nse reiswürd bei IIn ndes Wolfr, I. Schles. Formulare Carl Braus r. 1. Sept. ob ieten. Offerten die Geschäftss schrichten. Raböl ve## von 100 Ctrh Rüböl per Faß) 51,.25 Mg 100 kg 3 M Rübkuchen p## neren Partieen## Mk. pr. 50 k 30. Eier pe# 90 Mk. Weizen u. 158¼ euer I. 1½### Hafer I. 13.1 10.00, II. 00 Fruchtmark# en 00,00, Hafr 620—61/ koggen=) 2. drusch) 32½ kk. die 100 k### redaktionellen Th schade, : Julius Humm verte. von Carl Bran## erte. ie für Fernsprech=Anschluß Nr. 62.„urt, Fchzperte. Telegr.=Adresel Praus, Schzustur=auhr. Wüle Krets= und Lolaldoligelichen Verordnungen für den Preis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung" rechtsverbindliche stratt. Percinte eistfeis er Scise eüier erer e 42 Pfg. Bestellgeld, wenn durch die Post bezogen. Erscheint an jedem Wochentage. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund.“ Nr. 132 Schwerte, Dienstag den 9. Juni 1903. 36. Jahrgang. Die„Vorwärts"=Druckcrei als Mustervetrieb. Das Zentralorgan der sozialdemghrutkehnz, Ferzieg deutschlands erscheint bekanntlich im Druchuitag Gaus. er„Vorwärts=Buchdruckexei und Verlagsanstur. Pal Singer& Co.“ Man soute nun meinen, daß die beim Vorwärts“ angestellten Arbeiter, natürlich nur Sozialdemokraten, wie in einer Musteranstalt beschäftigt en. Das ist aber nicht der Fall. Der„Correspondent" Verbandsorgan für Deutschlands Buchdrucker und Schrift gießer, der größten aller derartigen Organisationen, berichtet in Nr. 62 vom 30. Mai der Evang. Arbeitervereinstag. Berlin, 7. Juni. Von der hier tagenden Hauptversammlung des Gesamtverbandes evangelischer Arbeitervereine Deutschlands wird des weiteren verichter: Pfarrer Arndt(Volmarstein), Schriftführer, erstattete den Geschäftsbericht. Im allgemeinen und großen und ganzen kann man zufrieden sein. Es wird viel geklagt, au. die Pastoren, die oft nicht kommen, wenn man sie ruft. Auch die Herren von Bildung und Besitz, etwa nach der Physiognomie der„KölnischenZeitung“, schließen sich noch immer außerordentlich gegen unsere Bewegung ab. Am manches, meisten ist wohl auf religiösem Gebiete erreicht giecßer, der größten aller derarigenr Orgauisatigpen, V., auf poltschem Gebiete maungen, was sich sa wohl. bei der richtet in Nr. 62 vom 30, Mai d.38, über eine Versa., bevorstehenden Reichstagswahlen zeigen wiro. Wir halung des Vereins Verliner Buchdruckmaschinenmeister, ben im Ausschuß die Parole ausgegeben: für den nationaund in diesem Vericht lesen wir: Längere Zeit beschäftiger len Kandidaten. Schwierigkeiten wird es freilich bei einer sich der Verein mit den Zuständen bei Singer& Co., 1/(Stichwahl zwisch sich der Verein mit den Justäinzsehaben sich dart Verhält. ohoden herausgebildet, die selbst in Stichwahl zwischen Ultramontanismus und Sozialdemosckerei des„Vorwärts“. Es haben sit) vort#.n, kratie geben. Wir mussen es in solchen Fällen dem Genise und Arbeitsmethoden verutehetrune, bie ein, u.)“. unserer Müglieder überlassen, zu entscheiden, Verbürgerlichen Geschaften nicht ublich und und die au dul. Haältrizmäßig am meisten gearbetet wird in den beiden den wir am allerwgeist emitt unserem Gelde erichtet ist, Verbänden in Rheinland=Bestfalen und in Sachsen. hsen. In der Besprechung empfiehlt Legewitt(Essen) dringend, noch stärker sozial zu arbeiten. In Essen habe man große einer Woche nicht gebräuchlich waren, daß die Löhne so tief wie möglich gedrückt werden, daß überhaupt in allem das Bestreben zu erblicken sei, in echt kapitalistischer Weise aus der Arbeitskraft eines jeden einzelnen soviel wie möglich herauszuschlagen. Der Obermeister des Kollege Hoyer, führte zur Verteidigung aus, jedes Geschäft, welches technische Neuerungen einführe, wolle damit Geld verdienen; daß damit oftmals eine Benachteiligung der Arbeter verbunden, sei zu bedauern, aver daran könne auch eine Parteidruckerei nichts ändern, denn sie müsse mit der Konkurrenz rechnen. Von den nachfolgenden Rednern wurde die Handlungsweise der Leiter der Druckerei in bezug auf die kritisierten Punkte fast augemein verurteilt. Wir haben keine Animosität gegen das Unternehmen, sondern wünschen ihm das beste Gedeihen, aber wir verlangen, daß der Widerspruch zwischen Theorie und Praxis beseitigt wird, daß Mißstände, die an anderen kritisiert werden, vor allen Dingen im eigenen Betriebe unterbleiben, selbst auf die Gefahr hin, daß dadurch der Profit etwas geschmälert werde. Die Druckerei sollte ihre Ehre darein setzen, als Musterinstitut zu gelten und sich nicht von anderen überflügeln lassen. Die Refoxzgn, die verlangen, sind keine derartigen, daß sie das Gebeihe des Unternehmens in Frage stellen, sondern mit einigem guten Willen leicht durchführbar. bedenklich gewirkt hat.— ung des Ausschusses zu den Wahlen einstimmig angenommen. zahl von zufälligen Zuschauern der Tragödie: Weiber und Kinder. Laut Beschluß der Kampfesorganisation der sozialistisch=revolutionären Partei ist der Gouverneur von Ufa, N. M. Bogdanowitsch, am 6.(19.) Mai durch zwei Mitglieder der Organisation hingerichtet Folgt der Stempel der„Kampfes=Organisatign; Dieses„Urteil“ hat eine ganz besondere Bedeutung. es ist nämlich von Regierungsseite das Gerucht verbreitet worden, das auch Eingang in einen Teil der westeuropäischen Presse gefunden hat, daß das Attentat von Ufa einen Racheakt seitens der erregten Ufaer Arbeiter darstelle. Das oben reproduzierte offizielle„Urteil“ zeigt Zeutlich, daß wir es mit einem ausgesprochen politischen Allentat zu tun hatten. Politische Uebersicht. Deutschland. Vom Nihilismus in Rußland. Aus Ufa, dem Schauplatze des jüngsten nihilistischen Attentats, wird geschrieben: Es dürfte Sie vielleicht interessieren, den genauen Wortlaut des„Urteils" kennen zu lernen, kraft dessen unser Gouverneur, General Bogdanowitsch, am 19. Mai auf offener Straße erschossen worden ist. Dieses„Urteil“ ist vom Tag des Attenats vatiert und hektographiert mehreren hiesigen, sowie Petersburger Würdenträgern per Post anonym zugestellt worden. Es lautet in wortgetreuer Uebersetzung: „Am 13. Mai 1903 ist auf Befehl des Gouverneurs von Ufa, N. M. Bogdanowitsch, seitens des Militärs auf die versammelten streikenden Arbeiter der Stadt Slatoust geschossen worden. Auch auf Fliehende wurde geschossen. Im