seile oder deren Raum 10 poft, gaxf- Gr a u, in Schwerte, Fernsprech=Anschluß Nr. 62. Amt Schwerte. Telegr.=Adresse Braus, Schwerte=Ruhr. Nr 166. 1 Blatt. Zum Deutschen Turnerfest in Nürnberg. Am heutigen Sonnabend nimmt das große Turnfest in Nürnberg in Bayern seinen Anfang, um bis zum 22. Juli zu währen. Es ist zugleich ein Jubiläumsfest, findet es doch zum zeprr Male statt. Der edle Wettstreit, in dem Kraft und Gewandrheit gemessen werden sollen, wird rund 30000 Turner zusammenführen als Vertreter von fast 7000 Vereinen mit mehr als dreiviertel Millionen Mitgliedern; darunter Abgesandte der deutschen Turnerschaften in Oesterreich, Amerika, England, Rußland und Italien. Hierin kommt die Anhänglichkeit an das alte deutsche, Paterland zu erfreulichem Ausdruck und die überaus starte Beteiligung zeigt, welch gewaltigen Aufschwung die Turnkunst genommen hat, die Gymnastik der Neuzeit, die in Deutschland Jahn un Friesen begründeten, auf daß das Volk Leib und Seele in ihr stärke, sowie treue Kameradschaft pflege. Die turnerische Tätigkeit auf dem Fest zerfällt in ein allgemeines Turnen, für das dies mal Stabübungen gewählt wurden, in das Turnen der Kreise, deren die deutsche Turnerschaft jetzt 18 zählt, in Sondervorführuugen, darunter Fackel= und elektrisches Keulenschwingen, in Wettturnen, in Sechs= und Dreikampf, in Ringen, Fechten und Spielen. Neben den jungen Turnern, denen das Wettturnen um den schlichten Eichenkranz vorbehalten bleibt, besongetren Biegen urter über 40 bis 9glshentschland= Lurner in Ee zst guch ein=Zostümdem Namen„Alldeurschland turnen. Es ist auch ein Kostümreigen der Damen vorgesehen, wie überhaupt das weibliche Ge schlecht auf dem Fest stark vertreten sein wird, um Zeugnis dafür abzulegen, welche Pflege die Turnkunst unter den deut grüßungsabend am Sonnabend und einen prächtigen Festzug scshtksch d, esteihetee hatb) So schriech enf Max, von Schenlendorf, ein Schzn. Leyrenßens, und seine Worte treffen auch heute noch zu. Gut Heil Nürnberg. Alle Kreis= und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung" rechtsverbindliche Kratt. Pestestescie e Gene eer er 42 Pfg. Bestellgeld, wenn durch die Post bezogen. Erscheint an jedem Wochentage. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund.“ rte, Samstag den 18. Juli 36. Jahrgang. Politische Uebersicht. Deutschland. — Wie die 5jähr. Wahlperiode, welche 1888 anstelle der dreijährigen eingeführt ist, der Sozialdemokratie zum Voreil gereicht, wird in der„Korresp. für Zentrumsblätter“ ausführlich dargetan. In der langen Zwischenzeit von 4½ oder 4¾ Jahren bis zur neuen Wahlbewegung„ruhen die bürgerlichen Parteien, und nur die sozialdemokratische Agitationsmaschine bleibt unter Dampf. Die Arbeitsbienen in den bürgerlichen Parteien pflegen die Parteigeschäfte im Nebenamt zu besorgen; demnach sind sie in der Regel froh, wenn nach getaner Wahlarbeit eine recht lange Pause eintritt, in der sie ihre Kräfte und ihre Zeit auf den eigentlichen Beruf vereinigen können. Die sozialdemokratischen Geschäftsführer pflegen dagegen die Agitation im Hauptberuf zu betreiben und bleiben infolgedessen auch in der langen Zwischenzeit mobil und tätig. Die ersten sagen am Abend des Wahltages„Uff“; die Roten aber gehen dann aufs neue ins Geschirr, um die Wahlergebnisse auszunutzen. Es kommt hinzu, daß keine Partei soviel Mittel und Gelegenheiten zur fortgesetzten Bearbeitung der Wähler hat, als die sozialdemokratische. Die Agitation von Mund zu Mund, in den Werkstätten, auf den Arbeitswegen, in den Arbeiterkneipen usw. geht in einem fort. Die gewerkschaftliche Organisation wird unausgesetzt zur Kontrolle der alten und zum Einfangen neuer Rekruten gebraucht. Durch die Presse und für die Presse wird von Hand zu Hand gearAusbildung ihrer Organisationen auf einer ganz anderen Stufe angelangt sind, als dies bislang der Fall ist.“ — Ankauf von Naturalien für die Armee. Wie die„Staatsbürger=Zeitung" behauptet, soll auf Anordnung des Kaisers der Ankauf von Heu unter Umgehung der Zwischenhändler direkt bei den Landwirten geschehen, wenn möglich sogar vom Felde fort. Auch bei dem Ankauf von Hülsenfrüchten, Stroh u. s. w. sollen die Produzenten in erster Linie berücksichtigt den, damit diesen und der Militärverwaltung der früher den Agenten und Vermittlern indirekt gezahlte Prozentzuschlag zugute kommt, bezw. damit die Proviantämter im eigensten Interesse besser und billiger einkaufen können. — Sozialdemokratischer Bund ehemaliger Soldaten. Auf dem jüngst in Hirschberg i. Schl. abgehaltenen Verbandstag der Kriegervereine hat der Vorsitzende des Bundes, General v. Spitz, als höchste Aufgabe für die Kriegervereine die Bekämpfung der Sozialdemokratie hingestellt. Der„Vorwärts“ bemerkt hierzu, daß die Gegnerschaft der Kriegervereine bisher der Sozialdemokratie nichts geschadet, eher genützt habe, und fährt dann fort:„Immerhin wäre gegenüber denBestrebungen der Spitz und anderer Militaristen vielleicht daran zu denken, ob es nicht angebracht ist, einen sozialistischen Bund ehemaliger Soldaten zu begründen, dessen besondere Aufgabe es wäre, die Kritik des Militarismus und der reaktionären Spitzvereine zu pflegen.