Amtliches Kreisblatt für den Kreis börde. Insertionsgebiuh, IHr lokale Lzgesven, eergalsebügefgetame, Zeite Seite oder, bereu, veVerlag von Cark Braus in Schwerte, Alle Kreis= und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung" verböndtliche stratt. Abonnementspreis pro Quartal 1 Mark. G5., Floa,., 42 Pfa. Bestelgeld, wenn durch die Post bezogen. grsug jedem Wochentage. Wöchentliche Gratisbeilage:„Il Komtliertreuuh! Nr. 254 Donnerstag den 29. Okiober 911.7 36i Schwerte Donnerstug Toedirsitger Gestlicher in Zukust esage heise, eFöhter Betrag in den Staatshaushalt eingesteut#erbe. zu der Ruhegehaltordnung wurdé ein Zusatz betreffend die A rechnung der ariven Oiejiezige dentiumnigsten Pusch und ihre Verhandlungen dozu beitrogzn gegensetiger gieße einzigen festen unveranderlichen Grunde Jesus Christus hochzuhalten, zu festigen und zu fördern. Esenbahuminister Bude, er teine Eisenbahnsoste s szaldemokratischen Agitation sofort Anzeige zu von jeder sozialre Ifort Anzeige zu — den Deusghen Verihn gzge zin Hulhigngzese, tiger Geräute lieh der Erebegalste die Bestebungen des Vereins mit warmem Interesse und wünsche, der den Volkswohl gewidmeten ernsten Arbeit segensreicher — Der frühere kommandierende Admiral unserer Marine Frhr. v. d. Goltz feiert am heutigen Mittwoch jahre, 1895 schied er aus dem aktiven Dienst. Oesterreich Aueegrp rz de egg aersche ne Freie Preise“ meldet, wurden burch kaiserliche Deutschland — Unser Kaiser hat dem ersten deutschen Arbeiterkongreß, der in Frankfurt a. V. Zger zigzstege Hant gug. gesprochzen. Der Loasegen,e Ha g..Iun, Auregungen und ausdrücklich hervorgehoven, vaß er allen entegungen und Maßnahmen des Kongresses auch in Zukunft gern se Schutz und Beistand zu teil lassen werde, so fern sie geeignet sind, das ihm und seiner Regierung am Herzen liegende Wohl der deutschen Arbeiter zu fördern. Aus je dem Wort der kaiserlichen Danksagung spricht oas hoh Wohlwollen des Monarchen für die Arbeiter und die Freude über den Huldigungsgruß derselben. Das warme Bestreben für den Arbeiterstand hat Kaiser Wilhelm II. schon mit auf den Thron gebracht und es jederzeit in opferwilligster Weise betätigt. Da darf man sich freuen, daß der Monarch auch einmal Dank und Anerkennung findet.„Auf dem Frankfurter Arbeiterkongreß waren mehr als 600000 deutsche königstreue und vaterländisch Fsinnte Arbeiter vertreten. Bei den jungsten Reichstagswahlen sind zwar 3 Millionen sozialdemgerotzächgt, stimmen abgegeben worden; es ware aber falsch, wollt n danach annehmen, daß nur der sechste Teil aller ArvDeutschlands königstreu und patriotisch sei. illionen sozialdemokratischer Wähler waren mindestens ein Drittel, wenn nicht noch mehr, sogenannte Mitläufer, und nur der Rest rekrutierte sich aus dem Arbeiterstande. Stellen wir diese Tatsache in Rechnung, dann darf man von der Frankfurter Kundgebung behaupten, daß sie keineswegs nur von einem verschwindenden Pruchel der deutichen Arbeiterschasft berührt, konden) Pischafung entchrender Diziplinarstrafen. vielmehr von einem rcht beträchtlichen Teite der besteren,, Nieue S ig m aser meider, wurgen, Guag aneriche desen Stinne durchaus us Gouche alt, Auch de, Haischliezug die mitärschen Diszpimartraten des urchurter Acheiter forderten in Bezug auf bos beov Kuisahdens und Schlesens in Spangen sowost als selbians= und Versammlungsrecht viel, sehr viel; der auzet unomnbens. Gäarschartungen der DiztolinarFrankfurter Arbeiter forderten in litlons= und Versammlungsrecht viel, sehr viel; der Kaiser und die verbündeten Regierungen werden aber dafür Sorge tragen,-Be große„Wasse wpiecd dann bald erkennen, daß mit dem deutschen Kaiser unendlich vterese biegzegengeführt werden. Diese Erkentnis wicd füllung entgegengerun erign.„Tiese grrems wird Mitläufer des Sommers von der revolutionären P dürfen wir von der nächsten Reichstagswahl eine höchst erfreuliche Abbröckelung des sozialdemokratischen Besitzstandes erwarten. Die Generalsynode in Berlin beschloß, den preuzu bitten, daß zur Unterstützung anoinvens und Schließens in Spangen sowohl ständige Strafen wie als Verschatfungen der arreststrafen für das normale Friedensverhältnis mit dem ig Perbot der Böossektion. Die christlichsoziale Majorität des Wiener Gemeinderats und des niederösterreichischen Landtages leitete eine Agitation gegen die Vivisektion in den Instituten der Wiener medizinischen kultät ein. Da die Wiener Gebäranstalt Eigentum des Landes ist, ordnete gestern der Landesausschuß, die sofortige Entfernung aller Versuchstiere aus den kumniken der beiden Gynakologen Chrobak und Scharta an. Diese Ar ordnung wurde auch ausgeführt, jedoch gxhob das Dekanat der medizinischen Farulal bagegen Protest. England. Der Ker Sbustart iier Gachod. Ecae Stotte i„ M i l i t ä r w o c h e n b l a t t“, d i e g e g e n w ä r t i g v o n besonderem Interesse ist, wo de megeschzzigt jich onz der errichteten spanischen Gegenwerke erwähnt die Studie die erfolglose Belagerung Gibraltars in den Jahren 1779 bis 1803 und stellt dann die Behauptung auf, daß heutzutage die Verhältnisse doch wesentlich anders lägen wie damals. Von Westen und Norden her kann Festung, Stadt und Hafen auf 7 bis 9 Kilometer Entfernung unter ein überwältigendes Geschützfeuer genommen werden. Die Artilleriestellungen des Angreifers werden, offenbar auf grund persönlicher Kenntnis, genau angegeben. Die geplante Anlage eines neuen Hafens auf der Ostseite des Felsens