Insertionsgebühr für lokale Anzeigen, die sechsgespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 Pfg., außerhalb 15, Reklame=Zeile 40 Pfg., Druck und Verlag von Carl Braus,esegxchprefe tech=Anschluß Nr. 62. Amt Schwerte. esbe rec. Graug, Schurten.. — Eine interessante Erscheinung. Zur Zeit, als die Wogen des Streites um den deutschen Zolltarif am höchsten gingen, wurde mit heftigstem Ungestüm namentlich aus der Reichshauptstadt darauf hingewiesen, daß die vorgeschlagenen neuen Zollsätze den breiten Volkskreisen eine erhebliche Verteuerung der ganzen Lebensunterhaltung bringen müßten, es wurde betont, daß die Landwirtschaft genug und übergenug verdiene, es wurden die agrarischen Bestrebungen auf das schärfste verurteilt. Nun kommt aber die Kehrseite von der Medaille! Man sollte meinen, wenn an der Spree ein so einmütiger Eifer in der Verurteilung anderer bestand, hätte man dort die Verpflichtung zu zeigen, daß man viel besser ist, wie die, welche man kritisiert. Es wird aber jetzt folgende Tatsache bekannt: Die Berliner Hausbesitzer, welche die Mieten über die Maßen in Höhe getrieben haben, ohne daß, wie bei der Landwit## schaft, für sie besondere Erhöhung der allgemeinen Unkosten eingetreten wäre, ersuchen jetzt die preußische Staatsregierung, den gemeinnützigen Vereinen, welche den Bau billiger Wohnungen erstreben, das Handwerk zu legen. Also erst wird die Wohnungsmiete künstlich gesteigert, werden in Folge einer tollen Grundstücks=Spekulation die Bodenpreise, und damit die Wohnungs=Preise gewaltig in die Höhe getrieben, und hinterher bleibt dem Publikum, welches sich selbst helfen will, nach der Meinung dieser Herren kein Recht aufs Selbsthilfe. Gerade von Berlin aus ist den schwer ringenden Landwirten, welche bei den geltenden Preisen für landwirtschaftliche Produkte nicht zurechtkommen konnten, mit Vorliebe zugerufen:„Ja, warum habt Ihr Eure Wirtschaft so teuer übernommen? Warum habt Ihr nicht darauf verzichtet? Mit demselben Recht kann man den„notleidenden“ Berliner Hausbesitzern sagen:„Warum bezahlt Ihr so viel Geld für Eure Grundstücke? Warum schränkt Ihr Euch nicht ein?“ Wenn ein Landwirt so leben, alle Sommer mit Kind und Kegel in's Bad reisen wollte, wie ein Berliner Haus=Pascha, der von seiner Hausarbeit doch nicht die Arbeit hat, wie ein Landwirt, was sollten dann wohl Fleisch, Brot, Kartoffeln 2c. kosten? Man sieht: Es ist leicht, jemandem vorzuschreiben, daß er sich begnügen lassen soll. Die Befolgung dieses Ratschlages für die eigene werte Person stellt sich aber anders dar. Der Berliner Hausbesitzer von heute will in seinem Hause nicht etwa blos frei wohnen, er will von den Einkünften seines Hauses mit Familie nobel leben. Und weil die unerhörte Grundstücksspekulation die Preise unverhältnismäßig steigerte, müssen die Mieten hoch sein. Für das Berliner Publikum hat sich aber die Lebenshaltung so wie so unheimlich verteuert, es gibt seinem Verdruß über den gemeinsüchtigen Zwischenhandel, der Merksprüche. Alle Kreis= und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung" rechtsverbindliche Krait. Schwerte, Donnerstag den 3. September seine Hände auf alles legt, wobei etwas zu verdienen, offenen Ausdruck. Steigen die Lebensmittelpreise, beonders für Schlachtvieh, einmal ein wenig, so wird das in Berlin sofort und sehr nachdrücklich vermerkt, und das Abrundungssystem auf fünf und zehn tut ein übriges. Fallen aber die Preise, so können Wochen und Monate vergehen, bis an der Spree nur eine Kleinigkeit zu erkennen ist. Die Einkaufs=Notizen auf dem Berliner Viehmarkt sind ganz schön, aber was am Ende das Publikum bezahlt, das stellt sich sehr viel anders dar. Wenn solche und ähnliche Zwangslagen bestehen, so ist es natürlich zu verstehen, daß das große Publikum sich nicht stillschweigend in jede Mietssteigerung findet, sondern heftig protestiert, zumal in den allermeisten Fällen noch die Renovierungskosten vom Vermieter auf den Mieter abgewälzt werden. Und dieses Abhängigkeits=Verhältnis oll sogar die Staatsregierung befestigen helfen? Zu solchen Anschauungen ist der weitgehendste Land=Agrarier nicht einmal in seinen kühnsten Träumen gekommen. Und diese Forderungen auf Rente in der Millionenstadt haben, wie schon oben hervorgehoben, nicht einmal eine Begründung durch eine außerordentliche Steigerung der Unkosten, sie rühren lediglich von der dreisten Spekuation her, der einen Knappzaum in Form einer verschärfen Haus=Umsatzsteuer anzulegen selbst die einsichtigen Berliner Zeitungen fordern. Was hat gegen diese Verteuerung der„Decke über'm Kopf“ eine zeitweilige kleine Fleisch= oder Kartoffel=Verteuerung zu bedeuten, für O, glücklich, wer im Reich der Heimat steht, Wer dort zu wirken hat am eignen Herde, Durch seines ernsten Wollens Taten weht Ein warmer Lebenshauch der Muttererde. Gab die Fremde auch das gold'ne Glück, Das in der Heimat nicht dein Fleiß gefunden, Du sehnst dich schon in ihren Schoß zurück tiefster Seelenandacht stillen Stunden. welche dann eine wirkliche Ursache vorhanden ist? macht wenig aus, wenn nicht der Zwischenhandel diesen Zustand künstlich verlängern hilft. Aber diese steigende; und steigende Last für sein Heim— die soll nach den Anschauungen der Herren gar nichts bedeuten. Nun, am Ende werden die Leute auch klug. Zwangssparkassen für jugendliche Arbeiter. Neuerdings ist von verscheidenen Seiten der Einrichtung von Zwangssparkassen für jugendliche Personen das Wort geredet worden. Die Anregung ist zu begrüßen. Das Wort von der zunehmenden Genußsucht unserer Jugend ist durchaus keine einer mürrischen Auffassung entspringende Redensart, sondern leider eine nur allzusehr begründete Wahrheit. Die Versuchung ist gewachsen und hat mit den übrigen Kulturfortschritten zum mindesten gleichen Schritt gehalten. Schon an das Kind tritt die Versuchung in der Gestalt von Automaten, die gegen einen Nickel Schokolade, Bonbons und andere schone Sachen spenden, heran. Diesen verhältnismäßig harmlosen Verlockungen folgen raffiniertere, und wenn heute so ein übertragen worden war, hatte sich von dem ihm Ekel er regenden Vorgang abgewendet und auch der Gerichtsschreiber sich bemüht, so wenig wie möglich davon zu sehen. 