Insertionsgebühr für lokale Anzeigen, die sechsgespaltene zeile oder deren Raum 19 Pfg., außerhalb 15, Reklame=. 40 Pfg., Druck und Verlag von Carl Braus in Sa#ertr. Fernsprecher=Anschluß Nr. 62. Amt Schwerte. Telegr.=Adresse Praas, Alle Kreis= und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung" rechtsverbindliche Kraft. Abonnementspreis pro Quartal 1 Mark 65 Pfg., exct. 42 Pfg. Bestellgeld, wenn durch die Post bezogen. Erscheint an jedem Wochentage. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund.“ Die heutige Ausgabe umfasst 24 Seiten. Die Krankenkassen Am ersten Januar 1904 treten bekanntlich die neuen Bestimmungen über das Krankenkassen=Wesen in Geltung, durch welche u. a. alle kaufmännischen Angestellten(mit einem Jahreseinkommen bis zu 2000 Mk.) dem Versicherungszwange unterworfen werden, und die Dauer der Krankenunterstützung und Behandlung auf das Doppelte der bisherigen Frist—von 13 auf 26 Wochen— erhöht wird. Diese Neuerungen rufen nach zwei Seiten hin bedeutsame Erfolge hervor: Sie erhöhen die Verpflichtungen der Krankenkassen, machen also eine Steigerung der Beiträge überall unabweisbar, wo nicht ganz besonders günstige Verhältnisse herrschen, und sie legen auch den Aerzten eine erhöhte Arbeit auf, für welche diese natürlich eine Entschädigung beanspruchen können. Und hieraus entsteht eine weitere Notwendigkeit, eine Erhöhung der Kassenbeiträge in Betracht zu ziehen. In sehr vielen Städten finden zur Zeit Verhandlungen darüber statt, wie die Neuregelung im neuen Jahre erfolgen soll, und es erscheint nicht immer leicht, einen befriedigenden Ausweg zu finden. Da die lokalen Verhältnisse sehr verschieden find, bei einer starken industriellen Bevölkerung die Unkosten naturgemäß viel höher sind, weil sich mehr Krankheitsfälle finden, als im kleingewerblichen Betrieb, so ist eine allgemeine, gleichmäßige Behandlung unmöglich. Selbstverständlich werden die Mitglieder der Krankenkassen steis? so viel wie möglich daraufhinarbeiten, die neuen Lasten nicht zu hoch anschwellen zu lassen, aber es wird auch nicht ohne Entgegenkommen nach allen Seiten hin In den letzten Jahren in den Vordergrund getreten ist die Frage einer genügenden Honorierung der Aerzte, und sic wird nach dem Inkrafttreten der neuen Bestimmungen wohl nirgends ungangen werden können. In verschiedenen Städten waren die ärztlichen Honorarsätze von den Vorständen von Fachkrankenkassen dermaßen herabgedrückt worden, daß sie nicht mehr genügten, daß eine Behandlung von Patienten, wie sie sein soll, ohne übermäßige Aufopferung nicht möglich war. Wenn, wie es tatsachlich herabgedrückt war, so war das eine Bezahlung, welche der Wichtigkeit und Würde der Sache in keiner Weise entsprach. Es hat sich wohl Manches geändert, die gerade nicht seltenen Zerwürfnisse zwischen Aerzten und Krankenkassen haben aber doch bewiesen, daß wir noch weit entfernt sind von einer endgiltigen Verständigung. Und die Verdoppelung der ärztlichen Behandlungsfrist, die wir oben schon erwähnten, läßt die Angelegenheit von neuem in den Vordergrund treten. Die Sache ist ohne ein Entgegenkommen, den jedesmaligen Verhältnissen entsprechend, nicht zu lösen; die Kassen und die Aerzte haben beide Recht, ihre Interessen wahrzunehmen, und das wird am Besten gelingen, wenn man ohne Voreingenommenheit die Tatsachen sprechen läßt. Besonders für kleinere Bezirke wird sich dann eine Verständigung unschwer bewirken lassen. Zu empfehlen ist es aber, mit einer weiteren Ausdehnung der Krankenkassen sich Zeit zu lassen. Aus Westfalen und Rheinland * Ueberruhe, 18. Oez.(Schweres Unglück.) Bei der Bergarbeit auf Zeche„Heinrich“ gerieten die Hauer Ernst Burghardt und Köttchen von hier bezw. Altendorf=Ruhr unter herabfallende Gesteinsmassen. Die Unglücklichen vermißte man erst nach stattgehabter Seilfahrk. Sofort wurden die Rettungsarbeiten vorgenommen. Während Burgardt nur als Leiche hervorgeholt werden konnte, gab Köttchen bei der Bergung noch Lebenszeichen von sich und wurde dem evangelischen Krankenhause zu Königssteele zugeführt, wo er aber auch bald seinen Verletzungen erlag. Burgardt, ein allgemein beliebter junger Mann, war erst diesen Herbst vom Militär abgegangen und Ernährer seiner Mutter. * Essen, 18. Dez. 4800 Mark in einigen Minuten verdient hat der Notar, welcher bei Gelegenheit der Umwandlung der Firma Friedrich Krupp in eine Aktiengesellschaft die Unterschrift zu beglaubigen hatte; die gesetzmäßige Gebühr belief sich angesichts der Höhe des Aktien kapitals auf die angegebene Summe. * Andernach, 18. Dez. Hier stürzte sich ei Kommis einer Speditionsfirma, in dem Augenblicke, als er wegen Unterschlagung einiger hunderk Mark verhaftet werden sollte, von der Landebrücke in den Rhein und erkrank. Die Lesche ist bis fehzt nicht gelandet Vermischtes. (Eine Teufelsgeschichte.) In Oberleupoldsberg läuft schon seit einigen Jahren unter den Einwohnern das Gerücht, daß in einem Hause eines Einwohners, der bereits zum dritten Male verheiratet ist, der Teufel Die erste Frau des Mannes ließ sich wegen dieses Teufelspukes scheiden, die zweite starb im Wochenbett infolge des ausgestandenen Schreckens, auch wiederholt der Teufel. Als diese in den letzten niederkam, erschien wieder der Teufel und ver#### von der im Bett liegenden Frau das Geld, worauf ihn diese in der größten Angst auf den Schrank verwieß, aus dem dann der Teufel das Geld nahm und dann verschwand. Als die Frau am nächsten Tage wieder allein zu Hause war, nahm sie sich zur Vorsorge einen Stock mit ins das Bett. Wirklich zur selben Stunde erschien wieder der Schwarze mit den Hörnern“ und verlangte abermals Geld. Die entschlossene Frau sprang, mit dem Bemerken, sie wolle noch Geld holen, aus dem Bett und versetzte dem Satan einige wuchtige Schläge auf den Kopf, so daß der Spuk zusammenstürzte und um Gnade flehte. Man nahm dem Teufel die Hörner samt dem Ziegenfell ab, und siehe da, was kam zum Vorschein?— die 60 Jahre alte Schwiegermutter—! Die Polizei soll sich bereits dieser Mär aus dem 20. Jalrhundert angenommen haben. Der Teufel in Menschengestalt aber liegt schwer am Kopfe verletzt darnieder. *(Der Wolf in der Schlafstube.) Auf der Polizeiwache in Worms wurde kürzlich nachts 1 Uhr die Anzeige gemacht, daß der Wolf in die Wohnräume einer Familie eingedrungen sei und sich unter einem Bett versteckt halte. Nachdem man sich von der Richtigkeit dieser Angabe überzeugt und festgestellt hatte, daß der Wolf schon acht Hühner im Stalle getötet und teilweise angefressen hatte, wurde er durch einen Sicherheitsbeamten an Ort und Stelle totgeschossen. Ein Wormser Gastwirt hatte sich die Bestie vor einigen Wochen von der russischen Grenze schicken lassen; das Tier ging dann aber mehrmals in anderen Besitz über und wurde vor einigen Tagen als herrenlos eingefangen. Aus dem Stalle, in welchem es zuletzt eingesperrt war, brach es wieder aus und trieb sich eine zeitlang im Felde herum, bis es ein bewohntes Haus heimsuchte und nunmehr unschädlich gemacht wurde. *(Treue Anhänglichkeit) an seinen erschossenen Herrn hat der Jagdhund des Gutsbesitzers Leu zu Sponholz(Strelitz) bekundet. Der Jäger war zwei Tage lang verschwunden. Beim Nachsuchen fand man ihn erschossen liegen. Der Hund hatte getreulich die beiden Tage und Nächte bei der Leiche gewacht und war von der Leiche nicht wegzubringen, als sie zu Wagen fortgeschafft wurde. Der Jäger hat sich wahrscheinlich beim Stolpren mit seinem eigenen Gewehr erschossen. Bekanntmachung. Als Schiedsmänner bezw. stellvertretende der Stadt Schwerte sind für eine Amtsdauer von 3 Jahren vom 1. Januar 1904 ab wiedergewählt und auf den bereits von ihnen früger geleisteten Eid verwiesen folgende Personen: 1. für den Schiedsmannsbezirk: I. Bezirk: der dinand Meyer in Schwerte als Schiedsmann, der Kausmann Wilhelm Heppe daselbst als Stellvertreter, 2. für den Schiedsmannsbezirk: II. Bezirk: der Kaufmann Wil: helm Heppe in Schwerte als Schiedsmann, der Uhrmac Ferdinand Meyer daselbst als Stellvertreter, 3. für den Schiedsmannsbezirk: III. Bezirk: der Bauunternehmer Wilhelm Sieberg in Schwerte als Schiedsmann, der Kaufmann August Sieberg daselbst als Stellvertreter, 4. für den Schiedsmannsbezirk: IV. Bezirk: der Kaufmann August Sieberg in Schwerte als Schiedsmann, der Wirt und Landwirt H. Eckey daselbst als Stellvertreter, 5. für den Schiedsmannsbezirk: V Bezirk: der Wirt und Landwirt H. Eckey in Schwerte als Schiesmann, der Bauunternehmer Wilhelm Sieberg daselbst als Stellvertreter. Schwerte, den 17. Dezember 1903. Königliches Amtsgericht. * Freischütz bei Schwerte. des e 8 e S 8 2 „Sängerbund“, Schwerte, Sz(Chorleiter F. Rummeld), unter Mitwirkung der S Giesenkirchenschen Kapelle, Dortmund. S Eintrittskarten à 50 Pfg. sind bei den Mitgliedern und am Freischütz zu haben, Liedertexte an der Kasse. S Zu recht zahlreichem Besuch ladet ergebenst ein Der Vorstand. Sonntag, 27. Dezbr., (3. Welhnachtstag) nachmittags 4 Uhr anfangend Konzert * Stampfzucker, per Pfo. 19„ Würfelzucker,„„ 22„ Weizenmehl 000 garantiert weiß= und hochbackend per Pfd. 10½ Pfg. Roggenmehl, gebeuteltes,„„10½„ Rosinen ohne Steine„„ 35„ Korinthen„„ 22„ Apfelringe„ 35„ Rüboel per Liter 47 Pfg. Petroleum„„ 17„ Gerstenmehl, garantiert rein, per Sack 150 Pfd. Mk. 10.25 bei Julius Boecker, Hagenerstr. 8. Schwerte. Hagenerstr. 8. Restaurant„Zum Adier Schwerle, gef. von Max Cichhorn. Sonntag den 20 Dezember er.: Grosses Konzert der weltberühmten Zigeunerkapelle „Zigano“. Matinée von 11—1 Uhr. 