SS Ruhrstraße, t3. G Rettier. D. Büscher I. Marktstr, mer links. 1g: er. h. Haver. llokal: Neue ng: Sieberg. I. Ostermann. Zietenstraße. ng: Doert. ammer. an der Kuhung: Nendel. g, Klusenweg, er Kuhstraße, Börstinghaus Hövelmann. Kleppingstr., : Stadthaus, ng: r. Kollmann. einr. Cordes. raße, Hüsing. eit im Wahlein. chh Marder, Garten, auf das seranlockt Nachn. Bestf. lehne a. jeden a. ildsch., Hypotheken, Lechsel, g. Beding. rlin W. 61. Rückpto. titut nleidende von Ihrig, Intist, sse Marktstr. Nr. zenüber nierten Kirche. 1903. per Ztr. weise nigtes r als 00 kg 94. Amtniches Rrestialt lu. den kreis Vorck. Insertionsgebühr für kokale Angeigen, brgalb 16, Reklame=Zeile seile oder deren Raum 10 Vvo. garpf, Braus in Schwerte, 9 Pfa., Druck und Verlogg, vognt, Schwerte. Telegr.=Adresse b Ghngt ier Hörde erlangen genöß Verlangtggparg ter Hesitgl, durch Veröffentlichung in der„Schu##... Zeitung versindtliche strait. Abonnementspreis pro Quartal 1 Mark 65 Pfg., excl. 42 Pfg. Bestellgeld, wenn durch die Post bezogen. Erscheint an jedem Wochentage. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund.“ Nr. Zur Eldesfrage (konf), der eine Verminderung der Eide herbeführeg wollte, seinerzeit keine Mehrheit im Reichstag fand, und sagt dann: Die Möglichkeit eines Mem### liegt recht nahe, wenn ein geistig nicht hervorragender Zeuge, dem sieben Jahre zurückliegen. Wir haben uns bei der Lektüre des Prozeßberichts oft gewundert, wie es möglich war, nen, daß sie kaum in der Erinnerung geschlafen haben . der gezwungen wird, über derartige Linge auszusagen, kann einen doppelten Weg einschlagen: Entweder er beschränkt sich darauf, nur zu sagen, woran er sich noch vollkommen klar erinnern kann. in der Regel recht wenig sein und der Richter wird den Versuch machen müssen, mehr aus dem Zeugen holen, weil er selbstverständlich nicht wissen kann, ob de Zeuge nicht etwas geflissentlich verschweigen will. anderer Zeuge wird sich bemühen, seine Erinzgrung durch fremde Mithilfe aufzufrischen. Er##sich n anderen und dabei ist es recht wohl mognch,:# er na und nach nicht mehr unterscheiden kann, was er selbst weiß und was andere ihm gesagt haben. Dazu komm die gerade bei geistig untergeordneten Leuten ungewöhnlich starke Macht der Suggestion und der Autosuggestion. Die Rechtsfindung wird unbedingt und in der Regel auf das Hilfsmittel des Eides angewiesen bleiben. Aber daß die Gefahren wesentlich vermindert werden könnten, davon sind wir immer überzeugt gewesen und in dieser Ueberzeugung durch den Gang des erwähnten Prozesse bestärkt worden. Wenn sie aber vermindert werden können, dann muß man auch möglichst bald an den Versuch einer Verminderung herantreten. Sozialdemokraten als Arbeitgeber. Wir haben mehrfach den Konflikt erwähnt, der zwischen dem sozialdemokratischen Zentralverbande der Fleischer und Berufsgenossen Deutschlands einerseits dem der sozialdemokratischen Leitung des Rahgtt=Spar, Vereins Südost in Berlin anderseits entbrannt 1#. veröffentlicht der„Vorwärts“ wiederum eine Erklarung des Vorstandes des Zentralverbandes der Fleischer und Im Hturm. Novelle von E. Fahrow. 117. Fortsetzung) üir Heste Arboeitegot 1 mit Ausnahne des Veriebes Studen betrug, achtfstün dige. Bei Inventur, die bie in den fpöten Nachmitog, i,grheitsraum Kotbuser Ertravergutung, arbesethe, posizeilsch verboten, weil in u elhter uberhoup, Rostrolle darüber übt. Würde die or piellischr heute noch der Schlächterei.— Dem Verlangen, die gesetzlichen. Bestinzgu: boupvten vu, Aech von hesellen getroffen, sa sogar GeGesellen Schläge angeboten hat.(Wir brauchen unsere eote, bes den siehter=Veratige Fälle missen aber Thüringen, wo sein Vater Philologe ist. Der Angeklagte verzichtete auf den Wahrheitsbeweis, gab vielmehr an, daß der Roman nur ein Phantasiegebilde sei. Man solle also nicht nach Namen suchen. Seine anfängliche zum Offiziersberuf sei durch die Versetzung nach Forbach und die hier erlangte Kenntnis vieler Mißstände in das Gegenteil umgeschlagen. Wann der Roman erscheinen sollte, darüber habe er dem Verleger keine Vorschriften gemacht; Mitarbeiter habe er nicht gehabt. Von den bisher vernommenen Zeugen sagte nur der beste Freund des Angetlagten, aus, bag er die angebSeit dem Inkrafttreten des Invaliden= und haben 11 Personen Neuten erhalten. Allein des Gesetzes. 6 — In der Verhandlung gegen Leutnant Bilse, Verfasser des Romans„Aus einer kleinen Garnison", konmandeurs Zuchs ist er ein lechtsiunigezag, geigung macher, hat einen gebäligen Erguschiagz ber den Kame verlor. Durch einen Sturz vom Wagen ist er auf pe..: gmenen Zeugen sagte 1.. 4.6 g. dig angeb der reste, rer Angere„s, daß er die angeb lich im Roman geschilderten Personen nicht erkennen könne. Es könne sich nur getroffen fühlen, wer sich zu den dargelegten Verhandlungen bekenne. Die Oeffentlichkeit wurde zeitweise ausgeschlossen. — Die Sterblichkeit in Preußen war im letzten Jahre der Statist. Korr. zufolge verhältnismäßig so niedrig wie noch nie seit 1875. Es starben 677293 Personen; davon waren 345241 männlich. Auf 1000 Lebende verechnet, niedriaste, Breslau mit 24,4 die höchste ziffer. Die Sterblichkeit ver Manner ist eine größere als die der Frauen. — Die sozialdemokratische Parteileitung sieht sich gest, gegen den Verruf von Geschäftsfirmen seitens Sie erläßt aus weil diese sich weigern, in dem Parteiblatt Anze reipektive des Kreises geschehen. Riemals„ortegantte sven io vewogen Pgeanern Waffen in die Hand gebei Eine Weile blickte Erna schweigend vor sich hin, woihre Stirn immer finsterer ward. Dann sagte sie: Und er nannte die Ehre ein Wahngebildet: „Das sicht ihm ähnlich, versetzte Therehe, grlgsicgn. „Ich habe nämlich meine Meinung über den„ Buut meister in jener Zeit an der See zuemlich in auc.