UnNe Amtüches Kreisbichl frden Kreis Berck! rrrr Aiüle Kreick= und Lololpoltgrlichen Verorduungen zür den Pres börde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung" verbindliche Kratt. 1 Adonnementährric vro Suartal 1 Mank 15 Jtg. 1rc. 42 Pfg. Bestellgeld, wenn durch die Post bezogen. Erscheint an jedem Wochentage. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund.“ Nr. 123 Preßstimmen zum Hüssener. Nachdem wir gestern im Anschluß an den Verhandlungsbericht, den wir zum Hüssener seitens der„Nationalzeitung“ mitteilten, lassen Die„Deutsche Tagessetursezg, pistgetz re ge hgoben im als gerecht zu bezeichnen und es it damit den algeneigen Rechtsbewußtsein Genüge geschehen, wenn auch dus hn. sein aufbrausendes, jedem Eindruck zugängliches Temperament ihn zu allem anderen eher als zu einem militärisch rogse eMat- Jta; beschäftigt sich nochmals mit dem Prozeß Hüssener. Der Artikel schließt, wie folgt: Der die Gewähr dafür, daß er ein Einzelfall bleibt und nicht Nach dieser Richtung, die militärische Erziehung scharf zu kontrollieren und dafür zu sorgen, daß die an sich richtige Instruktion auch in ihrem richtigen Geiste in die jungen Leute übergehe, ist Aufgabe der Marineverwaltung, di sich, wie wir überzeugt sein dürfen, dem Eindruck des Kieler Prozesses nicht entziehen wird.“ Das„Berl. Tagebl.“ erkennt an, daß die MarineVerwaltung durch das Urteil keinen Zweifel gelassen habe, daß Hüssener sich schwer gegen Gesetz und Disziplin vergangen hat, und das alles geschehen ist, um dem Volle E legenheit zu geben, sich selbst eine Meinung. J. Das Blatt wirft dann die Frage auf, ob es wirklich angezeigt war, einen so zweifelhaften Karakter wie Hüssener übersaupt zu behalten, 128 stehe Her, Eindruck nicht lgs. verschaffen müsse, daß er auch richtig verstanden sei. Unter allen Umständen sei der Gebrauch der Waffe Fliehende gesetzwidrig und auch ritterlichem Gefühle nicht entsprechend. Hüssener sei in Schuld und Unglück geführt worden durch eine unrichtige Auffassung seiner Pflichten und ein exaltiertes Ehrgefühl, das sich keinesfalls mit dem wahren Ehrgefühl des Soldatenstandes decke. Die„Berl. Neuest. Nachr.“ betonen, der Prozeß habe nur bestätigt, daß eine Generalisierung des Falles Hüssener, die Verdammung des ganzen Systems, unzulässig ger. Leute wie Hüssener würden kunftig wohl fruher aus der Offizierlaufbahn ausgeschlossen werden. Im ähnlichen Sinne spreche sich die„Post“ und die„Deutsche Landeszeitung“ aus. Die„Volks=Zeitung“ ist der Ansicht, daß das urteil den e. en uu S. brutale Verachtung der Ehrenempfindungen zu Tage getreten, daß seine Schi durch einen Regen von Milderungsgründen nicht hinwegdlich die Vert. Jig, geset, werde vesch be zweifelt werden, daß dus Str#fmaß der Tat entspricht. Schon zur Abkühlung geistesverwandter junger Herren im bunten Rock wäre eine härtere Strafe am Platze gewesen. Unser Militarismus sei sicherlich nicht frei von Schuld in diesem Falle und die militärischen Ehrbegriffe und Pflichtgesetze erforderten dringend eine Umformung die solche empörenden Erscheinungen wie die Hüssener'sche Bluttat möglichst verhindere. Politische Uebersicht. Deutschland. — Der Kaiser, der am Dienstag abend in Danzig dem Stapellauf des Linienschiffes„Elsaß" beiwohnte, nahm am Mittwoch die Parade über die Potsdamer Garnison ab. Die Parade sollte ursprünglich um 9 Uhr stattfinden, wurde aber vorläufig verschoben, da der Monarch erst gegen 8 Uhr morgens heimgekehrt war. In der zehnten Stunde überbrachte dann ein kaiserlicher Adjutant de Befehl zum Ausrücken der Truppen und mit schmetternden e iu behaten, Es siche fet, boh Husenrg, Ig. Fansaren gung es nach dem Lustgarten, Der Kaiseg,. der daßer bié zuceinen gevisen Grade in gutem Glau. die Unsorm der Gardes du Corzs mitzhrarzsenz. und das Orangeband des Schwarzen Adlerorvens teug, ritt die Fronten ab und befahl hierauf einen zweimaligen Vorbeimarsch. Als die Gardes du Corps antraten, sprengte Se. Majestät mit gezogenem Pallasch an die Spitze und führte das Regiment seiner Gemahlin vor, die marsch war Kronprinz Wihelm im 1. Gardereginent einben gehandelt hat. Die Worte:„Wenn ich die Waffe ziehe, muß Blut fließen!“ klängen echt. Wenn Hüssener dieselben tatsächlich nicht gebraucht hat, so habe er doch danach Jr der.