Tände fün den kreis Berck. Insertionsgebühr für lokale Anzeigen, die sechsgespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 Pfg., außerhalb 15, Reklame=Zeile 40 Pfg., Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte, Fernsprech=Anschluß Nr. 62. Amt Schwerte. Telegr.=Adresse Krauc, Schuerte=kachtr. Alle Kreis= und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung" rechtsverbindliche Kraft. Krermmmrrernchrucmrerurrmrimrr Abonnementspreis pro Quartal 1 Mark 65 g., exci 42 Pfg. Bestellgeld, wenn durch die Post bezogen. Erscheint an jedem Wochentage. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustriertesomtbentreund. Nr. 182. Schwerte, Donnerstag, den 6. August 1905. 36. Jahrgang. Allerlei vom neuen Papst Pius A. ist trotz seiner 68 Jahre noch ein rüstiger Bergsteiger. Noch in den letzten Wochen machte er, wie römische Blätter berichten, viele anstrengende Bergtouren, um die Kinder der Aelpler zu firmen. Vor zwei Jahren bestieg er den fast 1800 Meter hohen Grappaberg, um ein Muttergottesbild der dortigen Schutzhütte einzuweihen.— Pater Rossi, ein intimer Freund des Papstes, erzählt nach dem„Berl. Tagebl.“, so oft Sarto nach Rom kommen mußte, beklagte er sich bei seinen Freunden über die großen Ausgaben für das Mieten von Wagen und Pferden sowie für die Trinkgelder an das Vatikaupersonal.— Als Pfarrer von Solzano ging er in seiner Wohltätigkeit so weit, daß er sein armseliges Rößlein verkaufen und den Parochialring versetzen mußte, um einer notleidenden Familie zur Hilfe zu kommen, als Bischof von Mantua war er meist schon am 3. d. Mts. ohne Geld. Einst saß der Bischof in seinem Arbeitszimmer, als seine Schwester hereinstürzte und meldete, das Fleisch sei ihr vom Feuer gestohlen worden.„Beruhige Dich, Schwester, sagte Sarto,„ich habe es genommen, es kam ein armer Mann, dessen kranke Frau Bouillon braucht, und da hab ich ihm das Fleisch geschenkt. Für uns wird der Herr sorgen!“ Politische Uebersicht. Der Kaiser, der sich auf der Heimreise befindet, traf in der norwegischen Hafenstadt Bergen ein.— Der Domkirche zu Drontheim in Norwegen schenkte der Kaiser 1000 Kronen, so daß die Gesamtsumme des kaiserlichen Geschenks an die Kirche 11 000 Kronen beträgt. Die kaiserliche Jacht„Meteor“ gewann bei der Regatta des englischen Jachtklubs den vom König Eduard gestifteten Ehrenbecher.„. Pe. 6. Mpistärmannschaf. — Der Besuch einer ganzen Stadi Militärmännschaften verboten. Während eines längeren Aufenthalts der zweiten Infanterie=Brigade aus Königsberg in Ostpreußen, des Grenadier=Regiments Nr. 3 und des InfanterieRegiments Nr. 43 im Barackenlager auf dem Truppenübungsplatz bei Arys war sämtlichen Unteroffizieren und Mannschaften, das heißt 3000 bis 4000 Leuten, der Besuch der Stadt Arys durch Kommandanturbefehl verboten und wie es heißt, soll dieses Verbot auch noch weiter für alle auf dem Uebungsplatz einquartierten Truppenteile bestehen bleiben. Veranlaßt wurde laut„Königsb. Hartg. Ztg. die schwere Maßregel dadurch, daß eine Anzahl anscheinend angetrunkener Soldaten in einer Straße von Arys den Wagen des in Zivilkleidung von der Jagd heimkehrenden Kommandanten Generalmajors z. D. von Monstenberg anhielten und letzteren belästigten, ohne daß es gelungen wäre, die Schuldigen zu ermitteln und zur Verantwortung zu ziehen. — Herzog Ernst von Altenburg hat aus Anlaß seines 50jährigen Regierungsjubiläums einer großen Anzahl verurteilter Personen Gnadenerweisungen dadurch zuteil werden lassen, daß er diesen die Strafen völlig oder teilweise erließ oder die Umwandlung in niedrigere Strafen u. s. w. verfügte. — Die preußische Lehrerschaft will den Ministern Falk und Bosse Standbilder errichten lassen. Jetzt melden sich Stimmen dagegen. So bekämpft Rektor Gild in Kassel die „Denkmalssucht". Zugleich schlägt er vor, eine Falk=BosseStiftung für unbemittelte Lehrerwitwen und unversorgte Lehrertochter zu gründen. Dieser Vorschlag findet vielfach Beifall, ist nach unserem Dafürhalten auch viel gescheidter, als der, Denkmäler zu bauen. — Das Kriegsgericht des ersten Geschwaders in Kiel erkannte gegen den Kapitänleutnant Schade wegen fahrlässiger Herbeiführung des Auflaufens unseres Kreuzers„Amazone“ im französischen Kriegshafen Brest auf acht Tage Kammerarrest. Der Kommandant wurde freigesprochen. Oesterreich. Ein evangelischer Bund für Oesterreich. Nach dem Vorbilde des Evangelischen Bundes in Deutschland wird nun auch in Oesterreich ein solcher Bund gebildet werden. Die von den Herren Pfarrer Antonius=Wien, Abg. Dr. Bareuther und Abg. Dr. Eisenkolb ausgearbeiteten Satzungen haben bereits die behördliche Genehmigung erhalKleine Chronik. haben bereits die behördliche Gench., ten. Die gründende Versammlung des Bundes finver im September in Wien statt. + König Eduard an Kaiser Wilhelm. Zum der Kaiserjacht„Meteor“ in Cowes sandte, wie berichtet wird, König Eduard an Kaiser Wilhelm ein Glückwunschtelegramm. Der König hielt auch einen Trinkspruch auf den Kaiser. Am Mittwoch fand der Kampf um den Kaipo(S ist doch etwas Schönes um den Humor. Bildete sich da in Oberstdorf in Bayern ein Verein— zur Hebung des Barometerstandes. Und wie nützlich diese Grundung war, beweist die gleichzeitige Mitteilung, daß das Wetter sich seitdem gebessert habe. Man folge also dem Beispiel der humorvollen Oberstdorfer. Ein neues entsetzliches Tyuchgericht Wir haben erst vor kurzem über die immer mehr in. Amerika überhand nehmenden Lynchgerichte berichtet, und schon wieder kommt die Nachricht über eine Untat, deren nähere Umstände von einer fürchterlichen Roheit der Rächer zeugen. Wir bringen die amerikanische Nachricht mit der Auslassung der allzu blutdürstigen Stellen wörtlich: Eine Spezialdepesche aus Bluefield meldet:„Die ausführlichen Einzelheiten eines entsetzlichen Lynchgerichts sind soeben gemeldet worden. Das Städtchen Devon in Mingo County war der Schauplatz der