far denKreir worck! Insertionsgebühr für lokale Anzeigen, die sechsgespaltene Petitgeile oder deren Raum 10 Pfg., außerhalb 15, Reklare=Zeile 40 Pfg., Druck und Verlag von Carl Braus in Fernsprech=Anschluß Nr. 62. Amt Schwerte. Telegr.=Adresse Braus, Schwerte=Ruhr. Nr 152 Alle Kreis= und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung" rechtsverbindliche Kraft. Shwerte. Donnerstag den 2. Juli 1905. Abonnementspreis pro Quartal 1 Mark 65 Pfg., excl. 42 Pfg. Bestellgeld, wenn durch die Post bezogen. Erscheint an jedem Wochentage. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund. 36.Jahrgang. Die Mittäufel und freiwilligen Helfershelfer der Sozialdemokratie. Trostgründe und„Tröste“ für den gewaltigen sozialdemokratischen Erfolg hat man im Lager der bürgerlichen Baxteien ge nügend gefunden, und gewöhnlich entspringt dieses Suchen Nach Troßgründen in dem Bemühen, sich selbst zu beruhigen. Besonders weiß man einen, nur einen, aber dafür auch ganz großen Haupttrost und der heißt:„Die 3 Millionen Stimmen der Sozialdemokraten setzen sich zur großen Hälfte aus„Mitläufern" zusammen, die„im Herzen“ mit dem sozialdemokratischen„Endziel" nichts gemein haben. Das ist allerdings ganz richtig, aber ohne Brill besehen, doch nicht stichhaltig, denn es gibt in jeder Partei Ueberläufer. Angenommen einmal den Fall, jede Partei hätte nur zielbewußte Parteigenossen, wäre es da wohl möglich, daß die Parteien im Wahlkampfe die Wähler sich gegenseitig abjagen? Und wie könnte es geschehen, daß derselbe Wahlkreis bald national liberal, bald Zentrum, bald konservativ, bald sozialdemokratisch wählt. Es hilft kein Darumherumgehen, wir wissen es alle und wollen es ruhig aussprechen, daß in anbetracht des bestehenden Wahlrechtes das Parteileben und die Wahlsiege zum Teil solche Ueberläufer angewiesen sind. Fatal hierbei ist nur der Umstand, daß gerade die zur Sozialdemokratie„Uebergelaufenen“ der Regel nach nicht mehr zurückkehren, sondern sozialdemokratische „Mitläufer“ sind und bleiben. Das beweist doch zur Genüge das wohl vor allem, so schreibt ein protestantischer Geistlicher in der Kreuz=Zeitung“, in der rapiden Abnahme des religiösen Sinnes su suchen. Dann heißt es in der betr. Zuschrift weiter, und wi ständige und gewaltige Anwachsen der sozialdemokratischen Stimmenzahl! Vor der Torheit, in Scheingründen Trost zu suchen, wollen wir uns also hüten, besonders vor Scheingründen, die dem wirklichen Sachverhalt geradezu ins Gesicht schlagen! Sehen wir indessen vorläufig einmal von dem Zustande der bürgerlichen Parteien ganz ab und betrachten wir die Sozialdemokratie für sich. Da ist es allerdings stark anzuzweifeln, ob von den drei Millionen Männern, die jetzt für die Sozialdemokratie, gestimmt haben, auch nur eine halbe Million als„Genossen" im engeren und eigentlichen Sinne angesprochen werden dürfen. Sozialdemokratie ist eben ein großes Sammelbecken für alle Unzufriedenen geworden. Aber ist das ein Trost fur die bürgerliche Welt? Geht nicht dem deutschen Volke mit jeder Stimme, die die Sozialdemokratie gewinnt, ein Mitarbeiter am ehrlichen Werke Aus kleinen Beamten und Arbeitern, die sich über das eigentliche Wesen der Sozialdemokratie keineswegs klar sind, dürfte sich eine große Zahl der Mitläufer der Sozialdemokratie rekrutieren. Diese Leute wähnen aber, daß gewisse Forderungen des praktischen Lebens von den Sozialdemokraten am schärfsten vertreten werden, und gerade bei diesen besteht die Gefahr, daß sie, wenn sie erst einmal die„Rot=Scheu" überwunden haben, durch die Bekanntschaft mit der Sozialdemokratie zu„vollen Genossen" erzogen werden. Denn die Sozialdemokratie nimmt sich ihrer Mitläufer sehr rege und in unablässiger Agitationsarbeit an. Es ist also durchaus notwendig, sich nicht durch derartige fadenscheinige Trostgründe, wie es der von den„Mitläufern ist, selbst zu betrügen. Wir müssen immer uns den Umstand vor Augen halten, daß jeder, der mit der Sozialdemokratie läuft, dem nationalen Gedanken abtrünnig geworden ist; er ist Begeisterung bar, ist für die ehrliche pflichttreue arbeit am Wohle des Volkes verloren. Das müssen wir im Auge behalten und die Aufgabe jedes vaterländisch und jedes christlich gesinnten Mannes muß es sein, an seinem Teile mit zur Aufklärung der durch die sozialdemokratischen Irrlehren verblendeten Massen beizutragen, und zwar ganz besonders auch im christlichen Sinne. Denn den Grund für das rapide Anwachsen der Sozialdemokratie hat man müsser, em Schreiber auch hierin Recht geben:„Das Zentrum steht unerschüttert da, es ist der Arbeit der katholischen Rieche zu danken. Die katholische Kirche genießt öffentliche Achtung de den Behörden sowohl, wie im Parlament, der katholische hat Respekt vor seiner Kirche und ist für die atheistische Tehre nicht in dem Maße zu haben, wie der evangelische Mann. Die evangelische Kirche ist gebunden an Händen und an Füßen, sie gilt dem Volke für eine Staatsanstalt und hat geringe Achtung. Man sträubt sich, ihr die Freiheit zurückzugeben, ihr den Einfluß zu gestatten, welchen sie haben muß, um ihre Arbeit an der Volksseele tun zu können. Die Not der Zeit gebietet und zwingt, den Kampf wischen Rom und Wittenberg aus dem politischen Leben auszuschalten trotz aller Bedenken. Ganz ebenso ist es durch die realen Verhältnisse geboten, der evangelischen Kirche ein größeres Maß von Bewegungsfreiheit zu geben. Fürst Bismarck sah sich wiederholt zu Mitteln genötigt, welche er früher aufs energischste