SCang, Amtiches Rresscict Ich den Kieis-Berc! Insertionsgebühr für lokale Anzeigen, die sechsgespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 Pfg., außerhalb 15, Reklame=Zeile 40 Pfg., Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte, Fernsprech=Anschluß Nr. 62. Amt Schwerte. Telegr.=Adresse Braus, Schwerte=Ruhr. Alle Kreis= und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung" rechtsverbindliche Krat. 202. 1. Blatt. Sozialdemokratische FrauenPropaganda. Berlin, 25. August. Dem„Hannoverschen Kurier" wird von hier geschrieben: Mit einer absoluten Mehrheit von 142 Stimmen ist der Reichstagswahlkreis Dortmund bei den letzten Wahlen von den Nationalliberalen verloren und in sozialdemokratischen Besitz übergegangen. Es ist gut, sich diese Tatsache vor Augen zu halten, wenn man in dem als Anhang zum sozialdemokratischen Jahresbericht erschienenen Bericht also in dem Jahresbericht über die sozialdemokratische Frauenbewegung die Mitteilung liest, daß das sozialdemokratische Frauenblatt„Die Gleichheit“, deren Abonnenten innerhalb des letzten Jahres von 4000 auf 9500 gestiegen sind, allein im Kreise Dortmund während der Wahlbewegung 400 bis 500 Abonnentinnen, Bergarbeiterfrauen, gewonnen habe. Liegt da nicht der Schluß nahe, daß vielleicht die Agitation dieser 400 bis 500 Frauen bei der Dortmunder Stichwahl den Ausschlag zu Gunsten zialdemokratischen Kandidaten gegeben habe?„Die Gleichheit“ hat im Berichtsjahre, wie schon neulich angegeben, noch einen Zuschuß von über 3000 Mark erfordert. Vermutlich wird sie demnächst gleich dem„Vorwärts und dem„Wahren Jakob“ der sozialdemokratischen Parteikasse einen Reingewinn zuführen. Was aber noch schwerer wiegt, ist der Einfluß, den ein solches Blatt ausübt, das wahrscheinlich eine Lücke ausfüllt und an dem viele sozialdemokratische Arbeiterinnen mitarbeiten. Die bürgerlichen, insbesondere die liberälen Parteien kümmern sich um derartige Ding nicht. Die sozialdemokratische Frauenbewegung ist noch jung, aber sie hat schon kleine Erfolge aufzuweisen, und der Umstand, daß es bereits jetzt über ganz Deutschland verstreut 76 weibliche sozialdemokratische Vertrauenspersonen gibt, zeigt uns, daß an an einer umfassenden, planmäßigen Organisation der Genossinnen gearbeitet wird. Die ganze Propaganda bezweckt in der Hauptsache die Mitwirkung der sozialdemokratischen Frauen und Mädchen bei Wahlkämpfen, gleichviel, ob es sich um Wahlen für den Reichstag oder die Landtage, für Gemeindevertretungen oder Gewerkschaften handelt. Von dem Recht der Frauen, vom Tage der Bekanntmachung des Wahltermins an bis zur vollzogenen Wahl politischen Wahlvereinen anzugehören, oder selbst solche zu gründen, ist bekanntlich in diesem Frühjahr mehrfach Gebrauch gemacht worden. In Berlin, Charlottenburg, Altona wurden Frauenwahlvereine gegründet; der Berliner Verein, der es fast auf 1000 Mitglieder brachte, hat sogar dem Parteivorstande 300 Mk. zum Wahlfonds übermittelt. Der Parteivorstand andererseits hat die sozialdemokratische Frauenpropaganda durch massenhafte Versendung von Broschüren und Flugblättern unterstützt. Die Zentralkasse der„Genossinnen“ hatte über 1800 Mk. Einnahme und über 200 Mk. Ersparnis. Rühmend wird hervorgehoben, daß die Vertrauenspersonen vielfach die lokalen Unkosten aus eigener Tasche gedeckt haben. Neben Frauenbildungsvereinen sind in verschiedenen Städten„Beschwerdekommissionen der Arbeiterinnen“ begründet worden. Es gibt sogar„Werkstubensitzungen", sowie„Lese= und Diskussionsabende der Genossinnen“ zur planmäßigen Heranbildung weiblicher Agitationskräfte, die schon bei den Reichstagswahlen dieses Jahres wertvolle Dienste geleistet haben. Man wird die sozialdemokratische Frauenbewegung hinfort keineswegs als eine quantité negligeable betrachten dürfen, über die man sich mit einigen billigen Witzen hinwegsetzt. Die Eroberung des Dortmunder Reichstagsmandats darf den Genossinnen als Verdienst guigeschrieben werden. Deutscher Katholikentag. — Berlin, 28. August. Wie der„Germ" aus Köln telegraphiert wird, begann heute vormittag um 10½2 Uhr, nachdem die 4. geschlossene Versammlung den Rest der Anträge erledigt hatte, die vierte öffentliche Versammin der wiederum überfüllten Festhalle. Unter stürmischem, langandauernden Beifall der Versammlung gab Präsident Dr. Orterer zunächst die Antwort des Kaisers bekannt u. brachte ein Hoch auf denselben aus. Hierauf sprach Prof. Frhr. v. Hertling über katholische Wissenschaft. Dann Samstag den 29. August 1903. dankte dem Präsidenten, ebenso Kardinal Ferrari. 1½ Uhr wurde der Katholikentag geschlossen. hielt Professor Kummer=Gelsenkirchen einen Vortrag über Volksbildung u. Volksunterhaltung, welchem die Schlußrede des Präsidenten Dr. Orterer folgte. In derselben hob er hervor, daß niemals eine solche Begeisterung geherrscht habe, wie diesmal, als die Aufhebung des Jesuitengesetzes gefordert wurde. Das Programm des Katholikentages sei reichlicher erfüllt, man habe in Einheit und Frieden gearbeitet. Der Kampf sei nicht zu Ende, wenn auch die Frontstellung verändert sei. Kardinal Fischer Politische Uebersicht. Deutschland. — Unser Kaiser, der Donnerstag abend in Kassel den Offizieren des 11. Armeekorps ein Festmahl gab und dabei unter Erinnerung an die hervorragende Geschichte der Regimenter auf das Wohl des Korps trank, machte am Freitag mit seiner Gemahlin, dem Prinzen Eitel=Friedrich und dem Herzog von Koburg=Gotha einen Spazierritt. Mittags hörte der Monarch Vorträge. Am Abend wohnten beide Majestäten dem Festessen für die bürgerlichen Behörden der Provinz Hessen=Nassau bei. Der Kaiser leerte sein Glas auf das fernere Gedeihen der Provinz. Der Reichsanzeiger veröffentlicht auf fünf Spalten die Auszeichnungen, die der Kaiser in Hessen=Nassau verliehen hat. —Die Kaisermanöver werden für unsere Feldartillerie von erhöhter Bedeutung sein, weil dabei zwölf Batterien der neuesten Rohrrücklauf=Feldgeschütze, die wahrscheinlich auf beide Heereskörper gleichmäßig verteilt werden, in Tätigkeit treten. Die im Frühjahr dieses Jahres von der preußischen Heeresverwaltung bestellten zwölf Batterien dieser Geschütze sind so rechtzeitig an die betreffenden Truppenkörper abgeliefert worden, daß ihre Mitbeteiligung an den Kaisermanövern außer Zweifel steht. Daß außer diesen zwölf Batterien weitere Arbeiten an den neuen Geschützen im Gange sind, bestreitet die„RheinischWestfälische Zeitung entgegen den Mitteilungen anderer Blätter. Die Entscheidung über die Einführung der Rohrrücklauf=Feldgeschütze wird erst nach den Kaisermanövern fallen, sie wird aber bei der jetzigen günstigen Beurteilung dieser Geschütze fraglos zu deren Gunsten lauten. = Auch Frankreich hilft. Wie die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung“ meldet, hat der französische Botschafter in Berlin dem Auswärtigen Amt im Namen des Präsidenten der französischen Republik als Beitrag zur Linderung der Not in dem vom Hochwasser heimgesuchten Bezirken Schlesiens die Summe von 5000 Franks übergeben. Italien. = Quirinal und Vatikan. Kaiser Franz Josef wird voraussichtlich schon recht bald in der Lage sein, den seit vielen Jahren schuldigen und von ihm heiß ersehnten Besuch in Rom abzustatten. Es laufen von den verschiedensten Seiten Nachrichten ein, denen