0gg Fernsprech=Anschluß Nr. 62. Amt Schwerte. Alle Kreis= und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung" rechtsverbindliche Kraft. Abonnementspreis pro Quartal 1 Mark 65 Pfg., exel. 42 Pfg. Bestellgeld, wenn durch die Post bezogen. Erscheint an jedem Wochentage. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund. 36 Es war gewiß kein Wunder, daß die Unerquicklichkeiten des Bilseprozesses von den französischen ge## sten dazu ausgebeutet wurden, die Zustände im Heere d#s Gegners als„jenaer Genre“ auszumalen. Wenn selbs in Deutschland Stimmen laut werden, die diese geschichtliche Erinnerung auffrischen, wie konnte man es den französischen Revanchards verübeln, in dasselbe Horn Alarm zu blasen! Hatte doch soeben das Pariser Parlament gezeigt, daß für patriotische Revanchetöne immer noch der alte Resonanzboden vorhanden ist. Ihn zu verbessern aber ist nichts so geeignet wie gerade der von Leutnant Bilse eingeschlagene Weg. Die Zustände Feindesheere als verdorben zu schildern, das schu### den Herren, die noch alljährlich die Statue der Straßburg auf dem Place de la concorde schmücken. In diesem Sinne horchte ganz Frankreich auf, als Leutnant Bilse vor den Metzer Tribunal stand; deshalb brachten die französischen Blätter ganz ausführliche Berichte über den sensationellen Prozeß. Wir haben neulich schon der Auffassung eines Schweizer Blattes Gehör gegeben, das die englische Presse warnte, aus den Prozeßberichten falsche Schlüsse zu ziehen. Jetzt warnt auch ein kompetentes französisches Blatt davor, aus der Freude über die unerquicklichen Verhältnisse in manchen deutschen Grenzgarnisonen Hoffnungen auf eine nahe bessere Zukunft zu ziehen.„La France militaire“ schreibt: Uebertreiben wir nicht die Beweiskraft von Romanen, wie der des Bilse ist! Doch darf man sich nicht verhehlen, daß sie ein Anzeichen unleugbarer Mißständ sind, zumal wenn man den Mangel an Fahnenjunkern bei einzelnen Waffengattungen bedenkt, die Unsicherheit der Laufbahn, die durch die vorzeitigen Abschiede verursacht wird, und den wachsenden Geldbedarf in einem Lande, das tagtäglich mehr nach materiellem Genusse drängt. Achten wir also nach wie vor das deutsche Heer und sein Offizierkorps, deren sittlicher und militärischer Wert im ganzen unbestreitbar ist; aber hüten wir uns vor ihrer Ueberschatzung! Wir brauchen den Vergleich mit ihnen weder auf kriegerischem Gebiete zu scheuen, noch auf dem der Sitten und des privaten wie gesellschaftlichen Lebens.“ Es ist gerade in letzter Zeit verschiedentlich berichtet worden, daß die Schäden des Offizierkorps und der Unteroffiziere, die bei uns aufgedeckt wurden, auch in Frankreich bestehen. Wir haben uns dadurch allerdings nie veranlaßt gesehen, den Wert des gegnerischen Heeres zu bezweifeln.— Erst jüngst wurde wieder erzählt, daß die auch bei uns beklagten Soldatenmißhandlungen die so auffällig verschiedene militärische Für Herz und Gemüt. Wacht auf, ihr trägen Menschenherzen, Die ihr im Winterschlafe säumt, In dumpfen Lüften, dumpfen Schmerzen Gebannt ein welkes Dasein träumt. Die Kraft des Herrn weht durch die Lande Wie Jugendhauch! O laßt sie ein! Zerreißt wie Simson eure Bande, Und wie der Adler sollt ihr sein! tion gegen Offiziere und Unteroffiziere einerseits und Mannschaften anderseits in Frankreich zu einer sonderbaren Verhetzung Veranlassung gab. Von den anerkanntesten Künstlern waren Ansichtspostkarten entworfen worden, die in geschickt demagogischer Weise die Soldatenmißhandlungen, die radikal scharfe Bestrafung von Disziplinverbrechen und die milde Behandlung bei Vergehen der Vorgesetzten satyrisch behandelten. Die französischen Künstler hatten das sonst so geliebte Heer in der Leutnant Bilse=Stimmung dargestellt und trotz des Patriotismus des Volkes war der tadelnde Angriff nicht übel vermerkt worden. Hier kann man in der Tat sagen, tout comme chez nous; die Auswüchse, die Schäden, die Disziplinvergehen, der Luxus, die Soldatenmißhandlungen, alles sind beklagenswerte und in beiden Heeren vorkommende Zustände einer nicht fehlerfreien Entwicklung. Aber weder hier noch dort kann man sagen, wie es bei uns die umstürzlerische Presse über das eigene Heer und in Frankreich die nationalistische Presse über das fremde Heer tut, daß grundsätzlich die Fäulnis die militärische Stärke zerfressen habe. Politische Uebersicht. Deutschland Vom Kaiserhofe. Unser Kaiser macht fast täglich seinen Spaziergang im Park von Sanssouci, nur selten hält ihn die Ungunst des Wetters im Zimmer zurück. Auch nimmt der Monarch die üblichen Vorträge entgegen, so am Mittwoch die des Chefs des Zivilkabinetts und des Finanzministers.— Für den Neubau der„Heimat“ des Kieler Ortsvereins der Freundinnen junger Mädchen bewilligte der Kaiser 2500 Mk. — Des Guten zu viel. Das neue Präsidialgebäude des Reichstages ist so glänzend und prachtvoll hergerichtet und ausgestattet, daß die„Deutsche Tagesztg. meint, es sei doch wohl des Guten zu viel geschehen. In einem so prächtigen Hause kann nur ein Präsident wohnen und repräsentieren, der über reiche eigene Mittel verfügt. Ein dem Mittelstande, auch dem höheren Mittelstande angehörender Abgeordneter wird Bedenken tragen müssen, die Würde eines Reichstagspräsidenten anzunehmen, wenn er ein derartiges Gebäude beziehen und bewohnen soll. 9„ — In Hessen hat man einen Ausweg gefunden, um schon vor der ersehnten Reichsfinanzreform die Landesfinanzen vor Erschütterungen durch die Ansprüche des Reichs an die Staatskasse zu bewahren. Wie der„Berl. Darmstadt gemeldet wird, ist der zweiten KamS essisch=preußischen Eisenbahngemeinschafts=Verwaltung und der hessisch=thüringischen Staatslotterie ist ein Ausgleichsfonds zu dem Zwecke zu bilden, den Staatshaushalt von den Schwankungen der Ueberschüsse bei der Eisenbahn= und Lotterieverwaltung, sowie der Leistungen an das Reich möglichst unabhangig zu machen. Sitzung des Landwirtschaftl. Kreisvereins. Hörde, 2. Dezbr. 1903. Die heutige Generalversammlung tagte im Hotel zum preußischen Könige“ und wurde pünktlich zur angesetzten Zeit von dem Vorsitzenden, Herrn Landrat v. Starck, eröffnet, welcher dem Direktor Dr. Müller von der landwirtschaftlichen Winterschule das Wort erteilte zu einem Referate über die von ihm angestellten Düngungsversuche mit Dolomit. Diese Düngungsversuche, die vom Ortsverein Schwerte ausgehen und über die wir seinerzeit ausführlich berichtet haben, haben sehr lehrreiche Erfolge und Resultate gezeitigt, über die Herr Dr. Müller in längerem Vortrage referiert. Ueberall sind die Versuche vorzüglich gelungen, nur mit den beiden Versuchsobjekten nasse und trockene Wiesen habe man durch widrige Umstände Fiasko gemacht. Eine Reihe von Zahlenangaben dienen als Beleg für die Resultate, die zuweilen recht erstaunliche Unterschiede zwischen gedüngtem und ungedüngtem Lande ergeben. Z. B. mit mäßiger Dolomitdüngung 120,5 Pfd., ohne 108 Pfd., in Ostberge Hafer mit Düngung 140 Pfd., ohne 115 Pfd. Ganz bedeutend ist der Unterschied bei Kartoffeln, die mit mäßiger Dolomitdüngung 213 Pfd., ohne 128 Pfd. ergaben. Das Verhältnis bei Runkelrüben stellt sich auf einer Stelle auf 1087 zu 375, also