Amtliches Rresseialt tardenl kreis worch! Gesche geile oder deren Reaum 10 Pvo. gaxfer-Ggr aug in Schwerte, Fernsprech=Anschluß Freug Alle Kreis= und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis gemäß Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung" rechtsverbindliche Kratt. der Kinder einem„rung esten, für 20, B.krgr unterLondon, den 15. Juli. Während sich ganz England und ein großer Teil der zivilisierten Welt mit den Chamberlainschen Solvereind gentenfstongt, und kaum Beft Warnungsruf anderes zu venten, A.u., auf einm gaß vag jühafrika.l eine der wichtigsten.—) Velo)f Juigaben der eng. lischen Regierung bildet. Man kann nicht erwarten, daß der Ruf in diesem Lande mit großer Freude vernommen denn man hat sich offenbar isgzichon berag u dutriedenfelendster ein geringerer ist, als General Louis Botha, so muß man sich doch dazu bequemen, ihn Louis Botta, so wuh vo, Schreiben war ursprung. lich an einen Freund Bothas gerichtet und ist von diesem der„Times“ zur Veröffentlichung übergeben worden, boute, Leider ir hochanteresanten Brief in seinen die Reise Chamberlains, soweit der Transvaal in Frage kommt, ein jämmerlicher Fehlschlag war, und daß er die Dinge schlimmer verlassen hat, als er sie vorfand. Verfasser beklagt sich dann darüber, daß er und Freunde, die er in möglichst großer Zahl Absicht nach Pretoria berufen halle, als Chamberlain im Begriffe stand, diese Stadt zu besuchen, den Kolonialminister nur einmal bei Gelegenheit eines Empfanges sehen und sprechen konnten, während er im übrigen vorzog, seine Informationen von einer Stelle zu holen,„über die man am besten so wenig als möglich sagt. ferner Klage geführt über die unerhört schwere Kriegslast, die dem Lande nach Verhandlungen mit Personen aufgebürdet worden sei, welche niemanden repräsentierten als sich selbst. Auch die Angelegenheit der Vertretung der Buren in der gesetzgebenden Körperschaft resp. in dem legislativen Beirat, wird in dem Schreiben zur Sprache gebracht, und der General erklärt, daß er und seine Freunde sich deshalb geweigert hätten, mitzuarbeiten, weil die betreffende Körperschaft nominiert sei, un auf keinen Fall die gesamte Bevölkerung repräsentiere. Er habe damals Lord Milner ganz offen erklärt, daß e es für besser halte, wenn die englische Regierung, so lange sie die ganze Macht in ihren Händen behalte, auch die inze Verantwortung trage. Der Verfasser des Briefes vestagt sicht ferner öüiber die Rerattung per atertichts Tu allzeit recht, scheu niemand nicht, Laß Dich nicht irren, wenn man spricht, Ob Du gleich vielen nicht gefällst, Wenn Du nur Gottes Huld behältst. * Lebensrätsel. Wer die Rätsel glaubt zu lösen, Die uns stündlich stellt das Leben, Wird mit jeder neuen Deutung Sich nur neue Rätsel geben. Mit dem schwindenden Mysterium Schwänd' auch jeder Reiz auf Erden, Und ein rätselloses Leben Wär' nicht wert, gelebt zu werden. Ernst Weber. Kapitän Sander. Roman von F. Klinck=Lütetsburg. (24. Fortsetzung.) Daß ihre vollständige Verlassenheit auf Grete einen sehr ungünstigen Einfluß ausüben könne, daran dachte Frau Brauns nicht, umsoweniger, als ihre Tochter durch die Besuche der Mutter nicht froh gestimmt schien. Und doch war dies in hohem Grade der Fall. Das stete Alleinsein mit quälenden Gedanken hatte die junge Frau vollständig umgewandelt und bestärkte sie, sich mit Selbstvorwürfen zu verfolgen, bis sie in einen Seelenzustand verfiel, in dem sie kaum noch für ihre Handlungen verantwortlich gemacht werden konnte. Nur vorübergehend raffte sie sich aus ihrer verzweifelten Stimmung auf, aber Furcht vor dem Zorn und Hohn des Gattten ließen sie bald wieder in sich zusammensinken und apathisch allem Kommenden entgegensehen. Von sollte eine Aenderung des Bestehenden kommen? der Kinder einem Zele zuleiten, für das nter, nur das geringt..." Die Trh#„ler## e r H o l l a n d i s c h, o h n e d a ß s i e s e l b s t aste Verstandnis habe. richteten die Schuler in Hrua die Sprache verständen und eine Geschichte würde in den Schulen gelehrt, von der jeder wüßte, daß sie nur Travestie der Tatsachen sei.„Glauben Sie, sagt der Schreiver,„daß die Buren ihre Besieger lieben und bewundern werden, weil sie versuchen, ihre Kinder zu anglisieren? Es ist nicht zu verwundern, daß General Botha sich aller Gewalt gegen die Einführung chinesischer Kulis sträubt, wenn es auch vielleicht etwas überraschen dürfte, die Prophezeiung zu hören, daß dieser Schritt mehr alles andere dazu beitragen würde, Afrika wieder zum Land des schwarzen Mannes zu machen. Anders als alles dies klingt indessen der Schluß des Briefes, in dem „Aus allem Gesagten dürfen Sie nicht den Schluß ziehen, daß in den Buren die Unzufriedenheit überwallt. Eine wunderbare Ruhe macht sich überall bemerkbar. Alle Energie verwenden die Leute auf den Wiederaufbau ihrer Heimstätten und die Tilgung der Verluste des Krieges. Nichts ist rührender und zugleich hoffnungsreicher für die Zukunft und des ganzen Landes, als die Art, wies sich mit ganzem Herzen diesem Werke widmen.... Politische Uebersicht. Deutschland — Das deutsche Zentralkomitee zur Errichtung von Heilstätten für Lungenkranke hat als Geschäftsbericht für die diesjährige Generalversammlung eine mit zahlreichen; Abbildungen versehene Darstellung des Standes Tuberkulosebekämpfung im Frühjahr 1903 herausge geben. Sie behandelt zunächst, wie die„Neue polititische Korrespondenz“ schreibt, die Tuberkulosebestrebungen in Deutschland und kommt zu dem Ergebnis, daß für die Unterbringung Lungenkranker aus der unbemittelten versicherten Bevölkerung vorerst in ausreichender Weise g sorgt ist. Um so mehr macht sich das Bedürfnis geltend, Heilanstalten mit mäßigen Pflegesätzen auch für den Mittelstand zu schaffen. Zu diesem Zwecke sollten die b der Heilstättenfürsorge beteiligten gemeinnützigen, Kräfte, besonders auch die Gemeinden, sich Freistellen in eestehenden Heilstatten für ihre Bedürfnisse sichern und die privaten Lebensversicherungsgesellschaften in analoger Weise wie die Landesversicherungsanstalten die Kosten des Heilverfahrens für ihre Versicherten übernehmen. — Vollmar contra Bebel. Das Spiel mit verteilten Poston osischen den sottatbenstiaotichen Frchtern simnt. Wi! Abonnementspreis pro Quartal 1 Mark 65 exet, 42 Pfg. Bestellgeld, wenn durch die Post bezogen. Erscheint an jedem Wochentage. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierten Familienfreund.“ 36. seinen lustigen Fortgang: jetzt rüffelt die stehende„Münchener Post“ den Obergenossen Bebel wegen dessen Pronunciamento gegen Bernstein ab.„Es heißt in dem Münchener sozialdemokratischen Organ: Vernstein sei zwar nicht die Partei, aber jeder habe ebensogut das Recht, seine freie Meinung zu außern wie Genosse Bebel. — Die Sache ist aber die, daß Bebel neben seiner Meinung keine andere duldet und seine Kollegen in der Parteiregierung schon Mores lehren wird. — Die„Genossen“ wollen mit Bebel teilen. Der „Vorwärts" veröffentlicht zur Bebel'schen Erbschaftssache folgende Erklärung: Obgleich die Angelegenheit sich noch im Stadium gerichtlicher Entscheidungen befindet, ist Genosse Bebel schon jetzt in der wenig beneidenswerten Lage, mit einer solchen Fülle von Bittgesuchen bedacht zu werden, daß deren Erfüllung einen erheblichen Teil der in Frage stehenden Summe beanspruchen würde. Natürlich ist Genosse Bebel nicht in der Lage, allen diesen Antragstellern zu antworten, geschweige ihnen Versprechungen zu machen. Frautreic,„nistische Mäd. = Der Kulturkampf. 26 kongreganglische Nabchenschulen haben die Aufforderung erhalten, sich bis Ende des Monats aufzulösen, da ihre Berechtigungsgesuche abgewiesen worden sind. Afrika. = Das Burenkontingent im Somalifeldzuge. Einem Reuter'schen Spezialberichte aus Lourenzo Marques zufolge erklärten die dort eingetroffenen Buren des Somalikontingents, daß die im Somaliland ausgehaltenen Strapazen die des Burenkrieges bei weitem übertxoffeng ten. Die Wassersnot war besonders groß. Das Wasser war voll von Würmern und stank. Als man einen Brunnen ausräumte, fand man menchliche Leichenteile in ihm. Fünf Wochen lang mußten die Buren ausschließlich von Reis und Datteln leben. Die Stärke sie auf 20 000 Mann, von denen etwa 4000 beritten sein sollen. Sie erklären, daß die Somali vorzügliche Kämpfer seien. Eine Bewältigung des Mullah während der Regenzeit halten die Buren für ausgeschlossen. Ihrer Ansicht nach ist das einzige Mittel, während der.... sämtliche Brunnen besetzt zu halten. Das Kontingen verlor keinen Mann im Kampfe, aber einer von den Buren wurde von den Somalis gefangen genommen. Als Oberst Plunketts Kolonne vernichtet wurde, standen die Buren nur 3 Meilen entfernt, konnten aber keine Hilfe bringen, da sie selbst heftig bedrängt wurden. Das ganze Kontnge 10 daß sie bereit gewesen sein würden, ngent ist gesundheitlich in vorzüglichem Zusta Die Leute erklaren, rag,###eren gul sich auf weitere Zeit anwerben zu lassen, wenn man nicht gegen ihren Willen Aenderungen in dem Offizierkorps votgchommen Küte. Mit welchen Gefühlen mußte sie der Geburt eines Kindes entgegensehen, das schon vor derselben einem Fluch verfallen war! Vaterlos sollte es sein— wie sie ein Kind vaterlos gemacht. 10. kam Marta van der Straaten, die junge Frau aus ihrem Zustand von Gleichgiltigkeit aufzurütteln. Gretes Vermutungen, warum die Freundin dem Hause ihres Gatten fern geblieben, waren der Wahrheit ziemlich nahe gekommen. Seit das Gerücht von erneuten Beziehungen Therens zu seiner geschiedenen Frau aufgetaucht war und Marta ihn wiederholt in der Nähe des Sander'schen Hauses gesehen hatte, hielt diese es für besser, nicht mehr mit Grete zusammenzutreffen. Es wäre ihr unmöglich gewesen, über etwas zu schweigen, das sie nicht nur mit Verachtung gegen Theden, sondern auch mit Zorn gegen die einstige Freundin erfüllte. Sie mußte die Dinge ihr unglückseligen Verlauf nehmen lassen, der vorauszusehen gewese war. Einen Theden umzuwandeln, dazu war die schwache Gret Brauns die am wenigsten geeignete Person. Sie würde Johann voraussichtlich noch immer in schwärmerischer Liebe zugetan sein, während er sie in empörender Weise betrog. Diese Voraussetzung hatte Marta van der Straaten die Freundin in letzter Zeit völlig meiden lassen. Dann hörte sie plötzlich von der Dienerschaft, daß Frau Theden seit langer Zeit ] Sie war sehr erschrocken, als sie es hörte, erschrak aber noch viel mehr, al. sie die Freundin sah. Sie erbleichte jäh, als die Tür zu dem Zimmer der jungen Frau geöffnet wurde und sie derselben gegenüberstand..„ Grete saß in ihrem Sessel am Fenster, wie seil lunger, kanger Zeit alle Tage. Sie brauchte sich nicht mehr um den Haushalt zu kümmern, denn die Mutter hatte der Kranken diese Sorge abgenommen. Sie brauchte auch nicht mehr auf Johann Rücksichten zu nehmen. Er war froh, wenn er das„langweilige", vergrämte Gesicht seiner Frau nicht sah. So blieb sie allein, immer allein mit den häßlichen Gedanken, die ihr jede Freude und Gegenwart und Zukunft raubten und sie nur noch das Ende eines so elenden Daseins herbeisehnen ließen. Kein Lächeln erhellte ihr Gesicht, als sie der Freundin ansichtig wurde. Sie legte ihre Hand in Martas dargebotene Rechte, während sie mit abgewendetem Gesicht in den verödeten Garten hinausblickte. Sie gedachte der Warnungen, die sie achtlos an ihrem Ohr hatte vorübergehen lassen, und ein Gefühl der Scham, das ein heißes Rot in ihre Wangen trieb, stieg in ihr auf. Marta van der Straaten fand zuerst Worte. „Grete, warum hast Du nicht einmal nach mir geschickt? fragte sie in vorwurfsvollem Tone. „Ich dachte, Du wolltest nicht mehr kommen, Marta,“ entgegnete sie mit müder Stimme. „Hätte ich gewußt, daß Du krank bist, würde ich gekommen sein. So dachte ich, Du hättest mich nicht nötig.