bekämpft hatte, die ihm persönlich unsympathisch waren. Er war so groß, daß ei sich selber überwand und die Bedenken um der größeren Sache willen schwinden ließ. Die eghegtgetger Ein vesigizies mit allen Mitteln im Volksleben gestärkt m Riglestr Volk ist für den Umsturz nicht zu haben.. Gauptbet Richt umsonst richtet die Sozialdemokratie die#### gegen alles, was religiös, was christlich ist, sie weiß sehr wohl, daß sie auf allen Linien gewonnenes Spiel hat, sobald es ihr gelungen ist, dem Volke in weitestem Umfange die Religion zu rauben, die Religion und das Vaterlandsgefühl. Starke und gewaltige Bundesgenossen hat die Partei in diesem Kampfe gefunden und ganz besonders, wie auch unser Wahlkreis zeigt, in der sogeNonne sich beun die Sosialdezgergaugzenen beser, Ghugeg Organ für Jedermann“ nennt, gefunden hat. Und doch war's ein bürgerliches Blatt, welches diese Handlangerdienste leistete. Schon vor der Wahl liebäugelte das Blatt mit den„Roten“, hatte aber doch noch so viel Schamgefühl, oder vielmehr so viel Geschäftssinn, um es nicht gar zu sehr mit den bürerlichen Parteien zu verderben. Als dann aber das Hauptwahlresultat mit dem großen Zuwachs an sozialdemokratischen Stim=, men heraus war, da kippte das Blatt ganz um auf Seite der Sozialdemokratie, denen es tagtäglich Kraut um den Bart schmierte, worüber die sozialdemokrakische„Dortmunder Arbeiterzeitung jedesmal behaglich sich freuend quittierte. Ein Blatt, welches sich unparteiisch" nennt, ist in unseren Augen eine Utopie, aber für ein Blatt, das diese angebliche„Unparteilichkeit" dazu benutzt, auf der einen Seite den nationalen Wählern gelegentlich einmal, der anderen Seite den Sozialdemokraten eine Verveugung nach der anderen zu machen, nur um ja beide als Abonnenten zu behalten, fehlt uns der parlamentarische Ausdruck. Ehrlichkeit des Standpunktes ist das erste, was man von einer Zeitung, vie ernst genommen werden will, verlangen kann, und nicht Unparteilichke des Standpunktes. Wir sind nicht unparteiisch vor, während und nach der Wahl gewesen, aber daß wir allzeit ehrlich gekämpft haben, mit offenem Visir in die Schranken getreten sind f Vaterlandsliebe und christlichen Sinn, das erkennen selbst unsere Gegner. Und auf tiesem Wege wollen wir unentwegt foxtfahren und nicht, wie es hier im Wahlkreise Dortmunc der„Genera Anzeiger“ getan hat,„den Mantel nach dem Winde hängen. Bit tere Wahrheiten hat das betr. Blatt sich deswegen sagen lassen müssen, und seine Antwort darauf war sehr lendenlahm, denn das grobe Geschütz, was er auffuhr, die gegen ihn gerichteten Angrder anderen Dortmunder Blätter seien vom Neid diktiert, glaubt ihm niemand. Es ist nämlich nicht zu vergessen, daß nicht die Blätter aus sich selbst heraus gegen den„General=Anzeiger“ vorgingen, sondern daß sie lediglich das Sprachrohr des Unwillens weiter Kreise der nationalgesinnten Bürgerschaft geworden sind. Oder ist es auch lediglich Konkurrenzneid, daß aus den patriotischen Vereinen der Stadt Dortmund heraus der Vorschlag gemacht wird, mit einem so charakterlosen Blatte, wie es der„GeneralAnzeiger“ ist, jede Geschäftsverbindung abzubrechen? Heute kam uns die letzte Nummer der„Westfäl. Pol. Nachr.“, der offiziellen Parteikorrespondenz der nationalliberalen Partei unserer Gegend, zu Gesicht, in der u. a. zu lesen ist: „Wenn man sozialdemokratische Zeitungsartikel lesen „will, dann soll man die„Arbeiterzeitung" lesen, und man soll sich als bürgerlicher Politiker das Organ eines Mannes „vom Halse schaffen, der im Stadtverordneten=Kollegium der Partei angehört, der man am hinterlistigsten in den Rücken „gefallen ist; wer das schleichende Gift der Sozialdemokratie „vorzieht, der mag nun getrost den„General" weiter lesen, „aber wir glauben, daß es nur wenige sein werden, die Lust „haben, sich nach dem Prinzip des nacktesten und brutalsten „Standpunktes des Geschäftssozialismus um ihr gutes Geld „bringen zu lassen. Das sind ernste, aber wahre Worte, die hier oas offizieue Organ der Nationalliberalen ausspricht.. g 8e„ Selbstverständlich hat niemand über so freiwinige Heisershelfer mehr Freude, als die Sozialdemokratie, schon aus dem Grunde, weil sie ja diese Hilfe nicht verlangt hat und diese Art Mitkämpfer, sobald sie ihr etwa unbequem werden, mit Fußtritten regaliert. Und das mit Recht. Die Frage ist dann nur die, zialdemokratische Mitläufer darf man dann so ein Blatt schon verantwortlich machen? ! Wir haben uns für verpflichter gehalten, in Vorstehendem den Ausdruck zu geben, was die anständige Bürgerschaft auch un serer Stadt über das Verhalten des„General=Anzeigers“ denkt, und wir sind auf den Vorwurf des„General=Anzeigers“, daß wir aus Futterneid handeln, gefaßt, nehmen dies aber als etwas Selbstverständliches hin, da es die bequemste Verteidigung ist, die das angegriffene Blatt hat. Diese Beschuldigung des Futterneides wird zwar vielfach geglaubt werden und klingt auch ganz annehmbar. Von unserem gesamten Leserkreise sind wir uns aber dessen gewiß, daß, wer je die„Schwerter Zeitung“ kennt und liest, weiß, wie wenig wir auf Abonnentenfang ausgegangen sind, und dieser Vorwurf völlig hinfällt, denn wir haben die auf dem Niveau des„General=Anzeigers“ stehende und deshalb auf dieses Blatt angewiesene Leserschaft niemals auf Kosten unserer Ueberzeugung zu gewinnen gesucht, vielmehr ihr oft genug gewaltig vor den Kopf gestoßen. Wir wissen, daß unsere Leserschaft fest davon überzeugt ist, daß wir mit unseren Ausführungen