ein ganz gewaltiger Unterschied, auf einer anderen Stelle auf 1101 zu 783. Es zeigte sich im allgemeinen, daß eine schwächere Dolomitdüngung besseren Erfolg hatte, als Volldüngung. Herr Dr. Müller spricht am Schlusse seiner hochinteressanten Ausführungen den Wunsch aus, daß die betr. Herren sich im nächsten und im folgenden Jahre noch zu einigen Nachversuchen bereit finden lassen mögen. Sodann referiert Herr Landrat v. Starck über die Geflügelausstellung des Vereins am„Freischütz" und kommt im Laufe seiner Ausführungen zu dem Schluß, daß die Ausstellung gezeigt habe, daß wenig brauchbares Nutzgeflügel im Kreise sei. Die schönen Preise seien größtenteils nach auswärts gewandert. Auch die mit der Ausstellung verknüpfte Absicht, die Landwirte sollten zum Kauf von rassereinem Geflügel veranlaßt werden, sei nicht ganz erfüllt worden. So sei ihm, um brauchbares, reinrassiges Nutzgeflügel in den Kreis zu bringen, nichts weiter übrig geblieben, als sich mit Herren, die sich für die Wer trocken Brot mit Lust genießt, Dem wird es wohl bekommen, Wer Sorgen hat und Braten ißt, Dem wird das Mahl nicht frommen. Goethe. Willst du fremde Fehler zählen, Heb' an deinen an zu zählen: Ist mir recht, dir wird die Weile Zu den fremden Fehlern fehlen. Logan. Ob du dich selbst erkennst? Du tust es sicher, sobald du mehr Gebrechen an dir, als an den Andern entdeckst. Hebbe Der Bleikeller in Bremen. Der Himmel machte sein griesgrämigstes Gesicht, als ich in der alten Hansastadt Bremen den Schnellzug verließ. Feiner Regen rieselte hernieder und bildete auf dem weiten freien Platze vor dem Bahnhofe große Lachen Jupiter Pluvius hatte jedoch ein Einsehen: das Wetter klärte sich nach und nach auf und gegen zwei Uhr lacht die liebe Sonne vom wolkenlosen Himmel herab Bremen macht einen wohlhabenden Eindruck. Schon die vielen künstlerisch hervorragenden Monumente, die zum großen Teil Geschenke reicher Bürger sind, bestätigen dieses. Weshalb aber die Bremer sich für diese herrlichen Kunstwerke als Standorte gerade die unschönsten und engsten Plätze resp. Winkel aussuchten, wird zweifellos jedem Fremden ein Rätsel sein. So z. B. das Kaiser Wilhelm=Denkmal. Viel zu groß und zu wuchtig für den kleinen Raum, auf niedrigem Sockel ruhend, wird es schon manches Kopfschütteln hervorgerufen haben. Mag der Standort in historischer Beziehung ein sehr geeigneter sein, in ästhetischer ist er aber entschieden zu verwerfen und auf diesen hätte man in erster Linie unbedingt Rücksicht nehmen müssen. Wie imposant würde das Denkmal gewirkt haben, wenn man es auf hohem Postamente auf dem großen Bahnhofsplatze, auf dem jetzt eine einzelne Laterne ihr einsames Dasein fristet, aufgestellt oder ihm in den lieblichen Wallanlagen einen würdigen Platz angeDoch nicht um die Denkmäler zu besichtigten war ich heute nach Bremen gekommen, sondern um dem im Dome befindlichen Bleikeller einen Besuch abzustatten.„Jener berühmten Begräbnisstätte, welche die geheimnie Eigenschaft besitzt, die Leichname nicht verwesen zu Eine weihevolle Stimmung umfing uns, als wir das Innere des Domes betraten. Gedämpf fällt das Licht durch bemalte Fenster und verbreitet eine dämmrige Helle. Lautlos feierlichste Stille erfüllt den mächtigen Raum und dumpf hallen unsere Schritte auf den Steinsliesen wieder. MI.1e.—5 Wir schreiten an dem Chore vorvei zum„Llelteuer“ Leise klirrend schlagen die Schlüssel aneinander, mit denen die Küsterfrau jetzt das Schloß öffnet; kreischend dreht sich die Tür in ihren Angeln. Vor uns liegt die Gruft. Wir schreiten die wenigen, von hohem Alter zeugenden, zersprungenen und ausgetretenen Steinstufen hinab. Eine dicke Luft schlägt uns entgegen und erschauernd bleiben wir stehen.„ Im Reiche der Toten kann man es nennen, denn Sarg reiht sich an Sarg, die weit geöffnet, uns ihre stillen Bewohner zeigen.„,. I..an3rien Gefühls Niemand wird sich wohl eines eigenärtigen Gefühls erwehren können, der vor diesen Toten steht, denen dereinst das Blut auch warm durch die Adern rann und die vor Jahrhunderten fröhlich gelacht und gescherzt— oder auch kummervolle Nächte in Tränen verbracht haben und die uns jetzt mit ihren eingetrockneten Gesichtern anstarren und uns ein ernstes memento mori zurufen. Aus meinem Sinnen wurde ich plötzlich durch die Stimme der Küsterfrau aufgeschreckt, die mir im leierhaften Jahrmarktstone die hier Ruhenden nannte. Die Reihe der Toten eröffnet ein englischer Major. Seit 166 Jahren ruht er in dieser Gruft, neben ihm ein Student, der vor 180 Jahren im Duell fiel. Deutlich sind am Hals und dem linken Arm in der lederartig eingetrockneten Haut die Wunden zu erkennen. Es folgt dann eine schwedische Gräfin und nach dieser ein schwedischer General mit seinem Adjutanten. Beide fielen in der Schlacht. Während der General einen Säbelhieb am Halse aufweist, trägt sein Adjutant die Todeswunde in Die letzte Leiche, die man in den Bleikeller brachte, ist ein alter Kirchendiener des Domes, der vor 90 Jahren starb und auf seinen Wunsch hier beigesetzt wurde. In der Mitte der Gruft erhebt sich der mächtige Steinsarkophag des schwedischen Reichskanzlers von Engelbrechten. Der Sarkophag darf vorläufig nicht geöffnet werden, da noch Verwandte des Verstorbenen leben. Es wird auch sehr fraglich sein, ob sich diese Leiche erhal Sache interessieren, in Verbindung zu setzen und selbst das Nötige zu veranlassen. Er habe nun für den Verein Hühnerstämme gekauft, die für 2,50 Mk. pro Henne an die Mitglieder abgegeben seien, 2 Mk. für jedes Huhn habe der Verein beigelegt. Es seien rebhuhnfarbige Italiener und weiße Wyandottes bezogen worden. Weiter habe der Kreisverein über den ganzen Kreis Zuchtstationen verteilt, im ganzen 5, hierzu habe die Landwirtschaftskammer 100 Mk. zugeschossen. Ganz besonderen Dank spricht der Herr Landrat dem Herrn Lehrer Siethoff=Lichtendorf für seine tatkräftige Mithilfe bei der Förderung der Geflügelzucht im Kreise Hörde aus, und er betont weiter, daß so erstklassiges, reinrassiges Material, wie es die Zuchtstationen des Kreises Horde besaßen, wohl Es wird uns jedenfalls diesmal vom Städtischen Gesangverein und seinem Dirigenten, der so eifrig für die Veredelung unseres Musiklebens strebt, etwas ganz Außerordentliches geboten werden. Wir kommen noch näher auf das Konzert zurück. 