Amriches Rreboialt Mnhmmerrrnhremmmrer r sernstechelnschlaß Nr. G. Unt Sisperte, Telage=eübese Pestebede uud Sherechhr. die Vest, und botuhegehen ben der gheigt. Regiernung 4a Pie. Bestelgeld, wenn durch die Post bezsagen. Ershelnt:. duch Verssentlichung in der Schwerter Zeitung ucht, Ieden Wochenug. Pegreintengeuagetsbelag:„Juusertente perdtmdliche Kraft. Sgmitentrein. Nr. 25 1. Wühg 36. Jahrgang. Christusfeindlicher sozialdemokratischer Großenwe! In der Rolle des„Prahlhans“, der die Leute beistigt, kann man des öfteren die Sozialdemokratie„beoundern". Nicht selten geschieht es auch, daß die geckenafteSelbstbelobigung der Sozialdemokratie unter verächtichem Hinweis auf das Christentum, den gottlichen Heiand und seine Lehre geschieht, wodurch die Sozialden., ratie nach ihrer Manier bekanntlich bekundet, daß ihr keligion Privatsache sei. Aber das, was sich jetzt der „Vorwärts“ geleistet hat, streift so nahe an schmä liche Gotteslästerung heran, daß es verdient, niedriger gehängt zu werden. Ueber die auch von ur m Wortlaute mitgeteilte ernste Rede unseres Kaisers an seine beiden Söhne bei deren Konfirmation schreibt der „Vorwärts“ in seiner bekannten hämischen Weise und kritisiert insbesondere die Worte des Kaisers über die Person und das Werk Jesu Christi. Dann schreibt er wörtlich folgendes. G.56, Jss Eistung „Nicht richtig ist es, wenn die Große des Stifters des Christentums gerade daran gezeigt wird, daß sein Wort vor dem aller anderen Menschen in allen Rassen und Völkern Begeisterung erweckt habe. Dieser darf sich bekanntlich insbesondere die sozialistische Idee rühmen, die in neuerer Art und geeignet für die Kultur unserer Zeit den besten Inhalt der Liebeslehre bei allen Völkern international verbreitet und zur Verwirklichung bringt, wobei die Anschauungen der Einzelnen über die historische Existenz und den wahren Charakter des Stifters des Christeurums gänzlich dahingestellt bleiben.“ Diese von großer Unwissenheit zeugenden und von unbändigem Stolz diktierten Worte weisen wir energisch zurück. Was rief doch der sozialdemokratische Expastor Göhre den rabiaten Genossen auf dem Parteitag in Dresden zu?„Schweigen Sie doch vom Christen tum! Vom Christentum verstehen Sie nichts!“— Aber je dummer und verblendeter, desto frecher!— Und erst die„rote Liebeslehre“!!— Dresden zeigt sie in bengalischer Beleuchtung. Mit solchen Phrasen soll man doch jetzt zu Hause bleiben! Politische Uebersicht. bekannt durch seine drahtlose Tele— Vom Kaiserhofe. Der Kaiser wohnte am Sonnsend mittag der Enthüllung der drei Fürsten=Denkmäler Küstrin a. d. Oder bei. Abends war er Gast des Reichsers in Berlin. Unter den zu der Tafel Geladenen fanden sich auch Prof. Harnack, Prof. R. Begas und Nr. Sahd, sechterer grophe. M — Kaisertage in Wiesbaden werden angerundigt. Angeblich treffen der Kaiser und die Kaiserin, das Zarenpaar und der Großherzog von Hessen am 4. November dort ein. Nach der Tafel im Schloß findet Festvorstellung im Hoftheater statt. — Die Akademie in Posen wird am 4. November eröffnet werden. Der Reichskanzler, der Finanz= und der Kultusminister werden dabei anwesend sein. Die tätigkeit der Akademie soll in der Abhaltung von Vorlesungen, Vortrags=, wie Uebungsvorlesen bestehen, welche die verschiedensten Gebiete umfassen sollen. 31 diesem Eutschup bg war hauptjächlich begonnen worie Ein Vopkott sozialdemokratischer Geschäfte2 Ueber grobe Mißstände in sozialdemokratischen Betrieben führen Berliner Schlächter bittere Klage. In der letzt schen, die jeder Beschriebung spotten. Ungesunde Schlafdev., De verdent Nahatfsgarverein im Osten und Südosten die Lleingerpgthstellen einrichtet. und überall Verkaufssteuen emrichtet. Oesterreich = Eine Verschärfung der ungarischen Krisis ist durch das Ministerpräsidium übernommen. Die offiziellen keintem Zwesfel unterlegen, daß sch schen der Krone und Parlamentsmehrheit aufs außerste zugespitzt hat. Balkan. = Die bulgarisch=türkische Abrüstung wird schrittweise fortgesetzt. Die bulgarische Regierung teilte der Pforte mit, daß Bulgarien jetzt auch die zweite der mobilisierten Klassen der Reserve entlassen werde. mobilisierten Klassen der Reserve entlassen werde. bulgarische Agent Natschowitsch hat nämlich gestern in Yildiz=Kiosk die offizielle Erklärung abgegeben, daß eine weitere Reserveklasse(5000 Mann) demobilisiert wird, sodaß nur noch eine unter Waffen ist. Andererseits ordnet ein gestriges Jrade des Sultans die Entlassung der türkischen Jlawetruppen an. Kleine Chronik. + Rominten, 22. Okt. Von einem kleinen Unfall des Kaisers wird nachträglich berichtet: Gelegentlich der Pirsche im Forstort Blindischen, wo der Kaiser den starken Zwanzigender zur Strecke brachte, erlebte der Jagdherr das kleine Mißgeschick, bis zu den Hüften in ein brüchiges Moor einzusinken. Sobald der Kaiser von Rominten abgereist war, wurde ein 60 Kommando Pioniere unter Führung eines Offiziers vom Pionier=Bataillon Nr. 1 in Königsberg dorthin beordert, um das Moor zu entwässern. + Der Sparsinn der Lipper. Im Fürstentum Lippe sind etwa 70 Millionen Mark bei den verschiedenen Sparkassen des Landes niedergelegt. Es ergibt sich für jeden Bewohner danach ein Sparrassenguthaben von über 500 Mark. Lippe steht damit an zweiter Stelle im Reiche. Diese Tatsache findet ihre Begründung zum Teil darin, daß alljährlich etwa 15000 Landeskinder aus den verschiedenen Teilen des Reichs wiederkehren, und zwar mit erheblichem Verdienste, der sich für den einzelnen im Durchschnitt auf rund 400 bis 500 Mark beziffert. Diese Geldbeträge wandern zum größten Teil in die Sparkasse. + Hochkirch b. Bautzen, 24. Okt. Am 18. d. Mts. wurde hier das Major von Langen=Denkmal und das Kriegerdenkmal feierlich eingeweiht. Das Kriegerdenkmal zeigt unter dem Eisernen Kreuze die Inschrift:„Die Opfer, die ihr gebracht, uns haben sie einig und stark gemacht.