Insertionsgebühr für lokale Anzeigen, die sechsgespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 Pfg., außerhalb 15, Reklame=Zeile 40 Pfg., Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte, Fernsprech=Anschluß Nr. 62. Amt Schwerte. Telegr.=Adresse Braus, Schwerte=Ruhr. 215. Schluß der Kaisermanöver. Ueber den letzten Gefechtstag der diesmaligen KaiserManöver wird folgende hübsche Schilderung gebracht: Es war noch dunkle Nacht und empfindlich kühl, als wir aufbrachen, um von Merseburg aus nach Prittitz, südlich von Weißenfels, zu fahren. Auf dem Bahnhofe Merseburg stand der Sonderzug des Kaisers hell erleuchtet, und auf dem Bahnhofe warteten die Herren des Hauptquartiers auf den Monarchen, der im Zuge das Frühstück zu nehmen und dann zu Wagen in das Manövergelände zu fahren gedachte. Von Station Prittitz aus ging es in ziemlich langer Wagenfahrt durch den Ort Stößen auf die Höhe 250. Hier entwickelte sich dann ein Gefechtsbild, wie es lange nicht in solcher Klarheit und von solcher Eigenart sich gestaltet hatte. Die Höhe war vom 40.(roten) Armeekorps mit einer Division besetzt. Im weiten Halbrund zogen sich die eingegrabenen Schützenketten um das halbkreisförmige mit seinerRundung ungefähr nach Süden gelegene Plateau. Hinter der Infanterie war Artillerie, gleichfalls im Halbkreis, aufgefahren. Weiter nördlich im Rücken lagen gestaffelt die Massen des 24. Korps; eine Division des 40. stand östlich bei Stößen. Das geräumige Plateau fiel nach drei Seiten hin ab. Täler umzogen es, kleinere Erhebungen und wieder Täler folgten, den Horizont begrenzte ein Höhenzug, der ebenfalls fast einen Halbkreis bildete. Während die rote Infanterie untätig dalag, feuerte die Artillerie ziemlich lebhaft. Schon zeigte sich der Gegener. Von jenem Höhenzuge her blitzte es bald gerade heraus, bald rechts, bald links auf, bis ringsherum eine einzige Feuerkette gebildet schien. Die blaue Artillerie hatte sich südlich von der roten Position immer weiter nach Osten vorgeschoben, ja sie war östlich unseres Standpunktes nordwärts gegangen, und schloß so die rote Partei von drei Seiten ein. Die Stellungen der blauen Artillerie schienen vorzüglich gewählt; auch Rot hatte, wohl in der Voraussetzung, daß sein rechter Flügel durch die Saale genügend geschutzt sei, den Schwerpunkt auf den linken Flügel, nach Süden, verlegt, und so entspann sich ein überaus heftige Kanonade. Die blauen Armeekorps führten inzwischen unter dem Schutze ihrer Kanonen einen großartigen Aufmarsch durch. Während das 11. Korps im wesentlichen seinen Standort festgehalten zu haben und nur zuletzt gegen Osten vorgegangen zu sein scheint, zog sich das 12. Korps ganz um die linke Flanke von Rot herum; ihm folgte das 4., das den Kreis schloß. Von diesen gewaltigen Märschen war von unserm Standpunkt, also überhaupt von Rot aus, wenig zu sehen. Die Marschkolonnen zogen sich unbemerkt durch die tiefen Terraineinschnitte um Rot herum. Hier und da tauchte einmal auf dem grünen oder braunen Untergrund eine raupenartig sich fortschlängelnde Kette auf, um aber bald wieder zu verschwinden. Hier und da sah man etwas wie eine Schützenlinie von den = Merksprüche. Unser Herz. Unser Herz ist eine Harfe, Eine Harfe mit zwei Saiten, der einen jauchzt die Freude, Und der Schmerz weint in der zweiten. Und des Schicksals Finger spielen Kundig drauf die ew'gen Klänge, Heute frohe Hochzeitslieder, Morgen dumpfe Grabgesänge. P. K. Rosegger. Alle Kreis= und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung" rechtsverbindliche Kraft. Abonnementspreis pro Quartal 1 Mark 65 g., exel. 42 Pfg. Bestellgeld, wenn durch die Post bezogen. Erscheint an jedem Wochentage. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierten Familienfreund. Montag den 14. September 1903. Höhen herab zu Tal steigen. Plötzlich, etwa um ½9 Uhr, tauchen diese Ketten kaum 600 Meter vor uns von dem Abhang herauf. Nun entspinnt sich ein hitziges Feuergefecht, es knaaterte ringsum, die Patronen werden nicht geschont. Aus den Tiefen herauf rücken tambor battant und mit fliegenden Fahnen die Truppen des Kaisers an und stürmen mit gefälltem Bajonett und Hurraruf gegen den Feind. Rot muß auf der ganzen Linie weichen. Das 12. und 4. Korps drängen unaufhaltsam nach. Mitten in den Truppenmassen des letzteren erscheint der Kaiser, von seinem Stabe und Gefolge umgeben, auf unserem Plateau, und während das Kavalleriekorps, das sich unbemerkt durch das Wethautal hinter dem 12. Korps herumgezogen hat, zu einer Attacke halb in den Rücken des Feindes ansetzt, schmettern die Trompeten das ersehnte Signal:„Das Ganze halt!" Der Krieg ist für diesmal zu Ende. Eine lange, wohl zwei Stunden währende, und, wie üblich, die ganzen Manöver umfassende Kritik folgte. Politische Uebersicht. — Kaiser Wilhelm ist nach Schluß der Kaisermanöver zur Jagd bei dem Erzherzog Friedrich auf dessen Besitzung bei Mohacs in Ungarn angekommen. Die Abreise erfolgte Sonnabend Vormittag von Merseburg aus, wo die Kaiserin sich von ihrem Gemahl verabschiedete. Vorher hatte der Kaiser verschiedene Vorträge gehört. Die Bevölkerung bereitete den Majestäten lebhafte Kundgebungen. In Ungarn verweilt der Monarch bis zum 17. September, dann fährt er nach Wien. Die Kaiserin ist nach Potsdam zurückgekehrt.„ 166 — Für die preußischen Sparkassen war 1901 ein seilen güniges Rechnungsjahr, das sowohl in bezug auf den Gesamtzuwachs er Einlagen wie auf den Ueberschuß der Neueinlagen über die tückzahlungen alle seine Vorgänger übertrifft. Die Einlagen betrugen 6236,4 Millionen Mark. Neben anderem dürften die Bankbrüche des Jahres 1901 dazu beigetragen haben, die Einlagen der Sparkassen um fast eine halbe Milliarde zu vermehren. Die kleineren und mittleren Sparer wissen die Sicherheit, welche die Sparkassen ihnen bieten, wohl zu schätzen. — Neun Jahre Auslandsdienst. Am gestrigen Sonntage ist der kleine Kreuzer„Cormoran“, der volle neun Jahre im Ausland weilte und an den Küsten Ostafrikas, Ostasiens und Australiens stationiert war, nach Kiel zurück gekehrt. Die Heimreise wurde am 23. Mai von Sydney aus angetreten, hat also ca 3 1/2 Monate in Anspruch genommen. Die neunjährige Tätigkeit des Kreuzers in den Tropen wird Grundreparatur des Schiffes erforderlich machen, die auf einer der Kaiserlichen Werften zur Ausführung kommen dürfte.