-Se he ge. und es könne daher wohl darauf, higgepiesen, perden, daß der Instruktionsgffizer hug moglicht die deverzengun. den bayrischen Ministerzicährnegn e##heils, die beide auch an der Festtafel teilnuhmen, evense wie Herzog Alrecht von Viu, gchleszwpig Hostein, Prinz Heinrich P FX. Prinz Albert zu Schleswig=Holstein, Prinz Heinri, XXX. Reuß, Generaloberst v. Hahnke, General v. Kessel u. a. — An der Gefechtsübung des Gardekorps nahmen sämtliche kommandierende Generale und Inspekteure teil, mit Ausnahme des unpäßlichen Prinzregenten von Braunschweig. Der Kaiser speist am heutigen Donnerstag mit den Offizieren der 2.Garde=Infanterie-Brigade und wohnt dann dem Zapfenstreich bei. Am Freitag steht das Korps unter dem Befehl des Kaisers, wahrend Prinz Friedrich Leopold von Preußen den markierten Gegner befehligt. — Das Kriegsgericht in Mannheim verhandelte gestern gegen den Grenadier Walz aus Mannheim wegen Körperverletzung mit tötlichem Ausgange. Walz soll in der Nacht vom ersten zum zweiten Max Berger aus Mannheim außer verschiedenen Verletzungen am Kopfe auch einen Stich mit seinem Seitengewehr in den Unterleib beigebracht haben, welch letztere den Tod Bergers zur Folge hatte. Walz bestritz, Berger gestochen zu haben, gab indessen zu, infolge wieberholter Angriffe seitens des letzteren mit seinem Seitengewehr geschlagen zu haben. Der Vertreter der Anklage ließ selbst die Anklage wegen des tötlichen Stichs fallen, da Berger auch selbst in das Seitengewehr gerannt sein könne und beantragte nur Bestrafung wegen Mißbrauchs der Dienstwaffe. Der Verteidiger des Angeklagten plaidierte auf Freisprechung. Der Gerichtshof erkannte vemgemäß. Das Urteil wurde vom Publikum mit Beifall aufgenommen. — Der Kandidat der Polen für den Reichstagswahlkreis Thorn=Kulm=Briesen, Chefredakteur Brekski, wurve, da er der Aufforderung zum Antritt einer wegen Beleidigung auferlegten zweimonatlichen Gefängnisstrafe nicht nachgekommen war, verhaftet und, wie aus Thorn gemeldet wird, dem Amtsgerichtsgefängnis zu Golleb zur Verbüßung der Strafe zugefuhrt. Bretski war im Begriff, e Die Wer hat die meisten Orden? Die Frage, wer von den preußischen Würdenträgern die meisten Orden hat, ist nicht ohne Interesse. Graf Bülow ist noch nicht der mit Orden am meisten besäete Beamte, obgleich er sich immerhin schon mit 53 Orden schmücken kann. 3 Orden mehr hat der Generaloberst von Hahnke, er wird aber von dem Grafen Eulenburg(Oberhofmarschall), der in der Armee den Karakter eines Generalleutnants hat, um 12 Orden geschlagen. Der Chef des Militärkabinetts Graf Hülsen=Häseler hat bald 50 Orden und kann vielleicht den höchsten Rekord erreichen. Den Feldmarschall Grafen Waldersee und den Generaloberst Freiherrn v. Loé zieren 40 resp. 34 Orden; es ist selbstverständlich, daß, die, Begirt ian wesche steckt un den Kaster fnh,(her fthck. Quäle, quäle, Liebe Seele, Dich nicht länger. Eng und enger gn u i Füllt die Welt mit Rosen sich; Harre nur ein Weilchen, Und es blüh'n die Veilchen Auch um Dich. Wilh. Waetzoldt. Eine Geldheirat. Roman von L. Haidheim. (53. Fortsetzung.) Hans hatte solche als Regierungsrat bearbeitet, als Schwiegersohn Wolzins sehr viel von diesem und in seinem Kreise darüber gehört und unbewußt gelernt. Jeyr, der langen geistigen Oede, in der er gelebt, war's plötzlich, als ob dies Gelernte sich in ihm fortentwickelt hätte. Das Gespräch erweiterte sich, denn der Herr, welcher bis vor kurzem geschlafen, beteiligte sich eifrig daran, interessante Punkte wurden berührt, Hans entwickelte, dank Wolzins häufiger Erörterungen über solche Angelegenheiten, eine genaue Kenntnis, die ihn selbst erstaunte und da der dritte Herr offenbar ein routinierter Fachmann war, so gerieten sie in einen stundenlangen lebhaften Gedankenaustausch. Beinahe erschrocken sahen sie plötzlich, daß sich der Himmel im Osten rötete.„Jetzt schnell noch ein Stündchen schlafen— der morgende Tag will auch sein Recht,“ mahnte Graf Tassenhofen und jeder drückte sich in seine Wagenecke. Hans konnte nicht schlafen. Er hielt die Augen still auf die langsam sich entwickelnde Morgenröte gerichtet: sollte sie ihm als gutes Omen gelten? Jetzt mußte er umsteigen. Seine Reisegefährten schliefen fest— er verließ sie ohne Abschied. Und dann kam er bei grellem Mittagslicht in seinem Städtchen an, das ihm in dieser Beleuchtung herzbeklemmend nüchtern und weltvergessen erschien. Alles so kleinlich, so um hundert Jahre zurück. Aber wie froh waren re und Hilde damals gewesen, daß sich ihnen dieser Unterschlupf bot! Mit einigen alt gekauften, hübschen Möbelstücken, die den Kleinstädtern sehr elegant vorkamen, zogen sie damals ein und am ersten Abend rechneten sie mit tiefster Sorge ihren Geldvorrat zusammen, der höchstens noch für ein paar Wochen reichte. A5 11 Am anderen Tage machte der neue Burgermeister heimlich ein Päckchen zurecht und brachte es selbst zur Post— seine Frau ahnte nichts. Ebenso tat die Frau Bürgermeisterin, ihr Mann — Dem Geldbriefträger imponierte es aber gewaltig, daß er zweimal in den nächsten acht Tagen den neuen Bürgermeisters nicht unbeträchtliche Summen bringen mußte. Mann und Frau aber lagen sich lachend und weinend in den Armen; er hatte seine sehr wertvolle Uhr und die schwere Kette verkauft, sie das Armband mit der Diamantrosette— beides Geschenke von Wolzin. Das alles ging dem heimkehrenden Hausherrn durch den Sinn, als er die einsamen Zimmer seines Häuschens durchschritt. Es war alles so tot, so leer ohne Hilde. Die Aufwärterin hockte in der Kuche und sah ihn dumm und ängstlich an. Nein, er hielt es nicht aus, er befahl der Alten, ihm die Zimmer behaglich zu machen und ging ins Hotel um dort zu besen.