Amtüches Kreiseicht Fersprchesluschußz Nr. Geggu., Schwerte. Telegr=Adres Braus, Stau.=Ruhr. Alle Kreis= und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung" rech verbindliche Kraft. Abonnementspreis pro Quartal 1 Mark 65 Pfg., excl. 42 Pfg. Bestellgeld, wenn durch die Post bezogen. Erscheint an jedem Wochentage. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund. Nr. 263 Schwerte. Montag den 9 November 36. Jahrgang Der Kaiser krank! (Eigener Depeschendienst.) Hd Berlin, 9. Nov. Die„Nordd. Allg Zig.“ schreibt an der Spitze ihrer gestrigen Nummer:„Wir sind ermächtigt, folgendes zu veröffentlichen:„Seine Majestät der Kaiser und König haben sich heute der Operation eines Stimmlippen=Polypen unterzogen. Die Operation wurde von dem Geheimrat Professor Dr. Moritz Schmidt ausgeführt und verlief ganz glatt. Seiner Majestät ist bis zur Heilung der Operationewunde die Enthaltung des Stimmgebrauchs auferlegt. Porsdam, 7. Nov v. Leuthold, Moritz Schmidt, 8658 Das Ergebnis der von Geheimrat Professor I. Orth ausgeführten mikroskopischen Untersuchung ist folgendes: „Der Polyp besteht aus einem sehr weichen, nur wenige Zellen enthaltenden Bindegewebe, welches von einem regelmäßig geschichteten und überall scharf gegen das Bindegewebe abgegrenzten Plattenepithel überzogen ist. Ein Teil der Bindegewebezellen enthält feine braune Pigmentkörnchen, offenbar von früher stattgehabten kleinen Blutungen herrührend. Der Polyp enthält eine größere Anzahl dünnwandiger Blutgefäße. Es handelt sich also um einen durchaus gutartigen bingewebigen Polypen. Berlin, 7. November 1903(gez.) Professor I. Orth. Der Schutz unserer Kolonien. Schlimme Nachrichten sind aus unseren afrikanischen Kolonien und speziell aus Südwest=Afrika gekommen. Im Norden ist von den Ovambos eine deutsche Ansiedler= familie niedergemetzelt worden und gleichzeitig sind im entfernten Süden die Bondelzwarts und Hottentotten aufrührerisch geworden. Es ist zu Zusammenstößen gekommen und bereits sind deutsche Soldaten gefallen. Meldungen, die über Kapstadt und London zu uns gelangen, bezeichnen die Lage als gefährlich, da der deutsche Gouverneur nur über 110 Soldaten verfügt, die aufrührerischen Stämme aber über 10 000 Köpfe zählen, auch gute Waffen besitzen sollen. Wer diese Waffen geliefert hat, wird nicht gesagt, für uns sind die englischen Depeschen natürlich unkontrollierbar. Vom deutschen Gouverneur sollen Meldungen über die Vorgänge im Distrikt Warmbad nach Berlin gegeben sein, in denen es heißt, daß eine besondere Gefahr nicht besteht und daß er die Unruhen zu unterdrücken hofft. Die Meldungen des Gouverneurs Leutwein haben sich bisher niemals gefäbt erwiesen, also haben wir nicht den geringsten Grund, sie anzuzweifeln. Die Dinge liegen wohl nicht so schlimm, wie die englischen Korrespondenten glauben. Das hindert aber nicht, daß wir jede Veranlassung haben, ihnen nicht sorglos gegenAnscheinend stehen wir noch nicht am Ende der schweren Eingeborenenkämpfe, die wir bis jetzt in SüdwestAfrika auszufechten hatten. Es ist ziemlich genau ein Jahr her, als in ungefähr den gleichen südlichen Grenzgebieten der Kolonie Unruhen militärisch unterdrückt werden mußten. Aber die Aktion vollzog sich leicht, beinahe spielend. Die größeren Aufstände in Südwest=Afrika liegen weiter zurück, bis in die Mitte der neunziger Jahre, als der seit 1893, jetzt also bereits ein volles Dezennium amtierende Gouverneur Leutwein in dem Kampf die Herreros zu Paaren trieb und den gefürchteten Henrik Witboi unschädlich machte. Leutwein war im vorigen Winter auf Urlaub in der Heimat und hat sich nach Kräften bemüht, bei der Reichsregierung ein lebhafteres Interesse für diese Kolonie zu erwecken. Auch im Reichstage hat Arer über die Kolonie, über die Bahn Swankopmund=Windhuk, über die Buren=Einwanderung und anderen Fragen gesprochen. Aber er sagte nicht, daß er mit neuen Piun sind sie doch da und es sind seit jenen Reichstagsverhandlungen eben erst sieben Monate verflossen. Gouverneur Leutwein hat sich in den zehn Jahren seiner Verwaltung als sehr tüchtiger Beamter gezeigt, es ist nicht anzunehmen, daß er sich über die Friedensliebe der unterenen Stäm Täuschungen hingegeben hat. Wir messen auch nicht ihm die Schuld an den neuen Unruhen bei. Der Fehler liegt weit eher in der unpolitischen Art, in der die durch Sachkenntnis nicht beeinflußte Bureaukratie des Reichstages die Angelegenheiten