en und 0 „ IItis, sam. n. vie Uebergekauften lig. der Zeit vom ember 03 Sanuar 04 borenen beten, ihre genaue t Angabe des Geund Jahres zur derung aufzugeben ire V. P. 793 an & Vogler, A.=G., rlin W. 8. S W erren u. Damen jed. Stand. Altors— a. ohne Verm.— 00 Partien m. 1000 bl rm., sow. Bild s. Auswahl. F. Gombert, Berlin S. 14. enschirme, ischläufer, enbälle, Sppapier Auswahl eingetroffen aus, Buchhandlg., Marktstraße 3. enfahrplult öfg.— vorrätig bei Carl Praus. els-Nachrichten. wtten Beizen, zemder 13.25 15,50 fremd. 1400 12.75, vorsch. 1% tache e ai it Sad — Insertionsgebühr für lokale Anzeigen, die sechsgespaltene PetitInsertionsgebühr für lokale A#eigen, zeile oder deren Raum 10 Pfg., außerhalb 15, Reklame=Zeil40 Pfg., Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte, Fernsprech=Anschluß Nr. 62. Amt Schwerte. Telegr.=Adresse Braus, Schwerte=Ruhr. Alle Kreis= und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung" rechtsverbindliche Kraft. Es erscheint dringend erwünscht, dafür zu sorgen, daß in unzweideutiger Weise über allgemein interessierende Einzelheiten vom Kaiserlichen Hofe Mitteilungen an einer Stelle gemacht werden, die jedes Mißverständnis ausschließt. Die Krankheit des Kaisers woran man ist. Da soll kein unberufener Mund sich dader vor acht Tagen erfolgten offiziellen Mitteilung nicht mehr ausgegeben, da die Heilung der Operationswunde in befriedigender Weise fortschreitet, mithin waren solche Veröffentlichungen, von den Aerzten unterzeichnet, auch nicht mehr nötig. Diese Unterlassung darf aber nicht dazu führen, daß sich nunmehr die Verbreiter von allerlei Komibnationen in die Brust werfen und die öffentliche Meinung mit Sensations=Nachrichten erfüllen können. Bei der tiefen Anhänglichteit, welche die deutsche Nation dem Kaiser entgegenbringt, wird derartiges nicht gern gesehen, man will in der Bevölkerung zuverlässig wissen, woran man ist. Da soll kein unberuiener Mund sich dazwischen drängen. So war es mit dem plötzlichen Auftauchen privater Nachrichten, der Kaiser werde einen Teil des Winters im Süden verbringen. Ganz zweifellos war hierbei der Wunsch schlauer Hotelbesitzer in mehreren südlich gelegenen Orten der Urheber der Meldung, denn wo sich ein Gast einstellt, wie es der deutsche Kaiser ist, da kommt das Geld ins Rollen, weil dem hohen Herrn Tausende Fremden folgen. Durch die Aufnahme solcher Nachrichten in die Presse sollte die Aufmerksamkeit des Kaisers auf solche Orte gelenkt werden, welche sich auf den Besuch wünschten. Von San Remo aus fing man an, dann kamen Kurplätze in Südtirol, hierauf wieder italienische u. s. w. Für alle diese Orte war die Nichricht nur Spekulations=Objekt, und es ist erfreulich, daß dem in der deutschen Presse entgegengetreten, die Geschichte als das bezeichnet wurde, was sie in Wirklichkeit wert war. Nun sind die ersten Mitteilungen durch andere, aus deutscher Quelle stammende ergänzt, die es zwar nicht als gewiß, aber doch als möglich hinsteuen, daß der kaiserliche Herr nach Weihnachten eine Erholungsreise nach dem den unternehmen werde. Das ist durchaus nichts Außergewöhnliches, die kaiserliche Familie hat schon mehr als einmal gegen das Frühjahr hin Ausflüge nach lien und Sizilien, sowie nach Abbazia unternommen. Aber weil das Polyp=Leiden jetzt in Betracht kommt, so fällt diese Reise=Möglichkeit doch auf. Sie hat mit der entfernten Neubildung rein gar nichts zu tuen, sie wäre auch kaum beachtet, wenn sofort von authentischer Stelle hierüber Auslassungen erfolgt wären; damit war dann die Erörterung abgeschlossen. Jetzt, wo eine Privatmeldung diese, die andere jene Einzelheit e##hält, die zumeist auf Vermutungen beruhen, nimmt die Diskussion = Sinnsprüche. Der Sturm sprach einst: Ich kenne Die Welt, denn ich zerpflücke sie; Da sprach der Reif: Ich kenne Sie näher, ich erdrücke sie; Die Sonne lacht: Ich kenne Sie besser, ich beglücke sie! Carmen Sylva. kein Ende. Wird bei uns ganz selbstverständlich der natürliche Takt bewahrt, so vergehen sich doch ausländische Zeitungen in Auslassungen, die zum Allermindesten sehr uberflüssig sind. Als die Operation des Kaisers erfolgt und die entfernte Neubildung als vollkommen gutartig erkannt war, hieß es auch in verschiedenen Zeitungen, die Heilung der Operationswunde werde in acht Tagen, längstens in zwei Wochen erfolgen. Daß es so schnell auf den Tag gehen würde, konnte natürlich kein Arzt, am allerwenigsten ein Laie bestimmt voraussagen, und die