Schändung eines 14jährigen Mädchens seitens eines Farbigen und der Lynchung des schwarzen Scheusals durch einen mehr als 2000 Manner zählenden Lyncherhaufen. Das Mädchen wurde von dem farbigen. Scheusal nicht fernrer elterlichen Hause angetroffen, worauf er die Kleine erg####, in ein nahegelegenes Gebusch zerrte, dort an einen Baum anband, fesselte und durch Anlegen eines Knebels ihr Schreien verhinderte. Die Abwesenheit des Mädchens wurde bald bemerkt und die Nachbarn begannen nach iht zu suchen. Als man die Kleine fand, war sie fast dem Sterben nahe, doch war sie imstande, ihre entsetzliche Geschichte zu erzählen. Die Nachbarn stießen die furchtbarsten Verwünschungen gegen den Verüber der aus, beschlossen dann aber, nachdem sie erst ihre Wut etwas abgekühlt, das schwarze Scheusal auf frischer Tat zu ertappen. Sie versteckten sich also in dem Gebüsch und warteten auf die Wiederkunft des Farbigen. Sie brauchten nicht lange zu warten. Nach kurzer Zeit kehrte der Neger zurück und war eben im Begriff, das hilflose Kind von neuem anzugreifen, als die Rächer über ihn herfielen. Man wollte erst dem Unmenschen die Gliedmaßen einzeln vom Leibe reißen, aber man sagte sich, daß das entsetzliche Verbrechen noch eine entsetzlichere Sühne haben müsse. Man zerrte also den Unmenschen Bete auch du. Wie ist der Abend so traulich, Wie lächelnd der Tag verschied! Wie singen so herzlich, erbaulich Die Vögel ihr Abendlied. Die Blumen müssen wohl schweigen, Kein Ton ist Blumen beschert, Doch, stille Beter, neigen Sie alle das Haupt zur Erd' Wohin ich gehe und schaue, Ist Abendandacht. Im Strom Spiegelt sich auch der blaue, Prächtige Himmelsdom. Und alles betet lebendig Um eine selige Ruh', Und alles mahnt mich inständig: O Menschenkind, bete auch du! C. I. Ph. Spitta. Kapitan Zander. Roman von F. Klinck=Lütetsburg. (40. Fortsetzung.) Nun war der Augenblick gekommen. Mit der Behendigkeit einer Katze glitt Däne an der Kajüte entlang. Er schwang sich über Bord. „Halt! Wer da?“ tönte der Ruf der Wache, aber keine Antwort erfolgte. Ueberzeugt, sich geirrt zu haben, stand der Posten ennoch aufhorchend. Alles blieb still. Doch nun in unnittelbarer Nähe des Schiffes ein Plätschern, wie durch ünsetzen von Rudern verursacht, dann ein regelmäßiger, # entserender Auderschlag. Im Nu war die Mannschaft alarmiert, doch zu spät, um an eine Verfolgung des flüchtigen Klaas Däne denken zu können. Noch lagerte Dämmerung über dem Wasser, und dem Entflohenen wurde ein Entkommen um so leichter, als er sich in bekanntem Fahrwasser beDen Bemühungen des Kapitäns der„Brunshausen“ gelang es auch nicht, Dänes habhaft zu werden, obgleich er hinreichende Unterstützung bei den Behörden fand, da Anzeige gegen ihn und andere Matrosen der Besatzung erstattet worden war. Das Boot, in welchem Däne der Hafen zu erreichen gesucht, hatte man herrenlos, kieloben, auf dem Wasser treibend gefunden, ohne daß dadurch die Vermutung entstand, der Flüchtling habe sein Entweichen mit dem Leben bezahlt.„ Während die Behorden noch aue Spelunken nach Klaas Däne durchsuchten, war diesem das Glück hold gewesen. Er hatte, mit allen Verhältnissen genau bekannt, noch an demselben Morgen, als er geflohen war, Fahrgelegenheit gefunden und segelte direkt auf Hamburg, um indie Heimat zurückzukehren und den ihm zugesicherten Lohn in Empfang zu nehmen. Der von Johann Theden entworfene Plan war vollständig geglückt. Heinrich Sander war zweifellos eine Beute der Haifische geworden, wenn es ihm auch gelungen sein sollte, sich noch eine Weile schwimmend zu erhalten, nachdem seine Kameraden ihn über Bord gestürzt. Noch ehe Klaas Däne die Heimat erreichte, war schon durch die Zeitungen die Nachricht von der auf der„Brunshausen“ verübten Untat dorthin gedrungen und Johann Theden einer der ersten, der sie erfahren hatte. Der Eindruck den sie auf ihn machte, war ein rein freudiger. Nicht ein Gedanke des Mitleids mit dem früh von einem so traurigen Schicksal ereilten Freund kam ihm. Sander war eben ein Narr gewesen, der es nicht besser hatteh ben wollen. Daß er früher oder später das Opfer Klüverstanden, das war klar. Durch wen der Schlag gegen ihn geführt worden war, ob durch ihn oder einen anderen, das blieb sich gleich. Jedenfalls hatte er das Ende gefunden, das Johann ihm prophezeit hatte, wenn er nicht die mannigfachen Fehler und Schwächen überwinden lernte, die ihm teils angeboren, teils anerzogen worden waren. Heinrich Sander hätte anders dastehen können, wenn er nur gewollt; an männlichen Eigenschaften hatte 's ihm nicht gefehlt, dumme Gutmütigkeit und ein lächerliches Sichverlassen auf etwas, das es nicht gab, hatten ihn zugrunde gerichtet, sonst würde er sich auch wohl eines Klaas Däne haben erwehren können. Freilich war's Johann Theden selbst manchmal bange um sich geworden, und hart war es besonders in letzter Zeit hergegangen, dicht an der Grenze vorbei. Gerade daraus hatte er aber ersehen, daß er gehandelt, wie ein Mensch handeln sollte, dem es ernst mit seiner Absicht war, alles aus dem Wege zu räumen, das ihm die Bahn zu der Freiheit beengte, die ihn vom Sklaven unterschied. Er hatte jede Schwäche mutig überwunden und zwar vor nichts zurückgebebt. Nun sah er sich am Ziele. Ohne den Rat und Beistand Sanders, dessen warnende ungen bestimmend auf sie hätten wirken können, würde Zerlina noch einmal in einem schwachen Bitten Gehör geben und damit für ihn der heiß ersehnte Augenblick gekommen sein, der ihm zugleich mit großem gegenwärtigte, indem er daran dachte, daß er von dem Augenblicke an, in welchem er sich mit Zerlina wieder ausgesöhnt hatte, von niemandem mehr abhängig fein würde, hatte sich unwillkürlich das Bild eines M vor seine Seele gedrängt— er gedachte Klaas Dänes. Aber auch dieser hatte endlich die Macht über ihn verloren. Nie mehr durfte er in die Heimat zurückkohren, ohne such nach dem freien Platz des