I1 Amtliches Kreisblatt für den ummm chmmmmmrrmn Fernsprech=Anschluß Nr. 62. Braus, Schwerte=Ruhr. Aiüte dreich= uud Lokaltdolgslichen Verotduungen zür den kreis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung" verbindliche Kraft. rechtsdonnemen tShrets dio Saarial 1 Mart ih Bche gel. 42 Pfg. Bestellgeld, wenn durch die Post bezogen. Erscheint an jedem Wochentage. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund.“ Nr. 118 Schwerte, Fretag den 22. Mlai 1905. 36. Jahrgang. aus den Politische Uebersicht. Deutschland. — Der Kaiser und die Kaiserin trafen, Reichlanden kommend, Mittwoch mittag in Potsdam ein, wo sie vom Kronprinzen empfangen wurden. Prinzessin Viktoria Luise überreichte ihren Eltern Blumensträuße. Am Vormittag des Himmelfahrtstages wohnten beide Majestäten dem Gottesdienst bei. Abends reist der Kaiser zur Jagd nach Prökelwitz in Ostpreußen, wo er am heutigen Freitag früh ankommt. Am Sonntag geht die Fahrt weiter nach Schlobitten, am Dienstag vormittag will der Monarch Kadinen bei Elbing besuchen, nachmittags Marienburg und Danzig; hier soll abends 6 Uhr das Linienschiff„I“ getauft werden. Dann reist der Kaiser über Langfuhr, wo die Totenkopf=Brigade steht, nach Potsdam zurück. — Die Deutsche Städteausstellung ist Mittwoch mittag in Dresden vom König Georg eröffnet worden. Staatssekretär Graf Posadowsky, sächsischer Staatsmini, ster v. Metzsch, Vertreter fast aller Bundesstaaten, Abgesandte deutscher Städte, sowie von Paris, Wien und Petersburg waren zugegen. — Die Anklage gegen den Fähnrich z. S. Hüssener lautet auf Totschlag. Der Hauptmann Graf v. Soden und Oberleutnant Fritschi von 1. See=Bataillon werden als weitere militärische Richter fungieren. Nur drei militärische Zeugen sind geladen. — Oberpräsident Fürst Hatfeldt. Die„Nordd. Allg. Ztg.“ schreibt: In einem hiesigen Blatte wurde ausgeführt, der gegenwärtige Oberpräsident von Schlesien, Für Hatzfeld von Trachenberg, habe die Interessen der Provinz nicht genügend vertreten und die Staatsregierung über die unerfreuliche Entwickelung der Verhältnisse isgespro und h#chng lagen im ZivilkaKarl Peters wegen seiner Führung in Ostafrika erhobenen Anschuldigungen zu entkräften suchen und bitten, daß das seinerzeit gegen Dr. Karl Peters ausg##ochene Urteil aufgehoben und eine Wiederaufnahme gegen den Forscher ermöglicht werden möge. Das Schriftstück trägt die Unterschrift zahlreicher Kolonialpolitiker uno hochgestellter Personlichkeiten und liegt seit einigen binett des Kaisers. Frankreich. = Die Verhandlungen der Deputiertenkammer über die gegen die geistlichen Orden zu ergreifenden Maßregeln haben bisher nichts von allgemeinem Interesse zu Tage gefördert. Dagegen erwartet man einige sensationelle Sitzungen, wenn der Ministerpräsident Combes die Forderung der Trennung von Staat und Kirche stellen und begründen sollte. Zu einer Kündigung des Konkordats wird es einstweilen nicht kommen. Eisenbahnunglun. Dirschau, 20. Mai. Heute mittag entgleiste auf der Strecke Schmetau=Skurz ein aus 30 Wagen bestehender Arbeitszug. Drei Personen wurden getötet, 9 schwer und 20 leicht verletzt. Die Toten und Verletzten sind außer einem Chaussee=Aufseher und einem Bahnmeister alle Arbeiter. Das Unglück entstand infolge Unterspülung des Gleises. Sofort nach Bekanntwerden des Unglücks ging ein Hilfszug ab. Der Materialschaden ist bedeutend. Lotales. Schwerte, 22. Mai. 1903 in Oberschlesien im Unklaren gelassen. Wir halten uns; waren. für verpflichtet, hiergegen hervorzuheben, daß kaum für eine Provinz des preußischen Staates so viel geschehen ist, als für die Provinz Schlesien während der Amtszeit des gegenwärtigen Oberpräsidenten. Für den bevorstehenden Rücktritt des Herzogs von Trachenberg ist lediglich der in Eine Niesen=Aussperrung beigelegt. Bremerhaven, 20. Mai. Die 1600 ausgesperrten Arbeiter der Tecklenborgwerft beschlossen heute nach mehr als vierstündiger Beratung die Annahme der von der Firma nach Anhörung der Arbeitervertreter festgesetzten Bedingungen. Die Annahme erfolgte gegen die Opposition von nur 70 Stimmen. Die Werft nimmt am Freitag früh den Betrieb wieder auf.(Dieser Entschluß der Arbeiter, der dem einheitlichen Vorgehen der vereinigten Werften zuzuschreiben ist, macht nun auch die Aussperrung der Arbeiter des Vulkan und der anderen Werften rückgängig, wodurch insgesamt an 12000 Arbeiter betroffen Red.) Kleine Chronik. Hannover, 20. Mai. Gegenüber dem hiesigen Gefängnisverwaltung Rücktritt des Herzogs vo.(G. 2h Jinis schmaren Ztg.