Heilung dauert auch etwas länger. Ebensowenig konnte der volle, kräftige Sprachgebrauch so hastig wieder gestattet werden; der Kaiser würde es sich sonst sicher nicht haben nehmen lassen, der Rekruten=Vereidigung in Berlin und Potsdam beizuwohnen und an die Mannschaften die gewohnte Ansprache zu richten. Das führt dann wieder zu allerlei Erzählungen, obwohl hierzu kein Grund, auch der leiseste nicht, vorhanden ist. Aus allem ist aber ersichtlich, wie erwünscht es ist, unnötigen oder falschen Auslassungen sofort mit einigen Worten entgegenzutreten, bevor daraus allerlei ganz unzutreffende Mutmaßungen gezogen werden können. Politische Uebersicht. — Der einst so berühmte Silberbergbau im sächsischen Erzgebirge beschränkt sich schon seit Jahren auf die Freiberger Gruben, da die bergmännische Gewinnung des Silbers bei dessen jetzigem Preise die Kosten nicht mehr deckt. Und nun steht dieser Produktionszweig auch in und um Freiberg vor dem gänzlichen Erlöschen. In zehn Jahren soll die völlige Abrüstung des Freiberger Silberbergbaues vollzogen sein. — Der„Prozeß Bilse“ hat einem vielseitig erfahrenen Offizier, dem Generalmajor z. D. Grafen Pfeil, Anlaß zu einigen Ausführungen im„Tag“ gegeben, die Beherzigung verdienen. Der General schreibt: Der Train ist keine Waffengattung wie Infanterie, Kavallerie oder Artillerie, sondern eine technische Truppe, etwa wie die Verkehrstruppen. Sein Offizierskorps ergänzt sich zum geringsten Teil aus dem üblichen Offizierersatz. Zum überwiegend größten Teil ist das Offizierkorps des Trains kaum auf ihren Wunsch zum Train ver werden. Welche Aussicht steht ihnen dort bevor? Einige wenige werden Trambataillons=Kommandeure; ganz seltene Ausnahmen können es zu Traindirektoren zum Range eines Regimentskommandeurs bringen! Wo soll da, trotz des besten Willen und Geistes, in den TrainAbonnementspreis pro Quartal 1 Mark 65 Pfg., exel. 42 Pfg. Bestellgeld, wenn durch die Post bezogen. Erscheint an jedem Wochentage. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund.“ offizierskorps Dienst= und Lebensfreudigkeit herkommen, gar noch in elenden Grenzstandorten: Meines Erachtens sollte das Offizierkorps des Trains kein stetiges, sondern ein Durchgangsoffizierkorps sein, wie bei den Verkehrstruppen. Es müßten besonders gut empfohlene Offiziere aller Waffen in den Train versetzt werden, wobei man zugleich die Gelegenheit fände, Vorpatentierungen stattfinden zu lassen; diesen Offizieren müßte gleichfalls die Laufbahn im Generalstab, der höheren Adjutantur und schließlich zu den höchsten Stellen offenstehen. Für den Kriegsfall hätte man dann die Möglichkeit, die wichtigen Stellen mit vortrefflichen Offizieren zu besetzen. Durch eine solche einschneidende Neuerung wurde Lust und Liebe in den Traindienst kommen, zum Vorteil des Dienstes sowohl wie des Offizierkors. Italien. = Skandale im Skandalprozeß. Der italienische Marineminister prozessiert gegen den„Avanti“, der ihn beschuldigt, in finanziellen Beziehungen zu Armeelieferanten zu stehen. Die Verhandlungen, die seit Freitag im Gange sind und natürlich eine Sensation für Rom dar stellen, nehmen einen geradezu skandalösen Verlauf. Im Laufe der Verhandlungen am Sonnabend spielten sich unerfreuliche Szenen ab. Die Advokaten des Abgeordneten Ferri protestierten in heftiger Weise gegen die Verleumdung der Gegenadvokaten. Es flogen Kosenamen wie „Schwein",„Schuft“ und dergleichen hin und her, und schließlich warf der junge Advokat Vettori, der zugleich Redakteur des konservativen Blattes„Giornale d'Italia“ ist, einem der Anwälte der Gegenpartei, dem republikanischen Abgeordneten Comandini, das Tintenfaß ins Gesicht. Der Wurf war so wuchtig, daß der schönste Vorderzahn des ehrenwerten Comandini zerschmettert wurde und eine Flut von Tinte und Blut sich über das Antlitz und die Toga ergoß. Dies war die Losung zu einem allgemeinen Bombardement mit Tintenfässern, das die samtlichen zwanzig Advokaten der beiden Parteien binnen fünf Minuten in die Tintenbuben des Struwelpeters verwandelte; auch der Advokat Vettori erhielt ein Tintenfaß auf die Nase und ward von oben bis unten mit Tinte begossen. Die ganze Kampfszene vollzog sich unter großem Geheul des Publikums und einem durchbohrenden, rythmischen Rufen des Angeklagten Ferri:„Schmeißt die Rowdies hinaus! Schmeißt sie hinaus!