9 Im übrigen hatte der Physitus nur den Ausspruch, seines Kollegen bestätigen können. Die Spitze eines haarscharf geschliffenen Dolches war ins Herz gedrungen und hatte den Tod unverzüglich herbeigeführt. Ein Selbstmord war ausgeschlossen. Wer der Mörder gewesen, wie er an sein Opfer geAbonnementspreis pro Quartal 1 Mark 65 g., exel. 42 Pfg. Bestellgeld, wenn durch die Post bezogen. Erscheint an jedem Wochentage. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter tamilbentreund! 36. Junge eingesegnet worden ist, dann hat er schon Bedürfnisse, wie sie die ältetre Generation überhaupt nicht kennen gelernt hat. Und nach der Konfirmation verdient sich das Bürschchen selbst ein kleines Wochengeld und spielt dann auch mit Vorliebe, zumal wenn es schon etwas Großstadtluft genossen hat, den Protzen. Seine Ansprüche an das Leben stehen dabei im umgekehrten Verhältnis zu seinen Leistungen. Daß unter solchen Umständen die elterliche Autoritat häufig genug vollkommen verloren ist, der junge Bursche vielmehr vorzeitig der Eltern entbehren und sich auf eigene Füße stellen zu können glaubt, ist eine allgemein bekannte Erscheinung. Leben und leben lassen lautet die Losung. Der Wochenverdienst geht zu einem unverhältnismäßig hohen Prozentsatz für Genuß= und Vergnügungszwecke drauf, von einer rationellen Kassenführung ist nirgends etwas zu bemerken. Da wäre ein Zwangssparsystem durchaus angebracht. Jugendliche Personen müßten, wenn sie es freiwillig zu tun verschmähen, zwangsweise dazu angehalten werden, ihren Wochenlohn verständig anzuwenden und nicht bloß in Vergnügungen zu vertun. Es würde nach unserer Ueberzeugung durchaus segensreich wirken, wenn auf junge Burschen in Fabriken und sonstigen industriellen Betrieben ein heilsamer Zwang nach der Richtung hin angewendet würde, daß sie sparen müßten. Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not. Es kann mit dem Sparen gar nicht früh genug begonnen und gar nicht früh genug darauf gedrungen werden, daß Jünglinge wie Mädchen sich vernünftiger Mäßigkeit befleißigen, anstatt sich für die Zukunft zu verwöhnen und ihrem Gelüst nach sinnlichen Genüssen leichtsinnig nachzugeben. Den Wert des Geldes aber lernt nur der schätzen, der ein paar Groschen sein eigen nennt. Das Zwangssparsystem würde auch den Leichtsinnigen zum Besitzenden machen und in ihm die Lust am Sparen und die Freude am Erwerb erwecken und erhöhen. Der Gedanke ist also zweifellos gut und zeitgemäß; es ist leider nur fraglich, ob er sich ohne die Anwendung eines großen Apparates ausführen lassen wird. Jedenfalls sollte die Einführung des Zwangssparsystems für jugendliche Personen nicht mehr aus dem Auge verloren werden. Roman von F. Arnefeld. (8. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten). ist ein Uebergriff, den ich nicht verantworten kann!“ wehrte sich der Physikus, aber Beutler gab nicht „Wir entfernen das Auge, ohne daß es jemand merkt und bringen es nach wenigen Stunden wieder an seine Stelle. Die Verwandten bekommen den Toten erst zu sehen, wenn er in der Leichenhalle des Friedhofes ist. Glückt der Versuch, so wird man es uns danken. „Und wenn er mißglückt?“ „Dann braucht niemand davon etwas zu erfahren,“ war die Entgegnung, und endlich gab der alte Herr nach. Dr. Beutler befand sich noch bei ihm, als er schon die Aufforderung erhielt, sich nach dem Schauhause zu verfügen, um dort die Obduktion vorzunehmen; von dem Kollegen begleitet, machte er sich dahin auf den Weg. Es gelang den Aerzten, besser als sie gehofft, ein Auge des Ermordeten unbemerkt aus seiner Höhle zu löen. Der Richter, dem, nachdem der Polizeileutnant seinen Bericht erstattet, vom Kriminalgericht die Untersuchung langt war, blieb noch immer rätselhaft. Dr. Beutler schickte sich an, Licht in das kleine Zimmer, das er sich zum photographischen Atelier eingerichtet, zu bringen, und machte schnell merere Aufnahmen auf Glas, die natürlich viel kleiner waren als das Auge und einer entsprechenden Vergrößerung bedurften. Als er eine genügende Anzahl dieser Aufnahmen zu haben glaubte, überbrachte er das Auge dem Physikus, der trotz der nun schon vorgerückten Abendstunde den Weg nach dem Schauhause nicht scheute und es wieder an seine Stelle setzte, wie von einer Last befreit aufatmend, daß alles unbemerkt verlaufen war. Für Beutler begann nun erst die Arbeit, er konnte aber in der Nacht nichts tun und mußte sich gedulden, bis das späte Licht des folgenden Tages zu scheinen begonnen hatte. