Alle Kreis= und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung" rechtsverbindliche Kratt. Fernsprech=Anschluß Nr. 62. Amt Schwerte. Telegr.=Adresse Braus, Schwerte=Ruhr. a Gewiß gibt es drüben reiche, sehr reiche Zum Fiasko des Morgan=Trusts. rikanischem Geschäftsgeiste und Reichtum überflussig ist. gan=Trustes schon nach einem Jahre seines Bestehens ließ Leute; daß Schwerte. Freitag den 28. August 1903. sich bei seiner Errichtung kaum voraussehen. Wohl haben sich sofort nach Bekanntwerden der Absichten des amerikanischen Gründers Stimmen erhoben, die davor warnten, drängen würde, Morgan=Trust=Aktien zu erwerben, war unwahrscheinlich, weil die Aktien der am vorzüglichsten geleiteten Schifffahrtsgesellschaften nur immer eine mäßige Abonnementspreis pro Quartal 1 Mark 65 g., 42 Pfg. Bestellgeld, wenn durch die Post bezogen. Erscheint an jedem Wochentage. Wöchentliche Gratisbeilage:„IllustrierteFamilienfreund.“ 36. Jahrgang. zu und zählten insgesamt 56 595 und die„lokalen Vereine“ 10 090 Mitglieder, so daß zu Schluß des Jahres 1902 10922 642 Arbeiter in Gewerkschaften organisiert waren. nischen Gründers Stimmen erhoben, die davor warnten, K. I. 1. ahwpersen, und die Handelsflote der Verein. ch von der mit großen Krasten us Werk gesetten Verlane, odenge, u. g5 die Lzeaufilgtteangeht, mit den Floten ciuschen zu lasen und namentich hervorgehoten, daß sich Stagten, bound Frantkreichs nicht konturrenzfähig ust. die Leiter der beiden deutschen Schifahrts=cheselschaften Cyglaup, grsag Bestrehen in den Vereinigten Staaten nicht nur nicht ins Bockshor jagen leßen, sondern so.(Doh lein, erot,.gelgagenheit ein Ende zu machen, dafir aur bestebt woten, ihre. Motganchrüinbungterscht, beger uen zremder Linien durch den Morgansestzulegen. 2, deautschen Geselschaften E=bevsihre Trust und der Zusammenbruch der Versten ein schlagendes Beispiel. Morgans Milliarden, mit denen der europäische Handel nach Amerika gezogen werden sollte, sind jetzt so wenig sichtbar, daß nicht einmal die Zi des ersten Jahres gedeckt werden können. festzulegen. Die beutschen Gesenschaften haben ihre Stellung noch weiter befestigt und sind in der Lage, jederlei Angriffe auf ihren Betrieb und ihre Nationalität eroelgreich abzuschtogen, Grüindungseifer, der die Welt zu Der amerikanische Gründungseiser, der die###r zu verblüffen suchte, hat sich aus seinen Grenzen herausgewagt, sich in großem Maßstabe auf das internationale Gebiet begeben und ist dabei recht kläglich gescheitert. Der vollständige Zusammenbruch des Schiffbau=Trustes in der Vereinigten Staaten, die wenig erhebende Lage des Stahl=Trusts, das sind Positionen, die von Gründerfieber im eigenen Lande geschaffen wurden; der Morgan= Frust griff nach Europa hinüber, und er bietet ein lehrrenges Beispiel dafür, wie man sich ähnlichen in Werk gesetzten Spekulationen von drüben her gegenüber zu verhalten hat. Die Hamburg=Amerika=Linie und der Norddeutsche Lloyd haben dieser Voxgänge wegen die Bestimmung getre Gewerkschaftliche Organisationen. Welche organisierte Macht die Sozialdemokratie in ihren gewerkschaftlichen Zentralverbänden besitzt, beweist sationen für das Jahr 1902. Darüber gibt sich wohl niemand mehr einer Täuschung hin, daß diese Zentral= und auch Lokalverbände durchaus im Dienste der Parteiinteressen der Sozialdemokratie stehen und für letztere den dieser Vorgänge wegen die Bestimmung geir daß sowohl die Leiter wie die Aktienvesitzer Deutsche sein müssen, und die britische Cunard=Linie, die staatlich so hoch subventioniert wird, hat für sich dieselbe Anordnung getroffen. Die deutschen Linien sind zwar mit je 20 Millionen Mark am Morgan=Trust beteiligt, der Morgan=Trus steht mit derselben Summe bei ihnen, aber man hat nicht die Aktien gegenseitig ausgetauscht, sondern sogar deutscherseits sich eine Mindestverzinsung von 6 Prozent ausbedungen. Das klingt zwar ganz beruhigend, aber wenn keine 6 Prozent gezahlt werden können, gibt es eben keine, und es bliebe ein Jahresverlust von immerhin 2,4 MilliEs hat sich bei dieser Gelegenheit zweierlei Lehrreiches ergeben. Eine Art Panik sah schon alle britischen, französischen und deutschen Linien in Morgans Besitz, sah die Nationalflaggen sinken und das Sternenbanner essen der Sozialdemofratte stehen. 4 pglitische Orstets schlagfertige und sofort verwendbare polische Organisation bilden. Diese Zentralverbände haben nun im letzten Jahre eine Zunahme von 55 696 Mitgliedern erfahren, und bildeten somit zu Ende des Jahres ein Heec von 733 206 Mitgliedern und verfugen über eine Jahreseinnahme von 11 097 744 Mark. Gegenüber diesen sozialdemokratischen Organisationen können die übrigen gewerrschaftlichen Organisationen auch nicht annähernd gleiche Mitgliederzahlen aufweisen. Zwar verzeichgen Hirsch=Dunckerschen Vereine eine Zunahme von 6086 M gliedern, erreichen doch damit aber er851; der ihnen von den Sozialdemokraten angesagte untergang ist also erfreulicherweise nicht eingetreten. Die„unabhängigen“ Gewerkschaften schlossen das Jahr 1902 mit einer Mitgl derzahl von 105 248 ab; der Elsaß=Lothringische Buchdruckerverband und die Elektromonteure haben sich jedoch April d. J. den Zentralverbänden angeschlossen, oder vielnechr Viervont Morzan u. Comp, den oytezorgan wodurch die„lnabhängigen; um ungefähr 16000 Mitbeherschen. Es unterlegt keinemn Ovesse), begle sogar, glieder sich vermndert, die Zentralverhände um die noch viel mehr Geselschaften angekauft botr, Zi.,razzsz, gleiche Zahl vergrößert haben. Die christlichen Gewerke die ceuicte getehu, ien lschasten erfäühten eine Vermindeung vor i5. Wsoshzhegt. e- Aucd enedueräheg, heee