TTT Amrüches Rreseial fär gen Kreis Worch! rchrer bse oder ude Naum 10 Vig., außerhalb i5. Relame=Zeile pene e, deren vitan. 40 Vlo. gguberggraug in Schwerte, Alle Kreis= und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung" rechtsverbindliche Kratt. Nr. 138 König Peter I. von Serbien. Die Skuptschina hat am gestrigen Montag im Festsaal des neuen Konaks die Königswahl vor Beginn dieser wichtigen Handlung hatten sich die Mitglieder der Deputiertenkammer und des Senats zu einer Vorbesprechung versammelt und einmütig beschlosbrige von Ter geruschafter Zweifel bestehen, so war nach Gewißheit gegeben, daß Serbien nicht zu einer Republik erklärt und daß kein anderer als eben zwar Peter Karageorgewitsch zum Könige gewählt werden würde. Das Odium des Königsmordes Hourn#ie lieben Serben jeOdium des Königsrordes wollen die liebe. doch nicht ohne jede Entschadigung tragen; sie wonlen vielmehr die günstige Gelegenheit zur Erweiterung des Volks= und zur Verkürzung der königlichen Rechte gehörig ausnützen. Die Gesandtschaft, welche dem Prinzen Peter die offizielle Benachrichtigung von seiner Wahl zum Könige Serbiens überbringt, wird sich von diesem einige Zusicherungen ausbedingen. Es soll festgesetzt werden, daß fortan Armee und Beamte die Verfassung zu beschwören haben. Der Generalisimus des Heres soll in Zukunft icht mehr vom Könige ernannt, sondern von der Skuptschma### wählt werden. Damit würden die künftigen serbischen Könige der Eigenschaft, oberste Kriegsherrn zu sein, ent kleidet werden. Wie bereits bekannt, wird die von Alexander aufgehobene freiheitliche Verfassung des Jahres 1888 wieder in Kraft gesetzt und sogar noch durch eine Vervollständigung der Bestimmungen über das allgemeine Stimmrecht bereichert werden. Andererseits soll jedoch auch Prinz Peter einige kleine Bedingungen zu stellen haben und z. B. unter anderen die Entfernung der an dem Attentate beteiligt gewesenen Offiziere aus Belgrad verlangen. Der neue König hat an der Entfernung dieser Blutmenschen ein doppeltes Interesse. Einmal würde es einen guten Eindruck vor dem Auslande machen, wenn der neue König die Ve bannung der Mörder seines Vorgängers zur Bedingung der Annahme seiner Wahl machte, und ums andere mag für die Forderung die Erwägung maßgebeno gewefen sein: Was diese Bestien gestern dem Alexander taten, könnten sie morgen an mir versuchen; also fort mit ihnen! In Belgrad sowie in ganz Serbien ist fortgesetzt alles ruhig. Das Militär vor dem Konak ist bereits eingezogen worden, nur das Innere des Palastes wird noch von osten bewacht Immerhin gehört Mut dazu, den Schwerte, Dienstag den 16. Juni Uebersicht. Deutschland. — Der Kaiser und die Kaiserin, die am Sonntag nachmittag der Berlin=Grünauer Ruderregatta beiwohnten, besuchten am Montag, dem Todestage Kaiser Friedrichs, das Mausoleum an der Potsdamer Friedenskirche, wo sie einen Kranz am Sarge des Verblichenen niederlegten. Auch die Ruhestätte des Prinzen Friedrich Karl von Preußen in Nikolskoe Kirche suchten die Majestäten auf. Der Prinz ist am 15. Juni 1885 gestorben. Beide Grabgewölbe waren mit Blumen geschmückt und außer dem Kaiserpaar erschienen Militärabordnungen mit Kränzen. Nach der Rückkehr ins Neue Palais hörte der Kaiser Vorträge. Am heutigen Dienstag fährt der Kaiser zu Schießübungen nach Kummersdorf unweit Berlin, am Mittwoch tritt er seine Reise nach Meppen, Hannover, Ha. Kiel usw. an. einigen Posten bewacht Immerh Königsthron von Serbien zu besteigen. Von allem das Best Ist ein Herz, heiter und fest, Ein gesunder Leib, Ein liebes Weib Und ein kleines Eigen. Wer das hat, mag sich freun und schweigen! Johannes Trojan. * Zürnt, Freunde, nicht, wenn Spötter euch verlachen!„ Erwidert lachelnd ihren Spott und wißt: Der Spötter kann nichts verächtlich machen, Bas wirlich nicht verächtlich gr Bodensiedt. Kapitan Händer. Roman von F. Klinck=Lütetsburg. (Nachdruck verboten.) Die späte Nachmittagssonne fand ihren Weg durch die grünlichen halberblindeten kleinen Glasscheiben eines zu ebener Erde gelegenen Stübchens, und ihre abge schwächten Strahlen ruhten minutenlang auf dem schneeweißen Scheitel einer Greisin, die zurückgelehnt, mit gefalteten Händen, in einem lederbezogenen Sorgenstuhl am Fenster saß und die stromabwärts gleitenden Schiffe sinnenden Blickes verfolgte. Der Karakterkopf der alten Frau erschien wie von einem Glorienschein umgeben, und sein Anblick übte eine wunderbare Wirkung auf aus, der in diesem Augenblick leise die Tür geöffnet hatte und eingetreten war. Liebevolle Verwunderung drückte sich in seinen Mienen aus, dann huschte es schattengleich über seine hohe, zur Hälfte von einer südlichen Sonne braun gefärbte Stirn. Wie würde es ihn beglückt haben, endlich der Ueberbringer einer guten Botschaft zu sein! damburg, Helgoland, Kiel us — Ein Zeichen der Zeit. Generalfeldmarschall Graf Waldersee erhielt vom Papst das Großkreuz des Pius866ns. Unsere Küstenpanzer„Hagen und„Hilbebrand sind von Kiel in See gegangen, um während der schwedischen Industrieausstellung in Helsingborg vier Tage lang das Deutsche Reich zu vertreten. Es wird der Besuch König Oskars auf den Schiffen erwartet. —„Ich kann nur Amerikaner gebrauchen." Dieser Tage wurde ein angeblicher Ausspruch des Kaisers verbreitet, wonach der Monarch vor einiger Zeit im Kasino eines vornehmen schlesischen Regiments geaußert haben soll:„Ich kann nur Amerikaner gebrauchen.