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger war der Tag kalt, hell und sonnig, sehr geeignet, das Werk, auf dessen Beginn Dr. Beutler mit fieberhafter Spannung wartete, zu begünstigen. Das Licht war sein Bundesgenosse, ohne den er nicht vorwärts kommen konnte, und doch mußte er es zum größten Teil ausschließen. Er verdunkelte sein Atelier vollständig. Die Fenster wurden mit Brettern vernagelt und in eins derselben eine Oeffnung gebohrt, groß genug, um einen Lichtstrah. hindurch zu lassen. Dieser Strahl wurde durch eine Anzahl von Linsengläsern und durch die auf Glas genommene Photographie des Auges geführt, um es zu verPolitische Uebersicht. Deutschland. — Das Vorspiel zu den Kaisermanövern hat begonnen. Der Kaiser, der Dienstag vormittag in Berlin die Parade über das Gardekorps abnahm und nachmittags in Dresden eintraf, wo er herzlichst bewillkommnetwurde, wohnte am Mittwoch vormittag mit dem König Georg der Parade des 12. Armeekorps bei Zeitgrößern und das darauf wiedergespiegelte Bild auf präpariertem Papier in deutlichen Umrissen erscheinen zu Doktor Beutler arbeitete unablässig und harrte mit fieberhafter Spannung auf die Enthüllung des Geheimnisses. Er war unverheiratet und hatte seiner Haushälterin streng anbefohlen, ihn heute ganz ungestört zu lassen, ihn nicht zu den Mahlzeiten zu rufen und vorsprechende Patienten abzuweisen. Trotzdem kam sie ein paar mal und fragte durch die Tür, ob der Her Doktor denn gar keinen Hunger verspüre, erhielt aber immer nur den kurzen Befehl:„Lassen Sie mich in Ruhe!“ Stunde auf Stunde verging in ununterbrochener Arbeit; Beutlers Erregung steigerte sich fast bis zum Wahnsinn. Endlich erschien ein Bild auf dem Papier, aber so schwach, ungewiß, unfaßbar, wie uns zuweilen im Traum Gesichter vorschweben, um schnell, ehe wir sie festzuhalten vermögen, in Nebel wieder zu verfließen. Pfeilgeschwind verflog die Zeit, der kurze Wintertag neigte sich bereits wieder seinem Ende zu, und noch immer hatte er es zu keinem greifbaren Ergebnis gebracht— er mußte wieder für eine Nacht die Arbeit einstellen. Jetzt endlich stärkte er sich durch Speise und Trank und überließ sich auch dem Schlaf, der freilich unruhig genug war. Brachte der folgende Tag nicht wieder Sonnenschein, so war alle seine Mühe vergeblich. Der Tag hielt indes, was der sternklare Abend ihm versprochen hatte. Die Morgensonne schien voll und hell. Ohne Aufenthalt schloß er die Laden und begann von neuem seine Experimente. Sie gingen besser von statten, als am vergangenen Tage; allmählig, Schatten auf Schatten, trat das Gesicht wie aus dem Nebel, in dem es verborgen gewesen war, immer bestimmter hervor. Als die Mittagsstunde schlug, da hielt er das zwar verschwommene, aber doch recht gut erkennbare Abbild desjenigen in der Hand, auf dem — Der erste deutsche Städtetag ist am Mittwoch in Dresden eröffnet worden. Vertreten sind 159 Städte. Oberbürgermeister Beutler betonte die hohe Bedeutung für die Städtekultur; er wünschte, daß es eine dauernde Einrichtung bleiben möge, fortgesetzt städtische, Interessen zu vertreten. Oberbürgermeister Adcces=Franrfurt a. M. sprach über die soziale Aufgabe der Städte. — Zu dem Spionagefall in Ars in Lothringen wird dem B. T. gemeldet, daß zwei Granaten auf der Feste Kronprinz entwendet und nach Paris geschafft wurden. Die Schuldigen sind geständig. — Ueber das plötzliche Ableben des Präsidenten des evangelischen Oberkirchenrats D. Dr. Barkhausen wird aus Breslau noch berichtet: Präsident Barkhausen war am Sonntag abend hier eingetroffen, um einen Kranz am Sarge des Generalsuperintendenten Nehmiz niederzulegen. Gestern nachmittag begab er sich nach dem Trauerhause. Vor der Wohnung des Generalsuperintendenten verlor er plötzlich das Bewußtsein und sank zu Boden. Der anwesende Sanitätsrat Dr Moeller aus Magdeburg nahm sogleich eine Kampfereinspritzung vor. Nebenan begann inzwischen die Leichenfeier. Noch während der Trauerrede des Konsistorialrates Streetz wurden Wieder belebungsversuche gemacht; als aber die Trauerfeierlichkeit beendet war, erfuhr man, daß alle Versuche vergeblich gewesen waren. Die Leiche befindet sich noch in der Wohnung, sie wird nach dem Kloster Loccum übergeführt, wo der Verstorbene früher als Abt gewirkt hat. — Reichsdefizit. Im Reichshaushalte 1902 sind an ordentlichen Einnahmen, soweit sie dem Reiche verbleiben, 21 988 127,74 Mk. weniger aufgekommen, als im Etat veranschlagt war. Da die Mehrausgaben 8 734 393,90 Mk. betragen, so ergibt sich für das Rechnungsjahr 1902 ein Fehlbetrag von 30722 521,64 — Die Fortschritte der deutschen Industrie liegen unsern englischen Freunden wie Blei nm Magen. Es ist götzlich mitanzusehen, mit welchem Grimm John Bull die Entwicklung und den Siegeslauf der Industrie Deutschlands verfolgt. Daß die englische Vorherrschaft auf industriellem Gebiete je hätte untergraben werden können, hätte man in London viele Jahrzehnte lang nicht geglaubt. Und daß nun gar das von engischer Seite stets mit offenkundiger Geringschätzung behandelte sich der Ueberflügelung Englands schuldig gemachr har: Die Londoner„Times“, ein uns bekanntlich besonders gewogenes Blatt, stellt jetzt in einer Artikelserie tiefgründige Betrachtungen über den Aufschwung der deutschen Industrie an und vergleicht diese mit der englischen und mit der nordamerikanischen. Das Blatt, das an deutschen Verhältnissen und Einrichtungen nicht gern einen guten Faden läßt, sieht sich zähneknirschend zu dem Eingeständnis genötigt, daß der deutsche Wettbewerb der englischen Vorherrschaft den Todesstoß gegeben habe. Wir freuen uns, ausnahmsweise dem Londoner Hetzblatt einmal zuweilers letzter Blick geruht hate, der also sein Mörder sein mußte, wenn auch in seinen Zügen kein Ausdruck von Grausamkeit, Blutdurst oder Wildheit zu finden war. Es war der schmale, oben etwas spitz zulaufende Kop eines nicht mehr ganz jungenMannes, dessen Augen etwas verschleiertes, müdes haben mußten. Das hagere Gesicht war glatt rasiert und hatte nur am Kinn einen spitz zulaufenden Bart. Von der Kleidung ließ sich nicht viel erkennen; es war besonders der Kopf, den der Blick des Sterbenden getroffen haben mußte. In höchster Erregung stand Dr. Beutler mit der Photographie in der Hand, am Fenster seines Arbeitszimmers. Sein Werk war gelungen, aber der Kopf, den er mit unendlicher Mühe aus dem Auge des Toten auf das Papier gebracht, damit es zum Anklänger des Mörders werde, trug ihm völlig fremde Züge. Ich muß eine Bestätigung haben, daß der Mensch, den die Photographie darstellt, wirklich existiert, daß er zu greifen und zu halten ist,“ sagte er, kleidete sich eiligst an und ging nach der Uhlandstraße. Wan und Er traf den Portier Köhne und dessen Frau und Kinder schwarz gekleidet und im Begriff, sich nach dem Kirchhof am Fürstenbrunner Weg zu begeben, wohin die Leiche aus dem Schauhause geschafft worden war, und wo die Bestattung um drei Uhr nachmittags stattfinden Nach kurzer Begrüßung hielt er den Leuten einen Abzug der Photographie entgegen mit der Frage:„Kennen Sie den Kopf?