Beanbuie ie, die Jahes I/, A e . S sich selbst ir Amarieg micht due Getogever, ihr Restand, wies Ende des Jahres 1 ber es tande, I., t, u. uu Lraus ergibt der auf. Die„unapzaggigen Vereine die an das Gleitcäft harangehen wollen. Tarats Politische Uebersicht. Deutschland — Unser Kaiser, der Mittwoch abend aus dem Taunus nach Wilhelmshöhe bei Kassel zurückkehrte, machte dort am Donnerstag mit der Kaiserin und dem Herzog von Koburg=Gotha einen Spazierritt. Später hörte der Monarch militärische Vorträge. Die Festlichreiten aus Anlaß der bevorstehenden Kaisermanöver werden heute und morgen durch große Abendessen eingeleitet, die das Kaiserpaar im Kasseler Schloß den Offizieren des Armeekorps und den bürgerlichen Behörden gibt. — Das kaiserliche Zivilkabinett und die Zionisten. In der antisemitischen Staatsbürger=Ztg. ist zu lesen: Auf eine von der Versammlung deutscher Delegierten vom Zionistischen Kongreß abgesandte Depesche ist, wie das Zionistenbureau in Basel uns mitteilt, folgende Antwort eingelaufen:„Potsdam. Herrn Dr. Bodenheimer, Basel. Seine Majestät der Kaiser und König lassen dem 6. Zionistenkongreß für den Huldigungsgruß danken. Auf Allerhöchsten Befehl der geheime Kabinettsrat v. Lucanus.“ Es ist unseres Wissens das erstemal, daß eine derartige international=jüdische Gesellschaft ein Danktelegramm aus dem kaiserlichen Zivilkabinett erhält. Falls keine Verwechselung vorliegt, so folgern wir aus dem Telegramm, daß unsere auf eine Auswanderung der Juden nach Palästina gerichteten Wünsche im kaiserlichen Zivilkabinett geteilt werden.— Das klingt allzu gehässig. Balkan. = Die Lage auf dem Balkan ist nach wie vor in hohem Maße unfreundlich. Zur Abwechselung hat es wieder einmal ein schändliches Dynamitattentat auf einen Eisenbahnzug abgegeben, dem leider mehrere Menschenleben zum Opfer gefallen sind. Das Attentat wurde bei Kuhli=Burges in Wilopt Adrianopel gegen den aus Wien abgegangenen Konventionalzug der Orientbahn begangen. Obwohl dieser Zug nur schwach besetzt war, so wurden doch 6 Personen getötet und 15 verwundet. Von den verunglückten Personen gehören drei dem Bahnpersonal an. Es ist leicht möglich, daß sich unter den Reisenden Oesterreicher, Russen oder Deutsche oder sonstige Angehörige mitteleuropäischer Staaten befunden haben. Der Konventionalzug ist nicht der Orienterpreßzug, der Zug, den die Direktion der Orientbahnen durch ihre Konzession verpflichtet ist, unter allen Umständen verkehren zu lassen, während z. B. der Orientexpreßzug wesein können," erklärte Frau Dornedden Beleidigung schreib’ in den Sand, Wohltaten in Marmor. Das Handwerk hat goldenen Boden. Das Handidert„„ Das zweite Laster ist lügen, das erste ist Schulden machen. Das Geld ist ein guter Diener, aber ein schlechter Herr. Roman von F. Arnefeld. (7. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten) „Ruhig, ruhig, Karl!“ bat die sanfte Frau, ihre schmale, kühle Hand auf die des erregten Mannes legend, aber er schob sie hinweg und wiederholte heftiger: „Du weißt etwas von Ahrweiler! Es hat etwas über ihn in der Zeitung gestanden! Deshalb vorher Deine Frage. Hole sie mir, sie steckt in meinem Ueberrock.“ „Es steht etwas über ihn in der Zeitung, Du kannst es aber noch ausführlicher in einem Briefe von Willibald lesen,“ gab sie zu.... 6u9 m 8 „Willibald hat geschrieven: Wann denn? „Du hattest Dich soeben zum Schlummer niedergelegt. Es war ein an mich gerichteter Eilbrief.“ „Weshalb schreibt der denn Eilvriefe? Wozu hat man denn Telegraph und Telephon?“ fragte Dornedden unmutig. Die Bemerkung war richtig, doch aber wenig am Platze für jemand, der gespannt darauf ist, eine wichtige Nachricht zu empfangen. 1.14. S#4# „Er schreibt, beim Telegraphieren hatte er nicht so ausführlich Ihr Mann ließ sie nicht weiter reden. Er warf die Decke, die er während des Nachmittagsschlafes über sich gebreitet hatte, von sich und sprang mit beiden Fußen zugleich vom Sofa empor. „Es— es ist Ahrweiler etwas zugestoßen!“ keuchte er. Ja— ja, gab die Frau zu. 1. Aem öhmn T.; „Er ist tot! Er ist ermordet!“ schrie Dorneoden. Sein Atem kam stoßweise aus der Brust, klappernd schlugen die Zähne aufeinander, große Schweißtropfen standen auf Der Anblick entsetzte Frau Elisabeth und bebend fragte sie:„Wieso weißt Du das?" Der Anruf schien ihn wieder etchas zu sich selbst zu bringen. Sich mit der Hand über das Gesicht streichend, antwortete er:„Weil— weilich immer— dergleichen gefürchtet habe bei seinem einsamen Leben ohne Diener „Er hatte doch die Portierleute,“ wandte seine Frau ein. Dornedden antwortete darauf nicht und fuhr wie im selbstgespräch fort:„Und bei seiner Marotte, all sein Geld und seine Wertpapiere im Hause zu behalten. In seinem eisernem Schrank liegen Millionen. „Aber das wußte doch niemand,“ sagte Frau Ihr Mann rief heftig mit dem Fuße stampfend: „Wie kannst Du das sagen! Zu diesen Portierleuten hatte er ein blindes Vertrauen. Ich warnte ihn noch, als ich das letzte Mal bei ihm war. Die Frau kam hinzu, als er den eisernen Schrank aufgeschlossen und Geld piere herausgenommen hatte. Der Schrank wird ausge„Nein, Willibald schreibt, er sei fest verschlossen gewesen; der Mörder habe allem Anschein nach ihn nicht zu öffnen verstanden und keine Beute gemacht.“ Nod-— uund= hast uan den. Mlacdet.— gchlse. stieß Dornedden abgebrochen hervor. Wieder schlugen seine Zähne aufeinander; er wankte. Die Frau umfaßte ihn und zog ihn zum Sofa; hier ließ sie sich neben ihm nieder, seine Hand in der ihrigen beyalteno. „Ich wußte es, daß Dich die Nachricht furchtbar erschüttern würde; Willibald hat das auch vorausgesehen, er hat den Brief deshalb an mich und nicht an Dich gerichtet,“ sagte sie mit ihrer lieblichen, ein wenig verschleierten Stimme.