“ „Hast Du das wirklich gedacht?" Aus dieser Frage sprach ein großer Ernst, der sich auch in dem Blick ihrer glänzenden Marta van der Straten war mit dem Entischluß gelommen, der Freundin zu helfen. Sie kannte die Familien Theden und und wußte, daß Grete weder von der einen noch von der anderen Seite Beistand zu erwarten hatte. Mit einem Blick erfaßte die Lage der Freundin, aber sie wußte nicht, ob die junge Frau sich helfen lassen wollte. Auf jeden Fall konnte nur vollkommen Offenheit zu einem Ziele führen. Sie ließ sich an der Seite de Kranken nieder, nahm deren Hand in die ihre und sagte: „Nach einer Seite hin betrachtet, hatte ich Grund zu einer solchen Annahme, Grete. Es ist seit langem etwas zwischen uns getreten, das nicht wie Freundschaft aussieht und das auch besser weggeblieben wäre. Es ist Mangel an Vertrauen von Deiner Seite, obgleich ich Dir keinen Anlaß dazu gegeben habe. Ich bin älter als Du und auch anders geartet; vielleicht hätte Dir meine Freundschaft gerade darum von Nutzen sein können. Du hast Dich von mir zurückgezogen— unterbrich mich nicht, Grete, laß mich einmal ruhig ausreden, damit es klar werde, swischen und, Kleine Chronik. Kiel, 15. Juli.(Brave Seeleute.) Als die„Wittelsbach“ am 1. April in der Hochwärter Bucht an der holsteinischen Küste ein Bootsmanöver ausführte, stürzten die Matrosen Freese und Müller plötzlich über Bord und verschwanden in der Tiefe. Das Wasser war eisig kalt, 4 Grad Reaumur. Der Leutnant z. S. Schantz und die Fähnriche z. S. Schraube und Gräus sprangen den Versinkenden nach und retteten sie mit eigener Lebensgefahr. Der Kaiser hat dem Offizier die Rettungsmedaille verliehen und den Fähnrichen eine Belobigung erteilt. Ohne das entschlossene Eingreifen der Vorgesetzten wären die Matrosen ertrunken. Dieser Tage sprang der Leutnant zur See Vater in der Außenförde dem aus der Takelage der„Stein" über Bord stürzenden Schiffsjunge Hahn nach. Die schöne Tat blieb erfolglos, da der Junge anscheinend durch Aufschlagen auf die Backspiere bereits tot ins Meer fiel. Lokales. ** Schwerte, 17. Juli 1903. **(Bismarckfeier auf der Hohensyburg.) Aus dem bereits veröffentlichten Aufrufe des Westfälischen BismarckBundes haben unsere Leser ersehen, daß der diesjährige Bismarcktag auf der Hohensyburg am Sonnabend, den 18. Juli, in gewohnter Weise festlich begangen werden wird. Von einem früheren Termine hatte wegen der Reichstagswahlen mit ihrer Fülle von politischer Arbeit für den größten Teil der Bismarckfreunde diesmal Abstand genommen werden müssen. Von 3½ Uhr ab ist gemeinsames Kaffetrinken in den Sälen der Restauration, punkt 5 Uhr folgt der Festakt am Denkmal und dann beginnt das Konzert der Münsterschen Kürassierkapelle, mit weiteren Ansprachen und gemeinschaftlichen Liedern abwechselnd. Als Redner wurden diesmal gewonnen Herr Emil Schulz=Hagen zu der Ansprache auf den Kaiser, Herr Pastor Bertram=Hagen zu der Gedächtnisrede auf Bismarck, Herr Gutsbesitzer Hidding=Ergste zur Rede auf das Vaterland, Herr Rendant Westhoff=Dorstfeld auf Westfalen und Herr cand. phil. Wilhelm Simon von der Burschenschaft„Franconia“ in Münster auf die Damen. Es ist ein hocherfreulicher Umstand, daß die liberalen Verbindungen der Münsterer Universität sich in stattlicher Zahl und im Schmucke des überaus kleidsamen Couleur=Wichses in diesem Jahre zum ersten Male an der Bismarckfeier beteiligt werden. Wer die Jugend hat, der hat die Zukunft! Zur Teilnahme an der Feier sind selbstredend nicht nur die Teilnehmer an der Westfalenfahrt, sondern alle Verehrer und Verehrerinnen unseres großen Alt=Reichskanzlers herzlich willkommen, und wer aus der rheinischen Schwesterprovinz sich anschließen will, der wird nicht minder freudig begrüßt werden. Jedes Mitglied des Bismarckbundes hat gegen Vorzeigung seiner Mitgliedskarte unentgeltlichen Zutritt zum Denkmalsplatze. Wir machen jedoch darauf aufmerksam, daß die Mitgliedschaft zum Bismarckbunde auch auf der Hohensyburg gegen Zahlung des festgesetzten Betrages von jährlich 1 Mark für Einzelmitglieder und 2 Mark für Familienkarten erworben werden kann. Solchen Teilnehmern, die wegen mangelnden Großjährigkeit die Mitgliedschaft nicht erwerben können, ist die Teilnahme an der Feier gegen ein Eintrittsgeld von 20 Pfg. gestattet. Einer besonderen Empfehlung bedarf die Bismarckfeier nicht, nachdem die großartige Teilnahme an den vorigen Zusammenkünften die lebhafte Sympathie unserer westfälischen Landsleute zu dem Hohensyburger Bismarcktage bereits hinreichend bekundet hat. **(Bismarckfeier auf Hohensyburg.) Anläßlich der am Samstag, den 18. Juli cr. stattfindenden Bismarckfeier auf Hohensyburg werden folgende Sonderzüge gesochter: Hagen ab 2,50 nachmittags, Westhofen an 2,49 nachm., Westhofen ab 9,35—9,38 abends, Hagen an 9,52 abends. Dortmund=Süd ab 2,00 nachm., HördeHacheney ab 2,09 nachm., Löttringhausen ab 2,22 nachm., Wittbräuke an 2,39 nachm. Wittbräuke ab 9,19 abends, Löttringhausen an 9,27 abends, Hörde an 9,37 abends, Dortmund=Süd an 9,45 abends. Von Schwerte werden keine Extrazüge gefahren, da von hier aus die Verbindung sowieso eine sehr günstige ist. **(Eisenbahnverein Schwerte.) Die am vergangenen Sonntag im„Stadtkeller" abgehaltene Jahresversammlung des hiesigen Staatseisenbahn=Vereins wurde vom 1. Vorsitzenden Herrn Bergmann mit einem dreimaligen