zufolge die Widerstände beseitigt sind, die sich bisher einer Reise des Kaisers nach Rom entgegenstellten. Diese Tatsache ist für den Bestand des Dreibundes von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Bestimmte Dispositionen über die italienische Reise sind in Wien zwar noch nicht getroffen, man meint indessen, daß sie recht wohl bereits im kommenden Frühjahr erfolgen können. Inzwischen werden auch Präsident Loubet und der Kaiser von Rußland im Quirinal wie im Vatikan ihre Besuche abgestattet haben, womit der Bann gebrochen werden dürfte, dessen Aufrechterhaltung von dem verflossenen Kardinalstaatssekretär Rampolla in dreibundfeindlichem und frankreichfreundlichem Interesse mit unablässigem Eifer betrieben wurde. Rußland. = Ein neues Ausnahmegesetz in Finland. Für Finland ist soeben eine Verfügung erlassen worden, die für manche Gewerbetreibende schwerwiegende Folgen nach sich ziehen kann. Der Gouverneur von Nyland hat angeordnet, daß die Besitzer von Gasthöfen und die Vermieter möblierter Zimmer verpflichtet seien, jedem, der bei ihnen ein Unterkommen wünsche, einen entsprechenden Raum zur Verfügung zu stellen. Ebenso darf kein Inhaber eines Restaurants oder einer Speisewirtschaft einem Gaste Essen oder Trinken verweigern. Dann folgen noch weitere unwesentliche Bestimmungen. Der Gouverneur teilt ferner mit, daß, wer dieser Vorschrift zuwider handelt, eine Geldstrafe bis zu 400 Mark zu gewärtigen hat. Endlich soll die Entscheidung über die Verletzung der Anordnung nicht den ordentlichen Gerichten überwiesen, sondern allein vom Gouverneur getroffen werden. Der Erlaß hat eine Vorgeschichte. Vor einiger Zeit lebte in Helsingfors ein Berichterstatter der„Moskowskija Wjadomosti,“ der seinem Blatt wiederholt Artikel über die Zustände im Großfürstentum zusandte, die von der Wahrheit stark abwichen und Schmähungen der finländischen Einrichtungen und Verhältnisse enthielten. Als er darauf aufmerksam gemacht wurde, weigerte er sich, seine Irrtümer richtig zu stellen. Infolgedessen richtete sich der Unwille der Bevölkerung Finlands gegen den russischen Publizisten und es kam zu besonderen Kundgebungen gegen ihn. Seine Abonnementspreis pro Quartal 1 Mark 65 g., 42 Pfg. Bestellgeld, wenn durch die Post bezogen. Erscheint an jedem Wochentage. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustriertes Familienfreund.“ 36. Jahrgang. Wohnung wurde gekündigt, und vergeblich bemühte er sich, eine andere zu finden. Als er sich in einen Gasthof begab, verweigerte man ihm die Aufnahme. Nicht besser erging es ihm, als er einen zweiten und dritten aufsuchte. Er fand tatsächlich nirgends ein Unterkommen und ware auf der Straße geblieben, wenn nicht die russiischen Offiziere ihn in ihre Kaserne gebracht hätten. Nicht besser erging es dem Berichterstatter, als er in verschiedenen Wirtschaften versuchte, eine Mahlzeit zu erhalten. Ueberall wurde ihm ein ablehnender Bescheid zuteil. Hätten ihm nicht die Offiziere Verpflegung gewährt, so ware es ihm tatsächlich nicht möglich gewesen, irgendwo in Helsingfors Speise und Trank zu bekommen. Bald darauf fuhr der Berichterstatter fort, und die Sache schien damit erledigt zu sein. In Regierungskreisen herrschte indes eine große Erbitterung, die sich noch steigerte, als die Helsingforser Bevölkerung in ähnlicher Weise gegen andere Personen vorging, die sich gleichfalls durch ihr Verhalten mißliebig gemacht hatten. Der letzte Ukas bildet also gewissermaßen die Antwort der Regierung auf das Verhalten gegen Personen, die sich ihrer Gunst erfreuten. Da der Gouverneur von sich aus endgiltig alle solche Fragen entscheiden kann, so wird es an Willkürakten jedenfalls nicht fehlen. Das freie Finland wird immer mehr auf Grund von Ausnahmegesetzen regiert. Afrika. = Der Negus Menelik von Abessynien ist so schwer erkrankt, daß sein Ableben vielfach befürchtet wird. Der Negus steht im 60. Lebensjahre und besitzt keine männlichen Erben. Der Mann seiner Tochter, der am Ersten zur Thronfolge berufen wäre, ist laut„Voss. Ztg. bereits 1889 gestorben. Es ist daher mit Sicherheit zu erwarten, daß der abessynische Königsthron zum Zankapfel der ehrgeizigen abessynischen Fürsten und Heerführer werden wird. Italien und England würden es am liebsten sehen, wenn der zivilisationsfreundliche Ras Makonnen die Erbschaft anträte. Allein dieser hat nicht nur ernsthafte Nebenbuhler, sondern ist auch bei der Königin schlecht angeschrieben. Wichtiger aber ist noch der Umstand, daß Frankreich in die englischen und italienischen Beziehungen zu Abessynien ein gewichtiges Wort hineinredet, so daß es dieses Umstandes halber beim Tode Meneliks leicht auch zu internationalen Verwickelungen kommen könnte. Wünschte die Kaiserin Eugenie den Krieg von 1870? Nicht ohne Interesse dürfte über diesen Punkt die Anicht des Geschichtsschreibers der Napoleonischen Aera, Frédéric Masson, sein, die Adolphe Brisson mitteilt und die in der„Kölnischen Zeitung“ wiedergegeben wird. Als man einst bei einem Gespräche die ganze Verantwortlichkeit für diesen Krieg der Kaiserin zuschob, erklärte Masson eine solche in Frankreich allgemein verbreitete Meinung für sehr gewagt. Zunächst spreche hierfür ein Auftritt dem er selbst beigewohnt habe, dessen kleinste Einzelheiten auf immer seinem Gedächtnis einverleibt bleiben.„Es war," erzählte Masson,„in dem Augenblick, als der Kaiser mit dem kaiserlichen Prinzen zu seinem Generalstab abreiste. Dem Prinzen hatte man bei der Gelegenheit die Uniform eines Unterleutnants angelegt. Noch sehe ich ihn vor mir, wie er stolz und kühn, die Freude in den Augen, seinen langen Säbel schleppen ließ und mit seinem sporenklingenden Stiefel den Boden stampfte. Die Mutter nahm ihn in ihre Arme, küßte ihn leidenschaftlich und murmelte: „Tu Deine Pflicht, Louis!“ Und als Napoleon und der Prinz verschwunden waren, brach sie in heftiges Schluchzen aus. Wir suchten sie zu trösten; wir sprachen von den bevorstehenden Siegen, von der Tüchtigkeit der Offiziere und Truppen.„Ich weiß das alles,“ sagte sie,„und habe die beste Hoffnung; aber mein Herz ist bedrückt; lassen Sie mich, meine Herren, ich bedarf der Sammlung und des Gebetes.“ Den Einwand, daß das Entsetzen der Kaiserin durch deren Gewissensbisse über ihre unvorsichtige Entfesselung des Krieges und die ihr bei Mißerfolg bevorstehenden Vorwürfe erklärlich sei, hielt Masson für völlig unberechtigt. Er führte ihren Schrecken auf einen Vorgang zurück, der sich einige Jahre vor der französischen Niederlage in Biarritz abgespielt hatte und den er folgendermaßen wiedergab:„Das berüchtigte Medium Hume bildete damals den Hauptreiz der kaiserlichen Abendunterhaltungen. Hume gab Zauber=Vorstellungen, wobei er gewisse Erscheinungen seiner Taschenspielerkünste auf den Einfluß der Geisterwelt zurückführte. Eines Abends wiederholte er ein Experiment Cagliostros, indem er sich erbot, der Kaiserin deren Zukunft in einer Wasserkaraffe zu zeigen. Die Kaiserin, die als Spanierin für das Wunderbare schwärmte, war damit einverstanden. Hume hob die Flasche gegen die Lampe, die Kaiserin trat ängstlich heran Kaisermanöver 1903 T. alhalleber Pess-P SJ FRANRENHAUSE n Osterhan. Kfafterstef: 0 Liegeina # Dramgreta akogebe7 ERFU RuSAA 04. Su Bekanntlich finden am 2. und 5. September in Sachsen die großen Manöver des 12. und 19.