Hafer 15.00 Mi. per 100 kg. Kleie 5,10 Mk. per 50 kg. Neuß, 3. Aug.(Tel.) Rübsl per 100 kg in Partien von 100 Ctr.(ohne Faß) 49.25 Mk., do. faßzweise(ohne Faß) 50,75 Mk. gereinigtes Oel pro 100 kg 8 höher als Rüböl. Rübkuchen per 1000 kg 108 Mk., in kleineren Partien 112 Mk. Raps I. 22,50, II. 21,00, III. 20,00 Aveel I. 21,50, II. 20,00, III. 19,00 Köln, 8. Aug.(Tel.) markt. Weizen 00.00, 00,00, Hafer 90.00—00.00, Heu 5,60—6,80, Maschinenstroh(Roggen) 4,40, Richtstroh(Flegeldrusch) 4,90, Krummstroh 4,30 4. Für den Inseratenteil verantwortlich: Julius Humme, Schwerte.