„ Gastzimmer, die O, und dort! Das einsame## Die neugierige Wirtin, die ihm, während er aß, allerlei Stadtneuigkeiten verkündete. Nein, da hielt er's noch weniger aus. Großer Gott! Und wenn nicht ein Wunder geschah, so mußten sie hier wer weiß wie lange noch— vielleicht das halbe Leben bleiben! Gott sei Dank, daß Hilde wenigstens in den Bergen 1 So begann das Strohwitwerleben! Es war fast unerträglich, die Tage schlichen ihm in bleierner Schwere hin. Wohl kamen der Doktor, der Forstmeister, der Amtsrichter ihn zum Skat abzuholen, wohl waren die nächsten Mittage im Hotel mit dem Assessor und dem Oberlehrer Nun, man gewöhnt sich, man horcht sogar nach und nach auf den kleinen Stadtklatsch. Da eröffnete sich dem melancholischen Manne auf einmal ein ganz unerwarteter Quell geistiger Belebung. Graf Tassenhofen schrieb ihm und bat um sein Urteil ir einer Sache, welche die zu gründende Bank betraf; es hatten sich unter den Interessenten Meinungsverschiedenheiten Mit umgehender Post sandte Hans eine lange ausführliche Darlegung seiner Auffassung des Falles an den Grafen, und darauf begann eine für Hans außerordentlich anregende Korrespondenz, die ihn zu eifrigen juristischen Graf Tassenhofens Dankbarkeit kannte keine Grenzen.„Du hast keine Idee, wie schön ich mich mit den erborgten Federn ausnehme. Ich habe zwar ehrlich bekannt, daß ich mir die Meinung eines Freundes zu nutze mache, im Grunde denken aber alle meine Standesgenossen:„Ist der Tassenhofen ein bescheidener Kerl! Hat sich nie merken lassen, was für ein Licht in ihm steckt!“ Einmal erwähnte der Graf auch:„Ich soll Dich von unserem damaligen Reisegefährten grüßen; er ist als Schiedsrichter hier gewesen— ist erster Direktor der H.'schen Vonk.(Fortsetzung folgt.) tärkabinetts) am häufigsten dekoriert werden. Der brave und wackere Verteidiger von Peking, der damalige Oberleutnant, jetzige zweitjüngste Hauptmann im 1. Seebataillon, Graf von Soden, hat bereits 10 Orden, darunter den Orden pour le mérite. Rußland. = Revolutionäre Umtriebe. Wir haben schon wiederholt von revolutionären Umtrieben innerhalb des russischen Offizierkorps berichten müssen. Jetzt wird aus Petersburg die Verhaftung zweier der Gardeartillerie angehöriger Offiziere gemeldet, die eingestandenermaßen die Absicht hatten, den Oberprokurator des Heiligen Synod Pobjedonoszew sowie einen anderen hohen Staatsbeamten zu ermorden.„Es waren sogar Gerüchte im Umlauf, daß gegen den Zaren selbst ein Attentat geplant, ja bereits versucht worden sei. Diese Gerüchte werden amtlich als unbegründet bezeichnet. Desgleichen soll die Angabe, daß in Offizierskreisen eine Verschwörung gegen den Zaren entdeckt worden sei, der Wahrheit nicht entsprechen. Lokales. Schwerte, 28. Mai 1903. 8(Postalisches.) Die Auflieferung von Wert= und Einschreibsendungen sowie von Postanweisungen im Landbestellbezirk der Postanstalten kann entweder durch Niederlegung bei einer Posthilfsstelle behufs Weitergabe an den Landbriefträger oder durch Uebergabe an den Landbriefträger selbst erfolgen. Zum Nachweis der angenommenen Gegenstände führen sowohl die Posthilfsstellen als auch der Landbriefträger Annahmebücher, die den Absendern auf Wunsch vorzulegen sind. Um etwaige Unregelmäßigkeiten bei der Behandlung der in solcher Weise aufgelieferten Sendungentunlichst zu verhüten, empfiehlt es sich, dieselben eigenhändig in die Annahmebücher einzutragen oder doch wenigstens sich von der erfolgten Buchung durch den Inhaber der Posthilfsstelle bezw. den Landbriefträger Ueberzeugung zu verschaffen. Dasselbe gilt bezüglich der gewöhnlichen Pakete und der den Landbriefträgern übergebenen Nachnahmesendungen und baren Geldbeträge für Zeitungsbestellungen sowie zum Ankauf von Wertzeichen. **(Bahnpersonalie.) Zur Leitung des Bahnhofsumbaues in Schwerte ist der Eisenbahnbau= und BetriebsInspektor Gutjahr zum 1. Juli endgiltig nach Hagen versetzt worden. *(Vorfluthinderung.) Aus Hamm vom Oberlandesgericht wird uns geschrieben: Im Jahre 1901 hat die kgl. Eisenbahndirektion Elberfeld mit der Erweiterung des Bahnhofs Schwerte begonnen und zu diesem Zweck einen Graben verschüttet, sodaß der Anschluß an den unter den Bahnkörper herführenden Kanal verloren gegangen ist. Der Fabrikarbeiter Heinrich Schlenkemp zu Schwerte behauptet nun, daß durch