(2. sächsischen) einerseits und des 4. und 11. Armeekorps anderseits vor dem Kaiser und dem Könige von Sachsen statt. kunft des Kaisers zur Teilnahme an den Manövern erfolgt in Dresden am 1. September, wo großer militärischer Empfang stattfindet. Der Kaiser wohnt im Königlichen Schlosse. Für den Nachmittag ist ein Besuch der Deutschen Städte=Ausstellung im städtischen Ausstellungspalaste„vorgesehenz,„m Rittwpoch, 2. Septzmbgr, findet bei Zeitham um 10 Uhr die Parade des IE.(1. ächsischen) Armeekorps und der besonders zusammengestellten Kavallerie=Division B statt. Danach nimmt der Kaiser in Dresden an dem Parademahl beim König Georg teil. Abends fährt der Kaiser nach Erfurt und der König Georg für die nächsten Tage nach Leipzig. Am 5. September wird Kaiser Wilhelm von Merseburg aus vormittags auf Bahnhof Wahren bei Leipzig eintreffen und sich von da nach dem Lindentaler Exerzier platze zur Parade des 19.(2. kgl. sächsischen) Armeekorps begeben. Nach der Truppenschau wird der Kaiser bis Wahren reiten und von da nach Leipzig mit der Bahn fahren. In Leipzig ist der Kaiser abermals Gast des Königs Georg im dortigen, an der Goethestraße gelegenen u Das für die Kaisermanöver bestimmte Terrain ist in unserer beistehenden Karte dargestellt. Es schließt ein Viereck ein, dessen Winkel etwa die Lage der Städte Halle, Eilenburg, Gera, Erfurt bezeichnet. Ein aus gar mannigfaltigen politischen Territorien zusammengesetztes errain: den altmagdeburgischen, später kurbrandenbur gischen Saalkreis, die Hochstifter Merseburg und ZeitzRaumburg, im Osten bedeutende Stücke der alten. grafschaft Meißen, im Westen einen Teil der Grasschaft Mansfeld, das Stadtgebiet von Erfurt und den Nordrand der thüringischen Herzogtümer umfassend. schneidet diese Fläche die Saale, einer jener deutschen Ströme zweiten Ranges, deren Täler und Uferlat schaften, wie die des Mains, des Neckars und der Mosel, durch eine Fülle historischer Wandlungen und Geschehnisse in überaus reizvoller Weise seit den Anfängen unserer Geschichte belebt worden sind. Hauptquartier des Kaisers ist für die ersten Tage Schloß zu Merseburg. Der Kronprinz, sowie ein Teil des kaiserlichen Gefolges nehmen in dem nördlich von burg an der Saale gelegenen Schlosse Schkopau Wohnung, während die an den Manövern teilnehmenden fremdherrlichen Offiziere meist in Halle untergebracht Dem nach den Paraden angesetzten Ruhetage am 6. September folgen am Montag, 7. September, bis Freitag, 11. September, Kriegsmärsche und Feldmanöver, voraussichtlich in dem Gelände zwischen Merseburg und Erfurt. und erkannte oder glaubte in den regenbogenartigen Lichtstrahlen ein den Tuilerien ähnliches Schloß, sewie das Datum 1870, und zwar dieses in blutiger Schr##, z1 kennen. Run erging sich die Kaiserin am 15. August 180 im Garten der Tuilerien. Die Hitze war erstiacne. D Pariser begannen infolge der täglich von der Grenze laufenden ungünstigen Nachrichten unruhig zu werden, und besorgt lauschte die Kaiserin auf das durch das Gartengitter dringende Geräusch. Plötzlich erbleichte sie. Bei einer Wendung des Kopfes hatte sie entdeckt, daß der gewaltige Bau der Tuilerien sich von einem mächtigen Feuerhimmel abhob. Es sah so aus, als wenn ein gewaltiger Brand die Gesimse, die hohen Fenster und die vergoldete# Balkons der kaiserlichen Wohnung verzehrte. Und die Kaiserin schrie:„Die Prophezeiung! Hätte der Kaiser doch auf mich hören wollen!" Ob sich aus derartigen Vorgängen, bei welchen das weibliche Herz und weibliche Nerven eine das Staatswohl überwiegende Rolle spielen, indes Geschichte machen läßt, durfte doch recht zweifelhaft . Kleine Chronil. + 400 Soldaten typhuskrank. Auf dem bayerischen Truppenübungsplatz Hammelburg erkrankten laut Fränk. Kur. 300 bis 400 Mann und mehrere Offiziere der Inf.=Reg. Nr. 4 und 8 unter typhösen Erscheinungen. * A u f h o h e r S e e p l a t z t e d a s H a u p t d a m p f r o h r d e r Backbordmaschine des Bremerhavener Dampfers„Neckar" wurden verbrüht, zwei andere Heizer erlitten leichtere V letzungen. Der Dampfer kehrt nach der Weser zurück. + Aus den Alpen wird gemeldet, daß zwei Engländer mit einem ihrer Führer in der Berninagruppe nach der tealtenischen, Seste ubf Echzpeizger Seite ab. Er schver verlest, konnte aber die Pontresina bringen. Ferner stürzte ein Tourist mit seiner Frau und dem Führer ab. mehr genommen, sich weiter um unfähigkeit am 1. Juni 1900 bei der Landes=Versicherungsanstalt Wersalen geltend zur alen Instanzen zurückgewiesen. Es wurde vom 1. Juni 1900 ab eine standen haben würde. Die Nichtbewilligung war nach Entscheiteilen. Nach den Bestimmungen dzsgdt,poatitch agein Gache des Arbeitgebers, die Oyarkent zut verwenden. Wenn also der Bedes Invalidenversicherungsgesetzes vom 13 Juli 1890 der Arbeites bes§, als ein„unmittelbarer“ anzusechen ist, und im da eine Rente nicht gewährt worden wäre. Haus= und Landwirtschaft. Rechtspflege. Raten von 12,45 Mk im voraus vom 1. Juni 1901 ab, . bis 1. März 1903 fälligen Beträge mit 4% Zinsen Maßgebend für diese Entscheidung waren im Wesentdemn Jahre 180 dis dum. Juni 190d unuaterbrochen besätälig beklagte Arbeitgeber den Kläger, welcher sich nach Inkraftire des Invaliditäts= und Alters=Versicherungsgesetzes vom 22. Juni 1889 im Jahre 1891 eine Quittungskatte hatte wollen, hiervon mit dem Bemerken abgehalten, er werde schon da für sorgen. Auf dieses Versprechen hin, und auch, weil er eine Unhöflichkeit hielt, von seinem Arbeitgeber zu verlangen, daß er ihm die Karte vorzeige, hatte der Kläger keine Veranlassung (Bienenzucht und Landwirtschaft.) Die Bienenzucht wird zumeist nur des Nutzens wegen gepflegt, den der Honig= u. Wachsertrag bringt. Sie ist in diesem Sinne eine zucht ze. Viel bedentender, als der direkteRtuten,z st edgah schaft. Durch den Besuch der honig= und pollenspendenden Pflanzen vermitteln die Bienen, die man darum auch wohl die Heinzelmännchen des Landwirts nennt, die Fruchtbestäubung und somit gute Befruchtung der Blüten. In Amerika gibt es Farmen, wo die Biene nur zwecks Befruchtung der Obstbäume gehalten werden. Der Obstbau Australiens wurde erst bedeutend, als man unsere Bienen dort einführte. Früher blühten die Bäume zwar auch reichlich, aber der Fruchtansatz war nur mangelhaft. Der größte Naturforscher des 19. Jahrhunderts, Darwin, hat durch Versuche nachgewiesen, daß ohne den honigsuchenden Insekten viele Kulturpflanzen, besonders die Kleearten, überhaupt keine keimfähigen Samen erzeugen können. Ein gewöhnliches Volk enthält durchschnittlich im Sommer 20000 Bienen; 80 fliegen davon in jeder macht von 7 Uhr morgens bis 5 Uhr nachmitags 48000 Ausflüge. Jede Biene besucht während ihres Ausfluges mindestens 50 Blüten, das wäre pro Tag 2400000, sagen wir rund 2 Millionen Blüten. Da im Mittel 100 schöne Tage gezählt werden, kommt man zu der enormen Summe von 200 Millionen Blüten, die von den Bienen eines einzigen Stockes besucht werden. Angenommen, daß nur der 10.Teil dieser Blumen ihre Befruchtung der Biene verdankt, so hat man immer noch 20 Millionen Befruchtungen pro Volk. Schätzen wir den Wert von 5000 Beruchtungen auf einen Pfennig, so schuldet die Landwirtschaft jedem Bienenvolke 40 Mark. Es darf daher kaum zu viel behauptet sein,wenn man erklärt, daß der indirekte Nutzen den direkten übertrifft. Deshalb sollten gerade unsere Landwirte Freunde der Bienen sein und wenn möglich Bienenzucht treiben. Ein anschauliches Bild vom Leben und Treiben im Bienenstaate wird die demnächst in Unna stattfindende Ausstellung des westfälischen Hauptvereins für Bienenzucht darbieten, deren Besuch wir daher jedem Naturfreunde empfehlen können. (Große Fleischzufuhren aus Sibirien) durften demnächst in Berlin eintreffen. Es hat sich nach der Allg. Flsch.