“ Mit diesem neuen Bund dürfte es gute Wege haben. Was geschieht mit Kanada? überschreibt die Deutsche Tageszeitung“ einen Leitartikel, in dem sie ausführt, diese Frage dürfte man wohl am zutreffendsten mit dem kurzen Wörtchen„nichts" beantworten, allerdings nür unter der Voraussetzung, daß der Reichstag nicht ein kräftiges Wörtlein in die vorsichtige und mehr als konziliante Haltung der deutschen Reichsregierung darein redet. Das mehrfache erörterte Schreiben der deutschen Regierung, das sich in dem von England veröffentlichten Schriftwechsel befindet, wird von dem Organ des Bundes der Landwirte dahin gedeutet, daß damit klar und deutlich der Verzicht Deutschlands auf die Ergreifung von Vergeltungsmaßregeln und die Bitte an England ausgesprochen sei, unserer Regierung zu einer Versumpfung der Streitfrage zu verhelfen. Daß gegen Kanada keine Strafzölle zur Anwendung gelangen sollen, das sei ein außerordentlich betrübendes Anzeichen für die Auffassung, die man in unseren maßgebenden Kreisen über eine angemessene Vertretung unserer Interessen dem Auslande gegenüber hegt. Afrika. = Wiederum kommen Nachrichten aus Somaliland, die durchaus nicht ermutigend lauten und erkennen lassen, daß die britische Regierung sich mit der„Stxaferpeditiegn gegen den Mullah ein schweres Joch aufgeladen har. General Egerton trat seinen Posten als Oberstkommandierender der britischen Streitkräfte in jenen Regionen an, und das erste, was er zu tun für nötig hielt, war, frische Truppen, insbesondere Reiterei, vom Kriegsamt zu verlangen. Die letzten Verstärkungen zeichneten sich durch fast gänzliche Abwesenheit berittener Truppen aus, und General Maning, in der sehr richtigen Erkenntnis, daß er seinen beweglichen Feind, dessen Soldaten drei= bis viermal so schnell marschieren können als seine Infanteriekolon; nen, auf diese Art nicht fassen könne, zog sich, von Bohotle auf Sheikh zurück.(Die Engländer haben die Lehren aus Südafrika nicht benutzt; es werden hier genau dieselben Fehler gemacht.) So sieht sich Großbritannien nach einem verlustreichen und kostspieligen Feldzug genau auf demselben Flecke wie vor zwölf Monaten. Unter diesen Umständen ist es kaum zu verwundern, daß die Abessynier bitter enttäuscht von den Leistungen der britischen Heeresleitung sind und sich mit dem Gedanken tragen, ihrerseits die Flinte ins Korn zu werfen. Das wäre jedenfalls ein schwerer Schlag für Großbritannien, denn es würde einerseits das Vertrauen der Eingeborenen von Somaliland in den Mullah bedeutend stärken und andererseits diesen der unangenehmen Notwendigkeit entheben, gegen zwei Fronten zu kämpfen. Es darf bei diesem Schmähgedicht nicht vergessen werden, daß es sich hier um ein ernst sein wollendes politisches Blatt, nicht um ein Witzblatt handelt; der Ableger des„Berliner Tageblatt“, der „Ulk“, ist zwar ähnlich roh im Ton, doch hat er wenigstens das als Entschuldigung noch für sich, daß ger. als„Witzblatt“ völlig ernst genommen sein will.— Dazu vemerkt die„KreuzZeitung": Wir wissen nicht, welcher„Dichter“ sich unter dem Namen „Nickelmann“ verbirgt. Aber verbürgen muß sich für den Abdruck dieses Schmähgedichtes die Redaktion der„Volkszeitung“ mitsamt ihrem Verleger. Diese tatsächliche Feststellung können wir nicht umgehen, wenn wir hiermit der politischen Redaktion und dem Verleger Cohn von der„Volkszeitung" die volle moralische und politische Verantwortung für ein solches verleumderisches Schandgedicht aufbürden, das dem Vatikan und besonders dem Kardinal Rampolla nichts weniger als einen politischen Giftmord oder Meuchelmord zuschreibt. Aber seitdem die Sozialdemokratie unter der Leitung des Herrn Singer sich so mächtig im Deutschen Reiche erwiesen hat, ist auch die der Sozialdemokratie zugeneigte Presse so übermütig, so gehässig und so niederträchtig geworden, wie hier die Volkszeitung. Politische Verkommenheit! Der politische Kampf der bürgerlichen radikalen Linken wird dem sozialdemokratischen ähnlicher und ähnlicher. Die Berliner Volkszeitung leistet sich unter der Bezeichnung„Papabili“, fo gendes Schmähgedicht:.. eKurren Gumt—. Während Leo müden Leibes kämpft den schweren Kampf ums Suyanus ur.—.. Sterben, Streiten die Herren Kardinäle— jeder möchte ihn beerben. Jeder möchte, die Tiara sich aufs Haupt, das kahle setzen; Um den Fischerring den stolzen, fängt man an, ein tolles Hetzen. Jeder möchte, daß die Zehe ihm die gläubigen Menschen küßten, Daß Monarchen ihn besuchen, die die Pferde wechseln müßten. Jeder von den wackern Männgrn sfuncht geanz#ehrr, pah Leos Und so mancher übet emsig Tag und Nachr unfeylvarteit. Doch so manchg, endet glötlich, der bich, It„leich miserabilSpricht noch eben mit Rampolla,— stirbt gleich miserabile, Also ging es Herrn Volpini, Monsignor und Sekretär: Gestern noch ganz frisch und munter— Heute lebt er schon nicht Die unzufriedenen Verschwörer. Obgleich der neue Serbenkönig sein möglichstes getan hat, um die an der Belgrader Mordnacht Beteiligten seiner unverminderten Huld zu versichern, scheinen die Verschwörer doch mit den seitherigen Gnadenbeweisen noch nicht zufrieden zu sein. Nan berichset. Wun Mi im A Belgrad, 17. Juli. Einige Blätter greifen den Kriegsminister Atanazkowitsch an, weil er bei der Ofiziersbeförderung die Verschwörer nicht berücksichtigt habe. Das Blatt„Stampa“ fordert den Rücktritt des Ministers, der durch die gestrigen Beförderungen absichtlich den Ereignissen vom 11, Juni. die Bedeutung nehmen wollte, indem er die an der Ver####vorung beteiligt gewesenen Offiziere nicht beförderte. Major Lazarowitsch, eines der Häupter der Verschwörer, der ebenfalls bei den Beförderungen nicht berücksichtigt wurde, ist, da er mit der Demission drohte, zum Obersleutnant ernannt worden. Wenn dem wirklich so ist, so sind das geradezalgten Mzzizgr Zustände, die unter der Herrschaft einer rücksichtslosen Militärdiktatur den neuen König jeder freien Willensäußerung berauben. Das hält freilich Peter I nicht ab, sich in Belgrad häuslich einzurichten und die Reste seines Emigrantentums aus der Gegentilgen. Wie aus Belgrad gemeldet wird, hat sich der Sekretär des Königs, Dr. Nenadowitsch, nach Genf begeben, um den dortigen Haushalt des Könis aufzulösen. Vom sozialen