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Es ist Tatsache, die nicht zugunsten der Buren spricht, daß alle waffenfähigen und dienstpflichtigen Männer niemals beisammen waren. Entweder stellten sie sich überhaupt nicht, was den Frauen von Johannesburg Gelegenheit gab, in einer Versammlung in der Irene Hall sich aufs bitterste über die Drückeberger und diejenigen zu beklagen, die, anstatt mit der Büchse in der Hand zu fechten, sich in den Bureaus der Regierung ein weiches Nest gebaut hatten, oder sie waren auf verloof, auf Urlaub, und falls günstige Umstände zusammentrafen, rückten sie freilich wieder ein, aber nur, um einen anderen verloof zu ermöglichen. So lange es größere Burenhaufen im freien Felde gab, also bis nicht lange nach dem Einmarsch der Engländer in Prätoria, gab es auch Urlauber, und bewilligte der General keinen Urlaub, so ging es auch oohne Erlaub nis. Solche Urlaube dauerten Wochen und Monate, bis die hageren Pferdchen sich wieder rund gefressen hatten. Wie man bei solchen Zuständen überhaupt Zahlen auf stellen kann, leuchtet nicht ein. Jedenfalls waren die 72 975 Buren(ohne Rebellen aus Natal und dem Kapland) nicht verfügbar, denn sie waren eben nicht alle da. In den Listen der Buren standen an Leuten zwischen 16 und 60 Jahren, ohne Artillerie und Polizei(zusammen 2300 Mann), nur 29 279 in Transvaal und 22314 im Oranje=Freistaat, im ganzen also 51 593 Mann, über 20 000 weniger, als der Ausschuß herausgefunden hat, und natürlich waren auch diese rund 50000 Mann keines wegs wirklich unter den Waffen. Vor Ladismith haben die Buren niemals über 14000 Mann gezählt, und die Zahlen der unter Cronje gefangenen Buren beweisen auch, wie geringfügig selbst stärkere Burenhaufen waren. An Rebellen rechnen die Engländer 13·000 Mann; es wird an Handhaben fehlen, dies zu bezweifeln. Es beweist diese Zahl von Rebellen, wie gering die Unterstutzung gewesen ist, die den Buren von ihren Landsleuten unter englischer Herrschaft geleistet worden ist. Wäre die Bereitwilligkeit, den großen Kampf um die Alleinherrschaft in Südafrika mit allen Mitteln, mit der ganzen Kraft, mit kühnem Vorwärtsdrang durchzukämpfen, bei den Buren aller afrikanischen Länder größer gewesen, so hätten den in den Listen und in diesem Falle auch auf grünem Felde wirklich oorhandenen rund 50000 freien Buren etwa ebenso viel Rebellen angeschlossen, und die Welt hätte ein anderes Schauspiel erlebt, als das langsame Versanden des Krieges. Die Ausländer und Renegaten berechnet der Ausschuß auf rund 3400 Mann, was richtig sein wird, wenn man als Renegaten auch die Engländer rechnet, die seit längerer Zeit in Transvaal angesessen, sich dort wohl fühlten und ihre neue Heimat gegen jeden Feind digen halfen. Ihre Zahl war nicht groß, weil die Buren es nicht gerade erleichterten, ihnen einen solchen Beweis der Freundschaft zu geben. Beim Friedensschlusse sollen nach den Angaben des Ausschusses noch 20 779 Mann im Felde gestanden haben. Es ist erlaubt, die Richtigkeit dieser Zahlen zu bezweifeln. Möglich mag sein, daß soviel Gewehre abgegeben worden sind, allein ihre Besitzer waren keineswegs alle Kämpfer. Der, ien gaute mit Burenkrieges zeigt uns, wieviel ein Häufchen L##te mit guten Soldateneigenschaften unter umsichtigen Führern leisten kann; es fochten tatsächlich nurnoch diejenigen, die fechten wollten. Das muß der kleinere Teil gewesen sein, der größere widmete sich, wie damals schon bekannt war, dem Ackerbau im Norden, wo man Vorratslagg, vorhe, reitete und auch Kriegsvorratsnester einrichtete,—eun ta die so beschäftigten Mannschaften schwerlich zu den im Felde stehenden rechnen. Die Burengenerale Botha, De et und Delarey haben hier das letzte Wort, und man kann billeicht glauben, daß sie, wenn sie sprechen n Wahrheit die Ehre geben und im Intere## der Geschichte uns die Zahlen nennen werden, mit denen sie zur Zeit der letzten Unternehmungen vor dem Friedensschlusse den Engländern tatsächlich gegenübergestanden haben. — Die Kaiserin empfing Freitag Mittag im Neuen Palais bei Potsdam den zum Vorsitzenden des Engeren Ausschusses des Evangelisch=Kirchlichen Hilfsvereins gewählten Propst Frhrn. v. d. Goltz. — Arbeiterkundgebung für den Kaiser. In den Kreisen der Arbeiter der Danziger Reichs= und Staatswerkstätten war der Wunsch kundgegeben worden, dem Kaiser eine Huldigung darzubringen und ihm für die Fortführung der Sozialpolitik zu danken. Der Kaiser hat sich bereit erklärt, bei seiner Anwesenheit in Danzig am Montag die Abordnung nach der Enthüllung des Kaiser=Wilhelm=Denkmals zu empfangen. — Zu dem bevorstehenden Kaiserbesuch in Ostpreußen wird berichtet, daß der Kaiser am Dienstag in Trawelling= ken eintrifft, um ein paar Tage lang auf Elche zu jage Dann erst findet die Weiterfahrt nach Rominten statt. — Die Einnahmen der deutschen Eisenbahnen sind im August erheblich gestiegen. Sie betrugen aus dem Personenverkehr 59,1 Millionen Mark oder gegen das Vorjahr 2½ Millionen mehr und aus dem Güterverkehrt 104,8 Millionen oder 5,9 Millionen mehr. — Generalstabschef Graf Schlieffen richtete an den preußischen Eisenbahnminister ein Dankschreiben für die tungen der Bahnverwaltung bei der Beförderung der Truppen vor und nach dem Kaisermanöver. Minister Budde läßt dies allen Beteiligten öffentlich bekannt geben und fügt seine Anerkennung hinzu. — Das neue Linienschiff„Hessen“ ist Freitag Mittag in Kiel glücklich vom Stapel gelaufen. Den Taufakt vollzog der Großherzog von Hessen. Die Musik spielte den holländischen Ehrenmarsch, die Flotte feuerte Salut. Oesterreich. der nächsten Sitzung desAbgeordnetenhauses