“ Die Inschrift des Langen=Denkmals lautet: „Simon Moritz von Langen— Königlich Preußischer Major— verteidigte am 14. Oktober 1758 diesen Kirchhof mit dem 2. Bataillon des Regiments Markgraf Karl gegen achtzehnfache Uebermacht bis zur ganzlichen Aufreibung seiner Mannschaft. Ehre den Helden!“ + Wie der Grundstückswert in Berlin steigt, lehrt wieder die Mitteilung des„Konfektionär“, daß das Haus Leipzigerstraße 81 für 1½2 Millionen Mark verkauft worden ist. Der letzte Besitzer hatte es erst vor fünf Jahren für rund 1 Million Mark erworben! + Deutscher Seemannsmut. In der Ostsee bei der Bornholm traf jüngst der Memeler Dampfer „Elbing II“ den deutschen Schoner„Thenis“ in sinkendem Merksprüche. Siehst du an einem Freund sich einen Fehler zeigen, So denk an deren zwei, die dir sind selber eigen, Dann wird dich nicht ein dritter, der schlfupirez Zu richten rasch und streng, statt mit Geduld zu heilen. Im Sturm. Novelle von E. Fahrow. (3. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten) Erna faßte einen kurzen Entschluß; ihrer geraden ttur entsprach„klarer Wein“ immer am besten, und sie ickte Herrn von Deisen ruhig in die schwarzen Augen: „Wir müssen uns sehr nach unseren Mitteln, richten, err von Deisen, und die sind nicht allzu reichlich. Schl### reisen wir ja nach Tirol um des Landes und nicht um s Hotels willen— Hotel Victoria ist gewiß sehr teuer?“ is ist nicht so schlimm,“ plauderte Bill weiter, der egzgtber im Gresen wohnt sichs auch sehr ange— wenn die Damen gestatten, werde ich eirz wenig chilflich sein— ich habe ebenfalls die Absicht, im Greifen Erna hatte Mühe, einen kleinen Blitz des Uebermuts ihren Augen zu unterdrücken, sie wußte sehr wohl, daß hier wieder einmal eine Eroberung gemacht hatte. Wieder einmal— und doch— nur zu ofphattesie hon die Erfahrung gemacht, daß ein armes Mucrt:, as sich noch dazu erlaubt, eigenartig und zuweilen, geist. eich zu sein, daß ein solches Mädchen sehr, sehr schwer nen Freiersmann unter ihren Verehrgeratganträge Zwar hatte sie schon mehrmals Heital##ntt###e beihr aufblickte, der zweite, ein verwitweter reicher Lasteher eines kleinen Berliner Vororts, ein angegrauter war) Herz und Hand angeboten und damit den Zorn der jungen Göttin erregt. Alles das lag hinter ihr in grauer, grauer Ferne, wie es ihr schien. Denn das einzige Herzenserlebnis, das sie je gehabt,ihre Liebe und ihr heimliches Verlöbnis mit mäßig und nichtig erschien. Die Unterhaltung im Speisewagen wandte sich naturgemäß bald der Vergangenheit, d. h. den Beziehungen zwischen den beiden verstorbenen Herren, zu. Bill hing, das merkte man bald, mit seltener Verehrung noch an dem toten Vater, und von dessen Freunden hatte er von vornherein eine hohe Meinung. Wie wohl das der Majorin tat! Sie schwelgte in Erinnerungen an alte Zeiten, beden Bill als Kind begangen, und geriet in eine förmlich ter Art ein wenig eingeschüchtert., Mam;. Eig umet „Jetzt, Herr von Deisen, muß wcama ein bis zwei Stündchen ruhen, da würden wir sie mit Gesprächen doch nur stören. Aber um vier Uhr ungefähr werden wir wieder im Speisewagen unseren Kaffee nehmen,— wenn sie dann noch Lust haben, uns Gesellschaft zu leisten..“ Bill verbeugte sich, küßte Frau Ermsleben die Hand und begab sich in stiller Aufregung in sein Kupee zurück. Ja, in Aufregung..6t 8 Er verhehlte sich nicht, daß er verliebt sei, und das erfüllte ihn mit Unruhe und Erwartung. Er war schon oft verliebt gewesen,„Mein Gott, wenn man Student und Referendar und Assessor isr und es doch überall in der Welt so viele liebe, reizende Mädchen gibt? Aber irgendwie war immer nichts Ernstes daraus geworden. Er hatte ven Ort chen, ander Mädchen—, oder sie hatte ihn oder endlich es war wie eine gefährlich.##„eir lbenteuer in der Hochwelt über ihn hergebrauft— kurz und gut, obwohl Bill Deisen kein böser Schmetterling war, so hatte doch immer noch keine dauernde Liebe ihr Schließlich, wie das so geht, war er blasit geworo(Was steckte hinter dieser ernsten kindlichen essirte.— Was stcle hulter hieser Krnsten kindlichen Stirn? Was hinter diesen schwarzbewimperten stahlgrauen Augen, die glühen wollten und nicht sollten? Hundert Widersprüche schienen in dem Mädchen vereint zu sein, und gerade das reizte natürlich Freg nezen Beobachter zu weiterer Aufmerksamkeit. Wesyalb z. v. Zustande. Vier Personen flehten um Hilfe.„Freiwillige vor!“ rief der Kapitän— die ganze Besatzung meldete sich. Drei Mann wurden ausgesucht, stiegen in ein Boot und ruderten durch die sturmgepeitschten, hochgehenden Wogen. Die Rettung gelang. * Der„Naturmensch“ Kurzrock, ein Konkurrent Nagels, ist jetzt bei dem Infanterie=Regiment Nr. 83 in Kassel als Rekrut eingestellt worden. Der enge Waffenrock und die Komißstiefeln bereiten ihm Unbehagen. Durch den Genuß von Nüssen und Aepfeln glaubt er sich auf die Anstrengungen des Dienstes vorbereitet zu haben. Industrie und Handel. Dortmund, 24. Okt. Unter Leitung des Vorsitzenden des Beirats des„Rheinisch=Westfälischen Ziegelsyndikats", Julius Brand, tagte gestern hier eine Versammlung der Ziegeleibesitzer, an welcher die 19 Geschäftsführer der Verkaufsvereine für Ziegeleifabrikate und etwa 80 Zigeleibesitzer teilnahmen, um über die Verlängerung bezw. die Erneuerung der Verkaufsvereine für Ziegeleifabrikate zu beraten. Nach einem einleitenden Vortrag stellte sich die Versammlung einstimmig auf den Standpunkt, daß für das rheinisch=westfälische Ziegeleigewerbe die Bildung von Verkaufsvereinen und des Syndikats das einzige Mittel sind, um dieses Gewerbe vor dem Ruin zu schützen. Die Mitglieder der Versammlung verpflichteten sich deshalb, in ihren Kreisen für das Zustandekommen der Verkaufsvereine mit aller Macht einzutreten. Ferner wird ebenfalls einstimmig erklärt, daß für das Zustandekommen dieser Verkaufsvereine der Beitritt sämtlicher Ziegeleien, auch der bis