SColl —* VIPTT Amlliches Rreseialt far den=Kreis wern. Insertionsgebühr für lokale Anzeigen, die sechsgespaltene Petitzeile oder deren Raum 10 Pfg., außerhalb 15, Reklame=Zeile 40 Pfg., Druck und Verlag von Carl Braus in Schwerte, Fernsprech=Anschluß Nr. 62. Amt Schwerte. Telegr.=Adresse Braus, Schwerte=Ruhr. Alle Kreis= und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den Kreis Hörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königl. Regierung durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung" recht verbindliche Kraft. Abonnementspreis pro Quartal 1 Mark 65 Pfg., exel. 42 Pfg. Bestellgeld, wenn durch die Post bezogen. Erscheint an jedem Wochentage. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund.“ Nr. 108 Die heutige Nr. umfaßt 8 Seiten. Uebersicht. Deutschland. — Der Kaiser hörte während der Eisenbahnfahrt nach Donaueschingen, wo er wohlbehalten angekommen ist und bis Montag verweilt, die Vorträge des Chefs des Militärkabinetts und des stellvertretenden Chefs des Zivilkabinetts.— Am 10. Juni will der Kaiser mit dem Großherzog von Hessen einer Truppenschau bei Mainz beiwohnen. — Papst Leo hat den Breslauer Kardinal=Furstbischof Kopp beauftragt, ihn bei der Einweihung der neuen Fassade des Metzer Doms, die am 14. Mai in Beisein des Kaisers stattfindet, offiziell zu vertreten. — Prinz Heinrich und die Franzosen. Der Pariser Gaulois“ macht in bemerkenswerter Weise, beinahe mit einer Begrüßung, seine Landsleute aufmerksam, daß gegen den 13. Mai ein aus 14 Schiffen bestehendes deutsches Uebungsgeschwader unter dem Befeyle des Prinzen Heinrich die Gewässer vor Cherbourg durchfahren werde, und sagt:„Es ist das erste Mal, Haß,ein deutsches Geschwader, geführt vom Bruder des Ka###rs, in den franzosischen Gewassern manövriert. — Bei der neuen Militärvorlage, für die bereits mannigfache Vorbereitungen im Gange sind, handelt es sich im wesentlichen um die Bildung der dritten Bataillone bei den Regimentern, die gegenwärtig nur zwei haben. Nach den Andeutungen in der Budgetkommission des Reichstags sollte nur die Errichtung dritter Bataillone für einige in den Grenzbezirken garnisonierte Regimenter in Frage kommen. Wenn alle Rgimenter, die jetzt nur zwei Bataillone haben, ein drittes Bataillon erhalten, so würde das eine Verstärkung des Heeres um 43 Bataillone oder einer Erhöhung der Friedenspräsenzstärke um 30000 Mann gleichkommen. Die Regimenter mit 2 Bataillonen sind 1897 gebildet worden dadurch, daß man die 1893 geschaffenen 173 Halbbataillone zu 86 Vollbataillonen und 43 Regimentern zusammenlegte. — Die Khaki=Uniformen, die für die China bestimmt waren, aber durch braungraue Anzüge ersetzt wurden, sind jetzt der Marine=Infanterie überwiesen worden. Die Seesoldaten werden die Khaki=Uniform statt des Drillichanzugs in den Sommermonaten benutzen. — Eine Kanzlerkrise ist das neueste, wenn auch keineswegs befremdliche Produkt der gegenwärtigen von der Wahlbewegung doch noch immer wenig unterbrochenen Saurengurkenzeit. Die Gerüchte, der Kriegsminister Goßler werde gehen, bestätigen sich. neuen Taten. Es wurde zunächst ein bevorstehender Wechsel im Reichsmarineamt konstruiert, was nach dem Reinfall des Frankreich. = Ein Ultimatum an den Papst? Eine Nachricht, die allerdings bisher nur von Blättern der Opposition gebracht wird, die aber dadurch an Wahrscheinlichkeit gewinnt, daß die verschiedenen Gewährsleute