zu äußerst lebhaften Tumulten kommen wird, wie sie noch nie dagewesen sind. England. — Der Rücktritt Chamberlain's. Josef Chamberlain hat sein Amt als britischer Kolonialminister einstweilen niedergelegt, da ihn die Rücksichten seines ministeriellen Standes in der ihm erwünschten Betätigung der Propaganda für seine Zollpläne hinderlich und lästig geworden waren. Chamberlains Name bedeutet ein Programm, und es ist gleichgültig, ob dieser Chamberlain im Ministerium sitzt oder von Birmingham aus die Massen bearbeitet. Chamberlain zog das letztere vor, weil er durch den Rücktritt aus dem Amte größere Ellbogenfreiheit erlangte, und gab seine Entlassung, die vom Könige Eduard angenommen wurde, weil eben Chamberlain im gegenwärtigen Augenblick an dieser Annahme gelegen war. Hat der Unbeugsame sein Ziel erreicht, so steht ihm jederzeit die Rückkehr in das Kolonialministerium offen, und wenn er trotz gelegentlichen früheren Leugnens Lust haben sollte, dem Ministerium seinen Namen zu geben, so kann er auch jeden Tag Premierminister werden. Das alles weiß Chamber= lain und die ganze Welt. Der Rücktritt des allgewaltigen englischen Staatsmannes hat daher auch eine eigentliche politische Bedeutung nicht. Daß trotz dieses Ereignisses die Stellungnahme der Regierung zu den Chamberlain= schen Plänen eine Aenderung erfahren hat, ist äußerlich dadurch bekundet worden, daß auch der Hauptgegner des Unionsgedankens, der Finanzminister Ritchie, gl mit Chamberlain seine Entlassung erbar und erhielt. der Minister für Idien, Halmilton, schied aus dem Amte. — Kaiser Wilhelm in Wien. Mit stürmischer Begeisterung ist unser Kaiser von den Wienern empfangen worden. Von den Blättern aller Parteien sind dem kaiser lichen Gaste die herzlichsten Begrüßungsartikel gewidmet worden. Als der kaiserliche Hofzug mit dem Glockenschlage 110 Uhr auf dem Wiener Südbahnhofe einfuhr, sgungen Kaiser Franz Josef und sämtliche männlichen####ver des Hofes zum Empfange des hohen Besuches vereit. Ei Salut von 24 Kanonenschüssen dröhnte durch die weite Bahnhofshalle bei der Einfahrt des Zuges und entbot dem deutschen Kaiser den ersten Gruß. Die Begrüßung der beiden Monarchen war die denkbar herzlichste, armten und küßten sich zu wiederholten Malen.„Auf der Fahrt zur Hofburg kannte der Jubel der Massen keine Grenzen, wie Sturmesbrausen folgten sich die Hoch= und Hurrarufen durch die Straßen fort, die die beiden Kaiser mit dem Gefolge passierten. Bei der Ankunft in der Hofburg erdröhnte wiederum ein Salut von 24 Kanonenschüssen, dann begaben sich die Monarchen in ihre Gemächer, nachdem Kaiser Wilhelm von den Erzherzoginnen begrüßt worden war. Des Abends fand ein Prunkmahl im großen Redoutesaal statt, an das sich eine Galavorstellung im Hofoperntheater anschloß. Der heutige Sonnabend ist einer Pürsch im Tiergarten zu Lainz gewidmet, Nachmittags findet ein Mahl auf der deutschen Botschaft statt. Am Sonntag wird Kaiser Wilhelm dem Gottesdienste in der evangelischen Kirche beiwohnen. Einem daran anschließenden Familienfrühstück folgt um 6 Uhr Nachmittags die große Galatafel in den Schönbrunner Galerien, an der ungefähr 120 Personen teilnehmen. Nach einer Theatervorstellung verabschiedet sich Kaiser Wilhelm von seinem hohen Gastgeber und tritt des Abends um 10 Uhr die Abfahrt vom Panziger Bahnhof an. Der Armeebefehl des Kaisers Franz Josef wird allgemein in Ungarn auch bei besonnenen Elementen der liberalen Partei und allerorten als eine Vorstufe zum Absolutismus bezeichet. Die Kossuth=Partei hielt bereits gestern eine Konferenz ab und beschloß, die sofortige Einberufung des Parlaments zu fordern. Man beginnt überall eine Agitation wegen Steuerverweigerung. Die gesamte Presse sucht in dem Armeebefehl eine Verletzung der Verfassung, eine Beleidigung der ungarischen Nation. Wenn nicht bald eine Remedur erfolge, sei der ernsthafteste Konflikt zwischen Krone und Nation unvermeidlich. Es gäbe nur eine Antwort: Passiver Widerstano bis zur Steuerverweigerung und Verweigerung jeglicher Rekruten. In der Hauptstadt herrscht größte Erregung. Ueberall wird in einem Tone gesprochen, als ob Revolution stünde. Die Abgeordneten kommen auf telegraphische Berufung nach der Hauptstadt. Man nimmt an, daß es in Lokales. Schwerte, 19. September 1903. **(Wir stehen im Zeitalter des Verkehrs,) hat unser energischer, weitschauender Kaiser gesagt, und auch für unsern Kreis gilt dies Wort. Während der Kampf um eine neue Bahnlinie nach Schwerte noch nicht zum Abschluß gekommen ist und sich unter den Losungsworten„Hie Schwerte=Iserlohn!“—„Hie Schwerte=Lethmate!" die verschiedenen Interessen gegenüberstehen, ist gestern ein neues Verkehrsmittel dem Betriebe übergeben, ein bedeutsames Werk zum Abschluß gebracht worden: Der Ausbau der Hörder Kreisbahnen bis auf die alte Sachsenveste Hohensyburg ist vollendet. Die landespolizeiliche Abnahme der Drahtseilbahn von Dickehage bis Wulff auf Hohensyburg ist gestern Nachmittag 5 Uhr erfolgt, damit ist der Anschluß der Höhe an das Kleinbahnnetz unseres Kreises vollendet. Zu der landespolizeilichen Abnahme waren Vertreter der Regierung, wie der Eisenbahnbehörden erschienen; ferner waren anwesend: als Vertreter des Kreises Hörde Herr Landrat v. Starck, der Direktor der Hörder Kreisbahnen Herr Stephasius, als Vertreter des Amtes Westhofen Herr Beigeordneter Dickerhoff=Lichtendorf, ferner die Ortsvorsteher Westermann=Westhofen und Griep=Syburg. Heute, Samstag mittag 12 Uhr wird der fahrplanmäßige Betrieb auf der Strecke Westhofen=Hohensyburg eröffnet. Die Fahrpreise haben wir seiner Zeit bereits mitgeteilt. Sie betragen vom