Insertionsgebühr für lokale Anzeigen, die sechsgespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 Pfg., außerhalb 15, Reklame=Zeile 40 Pfg., Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte, Fernsprech=Anschluß Nr. 62. Amt Schwerte. Telegr.=Adresse Braus, Schwerte=Ruhr. Alle Kreis= und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung" rechtsverbindliche Kraitt. Nr. Schwerte, Donnerstag den 24. September 1903. Zum Rücktritt des englischen Kolonialministers Chamverlain. Der urplötzliche Rücktritt des Ministers Chamberlain und seiner Kollegen Ritchie und Lord Hamilton hat bekanntlich großes Aussehen erregt und ist überall auf das lebhafteste besprochen worden. Die Grundtendenz der Erörterungen lautete jedoch fast übereinstimmend überall dahin, daß der Rücktritt des Mannes, der der großbritanischen Politik wie kein zweiter vor ihm, seinen Stempel aufgedrückt hat, nicht mit einer politischen Niederlage desselben gleichbedeutend sei. Nachdem er in der britischen Politik in außerordentlichem Grade die Stärkung der britischen Weltmachtstellung auf kolonialem Gebiete hervorgehoben hat, geht er seinem zweiten Ziele, Herstellung einer engeren wirtschaftspolitischen Verbindung der Kolonien mit dem Mutterlande und Aenderung des britischen Zollsystems zu diesem Zweck, mit Energie entgegen. Schon am Tage nach seinem Rücktritt hat er ein Schreiben an den Vorsitzenden der schutzzöllnerischen Tarifreformliga gerichtet, in dem er die ihn leitenden Gesichtspunkte klarstellt. Er fordert: 1. eine engere Verbindung mit den Kolonien durch Vorzugstarife und das Bestreben, das Reich, was die Nahrungsmittelversorgung anbelangt, auf eigene Füße zu stellen; 2. die Anwendung des Tarifs als Waffe, um von andern Nationen größere Gegenseitigkeit zu erlangen, und um, wo ein solches Uebereinkommen nicht erreicht wird, Vergeltungsmaßnahmen anzuwenden. Jedenfalls wird man Chamberlain in nicht ferner Zeit an dem entsprechenden ihm zusagenden Platze in der Regierung wiederfinden. Sozialdemokratische Kritik des Parteitages. Der„Volkswille“ in Hannover schreibt:„Die Debatten, die bis jetzt auf dem Parteitag gepflogen worden sind, müssen geradezu niederdrückend auf die Masse der Parteigenossen wirken.“ So könne das nicht weiter gehen. „Wir bedauern nur die Genossen, die mühselig, oftmals mit Einsetzung ihrer ganzen Existenz, die harte Kleinarbeit machen und die Suppe auslöffeln müssen, die ihnen jene „großen Geister“ auf dem Parteitage eingebrockt haben. Unendlich traurig nach Form und Inhalt nennt die „Frankfurter Volksstimme“ die Debatten über die MitarGlück erkennt man nicht, drinnen man geboren, Glück erkennt man erst, wenn man's hat verloren. * Mitleid hab’ mit allen, Mit Mensch und Tier— Nur eines lasse fallen: Mitleid mit dir. * Sich selbst bekämpfen, ist der allerschwerste Krieg, Sich selbst besiegen, ist der allerschönste Sieg. Roman von F. Arnefeld. (29. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten) Willibalds Gesicht rötete sich. Er winkte mit der „Ich habe Ahrweiler einen Eid geleistet, nach seinem Tode Josefine Leonhard und ihrer Mutter die Millionen zufließen zu lassen, ohne daß sie wissen, von wannen sie „Wie hättest Du das ausführen sollen?“ fragte Willi„Das weiß ich noch nicht, aber es würde sich haben bewerkstelligen lassen und wird zu machen sein, wenn ich in den Besitz des Geldes gelangen sollte. Der Gedanke hat mir aber keine Ruhe gelassen, Du könntest das Geld für unser Eigentum halten und—“ „Du weißt, Vater, daß die Auszahlung nicht eher erfolgt, bis die Untersuchung zu Ende ist,“ unterhrach, ih: Willibald,„selbst Ahrweilers Verwandte erhaulen oren Anteil nicht eher. beit sozialistischer Schriftsteller an der bürgerlichen Presse. Auch die„Bremer Bürger=Ztg.“ spricht unter der Ueberschrift„So kann es nicht weiter gehen“ Entrüstung über die persönlichen Debatten aus.— Ob die Leutchen nun wohl so vernünftig sein werden und ziehen die nötigen Konsequenzen daraus? Politische Uebersicht. Deutschland. — Hüssener=Prozeß. Nach einer Meldung aus Kiel begann dort gestern vormittag die erneute Verhandlung im Hüssener=Prozeß. Erschienen waren 16 Zeugen und Sachverständige. Der Andrang des Publikums war ein „Du darfst aber damit auch nicht rechnen, versprich mir das, der Gedanke quält mich zu sekz.g te## „Ich verspreche es Dir," sagte Willivald etwas zogerno und legte seine Hand in die ausgestreckte des Vaters.„Aber hast Du dem.—. gI, schnit ihm 9i. Ein Klopfen an der Tur schna##ym die Rede ab. Der Gefängniswärter trat ein und erklärte, die für die Unterredung bewilligte Zeit sei bereits überschritten. Willibald mußte sich von seinem Vater verabschieden, ohne die Frage, die er auf den Lippen gehabt, an ihn gestellt zu haben. 14. Kapitel. Der nächste Tag war ein Sonntag und Willibald Dornedden, welcher schon mit dem Nachtzuge am Sonnabend nach Landeshut hatte zurückkehren wollen, entschloß sich infolge der Eröffnungen, die ihm der Vater gemacht, seinen Aufenthalt in Berlin zu verlängern. Er sandte seiner Mutter ein Telegramm, daß er erst am Montag oder Dienstag zurückkehren würde. „Es ist gut, daß wir unterbrochen wurden,“ murmelte er, während er das Gefängnis verließ und den Weg nach der Haltestelle der Pferebahn, die ihn nach Berlin zurückbringen sollte, einschlug.