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Wir haben nur zweie bisher eingehender gewürdigt, sie betrafen die Einführung einer Reichswehrsteuer und die Errichtung von landwirtschaftlichen Heimstätten. Noch manche andere werden eine nähere Besprechung provozieren, aber sehr überwiegend, nicht weil sie sympathisch berühren, sondern weil sie durch die öffentliche Gefahr, welche aus ihrer Gesetzwerdung fließen würde, abstoßen. Eine große Menge von ihnen segelt außerdem unter falscher Flagge. Das gilt beispielsweise von dem Toleranzantrag des Zentrums, der vor anderthalb Jahren vom Reichstag in seiner ersten Hälfte, der die Religionsfreiheit des einzelnen Individuums behandelte, freundlich angenommen, in seinem übrigen Teile aber, welcher die Toleranz auf die staatlich anerkannten Religionsgemeinschaften beschränkte, verworfen wurde. Jetzt erscheint der Gesamtantrag wieder und wird voraussichtlich dasselbe Schicksal erleben, denn dem wahren Religionsfrieden und jener konfessionellen Duldsamkeit, wie sie der modernen Kultur entspricht, kommen die Antragsteller nicht nahe. Ebenso suchen die allermeisten angeblich auf den Ausbau unserer sozialpolitischen Gesetzgebung gerichteten Initiativanträge Deckung unter Flaggen, die ihren eigentlichen Urfachen und eventuellen Wirkungen fremd sind. Am kühnsten sind die von den Polen erhobenen Forderungen: es sind deren von der polnischen Reichstagsfraktion nicht weniger als zweiundzwanzig gestellt. Ihre summarische Charakterisierung ließe sich vielleicht dahin geben, daß die Polen alle Rechte der preußischen Staats= und deutschen Reichsbürger voll weiter genießen wollen, zugleich aber eine Art nationaler Parität im gesamten Reichsgebiete verlangen der Art, daß die Polen von der Erlernung der deutschen Sprache schlechthin ganz allgemein befreit werden, dagegen den Richtern und Beamten, mit denen sie zu tun haben, vorweg die Erlernung des Polnischen zur gesetzlichen Pflicht gemacht wird. Wir könnten noch mehr Beispiele anführen und sie näher spezialisieren, um zu illustrieren, wie wenig guter und ansprechender Inhalt in den eingebrachten Fraktionsanträgen enthalten ist und wie gering die Reihe der jenigen sein würde, welche sich eine Mehrheit im Reichstage erobern könnte, wenn— sie überhaupt zur Verhandlung kämen. Aber drei Viertel werden es nicht einmal zu einer ernsten parlamentarischen Diskussion, geschweige denn zur Beschlußfassung bringen. Der Reichstag ist dieses Mal noch etwas später, als sonst, zusammengetreten, hat also auch weniger Zeit für Debatten über aus dem Hause selbst kommende Anträge und für Formulierung entsprechender Resolution übrig. Das haben die Fraktionen und Parteiführer natürlich ganz gut gewußt. Sie hätten sich daher vernünftiger Weise, um nicht leereStroh zu dreschen, die äußerste Beschränkung in der Komposition ihrer Wunschzettel auferlegen sollen. Statt dessen kommt fast jede Reichstagsfraktion, auch so kleine, wie die polnische, mit hochbepacktem Karren angefahren unter lautem Peitschengeknall und jeglichem wichtigtuerischen Spektakel. Der naive Bürger frägt erstaunt: wozu das alles? Ja, lieber Bürger, um dir wirklich praktisch zu dienen, um den Staat und die Gesellschaft zu bessern, wird solches Schauspiel wahrhaft nicht inszeniert. Es geschieht einzig und allein um des dekorativen Effektes willen. Die Fraktionsmitglieder nehmen sich zu schön aus in der bengalischen Beleuchtung der freigebigen Schenkungen, die sie jedem ihrer Wähler darbringen möchten. Weiter hat es keinen Zweck. Es ist Windmacherei. den Gerichtssälen. Br.(Schöffengericht Schwerte.) Sitzung vom 18. Dezember. Unter dem Vorsitze des Herrn Amtsrichters Teitge wurde zuerst gegen den Arbeiter Friedrich Wilhelm Cr. verhandelt. Derselbe war beschuldigt, in der Nacht vom 21. auf den 22. August dieses Jahres die Eheleute Latrinenreiniger Massing jun. beleidigt und bedroht zu haben und in deren Wohnung eingedrungen zu sein. Angeklagter wurde sämtlicher ihm zur Last gelegten Straftaten überführt. In Anbetracht dessen, daß Massing infolge der Beleidigungen sich eine Zeitlang von seiner besseren Hälfte trennte und weil Angeklagter wegen ähnlicher Vergehen schon vorbestraft ist, wurde auf die exemplarische Strafe von 6 Wochen Gefängnis erkannt.— In der folgenden Sache hatte sich Cr. nochmals zu verantworten und zwar wegen einer am 1. September d. verübten Leichenfledderei. Am betr. Tage machte er mit seinem Freunde, dem Fabrikarbeiter Wilh. Schmier, der seine Löhnung in der Tasche hatte, eine Bierreise, in deren Verlauf sie bis zum Gute Villigst kamen, wo sie sich an der Straßenböschung zum Schlafen niederlegten. Als Schmier nach einiger Zeit aufwachte, mußte er die Entdeckung machen, daß sein Kumpel Cr. verschwunden war und mit ihm seine Barschaft in Höhe von ca. 30 Mk. Cr. gestand, den Diebstahl ausgeführt zu haben und wurde ihm unter Hinzurechnung der obigen 6 Wochen eine Gesamtstrafe von 3 Monaten Gefängnis unter Anrechnung von 3 Wochen Untersuchungshaft zudiktiert.— Alsdann betrat ein Logismarder in der Person des Knechtes Otto Filzhaus aus Langschede die Anklagebank. Derselbe hatte sich bei dem Schuhmacher Kaiser zu Wandhofen einlogiert. Nachdem die Kostschuld auf 66 Mk. angewachsen war, erfuhr Kaiser eines Tages, das Filzhaus seine Arbeit aufgeben wollte. Kaiser mahnte den Angeklagten darau und sagte, er wolle ihm doch wohl nicht um sein Geld betrügen. Angeklagter verwahrte sich auch ganz entschieden dagegen und sagte, Kaiser solle nur zur Fabrik gehen und sich das Geld holen. Als Kaiser am nachsten Tage von dieser Erlaubnis Gebrauch machte, mußte er zu seinem hatte. Als er wieder nach Hause zurückkam, war der Angeklagte verschwunden und er hatte das Nachsehen. Heute machte Angeklagter zu seiner Entschuldigung geltend, daß er Kaiser bezahlen wolle. Da er jedoch hierzu inzwischen schon genügend Gelegenheit hatte und trotzdem nicht bezahlte, wurde dieselbe gar nicht berücksichtigt und er für seine niedere Handlungsweise zu einem Monat Gefängnis verurteilt.— Darauf wurde 1. gegen den Arbeiter Jakob Pichatzek z. Zt. in Borbeck in Untersuchung und 2. gegen Arbeiter August Redding z. Zt. in Untersuchungssaft in Pein verhandelt. Dieselben waren beschuldigt, bei dem Steinbruchpächter Spoorbeck, Buchholz div. stände gestohlen zu haben. Da die Angeklagten, durch Aussagen der Zeugen und durch eigenes Geständnis der Straftat überführt wurden, wurde gegen jeden auf eine Gefängnisstrafe von 3 Wochen erkannt, welche durch die erlittene Untersuchungshaft für verbüßt eracheet wurde.— Ein betrübendes Bild sittlicher Verkommenheit bot die Verhandlung gegen den Fabrikarbeiter D. H. und dessen Sohn, den jugendlichen Fabrikarbeiter F. H. Dieselben standen unter der Anklage, verschiedene Diebstähle ausgeführt zu haben. In der Nacht vom 30. auf 31. März war in einer der Firma Stellbrink und Frage gehörenden Baubude eingebrochen und daraus verschiedene Kleidungsstücke und vom Platze eine Schiebkarre gestohlen. Wie die Nachforschungen des Polizeisergeanten Bertscheid ergaben, haben sich zwei Personen, deren Beschreibung genau auf Vater und Sohn paßt, zur Zeit des Einbruchs auf dem Platze umhergetrieben und sind auch an der Schiebkarre gesehen worden. Leider boten ihm seine Ermittelungen noch keine Handhabe zum Einschreiten und mußte er deshalb die Sache ruhen lassen. Inzwischen waren die Verdachtsmomente gegen den H. sehr gravierend geworden, ein offenes Geheimnis war es in der ganzen Nachbarschaft, daß H. nahm, was er kriegen konnte und mit seinen zum Teil noch schulpflichtigen Kindern förmliche Raubzüge in die Nachbarschaft unternahm und alles, was nicht niet und nagelfest war, mitgehen hieß.— Endlich war der Polizei durch seine Anzeige, nach welcher die H’. dem Bauunternehmer Krämer von einem Bauplatze an der Schützenstraße Bauholz, Bretter und Ziegelsteine gestohlen haben sollten, Berechtigung zum Einschreiten geboten und wurde dann auch gleich durch die Herren Polizeiwachtmeister Witte und Polizeisergeant Bertscheid eine Haussuchung vorgenommen, welche ganz überraschende Dinge Tage fördert.., sand sich auf dem Hofe eine u Tage förderte. Zuerst fand sich auf dem 4 Schiebkarre, von welcher der Angeklagte nicht wußte, woher sie kam und wem sie gehörte, von der er jedoch zugeben mußte, daß er sie verschiedentlich in Gebrauch genommen hatte. Auch fanden sich das gestohlene Holz und die Ziegelsteine und zum Schluß eine ganze Rolle Drahtgeflecht, welche, wie spätere Nachforschungen ergaben, der Firma Gebr. Haver gestohlen war. Heute versuchten die Angeklagten alles zu leugnen, doch wurden die Diebstählenachgewiesen.. Nur wegen die Schiebkarre mußten die Ange klagten, trotzdem sie über den Erwerb derselben sich nich ausweisen konnten, freigesprochen werden, da der vorgeladene Zeuge es doch nicht mit Bestimmtheit sagen konnte, daß die Karre wirklich der Firma Stellbrink und Frage gehüre. Für die übrigen Straftaten bekommt H. der ältere, der übrigens noch ganz unbestraft ist, zwei Monate Gefängnis, trotzdem er sich auf alle mögliche Weise vor dem Gefängnisse retten will und sogar Geistesschwäche vorschützt; die Zeugenaussagen waren eben zu belastend, sein Sohn dagegen kommt mit einem Verweis davon, da als mildernd angenommen wurde, daß er zur Begehung der Straftat von seinem Vater gezwungen wurde, doch wurde ihm Fürsorge=Erziehung angedroht, für den Fall, daß er noch einmal sich wegen derartiger Straftaten zu verant worten habe. Ein trauriges Bild, dieser Vater, der sich nicht entblödet, seine Kinder systematisch zu Dieben heranzuziehen.