„Cormoran“ hat sich in manchen türmen als ein vortreffliches und überaus seetüchtiges 36. Schiff bewährt und wird im ausländischen Stationsdienste noch gute Dienste leisten. — Vom Arbeitsmarkt. Die langsame aber fortgesetzte Besserung des Arbeitsmarktes im Laufe des Jahres 1903 hat sich im Laufe des Monats August wieder gezeigt. Nach der Statistik des öffentlichen Arbeitsnachweises kamen im August d. J. auf 100 offene Stellen 131,5 Arbeitsgesuche, gegen 148,1 im Vorjahr. Ganz besonders erfreulich ist der Umstand, daß der Andrang auf dem männlichen Arbeitsmarkt von 180,3 im Vorjahre auf 154,4 in diesem Jahre zurückgegangen ist. — Die Burentaktik, also das Ausschwärmen der Infanterie, ist wie im vorigen, so auch in diesem Kaisermanöver wieder geübt worden. Ihr Wert wird verschieden beurteilt, ebenso wie diejenige der großen Kavallerie=Attacken, die der Kaiser alljährlich reiten läßt. Auch bei den Manövern in Frankreich findet die Burentaktik Anwendung. Ihr Anhänger und wärmster Verteidiger ist dort der General De Regrier, der während des Burenkrieges studienhalber in Südafrika sich aufhielt und unter dessen Oberbefehl jetzt die Manöver des 12. und 13. Armeekorps stattfinden. Von verschiedenen Seiten wird aber gesagt, daß die Grundsätze des Generals sich in ihrer ganzen Ausdehnung für europäische Truppen und Verhältnisse nicht anwenden lassen. Nur für ganz vereinzelte Fälle komme die Burentaktik für uropäische Heere in Betracht. — Innere Mission. Wie schon früher mitgeteilt, findet vom 21. bis 24. September dieses Jahres in Braunschweig der 32. Kongreß für Innere Mission statt, zu dem alle evangelische Christen, Männer wie Frauen, herzlich eingeladen sind. Das Programm ist so reichhaltig und die zur Verhandlung stehenden Themata sind so zeitgemäß, d. h. berühren sich so sehr mit den in der Gegenwart die evangelische Christenheit bewegenden Fragen, daß sicherlich alle Besucher des Kongresses von den Verhandlungen Anregung empfangen werden. Wir erinnern nur an die beiden Hauptthemata:„Die Aufgabe der Inneren Mission gegenüber der gegenwärtigen Gefährdung der christlichen Lebensanschauung durch antichristliche Geistesströmungen“ und„Die Innere Mission und humanitäre Liebestätigkeit", sowie an die in den Spezialkonferenzen zur Behandlung kommenden Gegnstände:„Die Prostitution und ihre kämpfung",„Die Fürsorge für Fabrikarbeiterinnen“, Innere Mission und die Fortbildungsschule",„Der evangelische Christ und seine Zeitung“. Sämtliche Referate werden von Männern, die auf den einzelnen Gebieten sich längst als Fachmann bewährt haben, erstattet, und ein eingehende Besprechung wird sich ihren Vorträgen anschließen. Die Mitgliedskarte beträgt 3 Mark. Wegen Wohnungen wende man sich rechtzeitig an Herrn Pastor Knopf=Braunschweig, Lessingplatz 5. Oesterreich. = Nation und Krone. Man berichtet aus Budapest, 10. September: Täglich mehren sich die Kundgebungen der libeEine verhänguisvolle Erbschaft. Roman von F. Arnefeld. (12. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten) „Willibald, er ist schwer erkrankt? Er ist tot?“ flüsterte Frau Elisabeth, die sich an des Sohnes Arm gehängt hatte, und ebenso leise erwiderte er: „Nein, nein, liebe Mutter. Wäre es, wie Du fürchtest, so würde ich nicht hier sein, so hätte ich Dich kommen lassen. Ich bitte Dich, gedulde Dich noch einige Minuten; es ist etwas anderes.“ Schwer seufzte er in Gedanken, was dieses andere war, und wie er es der Mutter und den Geschwistern offenbaren solle, und unwillkürlich zögerte er mit dem Ablegen seiner winterlichen Hüllen, um den peinlichen Augenblick noch um einige Minuten hinauszuschieben. Nun aber saßen und standen sie im durchwärmten und erleuchteten Zimmer um ihn her. Auf seinen Wink waren die Kinder und die Dienstboten entfernt worden und Schwager Berggold der ein abgesagter Feind alles Zauderns war, rief ihm zu: „Jetzt, Willibald, sprich, was es auch sei, zögere nicht länger!“ „Spanne uns nicht länger auf die Folter!“ bat auch Frau Vornedden,„ich habe es Dir schon lange angesehen, Du bist der Ueberbringer einer schweren Botschaft.“ Es war, als zwängen diese Worte der Mutter Willibald, der sich auf eine lange einleitende Rede vorbereitet hatte, die Antwort so kurz wie möglich auf die Lippen, er rief: „Der Vater kann nicht kommen, weil er im Gefängnis ist.“ Ein einziger Schrei des Staunens, des Unglaubens, der Entrüstung antwortete ihm. Amtmann Herzog ergriff ihn bei beiden Schultern, schüttelte ihn und rief in seiner lärmenden Weise: „Mensch, was redest Du da? Vater Dornedden im Gefängnis! Er wird doch nicht die Gaslaternen zertrümmert oder einen Schutzmann geprügelt haben.“ „Mache keine Witze, Heinrich," bat seine Gattin,„ich sehe es Willibald an, die Sache ist ernst.“ „Sehr ernst!" stöhnte der Bruder.„Der Vater ist verhaftet unter dem Verdacht, den Rentier Ahrweiler ermordet zu haben. Ein allgemeines Stillschweigen erfolgte. Die Nachricht war so unerhört, so überwältigend, daß unter ihrem Eindruck die Zuhörer zunächst sich wie gelähmt und der Sprache beraubt fühlten. Ehe sie sich davon erholt hatten, wurde ihre Aufmerksamkeit nach einer anderen Seite in Anspruch genommen. Mit einem kurzen Schrei hatte Frau Elisabeth nach dem Herzen gegriffen und war totenbleich, mit geschlossenen Augen und zuckenden Lippen in ihrem Stuhl zurückgesunken. Die Töchter spragen zu ihr hin, die Schwiegersöhne eilten nach der Tür, um Beistand herbeizurufen, aber die willensstarke Frau richtete sich schon wieder empor und sagte mit leiser, bebender Stimme, aber entschieden:„Laßt, laßt, Kinder, macht kein Aufsehen, es geht schon vorüber. Setzt Euch alle, und Du, Willibald, berichte, wie man zu diesem unerhörten, wahnsinnigen Verdacht gekommen ist.