nicht unseren Geldbeutel meinen, sondern heute, wo die guten und die schlechten Früchte so klar und auf den ersten Blick als das zu erkennen sind, was sie in Wirklichkeit sind, lediglich unser ehrlicher patriotischer Sinn und christliches Denken uns zu diesen Ausführungen zwingt. Wer die betr. Artikel im„General=Anzeiger" selbst gelesen hat, der wird es begreiflich finden, daß nicht die Redaktionen der das Verhalten des„General=Anzeiger“ kritisierenden Zeitungen aus sich heraus vorgehen, sondern daß sie durch die in bürgerlichen, in nationalen und christlichen Kreisen herrschende Empörung dazu getrieben werden, eine Empörung, die sich richtet gegen den niedrigen Geschäftssinn des„General=Anzeigers“, der in weitestem Maße die Geschäfte der Sozialdemokratie besorgt hat und noch besorgt, der lediglich mit Rücksicht auf die Mehrzahl seiner Abonnenten und keineswegs etwa aus Ueberzeugung eine so sozialistische Färbung angenommen hat, die er aber, wieder mit Rücksicht auf den Rest Sinnsprüche. Dünkst Du Dich schwach und alt und unnütz oft, Dein Leben halt noch Wert für Deine Sphäre, Solang' noch einer etwas von Dir hofft, Und wenn es auch nur ein Geringstes wäre. * Ist das Wort der Lipp' entflohen, Du ergreifst es nimmermehr, Fährt die Reu' auch mit vier Pferden Augenblicklich hinterher. * Die Achtung ist nicht die Wurzel, aus welcher die Rebe der Liebe erwächst; aber sie ist die Ulme, an der jene sich aufrankt und ihre köstlichen Früchte reift. Was die Erziehung in den ersten Lebensjahren unterlassen und verfehlt hat, muß das rücksichtslose Leben im späteren Alter dann nachholen. Diese Erziehungsberichtigungen sind gar schmerzhafte, gewaltsame Heiligungsvornahmen an den veralteten Schäden der Persönlichkeit. Man erzieht die Jugend zu sehr zu einem falschen Standesstolze; man gewöhnt sie an überflüssige Bedürfnisse, zu deren Befriedigung man keine Bürgschaft und Sicherheit ihr hinterlassen kann. Die Eltern meinen, ihrer Stellung, ihrem Range und ihrer Würde es schuldig zu sein, ihre Kinder in vornehmen Gewohnheiten und Neigungen heranzubilden. Sie glauben sich etwas zu vergeben, sich zu erniedrigen, wenn sie den Kindern einfache, schlichte, aber gesunde Sitten anerzögen. Schwindet durch den Tod das Familienoberhaupt oder durch Zusammenbruch des Vermögens der äußere Glanz und die Behaglichkeit und die Bequem lichkeit, wie unglücklich fühlen sich dann diese Leute! Eine so erzogene Tochter wird lieber auf ihr Lebens= und Herzensglück, als auf das gewohnte Vornehmerscheinen, auf den äußeren Glanz verzichten; und ehe sie sich dazu versteht, in bescheidenen Verhältnissen, aber zufriedener und geachteter fortzuleben, lieber verkauft sie Leib und Seele..... Kapitän Sander. Roman von F. Klinck=Lütetsburg. (15. Fortsetzung.) „Das ist sie wohl nicht? Dann geht nur direk nach Helgoland, da werdet Ihr es wohl zu wissen kriegen, daß Zerlina Heins Eure Schwiegertochter ist. Noch einmal versuchte Mynheer Theden sich einzureden, daß alles, was dieser Mensch ihm sagte, Lügen seien. Es mißlang. Nicht der leiseste Zweifel blieb ihm. Er glaube erschreckend klar zu sehen. Was konnte Eigentlich nur eins: den Sohn seinem Schicksale zu überlassen und ihn der Gerechtigkeit preiszugeben, wie der Vater in bitteren Stunden gedroht. Er wugn aver in diesem Augenblick, daß er nicht imstande sein würde, einen solchen Vorsatz zur Ausführung zu bringen, sondern daß er Johann helfen mußte, der ihm drohenden Gefahr vorzubeugen. Er ließ sich von Klaas. Däne über jeden einzelnen Punkt aufklären, und nicht ein einziges Mal kam ihm ein Zweifel an der Glaubwürdigkeit eines Menschen, der in seinen Augen nicht einmal den Namen eines sol chen verdiente. Als Däne seinen Bericht beendet hatte, ging Mynheer Theden noch ein paarmal im Zimmer auf und nieder, ehe er sagte: „Ihr werdet begreifen, daß ich erst mit meinem Sohne sprechen muß. Geht nach Hause, ich komme mor gen früh zu Euch, um das Weitere mit Euch zu bereden und Euch das Geld auszuhändigen, wenn es sich ausweist, daß alles so ist, wie Ihr mir gesagt. „Meinetwegen, Mynheer Theden. Zwingen kann man ja keinen Menschen, wenn es Euch nur nicht zu hart ankommt, daß Ihr nicht habt hören wollen. Umsonst bin ich nicht gleich gekommen. Ich habe so was gehoet. Mynheer van der Straaten will das mit dem Schiff nicht auf sich sitzen lassen. Und wenn es nicht wahr ist, was heute abend in der Zeitung gestanden hat, daß sich die Grietje“ bei Borkum auf der Sandbank festgesetzt hat, dann will er den Schooner suchen lassen. Na, und wenn der einmal was sagt, dann wißt Ihr auch, daß er's ausführt, auf Geld braucht er ja nicht zu sehen. Nun macht, was Ihr wollt. Ich gehe nach Hause und Ihr wißt mich ja zu finden.