Hoch auf Sr. Majestät Kaiser Wilhelm II. eröffnet. Hierauf gelangte der Jahresbericht zur Verlesung, welcher folgendes ergab; die Mitgliederzahl betrug am 1. Juli v. Is. 347, am 30. Juni ds. Is. 354, der Verein hat also im letzten Jahre einen Zuwachs von 7 Mitgliedern aufzuzeichnen. Generalversammlungen wurden 4 und außerordentliche Generalversammlungen 1 abgehalten. An Festlichkeiten und Vergnügungen veranstaltete der Verein am 13. Juli 1902 ein Sommerfest durch Konzert und Ball, am 1. Februar d. Is. Kaisersgeburtstagsfeier durch Konzert, Theater und Ball und unternahm am 17. und 24. Mai d. Is. einen gemeinsamen Sommerausflug mit Familienangehörigen mittels Sonderzuges nach Schaberg zur Besichtigung der Müngstener Brücke. Der Inventarienbestand ist durch ein Bild, Sanitätsabteilung des hiesigen Staatseisenbahnvereins darstellend, welches im verflossenen Jahre auf der Düsseldorfer Ausstellung im Staatspavillon ausgestellt war, vermehrt. Ferner hat der Verein sich eine Kaiserbüste mit Konsole beschafft. Der Sanitäts=Abteilung wurden im verflossenen." 50 Mark zur Beschaffung von Verbandsmitteln aus der Vereinsbewilligt, Bepestanße der 5güszesögh. 5gg1 04 Mark. EinResultat aufwies: am 1. Juli tecn. Weller Kark, Einnahme im verflossenen Jayre 925,85 Mark, Ausgabe in demselben Zeitraum 1073,35 Mk., sodaß am 30. Juni ds. Is. ein Kassenbeernstem, eindringlichem Tone.„Du tust unrecht, solche Sprache stand von 2243,54 Mark verblieb. Die Ausgabe verteilt sich wie folgt: 644 Mk. Sterbefall=Unterstützung, 120 Mk. Unfall=Unterstützung und 60 Mk. Kranken=Unterstützung, sowie 249,35 Mk. Verwaltungskosten und sonstige Ausgaben. Da die Kassenführung von den Kassenprüfern für eine mustergiltige befunden, wurde dem Kassierer Herrn Moning Entlastung erteilt. Im Weiteren wurde beschlossen. die Mitgliederbeiträge wie im Vorjahre(vierteljährlich 60 Pfg.) im neuen Vereinsjahre bestehen zu lassen, auch die Verwendung der Vereinsüberschüsse wurden wie im Vorjahre beibehalten, es werden gezahlt 75 Mk. Sterbefall=Unterstützung, bis zu 50 Mk. Unfall=Unterstützung und bis zu 15 Mk. Kranken=Unterstützung; letztere jedoch nur an nichtangestellte Vereinsmitglieder. Nunmehr wurde die Vorstands=Neu= bezw. Ersatzwahl und Wahl der Kassenprüfer, sowie der Vergnügungskommission vorgenommen. Daraus gingen hervor der bisherige zweite Vorsitzende Siedenberg als ebensolcher, Karl Voß als 2. Schriftführer, Kranefeld, Nockelmann, Peters und Lahme als Beisitzer, Karl Witteler, Hagemann, Wilh. Schlüter und Franz Müller als Kassenprüfer, Brinker, Sauerland jr., Hasenhöller, Thiele und Bilke Vergnügungskommission. Das bisherige Vereinslokal„Stadtkeller“ wurde auch fernerhin beibehalten. Zum Schluß wurde noch beschlossen, an Vereinsmitglieder, welche auf eine 30jährige ununterbrochene Eisenbahnbeschäftigungszeit zurückblicken können und dem Verein mindestens 5 Jahre angehören, Jubiläums=Gedenkblätter zu verabfolgen und zwar soll die Aushändigung in jedem Jahre einmal bei Gelegenheit der Kaisersgeburtstagsfeier feierlichst vorgenommen werden. Im Verschiedenen wurden keine bemerkenswerten Anträge gestellt und fand die Versammlung ihren **(Krankenkassen und Zahnärzte.) Der Minister für Handel und Gewerbe hat einem Zahnarzt mitgeteilt, daß nach den bestehenden Grundsätzen die Krankenkassen, soweit dies nach Lage der Verhältnisse undurchführbar ist, auch bei Zahnkrankheiten verpflichtet sind, die Heilbehandlung der Kassenmitglieder durch approbierte Zahnärzte vornehmen zu lassen, sofern nicht die Behandlung durch eine nicht approbierte Person(Zahntechniker) auf den Wunsch des erkrankten Mitgliedes oder im Einverständnis mit diesem erfolgt. **(Keine Fahrpreisermäßigung.) Die Stationen sind angewiesen worden, Anträge auf Fahrpreisermäßigungen für gemeinschaftliche Reisen größerer Gesellschaften, akademische Ausflüge und Schulfahrten an Sonnund Festtagen in der Zeit vom 15. Juli bis 30. September ds. Is. wegen starker Inanspruchnahme der Betriebsmittel abzulehnen. F ∆ 5 **(Einen bösen unfall) zog sich der hiesige Dachdeckermeister G. zu. Bei einer Ausfahrt stürzte er so unglücklich aus dem Wagen, daß er einen doppelten Beinbruch erlitt. **(Theater in Schwerte.) Das Dortmunder Schauspiel=Ensemble wird am Montag, den 20. Juli, im Saale des Herrn Hagemann ein einmaliges Gastspiel absolvieren, und zwar gelangt das Sensationsschauspiel „Draga“ oder„Das serbische Königsdrama" zur Aufführung. In vier spannungsvollen Bildern entwickelt sich das Schauspiel vor unseren Augen und zeigt uns in höchst dramatischer Weise die Vorgänge des 11. Juni im Konak zu Belgrad. Selten hat wohl ein Schauspiel in so kurzer Zeit einen solchen Erfolg in der Theaterwelt gehabt als wie„Draga“.— In ca. 10 Tagen wurde das Werk von 120 Bühnen zur Aufführung angenommen. 10 Gesellschaften machen mit„Draga“ eine Tournée durch Deutschland. Kurz, ein Riesenerfolg. Der Vorverkauf ist bis abends 7½ Uhr zu ermäßigten Preisen im Theaterlokal und Zigarrenhandlung Kleingarn, Kleppingstraße. Sperrsitz 1 Mk., 1. Platz 80 Pfg., 2. Platz 50 Pfg. ** Schüren, 15. Juli. Große Aufregung dürfte unter der hiesigen Einwohnerschaft die von der„Rhein.=Westf. Ztg. verbreitete Nachricht hervorgerufen, daß die Zeche„Freie Vogel und Unverhofft" von der Gewerkschaft Ewald angekauft und wahrscheinlich außer Betrieb gesetzt werde. Welchen Schlag damit unser ganzes Gemein= und Geschäftswesen erleiden würde, läßt sich noch gar nicht übersehen, doch hoffen wir, daß sich die Nachricht nicht bestätigen wird. ** Berghofen, 15. Juli. Kindlicher Leichtsinn hätte laut Hörd. Volksbl. gestern beinahe wieder einen Unglücksfall herbeigeführt. Der 6jährige Paul Münster wurde im Bickefeld, als er noch kurz vor der herankommenden Straßenbahn das Geleise überschreiten wollte, von der Straßenbahn erfaßt. Nur der Geistesgegenwart des Wagenführers ist es zu verdanken, daß der Wagen sofort zum Stehen gebracht werden konnte und der Knabe mit leichten Verletzungen an den Beinen davonkam. * Aplerbeck, 16. Juli.