Anntriches Rreiseicht tür den Rieis worck! Irmmmmm wreer 8 Insertionsgebühr für lokale Anzeigen, die sechsgespaltene zeile oder deren Raum 10 Pfg., außerhalb 15, Reklame=Zeile 40 Pfg., Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte, Fernsprech=Anschluß Nr. 62. Amt Schwerte. Telegr.=Adresse Braus, Schwerte=Ruhr. Alle Kreis= und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung" rechtsverbindliche Krait. Abonnementspreis pro Quartal 1 Mark 65 g., exe 42 Pfg. Bestellgeld, wenn durch die Post bezogen. Erscheint ai jedem Wochentage. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierte Familienfreund.“ 172. 1. Blatt Der korperliche Kuggang englischen Gewissermaßen als Ergänzung zu den von uns mitgeteilten Erörterungen im Oberhause über die Ursachen des körperlichen Niedergangs des britischen Volkes hat der Generaldirektor des Sanitätswesens der britischen Armee, Sir Willam Taylor, einen Bericht veröffentlicht, der, fußend auf den Erfahrungen und Mitteilungen der Werbeoffiziere, die körperliche Beschaffenheit derjenigen Gesellschaftsklassen, aus denen die Soldaten hervorgehen, ins denkbar schlimmste Licht stellt. In den zehn Jahren zwischen 1893 und 1902 wurden 679 703 Männer, die sich zum Heeresdienst meldeten, ärztlich untersucht, mit dem Ergebnis, daß 23 914 sofort abgewiesen werden mußten. Von den angenommenen Rekruten erwiesen sich nach drei Monaten 5849 als untauglich, während weitere 14 259 vor Ablauf von zwei Jahren entlassen werden mußten. Das heißt, 37,6 pCt. der Männer, die sich bereit erklärten, ins Heer einzutreten, mußten entweder sofort oder nach kurzer Frist wieder entlassen werden. Diese von dem Leiter des Sanitätswesens gegebenen Zahlen stellen jedoch durchaus nicht die Gesamtziffer der Untauglichen vor. Die Werbeoffiziere haben nämlich seit geraumer Zeit strenge Weisungen erhalten, nur solche Leute vorläufig anzunehmen, die mit ziemlicher Gewißheit die ärztliche Prüfung bestehen können. Tatsächlich ist die Zahl der wegen körperlicher Gebrechen und schwacher Körperbeschaffenheit als untauglich abgewiesenen Männer bedeutend größer. Sir William Taylor beruft sich in seiner Schätzung der Untauglichen auf die von Sir Frederic Maurice aufgestellten Ziffern, der, fußend auf vieljähriger Erfahrung, zum Schluß kam, daß von fünf Männern, die sich zum Heeresdienst melden, nach Ablauf von zwei Jahren nur zwei als feldtüchtige Soldaten übrig bleiben. Die Zahl der Untauglichen ist in Wirklichkeit nicht 37 pCt., wie die Tabellen zeigen, sondern etwa 60 pCt., wenn man die schon von den Werbeoffizieren zurückgewiesenen Männer mit einrechnet. Diese körperliche Minderwertigkeit ist nicht nur vom Gesichtspunkt des Werbeoffiziers bedenklich; sie hat auch ihre allgemeine bürgerliche Bedeutung. Wenn diese Männer nicht zum Heeresdienst taugen, wozu sind sie dann gut? Lauder=Brunton sagt über diese Zustände:„Was wird aus diesen Männern, die körperlich minderwertig und zumeist auch geistig schwach und ohne Tatkraft in die bürgerliche Gesellschaft zurückgestoßen werden? Viele darunter heiraten Mädchen, die ihnen an Schwäche nicht nachstehen und erzeugen Kinder, von denen viele die Listen der Kindersterblichkeit anschwellen lassen, andere Kinder verkommen in der Verbrecherwelt, während einige zur Reife gelangen, aber körperlich und geistig noch schwächer sind als ihre Eltern. Die Ursache dieser körperlichen Entartung ist in dem Umstande zu suchen, daß so viele ungelernte Arbeiter vom offenen Lande in die Städte ziehen, wo es viel schwerer ist, gesunde Kinder zu erzeugen und zu erziehen. Andere Gründe sind zu frühe Ehen und die Unwissenheit der Mütter; so viel ist sicher, daß die untere Arbeiterklasse, aus der die meisten Soldaten stammen, eine unverhältnismäßig große Zahl körperlicher und geistiger Schwächlinge enthält. Diese Schlüsse finden ihre Bestätigung von anderer Seite. Die letzte Volkszählung hat gezeigt, daß 77 pCt. der englischen Bevölkerung in Städten leben— eine Zunahme von 15 Prozent in den letzten zehn Jahren. Die Statistiker C. Booth und B. S. Rowntree schätzen auf Grund sorgfältiger Erhebung die städtische Armenbevölkerung auf 28 bis 30 pCt. der Gesamtheit. Kein Wunder, daß die in ärmlichen Verhältnissen in Städten aufgewachsenen und schlecht genährten Kinder später nicht für das Heer taugen.„Wären alle Klassen der Bevölkerung imstande, ihre Kinder gut zu ernähren und in frischer Luft aufwachsen zu lassen, so hätte man eine gesunde Rasse und taugliche Rekruten,“ sagt Sir William Taylor, und schlägt die Einsetzung einer Untersuchungskommission vor, die Erhebungen über die Ursachen des körperlichen Niedergangs der Bevölkerung machen und Mittel zur Abhilfe vorschlagen soll.— Das einzige Mittel wäre die Wiederbelebung des Ackerbaues. Aber wie soll das in England gemacht werden? Uebersicht. — Zeichen der Zeit. Aus Danzig, 24. Juli, wird gemeldet: Dem amerikanischen Eisenbahnkönig Vanderbilt wurde auf kaiserlichen Befehl der Regierungsrat Korn zur Verfügung gestellt. Auch der amerikanische Konsul Claßen war beim Empfange Vanderbilts zugegen. Der Kommandeur der Leibhusaren=Brigade, Generalmajor von Mackensen, ließ seine Karte an Bord der Jacht Vanderbilts abgeben. In Danzig besichtigte Vanderbilt die Sehenswürdigkeiten; am Frühstück im Tanziger Hof nahmen der Regierungsrat Jarozky und Oberbürgermeister Ehlers teil. Die Kapelle des Danziger Fußartillerie=Regiments konzertierte. Nach 1 Uhr begab sich Vanderbilt zur Marienburg, von wo er 5½ Uhr zurückkehrte. Gegen 6 Uhr ging er wieder in See. Der mit ihm befreundete Kommerzienrat Villeaume aus Köln befindet sich an Bord der Jacht. Vanderbilt, der jetzt 31 Jahre alt ist, ist auch in Danzig mit Bittgesuchen überhäuft worden. — Religion— Privatsache. Wie der ersehnte sozialistische Zukunftsstaat die Religion als Privatsache behandeln wurde, das ersieht man daraus, wie es eben in Frankreich hergeht; dort hat Fr. de Pressensé einen setzentwurf mit folgenden Forderungen vorgebracht: Aufhebung jeder Besoldung der Geistlichen; derjenigen, die über 45 Jahre alt sind und 20 Jahre Dienstjahre haben, wird eine Lebenspension von höchstens 600 Frks. gewährt. Der Staat und die Gemeinden legen Beschlag auf alle Güter, Mobilien und Immobilien, die den Kirwerte, Samstag, den 25. Juli 1903. chengemeinschaften gehören, wenn diese nicht beweisen können, daß