Westhofen bis Dickehage hin und zurück 20 Pfg., der Fahrpreis auf der Drahtseilbahn von Dickehage bis Wulff beträgt für Erwachsene zur Höhe hinan 20 Pfg., herunter 10 Pfg., Retourbillets 25 Pfg., für Kinder hinauf 10 Zfg., Retoubillet 15 Pfg. Man kann also jetzt für einen verhältnismäßig niedrigen Preis ohne Inanspruchnahme der Gehwerkzeuge bequem nach Hohensyburg kommen. Sauerländische Gebirgsverein) beabsichtigt, einer Steinpyramide oder einem Felsblock mit dem daillonbildnis des Verstorbenen. statten hiermit dem Jublepaar herzlichen Glückwunsch ab. **(Vorzeigung der Radfahrkarten.) Ein von den des Innern ist Nach diesem Erlaß wird die oft unliebsam empfundene Kon Die mobile türkische Armee. Endlich ist nun der Türkei den bulgarisch=mazedonischen Umtrieben gegenüber der Geduldsfaden gerissen und sie als Ergänzung ihrer bisherigen Maßnahmen zur Mobilmachung zweier asiatischer Korps, des IV. und V Armeekorps, geschritten. Unverkennbar hat die Lage eine solche Verschärfung erfahren, daß ein Krieg fast unvermeidlich erscheint, in dem die sorgfältig reogarnisierte türkische Armee keinenfalls den Kürzeren ziehen dürfte. Beistehend geben wir unsern Lesern eine die haupsächlichsten Typen der türkischen Armee darstellende Illustration. Oben links sieht man türkische Artilleristen ein 9 cm=Feldgeschütz bedienen; darunter befindet sich ein Trompeter eines Garde=Zuaven=Bataillons; rechts oben ist ein Adjutant des Sultans und rechts daneben ein Generalmajor in Felduniform abgebildet; rechts unten ein Sergeant eines Schützenbataillons, und das Mittelfeld der Zeichnung wird von einem Bataillon des Regiments Etrogul der Kaiserlichen Garde eingenommen. trolle der Radfahrer durch Polizeibeamte in bezug auf das Mitführen der Radfahrkarten eingeschränkt. Der Erlaß schreibt vor, daß die Polizeibeamten darauf aufmerksam zu machen sind, daß die Ausstellung der Radfahrkarten in der Hauptsache zu dem Zwecke erfolgt, um bei irgend welchen Uebertretungen die Persönlichkeit sofort feststellen zu können, daß also Radfahrer nicht lediglich zur Feststellung, ob sie eine Fahrkarte mit sich führen, anzuhalten sind. (Die Kriegsfestspiele) gehen heute abend zum ersten Male in Szene. Die Vorbereitungen sind sorgfältigst getroffen, sodaß ein gutes Gelingen außer Frage steht. Die gestrige Generalprobe, die in Anwesenheit eines zahlreichen Publikums stattfand, zeigte schon, daß die Kriegsfestspiele voll und ganz den gehegten Erwartungen entsprechen werden. Wir wünschen dem Kriegerverein heute nochmals ein frohes„Glückauf" zu dem großen Werke. (Schöffengerichts=Sitzung) vom 18. September. „Ich bin Kriminalkommissar“, sagte der Invalide Friedrich R. aus Altena, z. Zt. in Untersuchung hier, zu der Ehefrau Lademeister Schmidt hier, welche ihm auf seine Bettelei nichts geben wollte. Sodann stahl er dem Bäckermeister Kohlhase 2 Packete Hefe, wahrscheinlich in der Annahme Käse zu erwischen. Heute wollte er von alledem nichts mehr wissen. Er führte zu seiner Entschuldigung an, daß er an dem betreffenden Tage betrunken gewesen sei und auch häufig am„Schwindel“ litte. Seine Schwindel=Geschichte half ihm aber nicht, sondern ihm wurde mit Rücksicht auf seine Vorstrafen für beide Fälle eine Strafe von drei Wochen zudiktiert, von denen 13 Tage auf die Untersuchung angerechnet wurden.— Wegen Sachbeschädigung hatten sich sodann die Eheleute Friedrich K. aus Sommerberg zu verantworten. Dieselben waren angeschuldigt, am 20. Man d. J. einen dem Bergmann Mohr zu Sommerberg gehörenden Pfosten zerstört zu haben. Der Sache lag solgender Tatbestand zu Grunde: Die Angeklagten müssen, um zu ihrem Garten zu gelangen, einen Weg benutzen der Teils von ihren, teils von den Grundstücken des Bergmanns Mohr begrenzt wird. Der Bergmann Mohr hatte nun, um den Angeklagten die Passage zu verwehren einen Pfosten in die Erde gerammt, welchen die letzteren jedoch durch Absägen beseitigten. Da die Angeklagten in Wahrung berechtigter Interessen gehandelt hatten, wurde auf kostenlose Freisprechung erkannt.— Berufung hatte der Arbeiter Karl Sch. hier gegen eine polizeiliche Strafverfügung eingelegt. Sch. sollte nämlich in der Nacht vom 26. auf den 27. Juni d. J. ruhestörenden Lärm verursacht haben und dieserhalb waren ihm von der hiesigen Polizeiverwaltung 3 Mark zudiktiert worden. Er gab zu, daß er in der betreffenden Nacht eine etwas erregte Auseinandersetzung mit seiner Ehehälfte hatte, doch bestritt er ganz entschieden die Ruhe seiner Nachbarn dadurch gestört zu haben. Da ihm nichts Gegenteiliges bewiesen werden konnte, hatte seine Berufung Erfolg; es wurde auf Freisprechung erkannt.— 20 Mark muß der Bremser K. von hier zahlen, weil er im Juni d. J. widerrechtlich in die Wohnung des Bremsers Str. eingedrungen ist und dort geschimpft hat.