il Amtliches Kreisolall lan den kreis Borde. Alle Kreis= und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung" rei verbindliche stratt. Eine schwere Niederlage der Engländer im Somalilande. England hat die Lehren des Burenkrieges in dem ihm eigenen Größenwahn achtlos in den Wind geschlagen und sich damit durch eigene Schuld in eine Situation hineingeritten, die der in Südafrika verzweifelt ähnlich sieht. Im Kampfe gegen den Mullah hat es soeben eine schwer Niederlage erlitten, die nichts mehr und nichts weniger bedeutet, als die gänzliche Vernichtung der Kolonne des Obersten Manning. Mit vollkommener Unterschätzung des Feindes und beispielsloser Planlosigkeit hatten die Engländer den Kampf gegen den Mullah eröffnet. Bald sahen sie ein, daß sie mit den verfügbaren Streitkräften nicht zum Ziele gelangen würden; es begann, gerade wie es in Südafrika geschah, die Periode der Nachschübe. Vor wenigen Tagen wurde General Egerton aus Indien herbeigerufen, der sich in den dortigen Grenzkämpfen Lorbeeren erworben hatte, mit ihm waren mehrere indische Regimenter in das Somaliland befördert worden. Trotzdem brachte der Mullah den Engländern eine schwere Niederlage bei, indem er fünf englische Posten zwischen Burao und Bothotle vernichtete wobei 39 englische Offiziere getötet und mehr als 2000 im Dienste der Engländer stehende Eingeborene gefangen genommen worden. Die Zahl der gefangenen Mannschaften wird in den englischen Meldungen noch gänzlich verschwiegen, sie ist also jedenfalls eine außerorentlich hohe. Ueber die unerwartete Niederlage herrscht in London die äußerste Bestürzung und es wird behufs Beschwichtigung der Gemüter zu dem alten Mittel der Ableugnung gegriffen. Dieses Mittel ist aber so verbraucht, daß es gar nicht mehr recht wirken will. Daß die englische Heeresverwaltung die Gefahr nachgerade erkannte, geht aus der Entsendung mehrerer Kriegsschiffe hervor, die ein Munitionslager des Mullah, das an der italienischen Küste vermutet wurde, aufsuchen sollten. Pariser Telegramme besagen, England würde nach seinen bisherigen Mißerfolgen den Krieg gegen den Mullah wohl aufgeben und dessen Unterwerfung dem Negus Menelik von Abessynien anheimstellen. Wer weiß? Leichtfertig hat England wieder einmal sein Prestige aufs Spiel gesetzt, dessen es verlustig gect, wenn ie sie FTtiaste ins storn sickft. An meine Jungen. Mein kleiner Lateiner, Nur mutig heran! Und werde„auch einer,“ Ein Held und ein Mann. Nicht suchte zu glänzen; Nichts treibe nur halb; Bleib' ferne den Tänzen Ums goldene Kalb. Und nimmer verdinge Dich Menschen als Knecht; Doch kämpfe und ringe Für Freiheit und Recht. „Nur Wahrheit!“ so schreibe Dir hoch auf Panier; Im Glauben verbleibe, Und Gott sei mit dir! Schwerte, Montag den Skandalöse sozialdemotral.s#. Wahlmogeleien. Berlin, 26. Juni. Die„Post“ veröffentlicht einen Artikel „Unerhörte sozialdemokratische BetrügeBet säalschungschwindel., Eist an der Hand von Druasagenan die 81 000 Wähler des 2. Wahlkreises sind etwa g go0, gals uunNamen des Raufmanns Hoerscher Versitr gepeiskt hat ferner der eischer am Wohltegpescher seit vier Wochen in der Ratsapotheke gewählt worden ist. Im Hause Blücherstraße 67 waren 7 Wahlein Wähler sein Wo Wseh,Zosfts=führt ferner eine Reiße von Tosesge dut ic uach iun eiremn Bohto=gerzitags ein Mam, welwenn er nicht am Wahlvorstandstisch erkannt worden wäre. Als macht wurde, pielte er voeigeng gesagtp haz wird wohl die eingehende Untersuchung dieser Schwindelmozsrotezlicht lopze Bagl eingelege. Die bemerkt zu den escot, bo Für die bürgerlichen Parteien aber kann diese Entdeckung der sozialdemokratischen Vetrlgozialdemokraten ist erkannt worden, und das deutsche Volk wird jetzt wissen, mit e tan tat! Abonnementspreis pro Quartal 1 Mark 65 Pfg., exel. 42 Pfg. Bestellgeld, wenn durch die Post bezogen. Erscheint an jedem Wochentage. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund. Politische A Die Kieler Kaisertage, die durch die Anresenheit des amerikanischen Geschwaders ein besonderes#####unerhalten, verlaufen programmgemäß. Der Kaiser widmet sich viel den fremden Gästen und tauschte mit dem amerikanischen Botschafter Tower Trinksprüche aus, ir denen von den gemeinsamen Interessen der beiden Länder die Rede ist. Bei den Regatten hat bisher die Kaiserjacht„Meteor" die ersten Preise errungen. Am Sonnabend lief der neueste deutsche Kreuzer vom Stapel, den Feldmarschall Graf Waldersee auf den Namen„Roon G G Kanada wird kleinlaut. Nachoem vie kanasgchngegg bereuen und sich wieder entgegente Papserer zehhrist aS J, Fage delspolitischen Beziehungen unbedingt auf Deutschlands Freundschaft angewiesen. — Der neue Reichstag. Die agrarische„Deutsche Tages=Zeitung“ klagt die Liberalen und die preußische Regierung an, daß sie sich zusammengetan hätten, um den Quälgeist Dr. Oertel politisch abzumurksen und meint über die die allgemeine Lage: Die Signatur des neuen Reichstages bedeutet alles in allem keine Verschiebung nach links, denn die, Verluste der freisinnigen Parteien, welche allein 13 Sitze berrugen, sind von den 23 neuen Sozialdemokraten in Abzug zu bringen, sodaß die Sozialdemokratie auf Kosten der anderen Parteien insgesamt nur 10 Mandate gewonnen hat. Die Freisinnigen stehen in allen in Betracht kommenden praktischen Fragen vollständig auf dem Boden der Sozial demokratie, sodaß es bei den Abstimmungen keinen Unterschied macht, ob wir 13 Sozialdemokraten oder 13 verchiedene Freisinnige im Reichstage sitzen haben. Die Reichstagswahlen haben aber auch gelehrt, ruß das Volk vom Freisinn nichts mehr wissen will. Denn eine Partei, die keinen einzigen Kandidaten in der Hauptwahl durchbringen kann, hat abgewirtschaftet. Sie besteht nur noch aus der Gnade der anderen Parteien, und diese Gnade wird ihr, so wollen wir hoffen, zum