“ Willibald gehorchte und erzählte der gespannt zuhörenden Familie, was sich in Berlin zugetragen, vom Auffinden des in seinem Blute totliegenden Ahrweiler bis zu der gegen den Vater auf Grund der aus dem Auge des Toten aufgenommenen Photographie, erhobenen Beschuldigung. „Aber das ist ja Humbug!" rief Amtmann Herzog, und Fabrikbesitzer Berggold, der vor seinem Eintritt in das Geschäft seines Vaters mehrere Semester Jura studiert hatte, fügte hinzu: „Das ist ein Uebergriff, daraufhin durfte der Untersuchungsrichter eine Verhaftung nicht verfügen. „Hast Du die Photographie gesehen, Gleicht sie dem Vater?“ fragte seine Schwester Anna. Ich habe mir einen Abzug verschafft und Euch mitgebracht,“ antwortete Willibald, in die Tasche greifend, und ließ das Pappstück, auf das die Photographie gezogen war, im Kreise herumgehen. Wieder erfolgte ein drückendes Schweigen. Wenn auch das Bild verschwommen war, wenn es auch nur Kopf, Hals und einen kleinen Teil der Schultern wiedergab, keiner vermochte in Abrede zu stellen, daß diese Photographie Karl Dornedden darstellte. „Es ist der Vater!“ seufzte Frau Elisabeth,„aber—“ „Man kann nicht wissen, durch welche Teufelei sein Bild auf die Platte des Pflasterschmierers gelangt ist, der auch gescheuter täte, sich um seine Patienten zu kümmern, als solche gottlose Experimente zu machen!" tobte Amtmann Herzog, und sein Schwager Berggold fügte kopfschüttelnd hinzu:„Ich bleibe dabei, es ist mir unbegreiflich, daß der Untersuchungsrichter daraufhin die Verhaftung anordnen konnte; wir werden uns beschweren; er wird sie nicht aufrecht erhalten können.“ „Er würde sie auch kaum verfügt haben, wenn nicht andere Verdachtsgründe dazu gekommen wären," erwiderte Willibald sehr bedrückt. Er konnte nicht weiter reden, die Schwestern und Schwäger fuhren gleichzeitig auf ihn ein, daß dies ja ganz undenkbar sei und nahmen gegen ihn, der so etwas auszusprechen vermochte, beleidigte Mienen an, nur die Mutter sagte matt: „So fallt doch Willibald nicht in die Rede. Wir müssen zunächst hören, was er uns mitzu teilen hat.“ Das Gebot der sanften Frau wirkte besänftigend auf die aufgeregten Gemüter und Willibald erzählte nun, wie der Mord nur von einer mit den Verhältnissen sehr vertrauten Person ausgeführt sein könne. Ahrweiler müsse seinem Mörder selbst die Tür geöffnet haben, es war keine Spur von Gewalt an Türen, Fenstern, Schiebfächern zu bemerken. Der tötliche Stoß war ralen Wählerschaften in der Provinz zu Gunsten der nationalen Opposition. Die liberalen Abgeordneten, die für ihre Mandate fürchten, nähern sich deshalb immer mehr den Wünschen der Opposition und stellen sich somit ebenfalls in Gegensatz zur Krone, die auf dem Boden des 1867er Verfassungsgesetzes beharrt. So spitzt sich die Krise immer mehr zu einem Kampfe zwischen der Nation und der Krone zu. Ein interessantes persönliches Moment der Krise ist, daß Wekerle gestern mit sechswöchigem Urlaub abgereist ist, so daß er erst gegen Ende Oktober wieder in Budapest eintrifft. Ländlicher und städtischer Mittelstand. Die„Deutsche Tageszeitung“ bringt folgenden Artikel, dem man im Großen und Ganzen beipflichten kann: Wenn der Mittelstand zu seinem Rechte kommen will, muß er vor allen Dingen einig und möglichst geschlossen sein. Das ist unendlich oft schon gesagt worden, muß aber immer und immer wiederholt werden. Der ländliche Mittelstand ist in der Hauptsache einig geworden und steht im Wesentlichen geschlossen da. Zwar gibt es neben der umfassenden, starken und machtvollen Organisation des Bundes der Landwirte noch einige Bauernvereine, die ihre Sonderorganisationen behaupten und teilweise dem Bunde der Landwirte kühl gegenüber stehen. Aber auch diese Vereine ziehen im allgemeinen mit dem Bunde an einem Strange und streben demselben Ziele nach, wenn sie auch hin und wieder andere Mittel wählen zu sollen glauben. So kann man denn mit einem gewissen Rechte sagen, daß der ländliche Mittelstand im allgemeinen einig sei. Wohl könnte der ländliche Mittelstand noch geschlossener, noch einheitlicher organisiert sein, als er jetzt ist, aber man wird mit dem, was im letzten Jahrzehnte erreicht worden ist, im großen und ganzen zufrieden sein können. Anders liegen leider die Verhältnisse beim städtischen Mittelstande. Von einer Einmütigkeit, von einer Geschlossenheit ist hier so gut wie nichts zu spüren. Im Gegenteil, die verschiedenen Mittelstandsgruppen scheinen es geradezu für ihre HauptAufgabe zu halten, sich gegenseitig zu bekämpfen. Wie weit diese Uneinigkeit geht, und welche seltene Blüten sie zeitigt, davon haben wir jüngst in Leipzig ein sprechendes Beispiel erlebt. Bei den Landtaswahl=Vorbereitungen sind die verschiedenen Mittelstandsgruppen vollständig auseinandergefallen. Der städtische Mittelstand klagt mit Recht darüber, daß er das Stiefkind und Aschenbrödel der Gesetzgebung sei. Wie will er aber auf die Gesetzgebung Einfluß üben, wenn es ihm an jeder Einigkeit, an jeder Geschlossenheit vollkommen fehlt? Die Erfahrungen der Vergangenheit sollten ihm doch die Ueberzeugung von der Notwendigkeit der Einigkeit beigebracht haben. Mögen auch zwischen den einzelnen Gruppen des Mittelstandes scheinbare Verschiedenheiten oder auch Gegensätze der Interessen bestehen, diese Verschiedenheiten sind doch nicht so bedeutend, daß sie den gemeinsamen Interessen gegenüber in Betracht kommen könnten. Mag es zur Zeit vielleicht auch unmöglich sein, den gesamten städtischen Mittelstand einheitlich zu organisieren, so muß es doch möglich sein, die verschiedenen Organisationen zum einheitlichen, planmäßigen Zusammenwirken zu bringen Ist das nicht möglich, dann kann der Mittelstand nicht darauf rechnen, daß seine Forderungen die gewünschte und unseres Erachtens notwendige Berücksichtigung finden. Naturwissenschaftliches. X(Eine