„Ich sollte Dich vorbereiten, das ist mir nun doch schlecht gelungen.“" Eittest dm Staß „Wie Du es gemacht hättest, Du yatrest ven Stoß nicht abzuschwächen vermocht,“ entgegnete er und fügte ungeduldig hinzu:„Wo ist der Brief?“ „Ich werde ihn Dir vorlesen." Sie zog aus der Tasche ein ziemlich umfangreiches Schreiben, das Willibald, der einzige Sohn des Ehepaars, der in einem großen Berliner Bankgeschäft eine Stelle bekleidete, am Abend des vergangenen Tages an sie geschrieDer Sohn bedauerte zunächst, daß er den Vater während dessen kurzen Aufenthalt in Berlin nur flüchtig sprechen und ihn auch am Abend nicht zur Bahn beglei gekonnt, die Arbeiten für den herannayenven Ultimo wären gar zu dringend gerwesen...5-11 Jeufzte 9. „Und ich hatte auch keine Zeit üblig. feufzte Dornedden,„tröstete mich mit dem Gedanken, daß er ja nächste Woche zum Weihnachtsfeste nach Hause kommen Ein Freudenschimmer flog bei diesen Worten ihres Mannes über das Gesicht der Frau, verschwand jedoch sogleich wieder, als er hinzufügte: „Teile dem Vater schonend mit“, hieß es datn in dem Brief,„daß sein Freund Ahrweiler ermordet worden ist. Ich habe ihn bei unserem kurzen Zusammensein so erregt gen zu geringer Zahl der Reisenden bereits in den nächsten Tagen eingestelt, wird. Moderne Schmuggler. Die romantischen Zeiten, in denen die Schmuggler mit Revolver, Säbel und Karabiner bewaffnet, die Grenzwächter überfielen und einem halben Dutzend derselben den Garaus machte, um einige Zentner Spitzen, Tavak, oder was sonst noch der Regierung als gute Einnahmequelle dienen sollte,„unbemerkt" über die Grenze zu bringen, sind längst vorüber— der moderne Schmuggler ist kein Räuber mehr, sondern nur noch ein abgefeimter Gauner, ein Spezialist in seinem Fache, gerade so gut, wie die Jünger fast aller illegialen„Professionen“ vor allem z. der Einbrecher. Der Wechsel, der sich auf diesem Gebiete vollzogen hat, bildet gewissermaßen eine erneute Illustration zu der Theorie von dem Siege menschlichen Scharfsinnes über die rohe Kraft, denn der Schmuggler muß sich heutzutage einzig und allein auf seinen Verstand verlassen. In der Tat entwickeln manche Männer— auch Frauen sind übrigens von diesem schönen Berufe durchaus nicht ausgeschlossen— wunderbaren Scharfsinn und eine außerordentliche Erfindungsgabe in der beliebten Kunst, den Staat zu betrügen. Es ist z. B. noch gar nicht lange her, daß im Londoner Hafen, als einige große Ballen Heu vermittels eines Krahnes abgeladen wurden, plötzlich ein dichter Zigarenregen auf die Häupter der Untenstehenden niedersauste. Natürlich war dies nicht eine außerordentliche Naturerscheinung, sondern ein genialer Schmuggler hatte das Heu dazu benützt, um die hier mit hohem Zoll belasteten Zigarren etwas billiger einzuführen. Der Ballen enthielt rund 1000 Glimmstengel, und die Zollbeamten untersuchten natürlich sofort sämtliches Heu, das sich auf demselben Schiffe befand, mußten sich jedoch zu ihrem größten Bedauern mit dem einen Fang zufrieden Tabak ist überhaupt ein Gut, auf das die Zollbeamten ihr Augenmerk richten, und zwar nicht ohne begründete Ursache, denn das wohlschmeckende und wohlriechende Kraut ist eines der beliebtesten Schmugglerobjekte. Erst vor wenigen Tagen wurde ein von Frankreich kommender Wagen abgefangen, dessen Kissen mit nichts anderem gepolstert waren, als mit Tabak. Diese Geschichte bildet ein Pendant zu dem französischen Automobil, das die Grenze kreuzte, ohne je die besondere Aufmerksamkeit der Behörden zu erregen, bis eines Tages ein Reifen platzte und diesem ein Strom von Alkohol entrann. Da erst erkannten die„Grünen“ den wahren Charakter des Gefährtes und bei näherer Untersuchung fand man, daß nicht nur die Reifen, sondern auch die Kissen mit dem kostbaren Stoff gefüllt waren.„„Hi.st bai dam Viaharsch Das beliebte Schmuggelovzell bei dem neverschreiten der Grenzeder Vereinigten Staaten, resp. beim Landen in einem der dortigen Häfen, bilden Diamanten. Vor einiger Zeit gelang es einer Dame, Dimanten im Werte von 1600000 Mark einzuschmuggeln, trotzdem die Behörde Verdacht hatte, und jedesmal die peinlichste Aufmerksamkeit auf sie verwandte. Die Dame kreuzte fünfmal die Grenze zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten, und reiste jedesmal mit einem kleinen Schoßhunochen. Auch beim sechsten Male wären die Zollbeamten jedenfalls getäuscht worden, wenn nicht während der Untersuchung der kleine Hund in Krämpfe verfallen und bald darauf gestorben wäre. Der plötzliche Tod des kleinen Tierchens kam der Behörde denn doch etwas merkwürdig vor und man ließ die Leiche sezieren. Die Untersuchung ergab, daß die kluge Frau ihr Hündchen stets einige Tage vor der Reise fasten ließ und ihm dann Fleisch gab, in das die Diamanten sorgfältig eingewickelt waren. Auf diese Weise brachte der Hund die Steine über die Grenze, ohne daß dafür irgend welche Ausgaben nötig wurden. Andere tragen ihre Diamanten zwischen den doppelten Sohlen ihrer Schuhe, in Kuchen oder Seife— letzteres ist übrigens nicht mehr gut möglich, da die Zollbeamten den Trick kennen. Auch die hohlen Glieder von Porzellan= oder Wachspuppen, falsche Waden, die hohlen Korken auf Parfümfläschchen und dergleichen mehr, haben zur Aufbewahrung von Diamanten beim Ueberschreiten der Grenze gedient. Ein Schmuggler nahm sich sogar die Mühe, von den Revolverpatronen, die er bei sich führte, das Pulver zu entfernen und den so entstehenden Raum durch Diamanten auszufüllen. Er wäre auch nicht gefaßt worden, wenn er auszufüllen. Er wäre nicht gefaßt worden, wenn er nicht stellter hörte dies und berichtete es den Zollbeamten, die natürlich nichts eiligeres zu tun hatten, als den Revolver mitsamt der kostbaren Munition in Beschlag zu nehmen. Städtische Zölle gehören bei uns so ziemlich der Vergangenheit an, und man braucht nicht bei jeder Reise so und so viele Zolltarife zu studieren. In Frankreich daund angegriffen gefunden, daß ich nicht wage, an ihn zu telegraphieren und ihm die Nachricht unvorbereitet zukommen Zu lassen.