unserer Kolonien beeinflußt. Als Herr Leutwein nach Berlin kam, brachte er ein starkes Bündel von Bitten und Anliegen mit. Aber der Reichstag blieb spröde, obwohl Dr. Stübel von der Kolonialabteilung sich für die Wünsche Autweis kräftig ins Zeug legte. Jetzt ist die Bescherung da. Irgendwelche Ursachen, die man hätte rechtzeitig bekämpfen können, müssen doch die jetzigen Ruhestörungen haben. Es kann Unzufriedenheit mit der wirtschaftlichen Lage, es kann auch falsche oder ungeschickte Behandlung der Eingeborenen sein. Aber aller Wahrscheinlichkeit nach liegt der Hauptübelstand darin, daß die Polizeitruppe zu schwach ist. Mit den Eingeborenen läßt sich am ehesten fertig werden, wenn sie respektvolle Furcht fühlen. Dazu genügt allerdings in einem Gebiet, das so groß ist wie Deutschland, die Handvoll Weißer nicht, die Leutwein zur Verfügung hat. Das hat er selbst oft genug gesagt, und man hat ihm darin Recht geben müssen. Entweder wir nehmen Kolonien, oder wir nehmen keine. Haben wir aber welche, dann muß der Betrieb auch ordnungsmäßig und konsequent im Gange gehalten werden. In der Heimat ist die Polizei ein Hauptteil der ganzen inneren Politik, und draußen, wo sie mehr Zweck und Arbeit hätte, soll sie überflüssig sein. Man kann ja anderer Ansicht sein, als unsere offizielle Kolonialpolitik, die an dem Glauben festhält, daß der Handel der Flagge folgt, und nicht umgekehrt, aber wenn schon einmal nach einem oder dem anderen Grundsatz in den Kolonien gearbeitet werden soll, dann muß auch konsequent gehandelt werden. Das Balanzieren mit Halbheiten mag sich im diplomatischen Salon ganz gut ausnehmen, es ist aber gegenüber den Assegais der Hottentotten der Gesundheit schädlich. Politische Uebersicht. Deutschland — Ueber die politische Ausbeute der zwei Kaiser=Begegnung ist, wie zu erwarten war, nichts in die Oeffentlichkeit gedrungen. Aus Wolfgarten erfuhren wir, daß die beiden Kaiser und die übrigen anwesenden Fürstlichkeiten nach der Frühstückstafel im Garten Tennis gespielt hätten. Es wurde dann noch gesagt, daß sich die Monarchen bei der Verabschiedung auf Bahnhof Egelsbach wiederholt herzlich die Hände geschüttelt hätten. Von der Begrüßung bei der Ankunft des Zaren in Wiesbaden war gemeldet worden, die beiden Kaiser hätten sich zu wiederholten Malen umarmt und geküßt. Den Berichten zufolge wäre also die Verabschiedung weniger herzlich gewesen als die Begrüßung. Unsere lieben Freunde in Frankreich oder sonstwo im Auslande beeilen sich vielleicht, aus der Umarmung zu Anfang und dem bloßen Händedruck zum Schluß eine Abkühlung der persönlichen Beziehungen zwischen beiden Monarchen aufzubauen und glauben zu machen, daß das russisch=deutsche Einvernehmen einen Riß erlitten habe. Um solchen Mißdeutungen vorzubeugen, möchten wir darauf hinweisen, daß die persönlichen Beziehungen wischen dem Kaiser und dem Zaren garnicht herzlicher sein können, als sie es in der Tat Im Sturm. Novelle von E. Fahrow. (14. Fortsetzung„ (Nachbrud Verboten) „Also, jetzt kommt meine Geschichte,“ sagte Therese so ruhig, als habe die landere garnichts Besonderes geaußert..„„„ „Denken Sie mal, ich war auch einmal eine junge Dame, die sich was darauf zu Gute tat, anders zu sein als tausend andere. Das war besonders erstaunlich bei mir, weil ich eigentlich keine Talente besaß, auch nicht besonders hübsch war. Die Steineisens waren immer talentlos. Sie waren blos gelehrt in ihren männlichen und brav in ihren weiblichen Mitgliedern. Beide Geschlechter aber waren stets verständig und hatten Humor. Das sind so die hervorragendsten Eigenschaften unseres Hauses seit zweihundert oder mehr Jahren gewesen. Wie Sie sehen, garnichts Geniales; rein nichts. Das schmerzte mich. Ich hätte was darum gegeben, wenn mal ein Fräulein Steineisen mit einem Zigeuner durchgebrannt wäre oder dergleichen. Daß ich solche schlechten Streiche als genial betrachtete, zeigt Ihnen schon, wie verhaßt mir die philisterhafte Tugendhaftigkeit unseres Stammes war— theoretisch nämlich. Wie sich die Sache in der Praxis stellte, das werde ich Ihnen jetzt zeigen. Eines Tages kam der Hauptmann von Sichten und eroberte mich. Ich hatte ihn wirklich sehr lieb, obgleich auch er keineswegs„genial“ war. Er ent stammte im Gegenteil einer Offiziersfamilie, für die alles, was über einen gewissen, strengen Ehrenzuschnitt ging, ein Greuel war. Besonders Künstler und dergleichen,— „so etwas“ traf man nicht bei den Sichtens. Ich heiratete aber meinen Ernst fröhlich und guten Muts und verliebt genug, um mich mit dem Hochzeitstage in einen allezeit friedlichen Hafen voller Sonne eingelaufen zu wähnen. Dem war aber nicht so. Die Stürme kamen erst.