letzten Male erwiesen„K. Kapitän Sander. Roman von F. Klinck=Lütetsburg. (12. Fortsetzung.) „Johann Theden kann Ihnen vollständige Aufklärung geben. Auf seinen besonderen Wunsch habe ich die beiden Passagiere mitgenommen; er wollte nicht, daß es bekannt würde. Und ich bitte Sie, diesen Umstand zu berücksichtigen, wenn Sie meine Worte bezweifeln Angesichts der ruhigen, offenen Sprache des Kapitäns sah sich Mynheer van der Straaten zu einer Mäßigung verurteilt, die durchaus nicht in seine Stimmung hineinpaßte. Er hatte das dringende Bedürfnis, seiner schlechten Laune Luft zu machen, und indem er sich die erlittene Niederlage wieder vergegenwärtigte, fuhr es aus ihm heraus:„„ Daß zwischen uns nunmehr alles aus ist, werden Sie wohl einsehen. Ich gebe meine Tochter keinem Manne, dem seine ganze Zukunft abgeschnitten ist. Mynheer van der Straaten, Sie wollen nicht ver gessen, daß nicht ich es war, der eine Frage aufgeworfen hat, auf die Ihre Aeußerung wohl Bezug haben soll! Ich glaube, Sie haben mir nichts mehr zu sagen? „Nichts— gar nichts mehr!“ polterte der Rheder. „Das Geschäftliche kann eine schriftliche Erledigung Kapitän Sander verließ mit einer stummen Verbeugung das Arbeitszimmer Mynheer van der Straatens. Draußen erwartete ihn die Tochter des Rheders. einem glücklichen Lächeln reichte sie ihm die Hand, in die er nur zögernd die seine legte. Gott sei Dank, Heinrich, daß ich Sie unversehr# wiedersehe! Ich erfuhr glücklicherweise erst von dem Unglück, als das Telegramm einging, daß die Bemannung gerettet und der Kapitän später noch von einer Bark aufgenommen worden sei. Der Vater hatte sich vorher nicht getraut, mir etwas zu sagen. Ich wüßte auch nicht, fügte sie leiser und mit einem leichten Erröten hinzu,„wie ich die Nachricht ertragen haben würde. Nun ist alles gut. Der Vater kann den Verlust schon verschmerzen. — und Menschenleben sind ja Gott sei Dank nicht zu Heinrich Sander hielt einen Augenblick die weiche, warme Mädchenhand in der seinen. Dann gab er sie mit plötzlichem Erschrecken frei. Ein Wolke beschattete Ste, Hanke Ihnen für Ihre freundlichen Worte Fräulein Marta. Sie werden wohl die einzigen sein, mit van der Straaten läutete in diesem Augenblick Sturm in seinem Arbeitszimmer, und Marta zuckte erschrocken zusammen. sein. Auf Bunsch des kotholischer guch nur ein Gatte katholisch ist die eeclscden Parunr underdhalich zr brnachechigen. „Hoffentlich habe ich bald die Freude, Sie wieder bei uns zu sehen. Vorläufig hat der Vater furchtbar chlechte Laune. 6 Sie huschte mit freundlichem Kopfnicken in die tube, die sich auf der entgegengesetzten Seite des Korridors befand. In ihrer ganzen Art war etwas, was deutich ausdrückte, daß auch sie einer Begegnung mit dem Vater im gegenwärtigen Augenblick lieber aus dem Weg gegangen ware. 6. Die Nachricht von dem Untergang der„Grietje" und der geborgenen Mannschaft hatte auf Johann Theden einen schwer zu beschreibenden Eindruck gemacht. Er war nicht einmal imstande gewesen, seinem Vater gegenüber die grenzenlose Aufregung zu verbergen, in welche er dadurch versetzt worden war. Was würde nun Seine schlimmsten Befürchtungen, die er gehegt, sollten noch übertroffen werden und er bald genug erkennen, in wessen Hände er sich bedingungslos gegeben. Drei Tage später in der Abendstunde erschien Andreas Däne in seiner elegant eingerichteten Junggesellenwohnung, die er auf Wunsch seines Vaters hatte beziehen müssn, um einem täglichen, wenig erfreulichen Verkehr zwischen Eltern und Sohn aus dem Wege zu gehen. Der Anblick des Menschen, dem er seiner Meinung nach diesen ganzen Aerger verdankte, regte ihn furchtbar auf. Johann Theden zitterte vor Wut. Du Dummkopf! Was hast Du angegeben?“ fuhr er den vor ihm Stehenden an, dessen höhnische Miene ihm vollständig die Besinnung raubte. „Was ich angegeben habe? Nichts anderes, was Ihr mir gesagt habt, Jungherr. Es ist alles in Ordnung gewesen. Wenn der Kapitan nicht so ein unmenschliches Glück gehabt hätte und nicht so auf seinem Posten — An Zöllen und Verbrauchssteuern flossen im April und Mai in die Reichskasse 150,9 Millionen Mark oder 9,6 Mill. mehr. Die Zölle weisen eine Mehreinnahme von 6,3 Mill. auf; zum ersten Male seit längerer Zeit ergab auch die Zuckersteuer wieder ein Mehr: 5, Mill. Mk. Der größte Ausfall ist bei der Maischbottichsteuer mit 4,8 Mill. Mk. zu verzeichnen. = Sozialdemokratischer Terrorismus. In Schwelm wurde in der Versammlung der Zentrumswähler die Unmöglichkeit der Wahl eines sozialdemokratischen Kandidaten begründet durch Bezugnahme auf einen kürzlich daselbst eingetretenen Fall, wonach ein Bandwirker K. N., der den Zentrumskandidaten gewählt hatte, gemaßregelt und von seinen Arbeitsgenossen in einer solchen Art und Weise drangsaliert wurde, daß er sich von der Arbeitsstätte fernhielt und nur auf das wiederholte Drängen seiner Familie die Arbeit wieder aufnahm. Einem solchen Boykott der Sozialdemokratie gegenüber würde sich die Zentrumspartei zu verhalten wissen. — Der Zweck heiligt die Mittel. Ueber die Frage, ob dieses Wort ein jesuitischer Grundsatz ist oder nicht, war eine heftige Preßfehde zwischen dem Kaplan Dasbach und dem Exjesuiten Grafen Hoensbroech ausgebrochen. Und ersterer bot dem letzteren 2000 Mark, wenn er nachweise, daß der Satz„Der Zweck heiligt die Mittel“ ein jesuitischer sei. Jetzt wird gemeldet: Graf Hoensbroech hat, seiner Ansicht nach, die vom Abgeordneten Dasbach gestellte Preisaufgabe gelöst und damit die ausgesetzten 2000 Mark gewonnen. Wir können auf einen in teressanten Prozeß zwischen dem Exjesuiten und dem streitbaren Priester gefaßt sein. Graf Hoensbroech bringt jetzt in seiner Zeitschrift„Deutschland“, das Beweismaterial gegen Dasbach für die in jesuitischen Schriften vertretene Aufstellung des Grundsatzes, daß der Zweck