Felde. (Die christlichen Gewerkschaften 1902.) Die Nr. 12 der„Mitteilungen des Gesamtverbandes der christlichen Gewerkschaften Deutschlands“ enthält den Bericht über die Tätigkeit und die Entwickelung dieser Arbeiterberufsvereine im letzte. Jahre. Dem Gesamtverbande gehörten danach am 1. April 1903 20 Organisationen mit 977 Ortsgruppen und 84 652 Mitgliedern an; die weitaus stärkste Organisation ist die der Bergarbeiter mit über 40000 Mitgliedern, dann folgen die Textilarbeiter mit rund 14 500. Christliche Gewerkschaften, die sich dem Verbande nicht angeschlossen haben, aber mit ihm auf dem Boden des Mainzer Programms stehen, gibt es 10, die in 945 Ortsgruppen 105 248 Mtglieder haben; hierher gehören der Verein deutscher Eisenbahnhandwerker mit 34000 Mitgliedern, die süddeutschen Eisenbahner= und Postbediensteten=Vereine usw. Die Gesamtzahl der in den christlichen Gewerkschaften vereinigten Arbeiter beträgt also rund 190000. Angesichts der Jugend dieser Arbeiterbewegung, die eigentlich erst 1899/1900 in Fluß kam, immerhin eine stattliche Anzahl. Die Presse dieser Gewerkschaften verfügt über 19 Blätter. Im letzten Jahre hat trotz ungünstiger Verhältnisse eine Zunahme um 14000 Mitglieder stattgefunden. Weibliche Arbeiter waren 4071 organisiert, meist Textilarbeiterinnen (2029) und Heimarbeiterinnen(1377). Aus den Schlußbetrachtungen des Berichtes sei folgende Stelle mitgeteilt:„Die christlichen Gewerkschaften haben im verflossenen Jahre trotz der wirtschaftlichen Krise mit aller Energie an der Verbesserung des Loses der Arbeiterklassen mitgewirkt— zum Teil Mißerfolge, zum größten Teil jedoch gute Erfolge erzielt. Dieses Ziel der Verbesserung der Lage der Arbeiter inbezug auf Lohn, Arbeitszeit, Behandlung und bezüglich der rechtlichen und gesellschaftlichen Stellung der lohnarbeitenden Klassen haben nach den Grundsätzen des Christentums auch im verflossenen Jahre die christlichen Gewerkschaften „Die Sozialdemokraten sagen ja offen, daß bei ihnen die Agiation die Hauptsache sei. Sie handeln auch allzumal nach dieem Grundsatz; und darum ist es für sie ein leichtes, die Parteinaschine auch in der Zwischenzeit zwischen den Wahlen, und mögen über 4 Jahre sein, in flottem Gang zu erhalten. — Bedenten gegen dienene Heeresforderung Hah Wongarchen ihn beschen de de Perde wrchseln mißen ums auch in vert, et. u. chtlichen G. denn neuerdings mehrfach die Meinung auftritt, ein etwaliger Jeder von den wackern Männern schichtern schielt nach Leos Kleid. ebenso energisch wie zielbewußt Verktand des Reichstages gegen eine Heresfoetdernung sei burs und so mancher Wbet emsig Tag und Nagr umentdanten. Heben ttr ct um inen Appell an das Volk leicht zu überwinden, so möchten wir, Doch so mancher endet plötzlich, der sich nennt papahile.—(vermachrnin##. 1, 8 hreibt die„Natl. Korresp.“, beizeiten vor dieser Art von Optiiismus gewarnt haben. Es ist auch nicht ganz zutreffend, wenn sagt wird, die aus solcher Veranlassung hervorgetretenen Wesischen ten bech den Geüitende Bechee unh Gum ur üie. Auteuih. umer überwunden worden: Im Jahre 1893, als wegen der iso- Aehnlich ging es Herrn mannten Caprivi'schen Militänvorlage zur Austösung geschritten Kaum sprach er mit Herrn Rampolla, hat der ene dus des Betenbsdbemmen eiher Reschet bei ben Boslen! 1464 Geasia Brick sich uach ur ucher Shuns. W#eil die Luft im Batikane nachts ihm scheint nicht recht gefund. Lebt der Papst noch ein vaar Tage. bin ich fürs Konklävi flaus dann noch kommt zustande, weiß ich wirklich nicht genau. o. der Lauech uy us Sste aundeuiert, die Hüne'sche Reduzierung der Forderung der„verbündeten egierungen an einem seidenen Faden Unserer Ansicht##chohet „Freisinnige Zeitung" Recht, wenn sie schreibt:„Nichts könnte Lebt der Papst noch ein paar Tage, oin cre vbsche- witets Ooihen dem iwn es energisch wie zielbewußt verfolgt. Und so so bleiben (Vermächtnis an Arbeiter.) Einer Verfügung des verstorbenen Kommerzienrats Bruno Naumann in Dresden zufolge wurden unter die Arbeiter der Firma Aktien= gesellschaft vorm. Seidel& Naumann 250000 Mark verteilt. Mancher langjährige Arbeiter erhielt bis zu 500 Mark. Am gleichen Tage ist eine Arbeiter=Invaliden= und Pensionskasse in Tätigkeit getreten, aus welcher Arbeitern, die 30 Jahre ununterbrochen in der Fabrik gearbeitet haben, eine labenslängliche Rente von 600 Mark jährlich ausgezahlt wird. Wer nach zehnjähriger Arbeit in der Fabrik arbeitsunfähig wird, bekommt eine fortl ende Unterstützung 5i3 zu 300 Merk jährlich.„Dos dieser Stiftung beträgt ebenfolls 250.000 Wark. In kließt fährlich ein Prozendedes Reingswinnes der Firma. sind von der Beitragskaistung befreit. Lokales. ** Schwerte, 18. Juli 1903. **(Nebenverdienst.) Dieses Schlagwort findet man gegenwärtig sehr ufig in Zeitschriften und Tages=Zeitungen über recht viel ver henden Anzeigen; es wird da allen jenen, die ihr Einkommen genehm erhöhen oder die überhaupt lohnenden Verdienst suchen, mit mehr oder weniger schönen Worten mitgeteilt, daß sie sich nur an die Adresse des Interessenten wenden brauchten, um sofort hunderte von Angeboten zu erhalten. Jene nun, die auf dieses verlockende Angebot hereinfallen, erhalten postwendend ein gedrucktes Schreiben, in dem ihnen mitgeteilt wird, daß sie die erwünschten Angebote zum Geldverdienen mit nächster Post erhalten werden. Und in der Tat bringt dann der Postbote bei seinem nächsten Rundgange einen voluminösen Brief, für den er jedoch den Betrag von 1,50 bis 2,00 Mark als Nachnahme des Asenders verlangt. In den meisten Fällen siegt die Neugierde über die Vernunft und die Nachnahme wird eingelöst. Hat dann der Empsänger einen Blick in die Sendung geworfen, so wird er bald gewahr, daß er zu