jetzt noch ausstehenden Oefen erforderlich sei, sowie daß keinerlei Sonderrechte für den Beitritt verlangt und eingeräumt werden. Die Verkaufsvereine werden in den nächsten Wochen mit einer vierwöchentlichen Frist die ausstehenden Ziegeleien zum Beitritt auffordern. Sollten diese Aufforderungen keinen Erfolg haben, so ist man gewillt, die Verkaufsvereine sowohl als das Syndikat aufzulösen und den Kampf gegen die ausstehenden Oefen auf der ganzen Linie aufzunehmen. So schwer dieser Entschluß auch ist, so ist man doch nicht gewillt, fernerhin allein diejenigen Opfer auf der ganzen Linie aufzunehmen. So schwer dieser Entschluß auch ist, so ist man doch nicht gewillt, fernerhin allein diejenigen Opfer zu tragen, welche jede Vereinigung naturgemäß mit sich bringe, sondern man will auch den renitenten Ziegeleien einen Teil jener Opfer auferlegen. Wie nötig eine Einschränkung der Produktion an Ziegelsteinen im Industriegebiet ist, geht aus den zu Beginn der Versammlung angegebenen Zahlen hervor, die der Vorsitzende vorbrachte. Hiernach beträgt die Produktionsfähigkeit sämtlicher Ziegeleien etwa 1800 Millionen Steine, während der Verbrauch in den letzten 5—6 Jahren durchschnittlich etwa die Hälfte betragen hat. Würde keine Vereinigung zustande kommen, so dürfte man mit Leichtigkeit einen Preissturz von 5—6 Mark pro 1000 Steine annehmen, was einer Mindereinnahme bezw. einem Verlust von rund 5—6 Millionen Mark für die Ziegelindustriellen pro Jahr gleichkommen würde. Die außenstehenden Werke werden wohl die Einsicht haben und sich den Bestrebungen, das Ziegeleigewerbe wieder zu einem lohnenden zu machen, anschließen. Lokales. Schwerte, 24. Oktober 1903. **(Für die Vermehrung des Bahnbetriebsmatcrials,) insbesondere für Lokomotiven und Wagen und für die Verbesserung der Beleuchtung in den Zügen, sollen in dem neuen preußischen Staatshaushalt beträchtliche Summen gefordert werden. Es heißt ferner, daß zunächst wenigstens sämtliche Schnellzuge mit bequemen Durchgangswagen ausgerüstet werden sollen. Diese Botschaft, die sich hoffentlich bestätigen wird, wird bei dem reisenden Publikum freudigen Widerhall finden. Jetzt sind manche Strecken wirklich stiefmütterlich bedacht. **(Um Aufnahme) folgender Zeilen werden wir gebeten: Mehrere Blätter(auch wir) brachten vor einiger Zeit die Notiz, daß der Oberwalzmeister Herr Theodor Dinkloh in Schwerte sein 60jähriges Arbeitsjubiläum bei der Eisenindustrie Menden und Schwerte begehe. Wir teilen nunmehr mit, daß von jeder äußeren Feier auf den ganz entschiedenen Wunsch des genannten Oberwalzmeisters abgesehen wird. Die Tatsache genannten Jubiläums ist gegen das Wissen und gegen den Willen des Herrn Dinkloh in die Oeffentlichkeit gelangt. **(Gestochen) wurde gestern abend hier ein Steinbrucharbeiter aus Westhofen. In der Haselackgasse war er mit dem Gelegenheitsarbeiter Kr. in Wortwechsel geraten, und als er mit einem Kollegen sich in der Nähe der kath. Kirche entfernte, erhielt er von dem Kr. einen Messerstich in den Rücken. Der Verletzte hat im Krankenhause Aufnahme suchen müssen und der heimtückische Messerheld, der nach Ausführung des Stiches mit einem Satze wieder in der Haselackgasse verduftete, wurde von der Polizei noch gestern abend zur Haft gebracht. (Mit dem gestrigen Konzerte) des„Quartett“ werden wir uns in einem ausführlichen Artikel in morgiger Nummer beschäftigen. Bemerken wollen wir nur, daß das Konzert von A. bis Z. ein einziger glänzender Erfolg des Herrn Musikdirektor Haselhoff und des „Quartett“ war. Der Besuch hätte immerhin etwas besser sein können. *(Die Generalversammlung) der Ortskranken kasse am Samstag abend in der„Helle“ war von vielleicht 30— dreißig— Mitgliedern besucht(die Kasse hat etwa 700 Mitglieder) und währte bis gegen 1 Uhr nachts bei einer schließlichen Teilnehmerzahl von 6 Mitgliedern. Nach langem Für und Wider und großer Zeitverschwendung mit unnützigen Redereien wurden schließlich die neu ausgearbeiteten Statuten genehmigt. *8(Hörder Kreisbahnen.). Die Direktion der Hörder Kreisbahnen teilt uns mit, daß mit dem 1. November der Betrieb auf der Strecke Westhofen=Hohensyburg eingestellt und erst am 1. April n. Is. wieder ausgenommen wird. Doch will man insofern eine Ausnahme machen, daß an schönen Sonn= und Feiertagen doch gefahren werden soll. Aus Westfalen und * Volmarstein, 25. Okt. Dem Genesungsheim, der Verbandsanstalt der evangelischen Arbeitervereine stattete in vergangener Nacht ein Dieb einen unliebsamen Besuch ab. Mittels Nachschlüssels verschaffte er sich Eingang in den großen Saal, von dort in den kleinen und in das Anstaltsbureau, wo er ausräumte. Er hieß eine Kassette mit 250 Mk. bares Geld, einen Depositenschein der Berg.=Märk. Bank über 3900 Mark, eine Anzahl Eisenbahn=Rückfahrkarten, Insassen des Instituts gehörend, und andere Sachen mitgehen. Der Verdacht lenkte sich auf den früheren Hausknecht der Anstalt, Wilhelm Lünenschloß, der vor 14 Tagen entlassen wurde und sich seitdem vagabondierend in der Umgegend umhertrieb, während er seine Habseligkeiten auf der Eisenbahn=Station Wetter aufbewahrte. Als er heute abend seine Sachen abholen wollte, wurde er verhaftet. Man fand bei ihm eine Menge Silbergeld vor. * Wetter, 25. Okt. Die nationalliberale Partei des Wahlkreises Hagen=Schwelm hielt gestern hierselbst im Lokale der Wwe. Herbertz eine Versammlung ab, in welcher Herr Reichstagsabgeordneter Franken=Schalke, der als Kandidat für die Landtagswahl aufgestellt ist, sein Programm entwickelte. * Hagen, 24. Okt. Von Paderborn flüchtete dieser Tage der Bankbote Lippe unter Mitnahme des Depöts eines Lehrers in Höhe von 5000 Mk. Bei seiner Flucht hat sich Lippe in Hagen aufgehalten und bei dem Barmerg Bankverein 3000 Mk. deponiert. Von Frankfurt aun wollte er durch postlagernde Sendung 1500 Mk. abheben Telegraphisch wurde von hier aus seine Verfolgung angeg erhusct. Ver7setonz * Essen, 24. Okt. Eine unerwartete Zärtlichkeit wurdeinem 45 Jahre alten Herrn in der Schlenhofstraße von einer fast ebenso alten Dame zu teil, die ihn stürmisch umarmte und wiederholt und gründlich abküßte. Geradso schnell wie sie aufgetaucht war, verschwand dann die anscheinend Liebedürstende. Erst einige Zeit später, der über die ihm widerfahrene Liebenswürdigkeit noch immer im unklaren befindliche Herr nach seiner Uhr sehen wollte, ging ihm ein großes Licht auf:„Uhr und Kette waren fort!