“ Ein lauter Schrei der Frau antwortete ihm. Stammelnd fragte sie:„Woher haben Sie das Bild, Herr Doktor?“ „Ich fragte Sie, ob Sie ihn kennen?“ wiederholte er ungeduldig, aber Frau Köhne rief erst noch, ohne zu antworten, ihre Tochter herbei und gebot ihr:„Sage Du, wer das ist, Marie!“ Das junge Mädchen, dessen frisches Gesicht sehr bleich aus den schwarzen Kleidern hervorsah und dessen Augen vom Weinen dick verschwollen waren, riß sie weit auf und schrie dann:„Das ist ja der Herr, der öfter zu Herrn Ahrweiler gekommen ist..„ „Also Du erkennst ihn auch; ja, ja, vas ist der Herr, den ich erst noch vor vierzehn Tagen bei Herrn Ahrweiler gesehen habe,“ stimmte Frau Köhne bei.„Woher haben Sie das Bild, Herr Doktor?“ fragte sie zum zweiten male, aber Dr. Beutler antwortete wieder nicht, sondern forschte lebhaft: Wer ist es, Wie heißt er?“ „Das weiß ich nicht, Herr Doktor. Er war ein Freund vom Herrn und im letzten Jahre beinahe der einzige, der zu ihm gekommen ist, aber wie er heißt, was er ist und wo er wohnt, das habe ich nie erfahren. „Und das eben muß man wissen, es ist von höchster Wichtigkeit!“ rief Beutler und fügte im Vollbewußtsein der von ihm gemachten, hochbedeutsamen Entdeckung recht unvorsichtig hinzu:„Er und kein anderer ist der Mörder des armen Ahrweiler. „Der?“ Frau Köhne schlug die Hände zusammen Wer hätte denn das denken sollen!“ (Fortsetzung folgt.) stimmen zu können, und hoffen, daß es noch besser kommen werde. Frankreich. = Zwischen den Gesundheitsverhältnissen im deutschen und im französischen Heer ist vor einigen Monaten in der Pariser Abgeordnetenkammer ein Vergleich gezogen worden, der zu gunsten unserer Armee ausfiel. Nun entsendet die französische Gesundheitskommission eine Abordnung, welche die Fragen der Wasserversorgung, der Bekämpfung der Schwindsucht u. s. w. sowie der Ernährung und Fleischversorgung des deutschen Heeres studieren soll. Oesterreich. = Es wird immer schöner. Zwei tschechische Abgeordnete haben den Vertretern aller tschechischen Parteien ihre Vorschläge hinsichtlich der Forderungen der Tschechen in der Armeefrage zugestellt. Darnach wird verlangt, daß die österreichische Landwehr ebenso eingeteilt wird wie die ungarische Honvet d. h. nach Nationalitäten und daß die Kommandosprache in der Landwehr dann durchaus tschechisch wird mit Ausschluß jedes deutschen Wortes; bei den Militärgerichten soll die Vernehmung in der Sprache des Angeklagten erfolgen. Um diesen Forderungen Nachdruck zu geben, sollen die tschechischen Bezirksund Gemeindevorsteher aufgefordert werden, sich mit einer Petition an das Parlament zu wenden, ferner sollen öffentliche Volksversammlungn zu gunsten dieser Forderungen abgehalten werden. Rußland. = Aus Finland wird geschrieben: Das Resultat des diesjährigen Aufgebots von Wehrpflichtigen ist nunmehr bekannt geworden. Ausgeblieben sind etwa 32 pCt. der Gesamtzahl. Letztes Jahr war die Zahl der Ausgebliebenen 58 pCt. Die Schwierigkeiten, mit denen die Sache des passiven Widerstandes in Finland zu kämpfen gehabt hat, sind aber dieses Jahr ungemein viel größer gewesen als früher. Die polizeiliche Bewachung und das Gendarmeriewesen, das sich nicht scheut, mit Bestechungen zu operieren ,sind bedeutend verstärkt worden. Außerdem gibt es in Finland gewisse politische Kreise, welche der Ansicht sind, daß die Wehrpflichtverordnung freilich durchaus ungesetzlich ist und daß ein Verfassungsbruch durch Erlaß derselben stattgefunden hat, daß man sich aber dennoch vor der Gewalt beugen müsse. Immerhin ist, in anbetracht der erwähnten Verhältnisse, die Zahl der Ausgebliebenen(im ganzen 7000) beträchtlich.— Auch mit den kleinsten Details befassen sich die russischen Regierungshäupter in Finland. In diesen Tagen sollen alle die Hunderte von Schildern an den Straßenecken von Helsingfors entfernt und durch neue ersetzt werden, in welchen zuerst in russischer Sprache, dann in den Landessprachen der Name der Straße angegeben wird. Balkan. = Serbische und bulgarische Offiziere pflegen in vielen Orten Beratungen zu dem Zwecke, sich der Bewegung gegen die Türkei anzuschließen. Fürst Ferdinand von Bulgarien soll täglich Drohbriefe erhalten, in denen ihm Verjagung und Ermordung angekündigt wird, falls er den Aufständischen nicht Hilfe bringe. Es greifen mehr u. mehr anarchistische Zustände platz, Gesetz und Ordnung hören auf, es scheint kein Aufhalten mehr zu geben. Belgrader Depeschen melden, Adrianopel sei von vier Seiten in Brand gesteckt und stehe in hellen Flammen. Wegen der mazedonischen Vorgänge finden in Wien täglich militärische Beratungen statt. Es wird vermutet, Rußland sowie Oesterreich=Ungarn werden angesichts des Laufes der Dinge doch nicht länger umhin können, mit Waffengewalt einzugreifen. England. = Peinliche Ueberraschung. Die Nachricht, baß britische Firmen dem Mullah, dem augenblicklich gefährlichsten Feinde der Engländer, Waffen und Munition geliefert haben, hat in London peinliche Ueberraschung hervorgerufen. Man hatte zwar schon