in Einzerheiten voneinander abweichen und also nicht aus derselben Quelle geschöpft haben, lautet: Im Ministerrate soll die Regierung beschlossen haben, dem Vatikan geradezu ein Ultimatum zu stellen, wonach dieser aufgefordert werden soll, entweder durch sein direktes Eingreifen den Widerstand des Episkopats gegen die Vereinsgesetzgebung zu brechen, oder aber sich mit dem Gedanken vertraut machen kann, daß die gänzliche Trennung von Kirche und Staat, die Kündigung des Konkordats, in Frankreich baldigst verwirklicht werde. Rußland. = Rußlands Mandschurei=Politik. Rußland suchte erst durch freundliche Worte besänftigend zu wirken, nachdem es aber erkannt hatte, daß England und Amerika sich wegen des Schicksals der Mandschurei nicht in Un kosten stürzen würden und daß als einziger Widersacher nur Japan übrig bliebe, zog es andere Saiten auf. Es Bülow an die Reihe. Die Tage des Grafen Bülow gezählt, so heißt es, wenn durch die Neuwahlen etwa ein Dutzend Sozialdemokraten mehr in den Reichsämen. Und natürlich haben die Herren auch schon Dieustgebäude in der Vellevuestraße in Verlin nichzt. ge rade schwer zu bewerkstelligen war. Und jetzt kommt Graf Bülow an die Reihe. Die Tage des Grafen Bülow sind noch enn einen Nachfolger bei der Hand. Als künftiger Reichskanzler wird von ihnen der gegenwärtige preußische Finanzminister v. Rheinbaben in Aussicht genommen, der sich gegenwärtig auf einer Informationsreise nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika befindet. — Die deutsche Auswanderung hat im April weiter zugenommen, dagegen ist die Zahl der auswandernden Ausländer gefallen. In dem abgelaufenen ersten Jahrer drittel stieg die deutsche Auswanderung gegenüber dem Vorjahre von 4141 auf 5245 Personen, D. Juszwman. ung der Fremden von 40 028 auf 54 536. Be“.. derung nahm hauptsächlich nach Brasilien und Afrita zu. Oesterreich. = Das Standrecht. Als in der kroatischen Ortschaft Orelovac das Standrecht verkündet wurde, wandten sich die von fremden Agitatoren aufgewiegelten Einwohner gegen das Militär, welches von der Waffe Gebrauch macken mußte. Sieben Personen wurden schwer verwundet, eine getötet. Von der Menge wurde das Feuer erwidert; ein Offizier trug eine Verwundung davon. = Die Wiener Technische Hochschule ist infolge fort gesetzter Tätlichkeiten zwischen deutsch=nationalen und klerikalen Studenten geschlossen worden. kriegerische Vorbereitungen getroffen. men sind ausschließlich gegen Japan gerichtet, das auf sich allein angewiesen unmöglich Widerstand leisten kann. Die endgiltige Entscheidung über die Mandschurei kann daher als unmittelbar bevorstehend betrachtet werden. = In Finland werden fortgesetzt neue Haussuchungen vorgenommen, so in Helsingfor, ferner auf dem Redaktionsbureau eines Blattes in Wiborg. Der Besitzer eines Touristenhotels in Amatra wurde verhaftet. In der Fabrik Taironkoki wurde die Haussuchung unter Bedeckung einer Schwadron Dragoner vorgenommen. Die Rekrutenaushebung geht augenblicklich vor sich. Zur Musterung sind verschiedene nicht erschienen, immerhin noch mehr als das letzte Mal. In Wiborg bestimmte der dortige Gouverneur den Rathaussaal zur Tagung der Aushebungskommission. Als die Stadtverordneten zum Termin die Aushändigung des Schlüssels verweiger#en, ließ der Gouverneur durch einen russischen Schlosser die Tür einfach öffnen. Balkan. = Kriegsgerüchte. Die Gerüchte, daß der Sultan zu einer