“ * Köln, 25. Okt.(Fünf Personen verbrannt.) In der verflossenen Nacht brach in den Hause Leyendeckerstraße 77 in Köln=Ehrenfeld auf nich ermittelte Weise Feuer aus. Letzteres griff so rasch um sich, daß in kurzer Zeit das ganze Haus in Flammen stand. Die Ehrenfelder Feuerwehr traf um 3 ½2 Uhr ein. und etwa eine halbe Stunde später kam auch die Kölner Wehr, welche nicht mehr in Tätigkeit zu treten brauchte. Eine alte Frau Schneider wurde halb erstickt aus dem Gebäude geholt. Die sofort von einem Schutzmann vorongemmenen Wiederbelebungsversuche waren von Erfolg. Gegen morgen fand die Feuerwehr noch drei Kinder und eine Frau als Leiche vor. Die Verunglückten sind: Frau Faßbender, 28 Jahre alt und deren 13 Monate altes Kind, Lina Weber, 11 Jahre, Josef Weber, 2½ Jahre. Der Vater der verunglückten Kinder ist Monteur und zur Zeit in Essen beschäftigt. Frau Weber hatte mit ihren sieben Kindern, deren jüngstes sie auf dem Arme trug, versucht, über die brennende Treppe einen Ausgang zu finden.“ Vier der zu Tode geängstigten Kinder gelang dies, zwei blieben zurück, was aber in der entsetzlichen Angst und Not von der Mutter nicht bemerkt worden war; sie selbst brach auf den Trümmern der untersten Treppe halberstickt, ihr Kleinstes im Arm, zusammen. Nachbarn sorgten für die Unterbringung der Aermsten, die erst nach mehreren Stunden zur Besinnung kam. Verschiedene Beamte fragten wiederholt, ob noch jemand vermißt werde, es wurde ihnen jedoch die Antwort zu teil, daß alle Personen gerettet seien. Die von dem Unglück betroffenen Geretteten hatten eben in der fürchterlichen Aufregung und, da sie selbst bei verschiedenen Leuten Unterkunft gefunden hatten, nicht anders geglaubt, als daß auch alle Uebrigen gerettet seien. Erst als die Frau Weber gegen 6½ Uhr morgens wieder halbwegs zu sich kam und die Feuerwehr bat, in dem Schutt des Zimmers nachzusuchen, ob das dort aufbewahrte Geld noch da sei, kam ihr und den übrigen Geretteten zum Bewußtsein, daß noch zwei ihrer Kinder fehlten. Der Abteilungsführer der freiwilligen Wehr suchte, nachdem er mit seinen Mannschaften auf Leitern das oberste Stockwerk erstiegen, den Schutt genau durch. Auf den Trümmern des Treppenpodestes unterhalb des Dachgeschosses stießen sie auf die verbrannte Leiche der Frau Faßbender, nicht weit davon fanden sie auch die Leichen der beiden Kinder der Frau Weber, des 11jährigen Mädchens und des 2jährigen Knaben. Erst später wurde auch die Leiche des 13 Monate alten Knaben der Frau Faßbender gefunden. Die schwerverletzte Frau Schneider, die von einem Feuerwehrmann gerettet wurde, ist ebenfalls im Krankenhause gestorben. * Duisburg, 24. Okt.(Ein entmenschter Vater) stand heute in der Person des Arbeiters Julius Kosczyskicwicz aus Oberhausen vor der Strafkammer. Der verrohte Angeklagte hatte am 21. Juni d. J. seinen achtjährigen Sohn in einem Tannenwäldchen bei Oberhausen mit einem Strick an einen Baum gehängt, ihn mit den Fäusten ins Gesicht blutig geschlagen und, als das Kind infolge des Strangulierens die Zunge herausstreckte, ihm in die Zunge gebissen, so daß diese blutete. dämmte sie, wie es ihm schien, absichtlich ihre rasche, graziöse Beweglichkeit beständig ein u. zwang sich zu dem ruhig würdigen Gang, zu der aufrechten, fast zu aufrechten Haltung, welche so gar nicht zu ihrem lebhaften veränderlichen Mienensziel paßte? Weshalb ubte sie eine solche Selbstbeobachtung und Kontrolle? Fürchtete sie ihre eigene, innerste Veranlagung? Klug war sie und jedenfalls ungewöhnlich begabt. — Bill war, ohne eigentlichen Grund, schon überzeugt, daß sie nichts Halbes, nichts Kleines tat. Wenn sie malte, so malte sie sicherlich etwas Bedeutendes,— er würde sofort in ihr Atelier gehen, wenn sie von ihrer Reise zurück sein würden. Auch Erna lehnte mit geschlossenen Augenlidern in den jetzt heißen Wagenkissen und— wunderte sich. Sie wunderte sich, weil Bill Deisen ihr gefiel,— außerordentlich gefiel. Viel zu wahrhaftig, auch in ihrem geheimsten Denken, um sich eine Regung, ein Gefühl zu verhehlen oder es zu bemänteln, war sie doch zugleich gewöhnt, den strengsten Maßstab an sich selbst anzulegen; und so schalt sie sich:„Was bin ich denn nur für ein minderwertiges Menschenkind! Was habe ich für eine flache Allerweltsnatur! Und bildete mir doch in ungezählten schwachen Stunden ein, über der breiten Masse zu stehen, ein bischen was besonderes zu sein!— Viel fehlt nicht, so hätte ich mich vorhin in der landläufigen Jungmädchenweise in den schönen Herren prima vista verliebt! Haha! Ich, Erna Ermsleben, und verliebt auf den ersten Blick! Das wäre ja ein Gaudium gewesen für Erna Ermsleben— die andere, die vernünftige, die sich eine so kühle Ruhe aus den vergangenen Stürmen gerettet hat!— Aber wahr ist's, er gefällt mir sehr, er zieht mich an und erweckt wunderbarer Weise mein Vertrauen.— Das ist so einer, dem möcht' ich einmal mein ganzes Herz ausschütten,— reden, reden, reden, immerfort, bis er mich kennt, wie kein anderer sonst.— Und er müßte schweigen— würde auch gewiß dabei schweigen— und vielleicht nur meine Hand dabei halten— es gibt, sagt man, so beruhigende Hände.“ Aergerlich und errötend hielt sie hier in ihrem Gedankengang inne, jedoch nur, um immer wieder in denselben zurückzuverfallen. Schließlich suchte sie alles mit einem Achselzucken abzutun. „Das alles kommt nur davon, daß ich Malerin bin,“ tröstete sie sich gereizt.