tar den Rieis Kert. Enserrionsgebühr für lokale Anzeigen, die sechsgespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 Pfg., außerhalb 15, Reklame=Zeile 40 Pfg., Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte, Fernsprech=Anschluß Nr. 62. Amt Schwerte. Telegr.=Adresse Braus, Schwerte=Ruhr. Alle Kreis= und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung" rechtsverbindliche Kraft. Abonnementspreis pro Quartal 1 Mark 65 g., egel 42 Pfg. Bestellgeld, wenn durch die Post bezogen. Erscheint jedem Wochentage. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierte## Hamilienfreund. 36. Jahrgang. Die„Kaiserinsel" des Vorwärts beschäftigte am Freitag die Berliner Strafkammer. Es handelt sich um den Artikel des sozialdemokratischen„Vorwärts“, der dem Kaiser nachsagte, er wolle sich bei Pichelswerder unweit Berlin ein festes Schloß bauen lassen. Die Anklagebehörde erblickt in dem Artikel Majestätsbeleidigungen, weil es die Absicht der angeklagten Redakteure Leid und Kaliski gewesen sei, den Kaiser selbst als denjenigen zu bezeichnen, der die„höchst sonderbaren Pläne“ entworfen habe und betriebe. Beleidigend sei es auch, daß dem Kaiser angedichtet werde, er sei aus Angst vor Aufruhr auf den Plan gekommen. Ferner sieht der Staatsanwalt in dem Artikel groben Unfug. Der Verteidiger der Angeklagten, Rechtsanwalt Liebknecht, beantragte Vertagung, da die Anklagebehörde den Angeklagten die Verleidigung beschränkt habe. Oberstaatsanwalt Dr. Isenviel wies diesen Vorwurf zurück. Die Angeklagten hätten ja auch erklärt, Beweise zu besitzen. Nach längerer Auseinandersetzung zwischen Staatsanwalt und Verteidiger wurde in die Beweisaufnahme eingetreten. Die vernommenen Zeugen, darunter Hofmarschall v. Trotha, sagten aus, das, sie von dem Schloßplan nichts wüßten. Das Gericht beschloß, noch weitere Zeugen zu laden, und vertagte die Verhandlung. Der Alkoholismus in Frankreich und seine Folgen. Seit einiger Zeit bringt das„Journal des Debats“ Artikel über das furchtbare Umsichgreifen des Alkoholismus in Frankreich. Das Blatt stellt an der Hand statistischer Belege fest, daß der Genuß von Alkohol in Gestalt von Branntwein und Likören sich seit 56 Jahren verdreifacht und in den letzten 30 Jahren verdoppelt hat. 1850 kam auf jeden Einwohner 1,46 Liter, 1870 2,32, 1900 4,66 Liter. Die Franzosen nehmen jedoch den Alkohol zum größten Teil im Wein: 1900 belief sich der Verbrauch destillierten Alkohols auf 2 656 000 Hektoliter, während 67 Millionen Hektoliter Wein und damit, wenn man einen Durchschnitt von 10 Grad Alkohol im Wein annimmt 6700000 Hektoliter Alkohol getrunken wurden. Paris steht in Frankreich an der Spitze des Weinverbrauchs. Was in beträchtlichem Maße zur Verbreitung der Trunksucht in Frankreich beigetragen hat, ist die Eigenbrennerei, die seit 20 Jahren den Wein= und Obstbauern zunehmend erleichtert wurde. Diese Bauern entrichten sogar ihren Arbeitern den Lohn teilweise in Alkohol, den sie aus Trestern, aus Aepfeln, Birnen, Steinobst gewinnen, und der, weil er schlecht destilliert ist, noch meistens gesundheitswidrige unreine Bestandteile enthält. Die zahlreichsten Verbraucher dieser Eigenbrennerschnäpse findet man bei den Fischern, deren Frauen ebensoviel trinken wie die Männer. Frankreich gibt jährlich vier Milliarden Franken für alkoholische Getränke aus. Die Folge dieser Zustände ist eine stetige Zunahme des Irrsinns. In der Anstalt Sainte=Anne zählte man 1894 unter hundert Irren 30 Männer und 9 Frauen, deren geistige Zerrüttung durch überreichlichen Genuß von Alkohol eingetreten war. In der Eure wird Säuferwahnsinn immer häufiger; dort hat sich die Häufigkeit der Verbrechen seit 30 Jahen verdoppelt und die Zahl der Selbstmorde vervierfacht. Die Kinder tunken ihr Brot des Morgens in Branntwein, um sich zur Fabrikarbeit anzuregen. In einigen Departements, wo die Trunksucht wütet, ist die Sterblichkeit der Kinder unter einem Jahre erschreckend groß. Natürlich vermindert sich auch die Zahl der wehrpflichtigen jungen Leute mit jedem Jahr. Während Frankreich in dem Zeitraume von 1901 bis 1905 328000 Rekruten stellen kann, wird es für die Zeit von 1915 bis 1919 nur noch 295 000 haben, und auch der Prozentsatz der Diensttauglichen wird beständig geringer. In der Seine=Inferieure wurden 1873 6 Prozent zurückgestellt, 1893 27 Prozent; die Eure lieferte 1875 noch 73 Prozent Dienstfähige, 1899 nur noch 64 Prozent. Politische Uebersicht. — Das russische Kaiserpaar ist gestern in Darmstadt eingetroffen, im Laufe des heutigen Sonnabend trifft auch der russische Minister des Auswärtigen Graf Lamsdorff in der hessischen Hauptstadt ein. Am Mittwoch kommender Woche begibt sich der Zar, in dessen Begleitung sich der Minister des Auswärtigen befinden wird nach Wien. Allerdings wird Wien selbst von dem kaiserlichen Gaste kaum berührt. Vom Bahnhof geht die Fahrt unter scharfer militärischer Bedeckung sofort nach Schönbrunn, von wo aus Jagdpartien unternommen werden. In Darmstadt sind zum Schutze des Zaren die umfassendsten Vorsichtsmaßregeln getroffen worden, der Sicherheitsdienst ist außerordentlich verstärkt worden. Besonders werden die russischen Studenten der Technischen Hochschule überwacht. —„Die Pflicht der Regierung“ überschreibt die freikonservative„Post“ einen Artikel, in dem sie u. a. sagt: Es ist in der Tat nicht angängig, wenn die Regierung der wachsenden sozialdemokratischen Gefahr, wie sie sich auf dem Dresdener Parteitage gezeigt, untätig zusieht und dem Bürgertum die Initiative des Kampfes gegen die Umsturzgefahr zuschieben will. Wozu ist denn überhaupt die Staatsregierung da? Es ist die verdammte Pflicht und Schuldigkeit der Männer, die das Vertrauen unseres Kaisers zu den höchsten und verantwortungsvollsten Staats. Wohltaten, still und rein gegeben, Sind Tote, die im Grabe leben, Sind Blumen, die im Sturm besteh'n, Sind Sternlein, die nicht untergeh'n. * Das sind im Grunde die glücklichsten Stunden im Leben, wo man andere glücklich machen kann. Ende von dazumal. Eine Erinnerung von Peter Rosegger. Hernach sind wir durch den Waldsteig angestiegen, jeder mit einem vollgeschichteten Futterkorb am Rücken, denn wenn unten auf der Wiese das Gras war und oben auf dem Berge die Herde, so durfte man niemals„leer“ hinaufgehen. Zwischen jungem Fichtenwuchs standen schöne alte Lerchen. Sie standen mit ihren hellgrünen Hauben hoch über alle anderen Bäume hinaus, so daß man sie vom gegenüberstehenden Berghange aus bequem zählen konnte.* „Siehst du,“ sagte mein Vater,„Voll sind unsere Schuhe, die Lodenjoppen und das ganze Wintergewand. Das neue Stalldach ist auch dort.“ Das wollte sagen, daß er für den Erlös dieser Lärchen die Kleider anschaffen und das schadhafte Dach ausbessern lassen wollte.„+ „Ist das Leben=Christi=Buch auch volk: fragte ich, dieweilen mir halb und halb versprochen war, auf dem Thomaskirchtag in Krieglach würde mir mein großer Wunsch erfüllt werden.. 912 „Ja, Peter, wenn der Eisenbahner die Larchen gut zahlt, nachher kriegst du auch dein Leben=Christi=Buch.“ Als wir hinaufkamen, wo an steilen Lehnen die Felder lagen, stand mein Vater still und blickte wohlgefällig auf die weiten goldgelben Flächen hin. Das Korn war gut geraten und stand in der Reife.„Morgen heben wir an zu schneiden. Ist wohl Zeit, daß uns der Gott Vater die volle Hand herabhält, dem letzten Mehlschaffel sieht man schon auf den Boden. Da werden wir uns einmal helfen können. In etlichen Tagen will ich erst den ersten Kornsack in die Mühle tragen.“ Unsere Kornmühle, drei Gänge grob stand unten im Ein die Mühle tragen. Unsere Kornmühle, drei Gäng gee, ftane umeni Engtale unweit dem Gasthausel am gießenden Wasser.— Am Kartoffelacker, zu dem wir auf kamen, sahen wir ein Fleckchen aufhatte die ersten Erdäpfel ausgegraben. Heute abends gibt's ihrer! Das war allemal ein Freudentag, wenn die ersten Erdäpfel im Topfe brodelten. Es hatte Winter gegeben im Waldlande, da waren Kartoffel und Kohlkraut fast die einzigen Nahrungsmittel Wir redeten unterwegs wenig, aber keuchten umso. mehr in der schwülen Abendluft. Wenn die Kost, die wir in den Körben trugen, wenigstens unser, der Menschen, wir gegen den Hof kamen, dunkelte es schon. Aus den Küchenfenstern schimmerte der rote Schein des Herdfeuers. Mein jüngerer Bruder trieb die Herde von der mageren Weide heim. Es waren zwei Ochsen, zwei Kühe und ein Kalb.. B.5 Lummen Färn „Wenn wir nur wieder zu einem Viey kommen tonnten!