würde keine wesentlichen Vorteile bringen. Ar dererseits ist Gibraltar nicht in der Lage, oßzne Flotte, d; auf solche Entfernungen sind gegen eine unter Dampf besitz von Ceuta umentbehgtich, zichürgtegg, hat heute viel von seinem Wert als Flottennlugpunki verloren. Südafrika. = Telegramme aus Kapstadt bringen auszugsweise einen Artikel der„South African News,“ welcher ebenso die Vonzentratizu hgeighen, Losgonien den und wohthabend wore her Famisten habe keine Häuser nehr und sei gezoungen, Pferde und Maulesg zu. gefordert. Die Regierung, orint persichert wird, gaß die Bevölkerung sich loyal verhalte; und die Lage befriedigend fei. Streikunruhen in Spanien. In der Stadt Bilbao ist der Generalstreik ausgebrochen. Aller Verkehr stockt, sämtliche Läden, Apotheken und Zeitungsdruckercien sind geschlossen. Truppen halMerspriche. Wie erst nach Frühlingsstürmen, Nach dräuender Wolken Türmen Der goldnen Früchte Segen Dem Sommer reift entgegen: So kommt nach Kampf und Schaltung Der Friede zur Entfaltung. Im Sturm. Novelle von E. Fahrow. (6. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten) „Also,“ sagte er, als er jetzt mit Bill unter den Lindenbäumen saß,„unsere Korrespondenz hat die, Fatsacher unseres Daseins, wie ich sehe, zu wenig berühtt. einmal, daß meine Schwester Therese mir seit drei Jahren das Haus führt?“ „Deine Schwester— Frau von Sichten—?“ seseance e secaenen Bie gau. Haus G uis ehnsen Du wirst Therese ja noch sehen, sie holt mich gzschste Augenbick. War er wirklich schon entschlossen, so lange hier zu bleiben wie die Damen Ermsleben, man ja von hier aus prachtvoll Partien machen, Du Ausdruck eine Dame an, die soeben aus der Haustür des Greifen trat. i unr krna kratsishen. Sie hatte ein weißes Leinenkleid angezogen, oa= un„# und Gürtel mit einem goldenen Band geschmückt war, während weißes Strohhütchen auf ihrem Haar saß. „Das ist ja etwas Wundervolles!" raunte der Professor. „Sieh diese weiße Dame an, ob es eines meiner jungen Mädchen ist, weis ich aber deshalb noch eine andere Farbe hinzuweisen, ob es Roth ist? Oder Er hielt in seiner Auseinandersetzung inne, denn Bill war aufgesprungen und begrüßte die weiße Dame soeben sehr „Mama wird gleich herunter kommen,“ sagte Erna,„sie hat stellen. Aber ich sehe, daß es so voll ist, „Ach, Walter von der Vogelweide!“ sagte Erna lek fig beliebte Offenbarung gab, daß es„ein schönes Paar“ Es gehörte zu Steineisens Gewohnheiten, den Gang „Deisens Gang kenne ich, dachte er,„den hrguchezich vor den Pgeegt, fil gesehen hat sie etwas ungemein Kindliches.“ Erna ahnte nichts davon, der Gegenstand einer so ausDie Hünde inner nuch auf den Rücken vershziungn. ganz kurz den reich Eäingergz andentete. zUnd im Essacktal war er geboren,; schloß er, das ist schon an sich ein Glück, auch wenn es einem garnicht zu Bewußtsein kommt.“ „Ein Glück, das Einem nicht zum Bewußtsein kommt? Das ist eben dann kein Glua, meine ich.“ Darüber ließe lich stzichez gepiet ion Wenn wir aber auf Phlgezgen fessor der Philosophie in Greifswald ist. Hoffentlich gestattet Ihre Frau Mutter mir, ihn mit an Ihren Tisch zu „Mama gestattet alles, was ich will. Und ich bin sehr gnädig; ich gestatte alles, was fröhlich und unterhaltsam ist, so lange wir in Bozen sind. Wir wollen hier nicht steifleinen sein, sondern nur ganz menschlich. Weil wir nämlich hier sind, um uns zu erhoten.“ Sie hatte mit drolligem Ernst gesprochen, und Bill nahm seinen Hut in gebührender Hochachtung vor solchem ten die Straßen besetzt. Es liegen folgende Einzelmeldungen vor: Bilbao, 28. Okt. Die ausständigen Bergleute zwangen die Arbeitswilligen durch Steinwürfe und Stockhiebe die Bergwerke zu verlassen. Gendarmerie mußte einschreiten. Die Ausständigen zerstörten das Wasserreservoir der Bergwerksbahn in Galdames mittelst Dynamit und drohten die Wasserreservoirs anderer Bahnen in die Luft zu sprengen und an den Verladeplätzen Dynamitanschläge zu verüben. Bilbao, 28. Okt. Ueber Bilbao wurde gestern der Belagerungszustand verhängt. Bilbao, 28. Okt. Sämtliche Innungen traten dem Ausstande bei. Die Zahl der Ausständigen beträgt 40000. Der Eisenbahn= und Trambahndienst ist unterbrochen. Die Ausständigen versuchten die Arbeit in der Gasanstalt, die durch eine Kavallerieabteilung geschützt wird, zu verhindern. An anderen Stellen bewarfen die Ausständigen Wagen, welche noch verkehrten, mit Steinen unter dem Rufe:„Tod dem Bürgerstande, nieder mit den Tyrannen.“ Die Polizei ging vor, Schüsse wurden gewechselt und 6 Personen verwundet. Im Laufe des Tages wurde auf den Klub der Minenbesitzer ein Ansturm gemacht. Die Ausständigen verhindern das Laden der Schiffe. Die Geschäfte an der Börse sind eingestellt, Zeitungen erscheinen nicht. Die Läden sind geschlossen, die Straßen angefüllt von lärmenden Arbeitern. Infolge des Belagerungszustandes trafen zwei Regimenter Infanterie und Verstarkungen der Gendarmerie ein. Madrid, 28. Okt. Die Ausständigen in Bilbao begingen gestern den ganzen Tag über Gewalttaten. Sie versuchten die Drehbrücke bei Portugallte zu sprengen und brachten Züge zum Entgleisen. Die Gasfabrik wurde beinahe erstürmt, um die Stadt ohne Beleuchtung zu lassen. Vielfach kam es zu Zusammenstößen mit den Truppen und Gendarmen. Es sollen viele Personen verwundet sein. Kleine Chronik. Wien, 28. Okt. Die von Draga bei Wiener Geldinstituten hinterlegten Depots, bei der österreichischen Sparkasse 135 000 Kronen, die Draga kurz vor ihrer