„Ich sehe eben mehr in einem Menschengesicht als andere; und weil ich um seinen festen, roten Mund allerhand Züge sehe, wie z. B. Stolz und Abneigung gegen alles Gemeine, und weil ein so energisches, trotziges Kinn darunter sitzt, darum werde ich wohl nur vorhin diesen albernen Redenwunsch gehabt haben. Ad acta damit!"— Es war schon gegen halb fünf Uhr, als die Damen wieder in den Speisewagen schritten. Oder vielmehr taumelten. Denn auf dieser Strecke schleuderte der Zug so wild hin und her, daß selbst die geübten Kellner nicht fest auf ihren Füßen zu stehen vermochten. „Mein Himmel, Kind, das kann doch nicht in Ordnung sein! Es gibt gewiß ein Eisenbahnunglück!“ „Nein, nein, Muttchen, auf dieser Strecke schleudert der Zug immer so. Laß mich aber lieber los und halte Dich an den Wänden fest, sonst fallen wir noch alle beide hin. „Gnädige Frau gestatten— ich werde die Damen hinüberbringen, sagte Herr von Deisen, aus seinem Kupee tretend. Willig nahm die Majorin seinen Arm. Er bat Erna, hier auf ihn zu warten, damit er auch sie dann führen könne, aber sie lehnte dankend ab, sie werde schon allein hinkommen. Sie wartete eine Minute, um unbeobachtet hinübergehen zu können, schwankte aber dann hilflos wie ein willenloser Gegenstand in den Speisewagen. Alles, was dort noch an Tischen saß, beim Kaffee oder verspäteten Diner, lachte herzhaft, denn jeder Eintretende oder Hinausgehende bot dieselbe unwillkürliche Imitation eines schwer Betrunkenen. Erna machte mit verzweifeltem Mut zwei rasche Schritte vorwärts, mußte aber dabei blitzgeschwind die erste, beste Stuhllehne ergreifen, die sich ihr darbot. Von ihrem kräftigen Anprall herumgeschwenkt, sah ihr die Besitzerin des Stuhls entrüstet in das errorende Antlitz. „Verzeihung!“ stammelte Erna, indem sie zugleich einen Meter weiter geworfen wurde. Eine joviale, grauhaarige Dame, in deren Nähe dieses hübsche, menschliche Projektil geriet, hielt schützend ihre Hände über ihren Teller: „Bitte, nicht in meine Suppe!“ sagte sie lachend. Erna warf einen hilflosen Blick um sich— dort am letzten Tisch sah sie endlich die Mutter, glücklich installiert, während zugleich Bill, über das ganze Gesicht lachend, mit ausgestreckten Händen auf sie zukam. Ohne die Komik der Situation zu unterschätzen, versuchte dennoch Erna selbstständig bis an jenen Tisch zu gelangen; aber ein neuer Stoß schleuderte sie jetzt geradewegs in Herrn von Deisens Arme. Diese umschlossen sie fest— fester, als eben nötig, dachte Erna— und für einen flüchtigen Moment streifte ein weicher Schnurrbart ihr Gesicht. Erna erschrak.— Wovor?— Sie wußte es selber nicht. Sie hatte einen seltenen ausgebildeten Sinn für Düfte,— tatsächlich war ihr das häufiger unangenehm, als lieb; denn sie erkannte Menschen noch an den ihnen zugehörigen Gerüchen, wenn dieselben z. B. längst nicht mehr im Zimmer waren und sie nicht wußte, wer vorher dagewesen war. Ihr Bruder hatte ihr deshalb den Spitznamen eines wohlabgeführten Jagdhundes, des„Hektors im Superlativ“ gegeben. Was hatte soeben ihre Geruchsnerven, kaum bemerkbar und doch so höchst angenehm gestreift? Es war der deutliche, feine Duft frisch gepflückter Brombeeren gewesen— sie konnte sich nicht täuschen, sie wußte es ganz genau. War es Bill von Deisens Schnurrbärtchen gewesen — oder sein Haupthaar— oder er überhaupt in seiner ganzen Persönlichkeit?., Siedend heiß wallte es in iyr auf, nicht, weil sie in törichter Prüderie die sekundenlange Umarmung wider Willen empörte, sondern sie— schämte sich. Ganz allein vor sich selbst schämte sich diese merkwürdige, feste Mädchenseele, weil ihr der Duft, weil ihr Ferner schlug er das Kind derart zu Boden, daß es das linke Bein brach und besinnungslos am Boden liegen blieb. Alsdann lief der Angeklagte weg und überließ das Kind seinem Schicksal. Von Leuten wurde es nachher gefunden. Das Urteil gegen den her auf 5 Jahre Gefängnis. erzlosen Vater lautete Zieser Aussoge Kozient sgeist gesegzeschgzeer giitärtischen Kronprinz schwipmt weiter. Aus er Disziplin die Oeffentlichkeit ausgeschlossen. Das Urteil) ankommt, sitzt Schippereit noch imm — lautete: das erst instanzliche Urteil, soweit es sich auf die pereit,“ fragte der Kronpriuz,„noch Wie Gäuse ihre „Ehre“ wiederherstellen, darüber schreibt man der„Tägl. Rundschau“ aus einem Dorfe bei Eberswalde eine nette Geschichte: Eine Bäuerin trieb auf der Dorfstraße eine kleine Herde von Gänsen vor sich her, als aus einem Hause heraus ein kläffender Rattenfänger sich auf die Schar stürzte. Im ersten Schreck stob die Herde laut schreiend auseinander. Dieser leichte Erfolg mochte den Köter ermutigen; in schnellen Sätzen verfolgte er die geflügelte Schar. Da, eben hatte er eine der Gänse beim Flügel gepackt, drehte sich diese schwerfällig herum und hieb mit dem Schnabel nach dem Hunde. Einen Augenblick stand dieser wie erstarrt da, dann wollte er sich auf den Gegner stürzen. Da aber wirbelten ihm auch schon die Flügel der Gans um die Ohren; sichtlich war dem Rattenfänger Hören und Sehen vergangen, er drehte sich blos noch um seine eigene, Achse.