=Ztg. für die Fleischeinfuhr aus diesen durch die große sibirische Eisenbahn neu aufgeschlossenen Gegenden eine Gesellschaft gebildet, die von Berlin geeignete Leute zum Einkauf entsendet. Es kommt für dieses Geschäft gepökeltes Rindfleisch in Stücken von 4 Kg. in Betracht, das in ganzen Wagenladungen von 10000 Kg. verschickt wird. Nur besseres Vieh soll geschlachtet werden. Die Ausgaben für Transport, Zoll und, sonstige Spesen stellen sich auf 3500 Mk. für 10 000 Kilogramm. Lokales. ** Schwerte, 29. August 1903. * Schöffengerichts=Sitzung vom 28. August. Die besten Nachbarn sind es nicht, die Eheleute Fabrikarbeiter Gustav E. von hier. Dieselben waren nämlich beschuldigt, die mit ihnen im gleichen Hause wohnende Ehefrau des Zechenarbeiters Gustav R. durch Schlagen und Kratzen körperlich vorsätzlich mißhandelt und mit Wasser beschüttet zu haben. Da die Sache milde lag, kam die Ehefrau E. als die Meistbeteiligte mit einer Geldstrafe von 6 Mark davon ab; ihr Eheherr, der sich nicht so sehr hervorgetan hatte, braucht nur 3 Mark zu zahlen.— Alsdann wurde aus der Untersuchungshaft zu Hagen der Schlosser Gustav Lange aus Gestendorf vorgeführt. Derselbe hatte sich unter dem Vorgeben, er arbeite auf dem Dortmunder Wasserwerk, bei dem Fabrikarbeiter I. C. hier einquartiert. Dies wäre ja nun nicht so schlimm gewesen, wenn er nicht nach 14 Tagen ohne Abschied und Bezahlung des auf 20 Mark angewachsenen Kostgeldes heimlich verduftet wäre. Nach seinem Weggange fand man auch in seinem zurückgelassenen Reisekoffer diverse Gegenstände, welche er dem Schuhmacher G. Cl. abgemopst hatte. Er hatte sich heute nun wegen Betrugs und Diebstahls zu verantworten. Da er schon einmal wegen Betrugs vorbestraft war, wurden ihm 2 Monate Gefängnis zudiktiert. — Leichenfledderer hatten sich zum Schluß in der Person des Arbeiters Bernhard Hirschberg aus Noßberg, des Arbeiters Albert Limer aus Unna, beide ohne festen Wohnsitz, z. Zt. in Untersuchungshaft hier, zu verantworten. Auf ihren Wanderungen trafen dieselben in Westhofen am 22. Juli er. mit dem Ackerknecht Georg G. usammen. Nachdem sie eine Weile gezecht, legte sich G. auf einer Wiese zum Schlafen nieder. Diesen Umstand benutzten die Angeklagten und stahlen ihm ein Paket, welches außer einem Anzug und 1 Paar Strümpfe noch 7 Mark bar enthalten haben soll, sowie ein Hemd, Stock und 2 Pfeifen. Den Diebstahl des Pakets gaben die Angeklagten zu, wollen darin aber kein Geld gefunden haben. Da ihnen nichts Gegenteiliges bewiesen werden konnte, wurden sie dieserhalb freigesprochen. Wegen des gestohlenen Anzuges wurde jedem eine Gefängnisstrafe von 2 Wochen zuerkannt... g6. 85616) *(Die Werning'schen Kriegssenspiele) gelangen hier in Schwerte in der Zeit vom 19. bis einschließlich 27. September vom Schwerter Kriegerverein im Hagemannschen Saale zur Aufführung. Im Laufe der nächsten Tage kommen wir in einigen ausführlichen Artikeln auf diese Festspiele, die bisher allerorten einen gewaltigen Erfolg erzielten, zurüick..... Schwertel, Prchden * Die Nachbarn beschamen Schirekte. Nachbem Hörde schon 500 Mark für die schlesischen Ueberschwemmten bewilligte, wies nunmehr die Stadt Soest zu demselben Zweck ebenfalls 500 Mark an. Unsere nachbarliche kleine Dorfgemeinde Holzen bewilligte den Ueberschwemmten dieselbe Summe, welche die Stadt Schwerte auswarf, nämlich 50 Mark. *(Auf der Hörderstraße) schreiten die Arbeiten zu Legung des Bürgersteiges rüstig voran und dürften in verhältnismäßig kurzer Zeit beendigt sein. Gleichzeitig n der Fahrdamm der Straße mit neuen Kleinschlag versehen. 8(Mehrere auswärtige Blätter) setzen ihren Lesern heute eine Aufsehen erregende Meldung vor von einer Verfügung des Kriegsministers über die zunehmende figkeit der Soldatenselbstmorde und die bagegen zu treffenden Maßnahmen. Mancher denkende Leser wird wohl den Kopf geschüttelt haben; besonders wenn er sich erin nerte, daß in unserm Heere seit Jahren die Zahl der Selbstte, daß m unierm Here seit Johr, zze ftand er. var en. morde in ständiger Abnahme begriffen##, kand er der einem Rätsel. Dies matsel wollen wir ihm durch die Mit teilung lösen, daß die betr. Blätter den Artikel, den sie mit teilung ösen,.—. Zommentaren benlench. mehr oder minder ausführlichen Kommentaten Lepigntz aus der Berliner Volkszeitung entnommen haben.. allerdings hatte vergessen zu bemerken, daß es sich um italienischen Kriegsminister handelt, und so ist de die Verfügung, als vom preußischen Kregsminister h rührend, gedankenlos nachgedruckt worden, obwohl unser Heer derartige Erlasse über die Behandlung Soldaten bekanntlich läugst bestehen ghzaultnaßzen im Hel**(Unnütze Buben) sind zwei Schunnarn im weg. Sie fingen das erst 3½ Jahre alte Mädchen des Straßenbahnschaffners St. ab und trieben in unsittlicht Weise Unfug damit, sodaß die Eltern des armen Mädch gezwungen waren, es in ärztliche Behandlung Hoffentlich wird eine exemplarische Strafe der Lohn beiden Bengel für ihre abscheuliche Tat sein. 2400000, Mittel 100 er enormen den Bienen mmen, daß g der Biene en Befruchn 5000 Bee Landwirt= daher kaum der indirekte llten gerade und wenn s Bild vom semnächst in chen Hauptch wir daher n) dürften nach der diesen durch senen Gegenin geeignete ir dieses Ge4 Kg. in Be000 Kg. verchtet werden. nstige Spesen mm. ist 1903. August. Die Fabrikarbeiter nlich beschulsende Ehefrau i und Kratzen isser beschüttet ie Ehefrau E. on 6 Mark dahervorgetan lsdann wurde hlosser Gustav lbe hatte sich 1 Dortmunder C. hier einlimm gewesen, d und Bezahlgeldes heimlich and man auch se Gegenstände, zemopst hatte. und Diebstahls n Betrugs vorgnis zudiktiert. Schluß in der aus Noßberg, eide ohne festen zu verantworeselben in Westknecht Georg G. gezecht, legte nieder. Diesen stahlen ihm ein Paar Strümpfe owie ein Hemd, 8 Pakets gaben n Geld gefunden bewiesen werden en. Wegen des Gefängnisstrafe spiele) gelangen einschließlich 27. i im Hagemannufe der nächsten hen Artikeln auf n gewaltigen Ererte! Nachdem 1 UeberschwemmSoest zu demselisere nachbarliche zte den UeberStadt Schwerte die Arbeiten zur nd dürften in verGleichzeitig wird einschlag versehen. setzen ihren Lesern ng vor von einer zunehmende Häubagegen zu trefe Leser wird wohl wenn er sich erinie Zahl der Selbstst, stand er vor eihm durch die MitArtikel, den sie mit nentaren begleiten, men haben. Diese daß es sich um den elt, und so ist denn Kregsminister herorden, obwohl für Behandlung von er(Der Verkaufsladen) der hiesigen Eisenindustrie Iserlohn=Schwerte.) Zwischen den Städten Iserhat im verflossenen Geschäftsjahre recht gute Geschäfte ge=lohn, Schwerte und Altena bestand in letzter Zeit eine macht. Wie durch Anschlag bekannt gegeben wird, ver= wisse Rivalität. Während von den letztgenannten Städten teilt derselbe