Städtchens und band ihn dort an einen Baum fest. Dann riß man ihm die Kleider vom Leibe und der ganze Haufe stürzte sich auf ihn und bohrte Nadeln, Nägel, Federmesser und jedes nur erdenkliche spitze Instrument in den vor Schmerzen sich krümmenden Der Schwarze heulte fürchterlich und bat um Gnade, aber die Rächer kannten keine Gnade und setzten ihre Tortur fort. Dann trug man das fast leblose Mädchen herzu, so daß die Augen des Gequälten gerade auf sie fallen mußten, und einige der Rächerbande ergriffen jetzt den Schwarzen und rissen ihm die Zunge aus dem Munde, so daß die Schmerzensschreie des Negers jetzt verstummten und einem entsetzlichen Murmeln Platz machten. Dann ergriff man den halbtoten Neger, zog ihm buchstäblich die Haut vom Leibe, schnitt dieselbe in Fetzen und verteilte die einzelnen Stücke an die Teilnehmer der Schreckenstat. Der Neger hauchte seinen letzten Seufzer aus im Angesicht des Mädchens, dessen Leben er ruiniert hatte. Der Haufe stürzte sich schließlich auf das leblose Opfer und schnitt ihm das Herz aus. Einzelne der Rächer schnitten sich von dem noch zuckenden Körper einzelne Zehen und Finger als Souvenir ab. Man begoß hierauf den Leichnam mit Petroleum und steckte denselben in Brand. Lotales. ** Schwerte, 6. August 1903. (Hoher Besuch.) Der Herr Regierungspräsident „„estarn dem Krajf von Arnsberg stattete gestern dem Kreise Hörde und dabei auch unserer Stadt Schwerte einen Besuch ab. Von Arnsberg kommend traf er vormittags 10,45 Uhr auf dem hiesigen Bahnhofe ein und begab sich zu Wagen nach dem idyllisch am Strande der Ruhr gelegenen Rittergute Haus Ruhr, wo er in der Familie des Kammerherrn Frhr. von Rheinbaben das Frühstück einnahm. Von dort fuhr der Herr Regierungspräsident nach Westhofen weiter, wo er in dem neuerbauten Amtshause vom Amtmann Graf von Haslingen empfangen wurde. Der hohe Besucher sprach sich über den Neubau sehr lobend aus und begab sich sodann zum Kreiswasserwerk und von dort nach Hohensyburg. Auf der Fahrt dorthin interessierte ihn sehr die neue elektrische Bahn, besonders die Strecke Bergbahn Dickehage=Wulff. Zu Wagen ging es sodann über Sommerberg nach Hörde, woselbst im Hüttenkasino ein Mahl stattfand, an dem auch die Spitzen der städt. Behörden teilnahmen. Um 3 Uhr nahm der Herr Regierungspräsident, der sich während der ganzen Fahrt durch den Kreis Hörde in Begleitung des Herrn Landrat von Starck befand, eine Besichtigung der Kreisbibliothek vor. Bei der Rückfahrt nach Schwerte stattete er noch dem Knabenhandfertigkeitsunterricht und der Haushaltungsschule in Berghofen einen Besuch ab und äußerte sich sehr anerkennend über beide Institute, auch der„Freischütz" im Schwerter Walde gefiel dem Herrn Regierungspräsidenten sehr; in Schwerte selbst besichtigte er unter Führung der Vertreter der städt. Behörden das alte Rathaus, woselbst er einen Imbiß einnahm. Sein weiterer Besuch galt dem Nickelwalzwerk; hier übernahm Herr Direktor Emmerich in Abwesenheit des Herrn Generaldirektors Fleitmann die Führung und zeigte und erläuterte dem Herrn Regierungspräsidenten das Werk und die einzelnen Fabrikationszweige. Vom Bahnhof Schwerte aus trat sodann Freiherr v. Coels die Rückreise nach Arnsberg an. Hoffen wir von dem Besuche des ersten Beamten unseres Regierungsbezirkes, daß man auch fernerhin in der Regierung zu Arnsberg allezeit ein wohlwollendes Interesse für unseren Kreis bekunden möge. **(Postalisches.) Die Badeorte Borkum und Norderney sind in Fernsprechverkehr mit Schwerte(Ruhr) getreten. Die Gesprächsgebühr beträgt 1 Mark. **(Schlechtes Erntewetter.) Seit länger als acht Tagen regnet es täglich, nur hin und wieder läßt sich die Sonne blicken. Die Landwirte in hiesiger Gegend wie auch anderwärts wünschen sehnlichst besseres Wetter. Der Roggen ist fast sämtlich gemäht, er steht in Stiegen auf dem Felde. Gut geraten ist er, möchte doch auch endlich Wetter eintreten, damit er gut eingeheimst werden kann Der Weizen geht auch der Reife entgegen, ebenso färben die Haferfelder sich schon gelblich. Da gibt es Arbeit in Hülle und Fülle, das Wetter, ebenso wird der zweite Grasschnitt ein gutes Ergebnis liefern. **(Neubau der katholischen Kirche.) Die Fundamentierungsarbeiten zum Neubau einer kath. Pfarrkirche schreiten rüstig voran. Um das Ausschachtungsmaterial auf kürzestem Wege fortschaffen zu können, hat man eine Ueberbrückung über einen Bach am Ende der Haselackgasse ur(Vorsicht.) Durch den Genuß der Beeren des schwarzen Nachtschattens erkrankten in Kohlscheid, Kreis Aachen, mehrere Kinder unter allen Anzeichen der Vergiftung. Da der Giftstoff durch künstlich herbeigeführtes Erbrechen rasch entfernt werden konnte, ist jede Gefahr behoben, doch mahnt der Fall zu Vorsicht. **(Zur Förderung der Obstbaumzucht) im Regier= ungsbezirke Arnsberg hat der Kultusminister 1500 Mark bewilligt, zur Verteilung an diejenigen Lehrer, die ihre Baumschulen in den Dienst der Gemeinden stellen. Damit wird das Verdienst der Lehrer um die Hebung des Obstbaues in vielen Gemeinden anerkannt. (Ein Werkmeisterheim) beabsichtigt der Deutsche Werkmeister=Verband im Wege einer Genossenkschaft m. b. H. ins Leben zu rufen. Es sollen Anteilscheine zu je 200 Mk. ausgegeben und ein Garantiefonds von 200 000 Mark gebildet werden. Die Genossenschaft soll als gemeinnütziges Unternehmen gelten und von dem Ueberschuß nicht mehr als 4 Prozent Dividende gewähren. Das Werkmeisterheim, das im Riesengebirge errichtet werden soll, ist als Alters=, Erholungs=, Genesungs= und Touristenheim für die Mitglieder des Deutschen Werkmeister=Verbandes und deren Familien geplant. **(Einen bösen Unfall) zog sich der Landwirt Gr. aus Lichtendorf am Dienstag gegen abend in unserer Stadt zu. Er war mit seinem Fuhrwerke in Westhofen gewesen und hatte dort Treber zum Viehfüttern geholt, als er in der Nähe des Schwerter Marktplatzes mit einem Motorwagen der elektrischen