Kriegserklärung an Bulgarien entschlossen sei, wenn dieses nicht den mazedonischen Banden endlich Einhalt gebiete, wollen nicht zum Schweigen kommen. Für die Türkei wäre es natürlich eine wahre Wohltat, wenn sie den Herd der Verschwörung, u. daß ist die Hauptstadt des Fürsten Ferdinand, angreifen könnte. Derartige radikale Maßnahmen gestattet aber Rußland nicht, das an derAufrechterhaltung des gegenwärtigen Zustandes ein Interesse hat. Der russische Botschafter in Konstantinopel, Sinowiew, erklärte dem türkischen Großvezier auf die Bemerkung, der Sultan sei im Falle bulgarischer Attentate in Konstantinopel zum Kriege entschlossen, bei solchem Konflikt würde keine der beiden Parteien einen Vorteil davontragen. So denken wir auch. Kleine Chronik. + Wer hat Recht? Der Korrespondent für Deutschands Buchdrucker“ schreibt: Einen unangenehmen Reinall mußte die Prüfungskommission der Zwangsinnung der Sattler in Göttingen erleben. Das Gesellenstück eines Lehrlings wurde von der Kommission als untauglich zurückgewiesen und der Lehrling verurteilt, bei einem anderen Meister ein Vierteljahr nachzulernen. Der Lehrling schickte die Arbeit zur Lehrlings=Ausstellung nach heim und erhielt— den ersten Preis. - Den Italienern sind nach der„Münch. Allg. Ztg. in ehrlicher Begeisterung gelegentlich der Festlichkeiten zu Ehren Kaiser Wilhelms in Rom auch manche spaßhafte Fehler beim Uebertragen deutscher Worte und Begriffe untergelaufen. Das Giornale d'Italia nennt unter den daß der„Herr Reichskanzler“ gemeint ist. Nach dem Popolo Romano trank der Kaiser Graf Bülow zu, da gerade der Reichskanzler sein— 50jähriges Dienstjubiläum feierte. Deutsche Uniformen und Orden verursachten den italienischen Berichterstattern auch viel Schmerzen. Bald hatte Graf Bülow Feldmarschallsuniform an, bald Graf Waldersee die Uniform eines„Ulanenmarschalls". Der römische Präfekt hat den„Schwarzen Adlerorden 36. Jahrgang. mit dem Stern zum roten Adler" bekommen und ein Stationschef gar den„Schwarzen Adlerorden vierter Riche: Lokales. Schwerte, 9. Mai. 1903. **(Die Hälfte der Zeit) zwischen Ostern und Pfingsten ist vorüber, in zwei Wochen haben wir den Himmelfahrtstag, den Vorboten des Pfingstfestes und den Beginn der eigentlichen Pfingstzeit. Und aus dieser halben Frist zwischen den beiden schönen Festen wird den kommenden Geschlechtern zum Andenken aufbewahrt bleiben, was nicht in jedem durchschnittlichen Menschenalter erlebt wird,— daß man im deutschen Vaterland trotz allen Vorspannens vor dem Eisenbahnzug stundenlang im Schnee sitzen bleiben konnte, des Nachts mehrere Grad Kälte erlebte, während zwei knappe Wochen später die Leute unter einer warmen Juli=Temperatur schwitzen konnten. In der erstgenannten Periode fielen nicht weniger als hundert Personen dem Schneesturm zum Opfer, in der zweiten kamen schon Fälle von Sonnenstich vor. Es ist Grund genug, die Entwickelung dieses Frühlings 1903 mit einigem Kopfschütteln zu beachten, und sich zu merken, wie unsere ganze Wetterwissenschaft doch auf dem Nullpunkt steht. Vor ein paar Wochen wurde die Kälte mit dem massenhaften Auftreten von Eisbergen im Atlantischen Ozean erklärt, jetzt findet das Korps der getäuschten Wetterpropheten auch Erklärungen für die Hitzewelle, die in der Berliner Friedrichstraße z. B. Temperaturen von fast 30 Grad Reaumur erscheinen ließ; aber vergleicht man dann die verschiedenen Erklärungen, so