Massenflucht von Schlangen.) In verschiedenen Teilen Südamerikas verbessern nach der„Köln. Ztg. die Herdenbesitzer den Boden durch Abbrennen des dürren Grases in der trockenen Jahreszeit. Das sich schnell fortpflanzende und nur kurz dauernde Feuer läßt die Wurzeln unversehrt, sodaß sich auf den durch die Asche gedüngten Flächen nach dem ersten Regen in wenigen Tagen ein neuer üppiger Graswuchs entwickelt. Bei einem solchen Brande beobachtete Dr. Saffray auf seiner Reise durch Neugranada ein seltsames Schauspiel, das er folgendermaßen schildert: Als ich die Flamme betrachtete, die sich knisternd auf einen bis zur Straße herabreichenden Abhang ausdehnte, lenkte ein greller Schrei meines Dieners meine Blicke plötzlich nach dessen Richtung. Der arme Teufel lief, was er konnte, mit zum Himmel gestreckten Armen davon. In demselben Augenblicke sah ich ein Heer durch den neben dem Verstorbenen liegenden Dolch desselben ausgeführt. Der eiserne Schrank hatte durch einen Schlosser geöffnet werden müssen, sein Inhalt stimmte genau mit dem dem Ahrweilerschen Testament beigefügtem Verzeichnis überein, selbst das vorhandene bare Geld deckte sich mit der recht sorgfältig geführten Aufzeichnung seiner Ausgaben. „Ein Raubmord ist ausgeschlossen," fuhr Willibald fort. „Und ein Selbstmord?“ unterbrach ihn „Ist nach dem Ausspruch beider Aerzte durch die Beschaffenheit der Wunde ebenfalls ausgeschlossen, entgegnete Willibald. „Man hätte noch eine Autorität hinzuziehen müssen!“ muruelte Berggold, aber beide Schwestern riefen: „Unterbrecht doch Willibald nicht immer. Weiter! weiter!" Der junge Mann seufzte:„Muß ich Euch das alles noch auseinandersetzen? Der Vater ist gekommen, hat die Eröffnung des Testaments, von dessen Vorhandensein er allein unterrichtete war, verlangt, und es hat sich ergeben, daß er zum Universalerben eingesetzt war. Er ist der einzige Mensch, der zu Ahrweiler gekommen ist, und er hat sich an dessen Todestage in Berlin befunden. „Aber er ist nicht nach Charlottenburg gekommen, er hatte keine Zeit dazu, das hat er mir selbst gesagt, und Du mußt es auch wissen, mein Sohn,“ sagte Frau Elisabeth. „Ja, Mutter," erwiderte Willibald sehr gepreßt,„aber wer will ihm das glauben? Du kannst Dir die Gehässigkeit der Ahr weilerschen Hintetbliebenen gegen uns nicht vorstellen, und sie haben schnell genug herausgebracht—“ „Daß der Vater sich in Bedrängnis befunden hat und nach Berlin gereist ist, um Geld zu beschaffen und daß ihm das nicht gelungen ist!“ fiel Frau Elisabeth ein.„O, nun verstehe ich alles! Es ist eine Kette, die sich um Euern armen Vater gebildet hat!“ (Fortsetzung folgt.) von Schlangen aller Größen und Farben unter Zischen mit erhobenem Kopfe auf die Straße stürmen. Mein Pferd sprang bei Seite und so konnte ich von einer einige Meter höheren Stelle dem sonderbarsten Vorbeimarsch beiwohnen, den ich je gesehen habe. Durch das Feuer aus ihren Behausungen vertrieben, stürmten die Reptilien wütend in wilder Flucht von dannen. Der Weg bot ihnen einen feuerfreien Raum und so bildeten sie auf ihm ein buntes Durcheinander wobei ihre in der Sonne sich entrollenden, wie Diamanten glitzernden Leiber einen wundervollen Anblick boten. Die Spitze des Zuges bog von der Straße in ein Gehölz ab. Als ich auch die Nachzügler genügend weit vor mir glaubte, machte ich mich, nicht ohne einigen Widerstand meines Pferdes, das nur höchst ungern der von den Schlangen im Staube zurückgelassenen Spur folgen wollte, auf die Suche nach meinen Diener. Faustin war vor Entsetzen am Rande des Weges zusammengesunken, wie dies fast stets geschah, wenn er eine Schlange erblickte. Noch halbtot vor Angst erzählte er mir, daß seine Beine plötzlich ihren Dienst versagt hätten, worauf er sich in dem Glauben, daß seine letzte Stunde gekommen sei, allen Heiligen des Himmels empfohlen habe. Keine der Schlangen habe ihn angerührt. Vielleicht waren sie selbst zu erschrocken; noch wahrschemlicher ist— und das ist meine wohlbegründete Ansicht— daß eine Begegnung mit diesen Reptilien nicht die geringste Gefahr bietet, wenn man vor ihnen eine unbewegliche Ruhe bewahrt. Haus= und Lanndwirtschaft. &a Eicheln als Hühnerfutter. Alljährlich zur Eichelzeit werden bei mir soviel Eicheln gesammelt, daß ich meinen Hühnern ständig etwas Mehl hiervon geben kann. Die Eicheln werden im Backofen geröstet und in einem Mörser zerstoßen. Das grobe Mehl wird dem Weichfutter zugesetzt. Auf eine Ration des Weichfutters, das täglich einmal gegeben wird, rechne ich für 15 Hühner 4 bis 5 Eßlöffel voll. Dadurch habe ich gefunden, daß das teure Fleischmehl in bedeutend geringerer Menge beigemischt zu werden braucht und doch dieselbe Legetätigkeit erzielt wird. Eine reichlichere Beigabe von Eichelmehl ist jedoch nicht zweckmäßig, da es meiner Erfahrung nach zu fleischbildend wirkt. Dies letztere kann man ja deutlich auch bei Eichelmast der Schweine beobachten. Die Natur, schreibt der„Lehrmeister im Garten und Kleintierhof", Leipzig, bietet uns so manche Futtermittel, bei deren Verwendung viel Geld erspart werden kann. !! Z e i t i g e s U m p f l ü g e n d e r S t o p p e l n i s t e i n e w i c h t i g e Bedingung zur Steigerung der Fruchtbarkeit unserer Aecker. Man pflüge die Stoppeln moglichst sofort nach Aberntung der Früchte mittels Schälpflug flach unter, egge das Land und lasse eine schwere Ringelwalze darüber gehen, damit die Wasserverdunstung aus dem Boden auf ein möglichst geringes Maß bechränkt wird, die Hohlräume beseitigt werden, die Verwertung der Ernterückstände schnell von statten geht und das Aufgehen der Unkrautsamen gefördert wird. Dergleichen Ackerbehandlung bewirkt auch den Eintritt des Gärzustandes, welcher bekanntlich höchst förderlich für das Pflanzenwachstum wirkt, da hiermit der Boden chemische wie physikalische Verbesserungen erfährt. Sofortiges Umpflügen der Stoppeln ist auch zur Konservierung des im Boden enthaltenen Stickstoffes unerlaßlich. Aus