“ Schließlich stürzten zahlreiche Polizeikommissare in den Saal und trennten die Kämpfenden, während sich der Gerichtshof „unter Protest" zurückzog. Als der angeklagte Sozialist Ferri und seine Verteidiger das Gerichtsgebäude verließen, wurden sie von der Volksmenge lebhaft beklatscht. Amerika. = Eine Siegesnachricht, die zu denken gibt, ist den Amerikanern von den Philippinen zugegangen. Dort Sturm. Novelle von E. Fahrow. (27. Fortsetzung.) Die elektrische Beleuchtung des Orts warf ihre Strahlen auf ein immer bewegter werdendes Bild. Eine Militärkapelle spielte für die Kurgäste an der Promenade, während ein kunstloses aber kreuzfideles Orchester für die Bauern aufspielte. Ein hübscher Bursch mit einem unternehmend aufgezwirbeten Schnurrbärtchen in dem lachenden Gesicht machte seinen Kratzfuß und eine einladende Armbewegung vor Therese. „Servus! Belieben's a Länderl? Therese beliebte.— Sie ließ sich von ihrem vergnügten Tänzer manierlich herumdrehen, indem sie nach ländlicher Art ihre beiden Hände auf seine Schultern Auch Bill ward jetzt lebhafter. Er forderte Erna zum Tanz auf, allein diese dankte zunächst. „Ländler ist kein flotter Tanz, Herr von Deisen. Aberer sieß nicht abschrecken. Ganz lese bat er, b bichte hitt Sie, Fräslein Ernal Nur diesen einen Tanz! Wir nehmen Walzerschritte auf die Musik, das geht. Nicht wahr, Sie sagen sich nicht nein? Erna, liebe Erna!“ Sie schloß eine Sekunde die Augen. Sein Ton überrieselt sie warm und wohlig, und sie konnte der Bitte nicht widerstehen, mit der er„Erna“ gesagt. Ein ungewisses, zaghaftes Lächeln umspielte ihren Mund, während sie sich jetzt willig von Bills Arm umschlingen ließ.... Bbuth Fort schwebten sie in wiegendem Rhhthmus. Der Professor fand, daß die elektrische Spannung inin der Luft zunehme, und entfernte sich von dem TanzBill hielt sonst aufs Srengste die Regeln der Etikette ein. Er wußte„es war nicht guter Ton, während des Tanzes zu sprechen, aber heute mußte er es tun, die Versuchung war zu groß. „Mein Lieb!“ flüsterte er, die Lippen ihrem lockigen Haar nähernd. Er fühlte, wie sie ervevte, wie die ganze, schlanke Gestalt in seinen Armen matter ward, weicher. „Mein Lieb!“ wiederholte er,„mein süßes Lieb! Erna hörte die liebe, zärtliche Stimme über sich raunen, wie im Traum. Sie wehrte sich nicht, aber sie war auch unfähig, etwas, zu erwidern.„ g. v M.5 Nur dasselbe holde, halbe Tachem lag noch auf ihren Lippen und die dunklen Wimpern sanken wieder tief auf die blassen Wangen herab. „Erna, klang die Stimme durch den Walzertatt weiter,„sage mir, daß Du mein bist!“ „Oh!“ flüsterte sie schwach mit einem kaum merklichen Versuch innezuhalten.„ „Nein, nein, nicht aufhoren: bat er weiter. könntest mir nocheinmal entfliehen. Sage mir, daß Du mir gut bist— nur ein einziges, kleines Wörtchen. In Erna sauste und brauste es. Das war auch ein Sturm! Aber ein herrlicher, wundervoller, befreiender Frühlingssturm. Kein Verderber und Verwüster wie der andere, nun überstandene. Da sie noch immer nicht antwortete, fühlte er eine grausame, wehe Kälte in sein Herz kommen. „Erna!“ bat er noch einmal, aber ganz zaghaft, leise. Da schlug sie die Augen zu ihm auf,— dicht vor ihm leuchteten plötzlich diese geliebten, reinen Sterne— und lächelte verheißungsvoll. „Bill!“ flüsterten ihre Lippen. Er stieß einen schwachen Freudenlaut aus, wie ein unterdrücktes Jauchzen. Und jetzt fühlte sich Erna von den beiden starken Armen fester umfangen, näher an diese breite Brust gezogen. „Du bist mir gut?“ stieß er heraus. „Ja!“ sagte sie. Und diesmal war ihre Stimme fest. Er hörte mit zwei langen, gleitenden Schritten auf zu tanzen; zog ihren Arm fest durch den seinen; eilte mit ihr durch das Volksgewimmel von dannen, dem Walde zu und lachte, als sie widerstrebte. „Still, still— wir müssen uns sprechen— ungestört.“ „Herr von Deisen!“ „Herr von Deisen!“ widerholte er fröhlich.„Wie das spielt! Ist mir gut und sagt Herr von Deisen! Sage Bill, auf der Stelle!" Und da sie, angesteckt von seinem seligen Lachen, mitlachte, aber schwieg, stand er mit ihr still und beugte sich vor: „Sage„Bill“, sonst gibt es hier auf dem Fleck Strafe und da sind noch Leute.