— Zum Schluß betrat ein recht dummpfiffiger Patron in der Person des Arbeiters Johann Krychambowsky die Anklagebank. Derselbe logierte sich im Oktober v. Is. bei der Wwe. Restaurateur Schulte=Apler= beckermark ein. Als er einige Zeit dort gelebt hatte und die Kostschuld auf 18 Mk. angewachsen war, brachte der Geschäftsführer die Wwe. Schulte, Herr Pieper, in Erfahrung, daß Kryschanowsky heimlich verduften wolle und sein Bündel schon geschnürt habe. Als Herr Pieper den Angeklagten dieserhalb zur Rede stellte, sagte dieser, falls Pieper glaube, daß er Wwe. Schulte betrügen wolle, dann solle er nur mit nach Schwerte fahren, dort könnte er das Geld in Empfang nehmen. Pieper ging denn auch darauf ein und fuhr mit dem Angeklagten los. Als die beiden in Schwerte angekommen waren, führte der Angeklagte den Pieper erst in der Stadt umher unter dem Vorgeben, er wisse nicht, wo sein Meister wohne und als man ihn endlich gefunden hatte, sagte er zu Pieper, er solle draußen nur einen Augenblick warten. Er könne gleich sein Geld in Empfang nehmen. Pieper wartete draußen wohl eine halbe Stunde lang, doch Angeklagter kam nicht, endlich wurde ihm doch die Zeit zu lang und er ging auch in das Haus, um sich nach dem Verbleib des Angeklagten zu verkündigen. Hier mußte er nun die wenig tröstliche Entdeckung machen, daß der saubere Kumpel hinterkünftig das Weite gesucht hatte. Heute versuchte nun Angeklagter, es als etwas ganz selbstverständliches hinzustellen, daß er heimlich verschwunden war, auch machte er das noble An erbieten, von der Schuld monatlich 1 Mk. abzutragen. Von seinen Beteuerungen und Anerbietungen konnte man jedoch keinen Gebrauch machen, sondern wurden ihm un ter Berücksichtigung der ungeheueren Frechheit, mit welcher er den Vertreter der Wwe. Schulte dupiert hat, 2 Wochen Gefängnis zudiktiert. **(Die strenge Zucht der Arbeitshäuser) scheint den Bettlern und Landstreichern wenig zu behagen, denn wenn sie einmal einen Kursus daselbst mitgemacht haben, so sträuben sie sich mit aller Macht gegen eine Wie derholung. So standen gestern vor der Hagener Strafkammer zwei solcher arbeitsscheue Menschen, denen vom Schöffengericht zu Schwerte außer der Haftstrafe die Ueberweisung an die Landespolizei verordnet worden war. Sie hatten gegen das Schöffengerichtliche Urteil Berufung eingelegt. Der eine, der frühere Bäcker, jetzige Handelsmann Wilhelm Oletyki aus Dortmund, war am 20. November vom hiesigen Schöffengericht zu 3 Wochen Haft und Ueberweisung an die Landespolizei verurteit worden, weil er hier an der Eisenindustrie am 13. Nov. wieder seinem strafbaren Gewerbe nachgegangen war, das ihm schon etliche 20 Vorstrafen und Wochen Aufenthalt im Arbeitshause eingebracht hatte. Um sich nun vor Benninghausen zu retten, dessen vorzügliche Einrichtungen bei ihm eine tiefe Abscheu hinterlassen haben mögen, machte er im Berufungsverfahren geltend, daß er nicht wegen Bettelns, sondern wegen Betruges gemäß § 263 St. G. B. verurteilt werden müsse, weil er die Papiere eines andern bei Erlangung von Gaben in den Häusern hierselbst vorgezeigt habe. Seine Gesetzeskennt nis und seine große Redefertigkeit hilft im aber nicht, dun die Strafkammer bestätigt das schöffengerichtliche Urteil, so daß er wieder hinkommt, wohin er gehört.— Dasselbe Schicksal ereilt den anderen Bettler, den das Schöffengericht zu Lüdenscheid ins Arbeithaus geschickt hat.— Lokales. Schwerte, 19. Dezember 1903. (Weihnachten.) Das Fest der Nächstenliebe naht und je näher es heranrückt, desto mehr bricht sich die Mildtätigkeit der wohlhabenden Bürger gegenüber den notdürftigen Mitmenschen Bahn. Und mit Recht, was gibt es wohl Schöneres, als„wohlzutun und mitzuteilen". Leider läßt sich aber in dieser unvollkommenen Welt nicht ändern, daß vielfach die Gaben derjenigen, die für ihre Mitmenschen ein warmes Herz haben, an die falsche Adresse kommen, daß sie in die Hände von Personen gelangen, die doch wohl im Sinne des Wortes nicht bedürftig sind, weil es noch ärmere gibt, die in Linie ein Anrecht an die Gaben haben, die von der Reichen Tische fallen. Aber diese, die sogenannten verschämten Armen gehen oft bei der Verteilung leer aus und die„unverschämten“ Armen schnappen ihnen die Brosamen weg. Es ist dies eine Tatsache, die man bei mancher Gelegenheit beobachten kann, aber leider gibt es kein Radikalmittel, um diesem Uebel zu steuern, der einzige Weg ist, die Person, bei welcher man zweifelhaft ist, nicht einmal, sondern zweimal auf die Notlage zu prüfen und dies sei der Zweck dieser Zeilen in dieser Zeit des Schenkens. In welche Hände oft die Gaben gelangen, dafür heute nur zwei Beispiele. Vergangene Woche fand die Verteilung eines Waggon Kohlen unter dem alten Rathause statt. Viele Frauen waren erschienen, alle bekamen ihren Anteil und es machte eine Freude anzusehen, mit welcher Emsigkeit die Kohlen eingeschaufelt und auf Schiebkarren weggeschafft wurden. An der Ecke der Rathaushalle aber standen ein paar Frauen, die sehnsüch tig nach der Straßenbahn ausschauten und was geschah, als der Motorwagen in der Richtung Hörde ankam,— die Säcke mit den Kohlen wurden auf den Motorwagen geladen, die Frauen stiegen ebenfalls auf und so brachte man elektrisch das Geschenk für die Armen nach Hause. Man sollte meinen, Leute die zu bequem sind, ein oder zwei Scheffel Kohlen nach Hause zu transportieren, sondern statt dessen lieber sich samt der Kohlen für ihre Groschen nach Hause fahren lassen, hätten keinen Anspruch auf geschenkte Kohlen oder man solle sie ihnen gleich in den Keller bringen lassen.— Eine andere Kategorie. Gelangen Kohlen zur Verteilung, so findet man unter den Frauen immer eine,, die nie fehlt, obwohl sie doch aus eigenem Antriebe schon zurückbleiben sollte, da sie sich tat sächlich in keiner Notlage befindet, wie aus folgendem hervorgeht. Die Familie besteht nur aus Mann und Frau der Mann ist Fabrikarbeiter und verdient unseres Wissens 2,80—3,00 Mk. pro Schicht, die Frau hat ein fixes Einkommen von monatlich 30 Mk. und mehr und versteht außerdem noch zu Neujahr, Geburtstag etc. sich beschenken zu lassen. Hat diese Familie nötig, bei der Kohlenverteilung den Sack offen zu halten? Wir meinen nein und hoffen im Interesse der wirklich armen Mitmenschen, daß diese Beispiele, zu welchen sich noch eine Unmenge anderer anführen lassen, genügen, um eine möglichst gerechtere Verteilung der Gaben mildtätiger Menschen herbeizu(Konzert am„Freischütz.") Am dritten Weihnachtstage veranstaltet der M.=G.=V.„Sängerbund", im Verein mit der Giesenkirchen'schen Kapelle aaus Dortmund am Freischütz ein Konzert, welches recht interessant zu werden verspricht. Das Programm ist ein recht reichhal tiges und sehr sorgfältig zusammengestellt; es bietet man chen schönen musikalischen und gesanglichen Genuß. Wir werden hier zum ersten Male den Verein unter seinem neuen Dirigenten, Herrn Lehrer Rumelt=Hörde, hören. (Schiedsmänner.) In heutiger Nummer teilt das hiesige Amtsgericht die vom Januar n. Is. ab amtierenden Schiedsrichter für den Amtsgerichtsbezirk Schwerte mit. Wir machen auf die betr. Bekanntmachung hiermit **(Einjährig=Freiwillige.) Nach der Bekannt machung des Herrn Regierungspräsidenten zu Arnsberg, werden am 1. April 1904 Einjährig=Freiwillige einge stellt in a) Infanterie=Regiment Herwarth von Bittenfeld(1 Westfälisches) Nr. 13 Münster, b) Infanterie Regiment Vogel von Falkenstein(7 Westfälisches) Nr. 56 —1 und 2 Bataillon in Wesel. Holzen, 18. Dez. Unter dem Vorsitze des Herrn Amtmanns Grafen von Haslingen fand am gestrigen Tage eine Sitzung der hiesigen Gemeinde=Vertretung bei dem Wirt Holsiepe hierselbst statt. In dieser wurde die Revi sion der Gemeindekassenrechnung pro 1902 vorgenommen. Die Einnahmen haben 33 333,95 Mk.; die Ausgaber 32 117,34 Mk. betragen, sodaß noch ein Bestand von 1930 Mk. 20 Pfg. verbleibt, der auf das nächstfolgende Red nungsjahr übernommen wird. Zu Mitgliedern der Kom munalsteuer=Einschätzung=Kommission wurden die Herren Gutsbesitzer Hohenschwert, Wirt Holsiepe und Wirt Hüsemann gewählt. Das Bedürfnis zur Errichtung eines Amtsarmenhauses wurde anerkannt und hofft Versamm lung, daß die Vertretung des Amtes Westhofen doch noch Vollsländiger Ausverkauf sämtlicher Winterwaren. Heirelr“, Bülllen u. Kinder-Kölltekhen Herren-Anzüge, elegante Stoffe, solide Verarbeitung, Herren-Paletots, schwer und halbschwer, gute Stoffe, Knaben-Anzüge, hochgeschlossen, solide Stoffe, Knaben-Paletots, ganz gefüttert, Damen-jackets, Eskimo, mit Kragen und Blenden besetzt, sonstiger Preis bis 35,00 Mk. jetzt Golf-Capes, extra lang. grau und blau. 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Herr Amtmann Graf von Haslingen hielt im Sitzungssaale des Amtshauses eine Sitzung der hiesigen Stadtvertretung ab. Es wurde die Rechnung der Stadtkasse Westhofen für das Jahr 1902 revidiert und hierbei nichts zu erinnernde gefunden. Nach der Rechnung betrugen die Einnahmen 63924,69 Mk., die Ausgaben 62721,44 Mk., es verbleibt nithin ein Bestand von 1444,25 Mk. der auf das folgende Jahr übernommen wird. *** Westhofen, 19. Dez. Der Gesangverein„Eintracht" hierselbst wird nicht, wie berichtet wurde, am Vormittage des ersten Weihnachtstages, sondern am Abend in der hiesigen Kirche einige größere Chöre zum Vortrag bringen. Die Schulkinder der 1. Klasse werden ebenfalls einige geistliche Lieder singen. Zum ersten Male findet hier Abendkirche statt. In der Kirche werden 2 mit schönem Schmuck versehene Weihnachtsbäume aufgestellt.— Das Fest des Gesangvereins„Eintracht“ am 2. Weihnachtstage wird nicht geschlossen gefeiert, sondern es hat zu diesem Jedermann Zutritt gegen Zahlung des festgesetzten Eintrittsgeldes. ** Aplerbeck, 18. Dez.(Stubenbrand.) Beim Schneidermeister Mertens hierselbst entstand ein Stubenbrand, der aber bald gelöscht werden konnte. Der entstandene Schaden beläuft sich auf etwa 200 Mark. ** Berghofen, 18. Dezbr. Zwischen einigen Bürgern unserer Gemeinde kam es in der Harde'schen Wirtschaft am Damm zu Auseinandersetzungen, die für einzelne blutig verliefen. So hat der Lademeister St. eine nicht unerhehliche Kopfverletzung erhalten. Strafanzeige soll erstattet sein. Ein hier und im Bickefeld sehr bekannter patenter Hörder soll auch nicht leer ausgegangen sein. ** Hörde, 18. Dez. Gestern mittag wurde der frühere Gefangenaufseher und jetzige Lumpensammler Barth hier verhaftet. Derselbe soll sich in mehreren Fällen an schulpflichtige Kinder vergangen haben. Fünf derartige Fälle sollen bereits nachgewiesen sein. ** Hörde, 18. Dez. Ein ungetreuer Gehilfe ist der Barbier S. Derselbe hat die für seinen Prinzipal eingenommenen Gelder für verkaufte Zigarren 2c. an sich genommen und die Arbeit, ohne zu kündigen, verlassen.