nicht gepflügtem Boden entweicht der Stickstoff sehr leicht und zwar um so früher, je trockener das Land ist. In die Stoppeln säe man eine Zwischenfrucht(Incarnatklee, Senf, Zottelwicken, Johannisroggen usw.) behufs besserer Ausnutzung des Bodens und Gewinnung von Grünfutter oder Grundungsmasse. Jedenfalls verfahre man nach dem Grundsatze:„Den Pflug sofort dem Erntewagen folgen lassen“ in Zukunft mehr als bisher. und Leid dieser Erde gemeinsam getragen und so mehr denn ein Lebensalter hindurch die Wahrheit des Wortes erfahren, daß geteilter Schmerz halber Schmerz, geteilte Freude doppelte Freude ist. Heute dürfen sie nun den 25 Jahre lang in Ehren getragenen Silberkranz mit dem goldenen vertauschen und wir sprechen den beiden im Silberhaar und Golgkranze Dastehenden unseren herzlichsten Glückwunsch aus und hoffen daß ihnen noch ein friedlicher, heiterer Lebensabend beschieden sein möge. (* Jagderöffnung.) Für den ganzen Umfang des Regierungsbezirks Arnsberg wird am Montag, den 14. September, die Jagd auf Hasen, Auer==Birk= und Fasanenhennen eröffnet. **(Meisterkurse.) Aehnlich wie in Köln und Hannover sollen auch für die Provinz Westfalen Meisterkurse eingerichtet werden, und zwar in Dortmund. Es wird angenommen, daß die Kurse für Schuhmacher, Schneider, Tischler und Schlosser 25000 Mark einmalige Einrichtungskosten erfordern werden. Die Staatsregierung hat für die Beschaffung der erstmaligen Einrichtung einen Beitrag von 15 000 Mark und 26·000 Mark zur Deckung der jährlichen Betriebskosten bereitgestellt. Der Magistrat der Stadt Dortmund hat beschlossen, einen Gesamtkostenbeitrag von 20000 Mark beizutragen. Montag bewilligte das Stadtverordnetenkollegium die ersten 5000 Mark, da die Kurse zunächst erst für Schuhmacher und Schneider eingerichtet werden sollen. Daß man indes nicht durchweg von dem Segen der Meisterkurse in den Handwerkerkreisen überzeugt ist, zeigt ein von einer Reihe Dortmunder Handwerksmeister unterzeichneter Brief an den Vorsitzenden des Kollegiums, welcher die strikte Ablehnung der geforderten 5000 Mark fordert, weil die Einrichtung keine praktische Bedeutung habe.„.. 1.1 t.umndes ** Für zukünftige Rerruten sei soigendes bemerkt: Ein zum Rekrut angesetzter junger Mann, der sich in gerichtlicher Untersuchung oder im Anklagezustand befindet, kann nicht eher in die Truppe eingestellt werden, als bis die Strafsache einschließlich der Strafvollstreckung vollzogen ist. Wer es daher unterläßt, von einer gegen ihn erhobenen Anklage der Militärbehörde Anzeige zu erstatten, wird behufs Verbüßung der Strafe wieder von seiner Truppe entlassen, wobei ganz gleichgültig ist, ob er bereits einen Tag oder sechs Wochen gedient hat. Im kommenden Jahre wird derselbe aber wieder erneut ausgehoben und eingestellt und zwar ohne Anrechnung der schon gedienten Zeit. Es liegt daher im Interesse eines jeden angehenden Rekruten, gegen den eine gerichtliche Untersuchung schwebt, seine Kontrollstelle sofort davon zu benachrichtigen, damit er von der Gestellung befreit wird. Aplerbeck, 12. Sept.(Freie Schulstellen.) Die Lehrerinstelle an der evangelischen Schule zu Aplerbeckermark ist am 1. Januar kommenden Jahres neu zu besetzen. Das Grundgehalt beträgt 1150 Mark, steigend in Alterszulagen von 140 Mark bis 1410 Mark, bei freier Dienst— Desgleichen wird zum Frühjahr 1904 an der evangelischen Schule zu Schüren eine Lehrerstelle frei. Briefkasten. Lokales. Schwerte, 14. September 1903. ** Einen trockenen Spätsommer stellt der meteorologische Bericht in Aussicht. Niederschläge sollen nur bei dem Vollmond=Termine vom 8. September wie auch bei dem NeumondTermine vom 21. September zu erwarten sein. Diese Mitteilung hat die Wahrscheinlichkeit für sich, nachdem nach der Erwärmung in den Tagen der ersten Woche, vom 8. bis heute Regenfälle eintraten. Nach den wenigen schönen Tagen hat sich das Wetter wieder vollständig verändert. Kalt und regnerisch ist es geworden und ein fast stürmischer kalter Wind weht über die Stoppeln. Die wenigen guten Tage haben allerdings genügt, um den Landleuten das Einbringen des Getreides zu ermöglichen, da der scharfe Wind an jenen Tagen die Garben schnell durchtrocknete. **(Postalisches.) In Tschingtschoufu(China) ist eine deutsche Postanstalt eingerichtet worden. Ihre Tätigkeit erstreckt sich auf den Briefpost=, Zeitungs= und Postanweisungsdienst sowie auf die Annahme und Ausgabe von gewöhnlichen Paketen mit oder ohne Nachnahme und von Briefen, Kästchen und Paketen mit Wertangabe und mit oder ohne Nachnahme. Ueber die Taxen und Versendungsbedingungen geben die Postanstalten auf Verlangen AusLenkasenmitglieder) ist in GF. (Wichtig für Krankenkassenmitglieder) ist ein Erlaß des Handelsministers, der sämtliche preußischen Krankenkassen verpflichtet, ihre zahnkranken Mitglieder nur durch... Jahnärzte behandeln zu lassen. Nur in lusnahmefällen, das heißt, wenn die vetreffenden Jahendurch approbierte Zahnärzte behan. 8 AusnahmefaF ür heiz., kenn die Letrrfsettt. Kassenmitglieder ausdrucklich damit einverstanden sind, können Zahntechniker mit der Behandlung betraut werden. Weiter verbietet der Minister die Verwendung von Medizinscheinen, auf denen unberechtigt„Dr. und„Zahnarzt vorgedruckt sind, damit die Kassenmitglieder dadurch irregeführt werden. Die preußischen und deutschen Zahnärzte sollen mit der Verfügung einverstanden sein, aber verlangen, daß die Zahntechniker von der Behandlung Zahnkranker überhaupt ausgeschlossen werden. Dagegen werden die Techniker sich wohl energisch wehren. **(Vom Progymnasium.) Als neue Lehrkraft ist in das Lehrerkollegium unseres Progymnasiums Herr Dr. Gehring eingetreten. **(Das seltene Fest der goldenen Hochzeit) feiert am heutigen Tage ein altes, ehrwürdiges Ehepaar, nämlich der Metzgermeister Lennigs mit seiner Frau Amalie geb. Gill. Ein halbes Jahrhundert haben die beiden Alten Freud E. in W. Ich habe von meinem Neffen 1000 Mk. zu fordern und ihm seiner Zeit aus