die Mittel heilige. Er erklärt zum Schluß, daß er dem Rat der Germania, die von Dasbach ausgelobte Summe von 2000 Mark einzuklagen, folgen werde. So werden denn preußische Richter, unter Zugrundelegung des Paragraphen 657 des Bürgerlichen Gesetzbuches das endgiltige Urteil fällen, ob der Grundsatz: der Zweck heiligt die Mittel, ein jesuitischer Grundsatz ist oder nicht. Rußland. = Feinde der Aufklärung. Der russische Klerus hat unter Führung des Erzbischofs Wissarion den Kampf gegen den kaum aufgeworfenen Plan der Ausdehnung des Schulunterrichts in Rußland ausgenommen. Begründet wird der Widerstand der Geistlichen damit, daß, falls man jetzt beginne,„Rußland mit einem Netz von Schulen zu überziehen“, der Religionsunterricht gefährdet werden würde, da es durchaus an Religionslehrern für so viel Schulen mangele und die Geistlichen eine schwere Gefährdung des ganzen Volkes darin erblicken würden, wenn der Religionsunterricht in ganz unzuverlässige Hände weltlicher Lehrer und Lehrerinnen gelegt werden würde. Das Lawinen=Unglück am St. Gotthardt. Am Piz Blaß, 3023 Meter hoch, der die Grenze zwischen dem Tessin und Graubünden bildet, sind, wie wir schon telegraphisch meldeten, Freitag mittag 16 Zöglinge und zwei Lehrer der Züricher Kantonschule von einer Lawine überrascht worden. Die verunglückte Gesellschaft befand sich auf einer Ferienwanderung. Das Unglück ereignete sich bei schönstem Wetter. Um die Mittagszeit ist gegenwärtig die Lawinengefahr am größten, weil der von der Sonne aufgeweichte Schnee leicht in Bewegung gerä Die Zahl der Opfer wird nach einer Meldung der Voss Ztg. wahrscheinlich fünf betragen, da Professor Gröb und zwei Schüler sofort getötet wurden, Professor Vodoz und ein Gymnasiast so schwere Verletzungen(SchädelArm= und Beinbrüche) erlitten haben, daß keine Hoffnung besteht, sie am Leben zu erhalten. Die übrigen Verwundeten sind außer Lebensgefahr. Die Verunglückten wurden etwa 50 Meter tief hinuntergeschleudert. Die anfangs vermißt Gewesenen kamen wohlbehalten in Sedrun an. Her Euch mal zeigen. Theden spöttisch. gewesen wäre, dann wäre alles gut gegangen. Der ganze Bettel hätte versinken müssen. „Wie kamt Ihr bei der hohen See in den Booten an Land?“ „Das will ich Euch sagen. Weil das Rettungszeug alles in Ordnung war, und weil bei der Kaltblütigkeit des Kapitäns gar keine Unruhe aufkommen konnte. Erst hat er dafür gesorgt, daß das Mädchen ins Boot gekommen ist. Ich wollte dann auch noch mit herein, aber er litt es nicht, und am Ende hätte es auch nichts genützt. Wäre das Boot gekentert, hätte ich auch mit daran glauben müssen. Das konntet Ihr von mir aber doch nicht verlangen! Ich habe meine Schuldigkeit getan. Wenn's nicht so gegangen ist, wie Ihr erwartet habt, so kann ich nichts dafür! Ich wollte mir jetzt meinen Lohn holen. „Was für Lohn? Habe ich Dich nicht im Voraus bezahlt?“ „Ihr habt wohl vergessen, was Ihr mir versprochen habt?“. „Doch nur für den Fau, vaß die Sache glückte! Herauszahlen müßtest Du, Halunke.“ „So? Meint Ihr? Das will ich mit dem Geld! Sonst—“ „Nun— sonst?“ fragte Johann „Geh ich hin und zeige Euch an.“ „Du mich? Habe ich etwa das Schiff angebohrt?“ „Nein, ausgeführt habt Ihr's nicht, aber mich dazu gestiftet. Das wollt Ihr doch wohl nicht abstreiten: „Wer wird Dir das glauben?“ Däne lachte laut auf. „Jeder, der Johann Theden kennt. Ich glaube, die Dänes können es mit Eurem Ruf noch aufnehmen. Ich sage Euch, macht nicht zuviel Worte! Es hilft Euch nichts. Ich will mein Geld, um außer Landes zu kommen und mich zu retten.„Die„Grietje" treibt noch, und der alte van der Straaten ist gerade der Mann, sie suchen zu lassen. Haben sie das Schiff aber erst im Schlepptau, dann bringen sie das Wrack auch noch auf die Werft, blos um herauszukriegen, wie das zugegangen ist. Daß sie dann das Leck finden, darauf könnt Ihr Gift nehmen! Und so gewiß, wie zwei mal zwei vier ist, so sicher kriegen sie Klaas Däne beim Wickel.“ Johann Theden war durch die Worte Dänes sichtlich erschreckt. An eine solche Möglichkeit hatte er nicht gedacht, sondern sich durch die Schuld seines Komplizen hinreichend gedeckt geglaubt. Für den Fall einer Untersuchung würde er aber auf das schwerste kompromittiert sein, wenn er auch nicht bezweifelte, daß es einem Mann wie ihm gelingen würde, die Aussagen eines Klaas Däne zu entkräften. Etwas würde immer hängen bleiben und vor allen Dingen auch eine Sache zur Sprache gebracht werden, die er gerade am dringendsten für immer in Dunkelheit hätte gehüllt sehen mögen, ja, die Anlaß geworden war, daß er sich mit diesem Elenden eingelassen hatte. (Fortsetzung folgt.) den Wahlen. „Noch ein Jahrfünft solcher freisinnigen Politik wie in den letzten zehn Jahren, und die Partei ist im Deutschen Reiche ebenso an die Wand gedrückt, wie in Berlin, wo sie selbst mit antisemitisch=konservativer Hilfe die letzte Position kaum noch zu verteidigen vermocht hat.„Nur eine hohe Säule zeugt von verschwundner Pracht; auch diese, schon geborsten, kann stürzen über Nacht. .... So schreibt die„Volkszeitung. Was heißt überhaupt„freisinnig", was heißt„liberal". Unsere Zeit bedarf immer mehr der Charaktere, die sich gebunden wissen durch ein eisernes Pflichtgefühl gegen Gott, die Mitmenschen und erst dann gegen sich. Solche Charaktermenschen vermag nur ein wahres, aufrichtiges, selbstverleugnendes Christentum zu erzeugen. Lediglich das Interesse für den eigenen Geldbeutel oder zuchtlose Selbstliebe hat diese Zeit der Zerrüttung geboren. Wir schätzen uns glücklich, daß wir mit dieser unserer Ansicht allüberall zum mindesten bei einem kleinen Häuflein in Stadt und Land auf rückhaltlose Zustimmung stoßen. Und in unserem Schwerte hat man schon des Längeren ähnlich gefühlt: Unser hiesiger Wahlverein heißt nicht nationalliberaler, sondern