an seine Mitglieder eine Dividende von 10 ruhig für eine neue Bahnlinie Schwerte=Letmathe gearkommenden Monats in Bar aus= beitet wurde, hatte unsere Stadt ein Interesse daran, eine bezahlt wird. Auch das vorhergehende Jahr brachte den Verbindung Iserlohn=Schwerte zu bekommen, um das Beteiligten eine gute Ausbeute.]Umsteigen in Hagen unnötig zu machen und überhaupt *r(Schützenhof.) Wir verweisen auf die heutige eine kürzere Verbindung mit Schwerte und dem SauerAnzeige des Schützenhofes und weisen besonders darauf land zu bekommen. Das Iserlohner Projekt dürfte nun hin, daß die dort auftretenden Kunstfahrer Geschwister Er= Aussicht auf Verwirklichung zu haben, da unser Stadtvergen preisgekrönt sind und vom 6. September ab am„Fre=s ordneten=Kollegium in aeheimer Sitzu denbaum“ in Dortmund auftreten werden, und daß ferner ordneten=Kollegium in geheimer Sitzung beschlossen hat, die Grunderwerbskosten für den Bahnbau durch das Elsedas Programm des Konzerts ein sehr reichhaltiges und ge=tal zu übernehmen. Da diese finanzielle Seite der Frage Ein Besuch dürfte lohnend sein. gelöst ist, dürfte es jetzt mit der Verwirklichung des Pro*“(Schußprämien von 3000 Mk.) für das Abschie= jektes rascher gehen. ßen und Fangen von Wanderfalken, Hühnerhabichten und Herbede, 28. August. Der Rittergutsbesitzer DünkelSperberweibchen setzt der Verband deutscher Brieftauben= berg auf Haus Steinhausen an der Ruhr, welcher im Jahre das alte Rittergut Hardenstein angekauft Summe gelangt Anfang Dezember zur Verteilung, und hat, beabsichtigt, laut„Rh.=Westf. Ztg.“ im nächsten zwar 2400 Mark nach dem Verhältnis der eingelieferten Jahre die Burg Hardenstein aus ihrer Ruine neu erstehen Fänge, während 600 Mark zu Sonderprämien an die zu lassen.„Burg Hardenstein", die reizend vor der höchstbeteiligten Schützen verwendet werden. Außerdem wird für jedes Paar Wanderfalkenfänge eine Zusatzprämie von einer Mark vorabgezahlt. ** Holzen, 28. Aug. In der letzten Sitzung der hiesigen Gemeinde=Vertretung wurde beschlossen, die Sparkassen=Zins=Ueberschüsse aus dem Jahre 1902 zur Verzinsung und Tilgung der aufgenommenen Wegebauschulden und zu außeretatsmäßigen Wegebauten zu verwenden. 02 452n:„Tueß Gagbenstein“, die keigend vor der Hadenstener Schlucht liegt, wird dann wie Burg Blankenstein ein viel besuchter Ausflugsort werden. Gelsenkirchen, 28. August. Fahrkartenhinterziehung und Bestechung. Der Geschäftsmann Otto B. aus Duisburg benutzte im November vorigen Jahres den Schnellzug Duisburg=Gelsenkirchen ohne eine Fahrkarte. Als er in Gelsenkirchen von dem Schaffner angehalten wurde, bot er diesem ein Geldgeschenk an, um sich einer Bestrafung zu entziehen. Das Gericht erkannte gegen den bisher under Minute abzugeben.— Also ein neuer, gewaltiger „Kulturfortschritt“! Hd. London, 29. August.„Standard“ zufolge befinden sich im äußersten Osten 45 russische Kriegsschiffe mit 990 Geschützen und 1300 Mann Besatzung.— Nach einer bestätigenden Meldung aus New=York ankern 32 russische Kriegsschiffe allein in Port Arthur, außerdem werden in ganz Sibirien große Truppenaushebungen und Konzentrationen vorgenommen. Hd. Rom, 29. August. Aus verschiedenen Teilen der Provinz werden agrarische Unruhen gemeldet. In Arrospila drangen 300 Landbewohner in das Besitztum des Prinzen Phiggi und demonstrierten vor dem Gemeindehause, sodaß eine Kompagnie Soldaten aufgeboten werden mußte, welche die Ruhe wieder herstellte. Aehnliche Kundgebungen fanden auf dem Gute des Prinzen Torlonia bei Angilaze statt, das 400 Landbewohner anzugreifen versuchten. Durch Kavallerieaufgebot wurde die Ruhe wieder hergestellt. Auch in Castelnuoro kam es zu Erhebungen. 900 mit Sensen bewaffnete Bauern drangen in die Wohnung des Prinzen Piombino und anderer Großgrundbesitzer. Auch hier wurde Militär requiriert. Der Grund der Erhebung liegt in der Weigerung der Großgrundbesitzer, einen Teil ihres Besitztums an die Gemeinden abzutreten. Hd. Rom, 29. August. Der von Udino nach dem Manöverfelde abgelassene Militärzug ist mit einem Güterzuge zusammengestoßen. Hierbei wurden ein Hauptmann vom 14. Inf.=Regt., 15 Soldaten, ein Lokomotivführer und ein Heizer getölet. Ueber 80 Personen sind verletzt. Der Vollziehung eines Vertrages über Anfertigung, eines bescholtenen Angeklagten auf eine Geldstrafe von hundert Bebauungsplanes wurde vertagt. Für die Ausbesserung g### verschiedener Interesentenwege wurden angemessene Bei)“:, Soest, 28. Aug. Für die durch Hochwasser Geschähilfen gewährt. Das Referat eines Gemeindeverordneten digten bewilligten die Stadtverordneten den Betrag von über das Ergebnis der mit verschiedenen Grundeigentükommerberge wegen Abtretung von Splißteilen mern im Sommerberge wegen Abtretung von Splißteiler zur Herstellung eines neuen Weges gepflogenen Verhandlungen wurde entgegengenommen und hierauf beschlossen, daß falls das von der Gemeinde Holzen gemachte Angebot von 4 Mark pro Rute nicht aceptiert würde, von dem Wegebau überhaupt Abstand zu nehmen. Die auf die Gemeinde Holzen entfallenden notariellen Kosten für Regelung der Wegebauangelegenheiten wurden bewilligt; die andere Hälfte zahlt die Gemeinde Westhofen. Zum Schluß wurde noch für die Notleidenden im Ueberschwemmungsgebiet Schlesien ein Betrag von 50 Mark bewilligt.(Bravo!) Westhofen, 28. Aug. Der die Vertretung des beurlaubten Herrn Amtmanns ausübende Amtsbeigeordnete Herr Dieckerhoff hielt am 26. d. Mts. eine Sitzung des Für den redaktionellen Teil verantwortlich Wilh. Schade. Veranurmachung. Der Neubau einer einklassigen Schule mit Lehrerwohnung, Aborte und Stallung auf dem Buchholz, politische Gemeinde Westhofen, veranschlagt zu insgesamt 18 700 Mark, soll mindestfordernd vergeben werden. Zeichnungen liegen auf hiesigem Amtsbüro— Zimmer Nr. 1,— woselbst auch Angebote gegen Entrichtung der 9 M. pro Stück erhältlich sind, Sprechsaal. Magdeburg, 27. August 1903. Erwiderung auf den Artikel der Schwerter Zeitung vom 25. ds. Mts. betr. die Allgemeine Magdeburger Kranken= und Begräbniskasse für ganz Deutschland. Die Behauptung der Aplerbecker Mitglieder=Ver= Schreivgevuyr in Höhe von 2 sammlung am 22. cr., daß auf eine Beschwerde bei der Di= szur Einsichtnahme offen. rektion der Bescheid eingegangen sei, daß der frühere Vor= Verschlossene Offerten mit der Aufschrift„Schulneusitzende Kosmowski mit 3000 Mark durchgegangen ist, be=bau Buchholz“ sind bis längstens zum 10. Sepiember ruht auf Unwahrheit, da eine solche Antwort von hier aus! d. Is. dem Amte Westhofen einzureichen. Westhofen den 27 August 1903. stand von 50,84 Mk. verbleibt. Sodann wurde gemäß der Forderung der Königlichen Regierung die demnächstige Anstellung eines sechsten Lehrers auf dem Buchholz beschlossen. Der Bau des neuen Schulgebäudes nebst Lehrerwohnung, Stallung und Aborte ist seitens des hiesigen Amtes bereits ausgeschrieben und sind die Offerten bis längstens zum 10. September an das Amt in Westhofen einzureichen. Die Gebäulichkeiten, welche zu insgesamt 18700 Mark veranschlagt sind, sollen dem Vernehmen nach noch in diesem Herbste im Rohbau fertig gestellt werden.