“ ,, schaltete hier Tran Ogrmchddeun „Der gute Junge: schaltele hier Frau Vornevoben ein, blickte aber auf eine ungeduldige Bewegung ihres Mannes schnell wieder in den Brief. Der Vater hätte ihm gesagt, schrieb Willibald, er könne heute nicht zu Ahrweiler nach Charlottenburg hinaus, weil er mit Arbeit überbürdet sei, und so müsssse er annehmen, er habe Berlin verlassen, ohne von der traurigen Geschichte etwas erfahren zu haben. „Ja, ja, stimmt alles!“ stöhnte Dornedden, sichtlich gequält.„Mach der Sache ein Ende! Lies schnell weiter Willbald berichtete, daß gegen Abend Extrablätter den Mord in Charlottenburg verkündet hätten, und daß er, sobald er sich auf kurze Zeit frei zu machen vermocht, nach der Uhlandstraße geeilt sei, um dort Näheres zu ersbe. H etd ur ame 2d. Er sei grade zu einer recht haßlichen Szene gerommen. Die beiden Schwestern des Verstorbenen wären da gewesen und hätten sich wie wahnsinnig geberdet, daß sie nicht in die Wohnung gedurft, die verschlossen und mit einem Gerichtsiegel versehen war, und daß man ihren Bruder nach dem Schauhause gebracht. Die Frau Majorin Deppner konnte nur mit Mühe davon abgehalten werden, die Siegel abzureißen, und Kaufmann Ilgener, ** Holzwickede, 27. Aug. Am 5. und 6. September wird unser Ort, sowie Sölde Einquartierung erhalten. Es handelt sich um eine Abteilung reitender Jäger. gegen hat fast jede Stadt ihren Lieblingsartikel, der von den Zollbeamten mit besonderer Sorgfalt beehrt wird. So erregte vor Jahren einmal ein Mann die Auf= e yr. oft mit einem Kranze zur Stadt kam, der seiner Deko, Aus Westfalen und Rheinland. ration nach offenbar für ein Grab bestimmt wur. Auf ration nach offenbar für ein bestimmt war.„Au die Frage der Beamten, was er in seiner Kiste habe, offnere er den Deckel ein wenig und ließ den Diener des Gesetzes hineinschauen. Oft genug ließ man ihn ruhig passieren; aber einmal fiel es schließlich doch auf, daß der Mann immerfort das Grab seiner„verstorbenen Frau“ schmükken wollte. Die Kiste wurde geöffnet, und das Resultat war, daß der Mann in Strafe genommen, die Kiste aber mit Inhalt dem Museum für Zollkuriositäten in Paris einverleibt wurde. Lokales. ** Schwerte, 28. August 1903. **(Für die Ueberschwemmten in Schlesien) sind weiter eingegangen: G.=Overberge 2,— Mk. Weitere Gaben nimmt die Geschäftsstelle gern entgegen. ** Eine Reise des Eisenbahnministers Budde in unser und das rheinische Industriegebiet wird angekündigt. Ihr Zweck soll sein, die Frage zu prüfen, wie den in letzter Zeit mehrfach eingetretenen Stockungen im Güterverkehr vorgebeugt werden kann. ** Finanzminister von Rheinbaben weilt gegenwärtig auf Haus Ruhr zu Besuch. (Ist das nicht etwas wenig für eine Stadt wie Schwerte?) fragte Herr Stadtv. Hohenschwert in der letzten Stadtverordnetensitzung, als der Magistrat vorschlug, für die Ueberschwemmten in Schlesien 50 Mk. zu bewilligen. Die Antwort hat jetzt die Nachbarstadt Hörde gegeben. Sie hat zur Linderung der Not in Schlesien 500 Mark geschenkt. (Die holde Weiblichkeit.) Auf der Hörderstraße waren vorgestern abend zwei Vertreterinnen des schönen Geschlechts in Meinungsverschiedenheiten geraten und um den Streit auf ehrliche und anständige Art zu Ende zu führen, griffen beide zu Schrubber und Besen und die schönste Schlägerei war bald im Gange, zum größten Gaudium der sich zahlreich ansammelnden Zuschauer; daß es dabei auch nicht ohne die obligaten Schimpfworte abging, versteht sich von selbst. Schließlich gelang es den Nachbarn, die streitenden Walküren zu trennen. Hoffentlich ist der Friede jetzt wieder endgiltig hergestellt. *(Ueberfahren.) Unter die Räder seines Wagens geriet gestern vormittag auf der Hagenerstraße ein Fuhrmann von der Schwerterheide. Der Mann wollte das unruhig gewordene Pferd wieder beruhigen, kam hierbei zu Fall und das eine Rad des beladenen Wagens ging ihm über den rechten Fuß. Die Verletzung ist eine ziemlich erhebliche. **(Mit dem blauen Auge davongekommen) ist der Bahnsteigschaffner B., dem man ein Fahrrad gestohlen hatte. Der Dieb hat es ihm während der Nacht in der Nähe seiner Wohnung an die Grabenböschung gelegt, wo er es wiederfand. 1009 z *(Sparkassen.) Im Jahre 1902 stiegen bei den sämtlichen Sparkassen des Regierungsbezirks Arnsberg die gesamten Einlagen von 555 054 935 Mark auf 597 584 765 Mark. Es ist das ein Anwachsen der Spargelder um 8 Prozent. Irgendwelche Bedeutung als Spiegel des wirtschaftlichen Lebens der weniger gutgestellten Volkskassen beanspruchen diese Zahl leider nicht,# da noch immer eine sehr bedeutende Zahl von Sparkassen Einlagen in unbegrenzter Höhe annehmen, u. man daher nicht wissen kann, ob es sich bei den Neueinlagen um Spargelder oder um Gelder handelt, die dem wirtschaftlichen Leben aus Vorsicht entzogen werden. * Aus dem Ruhrkohlenrevier, 25. Aug. Die Bodensenkungen, die infolge des Bergbaues hervorgerufen werden, mehren sich in den verschiedenen Bezirken. So ist zwischen den Kilometersteinen 3 bis 6 der Strecke Altenessen=Rheinisch=Nordstern im Grubenfelde der Zeche„Neuessen" und„Nordstern“ eine derartige Bodensenkung entstanden, daß zur Ebnung der Strecke 13 730 Kubikmeter Bodenmassen eingebaut werden müssen. Die Strecke Langendreer=Laer hat an einigen Stellen eine Senkung von 0,73 Meter im Grubenfelde„Vollmond,“ Harpener Bergbau=Aktiengesellschaft. Auch ist in der Bahnstrecke Langendreer=Süd=Bochum, die vor einigen Jahren über einen Meter gehoben werden mußte, wieder eine Senkung bis zu 0,50 Meter vorhanden. Am Bahnhofe LangendreerSüd sind an verschiedenen Privathäusern Risse infolge Bodensenkungen entstanden. * Ennigerloh, 26. August.