nationaler(liberal heißt frei) Wahlverein, in dem also jeder ernst denkende Mann Unterkommen u. Betätigung findet. Wir hoffen, daß der Verein in der kommenden Zeit voll und ganz seine Pflicht erfüllt und ihm Arbeiter und Hilfskräfte, sowie Geldmittel reichlich zuströmen, um diese Notwendigkeit hat die Wahl gezeigt— nicht nur in schwerte, sondern auch auf den Dörfern zu arbeiten. Eine wirksame, wenn auch indirekte Mitarbeit fällt den christlichen Gemein. schaften und Vereinen zu. Wir hoffen, daß diese voll und ganz dem Ernst der Lage erkennen und mit zehnfacher Anstrengung christlichen Einfluß in die Bevölkerung tragen. Die Leiter der Männer= und Jünglingsvereine spielen da wohl eine der wichtigsten Rollen. Unsere Jugend muß überhaupt ganz besonders aus. gerüstet werden. Auf dem Kommers des Verbandes farbentragender Sängerschaften hielt Ernst v. Wildenbruch eine Ansprache, aus der fol gende Stelle besondere Hervorhebung verdient:„Deutsche Studenten, Brüder! Heute seid ihr Jünglinge, einst werdet Ihr Männer sein. Wenn die Zeichen der Zeit nicht trügen, werdet Ihr als Männer einen schweren, einen gewaltigen Kampf zu kämpfen haben: Ihr werdet zu kämpfen haben für die Individualität gegen die erdrückende Masse, für den Kulturgedanken, Vaterland und Gesellschaft gegen die kulturzerstörende Barbarei de Egoismus. Es wird ein Kampf sein um die heiligsten Güter, nicht Deutschlands nur, sondern der Menschheit, und wenn nicht alle Zeichen trügen, wird dieser Kampf um die Seele der Menschheit, wie in früheren Jahrhunderten schon mehrfach, auch jetzt wieder in Deutschland ausgefochten werden. Und Ihr, Ihr werdet die Kämpfer sein, auf Euren Schultern werden die ungeheuren Aufgaben ruhen... Ein Kampf um ideale Güter im höchsten Sinne des Wortes, das wird Euer Kampf dereinst sein. Zu solchem Kampf braucht man geistige, ideale Waffen. Stärkt Eure jungen Herzen und Seelen mit großen, mit ewigen, unsterblichen Gedanken.... Ihr habt Euch heute mit zwei Bundesgenossen vereint, die Euch Helfer sein und bleiben können Euer Leben lang, mit zwei unsterblichen Gewalten des deutschen Geistes, Begeisterung und deutschem Gesang. Es werden Euch, wenn Ihr älter werdet, noch andere Kräfte zur Seite treten: wägender Verstand, berechnende Tatkraft. Aber laßt keine Stunde kommen, wo eine andere Kraft in Euch Gewalt gewinne über das Grundelement der deutschen Seele, die Begeisterung! Keine Stunde, wo die Begeisterung in Euch verstummte, und den Ausdruck nicht mehr fände, von Gott ihr gegeben, den Gesang. Deutschland ohne Begeisterung ist nicht Deutschalnd mehr! Deutschland ohne deutsches Lied ist nicht Deutschland mehr! Deutschland, das nicht mehr jung ist, ist nicht Deutschland mehr!" Mit dem Ruf:„Deutsche Jugend, bleibe jung!“ schloß die Stürme von Begeisterung weckende Ansprache v. Wildenbruchs. im Lokales. ** Schwerte, 29. Juni 1903. (Glühwürmchen.) Wenn man jetzt abends Felde oder in den Gärten spazieren geht, so tauchen plötzlich kleine, leuchtende Pünktchen vor einem auf. Bald in schnurgerader Linie, bald in unruhiger Zickzacklinie umschnurren sie uns, flimmen und flirren bald hier, bald da aus dem dunklen Gebüsch hervor oder heben sich mit magischem Licht von dem Nachthimmel ab. Einem furchtsamen oder in der Naturgeschichte wenig bewanderten Menschen kommt da wohl eine flüchtige Erinnerung an jene Kindermärchen, die da zu erzählen wissen von bösen Geistern, den Irrlichtern oder Irrwischen, die die Menschen hinter sich herlocken und sie ins Verderben stürzen. Doch hier haben wir es mit ganz harmlosen Wesen zu tun, mit kleinen Käfern, die meistens um Johanni stark auftreten, weshalb sie Johanniskäferchen genannt werden. Also mit jenen Spukgeistern hat das Johanniskäferchen nichts zu tun, und man kann getrost mit dem Dichter singen: Glühwürmchen flimmre, Glühwürmchen schimmre, Führe mich auf rechten Wegen, Führe mich dem Glück entgegen. **(Das amtliche Wahlresultat) ist heute vormittag in Dortmund verkündigt worden. Nach demselben ist Bömelburg mit 264 Stimmen Majorität gewählt worden. **(Schwerter Turnverein.) Einen großartigen Verlauf nahm das gestern in Dorstfeld abgehaltene 26. Gauturnfest des zur Deutschen Turnerschaft, Kreis 8 A gehörigen Hellwig=Märkischen Turngaues, zu dem auch der hiesige Schwerter Turnverein außer 8 Wettturnern eine Musterriege entsandt hatte und ein glänzendes Resultat erzielte, von dem 7 errungene Eichenkranze Zeugnis geben. Die Musterriege erwarb unter 17 verliehenen Kränzen den 5.; von den 16 in der ersten Schwierigkeitsgruppe verliehenen Siegeskränzen für das Einzelwettturnen errangen nach wackerem Kampfe die hiesigen Turner Heinrich Rösener den 3, Otto Schöttler den 7. und Wilh. Kaiser den 15.; in der 2. Abteilung von 24 verliehenen Kränzen: Gustav Schmalz den 6., Fritz Nolte den 12. und Heinrich Mailänder den 15. Dem Gaufeste ging am Samstag abend aus Anlaß des 25jährigen Bestehens des Allgem. Turnvereins Dorstfeld ein Kommers voraus, an dem sich die gesamte Bürgerschaft Dorstfeld's außerordentlich rege beteiligte. Unter den jetzt noch lebenden 19 Gründern dieses Vereins, die im Verlaufe dieses Kommerses sämtlich zu Ehrenmitgliedern ernannt wurden, befindet sich auch Herr Ziegeleibesitzer Aug. Dinsemann gen. Ostermann von hier, welcher, auch Mitglied des Schwerter Turnvereins, sich der hiesigen Turner dortselbst in liebenswürdigster Weise annahm. **(Bismarckfest auf Hohensyburg.) Der Vorstand des westfälischen Bismarckbundes hat in seiner in Hagen abgehaltenen Sitzung beschlossen, das bekannte Hohensyburgfest, das zur Erinnerung an den großen Einiger unseres Vaterlandes geweiht ist, am Sonnabend, den 18. Juli, in gewohnter Weise zu begehen. Der 11. Juli, der ursprünglich in Aussicht genommen war, wurde mit Rücksicht auf das an diesem Tage stattfindende Fest des