“ Die Nordd. Allg. Ztg. ist zu der Erklärung ermächtigt, daß der Kaiser, der übrigens nahezu zwei Jahren in keinem Kasino eines schlesischen Regiments gewesen ist, einen solchen Ausspruch nicht getan hat. Das schließt natürlich nicht aus, so fügt die amtliche Notiz hinzu, daß der Kaiser die Eigenschaften der Amerikaner, die ihnen eine so bedeutende Stellung im Erwersbleben verschafft haben, im vollen Maße anerkennt. Rußland. = Ein Gegenstück zu Kischinew. In Polen, veranlaßte eine aus etwa 100 halbwüchsigen jüdischen Burschen bestehende Zusammenrottung in einigen Straßen Kundgebungen gegen das Blutbad von Kisch new. Infolge rechtzeitigen Eingreifens des Polizeiministers wurden die Ruhestörer zerstreut, ohne daß von äußersten Maßnahmen“. Gebrauch gemacht werden mußte. In der Stadt blieb alles ruhig. Diese ungewöhnliche Hervorhebung des guten Verhaltens der Polizei scheint andeuten zu sollen, daß die Polizei in Kischinew nicht gerade musterhaft verfahren. Er tat einen Schritt vorwärts, und das Geräusch ließ die alte Frau sich aufrichten. Glück verklärte ihr mit unzähligen Falten und Fältchen durchzogenes Gesicht und sie streckte dem sich Nähernden ihre zitternde Hand „Gott sei Dank, mein Junge, Du hast sehr auf Dich warten lassen, und die Zeit ist mir schrecklich lang geworden. Aber das macht nichts aus. Wie ist es Dir denn Er antwortete nicht gleich. Ihr in diesem eine abermalige Ennttäuschung zu bereiten, dünkte ihn eine so peinliche Aufgabe, daß er sie nicht zu lösen vermochte. Er kannte ihre begründeten Sorgen, er wußte, welche namenlose Unruhe er ihr bereiten würde, wenn es ihm nicht gelingen sollte, wieder eine Stelle als Kapitän zu bekommen, nachdem seine erste Fahrt so außerordent, lich unglücklich verlaufen war. Zum zweiten Male kum ihm der Gedante an den einzigen Ausweg, der ihm offen geblieben zu sein schien und den zu betreten er sich vor acht Tagen so stolz geweigert hatte. Nun, Mutter, ich denke, es wird schon was werden. Ich bin mit Mynheer van der Straaten wegen der Grietje“ in Unterhandlung getreten. So— so! Hm!" Die alte Frau dachte einige Augenblicke nach, ehe sie bedächtig sagte:„Mit Mynheer van der Straaten! Kennst Du die„Grietje"? Gesehen habe ich sie noch nicht. Sie ist erst heute eingelaufen und liegt am Quai vor Anker. Sie soll ein van der Straaten hat nur schmucke Schifse, aber es ist meistenteils mit ihnen wie mit einem Apfel, der besonders schöne rote Backen hat. Drinnen sitzt der Wurm, den keiner sieht. Hat die„Grietje“ eigent„Das weiß ich nicht, Muter. Aber das tut doch auch nichts. Viele Schiffe brauchen Mühlen. Abonnementspreis pro Quartal 1 Mark 65 Pfg., exel. 42 Pfg. Bestellgeld, wenn durch die Post bezogen. Erscheint an jedem Wochentage. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund.“ 36. Afrika. = Der tolle Mullah fängt an, den Engländern fürchterlich zu werden. Aller Voraussicht entgegen beweist er sich als äußerst einsichtiger und energischer Heerführer, der den Engländern wo möglich ein zweites Südafrika bereitet. Die Nachrichten aus dem Somalilande lauten für England tief betrübend. Es heißt darin u. a.: Der Mullah führte einen Flankenmarsch aus und zerstörte die englische Verbindung zwischen Bohothe und Berebera. Die Telegraphendrähte wurden durchschnitten. Dem Mullah ist also die Bedeutung des elektrischen Drahtes nicht einmal mehr fremd. Eine Abteilung Somalileute fing einen englischen Proviantzug ab. Die englischen Obersten Cobbe und Maladi wurden von Soldaten des Mullah umzingelt und dürften sich, da der General Maning außer stande ist, ihnen Hilfe zu senden, bereits in der Gefangenschaft ihres gefährlichen Feindes befinden. Peter Karageorgewitsch. Der zum König von Serbien ausgerufene Fürst Peter Karageorgiewitsch, dessen Bildnis wir hier bringen, war schon vor einiger Zeit wieder vor die Oeffentlichkeit getreten, indem er ein Manifest an das serbische Volk richtete, in dem er dasselbe aufforderte, seinem Großvater ungefähr vor 100 Jahren in Serbien einen Aufstand zur Befreiung von dem Turtenjoch hervorgerufen hatte, ein Denkmal zu setzen, wobei er sich bereit erklärte, einen Beitrag von 50 000 Küstenfahrer! Ei, warum denn nicht? Die Leute sagen aber von Mynheer van der Straaten, daß er seine alten Schiffe, die sie in der Assekuranz nicht mehr für voll nehmen, noch weite Reisen machen läßt, damit sie zuletzt ihren Untergang kinden, nicht alls wissen, Matter, Was doch die Leute nicht aues wisen, Plmrrr, versetzte der Sohn ausweichend.„Die reden immer mehr, als sie verantworten können. Ich weiß nicht, hohgug es nicht passiert, daß eins Jo. Du wucshe das zur nich nashe. Geizschasgange die alte Frau, die letzten Worte des Sohnes uberg#####. „Damals gings ganz schlimm über Mynheer van der Straaten her, und er hat bös zahlen müssen, um nur einen Teil der Mannschaft auf seine Seite zu kriegen, daß sie ihm die Stange hielt. Er ist sogar in Anklagezustand versetzt gewesen, und um ein Haar wär's ihm „Um so weniger wird er wieder daran gedacht haben, ein Fahrzeug, das nicht mehr seetüchtig ist, hinauszuschicken. Und dann, Mutter, ich weiß doch, was für ein Ausdruck ernster Sorge verschwand aus dem len, eingefallenen Lippen, während ihre Augen stolz auf boshy, gaig Zunge H shon nich auf Dich beriasen. b uu her in der Welt. Das jagt nach dem Geld Menschenglück und Men ren. Fürst Peter ist das Haupt der Familie Karageorgiewitsch und ein Sohn des Fürsten Alexander, der