“:„Wir nehmen von der seinem Abschiedsgezuche angegebene Gruno emnes shweten, nicht nur nichts zuruck, sondern fügen hinzu, sich allmählich verschlimmerndenAlugenleidens maßgebend. Arenberg in stetem heimlichen Checkverkehr — Goldfunde. Aus einer Meldung der Deutschen Kolonialgesellschaft wird bekannt, daß an den Ufern des Huongolfes bei Deutsch=Neu=Guinea reiche Goldfunde gemacht sind. — Zur Rehabilitierung des Dr. Karl Peters meldet der„Hannoversche=Anzeiger“: Die zahlreichen politischen Freunde des Dr. Karl Peters, mit dem Reichstagsabgeordneten von Kardorff an der Spitze, haben an den Kaiser ein Schriftstück gerichtet, in welchem sie die gegen Dr. dementi der „Hann. Allg. schreibt die## dem, was wir gesagt haben, daß Prinz mit einem Bankhause stand, daß er ferner einen eigenen Mann zur Bedienung hatte und daß er sich soviel Spirstugsczggg schaffen konnte, wie er wollte. Es ist recht vo###### daß er sich im Gefängnis Bier aus Extrakt selost herstellen konnte. Der Prinz beschäftigte sich tagsüber mit: Literatur und fand abends Gesellschaft zum Kartenspielen. Daß es ihm auch nicht an Frauenzimmern gefehlt hat, haben wir bereits mitgeteilt. Das sind Tatsotte 1. Die Luft ist hell, ist klar und rein, Der Wind weht stet' aus Osten, Den allersonnigsten Sonnenschein Läßt uns der Himmel kosten, so konnte man mit Recht am gestrigen Himmelfahrtstage ausrufen. Die Menschheit atmete auf, schien doah endlich, endlich die böse Regenperiode beendet zu sein, und daß gerade der Himmelfahrtstag der erste Maientag war, an dem die grauen regenschwangeren Wolken durch hellflutenden, über Wald und Flur lachenden Sonnenschein abgelöst wurden, das ist, so wollen wir hoffen, eine gute Vorbedeutung dafür, daß auch Pfingsten uns das richtige Pfingstwetter bringen wird.„Die Sonn lacht vom Himmel, die Regenzeit ist aus, da bleibe, wer Lust hat, mit Sorgen zu Haus," dachte mancher, schnürte sein Ränzel und trat eine Tageswanderung nach irgend einem schönen Punkt im westfälischen Lande hin an. Der Ausflügler aber, die erst nachmittags dem Wetter trauten und sich aus dem Hause wagten, war Legion und der„Freischutz" und die stolze Syburghöhe gaben gestern ein beredtes Zeugnis davon, wie sehr die Menschheit nach den langen Wochen einer mehr wie trüben Witterung den gestrigen Maientag zu schätzen wußte, und hoffentlich folgen dem gestrigen noch eine Reihe von schönen Tagen! 38(Pflanzenkrankheiten.) Von der landwirtschaftlichen Versuchsstation zu Münster ist an der landwirtschaftlichen Winterschule Dortmund eine Sammelstelle für den Pflanzenkrankheiten errichtet worden. Diese Einrichtung hat den Zweck, Schädigungen durch pflanzliche oder tierische Feinde festzustellen, resp. geeignete Bekampfungs, maßregeln anzugeben. Anfragen betr. Schädigungen sind möglichst unter Einsendung beschädigten Pflanzen oder Teile derselben an die landwirtschaftliche Winterschule Dortmund, Sonnenstraße 100, einzureichen. *(Die Proben) für das am 8. und 9. Juli Herne stattfindende 56. Märkische Lehrer=Gesangfest werden dasch berrn Atlectstbtrettor stnachte woie folgt ahger Eine Gelöheiral. Roman von L. Haidheim. (48. Fortsetzung.) Als Anna von Glaichen und Ulla von ihrem Spaziergang am heutigen Tage zurückkamen, war die Post gekommen und beide fanden Briefe vor. Ulla hatte den Tag leichten Herzens und froh verlebt, denn schon früh morgens, als Anna noch schlief, und sie im Morgennebel hinausgegangen war, ihr weh, die Folge einer schlaflosen Nacht, zu vert wurde sie Zeugin der Abfahrt der Familie des armen Hans. Noch immer hallten ihr die Worte durch die Seele, * h r e r A n g s t H a n s z u g e r a u n t; e s w a r e n Hans. Noch immer halten ihr die Worte durch d. eg.(r616 die sie in ihrer ungst Hans zugeraut, es waren gestu frasch. " 9 aher laut und wie ein mahnendes Glöcklein „Nun, Anna, hast Du gute Nachrichten?“ hatte Ulla bereits gefragt, ehe ihr dieser Ausdruck von Verwirrung „Hast Du Deinen Brief schon gelesen?“ fragte Anna „Nein, aber Papa befleißigt sich ja immer solcher Kürze, daß ich damit schnell fertig sein werde. Dein Vater ist viel mitteilsamer. Ich begreife oft nicht, wie er bei seiner Arbeitslast die Zeit dazu findet.“ „Er hat Dir wohl auch öfter geschrieben?“ Ulla blickte von ihrem eben geöffneten Brief auf, der Ton Annas berührte sie so eigen. „Er schreibt doch nichts Trauriges?" fragte sie sterre Worte, über taut und wie ein mähnendes Glöcklein hörte sie sie immer wieder. Wägeschen vor Als sie schon von ferne das Wagelchen bor dem „Lies nur erst, Herz, dann sage ich Dir alles und ich habe viel zu frogen.“„ Ihr Vater schrieb Ulla hörte schon kaum zu. Ihr Vater schrieo, wie den ulla böre, hon.— aber selisam underständli Krämerhause hatten sah, lief sie schnell hinz sie wolle immer, ip. Zeiner der setzten Sätze:.77 Hans und Hilde Annas gestrige liebe Vergebungsworte erschregz; pierz ign dieser Zeit eine Fre mit auf den Weg geben, aber in denselben Augenblick 1.1.: Li., Di, schan vor Jahren gestel un u den cg e# e. une treten, die Dir schon vor Jahren gestellt, worden wäre, rosete das klappernde Gefähet von dannen und ivr v., wenn nicht Dein Herz so energsch fur emen anderen gewillkurlicher Ruf wurde nicht gehört. Seite keine Aufregung mehr drohte. Sie nahm sich an Erfahrungz ich wünsche Dir und mir von Herzen, daß auch vor, der Frau Obersleutnant burch beoz Hailbde, misz. Ven gbgleich niemand üila se direk von Wolzins dama. ebnis schreiben, zubemn sie von dem Linde und von den ligen Wunschen erzählt, so war doch im Laufe dieser Zeit Eltern erzählte. So kam es allmählich wie ein tiefer in ihr die Ueberzeugung entstanden, daß er durch ihre Verlobung mit Fritz eine große Enttäuschung erfahren. bei= Später, auch selbst im vertrautesten Verkehr mit ihrem zu Vater und ihr, ließ der Kummer um die Tochter ihn wohl jeden derartigen Gedanken verbannen. Er hatte oft Friede über sie und so blieb es den ganzen Tag. Sie hatte den eben erhaltenen Brief einstweilen beiseite gelegt, um erst den Strauß Blumen in Wasser zu stellen, den sie von ihrem Spaziergang mitgebracht. Jetzt kehrte sie zurück und sah Anne,gagz prctz gt. gekommen, sich innerlich frei zu machen von der hoffnungslosen Sehnsucht! Nie der Gedanke, durch eine Heirat ihrem äußeren und inneren Leben andere Gestalt zu Anna hatte sie inzwischen beobachtend angesehen. „Du weißt schon, was ich Dir sagen soll? Dein Vater schreibt Dir darüber?