die Verstopfung des Grabens eine Aenderung der Vorflutverhältnisse herbeigeführt worden sei, indem einmal die Tageswässer, welche sich von seinem und den ihm benachbarten Grundstücken bisher in den Graben ergossen hätten, daraus keinen Abfluß hatten und einen Rückstau verursachten, derart, daß das Wasser durch die unterirdischen Rohre in die Keller seiner Häuser dringe, und sodann, indem das in den Kellern sich sammelnde Grundwasser infolge des Anstauens stehen bleibe. Auf den ungehinderten Abfluß beider Wässer in den Graben habe er Anspruch, da dieser Graben als Entwässerungsgraben für die nördlich belegenen Grundstücke angelegt sei, und er seit Erbauung seiner Wohnhäuser, seit 1889, stets ungestört den Abfluß der Grundwässer darin bewerkstelligt habe. Auf dem Klagewege hat er beantragt, die Eisenbahndirektion Elberfeld zu verurteilen, anzuerkennen, daß sie nicht berechtigt sei, Anlagen zu treffen, durch welche der Abfluß der Grund= und Tagwässer gehindert wird, und die von den Nachbargrundstücken abfließenden Wässer auf das klägerische Grundstücke geleitet werden, daß er demgemäß verpflichtet sei, die den freien Wasserabfluß hindernden Anlagen zu beseitigen und Vorkehrungen zu treffen, durch welche der ungehinderte Wasserabfluß ermöglicht wird, auch dem Kläger den Schaden zu ersetzen, welcher diesem durch den verhinderten Abfluß des Wassers enutstanden ist und entstehen wird. Di Eisenbahndirektion Zum 200jährigen Jubiläum St. Petersburgs. Vom 29. bis 31. Mai begeht die Hauptstadt des russischen Reiches das 200jährige Jubiläum ihrer Gründung, die im Jahre 1703 von Peter dem Großen an der Mündung der Newa vollzogen wurde. Wir bringen aus diesem Anlaß unseren Lesern in beistehender Karte einen Situationsplan des ältesten Stadtteils von Petersburg, der auf einer Insel am rechten Ufer der Newa gegründeten Peter Paulsfestung mit ihrer Umgebung. Ueber die Entstehung Petersburgs unter Peter dem Großen sei folgendes mitgeteilt: Am 1. Mai 1703 fiel die schwedische Festung Nyenschanz an der Mündung der Newa im Kriege gegen Schweden in die Hand Peters des Großen und schon am 16. Mai russischen Stils, also am 29. Mai unserer Zeitrechnung, wurde der Grundstein zu einer neuen Festung gelegt, der jetzigen Peter Pauls=Festung, der Zitadelle der Stadt. Während Peter persönlich den Bau derselben leitete, faßte er den Plan, hier eine neue Hauptstadt Rußlands zu bauen, obwohl er angeblich noch kurz zuvor beabsichtigt hatte, dieselbe am Asowschen Meer anzulegen, dessen Gestade er 1696 den Tartaren entrissen hatte, und schon 1704 erhoben sich die ersten Häuser der neuen Stadt, an deren Herstellung 40000 Menschen aus allen Gegenden des Reiches mehrere Jahre arbeiteten, häufig dezimiert durch die verderblichen Ausdünstungen der Sümpfe und die übermenschlichen Anstrengungen, wiederholt beunruhigt durch die Angriffe der Schweden. Zum Schutze gegen dieselben ließ Peter noch eine kleine Insel, unweit jener größeren Insel Retusari (jetzt Kottil= oder Kottlin=Insel), die heute Kronstadt trägt, durch Menschikow befestigen und nannte sie Kronsbestreitet zwar, daß für sie eine Verpflichtung zur Unterhaltung des fraglichen Grabens insoweit bestehe, als die Grundwässer der klägerischen Häuser in Frage kämen, da diese Häuser erst 1899 mit den Ableitungen in den Graben versehen seien. Die Genehmigung zu diesen Ableitungen sei nicht von ihr, sondern von der Stadt Schwerte gestattet; dazu sei die Stadt nicht berechtigt gewesen, sodaß für sie auch keine Verpflichtung zur Duldung der Ableitung der Grundwässer bestehe. Für die Aufnahme dieser Wässer sei der Graben nicht bestimmt, sondern diene und habe dienen sollen lediglich der Ableitung der Tages= und Niederschlagswässer. Das Landgericht Hagen hat die Ansprüche des Klägers als berechtigt anerkannt, das Oberlandesgericht in Hamm erkannte auf einen Beweisbeschluß. (Nachdruck verboten.) (Gewerbegericht.) Sitzung in Hörde am 27. Mai. Vorsitzender Herr Amtmann Hartung, Wellinghofen. Beisitzer die Herren Konditor uit tostermann, sörbe. Scharloh, Annen und MaschiEine Lohnrestforderung von lott. Sein erstes Häuschen baute der Zar auf dem rechten Newa=Ufer unfern der Trotzky=Kirche, dann das sogenannte Sommerpalais im Sommergarten. Die ältesten Stadtteile von St. Petersburg, noch jetzt Alt=Petersburg genannt, sind diejenigen am nördlichen Ufer der Newa. Eine Belagerung der neuen Stadt durch die Schweden im Jahre 1708 verlief resultatlos, da die strenge Kälte die Belagerer zum Abzug zwang, und die Niederlage der Schweden bei Poltawa(1709) beseitigte endgiltig die von dort her drohende Gefahr. Mit verdoppelter Energie wurde nun an der Vergrößerung St. Petersburgs gearbeitet, und 1712 erfolgte die feierliche Erhebung St. Petersburgs zur