wegen seiner Mitschuld am Morde des Fürsten Michael Obrenowitsch von dem Gerichtshof in Belgrad seinerzeit in contumaciam zu 20jährigem Kerker verurteilt, vom Pester Stadtgericht dagegen wegen mangelnder Beweise freigesprochen worden war, aus dessen Ehe mit der serbischen Woiwodentochter Pertida Venandowitsch. Fürst Peter ist im Jahre 1846 geboren und vermählte sich 1883 mit der Prinzessin Zorka von Montenegro, die 1890 starb. Der Fürst hat vier Kinder, von denen der älteste Sohn von etwa 15 Jahren in einer Petersburger Militärakademie untergebracht ist. Ebenso dient ein Bruder des Prinzen Arsenijeus, in der russischen Armee. Prinz Peter ist an der Newa sehr gern gesehen, lebt aber mit seinem Schwiegervater, dem Fürsten von Montenegro, schon seit Jahren auf ziemlich gespanntem Fuße. Belgrad und das Königsschloß Lokales. Ansient is 955 4 G 1 # 0 5 # Schwerte Dortmund Annen Syburg Holzen Schüren Hörde Westhofen Berghofen Geisecke Lichtendorf Aplerbeck Söide Wir wollen in Vorstehendem nicht aue Dlle, sondern nur die nächste Nachbarschaft und die hauptsächlichsten Orte aufführen. Wahlberechtigt waren 73362, das Wahlrecht übten 57298 aus. Das Resultat(amtlich) war folgendes: Hilbck(natl.) 17731, Lensing(Zentrum) 17347, Jucho (freis.) 2210, Lütgenau(sozdem.) 19864. Die absolute 9 Kart Inst Besche Berdin Strrte! Unsere beistehende Abbildung gibt den Lesern eine Ansicht der serbischen Hauptstadt Belgrad nebst dem Königsschloß, Konak genannt, welches der Schauplatz der so überaus blutigen Mordtaten an dem serbischen Königspaar geworden ist. Belgrad, serbisch Beograd, die„weiße Burg, wird türkisch Dar=ul=Dschidad, die Stätte des Religionskrieges, genannt, und hat ca. 60 000 Einwohner. Es liegt am Einfluß der hier 400 Meter breiten Save in Sabe die hier 750 Meter breite Donau, und ist durch die Saye von Semlin getrennt. Belgrad besteht aus Festung und Stadt, erstere liegt hoch auf meist schroff abfallenden Bergesrücken.— Das Königsschloß, ein neues Gebäude, iegt unmittelbar neben dem alten Konak; unsere Leser inden dasselbe obenr echts in unserer Zeichnung abgebildet. wahl zwischen Möller und Tölcke hatte folgendes Ergebnis; in Schwerte: Möller 1061, Tölcke 500 Stimmen; im ganzen Wahlkreise: Moller 21,829, Tölcke 21748 Stimmen. Resultat der Hauptwahl 1895. Schwerte Westhofen Syburg Holzen Lichtendorf Geisecke Sölde Aplerbeck Hörde Annen Dortmund 3271 9291 5esc Das Gesamtresultat war Möller(natl.) 17117, Lensing (Zentr.) 14 636, Dr. Lütgenau(sozd.) 17182 Stimmen. 26 962 Stimmen. 309„ Bei der Reichstagswahl am 15. Juni 1893 erhielten in Schwerte: Möller(natl.) 735 Stimmen, Lensing(Zentr.) 396, Tölcke(Soz.) 374, zersplittert 12; im ganzen Wahlkreise erhielten: Möller 16372 Stimmen, Lensing 13190, Tölcke 17056, zersplittert 65. Die darauf folgende Stichschenleben schlecht in Kurs. Was sagte doch der Theden? Ich hab's wieder vergessen, obschon ich ihm das Haus darum verboten habe und nicht mehr wollte, daß Du die Freundschaft mit ihm aufrecht erhieltest.“ Das wettergebräunte Gesicht des jungen Kapitäns verdunkelte sich und er wandte seinen Blick von der Mutter ab, beantwortete aber ihre Frage nicht, die seltsamer Weise auch ihn seit wenigen Minuten lebhaft beschäftigte und so erregte, daß das Blut heftig in seinen Schläfen pochte.„„„„ „Die Worte weiß ich nicht mehr, Heinrich, fuhr Frau Sander fort,„aber schrecklich hat sich's dazumal angehört. Wenn's erst dahin kommt, daß Gewissen und Ehre als etwas Krankes beim Menschen angesehen werden und eine rohe Kraft, die beide nicht kennt, die Ueberhand kriegt— dann ist das Ende da. Ja, ja, Thedens Johann hat's auch schon weit gebracht in jungen Jahren. Der geht noch mal betteln, obschon sein Vater der reichste Mann in der Stadt ist.“. Auch jetzt entgegnete Heinrich nichts uno eine Pause trat ein, in welcher Mutter und Sohn verschiedene Gedanken nachhingen. Erst nach längerer Zeit sagte der letztere: „Das hat mit dem, was Theden hier einmal geredet hat, nichts zu tun, Mutter. Johann ist ein Lüderjahn, der mal was aufgeschnappt hat und damit renommiert, gerade weil ihn sein Gewissen zwackt und er am liebsten keins haben möchte. Genau so ist’s mit seiner Ehre. Für den wär's ganz schön, wenn er beides als eine lästige Krankheit ansehen könnte. Die Worte waren nicht schlimm, es kommt nur darauf an, wie einer sie auslegen will. Ich lege sie mir anders aus, und das wird wohl ein jeder tun, der einsehen kann, daß die Welt mit Menschen, die reden und handeln wie Johann Theden, nicht bestehen kann. Ich muß aber noch mal weg, Mutter, und mir die„Grietje“ ansehen, ehe ich mit Mynheer van der Straaten abschließe. „Ueberleg's Dir, mein Junge, paß aber ordentHeinrich Sander begab sich direkt nach dem Hafen. Ihm war seltsam schwül zu Mute— und das machte nicht nur der heiße Augustnachmittag. Im Schatten der Häuser gehend, mit dem leichten Zugwind vom Wasser herüber, hätte er frei und leicht auftatmen können, aber es lag ihm schwer auf der Brust und er holte wiederholt tief Atem, wie um sich frei zu machen. (Fortsetzung folgt.) Das Gesamtresultat der Stichwahl war: Dr. Lütgenau (sozd.) 24 632, Möller(natl.) 21 514 Stimmen. **(Postalisches.) An den Tagen der Reichstagswahlen, der Stichwahlen und der Nachwahlen halten sämtliche Telegraphenanstalten und Fernsprechvermittelungsstellen bis zwölf Uhr nachts und nach Bedürfnis darüber hinaus Dienstbereitschaft ab. **(Einen eigenartigen Wahlkrieg) konnte man heute morgen um 6 Uhr in den Straßen unserer guten Stadt beobachten. Zuerst erschien ein Mann mit Zetteln „Wählt Hilbck!