Dankbarkeit für einen geleisteten Dienst mündlich erklärt, ich verzichte auf die 1000 Mark. Ich habe mich jetzt anders besonnen und will das Geld haben. Kann ich ihn mit Aussicht auf Erfolg ver. Es handelt sich um schenkweisen Erlaß einer Forderung. Dieser bedarf keiner Form. Sie können den Erlaß nur wegen groben Undanks des Beschenkten, oder weil Sie selbst in Bedürftigkeit geraten sind, widerrufen. Aus Westfalen und Rheinland. * Dortmund, 9. Sept. Zu dem Kapitel„Artistenelend“ liefert der Unfall, den die sogenannte Miß Diavoline am Sonntag abend bei der Ausführung der Schleusenfahrt betraf, einen wertvollen Beitrag. Der Impresario, welcher für jeden abend von dem Besitzer des Olympiatheaters außer seinen Barauslagen 150 Mk. erhielt, zahlte an die Artistin 6 Mk. Die Verunglückte, welche hier im Krankenhause untergebracht ist und sich auf dem Wege der Besserung befindet, wird begreiflicherweise in dieser Nummer nicht mehr auftreten. Wünschenswert wäre es, wenn dem spekulativen Impresario nach dem hiesigen Vorfall auch anderswo die Genehmigung nicht erteilt würde, derartige Todesfahrten unternehmen zu lassen. Es liegt bei der Sache weder eins höhere Kunstinteresse noch auch der Beweis einer hervorragenden Gewandtheit vor. Das Ganze läuft auf einen ziemlich brutalen Nervenkitzel heraus, an dem sich der gefühllose Teil des Publikums auf Kosten der Todesangst einer lebensgefährdeten Person weidet. Heven, 11. Sept. Unter Zuhilfenahme von Revolverpatronen fertigte hier ein zwölfjähriger Schüler eine„Bombe“ an, die er durch festes Werfen auf den Erdboden zur Explosion brachte. Dabei wurden dem Jungen vier Finger der rechten Hand abgerissen und außerdem erlitt er eine schwere Schädelverletzung. Der Bengel mußte ins Diakonissenhaus geschafft werden. Flittard, 12. Sept. Eine traurige Tat fürhte hier eine geistesgestörte Frau aus. In Abwesenheit ihres Ehemannes verließ sie mit ihren beiden Kindern, einem sieben Jahre alten Sohne und einer neunjährigen Tochter ihre in Holweide gelegene Wohnung, begab sich hierher und stürzte sich mit den Kindern in den Rhein. Ein junger Mann, der Augenzeuge war, sprang sofort in den Strom; es gelang ihm, das Mädchen zu retten, während Frau und Sohn in den Wellen verschwanden. Die Leichen sind noch nicht gefunden. Bielefeld, 12. Sept. Der weithin bekannte Pastor Kuhlo in Bielefeld, auch der Posaunengeneral genannt, hatte sich vor kurzem bei einem Samariterdienst ein schmerzhaftes Leiden am Bein zugezogen, das ihn für einige Zeit an das Bett fesselte. Das ruhige Liegen auf dem Krankenlager war für den rührigen Mann eine Geduldsprobe, die er ohne seine geliebte Posaune, welche er beständig zur Hand hatte, kaum bestanden hätte. Wurden die Schmerzen groß, dann blies er in sein Horn hinein; waren sie erträglich, so brachte er Gott im Lied seinen Dank dar. Hatte de Herr Pastor mit den Anstaltsbrüdern, die in einem Hause wohnten, zu konferieren, dann ertönte die Weise:„Auf ihr Brüder, laßt uns wallen", worauf die Geladenen sich am Krankenbett ei fanden. Wollte der Patient seine Kinder sehn, so erschallte es in lieblichen Tönen:„Ihr Kinderlein kommet, o, kommet doch Hatte er seiner treuen Gattin etwas zu sagen, so wurde sie herbei gerufen mit dem Liede:„Aennchen von Tharau ist's, die mir gefällt". So hat er sich die Schmerzen und die Zeit verblasen, bis er von seinem Leiden befreit war. Elberfeld, 12. Sept. Ganz eigenartige Erscheinungen treten laut„Rh.=Westf. Ztg.“ seit einiger Zeit in der Königstraße, in der Umgebung der Farbenfabrik, zu Tage. Im vorigen Jahre schon beim Bau des Längskanals konnte man bemerken, daß der Erdboden unterhalb dieser Fabriken vollständig mit Farbstoffen, zweifellos aus den Abgängen und Absonderungen der Farbenfabriken herrührend, durchsetzt war. Die aus den Kanalschächten kommenden Grundwässer waren bis nach Sonnborn, etwa auf eine halbe Stunde hin, völlig rot und grün gefärbt. Merkwürdig ist es jedoch, daß diese Erscheinungen sich jetzt auch oberhalb der Farbenfabriken, dem Stadtinnern zu, bemerkbar machen. Auf dem Terrain der ehemaligen Küpper'schen Brauerei ist man z. Z. mit dem Auspumpen eines Brunnens beschäftigt. Das hierbei zu Tage geförderte Wasser ist nun von einer tiefroten Farbe. Noch schlimmer als hier soll es sich bei mehreren noch weiter oberhalb gelegenen Brunnen verhalten. Hier, wo das Wasser bis vor einigen Monaten noch tadellos war, zeigte sich zuerst eine schwachrote Färbung, die im Laufe der Zeit immer intensiver wurde, bis sie jetzt beinahe schwarz ist. Das Wasser ist von den betr. Geschäften für keinerlei Zwecke mehr zu verwenden, wohl aber soll es sich für Färbereizwecke eignen, da angestellte Versuche ergeben haben, daß mit diesem Wasser, ohne jeden weiteren Zusatz von Farbstoffen, ganz schöne Resultate zu erzielen sind(?). Der Grund, daß die Verunreinigung des Bodens sich auch jetzt bis weit oberhalb der Farbenfabriken erstreckt, soll an den in den letzten Jahren ausgeführten Kanalbauten liegen, da man annimmt, daß die sich sammelnden Grundwässer an den Kanalwänden entlang einen bequemen Abfluß finden und nicht nur mehr nach unten, sondern, da das Gefälle des Kanals sehr minimal ist, auch nach oben hin ihren Weg nehmen. Je mehr gelacht wurde, desto deutlicher wurde Martl, und der Im hiesigen Stadtteil Kiazim Pascha, dem Herde der arRegent beschloß, der schlechten Laune des brummigen Pferde= mischen Massakres vor 7 Jahren, unternahmen mehrere lenters durch ein 20 Mark=Stück Einhalt zu tun. Der Adiudant hundert Polizisten eine umfassende Razzia und konfiszirten reichte alse das Goldtüc, und siehe da. es wirte Bunder, bei der, muselmanischen Bevölkerung alle Waffen, selbst „Was!“ meinte Martl,„dös is ganz alloa für mi?“„Natürlich“, dei der musernianische war die Antwort.„Da muaß i mein Herrn nix davo geb’n?“ große Küchenmesser. forschte Martl vorsichtig weiter.