Insertionsgebühr für lokale Anzeigen, die sechsgespaltene zeile oder deren Raum 10 Pfg., außerhalb 15, Reklame=Zeile 40 Pfg., Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte, Fernsprech=Anschluß Nr. 62. Amt Schwerte. Telegr.=Adresse Braus, Schwerte=Ruhr. urch Versentlichng in der„Schwerter Zeitung rcht, sbdem Bochentog. gamitenfteund. verötädtliche stratt. 148994—. 8#2 Nr. 223 Schwerte, Mittwoch den 25 September 1905. 36. Jahrgang. Dresdeuer Sedan oder Jena? Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit! So lautet die Parole der Sozialdemokratie, aber ihre Verwirklichung ist eine eigenartige, wie die Verhandlungen des sozialdemokratischen Parteitages gezeigt haben. Die „Genossen“ haben die„Freiheit", zu sprechen, was dem Parteipapst August Bebel gefällt. Nicht minder unbestritten ist die„Gleichheit“ der Genossen vor dem Parteiführer Bebel, denn er putzt sie alle in gleicher Weise herunter, ob es sich um den großen Vollmar, oder um einen der kleinen Genossen handelt. Und die„Brüderlichkeit" der Sozialdemokratie zeigt sich endlich darin, daß die Genossen, wenn sie von dem Parteidirektor, der die Rolle eines Oberprokurators des heiligen Synod übemommen zu haben scheint, zurechtgewiesen, getreten und geknechtet wurden, daß sie dann, wie es die Herren Göhre und Bernhard taten, ihren Kotau vor dem Donnerer Bebel machen und demütig sprechen:„Ich habe gesündigt, vergib mir, es will es nicht wieder tun!"„„ Pfui! Dieser Ausruf ist auf dem Dresdner Parreitage in ganz außerordentlicher Häufigkeit gefallen, und der unbefangene Zuschauer wird die Empfindung teilen, von der jene Rufer beseelt waren. Es war ein widerwärtiges Schauspiel, welches sich auf der Dresdner Tagung entrollte. Als einen„Kaffeezirkel von zahnlosen alten Weibern“ hat seinerzeit der Genosse Schippel den Hannoverschen Parteitag der Sozialdemokratie bezeichnet, und doch blieben die Quantitäten Gift und Galle, die auf jener Tagung ausgespritzt wurden, weit zurück hinter dem, was in Dresden geleistet worden ist. Eine solche Fülle persönlicher Verdächtigungen, eine solche Energie in der gegenseitigen Herabsetzung und Beschimpfung, ein solcher Grad in der Entfaltung despotischer Machtgelüste und endlich ein so schmähliches Zukreuzekriechen ist doch noch auf keinem sozialdemokratischen Parteitage zu verzeichnen gewesen, wie viel die Genossen auch nach dieser Richtung hin zu leisten pflegen. Als„Cromwell“ der Partei hat August Bebel sich bezeichnen lassen müssen, und in der Tat, despotischer und nach Opfern lüsterner ist auch Cromwell kaum gewesen. Es mußte die republikanisch gesinnten Genossen sonderbar berühren, wie Herr Bebel sich als Despot aufspielte, wie er im Ich=Tone von sich sprach, wie er den Gegnern zudonnerte, daß sie sich„verflucht in Acht nehmen“ sollten und wie er den Widerspenstigen die Drohung entgegenschleuderte:„Wer nicht pariert, der fliegt hinaus!" Aber der Widerspenstigen Zähmung ist doch noch einmal gelungen. Obwohl einzelne Genossen lebhaft klagten, daß die Meinungsfreiheit in der Sozialdemokratie dem militärischen Beschwerderecht gleiche, kroch die überwiegende Masse der Partei zum Schluß doch ins Mauseloch. Mit allen gegen 11 Stimmen ist die Resolution angenommen worden, welche die Bebelsche Taktik für die Partei festlegt und die revisionistischen Bestrebungen verdammt. Männer, wie Vollmar, Auer, Heine, Göhre und etliche andere, die selbst zu den Revisionisten gehören und die Resolution eifrig bekämpft hatten, unterwarfen sich zum Schluß löblich. Und sogar Bernsteins Opposition war so zahm, daß man von dem beantragten Mißtrauensvotum gegen ihn Abstand nehmen konnte. Aber Herr Bebel versteht sein Geschäft. Dadurch, daß er gleich zu Beginn des Parteitages die Männer der schwieligen Fäuste auf die Akademiker hetzte, hatte er diese so windelweich gemacht, daß sie nicht mehr gegen den Stachel zu löken wagten. In dieser Hetze gegen die Akademiker trat die innerste Triebfeder der sozialdemokratischen Bewegung, der Haß gegen Bildung und Besitz, mit nackter Deutlichkeit und brutaler Offenheit hervor. Es ist zwar schon einige Jahrzehnte her, seit auf einer sozialistischen Versammlung gefordert wurde, daß, um die allgemeine Gleichheit zu wahren, die unbegabten Kinder möglichst gut, die begabten möglichst schlecht erzogen werden sollten, und seit der Russe Bakunin die noch weitergehende Forderung stellte, daß zwecks größerer Sicherstellung der allgemeinen Gleichheit den ausnahmsweise begabten Kindern in der Jugend der Schädel etwas eingedrückt werden sollte, aber der Haß gegen die bildeten und die Bildung ist der sozialdemokratischen Bewegung treu geblieben. Es war ein widerwärtiges Schauspiel, von dem der feiner Empfindende sich angelekelt abwenden mußte, wie auf dem Dresdner Parteitag die gerüffelten Akademiker ihren Kotau vor den Männern der schwieligen Fäuste machten und wie sie à la Uriel Akosta Umkehr und Besserung gelobten. Augustder Starke und seine„Unentwegten“, haben auf dem Parteitag gesiegt, aber es war der Sieg einerseits der Phrase und andererseits der rohen Gewalt. Und es war vielleichtein Pyrrus=Sieg, bei dem auch Bebel denken mag: Noch ein solcher Sieg, und ich bin verloren! Erhielt doch der Scharfmacher Bebel bei der Vorstandswahl bei weitem weniger Stimmen als die übrigen Mitglieder. Die gemißhandelten und gemaßregelten Revisionisten sind in Dresden mundtot gemacht worden, aber Ideen lassen sich auch von der Soziademokratie nicht mit Keulen totschlagen. Die Rebellion gegen die sozialdemokratische Parteityrannei wird trotz alledem ihren Fortgang nehmen, und vielleicht sind die Bebel und Genossen, die in Dresden ihr Sedan erlebt zu haben wähnen, ihrem Jena näher, als es heute noch den Anschein hat! Politische