„ ten bestätigt, gefunden, wie sie mein erster Eindrua l ebenfalls Jagdhund!“ sagte Erna, schon wie„Jagdhund?— Ach, Sie meinen, weil wir Frauen oft so untrügliche Eindrücke haben, über die wir uns keine Rechenschaft ablegen können? Das ist richtig. Uebrigens würde ich es immer für ein Kompliment halten, mit einem edlen Hunde verglichen zu werden."„ Ich ebenfalls. Mein Bruder tut das häufig, hauptsächlich übrigens deshalb, weil ich einen Geruchssinn habe.— Jetzt aber sagen Sie mir noch, ich bitte Sie, was für eine schlechte Meinung haben Sie denn Ich halte ihn für einen Theatermenschen. Für Komödiantenblut durch und durch. Der zescht Porzigg, außen hin, sondern vor allem mit sich selbst ndie spielt.— Weil er nämlich niemals unbefangen ist, sondern sich selbst sozusagen immer in einer Altitüde sieht. Er posiert beständig. Er bewundert sich in seiner Schönheit, seiner Macht über die Weiber, ja sogar in seiner Schlechtigkeit. Er kommt sich großartig vor, daß er so ein verfluchter Kerl ist. Und so unglücklich! Ach Gott, se wundervoll unglücklich! Daß er im Standy, zu au se tragische Leidenschaft für eine verlorene Bra###### ein ihm alles so gut, findet er. Er ist eben so durch und durch grandios!“ Die Charakteristik, welche die ungewonnene Freunwarf allerhand Streiftingen waren getrübten Augen entgangen katen. Doch war das Lächeln ein bitteres. Sie sind so geistreich, sagte sie ernsthaft,„# bes hoben Oie gauf Kosten der Wahrheit, wenn sie sich veroschende Parahgren. Sie aber treffen immer den Paget auf den dopf.“, sagte Therese drolig.„3ch kann in Gedanken aber nehme ich ihn... „Ich erlaube mir, anderer Meinung B.selgz.— Und jetzt p rtet. Auf, nach Bozen In den Grefen! Zu u be e b.. ese segen don wecher u8 Bia an. tirlich aus, wenn Sie auch um haben. So einen gewissen zittrigen Ausdruck, als vibrir„Aber das gibt sich alles, meine liebe Kleine. Viel setzen, durch den den Geg### in di Gank# drückt werden eren Anwendung die Partei schwer scha digen müssen. Dr. Heinrich Braun fliegt nicht. Frankfurt a. O., Nov. Das Urteil der Sozialdemokraten des Wahl kreises Frankfurt a. O.=Lebus über den Reichstagsabgeestounferenug in, wirhe nach der„Nationalztg.“ für 888 rc mütterliches Liebegefühl für Sie, und das igetzrrgem Sie bald gesunden werden. Und ich hab ziehen, wenn diese nicht selbst aufgestanden wäre und sich ich— ich bitte Sie herzlich, mir, dabei zu helfen: Herrn von Deisen möcht' ich heut nuct chen.. „Aber gerade: rief Therese. wen prächtigen Nann, und Jenem—. gicht, Woschlgrug ein wenig unmutig,„isch bin, Jach nicht so verblendet enun vicht, doß 1—., Aber eben deshalb— ja, eben nur uind 5a Therese wiederum lebhaft protesiren wolle. hob sie abwehrend die Hond);, jagen wollen. Sie sind pep) Aber in einer solchen Sache muß doch schließlich Jeder selbst wissen,— ich meine, es wäre ein lurcht, wenu ich boch) rgut, meine siebe Erna Sie sollen Sechon shaben. Quälen will ich sa doch nicht; Sie sich iog woh. Brüherf jgnbiden Anderen auf mich ede 0 werde sie für einen Tag bei Seite schaffen. Aber morgen früh, das versprechen Sie mir, sehe ich Sie wieder mit frischen Wangen und klaren Augen. * Amerika. = Amerikanischer Zynismus. Die Vereinigten Staaten werden, wie die„Morning Post“, aus Washington meldet, dem Protest Kolumbiens keine Aufmerksamkeit schenken und auch Kolumbien nicht erlauben, die Rückeroberung Panamas zu versuchen. Präsident Roosevelt und das Kabinett sind überzeugt, daß die Trennung Panamas von Kolumbien den Interessen der zivilisierten Welt(d. h. der Yankees) in bester Weise dient, und daß sie eine Bürgschaft des Friedens auf der Landenge bilden wird. Die Behauptungen amerikanischer und europäischer Blätter, die Regierung in Washington habe die Revolution geschürt, werden im Kabinett mit zynischer Heiterkeit gelesen. Ein Mitglied des Kabinetts äußerte salbungsvoll:„Die Vorsehung ist für die Revolution verantwortlich". Als an diese Persönlichkeit dann die Frage gerichtet wurde:„Hat die Vorsehung ihre Hand in Washington?", antwortet sie lachend:„Der Finger des Schicksals scheint dorthin zu weisen".