„Hätte ich ihn gefragt, ob er die Verabredung mit Ahrweiler dem Untersuchungsrichter mitgeteilt hat, so würde ich mir die Hände gebunden haben. Nach allem, was ich von ihm erfahren habe, hat er es nicht getan und würde es mir in seiner übertriebenen Pietät gegen den toten Freund auch verboten haben. Es ist nicht geschehen und ich darf die Sache ausnutzen. Der Umstand spricht so sehr zu seinen Gunsten, daß es eine Art Selbstmord wäre, falls er es nicht zu seiner Verteidigung anführen wollte. Ich will den von ihm begangenen Aber auch in Willibald lebte viel von der Rücksicht und Peinlichkeit, die er an seinem Vater kennen gelernt hatte; es dünkte ihn doch nicht recht, daß Frau, Leonhard und ihre Tochter durch seine vor Gericht abgegevene Erklärung die Abonnementspreis pro Quartal 1 Mark 65 g., exek. 42 Pfg. Bestellgeld, wenn durch die Post bezogen. Erscheint an jedem Wochentage. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierten Familienfreund.“ 36. erheblich geringerer. Die Zeugenaussagen ergaben wenig Neues. Hüssener erklärte auf Befragen des Vertreters der Anklage, er hätte den Stich nicht geführt, wenn ihm der Gedanke gekommen wäre, er könnte damit Hartmann töten oder lebensgefährlich verletzen. Keiner der Augenzeugen hat den tätlichen Angriff Hartmanns auf Hüssener beobachtet. Auf die Aussagen von vier Zeugen verzichtete der Gerichtshof. Das Urteil lautete, wie wir bereits gestern abend durch Extrablatt mitteilten, auf 2 Jahre 7 Tage Festung. Der öffentliche Ankläger hatte 4 Jahre 7 Tage Gefängnis und Degradation beantragt. — Ueber die wirtschaftliche Lage sagte dieser Tage Eisenbahnminister Budde bei der Eröffnung des neuen Hafens zu Leer in Ostfriesland: Die fortwährende Steigerung der Eisenbahnverkehrseinnahmen und die günstigen Nachrichten aus der Industrie= und Handelswelt weisen den erhöhten Bedarf des Inlandes infolge der kangsam fortschreitenden Gesundung der innerwirtschaftlichen Lage nach. Diese Besserung der Wirtschaftslage müsse als bestehend anerkannt werden, wenn man auch nach den gemachten Erfahrungen keine übertriebene Hoffnungen daran knüpfen dürfe. Für das Zutrauen zur weiteren Besserung der Verhältnisse sei durchaus die bevorstehende Erneuerung des Kohlensyndikats ein Beweis. — Die Ausdehnung der Zwangsversicherung auf die selbständigen Handwerker ist vor der Hand noch nicht beabsichtigt. Der letzte Handwerkskammertag hat sich zwar für die Einführung der Zwangsversicherung erklärt; dieser Beschluß ist indessen mit so schwacher Majorität gefaßt worden, daß die Reichsregierung ihre Bedenken gegen die in Rede stehende Ausdehnung der Zwangsversicherung nicht hat aufgeben können. Die selbstandigen Meister, die ein oder zwei Gehilfen beschäftigen, empfinden es aber als etwas beschämendes, sozialpolitisch auf das Niveau des Arbeiters gestellt zu werden. Jedenfalls bedarf die Angelegenheit noch weiterer Klärung, ehe sie spruchreif wird. Es werden daher unter Umständen noch Jahre vergehen, ehe man ihr gesetzgeberisch näher tritt. Wie die Dinge heute stehen, ist mit der Einbeziehung der selbständigen Handwerker in die Zwangsversicherung in absehbarer Zeit überhaupt nicht zu rechnen. — Beißend schreibt die„Freis. Ztg.“ zum sozialdemokratischen Parteitage:„Wir unsererseits müssen Abbitte leisten gegenüber der Sozialdemokratie in betreff unserer Klagen über die Art und Weise, wie sie während des Wahlkampfes die Führer und Kandidaten der Freisinnigen Volkspartei beschimpft hat. Jene Beschimpfungsart reichte nicht entfernt heran an die herabwürdigende Tonart, mit der die Genossen sich untereinander traktierten.“ — Die Wenden. Nach den Ergebnissen der letzten Volkszählung betrug die Gesamtzahl der Gemeinden des Königreichs Sachsen, in denen noch Wenden wohnen, 297, Nachricht erhalten und durch gehässige Angriffe der Verwandten des Erblassers unliebsam überrascht werden sollten. Er richtete deshalb seine Schritte nach der Nettelbeckstraße, und das Glück war ihm günstig. Er traf die vom Neuen See heimkehrende Josefine vor der Tür des von ihr bewohnten Hauses und erhielt die Erlaubnis, sie und ihre Mutter am anderen Tage zu besuchen.—— In der Kaiser=Wilhelm=Gedächtniskirche am AugustaViktoria=Platz war der Vormittagsgottesdienst beendet; unter den Klängen der Orgel strömten die recht zahlreichen Kirchenbesucher ins Freie und zerstreuten sich nach allen Seiten. Frau Sanitätsrat Leonhard und ihre Tochter waren ebenfalls in der Kirche gewesen und schickten sich an, den nicht allzu weiten Weg nach ihrer Wohnung zu Fuß zurückzulegen. Josefine schlug dabei eine so schnelle Gangart an, daß die Mutter sie verwundert fragte, weshalb sie denn so eile; das Mittagessen werde ja durch das Mädchen ganz ordentlich besorgt und das Gehen in dem hellen Sonnenschein des schönen, klaren Wintertages sei doch ein Das von der frischen, kalten Luft gerötete Gesicht des jungen Mädchens ward wie mit Blut übergossen, während sie ihre Schritte mäßigte und sich bei der Mutter wegen ihrer unbedachten Eile entschuldigte. Nicht um die Welt hätte sie eingestehen mögen, daß der Gedanke sie vorwärts getrieben habe, Willibald Dornedden könne während ihrer Abwesenheit vorgesprochen und ohne sie angetroffen zu haben, wieder fortgegangen sein. Zu Hause angelangt, war denn auch ihre erste Frage, ob jemand dagewesen sei; als dies durch das Mädchen verneint ward, atmete sie erleichtert auf, brachte ihren Anzug vor dem Spiegel in ihrem Zimmer mit besonderer Sorgfalt zurecht und ordnete dann in der sehr sauberen, behaglich erwämten Wohnung allerlei, um die innere Unruhe zu verbergen. Der still und fein beobachtenden Mutter entging der Amriches Nresolait „## 29r Die 297 Gemeinden zählten 93.000 und die Zahl der Gemeinden mit kerungsmehrheit 225. Die 257 Gememben zuhlien 93 000 Einwohner und darunter fast 43000 Wenden. Die Zahl der Gemeinden, deren Bevölkerung zu 85 oder mehr Prozent aus Wenden besteht, hat sich von Jahr zu Jahr stetig vermindert, zwar nicht durch absolvute Abnahme der Wenden, wohl aber dadurch, daß der Bevölkerungszuwachs hauptsächlich der deutschsprechenden Bevölkerung zu gute gekommen ist. Oesterreich. — Zur ungarischen Ministerkrise erfährt die„Neue fr. Pr.