6.gg mie **(Ein Einbruchsdiebstaht) wurde in der Nacht zum Mittwoch hierselbst bei dem Wirt Herrn Franke an der Chaussee nach Westhofen verübt. Dem Diebe fiel mannigfache Beute in die Hände. Gestohlen wurden ein Ueberzieher mit seidenartigem Futter,(am Aufhängsel befindet sich der Name„Schlesinger=Hagen") drei Kisten Zigarren, ein schwarzer Hut mit dem Namen„Bernhard Stern=Schwerte“, ein Stück Speck, eine Haarschneideei eecice##### S#rdg hosäßen, wohlschere und bares Geld. Die polizeilichen Recherchen nach dem oder den Dieben, sinz einggleitet, alen nicht wieder zu findern,lei., gibt Herr v. Starck einen der Verträge verannt, die mit den Stationshaltern abgeschlossen wurden. Die Einrich= tung der gesamten Zuchtstationen hat 509,45 Mark gekostet. Der Herr Landrat schlägt nun vor, hierzu 400 M. aus dem 4400 Mark betragenden Vereinsvermögen zu entnehmen und den Rest in den laufenden Etgt einzustellen. Auf zwei Stationen befinden sich auch Brurmaschinen. Der Herr Vorsitzende sucht für seine getroffenen Maßnahmen die nachträgliche Zustimmung nach und schlägt weiter vor, daß ein Ausschuß gebildet werde, welcher lediglich mit der Kontrolle der bisher getroffenen und mit den weiter zu treffenden Maßnahmen zur Hebung der Geflügelzucht im Kreise sich zu beschäftigen habe. Die nachträgliche Genehmigung wird erteilt und aus der Versammlung heraus dem Herrn Landrat der Dank ausgesprochen für seine Umsicht, Mühewaltung und das ungemein rege Interesse, das er der Sache entgegenbringt. Beschlossen wurde dann nach mehrfachen technischen Erörterungen, noch drei Stationen zu errichten, und zwar eine in Holzen, Sölde und Kirchhörde. In den genannten Ausschuß wurden die Herren Siethoff, Falkenroth, Heinrichs, Fritz Hohenschwert, Fr. Wortmann, Graf v. Haslingen, Jöster und Dr. Muller gewählt. Vorsitzender ist Herr Landrat v. Starck. Der Herr Landrat empfiehlt sodann noch das Halten einer Geflügelzeitung, die manche Anregung bringe. Dem Knecht Siebert, der 34 Jahre lang treu seinem Herrn, Fritz Westermann in Barop gedient hat und jetzt 75 Jahre alt ist, wird vom Verein die hierfür ausgesetzte Prämie von 50 Mark bewilligt... 61. Ptesa Einige weitere Sachen wurden für die Tagesoronung der nächsten Sitzung zurückgestellt. Zum Schluß der Sitzung beschreibt Herr Lehrer Siethoff den ihm neu angelegten Hühnerstall und Herr Schreinermeister Müller=Schwerte, selbst ein bekannter Züchter, führt den Anwesenden einen sehr praktischen automatischen Stallöffnungsautomat vor. Dann schließt der Herr Vorsitzende die Versammlung mit dem Wunsche:„Ein fröhliches Weihnachtsfest, frohes Neujahr und auf Wiedersehen im Januar!“ Schwerte, 3. Dezember 1903. *(Ein großes musikalisches Ereignis) wird uns Samstag, der 12. d. Mts., bringen Der unter Leitung des Musikdirektors Herrn Haselhoff stehende Städtische Gesangverein veranstaltet an dem genannten Tage ei großes Konzert unter Mitwirkung des Dortmunder Konservatoriums und eines unserer bedeutendsten deutscher Streichquartette. Das Dortmunder mit seinem glänzenden Rufe ist dem musikliebenden Publikum bekannt; wir wollen deshalb heute nur noch mitteilen, daß das erwähnte Streichquartett dasjenige ist, welches unter der persönlichen Leitung zpelir Veingartners, dessen Kompositionen vorgetragen hat uno welches am 9. und 11. ds. Mts. in Köln und Düsseldorf **(Ballonfayrt.) Am Donnerstag, den 3. Dezember 1903 erfolgt in den Morgenstunden eine internationale, wissenschaftliche Ballonfahrt. Es steigen Drachen, bemannte und unbemannte Ballons auf in: Scotland, Crinen, Trappes, Itteville, Chalais=Meudon, Gouadalajara, Rom, Zürich, Straßburg, Friedrichshafen, Barmen, Hamburg, Berlin, Wien, Petersburg, Kasan, Blue Hill, U. S. A. usw. Der Finder eines jeden unbemannten Ballons erhält eine Belohnung, wenn er der jedem Ballon beigegebenen Instruktion gemäß den Ballon und die Instrumente sorgfältig birgt und an: die angegebene Adresse sofort telegraphisch Nachricht sendet. Auf eine vorsichtige Behandlung der Instrumente wird besonders aufmerksam gemacht.. 91 aum n. 82 (Eine Zauber=Soiree) bietet Herr Prof. Heufer am Freitag im Gasthof des Herrn Hufnagel, Wilhelmstraße. Es ist von Interesse, einen Blick in die Zeugnisse zu werfen, welche dem Künstler auf seinen Reisen in England, Belgien, Holland, Rumänien, Türkei, Syrien und sogar in Egypten und Palästina über die Leistungen seines Faches ausgestellt worden sind. Es ist ein interessantes Album bunten Sprachengemisches, welches uns Herr Heufel vorlegte. Ueberall wird dem Künstler vollstes Lob gezollt, sodaß auch wir den Besuchern seiner Vorstellungen einen genußreichen Abend voraussagen können. Von den zahlreichen, im Besitz des Herrn Heufel befindlichen Zeugnissen lassen wir nachstehend dasjenige des Fürsten W. zu Putbus auf Schloß Putbus vom 28. Juli 1903 folgen:„Herr Professor Heufel hat eine Vorstellung im hiesigen Schloß gegeben, welche zu meiner vollsten Zufriedenheit verlaufen ist. Herr Heufel imponiert lediglich durch seine Experimente, von denen er die überraschendsten ohne Apparate und durchweg ohne jede Hilfe ausführt. Professor Heubel hat mich und meine Gäste auf das Beste unterhalten, sodaß ich ihn nur auf das Wärmste empfehlen kann.“ und kräftig gedruckt oder geschrieben sein. Die Paketaufschrift muß sämtliche Angaben der Begleitadresse enthalten, zutreffendenfalls also den Frankovermerk, den Nachnahmebetrag nebst Namen und Wohnung des Absenders, den Vermerk der Eilbestellungen usw., damit im Falle des Verlustes der Postpaketadresse das Paket doch dem Empfänger ausgehändigt werden kann. Auf Paketen nach größeren Orten ist die Wohnung des Empfängers, auf Paketen nach Berlin auch der Buchstabe des Postbezirkes(C., W., SO. usw.) anzugeben. Zur Beschleunigung des Betriebs trägt es wesentlich bei, wenn die Pakete frankiert aufgeliefert werden. Die Vereinigung mehrerer Pakete zu einer Begleitadresse ist für die Zeit vom 10. bis 25. Dezember im inneren deutschen Verkehr(Reichspostgebiet, Bayern und Würtemberg) nicht gestattet. Auch für den Auslandsverkehr empfiehlt es sich im Interesse des Publikums, während dieser Zeit zu jedem Paket besondere Begleitpapiere auszufertigen. Aus Westfalen und Rheinland. * Hagen, 2. Dez. Spiele nicht mit Schießgewehr! Mehrere Schüler im Alter von 13 Jahren hatten sich zwei kleine Terzerole gekauft und übten sich am 13. September d. J. am Goldberge im Schießen. Plötzlich drang dem Schüler Steinbach, der auf der Erde saß, ein Geschoß durch das untere Augenlid des rechten Auges in den Kopf und löste den Augapfel. Die Sehkraft ist dadurch auf diesem Auge eingebüßt und die Kugel sitzt noch in der Augenhöhle. Der verhänguisvolle Schuß ist von dem Schüler Anton Appl abgegeben und stand derselbe am Samstag wegen fahrlässiger Körperverletzung vor der Hagener Strafkammer. Er will nicht gewußt haben, daß die Waffe geladen war, es wird ihm jedoch nachgewiesen, daß er schon vorher mal die Waffe aus Scherz auf einen 17jährigen jungen Mann gerichtet der aber den Scherz falsch auffaßte und ihm dafür eine Ohrfeige applizierte. Das Gericht erachtet den jungen Schützen der fahrlässigen Körperverletzung für überführt und bestraft ihn im Hinblick auf die schweren Folgen seiner Spielerei mit der Schußwaffe zu einer Gefängnisstrafe von 4 Wochen.— 91 * Soest, 2. Dez.(Eisenbaynungluc.) Auf dem hiesigen Bahnhofe wurden gestern nachmittag einem Rangierer G. in Ausübung seines schweren Berufs beide Beine abgefahren. Man brachte den schwer verletzten jungen Mann nach Anlegung eines Notverbands sofort ins Hospital. Ob aber der Aermste mit dem Leben davon kommen wird, dürfte in Anbetracht der äußerst vs Görde, 2. Dez. Nach kurzer Arbeitsdauer ist es gelungen, in unserer Stadt Hörde eine Guttempler=Loge des Weltordens I. O. G. T. zu stiften. Der Orden, welcher konfessionell und politisch neutral ist, bekämpft den Erbfeind unseres Volkes, welcher jahraus, jahrein unsägliches Elend über das Vaterland verbreitet, den König „Alkohol“. Die Stiftung der Loge erfolgt i „Zur Ludwigslust“, Berghofen. Es ist dies deshalb, v## sönlich nommen worden, weil es im Meittelpunkt des Kreises liegt nicht erfolgen konnte. und dadurch den Abstinenten der umliegenden Hörde, Aplerbeck, Berghofen, Benninghofen, Höchsten, diesem Zwecke hatten sie sich mit nagelzeuen Repolvern und Patronen und auch mit 100 Mr. Reisegeld aus des Vaters Geldbörse versehen. Die Polizei setzte die Ausreißer vorläufig fest und benachrichtigte die Herren Papas von dem Vorgefallenen. * S t e e l e, 2. D e z.