— In Südamerika beginnt man angesichts der neuen Brutalität der Yankees etwas nachdenklich zu werden. So wird aus BuenosAires gemeldet: Die gesammte argentinische Presse ver urteilt das Eingreifen der Vereinigten Staaten in die Revulution in Panama. Die„Prensa“ erklärt, die neue Panama=Republick sei nur der Schatten eines selbstständigen Staatswesens und solle lediglich die offene Besitzergreifung der Landenge durch die Nordamerikaner verde cken. Durch den jetzigen Gewaltstreich seien die vereinigten Staaten der tatsächliche Gebieter über ganz Zentralamerika geworden. An die südamerikanischen Staaten gehe deshalb die ernste Mahnung, sich bei Zeiten über die Mittel zur Wahrung ihrer Unabhängigkeit klar zu werden. Kleine Chronik. Die ostpreußische Grafschaft Sorquitten ist bekannt durch ihren großen Wildreichtum. Dieser Tage wurde dort die erste Treibjagg in diesem Herbste veranstaltet. Von acht Schützen wurden dabei erlegt 435 Hasen, 91 Fasanen und Rebhühner und 2 Füchse. Es waren über 300 Treiber tätig. + Er lehnt ab! Das ihm vom Kaiser verliehene Allgemeine Ehrenzeichen in Gold am Bande des Roten Adlerordens anzunehmen, lehnte ein Gerichts vollzieher in Wollin(Pommern) ab, der unlängst nach langjähriger Tätigkeit aus dem Dienste schied. Er begründete sein Verhalten damit, daß er als Beamter nur seine Pflicht getan und dafür ja Gehalt bezogen habe; für eine Pflichterfüllung aber eine Auszeichnung anzinehmen, widerspreche seiner Ueberzeugung. Alles Zureden half nichts.— Der Mann hat garnicht ganz unrechi. * Hamburg, 11. Nov. Zwei Schiffsjungen führten auf einem Fahrzeuge scherzweise einen Ringkampf auf, fielen über Bord und ertranken. Das Lyoner Zuchtpolizeigericht verurteilte den ehemaligen Kongreganisten und Leiter einer Privatschule, Broussard, zu einer Geldbuße von 50 Francs, weil er eine Zeitung sein Ableben mitgeteilt hatte, um sich jeder gerichtlichen Verfolgung wegen Uebertretung des Vereinsgesetzes zu entziehen. + Paris, 11. Nov. Mehrere Soidaten des in Bourges garnisonierenden 37. Artillerieregiments, welche längere Arreststrafen zu verbüßen hatten, meuterten im Arrestlokale und entflohen mit Anwendung von Gewalt Bisher konnte erst ein kleiner Teil der Flüchtigen wieder ergriffen werden, während die übrigen verschwunden sind. + Paris, 11. Nov. Gestern abend stürzte ein auf dem Dache des Postgebäudes beschäftigter Arbeiter infolge Unvorsichtigkeit auf die Straße hinab und fiel auf einen Passanten, welcher das Genick brach. Beide wurden als Leichen aufgehoben. + Madrid, 11. Nov. Nach Mitteilung des Präfekten von Huelva beträgt die Zahl der ausständischen Minenarbeiter in Rio Tinto 7000. Die Ausständischen versuchten lebhaft Arbeitswillige an der Arbeit zu hinder: und ferner einen Eisenbahnzug zum Entgleisen zu bringen, sowie einen Aufbewahrungsort für Schwefelsäure in Brand zu stecken. Der Präfekt von Huelva begab sich mit 200 Gensdarmen nach Rio Tinto. + Madrid, 11. Nov. In Santander dauern die Ruhestörungen fort. Eine Truppenabteilung bewacht die Niederlassungen der Jesuiten und mehrere Klöster. In der vergangenen Nacht ist ein Regiment zur Verstärkung der Garnison eingetroffen. Petersburg, 10. Nov. Wie aus Graya gemeldet wird, ist dort die Pulverfabrik Takow in die Luft geflogen. 9 Personen kamen hierbei ums Leben. Viele andere erlitten Verletzungen. * Belgrad, 10. Nov. Der König von Serbien sucht bei der Société Finanzière d’Orient die Gewährung einer Anleihe von 4 Millionen Franks nach. Ihm wurde je „Ich verspreche gar nichts,“ sagte Erna mit müder Freundlichkeit,„denn wenn ich etwas verspreche, halte ich es unter allen Umständen; ich bin wirklich nicht im Stande, für mein Aussehen oder Befinden morgen einzustehen. Hoffen wir das Beste. „So ist's recht! So lange man hofft, geuingt Einen: Alles leichter. Jetzt bitte ich Sie blos, sehen Sie sich diesen Tiroler Steinklopfer an. Sieht er nicht wie Andreas Hofer in Person?“ Die beiden Damen waren langsam zur Staot zurück gewandert und versuchten, dies und das Gleichgiltige zu besprechen. Es gelang ihnen jedoch nicht recht, Jede war mit ihren eigenen, ernsten Gedanken beschäftigt. glücklicherweise mit einem anderen Bekannten und dem Professor zusammen, Bill von Deisen. Er erhob sich also nur grüßend, während Therese zu den Herren trat, und Erna rasch in's Haus schlüpfte. Doch hatte er noch gesehen, wie bei seinem Anblick ein tiefes Erröten ihr vorher so bleiches Antlitz übergoß. Ein wohliges Gefühl stieg in ihm auf. Zum zweiten Mal seit gestern Abend war sie bei seinem Anblick errötet, was ihr vorher nie begegnet war. Sicherlich war das holde Mädchen ihm gut, er zweifelte nicht mehr daran. doch nur 1 Million Franks bewilligt, die in Monatsraten von 30000 Franks aus der Zivilliste zu tilgen sind. * Newyork, 11. Nov. Im Monat Oktober kamen aus dem deutschen Reiche 7413 Einwanderer mit über 1,200,000 Reichsmark Vermögen in Newyork an. Die Einwanderungsbehörden sind überschwemmt mit Gesuchen nach Dienstmädchen, wonach eine noch niemals dage wesene Nachfrage herrscht.„ e. 15c6e 91—5 5. Bremen, 10. Nov. Der Norddeuische Lloho hat von der Firma„Rickmers Reismühlen, Reederei und Schiffbauaktiengesellschaft“ acht Dampfer erworben, von denen zwei noch im Bau, die übrigen aber in der chinesischen Küstenfahrt beschäftigt sind. Sie sind sämtlich erst in den letzten Jahren gebaut und namentlich außerordent lich vorteilhaft für chinesische Passagiere eingerichtet. Die Tragfähigkeit der Schiffe beträgt zirka 2500 Tonnen Gegen die Tub Dr. Ed. Thorner schreibt in der„Nordd. Allg. Ztg. Der Vortrag über Lungenschwindsuchtsentstehung und Tuberkulosebekämpfung, den Erzellenz Behring vor der Naturforscher=Versammlung in Kassel gehalten hat, wirr nicht verfehlen, auch die weitesten Kreise des Publikums in hohem Maße zu interessieren, umsomehr, da wir ja dem berühmten Forscher ein heute schon vielfach erprobtes Mittel gegen die Diphtherie verdanken, das dieser