— Sie tun das in der Regel erst nach der Hochzeit. Die ersten Jahre der Ehe— abgesehen von dem üblichen Flitterjahr— pflegen die stürmischsten zu sein. Manchmal kommen solche dunkle Zeiten später, manchmal gar nicht; das letztere aber ist ganz zweifflos eine Ausnahme. Mir nahte der Sturm in bemäntelter und deshalb um so gefährlicherer Gestalt. Mein guter Ernst nämlich wurde je glücklicher, desto hausbackener. Er war auch von Natur bequem und regte sich nicht gern auf.— Nachdem wir also einige kleine unangenehme Auftritte, die meist, Wirtschaftsangelegenheiten und dergleichen betrafen, überstanden hatten, lebten wir ruhig und gleichmäßig hin, im richtigen Kommißstil. Ich war unbefriedigt. Weil ich eben ganz einfach eine dumme Gans war. Daß mir mein Gatte nicht mehr wie in den ersten Wochen zu Füßen lag, schien mir schon ein großes Unglück. Und daß er nun so ganz sacht in der alltäglichen„Straßenzufriedenheit“ einer guten Ehe da hintrieb, ohne sich viel den Kopf über die möglichen geistigen Bedürfnisse seiner Frau zu zerbrechen, das fand ich lieblos, ungerecht. Umbringen hätt' ich mich mögen. Das machte, ich hatte das Wesen wahrer Liebe noch nicht erfaßt. Der Liebe, die nicht nach dem eigenen Wohlbe finden, sondern nur nach dem Glück des Andern fragt. Und welch größeres Glück gibt es denn, als individuelle Zufriedenheit? Nämlich des Anderen? Also, anstatt mich über meines Gatten gleichmäßige Zufriedenheit von Herzen zu freuen, erboste sie mich. So dumm war ich!..5 M 48 In dieser Stimmung vefand ich mich, als ein neuer Bekannter in unsern Kreis trat. Er war, obwohl Offizier, durch und durch Künstler. Aus der Residenz unter sprunghafter Beförderung zu uns versetzt, brachte er neues Leben, einen viel frischeren, freierem Ton mit. fort. Die politischen Beratungen zwischen dem russischen Minister des Auswärtigen, Grafen Lamsdorff, und dem Reich kanzler Grafen Bülow wurden in Darmstadt hinter verschlossenen Türen ohne Zeugen geführt. Sie dauerten über zwei Stunden. Was in dieser Zeit verhandelt worden ist, bleibt zunächst natürlich auch Geheimnis der beteiligten; aus der langen Dauer der Erörterungen darf man jedoch schließen, daß auch die Handelsvertragsfrage einer Besprechung unterzogen worden ist. In der Baklan= und ostatmete auf. Meine Selbstmordgedanken waren Endlich einmal kein Schablonenmensch! Endlich mal Einer, der was konnte. Denn er spielte wundervoll Geige und sang die modernsten Lieder mit einem weichen, kräftigen Bariton. Er hatte in Berlin mit allen Größen der neuen Dichterschule verkehrt und war sprühend geistreich in der Unterhaltung,„7E Li, Mainistein mit ihm Schrit Da konnten nun freilich die wenigsten mir ihm Schritt halten. Denn von Hauptmann und Sudermann, von Liliencron, Bierbaum und zehn anderen Zeitgrößen hatte man in unserer Garnison eigentlich keine Ahnung. Nur war wacker mitgelaufen mit der Litteratur und konnte schlagfertig mit„Meinrad, dem Ueberwinder" reden. So hatte ich ihn getauft, weil er immer nur vier Wochen für irgend einen Augenblicksstern in der Kunst schwärmte, nach Ablauf dieser Zeit aber einen neuen anbetete und den früheren für„überwundenen Standpunkt“ erklärte. Meinrad der Ueberwinder war bald allgemeiner Liebling bei den Frauen. Die Männer mochten ihn nicht so gern, weil sie neidisch waren; er glänzte ihnen zu sehr. Mir schloß er sich vor allem an, und das gerade war mein Unglück. Denn wir Frauen lassen uns ja durch nichts leichter betören und verführen als durch unser eiEs soll nur Jemand so recht listig verstehen, unser Teilnahme für sein beklagenswertes Los zu dann hat er schon halb gewonnenes Spiel.— Innerlich wenigstens. Aeußerlich gibt eine brave Frau nicht so leicht nach.