( S e l b s t m o r d.) G e s t e r n Morgen sprang von der hiesigen Ruhrbrücke eine besserker, den Konig gekleidete Dame in die hochgehende Ruhr und verschwand st in dem Loral in den Fluten. Nähere Anhaltspunkte über die Peries deshalb ge= sönlichkeit fehlen noch, da die Bergung der Leiche noch des Kreises lieht nicht erfolgen konnte. Am Sonntag morgen wurde der ten hat da die konserwvierende Luft des Blektellers in denl iviug Priuniaghansen, 2. Dez. Amn. 30. dicht schließenden Sarg nicht eindringen kann. abends fand der Gendarm Boß aus Brunniugyausen der Die Namen der Verstorbenen weisen die Keirchenbu. Arbeiter Heinrich Reimuth von Dortmund hilflos im cher nicht auf, abgesehen von dem des Kanzlers von En= Chausseegraben liegen. Der Mann hatte Verletzungen gelbrechten, nur ihren Stand und ihre Todesursache er im Gesicht und am Kopfe, so daß er in das Krankenhaus sählen sie uns in dürren Worten...5 nach Hörde transportiert werden mußte.„### an, Die Leichen sind vollständig eingetrocknet. Haut und 4 Personen überfallen worden zu sein. Die TLäter sind se ealhgeae eside ereten und Aueug uben u. ee g,#is der Genschenslatehte Der Lalksnund neut das Gewöbe„Vletelerv, weiche vorgestern statfendz,gurde in der 1. Abeizug da in demselben die Bleiplatten, mit denen das Dach des Herr Dir. Theodor„euller wieder= und###e Domes gedeckt ist, gegossen worden sein sollen. Auf die= Landwirt H. Kellermann fur den verstorbenen Herrn sen, in dem Mauerwerk haften gebliebenen Blezertzeg Frohning gewählt. In der 2. Abteilung wurde Herr führte man lange Zeit die geheimnisvolle Eigenschaft v.- Brennereibesitzer H. Märtmann wiedergewählt. Die 3. Raumes zurück. Oft ist der Raum untersucht worden, Aoteilung wählte an Stelle des bisherigen Gemeinde. große Gelehrte zerbrachen sich den Kopf darüber, doch verordneten Herrn Obermeister Hochgreve mit 25 Stimnemand vernochte das Rätel Iu losen, Mant vermutetz, nent deiz. Bergmann Herrn W. Bohlmeier. Ersterer er* Stimmen. Postalisches. noch nichts eingebüßt, denn die von Zeit zu Zeit dort!„.(Die Reichs=Postverwaltung) richtet auch in die niedergelegten,rächrftadaneg trocnen ohne den geringsten sem Jahre an das Puplikum das Ersuchen, mit den ertg un„der Besiucher wird nach längerem Verweilen Weihnachtsversendungen bald zu begmnnen, damit die Auch seoder vesucher wird nach, langereiy Vertu.,(Paketnassen sich man i den leten Lagen vor vem geste in dieien Naum de egenartige Aust an uon, ventpurg, zu sehr zisgnmendrängen, wodurch de veunktichtet,. denn die Schleimhante der Nase werden trocken und beiu de, Veförderung leidet. Bei dem außerordentlichen uuAtmen durch den Mund macht sich ei rauhes Gefühl im jchwellen des Vertehrs ist es nicht tunlich, die gewohnbote botg generto, suand ich sinnend vor der Leiche lichen Beförderungsfristen einzuhalten Noch längere, Zeit stand, ich bucnen. u. ver ben, auf weitere Entfernungen, eine Gewähr für rechtzeitige des schwedichen Generals. An einer der Hände, die eniz Zustellung vor dem Weihnachtsfeste zu übernehmen, so machtvoll im Kampfe das Schwert geschwungeg uno wenn die Pakete erst am 22. Dezember oder noch später die jet friedlich gefaltet auf der Ferigländer hatte ihn eingeliefert werden. Die Pakete sind dauerhaft zu verSinger— ein rartätenlisterner Engländer bate ihn packen. Dümne Poppkasten, schwache Schachteln, Zigarabgebrochen und wirgenomme huldig mit den Schlüsseln., renkisten etc. sind nicht zu venutzen. Due Aufschrit der die Küterfrogküurte ungeong vun v., Hauern urd Pakcte muß deutlich, volstäzdg und haltbar gergestelt Ihr mochte mein Bezuch wohl schon. 3u lange vunu en u.g sein. Kann die Aufschrift nicht in deutlicher Wesse uaf so folgte ich denn ihrer zarten Aufforderung... das Paket selbst gesetzt werden, so empfichlt sich die VerPeosten uniung uich hne ae haesteueuich ud vswandung eies Blates weißen Pezier nesiez er 835. langen Zigen atmete ich die Frschz. uu. gübe, zen Fläche nach fest aufgeklebt werven muß, Der gtezchSchrig ang ich danm über den Blaz in den aubegg., Groche, zoschen Geaensänden in Leinwandper, rühmten Ratskeller und bei dem köstlichen, verlendenssenzunge die Feuchigtest, Feit, Blut ete, abseten, dar Veiue hatte ich bald vergesen, daß ich noch vor wengen Hie Auschriszt nicht guf die umhüllung gerlebt werden. Minuten weilte im Reiche der Toten. * Paderborn, 2. Dez. Der Kassenbote L. wurde wegen Betruges zu neun Monaten, Professor V. wegen Begünstigung zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Neuß, 2. Dez.(2 Kinder ertrunken.) Vorgestern nachmittag ereignete sich ein erschütternder Unfall auf der Erft. Angesichts ihrer Mutter fielen zwei kleine spielende Kinder von dem dort ankernden Schiffe ins Wasser und ertranken. * Mecheln, 2. Dez.(3 Personen ertrunken.) Das durch die Regengüsse verursachte Hoghpasser hat hier drei Menschenleben gefordert. Freitag Mergen 7 Uhr begab sich die Witwe Steyn in den Keller, um Kohlen zu holen. Da sie nicht wieder zum Vorschein kam, ging ihre Tochter hinab, aber auch sie blieb aus. Nunmehr stieg der jüngste Sohn in den Keller, um gleichfalls nicht wiederzukehren. Als endlich der älteste Sohn sich vorsichtig umsah, fand er den Keller voll Wasser. Ein unter dem Keller durchfließender, gewöhnlich kleiner, aber jetzt mächtig angeschwollener Nebenbach der Dyle hatte sein gewölbtes Bett gesprengt und Frau Steyn mit ihren beiden Kindern verschlungen. Die Leichen sind noch nicht geborgen. * Köln, 1. Dez.(Die richtige Antwort.) Zu welchen Anforderungen an die Mieter sich heute Hausbesitzer zu versteigen wagen, zeigt folgendes Exlebnish einer wohnungsuchenden Kölnerin, die dieser. zu einem Ehepaar kam, das im Zentrum der Altstadt ein bürgerliches Privathaus bewohnt. Nachdem die des Hauses der Kölnerin die Räume gezeigt und alles erläutert hatte, legte sie der Reflektantin u. a. noch folgende Wünsche ans Herz:„Und dang.grächte, se Leute, alls, wos von biesergeshsgerständsich geben Taschentüicher bürfen Eie nütr reine Haturbutter verwenden, da ich Schmalz oder andezih, F Oex rezise verziänzig. Nachdem man sich dann noch über den P##### verstat einiger Sehenswürdiorettezu.—, Taschen sei, kehrte, war er nicht wenig erstaunt, in den Taschen seines Ueberziehers zwei Portemonnais zu finden, von denen eins über zehn Rubel enthielt. Am nachsten Tage fuhr nach Hause zurückbeider Bohung achlene Salle.