“ Klaas Däne entfernte sich in der Tat, welcher umstand beunruhigender auf Mynheer Theden wirkte, als Worte es vermocht hätten. Einen Augenblick stieg sogar die Idee in ihm auf, Däne zurückzurufen, doch gas er sie auf. In diesem Falle war es jedoch nicht seine Liebe zum Gelde, die ihn zögern ließ, den verlangten Preis zu zahlen, sondern die Vorsicht, die Befürchtung, sich in die Hände eines Menschen zu geben, der sich nicht besinnen würde, ihn zu verraten, wenn es in seinem Vorteile lag. Lange nach Mitternacht kehrte Mynheer Theden in sein großes Haus an der Promenade zurück, doch nicht, um sich zur Ruhe zu begeben. Er ging direkt in sein Ar beitszimmer, wo er den Sohn am Fenster stehend antraf. Der Eintritt des Vaters bewog diesen nicht, seine eingenommene Stellung aufzugeben. „Johann, nun die reine Wahrheit: Du oist in der größten Gefahr, wenn nur ein Teil von dem wahr ist, was Klaas Däne mir erzählt hat. Die„Grietje“ soll in Borkum auf dn Strand gelaufen sein. Van der Straaten will recht behalten und eine Untersuchung veranlassen. Kommt etwas zu Tage dann kann man den Ausgang schon im voraus wissen. Du hast Kapitän Sander veranlaßt, das Wicht, mit dem Du Dich auf Helgoland hast trauen lassen, mitzunehmen. Ich brauche Dir nicht einmal alles auseinanderzusetzen. So viel kannst Du selbst wissen. Hast Du Däne ausgeschickt und die Geschichte kommt zur Sprache, dann kann ich Dir nicht her aushelfen. Hast Du wirklich die Verrücktheit besessen, Dich mit der Zerlina Heins trauen zu lassen?“ (Fortsetzung folgt.) eiver bbonnenten, binzicht ehrlich gehandelt, dieses stete Schmelbergen kucht. Dos ist uich dex hreiten Massen ist eines Blattes heln der niederen Gelüye, ver v., pill. darum hinaus mit ihm unwürdig, das ein bürgerliches hein. schleichende Gift, das er aus jedem, anständigen Hause, ebe dos szeine religisse und sitin seinen Spaten verzg'stz, woiter zimimer mehr Anhänger den liche Aufasung um sicn greift un 2hon mit Rücksicht auf die Mätter aller Parteirichtungen, vom freisinnigen„Dortmunder Blatter auer Parnnchung, vom Freisinnigen„ Tageblatt bis dur lind die„Herner“ ottrschreißt.:„Diesenigen oide Zie bend, General=Anzeiger auf Roten arfghaziser eist, eebd suise nochmalse. ernten v„Vortmunder, Geue, ralckneiger aus seten and. Politische Uebersicht. Dichterwort„Von der Stirne heiß— rinnen muß der heiße es Jucheil Aller Sorgen ledig, das mußh ein schönes Leben Vor Jahrhunderten wurde unter Zose, Vie Bieneno zeßzen aus wir vor uns hin:„Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Linv:(Das Meteor,) welches Sonntag nacht hier in Gestalt einer großen feurigen Kugel gesehen wurde, ist auch an anderen isertage. Der Kaiser, der am Dienstag echrte Mitwoch nach Wiel burisgt, einent wischig ewische Geschrichterstaters der„Tgl. Rdsch“ beißt es: Soweit es 95 Kerec ealdcte Laste und ict ant eniesen die Latichen hurch Bierstimmung sich hinreißen ließen, über die deutsche, Flotte abfälig zu urteilen, häufig unbeljebt., Dozgurte froßlsein, wenn er ist auch so ein Reggelaufener, und er in Verührung kam. nicht mit den Fäusten unserer Blaujabezsihzifeg„Ehieagg“ stand Die Besatzung des amerikanischen Prieppeim Wettrudern. Von biöher in dem Auf der Arzelegaser; Wilhelm 1I.) wurde die eutscher, Seite omten)ch, Petfahrt über 4000 Meter angenomHerauehor guter#n einer,. je 43huderern bemannt. Das Ermen. Die buttzgx waren wit ve mit 100 Meter Vorsprung, benids von de. Suog de den her Hiähzerige sommandierenbe Geer Gekreänte sagt er: Seit den Jahre 1878 Ausnahme bei Kaisers Geburtstag und. le)galie schein, schwere ein Viertel Glas Seit. Im Sommer 15·9 der, Wiederherstellung Lungenentzündung du übezierztez empfohlen, nur ein bis zwei daß der auch weniger ermüdet, Schnoy Zie, Lezstungsfähigkeit, macht müde ihm sehr wahe. Es erschgurst. Wein taugt auch nicht. Für den Solbaten: Baser, Hase und alenug agt, Die, Freiiunge Sozialdemokro hage fozjäaldemokratische Stetiner Vereinigung hat., so schreibt, zoweit sie solche noch besessen Platt, ihre„volitische Ehre berkoren, soszeinen Sünden gestorben; habe: Der Vreisinn lei in Sseifinas Bollsgericht über die Taten Preisynzaldemokratie an die Freisinnige Vereinigung für die Unterstützung der Obstruktion,„namentlich auch seitens des in Stetin durchgefalenen verrn Brömel., ggz1g demokraten, nicht entsprochen elte, vo, Diez ite alch mur nattrlsch, Lin Lonigstreuer een,„De sich bereit finden, unter diesen Verhältnissen in das Nann wiro: uu, urceit finden, unter sein, daß die Sozaldemobsbdun eung Vergangenleir bräche, ihre antimongrchiste rer. Einige Die„Köln. 31g. maßen:„Ein gewisses werschziältderngkratischen Kandidaten Dr. Berlin 1 durcherfalenen Isept bekanntlich in den glänzendsten Narons vicht versogen, mit einer beneidenswerten Gemütsruhe Versaltuisen, er lobt seinen Geugsen auspressen, aber den bewie eine Zitrone, von beine jich endlich einmal den Lorberkranz estschebewpußten sozialdemokratischen Abgegrdneten um die eines ziewvewußten, Io,.„—Tasen ven ngestilt. Er wird stets kühne Schläse winden voune, vn fglaussichten ungünstig sind, statt in Kreisen aufoestelt, wo de Wo, einer der pielen Kreise, angedaß dem sters opfervereiten beren, demofratie mit großer Sicherwviesen wird, über, weiche, die, Hassen die gelehrten jüdischen Herren beit verfügt, Herrn Singer, uasisgenug mit Dr. Vernstein zu tun, richt in, Grauen den Mainzer Genossen Dr. David in die neue ördlicher Richtung langsaz, in süd= und südwestlicher Richtung um Hinmer bbruver. Das Gefolge, bildete ein weißlicher, heller, unregelmäßig breiter Streifen, der sich “(Gebt'den zieren Waler) Wgericht ziue beträchtliche Wärme, die besonders in den Mittagsstunden recht empfindlich sein kann. Da sehnt man sich oft nach einem frischen Trunk, manch einer meint fast, vor Durst vergehen#az,. Pizr. auf Schritt eine Gelegenheit, seinen Durst zu stillen.„iese, Fr, also dafür forgen, daß die Tiere bei Iezue irnzige Lual auseben, Wver H abgehezte Hunde die: schmutzige Lale aus der beobachten, daß aogegever. Batioe u..9. Tieren nicht zuGosse mit gierigen Zügen schlürfen. Daß das den, aun gante e träglich sein kann, ist ja wohl selbstperständlich. Tunn spate man möglichst darauf sehen, daß das Wasser n#cgt zu kalt ist. We seine Tiere lieb hat und sie sich gesund erhalten will, der befolge vorstehende Ratschläge..e l n, fg ge) muß der Juli **(Den Bauernregeln zufolge) muß der Iu trocken und heiß sein, um dem Landmann zu gefallen, denn: Nur in der Juliglut wird Obst und Wein dir gut.