jenen Leuten zählr, die nicht alle werden, denn was er dem Konvert entnimmt, ist nichts weiter als eine Sammlung von Inseraten aus alten Zeitungen, die der ingeniöse Absender entweder zu einem„Erwerbsanzeiger“ oder einer Nebenverdienst=„Liste" zusammengestellt hat, um sie für teures Geld an den Mann oder die Frau zu bringen, was ihm auch meist glückt, denn, wie bekannt, die Dummen werden nicht alle! Gibt sich der Verdienst Suchende vielleicht noch die Mühe, auf die erhaltenen Inserate zu reagieren, er erlebt er in der Regel noch einen weiteren Reinfall, indem ihm ein Erwerb Aussicht gestellt wird, wenn er so und so viele Mark für den Nachweis oder Muster oder dergleichen einsendet, die dann„selbstrer: ständlich auch wieder fortgeworfen sind, oder er erhält üverhaupt keine Antwort oder seine Zuschrift als unbestellbar zurück, da der Inserent längst verschollen ist.— Dies ad notam für Leichtgläubige. **(Freie Fahrt für Soldaten.) Die Soldaten genießen bereits jetzt besondere Vergünstigung bei Eisenbahnfahrten, was den Fahrpreis anbelangt. Trotzdem gibt es noch genug arme Teufel, die auch das verhältnismäßig billige Fahrgeld nicht besitzen, um die Lieben daheim besuchen zu können. Letztere sind auch nicht immer so gestellt, daß sie Mildtätigkeit zu üben in der Lage wären. Der evangelische Arbeiterverein in Barmen hat deshalb beschlossen, an die Reichstagsabgeordneten das Ersuchen zu richten, für die Einführung der freien Eisenbahnfahrt für Urlaubsreisen der Soldaten Stimmung zu machen. Wir fürchten, praktischen Erfolg wird das nicht haben. Fiskus wird einfach sagen: Nicht zu machen! **(Pensionsansprüche der Privatbeamten.) Immer weitere Kreise zieht die unter den Privatbeamten allerorten zum Durchbruch gekommene Bewegung, mit allen Kräften währt werde. Um die Bewegung auch in Schwerte in Fluß zu bringen, hatte der hiesige Werkmeisterverein auf gestern abend eine Versammlung der hiesigen Privatbeamten im Kaisersaale des westf. Hofes anberaumt, welchem Rufe mehr als 30 Herren gefolgt waren. Herr Chefredakteur Ahrends=Hagen erläuterte in längerem, hochinteressanten Vortrage die Sachlage. Der schlecht Besuch schreckte ihn nicht ab, im Gegenteil, gegen manche anr Städte sei der Besüch noch gut, denn es sei leider eine Tatsache, daß der Privatbeamte der erste sei, der nicht zur Stelle sei, wenn es sich um seine Interessen handle. Auch in Hagen, Dortmund und Bochum sei der Anfang ein bescheidener gewesen und Sleder. Redner besprach se gzu Zizäige der Pridatseamten die sichere begeichnete. Di, Stgteiche au, Isegen nur 306000 im Privatbeamte im Deutschel, vttage tzuf getzen nue 306000 im Jahre 1880. Man habe also jetzt mit annahernd 1 Million PriKrichen deae berlichen Vales alstnachen Füir die Acheiter abte Menge des erzeugten Alkohols betrug 3196 Hektoliter. Im Bezirke Hörde befinden sich 12 Brennereien, die zusammen 296 797 Mark an Branntweinsteuer bezahlten; sie verbrauchten 1 165 600 Kilo Getreide und 81 252 Kilo andere Materialien. Die Menge des erzeugten Alkohols betrug 3372 Hektoliter. Die Gesamterzeugung an Alkohol in beiden Bezirken belief sich auf 6568 Hektoliter, im Vorjahre waren es 6308 Hektoliter. Während der Bierabsatz wesentlich zurückging, stieg die Branntweinerzeugung nicht unwesentlich. * H a g e n, 1 7. J u l i.( E i n E i s e n b a h n= U n f a l l.) der leicht von verhängnisvollen Folgen sein konnte, aber noch verhältnismäßig gut abgelaufen ist, hat sich auf hiesigem Hauptbahnhofe, und zwar im Mittelpunkte der zahlreichen Bahnsteige, am gestrigen Abend ereignet. Um 8½ Uhr vernahm man plötzlich ein weithin hörbares Krachen und Poltern und eine mächtige Staubwolke stieg dicht am Lüdenscheider Bahnsteig auf. Die Lokomotive des Kasseler Zuges, die sonst auf der jenseits des Lüdenscheider Bahnhofs gelegenen Drehscheibe umsetzt, hatte ihre Umdrehung wegen Defektes genannter Drehscheibe auf der Kollegin für die Lüdenscheider Züge bewirkt und war nun auf der Fahrt nach dem Kasseler Train begriffen. Von der entgegengesetzten Seite kam ein Güterzug heran, und diesem fuhr die Lokomotive scharf in die Flanke. Menschenleben sind nicht zu beklagen, es sind nur einige anscheinend leichte Verletzungen vorgekommen. Der Material= schaden ist bedeutend. Zwei Güterwagen wurden total zertrümmert; die Trümmer lagerten sich quer über die Geleise; es war ein wüstes Durcheinander von Achsen, Rädern, Kopf= und Seitenteilen der Wagen, das Ganze förmlich durchtränkt von Kohlen und Koks, die auch zur Unterführung herunterkamen, zum Glück ohne jemand zu verletzen. Außerdem sind verschiedene Wagen arg beschädigt, auch beide Maschinen habe arge Defekte erlitten. Der Verkehr erlitt, da die Geleise zum Teil gesperrt waren und die Züge auf andere Geleise geleitet werden mußten, einige, jedoch nicht erhebliche Verspätung. Der Eisenbahn erwuchs durch den Unfall eine kleine Extra=Einnahme, da zahllose Bahnsteigkarten zur Beaugenscheinigung der Unfallstelle gelöst wurden. Die Maschinenwerkstätte und Polizei waren sofort zur Stelle.— Seitens der Königl. Eisenbahn=Betriebs=Inspektion I hierselbst wird uns zu dem Unfalle mitgeteilt: Gestern abend gegen 8,19 Uhr ist im Personenbahnhof Hagen dem nach Brügge ausfahrenden Güterzug 7754 eine Lokomotive aus einem Nebengleis in die Flanke gefahren. Hierdurch sind 11 Wagen und die Zuglokomotive bis zur Höhe vax dreiviertel des Hazu tgrumte, Hatz Thie Eeschatse beamten, ausg ungeignet manchmal dafür sein, wie möglich.