(Kessel=Explosion.) Auf der Gewerkschaft„Zementfabrik Mark“ explodierte heute mittag ein Kessel. Oer Arbeiter Stroop wurde sofort getötet, die Arbeiter Garbe und Isu mann schwer, ein Arbeiter leicht verletzt. Ein etwa 20 Schritte vom Kesselhaus entfernt stehender Arbeiter wurde durch den Luftdruck zu Boden geworfen und leicht verletzt. Der Materialschaden st grob.„„asmshmt Erfah * Hagen, 27. Aug. Unangenehme Erfüahrungen machte ein hiesiger Lokomotivheizer, der am Sonntag eine Vergnügungsreise nach Barmen machte. Er geriet in die Hände von Bauernfängern, die ihm seine Uhr nebst Kette im Werte von 40 Mark, sowie ein Portemonnaie mit ca. 40 Mark Inhalt wegmausten. Da der Mann über seine „Freunde“ keine Auskunft geben kann, dürfte er sein Eigentum nie wieder sehen. * Unna, 27. Aug.(Tötlicher Unfall.) Auf Zeche Heeren geriet heute nachmittag der Bergmann Nowack zwischen Schacht und Förderkorb. N. war sofort eine Leiche. Er hinterläßt Frau und 2 kleine Kinder. Dorstfeld, 27. Aug. Großfeuer brach heute Morgen 2 Uhr hierselbst aus. Zwei Scheunen der Rentner Wulff'schen Besitzung, in der sich 15 Fuder Korn befanden, sind bis auf den Grund niedergebrannt. Dem energischen Eingreifen der Feuerwehr gelang es, das anliegende Wohnhaus zum Teil zu retten. Doch wurde der erste Stock des Gebäudes von dem Feuer, das an dem Getreide reichliche Nahrung fand, ergriffen. Man vermutet Brandstiftung. Ein Bruder der Frau Wulff, der Verwalter Hubert Richter, wurde heute Morgen als der Tat dringenö verdächtig verhaftet. Auch gestern war in einem 500 Meter von der Wulff'schen Besitzung entfernt liegenden Wohnhaus Feuer ausgebrochen, das aber lald gelöscht werden konnte. * Köln, 27. Aug.(Diebesfrechyeit.) Am helllichten Tage wurde in Köln an der Aachener Straße vom Lager ein vollständiges Gerüst, bestehend aus 160 Dielen, Zimmerhölzern und drei Stockleitern gestohlen. Trotzdem viele Leute die Straße passierten, konnten die Diebe ungehindert ihr Werk verrichten. Ihre grenzenlose Frechheit war ihr bester Schutz. * Düsseldorf, 26. Aug.(Lohnbewegung.) Der Niederrhein ist augenblicklich der Schauplatz größerer Ausstände. In Krefeld sind seit Wochen die Maurer im Streik; in Düsseldorf sind die dem Zentralverband angehörenden Maurer wegen Lohndifferenzen mit den Arbeitgebern ausgesperrt worden. Auch in Elberfeld und Barmen befinden sich die Bauarbeiter im Ausstand. Dazu gährt es auch in anderen Industrien, und man befürchtet neben einem Ausstand der Bergarbeiter noch weitere Streiks, so u. a. im Solinger Industriegebiet, wo sich die Differenzen der Arbeiter mit den Fabrikbesitzern zugespitzt haben. *** Westhofen, 28. Aug.(Probefahrten.) Nachdem schon auf der neuerbauten Strecke von hier nach Hohensyburg einige Fahrten unternommen sind, begannen gestern(Donnerstag) die offiziellen Probefahrten.]„„ Der Tag der landespolizeilichen Abnahme ist noch nicht Auslandere# im täglichen Leben. festgesetzt, aber jedenfalls wird die Abnahme in den*.„ nachsten acht Tagen stattfinden. * Sölde, 27. Aug. Die schon seit längerer Zeit auf Zeche„Margarethe“ wie auf den benachbarten Zechen „Caroline“ und„Freiberg“ vorgenommene Untersuchung der Belegschaften auf Wurmkrankheit ist noch nicht beendet. Bis jetzt wurde erfreulicherweise noch kein Wurmkranker getroffen.— In in der Nähe der Zeche liegende Gärten wurde in voriger Woche nochmals eingebrochen und ein großer Teil Gartenfrüchte entwendet. Trotz eifriger Nachforschungen ist es noch nicht gelungen, die Diebe zu ermitteln. der auch hinzugekomen war und versucht hatte sie zu beruhigen, sei sehr unartig von ihr behandelt worden. Am schlimmsten sei es aber geworden, als er sich erlaubt hätte, auch ein Wort dazu zusagen, da wären beide auf ihn losgefahren, hätten ihm Schweigen geboten und erklärt, hier habe jetzt niemand etwas zu befehlen, als sie. „Das sieht der Fanny und der Amalie ähnlich!" seufzte Dornedden mit einem müden, schmerzlichen Lächeln; „sie dürften sich aber verrechnet haben.“ „Die Rätin hat doch sonst immer getan, als ob ihr viel an Willibald gelegen wäre, ihn immer ins Haus geladen und ihre Charlotte—“ wandte Frau Dornedden ein, doch ihr Mann unterbrach sie: „Das sind ja alles Nebendinge. Weiter— weiter— der Mörder—“ „Ist noch völlig unbekannt!“ antwortete Frau Elisabeth und las weiter, wie man Ahrweiler in seinem Blute schwimmend, unweit des eisernen Schrankes in seinem Schlafzimer auf dem Teppich liegend gefunden habe. Ein Stoß ins Herz mit der scharfen Spitze eines Dolches aus seiner eigenen Sammlung, der neben ihm gelegen, habe nach ärztlichem Ausspruch seinem Leben sofort ein Ende gemacht. Die Lage des Toten, wie die Beschaffenheit der Wunde ließen jede Vermutung, daß ein Selbstmord geschehen sei, als hinfällig erscheinen. (Fortsetzung folgt.) Lessing hat bitter beklagt, daß alles, was von jenseits des Rheines komme, für den Deutschen„allerliebst, reizend, göttlich“ sei; heute ist alles, was von jenseits des Kanals kommt, allerliebst, göttlich. Lic. C. Brösse plau dert in einer anziehend geschriebenen Broschüre, die in Leipzig erschienen ist, über alle Sorten von Ausländereien, daraus