sie diese Güter durch Legate ohne Mitwirkung des Staates oder der Gemeinden erhalten haben. Die Gebäude, Kirchen oder Pfarrhäuser werden entweder an bürgerliche Gesellschaften vermietet, die für den Unterhalt des Kultus gebildet sind, oder an andere Gesellschaften, die einen anderen Zweck verfolgen, z. B. Vortragsversammlungen oder burgerliche Feste. Neubau der Kirchen ist streng verboten. Die Kulturpolizei betreffend wird bestimmt: Strafe von 500 bis 5000 Franks für jeden Geistlichen, der die Regierung beschimpft, Strafe von 1000 bis 10000 Franks für das Vorlesen eines Schriftstützes einer dritten Person, wodurch zum Ungehorsam gegen die Gesetze aufgefordert wird(Hirtenbriefe, Synodalbeschlüsse.) Was die Beaufsichtigung der gottesdienstlichen Versammlungen betrifft, so werden dieselben den übrigen öfentlichen Versammlungen gleichgestellt. Um zur Gewalttätigkeit noch den Hohn zu fügen, bestimmt Pressensé, daß es jedermann freistehen soll, die geistliche Tracht anzulegen. Dieser Gesetzentwurf, den Pressensé der freidenkerischen Gruppe der Abgeordnetenkammer unterbreitete, wurde sofort auch von den Sozialisten angenommen und wird dem soziastischen Kongreß von Bordeaux zur Genehmigung vorgelegt werden. Die von 20 Jahren unter dem Einfluß Paul Berts u. a. beim Beginn der Verstaatlichung der Schule verfaßten Lehrbücher sind den jetzigen Machthabern noch viel zu religiös, weil einzelne noch von Seele und von Gott reden. Keines dieser Bücher soll bleiben. Kein Religionsdiener irgend einer Religion darf in irgend ein Spital oder Gefängnis eintreten, ohne von dem Kranken oder Gefangenen begehrt zu sein. Die Religionsdiener dürfen sich nur mit denjenigen, die sie gerufen haben, unterhalten und in den Sälen kein Gebet sprechen noch irgend eine gottesdienstliche Handlung vornehmen, außer dem Sterbesakrament mit unrettbar verlorenen Kranken. Katholische Geistlische dürfen nicht wie bisher in den Spitälern wohnen, und nur solche Schiffe, die in den Krieg ausziehen, dürfen Geistliche mit sich führen. Deutsches Volk, mach deine Augen auf! — Verurteilte deutsche Redakteure. Die „Rhein.=Westf. Zeitung, schreibt: Wir empfingen von einigen verurteilten deutschen Redakteuren, die im Kampfe gegen das Magyarentum infolge ungerechter Gerichtsurteile ins Gefängnis wandern mußten, folgenden Ansichtskartengruß direkt aus dem taatsgefängnis: An die verehrl. Schriftleitung der„Rhein.=Westf. Zeitung" Essen(Rheinprovinz.) Staatsgefängnis, Szegedin, 21. Juli 1903.(Im 10. Monat der Haft.) Den gesinnungsverwandten, liebewerten Berufsgenossen im fernen Rheinlande treu deutschen Grußl Hermann Schroff, Schriftleiter der„Kronstädter Zeitung"; Georg Mohan, Redakteur der„Tribuna", Victor Lapar, Redakteur der„Freien Korresp.“ Wir danken den Mitkämpfern gegen magyarische Ungerechtigkeiten und Anmaßungen und hoffen, daß sie das Gefängnis bald in guter Gesundheit verlassen und ihre Tätigkeit zum Wohle des Deutschtums in Ungarn wieder aufnehmen können. Rußland. = Macht Rußland mobil?“ Wie der Moskauer Korrespondent des„Morning Leader“ seinem Blatte telgraphiert, verlautet aus zuverlässiger militärischer Quelle, daß 120000 Mann in den hauptsächlichsten mittleren und nördlichen russischen Garnisonen einen Mobilisierungsbefehl erhalten haben, um gegebenenfalls sofort per Eisenbahn nach dem fernen Osten transportiert werden zu können. Der Odessaer Korrespondent des Standard“ meldet ähnliches. Serbien. = Nicht bestraft, nur verherrlicht werden die Verschworenen des Königsmordes! Das sagt folgende Meldung: Dem gestrigen Trauergottesdienst für den Adjutanten Naumovitsch wohnten die Minister, einige Adjutanten des Königs und die Offiziere der Belgrader Garnison bei. Ein Hauptmann verlas eine lange Rede, in der er darauf hinwies, daß Naumovitsch als nationaler Held gestorben sei in dem Augenblick, wo ein großes Werk zur Erlösung des Vaterlandes, an dem er hervorragend mitgearbeitet habe, vollendet werden sollte. Naumovitsch war der verräterische Adjutant des ermordeten Königs, der den Verschwörern die Tür zu den inneren Gemächern des Konak öffnen sollte und bei deren Sprengung durch Dynamit ums Leben kam. Die Anwesenheit von Adjutanten des gegenwärtigen Herrschers bei der Trauerfeier, sowie die Verherrlichung Naumovitsch's als Nationalheld zeigen, daß in der öffentlichen Meinung noch keine Reaktion gegen die Stimmung eingetreten ist, welche die Ermordung des Königspaares erzeugt hat. Ueberraschend ist das ja nicht. Der frühere Ministerpräsident Georgewitsch sagt es ja offen in der„Zukunft“ Hardens, daß den Mördern, die Serbien von dem„ekelhaften verbrecherischen Königspaar“ befreit hätten, nicht Strafe ge36. Jahrgang. Zum Tode des Papstes. Gegen die Zeitungsenten aus Rom. Ein Kirchenfürst hat es für angemessen erachtet, in der„Patrie“ gegen die Entenschwärme, die von den fran zösischen Journalisten in Rom aufgewirbelt werden, einen energischen Protest zu erheben. Daß irgend ein Journa ist in das Sterbezimmer des Papstes vorgelassen worden sei, wo er all die schönen„Bonmots“, des Papstes hätte erlauschen können, wäre ganz ausgeschlossen und die betreffenden Mitteilungen wären absolut aus der Luft gegriffen. Der bereffende Kirchenfürst erklärte außerdem, daß weitaus nicht alle Kardinäle von dem brennenden Ehrgeiz nach der Tiara besessen wären, wie man ihnen andichtet. Es seien viele alte und bequeme Herren unter ihnen, denen der Gedanke, fortwährend repräsentieren und vor allem der, im Vatikan in freiwilliger Gefangenschaft eingeschlossen zu bleiben, ein gelindes Grauen einflöße. Sie zögen ihre Freiheit und Behaglichkeit bei weitem vor. bühre. Vielleicht setzt man Naumovitsch in Belgrad noch ein Denkmal:„Dem armen Opfer des Königsmordes am 10. Juni 1903.“ Lokales. ** Schwerte, 25. Juli 1903. **(Zwei Einrichtungen der Post,) die von beson derem Interesse bei der jetzigen Jahreszeit sind, bringt der„Elberf. Tägl. Anz.