“ sagte mein Vater. Unsere Ställe konnten leicht an dreißig Stück Rinder fassen und noch ungezählte Schafe, Schweine und Hühner. Aber in den letzten Jahren war es leer geworden. Mißwachs, Seuchen, Gläubiger! Und dann war mein Vater manchmal ein guter Viehhändler gewesen. Den Ochsen hatte er gegen eine Kuh vertauscht— die gab Milch. Die Kuh gegen ein Kalb— das brauchte weniger Futter und Pflege. Das Kalb gegen ein Ferkel, das konnte man schlachten, und Schweinernes ist vortrefflich zu essen. Es war nicht gerade so wie bei ännern berufen hat, bei allen dem Vaterlande drohenden großen Gefahren muig voranzugehen und nicht darauf zu warten, bis ihnen erst vom Volke Bahn gemacht werde. Es muß etwas geschehen, das ist die allgemeine Empfindung aller Vaterlandsfreunde. — Neue Artillerie=Forderungen. Die Frage über die Einführung der neuen Rohrrücklauffeldgeschütze dürfte demnächst ihre Erledigung finden. Die im Kaisermanöver mit diesen Geschützen erzielten Resultate werden jetzt festgelegt und dienen mit den vorhergegangenen Schieß= und sonstigen Versuchen zusammen als Unterlage für eine eventuelle Vorlage im Reichstage. Diese Vorlage wird bis zum Frühjahr nachsten Jahres zu erwarten sein. Bekanntlich sollen die jetzigen Geschütze in solche mit Rohrrücklauf umgeändert werden, diese Aenderung wird pro Geschütz ca. 2000 Mark kosten, was für die gesamten Geschütze 12 bis 15 Millionen ausmachen würde. Man kann diese Summe bei der Wichtigkeit der Sache nicht für hoch halten. — Französische Abgeordnete hielten sich jüngst in Deutschland auf, um die Frage der Schwindsuchtsbekämpfung zu studieren. Abg. Dr. Meslier schreibt nun in Pariser Blättern u. a., er und seine Kollegen seien entzückt von der Reise. Ueberall seien sie freundlichst aufgenommen worden und überall hätten sie sich in ihrer Muttersprache verständiger können. Das, was sie gesehen hätten, habe ihnen bewiesen, daß sie noch ungeheuer viel zu lernen hätten. Auch Dr. Dubois stellt Deutschland als Vorbild in der Schwindsuchtsbekämpfung hin. In Deutschland herrsche eine viel geringere Sterblichkeit an LungenSchwindsucht als in Frankreich. — Der deutsche Außenhandel hat sich in diesem Jahre bis jetzt so gestaltet, daß die Einfuhr 301,9 Millionen Doppelzentner beträgt oder 23,6 Millionen mehr, die Ausfuhr 249,3 Millionen oder 29 Millionen Doppelzentner mehr. Sehr gestiegen ist die Einfuhr von Eisenerzen, Kohlen und Getreide, während Material=, Spezerei= und Konditorwaren eine größere Abnahme erfahren haben. Bei der Ausfuhr entfallen über 60 vom Hundert der Zunahme auf Steinkohlen, auch Erden, Erze, edle Metalle, Eisen und Eisenwaren wurden stark ausgeführt. — Für die preußisch=hessischen Staatsbahnen ist das laufende Rechnungsjahr ein sehr günstiges. Die Einnahmen betragen bisher 632¾/4 Mill. Mk. oder 32 Mill. mehr als im Vorjahr. Der Monat August ergab mit 6,8 Mill. den größten Ueberschuß. Die deutsche Industrie hat in Japan einen bedeutenden Erfolg errungen. Drei deutschen Firmen ist von der japanischen Staatsbahnverwaltung die Lieferung von 30 Lokomotiven übertragen worden. In dem Wettbewerb wurden englische, amerikanische und belgische Werke geschlagen. jenem Hans im Glück, aber ähnlich. Mein Vater war nur so lange ein kluger Hauswirt gewesen, als er Glück gehabt hatte. Als er's mit allerlei Mißgeschick zu tun bekam, suchte er für seine innere Zufriedenheit einen anderen Grundstein als den des Wohlstandes. Es war ihm gar nicht mehr viel daran gelegen; bis jedoch immer mehr der Mangel kam, die Bedrangnis, da fragte er: Wie so denn? Ganz arm werden? Wie so denn?— Den Kampf ums Dasein nahm er zwar auf, aber die Waldbauern— seit jeher in ruhiger Bedürfnislosigkeit lebend— haben darin keine Uebung. Seinem geruhigen Leben merkte man nicht viel an, daß etwas nicht richtig war. Froh waren wir nach Hause gekommen, hatten unsere Körbe in die Krippen der Kühe geleert und hatten uns zu Tisch gesetzt, um Erdäpfel zu essen. Aber die Schüssel war nur halb voll, und die Mutter sagte, an den Erdäpfeln würde dies Jahr keine große Freude zu erleben sein, mehr als die Hälfte von denen, die sie zur Probe ausgegraben, seien krank.„Wär' nit schlecht!“ antwortete der Vater, „dann müssen wir uns halt ans Kraut halten. Haben zum Glück einen weiten Fleck angebaut.“ „Kraut ist eh gut,“ meinte der alte Knecht, unser einäugige Simon, der mit seinem einzigen Auge immer mehr Gutes an der Welt sah, als andere mit zweien.„Kraut ist etwas Ausgezeichnetes, wenn die rechte Zuspeis dazu kommt: Speckknödeln und Selchfleisch. Unser jüngerer Knecht, der Poldel, war in zweifelhaften Fällen immer witzig, der sagte nun, am besten sei das Kraut, wenn es Hirschfleisch geworden. Er spielte auf das nachbarliche Herrschaftswild an, das uns haufig den Krautgarten kahlgeäset hatte und das man füglich zu Wildbret machen sollte. Dies Jahr stand im Krautgarten, der oben hinter dem Gehöfte lag, alles gut. Kein Wunder also, daß sich der Waldbauer bei den vielen Sachen an diesem Tage reich vorkam. Aber nur an diesem Tage, am nächsten Tage nicht mehr.—(Forts. folgt.) chenhandels mit dem Sitz in Berlin hat Warnungstafeln herausgegeben, welche die Gestalt eines verschleppten, dem Elend preisgegebenen Mädchens zeigen. Die Tafeln werden auf Bahnhöfen und Schiffen ausgehängt und fordern in den verschiedensten Sprachen die Mädchen auf, keine Stellung im Ausland ohne sichere Erkundigung anzunehmen. In Not und Gefahr sollen sie sich an den Bahnhofsvorsteher oder den Kapitan wenden. Oesterreich. — Im Wiener Reichsrat haben die Tschechen mit der Obstruktion begonnen. Sie verlangen für die böhmischen Regimenter ganz ähnliche nationale Zugeständnisse, wie sie in Budapest für die ungarischen gefordert werden. Außerdem ist auch in Wien die parlamentarische Lage so verworren, daß ein Ausgang schlechterdings nicht zu entdecken ist. Augenscheinlich wird der Reichsrat vertagt werden. Rußland. = Die„Hungersnöte“, der sogenannte„Golodowka“ (Hungerchen), der regelmäßig— neben der kehrenden großen Hungersnot— Jahr um Jahr weite Gegenden Rußlands heimsucht, ist nicht zum wenigsten auf die gradezu unglaublich mangelhafte und gewissenlose Verwaltung der Eisenbahnen zurückzuführen. Wie die„Now. Wremja“ schreibt, betragen die Getreideanstauungen allein auf den Südwestbahnen bereits 12000 Waggons. Am stärksten hat sich das Getreide auf den bessabarischen Linien angestaut. Die Packhäuser und Plattformen sind überfüllt, ungeheure Mengen Getreide liegen schutzlos im Freien und verfaulen. Dabei wächst die Zufuhr täglich. Wenn sie auf 20000 Waggons gestiegen sein wird, wird eine Reihe von Stationen den Transport überhaupt einstellen müssen. Die Hauptursache der Stockungen bildet der Mangel an Lokomotiven. Balkan. — Rußland warnt. Die russische Regierung hat soeben in der Form eines Ultimatums eine letzte Verwarung an die Kriegsschürer in Sofia und in Konstantinope ergehen lassen und den Regierungen beider Länder noch sich durch einen Krieg aussetzen würden. Ob dieser wohlgemeinte kalte Wasserstrahl die erhitzten Gemüter zur Besonnenheit bringen wird, bleibt abzuwarten. Vor den Besuche des Zaren in Wien, gelegentlich dessen ja endgültige Entscheidungen in der Balkanfrage getroffen werden sollen, wird es kaum zum Ausbruch eines Krieges kommen, zu dessen Durchführung die gegenwärtige Jahreszeit auch so wenig wie möglich geeignet ist. Was kommen soll, kommt doch; wir wollen uns hier nicht lange meh mit der Betrachtung der Möglichkeiten aufhalten. das Eine sei noch konstatiert: Es ist die schreien####te Ungerechtigkeit, die Türkei fortwährend der Grausamkeiten zu beschuldigen und Bulgarien als das Land der Unschuld anzusehen. Wenn die Bulgaren nur die Macht besäßen, sie verführen noch zehnmal grausamer als die Türken. Daß sie vor den schändlichsten Verbrechen nicht zurückscheuten, haben die Vorgänge in Saloniki und anderen Orten b wiesen. Jetzt gestand ein bulgarischer Agitator, daß die bulgarischen Bandenführer beschlossen hätten, mehrere Konsulate in Adrianopel, die Kasernen in Kirkilissa un Mustapha Pascha, die Maritza=Brücke und alle Straßen der Orientbahn mit Dynamit in die Luft zu sprengen!! Als ein kriegerisches Symptom ist die Tatsache anzusehen, daß der Sultan den sofortigen Ankauf von 75 000 ullogramm rauchlosen Pulvers anordnete. = Gricchische Kriegsvorbereitung. Ministerpräsident Rali hat, wie aus guter Quelle verlautet,„sopghl die atshaushaltes dafür verwender, Mittel der allhelenischen Flottenspende, als auch fügbaren Mittel des Staatshaurha.. u erirendet, um eine gründliche Nachprüfung und sofortige bessere Armierung der hellenischen Flotte vorzubereiten. Die erste Rate dieser Mittel beläuft sich angeblich auf 700000 Drachmen, für welche Summe die beiden Schlachtschiffe Trachmlei, welche Summe die beiden Schlachtschiffe „Hydra" und„Spetsä“ ergänzt werden sollen. Amerika. = Vom amerikanischen