Residenzstadt, nicht ohne heftigen Widerstand der echten Moskowiter, deren nationale Sympatien sich an den Kreml von Moskau knüpften. Aus kleinem Anfange hat sich so die russische Hauptstadt zu einem Gemeinwesen von hervorragender Bedeutung entwickelt, das jetzt die Deputationen auswärtiger Hauptstädte, unter anderen auch den Bürgermeister von Berlin, in seinen Mauern empfängt. Die Stadt bedeckt jetzt ein Quadrat von 75000 Quadratwerst(1 Werst: 1067 Meter) und hat 1,5 Millionen Einwohner. Ausländer gibt es in Petersburg 22 336, darunter stehen in erster Reihe Deutsche(11 200), dann Franzosen(2400) und an dritter Stelle Engländer(2094). Am schwächsten vertreten sind die Portugiesen(9 Mann), Japaner gibt es in Petersburg 28, Chinesen 37, Perser 56 und Spanier 70. Von den 22336 Ausländern sind 8576 in Petersburg geboren. 142,68 Mark beanspruchte der Schlosser Cremer von dem Fabrikanten August Reese aus Holzen. Dem Kläger wurden die 142,68 Mark und außerdem noch für Fahrt und Versäumnis 8,10 Mark, also zusammen 150,78 Mark zugesprochen.— 3 Mark Lohnrest forderte der Arbeiter Karl Schulte aus Schwerte von dem Fabrikbesitzer A. F. König in Schwerte. Kläger sollte eine Lampe in den Brunnen geworfen haben, und wurde ihm dafür 3 Mark vom Lohn abgehalten. Das Gewerbegericht verurteilte den Beklagten, die 3 Mark an den Kläger zu zahlen. ***(Die Errichtung von Meisterkursen) für die Provinz Westfalen darf nunmehr als gesichert betrachtet werden. Die Kosten in Höhe von ca. 50000 Mark für die erste Einrichtung, sowie ca. 48000 Mark jährlicher Zuschüsse, werden von der königlichen Staatsregierung, der Provinz und der Stadt Dortmund,— wo die Meisterkurse errichtet werden sollen— getragen. Auf die beteiligten Handwerkskammern fallen nur geringe Beiträge, etwa 1000 Mark. = Sinnsprüche.— O, daß ein jeder lerne, unbewölkt und frei, Sein eignes Glück zu sehn und nicht nach fremdem Glanz Voll Sehnsucht hinzuspähn, bis des Getäuschten Blick, Geblendet, auch das nahe Gut entweicht. * Das Wahre suchen und das Schöne lieben, Das Gute üben, Kein edler Ziel als dieses kann im Leben Ein Mensch erstreben. Gerock. Der Parteifreund. Eine Pfingstgeschichte von Wilhelm Schade. Von frühester Jugend an hatten sie miteinander getollt, waren treue Spielkameraden gewesen, die beiden Nachbarskinder, des reichen Handelsherrn Kersten einzig Töchterchen Hilde und des armen Gymnasiallehrers Schulte=Mattler um sechs Jahre älterer Junge, der blonde, blauäugige Franz. Und als dann später der Franz als flotter, strebsamer 23jähriger Student einmal wieder zu Besuch kam und die Hilde als eine eben aufgeblühte holde Mädchenknospe wiederfand, da war's um die beiden Menschenkinder geschehen und lächelnd freute sich der kleine Kobold Amor über das prächtige garnicht zu fehlende Ziel, das ihm diese beiden Herzen boten. Und wie besessen hüpfte er von einem Bein aufs andere und schlug mit seinen Schmetterlingsflügeln, als er an einem goldigen Pfingstmorgen in die schöne gepflegte Laube im Garten des reichen Handelsherrn schaute, allwo ein Liebespaar sich umschlungen hielt und sich gestand, daß sie sich ja schon so lange so schrecklich lieb gehabt hätten. Nicht so große Freude hatte aber der Vater des jungen Mädchens, als er, der an diesem Morgen durch das schöne Wetter verlockt früher aufgestanden war, um seinem Töchterchen eine Freude zu machen, diese Szene vom Eingange der Laube aus beobachtete. Er hüpfte durchaus nicht vor Freude von einem Bein aufs andere, erstens weil das bei seinen 200 Pfund Lebendgewicht ein gefährliches Manöver gewesen wäre und zweitens, weil er sich gar nicht zu dem lieblichen Anblick in der Laube freute, hatte er doch ganz andere Pläne mit seiner Hilde im Kopf. Er machte also zuerst ein keineswegs geistreiches, dann ein keineswegs gnädiges Gesicht und die Begrüßung, mit der er das in seliger Versunkenheit dasitzende Liebespaar aus seinen Träumen riß, war durchaus nicht in liebenswürdigen Formen gehalten. Wohl faßte sich der junge Student das Herz und sprach von seiner tiefen treuen Liebe zu Hilde, aber er kam schön damit an. Wer er denn wäre und was er vorstellen wolle und wovon er eine Frau ernähren wolle, fragte ihn der praktisch denkende Handelsherr. Das waren allerdings Fragen, an die der gute Junge selbst noch nicht gedacht hatte, und auf die er, er verstand das noch von der Prüfung her, die Antwort schuldig blieb. Als sich dann aber der erzürnte Vater zu Anspielungen vorstieg, es sei ja ganz bequem, einem jungen Mädchen ewige Liebe zu schwören, während im Hintergrunde der Gedanken die Geldsäcke des zukünftigen Herrn Schwiegervaters die Hauptrolle spielten, da blitzte ihn Franz mit seinen stahlblauen Augen an und erklärte ihm, daß er wiederkommen werde und dann