ganzen wurden 28 Personen getötet und überdies gegen 200 verwundet, von denen zahlreiche ihren Wunden bereits erlegen sind. Unter den Getöteten und Verwundeten befand sich eine An— Der Kaiser und die Kaiserin sind am Montag vormittag aus Frankfurt a. M. resp. Wiesbaden wohlbehalten im Neuen Palais bei Potsdam wieder angerommen. Im Laufe des Sonntags hatte der Kaiser in eine Parade abgenommen und ein neuaufgedecktes römisches Bad besichtigt. Bei der Abreise gegen 11 Uhr abends wurden den Majestäten vom Publikum große Huldigungen bereitet. Zur Verabschiedung auf dem Bahnhof war auch der greise König von Dänemark erschienen; beide Fürsten küßten sich wiederholt. Montag nachmittag be teiligte das Kaiserpaar sich in Potsdam an einem Blu— Geistliche Reichstagskandidaten sind bisher 51 aufgestellt worden, davon 39 katholische, 12 evangelische. Unter den katholischen sind 32 Zentrumskandidaten, in den Rest teilen sich Polen und Elsässer. Vor den protestantischen Geistlichen sind 3 Antisemiten, zwei christlichsoziale(Stöcker und Lic. Mumm), 2 Nationalliberale Dr. Hackenberg und Super. Klingemann=Essen), 1 Konservativer. Es kommen hinzu die emer. Pfarrer, Raungnn und Kötzschke(natl.=soz.), die Sozialdemokraten Sohre und Peus, die ebenfalls nicht mehr dem geistlichen Stand angehören, sowie schließlich der frühere Jesuit Graf Hoens— Auf dem Schlachtfeld zu Rezonville bei Metz ist am Sonntag unter überaus starker Beteiligung ein Denkmal zu Ehren der 1870/71 gefallegen Tgrgggg, des thüringischen Infanterie=Regiments worden. Der Feier wohnten auch General Stötzer und viele Angehörige des genannten Regiments bei. England. = Mit dem Gesundheitszustande des Konigs Eduard von England muß es recht schlecht bestellt sein. Prä. Eine C## n Roman von L. Haibheim. (62. Fortsetzung.) Ja, ja! Sie wollte gehen— gleich morgen wollte sie reisen. Sie würde sich gar nicht erst anmelden, sie würde da sein und zur Frau Oberstleutnant sagen:„Geh zum Vater, liebe Mutter! Ich sorge für Deine Lieben!“ „Ob Dein Vater dazu: Ja sagen wird?“ fragte sie Aber gewiß! Er hatte neulich sogar selbst den Wunsch ausgesprochen, daß Ulla fortreise, falls Wolzin genese, damit die peinliche Stellung, die er zu ihr und sie zu ihm einnehme, in ihrer Abwesenheit geklärt werden könne. Nun wußte sie, wohin sie reisen wollte— jetzt hatte si Es war Herbst geworden, die Blätter hingen nur noch lose an den Bäumen, aber die Natur hatte ihr buntestes, schönstes Festkleid angelegt und die Sonne schien Alle Welt pilgerte fröhlich hinaus, sich daran zu erfreuen, nur im Hause des zweiten Direktors der Bank herrschte eine dumpfe Trauer, die alle Bemühungen Ullas nicht zu heben vermochten. weh. Sie wurde— das fühlte sie deutuch— immer mehr ein ernstes, freudearmes Mädchen, dem die Zukunft auch nicht ein lachendes Bild zeigte. Lum um all. Hehans. Darum paßte sie auch so gut zu bein um alle Levensfreude gekommenen Manne, dessen Haushalt sie vorstand, dessen Kinder sie versorgte, um den alten Eltern wenigstens diese Unruhe abzunehmen. Sie waren ihr alle von ganzem Herzen dankbar, obwohl zuerst der Oberstleutnant, als er hörte, sie sei ohne Aufforderung zu Hans gekommen, in seiner Weise wieder einmal über„die fantastischen Frauenzimmer“ schalt, die sich nicht genug tun könnten in ihrem idealen Streben, glühende Kohlen auf das Haupt eines Sünders zu sam„Anna und Ulla hätten den Plan ausgeheckt,“ beeiu und dann zeigte er mit spöttischem Lachen auf seine Stirn—„weil sie eben beide anders waren, als andere Frauenziner.. schschen, daß Hans Aber wie gern ließ er es dennoch geschehen, vaß Hans diese große Wohltat ohne jedes Strauben— ganz apaEs war traurig, zu sehen, wie der Unglückliche all mählich verfiel und in dumpfem Brüten nur immer vor sich hinstarrte... 6i, Juz, Ulla lernte bald erkennen, daß die einzige Möglichkeit, ihn zum Sprechen zu bringen, darin lag, ihn von Hilde erzählen zu. lassen. Dann gab zuweilen ein Wort das andere, sie fragte geschickt, lockte ihn Schritt fi Schritt weiter und gab ihm so die Erleichterung eines flüchtigen Vergessens seiner Lage. Aber das half auch nicht immer. Heute hatte sie alles versucht, er war nicht Da brachte der Briefbote die Postsachen. Hans verließ den Balkon, um sie in seinem Zimmer durchzusehen, Ulla lehnte gedankenvoll in ihrem Stuhl und ließ das bunte Gewoge der Menschen an sich vorüberziehen. Sie wünschte sich einen Besuch, eine frische belebende Menschenstimme; der Lauf der Stunden und Tage in dieser Traueratmosphäre wurde nachgerade so schwer in seiner grauen Eintönigkeit, daß sie meinte, es müsse durchaus ein Sonnenstrahl kommen, wenn sie es aushalDie Kinder hatte sie mit der neuen bewährten Kinderfrau fortgeschickt ins Freie— sie fühlte sich recht allein. Da kamen rasche Schritte durch den Salon. Das war nicht Hans' schwerer müder Gang. Ihr Herz schlug schneller. Fritz? Richtig, da stand er schon an der Balkontür. Mit fragendem Blick sah er sie beklommen an, ob er wohl auch willkommen sei. Und sie rief ihm den Gruß jubelnd entgegen, helle Freude überglänzte ihr Gesicht— „Got sei Dank, daß ich Dir nicht unwillkommen bin!“ “„Das bist Zu nie, Fritzl“ versicherte sie. „Na— das letzte Mal?“ lächelte er mit etwas trübem Ausdruck. Dann fragte er nach Hans. „Ich komme wegen Wolzin. Er ist ziemlich wieder hergestellt, aber so gealtert, so gebrochen! Und das Schlimmste ist, es steht sehr schlecht um seine Sache. Er kann sich absolut nicht erinnern— bleibt aber dabei, das Geld habe er nie empfangen— denn sonst sei es gebucht. Die Unterschriften seien nicht die seinigen, behauptet er aber sie sind es, sagen außer dem Buchhalter fast alle seine Leute.