— Der Hebamme Ehefrau Richter ist ein größerer Geldbetrag aus der Wohnstube entwendet worden, ohne daß sich die Täterschaft aufklärte. Jetzt ist es gelungen, den Dieb zu ermitteln. Es soll eine Frau aus der Nachbarschaft sein. Gegen dieselbe ist Anzeige erstattet. ** Schüren, 18. Dez. Im Hause des Bergmanns T. hierselbst entstand gestern abend ein heftiger Streit, dessen Ausgang ein ziemlich blutiger war. Hoffentlich nimmt sich die Polizei der Ruhestörer und Raufbolde an. ** Holzwickede, 18. Dez.(Vermißt.) Der 14jährige Sohn des Lokomotivheizers Hilber von hier hat sich vor einigen Tagen von seinen Eltern entfernt, sein Aufenthalt ist bis jetzt nicht zu ermitteln gewesen. Es liegt zwar bis jetzt kein Grund zu der Annahme vor, daß dem Knaben ein Unglück zugestoßen ist, trotzdem würden es die Eltern aber freudig begrüßen, bald möglichst Auskunft über ihren Sohn zu bekommen. ** Hombruch, 17. Dez. In der Schleiferei von Jul. Beimdick von hier ereignete sich gestern abend ein bedauerlicher Unglücksfall. Beim Abladen eines Schleifsteins kam der Feilenhauer Albert Drawinski von hier zu Fall und wurde von dem nachfolgenden Stein so unglücklich getroffen, daß der Tod sofort eintrat. Der Getötete stand im 25. Lebensjahre und war erst seit einigen Monaten verheiratet. Vermischtes. (Was kann ein Weib?) Eine arme Jungfrau im Oberaargau hatte sich als Dienstmagd einige hundert Frank verdient und erspart. Ein Handwerker, bisher brav und fleißig, entschloß sich, sie zu ehelichen. Die ersten Jahren lebten sie wie zwei Engel. Beide hatten ein niedliches Häuschen und einige Aecker errungen. Jetzt glaubte der Mann, er dürfe als wohlbehäbiger Meister auch einmal seine Füße unter den Wirtstisch stellen. Wenn gerade gespielt wurde, war er auch dabei. So nach und nach ward aus dem lieben braven Mann ein wüster, großer Lump. Ein Aeckerchen um das andere ging darauf, das Weib weinte sich heimlich halb tot. Sie gab gute Worte alle Tage. Alles schien vergebens. Daß mit dem Schelten nichts auszurichten war, das wußte Frau Margaret wohl; darum sparte sie sich die Mühe. Eines Tages stand sie auf, ging in die Kammer und packte sorgfältig ihre Hemden und Kleidungsstücke in ihre Magdkiste. Als der Mann seinen Rausch ausgeschlafen hatte, sah er sich um nach dem Kaffee. Als er seine Frau packen sah, stand ihm der Verstand still.„Margareth, was gibt's, was machst?“— „Lieber Mann“, sprach die Frau,„mit Deinem Trinken sind wir arm geworden. Wenn Du so fortmachst, so ist in einem halben Jahre auch noch das Häuschen fort, dann hast du keine Wohnung und kein Kleid mehr. Ich will darum nach Baasel gehen und mich verdingen. Mit meinem Lohn bezahle ich Dir den Hauszins und kleide Dich. Ich habe dich geliebt in guten Tagen, ich will auch für Dich im Elend sorgen.“ Diese Worte erschütterten den Mann bis zu Tränen. Er faßte einen guten Vorsatz, besserte sich und hält sein Versprechen schon mehrere Jahre. Heute leben beide wieder wie zwei Engel und haben Aecker und Verdienst. Das kann ein Weib, aber nur ein gutes Weib! Eigener Depeschendienst der„Schwerter Hd Berlin, 19. Dez. Wie aus Marienburg gemeldet wird, wurden auf dem dortigen Zollamte etwa 70 Exemplare des Bilse'schen Romans„Aus einer kleinen Garnison" beschlagnahmt. Die Sendungen waren an Buchhändler und Privatleute in Marienburg adressiert. Hd Berlin, 19. Dez. Die Verlobung des Großzogs Friedrich Franz IV. von Mecklenburg=Schwerin mit der Prinzessin Alexandra von Cumberland wird im Laufe des heutigen Tages in Schwerin bekannt gemacht werden. Hd Berlin, 19. Dez. Die heute aus Japan in London eingegangenen Nachrichten lauten sehr pessimistisch. Man glaubt in Tokio allgemein, daß Rußlands Antwort einer Ablehnung der japanischen Forderungen gleichkam. Es verlautet, der Rat der Aeltesten und das Kabinett seien entschlossen, auf die Erfüllung der japanischen Forderungen zu bestehen. Die Sitzungen des Rats unter dem Vorsitz des Königs dauern fort. Die Lage gilt fortgesetzt als ernst. Hd Magdeburg, 19. Dez. Die Handwerkskammer Magdeburg beschloß heute mit fast einstimmiger Majorität die Veranstaltung einer großen Ausstellung gewerblicher Erzeugnisse im August nächsten Jahres. Als Garantiefonds sind 75000 Mk. gesichert. Hd Brüssel 19. Dez. In Haine St. Pierre sind 2 Grubenarbeiter infolge Erdrutsches verschüttet worden. Beide wurden als Leichen zu Tage gefördert. Hd Antwerpen, 19. Dez. Eine Diebesbande drang gestern mittelst Nachschlüssels in die Diamantschleiferei der Firma van Veen Sluyts ein und entwendete zwei kostbare Diamanten. Von den Tätern fehlt bisher jede Spur. Hd Paris, 9. Dez. Die „Liberte“ will aus bester Quelle erfahren haben, daß die Wiedereinstellung Dreyfus in die Armee im Kabinett des Kriegsministeriums ernsthaft erwogen werde. Das Artillerie=Regiment, in welches derselbe eingereiht werden solle, sei bereits bezeichnet und zu diesem Zwecke eine Veränderung in den Offiziersstellen vorgenommen worden. Dreyfus werde sofort nach dem Spruch des Kassationshofes zum Kommandanten ernannt und am darauf folgenden Tage in die Liste der Oberstleutnants aufgenommen werden. IId London, 19. Dez. Die kanadische Regierung hat den Bau zweier Kreuzer beschlossen, welche den Kern der kanadischen Flotte bilden sollen. Das eine der neuen Schiffe ist für den Hafen im atlantischen Ozean bestimmt, während der zweite auf den großen kanadischen Seeen Verwendung finden soll. Diese letztere Bestimmung dürfte bei den Vereinigten Staaten auf Widerstand stoßen, da sie von diesen als eine Herausforderung betrachtet werden dürfte. Verantwortlich für den redaktionellen Teil Wilh. Schade. Sanitäts-Bazar Fr. K. Adamkiewicz, K KC Dortmund Westenhellweg 126. Sämtliche Artikel zur Krankenpflege: Krankenmöbel, geruchtose Zimmerklosetts, chlrurg, Lustrumente und Bandagen. künstliche Glieder, orrhopädische Apparate. Anfertigung in eigenen Ateliers. Reparaturen prompt und billig. Dauser onetbliche Bedienung. Ostenstrasse Inhaber: N. Rosenberg. 20 Prozent Rabatt! istige Gelegenheit zum Einl E 700 ines grossen Warenlagers gebe ich obigen Rabatt. Moster Kocben-dusigr.= Herren- und Knaben-Anzüge, sen bedentend unter Preis. Zwecks bis zum 25. m nzügen. 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Deutschland. — Nicht Rede, aber Fehde gegen die Sozialdemokratie fordert im Anschluß an die bekannten Reichstagsverhandlungen eine Broschüre des Generals von Boguslawski, die zum Zweck der wirksamen Bekämpfung der Sozialdemokratie folgende Forderung aufstellt: Oeffentliche Abstimmung bei der Reichstagswahl, Abschaffung der Stichwahlen, Einführung der Wahlpflicht, Errichtung eines Oberhauses, ein Ausnahmegesetz gegen die revolutionäre Sozialdemokratie, Zerstörung der sozialdemokratischen Organisation. Die Reichsregierung will, wie aus den Reden des Grafen Bülow zu entnehmen war, von allen derartigen Maßnahmen nichts wissen. Verwerfliche Demagogie. Der nationalsozial=wadenstrümpflerische Abgeordnete v. Gerlach hat in Berlin eine Versammlung von Postunterbeamten abgehalten und ist dabei in einer Weise aufgetreten, die von der „Freis. Ztg." als verwerfliche Demagogie bezeichnet wird. Die genannte Zeitung schließt einen längeren Leitartikel, den sie dieser„verwerflichen Demagogie" widmet, mit folgenden Worten:„Wenn das Auftreten des Herrn v. Gerlach etwa typisch werden sollte für die weitere Agitation der Freisinnigen Vereinigung in Berlin und anderswo,so muß man sagen: die Sozialdemokraten sind im Verhältnis zu solcher Demagogie unter den Unterbeamten noch als unschuldvolle Waisenknaben anzusehen. — Eine bedenkliche Münzfälschung. Das Reichsbankdirektorium gibt folgendes bekannt: An der Kasse der Reichsbankhauptstelle zu Hamburg ist jüngst ein zweimarkstück mit dem Munzeichen D und der Jahreszahl 1902 angehalten worden, welches nach den darüber eingeholten Gutachten der Münzstätten in München und in Berlin als eine sehr gefährliche Nachprägung bezeichnet werden muß. Sie ist lediglich aus Silber mit einem Feingehalt von 966 Tausendteilen() auf graviertem Stempel hergestellt und die teilweise nur mit dem bewaffneten Auge sichtbaren Unterscheidungsmerkmale von den echten Stücken sind von den Laien fast unerkennbar.— Zu dieser Fälschung scheint der niedrige Wertstand des Silbers Veranlassung gegeben zu haben, um dagegen deutsches Gold einzutauschen. Daß die Sozialdemokratie die reichste, aber auch die opferfreudigste Partei ist, beweist wiederum die Quittung über die Beiträge, die der Parteikasse im November zuflossen; diese belaufen sich auf über 47·000 Mk., darunter, wie schon mitgeteilt, ein Posten von 10000 Mk. für die preußischen Landtagswahlen und 15000 Mk. als Geschäftsgewinn aus der Buchhandlung des Vorwärts. Zu dieser Summe von über 47000 Mk. für die Parteikasse kommen noch über57 000 Mk., die der Berliner Gewerkschaftkommission für den Streik in Crimmitschau gen. Gegenüber diesen sozialdemokratischen Gaben nimmt es sich, wie die„Nationallib. Korr.“ mit Recht bemerkt, kläglich aus, wenn bürgerliche Parteien Rundschreiben über Rundschreiben an die Wähler dieses oder jenes Wahlkreises verschicken müssen, um die Kosten aus der Reichtagswahl zu decken, Rückstände, die noch nicht einmal 1200 Mk. betragen. —„An den Herzog.