— Dem Unternehmer L. hierselbst wurde für Ausführung einiger Pflasterarbeiten an der alten Schule ein Betrag von 58 Mark bewilligt. Hörde, 28. Aug. Des Taschendiebstahls hat sich am gestrigen Abende ein 9jähriges Mädchen aus Berghofen schuldig gemacht. Das verwahrloste Kind schlich in das Kolonialwarengeschäft der Gebrüder Wolff auf dem Markte und stahl einer Frau ein Portemonnaie mit 10 Mark Inhalt aus der Kleidertasche. Nach dem Diebstahl lief das raffinierte Mädchen hinter das Haus, entleerte nicht ergangen ist. Dem Beschlusse der Versammlung, daß das Mitglied Bingel gegen den Subdirektor Weiberg zu Schwerte einen Strafantrag stellen solle, kann die Direktion, sowie Herr Weiberg mit Ruhe entgegensehen, da letzterer unseres Wissens nach stets korrekt, dem Gesetz und den Statuten gemäß gearbeitet hat, was wir Herrn Weiberg nur nachsagen können. Besi Wenn ein erkranktes Mitglied im dortigen Bezirk eine Zeit auf die zuständige Unterstützung warten mußte, so ist das jedenfalls bei der jetzigen, enorm hohen Krankenzahl im Ruhrgebiet zu entschuldigen. Danach sind aber die Kranken immer zu ihrem statutengemäßen Rechte gelangt, was auch fernerhin geschehen wird. Daß der Subdirektor Weiberg scharf gegen die erkrankten Mitglieder vorgeht, kann den übrigen Mitgliedern nur von hohem Nutzen gereichen, da dadurch die gewohnheitsmäßigen Kranken entlarvt und ausgemerzt und somit die übrigen Mitglieder der Kasse geschützt werden. Natürlich sind die Betroffenen nicht zu den Freunden des Herrn Weiberg zu zählen und werden, wie geschehen, die übrigen Mitglieder aufzureizen suchen. Wir können nur konstatieren, daß die stattgehabte Versammlung persönliche Gehässigkeit gegen Herrn Weiberg ist und werden wir, wenn wiederholt dergleichen Artikel in den Zeitungen erscheinen, wie der erwähnte, Westhosen, den 27. August 1903. Amtmann. Der Leigeordnete: Diecterhof. Gras Errtauft Der zweite Grasschnitt in den Wiesen des Fürstlichen Gutes Rotehaus wird Freitag, den 4. September cr., vormittags 10½ Uhr, öffentlich meistbietend verkauft. Coesfeld, den 26. August 1903. Fürstlich Salm=Horstmar'sche Rentei. Mrose. das Portemonnaie und verbarg das Geld ims oder wenn irgend etwas gegen Herrn Weiberg vorgenomc h a r w u n d e h a g h a c h t e t. D i e m a n w e r d e n s o l l t e, l e t z t e r e n H e r r n z u s c h ü t z e n w i s s e n, o h n e zur Hälfte das Vorlemönnale und verrneg.....„ Schuh. Diese Handlung aber wurde bevbachtet. Die Diebin konnte festgenommen und der Polizei übergeben werden, die Bestohlene erhielt ihr Eigentum zurück. Briefkasten. Zimmermeister G. Mein Lehrling will zu einem anderen Berufe übergehen. Der Lehrvertrag ist auf drei Jahre vereinbart. Von der Lehrzeit sind 2 Jahre bereits abgelaufen. Ich will den Lehrling in seinem eigenen Interesse nicht entlassen. Muß er die Lehrzeit aushalten? — Wenn Ihnen der Vater oder Vormund des Lehrlings(oder im Falle seiner Volljährigkeit dieser selbst) die schriftliche Erklärung abgibt, daß der Lehrling zu einem anderen Berufe übergehen werde, so müssen Sie ihn nach Ablauf eines Monats entlassen. B. in H. Ich habe ein Faß Butter gekauft mit der Abrede, daß ich den Marktpreis am Lieferungsort bezahlen solle. Der Verkäufer behauptet, es seien pro Pfund 95 Pfg. vereinbart, während der Marktpreis nur 90 Pfg. beträgt. Ich kann meine Abrede beschwören. Komme ich im Klagefalle zum Eide? — Wenn der Verkäufer auf Zahlung des Kaufpreises klagt, so muß er beweisen, daß 95 Pfg. vereinbart sind. Wenn keine Zeugen da sind, muß er Ihnen den Eid zuschieben. Sie würden also den Prozeß gewinnen, wenn Sie Ihre Behauptungen beschwören können. inen werden sollie, leyieren Herrn zu schuben wissen, Uhnle uns nochmals auf Zeitungsschreibereien einzulassen. Die Direktion. Bemerkung der Redaktion: Wir haben dem vorstehenden Artikel Aufnahme gewährt, nicht weil er die in der betr. Versammlung in Aplerbeck gerügten Zustände berichtigt, sondern im großen und ganzen bestätigt. Denn die ganzen vorstehenden Ausführungen enthalten nicht eine einzige Richtigstellung, sondern lediglich ziemlich lendenlahme allgemeine Redensarten und zum Schluß leere Drohungen. Vorsichtigerweise sagt die vorstehende Erwiderung auch nicht, der frühere Vorsitzende K. ist nicht mit der Kasse durchgegangen, sondern geht um die Sache selbst herum und redet nur davon, daß von Magdeburg aus nicht die Antwort eingegangen sei, K. sei durchgegangen. Warum erklärt man nicht einfach: „K. hat die Kasse nicht betrogen, er ist nicht durchgegangen!“ Uebrigens sind für morgen in Aplerbeck neue Versammlungen in dieser Sache anberaumt worden und wir stehen durchaus auf dem Standpunkt der Aplerbecker Kassenmitglieder, die ihr Recht verfechten und volle Klarheit über die Lage der Kasse haben wollen, zumal in den letzlten Monaten vielfach derartige private Unterstützungskassen zusammengebrochen sind und die zahlenden Mitglieder das Nachsehen hatten. Hoffentlich verschont uns nunmehr die„Direktion“ mit weiteren„Zeitungsschreibereien“, wie sie selbst geschmackvoll oben sagt. E. Mildenberg * empfiehlt per Ss. 22 re. D Pig. &a la. Glühstrümpfe &am Beste Sorte dio. per St. (tadellos anhaltende Leuchtkraft) # 2a. Glühlichtzilinder per St. 2 Hrig. (doppelt gekühlt) K la. Lochzilinder per s. 35.2rie Pfg. Westfalen und Rheinland. * Hagen, 27. Aug.(Eisenbahn=Unfall.) Der abends 6,58 Uhr hier einlaufende Zug Siegen=Hagen hatte gestern auf der Strecke einen Maschinendefekt, so daß er 70 Minuten Verspätung bis zur Ankunft in Altena erlitt. Der Zug mußte solange auf freier Strecke liegen bleiben, bis aus Altenhunden eine Reservemaschine herbeigeholt war. Um den Reisenden das Erreichen des Anschlusses in Hagen zu ermöglichen, ließ die Betriebsinspektion Altena zur fahrplanmäßigen Zeit einen Extrazug nach Hagen abgehen. * Iserlohn, 28. Aug.(Eisenbahnprojekt der„Schwerter Hd. Berlin, 29. August. In Hamburg ist gestern der Raubmörder Speck, welcher in Altona die Witwe Backhaus und in Dresden den ihn verhaftenden Kriminalbeamten Marcus tötete, hingerichtet worden. Hd. Paris, 29. August. Ein Einwohner von Broix bei Ronbroix hat ein neues Gewehrmodell angefertigt, mit welchem in Paris vom 10.—15. September Versuche angestellt werden. Das neue Gewehr, eine Art Mitrailleuse, ermöglicht es, bei geringem Pulververbrauch 40 Schusse in empfiehlt L. Weinberg, Schwerte. Die Berechnung erfolgt nach dem jeweiligen Analysenbefund der landwirtschaftlichen Versuchsstationen. J. Hecht Nachfolger. zunn A1. Rosenberg,# Ostenstrasse 20. Schwerte. Der Aroffrei PrersV endigt am 10. September, und bleiben nur bis dahin die ganz bedeutend 9) herabgesetzten Preise für sämtliche Lagerbestände in Kraft. 0)) = Der Verkauf geschieht nur gegen Bar! aam S. Sec 9 Ostenstrasse 20. Mscher: II. Rosenberg, 5 ) Ostenstrasse 20. Todes-Anzeige. Gestern mittag 12 Uhr nahm uns der Herr unser geliebtes Söhnchen Carl im Alter von 2 Monaten 15 Tag. durch einen sanften Tod in sein himmlisches Reich. Namens der Hinterbliebenen G. Hindersmann und Familie. Schwerte, 29. Aug. 1903. Die Beerdigung Aindet Sonntag, 30. August, vormittags 11¼ Uhr vom Sterbehause, Teichstr. 6, ans statt. 5 Nur noch kurze Zieit dauert der □ Tocal-Ausverkauft eines grossen Dortmunder Warenlagers bestehend in Herren-, Knaben- u. Arbeits-Garderoben zu Kufru „„„„„„ 4 X X Schutzennor-Schwerte. K Sonntag, den 30. August er.: Grosses Konzert verbunden mit Kunstfahren X der rühmlichst bekannten und mehrfach dekorierten### Kunstfahrer Geschw. Erger. 