Katholikentage. Aus Dayton (Ohio) wird gemeldet: Pfarrer Burk aus Kansas beantragte, an Kaiser Wilhelm folgendes Telegramm zu senden: Die 48. Generalversammlung des Zentralverbandes der römisch=katholischen Deutschen in den Vereinigten Staaten von Nordamerika bringt Cw. Majestct hrzgerzechegbg#g Anerkennung dar für Ew. Majestät kaiserliches Wohlwollen gegenüber dem Papsttum und den katholischen Untertanen des deutschen Vaterlandes. Möge der Segen Gottes in reichlichster Fülle über Ew. Majestät und die kaiserliche Familie ausgegossen werden. Lokales. Schwerte, 26. September 1903. **(Für die Vertreter des diensttauglichen Jungdeutschland) gilt es nun bald Abschied zu nehmen Mutter und Vater, Braut und Freunden, um als Rierrut den verschiedensten Regimentern zugeteilt zu werden. Gar vielen ist dabei ein wenig bänglich ums Herz, denn dem Rekruten wird es so gut nicht gleich geboten. Der Drill ist nicht immer schmackhaft und in den Mußestunden wird wohl so mancher Seufzer aus 20jähriger Brust durch das Kasernenfenster hinausfliegen, der Heimat zu. Aber„es kommt nur auf Gewohnheit an“, und wer unverzagt und frisch zugreift, der wird auch bald die Lichtseiten der militärischen Dienstzeit herausfinden, die zweifellos eine vortreffliche Schule für das ganze fernere Leben darstellt. Der erste Urlaub bringt dem jungen Soldaten schon das Bewußtsein seines erhöhten Wertes. Stolz führen Vater und Mutter ihn bei den Verwandten und Freunden umher, mit einer Art von Ehrfurcht nahen sich die früheren Genossen dem strammen Vaterlandsverteidiger, und wenn er dann merkt, wie zweierlei Tuch auf die schönere Hälfte des Menschengeschlechts wirkt, dann stimmt er auch wohl vergnügt ein:„Ha, welche Lust Soldat zu sein“, und dann erscheinen auch ihm die zwei Jahre nur als eine kurze Spanne Zeit, in welcher das Licht weitaus den Schatten überwiegt. ***(Schöffengerichtssitzung) vom 25. September. Ich hab' nicht mal Geld, um meine Familie zu ernähren und viel weniger um Gift zu kaufen, sagte der Fabrikarbeiter H. K. zu Wandhofen heute, der angeklagt war, am 12. Juli d. J. das Schweinefutter seines Nachbars Fr. Pütter vergiftet zu haben. Auch behauptet er, zu der betr. Zeit garnicht am Ort der Tat gewesen zu sein. Durch die Zeugenaussagen wurde aber aufs bestimmteste festgestellt, daß niemand anders als der Angeklagte die Tat begangen haben könnte, eine Zeugin hat ihn auch mit der Düte an dem Fasse, in welchem das Futter aufbewahrt wurde, herumhantieren sehen. Angeklagter, der mit dem Geschädigten schon seit längerer Zeit auf dem Kriegsfuße steht, hat auf diese Weise seiner Wut Luft machen wollen und es ist nur gut, daß der Anschlag rechtzeitig bemerkt worden ist, da sonst dem Pütter ein empfindlicher Schaden verursacht worden wäre. Seitens des Herrn Amtsanwaltes wurden 30 Mark Geldstrafe oder 6 Tage Gefängnis beantragt. Die Herren Schöffen ließen es bei der beantragten Geldstrafe, erhöhten aber die beiNichtzahlung der Geldstrafe eintretende Haft auf 10 Tage Gefängnis. — Eine viel zu geringe Strafe, wenn man die unglaubiche Rohheit des Angeklagten in Betracht zieht.— Mein Wagen ist zu schade, um damit solche Schweine zu fahren, meinte der Gemüsehändler Fr. N. zu Westhofen zu dem Wirt H. H. daselbst, der mit dem Wagen des N. in Gesellschaft seiner Freunde 1. des Gelbgießers Friedr. Fr., 2. des Schuhmachers Alb. Fr. und 3. des Buchhalters Ewald W. am 9. August einen Ausflug nach Wetter unternommen hatte. Durch diese Aeußerung fühlten sich die Gebrüder Fr. und der Buchhalter W. beleidigt und es kam zu einer ebhaften Auseinandersetzung, welche bald in die schönste Keilerei ausartete. Heute hatten sich nun die Gebrüder Fr. und der Buchhalter W. wegen Mißhandlung und Beleidigung des erstgenannten zu verantworten. N. behauptete, von den Gebrüdern Fr. und dem Buchhalter W. zuerst beleidigt und angegriffen worden zu sein, doch ergab die Beweisaufnahme, daß gerade N. die drei zuerst geschimpft und angegriffen habe, dem Fritz Fr. hat er sogar mit einer Kohlenschaufel den Kopf blutig geschlagen. Es wurden ihm für diese Heldentaten 25 Mark zudiktiert, Die Gebrüder Fr. und W. dagegen freigesprochen.— Zum Schluß betraten die Anklagebank die Ehefrau Pflasterer Wilh. O. und deren Sohn, der Pflasterer Wilh. O. jr. Dieselben hatten gemeinschaftlich am 27. Juli die Ehefrau G. mißhandelt. Ehefrau G., die bei den Angeklagten zur Miete wohnte, mußte an dem betr. Tage ausziehen, wollte aber vorher noch einen Eimer Kohlen, den sie der Beklagten angeblich geliehen, zurückhaben. Dieses veranlaßte die G. mächtig zu schimpfen und zu guterletzt auch noch die G. bei den Ohren zu nehmen. Ihr Sohn, der jedenfalls dachte, es sei Kindespflicht, den Eltern beizustehen, hat bei dieser Arbeit redlich geholfen. Heute bekamen sie nun den Lohn für die böse Tat. Die Frau O. muß für ihren Kampfesmut 10 Mk., ihr Sohn für seine Schlagfertigkeit 6 Mark zahlen. **(Der Ortsverein Schwerte) des Vaterländischen Frauen=Vereins blickt am 2. Oktober d. J. auf das erste Vierteljahrhundert seines Bestehens zurück. Wie wir hören, gedenkt man diesen Tag in würdiger Weise festlich zu begehen. **(Kaisermanöver.) Wie der„Hann. Cour.“ aus bestimmter Quelle hört, finden die nächstjährigen Kaisermanöver tatsächlich in Westfalen statt, und zwar im südlichen Teil der Provinz. Vorläufig steht fest, daß sich das achte, siebente und zehnte Korps daran beteiligen. **(Königl. Preußische Klassenlotterie.) Wir machen unsere Leser schon jetzt darauf aufmerksam, daß die Erneuerung der Lose zur 4. Klasse 209. Lotterie unter Vorlegung der Lose 3. Klasse bei Verlust des Anrechts planmäßig bis zum 2. Oktober cr., abends 8 Uhr, bewirkt sein muß. K 4 Ergste, 25. Sept. Die Ehefrau des Lehrers Esser * A f l a u m e n 1 0 z n g l ü c k l i ** Eraste, 20. Sept. Die Ehefrau des Leh beim Abpflucken von Pftaumen so ungläalich vom Baum, daß sie einen Arm- und Hüftenbruch davontrug. ** Aplerbeck, 25. Sept. Aus der hiesigen ProvinzialIrrenanstalt ist am Mittwoch Nachmittag eine geisteskranke Frau entwichen. Dieselbe hat sich in der Richtung Dormund begeben. Hörde, 25. Sept. Der„Hörder Bergwerks= und Hüttenverein" beabsichtigt, auf einem von ihm erworbenen Terrain auf dem aus der Gemeinde Wambel nach Hörde eingemeindeten Gebiete eine Arbeiter=Kolonie von zunächst 20 Wohnhäusern zu errichten. Das betreffende Trrain liegt hoch und gesund und eignet sich zu Ansiedelungen sehr. Da auch noch ein erheblicher Raum zur Verfügung steht, so ist eine Zunahme der Besiedelung in den nächsten Jahren zu erwarten. Westfalen und Rheinland. * Crengeldanz b. Witten, 25. Sept. Hier fiel einem jungen Mann ein aus der zweiten Etage eines Hauses herabstürzender Blumentopf auf den Kopf. Der Getroffene erlitt einen gefährlichen Schädelbruch und mußte ins Wittener Krankenhaus geschafft werden. * Grürmannsheide, 25. Sept.(Uebel zugerichtet) wurde hier ein alter Tagelöhner. Zwei junge Burschen lockten denselben an sich und trieben erst Dummejungenstreiche mit dem alten Mann. Nachdem ihnen das kein Vergnügen mehr machte, begleiteten sie ihn an eine abgelegene Stelle, schnallten ihre Leibriemen ab und schlugen damit auf den Nichtsahnenden los, daß er laut um Hülfe schrie. Aber erst als einige bewaffnete Männer herbeieilten, nahmen die Burschen Reißaus. Doch sind sie erkannt und es wäre schade, wenn sie den Lohn nicht für ihre Tat ernteten. * Lüdinghausen, 25. Sept. Heute Morgen fiel ein mit Wäschespülen beschäftigtes Mädchen in die Stever. Leider war der Vorfall nicht zeitig bemerkt worden, das Mädchen konnte nur als Leiche herausgeholt werden. * Münster, 25. Sept.