########## Angesichts der Tapferkeit ihrer Genossin mochten sich die seinem Frrccchen. übrigen Ganse ihres angstmeierischen Betragens schamen. In wirrem Knäuel stürzten sie mit weitgeöffneten Schnäbeln zischend heran; wie auf Befehl schlossen sie einen engen Kreis um den frechen Angreifer und nun regnete es auf den kläglich heulenden Hund von allen Seiten Schnäbelhiebe und Flügelschläge. Inzwischen hatte sich ein Häuflein Neugieriger um die kämpfende Gesellschaft gebildet. Mit Staunen verfolgten sie den Verlauf des Kampfes, als sich durch die Menge ein junger Bursche Bahn brach, um den Hund, sein Eigentum, dem Verderben zu entziehen. Kurz entschlossen aber wendete sich die eine Hälfte der Gänse mit drohend aufgerissenen Schnäbeln gegen den Jüngling, der unter lautem Gelächter der Zuschauer zurückwich, während die andere Hälfte den Kampf mit dem heulenden Hund fortsetzte. Es war kaum noch ein Kampf zu nennen, richtiger war es ein regelrechtes Standrecht, das die schnatternden Vögel über den Friedensstörer abhielten. Der Rattenfänger wurde sichtlich matter unter den Schlägen, schon torkelte er wie ein Betrunkener hin und her, und nun legte er sich gar mit heraushängender Zunge auf die Seite. Die Rachst der geflügelten Schar war aber noch nicht befriedigt, und sicher hätte der Hund den kühnen Angriff auf die Ruhe der Gänse mit dem Leben bezahlen müssen, wenn jetzt nicht die Bäuerin, die Eigentümerin der Gänse, dazwischen getreten wäre. Sie zwang mit kräftigen Schlägen ihre Schützlinge, die Züchtigung des Hundes einzustellen. Als dieser sah, daß er Luft bekommen hatte, erhob er sich mühsam und schlich mit eingeklemmtem Schwanze lautlos davon. Wie auf Befehl wendeten sämtliche Besiegte verschwand und brachen in ein betäubendes Schreien aus— ein ohrenzerreißendes Siegesgeschmetter gen festgestellt, daß schwere Mißhandlungen vorgekom=wegen.„Schippereit, wenn Du mich runterschaukelst, bist Du .nd, daß der Feldwebel einem Musketier befohlen Gefreiter: ruft der Kronprinz. Unmittelbar darauf läßt hat, sein Gewehr mit bgarznhzugrz, Hezuhasten und auf Schippereit,= lobt der Kronprinz und erlärte dem Lentnant, allen Vieren im Schnee 2e u.2t.,: mistätzischen zu melden, daß Schippereit zum Gefreiten befördert sei. Der AIs er wieder am Schwebebaum immer darauf.„Na, Schipimmer hier?“ Schippereit antwortete zögernd:„Königliche Hoheit, ick denk', wei maken't noch mol up den Unteroffizier.“—„Nein Schippereit,“ erklärt Friedrich Wilhelm lachend,„das geht nicht, sonst wirst Du zu schnell Feldmarschall.“— Wenn's nicht wahr ist, ist's doch gut erfunden. *(Unerwarteter Bescheid.) Nach dem Erfurter Kongreß im Jahre 1808 kam Napoleon auf seiner Rückreise durch Aschaffenburg. Es war der Befehl ergangen, die Zöglinge aller Schulen und Institute auf dem Wege, den der Kaiser zum Schlosse nehmen würde, aufzustellen, damit sie ihn mit Lebehochs bewillkommnen sollten. Beim Vorübergehen Napoleons herrschte auf dem äußersten rechten Flügel tiefe Stille. Der Adjutant des Kaisers äußerte über dieses Stillschweigen sein Mißfallen, indem er darin eine verabredete Kundgebung des Feindes Frankreichs vermutete.„Mein Herr,“ fuhr er den Bürgermeister an,„wer hat denn diesen jungen Leuten Stillschweigen auferlegt?"„Der liebe Gott,“ antwortete der Gefragte,„denn es sind die Schüler des Taubstummeninstituts“. Verleumdung bezieht, wird aufgehoben, da dem Angeklagten der„Wahrheitsbeweis zu 99 Prozent geglückt" sei. Wegen Diebstahl einer Hose und eines Hemdes wurde K. dagegen zu 5 Wochen Mittelarrest, Degradation usw. verurteilt. Eine Anzahl von Vorgesetzten sind durch den Prozeß bloßgestellt, und ein Rattenkönig von Prozessen ist die nächste Folge der heutigen Verhandlung. +(Ein Denkmal für Cecil Rhodes.) In einer Gießerei in Fulham in England ist augenblicklich eine Reiterstatue aus Bronze ausgestellt, die demnächst ihre Reise nach Südafrika antreten wird, um auf dem Grab des „großen Rhodes“ Aufstellung zu finden. Das Kunstwerk ist nach dem Original von G. F. Watts hergestellt, an dem der Künstler nicht weniger als zwanzig Jahre arbeitete. Natürlich hatte er, als er die Statue entwarf, noch nicht Cecil Rhodes ins Auge gefaßt, sondern wollte lediglich eine allegorische Darstellung der„physischen Energie“ schaffen. Das ist dem Künstler meisterhaft gelungen. Auf einem außerordentlich ungestümen und in ortschritt kaum aufzuhaltenden Pferde sitzt eine rraftstrotzende, nackte Jünglingsgestalt. Es ist, als habe der Reiter nur für einen Augenblick den Lauf des mutigen Tieres aufgehalten, um unter der Hand, die die Augen schirmt, in unbekannte Regionen zu spähen. Die Bronzestatue, ein echtes Meisterwerk, hat eine Höhe von 14 Fuß und wiegt mehr als fünf Tonnen. Es ist eine der größten Statuen, die jemals in England gegossen wurden. noch offen stehen. *(Uebersibirische Post.) Der Deutschen Bahnpost Alexandrowo=Berlin vom 21. Oktober ist die erste über Sibirien geleitete Post aus Ostasien zugegangen. Die Beamten der deutschen Postämter in Peking und Tientsin haben sich nicht nehmen lassen, den Beamten der deutschen Empfangsstelle ihre vom 30. September datierten Grüße mitzusenden. Die von Tientsin waren der Dtsch. Verkehrsztg. zufolge in nachstehende gebundene Form gekleidet:„Von Ost zum West, von West zum Ost,— das große Werk ist nun vollbracht.— Und schneller, ehe wir's Gesundheitspflege. (Für junge Mütter.) Frische, sonnige Luft unter freiem Himmel ist eine wichtige Lebens= und Gesundheitsbedingung für jeden mehrwöchigen Säugling. Zu anhaltender Aufenthalt in eingeschlossener Zimmerluft macht die Kleinen blutarm, blaß, schwächlich und zu Krankheiten geneigt. Stubenkinder sind Lungenkrankheiten am meisten ausgesetzt. Genuß reiner Luft im Freien ist ein gutes Mittel zur Förderung von Appetit, Verdauung und warmen Jahreszeit trage rstenmal im Alter von zwei hinaus; im Winter erst nach in der Mittagsstunde. Bei heftigem Wind und Regen lasse man es zu Hause im gut durchlüfteten Zimmer. Zu frühes Austragen zur Taufe schon in den ersten Lebenstagen kann im Winter das zarte Geschöpf, besonders wenn es etwas lebensschwach ist, durch Erkältung gefährlich krank machen. In den ersten 5 bis 6 Monaten lasse man das Kleine nur in liegender stellung; nach zurückgelegtem Halbjahre darf man es aufrecht tragen, nehme es aber dabei bald auf den einen, bald auf den anderen Arm, sonst wird das Rückgrat schief. Das Kind darf schon nach dem ersten Vierteljahr in einem gut federnden Wagen, der auch Luft und Licht hereinläßt, der Sieger! Vermischtes. Magdeburg, 24. Okt. Eine aufsehenerregende Korrektur wurde vom Oberkriegsgericht des hiesigen 4. Armeekorps an einem kriegsgerichtlichen Urteil vorgenommen. Der Unteroffizier F. Koller von der 11. Kompagnie 66. Inf.