“ Die sozialdemokratischen Landtags=Abgeordneten des Herzogtums Sachsen=Meiningen haben, wie die„Sonneberger Ztg. erfährt, eine Immediat=Eingabe an den Herzog Georg von Meinigen gerichtet. Die Eingabe trägt die Ueberschrift„An den Herzog. In ihr wird das Eingreifen der Militärbehörde in Meinigen besprochen, welche den Militärpersonen den Besuch des Gasthauses in Meinigen, wo bisher die sozialdemokratischen Abgeordneten wohnten, verboten hatte, und der Herzog wird dann aufgefordert, die erforderlichen Maßnahmen zur Abhilfe einzuleiten. Da das Herzogtum kein eigenes Militär hat, wird kaum etwas zu machen sein. Uebrigens wäre es auch den Sozialisten wohl möglich gewesen, die Adresse an den greisen, allgemein verehrten Herzog mit dem Titel„Hoheit“ zu versehen; es war das „Der Vorsichtige!“ Eilgen Schrittes gehts zum Feste, Stündlich sinne ich und denke Darüber nach: Was wär das Beste, Vas ich meinen Kleinen schenke? Ein Geschenk soll nicht allein Nützlich, nein, auch lehrreich sein, Denn des Kindes heitre Spiele Deuten oft auf große Ziele! * Helm und Säbel, Bleisoldaten Sind der Knaben Wunsch auf Erden, Auch der meine, wohlgeraten. Möchte einst ein Leutnant werden, Doch, was zu bedenken stehk, Ich als armer Hauspoet Kann mich nach dem Wunsch nicht richten, Soviel kann ich nicht erdichten! Musikalisch sind die Kleinen, Wollen Trommeln und Trompeten, Dieser Wunsch, so möcht ich meinen, Läuft nicht sehr in die Moneten, Aber unter mir fürwahr, Lebt ein kinderloses Paar Und als Nachbar, als getreuer Gieß ich nicht gern Oel ins Feuer! * An ein Steckenpferdchen dacht ich, Und ich war mir beinah schlüssig, Im Momente aber lacht ich: So ein Ding ist überflüssig! Hat denn nicht auf dieser Erd' Zeder Mensch sein Steckenpferd keine Ueberzeugung zu „ lediglich Hoflichkeit und brauchte verletzen. Belgien. = Er soll zahlen. Aus Brüssel schreibt man: Nachdem alle Bemühungen, einen Vergleich zu stande zu bringen, gescheitert sind, hat der Millionen=Erbschaftsprozeß um den Nachlaß der verstorbenen Königin der Belgier vor dem Brüsseler Gerichtshofe erster Instanz tatsächlich begonnen. s. M„ m4 Merkwurdigerweise treten als Klager gegen den König Leopold II. nicht etwa seine Töchter als Erben auf, sondern nur die Gläubiger seiner ältesten Tochter, der Prinzessin Luise von Koburg, die selbst zurzeit in einer sächsischen Heilanstalt weilt. Von einem Familienkonflikt kann also keine Rede sein. Vielmehr haben alle drei Töchter des Königs, die vorgenannte Prinzessin Luise durch den Kurator Dr. Feistmantel in Wien, die Gräfin Stephanie Lonyay und die noch unverheiratete Prinzessin Klementine ausdrücklich auf alle Ansprüche verzichtet, die über das persönliche Vermögen ihrer verstorbenen Mutter hinausgehen können. Aber dieses persönliche Vermögen beträgt, nach Abzug verschiedener Legate, nur etwas mehr als eine Millionen Francs, so daß die Gläubiger der Prinzessin Luise aus dem der letzteren zufallenden Anteile nicht befriedigt werden können. Die Zahl dieser Gläubiger beläuft sich auf ungefähr dreißig, und einer von ihnen, der Pariser Damenschneider Paguin, hat allein mehr zu fordern, als das Erbteil seiner Schuldnerin ausmacht. Daß der König nicht bezahlen will, ist umso Ach, nicht ruhen und nicht rasten Läßt mich jetzt das Wörtchen„schenken“ Halt! Ein Anker=Steinbaukasten Hätte keinerlei Bedenken, Mit Vergnügen könnt' ich schau'n, Wie die Kinder Häuser bau'n, Doch— es könnten meine Knaben Einen„tollen Einfall“ haben! Einen hübschen Kaufmannsladen Wünscht mein Jüngster sich mit Eifer, Solch Geschenk kann niemals schaden, Denn früh handeln, macht ja reifer! Doch zum Feste wohlgesinnt, Möcht ich sagen: Liebes Kind, Deinen Kram bei Seite tue, Denn wir haben Sonntagsruhe! * Auch mein Töchterein, das Aennchen Machte gestern mich verlegen, Denn sie will ein Hampelmännchen, Doch dem steht sehr viel entgegen! Ist sie später einmal groß Denkt sie von dem Manne blos, Sie kann ziehn und er muß hampeln Und nach ihrem Willen strampeln! * Darum sinne ich und denke Was für passende Geschenke Gibt es noch zum Weihnachtsfeste! Da ertönts von ungefähr: „Vater, gib die Börse her!“ mehr begreiflich als diese an den reichen Prinzen Philipp von Koburg verheiratet ist, der in erster Linie dazu berufen erscheint, die Gläubiger seiner Gemahlin zu befriedigen. Dazu will er sich nicht verstehen und der König der Belgier noch viel weniger. England. = Die liberalen und freihändlerischen Kreise Englands find über das Vorgehen Chamberlains vollkommen außer sich. Daß der frühere Kolonialminister, der jetzt aber keine ministerielle Verantwortlichkeit mehr trägt, sich Rechte herausnimmt, wie sie höchstens die Krone oder das Gesamtministerium ausüben könnten, daß er in der jüngsten von ihm abgehaltenen Versammlung in Seeds kurzer Hand eine Tariskommission einsetzte, die über die Lage des britischen Handels beraten und Mittel zu deren Besserung beschließen soll, das will vielen Leuten absolut nicht in den Kopf. Wer regiert denn in England? So fragen sie enttäuscht, wozu ist denn noch der König und wozu find denn die Minister da? Und wo kommt denn das ganze Geld her, das Chamberlain für seine Propaganda verbraucht? Chamberlain weist Gelder für Reisen von Sachverständigen aus den Kolonien nach London an, er selbst will eine Reise durch sämtliche britische Kolonien unternehmen, er hat auch, und zwar gleichfalls durch enorme Geldaufwendungen, die Mehrzahl der einflußreichsten englischen Blätter in seinen Dienst gezogen. Aus der eigenen Tasche zahlt er nicht; woher also? Cecil Rhodes hat einen Fonds für die Erfüllung großer politischer Aufgaben gestiftet, den die Regierung zu verwalten hat. Aus diesem Fonds erhält Mr. Chamberlain die gewaltigen Geldmittel, die er für seinen Zweck bedarf. Für Chamberlain gibt es eben keine Schwierigkeiten und Hindernisse. Er ist, trotzdem er sich offiziell als Privatmann bezeichnet, tatsächlich der Selbstherrscher in England; was haben im Vergleich zu ihm der König, das Kabinett und das Parlament zu sagen! In der neuen Geschichte hat die Position, die sich Chamberlain errungen, nicht ihres Gleichen. Serbien. = König Peter I. von Serbien befindet sich in einer verzweifelten Lage. Die Abberufung der Gesandten aller europäischen Großmächte aus Belgrad hat ihn wie ein Donnerschlag getroffen. Er weiß natürlich auch, weshalb die Mächte ihre Vertreter davor bewahrten, an den bevorstehenden Hoffestlichkeiten teilzunehmen. Die Königsmörder wissen das auch und sind sich infolgedessen klar darüber, daß der König jetzt vor die Entscheidung gestellt ist, sie oder ganz Europa fallen zu lassen. Sie beobachten daher ihren Schützling und ihr Werkzeug noch zehnmal argwöhnischer und sorgfältiger als bisher. König Peter lebt wie ein Gefangener. Er begreift auch, daß er sich von den freiwillig auferlegten Fesseln nicht wieder Kleine Chronik. Zum Lehrer des Königs Alfons von Spanien für den Unterricht in der deutschen Sprache ist der Sohn einer Familie zu Minden in Westfalen berufen worden. In Briefen schildert der Herr nach Mindener Blättern, mit welch großer Liebenswürdigkeit er ausgenommen worden sei; er hebt ferner die Auffassungsaufgabe wie auch den Eifer hervor, mit dem der junge König sich der deutschen Sprache widmet, um, wie er selbst sagte, bei seinem Besuche in Berlin mit dem Kaiser deutsch sprechen zu können. + Auf dem nächsten deutschen Aerztetag soll ein umfassender Bericht erstattet werden über die Lage des kassen ärztlichen Standes und über die Entwicklung der Selbsthilfe.— In Leipzig sind die Verhandlungen der Aerzte mit der Ortskrankenkasse gescheitert, obwohl die Aerzte sich zu Zugeständnissen hinsichtlich der Honorarfroderungen bereit erklärten. * Der Engroshandel mit Weihnachtsbäumen in Berlin verläuft in diesem Jahre ungemein schleppend. Die Preise sinken mit jedem Tage, und mancher Großhändler, der seit Jahrzehnten den Berliner Markt mit Bäumen versorgt, wird der„Nordd. Allg. Ztg. zufolge diesmal ohne sonderlichen Gewinn von Berlin scheiden. + Ein vorgeschichtlicher Fund wurde auf Burg Friesack in der Mark gemacht. In einer Tiefe von 1 Meter fand man ein menschliches Skelett, das auf ein Alter von 2500 bis 3000 Jahren geschätzt wird. Daneben lagen ein gemustertes Urnenstück, Steinbeile, steinerne Pfeilspitzen, ein Steinmesser und ein bearbeiteter Schleuderstein. sei machen kann und geht daher ernstlich mit dem Plaue( oder welche sonstige Beweggründe sie dazu veranlaßzt hoseiner Abdankung zu Gunsten seines ältesten Soym= um. Aus Westfalen und Rheinland. * Hamm, I6. Dez. Seitens der kgl. Regierung ist den, wird die nähere Untersuchung ergeben. Vermischtes. *(Eine doum, T6. Dez,„Seitaut der kol Begtermne, 51, einer Breslauer Schöfengerichtzabteilung. Dr euf die Ergreifung des Mörders des Gendurmnen boycht Angellagte gerset, so berichtet de„Prest. Morgenzig.. estep dne 16 etvo ed Acsantzahs deren der die mi demn vorsenden Autscher. u. dope, o Susereaden beir, süir LasPelause der Perigen Gihaunge Dr Ricdter den Ange. Voen Sorig, Agzsg, gasherenden ertiyt,u bos Hagten einen Ffreagen Lusaet. Der d. Winterhalbjahr 1.503/Onach, dem von der Universütgt) Wenn Sie nicht der Parsitzende wären, so wirde klagten einen„frechen Lummel: Der Angeklagte erwiVintergalbjapr iHenen Verzeichnis Dazu kommen derte:„Genn Sie nich, der Sprsgeive,„euten, so würde oeben berausgegeszierte Hörer, so daß die Gesamtzahl der ich Ihnen eine herunterhauen.