„Nein, nein, mein lieber Martl“, IId Sofia, 13. Sept. Die Gefechte zwischen den Aufsagte der Regent,„das soll eine Entschädigung dafür sein, daß ständischen in Mazedonien und den türkischen Truppen Prinz=Regenten nicht hast fahren dürfen. Jetzt war!, immer verlustreicher Du den Prinz=slegenten nicht hast sahren düren: Jedt voz,erden manter Rttastratze und es treffen fortgesetzt Martl blötlich sehr zufrieden, mit schleunigem Griffe ließ er das 71541, Se un8 Goldstück in seine Tasche verschwinden und halb umgewendet rief weitere Meldungen über angezunvete Dorfer und neue er in den Wagen:„Also ganz alloa für mi, nochat dank i halt Metzeleien ein. Bei Kruschewo fielen bei einem Zusammenrecht schö und wißt's was— hiatz kann mir der Regent aa an stoß von 200 Aufständigen 90 Mann, ebenso wurden bei Buckel naufsteigen!“. Klipova unweit Monastir von 300 Insurgenten 108 ge2)Jägerlatein in der Schute.) Zuhgff Fidehrands tötet. Bei dem Grenzdorfe Tekendssche sind 300 bulerzählt Archivrat Dr.Theodor Distel in der Zeitschrift für garische Flüchtlinge eingetroffen, die Türken sollen hier die den deutschen Unterricht. In der Quinta der Thomas=VGrenze überschritten und einige Schafheerden weggetrieben schule zu Leipzig gab Rudolf Hildmebrand 1861/62 unter habn. Im Kirkiliße schlugen die fanatisierten Türken die anderem den lateinischen Unterricht. Einmal wurde das Fenster des französischen Konsuls ein, Stück„Cervus“ aus Ellendts Lesebuch übersetzt, und als" der große Sprachmeister von den„dünnen Beinen“ des Hirsches sprach, stand der Sohn eines Försters auf und.. Schmanten bemerkte, daß das Rotwild Läufe habe und nicht Beine.] Der„Schwerter Zeitung.“ Nun war es um das Latein geschehen: der Rest der IId Bruneck, 14. Sept. Der Student Hans Blieter aus Stunde wurde den sonstigen waidmännischen Ausdrücken Hamburg ist in den Antholzer Alpen abgestürzt und trug gewidmet, wobei der„grüne“ Schüler die Belehrung schwere Verletzungen davon. übernahm. Lange verbreitete Hildebrand sich besonders LIA Marseille, 14. Sept. Hier herrscht große Entrüstung über die Worte„Geäse— Maul,„Lichter“— Augen, weil das Lazarett in Frival nicht imstande war, die pestehöre“ gleich Ohren. Dann schloß er die Stunde mit verdächtigen Personen aufzunehmen. Die Einrichtungen Worten:„Unser Latein ist heute zu einer Art Jäger= des Hospitals waren total vernachsässigt. Die regelmäßige ein geworden, aber gelernt haben wir alle und dabei Schiffsverbindung zwischen Spanien und Marseille wird aufrecht erhalten. „Gehäre" gleich den latein geworden, aber ge ins frische Waldesgrun geschaut.“ Büchertisch. Möllers Bibliot hek für Gesundheitspflege, Er ziehung und Volksaufklärung. Bisher sind 15 Hefte erschienen, aus denen wir die Nummern 1: Gerlich, Wen durf ich heiraten?; 2. Dr. Schöneberger, Badet in der Luft und im Lichte; 6. Dr. Fischer, So schützt man sich vor ansteckenden Geschlechtskrankheiten; 7. Pfarrer O. Brändli, Die wahre Sonntagsfreude; 14. Dr. Paterna, Die verderblichen Wirkungen des Alkohols auf den Menschen als besonders lesenswert hervorheben. Aber auch alle übrigen Hefte verdienen Beachtung und mögen als Muster dafür dienen, wie in gedrängter Form ein Gegenstand dennoch ziemlich genau behandelt werden kann. Das bisher von der Verlagsbuchhandlung Wilhelm Möller in Berlin§ 42 für den geringen Betrag von 20 Pfg. pro Heft Gebotene ist durchweg vorzüglich. Vermischtes. Hd Belgrad, 13. Sept. Die Ueberführung der in Nisch verhafteten Offiziere erfolgte ebenso gegen den ausgenenne sprochenen Willen des Königs, wie die weiteren Verhaftungen von Offizieren in verschiedenen Garnisonen. Immer wieder gelang es dem ersten Adjutanten Damjan Popowitsch, der als eigentlicher Führer der Königsmörder gilt, König Peter zum Nachgeben zu zwingen. Dadurch rückt aber auch der seit Tagen gefürchtete Zusammenstoß der beiden feindlichen Offizierlager immer näher in Sicht und ein Gemetzel erscheint unabwendbar. Einstweilen suchen die ehemaligen Verschworenen den Pöbel für sich zu gewinnen und durch Ausschreitungen die ihnen durchweg gegnerische Intelligenz des Landes einzuschüchtern. In den letzten lagen wurde allerlei, sonst für Mazedonien bestimmtes Mordgesindel nach Belgrad gebracht, das ein ehemaliger Kassierer des Ministeriums des Aeußern befehligt, der seit (Ein chinesischer Brauch.) In China herrscht ein Brauch, der vielleicht auch in Europa Anklang finden dürfte. Es gibt dort nämlich eine weibliche Profession, die „Neuigkeitserzählerin,“ die sich aus älteren Damen rekrutiert, welche täglich die Runde in den Häusern der Reichen machen, um dort anzufragen, ob sie vielleicht dazu beitragen könnten, der Hausfrau die Langeweile zu vertreiben. Sie lassen ihr Erscheinen durch Trommelschlag ankünden, und diese Leute pflegen meist auf die Damen des Hauses eine elektrisierende Wirkung auszuüben. Gewöhnlich erfolgt dann die Aufforderung, hereinzukommen. Wenn es geschehen, nimmt die Neuigkeitserzählerin auf einer in einer Zimmerecke liegenden Matte Platz und beginnt sogleich über die neuesten Skandale der Gegend und sonstige interessante Ereignisse Bericht zu erstatten. Diese Damen sollen glänzende Geschäfte machen. f(Der Brudermord in Dräsden.) Die neueste Nummer der„Jugend“ hat bereits den bevorstehenden sozialdemokratischen Parteitag„vorausempfunden“: Unter dem Titel: „Der Brudermord in Dräsden“, eine soziale Moritat in sieben Gesängen, schildern A. de Nora. und Max Hagen in lustigen Versen und Zeichnungen den Kampf Bebel=Vollmar, den mörderschen Streit um den Vizepräsidentenstuhl.“ Als Probe seien die nachfolgenden„G'stanzeln“ gegeben, mit denen die Vollmarianer die Anhänger Bebels zu reizen suchen: „Ja Freiheit und Gleichheit Und Brüderlichkeit— Bis dö drei beinandsan, Da is der Weg weit. Mir braucha koan Kenig, Koan Kaiser, koan Papst— Mir ham ja an Bebel, Der langt schon, dös glabst. Und a Stuhl g’heart zum Dös is amal g’wiß, Und wann's aaa a VizePräsidentenstuhl is. Und a Stuhl is a Möbel, Fein polstert sogar, Und drum hat aa der Bebel D'rin g'fund'n a Haaar...