landwirtschaftlichen Vereins für den Kreis Hörde fallen gelassen. Als Hauptredner wurde Herr Pastor Bertrams in Hagen gewonnen. **(Die Kirchensteuerliste) der reformierten Gemeinde liegt bis zum 5. Juli zur Einsicht beim Rendanten der Kirchenkasse, Herrn Hauptlehrer Schulte, offen. Reklamationen gegen die Veranlagung müssen bis zu diesem Tage beim Presbyterium angebracht werden; umgelegt sind 30 Prozent der ganzen Einkommensteuer und des dritten Teiles der Grund= und Gebäudesteuer. **(Die Haftpflicht des Arbeitgebers) bei Versäumnis der Klebepflicht gemäß den Vorschriften des Invaliden= versicherungsgesetzes haben übereinstimmend ein Urteil der dritten Zivilkammer des Landgerichts zu Breslau und der 2. Zivilkammer des Landgerichts zu Altona ausgesprochen. In beiden Fällen hatten die betreffenden Arbeitgeber die Pflicht zum Kleben der Invalidenmarken versäumt oder nur unvollständig erfüllt, sodaß dadurch für die Versicherten die Anwartschaft auf eine Invalidenrente verloren gegangen war. In beiden Fällen wurden die Arbeitgeber wegen der Beitragsversäumnis zur Zahlung der verloren gegangenen Rente verurteilt, die sich in einem Falle auf jährlich 124,50 Mark, im anderen Falle auf 125,30 Mark belief, außerdem zu einer empfindlichen Geldstrafe sowie zur Zahlung der Gerichtskosten. Diese Urteile bilden eine sehr nachdrückliche Warnung für alle Arbeitgeber, im eigensten Interesse bei der Erfüllung der Beitragsleistung gemäß den Versicherungsgesetzen die peinlichste Gewissenhaftigkeit zu beobachten. **(Handgepäck.) Auf den preußischen Staatsbahnen wird jetzt an den Ausgangstüren nach den Bahnsteigen angezeigt, wie groß das Handgepäck sein darf, das Reisende mit in das Wagenabteil nehmen dürfen: In der ersten Klasse ein Meter, in der zweiten 65 Zentimeter und in der dritten 50 Zentimeter. Die Bahnsteigschaffner haben in Zukunft jeden Reisenden, der größeres Handgepäck mitbringt, zurückzuweisen. ** Aplerbeck, 28. Juni. Dem Viehhändler Moritz Rosenthal wurde in der Nacht von Freitag auf Samstag eine Kuh in der Weide abgeschlachtet. Eingeweide und Kopf haben die Diebe liegen lassen. Der Polizei ist es nicht gelungen, der Diebe habhaftig zu werden. ** Aplerbeck, 27. Juni.(Nachklänge von der Wahl.) Leider ist es auch hier nicht ohne Radau abgegangen. Bei der Hauptwahl waren hier einem Gruben=Inspektor die Fensterscheiben eingeworfen. Schon heute, schreibt die„Dortm. Ztg., sind die Täter ermittelt. Man denke! Sieben Verheiratete und ein Unverheirateter, die gar nicht einmal hier auf einer Zeche arbeiten, also auch gar nichts Unbilliges von jenem Herrn erfahren hatten, machen sich eines Verbrechens schuldig, das ihnen hohe Gefängnisstrafen in Aussicht stellt.(Die armen Frauen und Kinder!) Was ist die Triebfeder gewesen, der Mutwille oder die Bosheit? Auch gestern ist es nicht überall glatt abgegangen. Am Marktplatze ist eine große Spiegelscheibe zertrümmert, in einer Wirtschaft hat der Wirt hinter dem Schanktisch weg müssen, damit die Sozi sich selbst bedienen konnten. Und diese Leute wollen demnächst das Staatsruder in die Hand nehmen? * Eichlinghofen, 27. Juni.(Undank ist der Welt ohn.) Das erfuhr auch gestern der Bergmann Heinrich Dellbrügge von hier. Gegen 10 Uhr abends hatte er vom Luftschacht der Zeche„Borussia“ die Lampen für sich und seine Kameraden zur Zeche„Borussia" bringen müssen. Er wurde gebeten, ein herrenloses Fuhrwerk, welches von Oespel gekommen war, wieder mit zurückzunehmen. Kaum war er einige hundert Meter wert gefahren, als er von zwei Männern als vermeintlicher Pferdedieb angehalten und nach allen Regeln der Kunst durchgebläut, sodann auch noch bis zur Wirtschaft von Arthecker in Oespel mitgenommen, wo er nochmals geschlagen wurde, bis er sich durch die Flucht den weiteren Mißhandlungen entzog. Delbrügge hat gegen die Täter Strafantrag gestellt, er will aber auch nie mehr in solches Gefährt mitnehmen. Westfalen und Rheinland. * Kruckel, 28. Juni. Ein netter Witz wurde hier am Tage der Stichwahl geliefert. Wie bei der Hauptwahl so waren auch jetzt in der Nacht vor der Wahl in verschiedenen hohen Bäumen rote Fahnen ausgehängt. Ein pfiffiger Kopf ließ in aller Frühe von einer hohen Pappel ein olches im Winde lustig flatterndes Tuch herunterholen, färbte das eine Drittel schwarz, das zweite weiß und ließ die jetzt in den Reichsfarben schwarz=weiß=rot glänzende Fahne wieder an ihren Ort bringen. Welches Entsetzen mag sich auf den Gesichtern der„Genossen" abgespiegelt haben, die in der Nacht keine Mühe gescheut hatten, das sote Ding dort oben zu befestigen und nun sahen, wie diees im Morgengrauen seine Farbe gewechselt hatte.— Möge diese lustige Episode, die natürlich hier viel belacht wird, eine gute Vorbedeutung dafür sein, daß bei der nächsten Reichstagswahl das Banner, unter dem Dorkmund=Hörde jetzt segelt, ebenso seine Farbe wechselt! * Herten, 26. Juni.(Ein Opfer des Schnapsteufels) wurde hierselbst ein 4 Wochen altes Kind, welches von Nachbarn tot aufgefunden wurde. Das Ehepaar Kotulla auf der Friedrichsstraße, welches dem Trunke so sehr ergeben ist, hatte in seiner Wohnung ein Trinkgelage veranstaltet und bei dieser Gelegenheit wurde, wie ärztlicher Befund besagt, der Tod des Kindes durch Erstickung herbeigeführt. Das saubere Elternpaar wurde schlafend vorgefunden, das Weib an der Erde liegend. Beide wurden verhaftet. Cochem, 28. Juni. Gestern morgen wurden bei einem Einsturz eines Steinbruches in dem benachbarten Bruttig vier Arbeiter verschüttet. Ein Mann war soort tot. Zwei weitere konnten schwer verletzt hervorgezogen werden, während der vierte noch unter dem Schutte lieg und vermutlich bereits erstickt ist. Haus= und Landwirtschaft. (Vermeidung jeglichen Dunstes beim chen auf Petroleum.) Nicht an allen Orten unseres Vaterlandes besitzen wir die