Straßenbahn karambolierte. Durch den heftigen Anprall wurde das Gefährt des Gr. umgeworfen, er selbst flog im Bogen heraus und verletzte sich bei dem Falle so schwer am Kopfe, daß er mehrere beträchtliche Wunden davontrug und sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. **(Als eine freche Diebin) wurde vorgestern fruh ein 12jähriges Schulmädchen entlarvt, deren Eltern in den Höfen wohnen. Während sich gegen 7 Uhr das Dienstpersonal des Hotels Ostermann=Engel in der Küche beim Kaffeetrinken befand, schlich sich das diebische Mädchen, nachdem es schon längere Zeit um das Haus herumgelungert hatte, in die Speisekammer und packte in seine Markttasche mehrere Stücke Schinken und was es sonst noch ergattern konnte. Zufällig hatten die Leute in der Küche nicht genug Butter dort, ein Dienstmädchen ging in die Speisekammer, um welche zu holen und sie fand die Diebin, welche sich hinter einer Tonne mit eingemachten Gurken versteckt hatte, vor. Sie nahm das bei so trauriger Tat ertappte Kind fest und übergab es einem sofort herbeigerufenen Polizeisergeanten, dem die Kleine sogleich gestand, daß sie in derselben Weise der betr. Speisekammer schon mehrfach Besuche abgestattet hatte, es haben dort schon des öfteren Eßwaren, auch Leinenzeug gefehlt. Die Untersuchung wird ergeben, inwieweit die Eltern bezw. die Mutter dies Kindes mit diesem, wie es wahrscheinlich ist, unter einer Decke steckte. Vielleicht wäre hier FürsorgeErziehung sehr am Platze. **(Zu unserer gestrigen Notiz) über den Vorfall bei der Eisenbahnschranke auf dem Wege nach Geisecke wird uns mitgeteilt, daß die Streckenwärterin an dem Vorfalle keine Schuld trägt, da es sich nicht um einen fahrplanmäßigen Zug handelte, sondern um einen Güterzug, der gewöhnlich nur zweimal in der Woche verkehrt, sie konnte daher gar nicht wissen, daß der Zug kam, zumal auch das Läutewerk, das sonst das Nahen des Zuges ankündigt, gestört war und von 8—12 Uhr vormittags überhaupt nicht funktionierte. Richtig ist indessen, daß der Zug eine Strecke weit von dem Uebergange hielt und daß die Schranke dann erst geschlossen wurde, als schon Ulanen(nicht Husaren) auf den Geleisen waren, die dann schleunigst Kehrt machten und die nachfolgenden warnten. Bemerken wollen wir noch, daß die Wärterin außer der Hauptschranke noch zwei Barrieren über Feldwege zu besorgen hat und wohl etwas überlastet ist. Vielleicht wird mit der Zeit dort noch eine zweite Kraft eingestellt, damit Vorkomnisse, wie das gestern mitgeteilte nicht mehr vorkommen können. Wir erinnern daran, daß vor einigen Jahren bei demselben Uebergange 3 Personen von einem Zuge überfahren und getötet wurden. Sie waren des langen Wartens überdrüssig geworden und hatten selbst die Schranken geöffnet, als sie von dem heranbrausenden Zuge erfaßt wurden. Es ist uns mehrfach von Passanten geklagt worden, daß die Schranken an dieser Stelle nach Durchfahrt des Zuges noch recht lange geschlossen blieben, was aber auch wohl seinen Grund darin haben dürfte, daß der Warter resp. die Wärterin hier überlastet ist. ** Ergste, 5. August. Am kommenden Sonntage feiert der Handwerker=Unterstützungsverein sein diesjähriges Stiftungsfest im Restaurant zum Aussichtsturm. Die Musik wird ausgeführt von der Kapelle Witzel aus Sölde. * Lichtendorf, 6. August. Das Kostgängerwesen oder vielmehr=Unwesen wird wieder recht grell durch einen Vorfall illustriert, der sich Anfang dieser Woche hier zugetragen hat. Seit mehreren Monaten hatte sich ein junger Mann in einer hiesigen Familie einquartiert und sich auch im Laufe der Zeit mit der Tochter derselben verlobt. Das Verhältnis war jedoch nicht ohne Folgen geblieben und im Herbst sollte die Hochzeit sein. Mit Hinterlassung von 70 Mark Kostschulden und der so böse hereingefallenen Braut ist der saubere„Bräutigam“ Anfang dieser Woche ausgerückt, hat aber alles, was er besaß, in fürsorglicher Weise zusammengepackt und mitgenommen, so daß die trauernden Hinterbliebenen das Nachsehen haben. Der Schwindler hat Briefe vorgezeigt, die er höchstwahrscheinlich selbst geschrieben hat, und denen zufolge sein Vater in Dortmund sei und ihn dort zum Besuche erwarte. orthin ist er angeblich abgereist und seitdem spurlos verschwunden.— Trau, schau wem! * Hengsen, 6. August. Im benachbarten sogen. Keller“ brach gestern vormittag gegen 10 Uhr auf der Besitzung des Landwirts Fr. Schulte ein Schadenfeuer aus. Das Feuer kam im Dachstuhle auf und fand in den reichlichen Heu= und so daß in kurzer Zeit das ganze zweistöckige, als Wohl haus und Stallung dienende Gebäude eingenschgrtz r. Die Henßsener Wehr war mit schneidiger Puneklichkeit zur Stelle, stand aber dem verheerenden Elemente ziemlich machtlos gegenüber wegen Wassermangels. Es gelang, die hauptsächlichen Mobilien zu retten, doch sind einige Betten usw. mitverbrannt. Der Schaden dürfte zum großen Teile durch Versicherung gedeckt sein, die Entstehungsursache des Brandes ist unbekannt. Schweren Schaden erlitten besonders auch die in der Nähe des Gebäudes siehenden Obstbäume. 