stimmen die einen wenig, die anderen aber noch weniger. Es gibt also kein Patent auf allzu großes und sicheres Wetterwissen! Zum Glück treibt in dieser reszeit der Humor schon kräftige Zweige, und mit dem Grundsatz, daß man auf einem Ausfluge ins Freie doch nicht mehr als einmal gehörig durchweichen könne, kommt man über manche Ungelegenheiten fort. Im übrigen wird der Mai sich seines Renommees entsinnen und sich in dem Bescheren von Blüten und Blumen nicht von dem „berühmten" Medium Anna Rothe und ihren Helfershelfern beschämen lassen, sonst wäre er für alle Zeit unterdurch. (Ausflug.) Mittelst Sonderzuges trifft morgen mittag der Eisenbahnverein Hagen mit Kind und Kegel hier ein, um den Nachmittag inmitten des frischen Grün am„Freischütz" zu verleben. Hoffentlich ist es morgen Ausflugswetter. **(Durch das Schadenfeuer,) welches gestern in Ergste wütete, ist die Brennerei des Herrn Althoff zum Teil, und von einem Einwohnerhaus das Dachgeschoß zerstört worden. Der Betrieb der Brennerei kann jedoch aufrecht erhalten werden. Bei der gestrigen Alarmierung unserer freiw. Feuerwehr trat zum erstenmale der Alarm=Radfahrer in Funktion, der sich gut bewährt hat. Die einzelnen Mitglieder der Wehr waren viel schneller, als es bisher der Fall war, von dem Ausbruche des Brandes in Kenntnis gesetzt und dadurch war die Wehr in Stand gesetzt, sehr schnell auf der Brandstätte zu erscheinen. **(Dividendenschätzungen) von Hüttengesellschaften. Die„Frkf. Ztg.“ veröffentlicht folgende Dividen denschätzungen: Bochumer Gußstahl 6 Proz.(im Vorjahre 7), Dortmunder Union 5 Proz für die Vorzugsaktien, Hörder Verein 5 Proz.(0), Hösch 0 Proz.(0). Phönix 3—5 Proz.(0), Rheinische Stahlwerke 6—8 Proz.(5), Westfälische Stahlwerke 0 Proz.(0) Menden und Schwerte 0 Proz.(0), Hasper 6 Proz.(2), Wittener 5—7 Proz.(7), Rombacher Hütten 8—10 Proz.(5). (Eine Zählung der Reisenden) in sämtlichen Schnellzügen der preußischen Staatsbahnen findet, wie verlautet, in der Woche vom 11. bis 17. d. Mts. statt. Es handelt sich hierbei um statistische Zwecke und um fest zustellen, in welchem Umfange Rückfahrtkarten zu Schnell zügen benutzt werden. Diese Fahrkarten werden am Zuge mit einem besonderen Stempel versehen, der den Buchstaben S trägt. **(Klage=Androhung) durch Postkarte ist strafbar. Mit dieser für die Geschäftswelt wichtigen Frage hatte sich das Schöffengericht in Liegnitz in einer Privatklage eines Kaufmanns daselbst mit einer Berliner Firma zu beschäftigen. Der Kaufmann sollte der Berliner Firma einen Schaden von etwa 4 Mark ersetzen, der dieser durch das Herabfallen eines Reklameschildes entstanden war. Der Kaufmann bestritt seine Zahlungsverpflichtung. Er em pfing dann von der Firma eine Postkarte folgenden In halts:„Herrn.... Wir benachrichtigen Sie höflichst, Schloß Urville. 1 chmnstl s e Kar S Der Kaiser und die Kaiserin werden nach den bisher getroffenen Dispositionen mit den jüngsten Kindern am 14. Mai d. Is. auf Schloß Urville in Lothringen eintreffen, um dort einen etwa zehntägigen Sommeraufenthalt zu nehmen. Wir geben aus diesem Anlaß unseren Lesern eine Abbildung des Schlosses. Das Schloß Urville hat eine interessante Geschichte. Um die Mitte des 13. Jahrhunderts ließen sich am Mittellaufe der deutschen Nied hart an der Grenze zwischen deutschem und französischem Sprachgebiet, die Herrengeschlechter derer von Rollingen und Kriechingen nieder. Vermutlich im 