längere Zeit einen solchen Verdacht, aber die Presse dieses Landes ist bekanntlich sehr leicht geneigt, in solchen Fällen die bösen Ausländer als die wahren Missetäter zu bezeichnen. Um so größer ist jetzt die Entrüstung, und einige Blätter, vor allem der „Erpreß“, verlangen von der Regierung, daß sie die betreffende Firma wegen Hochverrats zur Verantwortung ziehe. Wochenschrift„Die Wartburg“ die Worte gegenüber; die im Juli dieses Jahres Bischof Korum im katholischen Männerverein zu Neunkirchen sprach: „Ich bedauere, daß wir Bürger desselben Landes uns nicht verstehen, daß wir Katholiken der Freiheit beraubt wurden und man verlangt, daß wir unsere Ketten küssen. Wir sollten nicht mehr das Recht haben. unsere Kinder in voller Freiheit in unserer Religion zu erziehen? Wir sollten schweigen, wenn wir mit blutendem Herzen zusehen müssen, wie schon in die Seelen unserer Kinder Gift gegen uns geträuft wird?“ Nachträgliches vom deutschen Katholikentage. Der Pariser„Temps“ bespricht den Verlauf des deutschen Katholikentages und findet bedeutsam, mit welchem Eifer die Besucher seit Jahren dieselben Reden anhören. Das Blatt sieht in dieser Gleichmäßigkeit der Aeußerungen und ihrer Aufnahme den Hauptgrund des Erfolges der deutschen Katholiken, die, wie die Abordnungen aus verschiedenen Ländern bewiesen, der Mittelpunkt des europäischen Katholizismus zu werden beginnen. Kaiser Wilhelm sehe diesen Kristalisationsprozeß zweifellos mit großer Freude und gebe damit den Beweis einer Einsicht, die anderen Leuten mangele. Für das Urteil, das der „Temps“ über das Interesse des Kaisers an dem Erstarken des deutschen Katholizismus fällt, darf das Blatt eine gewisse Berechtigung aus der vorjährigen Rede des Kaisers in Posen herleiten. Der Kaiser sagte in Posen auf die Huldigungsrede des Pruovinziallandtagsmarschalls bei Annahme des Ehrentrunkes am 4. Dezember 1902:„#=tholi. „Wer behauptet, daß meinen Untertanen kathollscher Konfession Schwierigkeiten in der Ausübung ihres Glaubens gemacht oder sie gezwungen werden sollen, von demselben zu lassen, macht sich einer schweren Lüge schuldig. Meine ganze Regierungszeit und meine Worte in Aachen beweisen, wie hoch ich die Religion, das heißt das persönliche Verhältnis jedes Menschen zu seinem Gott, achte, und er beleidigt durch eine solche Verleumdung den Nachfolger des großen Königs, der erklärt hat, ein jeder solle auf seine Fasson seic wechen. I uu ch Dieser Rede des Kaisers steut die deutsch=ebangensche Gesundheitspflege. (Pflege der Füße.) Diese wird von vielen Personen ganz vernachlässigt, indem man die Füße selten nur ganz gehörig wäscht und die Strümpfe so lange trägt, bis sie von den Ausdünstungen vollständig gesättigt sind. Man sollte doch bedenken, daß die größten Hauptporen sich in den Fußsohlen befinden und daß reichlicher Schweiß durch dieselben abgesondert wird. Die Poren besitzen aber nicht blos ausscheidende, sondern auch aufsaugende Eigenschaften, und der Schweiß wird durch dieselben mehr oder weniger wieder in den Körper zurückgeführt, wodurch leicht allerlei Gesundheitsstörungen entstehen können, wenn nicht die größte Remnlichkeit beobachtet wird. Manche Personen leiden blos infolge von Vernachlässigung derselben an empfindlichen und wunden Füßen, besonders solche, die viel gehen müssen. Haus= und Landwirtschaft. —(Sauerkohl richtig einzulegen.) Um delikaten Sauerkohl selbst einzulegen, der sehr rein und fein im Geschmack ist und sich vorzüglich hält, ist folgendes zu beachten. Viele Hausfrauen machen den Fehler beim Einlegen, daß sie Wasser zuschütten. Solcher Kohl wird weich und unappetitlich und hält sich nie. Fässer oder Steintöpfe, in denen Kohl eingelegt werden soll, müssen mit kochendem Wasser ausgebrüht und völlig geruchlos sein. Um den Kohl gut zu erhalten, ist es nötig, daß er stets fest gepreßt ist. Dies erzielt man, indem man sich von festem Holz eine daumendicke Scheibe anfertigen läßt, die so groß wie der größte mittlere Umfang des Fasses oder Topfes ist. Da man diese Scheibe nicht benutzen könnte, wenn das Faß noch voll ist, so läßt man sie in vier Teile zerschneiden, sodaß man in der Mitte zwei schmale Streifen hat, die man zunächst noch mit auflegt, und die erst eingefügt werden, wenn man zu der großen Weite gelangt. Schwere dicke Mauersteine zum Pressen verschafft man sich, scheuert sie mit Sand und Soda rein ab und brüht sie ebenfalls gut. Sie müssen eine recht glatte Außenseite haben und bequem zu handhaben sein. Der Kohl wird recht lang und fein geschnitten und mit tüchtig Salz und einigen Wacholderkörnern untermischt. Kleine, grüne, feste Winteräpfel geben dem Kohl einen feinen Geschmack. Hat der mit dem Salz untermischte Kohl über Nacht gestanden, so fängt man an, ihn in die Fässer zu drücken, wobei man viel Kraft anwenden muß. Wenn eine Handhoch im Fasse ist, so muß beim Eindrücken bereits Wasser hervortreten. Die Aepfel schichtet man hier und da mit ein, nachdem sie gut abgewischt worden sind. Ist das Faß voll, so legt. man gut abgewaschene Kohlblätter oben auf, die Scheibe darauf und beschwert das Ganze mit den Steinen. Das überflüssige Wasser wird abgenommen, man läßt nur einen Finger hoch darüber stehen. Alle acht Tage müssen Steine, Scheibe und Blätter sorgfältig mit kaltem Wasser abgewaschen und etwas Salzwasser auf das Kraut geschüttet werden. Lokales. ** Schwerte, 3. September 1903. (Herr Bürgermeister Rohrmann) hat einen vierwöchigen Urlaub angetreten, den er am Strande der Nordsee zu verbringen gedenkt. Seine Vertretung hat der Beigeordnete Herr Rechtsanwalt Backhausen übernommen. (Die öffentlichen Gebäude) hatten gestern aus Anlaß des Sedantages geflaggt. (Der Garde= und