(Einquartierung.) In unserem Ort und in den Gemeinden Schüren und Berghofen werden am 3. August die 11. Husaren aus Düsseldorf, welche sich auf dem Marsche zum Uebungsplatz in der Senne befinden, einquartiert werden. * Hombruch, 16. Juli. Ein trauriger Unglücksfall ereignete sich heute mittag gegen 2 Uhr an dem Neubau des Bauunternehmers Fritz Elsenpeter in der Mittelstraße. Hier war der Stuckateur Heinrich Koppenrath aus der Königstraße mit noch einigen Leuten mit dem Aufbauen des Gerüstes beschäftigt. Als dasselbe ungefähr fertig war, stürzte K. durch einen Fehltritt unnehmen, denn dann wäre ich es gewesen, die sich zurückgezogen hat. Du sahst mich nicht mehr gern, weil Du Deinen Mann lieber hattest, als er wert war. Und ich— warum soll ich das nicht zugestehen?— ich fühlte eine große Abneigung gegen ihn, die schon von Kindheit an bestanden hat. Ich betrachte ihn mit anderen Augen; das konntest Du freilich nicht leiden, weil Du wußtest, daß es an ihm Dinge zu beobachten gab, die Du nicht wahrgenommen haben wolltest. Das ist der Grund, warum wir auseinandergekommen sind. Und nun zu dem anderen. Nicht wahr, Du weißt, daß ich nicht lüge, daß ich viel auf Dich gehalten habe und noch auf Dich halte.“ „Du willst mir schlimmes von Johann sagen, flusterte die junge Frau, aber Marta fühlte gleichzeitig einen leisen Druck ihrer Hand, den sie als Zeichen vollen Vertrauens auffassen honnte. „Ja, vielleicht kaum etwas Neues. Oder— bist Du noch immer blind?“ „Nein. Es war ein kurzes, hartes„Nein"; indem Grete es aussprach, richtete sie den Kopf höher und sah der Freundin offen in die voll Mitleid auf sie gerichteten Augen. „Sag' mir nur alles, was Du weißt, Marta. Zu ändern ist ja leider doch nichts, das kann ich Dir im voraus sagen. Dio Mutter meint, es gäbe in jeder Ehe Zwistigkeiten, und der Vater— Du kennst ihn, er ist ein guter Geschäftsfreund des alten Theden.“ 80 „Grete, Du sagst, zu ändern sei nichts," versetzte marta in gefähr 15 Meter herunter auf die Straße und blieb besinnungslos liegen. Sein Kollege, der neben ihm stand, hatte nicht bemerkt, daß derselbe heruntergestürzt war und wurde erst durch vorbeigehende Passanten darauf aufmerksam gemacht, daß K. unten liege. Herr Dr. Bolte, der gleich zur Stelle war, ordnete sofort die Ueberführung K.'s in das Krankenhaus an, wo er kurz nach der Einlieferung gestorben ist. K. war 21 Jahre alt und galt hier als ein fleißiger und guter Mensch. * Hombruch, 16. Juli. Wegen mehrfachen Betruges wurde gestern der Kellner Ad. Kipper von Witten hier festgenommen und dem Amtsgericht Dortmund zugeführt. Aus Westfalen und Rheinland. * Aus dem Ruhrkohlenrevier, 15. Juli.(Löhne der Zechenarbeiter.) Auf den Zechen des Ruhrkohlenreviers waren bis jetzt die Löhne verschieden. Manche Zechen mußten, weil sie an einsamen Orten lagen und die Verbindung mit der Stadt oder größerem Orte nur zu Fuß herzustellen war, höhere Löhne zahlen, wenn diese eine vollzählige Belegschaft haben wollten. Der Arbeiterwechsel auf einzelnen Zechen war deshalb an jedem 1. des Monats im Gegensatz zu anderen Zechen äußerst groß. Um diesen Arbeiterwechsel, der auch die Betriebssicherheit stört, möglichst einzuschränken, sollen die Löhne auf allen Ruhrzechen möglichst gleich hoch sein. Die einzelnen Zechenverwaltungen werden unter sich die Lohnverzeichnisse bekannt geben und eine gleiche Lohnhöhe einfüheen. Die Lohnkürzungen auf einzelnen Zechen sind auf dieses Vorgehen zurückzuführen. Auch soll das Gehalt der Steiger auf allen Zechen gleich sein und die Tantieme nach und nach im Wegfall kommen. * Lütgendortmund, 16. Juli. In der am 12. d. M. stattgehabten General=Versammlung des„Garde=Vereins für Lütgendortmund und Umgegend wurde u. a. das Verhalten des Dortmunder„General=Anzeigers“ während der Reichstagswahl einer starken Kritik unterzogen und beschlossen, daß derselbe von sämtlichen Mitgliedern nicht mehr gehalten und nicht mehr geschäftlich unterstützt werden soll. Somborn bei Marten, 16. Juli. Wie anderwärts, so nahm auch der hiesige Kriegerverein Stellung gegen den„Dortmunder General=Anzeiger". In einer am Sonntag stattgehabten außerordentlichen Versammlung wurde folgende Resolution einstimmig begeistert angenommen:„Der in Dortmund erscheinende „General=Anzeiger“, welcher sich als unparteiisches Organ ausgibt, hat zu der am 25. Juni d. Is. stattgehabten Reichstagsstichwahl der Sozialdemokratie außerordentliche Handlangerdienste erwiesen und es ist für jedes Mitglied eines Kriegervereins, welches den Paragraph 1 seiner Satzungen kennt, unwürdig, wenn er sich dieses Blatt in das Haus schleppen läßt.“ * Bochum, 16. Juli. Der sozialdemokratische Bergarheiterverband wollte die hiesige Fischediek'sche Besitzung ankaufen. Nachdem sich die Unterhandlungen zerschlagen haben, hat er einen großen Landkomplex an der Wiemelhauserstraße angekauft. Dort sollen eine Druckerei, ein Saal, ein Verwaltungsgebäude und ein herrschaftliches Wohnhaus für die Führer des Verbandes errichtet werden. * Wattenscheid, 15. Juli.