sei folgendes wiedergegeben. Nicht, daß die Französelei überwunden wäre; schon ein Blick auf die Speisekarten der Wirtshäuser belehrt uns von dem Gegenteil. Dem guten Deutschen schmeckt es gleich um 30 Pfg. besser, wenn er boeuf à la mode ißt statt Rinderbraten. Die Table d’hôte mit ihren französischen Schönheiten ist einem„feinen“ Hotel nach immer unentbehrlich, und unsere höheren Kreise können sich nun einmal nicht von Diner und Souper und der Soirée trennen. Der„Salon“ steht noch in Blüte, aber da heute selbst Leute, die außer stande sind, einen deutschen Satz richtig zu Papier zu bringen, von ihrem Salon sprechen, so ist anzunehmen, daß er nicht mehr lange das Merkmal der „Feinheit“ sein wird. Es sind überhaupt manche Anzeichen vorhanden, daß die Französelei anfängt abzunehmen, freilich nur zu Gunsten der Engländerei. Es scheint, daß wir trotz Leipzig und Sedan, trotz Armee und Flotte ein innerlich unfreies Volk sind und bei aller äußeren Machtentfaltung in alle Ewigkeit dennoch Knecht der Knechte bleiben wollen. Der Deutsche, der eine zeitlang in England gewesen ist, kommt als halber Engländer zurück. Wehe, wer einem jungen Manne in die Hände fällt, de eine Studienreise nach England gemacht, oder sich gar ein Jährchen dort aufgehalten hat! Der junge EngländerDeutsche scheint fortwährend mit beiden Zeigefingern nach England zu weisen; tut, als ob er nicht mehr ordentlich Deutsch könnte, spricht in englischen Satzfügungen, strei möglichst viel englische Worte ein und weiß so viel Vorzügliches zu berichten, daß man ihn fragen möchte:„Abelieber Mann, wenn Ihnen die deutsche Jacke zu enge geworden ist, warum sind Sie denn nicht drüben geblieben! Wie anders der Engländer! Er kommt nach Deutschland, lernt was er lernen kann, und kehrt so englisch oder Das Bismarckdenkmal für den neuen Dom zu Berlin. Beistehend geben wir unseren Lesern eine Ansicht des Bismarcksarkophags, von Professor Begas, den der Kaiser für die Denkmalskirche des neuen Domes bestimmt hat. Das Werk wird dort an der Südwand einen hervorragenden Platz erhalten und von zwei ionisierenden Pilastern eingefaßt sein. Prof. Begas hat für das Monument eine meisterliche Lösung gefunden, deren einheitliche Komposition und deren Gedankeninhalt der Kaiser in gleichem Maße bewunderte. Der Entwurf zeigt einen der Architektur angemessenen Renaissance=Charakter. Auf einem vorn abgerundeten Unterbau erhebt sich ein auf Löwentatzen ruhender Sarkophag, aus dem ein Postament mit der sitzenden Statue Bismarcks aufsteigt. An der linken Seite des Sarkophages steht ein Jüngling, der Ruhm, in schwungvoll bewegter Haltung; voll Begeisterung hebt er mit der Linken die Posaune, um durch ihren Mund die Taten seines Helden zu verkünden. Mit der Rechten lüftet er von dem Sarkophag den Schleier und enthüllt so ein Relief, daß die Vorderseite schmückt. Da sitzt die thronende Germania, und in feierlichem Zuge, von Pagen begleitet, nahen Deutschlands Fürsten, um ihr die neugewonnene Kaiserkrone darzureichen. An die rechte Seite des Sarkophages lehnt sich eine ernste, edle Frauengestalt, die Geschichte, in deren Buch sich ihr Auge sinnend vertieft. Das aus dem Sarkophag herauswachsende Postament trägt nur das Wort „Bismarck". Der Kanzler selbst sitzt da als ein Wächter des Vaterlandes. Barhäuptig, die rechte Hand kraftvoll auf die Lende gestützt, die linke Faust auf der Verfassungsurkunde, so richtet Bismarck einen durchdringenden Blick sinnend ins Weite; der Blick wendet sich ein wenig streng ausgeprägte Muskulatur bei langem Unterarm, ebenso ist die Muskulatur des Hinterfußes stark entwickelt. Rute wird augenblick meist kopiert, das Fell ist glatt oder rauhaarig, Grundfarbe ist weiß mit schwarzen oder gelben Abzeichen, meist als Ring um ein Auge und Fleck auf der Kruppe. Humor und Satyre. s(Aus einem Zeitungsberichst.) Gestern reiste unser Mitbürger Fürchtegott Treuherz plötzlich und unerwartet nach einem bisher noch unbekannten Ziele ab. Mit ihm verliert unsere städtische Sparkasse einen langjährigen, pflichteifrigen Beamten und 80000 Kronen. §(Kindermund.)„Onkel, wieviel Affen hast Du eigentlich schon zu Haus?“—„Wie kommst Du denn zu der komischen Frage, Junge?“—„Papa sagte doch gestern zu Mama, Du brächtest jeden Abend einen Affen mit nach Hause!“„„„„„ §(Ach so!) A.:„Unser Freund Gustav ist heute von einer 16 Fuß hohen Leiter gefallen und hat sich nichts getan!"— B.:„Nicht möglich!"— A.:„Doch! Er ist eben von der untersten Sprosse gefallen!" §(Wörtlich genommen.) Lehrer:„Kann mir einer von Euch eine Stelle aus Schillers Gedichten sagen, in welcher der Ackerbau vor allen anderen Ständen gepriesen wird?“—„Schüler:„Ja! Im Felde da ist der Mann was wert.“ §(Benutzte Gelegenheit.) A(im Restaurant): Wenn du jetzt so spät nach Hause kommst, wird's eine ordentliche Gardinenpredigt absetzen!