“, Graf Khuen Hedervary, der bisherige chef, werde sich im Budapester Klub der liberalen Partei als wiederernannter Ministerpräsident vorstellen und die Mitteilung machen, es werde ihm ein Handschreiben des Kaisers und Königs zugehen, welches die von Szeu und ihm gemachten Zugeständnuisse aufrecht erhalte, izp. ührigen aber erkläre, daß über die Bestimmungen des ause von 1867 nicht hinausgegangen werden könne. Ein haltlich gleiche Erklärung ist auf Befehl des Kaisers Franz Josef zur Beruhigung der erregten ungarischen Gemüter bereits amtlich veröffentlicht worden. Frankreich. = Gehaltssperre gegen Geistliche. Dem Bischof von Marseille, Msgr. Andrieu, ist die gesetzliche Staatsrente entzogen worden. Außer ihm befinden sich schon seit längerer oder kürzerer Zeit folgende zehn Herren im selber Fall: Kardinal Perrand(Antun) Petit, Erzbischof von Besancon, Bardel(Séz), Touchet(Orleans), de Cabri= ères(Montpellier), Turinaz(Nancy), Chapon Bonnet(Biviers), Delamare(Perigeur), Cotton(Valence) Belgien. = Schulbildung. Wie schlecht es in manchen unserer Nachbarländer trotz unverkennbarer Fortschritte auf wirtschaftlichen und kulturellen Gebieten um die allgepeine Volksbildung bestellt ist, zeigen die letzten aus dem Jahre 1900 stammenden Erhebungen über die Zahl der Ana. phabeten in Belgien. Danach konnten von 3499618 Personen, die in Gemeinden von über 5000 Einwohnern wohnten, 1 135 765, also nahezu der dritte Teil dieser städtischen Bevölkerung, weder lesen noch schreiben. Um ein geringes günstiger war das Verhältnis für die Gemeinden, die weniger als 5000 Einwohner besitzen, aber auch in diesen konnten von 3 139 930 Personen, welche die Einwohnerschaft ausmachten, 1 002 277, also gleichfalls fast ein Drittel, weder lesen noch schreiben. Es stellt suy also heraus, daß der dritte Teil der gesamten Bevölkerung Belgiens, und zwar männliche und weibliche Personen zu fast gleichen Teilen, des Lesens und Schreibens unkundig ist. rigen Instrumenten tun ihr bestes. Die Musikstücke mit ####.#r temperamentvolle patriotische aus Eiern, KarLokales. Schwerte, 24. September 1903. —cke(Kriegsfestspiele.) Der Schwerter Kriegerverein kann sich über den Besuch der Vorführungen nicht beklagen. Bis jetzt sind alle Vorstellungen gut besucht gewesen, und der Besuch steigert sich noch von Tag zu Tag. Damit mußte der geschäftführende Ausschuß des Kriegervereins wohl rechnen, aber eine so große Zahl von Zuschauern, wie sie sich Mittwoch Abend einfand, überstieg deann doch alle Erwartzug, i posistzndig bis sumt lesten wiß noch nicht dagewesen, so vollständig bis zum letzten Platze gefüllt war der Hagemannsche Saal wohl noch nie und es darf niemandem Vorwurf gemacht werden, wenn einer ganzen Anzahl von Besuchern diese Fülle nicht mehr behagte und viele es vorzogen, an einem andern Tage wiederzukommen. Es ist selten, daß man von Vereinsfesten und Aufführungen in Schwerte sagen darf lich ist es das nächste Mal flottem Tempo, Marsche, kemperanantvolle patriotische Lieder gelingen am besten. Aber auch die getragenen Melodien, bei denen die Geiger Ton ziehen und die Bläser Geschmack und guten Ansatz zeigen müssen, lassen gute Schulung der hier zusammen getretenen Musiker erkennen. Wenn die Herren ihr Zusammenspiel weiterhin fleißig üben, in ihren Notenbestand gute Sachen aufnehmen, dann werden sie bald auch höheren Ansprüchen genügen. Schon jetzt können wir mit Befriedigung feststellen: Wir haben in Schwerte eine gute Salon=Musik für Vereinsfeste, Konzerte im geschlossenen Raume, Kaisersgeburtstagfeier und ähnliche Veranstaltungen und das ist erfreulich.8 4.2 **(Für Radfahrer.) Die ofr wieverkehrenden Fälle in denen Radfahrer während der Fahrt von Hunden angefallen werden, wodurch in vielen Fällen Beschädigungen der Fahrer oder Fahrräder entstehen, veranlaßten das Reichsgericht zu einer Entscheidung, dahingehend, daß jeder Radfahrer berechtigt ist, Hunde, die die Fahrt gefährden, sofort niederzuschiehen. 11unx) Die Ausstel. *(Westfälischer Imkertag in unnu.) Pttmmhtn lung des„Westfälischen Hauptvereins für Bienenzu ist außerordentlich reichhaltig beschickt(allein über 4000 Pfund Honig) und legt ein glänzendes Zeugnis von dem emsigen Fleiße unserer westfälischen Imker ab. Die umfangreiche Tagesordnung, welche die Delegirtenversammlung zu erledigen hatte, gab Veranlassung zu lebhafter „Denkschrift des Kaiserlichen Gesundheitsamtes im Verkehr mit Honig“. Um die Honigkäufer vor wertlosen Nachahmungen und Fälschungen zu schützen, beschloß man, zelmarken mit der Aufschrift„Westfälischer Hauptverein für Bienenzucht" zum Verschließen der Glaser in Anweno. 4(Der I. Oktober) naht wieder heran. Er ist ein Tag von besonderer Art; denn wenn man auch weiß, daß an diesem Termin Gehälter, Mieten usw. fällig sind, so er doch vielleicht gerade als„Ziehtag“ am meisten gefürchtet und hat nur noch einen von gleicher Bedeutung im ganJahre, den 1. April. Nur wer selbst schon ein oder mehrere Male umgezogen ist, kann beurteilen, welche Menge Arbeit mit einem solchen Tage verbunden ist, de einen jeden davon betroffenen Menschen auf acht Tage einer unregelmäßigen Lebensweise erhält. Tafur werden auch machmal Hoffnungen auf die neu zu beziehende Wohnung gesetzt: der zukünftige Hauswirt wird im Gegensatz zu dem bisherigen ein reiner Engel sein, man wird sich ordentlich wohl fühlen, wieder mal„Mensch unt Menschen“ sein zu können— ein Jahr später„dasselbe Schauspiel in verbesserter Auflage mit dem ausrufe: „Wenn wir doch erst mal aus dieser Wohnung hinaus wären!