“ Eine Purpurwelle schlug ihr in die Wangen. Sie hatte wieder den feinen Brombeerduft von seinem Schnurrbärtchen gespürt und bangte vor einem Kuß— vor den Vorüberwandelnden. hat der amerikanische General Wood einer Truppe von über 2000 Eingebornen auf der Insel Jolo nach seiner eigenen Meldung eine vernichtende Niederlage beigebracht. Gegen 300 Eingeborene sollen gefallen sein, während die Amerikaner nur 6 Verwundete hatten. So glänzend wird der Sieg nicht gewesen sein; aber wenn schon, so ist doch die Tatsache, daß die Pezifikation der Philippinen=Inseln nach im weiten Felde steht, noch den mehrjährigen angestrengten Bemühungen der Amerikaner nicht zu unterschätzen. Sind die Philippinos aber jetzt noch nicht bezwungen, so läßt sich garnicht absehen, wann ihre Unterwerfung einmal erfolgen wird. Die Kirche als Wahllokal. Schlimm muß es bei der Abgeordnetenwahl in Bernau zugegangen sein, wo als Wahllokal eine Kirche diente. Der Pfarrer Kottmeier vom Strafgefängnis in Plötzensee schreibt darüber dem„Reichsboten": „Das Stoßen und Drängeln, das Aufbehalten des Hutes, das Verzehren von Frühstück und Vesper, das Erklettern von Bänken, Tischen usw., die ungenierte Unterhaltung über gleichgiltige Dinge— das alles und ähnliches mehr kann man sich bei solch', einer Gelegenheit allenfalls noch gefallen lassen, wenn es auch eigentlich nicht in eine Kirche hineingehört. Aber widerwärtig war das Benehmen von Mitgliedern einer Partei, welche Religion für Privatsache erklärt. Je später es wurde, je mehr jene Leute dem Alkohol zugesprochen, um so ungenierter wurde ihr Auftreten, um so frivoler ihr Reden und Handeln: Hier prostet ein junger Mensch von der Kanzel herab mit der Schnapsflasche, und mit Gejohle wurde dieser„Witz“ quittiert, dort wankte ein Betrunkener zum Altar und zündete unverdrossen die großen Kerzen an, wie oft sie auch von anderen wieder ausgelöscht wurden; dort am Altar hatte sich eine Schar ebenfalls junger Leute zu einem„Rauchverein“ zusammengetan, es wurde tapfer dem Schnaps zugesprochen, die Unterhandlung läßt sich nicht wiedergeben. Jetzt hatten 6 Mann die Kanzel erklommen, und während einer von ihnen einen Prediger nachzuäffen suchte und die Hände zum Segen erhob, amüsierten sich die anderen darüber; einer hatte sogar eine brennende Zigarre dabei im Munde. Der stellvertretende Wahlkommissar wurde auf diesen ärgerniserregenden Unfug aufmerksam gemacht und auf sein mehrmaliges Bitten wurde die Kanzel widerwillig geräumt. Doch schon nach kurzer Zeit betrat sie wiederum ein junger Mensch, um von dort aus mit einer brennenden Stalllaterne, die er bei sich führte, seinen Parteigenossen gewisse Zeichen zu geben. Diese Zeichen wurden auch verstanden, und der ganze Schwarm zog lachend, rauchend, lärmend hinter dem Laternenträger her zum Altarraum, woselbst die Genossen Posto fasten, um geschlossen den Ausfall der Weiter teilt Pfarrer Kottmeier mit, daß er von den widerwärtigen Vorgängen jedenfalls nur das wenigste beobachten konnte, da er nur hin und wieder, und nicht dauernd, in der Kirche war. Daß gegen den Unfug der sozialdemokratischen Horden nicht entschieden eingeschritten wurde, ist unbegreiflich; unbegreiflich ist uns freilich auch, wie man eine Kirche zum Wahllokale machen konnte, und daß sich das der Kirchenvorstand gefallen ließ. ** Hörde, 24. Nov.(Ueberraschungen.) Der Umstand, daß von keiner Partei die Kandidaten für die Stadtverordnetenwahl der dritten Abteilung nominiert worden sind(da man es wohl für selbstverständlich gehalten hat, daß die Wiederwahl der noch im Amte befindlichen ausscheidenden Herren erfolgen solle), hat dazu geführt, daß gestern nach der„Dortm. Ztg.“ der Versuch gemacht wurde, einen Sozialdemokraten einzuschmuggeln. Ein Mann mit Stimmzetteln stellte sich am Wahl=Lokale auf, auf welchen, um die Sache erträglich erscheinen zu lassen, zunächst die Namen von zwei der ausscheidenden Herren aufgeführt waren, dann aber, als dritter im Bunde, der Name des sozialdemokratischen Fabrikarbeiter Heinrich Heine, eines Mannes, dessen Persönlichkeit in der Bürgschaft so gut wie bekannt ist. Gestern morgen wurde von den„ahnungslosen“ Wählern, welche meist dem Arbeiterstande angehören, seelenruhig diese neue Liste gewählt. Jetzt wird natürlich dafür gesorgt werden, daß den Wählern der dritten Abteilung für die noch kommenden drei Wahltage das nötige„Licht aufgesteckt“ wird über die Ueberraschung, der sie beinahe alle zum Opfer gefallen wären. ** Hörde, 24. Nov. Heute wird die endgiltige Probebelastung und Abnahme der neuen Brücke erfolgen. Die Brücke bleibt für Fuhrwerk währendem ganz und für Fußgänger an der östlichen Seite gesperrt. ihr Eigentum und gehörten nicht zum Nachlaß; ihr Sohn habe nur ganz wertlose Kleidungsstücke hinterlassen. Muß ich die Sachen freigeben? Haften die Eltern, selbst wenn ihre Behauptungen richtig sind, nicht als Erben ihres Sohnes? — Die Erben haben sich doch wahrscheinlich in dem ergangenen Urteil ihre beschränkte Haftung als Erben vorbehalten lassen. Ist das geschehen— der Vorbehalt steht alsdann ausdrücklich in der Urteilsformel— und hat der Sohn in der Tat nur wertlose Kleidungsstücke hinterlassen, so werden Sie die gepfändeten Sachen ohne Prozeß freigeben müssen.