— Si. vinzenz Soi nenschein füllt die Fässer mit Wein.— Jakobiregen stört den Erntesegen.— Juli kühl und naß, Scheuer leer und Faß. Regnets am Margaretentag, kein' Nuß gedeihen mag.— So golden die Sonne im Juli strahlt, so golden sich der Roggeg mahlt, — Regnets am Marientag, so regnets 14 Tage nach. will der Bauer schwitzen, anstatt hinterm Ofen sitzen.— Wetter am Siebenbrüdertag, es sieben Wochen bleiben mag. zst bell es am Jakobustag, bringt uns der zosattez, 0 gerge. F e Werfen um St. Anna die Ameisen auf, so folge ein yeroer Winter drauf.— Mariä Heimsuchung mit Regen, tut vierzig Tage sich nicht legen.— Regnets am Maria=Magdalenatag, folgt stets mehr Regen nach.— Ist es hell auf Jakobitag, viel Früchte man sich rüben an.— Im Juli muß vor Hitze braten, was im September soll geraten.— Wer nicht fleißig rechen(harken) tut, wenn die Bremsen summen, guckt gefälligst in den Hut(hat nichts zu essen), wenn der Winter gekummen. ** Apterveu, tischer Stimmzettel verträgt sich damit sicherlich nicht. Aber durch die Auflösung der ganzen Vereine wird auch sicherlich eine große Anzahl Unschuldiger mit betroffen, die man mit solchen Maßregeln verstimmt und nun vielleicht auch noch der Sozialdemokratie in die Kwne kecth. Wbesrsacse Veao, sonte dach burger deit gelische bercbenl. Explosion wird auf ein undichtes Gasrohr zurückgeführt. * Düsseldorf, 1. Juli.(Der weibliche Wähler.) Man schreibt den„D. N. N.“: Als Wahlkuriosum kann ich Ihnen mitteilen, daß in meinem Bezirke gestern der erste weibliche Wähler schien. Die Wahlhandlung war noch nicht eröffnet, da erschien Orten beobachter vorzen, So bitrd uns us br gäiglichefilbern schrißt den.D. R R.“: Als Wahliuriosum kaum ich Ihuen mitbede Pichtuag am Himnel voriber Dusz Gertaige Bitsene erighen, Die Wonngenuung ant urz geien festen, De vae s. uu den d gengthterate der Vorisende..3ch eslewiülg. nsdin uu Wasser.) Wir nähern uns.— Ja, das geht aber nicht, Frauen haben noch kein Stmmren. inschen Sie oenn: frugrr der Vorsitzende.„Ich will wähl „dt 4es gebht aber hiherfolgte prompt zurüick. Was sind Sie —„Ich bin keine Frau!“ erfolgte prompt zurüc.„Was nd Sie denn?“—„Ein Fräulein(mindestens 50 Jahre).—„Nun ja,“ sagte der Vorsitzende,„auch die Fräuleins können noch nicht wahlen.“—„Ach sol dann vielleicht diesen Nachmittag?“—„So rasch wird das wohl nicht gehen,“ meinte der Wahlvorsteher mit großem Ernst.„Gehen Sie jetzt nur ruhig nach Hause, wenn es foweit ist, erhalten Sie Nachricht.“—„Schön,“ sagte das Fräulein, ** Aglerbeck, 2. Juli.(Die Polizeikommissarstelle niedergelegt.) Der von der Amtsversammlung an Stelle des aus dem hiesigen Polizeidienste ausgeschiedenen Polizeikommissars Bösebeck gewählte Feldwebel Wilhelm Goedes aus St. Avold hat diese Stelle mit Ende ds. Mts. niedergelegt. Ueber die anderweitige Besetzung der Stelle wird demnächst Beschluß gefaßt Tage übe fort. Es ist jetzt gelungen, mehrere Marder zur Strecke zu bringe Aus Westfalen und Rheinland. Hagen, 1. Juli.(In sehr draftzlrgzeiger sterie ihm seitens seiner Rebergphaßer gaßer gräaen zeisbegtbuig sozialdemokratische Kandidat). Jetzt nach der Wahl hieß es immer: Verdamntes dunmes Bolal. Jagd machten in d. Hagen, 1. Juli. Eine erfolgreiche bgezige Herren auf kange Fiar mit Netz und sonstigen Fanggeräten in die Enge zu lange Tier mit Netz und sonstigen Fanggeräten in die Enge zu treiben und schließlich durch einen Schlag auf den Kopf zu Die etwa 20 Pfund schwere Beute wurde mit nach hier gebracht und wird den Jägern jedenfalls trefflich munden. * Letmathe, 1. Juli. Heute mittag ertrank beim Baden in der Lenne ein 18jähriger junger Mann aus P. Kurz nach jenommener Mittagsmahlzeit ging derselbe mit a Leibe; da ind ihm seine gefughgeine gerechte Strafe für sein vordersbruch, pagen, viel loeber, vvun, frühere sozialdengkratische jährioges woven im berittenge dert hefisch e, Wahlkreis DievurgAbgeorduete unrich bei der letzten Stichwahl durchfallen lasen; Ossenboch botgrale Dr. Beser ist an seine Stelle getreten. urder Nationaliv, u. ,. v. Veov. v...h Förmliches Toben am rich war derjenige Abgeordnete, der buty, I., pax der großen meisten das Ansehen, des deutschen Beichetsgopember zuerst im Oeffentlichkeit geschaugt hat. Als am 2r. Appurze, propozerte Reichstag der Antege Kardorf angestien, Singr, die wuhten Zuhälter, Diebe, Taschendiebe, Raubgesindek, e beoderhong, Lchasfte, Gaumg Umn meisten tait, ich.1 eith se urich hervorz er geberdete sich, als habe er den Verstand erioren) herum; er sah aus, als bestehe er nur aus Armen und send- seine Stimme, die troß des tosenden Lärms, Gsezuger de, überschlug sich; was er; war freilich, unvergtet. wurve, uvegbhug sich),v) Herichtete:„Genose Urich zeigge vor und der„Vortochrts Fischlut zut den Adern rollt. In heißer alem, doß idy vich, Mehrheit Worte zu, die wie Peitschenhiebe Empörung rief er er seine Leidenschaft, daß die Ordnungsrufe virten., So be machtloz dagegen verhalten.“ Auf diese großartige Zierde der sozialdemokratischen Partei muß Herr Singer im Reichstag Verzicht keisten.“ Lokales. ** Schwerte, 2 Inli. 1903. Sätniche worten, de de=Geschfisleben hat sich sa manches geScicsal envertraute. Im ist nicht zu verlennen, aber nun schon ev. i daß alles gut sei, wäre verkehrt. Es muß noch u behaupgzen. 