Ermordung hinterlegt hat, und bei der Unionbank 23.000 Kronen wurden im Auftrage der erbberechtigten Schwestern Dragas heute abgehoben. Ihr Vertreter wollte beim Hofjuwelier Köchert verschiedene Schmuckgegenstände, welche Königin Draga zur Reparatur gegeben hatte, abholen. Der Juwelier erklärte, die Gegenstände nicht ausliefern zu wollen, ehe seine Forderung von mehreren tausend Kronen beglichen sei. *„Schön heraus“ sind die Bewohner des kleinen zu Oesterreich gehörenden Fürstentums Lichtenstein. Sie zahlen an Gemeindesteuern zwischen 3 und 8 Prozent, an Landessteuern gar nur 1 Prozent des Steuerkapitals. staaten der Bußtag begangen; keine Zeit ist geeigneter zu tiller Einkehr in sich selbst als der November. Mit Allerseelen fängt er an und mit dem Totensonntag der evangeischen Kirche schließt der Monat, der ernsteste und düsterste von allen im ganzen Jahr. Der November ist auch der heimtückischeste unter den Zwölfen. Sein nebliges Wetter verursacht zahlreiche Krankheiten. Seine Nebel ragen die Bazillen und Kokken durch die Luft und bringen uns die schlimme Influenza und andere Infektionskrankheiten ins Haus. Den Schnupfen werden empfindiche Leute während der ganzen dreißig Novembertage nicht los. Am besten ist es da im warmen Zimmer, das namentlich Kinder, wenn der November so recht novembermäßig auftritt, nur wenig verlassen dürfen. Kaltes Wasser ist eine wahre Wohltat im Vergleich zu der dicken und feuchten Atmosphäre des November, die uns trotz Mantel und Winterrock bis auf die Haut dringt. Wie alles in der Welt, so unterliegen auch die Gaben des November den Wechsel. Wir erinnern uns Novembermonate, die durchaus freundlich und einladend waren und nichts von den Tücken und Unbilden des eigentlichen Novemberwetters enthielten. Allerdings sind diese Ausnahmen nicht gerade häufig; jedenfalls wollen wir nicht auf einen guten November warten und rechnen, um nachher nicht Tag für Tag enttäuscht zu werden. Macht's der bevorstehende November besser als wir vermutet, so werden wir uns darein sehr leicht finden; Enttäuschungen dagegen sind bitter; mögen sie vor allem der Geschäftswelt erspart bleiben, die auf den dem Christmonde vorangehenden Monat so hohe Erwartungen setzt. Haus= und Landwirtchaft. (Pferdekauf durch die Landwirtschaftskammer.) Wie wir erfahren, hat der Vorstand der Landwirtschaftskammer für die Provinz Westfalen, zufolge des Anklanges, den der erste Transport der Zuchtpferde bei der Versteigerung im Hamm gefunden hat und der hierbei seitens der Züchter geaußerten Wünsche in seiner letzten Sitzung beschlossen, so bald wie möglich, voraussichtlich im Monat Dezember, nochmals Stuten und Stutfohlen durch dieselbe Kommission für denselben Aetrag in Belgien bezw. Frankreich ankaufen zu lassen. Die Kommission wird ihr Augenmerk besonders auf den Ankauf 1 ¼ und 2 1/2. jähriger Stutfohlen im Condroz und den französischen Ardennen richten. In diesen hochgebirgigen Gegenden wird von den Pferden schwere Arbeit verlangt. Es ist dasje nige Pferd, welches bei genügender Schwere und flotten Gängen geeignet ist, zur Verbesserung der Pferdezucht besonders auch in den gebirgigen Teilen unserer Provinz beizutragen. Darum möge kein Züchter versäumen, bei dem Verkauf dieser Pferde in Hamm, der voraussichtlich Ende Dezember stattfindet, anwesend zu sein. Der November, Mit dem Ausgang der Woche überschreiten wir die Schwelle zum November. Er ist der trübste und düsterste von den 12 Brüdern. Zu keiner anderen Jahreszeit entspricht schlechtes Wetter so sehr den natürlichen Bedingungen und der Erfahrung wie im Monat November. Ist der November kalt, dann bringt er Schnee und Eis, dann ist er noch am gemütlichsten. Aber dazu kommt es meistens nicht. Die Temperatur hält sich im November mit Vorliebe um den Nullpunkt herum. Die zahlreichen Niederschläge weichen Weg und Steg auf und erschweren den Verkehr. Dichte Nebel lagern sich über Feld und Wald, hüllen Straßen und Plätze ein. Es kommt dann wieder die Zeit, in der wir draußen nicht 20 Schritte weit sehen können und die Lampe den ganzen Tag brennen muß. Die Natur ist im November vollständig erstorben. Die letzten roten Astern werden am Allerseelentage gepflückt und auf den Gräbern der Verstorbenen ausgebreitet: „Totenblume Aster,— Schmückest dürftig Grab,— Letzte arme Zierde,— Die man weinend gab.“ Außer der Aster erscheint die moderne Grysantheme zum November, um auf den stillen Friedhof hinauszuwandern. Im November wird in Preußen und anderen BundesLokales Schwerte, 29. Oktober 1903. **(Ein Spaziergang über unsere Kirmes.)„Besser einmal gut gelebt, als alle Tage schlecht," denkt der rechte Schwerter, wenn der letzte Mittwoch im Oktober ihm den Kirmestrubel bringt. Am Nachmittage wird die ArbeitsUniform ausgezogen, das leibliche„Ich“ in den tagsrock gehüllt, kühn die„echte“ Havannah ins Gesicht gesteckt und dann geht's mit Kind und Kegel zur Herbstkirmes, die in jedem Jahre das altgewohnte Bild bietet. In diesem Jahre zeigte der Himmel ein recht freundliches Gesicht, sodaß es überall bei der inneren Kirmesnässe blieb, von oben herunter kam nichts und der billige Jakob machte mit seinen Regenschirmen, die bei trockenem Wetter ganz wasserdicht sind, ein schlechtes Geschäft. Groß war überall der Trubel und ich wäre ein schlechter Chronist der Weltereignisse, hätte ich nicht von edlem Forscherdrange getrieben, mich der Völkerwanderung angeschlossen, die wie eine ungeheure Schlange sich zum Festplatze des abends wälzte. Toch kaum vernahm ich der Orgeln schmelzende Töne, der Kuchenhändler freundliche Stimme, da hatte die Pflicht einen eifrigen Jünger verloren, die Freudenträne rann mir über die Backe— die Kirmes hatte mich wieder. Ich vergewisserte mich schnell, daß noch reichlich Draht in meinem ledernen Geldschrank Entschlusse ab. 6667 „Auch ich habe Glück!