Uebersicht. Deutschland. — Der Kaiser in Ostpreußen. Der Kaiser— der Montag nachmittag in Danzig der Enthüllung des Denkmals für seinen Großvater beiwohnte und einer Arbeiterabordnung gegenüber darauf verwies, welche Vorteile Industrie und Handel von der Wiedererrichtung des Reiches haben, ferner die Intelligenz der deutschen Arbeiterschaft rühmte— traf am Spätabend in Rominten ein. Dort wurde er vom Fürsten Dohna=Schlobitten empfangen und von den Dorfbewohnern freudig begrüßt. Ain Dienstag jagte der Kaiser. — Der kleine Kreuzer„Verlin“ lief am Dienstag in Danzig glücklich vom Stapel. In seiner Taufrede dankte der Berliner Oberbürgermeister Kirschner dem Kaiser, empfahl das Schiff dem Schutz des Allmächtigen und schloß mit den Worten: In dem stolzen Bewußtsein, daß deine Besatzung überall, wo sie dazu berufen wird, an der heimatlichen Küste wie in den fernsten Meeren, als ein würdiges Glied unserer tapferen, machtvollen Marine mutig kämpfen wird für Kaiser und Reich, für deutsche Ehre bis in den Tod, und in der frohen Hoffnung, daß du deinen Namen lange Jahre ruhmvoll tragen wirst, taufe ich dich auf Befehl des Kaisers„Berlin". — Die Freiheit der„Zukunftsstaater.“ Ueber sozialdemokratischen Terrorismus wird der„K. Volksz.“ aus Hannover geschrieben: Auch hier scheint die Rücksichtslosigkeit der„freien“ Gewerkschaften gegenüber den „christlichen“ Wurzeln zu fassen. Die Maurer V. und B. vom Verband christicher Maurer hatten beim Bauunternehmer Lohse Arbeit genommen. Die Zugehörigkeit zum christlichen Verbande stellte der Baudelegierte Wiegers bei der Kontroolle der Verbandsbücher fest. Hierauf wurde den beiden anheimgegeben, zum„freien" Zentralverbande überzutreten, andernfalls würden alle übrigen, d. h. die Mitglieder des sog.„freien" Zentralverbandes, auf diesem Bau sofort die Arbeit niederlegen. Die beiden blieben jedoch dem christlichen Verbande treu. Darauf legten die Mitglieder des Zentralverbandes am 10. September die Arbeit nieder. Nun gab auch der Polier den „christlichen“ anheim, sich umschreiben zu lassen. Dann wäre ja die Sache erledigt, oder die beiden müßten allein aufhören, da der Bau nicht liegen bleiben dürfe. V. und B. hörten nun auf und wurden somit brotlos. Der Maurer V. nahm dann am 12. September morgens beim Maurermeister Schneidewind Arbeit an. Aber auch hier wurde bei der Buchkontrolle in der Frühstückspause abermals aufgedeckt, daß V.„christlich“ organisiert sei. Sogleich stellte man wieder das liebevolle„entweder oder“ wie oben. Schon vier Wochen arbeitete auf dieser Baustelle auch der Maurer S. vom„christlichen“ VerWas Du gründlich verstehst, das mache! Was du gründlich erfuhrst, das sprich! Bist du Meister in eigenen Fache, Schmäht kein Schweigen im fremden dich. Das Reden von allem magst du gönnen Denen, die selbst nicht machen können. Geibel. * Der Charakter ist ein Fels, an welchem gestrandete Schiffe landen und anstürmende scheitern.(Kant.) Wenn man einem durchaus reinen und wahrhaft großen Charakter lange zur Seite steht, geht's wie ein Hauch von ihm auf uns über.(W. v. Humboldt.) Eine Roman von F. Arnefeld. (27. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten) „So muß ich es jetzt tun,“ sagte mit einem leisen Seufzer der Vater und erzählte dem Sohn dieselbe Geschichte, die noch am gleichen Tage von der Sanitätsrätin ihrer Tochter mitgeteilt werden sollte. Nur verweilte er noch eingehender bei der Intrigue, durch die man die Liebenden auseinander gerissen hattez uug deren eiger liche Erfinderin und Triebfeder die jetzige Majoem Deppner gewesen war; ihre Schwester hatte ihr nur beigestan„Aber wie konnte Ahrweiler auf einen solchen plumpen Schwindel hereinfallen!" rief Willibald, die Hände zusammenschlagend.„Hat er seine Braut nicht, geliebt?. „Leidenschaftlich, aber wie sein Gemütszusiand nun einmal beschaffen, war er bösen Einflüsterungen deshalb um so zugänglicher. Er war schwach und mißtrauisch, der Gegenwärtige gewann leicht die und als seine Schwestern mit Beweisen, die sie Gott, weiß wie gefälscht hatten, zu ihm nach London kamen, da gewannen sie Macht über ihn. Sie redeten ihm auch woh zu, Europa zu verlassen, um allem aus dem Wege zu gehen, in der Hoffnung, er werde in kurzer Zeit alles gessen haben und gefügig ihren Wünschen für eine in ihren Augen ebenbürtigen Heirat nach Berlin zurückkehrer, 54 45 Larm haven sie suich aber getäuscht; nagtg ign#i. „Gründlich. Schon auf dem Schiffe paclle ihn die Reue und er schrieb einen abbittenden Brief an Sibylla Hermann. Es half ihm jedoch nichts, das junge Mädchen war zu tief verletzt, sie hat sich nicht wieder versöhnen lassen.. hn Sem vicht „Hat sie iyn benn nicht geliebt?“ „Im Gegenteil; ich glaube, die alternde Frau liebt ihn heute noch und sein Tod wird ihrem Herzen eine schwere Wunde geschlagen haben.“ „Aber sie hat sich doch mit einem Anderen verv.„WBahrscheinlich, um sich zu verwahren, daß sie nicht doch nachgiebig wurde, denn Ahrweiler ließ nicht ab mit Bitten und sandte unverdrossen Briefe an sie ab, die alle unbeantwortet blieben. Nachdem er erfahren hatte, daß sie verheiratet sei, unterließ er es. Aber kaum war sie Witwe geworden und die erste Trauerzeit vorüber, da begann das Spiel von neuem, und ich mußte, als sie nach Berlin gezogen war, die Bekanntschaft mit ihr erneuern und ihm das Wort bei ihr reden. Mit welchem Erfolge oe„Eie berbat sich zulett Deine Besuche und ließ auch mich, den Du bei ihr eingeführt hattest, nicht mehr zu sich kommen. Es hat mir leid getan, ich ging gern nach der stillen Wohnung in der Nettelbeckstraße.“ „Und Ahrweiler, wünschte so sehr, daß Du hingingst. Du warst zwar noch sehr jung und Josefine ein halbes Kind, aber er hatte schon seine Pläne mit Euch, doch das ist nun alles vorbei!