2-.9 Sue, v.,„ enehr umlaufen.„ Für die Zuesser werden, das Geld mup und abzuwarten; wolte man ein ust, ost, stelenz 6s Pen, einem gehen wie zumeist den WetPropotf gergtelen v. vonnte. Der Juli, in den wir jett einervortersagern, man„faht vein, znannt. Daraus erbelt, weretreten Vnd, Pandmann zur Zeit hat. Die Arme müssen kräftig warmen Sommerwetter wird das be iun dr Bageoder Habrik. Gauig er vermißte, Vald vochher, ien gerüßrt. Die um den Sohn trauhat der Schlag den Aermsten######:„Die um den Sohn krauernde Mutter lebt als Witwe in Pierrenverg. Mer lung in Altenderne Vorschläge machen sont.,„ ar. Hsgziteng, wezei, nerhalb des Vereinsgeländes auf einer waloumrauschten, weithin grüßenden Anhöhe errichtet werden. * Osterwick, 1. Juli. Der Raubmörder, welcher die Eheseun e ist ihrer Bohrung ermordete und alsdann. veraubte, vu Hrnecht bei Terwey, namens Steinmet, ergriffen. wurde sofort nach Münster transportiert. * Bielefeld, 30. Juni. Die Kriegervereine von Betein, Wieterheim und Annighausen im Kreise Minden wurden durch den Amtmann Lahde aufgelöst, weil in den betreffenden Ortschaften eine große Anzahl sozialdemokratischer Stimmen abgegeben wurden. In Beteln fielen von 102 abgegebenen Stimmen 75 auf den sozialdemokratischen Kandidaten. Es ist klar, daß unter diesen Stimmen viele von Kriegervereinsmitgliedern sind. Wie wir vernehmen, steht die Auflosung der Kriegervereine in 7 und mehr anderen Ortschaften unmittelbar bevor. Auch im Landkreise Bielefeld sind Erhebungen im Gange, wie besonderer Erwähnung, Obse ein Pallatpmitzel geneg taglsch, Geuist wicd den Migiedem der griägegher, sammengerollt.— Die Geschichte ist wörtlich passiert, und bei der kleinen verwachsenen Person bestand die feste Ueberzeugung, daß sie im Recht sei. Bismarck und Moltke beim Photographen. Von einem in wissenschaftlichen Kreisen wohlbekannten Geographen und Forschungsreisenden, der einstens Berufsphotograph von europäischem Rufe war, erhält das„N. W. Tagebl.“ folgende Mitteilungen: Als Photograph erhielt ich anfangs der siebziger Jahre einen Ruf nach Berlin in das damals vornehmste Atelier für Photographie der Brüder Hanfstaengel, die den Auftrag erhalten hatten, ein Album der berühmten Zeitgenossen Deutschlands aus der Epoche Kaiser Wilhelms I. anzufertigen. Es handelt sich in erster Reihe um die Paladine des Kaisers, die, im Kampfe um ihn geschart, nach vollendetem Siege jetzt in allen Teilen des Reiches zerstreut lebten. Der erste, den ich erwähnen will, ist Bismarck. Vom Empfangssaal des Ateliers wurde ich durch das Sprachrohr verständigt:„Seine Durchlaucht Fürst Bismarck ist angekommen.“ Im selben Moment erscheint ein Fräulein im Atelier, um eine photographische Aufnahme ersuchend, doch schon höre ich das Knarren der Treppe unter den schweren Tritten des Fürsten. Bedauernd entschuldige ich mich, ihrem Wunsche nicht willfahren zu können. Da tritt der Gigant mit gewichtigen, breitspurigen Schritten in Kürassieruniform mit mächtigen Reiterstiefeln ein und fährt mit den Worten dazwischen: nein, Damen haben den Vortritt, ich werde warten.“ Das Fräulein, ohne den Fürsten zu grüßen, setzt sich hin. Während ich nun die Platte im Laboratorium entwickle, beobachte ich, daß der Fürst lachend mit dem Fräulein sich unterhält. Ich hatte meinen zwölfjährigen Sohn ins Atelier mitgenommen, damit er die lebendige Weltgeschichte in den Personen kennen lerne. Als ich nun wieder hinaustrete, raunt mir der Junge zu: Das Fräulein ist die Tochter des Fürsten— er spricht sie mit„du“ an und sie sagt ihm„Papa“. Nun entschuldige ich mich bei der Dame und spreche sie mit ihrem Titel„Prinzessin" an.„Das hat Ihnen mal weder der kleine Bengel zugeflüstert,“ fiel der Fürst lachend ein. „Na, Du bist doch ein gescheidtes Wiener Früchterl, das bist du doch wohl?“ fuhr er fort.— Darauf sich an mich wendend:„Sie sind doch Wiener, denke ich, schon Ihrer Sprache nach?" Da faut ihm mein Sohn in die Rede:„Durchlaucht, ich bin Ungar!“ „Da sehe man doch das kecke ungarische Blut," erwiderte der Fürst.„Wie kommt es, daß Sie Wiener sind und Ihr Kind Ungar ist?“— Auf meine Aufklärung, meine Frau sei Ungarin und der Knabe in Budapest geboren, brummte der Fürst halb in sich hinein:„Nun ja, ihr gehört zusammen, schaut nur, Ihr leichtblütigen, feschen Wiener, daß Budapest Euch nicht den Rang abläuft.“ Die Dame gestattete mir durchaus nicht, sie mit ihrem Titel anzusprechen.„Ich bin Fräulein und bitte Sie, nur dabei zu bleiben; es tut ja so wohl, einmal natürlich schlicht ausgesprochen zu werden.“—„Nun jetzt an mich heran!“ donnert mir Bismarck zu. Einigermaßen befangen stand ich einen Augenblick ratlos vor der mächtigen Gestalt; aber bald ermunterten mich di adlichen Worte:„Na, mein lieber Wiener, nur keine Bange! Jetzt stehe ich unter Ihren Befehlen!" Nachdem ich verschiedene besonderen Befehl des Kaisers ein „Ja“, erwiderfger,„arn, mah stecken.“ Rätserhaft, wie mir der Ausdruck war, mochte ich wohl das werdten Sie gleich lenen lernen, Sie misez, Pizeshese Korbe den Varaderon bervorzeingelten in der Tat wie ein die vielen Orden und Kreuge uzngetten in der Tat wie ein Schlittengeschirr. Während zweier voller Stunden— so lange Gebuld des mit den Geschäften schver überlasteten Reichskanzlers keinen Augenblick. Im Empfangssaale erwartete man jeden Moment den Lift. en Poltel, gobe 10h stat mit dem Lift in den Empfangssaak zu auch nicht eriann und Pegsetrider„fes- Bonack Prashasens aus dem mittleren Bürgerstande.