“ rief er,„und ich vin mir bessen sehr bewußt. Daß ich gerade diesen Zug von Berlin benützen, daß ich Sie treffen mußte und nur hier mit Ihnen zusammen sein darf, das ist geradezu Kismet, für das ich Allah danke.“ „Alles ist Kismet,“ sagte Erna ernsthaft.„Und jetzt habe ich einen bemerkenswerten Hunger und möchte die Speisekarte sehen. Die Majorin kam soeben aus dem Hause heraus, und man nahm Platz miteinander. Der Professor hatte bei der Vorstellung zwei so elegante, kurze Verbeugungen gemacht, daß Erna sofort dachte: er hat Manieren, er ist kein gelehrter Tolpatsch; also mag er mit in unsere Leibgarde eingereiht werden, wenn er will. Von Frauen und Mädchen habe ich zu Hause ohnehin genug; es ist ganz nett, einmal mehr mit den sogenannten Herren der Schöpfung zusammen zu sein. Sie spielte in Gedanken ein wenig Komödie mit sich, denn im Grunde interessirte sie nur Bill Deisen und gar nicht der Professor. Und sie wußte schon, das würde so bleiben. Was sie einmal im ersten Moment für oder wider Jemand empfand, das blieb fest in ihr haften.— Bruder Wolf zu Haus schob auch diesen Instinkt ihrer Jagdhundnatur zu.„ Die Majorin war in ungewohnlich gehobener Stimmung.„„„„„ 9. All die nervose Aengstlichkeit, die kleinmutige Aufgeregtheit, der sie zu Haus unterworfen war, fiel hier von ihr ab. Sie konnte sich der anderen Seite ihrer Natur, der Genußfreudigkeit(die Erna von ihr geerbt), völlig hingeben und schaute mit hellen, frohen Augen um sich. Zunächst bedankte sie sich bei Herrn von Deisen für die schonen Blumen— Erna stimmte mit einem freundlichen Wort ein— und dann schrieb sieeine Ansichtspostkarte an ihren Sohn, die dritte seit Berlin. „Grüße den Augapfel,“ sagte Erna lustig und ein wenig spöttisch.„Sage ihm, wenn er sehr artig sei, würde ich ihm eine Zuckerdüte mitbringen. Nein,“ sagte die Majorin ein wenig getrantt,„ich werde doch nicht schriftlich Eure ewigen Neckereien fort„Denn der Herr Leutnant könnten sich darüber ärgern, ergänzte Erna.„Oh, Herr Professor, haben Sie einen jüngeren Bruder? Dann wissen Sie, wie schwer diese Jünglinge einem manchmal das Leben machen können! „Nein, ich habe nur eine jüngere Schwester, die mir niemals Kummer gemacht hat. „Ja, solch junge Mädchen,— die sind ja viel leichter zu regieren!“.„ Die Majorin schrieb noch an ihter Karte, sonst hätte sie hier einen bescheidenen Zweifel geäußert. „Sie ist kein junges Mädchen, sondern eine junge Witwe— aber doch viel älter als Sie, mein gnädiges Fräulein. Und sie hat die Güte, ihrerseits mich zu er„Ich bin nicht so jung, wie Sie denken, Herr Professor; wahrscheilich halten Sie mich für ein= oder zweiundzwanzig Jahr?“..: Emm hn „Behüte! Höchstens achrzeyn, neunzehn. „Ich bin fünfundzwanzig, beinahe sechsundzwanzig, eine schrecklich alte, erfahrene Person. Aber, Muttchen, nun hör’ auf, zu schreiben, und sieh Dir den Mond an. „Ja, ja, mein Kind, ich sehe ihn. Er ist anders, als in Berlin.“ „Das sollt ich meinen!“ rief der Professor.„Alles ist schöner durch Tiroler Atmosphäre betrachtet, als durch Berliner. Wenn Freund Deisen nicht hergekommen wäre, ich wäre trotzdem wieder nach Tirol gegangen, wie seit fünfzehn Jahren immer."(Fortsetzung folgt.) vorhanden war und nun konnte es losgehen. Hoffentlich benutzt die Steuerkasse dieses Geständnis nicht, um durch stärkeres Anziehen der Steuerschraube mich im nächsten Jahre unheilbar dem„chronischen Dalles“ zu überliefern, das wäre schade für Schade, und außerdem hätte unsere Kirmes einen begeisterten Verehrer weniger. Doch ich will nicht den Ereignissen vorgreifen. Mehr geschoben wie gegangen gelangte ich zum Marktplatz, wo die süßesten Leckerbissen in so gewaltigen Mengen aufgestapelt waren, als gelte es Schwerte für eine kommende Belagerung zu verproviantieren, ein Trost für hungrige Kirmesbesucher. Mit Himbeer= und ähnlichem Saft verfälschtes Wasser, sogar in einzelnen„Kunstinstituten“ Bier— wenigstens sah es so aus— standen zur Verfügung, sodaß auch vor Durst niemand umzukommen nötig hatte. Die kleine Welt veranstaltete denn auch auf dem Platze die großartigsten Festessen, und es ist wahrhaft bewunderungswürdig, was so ein Kindergebiß und Kindermagen alles vertragen kann. Beim Anstellen dieser Beobachtung war ich inzwischen ganz allmählich bis zum Wilhelmsplatz durchgedrängt worden. Hei, war das ein Trubel! Das Kreischen der Karusselpfeifen, die Musik der einzelnen Buden, das Quietschen der Kinder mit Gummi=Blasballons und Papptrompeten vereinigten sich zu einem stimmungsvollen, ohrenzerreißenden Konzert, aber dafür ist eben Kirmes, wer mit kegelt, muß auch mit aufsetzen. Langsam zog ich mich wieder bis zum Markt zurück, wo mir ein Zigarrenhändler, der mich nach meiner von all dem Gedrängel etwas schäbigen Erscheinung taxiert, drei Zigarren für einen Groschen, ein edles Kraut, wie er sagte, verkaufen wollte. Da ich nun aber seit meiner Verheiratung leidenschaftlicher Nichtraucher bin, weil sonst die Gardinen gelb werden und meine Frau dann die diesbezüglichen (Gardinen) predigten hält, so konnte aus diesem Handel