— Vermischtes. Lokales. Schwerte, 25. November 1903. **(In der Sakristei) der größeren evang. Kirche fand gestern nachmittag eine Repräsentantensitzung statt, in welcher namentlich in Sachen des evang. Krankenhauses verhandelt wurde. Die Versammlung war sich durchaus einig, dasselbe der Gemeinde zu erhalten und den seitens der Regierung gestellten weitgehenden Forderungen(Kanalisation, größere Räume oder geringere Belegung derselben, besondere Station für ansteckende Krankheiten u. s. w.) nachzukommen. Eine Sparsumme von ca. 15= bis 20000 Mark liegt für den Zweck bereit. Es wurde beschlossen, von geeigneter Seite Vorschläge und Kostenanschlag einzuholen und in nächster Sitzung vorzulegen. Als Diakonen wurden darauf die Herren Heinrich Hohenschwert=Holzen und Emil Duhme=Schwerte gewählt. **(Bahnpersonalie.) Wie aus Soest gemeldet wird, ist der Bahnmeister 1. Kl. Herr Rosenkranz zum 1. Dezember zur Leitung der großen Bahnhofsumbauten nach hier versetzt worden. Pll“ sgote die schgell, züber sescen Sie doch vernünftig... eicht un „Vernunftige Faut mir gar nicht ein! Bin ich nicht drei Wochen lang vernünftig gewesen? Und wäre doch am liebsten diesem süßen, diesem einzigen Geschöpf am ersten Tage schon um den Hals gefallen! Glücklich wollen wir jetzt sein— und weiter nichts!“ Sie waren unterdessen bei dem Wäldchen angelangt, das hier begann und eine Höhe hinaufstieg, wo es nach und nach zum Hochwald wurde. Hier brannten keine elektrischen Lampen mehr, aber eine Oellaterne hing unweit einer halbüberdeckten Laube, die für müde Spaziergänger am Wegrand errichtet war. Fünf, sechs Schritte führten noch zu dieser Laube abseits von der großen Landstraße hinauf. Hier hielt Bill inne, aber nur, um in der nächsten Sekunde wieder beide Arme um Erna zu schlingen und sie an sich zu ziehen. Sie folgte willig. Und als er sie jetzt dicht über ihr Gesicht neigte, ihre Lippen suchend, da hob sie ihren Mund dem seinen entgegen zu einem langen, innigen Bcs-..:#er iemn unbercheften B. Wie lange sie so gestanven im wundervollen Vergessen der übrigen Welt, wußte sie nicht. Erna fand sich erst wieder, als sie, an den Geliebten geschmiegt, und den Kopf an seiner Schulter ruhend, auf der Bank saß, und ein grollender Donner über ihnen Schlpralle. (Forrsetzung folgt.) *(Zu dem Verschwinden) der Prinzessin Friedrich von Schönburg=Waldenburg wird dem„B. L.=A.“ aus Dresden berichtet, daß die Prinzessin ihren Gatten, mit dem sie in Scheidung lebt, schon vor drei Monaten verlassen hat und sich jetzt angeblich in Italien aufhält. Ihr 1½ Jahre altes Söhnchen hat sie mitgenommen.. Das Gerücht, daß sich ein Dresdener Kavalier, zu dem sie Beziehungen unterhalten haben soll, bei ihr befinde, ist bis jetzt nicht bestätigt. Tatsache sei im Hinblick auf die umlaufenden Gerüchte auch nur, daß der frühere Kutscher der Prinzessin namens Emilio(ein Italiener) zurzeit nicht in Dresden ist. Die Prinzessin habe mit ihrer Kusine, der Westfalen und Rheinkand. wechsel gestanden. Prinz Friedrich, der mit seinem Vater völlig zerfallen sei, halte sich bereits seit mehreren Wochen in Steiermark auf. f(Folgende tragikomische Geschichte) erzählt die „Straßburger Bürgerzeitung": In der Familie des Kaufmanns B. schickte man sich an, das Hochzeitsfest im„Roten Hause" durch das übliche Mahl zu feiern. Die junge Frau und der neugebackene Ehemann, ein geborener Elsässer, der sich seinerzeit für Frankreich entschied und jetzt seinen Wohnsitz in Südamerika hat, harrten der Dinge, die da kommen sollten. Und sie kommen, aber anders, als erwartet wurde. Zwischen dem zweiten und dem dritten Gange tauchte plötzlich die heilige Hermandad auf, erklärte den Bräutigam für ausgewiesen und forderte ihn auf, das Hochzeitsmahl und Elsaß=Lothringen sofort zu verlassen. Große Aufregung unter der Hochzeitsgesellschaft. Alles rennet, rettet, flüchtet... von Poutius zu Pilatus, um die Ausweisung rückgängig zu machen. Und siehe da, es fand sich eine rettende Hand. Dem jungen Manne wurde gestattet, bis nachts 12 Uhr in Straßburg zu verweilen. Dann trat der Ausweisungsbefehl in seine Rechte. Das junge Paar hat jetzt