“ in Erinnerung. Man kann nämlich Briefmarken und Pokstarten auf der Reise auch im Bahnpostwagen erhalten. Es ist ferner schon früher mitgeteilt, daß auch Telegramme von den Bahnposten an genommen werden. Die in diesem Wagen zur Auflieferung kommenden Telegramme sollen in der Regel mit Freimarken beklebt sein, deren Betrag der Telgrammgebühr entspricht. Diese Telegramme sollen durch den Briefeinwurf an dem Postwagen aufgegeben werden. Das Telegramm kann auch auf eine Postkarte geschrieben werden. Der Absender aber muß dann den Inhalt deutlich als Telegramm bezeichnen. Der Wert der Postkarte kann bei der Verrechnung der Telegramme in An satz gebracht werden. Auch Telegramme, deren Niederschrift nicht mit Freimarken beklebt ist, werden durch das Fenster oder die Tür des Postwagens angenommen, insofern die Dauer des Aufenthalts dies gestattet. Es sind dann die Gebühren in bar zu entrichten und womöglich genau vorher abzuzählen. Die Bahnposten übergeben diese Telegramme der nächsten Telegraphenanstalt des Reiches oder der Bahn zur Weiterbeförderung. (Alles mit Maßen.) Nach diesem Grundsatze sollte man auch bei Ausflügen ins Freie handeln. Es gibt Leute, die sich nicht wohl fühlen, wenn sie nicht am Montag erzählen können, daß sie am Sonntag die und die Tour in so und so viel Stunden zurückgelegt hätten und denen das Staunen der Zuhörer über diese Leistung den schönsten Lohn für all die Mühsale und Strapazen ihres Marsches bildet, bei welchem sie natürlich nicht den geringsten Genuß von der Natur gehabt haben. Wie an ders weiß der sinnige Wanderer, der in beschaulicher Ruhe dahinzieht und hier und da gemächlich rastet, die Natur zu genießen! Mit einer„staunenerregenden Tour“ vermag er freilich hinterher nicht zu renommieren, aber frisch und gestärkt kehrt er heim und die unterweges empfangenen Eindrücke und landschaftlichen Bilder haften fest in seinem Geist. Darum ist allen, die in einem Ausfluge Erquickung suchen, nur zuzurufen:„Haltet Maß in allen Dingen, auch im Wandern.“ **(Gewerbegericht.) Sitzung vom 23. Juli. Vorsitzender Herr Amtmann Hartung aus Wellinghofen, Beisitzer die Hrren Bäckermeister Scharloh=Annen und Fabrikarbeiter Brinkmann=Westhofen. Die„Eisenindustrie Menden=Schwerte" suchte durch Inserate Drahtzieher, worauf sich der Drahtzieher Heinrich Oberst von Iserlohn meldete. Er erhielt darauf brieflichen Bescheid, daß sie einen Schichtlohn von 4 Mark zahlen und daß der Antritt sofort erfolgen könne. Als nun der p. Oberst nach einigen Tagen die Arbeit beginnen wollte, wurde er abgewiesen mit dem Bescheid, daß sie nur Grob= und keine Feinzieher gebrauchen könnten. Oberst forderte deshalb heute von der Eisen=Industrie 48 Mark für die Zeit der Kündigungsfrist und Reisekosten. Das Gericht erkennt ihm diese auch zu, da in dem betreffenden Engagementsbrief nichts enthalten ist, das eine bestimmte Arbeit vorschreibt.— Der Bautechniker Joh. Biesel fordert vom Ziegelei besitzer Ostermann das rückständige Gehalt für den Monat Juni 1902. Ihm war bis zum 1. April gekündigt worden, doch verblieb er noch bis zum 25. Mai in dessen Stellung. An diesem Tage verunglückte er, sodaß er ungefähr 3 Wochen feiern mußte. Nach seiner Herstellung wurde ihm von Ostermann mitgeteilt, daß er entlassen sei. Das Gericht erkennt dies jedoch nicht an, sondern Ostermann hätte rechtmäßig nochmals kündigen müssen, da ein neues Arbeitsverhältnis zustande gekommen war. Er wird zur Zahlung des Gehaltes abzüglich der Kranken= und Unfallgelder, im ganzen noch 119,93 Mark, verurteilt.— Der Knecht Nikolaus Wepler aus Schwerte fordert vom Fuhrunternehmer Nehrung noch einen Wochenlohn von Grund entlassen hat. Beide einigen sich, **(Der Schutzengel der Kinder.) Das Kind der Hebomme S. Viersetiof, Pftragenhahn übersahren worvon einem Wagen der Sitagenbahn„aberfahren“ wolden. Das etwa 3jährige Kind war mit anderen Kindern nach der Hagenerstraße gelaufen und lief nun, als gerade die Elektrische herankam, direkt vor dem Wagen her. Führer des Wagens hielt zwar sofort, glaubte indes selbst nicht anders, als daß das Kind überfahren worden sei, aber wie durch eine gütige Vorsehung war es vor dem Tode geschützt worden. Doch ist der Fall wieder eine ernste Mahnung an alle Eltern, kleinere Kinder nicht unbeaufsichtigt auf der Straße spielen zu lassen. **(Die Festschrift) zum 25jährigen Jubelfeste der freiw. Feuerwehr enthält, wie wir gestern schon mitteilten, eine Chronik der Stadt Schwerte aus der Feder des Herrn Oberlehrer Dr. Wangerin, welche wir, da sie urd) Sebal,=Perfg serts potalutgesetzt, Wortlaute brindes Herrn Verfassers vorausgesetzt, in gotirge geeingen werden. Außerdem hat der Schriftfuhrer der Herr Hermann Bertram, eine Chronik der freiwilligen Feuerwehr Schwerte geschrieben, welche manche interessante Daten bringt und mit der wir uns in nachfolgendem ein wenig beschäftigen wollen. Nach vieler vergeblicher Mühe und angestrengtester Agitation gelang es n deschache bos, Hahzsen demn Vericdh ober, haute eie, Fedgrset, Kernsez. Wlascer sei Kore 5si. neue Förderschahzt bei den bochosen den vetroeo uber, Hen unterleio gurcgozet. Ezt gesäte bige eut nant. Eeeet weetten... ,: Eiue traurige aufzufinden, sodaß man um arztliche Hilfe nach Rheda Homdruchz, 21. Buu., Hie Ehefrau Wirt Fritz schicken mußte. Eine barmherzige Schwester allein beSprick von hier. der seit vergangenen Freitag in mühte sich um den tötlich verwundeten Kleinen. Nümberg behus Teinahne am 1o. deutschezonmen und liegt Lüsseldorf, 24. Juliz, In beigzg, Przere, Hur hat am 2age des Festyuges einen H'Zhrnperg harnieder: Die, Gerüststange ereignete sich, heute„morgen 45½ Uhr an, dem esd Pe ae eae a. Han uandugen bangutungug, Gheslheuntene * Wa#en sich durch einen kühnen Sprung in die Aust. Weg###erletzt de lav: Düss. G.=Anz.“ der Polier, der außer mehreren Frau L. in rieftagten. spur= um.uu, g.u., der Poler, der Veopferlgechrgen trnten boben Bürz.. uus triches Einkonmen####. 903 im Jahre 1878 einer Anzahl Schwerter Bürger, den damaligen Bürgermeister Herrn Mönnich und die Stadtvertretung für die Idee der Gründung einer Weyr zu gewinnen; am 13. Juni 1878 fand die erste Generalversammlung statt. Weiter heißt es dann: ber 1878 trat die Freiwillige Feuerwehr Schwerte dem damaligen, BheiischWestfhhhtgeugermeldestellen wurden als Mitglied bei. Die ersten Feuern####### wueden im September 1879 errichtet. Am 11. Oktober desselben Jahres beschloß die Wehr, das an der Ruhrbrücke stehende hölzerne Steigerhaus nach einem geeigneteren Platze zu versetzen und kam am 19. November 1879 ein Kontrakt mit dem Wirt Diedrich Duisberg zustande, nach welchem letzterer der Schwerter Feuerwehr eine Gartenparzelle am Ostentor vermietete, auf welcher man das Steigerhaus errichtete. Im Jahre 1880 wurde der Feuerwehr seitens der Stadtvertretung der nötige Kredit zur Beschaffung einer neuen Spritze bewilligt. Am 19. 