— Meinrad machte mir auf Tod und Leben die Kur. Das war sonderbarerweise nichts Ungewöhnliches in unserem Regiment. Geflirtet wurde kreuz und quer, Niemand fand etwas darin, und die Gatten waren so daran gewöhnt, daß sie beinahe übelnahmen, wenn man nicht genügend beachtet wurde. ! Ernst lachte über die verteufelte Art, wie Meinrad asiatischen Angelegenheit beobachtet Deutschland, wie Graf Bülow wiederholt im Reichstage bekundet hat, vollkommene Neutralität. Diesen Standpunkt hat die deutsche Reichsregierung auch heute noch nicht aufgegeben, so daß in dieser Beziehung eine Verständigung garnicht erst genommen zu werden brauchte; sie war bereits vorhanden. Oesterreich = Das neue Wehrgesetz ist bereits fertiggestellt: Es basiert schon auf der zweijährigen Dienstzeit für Infanterie; für Kavallerietruppe und Artillerie würde auch nach diesem Gesetz die dreijährige Dienstzeit bleiben. Einige Schwierigkeiten ergeben sich aus der Finanzierung des Gesetzes. Die Erhöhung der Unteroffiziersgagen, die durch die Einführung der zweijährigen Dienstzeit und den dadurch noch fühlbarer werdenden Mangel an Berufsunteroffizieren bedingt wird, wird eine sehr bedeutende Summe in Anspruch nehmen. Da hierzu noch Kosten für Mehraufwendungen an den ungarischen Heeresanstalten kommen werden, kann man sich auf ein bedeutendes Anwachsen des Heeresbudget gefaßt machen. Frankreich. = In Frankreich soll der Dreyfushandel in nächster Zeit wieder aufgerollt werden. Dreyfus selbst ist entschlossen, nachdem angeblich neue bedeutsame Fälschungen aufgedeckt worden sind, sich mit diesen„neuen Tatsachen“ an die Justizbehörde zu wenden. Die Regierung der Republik ist dagegen verständigerweise nicht dazu geneigt, die Initiative zur Revision zu ergreifen. Wir glauben auch nicht, daß bei einer erneuten Revision viel herauskommen wird.a = Frankreich ist außerordentlich bemühl, sich Chinas und Japans als Absatzgebiete für seine Produkte zu bemächtigen. In Japan hat sich unter der Firma„Europäische ostasiatische Handelsgesellschaft“ eine Vereinigung von Großkaufleuten und Industriellen gebildet, die den Zweck hat, die direkten Handelsbeziehungen zwischen Frankreich einer= und Japan und China andrerseits zu fördern. Es ist bekannt, daß auch seitens des deutschen Reiches das erforderliche geschieht, um den deutschen Handel mit Ostasien so blühend wie möglich zu gestalten. Da der deutsche Handel die russische Eisenbahn bequem benützen kann, so dürfte er die englische wie die französische Konkurrenz in Japan und China überflügeln. Kleine Chronik. + Der Postverkehr mit dem fernen Osten über Sibirien geht glatt und regelmäßig von statten. Die Kartengrüße von den deutschen Postanstalten in Peking, Tientsin, Jonku und Tschifu treffen meist 21 Tage, die von Tsingtau und Shanghai 22 bis 25 Tage nach der Absendung bei der Bahnpost Alexandrowa=Berlin ein. Der Dtsch. Verkehrsztg. zufolge war das deutsche Postamt in Shanghai unter allen dort bestehenden Postanstalten das erste, das den Weg über Sibirien wählte. + In dem Mannheimer Prozeß wegen Zusammenbruchs der Aktiengesellschaft für Chemische Industrie gab der Hauptangeklagte Böhm die Bilanzfälschungen zu und zwar rechnete er schon seit 1891 trotz der Fehlbeträge Ueberschüsse hieraus, um Dividenden und Tantiemen verteilen zu können. + Hamburg, 7.Nov. Die Verkäuferin eines Warenhauses, die wegen Warendiebstahls verhaftet werden sollte, tötete sich durch einen Revolverschuß. + Paris, 7. Nov. Der„Temps“ schreibt: Bei Fonteney landete heute vormittag ein Ballon. Im Korbe befanden sich ein deutscher Offizier in Uniform und drei andere Herren. Auf dem Polizeikommissariat in Guise erklärte der Offizier, er sei der Hauptmann v. Abersen vom 39. Infanterie=Regiment zu Düsseldorf, sei daselbst aufgestiegen und der Ballon sei infolge eines Unfalles verschlagen. Die Luftschiffer kehrten alsbald nach Düsseldorf zurück. + Newyork, 7. Nov. Aus Virginia=City wird gemeldet: Bei einem Brande im Kearsarge=Bergwerke in Summit sind sieben Bergleute umgekommen. Man befürchtet, daß 50 bis 75 Bergleute, die sich noch unter Tage befinden, ebenfalls umgekommen sind. „ins Zeug ging. Ich aber fragte ihn eines Tages, ob er denn keine Spur von Eifersucht verspüre? Da sah er mich mit einem ernsten, treuen Blick an und sagte:.. kasianfestas B „Mein liebes Kind, wenn mein seisensestes Vertrauen in Dich soweit erschüttert würde, daß ich Eifersucht verspürte, dann wäre schon gleich alles aus.“ Nun schämte ich mich ein wenig, denn so ganz rein war mein Gewissen doch nicht in Bezug auf den schönen, glänzenden Meinrad. Ich hatte noch kein Unrecht getan, gewiß nicht. Aber in Gedanken war ich jenem doch vielleicht mehr gewogen, als erlaubt war. Eines Tages arrangirte Meinrad eine große Schlittenpartie.