furcht baren Geißel des Kindesalters einen großen Teil ihrer Schrecken genommen hat. Leider ist, um dies gleich vor weg zu bemerken, von Behring mit seinen Arbeiten über die Tuberkulose noch nicht so weit, um der an dieser Krank heit leidenden Menschheit ohne weiteres ein Mittel bieten zu können, das schon heute sich zu allgemeiner Anwendung eignei; er hofft aber, auf dem besten Wege dazu zu sein, und bezeichnet als letztes Rittel seiner tuberkuloserihe rapentischen Bestrebungen das Ueberflüssigwerden aller Schwindsuchtsheilstätten,=Heimstätten und=Schutzstätten durch das Kampfmittel, durch dessen Anwendung Jenner die alten Pockenhäuser überflüssig gemacht hat. Trotz des großen Interesses, das jeder Gebildete an den Ausführungen Behrings nehmen wird, wird es doch nicht jedem leicht sein, die Nutzanwendung aus diesen Tatsachen zu ziehen. Deshalb erscheint es nicht überflüssig, aufzuzählen, zu welchen praktischen Maßnahmen wir heut zutage in Berücksichtigung der Arbeiten der beiden großen Tuberkuloseforscher Koch und Behring genötigt sind. Es dürfte sich folgendes empfehlen: 1. Man halte von einem Kinde alle Infektionsquellen um so vorsichtiger fern, je jünger es ist, versuche namentlich nicht, ganz junge Kinder künstlich zu nähren, sondern lasse sie wenigstens in den ersten Wochen ihres Lebens an der Brust trinken, weil die Menschenmilch in der Mehrzahl der Fälle eine große Armut an pathologischen Keimen garantiert. Ist eine Ernährung durch Tiermilch nicht zu vermeiden, so ver wende man diese nur in abgekochtem Zustand. 2. Man behüte Kinder vor jeder Berührung mit Tuberkulosen, zumal lasse man sie nicht von solchen Personen küssen. 3. Man vermeide alle schwächenden und pozentierenden Einwirtungen, namentlich bei Personen, die in der Jugend skrophulös gewesen sind, nähre sie vielmehr so gut als möglich und bringe sie in die denkbar besten hygienischen Bedingungen. 3. Obwohl von Behring behauptet, daß eine Infektion mit Tuberkulose bei Erwachsenen nicht vorkomme, beobachte man doch die größte Vorsicht, um sich nicht der Einatmung getrockneten Speichels von Tuberkulösen, oder der Tröpfcheninfektion von ihnen auses soll einmal allen Geschmäckern Rechnung getragen werden. Und es wird ihnen Rechnung getragen. Darüber erstreckt sich jetzt die nach Außen hin wenig bemerkte Tätigkeit, bis dann eines Tages der volle glänzende Auf bau sich malerisch präsentiert. Die Leute von heute haben sehr verschiedene Neigungen, aber eine gelungene Weihnachts=Ausstellung haben sie noch immer gern geschaut. **(Die Novembersternschnuppen) kommen. In den Nächten des 12. bis 15. November wird man eine Anzahl von Meteoren am Himmel wahrnehmen, die ihren Ausgangspunkt im Sternbilde des Großen Löwen haben. Diese Sternschnuppen gehören zum Schwarm der Leoniden. ***(Auch ein Streik!) Mit einem Wagen, hochbepackt mit einer stattlichen Brautausstattung, mit Tischen, Schränken, Bettstellen und Matratzen, kam gestern abend ein Fuhrmann mit seinem Rößlein von Hagen daher und wollte nach Sölde, als plötzlich das Rößlein(wir haben schon kräftigere gesehen) in der Nähe der Stamm'schen Wirtschaft an der Hörderstraße seinen Herrn demürig und abbittend ansah, die Zunge aus dem Halse hängen ließ, mit dem Kopfe schüttelte und stehen blieb. Es ging nicht mehr, seine Kräfte waren zu Ende. Einige sanfte Schläge, auch Zureden nützte nichts. Dem Fuhrmann, der von der zu der schönen Aussteuer gehörenden Braut begleitet wurde, blieb nichts anderes übrig, als Vorspann zu nehmen. Kräftiges ausreichendes Futter wird gewiß seinem armen Rößtem bald wieder neue Kräfte gegeben haben. (Fortsetzung folgt.) zusetzen. 5. Man isoliere Tuberkulöse, die stark husten, in Heimstätten und beginnende Fälle von Tuberkulose in Heilstätten, in denen gute hygienische Bedingungen herrschen. 6. Wohlhabende Disponierte werden am besten in die seil Jahren Ruf habenden Kurorte geschickt, und endlich 7. wird, bis wir durch die Arbeiten Behrings oder anderer Forscher etwas Besseres erhalten haben, die bis jetzt vielfach als bewährt befundene Heilung mittels der Koch'schen Impfungen in geeigneten Fällen zur Anwendung zu bringen sein. Befolgen wir diese Maßnahmen, so werden wir für die Tuberkulösen so gut gesorgt haben, als dies nach dem heutigen Standpunkt unseres Wissens und Können möglich ist. Schwerte 12 November 1903 (Mitte November!) Das Ende des Kirchenjahres, der Beginn der Adventszeit, der Weihnachtszeit, rücken in greifbare Nähe. Noch ist alles ruhig und still, in Haus und Familie geht alles seinen gewöhnlichen Gang. Die Hausfrauen haben mit Wirtschaftssorgen noch viel zu viel zu tun, als daß sie Lust hätten, sich jetzt schon un: Weihnachtsangelegenheiten eingehend zu bekümmern, die jungen Damen denken auch mehr an Tanzkränzchen und Abendunterhaltungen, wie an Festgeschenke, höchstens die glücklichsten menschlichen Wesen, die Bräute, die zu Weihnachten von ihrer Geschicklichkeit und Zuneigung einen besonders deutlichen Beweis geben wollen, wählen für ihre Weihnachts=Flickereien bereits sich passende Gegenstände aus und verbinden mit jedem Flick für ihn zwei Gedanken an ihn. Aber diese äußere Ruhe ist doch nur eine Ruhe vor dem großen Freudensturm, der bald genug anhebt. Am deutlichsten ist das zu bemerken, wenn