— Zum Schluß eine belanglose Beleidigungsklage. **(Einquartierung) erhält unsere Stadt am 26. und 27. d. Mts. und zwar eine Eskadron der 8. Husaren aus Paderborn, die sich auf dem Rückmarsche zur Garnison befindet. **(Die weise Frau per Rad.) Der Laternenanzünder des hiesigen Gaswerkes, der seine Funktionen auf dem Fahrrade ausführte, ist nun übertrumpft worden durch eine hiesige Hebamme, welche das Rad benutzt, um ihre Kundinnen promt bedienen zu können. Angetan mit weißer Schürze kann man sie täglich ihrem Berufe nachradeln sehen. Man sieht, Schwerte entwickelt sich mit aller Macht zur Großstadt. Uebrigens wollen wir über diese Neuerung selbst durchaus nicht spotten, sie ermöglicht der Hebamme, auch außerhalb der Stadt in eiligen Fällen schnell zur Hand zu sein, und wie oft hängt hiervon ein Menschenleben ab. * Syburg, 18. Sept. Bei der am heutigen Tage stattgefundenen Pfarrwahl für den hiesigen Ort wurde der Hülfsprediger für die Gemeinde Bredenscheid, Herr Arndt in Hattingen wohnhaft, mit 12 gegen 11 Stimmen gewählt. Bekanntlich wollte die eine Partei den hier stellvertretungsweise amtirenden Hülfsprediger Schüler aus Iserlohn, der sich der Schwere seines Berufes voll bewuß und durch und durch Pastor war und sich in der kurzen Zei seines Hierseins schon ziemlicher Beliebtheit erfreute, wahlen. In der Vorwahl erhielt derselbe, wie sein Konkurrent, 12 Stimmen, sodaß die Wahl unentschieden blieb. Heute blieb von der Partei des Herrn Sch. einer aus nicht bekannt gewordenen Gründen zurück, infolgedessen Harr A. mit einer Stimme Majorität den Sieg davon trug. Wünschen wir der Gemeinde Syburg zur ihrer Wahl alles Gute und dem neuen Pfarrer zu seinem gewiß dort nicht leichten Amte viel Glück. Lücklemberg, 19. Sept.(Böse Folgen) haben meistens die Spiele der Kinder mit Streichhölzern, Patronen und Pulverblättchen. Gestern versuchte ein zehnjähriger Schulknabe eine Patrone durch Draufschlagen mit einem Stein zur Explosion zu bringen. Es gelang ihm nur zu gut; denn seine linke Hand wurde dabei arg verletzt, so daß ein Arzt sie verbinden mußte. Auch im Gesicht trug er einige Spuren als Erinnerung an seine Schießprobe davon. einer Axt ist dem Stolze der Schädel zertrümmert und der linke Oberkiefer gespalten. Auf die Frage, ob sein Sohn Hermann dagewesen sei, gab er eine bejahende Antwort, dann verlor er das Bewußtsein und ist inzwischen gestorben. Der Verdacht, den Vater erschlagen zu haben, richtet sich, wie man der„K. Vksztg“ mittteilt, gegen den 24jährigen Sohn Hermann, welcher in Hamme bei Bochum in Arbeit steht. Nachbarn hörten in der Mordnacht den Angstruf aus dem Stolzeschen Hause:„Hermann mach' dich nicht unglücklich!“ Im Frühjahre brannte die Stolzesche Scheune samt Inhalt nieder. Man vetmntet bestimmt, daß alle drei Verbrechen einen Urheber haben. Auf telegrachische Anweisung ist der 24jährige Hermann Stolze in Hamme verhaftet worden. Jüngst nahm ich mal wieder ein Märchenbuch her, Da fand ich viel alte Geschichten, Die waren sehr schön, doch sie passen nicht mehr, Zeit wird es drum, neue zu dichten. Die alten Geschichten, sie liegen so fern, Ich liebe nur solche, die stofflich=modern, Und sollt' ich mal Märchen erzählen, Ich würde mir solche erwählen: * Einst war in Europa’ne friedliche Zeit; Die Völker entließen die Heere, Sie rüsteten ab, denn sie haßten den Streit, Nun dienten zur Jagd die Gewehre, Und fand man noch eine Kanone im Land Die wurde als Spritze beim Feuer verwandt, Es herschte vom Norden bis Süden, Ja, selbst auf dem Balkan nur Frieden! * Einst lebten zwei Völker im böhmischen Land, Es waren die Deutschen und Tschechen, Die reichten einmütig sich immer die Hand Und wollten auch gleichartig sprechen, Drum führten sie gleich eine Neuerung ein Und sprachen von Jugend auf nur noch Latein, Sie machten das Tote lebendig Und siehe der Friede war ständig! Einst wurde erfüllt was ein Fürst sich ersehnt, Da jubelten alle Bulgaren, Herr Ferdinand wurde zum König gekrönt, Es schmetterten hell die Fanfaren. Es strotzten die Tafeln von goldener Last, Der Herscher der Türken war auch mit zu: Gast, Er brachte, und das ist das Beste, Sogar seine„Frau“ mit zum Feste. Aus Westfalen und Rheinland. * Hagen, 19. Sept.(Nettes Früchtchen). Ein halbwüchsiger Bursche K. Sch. wurde dabei erwischt, als er auf der Springe Telegraphendrähte abschneiden wollte, um sie beim Althandler zu verkaufen. Der Bursche wurde zur Anzeige gebracht. * Borgeln bei Soest, 18. Sept.(Ein betrübender Unglücks fall) ereignete sich Samstag abend in der Nähe des hiesigen Bahnhofes. Die Tochter des Milchfahrers Bohnekamp aus Blumroth hatte ihrem Bräutigam das Geleite zum hiesigen Bahnhof gegeben. Auf dem Rückwege überschritt sie vermutlich das Bahngeleise der Brücke und wurde plötzlich von einem heransausenden Zuge erfaßt und in den Graben geschleudert. Mit erheblichen Verletzungen und in bewußtlosem Zustande fanden Bahnbeamte heute früh die Bedauernswerte. * Köln, 18. Sept.(Wie gewonnen so zerronnen.) Ein Schuster von hier hatte 300 Mark geerbt. Mit dieser Summe in der Tasche besuchte er einen „Freund“. Manche Pläne wurden besprochen, die nun ausgeführt werden sollten, denn der biedere Schuster schien zu glauben, daß eine solche Summe nicht klein zu kriegen sein. Wo man hinkam, fragte der Glückliche:„Ober, haben Sie guten Sekt, dann bringen Sie eine Pulle. Schließlich hatte man 140 Mark verzehrt und nun wollte man noch eine Tasse Kaffee im Kaiser=Café trinken. Der Freund stahl ihm die letzten 160 Mark, und der Schuster konnte seinen Kaffee nicht mehr bezahlen. Der Ungetreue wurde zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. * Tuderstadt, 17. Sept. Eine Mordtat ist gestern nacht im Hause des Ackermanns Stolze in dem nahen Breitenberg verübt worden. Schon im vorigen Frühlinge wurde Stolze nachts im Bette überfallen und so übel zugerichtet, daß er lange im Hospital oleiben mußte. Gestern morgen war das Stolzesche Haus von innen verbarrikadiert, und da man eine verbrecherische Tat vermutete, weil Stolze sich nicht sehen ließ, wurden Gendarmen aus Duderstadt herbeigerufen. Diese verschafften sich gewaltsam Einlaß und fanden Stolze im Bette liegen mit furchtbaren Wunden am Kopfe. Durch Hiebe mit Einst war mal ein Führer des Proletariats, Hieß Bebel und wollte regieren, Der mußte in Ausübung seines Mandats Als„Vice" sogar präsidieren. 