14. Jahrhundert haben die Freiherrn von Rollingen die Marksteine ihres Besitztums in das welsche Sprachgebiet hinausgerückt und zwei Meilen westwärts an der französischen Nied Schloß Urville errichtet. Noch im Jahre 1530 waren sie im Besitz dieses Schlosses. Dann aber trat eine Katastrophe ein, welche den Untergang des Geschlechtes herbeiführte und die Grafen von Kriechingen zu Erbnachfolgern desselben machte. Ein Brudermord hat diese Katastrophe veranlaßt, indem der Freiherr Wilhelm von Rollingen voon seinem Zwillingsbruder Johann erschlagen wurde. Die grause Tat wurde entdeckt und Johann fand keine Ruhe mehr im Lande; unstät irrte er lange Zeit umher, bis er im Kloster Neufmontier de Huy Ruhe fand. Vor seinem Tode ließ der Reumütige einen Denkstein anfertigen, welcher den Ermordeten darstellte, wie er mit der einen Hand sein Windspiel beruhigt, mit der anderen dem im Büßergewande vor ihm knieenden Johann Verzeihung spendet.„ Im Jahre 1508 wurde Schloß urville von der Metzer Patrizierfamilie Houillon erworben und von dieser wäh rend des dreißigjährigen Krieges in eine Burg verwandelt. Hundert Jahre später wechselte das Schloß abermals den Besitzer; im Jahre 1681 war es eine Witwe de Serrier, welche als Hochgerichtsherrin von Urville dem Könige Ludwig XIV. den Lehnseid leistete. Unter französischer Herrschaft wechselte das Schloß mehrfach den Besitzer, bis es im Laufe dieses Jahrhunderts der Reihe nach an den General Pemele, den Mosel=Präfekten Baron Pers, den Lederfabrikanten Pendret und schließlich am 15. Juni 1890 in den Privatbesitz des deutschen Kaisers kam. daß wiram 15. d. Mts. die Klage anstellen. Hochachtungsvoll....“ Durch diese Postkarte fühlte sich der Kaufnann beleidigt und verklagte den Schreiber der Karte vegen Beleidigung. Oer Vertreter des Klägers führte aus, in kaufmannischen Kreisen empfinde man schon eine jewisse Scheu, per Postkarte zu mahnen, wieviel mehr nüsse man sich hüten, jemanden in dieser Weise eine klage anzudrohen. Dadurch könne unter Umständen eine chwere Kreditschädigung des Empfängers herbeigeführt verden. Das Schöffengericht machte sich die Ausführunen des klägerischen Anwalts zu eigen und verurteilte den Angeklagten zu 5 Mark Geldstrafe. Da öffentliche Beleidigung vorlag, wurde dem Kläger auch die Publikaionsbefugnis zugesprochen. **(Der Flieder blüht!) Die Wärme der ersten Naitage hat schnell die zarten Blüten allenthalben zum erschließen gebracht, und von jedem Fliederbusch strömt un der süße Duft aus, den einzuatmen man niemals üde wird. Die Fliederblüte ist in diesem Jahre sehr rüh, da sie sonst gewöhnlich erst in die zweite Hälfte es Monats Mai fällt. Anfangs aber sah es so aus, ls ob wir uns ihrer noch viel zeitiger würden erfreuen önnen. Denn schon vor Ostern streckte der Flieder die räunlich gefärbten Knospen empor, sodaß man bei dem älterückfall im April für die vorzeitigen Triebe fürchten iußte. So manche Blüte ist denn auch erfroren. Schade ur, daß die liebliche Blume so bald verblüht! Ein paar eiße Tage, und die ganze Herrlichkeit verschwindet den so schnell, wie sie gekommen ist, zumal jeder Strauch inen ganzen Reichtum mit einem Male preisgibt und icht wie die Rose damit haushälterischer umgeht und ihn lmählich aufschließt. Auch die Zimmerluft bekommt en Syringen nicht; abgeschnitten vom Stamm welken die lüten bald dahin, und von Duft und Farbe spürt man ichts mehr. Der Flieder