(Kein übler Scherz.) Im„Münsterschen Anzeiger“ fragt ein Abonnent an, ob die glühende Feuerkugel, welche er am Sonnabend abend 7 Minuten vor 9 Uhr am Himmel entdeckt habe und die einen anscheinenden Durchmesser von 30 bis 35 Zentimeter hatte und sich langsam am Himmelsgewölbe fortbewegt habe, ein Meteor oder ein zu wissenschaftlichen Zwecken aufgelassener Ballon gewesen sei. Hierauf erwidert das Blatt:„Wir freuen uns, Ihnen folgenden authentischen Bescheid geben zu können. Die Luftschifferabteilung, welche das Manöver des 7. Armeekorps dieses Mal begleitet hat, machte auf der Rückreise nach Berlin hier einige Tage Station, um die unter Nr. A. 75 432 d. eingetragene patentierte Erfindung von haltbaren fertigen Seifenblasen auf ihre Brauchbarkeit für Kriegszwecfe, als militärische Signale oder Träger von kleinen scheitlichen Meldungen auszuprobieren. So viel wir wissen, sind die Ein trauriges Bild aus Schlesien. — Die Notlage der Handweber im südlichen GrenzBezirk der Grafschaft Glatz in Schlesien gibt nach einem Bericht der Bresl. Morgenztg, zu sehr ernstenten gzeh., auch für den Winter Anlaß. Die Leute verdienten bisher uuch nur 25 bis 30 Pfennig täglich, in diesem Herbst aber fehlt jede Arbeitsgelegenheit, weil keine Bestellungen kommen; dazu sind die Kartoffeln, von welchen die Weber mit ihren Familien zumeist leben, schlecht geraten. Die Handweberbevölkerung ist daher um die Zukunft in großer Sorge. Wenn kein Wandel in der Arbeitsgelegenheit eintritt, wenn keine Gelegenheit zum Erwerb gegeben wird, so befürchten sie einen größeren Notstand für den Winter als er seit langem gewesen ist. Bisher konnte eine regelrechte Hungersnot nur dadurch abgehalten werden, daß nur ein Bruchteil der Handweberbevölkerung hinter dem Webstuhl saß; der übrige Teil hatte Beschäftigung beim Bahnbau, auf dem Felde, in Ziegeleien usw. gefunden. Alle diese Arbeiten werden aber beim Eintritt des dort sehr strengen Winters eingestellt, so daß sich das Heer der Arbeitslosen dann ganz erheblich vermehren muß. Die Weber hoffen noch immer auf Aufträge. **(Meldepflicht.) Die zur Reserve entlassenen Mannschaften seien daran erinnert, daß sie sich innerhalb Tage bei dem Meldeamt anzumelden haben, dessen 14 Kontrolle sie unterstellt sind. Die Unterlassung dieser Meldung ziehl Strafe nach sich. **(Einquartierung.) Eine Eskadron der 8. Husaren in Paderborn rückte heute morgen in unsere Stadt ein und bezog hier für heute und morgen Quartiere. Am Montag früh setzt das Regiment, dessen übrige Schwadronen in den Ortschaften der Umgegend einquartiert sind, den Heimmarsch fort. Die Truppen kommen von den Divisions= und Korpsmanövern bei Mettmann im Rheinlande. **(Gewaltige Anstrengungen) werden in Lethmate gemacht, um die von weiten Kreisen auch in unserer Stadt für entschieden zweckmäßig erachtete Eisenbahn=Verbindung Schwerte=Lethmate zu verwirklichen. Auch wir stehen dem Projekte nicht unfreundlich gegenüber und wünschen den dahingehenden Bestrebungen guten Erfolg. **(Zwei hiesige Turnvereine,) nämlich„Eintracht"= Schwerte bei Hufnagel und„Jahn"=Schwerterheide bei Schäfer feiern am Sonntag ihr Herbstkränzchen mit Rekruten=Abschied durch turnerische Aufführungen, Konzert und Ball. Wir wünschen beiden Vereinen einige rech vergnügte, harmlos frohe Stunden. die Ems; sie löste sich erst nach 225 Metern in dem üblichen Wohlgefallen auf. Sie hatten gerade das Glück diese. rote„Saponeor“ fliegen zu sehen, während andere grüne, blaue, ja sogar changeantfarbige gesehen haben werden. * Essen, 25. Sept. Fähnrich Hüssener stellte gegen die„Essener Volksztg. Strafantrag wegen Beleidigung. Er wurde von der Essener Staatsanwaltschaft abge* Essen, 25. Sept.(Auf Villa Hügel) wird es demnächst sehr still werden; gutem Vernehmer, nach. be, absichtigt die Familie Krupp alles überflüssige Persona. zu entlassen. Der Hofstaat, der zuzeiten F. A. Krupps eine große Rolle spielte, wird endgültig verschwinden. * Berleburg,24. Sept.(Nicht 70000 Mark,) wie s. Z. gemeldet wurde, sondern nahezu 100000 Mark hat der Rendant Riedesel bei dem hiesigen Spar= und Vorschußverein unterschlagen. Jetzt steht der Spar= und Vorschußverein vor dem Bankerott. Kommt es hierzu, so wür tragende Verluste entstehen, die geeignet sind, die Existenz * Elberfeld, 25. Kept.(Ein tötlicher Un glücksfall) ereignete sich heute nachmittag kurz 5 Uhr auf dem Bahnhofe Döppersberg. Beim Rangieren eines Güterzuges geriet der 19jährige Hilfsrangierer Ferd. Weiß von hier mit einem Absatz in das Herzstück ein Weiche. Weiß konnte sich vor dem herannahmenden Zugt nicht mehr schnell genug aus seiner verzweifelten. retten, er wurde überfahren und bis zur Unkenntlic 4 Dusedor, 25. Sept. In der Lindenstraße pizlegz in Abwesenheit der Eltern die Kinder des Zementarbe Karfier mit Streichhölzern. Hierbei fing das Bett, in ein kleines, 2jähriges Madchen lag, Feuer. HerbeNachbarn fanden das Kind bereits verbrannt vor. hiesige Fleischerinnung beschloß in gemeinsamer Sitzung eine Erhöhung der Fleischpreise, durchschnittlich um Pfg. das Pfund. Begründet war diese Maßregel mit Mangel an Schlachtvieh und den dadurch gesteigerten Biehpreisen.. 8u. * Dormagen, 25. Sept.(Ein Schneilzut Schweine aufgehalten!) Als heute der Sd zug Nr. 22 verlassen he und der Zu Fenster, un Da sah mo Weide ausg trottend der widerborsti der Zug we * Bon Polizei bei leistet. In postamt zw sah noch ge davon fuh jedoch die blickte er a sigen Kauf er diesen u zeug hinter Jagd die Festnahme Der Kaufn Math. Br. beamter, fläche ersch *(9 die ersten allergröß kannte ur der„Her keit zu te hört. Ei friedenhe abonnier zwei schö tion des die erste Aufmerk jedenfall Zeitunge *( dizinisch Mark m führte 9 haft bill kenntnis sich mit arten u Wochen zu mach Eltern haben Ist er daran wissen der„ die G Selte Dan sie n traur ten 1 eine S wese mitt dort Bah wirk mitt steig zufi quel dies stat Cour.“ aus rigen Kaiserzwar im süddaß sich das ligen. 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Herbeilegse brannt vor. meinsamer chschnittlich um 10 Maßregel mit dem durch gesteigerten neltougell. heute der Schner Nr. 223 Köln=Neuß die Stationen Worringen kaum * F l a s s e n h a t t e, w u r d e n p l ö t z l i c h d i e B r e m s e n a n g e z o g e n und der Zug zum Stehen gebracht. Alles stürzte an die um zu sehen, was auf der Strecke passiert sei. sah man denn eine Herde Schweine, die aus ihrer Weide ausgebrochen und gemütlich über den Bahnkörper dem jenseitigen Rübenfeld zustrebte. Erst als die widerborstigen Vierfüßler ihr Ziel erreicht hatten, konnte d Vonn, 25. Sept. Das Autonobit hat der biesigen Polizei beim Abfangen eines Spitzbuben gute Dienste geleistet. Im Laufe des Tages wurden nämlich am Hauptblickte er an der Kölner Chaussee einen ihm bekannten hiefläche erschien und den Dieb in Empfang nahm. *(Redaktions=Aale.) Daß den Zeitungsredaktionen die ersten Maikäfer und Schmetterlinge, die größte und Zcitung“ ist nun aber eine Aufmerksamkeit zu teil geworden, die nicht zu den Alltäglichkeiten gehört. Ein Mühlenbesitzer bei Neukirchen gab seiner Zufriedenheit mit dem Blatte, das er schon seit 33 Jahren abonniert hat, dadurch Ausdruck, daß er der Redaktion de erste Schuepfe o dieg des Mühlenbesitzers ihr und Zeitungen seither noch ganz unbekannt gewesen sei. f(Wie Kurpfuscher„studieren.“) Die, Wiener Böinische Prese 9(inkomnents Eiuie v, züiglich einge. Mart monatliches Einkommen: Eine vorzug, eing zu machen.... Fürs Haus. s’ erste Tränerl. Die Muatta schleicht zur Wiege hin, Da liegt ihr winzig's Butzerl drin. Es schlaft so liab, so friedli'— schau Was glänzt denn da so licht am Aug': Dös erste Tränerl is's! Genau Pickt's dort, als wie a Tröpfel Tau. Und d'Muatta ganz in Freuden steht, Als wenn's a Perlen g'funden hätt! Sie wischr's net weg, damit's ihr Mo' Damit's a jeder sehge no’ ko’—— Dös erste Tränerl! So a Freud! No’ mauch a Tränerl schickt die Zeit; Und Du bist glückli, Muatterl, wann's D' Halt alle, alle trockna kannst. („Meggendorfer Blätter“, München.) facher Expansion leistet etwa 3000 Pferdekräfte und gibt dem Schiffe eine Geschwindigkeit von 15 Knoten in Stunde. Den erforderlichen Dampf liefern 4 Kessel. Schiff ist mit elektrischer Beleuchtung und mit einer#werfvorrichtung versehen; die Salons sind mit dem denkbar größten Komfort ausgestattet, für die Bequemlichkei der Passagiere ist nach jeder Richtung gesorgt; je Kammer hat Waserleitung. Die Verlobung meiner Tochter Lissy 6: mit Herrn cand. min. Willy Hörning 6 beehre ich mich ergebenst anzuzeigen. 8# Gustav Heufer.# Westhofen a. d. Ruhr, im Sept. 1903. S (Der Liebling.) Es kommt häufig vor, daß die Eltern einen besonderen Liebling unter ihren haben. Was der„Liebling“ tut, ist immer schön und gut. er ungezogen, so sind die anderen Geschwister schuld daran, die ihn nicht verstehn und ihn nicht zu behandeln wissen. Seine Unarten werden übersehen oder gar belacht, der„Liebling“ wird verwöhnt, eigensinnig tyrannisiert er die Geschwister, er weiß ja, daß er immer rechg5efagemt. Selten wird etwas aus diesen verhätschelten Da man ihnen von Jugend ges eberz, Hülen ten unglücklichen Daseins. Unpartesliche, Gerechtigkeiti eine ernste Pflicht der Eltern gegen ihre Kl.###r. Im Eisenbahnwagen quer über die Ostsee. Mit dem 1. Oktober tritt bekanntlich eine neue, sehr wesentliche Verbesserung im deutsch=dänischen Verkehr vermitelst großer Fähren über die Oftsg, egezter#o# ae an teigen der Bosioteroige Tichtigteft der die Ostse u vsipder, Fahren spielt hierbei eine buv Die Fährschife find in ihrer Bauart und Einichtung ein Fährschif ist Sr Meter langeten. Das Schf ist in Schiffsmaschine mit dreiEigener Depeschendienst der„Schwerter Zeitung.