— trages, es wor schon vac einem in Schwerte zur Pflege dieses enwesenden 26 Herven, Aindenden Vereine ihre Zustimmung und eroben Gedankens Zu vr.,znen Vorstand. Herr Stadtverordneter wählten aus ihrer, Witte. v. der Verkmeister Schulte wurde Schermeng übernahm den Vorst, Schriftführer, Herr Edelhoff sen. ebebesiohe.., Getreihe 2—. ebebesies Dortnup vvpstu, I7 841 gilg andere Materialen. ten 28906952 Klo Gerreie und 17841 Klo an.6 eraus wurden 5278 Hektoliter obergäriges und 1 100 158 Hektogäriges, zusammen 1 165 476 Hektoliter Bier gezogen. küter untergarger,—... 19 uu z1e gektoliter, dennach Imn Vorscher beteug de Produhion 2 61614 Hetoliter zu verbvov. Iin Hebebezieke Hörde waren im Vorsahre 6 Prauim hiesigen Handelseunvebeoiohe, besteng Pirt, gahlen, durchschritlich i7 Mart Acho voe Vop, dn, der 80 Mack das Helleliter, mihn schnitlich 80 Pfg, das Ster ben vo. up de Ganmn, un g 179 840 Mack ausgegeben. e. ostenr Se wag vomr Vr anntchetah an 5525 Manrk an Prantweinsteuer geahlt;, se. verkrauchen des Güterzuges 7754 entgleist. Der Lokomotivführer der aus dem Nebengleis kommenden Lokomotiven erlitt einen einfachen Bruch des rechten Armes. Der Schaden an Material und Gleisen ist bedeutend. Zwei Hauptgleise sind hierdurch gesperrt.(Hag. Ztg.) * Hagen, 17. Juli.(Große Ueberschreitungen des Kostenanschlages.) Unser neues Rathaus war zu 650000 Mark veranschlagt, doch mußten schon während der Bauzeit Nachbewilligungen erfolgen, sodaß bei Fertigstellung die Summe von 750000 Mark erreicht war. Bei der gestrigen Beratung im Stadtverordnetenkollegium über die Aufnahme einer Anleihe wurde eine Nachweisung vorgelegt, für welche Posten die anzuleihenden Gelder auszugeben sind und da stellte sich heraus, daß für den Rathausneubau noch 105 900 Mark, also noch 14 Prozent nachgefordert werden. Im Kollegium gab es darob sehr erstaunte Gesichter, man verlangte Aufklärung über diese Ueberschreitungen, die bei Schulbauten usw. in unserer Stadt jetzt zur Gewohnheit geworden seien. Andere Redner verlangten von der Baukommission, daß sie mehr Rückgrat gegenüber dem Stadtbaumeister Rath zeigen müsse. Letzterer ist augenblicklich beurlaubt und soll nun im September Rede und Antwort stehen bez. dieser großen Ueberschreitungen seines Kostenanschlages. Iserlohn, 16. Juli. Spurlos verschwunden ist seit einigen Tagen der bei einer Engros=Kolonialwarenhandlung angestellte Reisende Heckmann. Die Revision seiner Geschäftsbücher weist einen Fehlbetrag von annähernd 8000 Mark auf. H. wird von der Hagener Staatsanwaltschaft verfolgt. * Iserlohn, 16. Juli. Der frühere Landwirt August Risse in dem benachbarten Duingsen, der am Dienstag auf einem Wittener Werk als Aufseher und Wiegemeister eingetreten ist, kehrte nach seiner früheren Besitzung zurück. Hier nahm er Gift und stürzte sich darauf in einen Brunnen. R. war etwa 40 Jahre alt, verheiratet und hinterläßt eine Witwe nebst zwei Kindern im Alter von 10 und 8 Jahren. Altena, 17. Juli. Eine Bestie in Menschengestalt wurde gestern in Werdohl durch den Gendarmen Heinemann dortselbst verhaftet. Das verkommene Subjekt, ein 19jähriger Schlossergeselle, welcher bei einem dortigen Meister in Arbeit stand, wußte ein kleines Mädchen an sich zu locken und zum Mitgehen zu bewegen. Der Unmensch verübte dann in dem Walde ein Sittlichkeitsverbrechen an dem Kinde. Glücklicherweise gelang es dem dort stationierten Gendarmen, dieses gefährliche Subjekt kurz nach der Tat hinter Schloß und Riegel zu bringen. ** Essen, 17. Juli. In welcher Weise versucht wird, den Eisenbahn=Fiskus zu betrügen, zeigt folgender Fall: Bei einer Revision der Fahrkarten nahm der Schaffner einem Reisenden dessen Monatskarte aus der Hand. Die Abnahme muß wohl etwas kräftig erfolgt sein, denn plötzlich hatte der Beamte zwei Teile in der Hand. Bei näherem Zusehen war zu erkennen, daß der untere Teil der Karte alt und der Kopf oben, auf welchem die betr. Monatsziffer aufgestempelt wird, neu und aufgeleimt war. Der Reisende wurde daraufhin festgenomen. Bei Nachsorschungen ergab sich, daß der untere Teil, welcher für eine weite Strecke lautete, bereits über ein Jahr alt war. Um durch den neuen Monatsstempel diese Karte wieder giltig zu machen, war jedesmal von einer neuen Karte für eine ganz kurze Strecke der Kopf abgetrennt und auf den unteren Teil aufgeleimt. Da die EisenbahnVerwaltung dieses Vorkommnis der Staatsanwaltschaft angezeigt, wird eine streng. trafung für den unehrlichen Passagier nicht ausbleiben. * Elberfeld, 17. Juli. Ein schwerer Unglücksfall hat sich heute morgen gegen 10 Uhr in dem Hause Kleeblattstraße 29 bei dem Fabrikanten photographischer Bedarfsartikel Hugo Seuthe ereignet. In der dritte Etage war der Arbeiter Karl Lübbert mit der Herstellung von Blitzpulver beschäftigt. Plötzlich hörte man eine heftige Explosion. Sämtliche Fenster wurden zertrümmert. Die Decke und der Fußboden stürzten ein. Gleichzeitig schlugen die Flammen aus dem Hause heraus. Nachdem das Feuer durch die Feuerwehr gelöscht worden war, fand man Lübbert zwischen den Latten häugend, mit schweren Brandwunden und anderen Verletzungen versehen, tot auf. „der Schwerter Zeitung.“ Hd Berlin, 18. Juli. Wie mehrere Abendblätter aus Hamburg berichten, wurde einer Meldung aus Matupi zufolge der Engländer Howard mit seiner ganzen Schiffsmannnschaft auf seinem Fahrzeuge beim Tauschhandel von Eingeborenen der Admiralitätsinseln ermordet. Die Eingeborenen erbeuteten Gewehre und Patronen und ließen das Schiff dann auf Grund laufen. Hd Berlin, 18. Juli. Der am 30. Mai aus Charlottenburg verschwundene 23jährige Student Friedrich Schneider, dessen Eltern in Soest wohnen, ist, wie aus Thale am Harz berichtet wird, in einer Felsspalte im Bodetale, wo er seit 6 Wochen gehaust hatte, seinem Bruder durch 2 Einwohner in ziemlich verwahrlostem Zustande übergeben worden. Hd Magdeburg, 18. Juli. Der 28jährige Rangierer Pansengramme geriet heute vormittag auf dem Neustädter Bahnhof zwischen die Puffer zweier Wagen, der Kopf wurde total zerquetscht und die Beine abgefahren. Hd Rom, 18. Juli. Die heute hier verbreiteten Gerüchte vom Ableben des Papstes sind unbegründet. Professor Mazzoni erklärte, daß sich das Befinden des Papstes gebessert habe und eine Periode des Stillstandes eingetreten sei, die Tage, Wochen, ja Monate anhalten könne. Für den redaktionellen Teil verantwortlich Wilh. Schade. Betanntmachung. Der Plan nebst Beilage für die Enteignung von Schießparzellen am Wege Menglinghausen Persebeck wird nach Vorschrift des§ 19 des Gesetzes vom 11. Juni 1874(G.