Einer sich die Mühe gibt, hinter die Kulissen unserer Geschäftswelt zu blicken. Wenn es in zwei bis zweieinhalb Wochen in den Zeitungs=Ankündigungen heißt: unsere Weihnachts=Ausstellung ist eröffnet, dann ist das Taklum da, das aber nicht über Nacht herbeigeführt worden ist, sondern emsige Vorbereitungen nötig gemacht hat. Schon seit Oktober sind die Herren Geschäfts=Reisenden mit Koffern und Musterkasten willkommene Gäste gewesen, die in aller Stille vom Neuen das Neuste, vom Modernen das Modernste vorlegten, denn in unserer heutigen Zeit stehen für den finanziellen Erfolg der Fabrikation und die klingende Ausbeute des Weihnachtsumsatzes die neuesten Muster nun einmal an oberster Stelle. Im Vertrauen gesagt, sie sind mehrmals reichlich, in mancher Branche direckt mehr als genug, was vor zwölf Monaten funkelnagelnen war, gehört heute mitunter zum alten Eisen. Aber was will man? Das Publikum ist wählerisch, und 1I—n. Geisecke, 12. Nov. Am Montag, den 16. November dieses Jahres feiern die Eheleute Polizeisergeant Hermann op den Winkel und Frau Gemahlin Anna ged. Hakenberg im Kreise ihrer Kinder, Verwandten, Freunden und Bekannten das schöne Fest ihrer silbernen Hochzeit. Wir wünschen, daß das Ehepaar nach abermals 25 Jahren in gleicher Rüstigkeit und Frische den Silberkranz mit dem goldenen vertauschen möge. Diese Nachricht wird gewiß bei vielen Freunden des Ehepaares in Stadt und Land ein lebhaftes Echo finden. Wir sprechen hiermit unseren herzlichsten Glückwunsch aus. —. Geisecke, 11. Nov. Ein ganz gemeiner Streich wurde dem Gutsbesitzer Herrn Heinrich Exsternbrink hierelbst gespielt. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch wurde die am Hofe gelegene Weide, auf der sich fünf chöne Fohlen befanden, von ruchloser Hand geöffnet unt so bewegten sich die jungen Tiere ins Freie. Sie nahmen ihren Aeg über die Felder und Gärten und kamen bis zum sogenannten Lamberg in der Gemeinde Lichtendorf, wo sie heute morgen von Schulkindern aufgefangen wurden. Tieselben sperrten die Tiere auf der Weide des Herrn Heinr. Wortmann ein, und so konnte Herr Ersternbrink, der schon in großer Besorgnis war, sein Eigentum heute nachmittag wieder in Empfang nehmen. Es ist als ein Glück zu bezeichnen, daß die Tiere beim Ueberschreiten des Bahnuberganges nicht unter die Züge gekommen sind oder sonstwie Schaden litten. Westhofen, 10. Nov. In dem Lokale der Wirtin Weiberg hierselbst fand eine Sitzung der Ortskrankenkasse des Amtsbezirkes Westhofen statt, in welcher eine unweentliche Statutenänderung beschlossen wurde. Für die am 1. Januar k. J. ausscheidenden Vorstandsmitglieder Maurermeister Michel, Schlossermeister Kogelheide, Stein brucharbeiter Brenne und Buchhalter August Großmann wurde eine Neuwahl vorgenommen und an deren Stelle gewählt: Geschäftsführer W. Häufer, Fabrikschmied Carl Klostermann, Werkmeister Louis Mark und Bruchmeister Sens. * Westhofen, 10. Nov. Am gestrigen Abend fand im Lokale des Gastwirtes Schulte hierselbst eine Versammlung verschiedener Mitglieder der nationalliberalen Partei statt, um zu der am 12. d. Mts. stattfindenden Wahl Steilung zu nehmen. Als Vertrauensmänner wurden aufgestellt für den 1. Bezirk: Unternehmer Heufer, Landwirt Dahlbüdding, Stadtvorsteher Westerhoff, Bauunternehmer Dommermühl und Amtssekretär a. D. Schweitzer für den 2. Bezirk: Gutsbesitzer Braß, Amtssekretär Weistenhöfer und Zimmermeister Dickehage. ** Westhofen, 11. Nov. Die Einsetzung der von den Gemeinden Westhofen, Garenfeld und Holzen aufgestellten Gemeindepflegeschwester findet am kommenden Sonntag 2 Uhr nachmittags in der Kirche in Westhofen statt. Nach Beendigung dieser Feier wird im Lokale des Gastwirts Schulte hierselbst ein gemeinsames Kaffeetrinken veraustaltet werden; bei dieser Gelegenheit hat Herr Pastor Graeber aus Witten einen Vortrag über die Diakonissensache im Allgemeinen und die Gemeindekrankenpflege im Besonderen zugesagt. Hoffentlich bringt die Feier ein volles Haus. ** Kirchhorde, 11. Ncov. Um einmal Fische zu schmausen, ließen die Bergleute W. Holtei=Hombruch, J. StüweKirchhörde und Franz Botha=Barop sich herbei, einen Diebstahl auszuführen. Der Landwirt Hermann zu Großholthausen legte vor ungefähr 3 Jahren einen Fischteich an, den er mit 1000 kleinen Fischen verschiedener Art belebte. Die Tierchen gediehen recht gut und eigneten sich ein Gewicht von 1 bis 2 Pfund an. Diese Fischchen hatten den Appetit der Angeklagten erregt und beschlossen sie daher, in der Nacht zum 14. Juni ds. Is. sich ein ansehnliches Quantum zu verschaffen, was ihnen auch gelang. Die Angeklagten durchstachen den künstlich angelegten Damm, entnahmen dem Teiche eine gehörige Portion Fische und die übrigen mußten, weil das Wasser abgelaufen war, eines schlimmen Todes sterben. Hermann bezifferte seinen Verlust auf etwa 300 Mark. Die genannten Freunde bestritten die Tat, das Gericht hielt sie dagegen für überführt und erkannte auf eine Gefängnisstrafe von je einem Monat. Westfalen und Rheinland. * Hagen, 10. Nov.