(Auf den Vater geschossen.) Der Wirt W. Heßler geriet mit seinem Sohne in Meinungsverschiedenheiten. Der aufgeregte Sohn griff zum Revolver und gab auf seinen Vater zwei Schüsse ab, ohne ihn jedoch zu verletzen. Die Nachbarn ergriffen den wütenden Sohn, der sich auf den Vater stürzen wollte, und übergaben ihn der Polizei. Der alte Mann liegt vor Schrecken wie gelähmt schwer krant darnieder. Das Bewußtsein hat er bis jetzt noch nicht wieder erhalten. * Münster, 15. Juli. Mit dem diesjahrigen Roggenschnitt wurde bereits am Samstag in der Bauernschaft Geist auf einigen Stellen begonnen. Es ist das außergewöhnlich früh; das im Frühjahr für den Roggen so ausgezeichnet fruchtbare Wetter hat das Wachstum derart gefördert, daß der frühe Schnitt erfolgen konnte. Die Roggenernte ist als eine sehr gute zu bezeichnen. Sowohl der Körner, wie auch der Strohertrag ist über Erwarten gur.„. 6—9000 Mark=Schankung)## * Ruhrort, 15. Juli.(300000 Marl=Schentung.) Der Großindustrielle August Thyssen in Mülheim a. d. Ruhr errichtet eine Schenkung von 350000 Mark zur Errichtung einer gemeinsamen Unterstützungskasse für die Werke: Gewerkschaft Deutscher Kaiser in Bruckhausen, Gewerkschaft Deutscher Kaiser in Dinslaken und Aktiengesellschaft für Hüttenbetrieb in Meiderich. zu führen. Ich sage Dir, es gibt viel zu ändern und— es muß sich ändern. So kann es nicht weiter gehen. Du reibst Dich auf und hast jetzt die heilige Pflicht, Dich zu schonen— für Dein Kind.“ „Nein, nein,“ stieß Grete ungeduldig hervor.„Das verstehst Du nicht. Davon sprich nicht, ich kann es nicht hören. Laß uns von anderen Dingen reden, von früher. O, Marta, ich freue mich, daß Du gekommen bist. Ich glaube, ich bin zuviel allein gewesen. Sie hatte mit einer plötzlichen leidenschaftlichen Bewegung ihren Arm um den Nacken der Freundin geschlungen und barg aufschluchzend ihr Gesicht an deren Schulter. Ihr war, als sei mit einem Male eine Eisrinde geschmolzen, die sich um ihr Herz gelagert und sie könne wieder empfinden. Vergebens waren alle Bemühungen, sie zu besänftigen, so blieb nicht übrig, als sie dem Ausbruch ihres Schmerzes sich hingeben zu lassen. Erst allmählich wurde sie ruhiger und es gelang Marta, sie ihren freundlichen Vorstellungen zugängig zu machen. Du mußt ruhig und fest werden, Grete, wenn Du Dir noch etwas aus dem Schiffsbruch retten willst. Gib Dich nicht einer Stimmung hin, die Dich zugrunde richten wird. Mit Gefühlen ist hier nichts mehr getan, Du mußt handeln und darfst Dich nicht durch Johann einschüchtern lassen. Auch Deine Eltern können nicht wollen, daß Du nur eine Stunde länger bei dem Manne bleibst, dessen gefährliche Leidenschaften ihr einziges Kind zugrunde richten. Wohin soll das führen? (Fortsetzung folgt.) ar Persische Ehen. Man hat sich allgemein daran gewöhnt, das Weib in Persien für ein verschleiertes juwelenbehangenes Wesen, für die Sklavin und das Spielzeug eines eifersüchtigen Besitzers zu halten und als ihr Ende den Sack, den Strick oder ein verachtetes Alter anzusehen. Das ist jedoch ein starker Irrtum. In Persien heiratet ein Mädchen, um die Stelle als Vertraute und Freundin ihres Gatten auszufüllen, den Haushalt zu leiten, wenn sie das Zeug dazu hat, vorzüglich aber, um ihre etwaigen Kinder aufzuziehen. Wie überall, werden auch hier die Eheschließungen der Reichen von einer Art Politik diktiert, während die der mittleren und niederen Stände durch die betreffenden Eltern vereinbart werden. Sogenannte Liebesheiraten bilden bei weitem die Minderzahl. Die Perser pflegen in der Regel nur Ehebündnisse einzuleiten, welche sie als vorteilhaft für ihre Kinder betrachten. Polygamie kommt nur als Ausnahme vor, und bei zwei oder noch mehr Frauen sorgt man auch für ebenso viele Haushaltungen. Weder Wohnung, noch Kasse, noch Dienstherrschaft, Kleidung oder Juwelen sind gemeinschastlich, und die einzige Quelle von Streitigkeiten bildet der Anspruch auf die Gesellschaft des Gatten. Gewöhnlich sind die betreffenden Frauen aber nicht etwa eifersüchtige Nebenbuhlerinnen, sondern im Gegenteil die besten Freundinnen. Während es in der Theorie richtig ist, daß der Mann sich seiner Gattin durch die vor Zeugen ausgesprochenen Worte:„Du bist von mir geschieden" entledigen kann, so ist praktisch in Persien eine Scheidung herbeizuführen doch nicht minder schwierig als in Europa. Dort heiratet auch das ärmste Mädchen nicht ohne Abschließung eines Heiratskontraktes, der auch für den Fall einer Scheidung seine Wirkung nicht verliert, und bei den Eheschließungen verlangen die Anverwandten von ihrem Gatten die Anerkennung einer größeren Mitgift, als sie in der Tat erhält. Die Verpflichtung, dieses„Mehr zurückzuzahlen, ist es, welche den Gatten, außer bei zwingendsten Gründen, von einer Scheidung zurückhält. Ist der gegenseitige Widerwille dagegen sehr stark und eine Trennung beiden Teilen wünschenswert, so verständigt man sich leicht dahin, daß die Frau auf die Rückerstattung ihres Eingebrachten ganz oder teilweise verzichtet. Am meisten werden die Ehen zwischen Geschwisterkindern bevorzugt. Der Grund dafür liegt in dem Umstande, daß diese von Kindheit auf mit einander befreundet sind, weil jedes junge Mädchen für die ganze übrige Welt, mit Ausnahme ihrer Brüder und Schwestern, ein verschleiertes Geheimnis bleibt, so daß, wenn nicht gegenseitige Abneigung oder ein zu großer Unterschied dazwischentritt, der junge Perser in der„Tochter seines Onkels naturgemäß die zukünftige Gattin zu erblicken pflegt und oft werden deshalb Geschwisterkinder schon in den frühesten Jahren miteinander verlobt. Die Schnapsindustrie des Wahltreises Vorrmund=Holde soll einer neuen, ungeahnten Blüte entgegengeführt werden. Und das hat der 25. Juni mit der Wahl des„Genossen", Bömelburg getan. Ein pfiffiger„Geschäftsmann“ in Dorstfeld hat nämlich herausgefunden, daß die bisherigen Schnäpse den„Genossen" nicht mehr genügen konnten, nachdem Theodor Bömelburg der Inhaber des Reichsmandates von Dortmund=Hörde geworden war. Es galt also, 39984 sozialdemokratischen Wählern