Landwehrverein; feiert am kommenden Sonntag sein diesjähriges Stiftungsfest verbunden mit Sedanfeier durch Konzert und Ball im „Schützenhofe". Mittags 12½ Uhr treten dieMitgliever zum Abholen der Fahne an, dann beginnt nach dem Festzuge durch die Stadt nachmittags 3 Uhr das Konzert im Schützenhofe. Die Musik wird von der rühmlichst bekannten Kapelle der Münsterschen Kürassiere ausgeführt. Hoffentlich bringt der Tag gutes Wetter. (Theater in Schwerte.) Wir machen nochmals darauf aufmerksam, daß die am Dienstag ausgefallene Vorstellung heute abend stattfindet und einige schöne genußreiche Stunden verspricht. (Der Zustand des Bergmannes,) welcher vorgestern abend auf der Strecke Schwerte=Geisecke von einer Lokomotive gestoßen und ins Krankenhaus gebrad wurde, ist nicht so ernst, als es ursprünglich den Anschein hatte, sodaß der Verletzte mit dem Leben und wohl ohne dauernden Schaden davonkommen wird. **(Ein scheußliches Bild) bot sich dieser Tage der Gesundheitkommission gelegentlich der Besichtigung„ Arbeiterwohnungen. Im Norden der Stadt bewohnt e aus drei Personen(Mann, Frau und Kind) bestehende Familie zwei Zimmer, welche schon längere Zeit in de Nachbarschaft einen unangenehmen Geruch verbreitt hatten, ohne daß man die Ursache des Geruches gewuh hatte. Beim Betreten der Wohnung bot sich den Mi gliedern der Kommission ein häßlicher Anblick dar. Kal auszuhalten war der Gestank. Auf dem Fußboden fingerdick Kot, Nahrungsmittelabfälle u. f. wn,e Wohnung glich allem anderen eher, als einer mi.„cnt Wohnung. Das Kind und sein Bett waren mit.,, überzogen, anstelle der Betten fand, mogigrautenzimmer, triefende Lumpen und ein schmieriges Frauenz Jetzt hat sich die Polizei der Sache angenommen. gegenüber; die m katholischen sselben Landes n der Freiheit aß wir unsere as Recht haben, mserer Religion denn wir mit schon in die geträuft wird?“ e von vielen Füße selten nur lange trägt, bis gesättigt sind. ten Hauptporen ichlicher Schweif Poren besitzen uch aufsaugende durch dieselben zurückgeführt, ngen entstehen keit beobachtet nfolge von Vern und wunden nüssen. tschaft. 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Die Siadt ist uach wie vor Sanaethslatz ud mitelst derer die Lesternsgteig, erigietsete haken Hauptwaffen= und Proviantplatz für die Aufständisch und beherbergt zahlreiche Werkstätten zur Herstellung Shisteshenechenzgen), Lie heten seteret mitgeteilt, daß der berühmte Tenorist, Kgl. Hofopernsänger Alfred Rittershausin unserer Stadt einen Opernund Liederabend veranstalten werde. Wie wir erfahren, findet dieses Konzert, welches bei dem glänzenden Rufe des Künstlers sicherlich das größte Interesse unserer Musikfreunde erregen dürfte, im Oktober statt. *(Der dramatische Verein„Einigkeit“) hat wieder einen guten Erfolg zu verzeichnen. Auf dem Bühnenwettstreit zu Neheim errang der Verein unter starker Konkurrenz den zweiten Preis, bestehend aus einem Trinkhorn, welches im Schaufenster des Hern Heinrichs ausgestellt ist. Zum Taartalwichser erlanben wir uns zum Abonnement auf die Lottschiten der gesamten Litteratur, sowie auf die Tteobr-Zburnalt für Herren= und Damen=Garderobe ergebenst einzuladen. Bestellungen ersuchen baldgefälligst direkt oder durch die Zeitungsboten an uns gelangen zu lassen. Sollten bisherige Abennenten in den Journalen eine andere Auswahl vornehmen wollen, so beliebe man uns gefälligst sofort davon in Kenntnis zu setzen, da nach dem 29. Sept. keine Aufbestellungen berücksichtigt werden können. ¼jährl. Alte und Neue Welt... monatlich, à Heft 0,50 Arbeitsstube monatlich, 1,20 Aus fremden Zungen... 14tägig, 0,50 Aus aller Welt.... wöchentlich à Heft 0,10 Bazar........ wöchentlich 2,50 Bibliothek der Unterhaltung u. ** Hörde, 2. Sept. Der Verband der Maurer hat über den Neubau des evang. Krankenhauses die BauSperre verhängt. Es arbeiten nur noch wenige Maurer. Der Bau soll bis zum Herbst dieses Jahres unter Dach sein, was aber ganz ausgeschlossen ist, wenn nicht andere Verhältnisse eintreten. Hombruch, 2. Sept.(Ein betrübender Unglücksfall) ereignete sich hier gestern abend in der Mitelstraße. Der 11 Jahre alte Knabe des Fabrikarbeiters Finger wurde von dem Pferde des Herrn Bolte so unglücklich in den Unterleib gebissen, daß er schwer verletzt ins Krankenhaus geschafft werden mußte, wo er jetzt hoffnungslos darniederliegt. ** Löttringhausen, 2. Sept.(Feuer.) In der vergangenen Nacht gegen 1 Uhr entstand in dem Wohnhaus des Landwirts Frieg hierselbst Feuer,welches an den auf dem Boden aufgespeicherten Erntevorräten reiche Nahrung fand. Die Hombrucher und Kirchhörder Freiwilligen Feuerwehren waren bald zur Stelle. Da sich hier keine Wasserleitung befindet, konnten die Wehren wenig ausrichten und mußten sich nur mit dem Einreißen des Gebäudes begnügen. Das Haus selbst ist bis auf den Grund niedergebrannt. DieEntstehungsursache des Feuers ist noch unbekannt. Vermischtes. *(Anekdoten von Lord Salisbury.) Wenige hervorragende Engländer haben einen solchen Reichtum an Material zu Anekdoten geliefert wie Lord Salisbury, und manche dieser Geschichten werfen vielleicht mehr Licht auf seinen Charakler als lange Lebensbeschreibungen. In seiner Kleidung war Salisbury immer sehr nachlässig, da sein Geist stets von Staatsgeschäften in Anspruch genommen war. An einem Lever=Tag war der Premier bis zum letzten Augenblick stark beschäftigt. Er stürzte nach Hause und nahm aus einem Bündel Uniformen, was ihm gerade zuerst in die Hände geriet, so daß er schließlich einen Rock der Elder Brethren of Trinity llouse, das Beinkleid eines Vizegouverneurs und den der königlichen Schützen anhatte. Dazu trug er das Schwert und den Hosenband=Orden auf der falschen