— Man spricht schon davon, wieviel Zuchthausstrafe er bekommen werde, Ulla! Nun dachte ich: Haus nutz nochdenten,. gände zusammen. Ne Sie schlug, entsetzt die Hande guchungen, neu war ihr dies alles ja nicht— aber, daß gar keine Wendung „Hans muß sich besinnen, ob er nicht irgend eine Erinnerung findet, die wertvoll für Wolzin werden, die ihm helfen könnte, seine Gedächtnisschwäche zu besiegen," fuhr Hans kam jetzt eben, der Diener hatte ihn benachEr freute sich sichtlich und dann seufzte er, sah sich melancholisch und hoffnungslos in den schönen großen Räumen um, die Hilde so kurze Zeit nur, aber so freudevoll bewohnt hatte und fragte dann, welchem guten Stern er des Bruders Besuch zu danken habe. „Ich bin eben daran, dies Ulla zu erklären. Du mußt der unseligen Gedächtnisschwäche Wolzins aufzuhel * 6 sident Loubet wird dme Könige zwar noch den vereinbarten Besuch, und zwar in den Tagen vom 6. bis 9. Juli abstatten, König Viktor Immanuel von Italien hat da gegen seinen Besuch bis zum 15. November aufgeschoben. Wenn in London behauptet wird, daß dies auf den Wunsch des italienischen Königs geschehen sei, so werden sich für diese Wendung doch wohl wenige Gläubige finden. Auch die für den Sommer in Aussicht genommene Reise Königs Eduard nach Petersburg unterbleibt in diesem Jahre. Von unserer Marine. Die Frühjahrsreise des ersten deutschen Geschwaders unter dem Befehl des Prinzen Heinrich von Preußen erhält eine Verlängerung. Die Schiffe, die am gestrigen Montag nach Kiel zurückkehren sollten, treffen erst am Mittwoch im Kriegshafen ein. Die Torpedobootsflottille ging am Sonnabend von Kiel um Skagen in See, um dort zu dem heimkehrenden Geschwader zu stoßen. Auf der Fahrt nach Kiel finden gemeinsame Uebungen statt, die eine Vorbereitung für die großen Seemanöver bilden. — In der neuesten Liste der Kriegsschiffe werden aufgeführt: 18 Linienschiffe, 8 Küstenpanzerschiffe, 12 Panzerkanonenboote, 11 große, 30 kleine Kreuzer, 6 Kanonenboote, 26 Schul=, Spezial= und Hafenschiffe. Zahlreiche Torpedoboote kommen hinzu.— Secoffiziere zählen wir 897, darunter 3 Admirale, 8 Vize= und 16 Kontreadmirale, 56 Kapitäns zur See. Das Avancement in der Marine ist viel besser als im Heere. Unmaßgebliche Gedanken. Wie es in der Welt steht. Für den Landwirt beginnt demnächst der schwerste aber auch der lohnendste Teil der Arbeit, die Ernte. Die Wiesen sind heute bereits zum großen Teil für die Sense reif. Immerhin wird mit dem Beginn der Nacht bis in die zweite Junihälfte hinein gewartet werden, zumal der kühle Mai die Vegetation etwas aufgehalten hat. Auch der Roggen hat seine grasgrüne Farbe bereits verloren und Aehren angesetzt. Nach der Heuernte kann dann ungesäumt mit der Einbringung des Roggens begonnen werden. Beide Fruchtarten stehen in den Niederungen vorzüglich und lassen einen reichen Ertrag erwarten. Da, wo ausgiebige Feuchtigkeit für die Entwickelung der Wiesen und des Getreides erforderlich ist, sind die gegenwärtigen Ernteaussichten freilich etwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Einige gründliche Regengüsse, die nicht nur die Oberfläche sprengen, sondern den Boden kräftig durchdringen, wären in vielen Gegenden hochwillkommen. Namentlich verlangen auch die verschiedenen Gemüsearten und ganz besonders die Kartoffeln nach einem fruchtbaren Regen. Bleibt dieser aus, dann sind ernste Besorgnisse wegen der Kartoffelernte nur allzu gerechtfertigt. Während der laufenden Woche hat der Landmann jedoch noch verhältnismäßig ruhige Zeit, bis zum 16. Juni, dem Tagwahl, kann daher auch die ländliche Bevölkerung noch tätigen Anteil an der Wahlbewegung nehmen. Und daß sie es tut, beweisen tausend Beispiele. In Stadt und Land ist für die Wahlen so emsig agitiert worden, daß man dies mal allgemein auf eine ganz besonders starke Wahlbeteiligung rechnet. Möchte sich diese Rechnung als zutref fend erweisen. Je mehr Wahlzettel am heutigen Dienstag über acht Tage abgegeben werden, um so günstiger wird fen versuchen! Der Unglückliche kann sich an nichts genau, an vieles gar nicht erinnern und es steht für ihn alles auf dem Spiel!“ Sie redeten hin und her. Hans fing an, sich aufzuregen, sich kar zu machen, was Fritz von ihm verlangte — zu Recht und Gunsten ienes Mannes, dem Hans sicher nur Dank schuldete. Dazwischen redeten sie von Wolzins Vermögensverlusten. Damit hatte es seine Richtigkeit, Onkel Schragert war gerade dabei, die Bilanz des Ganzen zu ziehen, nachdem er überall Ordnung und Klarheit wiederhergestellt— da war vorgestern die Schreckenskunde gekommen, sein einziger Sohn— Vetter Bernard — sei bei einer Ruderübung ertrunken und mit ihm drei oder vier andere junge Leute. Mehr wußte man nicht. Der Onkel selbst hatte nicht geschrieben und nicht telegraphiert. Der Buchhalter hatte es Wolzin gemeldet, es stand auch schon in der Zeitung. Fritz erklärte, er werde mit dem Nachtzuge von hier nach Hamburg fahren, um dem Onkel in seinem Kummer zur Seite zu stehen und da er nun einmal Urlaub habe nehmen müssen, sei es ihm Pflicht und Herzenssache gewesen, Hans für Wolzin zur Rettung aufzurufen. Und nun begannen sie systematisch die Sache zu besprechen. Fritz hatte sich ausgedacht, Hans müsse, wenn möglich, alle seine Notizen, eventuell auch Briefe nachsehen, ob er vielleicht etwas darin finde, was Wolzin nützlich sein könne. Zu decken war der Verlust ja nicht; nur einer Erklärung bedurfte es, die Wolzin von dem Verdacht der Unterschlagung glaubhaft reinigte. Was war dann daranogelegen, daß er sein großes Vermögen verloren hatte? Nach Onkel Schragert's Aussagen blieb für ihn und Anna genug zum Leben, sogar zu einem recht behaglichen Leben. Hans wurde lebhaft; das Blut stieg ihm zu Kopfe. sich das Wahlresultat für die bürgerlichen Parteien gestalten. Die Sozialdemokraten üben ausnahmslos ihr Wahlrecht aus; die Säumigen gehören stets den bürger lichen Parteien an. Der ersteren Pflichtvergessenheit haben die letzteren daher zu büßen. Am heutigen Dienstag erwartet man im Londoner Unterhause erregte Debatten. Dort wird der Ministerpräsident Balfour noch einmal um eine ganz genaue Präzisierung der zollpolitischen Absichten der Regierung ersucht werden. Außer Balfour wird gewiß auch Chamberlain die Gelegenheit benutzen, um seinen Einfluß noch einmal zur Geltung zu bringen. An dem ieg des Kolonialministers zweifeln wir keinenAugenblick. Ernste Nachrichten liegen aus China vor, in dessen Gewässern soeben ein größeres amerikanisches Geschwader unter dem Oberbefehl des Kontreadmirals Evans zusammengezogen wird. Auch ist die Rede von dem bevorstehenden Ausbruch eines russisch=japanischen Krieges wegen Korcas und der Mandschurei. Sehr glücklich fühlt sich Präsident Roosevelt, der seit dem Ende voriger Woche wieder im Weißen Hause zu Washington weilt und als Resultat