“ fragte sie. „Er schreibt unbestimmte, unklare Worte!“ gab ulla verlegen zurück. Luich.. M., „So will ich klar und deutlich sein. Mein armer Vater fühlt sich unendlich unbefriedigt, traurig und wie er sich ausdrückt— armselig, Ulla! Seine Arbeit habe er in den letzten Jahren über der Trauer um mich vernachlässigt, seinen Leuten zu viel überlassen, nun hörten die Unannehmlichkeiten und der Aerger nicht auf. Er sei innerlich wie ein verwüstetes Land und könne sich nicht wieder zurecht finden, denn sein Herz verlange gebieterisch nach Glück und etwas Liebe und trotz seiner zweiundfünfzig Jahre habe er die Empfindung, daß er sich jung fühle. Weil er nichts anderes getan, als gearbeitet, sei es jetzt über ihn gekommen, wie das heiße Bedürfnis nach einem Feiertag für die Seele.“ „Hör' zu, Ulla!“ unterbrach sie sich und begann vor„Kannst Du von Deinem Vater ein solches Sehnen nach Glück verstehen, Kind? In der Regel lacht die törichte, egoistische Jugend über solche Gefühle bei„alten“ Leuten. Dennoch vertraue ich mich Dir an, meine geliebte Tochter, Du wirst mich zu beurteilen wissen, und was Dir fremd erscheint oder befremdlich, das wirst Du nicht belächeln. Sprich mit Ulla! Als Du heiratetest, tauchte in mir der brennende Wunsch auf, sie zu meinem Weibe, zur Herrin meines Hauses zu machen. Ihre damalige Wahl ließ mich meine Hoffnungen still begraben, und während Du, meine Anna, so krank warst, ist mir's nie in den Sinn gekommen, für mich an Glück zu denken, halten: Am Samstag, den 23. Mai, nachmittags 4 ½ Uh r.im Hotel Schlenkhoff zu Herne, am Mittwoch, den 24. Juni, in Unna; am Samstag, den 27. Juni, in Dortmund und am Samstag, den 4. Juli, wieder in Herne. **(Zur Wahlbewegung.) Nachdem am Sonntag in Höchsten und hier große sozialdemokratische Wahlversammlungen stattgefunden haben, folgte gestern das Zentrum mit einer wahrhaft imponierenden Volksversammlung im Specht'schen Saale. Aber von der dritten inbetracht kommenden Partei in Schwerte, von der nationalliberalen, hört und sieht man nichts; schläft sie angesichts zweier so rühriger Gegner? **(Ueber das gestrige Konzert) im Schützenhof berichten wir ausführlich in nächster Nummer. Der Meßner'sche Preischor durfte nicht gesungen werden. Dennoch war das Konzert ein einziger gewaltiger Erfolg des Vereins und der mitwirkenden Künstler. **(Zum Bahnhofsumbau.) Die Tätigkeit bei dem Bahnhofs=Erweiterungsbau ist eine sehr rege. Ein Teil der 125 Meter langen eisernen Ueberbrückung am Holzenerwege ist beendet; an der Ostseite ist man an dem 1½2 Meter und fast 7 Meter hohen Mauerwerk, welches ca. 40 Meter lang wird, stark beschäftigt, sodaß auch hier, sobald die Beschüttungsarbeiten beendet sind, mit dem Auflegen der Eisenteile begonnen werden kann. Die um 10, stellenweise um 15 Meter nach Westen verlegte Dammstraße ist vom Holzenerwege bis zur Hörderstraße soweit fertig, daß dieselbe wieder gut befahren werden kann. Das neue Stationsgebäude, welches eine halbe Million erfordert, soll im nächsten Jahre erbaut werden. *(Zum Sängerwettstreit) wird aus Frankfurt a. M. berichtet: Die Angelegenheit der Preise ist nunmehr geregelt. Mit dem Kaiserpreis beträgt die Zahl der Preise zwölf; jeder von den zwölf Vereinen, die zum engeren Wettstreit auserwählt werden, wird also einen Preis nach Hause tragen. wo er ohne weiteres hinausspringt. Doch, o Graus, der tat ist als Folge der Märzunruhen in Slatonst zu betrachSpitzbube sprang in sein eigenes Grab! Neben dem „Märkischen Hofe“ liegt nämlich das Amtsgericht und dahinter das Gefängnis. Und auf dem Gerichtshof landete unser Gauner, wo er sofort gefaßt und in liebevollen Schutz vor seinen bösen Verfolgern genommen wurde. * Gerresheim, 21. Mai. Die Hülsenfabrik der Gerresheimer Glashüttenwerke steht in Flammen. Die beiden Feuerwehren von Gerresheim, sowie die Düsseldorfer Feuerwehr sind in voller Tätigkeit. * Duisburg, 20. Mai. Gestern nachmittag wurde ein hier zum Besuch weilendes dreijähriges Kind aus EssenWest von einem rangierenden Güterzuge überfahren und getötet. * M.=Gladbach, 20. Mai. Die hier bestehenden kaufmännischen Vereine und Ortsgruppen von kaufmännischen Verbänden, sowie der Privatbeamtenverein und Werkmeisterverein hielten eine gemeinschaftliche Delegiertenversammlung zur Beratung der Einrichtung einer staatlichen Pensionsversicherung für Privatangestellte ab und setzten, wie die„K. Vztg.