— B(vergnügt): I bewahre; meine Frau spricht ja schon seit acht Tagen nicht mehr mit mir! treuer nach rechts. Der Kanzler zeigt die Tracht eines alten Ritters der Renaissance, darüber legt sich frei ein Gewand in großem Faltenwurf; den Eisenpanzer schmückt ein Löwenkopf. Das Ganze ist in##: gedacht und soll eine Tas Ganze ist in Marmor Größe von 4½ Metern erhalten. noch englischer zurück, als er gekommen ist. Wenn wir ihn uns doch hierin zum Vorbilde nähmen! Der Deutsche ist stolz darauf, in seinem eigenen Lande den vollkommenen Engländer zu spielen. Die Wohnungen werden in dem herrlichen englischen Stile eingerichtet. Eine zeitlang machten wir allerdings der mehreren Abwechselung halber den Versuch, zu Japanern zu werden; dann aber sind wir zur Engländerei zurückgekehrt. Am Sport ist das Engländern vielen das Wichtigste, wie dem Sonntagsjäger die schön gestickte Tasche und dem Sonntagsreiter die großen Sporen. Der Sportmensch kann sich im Engländern nicht genug tun: er würde es sich nicht verzeihen, einen deutschen Kunstausdruck anzuwenden, und einen englischen unangewendet zu lassen. Er mißt sogar nicht nach Metern, sondern nach Yards und für den Tennisplatz kleidet er sich mit einer Art religiöser Gewissenhaftigkeit bis auf die Krawatte nach englischem Muster: er ist durchaus English gentleman und seine Mitspielerin English lady. Ja mit dem Worre„Sport“ selber treiben manch Leute Kultus. Der schlichte Deutsche spricht das Wort aus wie es ihm mundrecht ist:„Schport",(wie Hort, Mord u. a.). Das ist aber für einen Verehrer der großen Nation zu gewöhnlich. Er spricht das Wort englisch aus, womöglich englischer als der Engländer: er sagt s—pooort, damit er seine Sprachkenntnis einem staunenden Publiko nicht verhehle und keinen Zweifel an der Echtheit und Unantastbarkeit seines Engländertums aufkommen lasse. Andere wieder, die ebenfalls gern englisch sein möchten, aber nicht recht Bescheid wissen, halten das t für einen stummen Endkonsonanten, wie im Französischen, sprechen aber das o lang und das sp deutsch aus, also: schpör, d. h. sie sprechen ½ deutsch, ½ englisch, ½ französisch aus. Ja ja, es geht nichts über ein bißchen Ausländern, wenn man's auch falsch macht! Ebenso ist es jetzt mode in französischen Fremdwörtern die Nasenlaute mit entzückender Sorgfalt zu behandeln. In Wör tern wie Terrain, Bassin u. a. spricht der Deutsche die letzte Silbe nicht anders aus, als etwa unser„eng“; wer aber seine Kennerschaft dar tun will, spricht französischer als ein Franzose; er macht eine förmliche Kunstpause nach dem Worte, damit ja der Nasenlaut Zeit habe voll auszutönen und weder der Sprechende noch der Zuhörer etwas von diesem Ohrenschmause verliere. Diese Torheiten wären zu entschuldigen, wenn sie den Zweck hätten, das Eindringen von Fremdwörtern zu verhüten. Aber das beabsichtigen ja jene Sprechkünstler gar nicht; sie wollen nur die ausländischen Diamanten vor den deutschen Kieselsteinen auszeichnen. Das Vernünftige ist doch, die überflüssigen Fremdwörter zu entfernen und die nicht übersetzbaren, wie z. B. Sport, deutsch auszusprechen. Man hat vorgeschlagen, die Sportausdrücke und Sportnamen zu verdeutschen, also statt Lawn Tennis zu sagen„Netzballspiel". Der Vorschlag ist vortrefflich; aber dann würde ja die ganze Sache unseren höheren Töchtern und anderen bildungsfreudigen Leuten gar keinen Spaß mehr machen! Netzballspiel— so etwas gewöhnliches, so etwas Plebejisches! Aber Lawn Tennis— da klopft das Herz voll Hochgefühl, da fühlt man sich erhaben über die Alltäglichkeit des Deutschtums und dem Ideal der Menschheit um ein Bedeutendes näher gerückt. Unsere alten deutschen Ballspiele täten eigentlich dieselben Dienste: auch sie geben Gelegenheit zur Entfaltung von Anmut und Geschicklichkeit, auch sie verlangen Aufmerksamkeit und Schnelligkeit des Entschlusses. Aber wer will sich denn noch mit altväterlichem deutschen Trödel abgeben? Leute, die auf der Höhe der Zeit stehen, spielen Lawn=Tennis. Das ist geradezu der Prüfstein eines modernen Vollmenschen; wer es nicht spielt, der lasse sich begraben! Er verdient nicht mehr, auf diesen Planeten zu wandeln. Eine Erquickung für ein deutsches Herz ist es auch, Anzeigen und Gesuche in deutschen Blättern in französischer und englischer Sprache zu lesen. So z. B. in einer Berliner Zeitung:„Je cherche pour 1. Mai bonne supérieure" u. s. f. und gleich daneben:„Gesucht wird Nursery-Governess oder Mothers Help, die Kinderpflege zu übernimmt.“ Oder in derselben Zeitung:„Ich suche für Ostern als finishing governess für meine sechzehnjährige Tochter eine musikalische Französin oder Genferin. Und so weiter. Kann man sich da noch wundern, daß Zirkus Busch in der Hauptstadt des Deutschen Reiches einen High life evening anzeigte. So geschehen nicht twa in den Zeiten nationaler Erniedrigung, sondern dreißig Jahre nach Sedan, in dem Jahre des Burenkrieges und der allgemeinen Entrüstung über die Engländer! Und der Zirkusbesitzer wird vermutlich Geschäftsmann genug sein, zu wissen, was er tut; er weiß ganz genau, daß es die Leute so haben wollen. Wahrlich, wir brauchen keine äußeren Feinde, die uns erniedrigen, wir erniedrigen uns selber schon genug. Die Engländerei nimmt immer albernere und lächerlichere Formen an. Früher sprach man von dem Prinzen von Wales(wenn man überhaupt von ihm sprach), heutzutage sagen auch Leute, deren zugendglück nie durch eine englische Vokabel getrübt worden ist, mit einem wahren Hochgenusse:„Prinz of Wales. Und wer sich nun gar auf englische Aussprache versteht und Prins ow Uéhl“ recht schön fertigbringt, der möchte sich am liebsten selber anerkennend die Hand drücken, wenn es anginge. Ganz besonders sind jetzt die Gasthäuser auf das Englische erpicht, ohne darum(wie schon gesagt) dem Französischen den Abschied zu geben. Man kann auf den peisekarten ergötzliche Beobachtungen machen u. wer genötigt ist, im Gasthause zu essen, solltesich diese ebenso billige als sicher wirkende Erheiterungsmittel nicht entgehen lassen. Ein wahres Leidensgeschöpf ist das Wort Rumpsteak. Bald wird Rumpstück daraus, bald Rumpfsteak, bald Rumsteak oder Rumstück(as ob es in Rum geschmort würde); nur das einfache deutsche„Rumpfstück“ schreibt niemand. Das Beste an der Sache ist aber, daß der Engländer das Wort Rumsteak gar nicht in den Mund nimmt, sondern einfach Beefsteak sagt. Der deutsche Gastwirt aber steakt fröhlich weiter; er hat auch Kalbsteak u. s. w., Miumme Beiten Das Deutsche ist noch immer, wie zu Rilauts Zeiten, „ein arm Sprak, ein plump Sprak,“ mit der sich nicht lohnt, viel Umstände zu machen. Wenn sich zwei Leute eine Viertelstunde lang darüber aufregen, ob das e in dem Worte clerk mehr nach ö gesprochen werden muß, so heißt das deutsche Gründlichkeit, tadelt dagegen jemand einen groben Fehler in dem Deutsch der beiden Streitenden, so heißt das deutsche Pedanterie. 