seiner strapazenreichen großen Wahlreise das Bewußtsein mit nach Hause gebracht hat, daß er die Präsidentenwohnung im kommenden Jahre noch nicht werde zu räumen brauchen. Wir Deutsche nehmen aufrichtigen Anteil an dem Vergnügen des Herrn Roosevelt, wissen wir doch, daß er Deutschland mehr Verständnis und Wohlwollen entgegenbringt, als alle übrigen Yankees zusammengenommen. und Landwirtschaft. (Ueber die Tomaten,) die bisher in Deutschland nur in bescheidenem Umfange angepflanzt wurden, erfahren wir aus einem Aufsatz im praktischen Ratgeber, daß ihr Anbau in den Vereinigten Staaten Nordamerikas eine ungeheure Ausdehnung genommen hat. Allein im Staate New=Jersey sind 2500 Acker mit frühen Tomaten bepflanzt und die amerikanischen Konservenfabriken liefern re 5½ Millionen Kisten mit je 24 Büchsen eingemachter Tomaten. Die Marktgärtner Nordamerikas nehmen aus der Tomatenkultur im Freien und in Glashäusern einen guten Gewinn. Eine genaue Beschreibung der nordamerikanischen Tomatenkultur enthält Nr. 23 des praktischen Ratgebers, welche allen Gartenfreunden auf Verlangen kostenfrei zugeschickt wird. Lokales. Schwerte, 9. Juni 1903 (Größere Pflege des deutschen Volksliedes) hat der Kaiser in seiner Rede gelegentlich des Sängerwettstreits in Frankfurt a. M. empfohlen, auch das Preisrich terkollegium hat erklärt, daß das deutsche Lied einer immer größeren Vollendung entgegengeführt werden müsse. Sache der deutschen Männergesangvereine ist es nun, den gewiesenen Weg zu beschreiten, was ihnen um so leichter werden wird, als der Kaiser versprochen hat, alle Volkslieder sammeln zu lassen und sie den Vereinen zugänglich zu machen. Mit dem Volksliede werde der Patriotismus gestärkt werden, sagte der Monarch und dieses Wort dürfte sich als ein Wahrwort erweisen. Ein Volkslied geht stets zu Herzen, jedermann wird es gern hören. Wieviel Poesie liegt doch im deutschen Volkslied! Darum pflege man es wechr dis bieer!. #cereise gemacht. Ah! Die fiel ja zusammen mit dem Datum der Quittungen! Fritz schrie laut auf vor Freude! Hans sprang empor und lief ins Haus. Dann kam er nach einer Weile mit verschiedenen Briefbündeln— lauter Briefe, die Wolzin ihm von seinen verschiedenen Reisen geschrieben, oft nur Zettel, mitunter lange Berichte. Sein„Schwiegervater“ in Schmach und Schande? ser rechtschaffene Mann? Er erschrak über seine bisherige Teilnahmlosigkeit. Nun, natürlich, er hatte gar nicht gezweifelt, daß Wolzin mit vollem Glanz aus der Sache hervorgehen würde.„Politische Manöver“ hatten auch seine neuen Bekannten hier öftergesagt.„ Sie fingen an zu rechnen, zu notieren. Fritz hatte bestimmte Daten mitgebracht, so zum Beispiel die der Quittungen, um die es sich handelte. Ah— das war also in der Zeit, wo Hans und Anna ihre Hochzeitsreise machten? Schlimm! Da konnte Hans also nichts wissen. Aber halt! Vierzehn Tage nach der Hochzeit war Wolzin nach England gereist und von dort mit dem Mr. — halt, wie hieß er doch gleich?— Ulla half ein: Mr. Egerton! Sie hatte ihn kennen gelernt, als er später einmal Wolzins Besuch erwiderte. Und sie erinnerte sich nun auch, daß Wolzin mit Mr. Egerton auf dessen Jacht eine Novembersturm rüttelte und schüttelte die schon fast kahlen Bäume, ein Regenschauer löste den anderen ab, man konnte sich kein unfreundlicheres Wetter denken. Ulla Burghausen stand an einem Fenster der Villa Wolzin und starrte mit heißen Blicken die Straße entlang nach dem Boten, den Onkel Schragert ihr versprochen, so bald das Urteil gefällt sei. Das Urteil über den Geheimen Kommerzienrat Wolzin, den Inhaber vieler hoher Orden des In= und Auslandes, den gefeierten reichen Wolzin, der sich Jahrzehnte hindurch der größten Hochachtung seiner Mitbürger und des allgemeinen Vertrauens hatte erfreuen dürfen. Sollte man je an solche Möglichkeiten geglaubt haben?„ Und in das regungslose Staunen Unlas und die tiefe tille tönte nur das leise Ticken der kostbaren Uhr auf dem Kamin, das Knistern des Holzfeuers und zuweilen das Rauschen eines Frauenkleides, das über den Teppich scheppte und dann zeitweilig wieder ganz aufhörte, wenn die Trägerin desselben mit leisen Schritten durch die Flucht der anderen Zimmer glitt, die Hände gefaltet, das blasse Gesicht von Angst und Aufregung ganz verstört, jeder Zug vertieft und verschärft. Nun war es doch so gekommen, wie es Anna von Glaichen so lange für unmoglich gehalten— ihr Vater hatte sich wegen Unterschlagung vor dem Schwurgericht u verantworten. Die Summe war bei weitem nicht unerschwinglich für den einst reichen, jetzt kaum noch wohlhabenden Wolzin. Er hatte sich auch längst bereit erklärt, sie zu erstatten, aber die Sache war von seinen parteifeindlichen Gegnern unter dem taufendmal wiederholten Motto:„Die kleinen Diebe hängt man“— so aufgebauscht, daß an einen anderen Weg der öffentlichen Rechtsprechung gar nicht gedacht werden konnte. Und dazu kam dann noch Wolzins lange Krankheit. Wie oft hatten die beiden einsamen Frauen heute schon nach der Uhr gesehen! Der Zeiger schien gar nicht weiter zu rücken und dann— hatte nicht Onkel Heinrich ihnen gesagt, als er vorhin hier war, sie müßten mit unvorhergesehen Umständen rechnen, es könne vielleicht Abend werden, ehe das Urteil der Geschworenen erfolgte? (Fortsetzung folgt.) **(Geflügelzuchtverein.) Die am Sonntag nachmittag im Wellenbad Geisecke stattgehabte Generalversammlung war, wie uns mitgeteilt wird, von etwa 35 Herren besucht und wurde vom Vorsitzenden Herrn Lehrer Siethoff gegen 6 Uhr eröffnet. Nachdem die Mitglieder vorher den Geflügelhof des Landwirts Herrn Externbrink besichtigt hatten, welcher allgemeines Interesse erweckte, erstattete der Herr Vorsitzende Bericht über den letzten Verbandstag, welcher in Unna im Hotel Dröge stattfand. Herr Spaemann sen. war der Ansicht, daß die auf dem Verbandstage gemachte Anregung, den Verkauf der Eier tunlichst nach Gewicht zu bewerkstelligen, nicht gut angängig sei. Die Versammlung stimmte dem bei. Das Publikum sei daran nicht gewöhnt und außerdem wäre der Verkauf nach Zahl wohl reeller. In Erledigung des dritten Punktes der Tagesordnung gab Herr Vorsitzender Siethoff Bericht über die Beschlüsse des landwirtschaftlichen Kreisvereins Hörde bezüglich der von diesem