Möglichkeit, auf Gas kochen zu können, Aum zumal an heißen Sommertagen nicht unter der Glut des „Küchenherdes beim Kochen leiden zu müssen. In diesem Fall ist immer noch der Petroleumkocher der am meisten benutzte Hilfs#ocher, und nur der lästige Geruch, welcher sich selbst bei noch so auberer Behandlung des Kochers entwickelt, bleibt für die HausAfrau eine stete Quelle des Verdrusses. Es gibt jedoch ein sehr einfaches Mittel, welches ein völlig geruchloses Kochen auf Peroleum ermöglicht. Man füllt die Vertiefungen, die sich zwischen ###en einzelnen Brennern befinden, mit Wasser, welches beim KoAhen verdunstet und den häßlichen Geruch mit wegnimmt. Eschneidet man daneben die Dochte glatt und regelmäßig und eschraubt die Flammen nicht so hoch, daß sie rußen können, so wird nan auf bequemen, praktischen Petroleumkochern am warmen gsommertag sein Mittagsmahl bereiten können ohne Qual für Peine empfindliche Nase. ](Die Kirschen!) Sie sind unter den Sommerfrüchten ndie beliebtesten; süß wie eine Kirsche, ist eine bekannte Redensart, #venn es auch die von den Hausfrauen in hohem Maße zum Einachen geschätzten, später kommenden Sauerkirschen gibt. Von Mosen= und Kirschenlippen wird gesprochen, ein Beweis, daß neben er poesievollen Rose auch der prosaischeren Kirsche doch nicht jede woetische Bedeutung abgesprochen wird. Vornehmlich sind die Kirschen bei der Jugend beliebt, und wenn die kleinen Leckermäuer einen Teller voll erwischt haben, dann pflegen sie auch, un#ekümmert um Leibschmerzen, Magen=Verstimmungen und andere Möglichkeiten, nicht eher zu ruhen, als bis der letzte Kirschkern mnit verschluckt ist. Denn in diesem Verschlucken wird, allen Parnungen zum Trotz, noch immer Großes geleistet, leider frei#ich auch in dem oft recht gefährlichen Ausspucken von Kirschkernen Auf den Bürgersteig. Es vergeht kein Sommer, in welchem nicht Rerichtet wird, daß ältere Personen auf einen solchen heimtücki Eben Kern traten, ausrutschten, zu Boden fielen und sich verletzvn. Etwas Selbstzucht und Aufmerken auf sich selbst ist also für ##den Kirschen=Esser angebracht. Das in der Witterung so wech#lvolle Frühjahr hat auch dem Kirsch=Ertrage mancherlei Schaden mugefügt, der Preis wird nicht überall ein billiger werden, wenn # sich auch meist in mäßigen Grenzen halten wird. Besonders die Ausgesuchten Kirschen und die feinen Sorten behalten jetzt sters ren entsprechenden Marktwert, die Nachfrage für die Tafeln der Mleganten Hotels in vielbesuchten Badeorten ist eine große und Eißt die Preise sich wenig verändern. Den Kirschen folgt nun ###ld das Beerenobst, Stachelbeeren, Johannisbeeren, Himbeeren #w., das in den großen Ferien von der ihrer Erholung lebenden Schuljugend so gerne aufgesucht wird, wobei auch Streifzüge über ##ecken und Zäune nicht geschont werden. Frühäpfel und Pflaueen schließen sich an, reich hat der Sommer den Tisch bald ge#ckt, und wer nur zuzulangen braucht, dem wird es schon mecken. Erfreulicherweise fehlt es in dieser Obstzeit nie an nderfreuden, die auch derer gedenken, die nicht ohne weiteres Ehmen oder für die die Eltern nicht kaufen können. So ist es Erklich Sommer geworden, nicht blos der Temperatur nach, sonArn auch in den Spenden und Gaben des Sommers, und wie enge wird es noch andauern, so beginnt auch das„Buddeln" nach An ersten heimischen, im offenen Felde gewachsenen Kartoffeln. Atzt ist Matjes=Hering mit neuen Kartoffeln noch eine Delikabse, aber es währt nicht mehr allzulange, und alle können zukeifen. Und dann fährt die Sense durch die goldenen Aehren, ##ren Ertrag des Landmanns Haupthoffnung bildet... L. in S. Nein, Schwierigkeiten macht uns das ##rchaus nicht. Im übrigen teilen wir Ihnen mit, daß hs Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Arnsberg Verzeit in unserer Redaktion zur Einsicht offen liegt. Herr P. B. in W. Auf Ihre Anfrage hin, ob Herr Bömel#rg, der jetzige Reichstagsabgeordnete unseres Wahlkreises, wirkals Maurer praktisch tätig sei, können wir Ihnen erwidern, Sie nicht der erste sind, der mit dieser Frage an uns heranstt. Sie schreiben, aus dem Grunde besonders hätten Sie den frru gewählt, weil Sie annahmen, daß es wirklich ein Arbeiter der mit der Kelle in der Hand seinen Lebensunterhalt vermt. und verstehen voll und ganz die Hinneigung zu einem sanne, der nach Ihrer Meinung im Schweiße seines Angesichts u täglich Brot verdient, zumal Sie ihn näher nicht kennen und Versprechungen, die seine Paladine in den Wahlversammlun# machten, glaubten. Wir sind der festen Ueberzeugung, daß e große Anzahl Wähler aus denselben Gründen wie Sie ihre imme für den sozialdemokratischen Kandidaten abgegeben ha, und daß hier eine absichtliche Irreführung der Massen vort. wie denn die Sozialdemokratie stellenweise überhaupt mit erhörten Schwindeleien und Fälschungen bei den Wahlen vorbangen ist. Lesen Sie nur den diesbezüglichen Artikel in heuder Nummer. Herr Bömelburg hat schon seit langen Jahren die #urerkelle entgiltig aus der Hand gelegt, er führt als Vorsitzendes Deutschen Maurerverbandes, also als sozialdemokratischer ##tator, ein höchst beschauliches Dasein und mancher Arbeitereichen gehört dazu, um jedes Jahr sein keineswegs proletarierEßiges Einkommen zusammenzubringen, selbstverständlich beEt er dazu für seine verschiedenen Agitationsreisen auch noch z hübsche Reisespesen. Man sehe sich nur einmal den Jahresbt des Deutschen Maurerverbandes an, welche gewaltige Sum## dort für Verwaltung und Agitation ausgegeben werden. der„schlichte Mann aus der Werkstatt“ leidet durchaus nicht 1schwieligen Arbeiterfäusten“, die ihm die Sympathien weiter eise erwerben halfen. Er leistet an positiver Arbeit herzhaft hig, denn auch die giftgeschwollenen Artikel gegen Religion *# Vaterland und gegen alles, was uns teuer ist, die er hin und der für das