64 * Aplerbeck, 5. August. Die hrenge gag gerag. Irrenanstalt schloß mit einer Rechnung gegen er, M.gggh, von 370 369 Mark Einnahme, 370 158 Mark aurgurt und einen Bestand von 210 Mark ab. * Aus dem Ruhrkohlenrevier, 5. Aug. Am nen Sonntage haben im Ruhrkohlenreviere Zahlstellenversammlungen stattgefunden, in denen die Wurmkrankheit und die damit verbundenen Folgen für die Bergarbeiter in durchaus richtiger Weise besprochen wurden. Es wurde wohl von allen Seiten hervorgehoben, daß die Zechenverwaltungen gar nicht ablehnend den Forderungen der Bergarbeiter betreffs Zuschuß zu dem Krankengelde gegenüberständen. Von verschiedenen Seiten wurde hervorgehoben, daß die Knappschaftskasse zunächst einzugreifen hätte, zumal diese ein Kapitalvermögen von 62247 877,71 Mark besitze. Es wäre einleuchtend, daß diejenigen Zechen, welche statt Ausbeute zu erhalten, Zubuße zahlen müßten, diese Kasse zunächst für Zuschüsse pflichtet wollen wisse. Wenn man jetzt mit der Ausrede komme, das Statut erlaube dieses in seiner jetzigen Verfassung nicht, so habe man Zeit genug gehabt, dasselbe zu der Gefahr auszusetzen, erkannt und sofort verhaftet zu So hatte Johann Theden bereits den Entschluß gefaßt, den letzten Akt seines„Theaterstückes" beginnen zu lassen und sich dorthin zu begeben, wo er seine geschiedene Frau und sein Kind finden würde, um sich mit aller Vorsicht noch einmal um ihre Gunst zu bewerben. Daß der Sieg ihm nicht leicht werden würde, davon war er überzeugt. Vielleicht würde er ihm schwerer als das erste Mal, wo es ihrer Festigkeit gelungen war, ihn zu einem Schritt zu verleiten, den er eines Tages als eine Handlung des Wahnsinns bezeichnet, wenngleich er ihn jetzt als eine große Klugheit pries, bei welcher ihm der Zufall gut zu statten gekommen war. Aber auch hier sollte ihn ein eiserner Wille unterstützen. Nur die Notwendigkeit, sich die Mittel zu verschaffen, um in dem Seebad als Mann seines Standes auftreten und sich mit dem Nimbus umgeben zu können, den er vor allen Dingen zu einem Erfolg für erforderlich hielt, hatte ihn noch auf einige Tage in der Stadt zurückgehalten. Der Vater würde sich geweigert haben, ihm eine außergewöhnliche Geldunterstützung zu gewähren, selbst wenn derselbe dazu in der Lage gewesen wäre. Johann mußte ihm aber glauben, wenn er sagte, daß ihm jede Möglichkeit über einen sehr bescheidenen Etat hinauszugehen. Er wußte, welche Anstrengungen nötig gewesen waren, die geschäftlichen Schwierigkeiten des Hauses Theden zu überwinden und es vor dem Sturz zu bewahren. war es schon möglich, daß der Vater gegenwärtig nicht in der Lage war, ihm die Mittel zu einer kostspieligen Badereise zu gewähren. Nichtsdestoweniger beabsichtigte er, noch einmal mit dem Vater Rücksprache zu nehmen und ihn, wenn nötig, zum Mitwisser seiner Pläne zu machen. Vielleicht würde er in einem solchen Falle doch Rat schaffen. Aber er sah sich in seinen Hoffnungen getäuscht. Der alte Herr schien völlig von den Vorstellungen seines Sohnes überwältigt. Sein in letzter Zeit so sehr gealtertes Gesicht erschien, während Johann ihm seine Absichten enthüllte, noch älter. Es lag ein müder, trostloser Ausdruck darin. Dann aber rötete es sich plötzlich und die Zähne drückten sich fest in seine Unterlippe, indem er den Sohn mit einem Blick ansah, der diesen aufmerksam machte, daß er eine große Torheit begangen hatte, indem er den Vater in seine Absichten eingeweiht. Einige Augenblicke vergingen, ehe Herr Theden sich zu einer Entgegnnung aufgerafft. „Das wolltest Du tun?“ fragte er dann langsam, jedes Wort betonend.„Und dazu soll ich Dir helfen? „Warum nicht? Wenn Dir und der Mutter daran liegt, daß ich wieder einmal ordentlich auf die Beine komme, dann solltest Du Dich keinen Augenblick besinnen, alle Segel anzuspannen, daß ich jetzt zu Gelde komme. Was siehst Du mich so an? Ist was dabei? Wie mancher hat sich von seiner ersten Frau scheiden lassen und ist nachher wieder mit ihr einig geworden. Und besonder in diesem Fall wird es mir keiner verdenken. Ich müßte doch ein Narr sein, den Goldfisch anderen zu überlassen. Gib mir das Geld zur Reise. Wenn Du selber es nig, hast, dann verschaffe es mir. Es ist das letzte, was i#. von Dir verlange. Ich will Dir sogar versprechen, es Dir wiederzugeben. Herr Hieronymus Theden tat einen tiefen Er sah vollständig gebrochen aus. Nicht als ob die Worte und die Absichten seines Sohnes ihn besonders befremdet hätten, aber es war wieder einer jener Augenblicke physischer Schwäche über ihn gekommen, denen er in letzter Zeit häufig unterlegen war. Sie hatten sich wiederholt nach heftigen Erregungen bei ihm eingestellt und das, was in den letzten Augenblicken auf ihn eingestürmt war, hatte einen ungleich stärkeren Eindruck auf ihn gemacht, als alle geschäftlichen Niederlagei, so bitter sie ihn auch gekränkt hatten. „Laß mich in Ruhe, Johann. Du brauchst nicht zu denken, daß ich mich zum Teilhaber Deiner Gesinnungslosigkeit mache, sagte er endlich mit harter Stimme. Ich will halten, was ich Dir zugesagt. Die Leute haben genug Anlaß gehabt, die Familie Theden im herumzuzerren. Nur darum helfe ich Dir. Sie sollen nicht auch noch sagen, daß mein einziger Sohn von seinen leiblichen Eltern aufgegeben worden ist. Das hieße, den letzten Gnadenstoß versetzen und das will ich als Vi ter nicht tun, wenn Du auch Dein Schicksal hinreich verdient hast. Du wirst es noch erfahren, was es heißt, seinen Gott verspotten! Nun zeige einmal, wie es mit einem Können bestellt ist, wenn Du auch willst. * Fortsetzung folgt. der Ferien. Natürlich! Die Schulferien sind eine vortreffliche Einrichtung, vom hygienischen, pädagogischen, sozialen usw. Standpunkt aus betrachtet. Und wenn ich hier mir ein paar Bemerkungen erlaube, so sollen diese verschiedenen Standpunkte ganz außer acht bleiben und ich will mal nur als harmloser Mitteleuropäer darüber ein paar Gedanken zum besten geben. Bekanntlich ist die große Streitfrage noch nicht gelöst, ob die Ferien zur Erholung Lehrer oder der Schüler eingerichtet worden sind. Jevenfalls sind sie nicht zur Erholung der Eltern eingerichtet. Darin wird mir jeder beipflichten, der schulpflichtige Kinder hat, die jetzt die goldene Ferienzeit zu Haus verbringen. Ich bin überzeugt, daß in allen Familien dieselbe Erfahrung gemacht wird. Von den Familien, die gleich nach Beginn der Ferien mit Kind und Kegel ins Bad, u die Sommerfrische oder in die Berge reisen können, spreche ich nicht, sondern von den vielen, vielen anderen, die das wohl gerne möchten, aber nicht können. Die wissen oftmals nicht, was sie mit den Ferien anfangen sollen und oft genug hört man den elterlichen Stoßseufzer:„Wären n, die dann en warnten. n außer der wege zu beelleicht wird stellt, damit t mehr vorvor einigen n von einem waren des hatten selbst brausenden in Passanten Stelle nach ssen blieben, ben dürfte, lastet ist. n Sonntage sein diesjähussichtsturm. le Witzel aus tgängerwesen ll durch einen soche hier zue sich ein juntiert und sich elben verlobt. gen geblieben Hinterlassung reingefallenen dieser Woche 1 fürsorglicher so daß die haben. Der hstwahrscheinge sein Vater iche erwarte. dem spurlos barten sogen. Uhr auf der Schadenfeuer aid fand in den liche Nahrung, ge, als Wohneäschert wurde. Pünktlichkeit Elemente ziemgels. Es geen, doch sind chaden dürfte t sein; die Entit. Schweren Nähe des Geje Provinzialen das Vorjahr Mark Ausgabe Am verflosseere Zahlstellendie Wurmkrankür die Bergaren wurden. 