= S. S. 221) während der Zeit vom 22. d Mts. bis einschließlich s. k. bei den Gemeindevorstehern in Menglinghausen und Persebeck zu jedermanns Einsicht offen gelegt. Einwendungen gegen den Plan sind während der Dauer der Offenlage bei mir schriftlich anzubringen oder zu Protokoll zu geben. Hörde, den 15. Inli 1903. Mathis, Regierungs=Assessor. Die Firma Albert Elsbach& Cie., Dortmund. verkauft wegen Umban ihres Hauses Jagd= und Sport=Artikel sowie Joppen, Regenrocke, Pellerinen 2c. als sehr preiswert aus. Schwerte. Gottesdienstordnung der kath. Pfarrkirche. Sonntag, den 19. Juli 1903. 7. Sonntag n. Pfingsten. Vormittags: 6½ Uhr: Stille hl. Messe. Kaplan Rieke. 7½ Uhr: Stille hl. Messe mit Predigt. 8¾ Uhr: Stille hl. Messe mit Predigt. Pfarrer Schnurbns. 10 Uhr: Hochamt. Nachmittags: 2 Uhr: Andacht. 8 Uhr: Jungfrauen=Kongregation. 5 Uhr: Jünglings=Sodalität. 8 Uhr: Josephs=Verein und Gesellen=Verein. Clocl- Nauf! Wir wollen uns treue, anhängliche Kunden erwerben, die nicht einmal, sondern immer wieder und wieder bei uns kaufen und uns weiter empfehlen. Wie sehr uns das gelungen ist, beweisen die Tausende und Abertausende, die jahraus, jahrein bei uns kaufen. ViormammaNomomam Westenhellweg 67. Dortmund. Bigenes Phatogranblecher Atelier I. Kampstrasse 68. 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Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund.“ Im Freien. O Glück des Daseins in der freien Luft! Wie weiten plötzlich sich des Denkens Schranken, Wie überbrücken Abgrund sich und Kluft, Wie läutern sich, wie wachsen die Gedanken. Gesundheit weht entgegen uns der Wind, Er ladet ein zu tiefem Atemholen. Er bringt in regen Fluß, was stockend rinnt, Bläst helle Glut aus halb verglimmten Kohlen. Hoch hebt die Brust sich, neuer Kraft bewußt; Verscheucht sind Gram und Stuben=Grübeleien. O wunderbar verjüngte Daseinslust Auf Wies' und Feld, im Freien, ach im Freien! Kapitän Sander. Roman von F. Klinck=Lütetsburg. (25. Fortsetzung.) „Marta, wohin denkst Du?“ Während die junge Frau dies fragte, lag ein Ausdruck in ihrem Gesicht, der zur Genüge verriet, wie wenig sie an die Möglichkeit der Ausführung einer Idee glaubte, die ihr einen Augenblick vorgeschwebt haben mochte. „Mein Vater würde mich nie wieder aufnehmen.“ „So wird er dazu gezwungen,“ gab Marta mit scheinbarer Ruhe zurück, obgleich sie vor Aufregung zitterte.„Du mußt Dich auf schlimmes gefaßt machen, Grete. Johann betrügt Dich!“ „Glaubst Du auch, was die Leute sagen?“ Ein heißes Rot stieg in Frau Gretes Gesicht, und sie sah mit bangem Blick zu der Freundin auf. 46 M „Ich glaube nicht nur, was die Leute sagen, ich weiß mehr,“ versetzte Marta ernst.„Johann ist Dir untreu, ich will Dir Beweise dafür geben.“ „O Gott!“ Es war ein Aufschrei bittersten Schmerzes, mit dem die junge Frau in ihren Sessel zurücksank. Marta erhob sich erschrocken von ihrem Sitze. Sie hatte keine Ahnung gehabt, daß sie der Schonung Bedürftigen eine überraschende Mitteilung machte. Jedes Kind auf der Straße wußte, daß Johann Theden seine Gattin in unerhört frecher und offenkundiger Weise betrog. Doch bereute sie nicht, der beklagenswerten Frau die Augen geöffnet zu haben. Jeder nächste Augenblick konnte ihr eine bei weitem gefährlichere Aufklärung bringen, als es durch ihren Mund geschah. „Grete, Du wußtest es nicht?“ fragte sie sanft, als diese die herabgesunkenen Lider wieder erhob und mit einem Blick voll Jammers zu ihr aufsah.„Das habe ich freilich nicht geahnt. Um so besser ist es, daß ich zu Dir gekommen bin, Dch aufzuklären, denn nur dadurch ist für Dich noch etwas zu retten. Ja, Johann ist Dir untreu, Du mußt Dich auf das schlimmste gefaßt machen. Auf keinen Fall darfst Du länger in diesem Hause bleiben, ohne Dich selbst zu entwürdigen.“ „Und was meinst Du, soll ich tun?“ fragte Grete ruhig, indem sie sich aufrichtete. Sie sah in diesem Augenblicke erschreckend bleich aus, „Mit mir zu Deinen Eltern gehen. Dort will ich alles sagen, was ich weiß.“ Einige Minuten herrschte Schweigen in dem Raum, nur die schnellen unruhigen Atemzüge der jungen Frau wurden gehört. Dann sagte sie plötzlich: „Das geht nicht, Marta, nun und nimmer. Dadurch würde unnützes Aufsehen gemacht, und Du brächtest Dich meinen Eltern gegenüber in einen falschen Verdacht. Sag' mir, was Du weißt.“ Marta dachte einige Augenblicke nach. Sie konnte der Freundin nicht unrecht geben, und diese machte ihr gegenwärtig auch den Eindruck, als ob sie sehr wohl imstande sei, ihre Mitteilungen mit mehr Ruhe entgegenzunehmen, als es anfangs geschienen. So begann sie: Ich war gestern im Sander'schen Hause, um Zerlina eine Decke zu bringen, die ich schnell fertig gestickt haben wollte. Es war gegen sechs Uhr abends. Als ich die Haustür öffnete, sah ich durch eine Spalte der Stubentür Licht schimmern und hörte in demselben Augenblick Johanns Stimme. Ich gestehe offen, daß ich nicht daran dachte, mich zurückzuziehen oder meine Anwesenheit zu verheimlichen, sondern sofort entschlossen war, eine sich mir bietende Gelegenheit nicht ungenützt vorübergehen zu lassen, sondern vielleicht zu erfahren, was wahres an den Gerüchten sei, die von einem Verhältnis Deines Mannes mit seiner geschiedenen Frau erzählen. Ich hörte folgende Worte, die ich Dir so wiederzugeben versuche, wie ich sie aus dem Munde Thedens gehört habe.