im Juli dieses Jahres am„Freischütz" zu veranstaltenden großen landwirtschaftlichen Geflügel=Ausstellung. Auf der Ausstellung wird nur Nutzgeflügel zugelassen und an Standgeld für 1 Hahn und 1 Henne 2,50 Mk., für einen größeren Stamm 3,50 Mk. erhoben. Der Verein stellt für sich auf einem größeren Stand aus und will die Ausstellung möglichst vielseitig und reichhaltig beschicken. Es haben bereits mehrere Mitglieder ihre Beteiligung zugesagt. Vom Vorsitzenden wurde auch noch vorgeschlagen, Ehrenpreise zu stiften und hierfür 40 Mk. zu bewilligen. Der Betrag wurde auch einstimmig bewilligt. Zur Anschaffung der Ehrenpreise, welche aus nützlichen Gegenständen bestehen sollen, wurden die Herren Westermann=Villigst, Vorsitzender Siethoff und Karl Elsenplässer=Villigst gewählt. Des ferneren soll Freiherr Major von Rheinbaben, Haus Ruhr, gebeten werden, das Protektorat der Veranstaltung zu übernehmen. Die Herren Hohenschwert, Wortmann und Siethoff werden dieserhalb persönlich bei ihm vorstellig werden. Als neue Mitglieder haben sich Herr Bäckermeister Karl Westermann in Schwerte, Herr Landwirt Becker in Rheinen und Herr Lehrer Schultz in Rheinen gemeldet. Die Herren wurden einstimmig ausgenommen. Vom Vorsitzenden wurde sodann noch vorgeschlagen, sich der Vermittelungsstelle für An= und Verkauf von Geflügel in Werl anzuschließen, da dieselbe eine übergroße Nachfrage hat und sehr gute Preise erzielt. Nachdem der Herr Vorsitzende die Versammlung geschlossen hatte, wurde die großartig derssierte japanische Höckergans besichtigt, deren Künste große Heiterkeit erregten. (Der nationalliberale Wahlverein) hielt gestern abend im Böhmer'schen Saale eine sehr stark besuchte Versammlung ab, welche sich mit der Aufstellung der Vertrauensmänner für den Wahltag beschäftigte. Der Besuch und die Stimmung der Versammlung gaben Zeugnis davon, daß die nationalgesinnten Wähler auch in Schwerte endlich die Lauheit abgestreift haben und frohen Mutes und voller Zuversicht auf einen guten Ausgang in den Wahlkampf ziehen. Sehr erfreut konstatierte der Leiter der Versammlung, Herr Betriebschef Müller, diesen Umschwung in der Stimmung der Wählerschaft, desgleichen nach ihm Herr Rechtsanwalt Backhausen. Die Aufstellung der Obmänner und der Vertrauensmänner ging glatt von statten und in den nächsten Tagen werden die hierzu ausersehenen Herren in mehreren Besprechungen Fühlung mit einander nehmen, um am Wahltage erfolgreich und recht umfassend arbeiten zu können. Die nationalliberale Partei errichtet für den Tag vier Wahlbureaux und zwar in den Wirtschaften Böhmer, Andree, Leineweber und Färber, das Hauptbureau ist bei Ostermann=Engel. Besonders Interesse erregte natürlich die Mitteilung, daß am Donnerstag abend im großen Hagemann'schen Saale, 8 Uhr, die Herren Hilbck und Dr. Beumer ihr Programm darlegen werden, und wir richten an alle nationalgesinnten Männer den Appell, zu erscheinen, um diese Versammung zu einer imponierenden Heerschau der Wahltruppen zu gestalten. Nach einigen weiteren geschäftlichen Mitteilungen wurde dann die Versammlung geschlossen. ***(Postpersonalie.) An das hiesige Postamt versetzt ist der Postassistent Seehausen von Hagen. **(Nach Dresden) sind nach der dort eröffneten Städteausstellung als Vertreter unserer Stadt die Herren Bürgermeister Rohrmann und Stadtbaumeister Bierbach am Samstag abend abgereist. *(Telegramm=Adressen.) Vom 1. April 1904 sollen keine neuen Telegrammadressen(Kennwort statt voller Adresse) mehr zugelassen werden. Die alten Telegrammadressen sollen bestehen bleiben. In großen städten, namentlich in Berlin, hat die Anwendung von Telegrammadressen oft zu Weiterungen geführt, da die ungeheure Anzahl der Geschäfte, die der Telegrammadressen sich bedienen, die Uebersichtlichkeit erschwerte. Dazu kommt noch, daß die gewählten Kennworte sich manchmal kaum oder nur durch ein leicht übersehbares Merkmal gegenseitig unterschieden, sodaß die Telegramme falsch geleitet wurden. **(Bautätigkeit.) Wie uns mitgeteilt wird, beabsichtigt der Bauunternehmer Wilhelm Sieberg hier an der Ecke der Hohenzollern= und Hörderstraße ein großes Geschäftshaus zu errichten. Dadurch würde der Anfang zur Bebauung dieser Seite der Straße gemacht werden. **(Einen bösen Unfall) zog sich gestern nachmittag im hiesigen Bahnhofe ein auswärtiger Bremser zu. Zum Vesperbrot wollte er sich ein Stück von dem mitgenommenen Brot abschneiden, glitt aber mit dem Messer ab und schnitt sich an der linken Hand die Pulsader durch. Nachdem ihm die erste Hilfe in der Bahnhofs=Unfallstation durch Unterbindung der Adern usw. geleistet worden war, wurde er zu Herrn Dr. Haver gebracht, der ihm die ärztliche Hilfe gewährte. **(Verdächtiges Gerstenmehl.) Auf Veranlassung der Regierung zu Arnsberg eingeholte Erkundigungen haben ergeben, daß tatsächlich im hiesigen Regierungsbezirk vielfach Gerstenmehl zu Futterzwecken in verfälschter und verunreinigter Ware in den Handel gebracht wird, und daß hierunter nicht nur der reelle Kaufmann, sondern sptsächlich auch der Arbeiter, der Gerstenmehl zur Mästkaufen pflegt, empfindlich zu eiden hat. Zur Beseitigung dieses Mißstandes wird das Publikum darauf aufmerksam gemacht, und aufgefordert, Proben von verdächtigem Futtermehl, unter Angabe der Bezugsquelle, an die Ortspolizeibehörde einzureichen zur Untersuchung und eventuell öffentlichen Bekanntmachung des Untersuchungs=Ergehnisses und straferftlscheg e folgung dse schuldigen Verraufers oder Herstruers. * Aplerbeck, 8. Juni. Die Evangelisationsgesellschaft hielt gestern nachmittag im oberen Saale des Herrn Möller eine Familienfeier ab, die in Ansprachen, Erbauungsandacht und gemeinschaftlichem Kafferetezatenze aug Gegen 100 Personen waren erschienen, daru##— Teilnehmer aus der Nachbarschaft, wie Solde, Hörde und *** Berghofen, 8. Juni.(Reservistenübungen.) Aus unserer Gemeinde ist eine große Anzahl Reservisten der Jahresklasse 1899 zum 1. Juli zu einer 14tägigen Uebung nach Metz einberufen worden. * Berghofen, 8. Juni.