werde Kersten stolz darauf sein, ihm seine Tochter für's Leben anvertrauen zu können. Er hörte es nicht mehr, daß ihm der Handelsherr nachrief, er wolle wohl Minister werden, sah auch nicht, wie Hilde weinend ihrer ganz fassenslosen Mutter um den Hals fiel, zornlebend verließ er die nachbarliche Besitzung, die er morgens mit so frohen Hoffnungen und so glücklich, so überglücklich betreten hatte. Das waren ungemütliche Pfingsttage in der Familie Kersten. Der Hausherr ging umher wie ein brüllender Löwe, der sich einen Dorn in die Tatzen getreten hat, seine Gemahlin, eine stille, weiche Natur, suchte, wenn auch vergebens, ihrer vergötterten Hilde die„unpassende Partie“ aus dem Sinne zu reden und Hilde selbst ging still und ernst im Hause umher. Der erste große Schmerz war wie ein Reif in der Frühlingsnacht in ihr junges Leben gefallen und das Weib war in ihr erwacht. Und herbe und stolz blieb sie auch in der Folgezeit, sodaß sie bald in den Ruf völliger Unnahbarkeit kam. Allerdings hatte Kersten versucht, durch große Reisen, gesellschaftliche Zerstreuungen und tausenderlei Aufmerksamkeiten, die er seiner einzigen geliebten Tochter erwies, sie dahin zu bringen, daß sie ihren Franz vergaß, aber alles hatte nichts genutzt. Und mancher standesgemäße Freier hatte mit einem zierlichen Körbchen das Ziel seiner Wünsche wieder verlassen müssen. „„* So waren einige Jahre ins Land gegangen, da gab es ein großes Ereignis im Hause Kersten. Der bisherige Abgeordnete des Wahlkreises hatte das Zeitliche gesegnet und die Partei, die bisher im Reichstag dieses nunmehr erledigte Mandat inne gehabt hatte, stellte für die Nachwahl den reichen Handelsherrn Kersten, der schon viel für die Stadt und den Kreis getan hatte und inzwischen Kommerzienrat geworden war, als Kandidaten auf. Nun beschäftigten sich auch die Kersten'schen Damen mehr wie sonst mit Politik und das Parteiblatt, ein großes rheinisches Organ, welches sehr warm und sehr energisch für die Kandidatur Kersten eintrat, wurde natürlich Leibblatt im Hause. Aber die gegnerischen Parteien machten Kersten die sache doch recht sauer und gingen ihm in Wort und Schrift energisch zu Leibe. Da war es denn wieder die besagte Zetung, die energisch seine Partei nahm, besonders die von dem politischen Redakteur Dr. Franzen gezeichneten Wahlartikel waren wahre Meisterwerke einer schlagfertigen, geistreichen Polemik.(Forts. folgt.) ** Ergste, 27. Mai. Das Fest ihrer silbernen Hoch„eit feierten gestern die Eheleute Gemeindevorsteher Gustav silbersiepe. Wir sprechen dem Jubelpaar unseren besten glückwunsch aus.ng.1. *# B e r g h o f e n, 2 7. M a i.( E i n b l u t i g e r U e b e r ###all.) Heute nacht 12 Uhr wurde der Fabrikarbeiter vzton Bödecker von hier an der Bahnüberfahrt im Bickejeld von zwei Personen angerempelt und gefragt, ob er zönig kenne, ob er auch das Mädchen kenne und deren Bräutigam. Auf die Antwort, das bin ich selbst, fiel sojort ein Schuß aus einem Revolver. B., der eben im Bezriff war, seine Zigarre aus dem Mund zu nehmen, durchhohrte der Schuß die linke Hand und man kann es nur diesem Umstande zuschreiben, daß die wohlgezielte Kugel dem Bödecker nicht den Kopf zerschmetterte, sondern von der Hand, gleich wie von einem Schilde, aufgefangen purde. B. mußte sich sofort zu einem Arzt begeben, der für die Behandlung des schwer Verletzten Sorge trug. ** Aplerbeck, 27. Mai.(Einen plötzlichen rod) erlitt das 3 Monate alte Kind einer hiesigen Familie. Wie es heißt, soll dem Kinde ein Schnuller, der ihm zum Saugen gegeben war, in den Hals geraten sein, wodurch das Kleine erstickt wäre. ** Hörde, 27. Mai. In der verflossenen Nacht wurde per Arbeiter Karl Wora von hier mit gebrochenem Bein von der Nachtpatrouille in der Dortmunderstraße aufgefunden. Wora gab an, von zwei unbekannten Personen iberfallen worden sein, der Verletzte wurde sofort dem hüttenhospital überwiesen. zür diese Rubrik übernimmt die Redaktion nur die preßgesetzliche #*. Verantwortung) Am Freitag abend findet nach langer Pause endlich ##vieder einmal eine Versammlung des nationalen Wahlvereins statt Wohl mancher hat sich im Laufe der letzten Boche über die Lässigkeit des nationalen Wahlvereins gepundert, und doppelt freudig ist es deshalb zu begrüßen, sich endlich Leben zeigt in den nationalen Reihen. hoffentlich zeigt die Wählerschaft unserer Stadt, daß sie nach wie vor die Fahne ihres bewährten Abg. Hilbck hochhält, und es ist Ehrenpflicht eines jeden national gesinnien Mannes, in der Versammlung am Freitag zu erscheinen. Wie viel intensiver arbeiten doch die Gegner Zentrum und Sozialdemokratie! Dazu kommt nun noch eine freiinnige und eine christlich=soziale Kandidatur, die vom standpunkte des gesunden Menschenverstandes aus beide lebhabt