“ Diese Aeußerung veran55 nicht immatrikuliexte Hiert(Verechaß Dbe Lotrey), Haträgt. laßte den amtierenden Staatsanwalt, eine Haftstrafe von drei Tagen wegen Ungebühr in Antrag zu bringen. Der Richter verkündete darauf, daß der Angeklagte zu dieser Strafe verurteilt sei. Der Angeklagte aber erklärte, daß der Richter allein eine solche Strafe nicht verhängen könnte, es müßten erst die Schöffen gefragt werden. Der Richter zog sich nunmehr mit den Schöffen in das Beratungszimmer zurück. Die Beratung dauerte längere Zeit. Schließlich mußte der Vorsitzende dem Angeklagten bekannt geben, daß das Schöffengericht„in seiner Mehrheit“ eine Ungebühr nicht angenommen habe, und deshalb die Haftstrafe nicht ausgesprochen wreden könne. F(Eine schaurige Tat.) Von einem Schuljungen, der Vater und Mutter ermordet hat, berichtet das Arader Tageblatt: In dem(ungarischen) Dorfe Raha=Suent55 nicht immatriczlierte Vore., ge heir Gesgntgaft ier zum Hören von Vorlesungen Berechtigten 1258 beträgt. Von den immatrikulierten Studierenden kommen auf die ologische Fakultät: 321, philosophische und naturwissenschaftliche Fakultät: 594. Ihren Heimatsverhältnissen nach stammen von den immatriklierten Studierenden aus der Provinz Westfalen 588, aus der Rheinprovinz 290, der Provinz Hannover 128, aus der Provinz HessenNassau 43, aus den anderen preußischen Provinzen zusammen 65, aus dem Großherzogtum Oldenburg 44, aus anderen norddeutschen Staaten zusammen 22, aus Süddeutschland 12, aus anderen Ländern 11. * Essen, 18. Dez. Nach der Geschäftsordnung für die Essener Stadtverordnetenversammlung versammeln sich die Stadtverordneten in der Regel in jeder Wonat nwa! Es scheint aber so schreibt man der„Ry.=Westf. teilen, daß sie in ihrer Wohnung ihren 13 Monate alten Knaben allein gelassen hatte. Zehn Tage später erst„erinnert“ sie sich ihres Kindes und bat, ihre verheiratete Schwester zu veranlassen, nach dem Kinde zu sehen. Dies geschah denn auch, aber der Säugling war schon tot. arme Kind war im Zimmer umhergekrochen, um Nahrung zu suchen, und verhungerte im buchstäblichen Sinne des Wortes. Niemand hörte das Schreien, da die Wohnung keine eigentliche Nachbarschaft hat. Nur über dem Zimmer, in dem sich die schreckliche Tragödie abspielte, wohnt eine Frau, die aber unglücklicherweise taub ist. *(In welcher Weise deutsche Militärpflichtige) in Frankreich für die Fremdenlegion gepreßt werden, zeigte wieder eine Kriegsverhandlung in Frankfurt a. M. Der Bergmann W. war nach Frankreich gezogen. Bei der Musterung war er zur Infanterie ausgehoben worden und sollte sich bei dem 13. Infanterie=Regiment stellen. Er meinte aber, das hätte noch Zeit, und arbeitete in Frankreich weiter. Da suchte ihn ein französischer Gendarm auf, weil er erfahren hatte, daß der Mann militärpflichtig sei, und forderte ihn auf, mit aufs Militärbureau zu kommen, um dort einen Schein für die Fremdenlegion zu unterschreiben. Der Bergmann hatte keine Lust, fünf Jahre in Afrika zu dienen, lud den Gendarm zu einem Glase Bier ein und als dieser sich's bequem gemacht hatte, entfloh er. In Diedenhofen stellte er sich sofort der deutschen Behörde, worauf er dem 88. Infanterie=Regiment Stadtverordneten=Sitzung einberugt und virser dann eine solche Fülle von Material vorlegt, daß es gar nicht zu bewältigen ist. Früher hatten wir schon Tagesordnungen mit 40 bis 50 Punkten, den Rekord aber erreicht die neueste mit 73 Punkten, worunter Punkt 42 mit 17 Unterpunkten, nämlich den Einzeletats, insgesamt also 89 Punkten. Die Beratung der Einzeletats allein mußte eine Grackhäger Chause, in 8eit. Joh= Darfe I Szent= überwiesen wurde. Von da kam er unter Anklage der Sect# Fahnenflucht vor das Kriegsgericht der 21. Division. Diedoch, daß er nicht die Absicht gehabt hat, sich blöde: während der Vater auf dem dauernd seiner Militärpflicht in Deutschland zu entziehen, Knabe ist etwas vioot, Pizzeno der Vatrr uunz benn und erkannte nur wegen unerlaubter Entfernung auf Feide arbeitete, fand der Sohn in dem Korbe, der., drei Monate Gefängnis unter Anrechnung der vollen Mittagessen enthielt, eine Flasche Schnaps. Er trank sia) Untarseichungshaft. voll und verfiel in Schlaf. Als der Vater merkte, daß der“g Junge betrunken war, züchtigte er ihn. Der Alte schlief..#3 Miuionen sich die Stadtverordneten in der Vtegel in jedegt, Mgnigt Tageblatt; In dem(ungarischerz,.—.—u.—. 1 Fahnenflucht vor da einnucht.,.. v., sichkeit der Essener dt[Michaly hat der zwölfjährige etefan pal binnen Feeisglaubte ihm jedoch, Ztg. ,eine besondere Hagfsiet gautzerordentlich selten eine Monaten seinen Vater und seine Muter ermordet. Tt.1; und sein 91,er7, vop einberuft und dieser dann eine Krabe ist gnvur, viper, wanceno ger B4.,.. gas und erkannte nur betrunken war, zuchtigte er ihn. Der Alte„schlief dann ein und nun nahm der Knabe Rache für die Prügel. Er ergriff eine Sense und hieb dermaßen nach dem Vater, daß diesem der Bauch aufgeschlitzt wurde und der Tod sofort eintrat. Der Junge wurde festgenommen, bald * Gütersloh, 18. Dez.(Ein Krähenhorst.) Seit Zu, aber, da er strafunmündig ist und das Gericht ihn außerren befindet sich an der Brockhäger Eyhmct= in der 2600° dem nicht als geistig normal erkannte, seiner Mutter überder Gastwirtschaft Remke, im Langerischen########: g#hen. Er tat eine zeitlang gut, bis ren befindet sich an der B:vou)., arischen Busch, ein soge dem nicht als geistig normal erkannte, der Gastwirtschaft Remke, im Larzgerh#greung### geven. Er tat eine zeitlang gut, bis ihm vorgestern seine nannter Krähenhorst. Für den Naturfreizig ist es inter Mutter wegen einer Geringfugigkeit prügelte. Das konnte essant, zu beobachten, wie die schwarzen Gesellen in der. zg Tiere gewöhnt z uhaben.. Fehlt nun noch anscheinend ein Trupp, so werden Boten ausgesandt, die dann in kurzer Zeit die Fehlenden herbeiholen,ss Sie werden dann mit einem lauten Kra Kra empfangen.. Es entsteht nun ein Geschrei, daß man glauben sollte, der ganze Wald wäre lebendig. Auch die sogenannten Wächter fehlen nicht; diese achten aufmerksam auf jedes verdächtige Geräusch. Macht sich irgend etwas Verdächtiges bemerkbar, so lassen die Wächter ihre Warnungsrufe vernehmen. Ist die ganze Gesellschaft zusammen und der Abend eingetreten, so ertönt noch ein kräftiges Kra Kra, worauf alles still wird. Nur vereinzelte leise Töne werden noch verr wahrscheinlich kann man sich nicht um die Plätze vertragen, bis auch dieses allmählich verstummt, und die Friedhofstille den Wald bedeckt. und stürzte zulammen. Auf Blute liegend, erkannte sie ihren losschlug. Dann steckte er das Haus in Brand. Nachbarn fanden die tötlich verletzte Frau, die den Sohn beschuldigte und bald darauf verschied. Der Junge wurde in einer Strohkiste schlafend aufgefunden. *(Prinzessin und Kriegsveteran.) Einem Veteran aus Halle a. S., der mit künstlichen Blumen und Lampenschirmen von Ort zu Ort wandert und durch deren Verkauf kärglich das Leben fristet, ist kürzlich in Dessau eine große Ueberraschung widerfahren. Er hatte in den ärmeren Stadtteilen so gut wie nichts eingenommen und beschloß nun, die Ware auch einmal in den„reichen Häusern" anzubieten. Dabei geriet er gleich in das herzogliche Schloß, das er nicht kannte. Im Treppenhause begegnete er einem„schönen, feinen Fräulein", dem er seine Ware anpries und dem er verriet, daß er sich die seine Brust e. oot—. Gänse. Die Zahl der di3 Millionen russische Gäuse. Die Zahl der in diesem Jahre aus Rußland nach Deutschland eingeführten Gänse hat eine Höhe erreicht, wie nie zuvor: 3 Millionen Stück. Ihr Wert beträgt rund 12 Millionen Mark. + Aus dem Lager des„tollen Mullah“ erzählen Ueberläufer, daß im Lager die Menschenfresserei um sich greife. Ein Somali war auf Befehl des Mullah hingerichtet worden und die Troßknechte fraßen die Leiche. Der Mullah wollte abschreckend wirken und ließ verschiedene Weiber köpfen, die sich bei der Menschenfresserei besonders hervorgetan hatten. Die Folge war aber nur, daß die Troßknechte diese Leichen kochten und gleichfalls verzehrten. * Bielefeld, 18. Dez.(In der Badewanne gestorben.) Der Rentner Hermann Barmeyer, Ravensbergerstr. 56 wohnhaft, ist gestern abend gegen 9 Uhr in seinem Badezimmer, in der Badewanne sitzend, tot aufgefunden. Gegen 8 Uhr abends ist er, um ein Bad zu nehmen, in die Badestube gegangen; als er nach einer Stunde nach nicht wieder erschienen war, öffnete man das Zimmer und fand den B., den Kopf nach unten geneigt, in der Badewanne tot vor. Im Zimmer machte sich ein starker Gasgeruch bemerkbar. Der Tod ist infolge Einatmens von Gas * Wald, 18. Dez. Ein hiesiger Junggeselle, dem ehrbaren Stande der Schleifer angehörend, beabsichtigte in den Hafen der Ehe zu segeln. Seine Auserkorene war eine junge Witwe, welche außer vier kleinen Kindern nicht besonders viel an irdischen Gütern besitzt. Alle Vorbereitungen waren getroffen, die Hochzeit sollte vorgestern stattfinden. Der verliebte Bräutigam machte sich zur bestimmten Stunde pünktlich auf den Weg zur Abholung der Braut zum Standesamt. Doch kaum hatte er die Tur der bräutlichen Wohnung hinter sich zugemacht, da stürzten Braut, Schwägerin und Schwiegermutter, mit Kohlenschaufel, Schrubber und ähnlichen Kampfmitteln bewaffnet, auf den Erschrockenen zu und prügelten ihn zum Hause hinaus. Die Kinder riefen fortwährend dazwischen: „Die Großmotter schwart den neuen Vatter.“ Statt in die Flitterwochen, hat der verliebte Junggeselle, über und über mit Beulen bedeckt, sich in die Behandlung seiner Mitarbeiter begeben. Er hat geschworen, nie wieder eine Braut zu freien, worüber eine Mutter noch ihre schützende Hand hält. Daß auch hier das Sprichwort:„Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen“, zutrifft, braucht wohl kaum erwähnt zu werden. Der Grund dieser schlagenden Absage war folgender: Der Ex=Bräutigam hatte erklärt, nicht in dem Bett seines„Vorgangers“ schlafen zu wollen, auch wollte er einen geregelten Haushalt, einen Kleiderschrank und andere Sachen, welche noch fehlten, nicht entbehren. Diese Gegenstände erwarb er deshalb schleunigst bei einem hiesigen Möbelhändler, vergaß jedoch solche zu bezahlen. Da die Möbel schon über eine Woche zur Aufnahme der„Neuvermählten" bereit standen, ohne daß der Händler Geld erhielt, holte er am Vorabend der Hochzeit die Sachen zurück. So kam's. * Köln, 17. Dez. In Boppard fand die Oberin der Zwangserziehungsanstalt St. Martin in einem Raume zwei Mädchen erhängt. Ein Mädchen war tot, während das andere noch Lebenszeichen von sich gab und nach den angestellten Wiederbelebungsversuchen bald wieder zu sich kam. Die Lebensmüden waren nach der„Bopparder Volksztg.