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Da läßt sich schwer raten, Sie müssen am besten fühlen, ob„Er“ der Richtige ist. Sie zählen uns da eine Menge Vorzüge auf, die er haben soll, und fragen uns, ob diese Eigenschaften eine sichere Gewähr für Ihr zukünftiges Glück bieten. Hiernach will es uns fast scheinen, als wäre es noch nicht der Richtige. Wenn Sie ihn wirklich liebten, würden Sie nicht zweifeln, ob er Stammtisch bei N. Daß Sie verschiedener Meinung darüber sind, wieviel eine Million wiegt, ist nicht verwunderlich. Hat doch seiner Zeit der General Vogel von Falkenstein nicht das Gewicht einer Million beurteilen können; denn er schickte 2 Soldaten mit einem Schubkarren nach Frankfurt a. M., um die Kontribution von 5 700000 Gulden zu holen, und hat vielleicht gedacht, ein solcher Karren reicht sicherlich. Allein die Soldaten kamen unverrichteter Sache zurück, weil diese genann Summe über 1000 Zentner wog und mit einer Menge zweispänniger Wagen geholt werden mußte. Eine Million Mark in Gold wiegt schon 8 Zentner, in Silber aber 112 Zentner. Westfalen und Rheinland. * Bochum, 3. Aug.(Ein plötzlich wahnsinnig Gewordener) zertrümmerte der„Boch. Ztg.“ zufolge in den Straßen eine Anzahl Fensterscheiben und mißhandelte mehrere Personen. Als ein Schutzmann den Irren mittelst eines Wagens in eine Anstalt überführen wollte, riß er sich los, stürzte vom Wagen und brach das Genick, sodaß der Tod auf der Stelle eintrat. * Oespel, 5. August. Um einem schwer verbrannten Kinde das blühende Leben zu erhalten, hat sich vor einigen Tagen der Bergmann H. von Oespel freiwillig dazu hergegeben, von seinem Körper die nötige Haut zu opfern. H. ertrug auch standhaft die mit der Ablösung verbundenen Schmerzen. Bemerkt sei noch, daß H. das Kind nicht vun 2 Linderhausen, 4. Aug.(Verbrannt.) Auf dem Linderhausener Krieger= und Volksfeste am Uellendahl hat sich bei der ersten Vorstellung ein schwerer Unglücksfall ereignet. Ein Neger wollte die Feuermenschen darstellen, als durch einen unglücklichen Zufall der Benzin= oder Spiritusbehälter explodierte, so daß der arme Neger einer Flammensäule glich. Die Brandwunden waren so schwer, daß der Verletzte in das Krankenhaus nach Gevelsberg gebracht werden mußte. * Essen, 5. Aug. In Holsterhausen, einem Vorolle Essens, lockte ein von seiner Frau getrennt lebender Arbeiter ein 8jähriges Mädchen in ein kleines Gebüsch und verging sich an demselben. Der Unhold wurde bald nach Verübung der Tat verhaftet. * Schwelm, 4. Aug.(Spurlos verschwunden.) Die elfjährige Schülerin Lina Kr. von hier, Kaiserstraße 55 wohnhaft, hat am Samstag, den 1. d. Mts. im Auftrage ihrer Mutter beim Postamte das Rentengeld in Höhe von 34 Mark erhoben und ist, wie die„Schwelm. Tagebl.“ schreibt, seitdem nicht nach Hause zurückgekehrt. Die Mutter nimmt an, daß das Mädchen durchgegangen ist, vielleicht nach Voerde oder Milspe zu den dort gegenwärtig stattfindenden Kirmessen. Das Mädchen scheint auch einen Hang zum Herumziehen zu haben. Schon vor kurzem schwänzte es mehrere Tage die Schule und hielt sich bei der auf dem damaligen Schützenfestplatz am Schloß Martfeld stehenden Theatergesellschaft auf. * Neuß, 5. Aug.(Mordversuch einer Schülerin.) Weil es sein ein Jahr altes Brüderchen nicht mehr verwahren wollte, versuchte ein elfjähriges Mädchen deses zu vergiften. Das entartete Mädchen gab dem Brüderchen ein Jod ein. Glücklicherweise lief die Flüssigkeit am Munde des Knäbchens vorbei; auch gelang 8 laut„N. Z.“ der ärztlichen Kunst, durch Anwendung geeigneter Gegenmittel die Wirkung des eingegebenen Giftes 4 Duisburg, 5. Aug.(Tobsüchtig.) Ein in Neudorf wohnender Mann wurde, laut„Rh. u. Rztg., gestern vormittag in der Ludgerikirche während der zweiten Messe plötzlich tobsüchtig. Unter lautem Reden suchte er zur Kommunionbank vorzudringen, viele Kirchenbesucher, besonders Frauen, drängten infolgedessen in panikartiger Flucht nach den Ausgängen. Schließlich gelang es mehreren beherzten Männern, den Tobenden zu bändigen, zur Kirche hinaus und in den Gewahrsam des 2. Polizei=Bezirks zu führen. Hier gelang es ihm, ein Stocheisen zu ergreifen, womit er, nachdem er in eine Zelle gedrängt war, die Fenster zertrümmerte und alle bedrohte, die sich ihm nahen wollten. Es blieb schließlich nichts übrig, als aus dem Diakonissenkrankenhause eine Zwangsjacke zu holen, bei deren Anlegung er weiter mit dem Stocheisen um sich schlug und einem der helfenden Männer einen wuchtigen Hieb über die Hand versetzte. Nachdem es unter Gefahr für die Beteiligten gelungen war, den Mann zu bändigen, wurde er mittelst Sanitätswagen dem Diakonenkrankenb, Eiegburg, 5. Aug. Auf eine eigenarige Weise wurde ein Arbeiter der hiesigen Königl. Geschoßfabrik plötzlich dem Leben gerissen. Derselbe hatte seinen Weg zur Arbeitsstätte verspätet angetreten und suchte durch schnelles Laufen das Versäumnis wieder einzuholen. An der Kontrollstelle angelangt, sank er lautlos zu Boden. Ein Herzschlag hatte seinem Leben ein jähes Ende bereitet. * Mainz, 5. Aug.