“ „Ich weiß, Du denkst daran, Sander zu heiraten; es soll ja längst alles klipp und klar zwischen Euch sein. Daß Du bei diesem Plan die Rechnung ohne den Wirt gemacht hast, schwöre ich Dir. Ehe ich das zugebe, bringe ich ihn und Dich um. Du selbst bist schuld, daß es so gekommen ist. Hättest Du mir nicht immer in den Ohren gelegen, sondern Dir durchgeholfen, bis ich selber was hatte, könnte jetzt alles gut sein. Statt dessen sitze ich mit einer Frau da, der ich doch über kurz oder lang davon laufe, und Du willst Dir für meinen Jungen einen anderen Vater suchen. Noch einmal, ich leid's nicht! Mein bist Du und mein bleibst Du. Es kann Dir doch wohl nicht einfallen, zu versuchen, gegen mich aufzukommen. Ich habe noch immer durchgesetzt, was ich will.“ „Wir haben nichts mehr miteinander zu tun, Herr Theden,“ sagte darauf Zerlina.„Das ist mein erstes und letztes Wort. Ich wollte, ich hätte nie geglaubt, was Sie sagten. Wie konnte ich denken, Sie hätten wirklich ein Gefühl für das Kind? Sie haben, überhaupt kein Gefühl! Und wenn Sie jetzt Ihre arme Frau ins Unglück stürzen wollen, so können Sie sicher sein, daß Zerlina Heins ihre Hand dabei nicht im Spiele hat. Mir liegt nichts daran, sie auszustechen, nicht um alles in der Welt möchte ich an ihrer Stelle sein.“ „Zerlina, ich habe Dich in meiner Gewalt— Dich und den Jungen. Was bist Du als Sanders Frau? Frau MühlenschiffKapitän! während ich Dir was zu bieten habe. Zerlina, nimm 1 ine Vernunft zusammen.“ „Geben Sie sich keine Mühe, Herr Theden. In den nächsten Tagen kommt Kapitän Sander zurück, der wird wohl Rat wissen, wie es anzufangen ist, daß ich Ruhe vor Ihnen kriege.“ „Was, Du drohst? Nun gut! Ich sag's Dir noch einmal: ich habe Dich und den Jungen in der Hand und von mir los kommt Ihr nicht. Daß ich ein Narr wäre! Ich kann Dich reich machen, ohne mich bleibst Du bettelarm. Verlaß Dich darauf, daß ich Mittel und Wege finden werde, Dich wieder in meine Gewalt zu kriegen.“ „Im ganzen Leben nicht mehr, Johann Theden!" rief Zerlina aus.„Lieber tot, als noch einmal mit Dir zusammen leben.“ Ich hörte Zerlina aufschreien und eilte vorwärts. Als ich die Tür aufstieß, sah ich Johann von Zerlina zurückweichen. Ich vermute, daß er sich in blinder Wut wieder an ihr vergreifen wollte. Als er sein Vorhaben durch mein Eintreten vereitelt sah, verließ er schleunigst das Haus, indem er an mir vorüberstürzte, um nicht erkannt zu werden.“ Eine kurze Pause trat ein. Die junge Frau, die ohne ein Zeichen von Erregung den Worten der Freundin gefolgt war, verharrte auch jetzt noch in der eingenommenen Stellung. Sie saß vorübergebeugt, den Kopf seitwärts gewandt, als fürchte sie, durch den Ausdruck ihres Gesichts etwas von dem zu verraten, was in ihrer Seele vorging. Ging wirklich etwas in ihrer Seele vor? Nein, es war alles wie seit langer, langer Zeit. Martas Mitteilungen hatten nur Vermutungen, bange Befürchtungen bestätigt; es war unzweifelhaft besser, daß sie klar sah. Aendern würde auch dieser Umstand nichts, obwohl sie entschlossen war, den Versuch zu machen, ihre Eltern von der Notwendigkeit, sich von ihrem Gatten zu trennen, zu überzeugen. Nach einer Weile fragte Marta:„Was willst Du nun tun?“ „Sage, was kann ich tun? Noch weiß ich es nicht. Aber ich will mir ernstlich überlegen, was hier das beste sein wird. Es ist offenbar, daß ich Johann im Wege bin; und wenn seine erste Frau mit ihm einer Meinung wäre, so könnte ich mich nicht besinnen— ich würde abraten, bis er mich im Stich gelassen hätte. Das wird er nun nicht tun, sondern—“ Grete vollendete nicht. Sie schauderte zurück, und Marta erriet ihre Gedanken. Sie gab ihren Empfindungen auch Ausdruck. „Es wird alles bleiben, wie es ist, und diesen Zustand könnte ich nicht ertragen. Hier muß ein Ende gemacht werden.“ Die junge Frau hatte sich erhoben und stand der Freundin so ruhig und scheinbar entschlossen gegenüber, daß dieser die plötzliche Umwandlung von vollendeter Hilflosigkeit zu energischem Wollen unbegreiflich schien. Doch widersprach dieser Wechsel nicht der Natur Gretes, wie sie sich in ihrer Jugend an ihr stets offenbart hatte. So glaubte Marta van der Straaten, von dem Erfolge ihrer Mission befriedigt sein zu dürfen. Die Freundin würde sich aus ihren unwürdigen Banden befreien und im Laufe der Zeit überwinden, wie sie überwinden mußte. „Ich will noch heute mit meinen Eltern sprechen, so wenig ich auch einen Erfolg voraussehe," fuhr Grete fort, noch ehe Marta etwas hatte entgegnen können.„Was Dich anbetrifft, so hast Du mir einen rechten Freundesdienst erwiesen. Dafür danke ich Dir. Brieflich werde ich Dir noch heute Nachricht geben, was werden soll. Versprich mir nur, daß— wenn ich eine Entscheidung treffen sollte, die Du mit Deinem starken Sinn nicht verstehst— Du mich darum nicht verurteilen willst. Ich bin nicht für den Kampf geschaffen, mich verlangt so sehr nach Ruhe und Frieden.“ (Fortsetzung folgt.) Zeitgemäße Betrachtungen. „Gut Heil zum deutschen Turnerfest!" Gut Heil, Ihr Jahn= und Friesen=Jünger, Zur frischen, frohen Wanderfahrt, Euch rief die Stadt der Meistersinger Zum Kampf nach guter deutscher Art. Die Stadt, die allzeit hochgehalten Das deutsche Lied, die deutsche Kunst, Bringt heut der Turner Kraftgestalten Entgegen ihre volle Gunst! Der Weckruf:„Turner, auf zum Streite!