“ seufzte der Vater und Willibald tat das Gleiche indem er sagte: „Ich dachte nicht an Josefine Leonhard; mein Interesse war anderweitig in Anspruch genommen, doch das ist nun auch vorbei— vorbei für alle Zeiten! Aber sprechen wir nicht von mir, erzähle bitte weiter.“ „Ahrweiler hat bis zu seinem Tode an der Hoffnung festgehalten, es werde ihm doch noch gelingen, die Geliebte seiner Jugend zu versöhnen und als sein„Sattin heimzuführen. Ich glaube, es ist selten eine Woche yingegangen, daß er ihr nicht einen rührenden Brief geschrieben hat, die aber alle unbeantwortet geblieben sind. Für sie stattete er seine Wohnung mit dem raffiniertesten ihr wollte er alle die Reichtümer, die er, wie er versicherte, nur für sie zusammengehäuft hatte, zu Füßen legen. Er hat sie auch oft aus der Ferne gesehen, ihrem ausdrücklichen Verbot entgegen; in ihre Nähe zu kommen, wagte er nicht. Die Liebe zur Mutter übertrug er auch auf die Tochter; es war sein sehnlichster Wunsch, sie kennen zu lernen, und meiner Ueberredung ist es gelungen, sie ohne Wissen ihrer Mutter in seine Wohnung zu bringen.“ „O Vater, das hättest Du nicht tun dürfen, rief Willibald vorwurfsvoll.„ Dornedden neigte das Haupt.„Du hast recht, ich hätte es nicht tun dürfen,“ gab er zu,„hättest Du aber gesehen, wie unbeschreiblich glücklich ihn dieser Besuch gemacht hat, so würdest Du milder darüber urteilen. Es ist übrigens bei dem einen Male geblieben, Josefine Leonhard hat sich entschieden geweigert, ihn noch einmal zu wiederholen. Sie kannte zwar nicht genau das Verhäunis, in dem Ahrweiler zu ihrer Mutter gestanden hatte, mochte aber keine Heimlichkeiten vor ihr haben.“ bande. Bis jetzt war ihm keine Schwierigkeit gemacht. Nun aber sollte auch er zugleich mit dem neueingestellten V. sich„zentralisieren" lassen. Beide lehnten das Ansinnen ab und mußten nun wohl oder übel ihre urbeit niederlegen. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit! — Aus unseren Kolonien.“ Von einem deutsch=englischem Zwischenfall im Hinterlande von Kamerun wird L.=A. aus London gemeldet: Als die deutsche Regierungsyacht„Herzogin Elisabeth“ mit dem auf der Fahrt befindlichen Gouverneur v. Puttkamer, Beamten und Truppen bei der britischen Zollstation Ad=Calabar eintraf, kamen schwarze Zollbeamte an Bord, verlangten die Banden kommen, wie der serbische Gesandte Gruitsch dem Groß=Vezier erklärte, nicht über die türkische Grenze Eine einzige Bande, die es versuchte, wurde zurückgehalten. Hoffentlich entsprechen alle diese friedlichen Konstantinopeler Meldungen auch der Wahrheit. zu sehen und befahlen, wie wenn es sich um einen gewöhnlichen Handelsdampfer gehandelt hätte, di Versegelung der auf dem Schiftgaufigs iueiuehn hezigen Streit. Die Schwarzen wurden angeblich mit Bajonetten von Bord gejagt. Nachträglich erschien der britische Oberzollbeamte auf dem Dampfer und bat für den Irrtum der schwarzen Zollwächter um Entschuldigung. Oesterreich. = Ungarisches. Nicht ein Witzbold, sondern ein Leitartikelschreiber des„Budapesti Hirlap“ macht mit der ernstesten Miene von der Welt in neun Druckspalten den Vorschlag, es solle die Kommandosprache, vamt jeder seinen Willen und sein Vergnügen habe, kunftig deutsch madjarisch sein. Es soll also kommandiert werden: Habt — Acht! Vi—gyäzz! Rechts—um! Jobbra—ät! bezw. Hätra—arcz! Kehrt—euch, Indulj! Marsch! u. s. w. Außerdem wünscht dieser Reformer, wie alle anderen Madjaren, die schleunige Rückversetzung der ungarische Offiziere nach Ungarn(soweit sie sich nicht schon becilt die österreichische Staatsbürgerschaft zu gemerben!) und meint in aller Anschuls, Krone und Nanon Kleine Chronik. Berlin, 22. Sept. Die größte Geschwindigkeit, mit der je ein menschliches Wesen befördert worden ist, hat am Sonnabend die Studiengesellschaft für elektrische Schnellbahnen auf der Versuchstrecke zwischen Marienfelde und Zossen erreicht. Bei dieser Fahrt wurden 165 bis 167 Kilometer in der Stunde gefahren, eine Leistung, die weder der Studiengesellschaft noch sonst jemals jemandem auf der Erde gelungen ist. Eine Geschwindigkeit von 167 Kilometer in der Stunde bedeutet die Zurücklegung eines Weges von 2791 Meter in 1 Minute oder 46 ½2 Meter in 1 Sekunde. Der stärkste bis jetzt beobachtete sturm an der See hatte eine Geschwindigkeit von ungehage) den 24 Minutenbetrieb auf, der sich auf die Zeit von früh 7,51 Uhr bis abends 8 Uhr erstreckt. Die Drahtseilbahn selbst ist nur nachmittags von 12,21 Uhr bis abends 8 Uhr mit 12 Minutenverkehr im Betrieb. Bei stärkerem Verkehr und an Sonn= und Festtagen fahren die Wagen zwischen Bahnhof Westhofen und Drahtseilbahn„Ober Station“(Wulff, Hohensyburg) von 12 Uhr mittags ab nach Bedarf eventl. alle 6 Minuten und des Abends 1 Stunde länger. (Strafkammer Hagen.) Sitzung vom 21. September. Wegen Jagdvergehens hatte sich der schon dreimal wegen desselben Vergehens vorbestrafte Steinhauer Aug. Sch. aus Syburg zu verantworten. Vor kurzem wurden zwei Arbeiter wegen Jagdvergehens verurteilt, und in der betreffenden Verhandlung verweigerte der heutige Angeklagte das Zeugnis. Die beiden damals Verurteilten traten fähr 44 Meter in der Sekunde England will wieder im Trüben sischen. heute als Zeugen auf und bekunden, daß Sch. mitgejagt habe. Er wurde zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. I14 Aus Konstantinopel, 22. September, wird gemelben!) und meint in aller Unschuld, K können diesen Antrag gleichermaßen anneymen„da keiner von beiden Teilen etwas von seiner prinzipiellen Ueberzeugung aufgebe.