-Auf eine sonderbare Weise verunglückte ein 20jähriger Kaufmann B., der im ersten Stock einer Wirtschaft am Petersplatz logiert. Er glaubte Montag abend nach 9 Uhr, als er schon im Bette lag, an seiner Tür ein Geräusch zu vernehmen. Da er Einbrecher vermutete, stieg er aus seinem Bette und kletterte an der Fensterbrüstung entlang, um seine Logiswirtin zu Als B. den gefährlichen Rückweg antreten wollte, stürzte er hinab und zwar auf das Glasdach der unten gelegenen Wirtschaftsräume und durch dieses durch, direkt auf einen Tisch, an dem mehrere Gäste saßen, die vor Schrecken fast gelähmt waren. Der Unglickliche war am Unterleih, und an den Beinen durch das schneidende Glas jurchter##ch verletzt. Büchertisch. (Die Ergebnisse der Reichstagswahlen.) Mit farbigem Wahltableau. Preis 50 Pfg. Verlag von Hermann Schoenfeld, Dresden. Der s. Z. von dem gleichen Verlage veröffentlichten Kandidatenliste sind jetzt die amtlichen Ziffern beigefügt und dürfte so dem Büchlein bei dem allgemeinen Interesse, mit dem die diesjährigen Reichstagswahlen verfolgt wurden, ein großer Absatz sicher sein. Gesundheitspflege. **(Die heiße Jahreszeit) bringt neben mancherlei Annehmlichkeiten auch allerlei kleine Leiden. Wer jetzt h der Sonnenglut im Fre schwere Arbeiten verrichten bei der * Sennenglut im Freien schwe. 1 muß, also der Gartner, der Landmann, aber auch schon, wer überhaupt draußen körperlich tätig ist, wie Radler, Wanderer usw., die empfinden alle eine Erschlaffung und einen quälenden Durst, daß siedas dringende Bedurfnis nach einer Erquickung fühlen. Wasser allein tut's nicht. Manchen Gutsbesitzer hört man klagen, daß er nicht weiß, was er den Leuten zu trinken geben soll. Nach dem Genuß alkoholartiger Getränke, weiß jeder Landmann, taugen die Arbeiter erst recht nichts mehr zu schwerer Beschäftigung. Alkohol schlägt für den Augenblick nieder, um nachher um so mehr zu erschlaffen. Auch vermehrt derselbe die Herztätigkeit und somit die Leibeswärme, daher kehren Herzschläge mitten auf der Straße nach dem Genuß schwerer Getränke jeden Sommer wieder. Am empfehlenswertesten ist einfaches Bier, Vermischung des Wassers mir Zitrone und kohlensaurem Natron und Weinsteinsäure, überhaupt alle Limonaden, die ohne Zucker am meisten niederschlagend wirken. Sehr erfrischend ist Aepfelwein mit gekochtem Wasser verdünnt genossen, um ihn für die, die ihn nur anfangs nicht vertragen, bekömmlicher zu machen. Für stets kalten Kaffee oder Tee mit sich zu führen, Flüssigkeiten kalt beruhigend wirken. Angenehm erfrischend sind alle Früchte, auch ist es gut, statt des aufregenden Kaffees morgens gleich ohne zu trinken, etwas zu essen. Statt der unvermeidlichen Zigarre kaue man bei Anstrengung eine Zitronen=, Apfelsinen= oder jede andere Fruchtschale möglichst lange und man wird dadurch im stande sein, den Durst, diesen Quäler, statt anzuregen, zu bannen. *(Ein Stoßseufzer aus der Schweiz.) Dem Gen.=Anz. sendet ein Leser, der im Juli in der freien Schweiz seine Sommerfrische hielt, von dort folgenden poetischen Stoßseufzer: Legt mir ins Bett en große, warme Deckel Und macht mer aach die Wärmflasch' p’rat, Genau wie ich friert mancher alte Seckel Bei siwwe Grad! Da hock' ich jetzt schon in der fünften Woche, G'rad wie Diogenes in seinem Faß, Und krieg ich wirklich mal aus meinem Loche, Da werd' ich naß! Dabei fällt Schnee in endlos großen Massen, Lawinen sind fast täglich hier zu sehn: Dadrunter kann man sich begraben lassen— Ist das nicht schön? Hat sich denn Petrus gegen mich verschworen? Ist denn der Himmel gänzlich liebeleer? Die vor'ge Woche sind hier zwei erfroren— Erst sie, dann er! S fallt mir net ei', noch länger hier zu hocke; Ich hab''n satt, den feuchte, kalte Kram, Ich schnür' mei' Bündel, mach' mich uff die Socke Und reise haam! §(Ein Nimrod.)„Gibt es in dem Wald hier auch Wild?“— Gasthofbesitzer:„Früher hauste schon eine Hirschfamilie darin— doch kam einmal ein Kurgast, der ein leidenschaftlicher Jäger war, der hat so lange auf die Tiere geschossen, bis sie schließlich alle ausgewandert sind!“ §(Setzer=Kobold.) Der Landesherr wurde beim Betreten unseres Städtchens von einer Anzahl weißgekreideter Jungfrauen empfangen. §(Beim Zahnarzt.)„Also ganz unerträgliche Zahnschmerzen haben Sie?“—„Ganz unerträgliche," versicherte der Patient.—„So— und kommen die Anfälle oft nach einander?"—„Alle fünf Minuten.— „Und dauern jedesmal?"—„Mindestens eine Viertelstunde. §(Steigerung.)„Warum magst Du mi denn nit heiraten, Kathi? Hast Du denn keine Lieb' zu mir?“ —„Oo doch, ich lieb’ Dich von ganzem Herzen; aber heiraten werd' ich den Ziller Toni, weil ich den noch mehr von ganzem Herzen lieb'!“ der„Schwerter Zeitung.“ Hd Berlin, 6. August. Dem„Berl. Tagebl.“ werden über den neuen Papst weitere interessante Einzelheiten aus Rom telegraphiert: Beim Bekanntwerden des Resultats des Konklaves wurde Kardinal Sarto unwohl. Als man ihn wieder zum Bewußtsein zurückgerufen hatte, sagte er mit schwacher Stimme:„Ihr legt mir ein schweres Kreuz auf.“ Von gut unterrichteter Seite wird bestätigt, daß Pius X. tatsächlich mit 50 Stimmen, also mit 7 Stimmen mehr als Leo, gewählt wurde. Der neue Papst ist ein leidenschaftlicher Musikfreund, spielt vortrefflich Orgel und Pianoforte, hat eine prächtige Baritonstimme, und schwärmt für den Gregorianischen Gesang.— Der Papst hat den ganzen Hof im Amte bestätigt, auch den Leibarzt Dr. Lappon.— Die Blätter heben hervor, daß doch erst die Ferien zu Ende!