=Reg. war wegen verleumderischer Beleidigung, Diebstahls usw. zu 1 Jahr Gefängnis, Degradation und Versetzung in die 2. Klasse verurteilt worden; er hatte, als er wegen Diebstahls 8 Tage im Gefängnis saß, sich vorführen lassen und freiwillig, wie er sagte, aus Pflichtgefühl, zu Protokoll gegeben, der Feldwebel Waterstraat und Vizefeldwebel Steinbach hätten Soldaten mißhandelt, der Sergeant Brüggemann hätte Petroleum zu Privatzwecken benutzt usw. Der Wahrheitsbeweis wurde damals nicht geführt. Inzwischen hat sich herausgestellt, daß K. mit seinen Angaben die Wahrheit gesagt, das Gericht sich also geirrt hatte: Es muß Steinbach nämlich zur Disposition gestellt, der Sergeant Beugge##gg m öumnnd mann wegen Unterschlagung und Verdachts des Mein=vzährung 1 705 028 Einwoyner, darunter 940 661 Manner und chinesischer Sitte große Zettel von rotem Papier) beigefügt. Die Beamten in Peking haben eine Postkarte mit Ansicht des Postgebäudes gesandt. (Auch im Tierleben gibt es Tragödien.) Eine solche hat sich soeben im Bärenzwinger des Berliner Zoologischen Gartens abgespielt. Dort hat ein Grislybär sein Weib getötet; er umarmte es und biß ihm das Genick durch. Wohl gingen die Wärter mit Eisenstangen und kalten Wasserstrahlen vor, es war jedoch schon zu spät. Die braune Bärin war älter als das Männchen und litt an einer tödlichen Krankheit. Sie erhielt infolgedessen besseres Futter, und das Publikum brachte seinem Liebling Zucker und andere Süßigkeiten. Darüber war der Bär wohl empört und so nahm er furchtbare Rache an seiner Gefährtin. Der Direktor des Gartens meint, ein Löwe oder ein Tieger hätte sich nicht so unritterlich benommen. *(Das überfüllte Japan.) Die Oberfläche des Kaiserreichs Japan beträgt nur etwa 400 000 Quadratkilometer oder etwa fünf Siebtel des Deutschen Reichs. Das Land hat aber 47 Millionen Einwohner oder eine mittlere Volksdichte von etwa 117 Menschen auf das Quadratkilometer, während in Deutschland nur etwa 105 Bewohner auf das Quadrat= kilometer entfallen. Die Hauptstadt Japans, Tokio, wächst mit einer reißenden Schnelligkeit; sie hat nach der letzen Volkslauf des ersten Jahres. Man stelle das Kind nicht zu früh auf die Beine, dieselben werden dadurch häufig krumm, besonders wenn das Kind sonst schwächlich ist. Zur Frage der Säuglingsernährung. Auf dem kürzlich in Kassel stattgefundenen Aerztekongreß wurde allseitig u. a. auch von Sr. Exzellenz Geh. Rat Prof. v. Behring darauf hingewiesen, daß die Muttermilch die einzige naturgemäße Ernährung für die Säuglinge bildet. In diesem Zusammenhange rühmte der Hygieniker Doktor med. Zlocisti das„Lactagol", das bei stillenden Frauen die Milch vermehrt und verbessert. Das Mittel kann durch alle Apotheken und Drogerien bezogen werden. Büchertisch. „Die Hämorrhoiden und ihre Heilung durch ein erprobtes Blutreinigungsverfahren".(0,60). Von Dr. med. St. Paczkowski. Leipzig, Edmund Demme. — Wie Hämorrhoiden entstehen, verhütet und beseitigt werden können, darüber gibt die Broschüre in klarer, kurzer Weise Aufschluß. eids verhaftet und eine Anzahl Vorgesetzter bestraft werden! In der heutigen Verhandlung wird durch 22 Zeudie Berührung gefallen hatte. Wie immer bereit, über sich selbst herzuziehen, zürnte sie einer Regung des Wohlgefallens, die von einer weniger empfindsamen Seele gar nicht beachtet worden wäre. Herr von Deisen hatte ihr schnellen Erröten bemerkt, und es hatte wieder ein neues Licht auf dieses absonderlich reizende Geschöpf geworfen. Sie war wirklich entzückend. Und jetzt, da die possenhafte Drolligkeit aller Eintretenden eine allgemeine, heitere Stimmung geschaffen, ward man auch noch viel schneller bekannt miteinander, als vorher. Bill erzählte von sich, von seinen Zukunftsplänen, daß er in Berlin zu bleiben gedachte, um dort eine Stellung im Ministerium abzuwarten, zum Diplomaten sei er nicht reich genug, und er habe auch keine Neigung, sich in irgend ein fremdes Land schicken zu lassen, er liebe nun einmal Deutschland und speziell die Mark. „Ah, das tut wohl!“ sagte Erna, den jungen Mann beifällig anblickend,„endlich einmal wieder einer, der die Mark lieb hat!“ „Wie? Und ich dachte, das sei sogar Mode geworden! Man liest doch gern z. B. Fontane, und in den Ausstellungen wimmelt es von Bildern aus der Mark.“ Ein ironisches Lächeln umspielte Ernas schöne Lippenz: „Das beweist nicht viel. Einen Meister, wie Fontane, würde man auch lesen, wenn er das Gebirge oder die See verherrlicht hätte— und die Maler? Ja, die malen eben je nach der Mode solche Landschaften, von denen sie hoffen, daß man sie kauft. Daß sie deshalb ihre Sujets lieben, ist nicht gesagt.“ (Fortsetzung folgt.) nur 764367 Frauen. Der Ueberschuß an Männern rührt daher, daß viele Japaner, die in der Stadt arbeiten, ihre Frauen auf dem Lande zurücklassen. Die Bevölkerung der japanischen Hauptstadt hat sich in den letzen fünf Jahren um mehr als ein Viertel Million(genau um 249 602) vermehrt. Bis in die Gegenwart hat sich eine namhafte Auswanderung aus Japan nicht gezeigt. Die Japaner, die ins Ausland gingen, waren wenig zahlreich und folgten in der Regel bald ihrem Heimweh. Nach der letzten Feststellung erreicht die Zahl der im Ausland ansässigen Japaner noch nicht 150000. Jetzt liegen aber sichere Anzeichen vor, daß die japanische Auswanderung in starker Zunahme begriffen ist. Im letzen Jahr haben mehr Japaner als je die Heimat verlassen, und vornehmlich sind sie nach China, nach Korea, nach Siam, nach Australien, nach Honolulu, nach den Vereinigten Staaten, nach Kanada und auch nach Rußland gegangen. Die studierenden Japaner sind namentlich auf den deutschen Universitäten schon seit einer Reihe von Jahren eine ständige Erscheinung, sie wollen jedoch bei uns nur ihre Vorbildung erwerben, um daheim eine höhere Stellung zu gewinnen. Auch in Frankreich und Italien halten sich vereinzelte Japaner zu Bildungszwecken auf. 1896 betrug die Zahl der Japaner N#sland orst 54910 Eigener Depeschendienst der„Schwerter Köln, 25. Okt. Der„Köln. Volksztg.