Verbandsorgan, den„Grundstein“ schreibt, ver#en den Namen„Arbeit“ in keiner Weise. Sehen Sie sich doch Herren an der Spitze der Partei einmal der Reihe nach an, große Mehrzahl derselben lebt völlig von den„Einkünften" der Partei, also von Arbeitergroschen und wahrlich nicht echt, und der kleinere Rest sind schwerreiche Leute, zum teil klionäre, die nach unserer Meinung als Vertreter des„Prolesats“, wie sie sich mit Vorliebe nennen, eine kuriose Rolle spie1 Wissen Sie denn auch, daß die sozialdemokratische Partei, doch in erster Linie den Kampf gegen das Kapital auf ihre nen geschrieben hat, in Berlin den Schwiegersohn des Barons sichröder, also des größten Geldgewaltigen, den wir haben, nlich Dr. Arons als Reichstagskandidaten aufgestellt hatte. Et das nicht zu den Prinzipien der Partei wie die Faust auf's be? Wir stehen Ihnen mit weiterer Auskunft jederzeit gern zu nsten. Besten Gruß. Vermischtes. (Ein Schwimmbravourstück) unternahmen dieser be zwei Damen des Königsberger Damenschwimms im Oberteiche zu Königsberg i. Pr. Es handelte um keine leichsinnige Wette, sondern um eine ernste obe, in welchem Maße die bestehende weibliche Kleidim Wasser hinderlich sei, inwieweit sie also bei Unlen zu Wasser die eigene Rettung zu erschweren geeignet Die beiden Damen erschienen in Sommertoilette, mit verkleidung und Schwimmanzug darunter, Schuhen, kümpfen 2c. einschl. des Korsetts und eines Hutes bedet an der Badeanstalt. Am Sprungbrett legten die en lediglich die Handschuhe ab; dann aber stürzten sie in die Fluten. Die Aufgabe ging dahin: in voller idung den Oberteich an seiner breitesten Stelle von eanstalt zu Badeanstalt durchzuschwimmen und sich dem Rückwege schwimmend der Kleider zu entledigen. Schutze gegen Unglücksfälle wurden die Damen durch Boot begleitet. Die Damen schwammen in langsaTempo quer hinüber zur anderen Badeanstalt, kehrlhier um und entledigten sich auf dem Rückwege schwim#d der Kleider, die sie in das begleitende Boot legten. Es waren zwei vorzügliche Schwimmerinnen, welche das Kunststück vollführten; beide aber erklärten, daß die Lösung der Aufgabe doch viel schwieriger war, als sie es sich vorgestellt hatten. Die Kleidung erweise sich in der ersten Zeit weniger, später aber, wenn alles durchtränkt sei, ganz außerordentlich lästig, und das Korsett hindere die beim Schwimmen so notwendige tiefe Atmung. *(Ein Idyll aus der Vogelwelt) wird dem Forster Tageblatt aus Quolsdorf in der Niederlausitz mitgeteilt: Wir verladen täglich einige Wagen Steine. Die Wagen sind fast immer dieselben. Wir bemerkten nun, daß, wenn der Wagen 349 beladen wurde, ein Rotschwänzchen denselben umflatterte, und nahmen am unteren Teile des Wagens ein gemütlich eingerichtetes Nestchen wahr. Der Wagen rollte mit leerem Nest nach Triebel ab, tags darauf traf er, mit einem Ei gefüllt, hier wieder ein. „Herr Rotschwanz“ macht nun die tägliche Reise„oben" mit, „Madame“ aber verbindet das Angenehme mit dem Nützlichen und reist brütend„unten". Wir sind auf die weitere Entwicklung und Gestaltung der Familienverhältnisse derer von Rotschwänzchen gespannt. f(Auf amerikanische Verhältnisse) wirft eine kleine Statistik, die wir in der„Täglichen Rundschau“ finden, ein bezeichnendes Licht. Danach sind in 20 Jahren uber 500000 Ehescheidungen in den Vereinigten Staaten ausgesprochen worden. Während derselben Zeit hat man in ganz Europa mit seiner Bevölkerung von 380 Millionen, gegen 80 Millionen Menschen in Nordamerika nur 214 841 Scheidungen gezählt! Ueber anderthalb Millionen amerikanische Kinder haben den Zusammenbruch ihres Elternhauses erlebt. Die Rechtsanwälte haben für ihre Dienste bei Scheidung 100 Millionen Mark erhalten. F(Einige neue Erklärungen alter Redensarten) werden in der letzten Nummer der„Grenzboten“ versucht. Zum Verständnis der Wendung„Einen Bock schießen“ wird darauf aufmerksam gemacht, daß in England, Frankreich und Deutschland die volkstümliche Sprache etwas innerhalb seiner Gattung Fehlerhaftes oder Schlechtes mit einem Tiernamen bezeichnet, wie Tiernamen auch häufig als Schimpfwörter für Menschen gebraucht werden. Der Engländer nennt ein grobes Versehen„a bull“, der Franzose einen überspringenden Ton einer Trompete ebenso wie eine falsche Nachricht„un cadel, und die deutschen Schützengilden des 16. Jahrhunderts nannten ebenso einen Fehlschuß einen Bock. Bock und Wolf waren von diesem allgemeinen Gebrauche her in der altdeutschen Schneidersprache insbesondere auch Bezeichnungen eines schlechten Gewandstücks.„Laß dich nicht ins Bockshorn jagen!" oder, wie es in der ältesten Form immer heißt,„in ein Bockshorn jagen, in ein Bockshorn“ zwingen“, hat ursprünglich den Sinn: einen so klein zu kriegen, daß er in ein Bockshorn schlüpft, sich von dessen breiter Oeffnung aus nach dem spitzen Ende zu hinein verkriecht. Es könnte damit auch ein wirkliches Bockshorn gemeint sein; wahrscheinlicher aber ist, das ursprünglich an eine Pflanze, den Bockshornklee, gedacht wurde, dessen kleine harte, engöhrige Hülsenfrüchte in Tirol z. B. schlechthin„Bockshörndl“ heißen, und der im Mittelalter wie schon im Altertum für sehr heilkräftig galt und viel gebaut wurde; ähnlich sagte einmal Walter von der Vogelweide von seiner hohen Sommerfreude: „daz jaget der winter in ein stro.“ Bei der Wendung „Auf dem Damme sein“, bei der das gefährliche Gegenteil immer in Gedanken mit vorschwebt, wird daran erinnert, daß Damm und Sumpf in dem altniederdeutschen Kampfesleben entscheidende Gegensätze sind: drunten im Luch ist es übel fechten, oben auf dem Damm aber gut. Zur Erklärung der Redensart„Haare auf den Zähnen haben“ wird die Mythologie der Germanen herangezogen, weil alle bisherigen Deutungen nicht befriedigen. Mogk sagt in seiner„Germanischen Mythologie“ in dem Abschnitt über den Werwolf:„In vielen Gegenden kennt man die Sage, man erkenne den Menschen, der Werwolfgestalt annehmen kann, an Fasern zwischen den Zähnen. Es ist nun charakteristisch, daß die Redensart von Menschen gebraucht wird, mit denen schlecht anbinden ist, denen man im Kampfe grimmige, bissige Verteidigung zutraut, von Leuten, die man nicht reizen(„reißend maench") soll; der alte, tiefeingewurzelte und weitverbreitete Werwolfglaube liegt also wirklich nahe.