— Wohl zwanzig Schlitten mit Tannenguirlanden geschmückt und mit Musik flogen wir dem Walde zu, wo im Forsthaus Pause gemacht werden sollte. Meinrad und ich waren im letzten Gefährt, mein Gatte mit einem vierzehnjährigen, niedlichen Schulbackfisch, der ausnahmsweise mitdurfte, mit einer der Ersten. Meinrad war heute mehr als je Ritter aus dem Mittelalter. Er war so zart, so innig ergeben und warf mir dabei so traurig flehende Blicke zu, daß mir siedend heiß wurde. Ich versuchte zwar, wie gewöhnlich, mit Humor sein Schmachten ins Lächerliche zu ziehen, doch gelang es mir diesmal schlecht. Meinrad sah bleich und verzweifelt aus und ward um so einsilbiger, je weiter wir fuhren. Ich glaube nicht, daß der Kutscher Befehl dazu erhalten hatte, jedenfalls aber blieb unser Schlitten nach und nach hinter den anderen zurück. „Was haben Sie?“, fragte ich endlich meinen Begleiter. Als wir fortfuhren, waren Sie scharmant, und jetzt sitzen Sie neben mir und spielen den Moltke im Suverlatw'“„ Eischum;(elat) (Forrsetzung fbigt.) sagt das? Unter dieser Ueberschrift übt das„Hochland“ in nachstehender Weise beißende Kritik an der Ladenburgschen Rede in Kassel: „Unwissenheit, Aberglaube, Intoleranz beherrschten das ganze Mittelalter.“ Wer sagt das? Ein Historiker? Nein, der Chemieprofessor Ladenburg. „Es besteht heute kein Zweifel mehr, daß das alte und neue Testament nicht göttlichen Ursprungs sind.“ Wer sagt das? Ein Theologe? Nein, der Chemieprofessor Ladenburg. „Heute bringen wir unsere Abstammung auf dieselbe Stammform zurück wie manche Tiere."(!) „Wer sagt das? Ein Zoologe? Nein, der Chemieprofessor Ladenburg. „Auch die Intelligenz beanspruchen wir nicht mehr allein für uns. In welch ausgedehntem Maß kommt sie zum Beispiel dem Hunde zu!“ Wer sagt das? Ein Psychologe? Nein, der Chemieprofessor Ladenburg. „Alle humanen Bestrebungen der letzten Jahrhunderte sind ausgegangen von der Aufklärung, die die Naturwissenschaft brachte. Wer sagt das? Ein Kulturhistoriker? Nein, der Chemieprofessor Ladenburg. „Schon jetzt wissen wir gewiß, daß es kein Wunder gibt und niemals ein Wunder gegeben hat.“ Wer sagt das? Der allwissende Gott? Nein, der Chemieprofessor Ladenburg. (Hätten Fachmänner diese und ähnliche allgemeine Behauptungen aufgestellt, so würden sie vermutlich auch versucht haben, dieselben zu begründen. Dann müßte, wer anderer Meinung ist, seine Gegengründe anführen. So aber genügt es, obige Sätze festzunageln als typisch für die Geistesverfassung, in welche gar manche Köpfe durch ausschließliche naturwissenschaftliche Spezialarbeit versetzt werden können. Auch der stürmische Beifall, den Herr Professor Ladenburg auf dem Kasseler Naturforschertag finden konnte, ist ein Beweis für diese Erscheinung unserer Tage, die mindestens so„närrisch“ ist als die von Professor Ladenburg so bezeichnete Weltvorstellung des Mittelalters.) Lokales Schwerte, 9 November *(Winke für den Winter.) In der kommenden rauhen Jahreszeit sei die Zimmerluft stets rein, ohne Geruch und Staub. Ein schnelles Lüften mit vollständigem Turchzug ist besser und praktischer, als alles Offenhalten nur eines Fensterflügels; Wände und Möbel werden dabei nur sehr wenig abgekühlt und bewirken bald wieder eine behagliche Temperatur. Die Luft des Schlafzimmers sei rein und kühl, jedoch nicht eiskalt. Arbeitet man bei Lampenlicht muß man zur Schonung der Augen die Glocke mit einem blauen oder grünen Schirm bedecken. Auch darf man sich nie so tief bücken, daß das Auge die Flamme sehen kann Gesunde Menschen sollen bei jeder Witterung sich täglich mindestens eine Stunde lang im Freien Bewegung machen, um den Stoffwechsel anzuregen, die schwachen Lebensglieder zu kräftigen und die Lungen wieder einmal mit wahrer Lebenslust vollzupumpen. Bei rauhem Wetter heißt es dann: Mund zu und durch die Nase atmen! Diese ist der einzige gute Respirator. Schulkinder müssen bei Schnee und Nässe Ueberschuhe anziehen, damit sie in der Schule nicht mit nassen Schuhen zu sitzen brauchen. Morgens hole man sie zeitig genug aus den Betten, damit sie sich ordentlich waschen und ohne Ueberstürzung ihr warmes Frühstück(Milchkaffee) einnehmen können. Laßt die Kinder, auch die kleineren, recht viel im Freien herumspringen, sonst werden sie stubensiech und verweichlicht. **(Ein plumpes Schwindelmanöver) versuchte vor kurzem ein etwa 40jähriger Mann in einer rheinischen Stadt, indem er, vorgeblich als Beauftragter des Kaiserlichen Telegraphenamts in Berlin, von einem Fernsprechteilnehmer den Betrag von 12 Mark 70 