Seite, und die Weste, die aus einer Zeit stammte, wo er noch weniger stark war, ließ zwischen sich und den Beinkleidern einen„lichten Augenblick“, wie es einst von einem anderen berühmten Parlamentarier hieß... Die erste Zeit seiner Laufbahn verbrachte Salisbury in ziemlich beschränkten Verhältnissen, und er verdiente seinen Lebensunterhalt zum Teil durch journalistische Tätigkeit. Eine Zeit lang teilte er mit dem Kriegskorrespondenten Charles Williams bie Wohnung. So lange sie in demfelben Zimmer wohnten, ließen sie sich des abends Bier holen und bezahlten abwechselnd, um einander Gastfreundschaft zu erweisen. Später lächelte Salisbury das Glück. Er wurde Marquis und Premier, und Williams, der gewöhnlich fern von London weilt, sah ihn Jahre lang nicht. Da Salsbury als stolz galt, glaubte Williams, sein alter Kollege hätte ihn ganz vergessen. Aber als er eines Abends im Vorraum des Oberhauses war, kam Salisbury mit ausgestreckter Hand auf ihn zu und sagte:„Wie ist das übrigens, Williams, wer muß heute das Bier zum besten geben,“ des Wissens Buttericks Moden=Revue Daheim jährlich 13 Bände, à Band 0,75 monatlich 1,75 wöchentlich, 2,50 in Heften, à Heft 0,50 „„ à Heft 0,25 14tägig, à Heft 0,30 jährlich. 1,80 20tägig, à Heft 0,40 6.— Das Buch für Alle.. Der gute Kamerad Der deutsche Schulmann Deutscher Hausschatz.. Deutsche Rundschau Deutsche Frauenzeitung Deutsche Modenzeitung Die Lehrerzeitung Die Zukunft.. p. Dies Blatt gehört der Hausfrau wöchentlich, Das Hausmütterchen... wöchentlich, 1,Für alle Welt...... jährlich 28 Hefte, o— à Heft 0,40 Fürs Haus Fliegende Blätter „**** Gartenlaube 14tägig, monatlich 3X, pro Quartal Aus Westfalen und Rheinland. * Witten, 2. Sept. Ins hiesige Diakonissenhaus wurden gestern die Bergleute Bietenberg, Gabel und Kemesis eingeliefert, welche auf den Zechen„Bommerbank“,„Hamburg" und„Wiendahlsbank" durch Steinfall aus dem Hangenden zum Teil schwer verletzt wurden. Büchertisch. Das Septemberheft von Velhagen u. Klasings Monatsheften, mit dem zugleich ein neuer Jahrgang— schon der XVIII.— beginnt, ist in Wort und Bild wieder so reichhaltig, daß wir diese vortreffliche Zeitschrift, auf die wir schon so oft hinwiesen, nur auf das wärmste empfehlen können. Wir alle betrachten es als eine der wichtigsten Aufgaben unserer Zeit, die Kunst ins deutsche Haus zu bringen. Wie aber könnte das wirksamer geschehen, als durch den Bezug dieser Zeitschrift, die in der Tat das Schönste, was die Kunst unserer Tage hervorbringt, in den besten Reproduktionen wiedergibt. Wie fesselnd wirkt gleich das Titelbild des Heftes, das Pastell von Fritz August Kaulbach:„Die Römerin!" Wie wundervoll wirken die Faksimiledrucke der Gemälde, die dem Aufsatze von Marcel Montandon über„Giovanni Segantini“ beigegeben sind. Eine ebenso launig gehaltene wie belehrende Plauderei von Hanns von Zobeltitz „Schweizer Gaststätten“ hat W. Gause mit 25 allerliebsten Aquarellen nach dem Leben in den Schweizer Hotels geschmückt. Der andere Herausgeber der Zeitschrift, Th. H. Pantenius hat für das Heft einen Aufsatz über den russischen Zaren„Iwan der Schreckliche" beigesteuert, der nach Holzschnitten aus dem XVI. Jahrhundert illustriert ist und einen der furchtbarsten aber auch interessantesten Fürsten schildert, von dem die Weltgeschichte berichtet. Mit Interesse wird man auch den kleinen Aufsatz lesen, in dem Eugen Zabel die große Schauspielerin„Hedwig Niemann=Rabe würdigt. Zeitung.“ Hd. Leipzig, 3. Sept. In der Dom.=Ziegelei Herter in Dittersdorf wurden 6 Arbeiter von einer hereinbrechenden Lehmwand verschüttet, einer von ihnen wurde getötet, die übrigen tödlich verletzt. Hd. Sofia, 3. Sept. Eine unter dem Kommandanten Danew stehende bulgarische Bande hat das Proviantamt von Demotöka bei Adrianopel in die Luft gesprengt. Dasselbe enthielt 20000 Säcke Mehl. Hd. Brüssel, 3. Sept. In Mecheln entstand auf einem Rollwagen, welcher von der Kirmes zurückkehrte, Feuer, 2 Kinder verbrannten. Ein drittes Kind konnte gerettet werden. Die Mutter der verbrannten Kinder wurde bei der Nachricht von dem Unglück wahnsinnig. Hd. Saloniki, 3. Sept. Behufs Einbringung eines Teils der Kriegskosten in Mazedonten wurde der Bevölkerung eine neue Steuer auferlegt und zwar bis zu 1000 Piaster Hd. Konstantinopel, 3. Sept. Die Pforte hat den diplomatischen Vertretungen mitgeteilt, daß Attentate auf die Gesandtschaften und Konsulate zu befürchten seien, weshalb eine scharfe Bewachung erforderlich wäre. Dieselbe soll außer durch Polizei und Gendarmerie auch durch die Mannschaften der fremden Stationsschiffe ausgeführt werden. Hd. Sofia, 3. Sept. Nach Meldungen, die hier aus Burgas am Schwarzen Meer eingetroffen sind, enstand auf den von Varma kommenden Dampfern„Waschkapu", „Anfelentsch" und„Eisernes Tor“, die einer ungarischen Gesellschaft gehören, in früher Morgenstunde nicht weit von Mosembeja entfernt, Feuer. Die Schiffe wurden auf eine Sandbank getrieben. Alle 3 Kapitäne, 6 Matrosen und 19 Passagiere fanden den Tod, sie sind teils verbrannt, teils ertrunken. Der Brand wurde nach einigen Berichten durch eine Kessel=Explosion verursacht, doch will man eher an ein Dynamit=Attentat glauben. Glauben u. Wissen... Die Grenzboten.... Häuslicher Ratgeber.. Illustrierte Welt Illustrierte Wochenschrift. Illustrierte Hausbibliothek Illustrierte Wäschezeitung Illustrierte Zeitung Jugendblätter Kunstgewerbe fürs Haus Licht u. Leben wöchentlich, 1,35 wöchentlich, 3.— à Nr. 0,15 wöchentlich, 2.— 14tägig, à Heft 0,25 monatlich, à Heft 0,50 (jährlich 1.25 pr. Quartal 13 Nr. 6,— wöchentlich, 1,25 14tägig, à Heft 0,30 wöchentlich, monatlich, monatlich, pro Quartal monatlich, monatlich, pro Quartal 0,15 0.75 0,60 7— 0,5 4,50 0,60 Mode=Salon.. 