„Auch Graft Moltke, erkannte aus dem mittleren Bürgerstande. Auch Graft Moltke mich als Wiener und erkundigte sich nach viesoaren Bger gs ghufen. Vaterstadt. Was ihn besonzerz, rztragte er meinen Knaben,„beWas macht Du. Junge, brer: 1z#“„i, ganze Zeit über unsuchst Du eine Schules und welche'“.—.. meinem Knaben. terhielt er das Gespräch, teils mit mir, teils Wäfzrigz den grient, den'ich jahrelang bereist hatte, erwähnte, bot sich iuerschißlise, Stoff der Unterhaltung. Und als iH die Harin bestand, die tovoeeogropbischen Ersiubungaug seiczs Zentimeter Quadrat verkleinert pro pbschgjichtige wpie g7. 4 in einer eigens dafür konstruierten und durchsicgrig vore tar.. ze Schlachtendenker fast kordiat. Lupe zu lesen, da wurde der Grobe. und auf meine besahende Hoben, Sie denn vevsegenmt Ihre Generalstab diese Erfindung!“ Auntvort fuhr er fort: erzer Lamalige Generalstabschef, FeloDorauf erhärt, Jag leßhafteste Interesse daran genommen hatte. zu meinem Leidwesen aber während der Unterhandlungen eines plötzlichen Todes verstorben und sein Nachfolger derart mit Geschäften überhäuft war, ßad er keine Zeit mich anzuhören fand, während ich mittlerweile iach Berlin berufen wurde.„Bringen Sie mir doch die Sache in mein Bureau. Sie kennen doch das Gebäude des Generalstabes? Die Idee ist gut— ob praktisch verwendbar, ist die Frage!".... Eigener Depeschen. der„Schwerter Zeitung.“ Hd Frankfurt a. M., 2. Juli. Der 32jährige Gärtner Wilhelm Strack aus dem benachbarten Rödelheim, der„Hisge heute vor den Geschvorenen wegen des Lustjigh heutes früß im GefängJulia Simon verantworten sollte, hat sic, heun ftah im Gejungnis an seinen Hosenträgern erhängt. Hd Berlin, Juli. Vom Schwurgericht in Schweidnitz wie von dort gemelbet wird, der Versinteicklogunge gunb 550000 Mark bei 900 000 Mark angemeldeter Forderungen. Hd Magdeburg, 2. Juli. Heute vormittag erschoß sich if dem Klosett des hiesigen Zentralhotels der Ingenieur Zahn aus Verlin. Die Ursache des Selbsgagspeß, satsgper, Verlust seines spricht von 8agoco Ppolicklicher Bauspekulatonen sein; man 6. ou.—. ld Brüssel, 2. Juli. Zu einem Eisenbahnunglück, das Für den redaktionellen Teil verantwortlich Wilh. Schade. sich heute mittag kurz vor 12 Uhr auf dem Bahnhofe Schaerbeck ereignete, wird gemeldet: Ein vom Luxemburger Bahnhof kommender Güterzug fuhr dem Antwerpener Expreßzug in die Flanke. Von letzterem wurden zwei Wagen ganz und mehrere andere teilweise zertrümmert. 17 Personen wurden verletzt, darunter 8 schwer. 2 Personen mußten beide Beine amputiert werden. Wie verlautet, soll das Unglück auf die große Hitze zurückzuführen sein, welche eine Ausdehnung der Signaldrähte zur Folge hatte. Der Zusammenstoß fand in einer Kurve statt, wo bereits mehrfach Unfälle vorgekommen sind. Hd Paris, 2. Juli. Gestern sind hier wiederum drei Todesfälle an Sonnenstich vorgekommen. Hd Paris, 2. Juli. Heute nachmittag beginnt die große Radwettfahrt durch Frankreich. Die zu durchfahrende Strecke beträgt 2400 Kilometer. Das Rennen wird in 6 Abteirungen gefahren werden. Wetterbericht. 3. Juli: Warm, schwül, meist heiter, vielfach Gewitter. 4. Juli: Wenig verändert, wolkig mit Sonnenschein. 5. Juli: Warm, schwül, wolkig mit Sonnenschein, 6. Juli: vielfach Gewitter. 8 Wenig verändert, Neigung zu Gewittern. Bekanntmachung. Auf Grund des§ 7 der Instruktion für Bezirks=Schornstein= feger vom 18. Februar 1843— A.=Bl. S. 84— habe ich genehmigt, daß der Bezirksschornsteinfegermeister Wilhelm Hey zu Hörde in der Ausführung der im obliegenden Geschäfte von dem vorschriftsmäßig geprüften Schornsteinfeger Oskar Paffrath vertreten den 29. Juni 1993. Der Landrat. Reichstagswahl 1903. Bei der am 25. Juni d. Is. stattgehabten engeren Wahl eines Abgeordneten zum deutschen Reichstage für den 6. Arnsberger Wahlkreis, umfassend den Stadt= und Landkreis Dortmund und den Kreis Hörde, hat sich folgendes Ergebnis herausgestellt: Zahl der Wahlberechtigten 95835 Zahl der abgegebenen Stimmen 79223 Davon ungültig 742 Davon gültig 78481 Die Stimmenmehrheit beträgt 39241 Es haben Stimmen erhalten: 1. Maurer Theodor Bömelburg in Hamburg 39384 2. Bergwerks=Direktor Alexander Hilbck in Charlottenburg 39097 Herr Theodor Bömelburg ist demnach mit Stimmenmehrheit zum Reichstags=Abgeordneten gewählt worden. Dortmund, den 29. Juni 1903. Der Wahlkommissar: Schmieding, Geh. Regierungsrat. Pstb.i Am Sonncvind, Mts. findet auf dem östlichen Teile des Schützenplatzes in der Richtung nach Geisecke statt. Die südlich von der Schützenstraße in der Schußrichtung liegenden Wege, Felder(insbesondere im Gänsewinkel, Obergrünne, im hintersten Bruch, Schmiedesheide u. s. w.) und ebenso die in der Schußrichtung liegenden Weiden, werden für diesen Tag von 8 bis 12 Uhr vormittags und von 2 bis 7 Uhr nachmittags gesperrt. Schwerte, 1. Juli 1903. Die Polizei-Verwaltung Rohrmann. 1 Wohnung. abgeschl. Etage von 5 Zimmern (parterre od. l. Etage) auf Wunsch kann noch ein Zimmer hinzugegeben werden, per 1. Oktober zu vermieten. Hammecke, Eine Wohnung von 2 oder 8 Zimmern per 1. August od. später zu verm. Zu erfragen in der Geschäftsst. d. Z. mit Zubehör in besserem Hause per 1. Oktober zu mieten gesucht. Offerten mit Preisang. unt. H. Nr. 10 a d. Geschäftsstelle d. Z. Schöne I. Etage, 4 Zimmer event. mit Mansarde, auf 1. Oktober zu vermieten. Hörderstrasse 14. Eine Wohnung von 4 Zimmern, abgeschl. I. Etage, per 1. Juli im ganzen od. geteilt zu vermieten. Näheres Hellpothstr. 