“ Rußland. = Die Russifizierung Finnlands. Von einem neuen russischen Gewaltakt in Finnland wird gemeldet: Anläßlich der Weisung des berüchtigten Gouverneurs Kaigorodow, betreffend die Beitreibung der Strafsumme von 30000 Mark, welche der Stadt Helsingfors für ihre Weigerung, die Mitgliederwahlen für die kommission zu vollziehen, auferlegt wurde, hat der Magistrat beschlossen, ein genannter Stadt gehöriges Immobil zur Deckung obiger Strafsumme mit Beschlag belegen. Politik und Geschäft scheinen jetzt in Finnland so Hand in Hand zu gehen! Diesem Prinzite det: Wenn auch alle Großmächte den Wünschen Rußlands und Oesterreich=Ungarns wegen der bereits gekennzeichneten Schritte in Konstantinopel und Sofia nachgeben, vertritt doch die englische Diplomatie täglich offener den Standpunkt= daß das alte Reformprojekt sich als gänzlich unbefriedigend erweist und daß nur die Autonomie Macedoniens unter einem christlichen Generalgonverneur die einzige wirksame Lösung sei. Der türkische Botschafter in London berichtet der Pforte, daß das Foreigen Office ihm wiederholt die dahingehende englische Ansicht rückhaltlos präzisiert habe. England nimmt nicht allein diesen Standpunkt ein, sondern auch die eine oder andere Großmacht, die vorläufig mehr der Not gehorchend als dem eigenem Triebe dies nicht offenkundig macht, doch verkennt auch die englische schlossen gelten gueg, tug 2ne ont,u#. Ht a donien 300000 Mann und 400 Kunbnen aufgestelll habe, als besiegt aus einem Kriege hervorgeht, was noch im Frühjahr möglich gewesen wäre. Die Stimmung in den amtlichen Kreisen und beim Sultan unterliegt einem fortwährenden Wechsel. Auf der Pforte war man wieder weit pessimistischer als in den letzten drei Tagen. * Schüren, 22. Sept.(Ausflug.) In Begleitung der Lehrerschaft machten gestern nachmittag die Schulkinder von hier einen Ausflug nach Hohensyburg. Drei Sonderwagen der Hörder Kreisbahnen beförderten die Teilnehmer zu dem Zielpunkt, wo man sich an Gottes freier Natur und dem herrlichen Panorama unseres Ruhrtales ergötzte. Abends gegen 8 Uhr langte die fröhliche Schar wieder hier an und wußte nicht genug der Erlebnisse zu erzählen. alse sprechend hat die russische Regierung in letzter Fen mehrfach für gut befunden, Beamten, die unter Belastugeide Pension außer Landes gingen, diese Pension, zz, entzugen In radikaler Weise wird mit den Biblioty### geräumt, die man als Brutstätten der„Finnomanie in der slavophilen Presse bezeichnet. Balkan. = Der Sultan und der mazedonische Aufstand. Der russische Botschafter in Konstantinopel, gelegentlich seiner jüngsten Audienz beim Sultan die Balkanwirren zur Sprache. Nachdem der Sultan so dankbaren Befriedigung über die Haltung der Großmächte Ausdruck gegeben hatte, empfahl Sinojew dem Padischah, daß bei der Bekämpfung des Bandenunwesens Ausschreitungen, wie solche in Kruschow und anderen mazedonischen Orten vorgekommen seien, verhütet wü den. Abdul Hamid erklärte, daß bereits über zwei Drittel der Gebiete, in denen Bandenunwesen herrsche, von den Banden gesäubert worden seien und daß die Säuberung der übrigen Gebietsteile sehr bald zu erwarten sei. Die bulgarische Landbevölkerung, die zum Anschluß an die Bandenbewegung verleitet worden sei, sei bereits zum größten Teil zurückgekehrt und habe sich unterworfen. Auch mit dem montenegrinischen Minister des Aeußeren hatte der Sultan eine Unterredung, die zu einem durchaus tetschganten Kractott gesishot hoten fot. Seetiche nickte Willibald,„das junge Mädchen hat „Dafür ist sie Tochter von Sabylla Hermann,“ erwiderte Dornedden und fuhr dann fort:„Obwohl Ahr weiler kein körperliches Leiden hatte, trug er sich mit Todesgedanken und sann darauf, wie er Josefine Leo hard sein Vermögen zuwenden könne.“ „Er brauchte es ihr ja nur zu vermachen, er war doch unumschränkter Herr seines Eigentums!“ warf unvo) haft Du wieder den zaghaften, schwankenden Ahrweiler, wie er leibte und lebte. Er fürchtete sich vor ve Die konnten ihm doch nichts mehr anhaben, wenn sein Testament eröffnet ward!“ lachte Willibald. „Das hat er sich wohl nicht so recht klar gemacht, entgegnete der Vater.„Wir wissen alle, daß wir sterben müssen, aber es glaubt keiner so recht daran. De befürchtete er auch, die Sanitätsrätin würde der Tochter die Annahme der Erbschaft nicht gestatten und ferner wollte er sie vor den Gehässigkeiten und Verfolgungen bewahren, die er seitens seiner Angehörigen für sie voraussah. Er hielt es daher für geraten, mich vorzu„Und Dir alle die Gehässigkeiten und Verfolgungen zuzuziehen, deren Beute Du jetzt geworden bist!“ murmelte Willibald unmutig.„ F s s „Wäre Ahrweiler eines naturlichen Todes gestorven, so hätten sie mich wenig anfechten sollen, ich würde mit den Damen fertig geworden sein. Wer konnte ahnen, daß die Sache sich so arg verwickeln würde; ich glaubte überhaupt nicht, daß ich Ahrweiler überleben werde, entgegnete Dornedden„und so willigte ich ein, der Erbe zu heißen.“„ eichtg vermacht „Und er hat Dir garnichts vermacht?“ „Er hielt mich für einen sehr reichen Mann und hoffte überdies, das Geld würde auf einem Umweg an Dich kommen; Du weißt, was damit gemeint ist.“ (Fortsetzung folgt.) Dortmund, 22. Sept. Die sechszehn in der Handwerkskammer Dortmund vereinigten Kreise des Regierungsbezirks Arnsberg haben jetzt ihr eigenes Heim. Das neue an der Kaiserstraße erbaute Kammergebäude, zu welchem am 18. Oktober v. J. der Grundstein gelegt wurde, ist heute seiner Bestimmung übergeben worden. Mittags um 12 Uhr versammelten sich die Mitglieder der Kammer vor dem neuen Gebäude, wo ein Festakt stattfand, zu dem sich auch Herr Oberbürgermeister Schmieding, als nicht offenkundig macht, doch verkennt Vertreter der Stadt, Regierungsrat D. Neff als Vertreter e Dipiomatie nicht, daß es als ausge=jdes Regierungsprasidenten, eine Anzahl Stadtverordnete nuß, daß die Türkei, die jetzt in Mace=sund eine Reihe sonstiger geladener Gäste eingefunden 00 Konanen aufgestellt habe, hatten. Das Vorstandsmitglied Herr Spieß=Soest dankte allen Erschienenen namens der Handwerkskammer, namentlich auch dem Maurermeister Heine für die sorgfältige Ausführung des Bauwerks.