“ einige Tage vorher aus der Anstalt entwichen, jedoch bald wieder festgenommen und zurückgebracht. Ob die in solchen Fällen verhängte strenge Bestrafung die eiden Zöglinge zu dem unglückseligen Schritt geführt hat, schmückenden Ehrenzeichen unter dem regierenden Herzog von Anhalt erkämpft habe. Sofort war er seinen ganzen Korb und ehe er sich's recht versah, hatte er ihn, wie die„Hall. Ztg.“ berichtet, mit Eßware und Wein gefüllt zurück und einen Hundertmarkschein in der Hand. Zwei Soldaten geleiteten ihn nach dem Bahnhof und brachten ihn in der 2. Klasse unter. Einige Tage später erhielt Büchertisch. Der deutsche Spielmann. Eine Auswahl aus dem Schatze deutscher Dichtung für Jugend und Volk, herausgegeben von Ernst Weber. Preis eines jeden der 7 Bände Mk. 1.—. Soeben sind noch erschienen Bd. 4: Hochland illustr. v. Franz Hoch; Bd. 5: Meer ill. v. J. V. Cissarz; Hochland illustr. v., silst 9= stlmK v. Cissarz; Bd. 6: Helden ill. v. W. Weingärtner; Bd. 7: Schalk ill. v. Dulius Dietz.(Verlag des deutschen Spielmanns Georg D. W. Callwey und Carl Haushalter G. m. b. H. in München). Ueber die bereits erschienenen ersten Bändchen— Kindheit ill. v. Ernst Kreidolf, Wanderer ill. v. I. V. Cissarz und Wald ill. v. W. Weingärtner schreibt das deutsche Lehrhaus, Naumburg, Saale, Novemheft. Durch eine äußerst sorgsame und geschickte Auswahl von Dichtungen(Märchen, Fabeln, Liedern u. dergl.) aus der deutschen Literatur von Walther von der Vogelweide bis zu Drehmel, Liliencron und Falke wird im ersten Bande des Kindes ganze Welt, seine Lust und sein Leid, im zweiten eine Fahrt durchs deutsche Land und im dritten der deutsche Wald und was er raunt und singt in einer Weise gezeichnet, die des Kindes und zugleich auch des ihn in der 2. Klasse unter. Einige Tage später erhielt er noch 50 Mark durch die Post als Bezahlung fur die Waren, gsenen Herz und Sinn ergreifen und gefangen nehworaus er endlich ersah, daß er sich in das Palais des Ettooyy, E6 ist ein sehr glücklicher Gedanke, die schönHerzogs von Anhalt begeben hatte und daß Prinzessin) P“e) Persen aus der gesamten deutschen Literatur, soweit Elisabeth die freigebige Käuferin gewesen war. (Des Posthorns Ende.) Das Posthorn, seit den [Zeiten der Turn und Taxis unzertrennlicher Begleiter der Postillone, sowie Symbol und Wappen der Post, wird jetzt in Berlin aus dem praktischen Gebrauche verschwinden. Gab die Großstadt schon längst keinen Resonanz= boden mehr ab für süße Posthornmelodien, so waren immer noch kurze Signale bei Einfahrt der Fuhrwerke in die Posthöfe und beim Verlassen der letzteren gebräuchlich. Nunmehr hat die Oberpostdirektion die Zurückziehung der Hörner angeordnet,„da die Ausbildung im Blasen längere Zeit in Anspruch nimmt, einige Postillone die nötige Fertigkeit überhaupt nicht erlangen und falsche Signale störend wirken". Da mit dem Rückgange des Postkurswesens im Lande der eigentliche Wirkungsbereich der Posthörner von Jahr zu Jahr sich verkleinert, so dürfte die Zeit nicht mehr allzu fern sein, wo das letzte Posthorn als Zeuge vergangener Zeiten dem Postmuseum überwiesen wird. Das wirkt recht elegisch, wenn man an die Vorliebe Stephans für die alten Signale und Weisen und an die Poesic der Bosthornklänge, zumal an Lenaus„Postilon" denkt. (Die Tagesgeschichte in der Schule.) Wie sich die Ereignisse des Tages in der Kinderseele wiederspiegeln, zeigt folgendes„wahre Geschichten“, das sich in der letzten Münchener„Jugend“ findet: In der Schule wird die Ankündigung der Geburt des Täufers Johannes durchgenommen Wie bekannt, will sein Vater Zacharias an die Geburt eines Sohnes nicht glauben, da er„alk und sein Weib wohl betagt“ sei und wird zur Strafe für seinen Unglauben bis zur Geburt des Kindes stumm.(Luc. 1.) Der Lehrer stellt nun die Frage:„Woran erinnert uns die Geschichte unwillkürlich?" und wollte natürlich als Antwort:„An Abraham und die Geburt des Isaak.“ Statt dessen erfolgte aus dem Munde des Primus zur allgemeinen großer Ueberraschung die Antwort:„An die Gräfin Kwilecka." (Ein fast unglaublicher Fall) von Vergeßlichkeit, den sich eine„Mutter“ hat zuschulden kommen lassen, ereignete sich in Liverpool in England. Eine junge Frau wurde auf der Straße wegen Trunkenheit aufgegriffen und zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Sie trat ihre Strafe sofort an und unterließ es, dem Gericht mitzusten Perten aus der gesamten Aanlschen Tuetakur, soweit sie dem jugendlichen und volkstümlichen Verständnisse zugänglich sind, nach solchen Stoffgebieten zusammenzustellen. Besonders wertvoll sind auch die zahlreichen schwarzen und mehrfarbigen Bilder, die, wie von solchen Künstlern nicht anders zu erwarten ist, den Stimmungscharakter des Ganzen in vorzüglicher Weise zum Ausdruck bringen und für sich allein im Stande sind, die Stimmungen, von denen das Ganze getragen ist, auszulösen. Die gesamte Ausstattung der Bände ist vorzüglich. Wir können die Anschaffung dieser Bände für die Kinder nur auf's wärmste empfehlen. „Das Jägerhaus am Rhein", Jugenderinnerungen eines alten Waidmannes, dem jägerischen Nachwuchse erzählt von Oberländer, Verfasser von Die Dressur und Führung des Gebrauchshundes“,„Quer durch deutsche Jagdgründe",„Durch norwegische Jagdgründe",„Der Lehrprinz" usw. Mit 104 Original=Abbil= dungen von Jagdmaler C. Schulze. Verlag von J. Neumann, Neudamm 1903. Gebunden Mk. 8.„„ Das Buch ist eine prächtige Jugendschrift, geeignet, die Liebe zur Natur und ihren wilden Kindern in die Brust des Knaben zu pflanzen und großzuziehen, junge Leute in belletrischer Form zu einer sittlichen Auffassung des Waidwerkes und zum Studium der Jagdwissenschaft hinzuleiten. Es ist das Buch eine jagdliche Jugendschrift, die um so empfehlenswerter ist, als einige in den letzten Jahren erschienene Bücher dieser Art, weil von jagdlichen Laien verfaßt, vom jägerischen Standpunkt als völlig Der Ver erfasser ungenießbar betrachtet werden müssen.#er schildert in leben= und oft humorvoller Weise sein Treiben als Knabe beim Vogelfang, Bild reiht sich an Bild, die Lehrjahre seiner Jägerlaufbahn ziehen an uns vorüber und über dem Ganzen liegt ein Hauch jener echten deutschen Poesie, wie sie nur Flur und Hain, nur eine deutsche Landschaft hervorbringen kann. Dazu kommen die vielen prächtigen Illustrationen, die den Genuß des Buches noch erhöhen, sodaß auch die Alten beim Lesen sich zurückversetzt fühlen in die Zeit, da sie selbst einmal die Welt aus den Augen des jugendlichen Frohsinns ansahen. Waidmannsheil! Verantwortlich für den redaktionellen Teil Wilh. Schade. Srösstes und billigstes Angebot In Herren-, Jünglings- und Knaben-Bekleidung. Sehr willkommene, passende Weihnachts-Geschenke. Knaben1000—6500 Paletots 1200— 4200 Pyjaks 1500—4800 Pelerinen=Mäntel 1800—57200 Capes 850—2800 Anzüge 850—6000 Blousen 250—2200 Hosen 350—3600 Loden=Joppen 900—6000 Kleidchen 1200—4500 Mützen 225—1600 Jünglings1400—2500 Paletots Ulsters Loden=Joppen Anzüge Hosen S## Allergrößte, von keiner Seite erreichte A Billigste, feste Preise! i 8 Streug reelle Bedienung! Herren. Paletots Havelocks Ulsters Peleriner=Mäntel Capes Anzüge Hosen Loden=Joppen Schlafröcke Morgen=Joppen Weiße, und Westen saroige Seidene Westen Jagd=Ausrüstungen Lederkleidung. 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Die sozialdemokratischen Agitatoren gefallen sich vor Volksversammlungen, in denen eine scharfe und sachkundige Kritik ihrer Ausführungen nicht zu erwarten steht, gern in der phantastischen Ausmalung von Zukunftsplänen, lassen sich aber auf Erörterungen darüber nicht ein, wenn eine ernsthafte Diskussionen über die Ausführbarkeit und Zweckmäßigkeit der Pläne gefordert wird. Auch Herr Bebel ist der vom Reichskanzler gestellten Frage nach dem sozialdemokratischen Zukunftsstaat unter Aufbietung des ganzen ihm zur Verfügung stehenden Wortreichtums ausgewichen. Er erklärte mit der durch die parlamentarische Ordnung gebotenen Verklausulierung den Fragesteller als reif für das Irrenhaus und verstieg sich zu der Behauptung:„Von uns sind alle Ausmalungen des Zukunftsstaats stets als Utopismus bezeichnet worden.“ Es läßt sich annehmen, daß nach dem Muster dieser Antwort auch die sozialdemokratischen Redner bei der Agitation im Lande verfahren werden. Demgegenüber erscheint es angezeigt, an der Hand der Schriften führender Sozialdemokratie festzustellen, daß tatsächlich die Partei an die Stelle der heutigen Staats= und Gesellschaftsordnung einen Zukunftsstaat setzen will, der auf sozialistisch=kommunalistischer Grundlage aufgebaut ist und bis ins kleinste hinein in Schriften maßgebender Führer geschildert wird. Reichskanzler Graf Bülow hat bereits in der ersten Rede auf einen in der Zeitschrift„Cosmopolis" veröffentlichten Aufsatz von Liebknecht hingewiesen, in dem mit der für sozialistische Agitatoren charakteristischen apodiktischen Gewißheit ausgeführt wurde:„Verschwinden werden die Kasernen, denn wir haben keine Soldaten mehr, und verschwinden werden die Zuchthäuser, denn die Gesellschaft wird sich ohne Verbrechen behelfen; verschwinden werden die Justizpaläste, denn an Prozessen wird Mangel sein; verschwinden werden, rein aus Schönheitsrücksichten, die entsetzlichen Bauungeheuer: Die Bastillen der Arbeit, die Fabriken, die Großstädte. Der Unterschied zwischen Stadt und Land, alles wird verschwinden.