24 Gelegenheitstung# Anfang 3 Uhr. par: Caire 29 pig. 26 = Bier(¼ Ltr.) 10 Pfg.= 32 Es ladet ergebenst ein Alb. Obstfeld. Viehleuchen. Erloschen: Rotlauffeuche. Unter dem Schweinebestande des Schreiners Richard Kogelheide, Fabr.=Arb. Butzki, Fabrikarbeiters Gustav Rohde und des Fabrikarbeitrrs Wilhelm Honert hiers. Schwerte, den 27. Aug. 1903. Die Polizei=Verwaltung. Rohrmann. Vießleuchen. Festgestellt. Unter dem Schweinebestande des Landwirts Friedtich Dahlbüdding und des Fabrikarb. Wilh. Viebahn zu Westhofen, der Witwe Gustav Mertmann zu Höchsten und des Landwirts Petersmann zu Geisecke ist die Rotlaufkrankheit ausgebrochen. Westhofen, den 28. Aug. 1903 Die Polizei=Verwaltung. I. V. Dieckerhoff, Beigeordneter. Ein Kolonialwaren= Geschäft in bester Lage der Stadt ist anderer Unternehmungen wegen per sofort oder später zu vermieten. Das Lokal ist auch zu jedem anderen größeren Geschäft geeignet. Wo, ist in der Expedition d. Ztg. zu erfahren. an die Bewohner von Schwerte und Umgegend. In der Zeit vom 19. bis 27. September 1903 einschließlich, wird der Kriegereuh Scdurnte as Bigkche.„. 40n0n Der deutsch-französische Krieg von 1870ff! Dichtung und Musik von Th. Uhlig in den Sälen im Reiche des Wassers(Inh.: Ludwig Hagemannn) zu Schwerte bonv,„Die Auffährung erinnert an Deutschlands große Zeil und versetzt uns zurick in die denkwürdigen Kriegsjahre von 1870/71, indem in fesselnder Darstellung die bedeutendsten Scenen aus dem gewaltigen Ringen zweier großer Völker vor Augen geführt werden. Allen denen, welche diese erhebenden Tage durchlebt haben, rufen die Darstellungen in ergreifender Weise die Ereignisse und Empfindungen jener unvergeßlichen Jahre in Erinnerung, hald zu heller Begeisterung, bald zu tiefer Rührung hinreißend. Dem jüngeren Geschlecht das diese Zeit nicht mit erlebt hat, stellen, die Bilder die glorreichen Taten der Väter, wie die stillen Opfer der Mütter, Frauen und Jungfrauen in lebendigster und anschaulicher Weise dar, sodaß dadurch die Liebe zu Kaiser und Reich, zu Fürst und Vaterland lodernd ei In diesem Sinne gehen wir ans Werk und bitten die Einwobner von Schwerte nd Umgegend um ihren werten Besuch, damit unsere patriotische Veranstaltung vom besten und fern zu uns kommen, gestärkt in der Liebe Die füinsilersche Durchführung der Festspiele ist in die bewährten Härde des Herrn Paul Werning aus Berlin gelegt, der die Darstellung der lebenden Bilder des Festspiels übernommen hat. Bei diesen Aufführungen wirken etwa 100 Personen(Damen, Kinder und Herren) mit. Näheres werden die demnächst erscheinenden Inserate und Plakate ei. Möge unser Unternehmen, dessen Reinertrag zum Besten hüfsbedürfiger Kargraden und Wohltätigkeitsanstalten bestimmt ist, von allseitiger lebendiger Teilnagme der Bev kerung getragen und von reichem Segen begleitet sein. Schwerte, im August 1903. Der Ehrenausschuß. Kattun Satin für Blusen u. Kleider verkaufe zu und unter Einkaufspreis. C. Quade, Kampstraße 13. Eine am Donnerstag voriger Woche frisch zugetriebene Kuh, dunkelrot, kleine nach innen gebogene Hörner, grauen Fleck auf einem Auge u. ein Horn etwas abgeschnitten, ist aus der Weide Ehrenbrahm b Westhosen seit dem folgenden Tage verschwunden. Jeder, der über den Verbleib derselben etwas weiß, wird gebeten, Nachricht an H. Brass, Kückebansen, baldigst zu geben. 1 tücht. Kuhschweizer mit durchaus guten Zeugnissen sucht auf sofort Stellung. Frau HI. Duisdicker, Stellenvermittlerin, Schwerte, — Markt 3.— Spezial=ReparaturWertstatt für und Nähmaschinen. vorrätig!! 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Ein Fleckchen Land, das selber du errungen, Gilt mehr, als eine dir geschenkte Welt! * Das lerne zuerst, was dich besser machen kann. * Lerne das Kind kennen, und du wirst den Menschen verstehen. ist wohl manches ein Glück, und macht doch manchen nicht glücklich. Wir lernen nur von denen, die wir lieben. —* Ein Tag, gut angewendet, wiegt ein Menschenalter auf. Eine verhänguisvolle Erbschaft. Roman von F. Arnefeld. (8. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten) „Daran ist wohl ohnehin nicht zu denken,“ schaltete Frau Dornedden ein, was sollte den reichen Mann zum Selbstmord veranlaßt haben?“ Er hatte oft recht trübe Stunden, unmöglich wäre es nicht!“ erwiderte Dornedden nachdenklich.„Was „Türen und Fenster waren ordentlich verschlossen, keine Spur von Gewalt daran wahrzunehmen, las Frau Elisabeth weiter.„Kein Schrank, kein Behältnis erbrochen, es ist ein Rätsel, wie jemand eingedrungen und wieder herausgekommen ist, und ein Raub kann auch nicht verübt sein. Man nimmt an, Ahrweiler habe dem Mörder selbst die Tür geöffnet und ihn eingelassen. „Das tat er sonst nicht!“ sagte Dornedden kopfschüttelnd und verfärbte sich sichtlich, als seine Frau entgegnete:„Oder es müßte ein naher Bekannter gewesen sein, er antwortete aber nicht darauf, sondern rief Unterbrich dich doch nicht so oft, was steht noch weiter in dem Brief?“. „Nicht viel. Willibald fragt an, ob du vielleicht eine Ahnung hättest, wer zu Ahrweiler gekommen sein könnte. Sie erschrak über den Zorn, mit dem er entgegnete: „Wie sollte ich, was fällt ihm ein!" „Je nun, du kennst doch weit mehr als alle Anberen von Ahrweilers Vorleben, da wäre es doch eine Möglichkeit," suchte sie ihn zu beruhigen und einlenkend nickte er: „Das ist wohl wahr, aber von dem Mörder weiß ich nichts. Bist du fertig?“=cuis„ „Willibald schreibt nur noch, oaß bas Begraons erst übermorgen stattfindet, weil die Untersuchung Zeit erfordert, und fragt an, ob du dazu kommst, und wann er dich vom Bahnhof abholen soll.“ „Selbstverständlich fahre ich hin, das kann doch gar keine Frage sein!“ rief Dornedden. Es ist mir nur lieb, daß das Begräbnis nicht schon morgen ist. Es würde mir recht hart angekommen sein, wenn ich heute Abend schon wieder auf die Bahn gemußt hätte, so kann ich doch eine Nacht wenigstens wieder im Bette liegen, wenn von Schlafen auch keine Rede sein wird. Jetzt muß ich aber nach der Fabrik hinüber. Er erhob sich muysam vom Sofa. Aber erhole dich doch erst, es hat Dich doch gar zu furchtbar angegriffen, redete sie ihm zu, aber er wider„Nein, nein! Du weißt nicht, welche Arbeitslast auf meinen Schultern liegt. Es kann sehr wohl sein, daß ich einige Tage in Berlin bleiben muß, da soll vorher alles „Wenn Du doch Willibald hier hättest, sagte sie, aber er fiel ihr in die Rede:„Fange doch nicht wieder davon an!