„Dieses Haus in seinem eingestern fachen Kleide und seiner soliden Arbeit— so führte Herr Spieß aus— weist uns hin auf die Bescheidenheit und kernige Tüchtigkeit des Handwerkerstandes. Es soll eine Stätte stillen, ernsten, fleißigen Schaffens sein für das Gemeinwohl des Handwerkerstandes. Möge das Raten und Taten in diesem Hause stets gesegnet sein.“ Die Mitglieder der Handwerkskammer traten heute Vormittag um 9 Uhr zu einer kurzen Vollversammlung zusammen, in welcher einige Mitteilungen über die Ausstellungshalle im neuen Kammergebäude gemacht wurden. Der Staat will einen Teil der Kosten für Beschaffung von Ausstellungsobjekten tragen, die Kammer selbst stellt 2000 Mark zur Verfügung, auch die Stadt Dortmund dürfte reinen Betrag zur Verfügung stellen. Im ganzen sollen 8000 Mark für den erwähnten Zweck aufgewandt werden. . Eine für Unfallinvaliden sehr wichtige Entscheidung ist am Freitag in Berlin vom Oberverwaltungsgericht gefällt worden. Es handelt sich um die Streitfrage, ob die knappschaftlich berechtigten Unfallinvaliden, welche vor dem 1. Januar 1902 verunglückten, sich die Aufrechnung nach§ 8 des früheren U.=V.=G. oder nach § 25 des neuen Gewerbeunfallversicherungsgesetzes gefallen lassen mußten. Das Oberverwaltungsgericht entschied zu Gunsten der Unfallinvaliden. Der Allgemeine Knappschaftsverein darf also den Unfallinvaliden vor dem die bis pen jüngst nach der„Deutsch. Juristenztg.“ gefällt. Ein Holzdieb war wegen„schweren“ Diebstahls verurteilt worden, weil er aus dem den Lagerplatz umgrenzenden Bretterzann eine Latte bei Seite geschoben hatte und dann „eingestiegen" war. Das Reichsgericht ist der Ansicht, daß kein„schwerer" Diebstahl(mittels„Einsteigens") vorliegt. Das spätere Uebersteigen des Zaunes, sagt es, kommt nicht in Betracht, denn das geschah nach der Tat. „Schwerer" Diebstahl liege nur vor und rechtfertige das erhöhte Strafmaß, wenn der Täter beim„Einsteigen“ größere Schwierigkeiten zu überwinden hatte und damit eine besondere Hartnäckigkeit an den Tag legen mußte. Hier handele es sich nur um die Beseitigung ganz unerheblicher Hindernisse, das Beiseiteschieben einer nicht gut befestigten Latte,„um ohne weiteres Steigen und dergl. in den„Lagerplatz zu gelangen.“ Wäre der Dieb also erst über den Zaun geklettert und dann durch die Lattenöffnung geschlüpft, so läge„schwerer“ Diebstahl vor ein sehr lehrreicher Fall! ro angemeldeten Lehrling zu erheben. Herr Spieß=Soe der aus dem Vorstande ausschied, wurde wiedergewählt. Schließlich wurde noch mitgeteilt, daß der Vorsitzende der Kammer, Herr Schlossermeister Röper=Hamm, vorläufig den Vorsitz niedergelegt habe. Westfalen und Rheinland. Lokales. Schwerte, 22. September 1903. *(Mangel an Silbergeld.) In der„Dtsch. Tageszeitung" lesen wir:„Ueber den Mangel an Fünfmarkstücken und Zweimarkstücken im Verkehr wird seit langer Zeit empfindlich geklagt. Das hat man davon, daß man die guten Taler beseitigt hat. Daß sie die bequemsten und handlichsten Münzen waren, gibt man jetzt auch in den Kreisen zu, die an ihrer Beseitigung mitgewirkt haben. (Bienenzucht.) Große Erfolge haben die Bienender Umgagend auf der in Unna stattzüchter von hier und der umgegend auf der in Unna stattgefundenen Ausstellung des Verbandes der westfäl. Bienenzuchtvereine erzielt. Unter den prämiierten Ausstellern befinden sich u. a. folgende Züchter aus unserer Stadt: Becker, Möller, Schreiner, Friedhof, Kuchhäuser, Schlitzberger, ferner Stricker und Eichmann=Geisecke, WeiherOverberge und Briecke=Sommerberg. **(Für den Kreis Hörde) sind für die Zeit bis 1. Oktober 1906 von der Fleischerei=Berufs=Genossenschaft Mainz gewählt: als Vertrauensmann: Wilhelm Quambusch, Fleischermeister Hörde, Langestraße 2, als Stellvertreter desselben: Fritz Wilhelm Heitmann, Fleischermeister, Hörde, Schulstraße 2. **(Der Fahrplan der Hörder Kreisbahnen) auf der Strecke Westhofen=Hohensyburg weist vom Bahnhof Westhofen bis zur unteren Station der Drahtseilbahn(DickeDortmund, 20. Sept. In einer Versammlung der vereinigten Wahlkomitees des Wahkreises Bochum=Dortmund wurden die bisherigen Vertreter für die kommenden Landtagswahlen wieder aufgestellt, nämlich: Landgerichtsrat a. D. Schmieding, Geheimrat Dr. SchultzBochum und Ehrenamtmann Westermann=Lüttgendortmund. Das sozialdemokratische Landtagswahlkomitee stellte gestern als Kandidaten auf: den Arbeitersekretär Max König=Dortmund, Reichstagsabg. Hué=Essen und Arbeitersekretär Paul Wolf=Bochum. * Witten, 22. Sept. Beschwindelt wuroe ein Polensohn von einem Mädchen, welches er heiraten wollte. Sie gab an, im Besitze eines Vermögens von mehreren Hundert Mark zu sein. Er kaufte für zwei Zimmer Möbel und mietete eine Wohnung in der Kirchhofstraße, worin er dieselben aufbewahrte. Kurze Zeit darauf erfuhr er nun, aß das Mädchen kein Vermögen habe, weshalb er das Verlöbnis löste. Als er die Möbel zurückholen wollte, waren beide Zimmer leer. Bei Nacht und Nebel hatte das Mädchen die Möbel verschwinden lassen. Wohin sich die holde Maid gewandt hat, ist bisher noch unbekannt. Hamm, 20. Sept.(Eisenbahnunfall.) Der gestern mittag um 12 Uhr 34 Min. in Münster fällige Schnellzug von Köln ist laut„Münst. Anz.