ein neues„geistreiches“ Getränk und die dafür passende Bezeichnung zu erfinden. Gedacht, getan. Der neue Schnaps wurde geboren und auf den Namen des Obergenossen Bömelburg„getauft". Im Format einer Weinetikette ließ der gute Dorstfelder ein Stück harmlosen, mattgrünen(nicht etwa roten) Papiers bedrucken und in großer Zahl verteilen, welches das schöne Wort„Bömel“ und dann das Bild einer türmereichen Burg trägt— ein einfaches und sinniges Bilderrätsel, das auch der mit Leichtigkeit zu lösen vermag, der sich bereits an der Dorstfelder Schnapsflasche mit dem„feinsten Bitter=Liqueur der Gegenwart“ gründlich ergötzt hat. Daß die „Genossen“ nur noch den„feinsten" Liquer als„mutrimentum spiritus“ hinter die Binde gießen, darf nicht wundernehmen, nachdem vor nicht allzu ferner Zeit ein sozialdemokratischer Abgeordneter sogar den Sekt als Volksgetränk reklamiert hat. Nur will es auffallend erscheinen, daß der neue Schnaps ein„Bitterer“ ist. Hat der glückliche Erfinder etwa damit andeuten wollen, daß der Sieg des„Genossen" Bömelburg der Sozialdemokratie in Dortmund=Hörde vielleicht doch noch Bitternis und Sorgen bereiten werde? Wir wissen es nicht, aber wem fiele da nicht unwillkürlich das Wort des großen Humoristen Wilhelm Busch ein: Es ist ein Satz von alters her, Wer Sorgen hat, hat auch Liqueur!" Ja, Sorgen und Sorgenbrecher gehören zusammen, namentlich wenn der neue Reichstagsmann und der ebenso neue Schnaps beide auf den Namen„Bömelburg“ hören. Im übrigen muß angenommen werden, datz Herr Theodor Bömelburg dem soeben erfundenen„Schnäpschen des kleinen Mannes" erst dann die Erlaubnis zur Führung seines Namens allergnädigst verliehen hat, nachdem er in einer Reihe von Rezensions=Exemplaren die Güte des neuen Volksgetränkes gründlich erprobte, wobei es nicht ausgeschlossen erscheint, daß die Hamburger Freunde„unseres" Bömelburg ihn in der schwersten Arbeit und Prüfung sachverständig und mit Hingabe unterstützten, zumal in der ganzen Welt bekannt ist, daß an der Waterkante ein ganz besonderer Hang für „schärfere Sachen“ sich bereit macht. Daß aber dem„geistigen“ Vater des Bömelburg=Liqueurs auf die Dauer die Arbeitergroschen besser bekommen werden, als den„Genossen die Schnäpse mit der vieltürmigen Burg im Wappen, und männiglich behaupten, mögen trinkenden„Edelmenschen der Zukunft", Ii—.„ kürzlich die„Genossen" zu titulieren beliebte, vorderhand noch anderer Ansicht sein. Wenn aber jeder der 39384 sozialdemokratischen Wähler von Dortmund=Hörde morgens und abends einen oder mehrere„Bömelburgs“ im Magen hat, dann ist der neue Erfinder auf dem Felde der Schnapsbereitung ein gemachter Mann und freudig stimmt er dann wohl mit in den Chorus ein, der in der Schänke dröhnend aus rauher Proletarierbrust dringt: „Schnaps, Schnaps, Schnaps, du herrliches Getränke, Du bist und bleibst von der Natur, von die Natur, von das Natur Das edelste Geschenke!" (Nationallib. Korrespondenz für Westfalen.) das wollen wir kühn auch die schnapswie der„Vorwärts“ Eigener Depeschendienn# Hd Berlin, 17. Juli. Wie aus Breslau telegraphiert wird, erscheint das dortige Leitungswasser verdächtig, da nur noch ein Filter einwandsfrei arbeitet. Der Betrieb im städtischen Hafen ist eingestellt. Die Oder befindet sich jetzt im Fallen. Die Fürstenbrücke konnte für den Verkehr wieder frei begeben werden.— Einer Posener Depesche zufolge hat die Warthe heute ihren bisher höchsten Stand erreicht. Ein weiteres Steigen wird befürchtet. Hochwassermeldungen liegen von den Nebenflüssen vor. Die Prosna ist bereits über die Ufer getreten. Besondere Gefahr scheint nirgends vorhanden zu sein.— Im Ueberschwemmungsgebiet der Weichsel stehen, wie der Lok.=Anz. aus Krakau meldet, ca. 1000 Quadratmeter Land unter Wasser. Etwa 350000 Menschen sind brotlos. Der Gesamtschaden wird auf 120 Millionen Kronen geschätzt. Hd Berlin, 17. Juli. Im Pommernbank=Prozeß beantragte der Staatsanwalt gegen den Angeklagten Schultz 6 Jahre Gefängnis, 6 Jahre Ehrverlust und 50000 Mark Geldstrafe, gegen Romeick 5 Jahre Gefängnis, 5 Jahre Ehrverlust und 30000 Mk. Geldstrafe, gegen Hanel 6 Monate Gefängnis und 5000 Mark Geldstrafe und gegen Bohl 1 Monat Gefängnis und 1000 Mark Geldstrafe.„.. ∆ Maxtfke stäist west Hd Thorn, 17. Juli. Die Warlhe steigt weiter. Die gesamten Niederungen sind überflutet.„ Hd Posen, 17. Juli. Ein Eisenbahnzug überfuyr bei Ascherbude einen 75jährigen Mann. Derselbe wurde als gräßlich verstümmelte Leiche aufgefunden. Hd Breslau, 17. Juli. Gestern nachmittag stürzte, dem„Br. G.=A.“ zufolge, ein Teil der vierstöckigen Sternberg'schen Spritfabrik in der Salzstraße ein. Die derfront des Gebäudes war von den Fluten der Oder schon tagelang bespült worden. Am Mittag hatte bereits in der nebenan belegenen Spritfabrik von Altschaffel & Co. der Einsturz eines Schuppens stattgefunden, dem ein weiterer Einsturz um 5 Uhr nachmittags folgte. Die angrenzenden Gebäude sind stark gefährdet. Hd Paris, 17. Juli. Die gestern eingetroffene ostasiatische Post bringt Berichte über einen furchtbaren Wirbelsturm, der am 10. Juni Hanoi verwüstet hat. Zahlreiche Dächer wurden abgetragen, mehrere Häuser, darunter festgebaute Regierungspaläste, arg beschädigt, Bäume ausgerissen, ganze Telegraphenlinien zerstört, mehrere Dutzend Flußschiffe versenkt, Eisenbahnzüge aus dem Geleise geworfen und gegen 3000 Einwohner getötet oder verwundet. In Namdinh soll der Taifun noch schlimmer gewütet haben als in Hanoi. Der Schaden wird auf 30 Millionen geschätzt. Hd Rom, 17. Juli. Professor Rossoni erklärte gestern seinen zum Examen in der Universität versammelten Kollegen, daß die Auflösung des Papstes stetig fortschreite, die Prognose aber sei sehr schwer, da das Herz gesund ist. Vielleicht könne deshalb die Entscheidung sich noch vier Tage hinziehen. Die Erneurung der Pleuraflüssigkeit mache eine neue Operation nötig, es sei aber zweifelhaft, ob das Befinden des Papstes eine solche laube; wenn dies möglich, werde die Operation noch heute stattfinden.