(Strafkammer.) Einen geriebenen Gaunerstreich suchte im August d. J. der Bergmann Gustav Specht aus Stockum, ein vielfach vorbestrafter Mensch, zu vollführen. Wegen Münzperbreche waren der Wirt Melches und der Schweinehand### lenberg aus Annen als Untersuchungsgefangene in Hagen inhaftiert. Angeklagter schrieb nun unter dem Namen des Schellenberg einen Brief an dessen Tochter, die Ehefrau Melches, in welchem er dieselbe aufforderte, in einem bestimmten Geschäfte in Hagen ein Körbchen mit Wurst und 120 Mark Geld niederzulegen, welches er(Sch.) verwenden wolle, um ins Ausland zu gehen, da er in einigen Tagen auf freien Fuß gesetzt werde. Mau setzte jedoch die Polizei von dem Briefe in Kenntnis und der Gauner wurde in dem Augenblicke festgenommen, als er ein an der bestimmten Stelle abgegebenes Körbchen auf seinen Inhalt untersuchte. Als rückfälliger Betrüger schickt ihn das Gericht auf 1 Jahr ins Zuchthaus und erkennt außerdem auf 150 Mk. Geldstrafe und Aberkennung der bürgerlichen Ehreurechte auf die Dauer von drei Jahren. Wegen Entzielning der Wehrpflicht ist der Kaufmann (eorg Müller and Frazifurt a. M. am 11. Jonnar 1888 von der hiesieen Strafkammer bestraft Wor##n, obwohrg er in Wirklichteit als Artillerist gedient h###ie er durchsn seine Militärpapiere nachweist. Im Verfahren wird er heme freigesprochen.— Ruter sehr starkem Andrange des Publikues, das söcmlich um die Plätze im Zuhörerraum känpft, wird gegen den Schlosser Bernlard Remey aus Hagen wegen fahnlässiger Lötung verhandelt. Verselbe hat am 31. August ds. Is. seinen Freund, den Hizer Louis Budde miltels eines Revowerschusses getötet. An dem genenten Tage hatte Romey vormittags int andern geknein und legte sich nach den Mittagessen zu Bert. Er wohnte mir mehreren andenen Leuten bei dum Wirt Thöne. Aodde, ein Schwager des Wirts Thöne, den der Angeklagte machmtags in die Stadi begkeiten sollte, begab sich mit Den Bahnarbeitern Griedell und Ritter auf das Zimmer des Romey und neckten dieselben ihn. R. aber, der sich gern: ausrühen wollte, sorderte dieselben auf, seine Stube#### verlassen. Während die beiden anderen der Aufforderung nachkamen, blieb Budde auf dem Zimzer und trotz wieverholter Aufforderung. Als er auch nich der 6. Aufforderung noch nicht ging, sprang Romey aus dem Ben und holte seinen Revolver aus dem Koffer und als er nach dern 8. Aufforderung immer noch keine Miene zum Getzen machte, drückte er den Revolver ab, dessen Angel den Bulde in die linke Brust drang und den sofortigen 2od * Vonn, 11. Nov.(Auf den Lebensweg!) Hier wurden, wie gemeldet, von dem Dekan der medizinischen Fakultät, Herrn Geheimrat Fritsch, die ersten Damen zu Doktoren der Medizin promoviert, Fräulein Busch, Tochter des früheren Professors der Chirurgie in Bonn und Fräulein Edenhuizen aus Pewsum in Ostfriesland. Geheimrat Fritsch hielt dabei eine Ansprache, in der er u. a. sagte:....„Sie haben sich einen Beruf ausgesucht, dessen Jünger einen dornenvollen Lebenspfad wandeln. Niemand wird auf dieser Erde so ungerecht beurteilt, wie die Aerzte. Erfolge, die wir für natürlich und selbstverständlich halten, werden uns als ruhmvolle Taten zugerechnet, sodaß wir das Lob beschämt ablehnen müssen; und Mißerfolge, die auch nicht entfernt mit unserem Tun und Lassen zusammenhängen, werden uns als Verbrechen in Rechnung gestellt. Mit einem gewissen Egoismus verlangt jeder Patient, daß sein Arz unfehlbar sci. Die politiichen Partrien von links mißgönnen im Stteäte der Krankenkassen dem Arzte seinen schwer verdienten Lahn und.wollen ihn zum Sklaven herabwürdigen. Die Parteien von rechts verschränken ihm die freie Forichz## n odies falsch wäre, neue Arzneimittel und neue Mithoden eher am Tiere als am Menschen zu versuchen. Im schweren Kampfe ums Dasein, und steter Gefahr durch Ansteckug und Verletzung, ungerocht beurteilt, wird der Arzt vou vielen als ein noendiges Uebel betrachtet. * Nachen, U1. Mov. Der Arbeiter Wilhelm Kussel hat gestern abend in seiner auf dem Gasborn gelegenen Wohnung seine Frau, mit der er erst 5 Monate verheimtet ist, durch einen Messerstich in die Seite getötet. Die Nachbarn hörten keinerlei verdächtines Gerchisch, sahen aber, uls sie zufällig die Tür öfneten, die Frau auf dem Gange liegen und den Mann neben ihr ehen. Sie nahmen an, die Frau sei betrunken und schenkren dem Vorfall weiter keine Aufmerksamkeit. Der läter stellte sich gestern abend der Polizei und gab en, erssch bei Bazehung der Tat betrunken geesch beirirkte. Angeklagte, der auf der Eisenbahn=Wertstatt arbeitete und dem das Zeugnis eines eirdentlichen, eißigen Menschen ausgestellt wird, gibt den Tatbestand in diezer Weise. Er will nicht erwartet haben, daß beim ersten Abdrücken des Revolvers schon ein Schuge fallen konnte, da er den Revolver derart aufbewahrt habe, daß vor dem Lause keine scharfe Patrone sei, also erft nach dem zweiten Abdrücken sich eine von den 4 Geschossen, die sich in der Waffe befanden, entladen konnte. Seitens der Staatsanwaltschaft wird eine Strafe von 2 Jahren Gefängnis beantragt. Das Urteil lautete auf 1 Jahr 2 Monate Gefängnis wegen fahrlässiger Tötung, wobei einerseits die grobe Fahrlässigkeit und ferner berücksichtigt ist, daß Angeklagter sehr gereizt war. * Unna, 11. Nov. Herr Stadtbaumeister Modersohn hierselbst, Vorsitzender des preußischen Feuerwehr= verbandes, der schon seit Jahren Ehrenmitglied des frauzösischen Feuerwehrverbandes ist, wurde nun auch zun: Ehrenmitglied des englischen Feuerwehrverbandes ernannt. * Hamm i. W., 11. Nov.