1880 nimmt die Wehr den bei den alten Schwerter Bürgern in gutem Andenken stehenden(nunmehr verstorbenen) Literaten Fritz Schmitz, allgemein bekannt unter dem Namen„Poet Schmitz", in Anbetracht eines der Wehr gewidmeten hübschen Gedichts, welches auch in der hiesigen„Schwerter Zeitung“ Aufnahme fand, als Ehrenmitglied auf.—— Bis hierhin hatte die Wehr zum großen Segen unserer Stadtgemeinde und der umliegenden Ortschafen tatkräftig gewirkt. Manchen harten Kampf mit dem verheerenden Element hatte sie zu bestehen; erwähnt sei beispielsweise das Großfeuer des Herrn Chr. in den Rosen, welches im Herbst 1883 ausbrach die ganze hübsche Besitzung einäscherte und unter dem Pferde= und sonstigen Viehbestande in gräßlichster Weise aufräumte. Bei diesem Brande wurde auch die uralte Schwerter Schützenkönigs=Kette ein Raub der Flammen Manche ernste und heitere Episode können unsere alter Wehrmänner aus den 70er und 80 er Jahren erzählen. So schimpfte beispielsweise ein alter Pfahlbürger bei Gelegenheit eines bei ihm ausgebrochenen Brandes wie ein Rohrspatz, weil ihm die Wehrleute während ihrer Tätigkeit„alle Mettwüörste un Schenken ofriäten härren“ Bei genauerer Untersuchung der Angelegenheit stellte es sich aber heraus, daß der gute Mann in 4 bis 5 Jahren überhaupt nicht mehr geschlachtet hatte und war ihm das Eintreffen der Wehr augenscheinlich nicht genehm.— Bei Gelegenheit eines anderen Brandes bedankte sich ein Bürger der Wehr gegenüber bestens und betonte ausdrücklich,„datt hai op de Fuerwehr nix kommen lait, dä dopven, gistzu Fizken kapot gohn was“ Der Betrofste unter„He P. P. in W. Ein bestimmtes jährliches Emtommen hat der Papst, seit ihm 1870 die weltliche Herrschaft genommen ist, und er die ihm durch das Garantsegesetz, der italienischen Regierung vom 13. März 1871 ausgesetzte jährliche Rente von rund 3 Millionen Lire nicht angenommen hat, nicht. Er ist fast ausschließlich(sein Privatvermögen und einige andere Einkünfte sprechen kaum mit) auf den Peterspfennig, d. h. die ihm aus der ganzen katholischen abet zustrogen.., git hedenf“ Suven angeund (Lepus timidus), der furchtsame Hase, so lernt jeder Sextaner unserer höheren Schulen, und nicht weniger von dieser Eigenschaft des Löffelmannes wird den Schülern der Volksschulen beigebracht. Daß aber auch dieses schnellfüßige Quadrupet, das ein bekanntes Panier erfunden haben soll, zuzeiten ritterlich kühnen Mutes sein kann, davon weiß man öfters zu berichten, und davon habe ich bei meinem letzten Sonntagsnachmittags=Spazströmenden freiwilligen Gaben ange= davon habe ich bei meinem letzten Sonntagsnachmittags tholischen Weit zustrztenden freuptunge letztwillige(ziergange ein interessantes Beispiel zu beobachten Gelegenheit gewiesen, zu denen sich za autch ost beventende v=...(habt. Vor mir wandelte gar behäbiglich durch die aufsprießenLi datt ok noch nien Fitzten taper gohn was.“ fene war selbstredend nicht versichert.— Der Kamerad David Stern, ein alter Kämpe und Mitgründer der Wehr, wird am 1. September 1884 wegen seiner hervor ragenden Verdienste um die Wehr zum Sergeanten befördert mit der Qualifikation zum Reserveführer„unter gleichzeitiger Zusicherung des Zivilversorgungsscheines nach 50jähriger Dienstzeit.“— Nachdem darg,Hie.##ge 1884 bis 1898 und das im letzteren Jahre gestierte 20jährige Jubiläum geschildert werden, heißt es weiter: Aus den letzten Jahren ist noch zu berichten, daß die Wehr manchen harten Kampf mit dem verheerenden Element durchzufechten hatte; um solche Kämpfe aber mit Erfolg zu führen, bedarf es unter den Kamerader einer guten Kollegialität, vor allem aber einer eisernen Zucht und Disziplin. Für letztere aber hat unser Herr Hauptmann bestens gesorgt und dieselbe nach bewährtem Muster eingeführt, denn er hat„70/71“ mitgemacht.“ **(Auf dem Nürnberger Turnfest) wurde erster München mit 645 Punkten, erster Dreitampf Emil Weisz vom Rieler Männerturnverein mit Pe.zsgueg erscten rei ce Keios gese sce eioe bisäiheun gege litt ein als Kampfrichter tätig gewesener in Westfalen einen schweren Schädelbruch. ** Aplerbeck, 24. Juli.(Einquartierung.) Am 3. August erhalten die Gemeinderggpsergetger ergg, hofen und Schüren Einquartierung,„Aplerbei. erhal eine Eskadron und Berghofen und Schuren je eine halb Eskadron des Husaren=Regiments Nr. 11 ** Hacheney, 24. Juli. Die Zeche„Crone“ ist zur Zeit mit der Anlage eines Luftschachtes für das Kohlenfeld„Sonnenschein“ beschäftigt, der an der Grenze des sogenannen Kapellenwäldchens des Herrn Baron von Romberg zu liegen kommt. Bei einer Tiefe von 25 Meter ist man bereits auf eine Kohlenader von 7 Fuß Mächtigkeit gestoßen. Die Schachtarbeiten werden von oben und unten vorgenommen, sodaß man sich schließlich in Vermachtnisse und Schenkungen zu Lebzeiten gesellt haben, sodaß auch immerhin ein festes Vermögen da ist. (Man spricht von 35 Millionen.) Die Kosten für die Hofhaltung des Vatkaus, sowie foifg,r, gtegnihe gelgnten tiaturen und andere Vertretungen sich monatlich auf etwa eine Million Lire. Die Einkünfte aus dem Peterspfennig sind ja naturgemäß verschieden. Man schätzt es auf etwa 14 Millionen Mark. Leo XIII saß seit seiner Wahl zum Papste 25 Jahre und 4 Monate auf dem päpstlichen Stuhle. Er war der 257. Papst. Unter den Päpsten gab es 5 Franzosen, 13 E 8 Syrier, 6 Deutsche, ebensoviele Spaner, iv,2 Perifg. ner und Savoyarden, je einen Englägder, giesen. einen Holländer und einen Kannioten. Alle übrigen waren Italiener. Nur wenige von den 257 Päpsten saßen über 12 Jahre auf dem päpstlichen Stuhle. Das VI. 82 Jahre, Gregor XIII., Innocenz X., Benedikt XIV. und Pius VIII. über 83 Jahre alt, Paul III. 84, Clemens X., Clemens XII. und Pius IX. wurden 85 Jahre alt. Das höchste Alter hat Gregor IX. mit fast 100 Jahren erreicht; nach ihm war also Leo XIII. der slteite Popkt. und Landwirtschaft. (Ranzige Butter,) welche die sparsame Hausfrau folge übermäßiger Buttersäureentwickelung zu ihrem nicht einmal mehr zum Braten verwenden kann, kann mindestens für diesen Zweck wieder vollkommen brauchbar gemacht werden, indem man sie mit Milch aufkocht, die obenauf Buttermasse erkalten läßt und dann gründlich in Kaltwasser (Apotheke) auswäscht, worauf sie frisch gesalzen wird. verdorbener Butter bedeutet dieses geradezu einen erheblichen Gewinn, wenn man bedenkt, daß dieselbe sonst nutzlos weggeworfen werden müßte.