“ Hd Berlin, 26. Sept. Der„Nat. Ztg. zufolge wird in unterrichteten Kreisen angenommen, daß in der marokkanischen Lage ein Abkommen zwischen Frankreich und England zu erwarten steht. Die anderen Mächte, einschließlich Deutschland, würden einem solchen Abkommen keine Opposition machen, falls der Grundsatz der„offenen Tür“ für die Handelsbeziehungen bewahrt bliebe. Hd Berlin, 26. Sept. Dem„Berl. Tagebl.“ werden heute Einzelheiten über einen bisher nicht bekannt gewordenen skandalösen Vorfall aus Newyork telegraphiert, nach welchen vor einiger Zeit in Tschifu ein amerikanischer Hilfszahlmeister in der Betrunkenheit auf einem Balle den deutschen Konsul unter Schimpfreden angriff und am Arme zerrte. Vom Kriegsgericht wurde der Zahlmeister deswegen im Avancement zurückversetzt. Admiral Evans vom amerikanischen Geschwader hatte dieses Urteil kassiert und es erregt nun Sensation, daß Admiral Evans das ebenso lautende Urteil einer zweiten Verhandlung in einem Generalbefehl für eine unerhörte Justizkomödie erklärte. Die Richter seien noch schlimmer als der Zahlmeister, der die Ausstoßung aus der Marine verdiene, da sie im Vorurteil befangen, die Ehre der Marine vergaßen, sie dürften künftig nicht mehr in einem Kriegsgericht sitzen. Hd Magdeburg, 26. Sept. Der vorbestrafte Füselier Hermann Wilke aus Boernicke bei Aschersleben von der 9. Kompagnie des 36. Infanterieregiments zu Halle a. war vom Kriegsgericht zu Halle wegen Fahnenflucht zu 2 Jahren Gefängnis und Versetzung in die zweite Klasse des Soldatenstandes verurteilt. Er hatte sich acht lang von der Truppe entfernt. Das Oberkriegsgericht zu Magdeburg ermäßigte die Strafe auf eine Woche strengen Arrest. Hd Wiesbaden, 26. Sept. In der vergangenen Nacht gerieten in der Kirchgasse die Kellner Kettner und Bruchmüller in Streit, wobei letzterer Kettner mit einem Revolver 2 Mal in den Kopf schoß. Kettner war sofort tot; der Täter ist verhaftet. Hd Brüssel, 26. Sept. Einem Dekrete der Kongoregierung entsprechend hat die Gesellschaft der Eisenbahnen der Großen Seen die Erlaubnis erhalten, Eisenbahnen zu bauen: auf dem linken Ufer des Kongo längs der unschiffbaren Stellen, ferner am linken Ufer der Stromschnellen des Zendawe Blualaba und oberhalb der Schnellen des Höllentores. Die Gesellschaft ist ebenfalls ermächtigt, Linien auf diesen Flüssen zu begründen. Hd Paris, 26. Sept. Die diesjährige Getreideernte wird auf 126 Millionen Hektoliter geschätzt. Da der durchschnittliche Gebrauch 120 Millionen beträgt, so kann der Bedarf im eigenen Lande mehr als genügend gedeckt eve. Hd Paris, 26. Sept. Der zur Zeit tagende Konvent der Freimaurer hatte dem Ministerpräsidenten Combes ein Glückwunschtelegramm gesandt, worin der Dank des Konvents ausgesprochen wird für die Durchführung der Politik Combes. Der Ministerpräsident erwiderte, daß er für das ihm bewiesene Vertrauen danke und dem Konvent den Auftrag erteile, allen überzeugten Republikanern mitzuteilen, daß er seine Pflicht bis ans Ende tun werde. Hd Besangon, 26. Sept. In St. Vite ist der Kommandant Fournier, ein Gendarm außer Dienst, und ein 65jähriges Dienstmädchen ermordet worden. Anscheinend liegt Raubmord vor. Von den Täter fehlt jede Spur. Hd Konstantinopel, 26. Sept. Die Botschafter überreichten der Pforte eine Kollektivnote, welche die Aufforderung enthält, den Greueltaten des türkischen Militärs und von der Regierung bewaffneten mohamedanischen Bevölkerung in Mazedonien sofort ein Ende zu machen. Lissy Heufer Willy Hörning cand. min. Verlobte. Westhofen, Wetter(Ruhr), September 1903. 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Wir verzichten aber darauf, es einer Kritik im einzelnen zu unterziehen, weil die vorliegenden Berichte so dürftig und zum Teil so unklar sind, daß sie eine Grundlage zur Kritik nicht bieten können, und weil wir früher schon unsere Auffassung des Falles mehrfach zum Ausdruck gebracht haben. Das damals Gesagte zu wiederholen, erscheint nicht nötig, da die gestrigen Verhandlungen neue Gesichtspunkte nicht ergeben haben. In der Presse wird die Forderung erhoben, daß eine Aenderung der bezüglichen Bestimmungen getroffen werde, durch die eine Wiederholung solcher Fälle schlechthin unmöglich gemacht wird. Ob eine solche Aenderung überhaupt möglich sei, ist eine offene Frage. Es will uns scheinen, als ob die Bestimmungen, wenn sie korrekt und besonnen gehandhabt werden, ausreichend und einwandsfrei seien. Dagegen wird eine andere Forderung erhoben werden müssen. Aus dem Vorleben Hüsseners, aus seinem Auftreten bei und nach der Tat ist doch unzweifelhaft hervorgegangen, daß er nicht aus dem Holze geschnitzt ist, aus dem deutsche Offiziere geschnitzt sein müssen, wenn das Offizierskorps die hohe Ehrenstellung behaupten will, die es mit Recht einnimmt. Leute von seiner Art sind für den schweren verantwortungsvollen Beruf eines Offiziers nicht geeignet. In ihre Hand kann man die Rechte und Befugnisse nicht legen, die den Offizieren zugestanden werden müssen, wenn die Disziplin aufrecht erhalten werden soll. Man wird bei der Aufnahme derer, die sich für den Offiziersberuf für geeignet erachten, und bei ihrer Beobachtung in der Ausbildungs= und Vorbereitungszeit noch sorgsamer sein müssen als bisher. Wir möchten im Interesse des deutschen Heeres und seines Offiziekorps, auf die wir stolz zu sein alle Ursache haben, dringend wünschen, daß uns die Wiederholung eines Falles Hüssener für alle Zeiten erspart bleibe. Alle Kreis= und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung" recht verbindliche Krait. Schwerte, Samstag den 26. September 1903. Die Weltausstellung St. Louis 1904. Eine pathologische Ausstellung, welche darauf berechnet ist, weite Kreise zu interessieren und belehren, wird auf der Weltausstellung in St. Louis 19 in der Abteilung für Sozialökonomie von der amerikanischen Ausstellungsleitung eingerichtet werden. Es sonen in dieser Ausstellung Praparate, Zeichnungen, PhotoAbonnementspreis pro Quartal 1 Mark 65 g., exe42 Pfg. Bestellgeld, wenn durch die Post bezogen. Erscheint an jedem Wochentage. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierten Hamilienfreund. zur Weltausstellung St. Louis gelesen haben, scheint die Ausstellung ein Riesen=Jahrmarkt zu werden, weiter nichts. Wir begreifen nicht recht, warum da das Reichskommissariat eigens ein Blatt herausgibt, um für die Ausstellung der Amerikaner Propaganda zu machen. Ob England, Frankreich usw. das auch wohl machen, oder ist das wieder eine der be—rühmten deutschen Liebenswürdigkeiten gegen die Yankees? Red.) graphien und Nachbildungen vorgeführt werden, an denen man die Krankheiten jedes einzelnen menschlichen Organs deutlich sehen und studieren kann. Es wird immer ein gesundes und ein erkranktes Organ nebeneinander aufgestellt werden, um die nötigen Vergleiche machen zu können. Wo Mikroben die Krankheitserreger sind, sollen Mikroskope aufgestellt werden, in welchen der Beschauer die Krankheitserreger sehen und kennen lernen kann. Man hofft besonders aus den Privatsammlungen amerikanischer und auswärtiger Aerzte interessante Objekte und rate für die Ausstellungszeit geliehen zu erhalten. Eine Riesenrose wird von den Elektrizitätswerken in Camden auf der Weltausstellung in St. Louis 1904 ausgestellt werden. Die Rose wird aus Metall gebaut, wird zehn Fuß hoch sein und hundert Fuß Umfang haben. Sie wird aus sechsunddreißig einzelnen Llattern bestehen, von denen jedes am oberen Rande mit sechzig elektrischen Lichtern besetzt ist. Die Metallblätter werden mit dickem rosenroten Samt überzogen, und ein in der Mitte der Metallblume angebrachter sich beständig drehender Zylinder wird fein verteilten Rosenduft ausstreuen und die an die Blume herantretenden Besucher parfümieren. Ein russisches Dorf soll auf der Weltausstellung in St. Louis 1904 errichtet werden. Es handelt sich nicht um ein Unternehmen der russischen Regierung, welche offiziell an der Ausstellung teilnimmt, sondern es hat sich ein Syndikat amerikanischer Kapitalisten mit einem Fonds von zwei Millionen Dollars gebildet, welches durch seinen Vertreter in St. Petersburg die einleitenden Schritte zum Aufbau des russischen Dorfes getan hat. den Mittelpunkt dieses russischen Torfes, das natürlich auch von echt russischen Einwohnern bevölkert wird, soll ein Bojarenpalast bilden. Das Innere dieses Baues enthält Panoramen, welche die interessantesten Gegenden darstellen, durch welche die transsibirische Eisenbahn hindurchfährt. Auch ein Miniaturmodell dieser neuesten transkontinentalen Bahn wird in dem Hause aufgestellt. In den Blockhäusern des Dorfes sollen Erzeugnisse der russischen Hausindustrie verkauft werden. (Nach allem, was wir bisher über die Vorbereitungen Kleine Chronik. + Berlin, 25. Sept. Die Mietspreise in Berlin sind allgemein recht gepfeffert. Besonders die Preise für Läden in den Geschäftsstraßen sind in den letzten Jahren sehr in die Höhe gegangen. Aus einem Hause der Leipziger Straße zieht jetzt wegen Umbaues des Hauses ein Kleidergeschäft, die„Goldene 110“ aus und da erfährt man, daß dieses 27·000 Mark Miete jährlich zahlte gegen 4200 Mark 4 Posen, 25. Sept. Die Stadt Inowrazlaw hat den Prozeß wegen Uebernahme der Gasanstalt verloren und wurde zu 180000 Mark Schadenersatz verurteilt. und Landwirtschaft. * Hamm i. W., 25. Sept.