“ kurz vor Hamm einer großen Gefahr entgangen. Als der Zug in voller Fahrt die Station Bönen passierte, befand sich auf dem Bahndamme eine volle Fuhre mit Bier der Bier brauerei Klönne=Unna. Nur dem Umstande, daß die Pferde und der Kutscher die Geleise schon passiert hatten, sodaß die Maschine nur den Hinterwagen faßte, ist es zuschreiben, daß kein unabsehbares Unglück passierte. Wäre der mit 100 Zentner Bier beladene Wagen in voller Breite getroffen— das Unglück wäre gräßlich gewesen. — Der Kutscher hat eine kleine Verletzung am Kopfe, ihr trifft keine Schuld, die Barriere war nicht geschlossen. Die schweren Fässer Bier wurden einige hundert von der Maschine mit gerissen..7. Hedaumfichar wie * Bochum, 22. Sept. Ein hochst bevauerlicher entsetzlicher Unglücksfall ereignete sich heute kurz Mittag bei den Neubauten des hiesigen Beamten=Woyn ungsvereins in Ehrenfeld. Ein daselbst beschöftirgter Arbeiter warf aus der vierten Etage einen hotzerStempel von betr herunter, der den hier mit aller Wi Erde und war so hatte ihm die Sch zur Leichenhalle von Bochum und Unfallstelle, um treffende Stempe Leben Gekommer nen, vier Wochen von Warburg be * Iserlohn, arbeiter=Verband ßeren Kosten hie scheint nach Beei zu wollen, denn glieder=Versamm nehmern nicht st hier von dem de gebenes Flugbla aus dem hervor Iserlohner Arbe von„Genossen“ * Iserlohn, tötet) wurde. 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Vorsitzende im, vorläuamlung der schum=Dortie kommenich: LandDr. SchultzLüttgendortwahlkomitee eitersekretär Essen und ierlicher wie e kurz vor samten=Wohnbeschäftigter en hölzernen Stempel von beträchtlicher Länge und ziemlicher Sch herunter, der den unten stehenden Polier Wiechers von hier mit aller Wucht am Kopfe traf. W. fiel lautlos zur Erde und war sofort eine Leiche. Der schwere Stempel hatte ihm die Schädeldecke zerschmettert. Die Leiche wurde zur Leichenhalle geschafft. Vertreter der Polizeibehörde von Bochum und Wiemelhausen erschienen alsbald auf oer Unfallstelle, um den Tatbestand festzustellen. Der betreffende Stempel wurde beschlagnahmt. Der so jäh ums Leben Gekommene hinterläßt eine Witwe mit einem kleinen, vier Wochen alten Kinde. W. war aus der Gegend von Warburg beheimatet. ** Iserlohn, 22. Sept. Der von dem deutschen Metallarbeiter=Verband mit so großen Hoffnungen und noch größeren Kosten hierselbst ins Leben gerufene Ortsverein scheint nach Beendigung der Bewegung wieder einschlafen wollen, denn eine auf Samstag Abend einberufene Mit glieder=Versammlung konnte wegen Mangel an Teilnehmern nicht stattfinden.— Charakteristisch ist auch ein hier von dem deutschen Metallarbeiter=Verband herausgegebenes Flugblatt, überschrieben„An unsere Mitglieder", aus dem hervorzugehen scheint, daß ein großer Teil der Iserlohner Arbeiterschaft nicht gewillt ist, sich fernerhin von„Genossen“ führen zu lassen. * Iserlohn, 22. Sept.(Ueberfahren undgetötet) wurde gestern Abend kurz nach sieben Uhr am Eingang der Oststraße der fast siebzigjährige verheiratete Maurer Adam Sauerbier aus Großentag. Derselbe wurde in der engen Straße von einem Radfahrer angefahren und umgeworfen, wodurch er unter die Räder eines schweren Fuhrwerks geriet, die ihm über die Brust gingen. Der Mann kam schon seit Jahren zur Bauzeit nach Iserlohn und war den Anwohnern der Oststraße als ein überaus nüchterner fleißiger Mann bekannt. Das Unglück ist nur eine notwendige Folge der nur 6 Meter breiten Straße und es ist eigentlich zu verwundern, daß noch nicht mehr Unglücke in derselben vorgekommen sind. Die Straße wird jetzt täglich einmal von mindestens 1500 Schulkindern, 1## darunter auch die kleinen, welche zur Verwahranstalt in der Friedenstraße wollen, benutzt. Zahlreiches schweres Fuhrwerk passirt die Straße zu jeder Zeit. Aenderung geschaffen werden, ehe weitere II kommen. * Fröndenberg, 22. Sept.(Einehrlich Einem Manne hierselbst kam, als er an der lidenmarken kaufte, ein Hundertmarkschein Trotz aller schwere sagte der Schulrat zu seinem Begleiter:„Sehen Sie, wie ich verstanden bin!“ *(Der ehemalige Bankier) August Sternberg, der nach seiner Entlassung aus dem Zuchthause alsbald mit der Veräußerung seiner Berliner Besitzungen begann und der Veräußerung seiner Perliner Besitzungen. g wildes seinen Wohnsitz nach paris verlegte, hat von dort aus se9tftan i.; die erforderlichen Schritte getan, um aus dem preußischen Staatsverbande auszuscheiden. Der künftige Franzoser auch war ursprünglich Hesse und wurde erst später Preuße. (Sonderbare Heiratsgeschichte.) Eine bekannte Pariser Börsengröße hat sich nunmehr wieder mit seiner Frau verheiratet, nachdem er sich von ihr vor 25 Jahren in aller Form hatte scheiden lassen. Nach dieser Scheidung führte er eine andere Frau zum Altare; als diese starb hatte der alte Herr, dem das Leben als Witwer unerträglich schien, nichts besseres zu tun, als seine erste Ehehälfte wieder aufzusuchen und sich mit ihr trauen zu lassen. Der Mann war somit dreimal verheiratet und hatte doch nur zwei Frauen... 8u.6ahstu 9.2. ?( Z u v i e l e r h o f f t.) B e r e y r t e r Z e c h e r( v o r dem Spiegel):„Jetzt gehöre ich schon drei Tage dem Verein der Antialkoholiker an und meine Nase ist noch immer rot!“ ?(Erklärung.) Richter:„Sind Sie sich der vollen Bedeutung des Eides bewußt?"— Sepp:„O ja! Wenn i' schwör’, hab' i' g’wonna; wenn der andere Sauen ist in diesem Jahre in den an den Arnsberger Wald angrenzenden Feldern ein besonders großer. Der Stadt Meschede, die für den Wildschaden, den ihre Bürger erleiden, aufkommen muß, hat bis jetzt schon über 600 Mark zu zahlen. Das auffallend starke Vorkommen des Schwarz= wildes dürfte eine Folge der vier letzten schneearmen Winsein, in denen nur wenige Eremplare eingegangen sind, in der großen Fruchtbarkeit und Zählebigkeit der Borstenträger zu suchen und zuletzt der Abneigung der Forstleute und Jäger, weibliches Schwarzwild abzuschießen, zuzuschreiben sein. Das wirksamste Mittel, sich gegen Schwarzwildschaden zu sichern, wird die Anlage eines richtig aufgeführten Wildzaunes bieten. Dieser Zaun müßte sich aber ununterbrochen von Arnsberg bis in den Kreis Brilon hinein erstrecken, und keine Gemeinde oder auch Privatbesitzer darf vor den nicht unerheblichen Kosten zurückschrecken. Die Mescheder Stadtvertretung lehnte die Anlage dieses für sie ca. 4000 Mark kostenden Wildzaunes ab, weil die Nachbarstadt Eversberg, die dafür 10000 Mark hätte anlegen müssen, auch zu dieser Ausgabe nicht geneigt war. Man ist in Meschede und Eversberg der Ansicht, ein schnee= ur werde schon mit dem Borster 0n schwört, hat er g’wonna (für die Rubrik übernimmt die Redaktion nur die preßgesetzliche Verantwortung.) Trostlose Zustände, wie sie eigentlich in einer Stadt wie Schwerte gar nicht sein dürften, herrschen hier augenblicklich.