“ erfährt, eine größere Kommission ein zur weiteren Förderung der Sache in hiesiger Stadt. Westhofen, 22. Mai. Das Ehepaar Rottenführer a. D. Adolf Brenne und Frau feiert morgen das Fest seiner silbernen Hochzeit. Wir bringen dem Jubelpaare unsere besten Glückwünsche hiermit dar! nr Sölde, 20. Mai. Seinen Verletzungen erlegen ist der gestern morgen auf Zeche„Margareta" verunglückte Bergmann Friedrich Filthaut aus Aplerbeckermark. F. hinterläßt Frau und Kinder. Westfalen und Rheinland. * Iserlohn, 21. Mai. Schon fast sechs Wochen dauert die Ausstandsbewegung und Sperre hierselbst und es ist nicht abzusehen, wann dieselbe zu Ende geführt werden wird. Die Zahl der Arbeitswilligen steigt fortgesetzt, wenn auch langsam; bis gestern abend betrug dieselbe 910, darunter 86 aus den Organisationen, gegen 653 resp. 18 am 6. Mai, an welchem Tage die größte Mehrzahl der Arbeitgeber= und Fabrikanten=Vereinigung angehöriger Mitglieder ihre Betriebe für nicht organisierte Arbeits willige wieder eröffneten. Die Zahl der ausgetretenen und ausgesperrten Arbeiter betrug am 11. April rund 4200 Personen. * Hamm, 21. Mai. Die hiesige katholische Gemeinde beabsichtigt einen Um=resp. Neubau ihres Krankenhauses. Die Kosten des Voranschlages belaufen sich auf 120 000 Mark. Die Ausführung wurde trotz sehr starker Konkurrenz einheimischer Handwerker im Pauschal einem auswärtigen Unternehmer überwiesen, der mit seinem Gebot 15 Prozent unter dem Voranschlage blieb. * Heiligenhaus, 20. Mai. Ein Teil des großen Loses ist einem hier bestehenden Lotterieklub zugefallen. Die 26 Teilnehmer erhalten jeder ca. 4000 Mk. Es sind alles geringe Leute, wie Bergarbeiter u. dergl. In einigen Familien werden drei und vier Anteile gespielt. Dieser Teil des großen Loses ist jedenfalls an die richtige Adresse gelangt. * Recklinghausen, 20. Mai. Daß ein Spitzbube ins Gefängnis springt auf seiner Flucht, ist wohl noch nicht vorgekommen. Im hiesigen Hotel„Märkischer Hof“ am Markt war in vergangener Nacht ein Dieb gerade damit beschäftigt, auf des Kellners Zimmer dessen Koffer zu erbrechen, als er plötzlich gestört wurde. Reißaus nehmend eilte er die Treppen hinunter und zu einem Fenster, Jetzt aber— jetzt soll es gewagt werden. Sprich mit Ulla! Ich dränge nicht auf sofortige Entscheidung. Sie soll sich in Ruhe fragen, ob sie mir ihr Herz und ihr Lebensglück anvertrauen kann und will. Rede ihr zu, Anna, so weit Du es vermagst. Ich sehe darin nichts Unehrenhaftes, denn immerhin bin ich so viel älter, daß sie in mir eher den treuen Freund, als den Liebenden sehen kann. Du wirst die rechten Worte finden, Anna, und Ulla wird Dich vielleicht eher verstehen als mich. Vielleicht kann sie sich entschließen, mir das Glück zu geben, wonach ich mich sehne. Ich muß Dir auch noch eins bekennen, Anna, was mich selbst überrascht und erschreckt. Ich bildete mir diese letzten Jahre hindurch ein, ich sei über die Zeit hinweg, in welcher der Mensch noch für sich selbst Wünsche und Ansprüche hat. Und jetzt plötzlich, seit ich es gewagt, mir über mich selbst die Wahrheit zu gestehen, entdecke ich mit geheimem Schrecken, daß mein Glück für den Rest meines Lebens— und ich bin erst fünfzig— von der Entscheidung Ullas abhängt. Das lege ich Dir noch ans Herz! Sei Deines Vaters sprecherin!“ In unbeschreiblicher Aufregung hatte Ulla die Freundin lesen lassen, ohne ihr Einhalt zu tun, ja nur daran zu denken. Wolzins dringende Worte machten ihr plötzlich klar, daß sie dies alles eigentlich schon länger geahnt, daß sie aus seiner fortwährenden liebevollen Sorge um ihr Ergehen und ihre Wünsche längst hätte erkennen müssen, wenn sie nicht immer scheu das Nachdenken darüber zu vermeiden gesucht. (Fortsetzung folgt.) *(Allerlei Liebig=Anekdoten) schwirren jetzt, gelegentlich des hundersten Geburtstages des großen Chemikers, durch die Blätter. Dem„Gieß. Anz“ erzählt ein Leser: In den vierziger Jahren kam ein Bauer mit einem Beutel voll Silbergeld nach Gießen, um seine Steuern zu bezahlen. Das Geld hatte er in einen Korb voll Eier gelegt. Ein faules Ei war unterwegs entzwei gegangen und das ganze Silbergeld war durch den Schwefelstoff schwarz geworden. Das schwarze Geld aber nahm der Steuerbeamte nicht an und wies das Bäuerlein schroff ab. Was tun: Das Bäuerlein fragt hin u. her und erfährt endlich zu seiner Freude, daß am Bahnhof im Laboratorium ein Mann sei, der schwarzes Geld weiß machen könne. Diesen Mann, es war Liebig, fand er auch und fragte, indem er ihm sein Leid klagte, ob er schmutziges Geld weiß machen könne. Liebig bejahte es. Im Nu war von seinem Assistenten durch Waschen mit Säure das Geld weiß gemacht, und die blanken Taler erhielt der Bauer zurück.„Was sein ich schuldig?“ fragte dieser.„Es kostet nichts", lautete die Antwort.„Nun dann trinken Sie und ihr Gesell(und dabei drückte er Liebig ein Sechskreuzerstück in die Hand) wenigstens einen guten Schoppen.“ Der Gesell aber war der spätere Professor Will.— Bei der Liebig=Feier in Darmstadt, seinem Geburtsort, teilte der Festredner Prossor Vollhardt mit: Liebig hatte, um agrarkulturchemische Versuche anzustellen, ein Stück Land in der Nähe von Gießen mit den verschiedensten Bodenerzeugnissen bebaut. Auch einen kleinen Weingarten hatte er angelegt, um an dem Gedeihen der Trauben den Wert der von ihm konstruierten Dungmittel experimental nachzuweisen. Professor Vollhardt suchte nach Jahren den Wirt auf, der nach des Gelehrten Uebersiedelung nach München den Landsitz, die sogenannte Liebighöhe, bestellte. Auf die Frage des Redners, wie es denn mit dem Liebigschen Weinbau stehe, antwortete der biedere Alte:„Er maacht sich, er maacht sich, die bessere Jahrgäng verzapp ich haamlich unnern Appelwei'.