(Schützendienst.) Samstag abend bezog die 1. und 5. Kompagnie des hiesigen Schützenregiments unter Führung ihrer Hauptleute Biwak; die 1. Kompagnie im L.'schen Steinbruch im felde und die 5. Kompagnie im L.'schen Steinbruch in der Berghofermark. Das Biwak hatte einen recht militärischen Hergang. Die Kompagnien rückten mit voller Bagage, Zeltausrüstung, Kochgeschirre und Schapzzeung u den Platz und nach kurzer Zeit standen Zelte,##e ochlöcher in bester Ordnung ausgefuhrt. Kurz earauf mußte der Marketender mit seiner Kantine ins Lager ziehen und begann dann das Kochen und Braten. wurde aber auch recht militärisch geübt, besonders wurden Vorposten und Feldwachen ausgestellt, und rege P trouillengänge gemacht, welche zur Zufriedenheit de Stabsoffiziere ausgeführt wurden. Westfalen und Nheinland. * Dortmund, 8. Juni. Der Buchhalter und( schäftsreisende der Firma Friedrich Joh. Schäfer, wurde kürzlich unter dem Verdacht der Unterschlagung verhaftet. Es wurde ermittelt, daß Schäfer eine Summe von mindestens 3000 Mark ver untreut hatte. Die Feststellungen haben ergeben, daß der größte Teil des unterschlagenen Geldes in einer berüchtigten Dortmunder Straße vergeudet worden ist. Mit Rücksicht auf den groben Vertrauensbruch verurteilte heute die Strafkammer den Angeklagten zu einem Jahr und sechs Monate Gefängnis. &*m Lütgendortmund, 7. Juni.(Wurmkranrhei bei Kindern.) Ein 12jähriger Schüler, Sohn eines Bergmanns, wurde, weil er wurmkrankverdächtig erschien, zur näheren Beobachtung und weiteren Behandlung dem hiesigen evangelischen Krankenhause zugewiesen. Die Annahme, daß eine Uebertragung der Wurmkrankheit außerhalb des Grubenbetriebes auf die Angehörigen von Bergleuten wohl möglich ist und auch bei uns vorkommt, dürfte durch diesen Fall ihre Bestätigung finden. * Altena, 8. Juni. Zwischen hier und Evingsen wird Bau einer gleislosen elektrischen Bahn beabsichtigt. Vertreter von Behörden und Interessenten haben bereits eine Kommission gewählt, die Vorbereitungen treffen und Kostenanschlag vorlegen soll. Eine solche gleislose Bah besteht bisher nur in Grevenbrück, die in diesem Fruhjahr in Betrieb genommen wurde. * Elberfeld, 7. Juni. Eines polizeilichen Mißgriffs machte sich am Abend des ersten Pfingsttages der Kriminalbeamte H. schuldig, indem er eine anständige Dame, die in Begleitung zweier Herren war, wegen angeblichen auffälligen Benehmens auf der Straße verhaften wollte. Die Begleiter der Dame machten ihn auf seinen Fehler aufmerksam, er schlug deshalb einen derselben mit einem Gummischlauch ins Gesicht. Darauf und die Dame zur Wache und gaben dies zu Protokoll. Nach der Untersuchung des Falles wurde der Beamte sofort aus dem Dienste entlassen. Er war erst vor zw Monaten von Hagen aus hierher gekommen, und es stat den ihm die besten Zeugnisse zur Seite. * Münster, 7. Juni.(Kriegsgericht.) In der gestrigen Sitzung wurde, wie der„Münster'sche Anzeiger berichtet, verhandelt gegen: Den Bergmann Julius R. aus Obermassen bei Unna. Derselbe hat auf der Kontrollversammlung am 25. April den Befehl des Feldwebels,„ruhig zu sein“, nicht befolgt, und den Vorgesetzten vielmehr ausgelacht und verhöhnt. R. wird wegen Gehorsamsverweigerung und Achtungsverletzung mit einem Monat drei Wochen Gefängnis bestraft. * Münster, 8. Juni. Der Graf v. Fürstenberg= Stammheim hat die reichhaltige ca. 50 000 Bände umfassende Bibliothek seines unterhalb Mülheim am Ryein gelegenen Schlosses Stammheim der hiesigen Königlichen Universitäts=Bibliothek auf 50 Jahre leihweise überlassen. * Kassel, 8. Juni. Die Verwaltung der Lokomotiv= fabrik von Henschel& Sohn hat der Arbeiter=Witwen= und Waisenkasse einen weiteren Kapitalzuschuß von 300 000 Mark gespendet, um die Kasse in den Stand zu setzen, den Zeitverhältnissen entsprechende höhere Pensignscärerga# bisher zu zahlen, ohne daß die Mitgliederbeitrage 1rc# werden müssen. Das Vermögen der Kasse ist damit auf rund 1 Million Mark angewachsen. Dadurch ist es der Kasse ermöglicht worden, daß die bisherigen h Pensionssätze anstelle der bisherigen Anfangspensionen treten. Diese Neuerung txitt bereits am 1. Juli d. Is. in Kraft. Ferner hat die Fabrik beschlossen, noch etwa 15 Arbeiterwohnungen neu herzustellen. * Saarbrücken, 8. Juni. Die hiesige Strafkammer verurteilte den Kaufmann Hochapfel wegen Steuerhinterziehung von 8450 Mark zu einer Geldstrafe von 67.600 Mark. Eine schreckliche Schiffkatastrophe. Die Reihe der großen Schiffskatastrophen ist um eine neue vermehrt worden durch den Untergang des französischen Dampfers„Liban“ in der Nähe von Marseille am Samstag nachmittag. Die Zahl der dabei Ertrunkenen wird 117 angegeben. Der Dampfer„Insulaire“ der Gesellschaft Fraissinet in Marseille(Sudfrankreich) stieß auf der Höhe der Insel Maire mit dem derselben Gesellschaft gehörigen Dampfer„Liban“ zusammen und brachte ihn zum Sinken innerhalb 10 Minuten. : Ein Matrose, der sich als Reisender an Vold des ban“ befand, erzählt: Das Meer war am Mittage bei der Abfahrt(das Schiff ging von Marseille nach Bastia) ruhig, das Wetter völlig heiter. Beim Frühstück wurden die Reisenden durch heftige Signale der Sirene in plötzliche Unruhe versetzt, stürzten aufs Deck und sahen ven Insulare“(von Toulon nach Nizza unterwegs) mit Volldampf auf sich zufahren. Der Kapitän des„Liban“ gab alle erforderlichen Befehle, der Dampfer veränderte aber seinen Kurs nicht und noch während die Fahrgäste den Kapitän mit Fragen bestürmten, erfolgte nach wenigen angstvollen Sekunden der verhängnisvolle Zusammen stoß, durch den der„Liban“ 200 Meter weit mit fortgerissen wurde. Das Schiff sank so rasch, daß keine RettungsBoote ausgesetzt werden konnten. Der Matrose fügt hinzu, er habe mit einigen anderen ein Rettungsboot losgemacht, von dem aus sie dann 10 Personen aufnahmen. Sechs davon waren bereits tot. Der Lotsendampfer„Bléchamp“, der sich in der Nähe der Unglücksstätte befand, leistete mit einem Lotsenboot und dem österreichischen Kanonenboot„Balkan“ sof Hilfe. Als das erste Rettungsboot auf etwa 10 Meter an den„Liban“ herankam, neigte sich dieser plötzlich zur Seite; seine Masten schlugen auf anderthalb Meter von dem Rettungsboot ins Wasser. Die Reisenden drängten sich nach dem hinteren Teil des Schiffes zusammen; di ser war mit einem Zellbach überspannt, das gleichsam wie ein Käfig die Unglücklichen festhielt und in den Struoes o dd nach den Aussagen eines Augenzeugen, der 9 Personen gerettet hat, ein furchtbarer