will eben gerade dort genossen in, wo er wächst, im stillen Garten an den lauen kaienabenden, wenn die ganze Welt unter dem Zauberanne des jungen Frühlings steht. Hoffentlich bekomen wir bald solche laue Maiabende, bis jetzt hat man diesem Jahre wenig davon verspürt. ** Westhofen, 8. Mai. In der am gestrigen Abend i Lokale der Witwe Weiberg anberaumten Schützenorstandssitzung wurde beschlossen, das Schützenfest am z. und 19. Juli 1903 zu feiern. Auf welchem Platze isselbe gefeiert werden soll, ist noch nicht bestimmt. m kommenden Sonntag nachmittag findet eine Vermmlung statt. In dieser werden u. a. die einzelnen ompagnien gebildet. Zum Hauptmann der 1. Komgnie ist Herr E. Weber gewählt worden, weil Herr ogelheide die Wahl nicht angenommen hat. Ein Dankopfer. Russische Zeitungen berichten von folgendem ungeöhnlichen Falle, der sich im Dorfe Banjadur im Kreise exandropol ereignet hat. Am russischen Karfreitag erich der Bauer Aslamasow an der Kirche seinen eigenen ben Monate alten Sohn, um ihn Gott zum Opfer zu ingen. Im Verhör vor dem Untersuchungsrichter sagte slamasow folgendes aus, indem er sich fast bei jedem orte bekreuzigte:„Vor zwei Jahren erkrankte ich sehr schwer. Alle von mir angewandten Mittel halfen nichts, sodaß ich bereits meinen Tod erwartete, als ich einen Traum hatte. Mir erschien Johannes der Täufer und führte mich durch eine große Stadt in ein paradiesisches Tal. Dort sah ich hinter Wolkenschleiern Gott auf einem goldenen Throne sitzen. Er hatte ein tiefgebräuntes Gesicht, große leuchtende Augen und graues Haar.„Iwan, sprach er zu mir,„ich will dir die Gesundheit wiedergeben; dafür aber sollst du mir deinen Sohn, der dir geboren werden wird, im siebenten Monat seines Lebens zum Opfer bringen. Ich versprach es zu tun und versprach auch, all meine Habe unter die Armen zu verteilen. Als ich am folgenden Morgen erwachte, fühlte ich mich bereits bedeutend wohler. Mein Vermögen verteilte ich an verschiedene Kirchen und unter die Armen. Bald darauf gebar meine Frau einen Sohn, der dieser Tage sieben Monate alt wurde. Am 16. April erinnerte mich Gott wieder in einem Traume an mein Versprechen. In aller Frühe machte ich mich am Karfreitag zur Stadt auf und kaufte ein Messer, mit dem ich das Opfer töten wollte. Am Abend desselben Tages betete ich in der Kirche bis zum Beginn des Abendgottesdienstes und flehte Gott an, er möge doch meinem Sohne das Leben schenken, doch ich erhielt darauf eine abschlägige Antwort. Daraufhin ging ich nach Hause, weckte meine Frau auf, nahm von ihr das Kind und trug es in die Kirche; nachdem der Gottesdienst beendet war, brachte ich das Opfer und tötete das Kind. Wie es heißt, sind die übrigen Dorfbewohner sehr aufgebracht darüber, daß ein so„heiliger“ Mensch wie Aslamasow ins Gefängnis wandern mußte. Man sieht, Tolstoi brauchte die Modelle für seine„Macht der Finsternis" nicht weit zu suchen. Freilich gehört der „heilige“ Aslamasow eher in eine Irrenanstalt, als ins Gefängnis! Wirrwarr auf dem Balkau. Berlin, 9. Mai. Einer Wiener Depesche zufolge melden Telegramme der„N. Fr. Pr.“ aus Saloniki und Ueskueb über die blutigen Vorgänge in Monastir folgendes: Eine Bande Bulgaren griff gestern bei hellem Tag die Bevölkerung an. Die Behörde traf sofort energische Maßregeln, um die Uebeltäter festzunehmen. Diejenigen, welche Widerstand leisteten, wurden erschossen. 