9. Zum 1. Oktbr. sind zwei schöne Wohnungen (eine von 3 und eine von 4 Zimmern) zu vermieten. Leinweber, Kampstr. Verschungshalber ene von 2 Zimmern mit Stall auf sofort oder später zu vermieten. II. Speckebruch 5. 1 Wohnung von 3 Zimmern nebst Keller u. Bodenraum p. 1. Aug. zu verm. Zuerfragen in d. Geschäftstelle. Wohmurrzgg. von 2 großen, schönen Räumen zu vermieten. Näheres Htfingstraße 2. Ein fein möbliertes Zimmer zu vermieten. Zu erfrag. in der Geschäftstelle d. 3tg. 1 möbliertes Zimmer mit voller Pension zu vermieten. Zu erfragen in der Geschäfts4e d. 31g. In nächster Zeit 2 bessere möblierte Zimmer frei. Bahnhofstr. 10. Ein möbl. Zimmer mit voller Pension zu vermieten. refr. in der Geschäftsstelle GONTGTZTTT * feiert am 4. und 5. Juli im Bürgerschützenzelte sein diesjähriges „ nach folgendem Fr 8 Sonntag, den 5. Juli, Samstag, den 4. Juli, morgens 6 Uhr: = B e v e i l l e. 7 Uhr: Antreten der Schützen bei ihren Hauptleuten. Nachdem: Abholen des Königspaares und Festzug zum Schützenhofe. Daselbst: Vogel u. Prrisschirpen. Während desselben: KUIN morgens 5 Uhr: Grosser Weckruf. Mittags 12 Uhr: Wachtparade auf dem Marktplatz und Aufziehen der Wachen. Nachmittags 3 Uhr: Antreten der Schützen bei ihren Hauptleuten. Abholen des neuen Königspaares. Alsdann: Festzug durch die Stadt Daselbst: Grosse Parade vor dem Königspaare. Von 4 Uhr ab: HUNUALT und Volksbelustigungen. Abends 8 Uhr: Festball. Die Musik wird ausgeführt von der ganzen Kapelle(42 Mann) des Ins.=Reg. No. 98 aus Metz unter persönlicher Leitung des königl. Musikdirigenten Herrn Otto Firchow.(Kaiserliche Das Eintrittsgeld beträgt: Festkarte für beide Tage 3 Ml., Festkarte für einen Tag 1,50 Mk., Konzert 50 Pfg., Ball 1,00 Mk. no. Platz frei! De. Die Mitglieds= und Eintrittskarten sind sichtbar zu tragen. Das Belegen der Tische und Stühle ist untersagt. N Kinder unter 16 Jahren haben zum Ball keinen Die Bewohner von Schwerte werden freundlichst gebeten, an den Festtagen zu flaggen. 12 Uhr: gemeinschaftliches Mittagessen. 2 Uhr: Fortsetzung des Königsschiessens. Nach erfolgtem Königsschuß: Krönung des neuen Königspaares und Auszeichnung der besten Schützen. Abends 8 Uhr: POSTSuf. Der Vorstand. gut und preiswürdig bei ber- Empfehle mich zum Waschen und Glanzbügeln. Frau Iulius Henschel, Kampstraße 24. Tanz=Unterricht! Am Dienstag, den 7. ds. Mts., abends 8 Uhr, eröffne lich im Gasthof„Zur Helle“ einen neuen Kursus. Joh. Bartsch, Tanzlehrer. Offeriere beste melierte Kohlen, per Ztr. 70 Pfg. bei Abnahme von 20 Ztr. C. Schlenkamp, Bismarckstr. 9. Ein Mädchen von 17 Jahren, welches schon in bess. Haushalt gedient hat, sucht baldigst Stellung. Zu erfragen Moltkestraße 10. Zu er 81g. sicheres und reinliches Mittel zur Vertilgung der lästigen Fliegen. Zu haben bei Carl Braus, Schwerte. 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Ein Viertel, ein Drittel u. mehr Abschlag von dan regalären Preisen. Waram? Erstens— Weil ich am 1. Juli die Inventuraufnahme meines Riesen-Warenlagers zu Ende brachte und für den Verkauf grosse Posten reserviert sind, welche schnell verkauft werden sollen. Zweitens— die verspätete Saison in diesem jahre hat viel dazu beigetragen, die grossen Warenläger jetzt hervorzubringen, denn die Fabrikanten werden jetzt gezwungen, ihren Vorrat, loszuschlagen, wenn auch mit Verlust— ihre Saison ist vorbei, aber für diejenigen, welche Sommerwaren brauchen, hat sie kaum begonnen. Der 1. Juli hat wohl niemals solch gute und bestimmte Offerten gebracht, als ich Ihnen heute mache. Aber zurüchhaltender Enthusiasmus taut plötzlich auf, wenn starber Sonnenschein auftritt, und ich wünsche zuerst dabei zu sein. Es ist etwas ausserordentliches, Ihrem Wunsche gemäss etwas zu finden in der ganzen Kollektion von Sommerwaren, man kann sagen, des bestsortierten Geschäftes dieser Stadt, und die auserlesensten und in jeder Beziehung besten Waren zu erhalten ,die gemacht werden zu einem Viertel bis ein Halb unter ihrem Werte, am ersten Tage im Juli! Niemals führe ich etwas nur halb aus... Im Umkreise von vielen Meilen wissen die Leute, dass diese Räumungsverkäufe bei„Clemens“ eine Reise wert sind... Beachten Sie die Assortimente und die Qualitäten— es ist dies keine Kleinigkeit— es handelt sich nicht um ein Räumen von einigen Artikeln sondern der Verkauf bezieht sich auf alle Sommerwaren.s Lassen Sie diesen verkauf nicht ausser acht. Statten Sie meinem Geschäft einen Besuch ab, auch wenn Sie nur weniges benötigen. Sie werden nie die Mark zählen, wenn Sie nicht die Pfennige sparen. jeder Impuls von Sparsamkeit sollte Sie bewegen, Ihre Einkäufe hier zu besorgen. Meine jährlichen„Juli und August-Verkäufe“ geniessen einen Ruf, der nur durch Metoden redlichster Art gewonnen werden kann... Entgegen der anderswo vorherrschenden Verkaufs-Gewohnheit, einige niedrig markierte Specialitäten in minderwertigen Graden als Haupt-Attraktionen anzupreisen, ziehe ich es vor, mein Augenmerk zu richten auf zuverlässige Qualitäten zu niedrigen Ausser Stapel-Waren, deren Wert jede Hausfrau kennt, sind auch Waren der Mode präsentiert— alle mit solch entschiedener Preisbeschneidung, dass ein frühzeitiger Besuch empfohlen wird. Vormittags einzukaufen bedeutet erste Auswahl und mehr Gelegenheit die Waren zu prüfen. Modenhaus Hür Fug Dortmund, Westenhellweg 102/104. NB. Beachten Sie die im Laufe des Ausverkaufs erscheinenden Annoncen.