nichts werden. Still zog ich weiter. Aus meinen Träumen riß mich ein Photograph, der mir den Glauben an mich selbst wiedergab, indem er mir schreiend versicherte, daß mein Bild sich„reizend“ machen werde; doch ich widerstand der Versuchung, wenngleich ich auch wünschte, in den Besitz eines Bildes zu kommen, das mich als„reizender Kerl“ aufwies. Eine Minute später war ich das Opfer eines Glücksbuden=Mädchens geworden. Daß ich ein ausgemachter Pechvogel bin, bewies mir der Erfolg; während andere„prachtvolle“ Bilder und dergleichen gewanneu, marschierte ich, um einige Nickel ärmer, aber an Erfahrungen reicher, weiteren Genüssen entgegen. Die neuesten Ereignisse, die in einem Bilde zu sehen waren, lockten mich an. Staunen mußte ich dabei über die „noblen“ Verbindungen mancher dieser Budenbesitzer. Das serbische Königsdrama entrollt sich vor meinen Augen, anscheinend haben diese Mordgesellen, die Säblowitsch, Revolvorowitsch, Mörderowitsch und wie diese Witsche=Kreaturen alle heißen, Blitzlicht=Aufnahmen von ihrem schauerlichen Treiben gemacht und diese dem Budenbesitzer überlassen. Die neuesten Naturwunder, Panoptikums und Volksmuseen erhielten gleichfalls von mir den nötigen Obolus, man muß doch die„Kunst" unterstützen. Der Dame mit den russischen Bären galt mein nächster Besuch und beim Anschauen ihres erfolgreichen Ringens mit dem plumpen gewaltigen Eisbären habe ich mir gelobt, nie mehr vom„schwächeren“ Geschlecht zu sprechen. Wenig Lust verspürte ich indes, mich von all den Karoussels rundfahren zu lassen. Es geht heutzutage so rund und bunt zu in der Welt, daß einem das alltägliche Leben schon wie eine Karousselfahrt vorkommt. In der Schiffsschaukel schwebte ich sodann frei in den Lüften, um kurz darauf im Hippodrom die Bekanntschaft mit der Erde„bäuchlings“ zu erneuern. Ja, ja, das Reiten ist ein Vergnügen für den Hippodrom=Besitzer, dem selbst meine„Losvom=Pferd=Bewegung“ noch Geld einbrachte, aber auf meinen zwei Beinen fühle ich mich sicherer, als auf den vieren des Gaules. Daß mir der„Fall“ nichts geschadet, erprobte ich in den Schießbuden, wo ich alle Tonpfeifen heil ließ, was mir die lebhafteste Anerkennung der Schießbudendame eintrug. Ebenso tüchtig war ich im Lichterausschießen. Auch hier konnte ich als Feind jeder Dunkelheit und Freund des Lichtes keine Lorbeern ernten und so gelangte ich schließlich in einer Bude auf den Hund, d. h. auf„Miß Konstantines dressierte Pudel.“ Damit war ich wirklich auf den Hund gekommen und verließ den Platz, um auch in den Wirtschaften das Kirmesleben zu studieren. Hier sorgten Wahrsagerinnen, Akrobaten, Harfenmädchen usw. für Abwechselung. Einige Sängerinnen, deren rostigen Stimmen das tiefe C. weniger Mühe machte, als das hohe, machten fortwährend Attentate auf meine Geldbörse. Es schien, als ob sich alle Sänger und Sängerinnen von ganz Finsterwalde hier gestern ein Stelldichein gegeben hätten, und so waren meine Kupfer= und Nickelmünzen bald den Weg aller Moneten gegangen (das große Geld hatte meine Frau vorsichtshalber zu Hause behalten) und ich trollte mich nun heimwärts, gedenkend des Schicksales meiner Moneten, aber auch überzeugt, daß es keine schwerere Arbeit gibt, als das Vergnügen, was mich aber nicht abhalten wird, mich in der nächstjährigen Frühjahrskirmes nochmals dieser Vergnügen=Arbeit willig zu unterziehen. (Der landwirtschaftl. Kreisverein) hält am 4. November, nachmittags 3 ½ Uhr im Lokale des Herrn Müller in Hörde eine Generalversammlung ab. **(Taschendiebe) haben auch auf der gestrigen Kirmes wieder ihr Unwesen getrieben. So ist einem jungen Manne aus Höchsten, Heinr. Kr., die Geldbörse mit 7 Mk. gestohlen worden. Schlecht erging es dagegen gestern abend einem Jünger der Langfingerzunft auf dem Wilhelmsplatze. Er machte sich in zuvorkommender Weise an der Tasche eines vor ihm stehenden jungen Mannes zu schaffen; dieser merkte indes den Braten, drehte sich kurz um und verabreichte dem Liebhaber fremder Börsen eine derartig wuchtige Mauschelle, daß der Taschendieb halbbetäubt mit einem Schmerzensschrei zurücktaumelte. Wir glauben sicher, daß ihm für gestern abend die Lust, in seinem Fach weiter zu„arbeiten“, gründlich vergangen ist. ** Hörde, 29. 29. Okt. Wie wir hören, werden am 11. und 12. November d. Is. seitens der Präsidial=Stelle des Deutschen Flotten=Vereins zu Berlin im Saale des Hoffentlich , lum durch im nächsten überliefern, hätte unsere Doch ich r geschoben die süßesten pelt waren, lagerung zu nesbesucher. tes Wasser, wenigstens aß auch vor kleine Welt roßartigsten bürdig, was vertragen ir ich inzwiitz durchgeas Kreischen Buden, das allons und mmungsvolst eben Kirlangsam zog r ein ZigarGedrängel i Zigarren igte, verkaueiratung leiie Gardinen sbezüglichen esem Handel einen TräuGlauben an d versicherte, doch ich wiwünschte, in als„reizenich das OpDaß ich ein Erfolg; wähichen gewanaber an Ern. Die neuhen waren, i über die Zudenbesitzer. vor meinen , die Säblond wie diese nahmen von dem Budender, Panop3 von mir inst" unteren galt mein erfolgreichen iren habe ich beschlecht zu von all den seutzutage so as alltägliche mt. 