3 Privatleuke wurden von den Bulgaren verwundet. Die Meldung aus Ueskueb lautet: In Monastir haben gestern abend Bulgaren in der Absicht, einen Aufruhr zu erregen, 5 Muhamedaner erschossen. Ihr Plan mißlang. Viele Bulgaren wurden getötet.— Aus Konstantinopel wird dem„Lok.Anz.“ berichtet: Telegrammen aus Prizrend zufolge marschieren von dort türkische Truppen gegen Djakova; nur 4 Bataillone wurden in Prizrend zurückgelassen, wo 30 oppositionelle Albanesenhäuptlinge gefangen gesetzt und dann nach Mosul gebracht wurden. Dasselbe soll jetzt in Djakova geschehen.— Aus London meldet dasselbe Blatt: Dem Konstantinopeler„Standard"=Korrespondenten zufolge soll der russische Botschafer bei seiner letzten Konferenz mit dem Großvezier die Möglichkeit einer österreichischen Okkupation eines Teils von Mazedonien angedeutet haben. Der Großvezier habe diese Eventualität zurückgewiesen und erklärt, der Sultan sei im Fall von bulgarischen Attentaten in Konstantinopel entschlossen, seine Truppen über die Grenze zu werfen. Sinowjew habe darauf erklart, daß bei einem solchen Konfllt reine der beiden Parteien einen Vorteil davontragen werde.— Dem„Berl. Tagebl.“ wird aus Konstantmnopel telegraphiert: In Saloniki wurden gestern 13 Dynamitverschwörer erschossen, doch scheint man nach einer Behaupt ung von bulgarischer Seite die Häupter des Attentats nicht bekommen zu haben.— Hier zirkulieren Gerüchte von dem Rücktritt des Großveziers. Eigener der„Schwerter Zeitung.“ IId Mannheim, 9. Mai. Der altkatholische Pfarrer Baner, der wegen Sittlichkeitsverbrechen an Kindern verhaftet ist, machte in der verflossenen Nacht einen Selbstmordversuch, indem er sich die Pulsadern öffnete. Durch einen in die Zelle tretenden Wärter konnte er vor dem Verbluten bewahrt werden. Hd Wien, 9. Mai. Die seit mehreren Tagen an der hiesigen technischen Hochschule zwischen deutsch=nationalen und klerikalen Studenten stattgefundenen Schlägereien haben heute vormittag größere Dimensionen angenommen, sodaß in der Aula, wo sich die Schlägereien fortsetzten, ein starkes Wachaufgebot einschreiten mußte und zahlreiche Verhaftungen vornahm. Laut Bekanntmachung des Rektorats wurden die Vorlesungen und Uebungen bis auf weiteres sistiert. Hd Konstantinopel, 9. Mai. Die Meldungen vom Ausbruch ernster Unruhen in Monastir resultieren sich darauf, daß in der Nähe der Stadt Kämpfe mit bulgarischen Banden stattgefunden haben und in Monastir in der Nähe der Hauptmoschee eine Bombe geworfen wurde, die aber nicht explodierte und wobei der Attentäter festgenommen werden konnte. Der Stadtkommandant von Monastir, der über 4 Bataillone und 12 Batterien verfügt, hat er erklärt, sich für die Aufrechterhaltung der Ruhe verbürgen zu können und allen Eventualitäten gewachsen zu sein. Zur größeren Sicherheit wurden in Monastir und Umgebung mehrere Hundert Bulgaren verhaftet. Hd Konstantinopel, 9. Mai. Offiziell wird bestätigt, daß die bulgarische Regierung die türkische Verbalnote wegen der unbegründeten Beschuldigung nicht angenom men hat. Infolge Vermittelung einiger Mächte wurde die Note zurückgezogen. Hd Paris, 9. Mai. Angesichts der kritischen Lage in Marokko hat Delcassé im letzten Ministerrate die Frage der Entsendung eines französischen Geschwaders nach den marokkanischen Gewässern aufgeworfen. Dieselbe wurde beschlossen und dürfte bei erster Gelegenheit verfügt werden. Hd Paris, 9. Mai. In der letzten Nacht wurde auf einen Expreßzug