“ Und wie bei solch einem Umzuge mit den Möbeln umgegangen wird! Auch bei aller Vorsicht wird es sich kaum vermeiden lassen, hier und da anzustoßen, und die damit beauftragten Leute können, eben weil es nicht ihre Sachen sind, und wegen der an einem solchen Tage in größerer Zahl stattfindenden Umzüge sich gar nicht die ni tige Zeit nehmen, alles langsam und sicher auszuführen. Besser werden sämtliche Gegenstände bei einem solchen Umzuge nicht, und Unrecht geben kann man jenem Städter nicht, der einst den weisen Ausspruch tat:„Hütet euch vor dem öfteren Umziehen! Fünfmal umgezogen ist gleich einmal unversichert abgebrannt!“ Wer es ermöglichen kann, der ziehe einige Tage vor dem genannten Tage um; er kann dadurch sich und anderen Menschen nützen. Die Ladung einiger Wagen, bestehend zeu. Kartoffeln 2c., lag bunt durcheiandergestreut im Geleise. Menschen sind glücklicherweise nicht zu Schaden gekommen. Infolge des Unfalls erhielten die Güterzüge erhebliche Verspätungen. Wen die Schuld hieran trifft, muß die eingeleitete Untersuchung ergeben. * Volmarstein, 23. Sept.(Tötlicher Absturz.) Am Sonntag abend ereignete sich im hiesigen Dorfe, ein bedauerlicher Unglücksfall. Ein junger Mann aus Schwelm, namens Friedrich Hellwig, der zum Herbste ds. Is. beim Militär eintreten mußte, hatte einer hier wohnenden Familie den Abschiedsbesuch gemacht. Als er ihren wollte benutzte abends mit dem letzten zurackführen woule, venühzte er, um schneller die HalteN lmarstein Burg zu erreichen einen näheren kleilch ist es bar nachste Millt nicht so überfüllt.“ Eine für uns erfreuliche Erscheinung aus den Festspielen möchten wir noch besonders hervorheben. Bisher war die Beschaffung einer guten Musik für Vereinsfeste und Konzerte im geschlossenen Raume eine schwierige Sache, Schwerte besaß nicht die nötigen Kräfte und gute, leistungsfähige, auswärtige Musiker sind teuer. Die Frage, woher eine gute Musik zu einem angemessenem Preise nehmen, hat dem geschäftsführenden Ausschuß recht große Sorge gemacht, ist aber zur allseitigen Zufriedenheit gelöst. Der Herr Musiklehrer Dahlbüdding hat in Gemeinschaft mit dem Geiger Herrn Bransscheid eine sogenannte französische Besetzung zusammengestellt, Klavier, 2 Geigen, Flote, Trompete, Klarinette, die recht gut klingt. Der prächtige Ibachsche Konzertflügel reicht unter den geschickten Fingern des Herrn Dahlbüdding für den stark besetzten Saal vollkommen aus, das Arangement der Noten ist geschilr, Verstöße gegen die Harmonielehre oder die Lehre vom Leneralbaß kommen vicht vor, und die Herren an den üb. * Aplerbeck, 23. Sept. Heute vormittag gegen 10½ Uhr wurde unsere Feuerwehr an die Spritze gerufen. Es brannte das Haus des Anstreichermeisters Cradel am Aplerbecker Wege. Die Wehr war alsbald mit Löschgeräten auf der Brandstätte erschienen, konnte aber nicht in Tätigkeit treten, da die Wehr der angrenzenden Zeche schon zur Stelle war. Das Mobilar ist zum größten Teil gerettet. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt. zurückfahren ioule, venutzte er, um schneller d stelle Vomalrstein Bulg zu errenten, einen näheren kleinen, am steilen Abhang entlang führenden Fußpfad, der in der Nähe des sogenannten Armenhauses in der Bahnhofstraße ausläuft. Von dem Pfade muß er abgeraten sein. Am Montag Morgen gegen 7 Uhr fand man den jungen Mann nahe am Wege liegend vor, er war offenbar den Abhang hinunter gestürzt. Eine große Blutlache neben dem Verletzten deutete auf schwere Verletzungen hin. Man schaffte den Verletzten per Wagen nach, Fchpelg, wo er in vergangener Nacht verstarb. Ein doppg## delbruch und sonstige Verletzungen werden als vie Lodes9) Zserlohn, 21. Sept.(Eine reiche Ernte) ergab eine vom Aichmeister und dem Polizeiwachtmeister vorgenommene Revision der Wagen und Gewichte um Samstag auf dem hiesigen Wochenmarkte. Trotzdem schon acht Tage vorher eine Revision stattgefunden hatte, die viele Konfiszierungen im Gefolge hatte, war man dadurch noch nicht gewitzigt worden, denn das Ende der Revision war eine große Ziehkarre voll konfiszierter Wagen und Gewichte. Meistens waren es unsere lieben Bauern, die davon betroffen wurden. Besonderes Pech hatte ein Händler aus Hagen. Als man nämlich die Revision merkte, ging die Frau schnell in ein Eisenwarengeschäft und kaufte eine neue Wage und legte die alte hübsch auf die Seite. Man hatte sie jedoch nicht derart weggelegt, daß sie dem Auge des Gesetzes verborgen geblieben wäre. Und so war das Ende: Man sah sie, man revidierte sie und konfiszierte sie. Der Schlußeffekt: ein Strafmandat. Witten, 23. Sept.(Sein Augenlicht ver loren) hat heute morgen der Handlanger Bernhard Sauer hierselbst. Der Mann war auf seiner Arbeitsstelle mit Kalklöschen beschäftigt; hiebei rutschte er plötzlich aus und fiel mit dem Oberkörper in die Löschpfanne. Der Aermste wird, da er schwere Verbrennungen am Kopf und an beiden Armen erlitt, längere Zeit im Krankenhause zubringen müssen. Das Augenlicht aber wird er Ausspruch der Aerzte— nicht wiedererlangen. * Hamm, 23. Sept. An der Ostenallee ereignete sich heute mittag ein schrecklicher Unglücksfall. Der Arbeiter Schaap, ein älterer Mann, war mit Straßenkehren beschäftigt, als er ein Fuhrwerk mit voller Geschwitzdigkeit auf sich zufahren sah. Um diesem auszuweichen, sprang er im letzten Augenblick zur Seite, wurde aber unglücklicherweise von einem aus entgegengesetzter Richtung kom; menden Straßenbahnwagen erfaßt, der sich in voller Fahrt befand, zu Boden geworden und zermalmt, sodaß der Tod unmittelbar eintrat. Die Schuld ist dem Kutscher des Wagens beizumessen, der, wie es leider so häufig geschieht, in unverantwortlicher Weise daherraste, ohne auf den Weg zu achten. Der Verunglückte war verheiratet Auer wochere= Huder,(Soziglistischer Terrorismus.) Der Terrorismus, der bei Ausständen gewöhnlich von Ausständigen auf Arbeitswillige ausgeübt wird, zeigt sich auch beim Maurerausstand im Wuppertal. In einer Versammlung der Baugewerken= und Maurermeister=Innung von Elberfeld und Barmen wurde eine große Zahl Fälle mitgeteilt, in denen Ausständige Arbeitswillige durch Drohungen zum Nieverlegen der Arbeit veranlag.