“ Gewiß, es ist fast in allen Fällen Schuld der Eltern, wenn die Ferien nicht richtig benutzt werden. Man hat seine Kleinen sehr lieb, aber die Stunden, in denen sie sonst in der Schule sein mußten, wurden als Zeit der Ruhe empfunden und zum Besten des ganzen Hauswesens ausgenützt. Darin ist jetzt eine starke Störung eingetreten. Die lieben Sprößlinge kehren sich nicht an die während der Schulzeit eingehaltene Hausordnung, binden sich nicht, wie sonst, an eine geregelte Zeiteinteilung und bringen in kurzem eine Unordnung und ein Durcheinander zu Wege, daß die Mutter verzweiflungsvoll die Hände ringt. Die Sorgen beginnen schon am Morgen. Zunächst sind die Kinder nicht aus den Betten zu bringen— weshalb denn früh aufstehen? Es sind ja Ferien;— dann verschiebt sich, da sie in allen Stücken zu spät kommen, Mahlzeit auf Mahlzeit, was namentlich mittags bei dem an seine Arbeitsstunden gebundenen Hausvater ein brummiges Gesicht verursacht; am Nachmittage ist die Verwirrung eher im Zuund erst abends, wenn man das kleine Volk abgefüttert und energisch zu Bette geschickt hat, wird wieder etwas Ruhe im Hause. So ist es, wenn die Eltern es eben einfach den lieben Sprößlingen selbst überlassen, sich die schöne Ferienzeit zu beschäftigen. Dann geht es den Kleinen, wie es den plötzlich freigelassenen Negersklaven Amerikas ging: sie wußten von ihrer Freiheit absolut keinen Gebrauch zu machen. Aber man braucht gar nicht zu weit zu gehen. Es wird auch dem kultivierten Erwachsenen, der an regelmäßige Tätigkeit gewöhnt ist, schwer, seine Ferienzeit so einzurichten, daß sie ihm wirkliche Erholung bringt, wieviel schwerer dem Kinde, das sonst nicht gewöhnt ist, über seine Zeit selbst zu verfügen. Eine bestimmte Ordnung muß dem Kinde auch während der Ferienzeit auferlegt werden. Regelmäßig früh zu Bett und früh Bett; sie müssen auch regelmäßig zu den Mahlzeiten sich einfinden. Ganz verkehrt und geradezu eine Versündigung an dem Kinde ist es, wenn die Eltern dasselbe nötigen, in den Ferien Nachhilfestunden zu nehmen oder durch fleißiges Nacharbeiten etwaige Lücken in seinen Schulkenntnissen auszufüllen. Es gibt Pädagogen, die auch die von der Schule aufgegebenen Ferienarbeiten für unnütz halten. Darüber sind die Meinungen noch geteilt. Reistens wird es so sein, daß die Schularbeiten bis in die letzten Ferientage aufgespart bleibenund dann werden sie in Hast und Unruhe gemacht und fallen dementsprechend aus. Manche besonders vorsichtige Schüler machen sie gleich in den ersten Ferientagen,„um den Quark los zu sein. türlich ist auch hier von einem besonderen Nutzen nicht zu sprechen, sondern die Schüler haben eben nur einige Tage weniger Ferien, da sie die ersten Tage ebenso eifrig wie in der Schulzeit gearbeitet haben. Die ganze übrige Zeit aber kümmern sie sich den Teufel um ihre Bücher und Hefte. Wenn die Schularbeiten den Zwea haven sollen, ein Band zu bilden, das wenigstens locker den jungen Geist mit der Schule verbindet, so müßte jeden Tag ein kleiner Exerzitium vorgenommen werden. Das Facit aber wäre: Verhunzung der Ferien und Durchkreuzung des eigentlichen Zweckes derselben. Dieser Zweck besteht aber einzig und allein in der geistigen und körperlichen Erholung. Das ist das wichtigste, dem sich alles andere unterzuordnen hat. Darum lasse man die Kinder soviel als möglich in Gottes schöner freier Natur sich umhertummeln. Man jage sie gleich früh nach dem Morgenkaffee ins Freie. Mögen sie dort nach Belieben umhertollen, auch vielleicht etliche Dummheiten machen, was schadet's?! Hauptsache ist: freie Luft und Bewegung. Aeltere Knaben kann man auch zu kleinen selbständigen Wanderungen veranlassen; am besten schließen sich mehrere Schulkameraden zusammen und nehmen sich ein bestimmtes Ziel, das nicht allzuferne liegt. Leibarzt Dr. Lapponi... un6 P thglischen 8 ein Gegensatz zu samtlichen Kirchen und katholischen Instituten Roms nur die französische Nationalkirche San Luigi und die französischen Institute nicht illuminierten. Der Grund ist unbekannt, vermutlich aber der, daß der Kandidat Frankreichs, Rampolla, durchgefallen ist.— In vatikanischen Kreisen heißt es, anläßlich des Krönungsfestes werde der Papst die Menge wahrscheinlich von der äußeren Loggia der Peterskirche segnen.— Die Tribuna bestätigt den Zwischenfall über die Einlegung eines österreichischen Vetos gegen Rampolla. Hd Lorient, 6. August. Gestern kam es zu Tumulten. Zwischen Demonstranten und der durch Militär verstärkten Polizei fanden mehrfach arge Zusammenstöße statt, bei denen 20 Soldaten und ein Offizier durch Steinwürfe verletzt wurden; drei Demonstranten wurden tötlich verwtüüe.„— Hd Bern, 6. August. Am Geißrücken im Kanton Bern ist der 60jährige Kantonrat Luedi von einer 30 Meter hohen Felswand abgestürzt und blieb sofort tot. Hd Salonichi, 6. August. Das Bandenunwesen in den Vilajets Monastir und Uesküb nimmt bedenkliche Formen an. 16 neue Banden sind aufgetaucht, welche morden und plündern. In den beiden letzten Nächten haben wiederum Attentate auf den Bahnlinien SalonichiMonastir stattgefunden. Hd Konstantinopel, 6. August. Der französische Botschafter verständigte den Großvezier, daß, falls die Türken die Oase Bilma nicht räumten, sie gewaltsam durch französische Truppen vertrieben werden würden. Wetterbericht. 7. August: Normale Temperatur, wolkig, schwül, viele Gewitter, Regen, frische Winde. 8. August: Teils heiter, teils wolkig, mäßig warm, lebhafter Wind, strichweise Regen, Gewitter. Für den redaktionellen Teil verantwortlich Wilh. Reste-Ausverkauf 1903. Reste-Ausverkauf 1903. BIO des Reste-Ausverkaufs sind Verkauf zu ganz unerreicht billigen Preisen, GOUTGGeT KGGH Aelteste und bestrenommierte Firma der Provinz. Bekanntmochung. Montag. den 17. August d. Is., nachmittags 5 sollen an hiesiger Gerichtsstelle circa 16 Ztr. altes Aktenpopier zum Einstampfen verkauft werden. Schwerte, 4. August 1903. Gerlach. Gerichtssekretär. 9 Dortmund, Westenhellweg 46. Gründung des Stammhauses 1827. Ewald veir Sieill, Busseiderl, Diejenigen Personen, welche für das Jahr 1903/1904 einen Jagdschein wünschen, wollen diesen unter Entrichtung der Gebühren am Samstag, den 8. Aug. 1903, vormittags von 8 bis 12 Uhr, im hiesigen Polizei=Büreau beantragen. Schwerte, 5. August 1903. Die Polizei-Verwaltung. Rohrmann. Ein gewaltiger Fortschritt ist die System„Krauss“ D. R. G. M. L. Weinberg, Schwerte. 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