14tägig, à Heft 1,25 Moderne Kunst..... 14tägig, à Heft 0,60 Modenwelt, große.... 1.— Modenwelt, kleine. 14tägig, 0,75 Mode und Haus mit Schnittmuster, 14tägig 1,25 „„„ ohne„„ 1.— Modentelegraph..... monatlich, à Heft 1,75 Monatsschrift für Kinder.. monatlich, 0,50 Monatshefte, neue.... monatlich, 1,25 Musikzeitung..... 14tägig,„„ 1, Pädagogische Brosamen:. monatlich, Jahrg. 1,50 Prakt. Ratg. f. Obst=u. Gartenbau wöchentlich, 1,— Quellwasser fürs deutsche Haus wöchentlich, 1,50 Sonntagszeitung für Deutschlands Frauen Universum Ueberall Soldatenhort Soldatenfreund Ueber Land und Meer Wetterbericht. 4. Sept. Wolkig, teils sonnig, meist trocken, angenehm warm. 5. Sept. Vielfach heiter mit Wolken, warm. Stellenweise Gewitter. 6. Sept. Wolkig mit Sonnenschein, angenehm, meist trocken— Für den redaktionellen Teil verantwortlich Wilh. Schade. wöchentlich, à Heft 0,20 .. wöchentlich,„ 0,30 .. wöchentlich,„ 0,30 .. w ö c h e n t l., à H e f t 0, 2 0 ... monatl., jährlich 9,— :. wöchentlich, 3,— . monatlich, à Heft 0,50 „„„ Oktav=Ausgabe, 1,— Von Haus zu Haus... wöchentlich, 1,50 „Die Woche“...... wöchentl., à Heft 0,25 Die Weite Welt.... wöchentl.,„ 0,25 Weltall und Menschheit..„ 0,60 Die Welt....... 7„„ 015 Zur guten Stunde... vierreljahri. 7X, 2,50 Die Journale kommen Samstags zur Ausgabe. C. Draussche Buchhaublung, PNEN RHEINISCHE FAHNENFABRIK WILHELN HAMMANN ∆ 5 Bekanntmachung. Soeft verlegt. Als Mitglieder der Kommission habe 2. den Tierarzt Hermessen daselbst als Stellvertreter des Vor9 den Schmiedemeiter, Bzgesigegg. 5. den Schmiedemeister 4l8 Sachvephergo en itze Ziugast Seshvertreter ernannt. . Der Regierungs-Präsident. In Vertr.: Muller. Schwerter Turn=Verein (Mitglied der deutschen Turnerschaft). Samstag, 5. Sept. 1903, 9 Uhr abends: Sedanfeier. Einmachfruchte schützt sicher vor dem Verderben mein SalicyI-Kräuteressig. * Alle anderen Einmachartikel bekannt gut und preiswürdig bei Ernst Klein, Hüsingstraße 15. Eine Wohnung von 2—3 Zimmern zu vermieten. Sedanstraße 7. Eine schöne von 2 Zimmern und eine von 3 oder 4 Zimmern ist zum 1. Oktober oder später zu vermieten. Hörderstraße 79. Bekanntmachung. Der Gerichtstarater Eduor) aig Bfentlichet pe Arnsberg, den 17. August 1903., kränzchen. Der Regierungs-Präsident. In Vertr.: Müller. Bekanntmachung. An Stelle des ausgeschiedenen Klempnermeisters Wilhelm Vetestein wphabe ich den Siluckateur August Scheurer zu Bochum zum Vorsitzenden und den Malermeiste,enl ggtgagp, 1und Banzerag Bochum— mit dem Sitze in Bochugeng„hestehenden MeisterMaler, Sater, Schloser, Schmiede(ausgenommen die Huftszu Höchsten, Gem. Riederhosen schmiede), Schneider, Schuh= und Schäftemacher, Stellmacher,] Wellinghofen, 31. August 1903. Tischler und Uhrmacher ernannt..an g Miaust 1902 Arnsberg, den 6. August 1903. Der Regierungs-Präsident. In Vertr.: Müller. Standesamt Wellinghofen. Anmeldungen vom 15. bis 31. August 1903. Geburten: 1 Sohn: Hochofenarbeiter Friedr. Schimpf, Brünninghausen. Bergmann Louis Fluhme, Höchsten. Bergmann August Weischede, Wellinghofen. Bergmann Friedrich Boeyner, Brücherhof. Kaufmann August Klempt, Wellinghoferheide. Berg mann Michael Pawlicz, Brünninghausen. Bergm. Ludw. Klemp, Höchsten. 1 Tochter: Bergmann Ernst Hühnert, Benninghofen. Bergmann Wilhelm Spaenhoff, Benninghofen. Werkmeißter, Sduar) Voß, Benninghofen. Bergmann Heinrich Königsfeld, Bittermart. Bergmann August Siepmann, Loy. Verwaltungssekretar August e Auf gebote: Schreiner Friedrich Walbaum und Emma Johanna Brune, Höchsten. Bergmann Otto Schleenkamp und Spme Hhesch l.eFungen: Büchhalter Heinrich Wöhrmann und Helene Silbersiepe, Castrop und Benninghofen. Sterbefälle: Emma Breucker, Lücklexzberg, 5 M. 1 Wilhelmine Löhr geb.,„ Geitmann, Lücklergherg, 50 o. 1 M. Hulda Göge, Wellinghoferheide, 3 J. 4 M. 23 T. Walter berg, Wellinghofen, 1 M. Lina Mohr, Brücherhof, 15 J. 5 an 3 T. Dreher Friedrich Lourse, Höchsten, 17 J. 11 M. Standesamt Schwerte. Anmeldungen vom 15. August bis 1. September 1903. 1. Geburten: 1 Sohn: Rottenführer Friedrich Cordes. Bremser Friedrich Schreier. Dachdecker Heinrich Quick. Fabrikarbeiter Karl Diedrich Niermann. Kaufmann Paul Liese. Straßenbahnführer Hellmuth Freitag. Bauunternehmer Franz Stellbrink. S op 1 Tochter: Dreher Ludwig Heierhoff. Fuhrlnecht Josef Wiesweg. Gastwirt Heinrich Hufnagel. Fabrikarb. Ernst Kesselheizer Karl Behrendt. Prakt. Arzt Dr. med. Richard Emmerich. Bahnarbeiter Karl Kirchhoff. Zuschläger Franz Hashoff. Metzgermeister Wilhelm Bucker. Konditor Friedrich Rösener. Polierer Johannes Schreier. Schuhmachermeister Johann Stoffelen. 2. Aufgebote: Hufschmied Hermann Spangenberg und Eheschließungen: Schuhmacher Georg Eichenauer und Maria Döbbeler zu Schwerte. Möbelhändler Gnstav Grafe und Pauline Purscher zu Castrop und Schwerte. MaschinenTechniker Louis Backhaus und Anna Jungesblut zu Schwerte. 4. Sterbefälle: Maurer Johang Metzung 77 Jahre.) Sogk, gesalz., 62 Steinbrucharbeiter Franz Staudinger 28 Jahre, Elfriede Klinck= Specie, mann 3 Mon. Bureaubeamter Franz Spieß 62 Jahre. Kaufmann Geräuch Heinrich von der Heyde 43 Jahre. Erna Verendt 3 Tage. Maria Hashoff 2 Tage. Kaufmann Hermann Duhme 49 Jahre. Fuhrknecht Heinrich Schulte=Kump 25 Jahre. Hedwig Römer 1 Jahr. Karl Hindersmann 2 Mon. Louis König 12 Jahre. Alma Adam 7 Monate. zahlreiches Erscheinen Vorstand. Viehleuchen. Jestgestellt: Rotlauf. Amt Wellinghofen. Kreis Hörde. Unter dem Schweine=Bestande Die Polizei=Verwaltung. J. J. Der I. Amtsbeigeordnete: Frickenhaus. Grasverkauf II. Schnitt in Westhoff's, Munkenbeck's, Pastorat= u. Oelkampswiese am Montag, den 7. 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