Pfennig forderte für ein demnächst zu lieferndes Verzeichnis sämtlicher Fernsprechteilnehmer Deutschlands. Auf Verlangen zeigte er einen weiß=grünen gedruckten Zettel vor. Als die Gültigkeit des Zettels bezweifelt wurde, entfernte sich der Schwindler schleunigst und entkam. ür(Gerichtspersonalie.) An Stelle des Gerichtsvollziehers Müller, der versetzt worden ist, trat Herr Teipach, bisher Bezirksfeldwebel in Dortmund; der Bezirk des Gerichtsvollziehers Morgenroth ist Herrn Teipach übertragen, dagegen erhält Herr Morgenroth den bisherigen Bezirk des Herrn Müller. **(Schlußübung.) Gestern nachmittag fand am Steigerturm die diesjährige Schlußübung unserer Freiwilligen Feuerwehr statt. Nach derselben wurden die seitens der Stadt verliehenen Auszeichnungen durch Herrn Bürgermeister Rohrmann verteilt. *(Der Ortsverein Schwerte) des Verbandes deutscher Eisenbahnarbeiter und=Handwerker feierte am Samstag abend im Saale des Herrn Wilh. Quadbeck das Jubiläum seines Mitgliedes, des Herrn Wilh. Schlüter durch ein Fest, welches in jeder Beziehung schön verlief und sich eines regen Besuches erfreute. Auch der Ortsverein Arnsberg beteiligte sich hervorragend an dem Feste, er stellte insbesondere auch die Künstler zu den theatralischen Aufführungen, Vorträgen usw. Zu Beginn des Festes begrüßte der Bureau=Assistent der hiesigen Eisenbahn=Betriebswerkstätte, Herr Grewe=Wandhofen, die Erschienenen und überreichte sodann Herrn Schlüter ein künstlerisch ausgeführtes Diplom mit dem Wunsche, daß es ihm vergönnt sein möge, noch lange Jahre in gewohnter Frische seinem Berufe nachzugehen. Das Hoch auf den Jubilar und dessen Gemahlin fand lebhaften Widerhall. Das Kaiserhoch brachte in einer schwungvollen Rede, in der er des Kaisers als des ersten Arbeiters im Reiche gedachte, zu dem wir alle voll Bewunderung und in Treue aufschauten, der Eisenbahnschreiner Herr Hermann=Wandhofen aus. Brausend tönte das Hoch auf den Arbeiterkaiser durch den Saal. Eine dritte Rede hielt sodann noch der Vorsitzende des Arusberger Vereins. Sie wäre besser weggeblieben. denn sie gehörte auf ein Fest wie das am Samstag unseres Erachtens nicht hin. Prachtig und von einem wunderbaren harmlosen Humor und Frohsinn durchdrungen waren die theatralischen Darbietungen, welche denn auch bald die rechte festesfrohe Stimmung im Saale hervorriefen. So müssen derartige kleine Vorstellungen und Vorträge, die ein solches Fest verschönern sollen, beschaffen sein, wie es hier der Fall war, und mancher Verein könnte hiervon lernen. Manches Tänzchen ward zwischendurch eingeschaltet und so vergingen die Stunden im gemütlich frohem Beisammensein nur zu schnell. Wir wollen unsern Bericht nicht schließen, ohne auch unsrerseits Herrn Schlüter zu seinem 25jährigen Arbeitsjubiläum die besten Glückwünsche darzubringen. **(Einen teuren Kater) scheint ein augenblicklich in Düsseldorf auftretender Tierbändiger zu haben. Das Katzenvieh ist dem Herrn auf der Reise von Magdeburg nach Düsseldorf, die über Schwerte führte, entsprungen und auf das Einfangen des Flüchtlings hat der Dompteun eine Belohnung von 300 Mark ausgesetzt.— Auch in unsrer Stadt sind die Zettel mit der Zusicherung der Belohnung überall angeschlagen und ausgehängt. **(Die Militärbehörde) hat jetzt allgemein angeordnet, daß am 12. November, dem Tage der Wahlmannerwahl für das preußische Abgeordnetenhaus, nach Möglichkeit keine Kontrollversammlungen stattfinden sollen bezw. daß die Entlassung der Kontrollpflichtigen so früh zu erfolgen hat, daß sie noch imstande sind, ihr Wahlrecht auszuüben. ** Syburg, 7. Nov. Am Mittwoch, den 11. November findet die Einführung des neuen Pfarrers Arendt aus Bredenscheid statt. Aplerbeck, 7. Nov. Auf dem Hörder Schacht der Zeche Vickefeld ereignete sich heute mittag bei der Personenbeförderung ein beklagenswerter Unglücksfall. Der Bergmann Rost aus Hörde geriet beim Ausfahren aus dem Schachte zwischen Förderkorb und Schachtzimmerung und wurde derart gequetscht, daß der Tod augenblicklich eintrat. Rost steht im 24. Lebensjahre. Er ist erst vor kurzem vom Militär entlassen und zirka vier Wochen auf Bickefeld tätig. 3* Hörde, 7. Nov.(Molkerei.) Der Kaufmann Herr Josef Feldheim hierselbst beabsichtigt, auf seinem an der Wilhelmstraße(Eingang zur Friedrichstraße) belegenen Grundstücke eine Sanitäts=Molkerei zu errichten. Es soll die Stallung für 15 Hauptmilchkühe, welche einer fortgesetzten tierärztlichen Kontrolle unterstellt werden, erbaut werden, außerdem ein Gebäude für den Molkereibetrieb. Westfalen und Rheinland. * Herford, 7. Nov.