(Westfälischer Zuchtviehmarkt.) Unter Anwesenheit des Oberpräsidenten der Provinz Westfalen, Freiherr von der Recke, der Regierungspräsidenten von Münster und Arnsberg und des Vorsitzenden der Landwirtschaftskammer für die Provinz Westfalen wurde gestern auf dem großen Exerzierplatz der von der Westfälischen Landwirtschaftskammer veranstaltete Zuchtviehmarkt für Rindvieh und Schweine eröffnet. Eine 107 Meter lange Halle und mehrere kleinere Zelte erheben sich auf dem Exerzierplatz wo sich den ganzen Tag reges Leben zeigte. Zahlreiche Landwirte aus der ganzen Provinz besuchten heute den Markt der von größter Bedeutung für die Hebung der Viehzucht ist, da nur die besten Tiere aufgetrieben werden. Die Abteilung Rindvieh zählt 185 Nennungen in 3 Gruppen: Rotes Höhenvieh, rotbunter Tieflandschlag und schwarzbunter Tieflandschlag, die Abteilung Schweine zählt 73 Nennungen. Für jede Gruppe waren eine Anzahl Geld= und Anerkennungspreise ausgesetzt, welche heute Abend zur Verteilung gelangten. Der Antrieb zu dem Markt und der Besuch desselben ist bedeutender als im vorigen Jahre. Gesundheitspflege. (Schulpantoffeln.) In der„Zeitschrift für Schulgesundheitspflege“, berichtet Dr. Mouton(Haag) über eine sehr bemekenswerte Maßnahme, die dazu dienen soll, Das Leben eines Christen auf Erden ist nicht eine Frömmigkeit, sondern ein Frommwerden; nicht eine Gesundheit, sondern ein Gesundwerden; nicht eine Ruhe, sondern eine Uebung: wir sind's noch nicht, wir werden's aber. Es ist noch nicht getan und geschehen; es ist im Gange und Schwange; es ist nicht das Ende, sondern der Wege; es glühet und glänzet nicht alles, es feget sich alles. *„ L u t h e r. * Gut macht Mut, Mut macht Hochmut, Hochmut macht Neid, Neid macht Streit, Streit macht Armut, Armut macht Demut. Eine verhauguisvolle Roman von F. Arnefeld. (30. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten) „So schnell wird es nicht gehen, lächelte er, ihre kleine Hand in der seinigen haltend,„aber ich bin Ihnen so unsäglich dankbar."„„„ Gehen Sie,“ wiederholte sie; keise und verschamt fügte sie hinzu:„Und kommen Sie bald wieder; wir müssen doch erfahren, was Sie ausgerichtet haben.“ Sie warf einen flehenden Blick auf die Mutter und davon bezwungen, halb gegen ihren Willen stimmte sie bei: „Ja, kommen Sie bald wieder! „O, Kind, Kind, was hast Du aus mir gemacht! rief sie, als Josefine, die den Gast hinausgeleitet hatte, wieder ins Zimmer getreten war,„ich habe Dorneddens Sohn aufgefordert, wieder zu uns zu kommen! „Dornedden und Willibald sind edle Menschen, wir sind in schwerer Schuld gegen sie, entgegnete Josefine. „Und Du bist entschlossen, sie gut zu machen?“ Mutter und Tochter sahen sich tief in die Augen; auf Josefinens Gesicht wechselten Röte und Blässe, aber mit fester Stimme antwortete sse:. 341, Sig wark sich der Das will ich, so viel an mir ist. Eie walrf sich der Mutter in die Arme und eilte schnell aus dem Zimmer. Beide hatten sich sehr wohl verstanden. obald die Sanitätsrätin sich allein sah, eilte sie an ihren Schreibtisch, schloß ein Fach auf, nahm ein Etui heraus und ließ es aufspringen. Es enthielt in einem einfachen schwarzen Rahmen das Jugendporträt des verstorbenen Ahrweiler, von dem sie sich nicht zu trennen verSie schaute es lange an und Träne auf Träne rollte ihre schmalen Wangen hinab:„Du wirst Deinen Willen doch bekommen, wenn nicht durch mich, so durch mein Kind, das den liebt, den Du ihr bestimmt hast! Meine Tochter soll aber nicht zu Grunde gehen und wird nicht zu Grunde gehen, sie soll glücklich werden und glücklich machen!"— Willibald Dornedden hatte in sehr gehobener Stimmung die Leonhardsche Wohnung verlassen. Josefinens Bild begleitete ihn in zauberhafter Schöne und Lievrchkeit. Hatte er bis dahin an Charlotte Kunze doch noch mit einem stillen Kummer gedacht, so war ihre Gestalt jetzt völlig ausgelöscht durch die der Anderen. Hab' ich bis jetzt geliebt?— Schwör's ab Gesicht; Bis heute sahst Du wahre Schönheit nicht!“ hätte er mit Romeo sprechen können. Und an diesem Mädchen, das Ayrweiler für ihn bestimmt hatte, war er achtlos vorüber gegangen! Sie hatte sich freilich erst während der Zeit, wo er nicht mit ihr in Berührung gekommen war, so reizvoll entwickelt, und jetzt, wo in seinem Herzen durch und für sie die Knospe wahrer Liebe aufgesprungen, war wenig Hoffnung vorhanden, daß sie je die seinige werden könne! Mit Schreck und Vorwurf ward er inne, daß er die Wirklichkeit vergessen und selig geträumt hatte. Er durfte jetzt an nichts anderes mehr denken, als an seinen Vater und dessen Geschick. Trotz des Sonntags suchte er den Rechtsanwalt auf, fand ihn zu Hause und teilte ihm mit, was er von seinem Vater erfahren hatte, daran die Hoffnung knüpfend, daß dieser Umstand einen bedeutsamen Umschwung zu dessen Gunsten herbeiführen werde. Zu seiner unliebsamen Ueberraschung stellte der Rechtsanwalt, der ihm aufmerksam zugehört hatte, in recht kühlem Ton die Frage: „Und welche Beweise haben Sie dafür, daß die Dinge sich so verhalten, wie Sie sie mir soeben dargestellt haben? Beweise!" wiederholte Willibald unmutig aufblickend,„wie kann man dafür Beweise beibringen? Es ist eine geheime Abmachung zwischen meinem Vater und Ahrweiler, über die sie selbstverständlich nichts schriftliches aufgesetzt haben und—“... 65 der „An der ich nicht im mindesten zweifle, fiel der Rechtsanwalt ein,„der Untersuchungsrichter kann und wird ihr aber wenig Glauben beimessen. Er wird sagen, diese Abmachung sei nachträglich erfunden, um den BeVv., Se das wäre furchtbarl rief Willibald;„wäre das so, dann würde mein Vater doch schon lange damit hervorgekommen sein, sie nicht mir allein unter dem Siegel der Verschwiegenheit anvertraut haben. Vielleicht sieht der Untersuchungsrichter darin nur einen geschickten Schachzug,“ erwiderte der skeptische Ju„Ich werde ihm die Sache vortragen,“ sagte Willibald, der sich durch des Rechtsanwalts Bemerkungen gegen ihn verstimmt fühlte. Ich vermag Sie daran nicht zu hindern und bitte Sie, mir Nachricht über den Erfolg zu geben,“ war die Antwort und die Herren trennten sich kühler und gemessener, als dies bei früheren Zusammenkünften der Fall gewesen Von seiner Unruhe getrieben, begab er sich von dem den Gesundheitszustand besonders der armen Kinder in den Volksschulen zu heben. In Amsterdam hat sich ein Komitee gebildet, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, bei nassem Wetter dafür zu sorgen, daß die Schulkinder trockene, warme Füße haben. Da gutes Schuhzeug bei den Kindern der armeren Klassen selten ist, so werden die Füße bei Regenwetter während des Ganges zur Schule in der Regel durch und durch naß; es liegt auf der Hand, daß die Kinder dadurch gesundheitlich in ernste Gefahr gebracht werden. Deshalb will das Komitee in allen Volksschulen eine größere Anzahl Pantoffeln für die Kinder, die nasse Füße zur Schule mitgebracht haben, bereit halten. Die Pantoffeln müssen natürlich immer in der Schule bleiben. Das Komitee hat seine Tätigkeit vor zwei Jahren begonnen. Im ersten Jahre wurden 441 Gulden, im zweiten Jahre 899 Gulden für diesen Zweck eingenommen. Im ganzen waren im ersten Jahre 231, im zweiten 858 Paar Pantoffeln angekauft; außerdem schenkte eine wohltätige Dame in Amsterdam dem Komitee für seine Zwecke 319 Paare, sodaß ihm also 1277 Paare zur Verfügung stehen. In fast allen öffentlichen Schulen und auch in einigen Privatschulen sind, die Pantoffeln des Komitees im Gebrauch. Jeitgemaße Betrachtungen. „Vergänglich!