„# Mcst, haben *** Hörde, 23. Sept. Der Hörder Verei der hiesigen Kreis=Volksbibliothek 300 Mark zum weiteren Ausbau des Instituts.— Daß in Westfalen noch immer großer Lehrermangel herrscht, geht daraus hervor, daß in unserer Stadt nicht weniger als 6 Lehrerstellen unbesetzt sind. Der Hörder Verein überwies der Arbeit veranlaßt haben. Zahlreiche Maurer haben erklärt, daß sie nur deshalb sich an dem ausstande bete ligten, weil sie im andern Falle befürchteten, daß ihner von den Ausständigen die Knochen zerschlagen werden. gen allein sind die Aus Be ei den Auständigen De Apgcheyn„ ändigen indes nicht Drohungen auem smr die Ausstandigen ides nicht t l i c h e i t e n u b e r a e g a n g e n. Westfalen und Seyt(Unfall.) Gestern abend Hagen, 23. Sept.(unsart.) Gestern abend gegen 11 Uhr fuhr im Güterbahnhof Hagen ein von Hengstei aus einfahrender Güterzug bei der Einfahrt in ein mit Wagen besetztes Geleise, so daß 7 Wagen entgleisten, wovon 5 mehr oder weniger beschädigt wurden; sie mußter der Betriebswerkstatt zur Reparatur zugeführt werden. einem guten alten Bekannten, den man Selenzustand ihres Lindes doch nicht und bouge Serign Freude wiederseht., Der Hund ward zur Ruhe gebracht hoben ihre Brust. Welche. Stürme schienen da wieder, v.) V., dem Gast ein platz in einem Sessel, den beiden Himmel ihres schwergepruften Lebens heraufzuziehen! Josefinens Geduld wurde auf keine allzu harte Probe gestellt. Noch war keine halbe Stunde nach ihrer kehr aus der Kirche verflossen, da ertönte draußen die Glocke, Scheck schlug an und das Mädchen öffnete die Tür. Wenige Minuten später meldete sie Herrn Willibald Dornedden und begleitet von dem Hunde, der mit lautem, freudigem Bellen an ihm in die Höhe sprang, trat der „Scheck kennt Sie noch, und Sie sind doch seit Jahren nicht bei uns gewesen!“ rief Josefine ihm entgegen, und sich gegen sie und ihre Mutter verbeugend, erwiderte Willi„Das gute Tier hat ein vortreffliches Gedächtnis, ich würde sehr glücklich sein, wenn ein solches mir auch von seinen Herrinen bewahrt worden wäre.“ Er hatte alle Ursache, dem Hunde dankbar zu sein, der ihm durch seine Begrüßung über die Verlegenheit hinweggeholfen hatte, sich bei den Damen einzuführen und ihnen zu erklären, was ihn veranlaßt hatte, sie nach so langer Zeit aufzusuchen. Jetzt war das Eis gebrochen. Frau Leonhard hieß ihn zwar zurückhaltend, aber nicht unfreundlich willkommen und Josefine begegnete und dem Gast ein Platz in einem ) Dank der Gewandheit der Sanitätsrätin war die Unterhaltung bald im vollen Gange; sie ließ Willibal von seiner Mutter, von seinen Schwestern, von seiner lätigkeit in Landeshut erzählen, aber sie vermied, wie er sehr bald bemerkte, absichtlich, jede Erwähnung seines Vaters und der Ereignisse, welche dessen Verhaftung herbeigeführt hatten. Er sann darüber nach, wie er auf den eigentlichen Zweck seines Besuches überlenken könne, als ihm Josefine, die dem Gespräch bis jetzt ziemlich schweigsam zughört hatte, durch die Frage zu Hilfe kam: „Und wie geht es Ihrem armen Valer: Sie sagt mir gestern, Sie hatten ihn gesehey.“, zum zus uinim „Ja, ich war bei ihm, man hatte iym eine Unterredung mit mir gestattet," antwortete Willibald und dankte Josefine mit einem so warmen Blick für ihre Teilnahme, daß sie errötend die Augen niederschlug; sie schaute indes schnell wieder auf und fuhr tapfer fort: „Erzählen Sie uns bitte von ihm; wir nehmen den imigsten Antel an seinem Gesechulglosigkeits= fragte „Und glauben an seine Schuldlo##greeer" flugte Willibald schnell.(Fortsetzung folgt.) sschfäunts Bo Einzelbetrage Unterschrift u abgefaßt, oaß Glauben versel ihm, dem An war geständig. nate Gefängni Geldstrafe wa * Vohwi: Auf die Auss den Bahnhofs gebote eingeg (485 853,40 9 Mark) beträ Mark. Einer * Cleve, auf der Calce wird noch ge Cleve war vr im Alter von Wagen nach Rückwege nur auf der Cala planmäßig 1 erfaßt und v sassen wurde beiden Töcht trennt wurd noch etwa zu nen Schmerz * Erkel nationalen kelenz 162 0 geblieben. Sie sind auch zu Tutlichkeiten übergegangen. Zu 20 Personen rückten sie im benachbarten Langerfeld an einen Neubau, auf dem gearbeitet wurde, heran und forderten die Maurer zur Einstellung der Arbeiter auf. einer der Maurer der Aufforderung nicht nachkam, wurde er von der Leiter gerissen. Ein Lehrling, der die Polize tätigen Ausständigen festzunehmen, wird sich das demnächst mit den Ausgehpeitrggegel trug stand hier der Rendant kasse, Hermann Coquelin, vor der Strafkammer. Sparkasse gewährt gegen sichere Hypotheken Darlehne. Gesuche um Gewährung solcher nimmt der Rendant ,en. gegen die Entscheidung darüber liegt jedoch allein Aufsichtsrat. Im Publikum befgzgetzenhem die nung, der Rendant habe großen Einfluß deim Aufsi rat, und diese Annahme machte sich Coqueii zu nutze, in dem er sich von den Darlehnssuchern eine Provision von ½ bis 1 Prozent der Darlehnssug zn Gaise pognrf5 g 40. ihm nachgewiesenen Fällen Betrags, Ir.2 Maxg. i.8gesamt 290, 1300, 75, 1000, 340, 100 und 75 Mark; insge also 4400 Mark. Des weiteren machte sich, Togertisgen vier Fällen des Betruges zum Nachteil der Stavt## feld schuldig und zwar betrog er sie um Marr 4000, 5 1000 und 2000. Diese Betrügereien waren schlau einge fädelt. Die Sparkasse hatte ihm im Jahre 1898 al seiner Grundstücke ein Darlehn von 20.000 Mark gegeben. Dieses Darlehn hatte er noch in