(Falk=Denkmal.) Das von der deutschen Lehrerschaft gestiftete Falkdenkmal wird, wie nunmehr beschlossen ist, auf einen Platz an der Ostenallee, die zum Bad Hamm führt, zur Aufstellung kommen. Der Platz ist von der Stadt Hamm dem Denkmalskomitee zur Verfügung gestellt worden. Die ursprüngliche Absicht, das Denkmal vor dem Oberlandesgericht auf dem Friedrichsplatz zu errichten, ist nach langen Erörterungen fallen gelassen worden. Die Ostenallee gehört zum schönsten Teile Hamms, zu dem ist sie, namentlich während der Sommermonate, außerordentlich belebt. * S o l i n g e n, 1 1. N o v. D e r K o n f l i k t z w i s c h e n d e n Krankenkassen und den Kassenärzten spitzt sich immer mehr zu. Die Krankenkassen des oberen Kreises Solingen hatten, wie gemeldet, anfangs voriger Woche die Aerztevertragskommission ersucht, sich daruber endgültig zu äußern, ob die Kassenärzte das Angebot der Kassen, ein Pauschalhonorar von 3 Mark pro Jahr und Mitglied, annehmen wollen. Die Aerztevertragskommission hat jetzt den Kassen mitgeteilt, daß die Kassenärzte das Angebot ablehnen und bei ihrer früher schon begründeten Forderung von 3,50 Mark pro Jahr und Mitglied verharren. Die Krankenkassen wollen nun in den nächsten Tagen zu dem Bescheid Stellung nehmen, die größte der Kassen, die hiesige Allgemeine Ortskrankenkasse, schon am Mittwoch abend. Der Vorstand der letzteren Kasse hat auch bereits mit auswärtigen Aerzten Verhandlungen angeknüpft. Daß der Vorstand bei seiner ablehnenden Haltung den Forderungen der Aerzte gegenüber die sämtlichen Kassenmitglieder hinter sich hat, läßt sich jedoch nicht behaupten; viele Mitglieder erkennen die Forderungen der Aerzte als berechtigt an, selbst das hiesige sozialdemokratische Organ tritt für Berücksichtigung der Aerzteforderungen ein. * Mülheim a. d. R., 11. Nov. Der Wohltätigkeits10000 Personen besucht. Die Ein(Liebe Ingend!) Ein junger Assessor hat sein Verietzingsdekret erhalten urid soll nun aus einer Ecke der preußischen Monarchie in die entgegengesetzte übersiedeln. Seive Stammtischfreunde geben ihm das Geleit zum Bahnhofe und überreichen ihm einen, stattliche Dimensionen aufweisenden Frühstückskorb, der ihm über die Strapazen der langen Eisenbahnfahrt hinweghelfen soll. Damit aber dies Ziel möglichst erreicht wird, nehmen sie dem Akreisenden noch das Versprechen ab, nicht sofort über die Delikatessen herzufallen, sondern wenigstens bis zu einer etwa 50 Kilometer entfernten Station Walldorf zu warten, ehe er den Korb öffnet. Der Assessor verspricht es auch, und der Zug dampft ab. Aber— der Assessor bleibt ganz allein im Abteil, und vor Langeweile stellt sich bei ihm der Hunger eher ein, als die Station Walldorf. Eine Zeitlang liebäugelt er noch mit dem Korbe, dann—„die Kerls sehen es ja nicht.“— öffnete er ihn. Allein, die Freunde kannten ihren Pappenheimer und hatten vorgesorgt. Mit Frakturbuchstaben leuchtet dem Zusammenknickenden aus dem Deckel des Korbes die Inschrift entgegen:„Du Schwindler, ist hier Walldorf (Angenommen.) Hans bedächtig zur Grete sprach: „Angenommen— ich wär' so schwach, Ließe vom Lenz betören mich, Wollte in Lieb' begehren Dich, Angenommen— ich dächte gar An den schimmernden Traualtar, Zu Deinen Eltern käm' ich dann — Angenommen— als Freiersmann Und die sagten mir freudig zu, — Angenommen— was sprächest Du?—“ Und die Grete flüstert beklommen: —————„Angenommen!“— (Zebrazucht.) Die langjährigen Bemühungen in Deutsch=Ostafrika, das Zebra zu prüfen, ob es ein neues Haustier für uns werden könnte, scheinen von Erfolg gekrönt zu sein, allerdings mit gewissen Einschränkungen. Die Frage der Immunität gegen die Tsetse=Fliege ist wohl noch unentschieden. Aber mit ihr steht und fällt auch die Zebrafrage nicht, wie man dies früher meinte. Auch die Zähmbarkeit des Zebras, und seine Fähigkeit, sich vollständig als Haustier eingewöhnen zu lassen, ist zur Zeit noch nicht völlig entschieden. Diese Frage hat aber auch nicht mehr die Bedeutung, die man ihr noch bis vor kurzem beilegte, und zwar deswegen nicht, weil mit Recht sich alles Interesse den Zebroiden zuwendet, den Kreuzungsprodukten zwischen Zebra und Pferd. Die Versuche mit den Zebroiden haben ergeben, daß sie größer, kräftiger und schöner sind als die Zebras, und das sie sich völlig zähmen und eingewöhnen lassen wie das Pferd. Vergleiche in der Arbeit zwischen Zebroid und Maultier fielen zu Gunsten des ersteren aus. Es ist also nicht ausgeschlossen, daß das Zebroid das Maultier verdrängt, das seine so sehr unangenehmen Eigenschaften, Störrigkeit und plötzliches Scheuwerden, doch niemals überwindet. Die Zucht der Zebroiden wird daher baldigst in Aufschwung komkleine Louis schützte ein Unwohlsein vor und schoß sich während seine Eltern bei der Trauung verweilten— aus dem Revolver seines Vaters eine Kugel in den Kopf. Eigener der„Schwerter IId Berlin, 12. Nov. Das über das Befinden des Kaisers heute vormittag ausgegebene Bulletin lautet: Dem Kaiser ist der gestrige Spaziergang gut bekommen. Die Wunde ist von gutem Aussehen und beginnt sich zu verkleinern. IId Berlin, 12. Nov. Nach einer Meldung aus London soll der deutsche Konsul in Kapstadt die Kapregierung um die Erlaubnis ersucht haben, eine Abteilung Truppen nach Warmbad schicken zu