9 5 In Escarpin's ging er zu Hof dann und wann, Und schließlich da nahm er den Adel noch an, Er hat sich viel Orden erworben Und ist als Minister gestorben! * Es war ual ein Land, das ganz schuldenfrei war, Dort war auch das Leben nicht teuer, Es hatte sein Häuschen der Aermste sogar Und unbekannt war noch die Steuer. Die Bürger bekamen noch Geld heraus,— Was hör ich?— Jetzt lachen die Leser mich aus, Sie rufen; Erzähle nicht weiter, Du machst es zu bunt jetzt!— Ernst Heiter. Fürst Bismarck und die Lauenburger Bauern. betitelt sich eine wahre Geschichte, die Karl Theodor Gaerdetz in seinem Buche:„Was ich am Wege fand“ mitteilt: Nachdem Kaiser Wilhelm I. seinem Reichskanzler den Sachsenwald geschenkt und der Fürst seinen Einzug in Friedrichsruh gehalten hatte, regte sich überall im Kreise Herzogtum Lauenburg der Wunsch, den berühmtesten Mann des Jahrhunderts von Angesicht zu Angesicht kennen zu lernen. Auch die Ortschaft Kräpelshagen machte sich auf; der alte Bauer Schumacher mit seinem eichenen Krückstock voran. Bismarck findet solches Gefallen an dem Gespräch mit den biederen Bauern, daß er auch seine Gemahlin daran teilnehmen läßt.„Woo sind Sie denn her?“—„Ja, wetten S', Herr Fürst, ik bün ut Kräpels hagen, wat dor an de Chaussee un an Se Ehr Feldscheid liggt,“ und dabei wies er nach der Richtung hinüber. „So, also aus dem Dorf mit den schönen Häusern.— „Ja, Herr Fürst dat seggen Se woll, schön Hüser hewwt wie, un wat dor inhört, hewwt wi jo ok to. Wenn S’ mi de Ehr mal andohn wulln un mi besöken dohn, kunn'k Se mit en Fröhstück upwohrn. Frisch Bodder, söt Melk, Schinken Eier, eegenbackt Brot un wat sünst so henhört, awers Geld könen S' nich bi uns besehn!" Dabei schlug er sich auf die Hosentasche, schüttelte den Koopf und wiederholte, ein recht süßsaures Gesicht machend:„Ne, Geld hewwt wi nich!“—„Aber ich sollte meinen, wo so schöne Häuser sind, da sollte auch Geld sein.—„Ne, Herr Fürst, dat hewwt wi hatt,“ erklärte Schumacher, und, indem er dabei wohl daran denken mochte, daß Lauenburg 2 Millionen dänische Thaler bezahlte, damit die Bewohner wieder ein Vaterland hätten, fügte er hinzu:„Dat hett de Preuß uns afhalt,“ fing dabei an zu schmunzeln und schlug sich wieder auf die Hose,„dat hett de Preuß uns all afhalt!“ Bismarck lachte und wandte sich an seine Gattin: „Johanna, was sagst Du?“—'s ist köstlich,“ versetzte die Fürstin. In dieser Weise ging die Unterhaltung weiter. Das Gespräch kam auch darauf, Friedrichsruh durch Ankauf benachbarter Höfe und Ländereien zu vergrößern. Der alteingesessene Bauer erteilte Ratschläge, warnte aber vor dem Erwerb eines sehr sandigen Geweses.„Und warum?“ fragte der Fürst.—„Ja, dor is noch keen Minsch up storben.“—„Aber dann muß es dort sehr ge sund sein.“—„Ja, Herr Fürst, dat seggen Se woll, sers se lopt vörher man ümmer wedder weg!“— Beim Abschied schüttelte der Bauer dem Fürsten die Hand und sagte treuherzig:„As ich man seggen wull, so'n Mann as Se sünd, det hett woll in de Welt sin Anfechtungen; äwers bliwen Se hier man ümmer bi uns, wi dohn Se nix, ne, wi dohn Se nix!“— Als ein paar Jahre darauf das Atttentat auf Bismarck in Kissingen geschah, wehklagte der alte Bauer zu Krapelshagen:„Wat hew ikseggt? Harr he nich bi uns bliewen kunt, de oll Kürbüx, wi dohn so wat nich!— De oll Kürbüx,“ sagte er nochmals in einem Ton, als wenn eine Mutter ihrem Kinde einen Vorwurf macht und doch zugleich sagen will: Laß nur gut sein, bist doch mein Bestes, ja, mein Allerbestes bist Du!— heww em't god no seggt; äwers wen nich to raden, den is nich to helpen; har he nich bi uns bliewen kunnt? — Viel Beileid wurde dem Reichskanzler von hoch und niedrig ausgesprochen im ganzen deutschen Vaterlande, und ihm bezeugt, wie wert er allen sei, als er aber erfuhr, wie Bauer Schumacher seiner Teilnahme Ausdruck verliehen, soll ihm das nicht am schlechtesten gefallen haben. Bis zuletzt bewahrte er ihm seine Sympathie. Eigener Dereschendienst IId Lemberg, 19. Sept. Nach hier eingetroffenen Nachrichten sind in der Ortschaft Ilozvw mehr als 500 Wohnhäuser, 2 Hospitäler, das Gerichtsgebäude und die Nikolauskirche niedergebrannt. Auch Verluste an Menschenleben sind zu beklagen. Der Brand konnte konnte bisher noch nicht lokalisiert werden. IId Paris, 19. Sept. Zwischen Paris und Petersburg fand gestern ein reger Depeschenwechsel in der Balkanfrage statt. Der Ausbruch eines Konfliktes zwischen Bulgarin und der Türkei wird sowohl hier als auch in Petersburg für bevorstehend gehalten. Ha Wien, 19. Sept. Privatmeldungen aus Sofia verzeichnen das Gerücht, daß die Feindseligkeiten zwischen der Türkei und Bulgarien begonnen haben. Bulgarisches Militär soll die türkische Grenze überschritten haben. IId Budapest, 19. Sept. Die Aufregung über den Armeebefehl des Kaisers ist im Wachsen begriffen. Die Unabhängigkeitspartei ließ mehrere Tausende Trauerflore anfertigen und an Studenten und Bürger verteilen. Die Bänder haben die Inschrift„Chlopy 16. September“. Man sah bereits vormittags auf den Straßen eine große Anzahl von Personen, welche solche Bänder angelegt hatten. Es ist etwas Vundervolles um ein Getränk, das der Zunge und dem Gaumen ebenso zusagt, wie dem Magen und den Nerven, das nicht nur wohlschmeckend, sondern auch leicht verdaulich und bekömm lich ist. Ein solches Getränk verdiente das eigentliche Volks getränk zu werden! Man braucht es nicht erst zu suchen es existiert schon längst und heißt„Kathreiners Malz kaffee". Wenn seine großen Vorzüge und Vorteile jeder mann bekannt wären, würde es gewiß auf keinem Tisch und in keiner Küche mehr fehlen. Für das Christliche Zu beziehen durch: Cark Braus, Buchhandlung, Schwerte. Bekanntmachung. Nachdem gegen den genehmigten und gemäß§ 7 des Straßen= und Baufluchten=Gesetzes vom 2. Juli 1875 vier Wochen lang ausgelegten Plan über die Baufluchtlinen für eine Straße östlich des Kreishauses hierselbst Einwendungen nicht geltend gemacht sind, wird der bezeichnete Plan auf Grund des 8 des angezogenen Gesetzes mit dem Bemerken hiermit förmlich festgesetzt, daß derselbe im hiesigen Stadtbauamte, Wiesenstraße Nr. 4, nochmals 14 Tage lang zu Jedermanns Einsicht ausgelegt ist. Hörde, den 9. Septbr. 