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Ein internationaler Hochstapler und zwar auf ärztlichem Gebiete ist der sog. Ohrenarzt Dr. John Henry Nickolsen aus London, der sich wegen zahlreicher in Deutschland begangener Schwindeleien vor hiesiger Strafkammer zu verantworten hatte. Der Prozeß, anfänglich als eine Betrugsanklage, wie es deren viele gibt, erscheinend, wächst sich zu einer cause celebre aus und war nach eintägiger angestrengter Verhandlung so weit gediehen, daß am späten Abend die Vertagung der Sache auf Donnerstag eintreten mußte. Der Angeklagte ist englischer Untertan, aber von der englischen Regierung wegen seiner Schwindeleien an Deutschland ausgeliefert, nachdem er in London wegen gleicher Straftaten zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Es sollen mehrere hundert Betrugsfälle vorliegen, von denen eine größere Anzahl in hiesiger Gegend begangen worden ist, so daß der Angeklagte hier inhaftiert ist. Er hat in zahllosen Zeitungen des In= und Auslandes, namentlich auch in deutschen Blättern, seine Kunst angepriesen, nach welcher er jede Art von Ohrenleiden durch seine Mittel, die er den Leuten zusende, zu heilen im Stande sei. Massenhaft meldeten sich die Patienten bei dem Heilinstitut des Angeklagten; sie wurden ihr Geld— 30—50 Mark— los, und erhielten wertloses Zeug, das von keinerlei heilendem Einfluß auf das Ohrenleiden war. Die Patienten, die sich an den Angeklagten brieflich wandten, gehörten fast durchweg den besseren Kreisen an. Der Angeklagte leugnete alles. Die Rechtsanwälte gestrichen ist, Rat holen, wurde aber abgewiesen und obendrein noch um ein Darlehen von 3,65 Mk. angegangen. Der Tagelöhner mußte das Geld erst selbst zusammenborgen und der Justizrat versprach die baldige Zurückzahlung. Auf wiederholtes Drängen erhielt er jedoch statt des Geldes nur grobe Antworten. Das Urteil des Schöffengerichts lautete auf 30 Mark Geldstrafe. Als straferschwerend fiel der Bildungsgrad des Angeklagten ins Gewicht, von der Verhängung einer Gefängnisstrafe wurde abgesehen, damit dem Angeklagten die Möglichkeit der Rückkehr auf bessere Bahnen nicht erschwert würde. Hd Konstantinopel, 29. Okt. In hiesigen diplomatischen Kreisen ruft die Haltung des Sultans, welcher darauf besteht, daß mehrere wichtige Punkte des Reformprojektes in seinem Sinne abgeändert werden sollen, ernste Besorgnis hervor. Wetterbericht. 30. Okt. Feucht, meist bedeckt, kühler, starke Winde. 31. Okt. Veränderlich, feuchtkalt, stürmisch. Für den redaktionellen Teil verantwortlich Wilh. Schade. 1, werden am kräsidial=Stelle im Saale des Versendung der Mittel sei nicht durch ihn, sondern durch seine deutschen Angestellten geschehen. Sein Institut sei eine Gesellschaft m. b. H. gewesen und er habe drei Aerzte aus London, Brüssel und Wien zu seiner Verfügung gehabt. Von den zahlreichen Zeugen, die geladen, wurde nur der Polizeikommissar You aus London vernommen (mit Rücksicht auf die weite Entfernung), der bekundete, daß in dem„medizinisch=elektrischen Institut, größte Erfindung unserer Zeit“, des Angeklagten, kein Arzt, sondern Kommis angestellt gewesen seien. Die Verhandlung dauern noch fort. * Hagen, 28. Okt.(Schafdiebstahl.) Ein aus der Essener Gegend stammender Arbeiter T. und dessen Sohn stahlen vor einigen Tagen zehn Schafe von der Weide des Gutsbesitzers S. in Wickede und verkauften die Tiere in Herdecke. Durch die Aufmerksamkeit eines hiesigen Viehhändlers wurde der Diebstahl entdeckt und sind die Diebe ermittelt. * Hagen, 28. Okt.(Steckbrief.) Gegen den Dampfwalzenbesitzer Robert Wehrmann aus Barmen, der, wie schon früher berichtet, wegen fahrlässiger Tötung angeklagt war, sich dieser Tage vor dem hiesigen Schwurgericht dieserhalb verantworten sollte und unter Zurücklassung seiner Frau und seiner Kinder flüchtig geworden ist, hat die königliche Staatsanwaltschaft einen Steckbrief erlassen. Es wird vermutet, daß er sich ins Ausland begeben hat, da ihm eine hohe Strafe bevorstand. Wehrmann hat bekanntlich vor einigen Monaten bei Schwelm einen italienischen Arbeiter durch Ueberfahren mit dem Automobil getötet. * Dernekamp bei Dülmen, 28. Okt. Einen Tierquäler ärgster Sorte bedachte gestern die Strafkammer in Münster mit einer gerechten Strafe. Ohne jeglichen Grund, aus purer Nutzlosigkeit brachte der 17jährige Arbeiter W. am 31. Juli und 21. August dem auf der Weide gehenden Pferde des Zimmermanns S. zwei tiefe Stiche in die Brust bei, an deren Folgen das Tier, das einen Wert von 600 Mark hatte, einging. Für seine rohe Handlungsweise konnte der Angeklagte absolut keinen Grund angeben. Seitens der Staatsanwaltschaft wurde eine Gefängnisstrafe von einem Jahre und sofortige Verhaftung beantragt. Der Gerichtshof erkannte diesem Antrage entsprechend. * Essen, 28. Okt. Grobe Ausschreitung. Als gestern abend zwischen 10 und 11 Uhr ein Straßenbahnzug, bestehend aus zwei Wagen, den Hölteberg an der Essen=Horster Straße passierte, drang eine Rotte junger Burschen auf den Zug ein, demolierte mit Stöcken alle Fensterscheiben und brachte ihn zum Stehen. Der Schaffner und der Wagenführer wollten die Täter feststellen, doch diese zogen ihre Messer und brachten dem Führer 4 und dem Schaffner zwei Messerstiche bei. Als die letzteren sich dann mit den schweren Bremskurbeln bewaffneten, ergriff die Bande die Flucht. Es gelang jedoch der Polizei, vier der Täter zu fassen und in das hiesige Gefängnis einzuliefern. * Hochdahl, 28. Okt.