“ Sich stark machend, verließ er das Zimmer, die Thür ziemlich geräuschvoll ins Schloß drückend, wie es sonst nicht seine Gewohnheit war. 6. Kapitel. Frau Elisabeth Dornedden blieb nach der Entfernung ihres Mannes noch ein Weilchen in ihrer sitzenden Stellung auf dem mit braunem, schon ein wenig brüchigem Leder überzogenen, mit vielen gestickten Kissen belegten breiten und bequemen Sofa. Den Kopf mit dem noch vollen Haar von einem warmen Blond vorgebeugt, die Hände Schwerte, Samstag den 29. August 1903. über dem auf ihrem Schoß liegenden Brief gefaltet, sah sie sehr ernst und nachdenklich vor sich nieder; mit einem leisen Seufzer stand sie dann auf und trat an das Fenster. Das Zimmer, das in der Familie das Zimmer des Hausherrn hieß, in dem aber beide Gatten gern und häufig gemeinschaftlich weilten, war lang und schmal, einfenstrig und hatte eine recht bescheidene Ausstattung, die zum größeren Teil noch von Herrn Dorneddens Eltern herrührte, deren in Oel gemalte Brustbilder nebst anderen Familienportraits in schwarzen Rahmen an den mit einer schlichten braunen Tapete bekleideten Wänden hingen. Die dazwischen angebrachten Geweihe und ausgestopften Vögel, sowie ein wohlgefüllter Gewehrschrank mit Glasscheiben gaben Zeugnis von der Jagdpassion des Hausherrn. Der blendend weiß gescheuerte Fußboden war nur zum Teil von einem großblumigen, stark abgetretenen Teppich bedeckt; ein länglicher Klapptisch mit einer Decke darüber, ein Rauchtisch, einige Stühle und Sessel mit Sitzen aus Rohrgeflecht, ein großer, grünglasierter Kachelofen, dem eine behagliche Wärme entströmte, eine altmodische Wanduhr und ein Schreibtisch vollendeten das Möblement des Zimmers. ! Der letztere stand am Fenster, das zu einem Erker vorgebaut und mit schneeweißen Mullvorhängen umgeben war, und von hier aus genoß man zu allen Tages= und Jahreszeiten eine reizende Fernsicht. Die Dorneddensche Spinnerei, die schon vom Großvater des jetzigen Besitzers gegründet worden war, lag eine Strecke von der Stadt entfernt, und man konnte von dem auf einer Anhöhe erbauten Wohnhause, ganz besonders vom Erkerfenster des Hausherrn aus, weit hinein ins Land und auf die Kuppen und Spitzen der Ausläufe des Riesengebirges schauen. Dornedden und seine Frau waren nie müde geworden, das abwechslungsreiche und immer wieder neue Bild zu betrachten. Oft hatten sie hier im heiteren Geplander, oft auch in ernsten Gesprächen bei einander gesessen, denn Frau Elisabeth war während ihrer dreißigjährigen Ehe nicht nur die Gattin ihres Mannes, nicht nur die sorgende Mutter ihrer drei Kinder, sie war auch stets seine beste Freundin und kluge Beraterin gewesen, und sie empfand es mit tiefem Schmerz, daß dies in letzterer Zeit anders geworden zu sein schien. Die Uhr hob aus und verkündete mit hellen, langsam verhallenden Schlägen die vierte Nachmittagsstunde. Die Sonne war untergegangen, aber am Himmel stand noch ihr Nachglanz in orange und blaßroter Abtönung; und schweifte der Blick weiter hinauf, wo die Luft aus dem Grünlichen ins tiefe Blau übergeht, so entdeckte er plötzlich dort oben eine neugeborene schmale Mondsichel, die von Minute zu Minute schärfer ward. Ueber Nacht war frischer Schnee gefallen und der Gipfel des„Scharlach", zu dem man vom Fenster aus hinaufschauen konnte, hatte sich in ein dichtes weißes Gewand gehüllt, das geküßt von den letzten Strahlen des scheidenden Tagesgestirns in Purpur und Gold aufleuch tete, bis diese Farben allmählich von dem immer höher und dichter aufsteigenden Grau verschlungen wurden. Tiefe, wohltuende Stille herrschte, nur unterbrochen von dem aus der Entfernung gedämpft herüberdringenden Geräusch des Fabrikbetriebes und dem Gekläff eines anschlagenden Hundes, dem ein anderer antwortete. Der wundervolle Anblick und die weihevolle Stimmung verfehlten nicht ihre Wirkung auf die bang bewegte Frau. Es ward stiller in ihr. Sie ließ sich auf einen der beiden vor dem Schreibtisch stehenden Sessel nieder, stützte den Kopf in die schmale, gut geformte, aber Spuren der Arbeit tragende Hand und ließ das hinter ihr liegende Leben wie in rasch abrollenden Bildern an sich vorüberziehen. Elisabeth Krebs war die Tochter eines wohlhabenden Fabrikbesitzers in Schmiedeberg, hatte im Hause ihrer Eltern und in der Pension in Frankfurt a. d. Oder eine frohe Jugend verlebt und dann das Glück gehabt, den Mann ihrer ersten Liebe, Karl, den Sohn des Spinnereibesitzers Willibald Dornedden in Landeshut zum Gatten zu bekommen. Die Väter waren befreundet gewesen, die Verhältnisse hatten zu einander gepaßt— Schwierigkeiten hatte es nicht gegeben. Daß solche doch vorhanden gewesen, daß Rart Dornedden nicht ganz ohne Widerstreben zur Ehe mit ihr geschritten war, hatte Elisabeth erst erfahren, als diese Erkenntnis den Frieden ihrer Seele nicht mehr zu trüben vermochte. Auch milderte es die Schärfe des Empfindens, daß sein Widerstand nicht einer anderen Neigung entspros36. Karl Dornedden hatte weit mehr den grünen Wald als die Schreibstube geliebt, wäre weit lieber Forstmann als der Leiter eines gewerblichen Unternehmens geworden. Es konnte aber keine Rede davon sein, daß er in diesen Neigungen folgen dürfe. Er war der einzige Sohn seiner Eltern, wie sein Vater der einzige Sohn seiner Eltern, wie sein Vater der einzige der seinigen gewesen war, und er hatte dessen Werk fortzusetzen, wie dieser es getan.(Fortsetzung folgt.) Jeitgemaße Betrachtungen. „Das liebe Geld!“ Am Gelde hängt, zum Gelde drängt Doch alles hier auf Erden, Wer wenig gibt und viel empfängt, Hat Aussicht reich zu werden. Zwar heißt es: Armut schändet nicht Und Reichtum macht nicht glücklich, Indeß zu sein ein armer Wicht, Ist trotzdem nicht erquicklich! Auch ist das Wort„Genügsamkeit" Schon mehr und mehr veraltet. „Mehr Geld,“ so ruft die heut'ge Zeit, Die alles umgestaltet. Vergessen ist der alte Spruch: Das Gold ist nur Chimäre! Heut spricht kein Mensch: Ich hab' genug, Nicht mal die Milliardäre! Wie sprach Herr Morgan zielbewußt: Der Mammon herrscht auf Erden, Nun wollte er durch seinen Trust Ein Weltbeherrscher werden! Er wollte gar zu hoch empor, Sein Lustschloß sank in Trümmer, Die Welt ist trustlos wie zuvor, Doch trostlos darum nimmer! Das Geld, das Geld, das liebe Geld Hat manchen schon geblendet Und wer ihm blindlings nachgestellt, Ist traurig oft geendet, Die Humberts machten auch viel Geld Durch ihre Erbschaftsschwindel Und wie erschöpft ihr Arbeitsfeld Da schnürten sie ihr Bündel! Braucht mal ein armer Schelm 5 Mark, Wird sich sein Wort kaum lohnen, Die Welt ist nur vertrauensstark Beim Pumpen von Millionen. Doch weil Therese Märchen sann Mit unschuldsvollen Mienen, Wies man ihr jetzt ein Zimmer an Mit eisernen Gardinen! Das Geld macht Sorge und Verdruß, Wo's fehlt, gibts viel Gezeter Und Mangel hat an Ueberfluß Jetzt auch der König Peter; Accepte schickt er in die Welt, Doch niemand will drauf borgen, So macht das Geld, das liebe Geld Selbst einem König Sorgen! Das liebe Geld ist in der Tat Bedürfnis aller Kreise, Der Einzelne wie auch der Staat Gebrauchts notwend'ger Weise. Wenn auch der Staat nach Scheffeln mißt, So muß er trotzdem borgen, Und wer Finanzminister ist, Hat auch so seine Sorgen! Als Reichsfinanzminister gilt Fortan der Herr von Stengel, Wenn er die vielen Wünsche stillt Dann gibt es keine Mängel. Wenn die Finanzen wohl gedeihn, Wird preisen man den Leiter Sonst aber nörgeln die Partei'n, Um's liebe Geld!—— Ernst Heiter. sen war und daß er weniger ihrer Person, als dem Berufe, gegolten hatte, an den er mit seiner Verheiratung sich unwiderruflich gefesselt fühlte. 30. August: Vielfach heiter, mäßig warm, starker, kühler Wind, strichweise Gewitter, Nebel. 31. August: Meist heiter trocken, früh Nebel, wärmer. Für den redaktionellen Teil verantwortlich Wilh. Schade. Im neu eröffneten Kaufhaus H. W. Recke, Schwerte, Markt 9, kausen Sie wirklich billig und gut: Möbel, Spiegel, Polsterwaren, Betten, komplette Brautausstattungen, Haus= und Küchengerate! in Emaille, Blech und STC u. s. w. Kaufhaus H. W. Recke, Schwerte, Markt 9. 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