“, die er in uneigennütziger Weise den Hausbesitzern in ziemlicher Höhe— er benutzte eine Leiter— an ihre Häuser klebte, so zur Verschönerung beitragend. Hinterher kam dann ein Trupp sozialdemokratischer„Jugend", zum Teil noch sehr grün sogar, ebenfalls mit einer Leiter ausgerüstet und riß die frisch angeklebten Zettel wieder ab. Gestern konnte man sehen, daß Kinder ganz eifrig mit dem Verteilen von Flugblättern beschäftigt waren. Das ist unseres Erachtens keine Arbeit für Schulkinder. **(Mittelst Extrablattes) werden wir heute abend das Resultat der Wahl in Schwerte unseren Lesern mitteilen, es ist nun nicht möglich, allen Lesern so ein Ding zukommen zu lassen, deshalb aber wolle man uns nicht gar zu arg verdammen, es geht eben etwas kunterbunt durcheinander an dem Abend eines Wahltages. Ein zweites Extrablatt gelangt gleichfalls noch heute abend zur Ausgabe, es bringt die Resultate aus dem Kreise Hörde und von Dortmund. Wann die Extrablätter erscheinen werden, das ungefähr anzugeben, ist uns ganz unmöglich, da noch nicht abzusehen ist, inwiefern das neue allergeheimste Wahlverfahren den Zählakt verlangsamen wird, denn daß er durch die Kouvertierung der Wahlzettel nicht beschleunigt wird, ist feststehend. **(Evang. Stadtmission.) Unter reger Beteiligung aus den Gemeinden feierte am Sonntag nachmittag um 3 Uhr beginnend die evang. Stadtmission Schwerte ihr Jahresfest im Vereinshause an der Kuhstraße. Nach einem gemeinsam gesungenen Liede eröffnete Herr Stadtmissionar Oberhansberg die Feier mit Psalm 133 und hieß hieran anschließend die Erschienenen herzlich willkommen. Dann folgte ein Vortrag des gemischten Chors und nach einem gemeinschaftlich gesungenen Liede trat eine längere Kaffeepause ein, während welcher der gemischte Chor und ein aus dem Jünglingsverein gebildetes Doppelquartett einige Lieder in prächtiger Weise vortrugen. Nach einer Ansprache des Herrn Prediger SchuirBarmen, welcher seinen Ausführungen die Bibelstelle Off. Joh. 3, 8 zugrunde legte und der Stadtmission Schwerte herzliche Grüße aus Barmen übermittelte, sprach nach einem Vortrage des Gemischten Chors der Gemeinschaftspfleger Görtz aus Bochum über Ebr. 4, 16. Nach abermaligem Gesange wurde die schöne, ernste Feier sodann mit einem Gebete geschlossen. **(Ein schwerer Unfall) trug sich heute vormittag an dem Neubau des Herrn Ries an der Friedrichstraße u. Einer von den dort beschäftigten Sträflingen fiel m eine Kellergrube. Durch nachstürzende Steinmassen des Gewölbes des alten Baues wurde der Arme derartig veretzt, daß er ins Krankenhaus überführt werden mußte. An seinem Aufkommen wird gezweifelt. **(Kapitän Sander) heißt der von Anfang bis zum Ende fesselnde Roman von F. Klinck=Lütetsburg, mit dessen Abdruck wir heute beginnen und der hoffent= ich allen Leserinnen und Lesern gefallen wird.“ *(Der Kranken= und Sterbekasse) der evangelischen Arbeiter=Vereine(Sitz in M.=Gladbach) haben sich gegenwärtig 90 Vereine mit 7174 Mitgliedern angeschlossen. Die Einnahmen betrugen im verflossenen Betriebsjahr 123 418 Mk., die Ausgaben 117 578 Mk. Davon machten die Verwaltungskosten mit 3357 Mk. nur etwa 3% aus, während an Krankengeldern 115 980, an Sterbegeld 2935 Mk. ausgezahlt wurde. Die Zentralkasse, die lediglich als Zentral= und Ausgleichstelle dient, empfing 18811 Mk. und gab als Zuschuß an Vereine, deren Einnahmen die Ausgaben in diesem Jahre nicht zu decken vermochten, 11 010 Mk. ab. Trotz des schlechten Geschäftsganges und der ungesunden Witterung, die im allgemeinen das Jahr 1902 auszeichnete, übersteigen die Einnahmen die Ausgaben doch um etwa 7000 Mk. **(Achtung!) Wir bitten unsere Freunde und Bezieher, am heutigen Abend keine telephonischen Anfragen wegen des Ausfalls der Wahlen an uns richten zu wollen. Sämtliche Verbindungen sind zum Zweck einer möglichst schnellen Berichterstattung völlig in Anspruch genommen. Wir sind deshalb nicht in der Lage, irgendwelche Anfragen zu berücksichtigen. ** Ergste, 15. Juni. Der frühere Kettenschmied Fritz Uhlenbrink von hier hat seinem Leben durch Erhängen ein Ende gemacht. Der Mann war verheiratet, 53 Jahre alt und Vater von 3 erwachsenen Söhnen.— Der Wirt Carl Brinkmann stürzte von einem Wagen und zog sich dadurch Kopfverletzungen zu. Gesundheitspflege. (Trinkt kein Bier„vom Eis".) Zahlreiche Fälle von Magenbeschwerden, insbesondere aber viele Fälle von Herzschlag, sind, wie bei den jetzt so häufigen Fällen dieser Todesursache in Erinnerung gebracht sein mag, ausschließlich auf den Genuß von kaltem Bier zurückzuführen. Die Ursache hiervon liegt hauptsächlich darin, daß das Bier gewöhnlich auf Eis gelagert und bis auf nur wenige, gewöhnlich vier, Grad abgekühlt wird, während es früher durchschnittlich eine Temperatur von zehn und mehr Grad Celsius hatte. Tausende aber haben sich auch schon den Magen verdorben durch den unvorsichtigen, überreichlichen raschen Genuß von zu kaltem Wasser, wenn der Magen vorher leer oder sonst nicht in Ordnung war und man sich dann nicht rasch Bewegung machte oder etwas dazu aß. Viel schlimmer aber als zu kaltes Wasser ist zu kaltes Bier. Viele Menschen trinken gerade das recht kalte Bier gern und ahnen nicht, welches Unheil dasselbe in ihrem Organismus, zumal im Magen anrichten kann, und wie vielen es sich sozusagen aufs Herz geschlagen hat. Je rascher ein solches Bier getrunken wird, desto schädlicher ist es in seinen Wirkungen. Aus Westfalen und Rheinland. * Iserlohn, 15. Juni. Von den hier stationierten Gensdarmen sind anläßlich der bevorstehenden Reichs tagswahl über 20 in ihre Heimatsbezirke wieder abberufen worden. * Iserlohn, 15. Juni. Die Auszahlung der Unterstützung an die Arbeitslosen seitens des Metallarbeiterverbandes ging gestern vormittag glatt von statten. * Altena, 15. Juni. Einen reichen Wildstand haben unsere Wälder der Umgebung zu verzeichnen. Gelegentlich eines Spazierganges durch da. Hegenscheider Jagdrevier bemerkte man Rehe in Stärke von 6 bis 7 Stück und Hasenfamilien von 8 und mehr Stück. Die Pächter dieses Reviers sind eigentlich zu beneiden. * Altena, 14. Juni.