zu bedauern sind. Glaubt denn der Freisinn wirk##lch, dem Sozialdemokraten viel Stimmen abzusplittern Aud nicht vielmehr dem Nationalliberalen. Und auch der christlich=soziale Kandidat erhält seine Stimmen auf Kosten ###ilbcks, bei dessen Wahl es vielleicht sowieso auf wenige #ctimmen ankommen wird. Im Interesse der nationalen #ache sind diese Zählkandidaturen zu bedauern, und soll###en nur dazu angetan sein, die nationalen Männer um so #ester um Alexander Hilck zu scharen. Nicht die intensive Nürbeit des Zentrums, nicht das Hetzen und Wühlen der sozialdemokratie bilden die Hauptgefahr, nein, das Schlimmste Uebel sind diese beiden Zählkandidaturen und #renn der Wahlkreis für die nächsten fünf Jahre durch den ###ltramontanen Herrn Lensing oder durch den Hamburger Obergenossen“ Bömelburg, der übrigens teilweise ergötzWiche Ansichten hat, im Deutschen Reichstage sollte ver##reten sein, dann bedanke man sich in erster Linie bei dem Freisinn und den Christlich=Sozialen, die beide ihr möglichstes tun, gegenüber der festgeschlossenen schwarzen und roten Phalanx Uneinigkeit in die nationalen Reihen zu tragen und sie zu zersplittern. Dann bedanke man sich ferner aber auch bei der eigenen unverzeihlichen Lässigkeit, besonders auch hier in Schwerte. Möge darum dieser Warnruf allseitig beachtet werden, und mit dazu beitragen, die Wahlarbeit eifriger und mit viel, viel größerer Energie, wie bisher zu betreiben, denn sonst zieht Alexander Hilbck nicht wieder in den Reichstag ein! Darum ihr nationalen Wähler, auf, am Freitag abend in die nationalliberale Versammlung, und alle Mann an Bord! Die Lage ist ernst, sehr ernst! 8ch. Aus Westfalen und Rheinland. * Iserlohn, 27. Mai.(Vom Ausstand.) Laufe des gestrigen Tages haben 27 Arbeitswillige, darunter 6 früher Organisierte, die Arbeit wieder aufgenommen. Die Gesamtzahl der Arbeitswilligen betrug demgemäß gestern 1003, darunter 104 früher Organisierte.— Das in der Bürgerschaft vertretene Gerücht, die Gendarmerie würde bei Beginn der Wahlperiode von hier zurückgezogen, beruht auf Unwahrheit. Es wird im Gegenteil eine Verstärkung hier eintreffen und sollen speziell weitere berittene Gendarmen in die Außenbezirke belegt werden, um diejenigen Arbeitswilligen wirksamer zu schützen, welche weite Wege zu machen haben.— Ein zu bewilligender Verpflegungszuschuß ist in der geheimen Sitzung der Stadtverordneten für morgen zur Beratung angesetzt. (Iserl. Kreisanz.) * Unna, 27. Mai. Dem Vernehmen nach ging das bisher Herr Sümmermann=Scheda gehörige Rittergut Westhemmerde für den Preis von 200 000 Mark in den Besitz des Herrn Gutsbesitzers Schulze=Beckinghausen in Beckinghausen über. Jung: * Meschede, 27. Mai.(Todessturz.) Zwei junge Leute, die auf dem Nachhausewege vom Wege abirrten, stürzten, als sie einem Licht in der Ferne nachgingen, in einen Steinbruch. Der eine war sofort tot, der andere wurde schwer verletzt. * Witten, 27. Mai.(Einschwerer Unglücksfall) trug sich gestern nachmittag in einem Hause an der Breitenstraße zu, wo der Schlossermeister M. mit der Fortschaffung eines feuerfesten Geldschrankes beschäftigt war. Bei dieser Arbeit half auch der 17jährige Schlosserlehrling C. Biermann. War es nun Ungeschicklichkeit oder ein böses Geschick, genug, der vorgenannte Lehrling schrie plötzlich laut auf, denn er saß mit beiden Händen unter dem schweren Möbel. Es stellte sich heraus, daß dem Aermsten an beiden Händen sämtliche Finger ohne die Daumen total abgequetscht waren. 6 * Oberrahmede, 26. Mai. In große Aufregung versetzt wurden die Bewohner an der Straße oberhalb der Station Noell. Eine Fuhre Heu, die der Landwirt Droste von Römerweg nach Lüdenscheid schaffen wollte, war auf bisher unaufgeklärte Weise in Brand geraten, ohne daß der Fuhrmann das Unheil bemerkt hatte. Als er auf das Feuer aufmerksam gemacht war, gelang es ihm nur mit großer Mühe, sein Pferd auszuspannen und vor den haushoch schlagenden Flammen in Sicherheit zu bringen. Im Nu war die ganze Ladung verbrannt, wobei auch der Wagen fast ganz vernichtet worden ist. * Essen, 27. Mai. Mit großer Spannung und sichtlicher Erregung wurde gestern in den späten Abendstunden“ das Urteil im Hüssener=Prozeß erwartet. Auf den Straßen, besonders in der Nähe des Telegraphenamtes, bildeten sich lebhaft diskutierende Gruppen. Auch in den Restaurants usw. bildete Hüssener den Gegenstand zuweilen recht lärmender Auseinandersetzungen. Als die Extrablätter verteilt waren, wurde das Urteil fast einmütig als viel zu milde bezeichnet. Hüssener wäre jedenfalls tief geknickt, wenn er die Schmeichelnamen gehört hätte, mit denen die Menge ihn gestern belegte. * Oppum, 27. Mai.