—„Motizusci. Siel ub Pfui! Wofur denn ein Stau:—„Ja, ich megnn... Essel, dä die Wohnung he mehden deit. Adjus Madam: * Koblenz, 2. Dez. Wahrhaft beklagenswerte Zustände haben in den letzten drei Jahren bei der 6. Batterie des Feld=Artillerie=Regiments Nr. 59 in Köln geherrscht. Nachdem die Rekruten während zweier Jahre von dem Unteroffizier Schott in rohester Weise mißhandelt worden waren, befahl er, nachdem er Futtermeister geworden, den ältesten Leuten geradezu, die Rekruten zu peinigen. Schott schlug die Rekruten auf der Stube fast täglich mit der Faust auf die Nase, bis sie blutete. Kniebeuge mit ausgestrecktem Schemel und gefülltem Wasserkrug wurde solange„geübt", bis die Leute umfielen. Beim Futterschneiden schlug der Unteroffizier die arbeitenden Leute mit der Peitsche, zum Essen ließ er ihnen keine Zeit. Dieser Unteroffizier hat ferner von Jahr zu Jahr die Mannschaften des älteren Jahrganges angehalten, die Rekruten beim Stalldienst zu mißhandeln, ja er führte hierbei die Aufsicht. Die Rekruten wurden 50mal die Stallgasse auf und ab gesagt, die Gasse war mit geghachtet, m Hagodtatren Herspeig auf vunt die,gegzt wurdei, schlu, lichen Peter.= währeno vie Leute so auf und ab gehce,.##.##.(Lit hatteme ung herrscht, angeblich infolge des Ergebnisses verschiedener Auskünfte, die über die wahre innere Lage Rußlands eingeholt worden sind. Das Ergebnis dieser Auskünfte ist die Feststellung einer öffentlichen Gährung, so daß der Winter nicht ohne traurige Ueberraschungen vergehen er in seiner Besichtigung der Stadt fort und sein Stau= dürfte. Die Zuverlässigkeit der Auskünfte läßt sich darnen wuchs, denn er befand sich wieder im Besitz mehre= aus schließen, daß verschiedene Gesandten in rer Geldbörsen. Als sich diese Geschichte auch am dritten dieselben zum Gegenstand offizieller Berichte an Tage wiederholte, wurde ihm die Sache so unheimlich, gierungen gemacht haben. daß er auf das Polizeibureau ging und dort Meldung IIA London, 3. Dez. Der„Times“ wird aus Tokio machte. Der Polizeivorsteher befragte den Herrn aufs telegraphiert, daß die Lage dringender denn je zuvor sei. genaueste nach dem Ursprung seiner Kleider und nach den Sämtliche Blätter aller Parteien, sogar die Geschäftsvon ihm besuchten Lokalitäten. Als er hörte, daß die Mütze, kreise seien einig in der Befürwortung einer entschlossenen die durch ihre in Petersburg ungewöhnliche Form auf=]Politik gegen Rußland, da dessen Schweigen nicht länfiel, in Petersburg selbst gekauft sei, ging dem Beamten ger ertragen werden könne. Der„Daily Mail“ wird ein Licht auf. Er schickte den Deutschen mit einem Detek= aus Tokio telegraphiert, daß Feldmarschall Yamagata tiv zu dem betreffenden Hutladen, und der Hutmacher aus Oiso zurückkehrte und mit dem Minister des Aeußeren erklärte, daß ihm vor einiger Zeit ein großes Stück eng= Baron Komura konferierte. Aus Yokohama wird gemellischen Tuches gebracht worden sei mit dem Auftrage, ge=ldet, daß ein Student der Medizin, der einen Dolch bei sich nau nach Vorschrift, 15 solcher Kappen anzufertigen, trug, in der Nähe von Marquis Itos Villa in Oiso verVon diesem Tuch sei ihm ein kleiner Rest geblieben, den haftet worden ist unter dem Verdachte, den Baron ermorer zur Anfertigung einer 16. Kappe benutzt habe. Was den zu wollen. Dies sei eine Folge der Agitation gegen es mit diesen Kappen für eine Bewandtnis habe, wisse die Regierung, um sie durch Gewalttaten zum Kriege er nicht. Die Polizei wußte es jedoch. Von Detektivs zu zwingen, mußte der Deutsche seine Besuche in öffentrsburger Lokalen fortsetzen und nach kurzer i0 die Teuute se a.),.i, Besenz“ en u Zeul hatte man mehr als ein Dutzend Taschendiebe abgegen die alteren Mannschaften wt. all kamn, Schaufetu, faßt, die ihren Raub dem Träger der Wundermutze zuTrensen, Obergurten auf sie, wer 3u, But, 1am, wur Zieie steckten. Man kam dahinter, daß es sich um eine große Füßen getreten. Weigerten sich die alten Leute 4. Wetterbericht. Dez.: Meist bedeckt, milder, feucht, windig. 5. Dez.: Bedeckt, milde, Niederschläge, windig. nisstrafen von 3 Tagen bis 1 Monat verurteilt worden. Der Anklagevertreter legte wegen der geringen Strafe Berufung ein, diese wurde jedoch verworfen. Das Oberkriegsgericht hat nicht verkannt, daß das Unwesen, das die Mannschaften des älteren Jahrganges mit ihren jüngeren Kameraden treiben von Jahr zu Jahr und besonders in den letzten Jahren zunehme und diesem Terroriseiner unfreiwilligen Reise nach Baltimore) bayerischen Reservat=Posistempel marke zu stempeln und den bayerischen Fiskus um 5 Pfg. zu bringen. Die staatsgefährliche Postmarke, eine Rarität ersten Ranges, ist in München am 27. November, vormittags zwischen 7 und 8 Uhr, aufgegeben worden. Das betreffende Postamt zu nennen, werden wir uns wohl hüten; denn fern liegt es uns, den Beamten, der sich gegen die geheiligte Majestät des bayerischen Postreservatrechts versündigt hat, der Wut der bayerischen Patrioten, dem Scheiterhaufen des Zentrums, preiszugeben. Wie sagt Busch?„Der Löwe brüllt, wenn er nicht schweigt.“ Dieses Mal hat der bayerische Löwe geschwiegen. Das nächste Mal wird er brüllen und suchen, wen er verschlinge. Die Markensammler, die Appetit auf eine unbe56½%c anstandete bayerische Postkarte mit deutscher Reichspostmarke und mit dem Stempel München haben, werden aber betrübt seufzen, wenn sie hören, daß das Unikum bereits im Besitz eines namhaften Philatelisten ist. Im übrigen begrüßen wir die bayerische Postkarte mit der deutschen Marke als das Morgenrot besserer künftiger Tage!"" so vie Der„Schwäb. Merk.“, der die Sache mit so viel Witz behandelt, soll nur nicht zu früh„begrußen".— Im übrigen hören wir, daß in der entsetzlichen Angelegenheit gegenwärtig eine strenge Untersuchung schwebt. O, möchte doch der arme Abstempeler diesmal, nur diesmal noch mit dem Leben davonkommen! befindet sich gegenwärtig ein Selotse der Lotsenstatiorgiz ist und bleibt ein Ratset, wie Bremen. Bei dem letzten schweren Sturme konnte der auf haamtar so weit vergessen konn der Ausreise nach Nordamerika begriffene Dampfer „Rhein“ den an Bord genommenen Lotsen vor der Weser nicht wieder abgeben. Da auch im Kanal ein Abkommen bei schwerem Wetter nicht möglich war, so blieb nichts weiter übrig, als den Lotsen mit nach Baltimore zu nehmen. Beim Passieren des Schnelldampfers„Kaiser Wilhelm II.“ wurde diesem der Sachverhalt auf hoher See signalisiert, worauf die Schiffsleitung nach der jetzt erfolgten Ankunft des Dampfers in Bremen die Angehörigen des Lotsen und den Lotsenkommandeur benach8656. R e *(Wirkung der Speisen auf die Leidenschaften.) Im Jahre 1812 suchte ein Arzt in einem dickleibigen Werke, den Beweis zu führen, daß die Leidenschaften nur eine Folge der genossenen Nahrungsmittel seien.„Nach seiner Ansicht sollen gebratene Lerchen die Heiterreit befördern und durch Pfauenfleisch Hochmut und Eigendünkel erweckt werden; Hasenfleisch soll einen unüberwindlichen Hang zum Trübsinn und zur Einsamkeit erzeugen, der Genuß von Kartoffeln und Linsen träge machen und den Flug der Phantasie hemmen; diese schwingt sich dagegen auf, wenn man gebratene Wachteln oder Rebhühner esse; Gänse= und Entenbraten endlich sollen den Menschen verdummen.