(Jubelfest.) In dem festlich dekorierten Saale am Lennestein feierte heute die die Firma Basse und Selve ihr jährliches Jubelarbeiterfest, mit welchem die Stiftungsfeste der Freiwilligen Feuerwehr, der beiden Gesangvereine und des Turnvereins der Firma Basse& Selve verbunden werden. Die diesjährigen Jubilare erhielten eine Widmung und ein Sparkassenbuch über 500 Mark. Wie derum hat auch dieses Fest gezeigt, welches innige Verhältnis bei der Firma Basse& Selve zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer herrscht. * Langendreer, 15. Juni. Gestern abend Uhr wurde der Berginvalide Hoffmann=Langendreer auf dem Bahnübergang von einem Personenzuge überfahren und sofort getötet. Der Verunglückte wollte sich zur Arbeit begeben und befand sich mitten auf dem Geleise, als der Zug heranbrauste und den Unglücklichen zerstückelte. Hd Bottropp, 16. Juni.(Tel.) Heute morgen ½3 Uhr ereignete sich hier ein schweres Eisenbahnunglück. Ein Güterzug fuhr auf einen Prellbock auf. Ein Bremser ist tot, der Lokomotivführer und ein zweiter Bremser sind schwer verletzt, dem letzteren ist ein Bein buchstäblich zermalmt. Der Heizer rettete sich durch einen kühnen Sprung. Der Materialschaden ist bedeutend. Schon 3 ¼/4 Uhr war ein Hilfszug zur Stelle. Ein Jubiläum der Kartoffel. Die Menschheit, die nach einem Dichterwort dazu „geboren ist, um Feldfrüchte zu essen“, steht jetzt im Zeichen der neuen Kartoffeln. Die Kartoffel kann, wie wir bereits mitteilten, in diesem Jahre eine Jubelfeier begehen, denn seit 350 Jahren ist sie jetzt in Europa bekannt. Im Jahre 1553 wird diese Frucht zuerst erwähnt in einer in Sevilla gedruckten und von Peter Cieca verfaßten Chronik von Peru, in der gesagt wird, daß die Peruaner eine trüffelartige Erdfrucht anbauten. Aus dem italienischen Namen der Trüffel(tartufalo) ist unser „Kartoffel" entstanden, und 1853 hat man Franz Drake, der angeblich die Kartoffeln zuerst nach Europa gebracht hat, zu Offenburg in Baden ein Denkmal gesetzt. 1616 kamen die Tartufoli noch als große Seltenheit auf den Tisch des französischen Königs. Erst in der zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts vermochten weitersehende Volksfreunde den Widerwillen der Bauern gegen die neue Feldfrucht zu besiegen. Friedrich der Große ließ, als die Körnerfrüchte mißraten waren, den Kartoffelbau zwangsweise in Pommern und Schlesien einführen. In Frankreich griff man, wie Carus Sterne in seinem Buch „Sommerblumen“ erzählt, zur List. Der Apotheker Parmentier versah große, mit Kartoffeln bestellte Felder mit Warnungstafeln, auf denen jeder mit schwerer Strafe bedroht wurde, der die kostbare Feldfrucht stehlen würde. Was durch freundliches Anraten nicht hatte erreicht werden können, wurde durch diesen Kunstgriff erzielt. Die Bauern der Umgegend stahlen die verbotene Frucht, und Ludwig XVI. sagte dem klugen Apotheker:„Sie haben das Brot der Armen gefunden. Der König, die Königin und bald der ganze Hof begannen die Kartoffelblüte im Knopfloch zu tragen. Der„Wandsbeker Bote“ sang ein Kartoffellied: Pasteten hin, Pasteten her, Was kümmern uns Pasteten? Die Schüssel hier ist auch nicht leer Und schmeckt so gut als aus dem Meer Die Austern und Lampreten. und Johann Heinrich Voß schliderte, wie angeblich die Kartoffel der Not der Armen ein Ende gemacht: ein Mann ward ausgesandt Der die neue Welt erfand. Reiche nennen's Land des Goldes, Doch der Arme nennt's sein holdes, Nährendes Kartoffelland. In Küstrin wird am 19. Juni die Enthüllusg dreier mäler, die den Großen Kurfürsten, Friedrich den Großen und Johann von Küstrin darstellen und von Professor Janensch, Bildhauer Haverkamp und Professor Schaper modelliert wurden, stattfinden, weshalb wir unseren Lesern beistehend eine Abbildung derselben geben. In der Mitte unserer Abbildung ist das Kurfürstendenkmal von Professor Janensch wiedergegeben. Der Künstler hat zu derselben ein Jugendporträt des Prinzen benutzt, das ihn im Knabenalter mit einer Dogge darstellt. Kurprinz Friedrich Wilhelm, der nachmalige Große Kurfürst, war während des dreißigjährigen Krieges während fünf Jahren in Küstrin, da der Aufenthalt in der Festung als der sicherste galt. Professor Schaper modellierte den auf unserem Bilde links stehenden Markgrafen Johann von Küstrin, dessen Residenz einst Küstrin war und der den Ort zur Festung ausgestaltete. Der Künstler hat diese Tatsache dadurch symbolisiert, daß er des Markgrafen Rechte auf dem Festungsplan ruhen läßt, der auf einem emporragenden Mauerpfeiler ausgebreitet ist. Friedrich des Großen Beziehungen zu Küstrin sind allgemein bekannt. Wilhelm Haverkamp hat eine Hermenbüste geschaffen, die den Herrscher in jugendlichem Alter darstellt. Von diesem letzteren Standbild ist ein zweites in Marmor auszuführendes Exemplar vom Kaiser für eines der Potsdamer Schlösser bestellt worden. ich das verstehen?"