— Ii läßt sie sich dann, mit etwas Teer vermischt, noch zu Wagenbgeg ben en Vexeitung von Veerenwein.) insbesondere beim Herstellen von Stachelbeer= und ist zur Hebung des Geschmackes von großem Vorteile die Zugabe einer in 4 Teile geteilten Zitrone, die mit der Masse mit durchgären muß. Der Geschmack des Weins wird dadurch wesentlich erhöht, haot. Vor mir wandelte gar behäbiglich durch die aufsprießenden Saaten ein alterndes Ehepärchen, begleitet von ihrem kohlschwarzen, kugelrunden Teckelchen, das augenscheinlich ebenfalls den höheren Semestern angehörte. Ueber das dickbeleibte Hundchen, das wohl seinen Beruf verfehlt haben mag, kam es wie alte, liebe Erinnerungen, und schnuppernd verschwand es in dem nahen etwa fußhohem Weizenfelde. Plötzlich jedoch stößt es ein jammervolles Geheul aus, kommt schneller, als man es seinen hohen Tagen und seiner Korpulenz zutrauen konnte, mit impertinent eingekniffener Rute zurück, verfolgt von einer heftig erregten, auf ihn lostrommelnden Hasenmama. Der Hund suchte heulend Schutz, namentlich in den Kleidern seiner Herrin, während der biedere Alte mit seinem Wanderstabe bemüht war, diese böse Hasenmutter vom verhätschelten Liebling zu verscheuchen. Sie schrie, er schimpfte, der Hund heulte und die Häsin trommelte, ein reizendes, aber seltenes Quartett da auf kleinem, grasbewachsenem Wege unter Gottes freiem Himmel! Ich lachte aus vollem Halse über diese komische Siutation, was aber der alte Herr derart krumm nahm, daß er mit krebsrotem Gesicht mich anhauchte: „Sie Flegel, können auch noch lachen, wenn alte Leute in solcher 1!“ Daß ich unter dieser Situation die böse Gefahr schweben. Daß ay unter dieser S Apostrophierung nicht weiter beachtete, bedarf wohl nicht der Erwähnung, daß aber dieses„in Gefahr schweben" mich zu neuen Lachsalven reizte, ist doch nur allzu natürlich. Mittlerweile hatte sich natürlich die„Gefahr" verzogen, die Hasenmutter war zu ihren Jungen zurückgekehrt, das Teckelchen aus den Kleidern seiner Herrin hervorgekrochen, diese selbst bemüht, ihre derangierte Toilette wieder in Ordnung zu bringen, wobei der„liebe Vater" sehr besorgt tat, und ich verduftete schleunigst mit dem Bewußtsein, durch die seltene Energie einer Hasenmutter eine Szene erlebt zu haben, die den Lesern jedenfalls auch ein vergnügtes Lächeln abzuringen imstande ist. Luß ich Büchertisch. Mary Jones und ihre Bibel oder das Himmel5 nuach einer Viel bewegie Kaior Tieischas soie Kelie ereandaß er die Gründung einer Bibeigerru,g- Zughes:„Wenn für laßte; aber durch das Vort des Fgzestg, purde das Werk i. Pales, warum vicht fu. die Zie gut geschriebene Geschichte zeigt, wie aus einem Senfkorn ein Baum wird.(Der Hausvater 1895. Nr. 8). Die Waise. Von Börries, Freiherr von Münchhausen. Ich weiß eine Sanduhr stehen, Die zeigt meines Lebens Fall, Die Körnlein, die darin gehen, Das sind meine Tränen all. Ich hab' an Glück und Segen Mein Lebtag nit geglaubt,— Wenn sich mir nun wollt' legen Ein Mutterhand aufs Haupt, Und ich einmal dürft' klagen, Was meine Sorgen sind, Und hört es einmal sagen: „Mein Kind, mein liebstes Kind!“ Wenn das letzte Körnlein fließet Und die letzte Träne fällt, Meiner Mutter Mund mich grüßet, Meiner Mutter Hand sich schließet Und führt mich aus der Welt. ](Sie verrieten sich.) Ein hübsches Geschichtchen erzählt der Washingtoner Korrespondent der„N. Y. Tribune, Frhr. von Rheinbaben, der preußische Finanzminister, hrachte im I landssteuerbureau den Hilfssekretär des Schatzamts, Horgee „:„ e(Tazlor, und den Binnensteruerkonmissar General John B. Verlset Aus Westfalen und Aeheintano. vn zu. Zaggsger sachigh iuer die egesiglshe ee Juli(Einschrackliches Un= der Tabaksteuererhebung Aufschluß geben., So oft de „plug“ fiel, sah Frhr. von Rheinbaben die amerikanischen BeWas verstehen Sie eigentlich unter„plugk“ Ohr e un aun ae ** Bochum, 24. Juli. Heute nachmittag wurden auf noch eint ganz fleines Stückchen: der Baarestraße 3 Kinder von einem Eiswagen überfahren. ein noch recht anständiges Stück 8 r Sutt#, die zwei anderen Kinder wurden * Witten, 24. Juli.(Einschreckliches Unglück) ereignete sich Sonntag abend auf der Ruhrbrücke hierselbst. Ein mit mehreren jungen Leuten besetzter Kremser passierte die Brücke, ohne daß man den üblichen Brückenzins entrichtete. Der als Brückengelderheber tätige städtische Arbeiter B. eilte dem Wagen nach, um ihn schver verlett, so daß er sofort ins Krankenhaus gebracht Der Lenker des Gäule ein, und so ge mult zu entkommen. en n u.ne eaua a ece e et. Römer siel dem Kaiser das fidele und feuchtfröhliche GeDiren. 24. Juli. Leim Baden ertrant oetern u icht des Stadtverordetenvorstehers Dr. Humser auf, der Büdte der butepinoner Bostonvenz, J4uc8 Ver Ffragte ihn. ob die Frankfiurter bei den neuen Ratsteller Wichdenbrüick, 24. Juli. Schon wieder emn vntrun, nicht auch die Hauptsche, den Mein, vergessen hätten. for junge Leut is der Wein zu schwer, deshalb hawwe mer noch e leichtere Sort' im Keller. Die kenne ja heutzutag' nichts mehr vertrage!" Oberbürgermeister Adickes hustete verlegen. Der Kaiser aber lachte laut und blinzelte seinen Oberhofmarschall an. Dieser hatte die Stadtbehörde darauf aufmerksam gemacht, daß der Kaiser einen leichten Wein zum Ehrentrunk wünsche, da er vormittags schweren Wein nicht vertrage. Natürlich hatte Herr Dr. Humser keine Ahnung davon. Eigener Depeschendienst „der Schwerter Zeitung.“ Hd Berlin, 25. Juli. Nach einer Meldung aus Breslau wurden nach einem nunmehr vorliegenden Berichte über die von der letzten Hochwasserkatastrophe am meisten betroffenen Kreise des Regierungsbezirkes Oppeln im Kreise Ratibor 10000 Hektar Acker und Wiesen überschwemmt. 8 Ortschaften wurden ganz, 27 teiiweise unter Wasser gesetzt. Im Kreise Kosel sind ca. 15000 Morgen überflutet, im Kreise Oppeln 15000 Hektar. Der Schaden, der allein an Deichen, Brücken und Wegen angerichtet ist, beläuft sich auf über 700000 Mk. Im Kreise Leobschütz sind zahlreiche Brücken und Wohngebäude weggerissen, im Kreise Falkenberg sind in 7 Ortschaften Gebäude eingestürzt. Hd Berlin, 25. Juli. Nach einer Meldung des „Berl. Lok.=Anz.