(Es scheint, als sei der Verfasser des fraglichen Werkes ein großer Freund von Gänsebraten gewesen.) *(Der falsche Landrat.) Eine kleine Geschichte, die so recht zeigt, wie die Geistesgegenwart wieder einmal aus unangenehmer Situation half, passierte kürzlich in dem Dorfe K. des Kreises Marienburg. Dort waren auf der Dorfstraße erregte Gemüter aufeinander geplatzt, und das Messer und die Kugelstöcke spielten wieder einmal eine traurige Rolle. Eine kleine Schlacht war es, bei der ca. zehn Mann beteiligt waren. Doch als man sich„ausgetobt“ hatte, wurde die Landstraße unsicher gemacht, und die Passanten in ärgster Weise belästigt, ja sogar mißhandelt. Da kommt ein Fuhrwerk, ein geschlossener Wagen, des Weges daher. Das ist für die Bande ein willkommenes Angriffsobjekt. Sie hält das Fuhrwerk an. Mit drohend erhobenen Stöcken schreien die Wegelagerer, die Kutschtür aufreißend:„We hockt doa im Apekasten? Rut mit de Kirls!“ Kaltblütig erhebt sich der Besitzer und antwortet mit erhobener Stimme:„Ich bin der Landrat aus Elbing und dieser ist mein Sekretär. Die Sache wird für Sie ein unangenehmes Nachspiel haben.“ Aber im Augenblick waren die Kerle verduftet, und mit leichterem Herzen setzte der angebliche Landrat seine Fahrt unbehelligt fort. *(Ein Schmuggler) ist durch die Vermittlung des städtischen Leihhauses in Freiburg in Baden festgenommen worden. Vor einigen Tagen erschien dort ein junger Mann, um nahezu ein halbes Hundert goldene Damen=, eine Anzahl goldene Herrenuhren und Brillanten zu versetzen. Nach Festnahme des Versetzers, den man für einen Dieb hielt, ergab sich, daß der junge Mann die Uhren im Auftrag seines in Basel in der Schweiz wohnenden Brotherrn zu versetzen hatte. Da eine Verzollung nicht stattgefunden hatte, erfolgte die Festnahme wegen Zoll*(Eine Glücksmütze.) Der„Daily Mail“ wird aus Petersburg eine märchenhafte Geschichte berichtet, die je doch den Vorzug haben soll, wahr zu sein. Ein deutscher Organist, der von Orenburg zum Besuch von Verwandten gekommen war, kaufte sich in Petersburg eine englische Verantwortlich für den redaktionellen Teil Wilh. Schade. Lotterie. Wie aus dem Inseratenteile unseres Blattes ersichtlich ist, findet unwiderruflich schon vom 2. bis 9. Innuar 19•4 die Gewinnziehung der ersten großen Lotterie zu Gunsten der St. Rochuskirche in Düsseldorf statt. Das Reinerträgnis dieser Lotterie dient zur Freihaltung eines der schönsten Bauwerke der Rheinprovinz. Die Lotterie bietet bei nur 160000 Losen à 2 Mark 5379 Gewinne über 12 0 0 Mark, so daß schon durchschnittlich auf 1! Lose ein Gewinn entfällt. Wie wir erfahren, werden sämtigin koltaner Sana! liche bei der St. Rochus=Lotterie zur Verlosung gelangenden GoldEen setrener Gang: und Siülbergewinne mit 90 Prozent des Klanwertes vom Lieferanten Eine in München abgestempelte deutsche Reichspost= zurückgekauft. Mit nur 2 Mark Einsatz können bei der St. Rochuseke! Unter der Ueberschrift„Ein seltener Fang!" Lotterie daher hohe Geldbeträge gewonnen werden, indem die markel Unter der, Ueberschrift,„Ein seltener„pis. Hazpgeninne 80440, 1100, 500 Mak ie beragen. Im Rickberichtet der Stuttgarter„Schwab. Merkur“:„Aus.—, blick auf die großen Gewinnchancen, die hohen Hauptgewinne, den chen ist ein höchst gefahrlicher Gegenstand bei uns einge= niedrigen Lospreis von 2 Mark, den guten Zweck der Lotterie und nämlich nichts mehr und nichts weni= den Umstand, daß für genannte Gewinne sofort bares Geld ausgezahlt wird, sind sämtliche Vorzüge in der St Rochus=Lotterie vereinigt, und bietet diese Lotterie den besten Ersatz für Rote Kreuz=Lose. Die in der St. Rochus=Lotterie gebotenen Vorteile können von keiner anderen Lotterie, selbst beim Lospreise von 3 ine von ihrem Mark und darüber, nicht annähernd aufgewogen werden, weshalb Absender höchst splendider Weise mit einer Zehnpfennig= diese Louerie auch ohne Konkurren, dastehr. Duch die St. RochusPostkarte: M Fs zeigt nicht die bay=Lotterie ist jedermann Gelegenheit genug geboten, das neue Jahr marke versehene Postkarte; die Marke zeig. u#ht dir buh, glücklich zu beginnen, und können wir jedem unserer verehrl. Leser erischen Lowen, sondern, man höre und staune, den Kopf den sofortigen Ankauf von Losen empfehlen. der Germania und die Unterschrift Deutsches Reich. Es ensz sch ein bayerischer Poste Berannrmuchung. beamter so weit vergessen konnte, mit einem privilegierten Poststempel eine deutsche Reichspost=(Ei Eigener Depeschendienst Hd Berlin, 3. Dez. Wie aus Freiburg in Breisg. berichtet wird, entgleiste gestern morgen 7 Uhr 10 Min. bei Herboldsheim der aus Freiburg kommende Personenzug Nr. 7. Der Heizer wurde getötet, der Maschinist und 10 Passagiere erlitten meist leichtere Verletzungen. Der Personenverkehr wird durch Umsteigen aufrecht erhalten. Hd Petersburg, 3. Dez. Aus diplomatischen Kreisen zird mitgeteilt, daß in denselben eine gedrückte StimmEinkommensteuerveranlagung für das Steuerjahr 1904. Auf Grund des§ 24 des Einkommensteuergesetzes vom 24. Juni 1891(Gesetzsamml. S. 175) wird hiermit jeder bereits mit einem Einkommen von mehr als 3000 Mark veranlagte Steuerpflichtige im Kreise Hörde aufgefordert, mir die Steuererklärung über sein Jahreseinkommen nach dem vorgeschriebenen Formular in der Zeit vom 4. Januar bis einschließlich zum 20. Januar 1904 schriftlich oder zu Protokoll zu unter der Versicherung abgeben, daß die Angaben nach bestem Wissen und Gewissen gemacht sind. 661.81 Die oben bezeichneten Steuerpflichtigen sind zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet, auch wenn ihnen eine besondere Aufforderung oder ein Formular nicht zugegangen ist. Auf Verlangen werden die vorgeschriebenen Formulare, denen zugleich die maßgebenden Bestimmungen beigefügt sind, von heute ab auf meiner Amtsstube und denjenigen der Bürgermeister und Amtmänner des Kreises kostenlos verabfolgt. Die Einsendung schriftlicher Erklärungen durch die Post ist zulässig, geschieht aber auf Gefahr des Absenders und deshalb zweckmäßig mittelst Einschreibebriefes. Mündliche Erklärungen werden an den Wochentagen vormittags von 10 bis 12 Uhr in meiner Amtsstube(Kreishaus) zu Protokoll entgegen genommen. Die Versäumung der obigen Frist hat gemäß§ 30 Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes den Verlust der gesetzlichen Rechtsmittel gegen die Einschätzung für das steuerjahr zur Folge. Wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben oder wissentliche Verschweigung von Einkommen in der Steuererklärung sind im§ 67 des Einkommensteuergesetzes mit Strafe bedroht. Hörde, 1. Dezember 1903. Der Vorsitzende der Einkommensteuer=VeranlagungsKommission. I. V.: Luckhaus, Königlicher Regierungs=Affessor. 3. Dezbr. Fiale nachmittag 3. 