(Einegrausenerregen de Tat) beging ein irrsinniger Mensch, der sich hier herumtrieb. Der— nach seiner Kleidung zu urteilen— den besseren Ständen angehörige ältere Mann, hatte seinen Rock zerrissen, sich zur unteren Hälfte des Körpers vollständig entkleidet und vier Zehen mit einem Taschenmesser abgeschnitten, während er mit dem Durchschneiden der dicken Zehe, unter edm Bemerken, daß diese schlecht durchgehe, beschäftigt war. Die abgeschnittenen Zehen trug der Unglückliche bereits eingewickelt in der Tasche. Man brachte den Verstümmelten, der aus Köln gebürtig sein soll, in das Uerdinger Krankenhaus. Eigener Depeschendienst der„Schwerter Zeitung“. Hd Kassel, 28. Mai. Das Oberkriegsgericht verurteilte gestern den Unteroffizier Degen, der seine Braut in die Fulda gestoßen hat, um sich ihrer zu entledigen,(sie wurde aber gerettet) wegen Mordversuchs zu sechs Jahren Zuchthaus... 29 am: an grihanst, Hd Saloniki, 28. Mai. 30 Albanesenhäuptlinge, welche auf dem hiesigen türkischen Stationsschiffe interniert waren, sind auf einem besonderen Fahrzeuge nach Kleinasien in die Verbannung gebracht worden. Hd Monastir, 28. Mai. Bei dem Orte Temresch fand zwischen bulgarischen Banden und türkischen Truppen ein Kampf statt, wie ihn heftiger die Aufstandsbewegung bisher wohl nicht gebracht hat. Aus jedem Hause des Dorfes wurde auf das türkische Militär geschossen. Die Türken erwiderten das Feuer aus Gebirgskanonen und trafen das Dynamitlager der Gegner. Eine furchtbare Explosion erfolgte. Das Dorf flog in die Luft, der Bandenführer und alle seine Leute wurden teils getötet, teils gräßlich verstümmelt.„ a gm.: In einer an Ner 105 Sl. Hd Newyork, 28. Mai. In einer an der 135. Avenue gelegenen Zigarrenfabrik brach gestern Feuer aus, welches die Fabrik völlig einäscherte. 4 Personen sind in den Flammen umgekommen, 10 schwer verletzt. Das Feuer war von einem Irrsinnigen angelegt worden, der die Treppen mit Petroleum begoß und anzündete. Wetterbericht. 29. Mai: Wolkig, teils heiter, milde, Strichregen. Für den redaktionellen Teil verantwortlich Wilh. Schade. Vorsicht. Seien Sie vorsichtig, werte Hausfrauen, und kaufen Sie keine Nachahmungen für Luhns Wasch=Extrakt. Bedenken Sie, daß Tausende von tüchtigen Hausfrauen den hohen Wert dieses guten Waschmittels schon längst schätzen gelernt haben und es fast jeden Tag gebrauchen. Nur echt„mit rotem Band“. Nicht zu verwechseln mit den schädlichen Präparaten und Wundermitteln, die allein aus scharfer Soda und Chlor bestehen, infolgedessen Alles zerfressen und verderben.— Luhns ist eine anerkannt gute Marke, die sogar seitens des Staates mit der Medaille für hervorragende Leistungen belobigt wurde. Der Name„Luhns“ ist eine Garantie! wenn Sie elegante und haltbare Fussbekleidung, neueste Formen, zu sehr billigen Preisen kaufen wollen, „ so besuchen Sie meim Lager. 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Warenhaus Fi. Lion& Tomk. Nicolaistrasse 6, (reizende Neuheiten) eingetrofen. Carl Braus, Buch- und Kunsthandlung. . A Am 2. Pfingstfeiertage: K Grosser Ball. Entree frei. Wirtschaft Deitert, Wandhofen. Mädchen für kleinen Haushalt z. 1. Juni gesucht. Zu erfragen in der Geschäftstelle d. Ztg. I Sclasstelleu Schlafstelle u. Mittagessen erhalten. Zu erfr. in der Geschäftsstelle d. Bl. DORTMUND. Balkenstr. 36—38, beim Bezirks-Kommando. Bekannt als veelles Verkaufshaus. Grösstes Geschäft dieser Art in Westfalen, empfiehlt zu billigen Preisen: Herveh-ihzag! Auswahl ca. 1000 Stück Knaben- und Kinder-Anzüge, Arbeiter-Garderobe, Schuhwaren, Hüte, Herren-Wäsche, Kravatten, Regenschirme. ManulakturwarenA insbesondere Kleiderstoffe- und Futtersachen zu sehr billigen Preisen. Buckskins Ladenpreis, Gardinen, Leinen, Halbleinen, Gebild etc., Teppiche, Läuferstoffe, Tischdecken. 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Mai, nachmittags, in Evang. Vereinshaus sich zusammenzufinden. handels-Nachrichten. Neuß, 27. Mai. Rüböl per 100 kg in Partieen von 100 Ctr. (ohne Faß) 50,25, Rüböl per 100 kg faßweiße(ohne Faß) 51,75 Mk. gereinigtes Oel per 100 kg 3 Mi höher als Rüböl. Rübkuchen per 1000 kg 90, in kleineren Partieen 94 Mk. Kleie 5,20 Mk. pr. 50 kg Butter per kg 2,30, Eier per Schock(60 Stück) 3,90 Mk. Weizen, neuer I. 16,80, do. II. 15,80, III. 14,60. Roggen, neuer I. 14,50. II. 18,20, III. 00,00, Hafer I. 13,10. II. 12,10, Raps I. 00,00, II. 00,00 Mk., alles die 100 kg. Köln, 27. Mai. Fruchtmarkt. Weizen 00,00, Roggen 00,00, Hafer 13,55—13,75, Heu 6,20—7,60. Maschinenstroh(Roggen=) 2,90, Richtstroh(Flegeldrusch) 8,20, Krummstroh 2.80 Mk. die 100 kg. Hinweis. Der heutigen Nummer liegt eine Beilage der Firma Adolf Kalsbach in Schwerte bei, auf welche wir ganz besonders Kinwesen. Verantwortlich für den redaktionellen Tetl Vi. für den Anzeigentell:. gnichs Summ: in Schwer“z. Druck und Verlag von antt Saaus in Scwerte.