(Beim Spiel verschüttet.) Eine Anzahl Knaben, welche zum Soldatenspiel ausgezogen war, grub an einem steilen Abhange(Viehhofertal) in Gerresheim eine Höhle zum Biwakieren. Während einer derselben, der elfjährige Sohn des Schmiedemeisters Ripp, in die Höhle gestiegen war, sturzte das obere Erdreich ein und begrub den Bedauernswerten unter sich. Seine Kameraden versuchten, den Verschütteten durch Abtragen der Erdmassen zu befreien, und erst, nachdem sie merkten, das ihnen dies nicht gelang, riesen sie um Hilfe. Aber nur als Leiche konnte der Verunsluckte durch inzwischen herbeigeeilte Nachbarn und Feuerwehrleute herausgeholt werden. * Aachen, 28. Okt. Daß ein Justizrat von einem Tagelöhner wegen Betruges verklagt und vom Gericht verurteilt wird, kommt gewiß nicht alle Tage vor. Der Fall hat sich hier ereignet. Ein Tagelöhner wollte sich bei dem Justizrat Schmitz, der übrigens aus der Liste der t(Allein auf dem Ozean.) Irgendwo auf dem weiten Atlantischen Ozean befindet sich gegenwärtig— wenn nicht ein unfreundliches Geschick es schon zertrümmert hat — ein 19 Fuß langes gedecktes Segelfahrzeug mit einem 6 Fuß langen Mast, das den Namen„Columbia II.“ trägt und als Mannschaft einen einzigen Menschen trägt, den Kapitän Brown, der es sich in den Kopf gesetzt hat, allein eine Reise von 4910 Meilen von Boston nach Marseille zu machen. Der Cunard=Dampfer„Etruria“, der in Queenstown am Sonnabend aus New=York ankam, bringt die einzige Nachrcht, die man bis jetzt von diesem kühnen Schiffer erhalten hat. Am 37. Tage von Boston aus wurde Kapitän Brown von dem britischen Dampfer „Greenbrier“ gesichtet, der von Manchester nach Jamaika ging. Der Kapitän der„Greenbrier" näherte sich dem einsamen Fahrzeug, in der Meinung, daß es einen schiffbrüchigen Matrosen enthielte und bot seine Hilfe an. Kapitän Brown kam auf die Aufforderung an Bord, erklärte aber, daß er nur neuen Proviant brauche. Sein Fahrzeug ist, wie er sagt, in einem schrecklichen Sturm am 6. September gekentert, und erst nach Stunden verzweifelter Arbeit ist es ihm gelungen, es wieder aufzurichten und seine gefährliche Reise wieder fortzusetzen. Er hatte aber all seinen Proviant und Wasser verloren und litt entsetzlich, bis er etwas Regenwasser in seinem Wachstuchmantel auffangen konnte. Kapitän Blower von der „Greenbrier“ konnte Kapitän Brown nicht dazu bewegen, seine Fahrt aufzugeben, konnte ihm aber wenigstens frisches Hammelfleisch, Brot, Seile, Bücher ud Wasser geben. 8 m P4 7 *(Die schlauen Einjahrigen.) In vem vielbesprochenen Buch„Aus einer kleinen Garnison“ erzählt der Verfasser einen hübschen Streich, welchen die Einjährigen einer Schwadron ihrem auf Geschenke erpichten Vizewachtmeister gespielt haben sollen.„An der Wand stand ein Klavier, obwohl weder der Vizewachtmeister noch seine Gattin(eine frühere Ladenmamsell) in die Kunst des Klavierspielens eingeweiht waren. Doch mit diesem Klavier hatte es eine besondere? Bewandtnis, und nie ruhte der Blick des Besitzers ohne einen gewissen Groll auf der schuldlosen„Drahtkommode". Im ersten Jahre ihrer Ehe nämlich hatte es die Frau Wachtmeisterin oft schmerzlich empfunden, nicht ein Klavier, das Kennzeichen einer „gebildeten“ Einrichtung, ihr eigen nennen zu können, denn die Kollegin der zweiten Schwadron besaß ein Instrument. Ihr Gemahl sprach daher des öfteren mit Nachdruck gegenüber den vier Einjährigen der Schwadron von den Talenten seiner Lebensgefährtin auf musikalischem Gebiete, die nun elend verkümmern müßten, da er zur Anschaffung eines„Pininos“ nicht die nötigen Mittel besäße. Es hatte ihn daher kaum gewundert, als er eines Tages jenen„schwarzen Wimmerkasten", wie er ihn nannte, in seinem„Salon“ vorfand mit einer schriftlichen Widmung der gütigen Spender. Als aber für die Einjährigen der Tag der Entlassung kam, kam für den entsetzten Wachtmeister ein großer Wagen, dessen Lenker die Weisung hatte, das für sechs Monate gemietete Klavier wieder abzuholen. Um nicht zu Gespött der Kameraden zu werden und auf flehentliches Bitten seiner Gattin kaufte der Wachtmeister das Klavier auf Ratenzahlung, und nun stand das unselige Instrument unbenutzt an der Wand, während die Rechnung noch lange nicht abgezahlt war. Daher die Wut des Wachtmeister auf dieses Prunkstück seines Salons!“ Rers Die beste Wurze des Frühstücks ist ein auter Kassee,— und die beste Würze des Kassee's ist Linde's An mien lütte Dörte. Is' de Supp nich kräftig'nog Or'n beten slapp, Nimm den lütten Maggikrog Ut den Käkenschapp. Dau davon blot een par Druppen Drieste an dien Teller Suppen Sast mal seih'n, mien leewe Dörte, Wo dat smeckt mit Maggiwörte! Ick segg' di, mien lütte Deern, Lat Grotmoder ok probeern, Un sei seggt di: Nee, so wat Schön's hew'k all mien Dag nich hat. Steuerveranlagung für 1904. Reichstagswähler 63 jeder Parteistellung von 1871—1903 wird es interessiren zu sehen, wie sie mit ihren Kandidaten in den verschiedenen Sessionen abgeschnitten haben. Payne’s illustrirter Tamftien-Kafender 1904 lässt den deutschen Staatsbürger auch in dieser Zeitfrage nicht im Stich. Auf 4 Karten mit dazu gehörigem Text ist aus fünf politisch wichtigen Perioden das Ergebniss der Wahlen und die Namen der auf den Schild gehobenen Reichstagsabgeordneten angegeben. Diese Blätter sind so interessant für jeden innerhalb der schwarzweissrothen Grenzpfähle lebenden Bürger, dass er schon aus diesem Grunde den Illustr. Familienkalender kaufen wird. Der Kalender kostet, trotz seines überaus reichen Inhaltes nur 50 Pf. und dazu noch der praktische Gratisanhang von 32 Seiten! Man kaufe keinen beliebigen minderwerthigen Familienkalender, sondern nur den echten von Payne, bei Expedition dieses Blattes oder deren Boten. Eigener Depeschendienst der„Schwerter Zeitung.,. Hd