demselben Jahre in Re erhoben. Weitere 12 000 Mark verschaffte er sich hinter; listig und widerrechtlich, indem er in Abstän mehreren Monaten viermal dem Vorsitzenden des A w Notiz: Durch „Prof. In außer! tet, daß es westfälischer tung hatte versitätspre Titel„Kre schwein“ (1893, S. westfälische auf einer hören bekor Landoha. sorte Schw Schweines sagen daß dies mitgen die andern beste wog auch so un biester für ist das bes der Schrei seinem gat hat, der 11 tung der stattet. Die ken aus gibt,“ wi H. Lande fessor deten Art Erde gar hochbeini dem eng Haare, u1 lei Art, Vorfahre Körpergt handener alter Zei Eichelme die Schn Getier a verzehrt stark mi weltberi Da tikel ang zur Ergä ben Jahr der vers Westfaler Hausschn des letzte ist. Das dem Lan reichliche daß man Mastfäh feine Kn Westfale vinzen 0 frage„T Schönin wirtscha ! in der( war in schrieb n, Kari Geleise. gekomzüge ern trifft, sturz.) dorfe ein ann aus Herbste iner hier t. 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Auf die Ausschreibung des zweiten größeren Loses f Bahnhofsumbau Vohwinkel sind im Ganzen 27 engebote eingegangen. Zwischen der Mindestforderung 853,40M.) und der Höchstforderung 2133 602,49 Mark) beträgt die Differenz„nur“ 1 Million 647749 Mark. Einer hat sich jedenfalls gerert. * Cleve, 23. Sept. Ueber das gräßliche Unglück auf der Calcarer Chaussee, worüber wir schon berichteten, wird noch geschrieben: Der Weinhändler Ophaus aus Cleve war vorgestern mit seiner Frau und seinen beiden im Alter von 18 resp. 24 Jahren stehenden Töchtern Wagen nach Moyland zur Kirmes gefahren. Auf dem Rickwege nun wurde der Wagen an dem Bahnühergange auf der Calcurer Chaussee von dem Zuge, welcher jahcplanmäßig 12,11 Uhr von Köln in Cleve eintreffen soll, erfaßt und vollständig zertrümmert. Sämtliche vier In sassen wurden gräßlich verstümmelt; die Frau und die beiden Töchter, von denen einer der Kopf vom Rumpf getrennt wurde, waren sofort tot, während Herr Ophaus noch etwa zwei Stunden lebte, bevor der Tod ihn von seinen Schmerzen erlöste. Das Pferd kam unverletzt davon. * Erkelenz, 23. Sept. Der Generaldirektor der Inter nationalen Rohrgesellschaft Racky schenkte der Stadt Erkelenz 162 000 Murk zu wohltätigen Zwecken. Gibt es noch ein echtes westfaltsches Hausschwein! Durch eine Reihe von Zeitungen lief jüngst folgende Prof. Dr. Landois und der westfälische Schinken. In außerwestfälischen Zeitungen wurde kürzlich behauptet, daß es wohl noch Schinken aus Westfalen, aber keine westfälischen Schinken mehr gibt. Diese Behauptung hatte ihren Ursprung in einer Abhandlung, die Universitätsprofessor Dr.H. Landois=Münster unter dem Titel„Kreuzungsergebnisse zwischgr.gg schwein“, in der Zeitschrift„Der Zool#####chen Garten S. 222) veröffentlicht hat. Die Meinung eines westfälischen Bauern hat Herr Londois jetzt deutlich genug auf einer Postkarte, datiert Hagen i. W., 10. 1903, zu hören bekommen. Das Skriptum lautet: Herrn professor Landoha. Als ich habe gelesen das sie wollen eine neue sorte Schweine züchten durch Kreuzung eines wilder Schweines mit einem Zahmen Hausschwein will ich Ihnen sagen daß das nichts gibt als verdorbenes Zeug. Ich habe dies mitgemacht, die Hälfte ferkeln wurden stremelig und die andern weiß. Die Dinger hatten auch keine Art, das beste wog mit 8 Monaten 82 pund. Die rackers waren auch so unruhig auf dem stalle und waren miserable biester für zu mästen, schlagen sie die 12 Ferkeln tot, das ist das beste. Mit Gruß Johannes Beckmann.— Wenn der Schreiber dieser Postkarte auch höchstwahrscheinlich in seinem ganzen Leben keine Mistforke in der Hand gehabt hat, der Ulk ist jedenfalls gut.“ Soweit der anonyme Artikelschreiber! Zur Beleuchtung der Sachlage seien einem Zoologen einige Worte geDie erwähnte Behauptung, daß es wohl noch Schinken aus Westfalen, aber keine westfälische Schinken mehr gibt,“ wird ein vernünftiger Mensch Herrn Professor Dr. H. Landois von vornherein nicht zutrauen. Herr Professor Landois sagt denn in Wirklichkeit in dem angefeindeten Artikel nur folgendes:„Es gibt im Lande der roten Erde gar keine echten westfälischen Schweine mehr! hochbeinige, muskulöse, borstige, großköpfige Tie dem englischen Fettklumpen, fast ohne Kopf, u und Haare, wenig widerstandsfähig gegen Krankheiten Lieterlei Art, völlig verdrängt worden. Das Schwein unserer Vorfahren gebrauchte zwei Jahre zur Ausbildung seiner Körpergröße und wurde erst dann gemästet. Ti 1en vorhandenen sind schon in den ersten Monate mastfähig. alter Zeit wurde das westfälische Schwein vielfach in die Eichelmast getrieben. Ein besonderer Sauhirt trieb die die Schweine in den Wald, wo sie den Boden nach allerlei Getier aufwühlten, namentlich aber im Herbst die Eicheln verzehrten. Kein Wunder, daß die abgehärteten Tiere stark muskulös wurden und später die schmackhaften, weltberühmten Schinken lieferten. Da sich Landois Artikel weiterhin nur mit der im Ar tikel angegebenen Frage beschäftigt, so wollen wir hier zur Erganzung hinzufügen, daß seit länger als einem halben Jahrhundert so viele englische Schweine, vornehmlich der verschiedenen Suffolk= und Yorkshire=Rassen, nach Westfalen eingeführt und mit dem alten westfälischen Hausschweine gekreuzt worden sind, daß von dem Blute des letzteren nur ein geringer Bruchteil übrig geblieben ist. Das Ende der„guten, alten Zeit“ und die sich auch dem Landwirt aufdrängende Notwendigkeit, schneller und reichlicher Geld zu verdienen, brachten es eben mit sich, daß man bei der Schweinezucht in erster Linie auf schnelle Mastfähigkeit, große Fleisch= und Fettproduktion und feine Knochen sehen mußte. Der gleiche Vorgung wie#i# Westfalen hat sich natürlich auch in den anderen Probinzen abgespielt. Wer