“ aus London ist heute früh der bekannte Chemiker Baron von Busch auf der Fahrt nach Glasgow in der Nähe von Northampton aus dem Eisenbahnwagen gefallen, wurde überfahren und getötet. lid Annaberg i. S., 25. Juli. Gestern nachmittag gegen drei Uhr ist auf der Haltestelle Buchholz der Zug Nr. 1387 entgleist. Die drei letzten Wagen und zwar ein Packwagen und zwei Personenwagen sind umgestürzt. 4 Personen wurden getötet, eine schwer und 6 leicht verletzt! Die Ursache des Unglücks ist wahrscheinlich vorzeitige Umstellung der Weiche. Der Personenverkehr wird durch Umsteigen aufrecht erhalten. Die Namen der Getöteten sind: Gruns aus Weipert, Frau Postverwalter Otto aus Sehma, Witwe Meier aus Marienberg und Soldat P. Langer vom 18. Husaren=Regiment in Großenhein. Hd Groß=Wardein, 25. Juli. Infolge Unterminierung auf Festungswerken von Koloczwarno ist das Innere von drei Wohnhäusern in die Tiefe gestürzt; die Mauern sind vollständig geborsten. Die Hausbewohner konnten nur mit Lebensgefahr gerettet werden. Hd Budapest, 25. Juli. Bei den gestrigen Manövermärschen des 1. Armeekorps wurde ein 15 ftlündiger Marsch gemacht. 19 Insanteristen sielen tot um, 50 sind totkrank im Hospital, wo sie hoffnungslos darniederliegen. 450 Soldaten wurden krank und eine große Anzahl weiterer sind dienstunfähig. Hd Lyon, 25. Juli. Bei Nenville scheiterte gestern eine Barke; die drei Insassen ertranken. II4 Petersburg, 25. Juli. In dem Dorfe Schalaskawisch ließ der Gutsherr 33 Mädchen nach Beendigung der Feldarbeit in eine Scheune einschließen, um sie vor den Nachstellungen ihrer männlichen Arbeitskollegen zu schützen. Die Männer zündeten vor Wut hierüber nachts die Scheune an, alle 33 Mädchen fanden den Tod in den Flammen. Für den redaktionellen Teil verantwortlich Wilh. Schade. Zum Einmachen empfehle: Einmachessig, Kölner Plattenraffinade SalieyI sowie sämtliche Gewürze in nur guter Qualität. Hörderstrasse 14. ekanntmachung. Die Jagdnutzunn der Steuergemeinde Benninghofen soll am Freilag, den 31. Juli cr., nachmittags 5 Uhr, im Lokale des Wirts Wienold zu Benninghofen öffentlich verpachtet werden. Die Bedingungen werden im Termin bekannt gemacht. Pachtlustige werden hiermit eingeladen. Der Gemeinde-Vorsteher: Cosack. Todes-Anzeige. Heute morgen entschlief sanft und Gott ergeben unsere liebe Mutter, Grossmutter, Urgrossmutter, Schwägerin und Tante Frau Wwe. Karl Weber Wilhelmine geb. Kettler im beinahe vollendeten 80. Lebensjahre Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Schwerte, Schalke, den 25. Juli 1903. Die Beerdigung ündet Dienstag,. den 28. Juli, nachmittags 4 Uhr vom Sterbehause, Mährstr. 3, aus statt. Zur Einmachzeit empfehle die Stein=Einmach= und Konservenbüchse „Frauenlob.“ Selbige zeichnet sich besonders durch Geschmack der Früchte und Gemüse vor allen aus. Ferner sämtliche Einmachgläser und Steintöpfe zu den billigsten Tagespreisen. P Gnc Hörderstrasse 14. NB. Bitte meine Schaufenster zu beachten. Grus Srrkauf. Der Graswuchs auf unseren nachstehend bezeichneten Weiden soll verkauft werden: I. Mittwoch, den 29. Juli cr., vormittags 10 Uhr: Verkauf des Grases auf den ehemals Bimberg'schen Weiden und daran anschließend Verkauf auf rechtsseitigem oberen Ochsenkamp. Zusammenkunft bei der Mühle Haus Ohle. woch, den 29.Julicr., nachmittags 4 Uhr: Verkauf des Grases auf den früher Schulte-Geisecke'schen und Cordes'schen Weiden. Zusammenkunft bei dem Wirt Ersternbrink, Wellenbad Geisecke. Dortmund, den 23. Juli 1903. Die Verwaltung des städt. Wasserwerks. C. Beckmann, Dortmund, Ardeystr. 31, vereideter Bücherrevisor übernimmt Büchereinrichtungen, Monats= und Jahresabschlüsse, Revisionen etc. O enn Sie auf die Ausschmückung ihres Heims Wert legen, dann versäumen Sie nicht, sofort ein # Lutherbild: bei der unterzeichneten Buchhandlung zu bestellen. 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Darnach: Abmarsch in die Standquartiere. — Nachmittags:— Um 3 Uhr: Aufstellung des Festzuges auf dem Marktplatze zum Aömarsch in das Festlokal. (Säle und Anlagen des Herrn L. Hagemann „Im Reiche des Wassers"). Von 3½ Uhr ab: KONZMRT mit darauffolgendem BALL. Feuerwerk. Die Lieder werden vorgetragen vom Männer=Gesang=Verein„Sängerbund“=Schwerte. Die Festmusik wird ausgeführt von der 26 Mann starken Hagener Stadtkapelle(Direktor Maaß). Eintrittsgeld: Zum Konzert 50 Pfg., zum Konzert und Ball 1 Mk.(1 Dame frei). Der Fest=Ausschuß: Der Vorstand: Rohrmann, Bürgermeister. Pädeker, Stadtv.=Vorst. Wilh. Quadbeck. C. Böhmer. H. Fillmann. Backhausen, Rechtsanwalt. Niederstadt, Rentmstr. g. Holsiepe. Fr. Rösener. Heiur. Rickert. Dr. med. Haver. C. Hohenschwert, Stadtv. Hermann Vertram. Heinr. Duisberg, Stadtverordneter. liefert sohnell und billig Carl Braus, Buchdruckerei, Schwerte. Montag, den 27. 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Eine gute Ehe ist wie eine gute Erzählung, sie wird nie langweilig. Narren sprechen die Wahrheit; deshalb hält man Wahrheitsprechende so oftmals für Narren. Kapitän Hander. Roman von F. Klinck=Lütetsburg. (30. Fortsetzung.) Man hatte dem Fremden ein Unterkommen in einem Fischerhause angewiesen, er war aber wieder davongelaufen, in die Dünen zurück. Erst zum Herbst dieses Jahres ließ er sich abermals im Dorfe sehen. Aber nach und nach war er öfter gekommen und machte auch von der Gastfreundschaft Gebrauch, die man ihm geboten. Nur in den Sommermonaten blieb er bei den Bewohnern und man vermutete, er wolle den Badegästen aus dem Wege gehen. In späterer Zeit schien er auch diese Scheu überwunden zu haben, doch sprach er niemals ein Wort, so daß man anfangs die Vermutung gehegt, er sei taubstumm. Nunmehkr lebte der Dünenfex bereits mehr als zwanzig Jahre auf der Insel. Die von den Behörden in den ersten Jahren über ihn angestellten Nachforschungen erwiesen sich als erfolglos und man war schließlich froh, daß die gutmütigen Insulaner nicht darauf drängten, man solle ihnen die Last abnehmen, welche ihnen durch den Fremden aufgebürdet war. Diese Last hatte sich auch als keine besonders drückende erwiesen. Der „Dünenfex" suchte sich allerorten nützlich zu machen und leistefe den Fischern bei ihren Ausfahrten hilfreiche Hand. Seine Kenntnis von allen seemännischen Dingen legte die Ueberzeugung nahe, daß der„Dünenfex“ Schiffer gewesen sei, doch widersprach dieser Annahme seine Abneigung, ein Fahrzeug zu betreten. Man hatte ihn wiederholt aufgefordert, mit auf das Meer hinauszufahren, doch schon allein die Aufforderung genügte, ihn auf Tage und Wochen in die Dünen zu treiben, von wo er häufig erst zurückkehrte, wenn die Fischer ihre Fahrt beendet hatten und mit ihren Schiffen wieder gelandet waren. Bald hatte es sich gezeigt, daß der Fremde auch Kenntnis von der Schiffszimmerei besaß, und von Stund an war er unentbehrlich geworden. Man hatte ihm nach und nach eine kleine Werkstatt eingerichtet, in welcher er eine den Insulanern nutzbringende Tätigkeit entfaltete, so daß man die Stunde pries, in der er auf die Insel verschlagen worden war. Auf welche Weise dies geschehen, blieb ein Geheimnis, das hier und da wohl einer durch Fragen zu lüften gesucht hatte, ohne jedoch den kleinsen Erfolg zu erzielen. 