4½ Uhr: des Predigers Dannert in der reformierten Kirche: Heute abend 8½ Uhr: ation(Prediger Dannert) in der großen evangel. Kirche. Thema: Keine Eresendldigang! Bekanntmachung. Im Anschluß an unsere kanntmachung vom 31. März und 28. Mai er. betr. die Ausführung des Gesetzes über die Schlachtvieh= und Fleischbeschau vom 3. Juni 1900 bringen wir hierdurch zur Kenntnis, daß als Fleisch= beschauer für den Beschaubezirk Schwerte außerhalb des Schlachthauses der Schneidermeistei Hellmann und in Behinderungsfällen der Schlachthausverwalter Tierarzt Neuhaus bestellt worden ist. Schwerte, den 30. Nov. 1908. Die Polizei=Verwaltung. Verdingung. Die Ausführung der Eisenkonstruktionen, Schmiedeund Eisenarbeiten nebst Mateziallieferung für die Herstellung des Empfangsgebäudes und Güterschuppens auf Bahnhof Schwerte soll öffentlich in einem Lose verdungen werden. Die Verdingsunterlagen nebst Zeichnungen und Berechnungen liegen im Zimmer 33 unseres Geschäftsgebäudes zur Einsichtnahme aus. Angebotshefte werden zum Preise von 0,50 Mark abgegeben, können auch gegen post= und bestellgeldfreie Einsendung des Betrages(in bar) von hier bezogen werden. Die Eröffnung der versiegelt einzureichenden und mit kennzeichnender Aufschrift zu versehenden Angebote findet am Mittwoch, den 16. Dezember, vormittags 10½ Uhr statt. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Hagen, im November 1903. Königl. Eisenbahn= tion 3. Warenhaus Gegründet 868. D Hochfeinen, auf den neuesten Apparaten hergestellten Kornbranktwrin, à Ltr. 1 Mk., in Fässern billiger. W. Potthoff, Kornbranntwein=Brennerei. Möbliertes Zimmer mit voller Pension von 2 jungen Leuten sofort zu mieten gesucht. Offerten unter O. P. 100 an die Geschäftsstelle d. Ztg. erbeten Makulaturpapier zu haben bei Carl Braus. 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Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund.“ Nr. 283. 2. Schwerte, Donnerstag den 3. Dezember 1903. 36. Jahrgang. Sinnspruche. Wer all sein Handeln auf den Tag gestellt, Verschwindet mit dem Tage aus der Welt. Wer auf die Ewigkeit sein Handeln lenkt und Dichten, Muß freilich auf des Tages Lob verzichten; Doch tut er's gern: sein Ruhm mißt nicht nach heut; Sein Heut', sein Tag ist halt die Ewigkeit. Das lüstige Kreebralt. Von S. Barinkay. (2. Fortsetzung.) „Die Mädchen werden brillante Partieen und der Sohn eine glänzende Karriere machen!" dachten die Eltern. Doch es kam anders. Die eine Tochter starb nach langem Leiden; das monatliche Gehalt hatte bisher nur mit Not gereicht, jetzt mußte Geld von freundlichen Be kannten ausgenommen werden, um die Beerdigungskosten zu zahlen. Nach einer Weile erkrankte die Mutter Mariens vor Gram und Sorgen und folgte bald ihrem Lie lingskinde hinüber in das Reich des Friedens. Nun ruhte die Last des Hauswesens auf Marie. Und es war unendlich schwer bei dem murrischen Gesichte des Vaters und mit den geringen Mitteln das Tägliche besorgen. Lust, Tanz und Kleiderpracht war vorbei, das herrliche Pianino, die höchste Freude Maries, längst in fremde Hände gekommen. Nicht lange währte die mühsam aufrecht erhaltene Existenz, da traf die Kunde ein, daß dem Bruder Maries eines unangenehmen Vorkommnisses wegen die bisher genossenen Stipendien entzogen wurden; der junge Mann fürchtete die Wut des Vaters, der seine letzte, ganze Hoffnung auf ihn gesetzt hatte, er wagte sich nicht nach Hause und floh ins AusWenige Tage nach dieser Nachricht fand die heimkehrende Marie den Vater von einer Kugel getötet auf dem Zimmerboden liegen. Nun war sie allein— auei in Not und Elend und— Schande. Was noch übrig geblieben war aus den Tagen des Glücks, wurde verkauft, und die einstigen Freunde der Familie nahmen kaltblütig das früher Geliehene aus den Händen der Waise zurück. Noch mehr: sie wandten sich verachtend und scheu von der Tochter des Selbstmörders hinweg, und Marie, die in den ersten Stunden ihres Verlassenseins hoffend an die Menschen gedacht, die in schönen Tagen schmeichelnd und freundlich mit ihr verkehrt, sah sich enttäuscht. Die jungen Männer die von ihrer Schönheit bezaubert, um ihre Liebe gefleht und sie mit Blumen und zarten Gaben überhäuft hatten, waren spurlos verschwunden. Freilich, was sollten sie mit dem Mädchen, daß außer seiner Schönheit nichts Wertvolles besaß und zudem einen entehrten Nur eine alte, bedürftige Frau, der Marie in besserer Zeit manchmal Gutes getan hatte, erbarmte sich des Mädchens und bot ihr eine kleine Kammer zum Aufent Da saß Marie nun und überließ sich ihrem namen losen Schmerz. Sie wagte sich kaum aus dem Hause vor Scham und Schandegefühl, denn es war ihr geschehen, daß Menschen, die einst zu ihren besten Freunden gezählt hatten, nun an ihr vorübergingen ohne Gruß, ohne Wort,den Blick absichtlich starr ins Blaue gerichtet. Sie hätte aufschreien mögen in solchen Momenten vor Qual und Weh. So mied sie die Straße, mied die Menschen, die ihr Herz nur dem Glanze, der Ehre und dem Golde erschließen und an dem Elend mit hartem Urteil auf den Lippen kalt vorübergehen. Aber die Sorge um das Leben trieb Marie vennoch fort. Sie hoffte ihre Kenntnisse auszunützen und so redlich existieren zu können. Sie besaß eine ziemliche Fertigkeit im Klavierspielen, und so bot sie denn ihre Dienste an. Aber wohin sie kam, ward ihr abschlägiger Bescheid. Man beschaute das blasse, schmerzentstellte Gesicht und die dürftige Kleidung des jungen Mädchens einen Augenblick und veneinte. Zudem verschloß Marie Schmerz und Scham die Lippen, sie konnte nicht sprechen, nicht In den Vorzimmern traf sie oft Damen in den elegantesten Toiletten, Damen, die sie früher auf den ersten Plätzen des Theaters, auf den Bällen in den kostbarsten Gewändern gesehen hatte. Sie waren um dieselbe Stelle gekommen, wie sie. Die kleinen Einnahmen, von denen Marie hoffte leben zu können, sollten ihnen den Luxus ermöglichen, den ihre ungezügelte Eitelkeit begehrte; und diese wurden bevorzugt. Die Familien, die in Ueberfluß und sorglos lebten, sahen es viel lieber, wenn eine elegante Dame im Hause aus= und einging; solch ein schmächtig und armselig gekleidetes Mädchen hätte ja glauben lassen können, man sei nicht wohlhabend. Wieder in andern Häusern traf Marie dieselben schlanken, dürftigen Wesen, wie sie selbst es war, alternde Mädchen, die jahrelang die Musikschule besucht, all ihr Vermögen hingegeben hatten, um Ruhm und Ehre zu erreichen, von denen ihre Seele träumte. Vergebens! Ein Tag des schrecklichen Erwachens kam für sie, die hochfliegenden Pläne zerstoben, das Leben trat an sie heran mit seiner unerbittlichen Strenge. Und auch diese wurden bevorzugt, um der Schule willen, die sie genossen hatten. Marie wankte zurück in ihre Kammer, das Herz voll Verzweiflung, voll Hoffnungslosigkeit. Nun kam das letzte Hilfsmittel. Als sie am kommenden Morgen das Blatt durchlas, das ihr die Frau, die sie mitleidig aufgenommen hatte, brachte, fand sie die kurze Notiz:„Hundert Stickerinnen werden gesucht. Hundert! Marie jubelte. Ach, da würde man sie doch wohl auch nehmen. am Sie ging hin mit neuer Hoffnung, neuem Mut. Dort sah sie dieselben eleganten Damen, die den kleinen Verdienst suchten, um flotter und bequemer leben zu können. Doch auch Marie erhielt Arbeit. Einen ganzen Stoß kleiner Decken mit Vorzeichnung u. Matekial hierzu gab ihr die unreinliche Frau, die sie empfing, auf den Arm und nannte ihr den Lohn, den sie für jedes einzelne Stück bekommen sollte. Das war nicht wenig! Marie jubelte aufs neue. Sie rechnete auf dem Heimwege die kleinen Beträge zusammen und atmete erleichtert auf. Davon ließ sich notdürftig leben, und sie brauchte der guten barmherzigen Frau nicht länger zur Last bleiben. Und wie wollte sie arbeiten, Stunde für Stunde, kein Auge