Anblick. Die Leute klammerten sich an den Leitern fest, ein herzzereißender Schrei wurde gehört, die Maschinen explodierten und verursachten ein langanhaltendes Zischen und Brodeln. Vor den Bureaus der Gesellschaft stand eine dichte jammernde Menschenmenge. Der„Liban“, der über 20 Personen an Bord hatte, von denen gegen 100 gerettet wurden, war 1883 gebaut und hatte 3000 Tonnen Wasserverdrängung. (Vom verunglückten Ehrentrunk) wird aus Schweinfurt berichtet: Am 10. dieses Monats traf Prinz Ludwig zum Besuche einer landwirtschaftlichen Ausstellung hier ein. Er wurde vom Bürgermeister mit einer Ansprache begrüßt; zum Schlusse reichte der Vater der Stadt dem Prinzen einen kostbaren alten Deckelkrug zum Willkommentrunk. Als aber der Prinz den Deckel machte er ein sehr verdutztes Gesicht: der Krug war nämlich— leer! Das ganze befrackte und behandschuhte Enpfangskomitee war im nächsten Augenblick mit dem Oeffnen von Flaschen beschäftigt und bald konnte der Prir den Ehrenbecher auf das Wohl der Stadt Schweinfurt leere.— Er hätte fragen können: Warum ist denn in Schweinfurt Grad' jetzt der Wein furt? *(Von Prof. Ihering,) dem berühmten Göttinger Rechtslehrer, erzählt die„Tägliche Rundschau“ eine heitere Anekdote. Professor Ihering hatte die Gewohnheit, in jedem Semester ein öffentliches Kolleg abzuhalten, in wechem vor allen Dingen kleine Rechtsfragen aus dem täglichen Leben zur Besprechung kamen. Ein jeder Teilnehmer des Kollegs hatte das Recht, über den zur Behand lung kommenden Gegenstand seine Meinung zu äußern, und es kam dabei manchmal zu recht heiteren Diskussionen. Ihering wanderte gewöhnlich, die Hände auf dem Rücken, durch den Gang, der die Bankreihen trennte, und oft genug kam es vor, daß er seine großen dunklen Augen auf einen Hörer richtete, und in seinem gemütlichen ostfriesischen Dialekt in freundlich ermunterndenTone fragte: Nun, was denken Sie denn von der Sache?“, worauf dann gewöhnlich mit mehr Fixigkeit als Richtigkeit die Antwort erfolgte. Eines Tages saß auf einer der ersten Bänke des Auditoriums der Träger eines sehr hohen Namens und folgte mit sichtlichem Interesse der Besprechung über die Frage, ob es juristisch einwandsfrei sei, wen ein Gast in einer Wirtschaft den Zucker, der ihm zu seinem Kaffee gereicht werde, einstecke und mitnehme oder seinem Hunde gebe. Die Ansichten über diese Frage waren sehr verschieden und daher wurde auch die Besprechung plötzlich sehr lebendig. Plötzlich wandte sich Ihering an den genannten Hörer auf einer der ersten Bänke, der sich durch sein Aeußeres erheblich von den anderen Studenten unterschied, mit der unerwarteten Frage:„Nun, wie stellen Sie sich denn zu der Frage?“ Verletzt über den derben Ton, welcher Ihering eigen war und verstimmt über das Fortlassen jeglichen Titels, auf den der Gefragte Anspruch hatte, entgegnete er mit einer innerlichen Gereiztheit, die sich nicht ganz verbergen ließ:„Ich bin der Graf N. N. Schlagfertig erwiderte Ihering, indem ein feines Lächeln über seine derben Züge flog:„So, so, na, dann können Sie es freilich nicht wissen!“. der„Schwerter Hd Berlin, 9. Juni. Zu dem Pestfalle wird mitgeteilt, daß sich bei einem Wärter leichte Fiebererscheinungen einstellten. Der Zustand des Wärters, der den an der Pest verstorbenen Dr. Sachs in der Charité verpfleg hat, hat sich unterdessen verschlimmert. Eine sichere Deutung lassen die starken Fiebererscheinungen des Erkrankten zur Zeit noch nicht zu. Hd Berlin, 9. Juni. Zu dem Lustmord an der Lina Hoffmann wird dem„Lok.=Anz. berichtet, daß man in unterrichteten Kreisen immer mehr zu der Ansicho commt, daß überhaupt kein Lustmord, sondern ein Selbstmord des Mädchens vorliegt, dessen Leiche, später angespült oder ans Ufer gezogen, von rohen Menschen verstümmelt wurde.„„„ 6 IId Rom, 9. Juni. Ter Papst empfing heute morgen den neuen Jesuitengeneral Schüler. Dieser Empfang dementiert die Nachrichten von dem unbefriedigenden Gesundheitszustande des Papstes. IId Wien, 9. Juni. Lemberger Blätter teilen mit, daß in dem nahen russischen Grenzorte Berestzco, vier Meilen von Crody entfernt, eine neue Judenhetze ausgebrochen sei. 20000 aus Anlaß des Jahrmarktes am Sonntag nach der Stadt gekommenen Bauern drohten, die Juden wie in Kischinew zu massakrieren. Alle Läden wurden geschlossen und schleunigst Hilfe vom Gouverneur erbeten, welche eintraf, ehe die Ausschreitungen einen ernsteren Charakter annahmen. IId Breslau, 9. Juni. In einem Hirtenbriefe wendet sich, dem„B. G.=A.“ zufolge, Fürstbischof Dr. Kopp gegen die Sozialdemokratie und hauptsächlich gegen die oberschlesischen polnischen Blätter. Die Priester müßten sich viel Schmähungen in den religionsfeindlichen Zeitungen bieten lassen, aber diese erreichten die Größe der Schmach nicht, womit sogenannte katholische Blätter Oberschlesiens den katholischen Klerus bewerfen. Die Diözesanen könnten nicht katholisch sein, wenn sie fortfahren wollten, diese Zeitungen zu halten. Wenn sie diese Blätter nicht aus ihren Häusern und Familien entfernten, hätten die Priester das Recht, ihnen die Segnungen und Gnaden der Kirche zu verweigern. IId London, 9. Juni. Eine Strafexpedition gegen den Stamm der Slandi in Englisch=Ostafrika scheint unumgänglich nötig zu sein. Es haben schon zahlreiche Zusammenstöße zwischen kleineren Truppenabteilungen und den Eingeborenen, bei denen es Tote und Verwundete gab, stattgefunden. Die Verhältnisse haben viel Aehnlichkeit mit denen im Somalilande. Hd Sofia, 9. Juni. Das Kriegsministerium machte große Bestellungen mit kurzen Lieferfristen. IIa Columbia, 9. Juni. Der Fluß Ongart ist zwölf Fuß über den Normalstand gestiegen und steigt stündlich 2½ Fuß. Die Stadt Pacoleff und zahlreiche Baumwollzentren stehen unter Wasser. IId St. Louis, 9. Juni. Weitere Strecken Landes stehen 10—18 Fuß unter Wasser. Rettungsboote fahren zwischen den überschwemmten Dörfern und Farmen. 700 Personen sind auf die Dächer geflüchtet und warten auf 5üte.