„Mehr Licht, mehr Licht!“ hört man es allenthalben jammern! Erst gestern wurden die Beleuchtungsverhältnisse der Goethestraße ins rechte Licht gestellt. Sehr angebracht wäre es, wenn der Einsender der betr. Rotiz einmal des abends so nach 8 Uhr seinen Spaziergang weiter ausdehnte und durch die Hohenzollernstraße Hier jlücke seine Schritte eben nach der in der Arbeiterkolonie liegenHellwegstraße lenkte. Ich glaube, er würde sehr entrüstet sein und das mit Recht, denn dort ist's grauenhaft. Sobald man mit Lebensgefahr(ohne jede UeberDieb.) streibung, denn erst vor kurzem wäre dort bald ein junger Post Inva=[Mann elendig in dem Schlamm versunken. Es ist auch in abhanden. dieser Zeitung darauf aufmerksam gemacht worden, doch Nachforchungen blieb das Geld verschwunden. Abhilfe nicht erfolgt) den Bogen passiert hat, herrscht eine Einige Tage darauf ließ Herr Pastor Schröder den Ver- beäingstigende Dunkelheit. Angstvoll, zögernd setzt man ihm einen auf der Strecke Fron=, die Füße voran, immer in der Gefahr, in einem der vieIId Stolberg, 23. Sept. In der hiesigen Glashütte war zwecks Ausführung von Reparaturarbeiten ein hohes Stangengerüst errichtet. Dasselbe stürzte infolge mangelhafter Konstruktion ein, zwei auf ihm beschäftigte Arbeiter stürzten aus der Höhe herab und blieben sofot tot. Hd Wien, 23. Sept. Unter stürmischem Beifall der Abgeordneten und der Gallerie hat der niederösterreichische Landtag in seiner heutigen Sitzung eine Zustimmungsresolution zu der Haltung des Kaisers in der Armeefrage angenommen. Hd Budapest, 23. Sept. Die Stimmung in der liberalen Partei zeigt, daß ein Bruch in ihr nur durch eine ganz außerordentliche Remedur des Armeebefehls zu vermeiden ist. Die Kossuth=Partei ist entschlossen, den Kampf bis zum äußersten fortzuführen, wenn nicht für den verfassungswidrigen Armeebefehl volle Genugtuung gegeben wird. Die gestern bekannt gewordene Nachricht, daß Graf Khuen neuerlich zum Ministerpräsidenten designiert sei, rief die größte Aufregung unter der Opposition hervor, welche erklärte, mit diesem Mann nie Frieden schließen zu wollen. Die Betrauung Khuens wäre entschieden eine Verschärfung der Krise. Hd Saloniki, 23. Sept. In Mitrowitza begannen zu ertrinken, Sonderbare Vermutungen drängen sich einem auf, Die Hohenzollernstraße, von niemand bewohnt und nach Einbruch der Dunkelheit fast gar nicht benutzt, reichlich mit Licht ausgestattet, die Hellwegstraße dagegen, in der sicher 250 Familien wohnen, steuerzahlende Familien, erhält nicht einmal eine armselige Tranjunzel. Es denberg=Kassel der Bahnpost übergebenen Brief, der die slen Tumpel## hundert Mark enthielt. Es gibt doch noch reuige Sunver. Wege Hals und Beine zu bre * Herne, 22. Sept.(Eine schreckliche Blut=(Hellwegstraße nähert, desto tat) ist heute Morgen an der hiesigen Kirchhofstraße in den an dieselbe angrenzenden Kartoffelfeldern verubt worden. Der Nachtwächter Möller fand auf dem Nachhausewege in genannter Straße den Bergmann Wilhelm dreizick, total zerstochen und zerschnitten im Blute liegend, aber noch lebend vor. Derselbe wies wohl über 30 Stiche an seinem Körper auf. Die hinzugekommene Polizeipatrouille schaffte den Verletzten sofort ins katholische Krankenhaus. Dem diensthabenden Polizei=Wachtmeister Püschel konnte der Verletzte noch die Angaben machen, daß er die Nacht hindurch mit dem Bergmann Franz Nikella zusammengewesen, mit ihm gemeinsam die Wirtschaften be= wenn man da Vergleiche zieht. sucht und gezecht hätte. Als sie um die genannte Zeit auf! dem Nachhausewege sich befanden, hätten sie untereinander Streit bekommen, wobei ihm der Franz Nikella die Stiche beigebracht habe. Letzteren fand die Polizei in seiner Wohnung im Bette liegnd vor, über und über mit Blut besudelt, so daß an seiner Schuld wohl nicht gezweifelt werden darf. Elberfeld, 22. Sept.(Massenklage.) Sämtliche Aerzte von Elberfeld und Barmen haben bei der Staatsanwaltschaft Anzeige wegen Beleidigung erstattet, weil der Verfasser des„Krankheitsbefundes aus den Augen“(Augen=„Diagnose“), der Lehrer Peter Johannes Thiel in Elberfeld, durch ein Inserat zu einem Gratiskursus für Aerzte in der Augen=Diagnose eingeladen hat. Die Aerzte bezeichneten s. Z. in verschiedenen Artikeln der Wuppertaler Presse diese Diagnose als Schwindel. * Düsseldorf, 22. Spt. Auf einem Fabriketablissment im benachbarten Gerresheim wollte der leitende Ingenieur eine von ihm gemachte Erfindung prüfen. Der Versuch mißlang; es entstand dagegen eine Explosion, durch welche ein Arbeiter sofort getötet, und der Ingenieur selbst schwer verwundet wurde. * Cleve, 22. Sept. Am Bahnübergang der Cleve=Calcaer Landstraße wurde heute Nacht das Gefährt des Weinhändlers Obhaus von dem um 12,11 Uhr einlaufenden Personenzuge überfahren. Frau Obhaus und ihre zwei Töchter wurden sofort getötet. Die Leichen sind gräßlich verstümmelt. Obhaus selbst wurde schwer verletzt und starb bald nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus. Die Untersuchung ist eingeleitet. Man nimmt an, daß der Bahnwärter geschlafen habe und das Schließen der Schranke unterließ. Er wurde verhaftet. oder aber auf dem holperigen Albanesen Streit mit christlichen türkischen Gensdarmen, rechen. Je mehr man sich der worauf die mohamedanischen Gensdarmen für die Albanesen schlimmer wird es. Man Partei ergriffen. Es entstand ein Kampf, in dessen Verlauf jene Zeit zurückgesetzt fühlen, die christlichen Gensdarmen in das russische Konsulat flüchten Bär hausten und unsere Vor=(mußten. Angeblich gab es auf beiden Seiten viele Tote. sondern sich mit Kion=!