— Der Bauer:„Das ist doch so einfach, Ew. Wohlgeboren, und ein kluger Mann wie Du sollte es doch wissen. Ich mußte nämlich heimlich Wasser aus einem Brunnen schöpfen und mit diesem Wasser die Kuh waschen. Das tat ich auch gründlich und trank dann das Wasser genau nach der Vorschrift. Werkwürdig! Es wurde mir davon viel besser. Die Weiber kannten nun meinen Fall als besonders böse und beschlossen, ihr bestes Mittel in Anwendung zu bringen. Sie zogen einem krepierten Schaf das Fell ab und wickelten meinen Kopf ein. Als sie dann das Fieber und mich zu verfluchen begannen, fühlte ich mich sofort etwas besser.— Der Arzt: „Sie verfluchen Dich und das Fieber?"—„So ist es, Ew. Wohlgeboren; die Weiber begannen mich zu schlagen und zu schimpfen. Du Teufelssohn, daß Dich der Böse und alle Höllengeister holen! In dieser Weise schimpften und fluchten sie und spuckten mir auch zuweilen ins Gesicht. Die kräftigen Worte begannen alsbald zu wirken; mich erfaßte eine unsichtbare Kraft, die mich hin und her schüttelte. Aber gesund wurde ich doch nicht nach diesem Schüttelfrost. Da wurden auch die Weiber nachdenklich und sagten, sie wollten Leichenseife als letztes Mittel anwenden; wenn das nicht helfe, so sei mir überhaupt nicht zu helfen.— Der Arzt:„Leichenseife? Was ist denn das?“— Der Bauer:„Das ist Seife, mit der ein Leichnam gewaschen worden ist. Mit dieser Seife also schmierten sie mir den ganzen Körper ein. Der Teufel weiß warum dies erprobte Mittel bei mir versagte, ich muß wohl ein großer Sünder sein. Da bin ich denn zu Ew. Wohlgeboren gekommen, wenn ich auch nicht glaube, daß Du über noch kräftigere Mittel verfügst.. Vermischtes. f(Ein trauriges Ende.) Die 63 Jahre alte Frau Julie Herberg in Berlin, die Witwe eines Feuerwehrmannes, verlor vor vier Jahren ihren Mann durch den Tod, bezog seitdem monatlich 22 Mark Armenunterstützung und wohnte bei einer Witwe in der Schönhauser Allee Nr. 160. Eine ihrer Bekannten teilte nun der Armenkommission mit, daß sie Vermögen habe und die Unterstützung garnicht brauche. Daraufhin wurde ihr das Armengeld vor zwei Monaten entzogen. Frau Herberg beteuerte, daß die Anzeige nicht der Wahrheit entspreche, daß sie vielmehr nichts besitze, und bemühte sich, die Unterstützung wieder zu bekommen. Bevor jedoch auf ihre Eingabe eine Entscheidung gerroffen wurde, machte sie ihrem Leben ein Ende. Gestern, Dienstag, morgen fand ihre Wirtin sie als Leiche am Bettpfosten hängen. Die Verstorbene war seit zwei Monaten mit der Miete im Rückstand. +(Eine nette Geschichte) von der Kurpfuscherei in russischen Dörfern erzählt ein Kasaner Blatt. Ort der Handlung: Das Sprechzimmer eines Landarztes. Personen: Der Arzt und der Bauer. Der Arzt:„Was hast Du bisweilen gegen das Fieber gebraucht?"— Der Bauer:„Ach, Ew. Wohlgeboren, ich habe nichts unversucht gelassen. Zuerst haben mich die Weiber in Behandlung genommen. Iß einen lebendigen Krebs, sagten sie zu mir, und Du wirst sofort gesund werden. Natürlich befolgte ich den Rat gewissenhaft, doch half es wenig. Darauf mußte ich von einer schwarzen Kuh Wasser trinken.“— Der Arzt:„Wasser von einer Kuh? Wie soll Hd Frankfurt a. M., 16. Juni. Die„Frankf. Ztg. meldet aus Egenroth im Untertaunus: Als gestern abend der Förster Jung sich auf einem Pürschgange befand, wurde plötzlich aus größerer Entfernung von einem Wilderer ein Schuß auf ihn abgegeben, der ihn in die Waden traf. Der Förster, der den Wilderer noch im Anschlag erblickte, erschoß darauf diesen. Während er sich zu dem Gefallenen begab, stürzten aus dem Dickicht 2 Genossen desselben auf ihn und ergriffen den Förster. Bisher fehlt von Tätern und Förster jegliche Spur. Hd Mainz, 16. Juni. Der Lehrer L. Joseph aus Lampertheim hat sich an der Töchterschule in Woerrstadt an mehreren seiner Schülerinnen vergangen, er wurde von der Strafkammer zu 2½2 Jahren Zuchthaus verurteilt; beantragt waren 6 Jahre.„„„„ Hd Brüssel, 16. Juni.„Petit bleu" veroffentlicht einen Artikel, in welchem neue Mitteilungen in der Dreyfus=Affäre gemacht werden. Darnach sollen die im Jahre 1894 von deutschen Spionen und Frankreich bezogenen Dokumente mit 920000 Mark bezahlt worden sein. Der Verräter war ein früherer französischer Offizier der Kriegsschule in Fontainebleu, welcher, wie Wessel bekundet, noch immer in deutschen Diensten stehen soll. Die jetzige Gattin Wessels, mit welcher letzterer während seines Aufenthalts in der Artillerieschule in Charlottenburg bekannnt geworden war, stand damals in französischen Spionagediensten und soll Wessel dazu verleitet haben, ebenfalls in französische Dienste zu treten, was dieser denn auch um Ostern 1896 tat. Wessel hatte in Luzern eine Zusammenkunft mit dem Major des französischen Generalstabes Mauth im Beisein des Polizeikommissars Tomps; ein zweites Zusammentreffen fand in Lüttich statt, bei welcher Gelegenheit Wessel dem Major die Mitteilung machte, daß Dreyfus nicht der Verräter sei. Von dieser Mitteilung wurde jedoch kein Gebrauch gemacht. Hd Paris, 16. Juni. Kriegsminister General André wird in der nächsten Kammersitzung einen Gesetzentwurf betr. die Schleifung verschiedener Festungswerke einbringen. Hd Agram, 16. Juni. In Vinica fand ein blutiger Zusammenstoß zwischen Militär und Bauern statt. 