“ Humor und ?(Aus der Naturgeschichte.) Lehrer:„Müller, mir einen Vierfüßler.“— Müller:„Ein Tisch.“ (Reminiszenz.) Dame:„Diese Kastanienallee ist wundervoll! Wo stammt eigentlich die Kastanie her, Herr Leutnant!“ — Leutnant:„Hat'mal jemand aus dem Feuer geholt, glaube ich.“ ?( A u s d e r I n s t r u k t i o n s s t u n d e.) O f f i z i e r:„ W a s m u ß der Soldat gewesen sein, zu dessen Leichenbegängnis die Truppen im Paradeanzug antreten?“— Rekrut:„Tot, Herr Leutnant. (Stadt und Land.) A.:„Na, alter Junge, ich dachte Du wohntest auf dem Lande in der Villa, die Du gekauft hast? Was tust Du in der Stadt?“— B.:„Bin nur in die Stadt gekommen, um etwas frisches Gemüse zu kaufen.“ ?(Die Quelle.)„Sie sind ja in ganz erstaunlichem Maße über Lyrik unterrichtet.“—„Ich esse viel Wurst!" ?(Bei der Einquartierung.) Dame des Hauses(bei Tisch):„... Da Sie so überraschend gekommen sind, Herr Leutnant, müssen Sie schon mit dem einfachen, was wir Ihnen vor=sptufgutee bes...... setzen, vorlieb nehmen“— Leutnant:„Ohne Sorge, gnädige Fran Jahren als Agent des jetzigen Konigs bekannt war. die wollen bedenken, daß„Achtung vor dem Vorgesetzten“ die erste Soldatenpflicht ist!" 15. Sept. Wolkig, wärmer, strichweise Gewitter, windig, meist trocken. 16. Sept. Wolrig, bedeckt, normale Temperatur, Neueste Nachrichten. 16. Sept. Poltig Hd Berlin, 13. Sept. Nach einer Meldung aus Lan= Nebel, Regen drohend. gensalza ist der Direktor der dortigen Aktien=Malz=Fabrik Reiße nach Unterschlagung von 40000 Mark und Hinter=(Für den redaktionellen Teil verantwortlich Wilh. Schade. lassung bedeutender Sitze“, Jagd und Sport. Ein heiteres Jagdgeschichtchen wird der„Münch. Allg. Ztg.“ aus Lenggries mitgeteilt. Der Regent von Bayern hatte in Lenggries übernachtet und beschlossen, am nächsten Morgen mit einem Herrn des Gefolges per Wagen nach dem benachbarten Ort Fall zu fahren. Der Entschluß wurde dem Herrn Posthalter, der Wagen und Pferde stellen sollte, und durch diesen wieder dem alten Kutscher Martl mitgeteilt, der ob der hohen Ehre und wahrscheinlich auch wegen des zu erwartenden reichlichen Trinkgeldes schier aus dem Häuschen geriet. Leider kam aber die Sache, wenigstens für unseren Martl, ganz anders. Der Regent hielt es nämlich naachträglich für besser, wenn über diese seine Fahrt nichts bekannt würde. Er ließ deshalb den Herrn Posthalter dahin verständigen, und diesem lag die Aufgabe ob, dem Martl die Sache wieder auszureden unter dem Vorwande, nicht den Prinzregenten, sondern zwei andere„Herren aus der Stadt“ müsse er nach Fall fahren. Martl war wütend, und seine schlechte Laune hielt an und machte sich auch dann noch Luft, als die beiden„Stadtfrack“, wie er sie nannte, bereits ein; gestiegen waren. Selbstverständlich amüsierte das den Regenten. Schulden flüchtig geworden. Hd Berlin, 13, Sept. Im neuen Hüssener=Prozeß ist, wie aus Kiek gemeldet wird, auf Antrag der Verteidigers die Hauptverhandlung auf den 23. September verschoben worden. Sämtliche Zeugen der Vorverhandlungen sind geladen worden. Hd Berlin, 13. Sept. Das Endresultat der Reichstagsstichwahl in Dessau=Zerbst ist nach einer Meldung aus Dessau Folgendes: Schrader(F. V.) 14 392, Kaeppler (Soz.) 13047 Stimmen. Schrader ist demnach mit 1346 Stimmen Mehrheit gewählt. IId Friedberg, 13. Sept.(Oberhessen). Bei dem Brande, der gestern Nachmittag hier ausbrach und das Wohnhaus, Scheuer und Stallung eines Landwirts einäscherte, verbrannten zwei Knaben im Alter von 4 und 7 Jahren. Hd Paris, 13. Sept. In Boulogne wurde die Landungsbrücke und der Wellenbrecher vom Sturm weggerissen. Das Dampfboot von Etapoles ist gesunken. Vier Mann der Besatzung sind umgekommen. Ein englischer Dampfer wurde bei Ambletouse an die Küste geschleudert. Das Pilotenboot Nr. 21 von Havre ist vom Sturm auf die hohe See getrieben worden. Drei Matrosen wurden von Bord gespült, während der Lotse und ein Schiffsjunge noch rechtzeitig durch einen englischen Dampfer gerettet werden konnten. Am Freitag Abend wurde während des Sturmes der Dampfer„Margarethe“ gegen das Panzerschiff„Amiral Trehouat“ geschleudert, er erlitt schwere Havarie und mußte in den Hafen von Lorient gebracht werden. Ha Wien, 13. Sept. Nach den neuesten eingegangenen Nachrichten ist eine Ausdehnung der Balkanwirren zu erwarten und ein bulgarisch=türkischer Konflikt dürfte kaum mehr zu vermeiden sein, sei es, daß Fürst Ferdinand sein Volk nicht mehr zügeln könnte, sei es, daß die Türkei gegen Bulgarien vorgeht. Die Mächte werden auch diesen Konflikt sich abspielen lassen, ohne einzugreifen. Rußland und Oesterreich sollen entschlossen sein, an dem Prinzip der Nichtintervention festzuhalten. Nur im äußersten Falle, bei direkter Bedrohung der Interessen der Mächte, dürfte eine Intervention wahrscheinlich werden. Hd Konstantinopel, 13. Sept. In den Vilajets Monastir und Adrianopel dauert die Pazifierarbeit der türkischen Truppen fort, welcher im Laufe der letzten Woche 84 bulgarische Ortschaften, meistens durch Einäscherung, sowie eine große Anzahl Menschenleben zum Opfer gefallen sind. Ne echte Pfeiffer& Diller’s Kaffee-Essenz sollte jedes Geschäft führen. Jeder Kaffeetrinker mache den Versuch mit einer Dose. In dem sehr erbitterten Konkurrenzkampf, den die Zeitschriften=Verleger in den letzten Jahren zu bestehen hatten, hat die durch die Universal=Bibliothek weltbekannte Verlagsfirma Philipp Reclam jun. in Leipzig mit ihrer illustrierten Wochenschrift Reclams Universum einen bedeutenden Erfolg, ja man kann mit Fug und Recht sagen, den glänzendsten Sieg errungen. Vergleicht man heute, da die meisten Familienzeitschriften wieder einen nuen Jahrgang ankündigen, die verschiedenen Erscheinungen auf dem Zeitschriftenmarkt, so muß man ohne weiteres anerkennen, daß Reclams Universum sowohl was die illustrative Ausstattung als auch den textlichen Inhalt betrifft, von keiner anderen Wochenschrift erreicht wird. 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