9.4 So waren Jahre vergangen und mit der Zeit erinnerten sich die Insulaner nur noch gelegentlich der näheren Umstände, die sich an das Erscheinen des„Dünenfex“ auf der Insel geknüpft. Sie kannten ihn als einen stillen, freundlichen Genossen ihrer mühevollen Tätigkeit, der in allen Lagen gleich ruhig mit Rat und Tat bei der Hand war. Infolgedessen wurde er von den Alten mit einer Ehrfurcht behandelt, die seiner Stellung auf der Insel nicht entsprach, von der Jugend mit einer heiligen Scheu; sie floh vor dem Alten und raunte sich ängstlich seinen Namen ins Ohr, wenn man ihn bei stürmischem Wetter, wo er nicht im Hause zu halten war, oben auf den höchsten Dünen oder am Strande erblickte, sein ergrautes Haar und sein langer schneeweißer Bart im Winde flatternd. „Er steht noch immer vor dem Hause des Pastors," erzählte man sich am Abend des Tages, an welchem die von der gestrandeten Bark gerettete Mannschaft auf der Insel gelandet worden war.„Er will sicher noch einmal die Frau und das Kind sehen. Er soll weiß wie Kalk geworden sein und hat den Mund aufgesperrt, als hätte er was reden wollen. Dann hat er sich an den Kopf gefaßt und gestöhnt, wie wenn einem was sehr weh tut. Nachher ist er nach Pastors Haus gegangen und da steht er nun noch, obwohl es wie mit Mollen vom Himmel gießt.“ 12. Die freundliche Aufnahme, die Kapitän Sander und seine Leute auf der Insel gefunden hatten, wirkte zwar tröstlich auf ersteren, doch gelang es ihm nicht, einer trüben Stimmung Herr zu werden, die drückender als je zuvor auf ihm lastete. Daß er unter keinem glücklichen Stern geboren war, glaubte er längst zu wissen, aber seither hatte er gehofft, sein Schicksal durch Mut und Ausdauer zu besiegen. Diese Hoffnung war in dieser Nacht in ihm erstorben. Abermals würde die Nachricht einlaufen, die von Kapitän Heinrich Sander geführte Bark sei gestrandet. Nicht einmal einen Küstenfahrer brachte er ans Ziel! Bei dem großen Unglück betrachtete er es als ein Glück, daß die Mutter nichts mehr von dem neuen, den Sohn betroffenen Schlag erfahren konnte. Heinrich Sander war gebeugt, aber nicht gebrochen, und nicht einen Augenblick gab er sich einem fruchtlosen Jammer hin. Noch an demselben Tage erledigte er alle erforderlichen Dinge, um nicht durch langwierige Verhöre länger als nötig zurückgehalten zu werden. Dann nahm er mit Zerlina Rücksprache, ob sie Lust habe, hier zu bleiben, wo sie zunächst von Johann Thedens Nachstellungen gesichert war. „Ich weiß, daß er durch Klaas Däne über unseren Verbleib Nachforschungen anstellen läßt. Däne ist mir dreimal in den Weg gelaufen und immer habe ich ihn auf der Lauer gefunden," sagte Sander noch im Laufe des Tages zu Zerlina.„Das UnSamstag, den 25. Resche esch e e e sein, als es Theden von Ihrer Spur abbringen wird. Er denkt nicht daran, daß Sie hier bleiben werden. Die Insel ist noch auf Monate hinaus von allem Verkehr mit dem Festlande abgeschnitten, und es wäre nicht schwer, hier einen passenden Aufenthalt für Sie und Ihr Kind zu finden. Ich möchte mit dem Pastor sprechen, der ein verständiger Mann zu sein scheint, damit er Ihnen für den Notfall beistehen kann. Auch an Fräulein van der Straaten können Sie sich wenden; Sie dürfen sicher sein, daß Sie durch dieselbe Schutz finden. Die Worte des Kapitäns versetzten Zerlina sichtlich in Aufregung. Sie war erschrocken. Sander bemerkte es und fuhr fort: „Es ist mehr als zweifelhaft, daß ich die Fahrt nach Kalkutta als Kapitän machen kann, und nur in solchem Falle könnte ich Sie mitnehmen, Zerlina. Wahrscheinlich müßten Sie in Hamburg oder Bremen zurückbleiben, und es wäre nicht unmöglich, daß Theden Ihren Aufenthaltsort bald ausfindig machen würde. Darin läge aber für Sie und Ihr Kind eine große Gefahr." „Ich bin nicht bange vor Johann Theden, Herr Sander," sagte Zerlina ruhig.„Sie denken das nur. Der soll mir nicht wieder kommen.—4u13 Gerling“ „Verlassen Sie sich Theden gegenüver auf nichts, Zerlina,“ warnte Sander.„Ich kenne ihn länger und besser, als Sie. Sie müssen verborgen bleiben, bis alles entschieden und in OrdZerlina war sehr niedergeschlagen. Der Gedanke, sich von dem Manne trennen zu müssen, in dessen Schutze sie sich so sicher gefühlt hatte, erfüllte sie mit großer Angst. Aber sie zweifelte nicht, daß sein Vorschlag in ihrem und ihres Kindes Interesse genacht vor. So fimmte te. 9u. r, der uich berit i Sander sprach sogleich mit dem Pastor, der sich vereit erklärte, ein passendes Unterkommen für die junge Frau zu suchen. Dann verließ Sander das Haus, um an den Strand zu gehen und den Bergungsarbeiten der Ladung der gestrandeten Bark beizuwohnen, die noch immer erfolgreich fortgesetzt wurden. Es war anzunehmen, daß ein gut Teil der nach Hamburg bestimmten Ladung gerettet werden konnte. Als er das Haus des Pastors verließ, sah er an der Tür noch immer den alten Mann stehen, der ihm bei seiner Lanung durch sein Benehmen aufgefallen war, und den er vom Fenster aus später unablässig hatte auf= und abschreiten sehen, den Blick starr auf die Tür der Pfarrwohnung gerichtet. In dem Augenblick, als Sander in seinen Gesichtskreis trat, kam er mit großen Schritten auf ihn zu und vertrat ihm den Weg. „Wer sind Sie? Die Toten stehen auf. Wir müssen uns im Leben schon einmal begegnet sein,“ sagte er mit gleichförmiger Stimme.„Halt, warten Sie einmal—“„ Er faßte sich an die Stirn, wie um nachzudenken, aber dann bewegte er verneinend den Kopf und seuzfte tief auf. „Ich kann mich nicht besinnen. Wollen Sie nicht so gut sein und mir helfenk“„ 6 „Wodurch kann ich das?