“ Erklingt durch Deutschlands weite Gau'n, Frei zieht der Turner in die Weite Mit Jugendmut und Gottvertraun'n. Wie die gesamte Tagespresse Hinschaut zum Fest im Bayernland, So hab auch ich mich mit Int'resse Der edlen Turnkunst zugewandt! Denn, was dem Menschen auch gegeben Und was ihm auch beschieden sei, Ist unser ganzes Erdenleben Nicht eine stete Turnerei? Der Mensch, was er auch möge treiben. Er turnt sein ganzes Leben lang, Man könnte täglich Bücher schreiben Von Aufschwung und von Niedergang! Schon turnen muß der kleine Knabe, Der eben in die Schule kam, Die debeng ust Lteisestache Der Lehrer ihn in Prüfung nahm; Soll nicht daheim der Vater wettern Und gar ihm ziehn die Ohren lang, So muß er strebsam weiter klettern, Sonst„hockt“ er auf der letzten Bank! Der gute Mensch soll fröhlich wagen, Doch soll er auch mit Vorbedacht Von Zeit zu Zeit mal überschlagen, Ob er's auch vorwärts hat gebracht, Ach, viele gibt's, die nichts gewinnen, Sie folgten nicht der rechten Spur, Nun müssen sie von vorn beginnen, Ein Rundlauf war ihr Wirken nur! Wer tapfer turnt, ist guter Dinge, Doch Maß und Ziel sind auch viel wert, Manch' einer macht zu große Sprünge Und setzt sich gar aufs„hohe Pferd“, Doch ist die Brausezeit zu Ende, Dann sagt sich wohl derselbe Mann: Jetzt machst du schleunigst eine Wende Und fängst ein neues Leben an! So turnt der Mensch sich durch das Leben, Hier kehrt er um— dort kehrt er ein, Das ist ein Wippen, Drehen, Schweben (Mitunter auch in Angst und Pein). Es hängen an den goldnen Ringen Die Menschenkinder, die noch jung Zur Zeit, wo sie von Liebe singen Mit der Begeist'rung Feuer=Schwung! Die Jugend greift noch zu den Ringen, Das Alter aber greift zum Stab, Es wird geturnt vor allen Dingen, Erst geht's bergauf, dann geht's bergab! Die Turnkunst ist der Jugendbronnen, Der noch dem Alter Freude schafft, Es blüht, was Vater Jahn begonnen, Ein schönes Zeichen deutscher Kraft! „Gut Heil“, Ihr Jahn= und Friesen=Jünger, Zieht freudig in Alt=Nürnberg ein, Mög' in der Stadt der Meistersinger Euch grüßen heller Sonnenschein! Daß nicht des Regens Riesenwelle Euch einen Possen spielen kann, „Gut Wetter“ wünscht auf alle Fälle Ernst Heiter, (auch ein Turnersmann.) Aus der Welt der Technik. (Wie Gedanken gewogen werden.) Ein bemerkenswertes Instrument, mit dem die Gedanken„gewogen“ werden können, hat der amerikanische Psychologe Dr. Willian G. Anderson von der Yale=Universität konstruiert. Das„Muskelbett", wie er es nennt, mit dem er die Veränderung feststellen kann, die geistige wie körperliche Anstrengungen verursachen, ist ein langer flacher Kasten, der auf einer scharfen Schneide im Gleichgewicht gehalten und durch Ausgleichsgewichte auf das Genaueste eingestellt werden kann. Der schwerste Mann der Welt könnte darauf in aller Bequemlichkeit liegen und durch bloßen Fingerdruck in einem beliebigen Winkel bewegt werden. Ueberdies kann die Versuchsperson in jede Stellung gebracht und das Bett nachher festgestellt werden, so daß es unmöglich ist, es um den Bruchteil einer Linie zu verrücken. In einer Vorlesung über seinen Apparat vor den Studenten der Yale Universität führte Dr. Andersohn folgendes aus:„Es ist klar, daß ein Körper, der im vollkommen Gleichgewicht auf der empfindlichen Wage des Muskelbetts liegt, durch ein hinzukommendes Gewicht auf einer Seite eine Einwirkung erfahren wird; so wird auch ein hinzukommendes Blutquantum ein Sinken des Kopfendes verursachen, wenn es zum Kopfe strömt, oder ein Sinken des Fußendes, wenn der Andrang in entgegengesetzter Richtung stattfindet.“ Zum Beweise machte Dr. Anderson eine Anzahl interessanter Experimente. Ein Student wurde aufgefordert, sich auf das Bett zu legen, und nur im Geiste einige Beinbewegungen zu vollziehen. Obgleich er keinen Muskel bewegte, so weit zu beobachten war, so begannen doch seine Füße andauernd zu sinken, bis sie einige Zoll vom Fußboden entfernt waren. Zur Erklärung dieser Erscheinung sagte Dr. Anderson, daß eine Person, die in Gedanken Beingymnastik treibt, ein neues Schwerpunktzentrum herstellt, da schon das deutliche Vorstellen der Uebungen einen Blutandrang vom Kopf zu den Füßen verursacht und bewirkt, daß der Schwerpunkt sich nach den unteren Extremitäten zu verschiebt, und zwar fast ebenso viel als wenn die Versuchsverson tatsächlich das Muskelbett verließe, um die körperlichen Uebungen auszuführen, und dann zum Bett zurückkehrte. Es wurden auch Studenten vor und nach ihrer Teilnahme an den Uebungen im College auf das Bett gelegt, und es wurde dabei gefunden, daß der Schwerpunkt sich von 1/1 Zoll bis zu 2½ Zoll verschoben hatte. In einem Fall wurde die Versuchsperson, ein junger Mann in bester körperlicher und geistiger Verfassung, von Dr. Anderson aufgefordert, das Wort„Hund“ zu buchstabieren, und daher bleibt der Schwerpunkt unverändert. Jetzt wollen wir die Versuchsperson bitten, etwas Schwieriges zu vollbringen, und wir werden einige Wirkung sehen.“ Er stellte darauf dem Studenten die Aufgabe, 78 mit 1¾ zu multiplizieren. Sobald die Versuchsperson die Aufgabe zu lösen begann, fing das Muskelbett sich zu bewegen an, bis der Kopf des Studenten tiefer als die Füße waren.„Die geistige Anstrengung,“ erklärte der Vortragende,„die durch diese Rechnung verursacht wird, hat einen Blutandrang nach dem Kopse zur Folge, und daher mußte der Schwerpunkt aufwärts rücken. Je schwieriger das Problem, desto größer ist die geistige Anstrengung, und desto tiefer muß auch der Kopf sinken.“ 19. Juli: 20. Juli: Wolkig, schwül, warm, Regen, Gewitter, starker kühler Wind. Wolkig mit Sonnenschein, gewitterhaft, Regenfälle. Für den redaktionellen Teil verantwortlich Wilh. Schade. Hederichjäter à Mk. Großer Verkauf. Gras=Verkauf! ### Mr. 6.— bis 9.50[Montag, 20. d. 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