“ Aber weit eingehender als Liebknecht hat sich Herr Bebel selbst mit der Ausmalung des Zukunftstaates beschäftigt. In seinem Buch„Die Frau und der Sozialismus“ schildert Herr Bebel, wie anstelle des heutigen Staatswesens ein sozialistischer Zukunftsstaat aufgebaut werden wird, in dem natürlich alles wunderschön und vollkommen sein wird. Wörtlich schreibt er:„Mit dem Staat verschwindenauch seine Repräsentanten: Minister, Parlament, stehendes Heer, Polizei und Gendarmen, Gericht, Rechts= und Staatsanwälte, Gefängnisbeamte, die Steuer= und Zollverwaltung, mit einem Wort: Der ganze politische Apparat, Kasernen und sonstige Militärbauten, Justiz= und Verwaltungspaläste, Gefängnisse u. s. w. harren jetzt einer besseren Bestimmung. Abg. Bebel spottete im Reichstag über die Behauptung, in dem sozialistischen Zukunftsstaat müßten die Menschen alle Engel sein. Tatsächlich aber phantasiert er selbst in seiner Schrift davon, daß in der neuen Gesellschaft alle Verbrechenaufhören würden, daß Meineid, Urkundenfälschung, Betrug, Erbschleicherei, Bankerott, Brandstiftung unmöglich sein würden. Herr Bebel schildert das Leben im Zukunftsstaat in der ausführlichsten und selbstverständlich auch verlockendsten Weise, um zu dem Schluß zu kommen, daß die heutigen Staats= und Gesellschaftszustände durch und durch faul und verrottet sind und daß allein ein Staatswesen nach seinem Rezept die Menschen gut und glücklich machen könne. Im Reichstag aber verleugnet er den in seinem Hauptwerk so liebevoll geschilderten Zukunftsstaat und erklärt kaltblütig, daß alle Ausmalungen des Zukunftsstaates von der Sozialdemokratie stets als Utopismus bezeichnet wären. Ueber die Bebelsche Rede konnte als Motto das Wrangelsche Wort gesetzt werden:„Ick dementire mir.“ Wie die Sozialdemokratie vorzugehen gedenkt, um ihre zukunftsstaatlichen Pläne zu verwirklichen, ist in der auch vom Reichskanzler zitierten Schrift von Karl Kautsky„Am Tage nach der sozialdemokratischen Revolution“ ausführlich dargelegt worden. Bekanntlich ist Kautsky der puplizistische Hauptmatador der Sozialdemokratie, der auch auf dem Parteitag in Dresden die Grundsätze des Marxismus mit Bebel auf das schärfste verteidigt hat. Kautsky schildert in dieser Broschüre, wie das „Regreiche Proletariat“ nach einer Revolution seine Macht gebrauchen werde zur Ausführung des Programms der lushebung des Privateigentums, se der* tals und des Grundeigentums. Die Kleinbetriebe bis vielleicht auf Schorsteinfeger, Abdecker und Stiefelwichser würden von der Konfiskation nicht ausgenommen sein. Gegenüber solchen Feststellungen erscheint Bebels Behauptung, daß der Zukunftsstaat von sozialdemokratischer Seite stets als Utopismus bezeichnet worden sei, nur als das Eingeständnis, daß die sozialistische Projektenmacherei nichts als Humbug und blauer Dunst ist. ushebung des selbststandigen Betriebe, der Aufhebung aller Konfiskation des GeldkapiFur Herz und Gemüt. Die Schwermut ist sehr häufig die Folge des Leichtsinns. Verstand ist ein zweischneidig Schwert Aus hartem Stahl mit blankem Schliff. Charakter ist daran der Griff— Und ohne Griff ist's ohne Wert. * Mit Festen fängt die Verschwendung an, Mit Fasten hört sie auf. Kindeslächeln und Kindeskuß Sind ein heiliger Gottesgruß. Drum sorg' dafür, daß zu jeder Frist Du dieses hohen Segens würdig bift. * Der Glaube stark, die Liebe lind, Die Hoffnung Gott ergeben; Wo Glaube, Liebe, Hoffnung sind, Da ist das ew'ige Leben. Anser Einziger. Von Th. Schmidt. (3. Fortsetzung.) Er mochte das nicht glauben. Lotte Reuter hatte eine durchaus einfache, gesunde, bürgerliche Erziehung genossen, und an ihrer klugen, gebildeten Mutter besaß sie ein Vorbild schöner weiblicher Tugenden. Daneben würden auch wohl die verschiedenen harten Schicksalsschläge, von denen die Familie in den letzten Jahren betroffen worden war, den Sinn des jungen Mädchens sicherlich zu einem ernsten Erfassen des Lebens erzogen und es vor Eitelkeit und Putzsucht bewahrt haben. So dachte von Gleichen, der selbst in der Jugend durch eine harte Schule des Lebens gegangen war. Es blieb sonach nur die Annahme übrig, daß sie, ganz in Gedanken versunken, den Schmuck unbewußt in ihre Tasche gesteckt hatte und erst wieder an denselben erinnert worden war, als der Chef des Geschäfts mit seinem Gehülfen und dem Polizeikommissar in den Raum an der Kasse traten. Freilich stand dieser seiner Auffassung von dem Vorgange im Laden ihr auffälliges Verhalten beim Erblicken jener drei Männer, ihr Erschrecken und Fassungslosigkeit gegenüber. Beruhten die Aussagen der drei Personen auf Wahrheit, so würde es schwer halten, die Tat lediglich als ein Versehen, als eine große Gedankenlosigkeit der jbngen Dame hinzustellen und mit dieser Ansicht vor Gericht durchzudringen. Herr von Gleichen öffnete die Tür zu seinem kleinen Arbeitszimmer, in das er die Damen hatte eintreten lassen und bat die Frau Konsul zunächst allein zu sich in sein Dienstzimmer, das er hinter der Eintretenden schloß. „Frau Konsul, ist Ihnen bekannt, daß Ihr Herr Gemahl vor langen Jahren mit dem Juwelier Kauer verkehrt hat?“ fragte er, der unglücklichen Frau einen Stuhl hinsetzend. „Nein, davon ist mir nichts bekannt.“ „Hat der Herr Konsul nach seiner Rückkehr in die deutsche Heimat mit Kauer verkehrt oder seinen Namen gelegentlich einmal erwähnt?" „Nein, keines von beiden!“ „Dann muß sich zwischen den beiden Herren vor langen Jahren ein Vorfall ereignet haben, an den beide wohl nicht gerne erinnert sein mögen. Wie ich soeben von Kauer erfuhr, verkehrte er vor reichlich dreißig Jahren mit Ihrem Herrn Gemahl hier in Hannover sowohl geschäftlich wie freundschaftlich. Dieser Verkehr soll von Kauer — wie er vorgibt— plötzlich abgebrochen sein. Aus des Juweliers Antworten, die er mir auf meine Fragen nach der Art der Beziehungen zwischen ihm und dem Herrn Konsul gab, habe ich nun die Ueberzeugung geschöpft, daß Ihre Familie haßt und daß er diesen Vorfall in seinem Laden dazu benutzt, sich für— sagen wir ein ihm früher angetanes Unrecht— zu rächen. Herr Kauer will keine andere Auffassung von der häßlichen Geschichte gelten lassen als die eine: überlegten LadendiebEr beantragt eine strenge Bestrafung Ihrer Toch„O mein Gott!“ rief erschreckt die geängstigte Frau fassungslos.„Dann— dann wären wir ja vernichtet, unser Name mit Schimpf und Schande bedeckt!“ „Nun, so tragisch fasse ich die Sache noch nicht auf.“ beschwichtigte sie der Beamte.„Es kommt doch lediglich darauf an, wie der Staatsanwalt und die Richter über den Fall urteilen würden, wenn es wirklich— was ich nicht glaube— zur Erhebung der Anklage gegen Ihre Tochter kommen sollte. Schon die Erwähnung des„Staatsanwalts" und des„Richters" versetzte die Frau Konsul in eine hochgradige Erregung. Sie sprang von ihrem Sitz auf und ergriff des Beamten Hand. „Herr von Gleichen, ich bitte, ich beschwöre Sie, helfen Sie mir Unglücklichen, daß die schreckliche Geschichte nicht öffentlich bekannt wird, daß niemand davon erfährt. Schon das Bekanntwerden der Sache würde unsern Ruf, unser Ansehen vernichten; meinem kranken Manne würde es sicher den Tod bringen, mein Sohn würde seine Karriere aufgeben müssen und mein unglückseliges Kind wäre für alle Zeit mit dem Brandmal der Verbrecherin gezeichnet.“ Herr von Gleichen drückte der Erregten warm die Hand. „Frau Konsul, Sie sind, wie ich weiß, eine in den Stürmen des Lebens ergraute und gefestigte Frau; aus diesem Grunde schildere ich Ihnen die Dinge so wie sie sind und erwecke in Ihnen keine Erwartungen, die sich vielleicht nicht erfüllen werden. Was an mir liegt, werde ich meine Meinung über den höchst merkwürdigen Vorfall vor dem Chef nicht zurückhalten und ich hoffe, daß ich damit durchdringen werde, sodaß die böse Sache niedergeschlagen werden wird. Das bitte ich auch Ihrem Herrn Gemahl zu sagen. Und nun fassen Sie Mut; ich hoffe, es wird noch alles gut werden. Ich möchte jetzt mit Ihrer Fräulein Tochter ein kurzes Verhör anstellen, da das Vorschrift, mithin meine Pflicht ist.“ Herr von Gleichen geleitete die erregte Frau Konsul wieder zu ihrem Sitz und ließ danach die jung Missetäterin eintreten. Er mußte seine ganze Energie zusammenraffen und sein Plichtbewußtsein, das er gegenüber der befreundeten Familie, und vor allem der heimlich verehrten Tochter derselben, eine Weile unterdrückt hatte, wieder wachrufen, um Lotte als„Polizeioffizier“ gegenüber zu treten und sie einem„amtlichen Verhör" unterziehen zu können. Wie schwer ihm das fiel, wie tief schmerzlich er von dieser betrübenden Entdeckung betroffen wurde, das ahnte weder Mutter noch Tochter. Denn jetzt, da Lotte Reuter, auch wenn sie nicht vor Gericht gestellt und die Sache niedergeschlagen werden würde, für ihn verloren war— wie durfte er als höherer Polizeibeamter an eine Verbindung mit einer„Ladendiebin“ denken— erst jetzt fühlte er, wie tief sich Lottens Bild bereits in sein Herz eingeprägt hatte. Er bot der ins Zimmer Schwankenden einen Stuhl neben der Mutter an und setzte sich hinter seinen Arbeitstisch, auf dem er ein Buch, in das alle Vorkommnisse während seiner Dienststunden einzutragen waren, vor sich zurechtrückte und in das er zunächst einige Sätze eintrug. „Fräulein Reuter, ich habe über den Vorfall im Laden des Juwelier Kauer mit Ihnen eine Verhandlung aufzunehmen. Wollen Sie mir genau erzählen, wie es gekommen ist, daß man den Schmuck in Ihrer Manteltasche fand?" begann er in einem Tone, aus dem man deutlich seine innere Erregung herausfühlte. Das junge Mädchen zuckte bei seiner Anrede erschreckt zusammen. Ihr liebliches Antlitz, das sie noch immer mit dem von vielem Weinen durchnäßte Taschentuche verdeckte, hatte er noch keinen Augenblick beobachten können. Darüber wunderte er sich indeß nicht weiter, eine tiefe Scham, vielleicht auch Schuldbewußtsein, ließ vor ihm ihr Gesichtchen verhüllen. Da Lotte nicht antwortete, vielmehr noch herzzerbrechender zu weinen anfing, als vorher, so erfaßte die Murter sie am Arm und schüttelte denselben. (Fortsetzung folgt.) Wetterbericht. 20. Dez.: Frostig, wolkig, teils heiter, Schnee. 21. Dez.: Meist trübe, Schneefälle, Frost. Bekanntmachung Der Kaufmann Otto Schulte in Rüdinghausen ist zum ersten Stellvertreter des Standesbeamten für den Standesamtsbezirk Rüdinghausen bestellt worden. Hörde, den 1. 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