Zeit, über diesen stürmischen Beginn seiner Flitterwochen nachzudenken. (Wie die alten Egypter die Kahlköpfigkeit heilten.) Professor Macalisher, der gelehrte Egyptologe der Universität Cambridge, hat auf einem uralten Papyrus die Angabe eines Mittels gegen die Kahlköpfigkeit entziffert. Es handelt sich um ein Haaröl, das die Mutter des Königs Chata, des zweiten Herrschers der ersten egyptischen Dynastie(etwa 4000 Jahre vor unserer Zeitrechnung), dazu benutzt, um ihrem Haarwuchs aufzuhelfen. Versucht ist das Mittel wohl seitdem nicht wieder, aber trotz seiner merkwürdigen Zusammensetzung ist nicht einzusehen, warum es nicht ebenso wirksam oder vielleicht besser sein sollte als die Mehrzahl der jetzt angepriesenen Haarbalsame. Der Inhalt des Rezepts muß für unseren Begriff freilich recht sonderbar erscheinen. Das Haarwasser stellt nämlich eine Lösung dar aus Sohlen von Hundefüßen, aus Datteln und Eselhufen, zerrieben und in Oel gekocht. Die Anwendung bestand in langem und kräftigem Einreiben des Mittels auf die Kopfhaut. Es ist wohl anzunehmen, daß die Mutter des Königs Chata diese Mirtur wirklich benutzt hat, aber die altegyptische Urkunde berichtet nicht, ob sie mit dem Erfolg zufrieden gewesen Büchertisch. Von unseren Südpolarfahrern. Jemehr sich das deutsche Südpolarschiff„Gauß“ den heimatlichen Gestaden nähert, um so größer wird erklärlicherweise das Interesse, das die weitesten Kreise den endgiltigen Ergebnissen dieses großangelegten deutschen Forschungsunternehmens entgegenbringen. Bis jetzt sind aber die Berichte über den Verlauf der Expedition so spärlich gewesen, daß es nicht leicht ist, sich ein Gesamtbild über ihren Verlauf zu machen. Um so dankbarer werden es unsere Leser begrüßen, daß das Novemberheft der „Flotte“, Monatsblatt des Deutschen Flotten=Vereins" (zu beziehen durch alle Buchhandlungen, sowie durch die Post zum Preise von 20 Pfg. pro Heft), aus der Feder des bekannten Mitgliedes der Deutschen Seewarte in Hamburg, Dr. Gerhard Schott, einen interessanten Ueberblick über den Verlauf der„Deutschen Südpolar=Expedition 1901/03“ bringt. Mangel an Raum verbietet uns hier, näher auf den Artikel einzugehen, nur möchten wir nicht unterlassen, darauf hinzuweisen, daß die„Flotte" zum erstenmal auch photographische Aufnahmen von der Expedition bringt, die unseres Wissens bisher in Deutschland noch ganz gefehlt haben. Ein lehrreicher Prozeß. Wem ist es nicht schon passiert, daß er eines schönen Tages irgend etwas, eine Kiste Zigarren zum Beispiel, oder ein Lotterielos, ins Haus geschickt bekommt, ohne daß er es bestellt hat, und mit der Bitte, die Sendung, falls er sie nicht behalten wolle, an den Absender zurückzuschicken? Meist legt der Absender den Betrag in Briefmarken bei, manchmal aber auch nicht. Was bei derartigen unerbetenen Geschäftsanknüpfungen herauskommen kann, lehrt ein Prozeß, der dieser Tage vor einem französischen Gerichte zur Entscheidung gelangte. Die„Voss. Ztg.“ berichtet darüber: Eine Uhrmacher=Genossenschaft hatte im Januar vorigen Jahres an mehrere Lehrer im Departement Eure eine Uhr im Werte von 18,50 Frks. geschickt, und eine genügende Anzahl von Briefmarken für die Rücksendung beigelegt, für den Fall, daß die Sendung * Dortmund, 24. Nov. Der kaum 18 Jahre alte Bergmann Franz Klobe aus Unna hat in der Nacht zum 23. August dem Bergmann Reichhardt, mit dem er kurz vorher eine Tanzlustbarkeit besucht hatte, mit einem Knüppel den Schädel eingeschlagen und den Leichnam beraubt. Er war dann nach Hause gegangen, um sich die Kleider zu reinigen, und später wieder seinem Vergnügen nachgegangen. Erst 8 Tage später wurde die Leiche des Ermordeten gefunden. Die Endeckung des Täters wurde dadurch, daß er die Uhr des Erschlagenen bei einem Wirt in Unna wegen Zechschulden verkauft hatte, bewerkstelligt. In der Nacht brachte Klode mittelst Einbruchdiebstahls diese Uhr wieder in seinen Besitz. Heute hatte sich Kl. vor dem Schwurgericht zu verantworten. Die Geschworenen sprachen den Angeklagten des Totschlags, des Raubes und des schweren Diebstahls schuldig. Der Staatsanwalt beantragte unter Anwendung des§ 251 des Strafgesetzbuches lebenslängliche Zuchthausstrafe. Das Gericht sah mit Rücksicht auf die Jugend hiervon ab, erkannte jedoch auf die gesetzlich höchst zulässige Strafe von 15 Jahren Zuchthaus, 10 Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. * Dortmund, 24. Nov.