(Tragisches Ende.) Ein trauriger Vorfall hat sich am 2. ds. Mts., abends, auf dem um 10,7 Uhr von Herford nach Salzuflen fahrenden Zuge ereignet. Kurz vor der Station Salzuflen, in der Nähe des Bahnüberganges, ist der Passagier Drexhagen aus Salzuflen, der hier seine Verwandten besucht und einen fröhlichen Nachmittag verlebt hatte, aus dem Zuge gesprungen, wobei er derart auf die Schienen des anderen Gleises geschlagen, daß er sehr schwere Verletzungen am Kopfe erlitten hatte. Ein hinzugerufener Arzt legte sofort einen Notverband an und ließ ihn ins Ufler Krankenhaus bringen. Doch hat er seine Besinnung nicht wieder erlangt und ist noch in derselben Nacht verschieden. Wie man sagt, soll er wegen des Fahrgeldes mit einem Beamten in Differenzen geraten sein. * Barmen, 7. Nov.„Wild=West.“ Eine Anzahl Knaben hiesiger Schulen trat zu einer Vereinigung zusammen, die sie„Wild=West" nannten. An schulfreien Nachmittagen ging es hinauf in den Barmer Wald, um dort Indianer zu spielen. Bei dieser Gelegenheit nahmen sie einen von einer Barmer höheren Schule nach Ronsdorf zurückkehrenden Knaben gefangen, hielten Kriegsrat, banden ihn an einen Baum und schossen schließlich nach Irokesenart mit Pfeilen auf ihn. Vorübergehende Spaziergänger machten dem Kriegsspiele ein Ende und schnitten die Bande des Gefangenen durch. * Reuß, 7. Nov. Bei der heutigen Stadtverordnetenwahl der 1. Abteilung hat die Bürgerpartei auf der ganzen Linie gesiegt. Sie hat ihre sämtlichen 5 Kandidaten durchgebracht. Das Zentrum hat damit seine etwa 25 Jahre behauptete Majorität verloren. Es zählt vom 1. Januar 1904 ab 9 Stadtverordnete, während die Bürgerpartei 15 Sitze hat. Die Beteiligung an der Wahl war sehr stark. * Solingen, 8. Nov. Eine recht unangenehme Verwechslung passierte dem Fuhrmann eines Kohlengeschäfts, der einem Kaufmann eine Fuhre Kohlen bringen sollte. Die Kohlen mußten in den Keller geschafft werden. Anstatt nun den Hebel des vom Trottoir in den Keller führenden Kohleneinlasses zu öffnen, entfernte der Fuhrmann versehentlich den Deckel der neben dem Kohlenkeller befindlichen Abortgrube. Der Wagen wurde nun aufgekippt und die„schwarzen Diamanten“ rutschten in die Abortgrube. * Köln, 7. Nov. Gestern feierte ein Kutscher der hiesigen Straßenbahn sein 25jähriges Jubilium. Bei der Feier, der auch die Vorgesetzten des Jubilars beiwohnten, wurde insbesondere die Tatsache hervorgehoben, daß der brave Mann während seiner langjährigen Tätigkeit nicht eine einzige Peitsche verschlissen hat. Er fuhr zuverlässig und rasch, ohne zu peitschen— ein Vorbild für viele Kutscher, die ihre Fachkenntnis durch ausgiebgen Gebrauch der Peitsche beweisen wollen. * Krefeld, 7. Nov. Stadtrentmeister Schulz ist heute wegen Unterschlagung amtlicher Gelder angeblich in Höhe von 26000 Mk. verhaftet worden. Er hat sich freiwillig der Staatsanwaltschaft gestellt. f(Ein geheimnisvoller Fund.) Die Metzer Ztg. schreibt: Im Jahre 1888 ist zu Montigny die Weichenstellerstochter Groß beerdigt worden. Kürzlich wurde der Mutter mitgeteilt, daß das Grab frisch belegt werden würde. Bei der Ausschachtung fand man in nicht allzugroßer Tiefe einen vorschriftsmäßig verlöteten und etwas eingedrückten Metallsarg, der auf bis jetzt unaufgeklärte Weise und vor unbestimmter Zeit in dieses Grab verscharrt worden ist. Bei der Oeffnung des Sarges fand man einen weiblichen Körper darin eingezwängt, bei welchem die abgetrennten Füße neben dem Haupte lagen. Die Leiche, insbesondere der mit langen, blonden Haaren versehene Kopf waren ebenso wie die Kleidungsstücke noch sehr gut erhalten. Vielleicht hängt mit dieser heimlichen Vergrabung die von der Witwe Groß vor nunmehr 7 bis 8 Jahren gemachte Entdeckung zusammen, daß sich an dem Grabkreuze der verstorbenen Tochter ein fremder Kranz Pesand. Tcusi, Siarhärsal h. *(Tierfreundschaft.) Die„Schweiz. Tiervorse" berichtet von einem schönen Beispiel von Anhänglichkeit der Tiere zu einander: In einem Pfarrhause des hernischen Mittellandes wurde kürzlich die Hauskatze, deren Dasein überflüssig war, zum Tode verurteilt. Die mit der Vollziehung betrauten Knaben hüllten das Tier in einen Sack und warfen es in die Aare. Der Haushund sah dem Vorgang betrübten Herzens zu. Bald darauf stellten sich Hund und Katze, in