“— Ein Leser schreibt der, Frankf. Ztg."Vielleicht darf ich ein bekanntes Bonmot über Liebig und seinen Schwiegersohn Carrierre gerade jetzt wieder in Erinnerung bringen: Der als Professor der Philosophie in München verstorbene Moritz Carrierre hatte eine Tochter Justus v. Liebigs zur Frau. Im Anschluß an dieses Verhältnis entstand folgendes satirische Wort: Carierre war mißliebig, da heiratete er Miß Liebig und machte Carriere." ten, die von Bogdanowitsch mit Waffengewalt unterdrückt wurden. § Paris, 21. März. Aus Djibuti wird gemeldet, daß Kaiser Menelik auf Antrag der europäischen Kaufleute alle bisher erteilten Monopole für ungiltig erklärt habe. § Paris, 21. Mai. Aus Nancy wird berichtet: Der spion Balfiguet ist gestern vom Untersuchungsrichter in Gegenwart von 2 Generalstabsoffizieren, einem Spezialkommissar und einem Inspektor des Ministeriums des Innern einem Verhör unterzogen worden. Bei Beginn des Verhörs versuchte Balfiguet die Angelegenheit ins Lächerliche zu ziehen, nachdem ihm aber deutsche Briefe unterbreitet wurden, die an seine Adresse gerichtet waren, wurde er verwirrt und gab schließlich keine Antwort mehr. Man ist überzeugt, daß er an Deutschland die geheime Einrichtung der Brieftaubenpost verraten hat. IId Paris, 21. Mai. Die Untersuchung in der Humbert=Angelegenheit ist gestern endgiltig geschlossen worden. Die Anklageschrift umfaßt nicht weniger als 300 Seiten und schließt mit der Verweisung der Angeklagten vor das schwurgericht wegen Fälschung, Gebrauchs von Fälschungen und Unterschlagung. Die Anklage auf betrügerischen Bankerott ist fallen gelassen worden. § Paris, 21. Mai. Gestern abend fand unter Vorsitz des früheren katholischen Priesters Charbonnel ein antiklerikales Meeting statt. Dasselbe wurde am Schlusse von einigen Kundgebern gestört. Es entspann sich ein Handgemenge, sodaß die Polizei einschreiten und die Versammlung schließen mußte. § Toledo, 21. Mai. Der Kirchturm der hiesigen Kathedrale, ein bekanntes Kunstwerk, droht einzustürzen. Maßgebende Architekten glauben, es drohe ihm das gleiche schicksal, wie dem Campanile von St. Markus. Hd Konstantinopel, 21. Mai. Die Türken fahren mit ihren Rüstungen fort. Es werden nicht nur fortwährend Truppen nach Anatolien und Mazedonien geworfen, soncht dern man setzt auch die Neuformation der Kavallerie fort. sein Vorläufig werden 5 Regimenter gebildet, im Armeekorps von Adrianopel wurden die Reserven einberufen. Die Nachrichten aus Mazedonien lauter trauriger denn je. die türkischen Soldaten und Saptihs wetteifern an Grausamkeiten gegen die Bewohner, sodaß sogar verschiedene Konsuln beim General=Inspektor der Armee protestierten. Fast überall sind die Gefängnisse überfüllt. § London, 21. Mai. In einer gestern hier abgehaltenen Zionisten=Versammlung wurde mitgeteilt, daß die englische Regierung sich mit der Absicht trägt, ein Gesetz gegen die Einwanderung von Fremden zu erlassen, welches sich speziell gegen die Juden richten soll. Neueste Nachrichten. § Berlin, 21. Mai. Nach einer Meldung aus Oldenburg erlitt Rittmeister von der Gröben vom DragonerRegiment Nr. 19 auf dem Exerzierplatze, als das Regiment kurz nach 9 Uhr angetreten war, einen Herzschlag und sank tot vom Pferde. § Berlin, 21. Mai. Finanzminister Freiherr v. Rheinbaben nahm nach einer Newyorker Depesche des„Berl. Tagebl.“ gestern abend an einem Festmahl teil, welches der Großindustrielle Jakob Schiff ihm zu Ehren veranstaltet hatte. 8 Dresden, 21. Mai. Den„Dresd. N. Nachr.“ wird sich Besuc, erwidert der„Schwerter Zeitung“. Hd Brüssel, 22. Mai. Präsident Krüger passierte den hiesigen Südbahnhof auf der Fahrt nach Hilverson. Hd Kopenhagen, 22. Mai. Henrik Ibsen liegt im Todeskampf. Hd Agram, 22. Mai. Die Straßendemonstrationen nahmen abends einen noch gefährlicheren Karakter an, als des Tags über. Es kam zu einem furchtbaren Handgemenge mit der Polizei. Mehrere Schwerverwundete mußten ins Spital überführt werden. Hd Saloniki, 22. Mai. Nachdem die oppositionellen Albanesen die Höhen von Saloniki besetzt halten und das dort befindliche Kloster Detschaczi in die Luft zu sprengen drohen, erhielten die türkischen Truppen Befehl, die Operationen gegen die Albanesen einstweilen zu sistieren und nach Debabat zurückzukehren. Hd Vigo, 22. Mai. Gestern vormittag ist Prinz Heinrich hierselbst unter dem Donner der Geschütze des imposanten deutschen Gelschwaders gelandet. Nach Abschreiten der am Hafen aufgestellten Ehrenkompagnie begab er des Gouverneurs, welcher gleich darauf von gutunterrichteter Seite aus Lindau gemeldet: Das Befinden der Prinzessin Luise von Toskana ist durchaus kein befriedigendes. Ihr Aussehen läßt auf einen krankhaften physischen Zustand schließen. Gleichzeitig leidet sie unter andauernder Schwermut, weil sie befürchtet, daß das Kind später nach Dresden gebracht werden soll. Die Gesichtszüge des Kindes sollen denen des Kronprinzen völlig gleichen. Die Prinzessin steht unter beständiger Beobachtung, alle an sie adressierten Briefe und Blätter werden einer vorhergehenden Untersuchung unterzogen. läglich empfängt die Prinzessin Briefe und Karten aus dresden, die sie gewissenhaft sammelt. § Mainz, 21. Mai. Die Stadtverordnetenversammlung genehmigte in ihrer heutigen Sitzung die Summe von 2 360000 Mark zur Umwandlung der Pferdebahn in elektrischen Betrieb. Hd Wien, 21. Mai. Nach brieflichen Meldungen aus Agram sind bisher über 2000 Personen in Kroatien interniert. Die Gerichte