dürfen, um 90 Meilen Wegs durch wüstes Gelände zu sparen. Die Kapregierung werde dies wahrscheinlich ablehnen, aus Furcht, bei den KapHottentotten Anstoß zu erregen, die Deutschen in SiuytDrift, 55 englische Meilen östlich von Warmbad, erwarteten einen sofortigen Angriff der Rebellen; ihre Hottentottenbediensteten hätten den Ort verlassen. Eine Anzahl Hottentotten überschritten den Oranje bei Ramends=Drift, wurden aber von der Kappolizei zurückgeschlagen. Man schätze die Aufständischen insgesamt auf 1200 Mann; ihre Zahl würde sehr übertrieben. IId Berlin, 12. Nov. Wie wir aus guter Quelle erfahren, wird vom 1. Januar ab eine teilweise Fusion des Ernst Keil'schen Verlages in Leipzig mit der Verlagsgesellschaft von August Scherl in Berlin in der Weise stattfinden, daß auch die seit fünfzig Jahren bestehende„Gartenlaube“ von genanntem Verlage übernommen wird. Druck und Verlag der„Gartenlaube“ verbleiben in Leivzig. Ebenso wird die Verlagfirma„Ernst Keil Nachf.“ unverändert fortbestehen, wie dem auch die redaktionelle Leitung, abgesehen von dem Austritt des bejahrten Herausgebers, dieselbe bleiben wird. IId Berlin, 12. Nov. Eine furchtbare Katastrophe hat sich gestern morgen in dem Hause Landsbergerstraße 41, im Osten der Stadt, abgespielt. Hier brachte die 32 Jahre alte, aus Berlin gebürtige Schriftsetzerfrat Anna Wieterstein ihre 3 Söhne im Alter von 7, 6 und 4 Jahren irch Erhängen um und benachrichtigte dann selbst die. Polizei, welche sie festnahm. Die Frau leidet wahrscheinlich an Verfolgungswahn. Ihr Mann befindet sich augenblicktich in der Lungenheilstätte Bebrig. Schon vorgestern abend soll sie den Versuch gemacht haben, ihre Kinder zu töten. 1Id Karlsruhe, 12. Nov. Bei den Landtagswahlen zum badischen Landtage wurden bis jetzt gewählt: 13 Nationalliberale, 12 Zentrum, 3 Demokraten, 1 Freisinniger und 4 Sozialisten. Das Resultat des 44. Bezirks st de Beshafung von Früihfück für arme nen. 10d, haik sieh die eshimagzschaer, Geselscheft writ wancht werden solen, betragen 21.000 Mark. * Hüsseldorf, 11. Nov. Der vielfach vorhestrafte gesetzt, zu#rtur enen#ufang Lusseldorf, 11. Nov. Der vielfach vorbestraft Handelsmänn Martin Rodde und der Kellner Volkmar Bartonitzschek, welche sich in einem Berliner Volkskaffeehaus kennen gelernt, hatten seitdem fast alle größeren um hierin einen Anfang zu machen. Das hierfi notige Zevramaterial wird von Hamburg, wo es bei Hagenbeck mit bestem Erfolge akklimatisiert ist, in kürzester Zeit in das Gestüt Poggelow übersiedeln, und es steht zu estern abend das Urteil gesprochen. Leutnant Bilse wurde zu 6 Monaten Gefängnis und Dienstentlassung verurteilt, und zwar wegen Beleidigung vorgesetzter und höherer Offiziere, außerdem wurde die Beschlagnahme des Romans und seiner sämtlichen Druckplatten verfügt. Der Vertreter der Anklage hatte ein Jahr Gefängnis beantragt. II4 Rom, 12. Nov. In der Audienz, welche der Kabinettschef Giolitti beim Könige in San Rossie hatte, lehnte der König die Demission Giolittis ab. IId St. Domingo, 12. Nov. Die Revolution dauert an. Die deutschen Kriegsschiffe„Gazelle" und„Panther“ landeten stärkere Detachements Marinesoldaten mit einem Maximgeschütz zum Schutze der Europäer. Nachts griffen die Rebellen die Stadt an, wurden aber mit Verlust zurückgeschlagen. Die Lage ist äußerst ernst. Hd Fiume, 12. Nov. Der Dampfer„Nehaj“ stieß gestern abend bei San Marco mit dem Segelschiff„Udmena“ zusammen, das letztere wurde in den Grund gebohrt und sank sofort; die Mannschaft konnte gerettet werden. Hd Paris, 12. Nov. Das„Amtsblatt“ veröffentlicht ein Dekret, welches die Tätigkeit von Ordensschwestern in den Marinehospitälern verbietet. Der Marineminister hatte s. Zt. über diese Angelegenheit einen längeren Bericht verfaßt, der großes Aufsehen eregte. In demselben wurde u. a. festgestellt, daß die Schwestern sich nur wenig um die Kranken bemühten, sich vielmehr in der Hauptsache mit der Verwaltung der Magazine und Werkstätten, sowie mit der Buchführung beschäftigten Wetterbericht. 13. Nov. Teil wolkig, teils Sonne, normal, Strichweise Regen. 14. Nov. Wolkig, meist trübe, Regen, milde. Verantwortlich für den redaktionellen Teil Wilh. Schade. Als einfach„unersetzlich“ wird Kathreiners Malzkaffee von vielen Hausfrauen bezeichnet. Diesem Urteile muß Jeder unbedingt beistimmen, der die vielen Vorzüge aus Erfahrung kennt, die Kathreiners Malzkaffee tatsächlich in sich vereinigt und die ihn hoch über alle ähnlichen Erzeugnisse stellen, Jeder, der sich von seiner Bekömmlichkeit, von seinem Wohlgeschmack und seiner Billinkeit durch die Praxis überzeugt hat. Düsseldorf wurde dem verbrecherischen Treiben des gesder Strakammer laucte gegen Rlode auf 4½, Jahre aus ungüclicher Liebe hat bieter T7g6am, Bieaus, Parte Zuchtl aus, gegen B. auf 5 Monate Gefängnis. berichtet wird— dort ein dreizehnjährigze: Junge num „Aoue geot., v. o. Pop, Die Kochter ainer hiesigen Louis Morin verübt. Der kleine Gymnasat war m sene lie, welche in Düsseldorf im Dienst war, hatte ein um vieles ältere Kusine Marie verliebt und dachte allen Zimmer zu bohnen. Aus Versehen nahm sie anstatt ein Ernstes daran, sie zu heiraten. Marie jedoch zog es vor, pentin Benzin, welches Feuer fing. 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