4 Bauern wurden getötet, 10 verwundet. In Pegrada töteten Bauern den Geschäftsreisenden Kohn. Hd Budapest, 16. Juni. Im Abgeordnetenhause verlautet mit Bestimmtheit, daß Szell morgen das Haus bitten werde, sich zu vertagen. Man erwartet für morgen die offizielle Ankündigung der Ministerkrisis und die Bildung eines neuen Kabinetts durch Csaky. Hd Belgrad, 16. Juni. Ein Journalist, der trotz strenger Bewachung unter Führung eines Offiziers in den Konak gelangte, entwirft ein anschauliches Bild des Vandalismus, mit dem die Offiziere in den Königsgemächern gehaust haben. Durch das Sprengen der Türen wurde auch der Türstock herausgerissen, wobei eine kostbare Sévresvase, ein Geschenk des Präsidenten Loubet, brach. Die Stuckdecke ist abgefallen, Teppiche, Gobelins voller Blut, Vorhänge, Bettzeug, Laken, Sessel, alles ist zerschlagen oder von Säbelhieben zerschnitten, Spiegel sind zertrümmert. An der Leiche der Königin Draga war eine Brust abgeschnitten, der Unterleib aufgeschlitzt. Ihre Leiche zeigte 45 Wunden und Spuren von Fußtritten. Die provisorische Regierung wandte sich sofort drahtlich an Peter Karageorgiewitsch um Einsendung einer Photographie. Man will davon Nachbildungen im ganzen Lande verbreiten. Bis heute früh ist diesem Wunsche nicht entsprochen worden. Hd Belgrad, 16. Juni. Zugleich mit der Vorbesprechung der Parteien tagte eine Offiziersversammlung, die beschloß, die Namen der Teilnehmer an dem Gemetzel im Konak geheimzuhalten und auf jede„Belohnnung" zu verzichten. Gleichzeitig wurde erklärt, daß die Regierungsform nur eine monarchische sein dürfe. Dieser Beschluß übte auf die Entschließung des Parlaments einen entscheidenden Einfluß aus. 17. Juni: Vielfach heiter, sonst wenig verändert. 18. Juni: Wolkig, vielfach sonnig, normale Wärme, meist trocken, windig. Für den redaktionellen Teil verantwortlich Wilh. Schade. Bekanntmachung. Diejenigen Gewerbetreibenden, welche in ihren Geschäften„mit dem roten Kreuz versehene Waren" vertreiben, wird anheimgegeben, diese behufs Abstempelung bis spätestens zum 25. Juni cr. hierher anzuzeigen. Die Abstempelung erfolgt mit Rücksicht auf die Bestimmungen des am 1. Juli cr. in Kraft tretenden Gesetzes vom 22. März 1902, betreffend den Schutz des Genfer Neutralitätszeichens. Aplerbeck, den 13. Juni 1903. Die Polizeiverwaltung: canttatb. Bekanntmachung. Nachdem gegen den genehmigten und gemäß§ 7 des Straßen Baufluchten=Gesetzes vom 2. Juli 1875 vier Wochen lang öffentlich ausgelegten Plan über die BauFluchtlinien für eine Verbindungsstraße zwischen Wörthund Düppelstraße über das Ritter'sche Grundstück, parallel zur Feldstraße führend, Einwendungen nicht gemacht sind, wird der bezeichnete Plan auf Grund des § 8 des angezogenen Gesetzes mit dem Bemerken hiermit förmlich festgesetzt, daß derselbe im hiesigen Stadtbauamte, Wiesenstraße Nr. 4, nochmals 14 Tage lang zu jedermanns Einsicht ausgelegt ist. Hörde, den 9. Juni 1903. Der Magistrat: Evers. Grasverkauf im Speckebruch, in der früher Fleitmann'schen Wiese, am Mittwoch, den 17. Juni, nachmittags 6 Uhr, an Ort und Stelle. Hohenschwert. Grasvertauf. Mittwoch, 17. Junid Is., nachmittags 5 Uhr, soll das Gras in den Wiesen des Guts Werghofen, — Berghofswiese, Oevelgönne von Nr. 50 ab, Wiese am alten Teich u. Waldwiese— nummerweise meistbietend verkauft werden. Zusammenkunftbeicerrn Christ. Pack u. an Ort u. Steue. Haus Ruhr bei Schwerte, den 8. Juni 1903. Freiherrl. von Rheinbaben'sche Rentei. Chilisalpeter Peru-Guano AmmoniakSuperphosphat empfiehlt billigst W. Lehmhaus, Schwerte. Ständige Preisverteilung! Eva frug im Paradies: Lieder Adam was ist dies? Adam sagte: Hör und sieh, Das ist ein Päckchen GürgerBürg DDe Schützen=Verein * S Schwerte. 24 — X4 . Am Samstag, den 20. Juni. abends 8 Uhr, findet im Schützenhof für die Mitglieder des Vereins ein tochd statt.— Schützen= Liederbücher sind mitzubringen. Eine halbe Stunde vorher findet ein Essen zu Mk. 1,50 statt. Bezl. der Teilnahme an dem Essen(ohne Wein) geht in dieser Woche bei den Mitgliedern eine Liste zum Einzeichnen um. Um zahlreiches Erscheinen bittet K Der Vorstand. KI E Es giebt wohl billigere Reifen, aber auf der ganzen Welt keinen besseren Reifen als den Sontilontat PNEUMATIC für Fahrrad und Automobil. Erstklassig in Material, Ausführung und Konstruktion. Continental Caontchouc u. Guttop. Cs. Haunover Kikirikl, vollkommenstes Waschmittel 1 Backet für 15 Pfg. überall käuflich. Westdeutsche Seifenindustrie G. m. b. H., Dortmund. Kontor und Lager: Schwanenwall 46. Telephon 941. Ein schönes möbliertes Zimmer für ein oder zwei Herren zu vermieten. Heimann, Hörderstr. 14, Eingang Kuhstraße. Junger Kaufmann sucht per 1. Juli möbliertes Zimmer mit voller Pension. Offert. unte H. 80 an die Geschäftsstelle d. Schlafstelle für 2 Leute offen event. mit voller Kost. Zu erfragen in der Geschäftstelle d. 3tg. Gut erhaltene Bade-Einrichtung zuskaufen gesucht. Offerten mit Preisangabe unter A. B. in der Geschäftsstelle d. Ztg. abzugeben. Schwerter Furaverein. (Mitglied der deutschen Purnerschaft.) Der Schwerter Turnverein feiert Sonntag, den 21. Juni 1903 im Vereinslokal(L. Hagemann) sein diesj. Sommerses nach folgendem Programm: Nachmittags 3 Uhr: Festzug unter Verantritt der Kapelle des clevischen Feldart.-Rats. Nr. 43 durch die Straßen der Stadt.— 4 Uhr: Beginn des Schauturnens. Während des Turnens konzertiert die Kapelle des clevischen Feldart.