“ Für Stimmungsbilder ernster Art, Macht uns der Herbst empfänglich, Weil uns aufs Neu bewiesen ward, Daß Alles so vergänglich! Vergänglich ist der Rosen Pracht Und was der Sommer uns gebracht, Verwelken und vergehen Muß es im Herbsteswehen! * Vergänglich ist die Jugendzeit, Wie schnell ist sie entschwunden! Vergänglich ist sogar das Leid, Die Zeit heilt alle Wunden! Verganglich ist was uns bedrückt, Vergänglich auch was uns beglückt, Mag uns ein Glück verklären, Es kann nicht ewig währen! * Vergänglich ist der schönste Kranz, Die Zeit wird sturmdurchwehter, Verganglich ist selbst Fürstenglanz, Das merkt der arme Peter, Vergänglich, wie er leider sieht Ist allenthalben sein Kredit Und er empfindet bänglich Daß seine Macht vergänglich! Vergänglich ist der Ueberfluß, Vergänglich auch die Schulden, Bedingt ist nur: der Gläubiger muß Entsprechend sich gedulden. Vergänglich ist, wie wir gesehn Sogar die Aera Chamberlain, Hinfüro glaubt man schwerlich, Daß dieser unentbehrlich! Vergangen ist der Buren=Staat Durch Chamberlains Betreiben, Nun ging er selbst, doch seine Tat Wird unvergänglich bleiben. Wie hoch der Einzelne auch steht, Die Stunde kommt, in der er geht, Und dies beweist hinlänglich: Sein Einfluß ist vergänglich! * Vergänglich ist auch Bebels Macht, Das wird sich später zeigen, In Dresden hats bereits gekracht, Das läßt sich nicht verschweigen. So fest auf dem Parteienthron Der Alte saß,— er merkte schon, Ihm macht das Leben sauer Der Vollmar und der Auer! * Vergänglich ist die Sommerzeit Und auch die Ruhepause, Bald glänzt die Redefertigkeit Aufs Neu im Reichstagshause. Nicht jeder zieht dort wieder ein, Rechtsanwalt zum Amtsrichter Kilian in Charlottenburg, der ihn auf die Meldung, er bringe wichtige Mitteilungen in der Ahrweilerschen Sache, in seiner Privatwohnung empfing, ihm aber nur bestätigte, was der Anwalt ihm gesagt. Er hörte seinen Bericht mit Aufmerksamkeit und Interesse an, hatte sogar die Höflichkeit, ihm zu antworten, als Mensch sei er nicht abgeneigt, den Angaben Glauben schenken, als Richer könne er aber kein Gewicht darauf legen, da sie von keinem greifbaren Beweise unterstützt seien.(Fortsetzung folgt.) Für Wechsel ist ja allgemein Die Menschheit sehr empfänglich; Mandate sind vergänglich! * Ob Einer auf der Höhe stand, Auch er wird alt und kränklich, Einst rückt für ihn der Herbst ins Land Und ruft: Du bist vergänglich, Doch wer dann in des Herbstes Wehn, Zufriednen Blicks kann rückwärts sehn, Dem ward ein Trostbereiter, Im Pflichtgefühl—— Ernst Heiter. Eine eigentümliche Waffe. Zu den eigentümlichsten Waffen gehört der Bumerang der australischen Eingeborenen. Auf den ersten Blick hin könnte man das wunderbare Instrument für einen grob aus Holz geschnitzten Säbel halten, denn er ist ein rundgebogener, auf einer Seite ein wenig erhabener, auf der anderen glatter Stab oder, besser gesagt, ein so geformtes schmales und dünnes Brettchen. Dieser Waffe bedient sich der Australier sowohl im Kriege als auf der Jagd und führt mit ihr die merkwürdigsten Dinge aus. Mit Kraft auf die Erde geschleudert, springt der Bumerang in kurzen Zwischensätzen, indem er immer weiter vorrückt, in die Höhe und richtet, z. B. unter einen Zug Enten geschleudert, beträchtliche Verwüstung an, da seine Kanten scharf und schneidig sind. Gewöhnlich ergreift ihn der Jäger aber mit der rechten Hand an einem Ende und schleudert ihn in der Art, wie man mit einer Sichel Gras schneidet, ein wenig oberhalb des Erdbodens entlang. Je weiter sich nun der Bumerang von dem Schleuderer entfernt, desto höher steigt er, trifft, wenn geschickt geworfen, den zu treffenden Gegenstand und tötet oder verwundet ihn. Trifft er jedoch nicht und wird nicht durch irgend etwas aufgehalten, was eben von der Geschicklichkeit des Schleuderers abhängt, so kehrt er in einer elliptischen Bahn zu seinem Ausgangspunkt zurück, indem er sich fortwährend um sich selbst dreht. 66 Um sich dieses Instrumentes nutzbringend bevienen zu können, bedarf man jedoch einer bedeutenden Geschicklichkeit, welche die Australier auch in hohem Grade besitzen. Sie verstehen, mit diesem Geschoß Gegenstände zu treffen, die sich hinter einem anderen befinden, wie z. B. ögel, die sich hinter einem Baumstamm niedergeduckt haben. Zuweilen bedienen sie sich auch zweier Bumerangs, um ein Objekt zu töten, indem sie den einen von rechts, den anderen von links nach demselben schleudern, sodaß sich der Angegriffene also zwischen zwei Feuern befindet, denen er nur äußerst schwer zu entgehen vermag. Denn wenn er auch dem einen Geschoß geschickt ausweicht, so kann er doch gerade in die Bahn des anderen treten, da der Lauf desselben für den Angegriffenen schwer zu berechnen ist. Die Ursache für den elliptischen Flug des Bumerang liegt lediglich in der Gestalt der Waffe. Dadurch, daß die gerade Linie, in welche sie die Kraft des Wurfes zu bringen sucht, nicht durch den Schwerpunkt des Instrumentes geht, da er gebogen und einer seiner Schenkel etwas länger als der andere ist, befindet sich das Geschoß in einer beständigen Drehung um sich selbst, also um seine Achse. Vermöge seiner glatten Fläche durchschneidet es mit Leichtigkeit die Luft, ja, diese stützt und beschleunigt seinen Lauf. Daher erklärt sich auch die Erscheinung, daß der Bumerang, wenn er gleich anfangs ein wenig zu hoch über dem Erdboden fortgeschleudert worden ist, zu einer beträchtlichen Höhe aufsteigt. Der elliptische Flug aber entsteht dadurch, daß die Zentrifugalkraft ihre Wirkung auszuüben und den Gegenstand nach ihrem Willen zu lenken sucht, wodurch die merkwürdige Waffe eben gezwungen wird, eine Ellipse zu beschreiben. Jagd und Sport. (Der Jagdgenosse des Kaisers.) Auf das Grab des Leipziger Rechtanwalts und Notars Hagemann hat der Kaiser während seines Aufenthaltes in Leipzig am 5. Sep. tember durch seinen Flügeladjutanten Oberstleutnant von Plüskow einen Kranz legen lassen; der Kaiser ehrte dadurch das Andenken eines Jagdgenossen, der wegen seines Witzes allgemein beliebt war. Als der Kaiser einmal mit Hagemann Jagdgast beim Amtsrat von Dietze=Barby war, wurde abends Skat gespielt, und Hagemann verlor gegen 20 Mark. Dieses„Pech" verdroß ihn so, daß er die Aeußerung hinwarf:„Hier ist man ja wahrhaftig unter die Räuber geraten!" Alles lachte, der Kaiser auch. Ein Jahr darauf aber überreichte er nach der Jagd beim Amtsrat v. Dietze Hagemann ein mit Brillanten gefaßtes 20 Markstück in Form einer Busennadel und sagte dabei lächelnd:„Von den Räubern zurück!“ :(Vier alte Füchse an zwei Tagen) zu erlegen, dürfte wohl selten einem Weidmann beschieden sein. Inmitten des Pachtreviers Glaserndorf liegt ganz isoliert ein Bauerngehöft; 50 Meter hinter der Scheune desselben ist ein Streifen Laubholz, an dieses grenzen weit ausgedehnte königl. Waldungen. Da kommt dieser Tage die Bauersfrau zu dem Jagdpächter von Glaserndorf und klagt ihr Herzeleid, in diesem Jahre seien von den Füchsen in Zeit von 14 Tagen, meist in der Mittagszeit, von dem hinter der Scheune befindlichen Grasegarten 9 Hühner, 1 Hahn und 1 Gans geholt worden.— Auf Wunsch des Jagdpächters, des Braumeisters Seyfert, wird, um eine Schießscharte zu erhalten, ein schmales Brett aus dem Scheunentore gesägt, tags darauf von einer zweiten Peron ein bereit gehaltene Henne an den Flügeln gefaßt, und siehe da, bald erscheinen auf das von der Henne ausgestoßene jämmerliche Geschrei zwei Füchse auf der Bildfläche, und eine Doublette aus der Scheune streckte die beiden Räuber schon. Am Abende desselben, sowie am Morgen des nächsten Tages versuchte es der Braumeister im Gehölze stehend mit der Hasenquäke; auch diese Anreizung gelang, zwei weitere Füchse wurden erlegt, weitere Versuche waren erfolglos.— Alle vier Rotröcke waren alte Rüden, einer derselben hatte schon einmal Feuer auf den roten Frack bekommen. Der Rücken war kahl, ganz in der Oberfläche des völlig wertlosen Balges wurden fünf eingewachsene Schrotkörner gefunden. .(Ein heiteres Jagdstücklein) wird aus einer kleinen Gemeinde am Eingang des Zillertales berichtet. Dieser Tage ging ein Gastwirt auf die Rehjagd. Am Reiherkogel schoß er einen Bock an, der aber davon lief und von den Hunden verfolgt, sich gegen St. Gertraudi wandte, wo ihn wieder die Ortsjugend verfolgte. In seiner Not rannte er in ein an der Straße stehendes Gasthaus und in die Wirtsstube, wo er sich unter dem Tisch versteckte. Die Wirtin und die Kellnerin waren ob des seltsamen Gastes nicht wenig erstaunt, noch mehr aber der heimkehrende Wirt, der in dem Tiere seinen entlaufenen Bock wiederfand. Vermischtes. *(Was war die Ursache des schlechten Wetters?) Die Strals. Ztg. erzählt folgendes spaßige Geschichtchen: Infolge des Unwetters am Montag voriger Woche hatten viele auswärtige Fischer in dem Stralsunder Hafen Zuflucht gesucht. Am Dienstag morgen standen die harten wettergebräunten Männer mit dem Südwester auf dem Kopf und den kurzen Stummelpfeifen im Munde, auch ab und zu Primchens ausspuckend, gruppenweise zusammen am Hafen und stierten in das gleichmäßige Grau des Himmels hinein, ob nicht bald am Horizont das Aufblühen eines helleren Fleckchens einen Umschwung in der Witterung verkünden würde. Ihre Unterhaltung, meist nur in abgebrochenen kurzen Sätzen bestehend, drehte sich natürlich um die Frage, über die sich nicht nur Falb, sondern auch viele andere Gelehrte den Kopf zerbrechen:„Wo kommt nur das schlechte Wetter in diesem Jahr her?