Berlin, 29. Okt. Wegen Unterschlagung amtlicher Gelder wurden in Altenburg der städtische Kassenrendant Meuselwitz zu 18 Monaten und Rechtsanwalt Wiegand aus Ronneburg zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Hd Bingen a. Rh., 29. Okt. Der 19jährige Techniker Friedrich Hoheiler aus Neustadt a. d. Haardt hatte am Sonnabend nach einer Bierreise gewettet, 4 Schoppen neuen Weins innerhalb weniger Minuten zu trinken. Nach Genuß des Weines verfiel er in Bewußtlosigkeit und Krämpfe; heute früh starb er. Hoheiler war erst vor wenigen Tagen nach Bingen gekommen und der einzige Sohn seiner Eltern. Hd Budapest, 28. Okt. Auf Befehl des Ministeriums wurde eine Broschüre, welche im ganzen Lande vorbereitet wurde und die das Volk aufforderte, für die ungarischen Forderungen ein Plesbiszit zu veranstalten konfisziert. Hd Tiflis, 29. Okt. Der Generalgouverneur des Kaukasus Fürst Galitzin wurde auf einer Ausfahrt mit seiner Frau von drei Armeniern angefallen und an Kopf und Armen schwer verletzt. Der sich zur Wehr setzende Kosak wurde ebenfalls schwer verwundet. Die drei Attentäter wurden verhaftet. Hd Konstantinopel, 29. Okt. Nachdem die Erhebung der Albanesen infolge der neuen Reformen wieder einen bedenklichen Charakter annimmt, wurden auf Befehl der Pforte der begonnenen Abrüstungen wieder sistiert. Vergleichen Sie Angebote in Herrenkleiderstoffen in Bezug auf Auswahl. Qualität und Preise. dany haufen Sie bestimmt bei (hristian Günther, S SS BD ezc PLACWITZ Postfach N9 47 Bekanntestes Tuch-Versandgeschäft. Saison-Neuheiten sind eingegangen. fordern Sie mit S Pfg.: Karte kostenlose Zusendung von Mustery. S Veranntmachung. Zum Zwecke der Berücksichtigung bei der Einkommensteuerverlangung für 1904 werden die Amtseingesessenen mit einem Jahreseinkommen von nicht mehr als 3000 Mk. ersucht, bis zum 5. November d. Is. die Schuldenzinsen, Lasten, Kassenbeiträgen und Lebensversicherungsprämien, deren Abzug sie vom Gesamteinkommen beanspruchen, unter Vorlegung der Beläge auf dem Amtsbureau hierselbst, Zimmer Nr. 5, nachzuweisen. Die früher erfolgten Anmeldungen sind zu wiederholen oder glaubhaft nachzuweisen, daß keine Veränder ungen vorgekommen sind. Barop, den 26. Oktober 1903. Der Amtmann: Reintzsch. CMühlinghausPet-Joh Sohn, Lengep) B. TRomdliu- uesthinkt.. Socten und Steinom. 4 Ehrendiplome, 9 goldene Medaillen Ebenso angenehm im Sommer als im Todes-Anzeige. iente Nacht 12½, Uhr entschlief Gagin gr## Grsehen, bochgegzärgrw, wit, dien würdigen Empfang nem Leiden, gesfärkt, durch ben würdig, egeliehler der heiligen Sterbesakramente, mein innig#on#g Mann, mein teurer Vater, Bruder, Schwage der Kaufmann Friedr. Wilh. Vaassen Tiefbetrübt mit der Bite um stile Teilnahme Die trauernden Hinterbliebenen. nachmittags 8 Uhr vom Sterbehause aus statt Betanntmachung. 2. der, Frennereibe, Heinr Märimnann,„„ Eroanzungswoy, Zrauereibesitzer Wihelm Frozing für die Restfanktionsdazegn(gz. Dezember. 9) die regelmöbio, Wüäherrrgachniltags S udr, wobel demerit wied, daß die 3. Abteilung zuerst und die 1. Abteilung zuletzt b) die außerordentliche Ersatzwahl für Herrn Froning nachmitP“ b sen werden von denselben Abtilungen vorgenggre men, von denen die Ausscheidenden bezw. der Verstorbene gewa. ab vier Wochen lang bei ge Ifer und können etwaige Einwenzu Schüren der Feit der Osfenlage bei dem Herrn Gemeindevorsteher schriftlich er Die wahlberechigten Gemeinde= Eingesessenen werden zu der Wahl hiermit eingeladen. vierbect, den 28, Ortover 90, De, Aimtmann: Leonhard. Bekanntmachung. ordneten, Landwirt Wilhelm Schröer und Landwirt Samstag, den 28. November d. J“,„ 7g Pmgt ge 5 Uhr, im Saaie des Wirts Ey in, Blbtelungslisten liegen vom 30. d. Mis e ie lang bei dem Herrn Gemeindevorsteher Kissing in e de Einsczenahme ofen. Etwaige Eiunen wpasen geoen die Richtigkeit und Vollständigke, der Listen cönnen wahrend, der Zeit der Offenlaggrgtefg F rang Grgcg, Lemeindevorsteher Kising Pr's, Indem ich bemerke, daß die Wahl von der 1. Abteilung vorgenommen wird, lade ich die wahlberechtigten Gemeinde=Eingesessenen zu dem Wahltermine hiermit ein. Pplerbek, den 26. Otober 1909), Dex Amimann: rur Guisenkf. Erbsen, Bohuen, Linseu, sehr gut kochend, sind eingetroffen. Ernst Klein, Hüsingstrasse 15. S 5% W Erloschen: Milzbrand. Unter dem Rindviehbestande des Fuhrunternehmers Christian Nehring hierselbst. Schwerte, den 28. Oktbr. 1903 Verpachtung Freitan, den 30. Oktbr., und zwar Rachin. 4 Uhr in Wiechem's Kämpchen am Mühlengraben; Nachmittags 5 Uhr auf Strickehof(Gärten von Schulte=Munkenbeck) an Ort und Stelle. Hohenschwert. 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Schlachtprozente 61 54 50 46 60 53 48 48 56 52 Verfichenbe Preil 4344 1149 9361 12004 langsam langsam ruhig langsam Mi. 44—46 85—38 29—80 26—27 41—48 33—35 27—29 30—31 50 44 42 65 60 54 44 50 48 42 794 197 165 2142 langsam langsam langsam langsam Mi. 41—43 84—36 29—31 25—26 32—38 27—29 21—24 37—38 82—84 1244 562 656 2876 schlepp. ruhig lebhaft flau Mk. 45 89—40 84—35 28—80 40 84—35 28—29 25 Essen a. R. am 27. 10 945 589 167 3225 schlepp. schlepp. schlepp. schlepp. Dir 40—41 35—36 27—28 23—24 21—22 56—57 48—50 86—39 24—26 36—87 82—34 25—27 28—35 51—52 49—50 46—48 47—48 29—80 23—25 51—53 47—50 48—46 34—35 81—82 25—26 52—53 49—51 46—48 46—48 30— 31 24—25 32—39 26—27 33—31 29—30 28—24 68 54 45—47 29—35 87 32—83 25—27 58 54 50—51 44—48 44—48 48—30 454 38—4 36 99-—3 22— 52—59 45 45—45