trautem Verein, beide pudelnaß, wieder im Pfarrhaus ein. Der erstere, ein Spitz, hatte den schwimmenden Sack aus dem Wasser geholt und aufgebissen und der Katze so Freiheit und Leben zugleich geschenkt. Es versteht sich von selbst, daß das„Busi“ hierauf begnadigt wurde. Eigener Depescheudienst der„Schwerter Zeitung“. Wochen beschäftigen. Bis zum letzten Verhandlungstage am Freitag waren insgesamt 112 Zeugen vernommen worden; es sollen nun noch etwa 100 Zeugen gehört werden. Man hofft, daß die Beweisaufnahme, falls keine unvorhergesehene Zwischenfälle eintreten, am Ende der nächsten Woche ihren Abschluß finden wird. Hd Sternberg in Mähren, 9. Nov. In der Spitzenfabrik der Firma Rudolph in Heidenstiltoch stürzte ein Gewölbe ein, wobei 8 Arbeiter getötet wurden Hd Budapest. 9. Nov. In Regierungskreisen wird die Situation äußerst optimistisch beurteilt. Es wird konstatiert, daß das Programm Tiszas einen vorzüglichen Eindruck gemacht hat. Hd Petersburg, 9. Nov. Der Kriegsminister ordnete an, daß sich das 10. Armeekorps zum Abmarsch nach Ostasien bereit zu halten habe. IId Belgrad, 9. Nov. Die„Bergradsky Novque“" bleiben trotz verschiedener Dementis bei ihrer Behauptung, daß König Peter abdanken werden. Hd Lille, 9. Nov. Die Fabrikbesitzer von Armentieres haben durch Maueranschlag bekannt gegeben, daß sie morgen mittag den Betrieb in ihren Gewerken wieder aufnehmen werden. Da eine große Anzahl Arbeiter diesem Aufruf Folge leisten dürfte, so sind neue Unruhen zu befürchten. Hd Serajewo, 9. Nov. Hier zirkuliert das Gerücht, daß trotz aller Dementis die Kriegsverwaltung den Einmarsch österreichisch=ungarischer Truppen in Novibazar Hd Paris, 9. Nov. Die bekannte Pariser Lebedame Marguerite de Meyran wurde in ihrer Wohnung im Bezirke Batignolles erdrosselt aufgefunden. Ob Mord oder Selbstmord vorliegt, ist noch zweifelhaft. Der Leichnam wurde erst fünf Tage nach der Tat durch den in die Wohnung eindringenden Hausbesorger entdeckt. Wetterbericht. 10. Nov. Nebel, meist bedeckt, Niederschläge, kühl, Reif, Nebel. 11. Nov. Teils sonnig, wolkig, feuchtkalt, Nachtfrost. Für den redakionelen Teil verantwortlich With. Schade. sssschmädcn.„ Marke: W stets frisch empfiehlt Fabrikmarke Drogerie Carl Trog. Verannrmchung. (Landtagswahl.) Die Wahl der Wahlmänner zur Wahl der Abgeordneten für das Haus der Abgeordneten findet am Donnerstag, den 12. November d. Is. statt. Die Wahlhandlung beginnt um 10 Uhr Vormittags. Die dritte Abteilung wählt zuerst; die erste zuletzt. Indem wir nachstehend das Verzeichnis der Urwahlbezirke, der Wahllokale, sowie der Wahlvorsteher und deren Stellvertreter veröffentlichen, laden wir die „Ahiechlalegranisches III IV V VI VII VIII Schwerte I/ Hagenerstraße, Heilige Geiststraße, Hüsingstraße, Liehtgasse, Mährstraße, Ruhrstraße, Schulstraße, Teichstraße, Brückstraße, Hellpothstraße, Höfen, Kirchhof, Kötterbachstraße, Markt, Gr. Marktstraße, kl. Marktstraße, Mühlenstraße, Sudwall, Weststraße, Westenort. Bahnhof traße, Beckestraße, Beckenkamp, Bismarckstraße, Bruchstraße, Eisenindustrie, Gasstraße, Moltkestraße, Sedanstraße, Westwall, Wilhelmstraße, Zietenstraße, Hörderstraße, Königstraße, Kuhstraße, Senningsweg. Bohlgarten, Bergischestraße, Dammstraße, Hellwegstraße, Hohenzollernstraße, Holzenerweg, Klasenweg, Märkischestraße, Poststraße, Regenbogenstraße, Richardstraße, Rosenweg. Dortmunderweg, Friedrichstraße, Haselack=Gasse, Jägerstraße, Kampstraße, Kampgasse Kleppingstraße, Neumarkt, Nordstraße, Nordwall, Ostenstraße. Schillerstraße, Wallstraße, Wolfsgasse. Hermannstraße, Kirschbaumsweg, Ostbergerstraße, Schützenstraße, Weißenburgerstraße, Hüsingheide, Ostenheide, Westenheide. Schwerte, den 7. November 1903. 1618 1550 1529 1506 1522 1504 1517 1515 Rlce beld. lale mann. Haver, Heinrich, Kaufmann. Emmerich, Ludwig, Direktor. Kilb, Heinrich, Direktor. Schermeng, Emil, Kaufmann. Winkelströter, Oskar, Werkmeister. Heppe, Wilhelm, Kaufmann. Niederstadt, rich, Rentmeister. Rath jun., Wilhelm, Kaufmann. Haver, Wilhelm, Kaufmann. Möhling, Julius, Fabrikbesitzer. Schulte, Karl, Werkmeister. Schumacher, Karl, Rentner. Grüber, Karl, Fabrikant. Saatmann, Karl, Buchdruckereibes. Heppe, August, Kaufmann. on Nalkiskane rechts. Alte Schule am Markt Zimmer links. Neue Schule am Markt Zimm. rechts. Neue Schule am Markt Zimmer links Schule an der Kuhstraße Zimmerrechts. 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