sich näher dafür interessiert, be frage„Westfalens Tierleben in Wort und Bild“(Ferd. Schöningh, Paderborn) oder ein umfangreiches landwirtschaftliches Buch über unsere Haustiere. Wir brachten vor einigen Tagen ein Bild des nach neunjähriger Abwesenheit zurückgekehrten Kreuzers„Cormoran“., Hierbei ist uns ein Versehen unterlaufen, das abgebildete Schiff war das Schulschiff„Stein“. Wir bringen daher heute das richtige Bild des Kreuzers„Cormoran“. beteuerte seine Unschuld. Am Dienstag abend erhielt die schwer geprüfte Frau ein Telegramm von dem Chef ihres Sohnes, des Inhaltes, daß die Unschuld ihres Sohnes sich herausgestellt habe und derselbe bereits aus dem Gefängnisse entlassen und von ihm zu seinem ersten Buchhaler ernannt. Als Verwandte gestern die Wohnung betraten, fanden sie die Frau mit dem Telegramm in der Hand tot auf dem Sofa liegen. Ein glückliches Lächeln verklärte die Züge der Verstorbenen, die aus Freude über die glück tliche Wendung einen Herzschlag erlitten hatte. schauerraum und neigte sich fragend zu seinem erhabenen Gastgeber, der mit einem Achselzucken antwortete. Auf Erkundigungen, die ich diesbezüglich sofort im Ministerium des Aeußern einholte, wurde mir mitgeteilt, dieses Achselzucken des Monarchen habe bedeutet:„Ich kenne den Herrn nicht.“ Doch wird, der Wichtigkeit des Gegenstandes gemäß, über die Sache noch durch ein offiziöses Communiqué an die Blätter berichtet werden. Altona, 22. Sept.(Einen schönen Tod) hatte die in der Eulenstraße wohnende Witwe Meyer. Ihr Sohn war in Paris wegen Unterschlagungen verhaftet; er schrieb der Mutter wiederholt aus dem Gefängnisse und Monarchen unter sich. In amüsanter Weise verspottet die„Wiener Allgemeine Zeitung“ den Eifer, dessen sich einige ihrer Kolleginnen bei der jüngsten Monarchen=Zusammenkunft in Wien inbezug auf allergenaueste Schilderung der Empfangsfeierlichkeiten, des Einzugs in die Stadt, das Ver halten der beiden Kaiser in der Oper usw. beflissen haben. Auch in deutschen Landen wird bei Fürstenbesuchen von einem Teil der Presse Unglaubliches in Detaillierungen und byzantinischer Verherrlichung der Persönlichkeit der Regierenden produziert. Das Wiener Blatt geißelt diese würdelosen Monarchenbesuchs=Festberichte wie folgt: Der König von Birma hat dem König von Siam in dessen Resiedenz zu Bangkok einen Besuch abgestattet. Das führende Bangkoker Journal hat seinen ausschließlich für die feineren Sachen engagierten Reporter(Spezialist für bessere Beobachtung) mit der Berichterstattung über die Entrevue betraut und weiß, dank jenem Mitarbeiter, nun höchst pikante Details über das Beisammensein der beiden Herrscher zu melden. Da dieser Bericht sehr interessante Streiflichter auf das Leben in monarchischen Kreisen überhaupt wirft, sei er hier auszugsweise wiedergegeben „Während der ganzen Fahrt ins Schloß saß der König von Birma rechts neben unserem König, während dieser gleichzeitig links neben seinem hohen Gaste saß. Man bemerkte wiederholt, wie die beiden Fürstlichkeiten mit einander konversierten, wobei immer einer nach dem andern, höchst selten beide auf einmal sprachen. Leute, die ganz vorn im Spaier standen, bemerkten, daß der König von Birma(es war um 12 Uhr und 23 Minuten) schneuzte, wobei er sich eines Taschentuches bediente. Es regnete, und da die Monarchen im offenen Wagen fuhren, wurden sie, wie ich Sie auf das bestimmteste versichern kann, naß. Ueber die Niederschlagsmenge auf dem Czako unseres erhabenen Gastes konnte ich leider nichts Genaues in Erfahrung bringen. Eine ungemein rührende Szene ereignete sich beim Verlassen des Wagens. Dem König von Birma fielen nämlich hierbei die Handschuhe zu Boden; unser Monarch machte eine Bewegung des Körpers, als ob er die Handschuhe aufheben wolle, aber der König hielt ihn mit einer abwehrenden Handbewegung zurück und wartete, huldvollst lächelnd, volle 3½ Sekunden, bis ihm der Leibjäger die Handschuhe überreichte. Die rührende Szene wurde blitzschnell in der ganzen Bevölkerung bekannt und hat bereits die Folge gehabt, daß der Landesschulrat beschloß, ein Gedicht zur Verherrlichung des Vorfalls zu dichten und in allen Lesebüchern der Volksschulen zum Abdruck bringen zu lassen. Höchs interessant benimmt sich unser königlicher Gast beim Speisen. Seine Kaubewegungen sind von einer entzückenden Regelmäßigkeit, und die Art, wie er sich Speisereste mit der Serviette aus dem Schnurrbart wischt, bleiben jedem unvergeßlich, der das Glück hatte, dies einmal mit ansehen zu dürfen. Beim Aufknacken einer Nuß hatte der König das Malheur, daß seiner Nachbarin ein Stückchen Schale auf die Hand sprang. Mit vollendeter Geistesgegenwart wußte aber der König die vielbemerkte Episode aus der Welt zu schaffen, indem er sich zu seiner Nachbarin wandte und, während sein linkes Auge schalkhaft leuchtete, vernehmlich„Pardon!“ sagte. Nicht minder charakeristisch war das Beisammensein der beiden Monarchen bei der Galavorstellung, die abends im königlichen Schauspielhause stattfand. Der Beherrscher Birmas hatte vor sich auf der Logenbrüstung ein Opernglas, sowie eine Bonbonsdüte liegen und allgemein erregte die— wohl durch lange Uebung in höfischen Gebräuchen erworbene — Sicherheit Bewunderung, mit welcher der König sich beider bediente, ohne jemals das Operglas in den Mund zu stecken oder durch die Zuckerl auf die Bühne zu schauen. In den Zwischenakten zeigten die Antlitze der beiden Könige stets einen hellen, hingegen während der Akte einen dunklen Ausdruck, was entweder von einem Wechsel der inneren Stimmungen herrührte, oder daher, daß während der Akte der Zuschauerraum verdunkelte, in den Zwischenakten aber wieder erhellt wurde. Einmal zeigte der König von Birma auf