1903. Der Maginrat: Feldmann. Süb. Medaille Weltausst. Paris Zeidenstoffe Muster portofrei. Deutschlands grösstes Speclalgeschäft MICHELS& Cie BERLIN sw. 19 Leipzigerstrasse No. 43, Ecke Markgrafenstrasse. Bigene Pahrih— in Orefeld O * W i e w e r d e i c h e i n g u t e r K a u f m a n n u n d W. Wa informirt mansich überAlles.# 1 Wag j. Kaufm. wissen muss Duroh die „Moderne kaufmännische Bibliothek“ Die besten Werke zur Ausbild. u. Fortbild. d. Kaufm. Aneichtsendungen ohne Kaufverbindlichkeit Husng=Herausgegeben, verlegt und zu beziehen büren Dr. iur. 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September, und zwar nachmittags 5 Uhr für Herrn Duhwe: 2 Morgen im Speckebru 7. unterhalb der Arnsberger Bahn; nachmittags 6 Uhr für Herrn Järber 2½ Morgen in der Schmi=desheide, gleich hinter dem Schützenhof, nummerweise meistbietend an Ort und Stelle. Hohenschwert. vom ganzen Hosen. Kalbskotelelte m. Erbsen. Entenbraten m. Kompot. t Zur Helle, Schwerte Junge Hahnen. Entenbraten. Kalbsbraten.— Gulasch. Sülze. Lachs. Nurmes Frühstfick 40 Pfr Aberdplatte 40 Prg Carl Raffin Vereinigte Gesellen=Auflage, eingeschriebene Hülfskasse, Schwerte. Außerordentliche Generalversammlung Montag, den 28. Leptbr. 1903, abends 8½ Uhr, im Vereinslokale. Tages=Ordnung: 1. Abänderung od. Aufstellung neuer Statuten. 2. Verschiedenes. Der Vorstand. NB. Wegen dieser wichtigen Angelegenheit ist allgemeines und pünktliches Erscheinen dringend erwünscht. Kurlossernberkauf. Am Mittwoch, den 23 Septbr. er., nachm. 5 Uhr, werde ich 2 Morgen Kartoffeln nummerweise zum Verkauf aussetzen; in der Nähe der Waldung gelegen. Holzen, den 18. Sept. 1903. Schulte=Drüfel. Schweine-VersicherungsVerein Wandhofen. Die Bürger von Wand hofen und Umgegend werden hierdurch ersucht, am Samstag den 19. Sept., abends 8 Uhr, zur Gründung eines SchweineVersicher ungs-Vereins bei Gastwirt Gustav Ebbert sich einfinden zu wollen. Mehrere Interessenten. 2 anständige Leute erhalten Kol u. Togis. Nordstraße 15. Verkaufe Dienstaa, den 22 ds. Mts., nachmittags 5 Uhr: 8 Morgen gute Kartoffeln (Magnum bonum). Zusammenkunft an Ort und Stelle. Fr. Hohenschwert, Tüchtige eirffrrschmirre für dauernde Beschäftigung gesucht von Gewerkschaft Orange Gelsenkirchen=Bulmke. SchuhmacherGehülfen gesucht. Fr. Steinschalte, Mehrere gebrauchte Fahrrader gebe weit unter Preis ab. C. W. Böhmer. Dämpfigkeit (chronischerHusten, Asthma der Pferde) nachweisbar seit Jahren„überraschendste Eryfolge“. 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Durch diesen Heilerfolg hat Herr Overmann ein Meisterstück der Heilkunst abgelegt, und kann ich daher aus voller Ueberzeugung jedem ähnlich Leidenden dessen Heilmethode auf das gewissenha teste empfehlen. Rüdinghausen, 22. Aug. 1903. Louis Böhle. Obige Unterschrift des Louis Böhle wird hiermit beglaubigt. Rüdinghausen, 22. Aug. 1903. Der Gemeinde=Vorsteher: Korfmann. a1 auch auf Schuldschein. C. Haacke, Berlin, Kottbuserdamm 6. Gelo# gekegelt. Sountag, 20. Sept., werden im Grünenthal Eier ausFigur erhält man nur durch Fluco's diätetischen Entfettung s-Thee. Karton M. 1,25 M. 2,50 in Apotheken u. Drogerien käuflich oder direkt, von 3 Kartons ab franko per Nachnahme, durch den Flucol-Vertrieb, Berlin 57. W Halte stets Särge: Leichenwäsche und Kränze auf Lager. Wilh. Scherff, Moltkestraße 10. 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Abonnementspreis pro Quartal 1 Mark 65 g., exet 42 Pfg. Bestellgeld, wenn durch die Post bezogen. Erscheint an jedem Wochentage. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustriertei Familienfreund.“ Geliehene Bücher wiedergebn, Wird leicht versäumt von Jung und Alten, Denn leichter ist's, die Bücher selber, Als was darin steht, zu behalten. * Zur Gattin sollte man sich nur die Frau wählen, welche man, wenn sie ein Mann wäre, zum Freunde wählen würde. Eine verhäuguisvolle Erbschaft. Roman von F. Arnefeld. (15. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) „Ach, es war hübsch, er wußte immer so viel zu erzählen und brachte mir stets etwas Hübsches mit! Und—“ Josefine verschluckte den Nachsatz und die Mutter fuhr fort: „Ich sah ihn auch gern, er war mir eine, wenn auch schmerzliche Mahnung an die Vergangenheit, wenn ich ihn auch öfter mahnen mußte, nicht zu viel von Kurt Uhrweiler zu reden, mit dem er in Briefwechsel stand. Zu einer Art von Kampf zwischen uns kam es erst, als er immer deutlicher mit der Absicht hervortrat, die abgerissenen Fäden zwischen mir und Ahrweiler wieder anzuknüpfen und noch eine Verbindung zwischen uns zustande zu bringen. Er schilderte mir seinen großen Reichtum und fügte hinzu, es bedürfe nur eines Winkes von mir, so würde Kurt Ahrweiler nach Europa zurückkehren und ihn mir zu Füßen legen., „Er hat damit den verkehrten Weg eingeschlagen, sagte Josefine mit einem wehmütigen Lächeln.„Dein einfacher Sinn verlangt nicht nach Reichtum, wäre der Jugendgeliebte arm und elend zurückgekommen, Du hättest Dich ihm vielleicht eher wieder zugewendet.