“ Manche Ansichten wurden vorgebracht, aber viele Köpfe, vieler Sinn, eine Uebereinstimmung war nicht zu erzielen. „Nu red Du doch ok mal, Vadder Gau, wat meinst Du dortau,“ sagte schließlich der Schaproder Schluck zu einem alten Hiddenseer Fischer.„Ja, meinte oll Vadder Gau, „na mine Ansicht ist dat doch ganz klor, de groten Städte halen upstuns mit ehren zackermentschen elektrischen Zentralen all de Elektrizität ut de Luft, un wo kann sich denn ohne Elektrizität dat Wetter baben hollen.—„Ja, Padder Gau, antworkete Schluck, und alle Umstehenden gaben durch Kopfnicken ihre Zustimmung zu erkennen, „dor magst Du woll recht in hebben. f(Wie man zu einem Pelz kommt,) davon wird in der„Frankf. Ztg. erzählt: Der im Jahre 1885 verstorbene bekannte Maler Hans Canon, der viele lose Streiche ausgeheckt hatte, malte einst einen russischen Fürsten in einem prachtvollen, kostbaren Pelzmantel, der Canon ganz außerordentlich gefiel. Den Pelz hätte er gar zu gern bekommen, aber wie? Nachdem das Portrait fertig war, gab der Maler den Pelz seinem Besitzer zunächst nicht mehr zurück— immerhin ein Versuch. Aber der Fürst schrieb dann um seinen Pelzmantel. Canon antwortete nicht. Eines Tages sah er eben zum Fenster seines Ateliers hinaus und erblickte den Fürsten, der durch den Garten auf das Atelier zukam. Flugs schlüpfte Canon in den Pelzmantel und setzte sich dann in einen großen Fauteuil in die Nähe des Ofens. Es war im Oktober und man begann bereits zu heizen. Der eintretende Fürst kam natürlich seines Pelzes wegen und sah verwundert auf Canon, der stöhnend und sich schüttelnd im Großvaterstuhl saß. —„Ja, was haben Sie denn, Meister?“—„Uh,“ stöhnte Canon,„ich weiß nicht, mir ist so schwach und elend und mich friert so... mein Gott, vor zwei Tagen ist mein Bruder an den Blattern gestorben— und ich fürchte immer, ich bekomme sie auch,— aber Durchlaucht wollen gewiß Ihren Pelz? Ich bitte um Verzeihung, aber es fror mich so, da hab' ich ihn nur auf ein halbes Stündchen angezogen, ich...“—„Waas?“ rief der Fürst,„Blameinen Pelz— o nein, behalten Sie ihn nur! Zum Andenken!— Adieu!“ Und empfahl sich eiligst. ?(Ein Rechenkünstler.)„Kellner, zahlen! Habe höchste Eile— reise um 2 Uhr 40 ab!“—„Jawohl, bitte!.... 1,50 und 2,40 macht 3 Mark 90— bitte!“(Fl. Bl.) Für den redaktionellen Teil verantwortlich Wilh. Schade. Eine Frühstücks=Betrachtung. Wir haben durchschnittlich 0—12 Stunden nichts zu uns genommen, wenn wir früh morgens ufstehen. Das ist die längste Ruhepause unseres Magens. Das rste Frühstück beendet diese lange Nachtpause und hat gleichsam je Aufgabe, unseren Magen auf die lange und angestrengte Tätigeit, die er während des Tages entfalten muß, vorzubereiten, den Nagen gleichsam für seine Tage=Arbeit zu stimmen. Das vernag aber nur ein mildes, wohlbekömmliches Getränk, ein solches, as den Magen leicht und mäßig anregt, ohne die Nerven ufzuregen und andere nachteilige Folgen mit sich zu bringen, in Getränk, das ferner immer von stets gleichmäßiger, unzweifelsafter Güte ist. Der Bohnenkaffee, das eigentliche Frühstücks=Geränk der heutigen Kulturwelt, erfüllt in Wirklichkeit eine dieser Haupt=Bedingungen, denn, wird er stark ubereitet, so reizt er den Magen in übermäßiger, gesundheitschädlicher Weise, bewirkt eine unnatürliche Beschleuniung und Abkürzung des Verdauungs=Prozesses ind ist unseren Nerven und unserem Herzen höchst gefährlich; wird r dagegen dünn gekocht, so füllt er und überschwemmt infach den Magen, ohne irgend welchen Nutzen zu bringen. Sein einziger Vorzug, der ihm auch nicht abgesproschen werden soll, ist sein eigenartiger Wohlgeruch und Wohlgeschmack. Nach diesem allen würde das Muster eines FrühstücksGetränkes in jeder Beziehung dasjenige sein, welches das Aroma des Bohnenkaffees besäße, ohne einen einzigen seiner Nachteile aufzuweisen und welches zugleich genau den angeführten Bedingungen entspräche, die für das Haupt=Getränk einer der wichtigsten Mahlzeiten des Tages unerläßlich sind. Existiert nun in Wirklichkeit schon ein solches MusterGetränk oder ist es nur in der Phantasie der Hygieniker, Gesundheits=Apostel und Feinschmecker vorhanden? Esexistiert und heißt— Kathreiners Malzkaffee. Dieses geradezu vollkommene Präparat besitzt in hohem Grade den eigentümlichen Duft und Wohlgeschmack des Bohnenkaffees. Durch ein eigenartiges, patentiertes Verfahren wird dem kräftigen und köstlichen Malz das Kaffee=Aroma imprägniert vermittelst eines würzigen und gänzlich unschädlichen Extraktes aus dem Fruchtfleisch der Kaffeekirsche. Zu diesem Vorzuge gesellt sich noch die ausgezeichnete, mild anregende Wirkung, die Kathreiners Malzkaffee auf Nerven und Verdauungs=Organe ausübt, ohne die geringsten schädlichen, unliebsamen Folgen nach sich zu ziehen. Und schließlich muß der Umstand entscheidend in die Wagschale fallen, daß Kathreiners Malzkaffee in immer gleichmäßiger Güte auf den Markt kommt, weil er nur aus edelstem und bestem terial fabriziert wird. Er bietet die vollständige Garantie unbee dingter Reinheit und stets gleichmäßiger Qualität, was zahlreiche übereinstimmende Gutachten fachmännischer Autorital.. außer Zweisel gestellt ist. Diese Tatsachen beweisen, daß Kath= reiners Malzkaffe eine der nützlichsten und für das Volk segensreichsten Errungenschaften bedeutet, welche die moderne Ernährungs=Hygiene zu verzeichnen hat und daß er speziell als Frühstück. Getränk seinesgleichen nicht fndet..., eingesleischten unMan breche doch endlich mit der arten, eingestrisch— sitte, den Tag gleich mit dem Genusse eines unter Umständen gefährlichen und heimtückischen Giftes zu beginnen, gleich fruh#### gens ein nervenfeindliches Narkotikum, wie es das im Kaffee und im Tee enthaltene Koffein ist, zu genießen. Man bekehre sich zum Malzkaffee, man mache Kathreiners ständigen Frühstücks=Getränk und die heilsame Wirkung auf Magen, Herz und wachtn. Nerven wird sich in kurzer Zeit schon erfreulich geltend ieser Tage die laserndorf und on den Füchsen Szeit, von dem ten 9 Hühner, uf Wunsch des wird, um eine Brett aus dem r zweiten Pereln gefaßt, und Henne ausgeauf der Bildune streckte die ben, sowie am er Braumeister auch diese Anerlegt, weitere cöcke waren alte Feuer auf den ihl, ganz in der urden fünf einus einer kleinen erichtet. Dieser d. Am Reiheron lief und von rtraudi wandte, In seiner Not hasthaus und in versteckte. Die eltsamen Gastes er heimkehrende sock wiederfand. Wetters?) 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Schade. ßiger Güte auf ind bestem Rohmaige Garantie unbealität, was durch nischer Autoritäten weisen, daß Kath= r das Volk segensUnn gemor. und zum zum Freiw. Feuerwehr, Schwerte. Sonntag, 27. Septbr., morgens 7 Uhr, am Spritzenhause: Montierungs=Appell. Sämtliche Montierungsstücke, welche im Besitz der Wehrleute sind, müssen mit zur Stelle gebracht werden. Diejenigen Kameraden, welche dienstlich verhindert, sind verpflichtet, ein Verzeichnis der Gegenstände oder die Sachen selbst durch eine andere Person vorzeigen zu lassen, da event. später eine Nachrevision stattfindet. Bei ungünstiger Witterung findet der Appell im Gasthof„Zur Helle“ statt. Meiner geehrten Kundschaft zur gefl. Nachricht, daß ich mein Kandsattur= und Weißzt. K... 5 vom Sonntbend, den 26. Septbr., ab in das Haus * Nr. 3 am Marbt verlege. Prau Ix. Bekanntmachung. Ueber das Vermögen der offenen Handelsgesellschaft unter der Firma J. Egen zu Schwerte ist am September 1903, nachmittags 12½ Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Verwalter: Rechtsanwalt Backhausen zu Schwerte. Erste Gläubigerversammlung am 22. Oktober 1903 vormittags 10 Uhr. Anmeldefrist bis zum 21. Oktober 1903. Allgemeiner Prüfungstermin am 19. November 1903, vormittags 10 Uhr. Offener Arrest mit Anzeigefrist bis zum 21. Oktober 1903. Schwerte, den 25. September 1905. Königliches Umtsgericht. Vereinigte Gesellen=Auflage, eingeschriebene Hülfskasse, Schwerte. Außerordentliche Generalversammlung Montag, den 28 Teptbr. 1903, abends 8½ Uhr, im Vereinslokale. Tages=Ordnung: 1. Abänderung od. Aufstellung neuer Statuten. 2. Verschiedenes. Der Vorstand NB. Wegen dieser wichtigen Angelegenheit ist allgemeines und pünktliches Erscheinen dringend erwünscht. Ein anständiges Nädchen für alle Hausarbeit sofort gesucht. (Alter 18—20 Jahre.) Frau H. Lamers, Hagen, Elberfelderstraße 45. Eine Pastorenfamilie in Iserlohn sucht zum 1. 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