(Schweres Unglück.) Heute vormittag gegen 9 Uhr wurden auf dem Eisenwerke der Union— Hochofenabteilung— zwölf Arbeiter beim Reinigen eines Gasrohres durch Einatmung von Gas betäubt, wovon drei tot blieben. Die Leichen befinden sich in der südwestlichen Leichenhalle, die übrigen verunglückten Personen sind in den Krankenhäusern untergebracht. * Dortmund, 24. Nov. Im Dortmunder Hafen wurden in diesem Jahre bis Oktober etwa 77000 Tonnen mehr umgeschlagen, wie in der gleichen Zeit des Vorjahres. Da man mit einer ganz bedeutend vermehrten Verkehrsziffer auch in Zukunft rechnet, so hat die Westfälische Transport=Aktiengesellschaft sieben neue Schleppkähne von je 750 Tonnen Tragfähigkeit und zwei neue Schleppdampfer mit je 250 Pferdekräften in Auftrag gegeben. * Letmathe, 24. Nov. Die Reihen der Veteranen in unserer 6000 Seelen zählenden Gemeinde lichten sich merklich. In den letzten 4 Tagen wurden 3 derselben mit allen militärischen Ehren zur letzten Ruhe gebracht. Alle drei haben ihr letztes Plätzchen nebeneinander gefunden. * Waltrop, 24. Nov.(Einbruchdiebstahl.) In vergangener Nacht sind dem Uhrmacher Netthöfel hierselbst für ca. 4700 Mark Uhren und Goldsachen gestohlen worden, meistens goldene und silberne Taschenuhren. Die Diebe haben mittelst Brecheisen die Rollade hoch gehoben und die Scheibe zertrümmert, wobei sich einer derselben die Hand verletzt hat. Auch ist das Brecheisen, welches zudem noch gezeichnet ist, auf dem Tatorte liegen geblieben. Es scheint in der Tat eine organisierte Bande zu sein, die im letzten Jahre hier und in Mengede und Umgegend die vielen Einbrüche verübte. * Gräfrath, 24. Nov. Eine äußerst brutale Gesinnung legte der hier wohnende Landwirt und Fuhrunternehmer Karl Sch. an den Tag, indem er sein eigenes Pferd schon seit längerer Zeit fortgesetzt in der rohesten Weise mißhandelte und ungenügend fütterte. Vorgestern hat er das arme Tier bald tot gemartert. Augenblicklich schwebt gegen den wiederholt wegen Tierquälerei zur Anzeige gebrachten Sch. abermals ein Verfahren wegen dieses Deliktes. Vorgestern vormittag war das keineswegs alte Pferd unfähig, sich von seinem äußerst dürftig gehaltenen Lager zu erheben. Als man auch mit Gewalt das Tier nicht aufrichten konnte, begann Sch. seine Mißhandlungen von neuem, schlug das Tier mit einem Hammer, trat es mit Füßen usw. Die Mißhandlungen dauerten von morgens 9 bis mittags 1 Uhr. In welch elendem Zustande sich das Tier befunden haben muß, geht wohl zur Genüge daraus hervor, daß ein Pferdemetzger, der das Tier abschlachten sollte, dem Sch. den Rat gab, den Abdecker kommen zu lassen, für den allein das Tier noch einen geringen Wert haben könnte. Briefkasten. Schneidermeister P. in B. Vor zwei Jahren habe ich einem vor kurzem verstorbenen jungen Mann einen Anzug zum Preise von 50 Mark geliefert. Ich habe jetzt die Eltern, die seine Erben geworden, verklagt; sie haben die Schuld anerkannt und sind verurteilt worden. Ich habe darauf bei ihnen pfänden lassen. Sie erheben jetzt Wider=, spruch mit der Behauptung, die gepfändeten Sachen seien nicht angenommen werden sollte. Viele Lehrer schickten die Uhr sofort zurück; andere behielten sie, da sie in dem Vorgehen der Genossenschaft eine Art Kaufzwang sahen, sem sie sich nicht entziehen zu können glaubten. Ein Lehrer aber ließ nichts von sich hören, er legte Uhr, Briefmarken und die Instruktionen der Absender weg und dachte gar nicht daran, den Gegenstand wieder zu verpacken und zurückzuschicken. Er stellte sich auch taub, als die Genossenschaft immer dringender und drohender ihre Uhr zurückverlangte. Schließlich strengte die Genossenschaft gegen den Lehrer Klage an, nachdem sie ihn vorher noch zurch die Polizei hatte vernehmen lassen. Die Genossenschaft beantragte, daß der Beklagte zur Zahlung einer angemessenen Entschädigung verurteilt werde. Der Lehrer aber erhob Widerklage und verlangte von der Genossenschaft 20 Frks. Entschädigung für die Scherereien, die ihm durch die ganze Geschichte entstanden seien. Die Klage der Genossenschaft wurde vom Gericht als unbegründet zurückgewiesen; dem Lehrer aber wurden 10 Frks. Entschädigung und Ersatz aller Kosten zugesprochen. Im Urteil hieß es, daß kein Mensch, der einen unbestellten Gegenstand zugeschickt bekommt, gezwungen werden könne, etwas zu tun, wozu er sich nicht verpflichtet habe; wenn man ihn dazu zwingen wollte, würde man die elementarsten Grundsätze der persönlichen Freiheit verletzen. Die Cenossenschaft hätte, wenn sie ihre Uhr zurückhaben wollte, im Gegenstand von irgend einem ihrer Vertreter abholen lassen sollen. Daß sie der Sendung Briefmarken für die Rücksendung beigelegt habe, das könne an der Sache selbst nichts ändern. Eigener Depeschendienst der„Schwerter Zeitung“. Hd Berlin, 25. Nov. Wie aus Kiel berichtet wird, warf der Nordwest=Orkan einen unbekannten Segler beim Passieren der Kieler Bucht auf Laalands Südwest=Küste. Des Schiff ist gekentert, die Besatzung ertrunken. Hd Berlin, 25. Nov. Wie die„Nordd. Allg. Ztg.