=Rats. Nr. 43 in den Gartenanlagen des Vereinslokals.— ½9 Uhr: Beginn des Zest Talli.. Der Ball findet geschlossen statt, doch können Nichtmitglieder durch Mitglieder eingeführt werden. Eltern der Turnschüler sind herzlichst eingeladen. Kinder unter 14 Jahren haben keinen Zutritt. im Vorverkauf bei den Mitgliedern zu haben. Konzert 0,40. Konzert u. Ball 1,00. Kassenpreis: Konzert 0,50, Konzert und Ball 1,50. Verkauf. Landwirtschäftlicher Kreisverein Hörde. Der landwittschaftliche Kreisverein feiert sein Jahresfest pp. am 11. Juli 1903 am Freischütz zu Mit dem Jahresfest ist eine Allgemeine Augstellung von landwirtschaftlichem Nutzgeflügel(einschl. Srraten, Futtervroben, Fachzeitschriften) verbunden. Eröffnung der Ausstellung: Sonnabend, den 11. vormitlags 12 Ahr. Schluß: Sonntag, den 12. Juli, nachmittags 5 Uhr. Staatsmedaillen, Staatsehrenpreise, Ehrenpreise, Geldpreise und zwar das volle Standgeld, mindestens aber 500 Mark. Preisrichter sind die Herren: 1. Fabrikdirektor Samuel zu Soest. 2. Rektor Hagedorn, Westuffeln bei Werl. 3. Lehrer Horstmann zu Halver i. W. Außerdem findet eine Verlosung von Geflügel und Ausstellungsgegenständen statt. Die Verlosungsgegenstände einschl. Geflügel werden, abgesehen von wenigen Ausnahmen, auf der Ausstellung angekauft.„ Lose à 1 Mark sind im Freischütz bei Herrn Fr. Moritz zu haben. Anmeldungen für die Ausstellung und Ausstellungsbedingungen beim Schwerte(Stadthaus) erhaltbar. Schluß der Anmeldung unwiderruflich 28 Juni d. Js, Ale, ührigen Festveranstaltungen werden später noch berannt gegeven. Hörde, im Juni 1903. Der Vorstand des landwirtschaftlichen Kreisvereins. Wir beabsichtigen, den Graswuchs auf der Schafhude, sowie denjenigen auf Rutenborns Wiese öffentlich zu verkaufen und haben Termin hierzu auf Freitag, den 19. d. M., nachmittags 4 Uhr, anberaumt. 816 Zusammenkunft an Ort und Stelle. Dortmund, den 14. Juni 1902. Die Verwaltung des städtischen Wasserwerks. Nur 2 Tage: Mittwoch, den 17 ,u Donnerstag, den 18. Juni. Riesenzelt 1000 Quadratmeter groß. Schwerte auf der grünen Wiese. Dompteur Charles weltberühmter Menagerie. Zirkus Läcke, Pinsel, gut und preiswürdig bei Gebrauchtes, noch gut erhaltenes Sophla spottbillig zu verkaufen. Zu erfragen in der Geschäftsstelle d. Z. Ein Fahrrad Eigentümer we sicheres und reinliches Mittel zur Vertilgung der lästigen Fliegen. Zu haben bei Carl Braus, Schwerte. Feind ser Wäsche ist der zerstörende, vielfach im Uebermass angewandte Soda-Zusatz Eine Seife, deren Reinigungskraft bei völliger Neutralität es ermöglicht, ihn ganz fortzulassen muss daher jeder Hausfrau doppelt willkommen sein. Oratre Leife -bedarf keines Sodazusatzes und kann mit oder ohne „Kochen nach jeder Wasch: meth. angewandt werder.“ gefunden. melden. wolle Schwerte, Hörderstr. 32. Portemonnaies zu haben bei Carl Praus. Pochheskraunte auch solche, die nirgends Heilung fanden, verlangen Prospekt gratis, der Erfolg wird event. Garantiert. (Kein Medizinhandel.) Rolle, Altona, 138 Gr. Vergstr.(Elbe),. Sonnabend, den 20. Juni, vormittags 9 Uhr anfangend, sollen an der Besitzung der verstorbenen Frau Wwe. Brügmann hierselbt(Hörderstraße) Muwoch, den 17. und Donnerstag . t.#g und ganstige Har ioe Ewer grosse-Vorstellungen Ktchus: u.), Dresser und Tütterung sämtlicher ist mit 20 Wagen hier eingetroffen. Mittwoch, den 17., und Donnerstag, den 18. Juni: richtung und Sonstige Küchengerate öffentlich meistbietend gegen Barzahlung verkauft werden. Hohenschwert, Schwerte. Neuheit! Patentplissestreifen, reizende Zierde für Shränke 2c., bedeutend dauerhafter wie gewöhnliche Schrankspitze, empfiehlt Carl Braus. (anerkannt fein) Pfd. 1,15 NAK. Carl Trog, Schwerte. mit Tressür und Fallerung samtiicher Tiere. Anfang 5 und 8½ Uhr abends. Grösstes Unternehmen in diesem Genre. Reichhaltiger Tierbestand. Kameele, Elesanten, 17 Löwen, Tiger, Leoparden, Eisbären 2c. Auftreten des weltberühmten Dompteur Charles mit seinem wunderbar dressierten Berberlöwen Nero, der renomm. Tierbändigerinen Miß Gora u. Debut des berühmten Tierbäudigers Mstr. William. Größte Attraktion des 20. Jahrhunderts, PIINVO ein männlicher NERO, A. Kunstreiter zu Löwen als Seiltänzer. Die Triumphfahrt der Löwen. Elefauten als Akrobaten. Neu! Sensationell! Neul K0 Der Löwen-Ringkampf. Preise der Plätse: 1 Platz 1 Mk., 2. Platz unter 10 Jahren: 1. Platz 50 Pfg., L. wlatz 30 Pfg. Zechechtungsvoll! Gompteer Charles. handels-Nachrichten. Neuß, 15. Juni. Rüböl per 100 kg in Partieen von 100 Ctr. (ohne Faß) 49,50, Rüböl per 100 kg faßweiße(ohne Faß) 51,00 Mk. gereinigtes Oel per 100 kg 3 Mk. höher als Rüböl. Rübkuchen per 1000 kg 90, in kleineren Partieen 94 Mk. Kleie 5,00 Mk. pr. 50 kg Butter per kg 2,30, Eier per Schock(60 Stück) 3,90 Mk. Weizen, neuer I. 16,80, do. II. 15,80, I1. 14,60. Roggen, neuer I. 14,50 II. 18,20, III.00,00, Hafer I 13,10. II. 12,10, Raps I. 00.00, II. 00,00 Mk., alles die 100 kg. Köln, 15. Juni. Fruchtmarkt. Weizen 00,00, Roggen 00,00, Hafer 18,60—14,40, Heu 6,00—7.50. Maschinenstroh(Roggen=) 2,80, Richtstroh(Flegeldrusch) 8,00, Krummstroß 2.70 Mr. die 100 kg. Hinweis. Der heutigen Nr. unserer Zeitung liegt ein Prospekt der M. Peterseim's Blumengärtnereien, Erfurt, bei, worauf wir ganz besonders aufmerksam machen. Veranwortig siz den ndaktisudten Tell füie demn Anzeigeztell: Jalius Haume is Schwerw. Duns und Vrighpen Sui dunt i