„Mit jemand noch ein Hühnchn zu rupfen haben“ ist ein Bild, dem die zum Teil mundartig beschränkten Wendungen„ich habe noch einen Apfel mit ihm zu schälen,„ich han met dem noch e Nößche ze krachen" entsprechen. Der Karrengaul. Von A. Fitger. (Aus„Velhagen und Klasings Monatsheften"). O, du armer Karrengaul! Gelbe Zähn' im schlaffen Maul,— Knickebeiniges Gerippe,— Flanken wund von Riem und Strippe,— Schlechter Weg— die Ladung: Stein,— Und du schleppst allein— allein! Denkst du noch, wie du selbviert Jugendstrotzend, goldgeschirrt Flogest vor dem Phaêton Jener Schmetterlingsperson, Der Coeurdame, der Rosenfee Auf der glatten Parkchaussee? Damals warst du jung, so jung, All dein Leben Schwung und Sprung; Wenig fehlt, so trugen Flügel Dich durch Tal und über Hügel, Ueber allen Erdenkot Hoch hinauf ins Morgenrot. Später zogest du Kanonen Auf dem Feld der blauen Bohnen, Wo des Todes Donner krachten Durch das Schlagen, durch das Schlachten; Doch es ging um Ehr' und Blut, Und begeistert schwoll dein Mut. Welche Taten, welche Kraft! Hei, was ward da nicht geschafft! Härter wurde dann der Dienst Vor der Post, und der Gewinnst Schmal und schmäler auf der Gasse Vor der Droschke zweiter Klasse. Und je mehr die Kraft versagt, Desto mehr wardst du geplagt. Nun am Steinekarren schallt der Ur= uralte Pferdepsalter: „Klipp und klipp! Zieh, Schimmel, zieh, Durch den Dreck bis an die Knie!" Sieh, da machen stolze Fohlen Vor dem modischen Coupe Ihre Jugendkapriolen, Wiehern dich verächtlich an. Schicksal, Schuld und Herzensnot, Sorge, Mangel, Alter, Tod— Ach, welch Fohlen glaubt daran? Neueste Nachrichten. Hd London, 28. Juni. Der neue Turbinendampfer hat gestern die erste Fahrt von Dover nach Calais in 50 Minuten zurückgelegt. Hd London, 28. Juni. Eine große englische Bierbrauereigesellschaft hat ein Verfahren entdeckt, das Bier in fester Form herzustellen. Die Masse soll gegen Temperatureinflüsse unempfindlich sein und wird zum Gebrauch in Wasser aufgelöst. Hd Madrid, 28. Juni. Der Ausstand in Barcelona ist beinahe allgemein. Die Polizei chargierte gestern die Streikenden und verhaftete die Mitglieder der Komitees. Die Straßenbahndepots sind von Gendarmerie besetzt. H4 Paris, 28. Juni. Das Schwurgericht in Tours verurteilte den Besitzer des Schlosses Bosredon, welcher angeklagt war, sein Schloß in Brand gesteckt zu haben, um die Versicherungssumme zu erlangen, zu 5 Jahren Gefängnis. Ein schreckliches Eisenbahnunglück. (Eigener Depeschendienst.) Madrid, 29. Juni. Auf der Strecke Vilbao=Saragossa hat sich ein fürchterliches Eisenbahnunglück dadurch zugetragen, daß die Brücke über den Fluß Lagerella in dem Augenblicke zusammenbrach, als ein Personenzug über dieelbe hinwegfuhr. Die beiden Lokomotiven und Wagen stürzten 15 Meter hoch ab in den Fluß. sollen 100 Personen getötet oder verwundet worden sein. Weitere Meldungen aus Cenizera, der der Unglücksstätte nächstgelegenen Station geben dieZahl der Toten allein auf 100, die der Ver letzten auf 150 an. Die ganze Einwohnerschaft leistet Hilfe, Kirchen und Schulen sind zu Hospitälern umgewandelt. 90 Opfer der Katastrophe sind bereits geborgen, etwa 75 Tote liegen noch unter den Trümmern. Der König entsandte sofort seinen Adjutanten nach der Unfallstätte ab. Eigener Depeschendienst der„Schwerter Zeitung.“ Hd Berlin, 29. Juni. Auf dem Hagenauer Schießplatz ist, wie dem„Lok.=Anz. aus Karlsruhe telegraphiert wird, der Typhus ausgebrochen. Das Rastatter ArtillerieRegiment unterbrach infolgedessen die Uebungen und kehrte in die Garnison zurück. Hd Berlin, 29. Juni. Der frühere Bankier in Lörchingen wurde, wieaus Straßburg i. Els. gemeldet wird, wegen betrügerischen Bankerotts zu 3 Jahren Gefängnis verurteilt. Hd Berlin, 29. Juni. Nach einer Pariser Depesche des„Lok.=Anz. erscheint die in Dschibuti aufgegebene Depesche über die englische Niederlage durch die Meldung des englischen Kriegsamtes vom 26. d. Mts. nicht widerlegt. Man glaubt, daß die englischerseits als Flucht bezeichnete Bewegung der Mullah=Truppen ein geschicktes Umgehungs=Manöver war, um die erste der von Obbia nach Bohotle und darüber hinaus entsandten Kolonnen aufzureiben. Hd Paris, 29. Juni. Der Anarchist Parmeggiani, in dessen Wohnung für ca. eine Million Wertsachen gefunden wurden und der entflohen war, konnte gestern verhaftet werden. Er erklärte, er sei nicht mehr Anarchist und beschäftigte sich mit dem Verkauf von Kunstgegenständen. 3 Frauen, die in seiner Wohnung anwesend waren, wurden ebenfalls verhaftet. Wetterbericht. 30. Juni: Vielfach schön, sonst wenig verändert. 1. Juli: Warm, veränderlich, stellenweise Gewitter. Für den redaktionellen Teil verantwortlich Wilh. Schade. Theater in Schwerte. Im Saale des Hotels Ostermann. Montag, den 29 Juni cr., abends 8¼ Uhr: Eudermann=Abend. Johannisfeuer. Schauspiel in 4 Akten von Hermann Sudermann. Vorverkauf im Hotel Ostermann Preise der Plätze: Sperrsitz 1.25 Mk. I. Platz 1 Mk. II. Platz 0.60 Mk. Das Dortmunder Schauspiel=Ensemble. Grasvertauf. Herr Diedr. Hache zu Villigst läßt am Donners= tag, den 2. Juli, nachm. 6 Uhr: 6 Morgen Gras nummerweise meistbietend gegen Kredit verkaufen. Nach demselben 2 Morgen bei meiner Behausung. Schulte=Großenbräuker. Karkossern erhalte heute letzten Waggon alte, Ztr. 4,50 Mk. fr. Haus. Preise fortwährend steigend. 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