haben Weisung erhalten, neue Arrestlokale einzurichten. In Jaska, Czolnica, Selce, Draga sind neuerlich Ausschreitungen vorgefallen. Die dortigen Gemeindevertretungen wurden aufgelöst. Hd Petersburg, 21. Mai. Ein Attentat auf den Gouverneur Bogdanovitsch fand gestern nachmittag im Stadtpark von Ufa statt, der anläßlich des Zaren=Geburtstags viel Publikum aufwies. Dem Gouverneur traten in einer Seitenallee des Parkes mehrere Personen entgegen, von denen eine ihm mit einer Verbeugung ein versiegeltes Paket überreichte. Im selben Moment feuerten die beiden anderen Attentäter Schüsse gegen Brust und Rücken des Gouverneurs, der, von 9 Kugeln getroffen, augenblicklich leblos niedersank. Ein Wächter, der Augenzeuge des Attentats war, wollte anfangs zu Hilfe eilen, doch unterließ er es aus Furcht vor den rasch aufeinander folgenden Schüssen. Die Mörder entflohen. Das Attenden Besuch erwiderte. Heute begibt sich der Prinz nach Madrid, wo er bis zum 27. d. Mts. verweilen wird. Am 29. verläßt dann das deutsche Geschwader die spanischey Gewässer. IId Newyork, 22. Mai. In Winnebeg herrscht ein fürchterlicher Schneesturm, sämtlicher Bahn= und Postverkehr ist unterbrochen. Der angerichtete Schaden beläuft sich auf 5 Millionen Dollars. Hd Montreal, 22. Mai. Eine fürchterliche Feuersbrunst zerstörte hier über 100 Wohnhäuser. Der Schaden beträgt über 1 Million. Hd Newyork, 22. Mai. In den Zentralwerkstätten fand eine Dynamitexplosion statt, 8 Leichen wurden zwischen den Trümmern gefunden, zahlreiche Arbeiter werden noch vermißt. 23. Mai: Wärmer, sonst wenig verändert. Für den redaktionellen Teil verantwortlich Wilh. Schade. Paschestel. Kein Heim ist schön und kein Heim ist gemütlich, wenn es nicht stets in Ordnung und sauber ist. Dieses kann am besten Luhns Wasch=Extrakt fertig bringen. Gebrauchen Sie deshalb immer Luhns WaschExtrakt mit rotem Band.— Wenn man Ihnen anderes als besser“ oder als„gerade so gut“ aufschwätzen will, so verlassen Sie das betr. Geschäft und schreiben an Luhns Seifenfabrik in Barmen, dann wird Ihnen sofort die nächste Verkaufsstelle mitgeteilt. Taxe für beeidigte und öffentlich angestellte Versteigerer. Auf Grund des§ 78 der Gewerbeordnung für das Deutche Reich in Verbindung mit Ziffer 66 der Vorschriften des Ministers für Handel und Gewerbe über den Umfang der Befugnisse und Verpflichtungen sowie über den Geschäftsbetrieb der Versteigerer vom 10. Juli 1902(Sonderbeilage zu Stück 33 des Amtsblattes der #äniglichen Regierung zu Arnsberg für 1902) wird für die beeidigten und öffentlich angestellten Versteigerer im gegierungsbezirk Arnsberg nachstehende Taxe erlassen: § 1. Der Versteigerer hat für die vollständige Bena einer jeden einzelnen Versteigerung vom Em#sange des Auftrages an gerechnet bis zur vollständigen A#blieferung des Versteigerungserlöses zu beanspruchen ###n dem erzielten Brutto=Erlos der Versteigerung W 1. deci bewegschen Sachen: freiwillige Versteigerungen für Rechnung des Austraggebers(Ziffer II der Vorschriften) und Versteigerungen im Sinne der Ziffer V der Vorschriften: bei 1 bis 30 Mark: 15 vom Hundert, mindestens aber 300 Mark, 0 M.r. von dem Betrage über 30 bis 150 Mark: 10 vom Hundert, mindestens aber 4,50 Mark, von dem Betrage über 150 bis 1000 Mark: 5 vom Hundert, mindestens aber 15,00 Mark, von dem Betrage über 1000 bis 3000 Mark: 4 vom Hundert, mindestens aber 50,00 Mark, von dem Betrage über 3000 bis 5000 Mark: 3 vom Hundert, mindestens aber 120 Mark, von dem Betrage über 5000 Mark: 2 vom Hundert, mindestens aber 150,00 Mark. Dem Versteigerer fallen dabei alle Schreibgebühren zur Last und die Kosten: a) etwaige Reisen, b) der erforderlichen Bekanntmachungen, ausgenommen die Kosten der Bekanntmachungen in den Zeite) des Ausrufers, wenn ein solcher erforderlich ist, d) des Lokals, wenn der Auftraggeber dieses nicht selbst zur Verfügung stellt(ausgenommen bei Versteigerung neuer Sachen). 9. sem 1 Die Kosten für Bekanntmachungen in Zeitungen, beren Inanspruchnahme in jedem einzelnen Falle vom Vereigerer mit dem Auftraggeber zu verabreden ist, hat der Auftraggeber zu bezahlen; desgleichen die Stempelsteuer und beim Verkaufe neuer Sachen die etwaige Lokalmiete. 2. Pfandverkauf(Ziffer IV der Vorschriften): bei 1 bis 500 Mark 5 vom Hundert, von dem Betrage über 500 Mark 3½ vom Hundert, mindestens aber 25 Mark. Bezüglich der Kosten gelten die Bestimmungen zu 1 (ausgenommen zu 1 d). Findet die Versteigerung im Lokal des Versteigerers statt, so kann er 1 vom Hundert pehr beanspruchen.