1 Die höchste Wonne aber für unsere„Gevilbelen ist es, einen Ausländer in dessen Sprache anzureden. Sobald der Tertianer=Deutsche merkt, daß ein Engländer oder eine Engländerin in der Nähe ist, hat er nichts Eiligeres zu tun, als auf ihn loszueilen und englisch mit ihm zu sprechen— zu keinem anderen Zwecke, als um sein Englisch zu zeigen. Die Ausländer aber lachen hinterher darüber oder halten wenigstens, selbst wenn sie höfliche Leute sind, mit ihrer Verwunderung nicht zurück, sie seien doch, sagen sie, in Deutschland, um Deutsch zu hören und zu reden, und nicht ihre eigene Sprache! Wann wird endlich die Zeit kommen, wo wir uns auf den Standpunkt Minna von Barnhelms stellen, die auf die erstaunte Frage Riccauts, ob sie nicht Französisch spreche, die Antwort gibt:„In Frankreich würde ich es zu sprechen suchen; aber warum hier?“ Hl. Wien, 27. Aug. Der nach Konstantinopel verkehrende Konventionalzug, früh in Konstantinopel fällig ist ist in der Nacht bei Kuzelne Burgas durch Dynamit in die Luft gesprengt worden. 6 Personen wurden getötet und 15 verwundet. Hd. Budapest, 23. August. Bei den Aufräumungsarbeiten beim Warenhause Goldberger mehren sich die Leichenfunde von Tag zu Tag. Hd. Paris, 28. August. Der letzte Wagen eines Stadtbahnzuges fing auf dem Bahnhofe Hotel de Ville Feuer. Es entstand eine große Verwirrung unter den Insassen, welche teils auf den Bahnsteig, teils auf die Schienen sprangen. Eine Dame erlitt einen Schädelbruch und ein Mann brach eine Schulter. Hd. Brest, 28. August. Das Seetribunal leitete gegen eine größere Anzahl von Arbeitern eine Untersuchung ein; es handelt sich um Gewaltakte von etwa 200 Arbeitern gegen die Gendarmerie. Die Arbeiter nahmen sich eines gewissen Lemertier an und versuchten seine Verhaftung durch Steinwürfe zu verhindern. Id. Petersburg, 28. August. Der„Nowoje Wremja“ zufolge entgleiste gestern infolge böswilliger Entfernung der Schienenschrauben ein Personenzug der Südwestbahn unweit Faktow. Der Maschinist und ein Kondukteur wurden getötet, 8 Fahrgäste leicht verletzt. IId. Sosia, 28. August. Eine mazedonische Abordnung begiebt sich nach den europäischen Hauptstädten, um die Berliner Signaturmächte zum Einschreiten zu Gunsten Mazedoniens zu bewegen. Hd. Washington, 28. August. Der amerikanische Konsul in Beiruth ist ermordet wordet worden. Daraufhin hat das amerikanische Mittelmeergeschwader Befehl erhalten, nach den türkischen Gewässern zu dampfen. Briefkasten. Paulinchen. Muß es denn durchaus in Reimen sein? Sagen Sie Ihrem Herzallerliebsten nur in schlichten, ungekünstelten Worten, wie es Ihnen ums Herz ist, und wenn Ihre Prosa dann nicht die schönste Poesie für ihn ist, dan soll ihn der Kuckuck holen! R. D.(N. W.) Es werden vielfach auch von Hundezüchtern Foxterriers verkauft, die nicht rasserein sind. Die Rassenmerkmale sind folgende: Kopf mit ausgezogener Schnauze, enganliegender Haut, anliegenden Ohren und lebhaften Augen; Nase schwarz, der ziemlich lange Hals soll etwas gebogen sein; der Rumpf ist gestreckt, aufgeschürzt mit gerader Kruppe, die graden Vorderläufe haben Wetterbericht. 29. August: Veränderlich, schwül, lebhafter Wind, Gewitterregen, nachts kalt. 30. August: Vielfach heiter, mäßig warm, starker, kühler Wind, strichweise Gewitter, Nebel. 31. August: Meist heiter trocken, früh Nebel, wärmer. Für den redaktionellen Teil verantwortlich Wilh. Schade. Gottesdienste Schwerte. Größere evangelische Gemeinde. Sonntag, 30. August 1903. Vormittags 8 Uhr: Frühgottesdienst. Pastor Graeve. Vormittags ½10 Uhr: Hauptgottesdienst. Pastor Heinenberg. Nachmittags 2 Uhr: Kindergottesdienst. Pastor Heinenberg. Nachmittags 2 Uhr: Gottesdienst zu Höchsten. Reformierte Kirche. Sonntag, den 30. August 1908. Vormittags ½10 Uhr: Predigt. Pastor Graeve. Ev. Stadtmission, Schwerte, Kuhstr. 7. Sonntag, 30. Aug. 1903. Vormittags 7¾ Uhr: Blaukreuzgebetstunde. Nachmittags 2 Uhr: Gesangübung des Gemischten Chors. Nachmitttags 5 Uhr: Bibelstunde. Abends 8 Uhr: Jünglingsverein. Sonntag, den 30. Auguß.,.13. Sonntag n. Pfingsten. Vormittags! 6½ Uhr: Stille hl. Messe. 7½ Uhr: Stille hl. Messe. 8¼ Uhr: Stille hl. Messe mit Predigt. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt.„, Per, E.46 e Nachmittags 2 Uhr: Andacht. 8 Uhr: S#sabelhewelemn. Sonntag, den 80. Aug. 1903. Vorm. 9½ Uhr: Predigtgottesdienst. Nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienst. Pastor Falkenberg. 1 0 BürgerSchützen-Verein Schwerte. Regimentsbefehl! Die Schützenbrüder treten zur Beerdigung des Schützenbruders Kaufmann Hermann Duhme (langjähriges Vorstandsmitglied und Schriftführer des Vereins) am Sonnabend. den 29. ds. Ats., nachmittags 3½ Uhr, im Lokale des Herrn Böhmer an. Dunkler Anzug mit Vereinsmütze. Erwarte zahlreiche Beteiligung. Der Oberst. Statt besondener Anzeige. Durch die glückliche Geburt eines prächtigen Mädchens wurden hocherfreut Apotheker Rarl Wirth und Frau, Emma geb. Möhling. Brackwede, den 26. August 1903. Zilindchgideer, helles, klares Glas, offerieren: Eine Partie, per Stück 3 Pfeunig. ½ Ltr. ¾ Ltr. 1 Ltr. 1½ Ltr. 2 Ltr. 6 Pf. 8 Pf. 10 Pf. 14 Pf. 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