„„ M Hd Newyork, 9. Juni. Der Missouri broht die Stadt St. Louis zu überschwemmen, niedrigere Stadtviertel stehen bereits unter Wasser. IHId Paris, 9. Juni. Der Kolonialminister hielt gestern in Limoges anläßlich der Eröffnung der dortigen Ausstellung eine Rede. Er erklärte, daß das Gesetz über die 2jährige Dienstzeit, das demnächst endgiltig erledigt wird, die Armee nicht schwächen, sondern stärken werde. Senator Hagnin erklärte in St. Jean de Losne, seit Louis XIV. sei die Lage Frankreichs nie besser gewesen als augenblicklich. Seit 29 Jahren habe sich Frankreich erholt und die reichste Kolonialpolitik entfaltet. Frankreich werde von allen monarchistischen Staaten geachtet und bewundert. Mehrere Mächte wünschten mit Frankreich Verträge abzuschließen. Hd Paris, 9. Juni. Zu dem Untergang des Dampfers„Liban“ wird noch gemeldet: In den Marseiller Spitälern spielten sich gestern nacht und heute morgen ergreifende Szenen ab. Ein Marseiller Industrieller Santoni, der seine Frau und seine vier Kinder in die Wellen stürzen sah und von einem Soldaten verhindert wurde, nachzuspringen, wurde tiefsinnig und mußte einer Heilanstalt übergeben werden. Einer der Geretteten erzählt, daß die meisten Frauen sich auf der Steuerbordseite an die Zeltwände klammerten und mit diesen gruppenweise ins Meer stürzten. Daraus erklärt sich die enorme Opferzahl. Wetterbericht 10. Juni: Meist heiter, wenig verändert. 11. Juni: Wolkig, vielfach sonnig, strichweise Regen, normale Wärme. 12. Juni: Wenig verändert, woltig, windig. Für den redaktionellen Teil verantwortlich Wilh. Schade. Bekanntmachung. Der Herr Landrat des Kreises Hörde hat die notarielle Bevollmächtigung des Kassengehilfen Julius Käder zu Barop zur Vertretung seines Vaters, des Rendanten der vereinigten Kassenverwaltung der Aemter Barop=Kirchhörde=Wellinghofen, Jakob Käder zu Barop in den der behördlichen Aufsicht unterstehenden Kassengeschäften bez. zur Ausstellung von Empfangsbescheinigungen in dringenden Fällen genehmigt. Kirchhörde, den 6. Juni 1903. Der Kassenkurator: Kuntze, Amtmann. Bekanntmachung. Die Gesellenprüfungsordnung für das LakiererHandwerk im Bezirke der Handwerkskammer zu Dortmund liegt im Dienstzimmer Nr. 18 des Kreishauses zu jedermanns Einsicht aus. Hörde, den 4. Juni 1903. Der Lanorat. I. V.: Mathis. Pfd. 4.0 Pfg. Carl General=Konferenz. den 11. vormittags 9 Uhr. Neue Schule am Markt. Tages=Ordnung: 1. Lehrprobe: Geschichte auf der Mittelstufe. 2. Vortrag: Der Geschichtsunterricht in der Volksschule unter besonderer Berücksichtigung der neuesten einschlägigen Bestimmungen. Grasverkäuf. Freitag. den 12. Juni nachmittags 4 Uhr, Grg S in den soll das Flößwiesen des Huts Ruhr nummerweise meistbietend verkauft werden. Zusammenkunft an der Rettelmühle. Haus Ruhr bei Schwerte, den 5. Juni 1903. Freiherrl. von Rheinbaben'sche Rentei. Ca. 60 Erbarbeiter gesucht. Meldungen Baubureau Wandhofen. Ständige Preisverteilung! Rostig war die Wäsch geworden Uno Motten fand Marie, Doch Rost und Motten waren fort Als gut sie wusch mit Kikiriki, vollkommenstes Waschmittel 1 Backet für 15 Pfg. überall käuflich. Westdeutsche Seifenindustrie G. m. b. H., Dortmund. Kontor und Lager: Schwauenwall 46. Telephon 941. Zurungelehrt! Dr. Berthotot Spezialarzt für Frauenkrankheiten Dortmund, Eisenmarktstr. 3. Chilisalpeter Peru-Guano AmmoniakSuperphosphat empfiehlt billigst W. Lehmhaus, Schwerte. Todes-Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, am Sonntag den 7. Juni, abends 7 Uhr, meinen lieben Mann, unsern guten Vater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel Ludwig Aufenberg zu sich in die Ewigkeit zu rufen. Er starb nach lang jährigen, schweren, mit grosser Geduld ertragenen Leiden, mehrmals gestärkt durch den Empfang der hl Sakramente, im Alter von 59Jahren. Wir bitten des Verstorbenen im Gebete zu gedenken und um christliche Teilnahme. Die trauernden Hinterbliebenen. Schwerte, Herringen b. Hamm. Menden, M.-Gladbach, den 8 Juni 1903. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 11. Juni. nachmittags 3½ Uhr vom Sterbehause, Ilagenerstr. 60, aus statt. Todes-Anzeige. Heute mittag 12½ Uhr entschlief sanft nach langen, schweren, mit grosser Geduld ertragenen Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Grossmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Heinrich Hoelken gen. Rademacher Sophie geb. Trinthammer im Alter von 71 Jahren Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Garenfeld, den 8. Juni 1903. Die Beerdigung findet Donnerstag, 11. Juni. nachmittags ½2 Uhr vom Sterbehause aus nach dem Friedhofe in Westhofen statt. Bekanntmüchuug. Zwecks Aufbringung der Entschädigungen für das an Rotz, Lungenseuche oder Milzbrand gefallene Vieh wird für das Rechnungsjahr 1903 eine Abgabe erhoben. Das Verzeichnis über den abgabepflichtigen Viehbestand des Stadtbezirks Schwerte liegt vom 10. d. Mts. ab 14 Tage lang im Stadthause hierselbst zur Einsicht der Beteiligten offen. Anträge auf Berichtigung des Verzeichnisses sind innerhalb der vierzehntägigen Frist bei uns anzubringen. Schwerte, den 4. Juni 1903. Der Magistrat. Rohrmann. Bekanntmachung. Das aufgestellte Verzeichnis des am 2. Juni er. vorhandenen Viehbestandes, behufs Erhebung der Abgabe zur Bestreitung der Entschädigungen für das auf polizeiliche Anordnung wegen Rotzkrank. heit, Lungenseuche und Milzbrand getötete oder nach dieser Anordnung an der Seuche gefallene Vieh, liegt vom 10. ds. Mts. ab 14 Tage lang zur Einsicht der Beteiligten bei den Herren Gemeinde=Vorstehern des hiesigen Amtsbezirks offen. Etwaige Anträge auf Berücksichtigungen können nur während der vorbezeichneten Frist schriftlich oder zu Protokoll bei dem betreffenden Herrn Gemeinde Vorsteher angebracht werden. Westhofen, den 2. Juni 1903. Der Amtmann: Graf Haslingen. Bekanutmüchung. Der unterm 23. März 1903 durch den Herrn Regierungs=Präsidenten in Arnsberg genehmigte Nachtrag betreffend die Gesellenprüfungsordnung für das Lackierer= Handwerk im Bezirke der Hand, Hatentpiisse werkskammer zu Dortmund liegt reizende Zierde für Küch Neuheit! Flechtenkranke auch solche, die nirgends Heilung fanden, verlangen Prospekt gratis, der Erfolg wird event. Garantiert. (Kein Medizinhandel.) Rolle, Altona, 158 Gr. Bergstr.(Elbe). Rechnungs=Formulare zu haben bei Carl Braus. Heringe per Dutzend B5 D empfiehlt Carl Erog. zu Jedermanns Einsicht im Magistrats=Bureau, Zimmer Nr. 2, aus. Schwerte, den 3. Juni 1903. 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