„ 2ic B. Bei öffentlicher Verpachtung unbeweglicher Sachen an den Meistbietenden(Ziffer III der Vorschriften): 4 vom Hundert des Pachtgeldes. Die Kosten von notwendigen Reisen, der Bekanntnachungen, der Stempelsteuer und des Lokals kann der Versteigerer bei B erstattet verlangen. § 2. Lagergeld sowie Vergütungen für besondere Leistungen, wie Drucklegung von Verzeichnissen, Anfertigung von Plänen, Abschätzungen, können von dem Versteigerer nur beansprucht werden, wenn die Lagerung oder die betreffende Leistung zwischen ihm und dem Auftraggeber vorher schriftlich vereinbart war. Die Höhe des Lagergeldes und der Vergütung ist gleichfalls schriftlich zu vereinbaren. Die Vereinbarung ist von dem Versteigerer zum Sammelheft zu nehmen. § 3. Müssen zu versteigernde Gegenstände von einem Gemeindebezirk in einen anderen(nicht blos von einem Hause in das andere) überführt werden, so sind die dem Versteigerer dadurch entstandenen, von ihm zu belegenden baren Auslagen und Reisekosten besonders zu er4. Wird die Gelderhebung nicht von dem VersteigeVermittelung der zuständigen Ortspolizeibehörde anzuzeigen und schriftlich oder mundlich über seine persönlichen Verhältnisse Auskunft zu geben, sowie den Nachweis der Berechtigung zur Ausübung des Gewerbes, Beilegung von Bezeichnungen oder Führung von Titeln zu führen. Diejenigen Tierärzte, welche zur Zeit des Inkrafttretens dieser Polizei=Verordnung in einem Gemeindebezirke des Regierungsbezirks Arnsberg ihre Berufstätigkeit ausüben, haben die ihnen im Absatz 1 auferlegten Pflichten, sofern sie sie noch nicht erfüllt haben, binnen zwei Wochen nach Inkrafttreten dieser Polizei=Verordnung zu erfüllen. § 2. Die Regierungs=Polizei=Verordnung vom 12. Januar 1876(A.=Bl. S. 24) wird, soweit sie sich auf Tierärzte bezieht, aufgehoben..., Holizug Dagegen wird die Regierung=Polizei=Verordnung vom 16. April 1874(A.=Bl. S. 144) über die Verpflichtung zur polizeilichen Meldung neu anziehender Personen durch die gegenwärtige Polizei=Verordnung nicht berührt. § 3. Zuwiderhandlungen gegen diese Verordnung werden, soweit nicht in den bestehenden Gesetzen eine höhere Strafe vorgesehen ist, mit Geldstrafe bis zu 60 Mark, im Unvermögensfalle mit entsprechender Haft bestraft. § 4. Vorstehende Polizei=Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Verkündigung in Kraft. Zwangsverkauf. Am Samstag, den 23. Mai er., von vormittags 9 Uhr an, werde ich in meinem Pfandlokale beim Wirt Böhmer hierselbst,„„ 1 Reisekorb, 1 Pos- Kavauerte=Verein Arnsberg, den 7. März 1903. Der Regierungs=Präsident. In Vertr.: Spude. AusTagen uniformanzug, hosen, hemden, Taschentücher, Schwerte. Außerordentliche soldene Uhr. 1 303)(Gener=lversammlung Jagdaus. Kthrversammlung rüstung, ferner um 10½ Uhr in Holzen, Versammlung beim Wirt Neuhaus daselbst 1 Pferd, 1 Lopha, 1 Fahrrad u. s. w., Donntag, den 24. Mai 1903, abends 8½ Uhr, im Vereinslokal(W. Quadbeck). Tagesordnung: Ergänzungswahl des Vorstandes. NB. Diese Versammlung ist er nur ¾4 der im§ 1 bestimmten ter besorgt, so erhält Das Porto für die Versendung erhobener Versteigerungsgelder gehört nicht zu den von dem Versteigerer zu tagenden Auslagen.. 9HI.astun; der bur ts § 5. Kommt es nicht zur Abhaltung der vereits in Auftrag gegebenen Versteigerung, so erhält der Versteigerer, wenn die Versteigerung erst in dem zu ihrer Abhaltung bestimmten Termine rückgängig wird, die Hälfte der Gebühr, die nach dem Werte, im Zweifel nach dem bei der Auftragserteilung angegebenen Werte der Gegenstände zu berechnen ist, wenn die Versteigerung schon vorher rückgangig gemacht wird, neben dem Ersatz barer 3 Mark, bei höheren Objekten als 500 Mark 6 Mark. § 6. In Ermangelung besonderer schriftlicher Ver#einbarung, welche zum Sammelheft zu nehmen ist, werden an Reisekosten erstattet in den Fällen der 4) für jedes angefangene Kilometer Landweg 0/40 b) für jedes angefangene Kilometer Eisenbahn 0,04 Beträgt die Entfernung weniger als 2 Kilometer von dem Wohnorte des Versteigerers, so dürfen Reisekosten nicht berechnet werden! ebenso nicht für Zugange den Bahnhöfen, die weniger als 2 Kilometer lang sind. § 7. Ueberschreitungen der Taxe werden nach§ 148 Absatz 1 Ziffer 8 der Gewerbeordnung mit Geldstrafe bis zu 150 Mark und im Unvermögensfalle mit Haft bis zu § 8. Die Taxe tritt am 15. Mai d. Is. in Kraft. Arnsberg, den 29. April 1903. Der Regierungspré v. Coels. Bekanntmachung Militär=Aushebung. Das diesjährige Ober=Ersatz=Geschäft für den hebungsbezirk Kreis Hörde findet an folgenden statt: I. Im Bergmann'schen Saale zu Hörde, Langestraße am 1., 2., 3., 4., 5., 6., 8. und 9. Juni d. Is. II Im Beckhoff'schen Saale zu Annen, Bahnhofstraße. am 10. Juni d. Is. a4s. Das Geschäft beginnt für die Milikarpflichtigen in Hörde um 7 Uhr, in Annen um 7½ Uhr vormittags. Militärpflichtige, welche die vorgeschriebene An= und Abmeldung zur Stammrolle unterlassen, sowie diejenigen, welche der Vorladung, sich zur Musterung oder Aushebung vor der Ersatz= oder Ober=Ersatz=Kommission zu stellen, keine Folge leisten, werden mit einer Geldstrafe bis zu 30 Mark oder entsprechender Haftstrafe belegt. Militärpflichtige, welche bei Aufrufung ihres Namens im Musterung= oder Aushebungstermine nicht anwesend sind, werden mit einer Geldstrafe bis zu 30 Mark oder entsprechender Haftstrafe belegt. Militärpflichtige, die in den zur Musterung vor der Ersatz=Kommission oder zur Aushebung vor der OberErsatz=Komission angesetzten Terminen im betrunkenen oder unreinen Zustande erscheinen, während des Musterungs= oder Aushebungs=Geschäftes ohne Erlaubnis austreten, oder vom Austreten nicht rechtzeitig zurückkehren, oder welche die Ruhe und Ordnung beim Musterungsoder Aushebungs=Geschäft stören, werden mit Geldstrafe bis zu 60 Mark, im Unvermögensfalle mit entsprechender Haft, bestraft. Reklamationen, für welche die Veranlassung erst nach Beendigung des Musterungsgeschäftes entstanden ist, sind bei den Ortsbehörden so zeitig anzubringen, daß ihre Prüfung im Aushebungstermine stattfinden kann. Sämtliche Familienmitglieder, auf deren Arbeitsoder