“ fragte Sander in freundlichem Tone. Er war überzeugt, einen Irrsinnigen vor sich zu haben. In dem Gesicht des Alten zeigte sich etwas, das wenige in diesen starren Zügen gesehen haben mochten. Es lag etwas Nachdenkliches und Trauriges darin. „Auch die Stimme— die Stimme,“ murmelte er. Dann betrachtete er Heinrich Sander wieder aufmerksam und seufzte abermals aus tiefster Brust. „Ich danke Ihnen, ich danke Ihnen,“ sagte er zurücktretend. Damit gab er den Weg frei und begann seine Wanderung wieder aufzunehmen. Er würdigte Sanders jetzt keines Blickes mehr, sondern seine graublauen Augen mit dem unheimlich starren Ausdruck waren wiedr auf den Eingang zum Pfarrhause gerichtet. Sander glaubte, ein längeres Verweilen würde zwecklos sein, so begab er sich an den Strand. Bei seiner Rückkehr fand er den Alten noch immer am Platze, obgleich es zu regnen begonnen hatte und ein häßlicher Wind vom Wasser herüberkam. Sander trat an ihn heran und forderte ihn auf, nach Hause zu gehen, da eine solche Nacht keines Menschen Freund sein könne. Der Alte schenkte Sander nicht die mindeste Beachtung. Auch eine wiederhole Aufforderung blieb ohne Erfolg. Inzwischen kam der Pastor nach Hause. Er hatte die letzten Worte des Kapitäns gehört.„Lassen Sie ihn, Herr Sander. Es wäre zwecklos, wenn Sie versuchen wollten, ihn zum Verlassen dieses Platzes zu bewegen,“ sagte er.„Irgend welche Gründe, die wir leider nicht ermitteln können, scheinen ihn zu bestimmen, mein Haus zu bewachen." Eine diese Worte begleitende Geberde des Pastors machte Sander aufmerksam, daß seine Annahme, der alte Mann sei unzurechnungsfähig, eine richtige sei. So folgte er dem Geistlichen in das Haus. (Fortsetzung folgt.) 36. Jahrgang. Und möglichst fern von Sorgen. Wem Gott gab eine Frohnatur, Der wandert gern durch Feld und Flur Gleichviel, was von Berufe Und welcher Altersstufe! Es wandert gern der Bureaukrat, Der Lehrer wie der Richter, Der Meister, der Kommerzienrat Der Sänger wie der Dichter. Es wandern, wenn der Morgen tagt Schon Mann und Weib und Kind und Magd Auf stillen Waldeswegen Der Sonne froh entgegen! Wie herrlich ist's im Waldrevier, Es rauscht aus tausend Kronen: „O Wandersmann komm her zu mir, Es wird sich herrlich lohnen, Und bist du matt, ich stärk dich schon, Ist dir beliebt ein Glas Ozon? Willst du dich daran laben Du sollst es gratis haben!“ Hier bist du frei von Form und Zwang Und von nervösen Hasten Hier hat Vertrauen jede Bank, Drum darfst du fröhlich rasten. Hier herrscht die lautre Poesie, Denn meine Banken krachen nie, Sie schlucken kein Vermögen Und das ist doch ein Segen! Hier ziehst du froh die Straß entlang Und alle Sorgen schwinden, Hier liest du nichts von Pommernbank, Von Treber=Schmidt, Terlinden Hier hörst du nichts vom Serbenland Von Rüsten und von Kriegesbrand, Laß„rüsten" all' die andern,„ Du rüste dich zum Wandern! Die Lust am Wandern bringt dir bald Des Friedens holden Segen; Aus tausend Wipfeln grüßt der Wald Und nickt dir froh entgegen, Er fragt nicht, wer der Wand'rer ist, Ob du ein„Vorgesetzter bist, Er kennt nicht Rangabzeichen Nicht Titel und dergleichen! O welche Lust durch die Natur Zu wandern, wandern, wandern, Doch nicht allein für Müller nur, Auch für alle andern! Und glücklich wer als Wandersmann Allzeit noch um sich haben kann Als fröhlichsten Begleiter Als Freund Humor! Ernst Heiter. Vermischtes. Zeitgemäße Verrachtungen. „Ein Lied vom Wandern!“ Das Wandern ist des Müllers Lust, So hör ich's eben klingen Da regt sich's froh in meiner Brust: Ist'srichtig was sie singen? Es stellt sich schon die Kritik ein: Muß es denn grad' ein Müller sein, Den Lust erfüllt beim Wandern, Warum nicht auch die andern? Wen machte nicht das Wandern Lust Wenn er am Sommermorgen Dahin zieht froh und„zielbewußt“ 1(Die tragische Schlußszene eine gn# spielte sich dieser Tage inmitten der Hauptstraße Newyorks ab. Elisabeth O'Leary, die Tochter eines Millionärs und noch vor wenan Jahren eine der gefeiertsten Schönheiten, hauchte— wie der „Staatsbürger Zeitung“ geschrieben wird— auf dem Pflaster angesichts der Millionärspaläste ihr junges Leben aus. Sie hatte eines Tages, kaum 20 Jahre alt, gegen den Willen ihres Vaters einen Mann geheiratet, der sie auf Händen trug, aber von dem erzürnten Millionär und dem Schicksal von diesem Augenblicke an auf das unerbittlichste verfolgt wurde,„Sein junges Weib wurde enterbt, er selbst um seine Stellung gebracht und alle Versuche, eine andere zu erhalten, immer wieder hintertrieben. Verzweiflung und Kummer warfen ihn auf ein schweres Krankenlager, er wurde schwindsüchtig und schließlich gänzlich arbeitsunfähig, nachdem er trotz seines leidenden Zustandes die niedrigsten und härtesten Arbeiten zwei Jahre hindurch auf sich genommen hatte. Zuletzt lebten sie in einem verlassenen, halbverfallenen Stalle, beide zu schwach, um zu arbeiten, beide zu stolz, um zu betteln. Elisabeth, ohnmächtig vor Hunger und unter der furchtbaren Hitze leidend, bat ihren Gatten, sie an die frische Luft zu tragen. Dieser geleitete sie hinaus an die Ecke des Broadway, wo beide zusammenbrachen. So fand man die Tochter des Millionärs, tot, verhungert, in den Armen ihres ohnmächtigen Gatten. f(Deutsches Land in Gefahr.) Die kleinste Grndech vreZaes hen Zosehersel der Atich füt 25 Meridie D— und bessen Familie die einzigen Bewohner stellt, hat berechnet, daß in 10 bis 15 Jahren Habel vollständig ein Opfer der nie rastenden Nordsee geworden sein wird. Die Bedeutung der Halligen liegt nicht im Werte des Grund und Bodens, sondern in dem Schutze, den sie dem Festlande gewähren. Es fzhse,wasge ge Sturmfluten den Anprall des Meeres gegen die abschwächt. Die preußische Regierung hat Großes geleistet, um die Halligen durch Dammbauten vor der Zerstückelung und dem Untergang zu bewahren. Das umfangreiche, meist gefährdete Gebiet von Langeneß=Oland im Norden und Nordstragdzgrubg Süderoog im Süden wird durch Dammbauten geschup:. Die Dämme sind zum Teil vollendet, zum Teil geplant. Im eingedämmten Wattenmeer lagert die Flut die Senkstoffe ab und die Landgewinnung beginnt. Inmitten dieser Erweiterung deutschen Landes verfällt die Hallig Habel mehr und mehr. Sie ist vaon# besonders wertvoll, daß sie dem Festlande näher liegt, als die übrigen kleinen Halligen. Durch Schutz= und Anschlickungsbauten auf Habel würde die Anlandung der Halliger wesentlich gefördert Böh. Für den redaktionellen Teil verantwortlich Wilh. Schade. 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