“ zufolge sind in Brühl bei einer Uebung der freiwilligen Feuerwehr gestern zwei Wehrmänner von einen Steigeturm herabgestürzt und trugen schwere Verletzungen davon. Einer derselben, der einen Schädelbruch erlitt, ist bereits gestorben. Wien, 25. Okt. Der wegen Betrugs angeklagte Reichsfreiherr v. Lerchenfeld wurde vom Schwurgericht zu 15 Monaten schweren Kerker und Verlust des Adels verurteilt. Berlin, 25. Okt. Nach einer amtlichen Mitteilung wurde auf der Bahnstrecke Zossen=Elsternwerda unweit Mellern auf einem Chausseeübergange ein Fuhrwerk von einem Personenzuge überfahren, wobei zwei Personen leichte Verletzungen davontrugen. Die beiden Pferde des Gefährts sind getötet worden. Hd Wien, 26. Okt. Graf Tisza ist heute aus Budapest hier eingetroffen und wird im Laufe des Vormittags vom Kaiser in Audienz empfangen werden. Hier glaubt man, daß derselbe mit der Kabinettsbildung betraut werden wird. IId Sofia, 26. Okt. Von Seiten der Regierung wird das Gerücht verbreitet, daß dieselbe einer Organiim Ausland erst oa oaz, und sie ist seitdem fortgesetzt gestiegen, sation zwecks Absetzung des Fürsten Ferdinand und Ein190° hereits die Ziffer von 124 000 erreichte. gehung einer Personal=Union mit Serbien auf die Spur gekommen sei. Allgemein wird aber diesem Gerücht kein bis sie 1901 vereits vir gusser von 124 000 erreichte. +(Kaiser Friedrich und der Grenadier Schippereit.) Zu den aus Anlaß der Denkmalsenthüllung in diesen Tagen Glauben beigemessen, sondern erklärt, daß die Regierung berichteten Anezdoten aus Kaiser Friedrichs Leben sei folgende daßselbe nur zum 9: 9= der Mahlzgitation ausgenachgetragen: Im Jahre 1869 besuchte der Kaiser, als er noch Kronprinz war, sein ostpreußisches Grenadierregiment 1 und betrat auch die Schwimmanstalt. Schnell zog er sich aus und sprang inmitten seiner Grenadiere ins Wasser.„Herr Leutnant, rief er dem beaufsichtigenden Offizier zu,„schickev Sie mir jemand zu, der auf dem Schwebebaum mit mir schaukeln kann!“ Grenadier Schippereit nimmt auf dem basselbe nür zum Zwecke der Wahlagitation ausgesprengt hat. Hd Sofia, 26. Okt. In mazedonischen Kreisen ist man man der Ansicht, daß die in Aussicht gestellte europäische Aufsichtskommission sehr bald die Ueberzeugung gewinnen wird, daß die Türkei vollständig unfähig ist, die Reformen durchzuführen und daß dadurch die Mächte Schwebebaum, auf dem bereits der Kronprinz sitzt, Platz. Der sich gezwungen sehen werden, radikale Mittel in AnwendKronprinz befiehlt ihm, zu versuchen, ihn vom Schwebebaum ung zu bringen und durch fremde Intervention die Ruhe herunterzuwerfen. Schippereit geniert sich. Der Kronpinz er= herstellen zu lassen. muntert ihn vergebens dazu, indem er erst einen, dann zwei= zu tassen. Taler dasür aussetzt. Nichts vermag den Grenadier zu be Für den redaktionellen Teil verantwortlich Wilh. Schade Für die vielen Beweise innigster Teilnahme, sowie die vielen Kranzspenden beim Hinscheiden meiner lieben Frau, meiner unvergesslichen Tochter, unserer gufen Schwester, Schwägerin und Tante, insbesondere dem Herrn Pastor Heinenberg für die trostreichen Worte am Grabe, sprechen wir unsern tiefgefühlten Dank aus. Schwerte, den 25. Oktober 1903. Carl Behrendt. Famille Humme. Kräuterwein„Salus“ Fonge: vorzüglich von Geschmack, wirkt vermöge seiner Bestandteile grossartig auf die Verdauungsorgane und Blutbildung, ist sehr kräftigend und appetiterregend. Bestandteile: Tarragona-Portwein 3333,0 Weingeist 160,0, Chronensch. 2.5, Pomoranzensch. 2,0, Flieder 1.0, Kümmel, Anis, Wachholderb., Carduibenedictenk., Rosmarin. Melissenbl je 0.75, Angelica, Entian Galgantwurzel, Camillenbl., Coriander, Pfeffermünzblätter, Canehl je 0, 5, Quendel 0,25. Preis der grossen Flasche Mk. 1.75, der kleinen Nk. 1.25. Zu haben In Schwerte: Drogerie Carl Trog. 1.-O-S Feue Hülsenfrüchte! Py Erosen, Bohnen, Einsen, sehr gut kochend, sind eingetroffen. Ernst Klein, Hüsingstrasse 15. Sosscce * Auf zum Ball! Mittwoch: zem Pfarrer Niemeyer zu Eichlinghofen ist die Verwaltung des Schulaussichtsbezirks Barop umfassend die Schulen der Stadt Hörde und der Aemter Barop, Kirchhörde und Wellinghofen durch die Königliche Regierung widerruflich und nebenamtlich übertragen worden. Hörde, den 19. Oktober 1903. J. V. —Mathis. Bekanntmachung. eu hühner auf den Anfang des 17. November dieses Jahres festgesetzt Arnsberg, den 7. Oktober 1903. Bekanntmachung. Nach Artikel 388 der Anweisung vom 6. Juli 1900 zur Ausführung des Einkommesteuergesetzes dürfen nur diejenigen Schuldenzinsen u. s. w. bei der Einkommesteuer=Veranlagung berücksichtigt werden, deren Bestehen keinem Zweifel Diesenigen Eingesessenen des Amtes Aplerbeck, welche bei der bevorstehenden Einkommensteuer=Veranlagung für das Jahr 1904 Schulden und andere Lasten, Zinsen, Lebensversicherungsprämien 2c. berücksichtigt haben wollen, werden hiermit ersucht, solche unter Vorlegung der Dokumente und Quittungen bis zum 10. November aus dem hiesigen Amte, Zimmer Nr. 8, anzumelden und glaubhaft nachzuweisen. Aplerbeck, den 19. Oktober 1903. Der Amtmann: Leonhard. B 14 Pferde.“) Ganhzez; gursch 14 Pferde. em ahtf g Esch Regemann Pilippodrom noblesse u ist am Kirmestage, Mittwoch, 28 Oktbr., a den ganzen Tag zu geneigter Benutzung des ver# ehrten Publikums von Schwerte und Umgegend aufgestellt. Hoffe auf recht zahlreichen Besuch und i zeichne Hochachtungsvoll 5 K 14 Pferde. Chr Begemonn, 14 Pferde. Beste Qualitäten! 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