Aufsichtstätigkeit bei Beurteilung der Reklamationen — und zwar auch derjenigen, welche vor der Musterung eingelegt worden sind— ankommt, haben mit den Militärpflichtigen zu erscheinen. Die den Gestellungspflichtigen durch die Ortsbehörden zugehenden Vorladungen sind sorgfältig aufzubewahren und zum Aushebungstermine mitzubringen. Militärpflichtige, welche eine endgiltige Entscheidung zu erwarten, eine Vorladung aber nicht erhalten haben, sind verpflichtet, sich rechtzeitig bei der zuständigen Ortsbehörde oder dem Königlichen Landratsamte zu melden. Hörde, den 13. Mai 1903. Der Landrat. sowie um 11½ Uhr an der unter allen Umständen und ohne Versamm= Rücksicht auf die Zahl der anlung beim Wirt Ciemesmann wesenden Mitglieder beschlußPünktliche und starke Beteiligung erwartet Der Vorstand. daselbst 1 Cafelherd, 1 Oberbett und eine Parthie und Kohlen gegen bar versteigern. Schwerte, 22. Mai 1903. Horgenroth, Gerichtsvollzieher. Schützen" B u n d Schwerte. Sonntag, den 24. Mai, abends 7 Uhr, im Vereinslokale Specht: General-Versammlung. Tagesordnung daselbst. Da die Tagesordnung eine wichtige ist, werden sämtliche Schützen gebeten, zu erscheinen. Der Vorstand. WO man hinsieht wird jetzt Krebs=Wichse verwendet, denn sie giebt den schönsten Glanz. Ge An der teilen Straße ist noch Dienstmädchen von 14 bis 16 Jahren auf sofort oder bald gesucht. Zu erfragen in der Geschäftsstelle d. Z. : Wohnung von 2 gr. Zimmern per sofort zu mieten gesucht. Offerten unter W. I. an die Geschäftstelle d. Ztg. Gartenland(2 schone Wohnuugen Gartealaltd Jungenten eunneamn. V.: Mathis. Bekanntmachung. Vom 1. April 1903 ab werden die Königlichen Regierungen bezw. das Königliche Polizei=Präsidium in Berlin, die Intendantur des XIV. Armeekorps und das Ministerium für Elsaß=Lothringen(Abteilung für Finanzen, Gewerbe und Domänen) ermächtigt, die Zahlung der Pension für den auf den Sterbemonat folgenden Monat nicht blos an die hinterbliebene Witwe oder ehelichen Nachkommen von Militärpersonen der Unterklassen der Marine, sondern auch von Offizieren usw. zu genehmigen. du den Bahnhosen, vie wenigr. Nur bei vorhandenen Zweifeln über die Zulässigkeit der Bewilligung ist die Entscheidung des Reichs=MarineAmts zu erbitten. (Vergl. die in der Zusammenstellung pensionsgesetze enthaltenen Bestimmungen zu den§§ bis 45 Ziffer 6 und zu den§§ 94 bis 98 Ziffer 1). Bemerkt wird, daß von den an Pensionäre der Marine bewilligten Gnadenunterstützungen aus Kapitel 75 Titel 6 des Reichshaushaltsetats Gnadenmonatsbeträge nicht zu zahlen find.„. Wutmaituns Sas eustr. Anträge auf Feststeuung und Anweisung des zusiandigen Witwen= und Waisengeldes sind wie bisher von den Hinterbliebenen der Pensionäre direkt dem Reichs=MarineAmt vorzulegen.. P mit vam unsunss Des weiteren werden hiermu vom eingangs genannten Zeitpunkte ab den königlichen Regierungen usw. ault die Geschäfte als Pensionsregelungsbehörde bezüglich der Oherklassen der Marine(Offiziere pp. und Bezu pachten. Hohenschwert. Prap (Schankkellner) zur selbständigen Leitung einer Wirtschaft gesucht. 2—300 Mk. Kaution erforderlich. Off. unter K. 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Klein, Drogerie, Carl Trog. Drogerie, L. Strack, Friseur, Wilh. Wirthsmann, Friseur. betr. Meldepflicht der Tierärzte. Auf Grund der 38 6, 12 und 15 des. Hesezes üher de Polizei=Verwaltung vom 11. Tcgzesetzeg gge die gu. 26) und der IS 187 und 139 bes. Veteig, 66g(6. Lemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 10, 8.n, S. 195) wird hiermit unter Zustimmung des Bezirkserschuses für den Unfang des Regierungsbeszirs Arvs, auch die Geschöfte als Pensionsre, § 1. Jeder Tierarzt ist verpflichtet, den Beginn und— der Vorttungen drt Miutme(wischur gr. und Bee Ausgabe seiner Verustätgkeit in einem Gemeinig umte Zererirn, er, 26. Februagr 1903. Amtsbezirke der Ort der Niederlassung liegt, durch Der Staatssekretär des Reichs=Marine=Amts. Gottesdienste Schwerte. Größere evangelische Gemeinde. Sonntag, 24. Mai 1903. Vormittags 8 Uhr: Frühgottesdienst. Pastor Heinenberg. Vormittags ½10 Uhr: Hauptgottesdienst. Pastor Wischnath. Nachmittags 2 Uhr: Kindergottesdienst. Pastor Graeve. Reformierte Kirche. Sonntag, den 24. Mai 1903. Vormittags ½10 Uhr: Predigt. Pastor Terberger. Ev. Stadtmission Schwerte, Kuhstr. 7. Sonntag, 24. Mai 1903. Vormittags 7¾ Uhr: Blaukreuzgebetstunde. Nachmittags 2 Uhr: Gesangübung des Gemischten Chors. Nachmittags 5 Uhr: Bibelstunde. Abends 8 Uhr: Jünglingsverein. Gottesdienstordnung der kath. Pfarrkirche. Sonntag, den 24. Mai 1903. 6. Sonntag n. Ostern. Vormittags: 6½ Uhr: Stille hl. Messe. Kaplan Rieke. 7½ Uhr: Stille hl. Messe. 8¾ Uhr: Stille hl. Messe mit Predigt. Pfarrer Schnurbus. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags: 2 Uhr: Andacht. Pethelgg un Sonntag, den 24. Mai 1903. Nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienst. Pastor Falkenberg. Sie verschwenden Zeit! Sie Lesen Zweekles Fanrgend aus, WVem Se Uure Herren- u. Kuaben-Befeiung anuSwväärts IV Iy kau Cap Herren- und Knaben-Bekleidung von einer der WirRaufen grössten Fabriken Deutschlands. VVT S ne V. a m fam zu denselben Preisen Herren- und Knaben-Bekleidung WirKaufen ein, wie unsere auswärtige Konkurrenz. 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