—„ Hd Rom, 17. Juli. Die Anzeichen, vaß das Ende des Papstes bevorsteht, mehren sich. Um 12 Uhr nachts trat eine lebhafte Nierentätigkeit ein, die dem Patienten große Erleichterung brachte. Vorher war die dritte Operation vorgenommen, die wieder viel Flüssigkeit in der Brust ergab. Der Papst war hierüber sehr niedergeschlagen. Später wurde er von Krämpfen befallen und stöhnte vor Schmerz. Hd London, 17. Juli. Amerikanische Kriegsschiffe bemächtigten sich einiger 20 kleiner, England gehöriger Inseln Borneo gegenüber und pflanzten dort die amerikanische Flagge auf. Für den redaktionellen Teil verantwortlich Wilh. Schade. Polizeiveroronung, betreffend das Verabfolgen geistiger Getränke. Auf Grund der§§ 137 und 139 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883 und gemäß den§§ 6, 12 und 15 des Gesetzes überdie Polizeiverwaltung vom 11. März 1850 wird mit Zustimmung des Provinzialrats für den Umfang der Provinz Westfalen folgendes verordnet: § 1. Den Gast= und Schankwirten und Branntweinkleinhändlern ist verboten, geistige Getränke zum sofortigen Genuß oder zum Mitnehmen an Betrunkene und solche Personen, die von der Polizeibehörde als Trunkenbold bezeichnet sind, zu verabfolgen. Den von der Polizei als Trunkenbold bezeichneten Personen darf der Aufenthalt in den zum Ausschank von geistigen Getränken bestimmten Lokalen nicht gestattet werden. S 2. Gast= und Schankwirte und Kleinhändler mit Branntwein dürfen in ihrem Gewerbebetriebe Branntwein und denaturierten Spiritus an Kinder im schulpflichtigen Alter überhaupt nicht, an Personen, welche das schulpflichtige Alter überschritten, das 16. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, nicht zum sofortigen Genuß verabfolgen. § 3. Verantwortlich für die Befolgung der vorstehenden Vorschrifschriften(§§ 1. 2) sind außer den Inhabern der Gast= und Schankwirtschaften und Branntweinkleinhandlungen auch deren Stellvertreter, Beauftragte und Gewerbegehilfen. S 4. Die Gast= und Schankwirte und Branntweinkleinhändler haben einen deutlich lesbaren Abdruck dieser Polizeiverordnung in ihren Schank= und Verkaufslokalen an augenfälliger Stelle aufzuhängen. Sie haben ferner die ihnen zugehenden Mitteilungen der Ortspolizeibehörden über die als Trunkenbold bezeichneten Personen, so lange diese Bezeichnung in Kraft besteht, aufzubewahren und den Polizeibeamten(Gendarmen) auf Verlangen vorzuzeigen. § 5. Zuwiderhandlungen gegen diese Verordnung werden mit Geldstrafe bis zu 60 Mark bestraft. § 6. Diese Verordnung tritt am 1. August d. Is. in Kraft. Alle sonstigen polizeilichen Vorschriften über das Verabfolgen geistiger Getränke an Betrunkene und solche Personen, welche von der Polizeibehörde als Trunkenbold bezeichnet sind, treten außer Kraft. Polizeiliche Vorschriften, welche das Verabfolgen geistiger Getränke an jugendliche Personen weitergehenden Einschränkungen unterwerfen, und welche das Verabfolgen geistiger Getränke an andere, als die in den§§ 1 und 2 genannten Personen betreffen, bleiben unberührt. Münster, den 4. Juni 1903. Oberpräsident von Westfalen. A * S Se 0 S Zu Nr. 5126. I. Frhr. von der Recke. Anweisung für die Polizeibehörden, betreffend Maßregeln gegen Trunkenbolde. I. Dem Trunke ergebene Personen können von den Ortspolizeibehörden unter Hinweis auf die nach den nachstehenden Vorschriften eintretenden Folgen verwarnt werden. II. Nach wiederholten erfolglosen Verwarnungen, von denen jedesmal dem zuständigen Geistlichen Mitteilung gemacht werden muß, ist solchen Personen im Wege polizeilicher Verfügung zu eröffnen, daß sie als Trunkenbold bezeichnet würden, und ist ihnen gleichzeitig das Betreten von Lokalen, welche zum Ausschank für geistige Getränke bestimmt sind, unter Androhung einer Zwangsstrafe für jeden Fall der Zuwiderhandlung zu untersagen. III. Die Namen der als Trunkenbold bezeichneten Personen sind den Gast= und Schankwirten und den Branntweinkleinhändlern des Ortspolizeibezirks gleichzeitig mit Erlaß der polizeilichen Verfügung(II) oder alsbald nach Uebernahme oder Eröffnung des betreffenden Geschäfts schriftlich unter ausdrücklichem Hinweis auf die Polizeiverordnung vom 4. Juni 1908 mitzuteilen. 14541— W“, von Die Ortspolizeibehörden haven sich in geeigneter Weise von der Aufbewahrung dieser Mitteilungen zu überzeugen(§ 4 Absatz 2 der Polizeiverordnung vom 4. Juni 1309.) IV. Dem Ermessen der Ortspolizeibehörden bleibt es überlassen, auch den benachbarten Ortspolizeibehörden die Namen der als Trunkenbold bezeichneten Personen mitzuteilen. V. Die Ortspolizeibehörden haben über die von ihnen als Trunkenbold erklärten Personen eine Liste zu führen. Alljährlich hat eine Nachprüfung der Liste stattzufinden. Personen, welche während des letztvergangenen Jahres Besserung an den Tag gelegt haben, können von der Liste gestrichen werden. Von der Streichung sind die betreffenden Personen selbst, die Gast= und Schankwirte und Branntweinkleinhändler des Ortsbezirks, sowie nötigenfalls die benachbarten Ortspolizeibehörden in Kenntnis zu setzen. Münster, den 4. Juni 1903. Oberpräsident von Westfalen. Frhr. von der Recke. Die Firma Albert Elsbach& Cie., Dortmund. verkauft wegen Umban ihres Hauses und Sport=Artikel sowie Joppen, Regenröcke, Pellerinen 2c. als sehr preiswert Gottesdienste Schwerte. Größere evangelische Gemeinde. Sonntag, 19. Juli 1903. 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