„: g„ tinopel 29 Soyzt Ron of würde sich unwillkürlich in in der hier noch Wolf und Bär hausten......., sen. Angeblich ge fahren noch keine Lampen kannten, sonbern suh mie mien Hd Konstantinopel, 25. Sept. Von offizieller Seite spähnen behalfen, wenn nicht der Bahnhof und das links wird hier die Mobilmachung von 30 bulgarischen Reserveliegende Nickelwalzwerk dem widersprächen. bataillonen bestätigt. Türkischerseits erfolgte der Befehl ist doch nicht richtig, daß die Stadt nicht schon zur Mobilmachung aller noch verfügbaren Redifbataillone. längst für Licht dort oben gesorgt hat.[Man hält hier den Krieg mit Bulgarien für unermeidlich. Welch ein Kontrast, wenn man dagegen in die[Einer der ersten türkischen Staatsmänner erklärte heute den Hohenzollernstraße kommt. Eine wirklich feenhafte Be=[Krieg für die einzige Lösung der unhaltbaren Situation. leuchtung, alle drei Schritt eine Laterne. den letzten drei Tagen sind zur Einreihung ins zweite und ist an der Zeit, daß diese stiefmütterliche Behanddritte Armeekorps weitere 300, somit im ganzen etwa 500 junge Offiziere, welche die hiesige Kriegsschule absolviert haben, nach Adrianopel und Saloniki abgegangen. 21. 25. Veränderlich, windig, Regenfälle, strichweise Gewitter, kühl. Nebel, feuchtkühl, Regenfälle, bewölkt. lung der Hellwegstraße aufhört oder gilt hier nicht glei=[Für den redaktionellen Teil verantwortlich Wilh. Schade. ches Recht für alle?? Br. Vermischtes. Durch die Blume. Als der Schulrat F. zur Rebision einer Landschule kam, deren Lehrer nicht gerade als besonders tüchtig galt, ließ er— so erzählt man der „Tägl. Rundsch.“,— zum Beginn der Prüfung singen: „Unser Wissen und Verstand ist mit Finsternis umhüllet.“ — Der Lehrer, der hierin nicht ohne Grund eine Stichelei sah, beschloß sich zu rächen. Als die Revision, die über Erwarten befriedigt hatte, beendet war und der Lehrer mit irgend einer Gesangstrophe schließen sollte, ließ er anstimmen aus dem Abendlied„Der lieben Sonne, Licht und Pracht hat nun den Lauf vollendet“ die sechste Stropfe, die beginnt:„Ihr Höllengeister packet euch, ihr habt hier nichts zu schaffen.“ Beim Hinausgehen aber Jugd und Sport. Sein glücklichster Schuß. Der Jagdhüter und Obertreiber Seppel Huber war bei der letzten Gemsjagd „naufgeschossen“ worden, sodaß er einige Wochen krank und erwerbslos war. Es war im letzten Treiben auf ein Rudel Gemsen einige Menge Schüsse ziemlich gleichzeitig abgegeben worden, sodaß die Ermittelung des unvorsichtigen Schützen kaum möglich gewesen wäre. Aber Seppel wußte sich zu helfen. Er ließ— so erzählt der „Hubertus“— folgende Bekanntmachung im gelesensten Blatt der Stadt los:„Der Herr Schütze, der mich am 10. d. Mts. derart angeschossen hat, daß ich schon seit 14 Tagen in ärztlicher Behandlung und erwerbslos bin, ist mir nicht dem Namen nach, aber von Ansehen bekannt. Ich bitte ihn höflich, mir eine Unterstützung zukommen zu lassen. Seppel Huber, Jagdhüter, Obertreiber in K. bei M.“— Die Wirkung des Inserates war großartig. Seppel erhiet im Laufe einer Woche von sehr verschiedenen ungenannten Herren Schützen im ganzen 1800 M. mit den besten Wünschen für seine baldige Wiedergenesung zugesandt. Bald war Sepper wieder hergestellt. Und mit dem so unerwartet und reichlich geflossenen schmerzensgeld kam er in die Lage, sein verschuldetes kleines Anwesen frei zu machen und sich wirtschaftlich aufs beste einzurichten.„Dös war mein glücklichster Schuß,“ mit diesen Worten pflegte Seppel die Geschichte zu schließen, wenn er sie zu erzählen hatte. . Arnsberg, 21. Septs(Zwei Feldhühner undein angeschossener Mäher) waren das Ergebnis einer kürzlich auf der Hammerweide abgehaltenen Hühnerjagd. Der am Gesäß und Schulter getroffene beiter erhielt von dem Jagdleiter sage und schreibe eine Mark in die Hand gedrückt. Da der Mann nicht weiß, ob die Mark Schmerzens= oder Schweigegeld sein soll, so hat er sich entschlossen, das Geldstück unter Glas und Rahmen zum Andenken aufzubewahren.— Das ist das Gegenstück zu obiger Meldung. * Aus dem Ruhrtal, 22. Sept. Der Wildschaden durch Hür die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden meines lieben, unvergesslichen Mannes spreche ich tiefgerührt meinen innigsten Dank aus. Schwerte, 22. Septbr. 1903. Frau Stadtbaumeister Mollhagen geb. Ostermann. erich dlesjäufiger rnte! dungs=Erusch sind eingetroffen. Tranksart“„Arsichen stets frisch bei Einladung. Der Frauen=und JungfrauenVerein in Schwerte wird freund. lichst gebeten, am Donnerstag, 24. Sept., nachmittags, im Evang. 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Fahrzeit= 4 Minuten. 803 827 851 und so fort 1221 123 1245 und so fort Verantwortt g itz,#####tioueben 2 Nür den Ars:ig P ll S###m Susd und Orgchen ie bud u Bei stärkerem Verkehr und an Sonn= und Festtagen fahren die Wagen zwischen Bahnhof Westhofen und Drahtseilbahn„Obere Station“ von 12 Uhr mittags ab nach Bedarf event alle 6 Minuten und des abends 1 Stunde länger. Aenderungen des Fahrplanes bleiben vorbehalten. Anfertigung künstlicher Glieder, orthopüdischer Apparate für Rückgratsverkrümmungen, schiefe Beine und Füsse, Bruchbänder and Leibbinden, welche jeden Bruch und Vorfall absolut sicher zurückhalten, in etgenem Atelter. Hygienische Frauenschutzartikel. — Bedienung nach Wunsch.—