“ mitteilt, ist der bisherige Präsident des Landeskonsistoriums in Hannover, Wirkl. Konsistorialrat Voigts, zum Präsidenten des Evangelischen Oberkirchenrats ernannt worden. Hd Berlin, 25. Nov. Wie aus Hamburg gemeldet wird, wurde daselbst wegen etwa 1500 Mißhandlungen ein ehemaliger Unteroffizier des 85. Infanterie=Regiments in Rendsburg, der jetzt Schutzmann in Hamburg ist, seines Dienstes enthoben und verhaftet. Hd Stettin, 25. Nov. Wie der„Stettin. Abendp. aus Swinemünde gemeldet wird, fischte die dänische Galeasse„Freya“ auf hoher See zwei Mann der Besatzung des bei der Insel Mön gekenterten Segelschiffes„Stevens" auf. Die Schiffbruchigen, die sich an Schiffstrümmer angeklammert hatten, trieben 5 Stunden auf der wogenden See und waren bei ihrer Rettung zu Tode erschöpft. Der Kapitän des Schiffes ging mit demselben unter. Hd Reichenberg, 25. Nov. In der Station Liebsstadt karambolierte ein Personenzug mit einer Lokomotive. Mehrere Waggons wurden zertrümmert, der Lokomotiv= führer und der Heizer wurden schwer, mehrere Passagiere leicht verletzt. Hd Paris, 25. Nov. Das Handelsgericht von EuTreport hat den Notar Trajin, welcher die Geschäfte der Zamilie Orleans besorgte, für zahlungsunfähig erklärt. Die Schulden betragen über drei Millionen Frks. Hd Paris, 25. Nov. Aus Cherbourg berichtet man über ein in Frankreich beabsichtigtes Attentat auf das ialienische Königspaar Der Distriktschef der Westbahn habe abends auf dem Gleise, das der Zug mit dem Königspaar zu passieren hatte, 7 große Steine gefunden. Als Arheber des Attentats sei ein zur Bewachung der Linie verwendeter Kolonialsoldat ermittelt worden. IId Rom, 25. Nov. Bischof Anzer, der gestern vormittag vom Papste empfangen wurde, ist gestern gegen ebend ganz plötzlich an einem Schlaganfalle gestorben. Hd Belgrad, 25. Nov. Umlaufende Gerüchte erklären in bestimmter Form den Gesundheitszustand des Königs für erschüttert. Er leide an hochgradiger Nervostät und Schlaflosigkeit und bringe die Nächte am Fenster sitzend wachend zu. Hd Konstantinopel, 25. Nov. Ein ungeheurer Brand hat den größten Teil der im Aufschwung befindlichen Kleinasiatischen Stadt Eskischehir, ein etwa 200 Kilometer von Konstantinopel entfernter Knotenpunkt an der anatolischen Bahn zerstört. 3 Bazare mit 1313 Buden, 11 große Karawansereien und 2 Moscheen wurden von dem Feuer, das 40 Stunden wütete, vernichtet. 11 europäische Verücherungs=Gesellschaften sind beteiligt. Hd London, 25. Nov. Im Gebäude der Bank von england wurden auf den Sekretär der Bank Graham 4 Revolverschüsse abgefeuert, welche aber fehl gingen. Der läter heißt Robinson, ist 30 Jahre alt und als irrsinnig erklärt worden. Hd Kap Haitien, 25. Nov. Die Stadt St. Domingo hat gestern vor den Rebellen kapituliert. Der Präsident der Republik und die Minister flüchteten an Bord eines deutschen Kriegsschiffe. Wetterbericht. Nov.: Meist bedeckt, Niederschläge, starker Wind, Nov.: Rauh, starker Wind, Niederschläge, nahe Verantwortlich für den redaktionellen Teil Wilh. Schade. Statt jeder besonderen Anzeige. Heute morgen 9 Uhr starb in Soest nach längerer Krankheit, sanft und gottergeben, unsere liebe Schwester Prau Wwe. deelge Ty. Henriette geb. Haver im 55. Lebensjahre. Kolberg, Schwerte, Greifenberg i. P., Mülheim(Ruhr), Düsseldorf, den 24. November 1903. Frau Lina Klug geb. Haver. Heinrich Haver. Frau Pastor Kötz, Christine geb. Haver. Fritz Haver, Gerichtsrat. Carl Haver, Maler. Die Beisetzung findet Freitag nachmittag 3½ Uhr in Schwerte vom Hause Brückstr. 3 aus statt. Auktion Pefandleih-Anstalt von Ludwig Hübler, Hörde, Bickefeldstraße 43 (Nähe Hüttenthor). Die öffentliche Versteigerung der verfallenen, angelauften und nicht wieder erneuerten Pfänder währt 2 Tage, am Donuerstag, den 26, und Freitag, den 27. Nevember, morgens 9 Uhr und nachmittags. 2 Uhr anfangend. Zur Versteigerung gelangen: 1 großer Posten Taschenuhren v. Double=Uhrketten für Damen u. 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