“ „Wie gut Du mich kennst, wie scharf Du zu urteilen verstehst,“ nickte die Sanitätsrätin beifällig,„ich weiß nicht, was ich getan hätte, wäre es gewesen, wie Du anführst, jetzt aber schreckte mich der Reichtum, und als nun Ahrweiler wirklich nach Deutschland kam, als er sich hie ganz in meiner Nähe ansiedelte—“ „Da wiesest Du alle seine Versuche, Dir näher zu treten, mit Entschiedenheit zurück, da verschlossest Du sogar Dornedden Deine Tür!“ fiel ihr Josefine in die Rede und erstaunt fragte die Mutter: „Was weißt Du davon?“ „Mehr als Du ahnst,“ gestand Josefine mit niedergeschlagenen Augen.„Ahrweiler suchte nicht nur eine Annäherung an Dich, er wünschte auch mich kennen zu lernen, und—“ „Und?“ fragte Frau Leonhard, da I sefine stockte, ungeduldig, beinahe heftig. „Und einmal, ein einziges Mal habe ich Dorneddens Drängen nachgegeben und ihn zu Ahrweiler begleitet," bekannte das junge Mädchen mit hoch erglühenden Wangen. Frau Leonhard schüttelte unmutig den Kopf:„O, Josefine, wie konntest Du das tun?“ „Verzeih! Verzeih!“ bat die Tochter und zog der Mutter Hand trotz deren Widerstreben an ihre Lippen. „Es ist nur ein einziges mal geschehen, ich habe mich durch Dorneddens Bitten nicht wieder dazu bestimmen lassen. Die bei Ahrweiler herrschende Pracht war mir unheimlich, und hätte ich gewußt, was Du mir heute erzählt hast, so würde ich es überhaupt nicht getan haben. „Man hat Dir nichts davon gesagt?“ „Nur, Du wärest früher Ahrweilers Braut gewesen und widrige Schicksale hätten Euch getrennt.“ Frau Leonhard seufzte tief auf, dann aber forschte sie doch sehr eifrig, wie Ahrweiler ausgesehen, wie er sich gegen Josefine benommen, was er zu ihr gesagt habe. Das junge Mädchen beschrieb den bleichen, hageren Mann und erzählte, daß er siedas Ebenbild der Mutter genannt und wie ein Vater zu ihr geredet habe. „Und er hat Dir nichts an mich aufgetragen?“ fragte die Sanitätsrätin gespannt. Josefine schüttelte den Kopf.„Er wußte ja durch Dornedden, daß ich ohne Dein Vorwissen bei ihm war," antwortete sie,„er wollte mich auch beschenken, aber ich nahm nichts an und sagte ihm auch, daß ich nicht wieder kommen könne. Hätte ich gewußt, daß es so schnell mit ihm zu Ende gehen würde, so hätte ich es doch vielleicht getan.“ „Es ist besser so,“ sagte die Mutter nachdenklich. „Ahrweilers Schwestern sollen ihn mit einem wahren Spioniersystem umgeben haben. Hätten sie herausgebracht, daß Du bei ihm gewesen warst, so würden sie Lärm geschlagen und Dich und mich der unlautersten Absichten beschuldigt haben. Ich danke Gott, daß er sich nicht hat beifallen lassen, Dir in seinem öseten...,... 4 nicht eumm 4.1 „Und ich wundere mich, baß er es nicht gelan hat, gestand Josefine ganz ehrlich.„Er hat in dem Gespräch mit mir sogar so etwas angedeutet." „Es ist mir sehr lieb, daß er es unterlassen hat, Du hättest es nicht annehmen dürfen!" erklärte die Mutter mit großer Bestimmtheit.„Hätte er Dornedden nicht zum Universalerben eingesetzt, dann lebte er vielleicht noch! „O Mutter, Du kannst nicht glauben, daß er der Mörder istl“. Frau Leonhard zuckte die achsem:„Es wird auch mir sehr schwer, daran zu glauben, aber es spricht so viel gegen ihn. Er ist doch der Universalerbe. „Willibald bestreitet das.“ „Gegen den Wortlaut des Testaments! Doch wo hast Du Willibald gesehen?“ „Heute abend, hier vor der Tür, nur ganz flüchtig, antwortete Josefine und wieder stieg ein verräterisches Rot in ihre Wangen.„Er ist für ein paar Tage von Landshut nach Berlin gekommen, um sich nach dem Prozeß zu erkundigen, hat seinen Vater sprechen dürfen und meint—“ „Nun, was meint er?" „Wir könnten zu dessen Entlastung beitragen. „Wir?“ rief die Sanitätsrätin und erhob sich in ihrer Verwunderung vom Stuhl.„Wodurch?“ „Das möchte er uns morgen auseinandersetzen. Bist Du sehr böse, daß ich ihm erlaubt habe, zu kommen?“ „Nein!“ erwiderte die Sanitätsrätin,„das ist Christenpflicht. Ich ahne zwar nicht, wie wir ihm nützen können, aber ich werde mich dem nicht entziehen. (Fortsetzung folgt.) Im Lande des Hungers. Eine schreckenerregende Schilderung von der furcht baren Hungersnot in Kuang=Si(Südchina) gibt der französische Reisende Pierre Nogent, der die Gegend besucht hat, im„Figaro":„An den Grenzen der indochinesischen Besitzungen Frankreichs, im südlichen China, liegt die Provinz Kuang=Si, die seit vielen Monaten alle Schrecken einer Hungersnot durchmacht. Es ist eine Not, die alles Dagewesene und alle Einbildungskraft übersteigt. Die Leiden der indischen Völkerschaften, die buchstäblich verhungerten, setzten ganz Europa in Schrecken; wie groß sie aber auch waren, das unglückliche Kuang=Si erlebt noch Schlimmeres. Wer das gesehen hat, glaubt einen schrecklichen Traum gehabt zu haben und kann den furcht baren Geruch verbrannter Leichname nicht vergessen. Kuang=Si ist der Versammlungsort der Hefe alle Chinesen geworden, der berüchtigten Piraten=Banden, der Schwarzen Fahne“, die die Reihen der französischen soldaten dezimierten, und Schrecken in den Gebieten von Lang=Son, Cao=Bang und Bac=Giang verbreiteten. Alles was an Banditen und Dieben im„Reich der Mitte“ existiert, scheint sich in diese unglückliche Provinz zurückgezogen zu haben, die schwierig zu erreichen, ohne Verbindung, ohne Handel und Industrie, fern von Peking liegt. Eine reguläre Armee hielt erst, solange sie diszipliniert war und regelmäßig bezahlt wurde, an der Grenze von Tonking die Ordnung gegen die Piraten aufrecht. Bald aber vergaß Peking seine Soldaten zu besolden; die Piraten wagten sich wieder näher, und bald waren die Soldaten selbst im Bunde mit ihnen und plünderten die armen wehrlosen Einwohner aus. Vergeblich wurde der Hof auf die Gefahren dieser Wirren und der Auflösung