heben, kein Wort sprechen, immer arbeiten unermüdlich fort und fort, um aus dieser traurigen, schmachvollen Lage zu kommen! Vielleicht würde es sein, daß die einstigen Freunde und Bekannten sie wieder eines Grußes oder Wortes würdigten, wenn sie sahen, wie ernstlich und mühevoll sie strebte, ehrlich durchs Leben zu Aber wie staunte Marie, wie sank ihr Mut, ihr Hoffen, als sie sah, wie lange es währte, bis so ein zierlicher Buchstabe, oder eine Arabeske vollendet war. Freilich damals, als sie arbeitend zwischen Freundinnen in geschmückten Zimmern oder auf einer Bank des Linengartens saß bei lebhaften Gesprächen und fröhlichen tungern war es einerlei gewesen, wieviel ihre Finger ollbrachten, aber jetzt, wo es galt davon zu leben.. (Fortsetzung folgt. Blitze getroffen.) Bei den her niedergegangenen „ verlett wurden a. owühte gig., wohe Gewitter schlug der Blitz in eine Windmiüt, Maun erig drei Personen berieht wurben. Ein junger Mann ern eine Lähmung der linken Körperhälfte, auch ist das Gesicht erheblich verbrannt. Aus Westfalen und Rheinland. * Langendreer, 2. Dez.(Kündigung aus ländischer Bergleute.) Auf den Zechen des hiesigen Bezirks sind gestern nach voraufgegangener ordnungsmäßiger Kündigung eine große Anzahlzegnung, scher Bergleute entlassen worden. Auf Zeche„Loumonb sind es allein 15 Mann. Man darf wohl annehmen, daß es sich um eine Maßnahme der Bergbehörde handelt, weil die ausländischen Bergleute, namentlich die ungarischen, als Träger und Verbreiter der Wurmkrankheit angesehen werden, die gegenwärtig, dank der energischen Maßnahmen, die zu ihrer Bekämpfung ergriffen wurden, im Zurückgehen begriffen ist. * Altenessen, 1. Dez. Ein trauriger Unglücksfall ereignete sich vorgestern auf der Zeche Mathias Stinnes in Carnap. In der Nachtschicht verunglückte der Bergmann Hegemann; derselbe geriet unter plötzlich hereinbrechende Gesteinsmassen und wurde so schwer getroffen, daß der Tod sofort eintrat. Der Verunglückte hinterläßt Frau und 7 Kinder. Vermischtes. (Die Kanonen des„Kaisers der Sahara".) Jac= ques Lebaudy, der noch immer im Savoy=Hotel in London weilt, vervollständigt ruhig, aber schnell seine Rüstungen für die Besatzung seines„Kaiserreichs der Sahara, das er in der Tat ja noch nicht erobert hat. In Paris hat er eine große Menge Mausergewehre, Mari geschütze, Haubitzen, Hotchkiß=Kanonen und Munition gekauft. Alles ist über London nach den kanarischen Inseln geschickt worden.„Seine Majestät“ hat auch in London 16000 moderne Gewehre und Maxim= und andere kleine Feldgeschütze gekauft, die in Flußschiffen nach der unteren Themse befördert und nachts mit größter Heimlichkeit eingeschifft wurden. aauf den Frachthriefen waten sie o1g iunerhalb eichnet und in Veistez.sheinlich Zeichen„Ly innerhalb einer Raute— wahrschen. der Anfangs= und Endbuchstabe von Lebaudy— verpackt. Auch ihr Bestimmungsort waren die Kanarischen Inseln. Lebaudys Agenten rekrutieren eifrig ein Heer Eine Truppe von 500 alten Soldaten soll unter der Fahne des Kaisers dienen und die Eingeborenen im Gebrauch moderner Waffen unterrichten. Das Heer soll unter dem Befehl eines britischen früheren Obersten stehen. Pariser Finanzleute, die Lebaudy kennen, bezeichnen ihn als einen tüchtigen Geschäftsmann. Sie sagen, liege viel Methode in seiner Verrücktheit, da das„Kaiserreich“, das er begründet zu haben behauptet, ein großes fruchtbares Land enthält, das hinter dem sandigen Teil an der Küste zwischen Kap Juby und Kap Bogador sehr reich an Mineralien ist. Der„Kaiser" beabsichtigt, Dampfer esoe, wvord er von Eise hedeutender Pariser Finanzan meint, daß Lebandy uit leiunz vergrößern Eöns riesiges Vermögen noch bedeutend Eergrege kenne. F(Der Menschenhai,) den man seit 1759 nicht in der Ostsee beobachtet hat, taucht wieder in deutschen Gein unseren Gewässern häufig vorkommenden Katzenund Dornhai, denn die gesehenen und vergeblich gejagt Man schreibt der„Frkf. * Dortmund, 2. Dez. Fleischbeschau.) Bei der hiesigen königlichen Fleischbeschaustelle am städtischen Hafen wurden am vorgestrigen Tage bei einer größeren Sendung von im Auslan geschlachteten Schweinen zwei solcher Tiere als mit#### lauf behaftet beanstandet. Bestimmungsgemäß muß das Fleisch dieser Tiere in unschädlicher Weise beseitigt werden, und darf nur zu technischen Zwecken Verwendung * Bochum, 2. Dez. Die Wurmkrankheit nimmt unter den Bergleuten immer mehr und mehr ab. Durch die Zeitungen geht darüber folgende Mitteilung: Vor 618 in Krankenhäusern untergebrachten wurmbehafteten Bergleuten zeigten nur 23, also 3,7 Proz. Erscheinungen von sekundärer Anämie. Klinisch krank waren von diesen 23 nur 3, unfähig zur Verrichtung der wesentlich bergmännischen Arbeiten niemand.— Im ganzen sind bei etwa 90 Reservisten Wurmeier festgestellt. Es sind nämlich Bergleute, die vor 2 bis 3 Jahren auf damals als verseucht geltenden Zechen gearbeitet haben. Sie waren felddienstfähig entlassen worden. * N i e v e n h e i m( L a n d k r e i s N e u ß), 1. D e z.( V o m (Der Segen der zösischen Kriege erworben hatte. Do, pie, Herzegie hane Ginreg. Vermögen darin verborden und mit in den Krieg genommen hatte. Teil Wilh. Schade. Ein Seutscher Krank. Kathreiners Malzkaffe ist ein gutes und ehrliches Getdot. Er bot beiye Heinignh ere ver führerische bicten wie 1o u.g gg eg, 4ich mit unserer Gefund. sont Wohlbefinden, mit unserem sollte. Schwerte Photographische Kunstanstalt C. Münker Bahuhofstr. Atelier für Tages= und Kunstlichtaufnahmen. s“ zu Täglich geöffnet bis abends 9 Uhr. Weihnachts=Aufträge erbitte frühzeitig, zwecks rechtzeitiger Lieferung. Empfehle besonders Portraits und Vergrößerungen in künstlerischer Ausführung auf allen modernen Papieren.(Kohle, Platin). Großes Lager moderner Rahmen. c. c. des chach eegee#g#.#r##e, de. ee eeen ndeng n dr en#eneeg#n s#. den deg eoge denden en eene#e# Meine diesjährige + 923 „„ 5 ist eröffnet. CARE BRAUS, Seilwerte Rulfr). Buch- und Kunsthandlung. Konfor-Artikel. Galanterie-Waren. 69Krstal.„Bum Koier“, Schwe#le, Hagenerstr. 14. Täglich Landwirtschaftlicher Iserlohn. Am Sonntag, den 13. d. Mts.. nachmittags 4 Uhr, hält der Direktor Schultz aus Soest im Lokale der Witwe Kage=Beckmann zu Ergste einen Vortrag über: Wie erzielt man viele und gute Milch. Auch Nichtmitglieder haben freien Zutritt. Iserlohn, 1. Dezbr. 1903. Der Vorsitzende: Nauck. Grosss Konzert des Damen=Terzetts„Harmonie". 3 Damen, 1 Herr. Kunstschein des Kgl. Konservatoriums Köln. Dezente Gesänge. Familienprogramm. Anfang an Wochentagen Abends 8 Uhr. An Sonn= und Festtagen von 11 1 Uhr: Matinée. Anfang Nachm. 4 Uhr. Zu zahlreichem Besuche ladet ergebenst ein Max Eichborn. AO (anerkannt feine Qualität) per Pfd. 1.30 Mk. Carl Trog. G SOSEDEBESESEDERGSE OSEBESE BERERESESE G In Aufnagel schen Sale (Wilhelmstraße 3). Freitag, den 4. Dezember, der abends 8 Uhr: Großes Theater vonkdem weltberühmten Professor Heufel aus d. Kristallpalast in London. Alles Nähere durch Tageszettel. Vorverkauf im Theaterlolale: 1. Platz 1 Mk., 2. Platz 75 Pfg., 3. Platz 50 Pfg.; an der Kasse: 1. Platz 1.25 Mk, 2. Platz 90 Pfg., 8. 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