einen Herrn im ZuEigenter Hd Wien, 24. Sept. In der gestrigen Sitzung des Abgeordnetenhauses führte Ministerpräsident Körber aus, er sei von der Krone zu der Erklärung ermächtigt, daß in allen Fragen der Armee der Einfluß der gegenseitigen Reichshälften vollauf gewahrt bleibe. Weiter bemerkte Körber, die Entscheidung sei gefallen, die Armee bleibe wie sie ist, einheitlich und gemeinsam. Man wolle keinen Kampf, sondern trachte nur danach, die grundlegenden Prinzipien der Gemeinsamkeit zu erhalten. IId Budapest, 24. Sept. Eine gestern mittag erschienene Extraausgabe des ungarischen Amtsblatts veröffentlicht ein allerhöchstes Handschreiben an den Grafen Khuen=Hedervary. In demselben erklärt der Monarch, auf der unveränderten Aufrechterhaltung der Ausgleichgesetze bestehen zu müssen. Er müsse die der Armee gewährleisteten Rechte unversehrt erhalten und sie so seinem Nachfolger übergeben. Andererseits verschließe er sich aber nicht solchen Maßnahmen, wie sie von der ungarischen Regierung in letzter Zeit im Parlament in Aussicht gestellt wurden, und die er in diesem Rahmen für zulässig halte. Zum Schluß ernennt der Monarch den Grafen KhuenHedervary neuerdings zum Ministerpräsidenten und betraute ihn in einem weiteren Handschreiben mit der Kabinettsbildung.„„„ IId Budapest, 24. Sept. Der Geldorieftrager Stephan Boda wurde gestern vormittag im Hause Josefsring Nr. 44, wo er eine Geldsendung abliefern sollte, auf der Treppe von einem unbekannten Manne mit einem Beile niedergeschlagen und seiner Geldtasche mit 4000 Kronen Inhalt beraubt. Der Attentäter entkam, der Briefträger ist tödlich verletzt. Hd Budapest, 24. Sept. Die Bildung des Kabinetts schreitet rasch vorwärts. Graf Stefan Tisza übernimmt das Ministerium des Innern, Lang dasjenige der Finanzen.— Als der Ministerpräsident heute den liberalen Klub verließ, wurde er von einer vor dem Klubgebäude angesammelten Volksmenge mit dröhnenden Abzugsrufen empfangen. Hd Lissabon, 24. Sept. Amtliche Telegramme aus Mozambique melden die Explosion des Pulverturmes des Forts San Sebastian. 7 Europäer und 97 Eingeborene wurden getötet oder verwundet. Hd Paris, 24. Sept. Unweit Valence fand gestern eine Kesselexplosion in einer der dortigen Fabriken statt. Der Kessel flog gegen eine Wand, wodurch dieselbe einstürzte. Zehn Arbeiter erlitten Verletzungen, drei davon schwer. Hd London, 24. Sept. Aus Dublin wird berichtet, daß zahlreiche nach Amerika ausgewanderte Irländer infolge des neuen Landbill nach Irland zurückkehren werden. Einige derselben sind bereits eingetroffen und künden die demnächstige Ankunft von mehreren Hundert Irländern an. Hd Konstantinopel, 24. Sept. Der Kriegsminister befahl weitere Truppenkonzentrationen an der bulgarischen Grenze und nötigenfalls das Ergreifen der Offensive. Wetterbericht. 5. Sept.: Nebel, feuchtkühl, Regenfälle, bewölkt. Für den redaktionellen Teil verantwortlich Wilh. Schade. Wer sich und den Seinen wohl 2g der sorge dafür, daß täglich zum Frühstück und Win, Vesper ein gesundes, vollkommen unchädliches und wohlschmeckendes Getränk auf den Tisch kommt. Man breche doch endlich mit der falschen Sitte, den Tag gleich mit dem Genuß des nach ärztlichen Urteilen der Gesundheit überaus nachteiligen Bohnenkaffees zu beginnen. Man erhebe Kathreiners Malzkaffee zu seinem ständigen Frühstücks= und Die Wirkung wird sich dann bald in einem Gefühl von Wohlbefinden, in der Freudigkeit, mit der man nach einem solchen Trunke an sein Tag werk geht, bemerkbar machen. Schwerter Tur-Verein. (Mitglied der deutschen Turnerschaft.) Zur Beerdigung des verstorbenen aktiven Turngenossen Friedr. Bleibtreu tritt der Verein Freitag nachmittag ½4 Uhr im Vereinslokal an. Zahlreiches Erscheinen erwartet Der Vorstand. 772 Todes-Anzeige. Es hat Gott dem Allmächtigen gefallen, unsern na hot Sott dem Allmchtigen gefallen, A——u.— leben elnngen Schn und Bruder Fritz Mieibtren —— 4 von 10 Jahren## nach kurzen schweren Leiden im Alter von 19 Janfen 5 Monaten zu sich in die Ewigkeit zu rufen. Um stille Teilnahme bitten Um stille Teilnahme Die trauernden Hinterbliebenen. Famille Blelbtreu. Schwerte, den 23. September 1903. Die Beerdigung ündet Preitag nachmittag 4 Uhr vom Sterbehause, Mährstr. No. 9, aus statt. Vom 1. Oktober ab Sprechzeit vorm. von 9—1 Uhr. Bekanntmachung. Vorherige Anmeldung, wenn tunlich, erwünscht. Zahnarzt Mohr, Hagen. Telephon 585. Vereinigte Gesellen=Auflage, eingeschriebene Hülfskasse, Schwerte. Diejenigen Einwohner des hiesigen Amtsbezirks, welche für das Kalenderjahr 1904 einen Wandergewerbeschein zu erhalten anider Greis eräesten Schene, Stgenwbrige Kalenderzah spätestens im Oktober d. Is. hier beansprucht. a Aplerbeck, den 19. September 1903 Amtmann. I. V. Der Amtsbeigeordnete: Vieseler. „" Außerordentliche Generalversammlung Montag, den 28. Leptbr. 1903, abends 8½ Uhr, im Vereinslokale. Tages=Ordnung: 1. Abänderung od. Aufsteuung neuer Statuten. 2. Verschiedenes. Der Vorstand. NB. Wegen dieser wichtigen Angelegenheit ist allgemeines und pünktliches Erscheinen dringend erwünscht. (Sehitel Einenltlialer per Pfd. 1,00 Mk. Carl Trog. Samstag, den 26. ds. Mts., morgens 8 Uhr, wird im hiesigen Schlachthause wertiges Aindfleisch das Pfd. zu 45 Pfg. verkauft. Ahr-RotweinVerkauf. Den auf dem 120 Morgen großen Weingute SaffenburgMayschoß wachsenden Ahrwein empfiehlt zum Preise von 1 Mk. bis 2,50 Mk. Proben und Preisliste gratis. Die Fürstlich v. Arenberg'sche Verwaltung. Jean Dommerque, Rentmeister. Reichstagswähler 63 88 jeder Parteistellung von 1871—1903 wird es interessiren zu sehen, wie sie mit ihren Kandidaten in den verschiedenen Sessionen abgeschnitten haben. 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