seiner ganzen Südarmee aufmerksam gemacht; es geschah nichts dagegen. In wenigen Monaten herrschte in ganz Kuang=Si Morden und Brennen. So stand es, als im letzte Sommer die außergewöhnliche Dürre eintrat. Das Thermometer zeigte 45 Grad im Schatten— auch für jene schrei auf die Dörfer warfen. Während sie sich begnügten, die Männer einfach totzuschlagen, verlängerten sie die Qualen der Frauen grausam. Dann folgte auf die Trockenheit eine entsetzliche Ueberschwemmung; die Reispflanzen, die mühsam wieder gesetzt waren, sind jetzt weggerissen, überschwemmt von einem unaufhaltsamen Regen. Das ganze Land steht unter Wasser, nicht ein Fleckchen Erde, nicht ein Damm ragt hervor. Alles ist zerstört. Hong=Kong rührt sich, Indo=China schickt Züge mit Reis. Aber was helfen selbst die unverzüglich geschickten Hilfsmittel des M. Beau einem Lande, das in weniger als einem halben Jahr zweimalige Teuerung erlebt. Zu alledem kommt noch die Cholera, deren Opfer man nicht mehr zählt. Ganze Städte sind nur ein ekelhaftes Beinhaus, wo man in den ausgestorbenen Gassen Tote in Haufen iegen sieht, so in Tai=Ping=Fou; und auf den Straßen windet sich eine Menge Barfüßiger in furchtbaren Schmerzen. Mütter erwürgen ihre Kinder und dann sich selbst, die ganze Ebene von Si=King tönt von den langgezogenen Klagetönen der Sterbenden wieder. In Long=Tscheu, von wo ich schreibe, kennt der Hunger keine Grenzen mehr. Ueberall liegen Tote hingestreckt; es ist als ob ein neuer leberfall der Mongolen stattfände. Jeden Tag treffen schrecklichere, unwahrscheinlich klingende Nachrichten aus dem Innern des Landes ein. An Tscheng=Tscheu geht man so weit, die Kinder als Nahrung zu verkaufen. Die unglücklichen Kleinen werden getötet, zerstückt und nach Gewicht verkauft. Im übrigen sind es die Gefangenen, die je nach den Forderungen der Bevölkerung erwürgt werden. Die Gegend ist in eine wahre Fleischbank verwandelt, in der man mit Menschenfleisch handelt. Als KiangTscheu von den Piraten eingenommen war, haben diese Feuer an die Häuser gelegt, dann haben sie die halbverbrannten Leichen der Einwohner fortgeschleppt, deren Stücke sie darauf in Tai=Ping verkauft haben. In ganz Kuang=Si rettet sich, wer kann; es ist das Elend auf der Flucht, das man überall zusammenbrechen sieht. Und während diese Greuel den ganzen Süden Chinas verwüsten, lächelt in Peking das gelbe Gesicht. Stand. Reis vervölkerung mußte sich von elenden den flüssigen Schlamm einiger verpesteter Pfützen Bei der Nachricht von diesem Elend entschloß sich die Regierung, Maßregeln zu ergreifen, jedoch mit jener Langsamkeit, die das asiatische Naturell kennzeichnet; währenddessen starben ganze Familien, ganze Dörfer aus. Man sah auf den Landstraßen, in den verdorrten Reisfeldern Männer, Frauen und Kinder zu Skeletten abgemagert umfallen, um nicht mehr aufzustehen, während furchtbare Raubvögel auf sie niederschossen, ihre Körper zer fleischten, ihre Augen aushackten und ihre Eingeweide fraen. Furchtbar waren auch die Leiden derer, die mit unendlichen Anstrengungen sich einige Handvoll Reis ver schafften und sich diesem Tode entzogen. Wer nicht durch Hunger starb, fiel in die Hände der Rauber, die in Banden, auch vom Hunger getrieben, sich mit schrecklichem Ge(Ein Diplomatentraum.) Einen interessanten Beitrag zur Psychologie des Traumes bietet ein Erleb#####, das ein Fürst Gortschakoff, der als russischer Reichskanz### eine so bedeutsame Rolle in der europäischen Politik spielke, erzählte. In seiner Jugend dachte er um so weniger an eine derartige Rolle, als sein ganzer Eifer einer anderen Kunst gehörte— der Kunst des Lebemannes. Und doch träumte er schon von seiner Zukunft, und zwar auf eine ganz absonderliche Weise. Er hatte damals einen französischen Koch namens Gruyere, und diesen Koch sah er in einer Nacht plötzlich mit entsetzter Miene vor sich— im Traume. Der Koch bat ihn flehentlich, ihm nach der Küche zu folgen, was er auch sofort tat, und dort erblickte der Fürst statt des mit Trüffeln gefüllten Huhnes, das Guyere an den Spieß gesteckt haben wollte— den russischen Adler. Neben dem Adler stand als Küchenjunge der damalige Kanzler von Nesselrode, der das Wappentier eifrig mit Sauce begoß, während ein Türke mit vollen Backen in die Glut blies. Fürst Gortschakoff war über diesen Traum nicht wenig beunruhigt— allerdings nur in seiner Eigenschaft als Gourmand und nicht als Diplomat. Er konnte lange Zeit kein gebratenes Huhn sehen, ohne die unangenehme Empfindung zu haben, daß er einen russischen Adler verspeisen sollte. Zuletzt ging aber der Traum ganz anders in Erfüllung, als der Träumer gefürchtet hatte. Es kam der von der Türkei„angeblasene“ Krieg mit den Westmächten, die Niederlage der Russen, der Sturz Nesselrodes, der den russischen Aar an den Spieß gesteckt. Der Nachfolger des ungeschickten Kanzlers aber war— Fürst Gortschakoff. ?(Siesta am Strande.)„Wenn man so elf Monate lang nichts getan hat, ist es eine wahre Wohltat, einmal vier Wochen wirklich faullenzen zu können!“ ?(Nach berühmtem Muster.) Die Gnädige:„Ich werde es doch noch durchsetzen, daß Ihre Liebeleien mit den Soldaten aufhören.— Köchin:„Madam— Se werden uff Iranit beißen. 20. Sept. Bewölkt, feucht, kühl, teils sonnig, Regenfälle, starke Winde. 21. Sept. Wolkig, teils heiter, kühl, windig, strichweise Regen. 22. Sept. Wolkig mit Sonnenschein, früh Nebel, meist trocken, kühl, windig. Für den redaktionellen Teil verantwortlich Wilh. Schade. 9 1.21. 3. Gelbr. in Berin Bchon Wohlfahrts-Lose R 3.30 zu Zwecken der Deutsch. Schutzgebiste, Porto u. 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