zwischen Orleans und Etampes ein Attentat verübt. In der Nähe von Lardy waren große Steinblöcke quer über die Schienen gelegt. Die Lokomotive und mehrere Wagen entgleisten, mehrere Passagiere wurden verletzt. Die Urheber des Attentats sind noch unbekannt. Hd Saloniki, 9. Mai. In einem mit türkischen Truppen stattgefundenen Kampfe bei Serres wurde der tätigste Bandenführer Georg Deltschew nach 30stündigem Kampf mit 11 Bulgaren getötet. Die Türken hatten 5 Tote und 8 Verwundete. Für den redaktionellen Teil verantwortlich Wilh. Schade. In Gemäßheit des§ 8 des Wahlgesetzes für den Reichstag vom 81. Mai 1869 und§ 2 des Reglements vom 20. Mai 1870 wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die Wählerlisten der Stadt Schwerte im alten Rathaus Zimmer Nr. 2(Meldeamt) acht Tage lang und zwar vom 18. Mai bis einschl. 25. Mai d. J. öffentlich ausgelegt sind. Innerhalb acht Tagen nach dem Beginn der Auslegung steht es Jedem frei, gegen die Richtigkeit oder Vollständigkeit dieser Listen seine Einwendungen schriftlich anzubringen oder zu Protokoll zu geben. Schwerte, den 2. Mai 1903. Der Bürgermeister: Rohrmann. Bekanntmachung. Die Heberolle über die für das Jahr 1902 aufzubringenden Kosten zur westfälischen landwirtschaftlichen Berufs=Genossenschaft und der Verteilungsplan hierzu liegt gemäß§ 111 des landwirtschaftlichen Unfall=Versicherungs=Gesetzes vom 30. Juni 1900 vom 10. d. Mts. ab während zweier Wochen zur Einsicht der Beteiligten im hiesigen Magistrats=Bureau(Zimmer Nr. 2) aus. Binnen einer weiteren Frist von zwe: Wochen kann der Betriebsunternehmer, unbeschadet der Verpflichtung zur vorläufigen Zahlung, gegen die Beitragsberechnung bei dem Genossenschaftsvorstande in Münster Widerspruch erheben. Gegen den auf den Einspruch schriftlich zu erteilenden Bescheid steht dem Betriebsunternehmer binnen 2 Wochen nach der Zustellung die Beschwerde an den Genossenschaftsausschuß und gegen die Entscheidung des letzteren binnen gleicher Frist die Berufung an das Reichsversicherungsamt in Berlin zu. Schwerte, den 4. Mai 1903. Magistrat: Rohrmann. M. Jacobsohn, Scht mit der Schutzmarko Berühm:„erfmegiegts- Hrigitärte grienggen ##71: S 0ll, Förster, Lehrer, Bahn= und BeamtenVereine, versendet die neueste deutsche, hocharmige Familien= KRONEE Nähmaschine IRNONE verbessertes(Singer=System), für Schneis derei und Hausarbeit, starker Bauart, in schöner Ausstattung, mit Verschlußkasten, Fußbetrieb für 45, 48, 50 Mk. 4 wöchtl. Probezeit, 5 jähr. Garantie. Wasch= und Rollmangeln. 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Ccspielen nicht mehr die Rede sein, hatte Molzin Beäckch bie ch aslednot ziegeisch Hik gsiech ein ung eingesteht. Bis e gerpiese, Do bev, und Cono, Hist uns wider denschaft für seinen Stand! Sie meinen also, Ulla sehe finde ich Ullas liebenswürdiges Vertrauen zu mir unverse goszgsnt winschte so viel wie mäglich mit ulla eines Ziels möglich scheinen ließ. Fast dies geyzg, Jahr ndten de Pilae dann wiedersah und se so viel ern„Wir alle tragen ja Masken!“ hatte Hilde in ihrer keine Maske und wüßte auch nicht, wozu sie c. und dann schrieb sie Fritz das Resutat all ihret geheimen Kämpfe:„Mich hat niemand beeinflußt, Leiner ner selbst willen aufoshezzurtster“ Go; schien 6s ihr die was keiner Erklärung bevuchte. So schien es ihr die beste und taktwolste Art. Beder ihr Vater noch Anng zertamt pohl stisfer und Hans und bse jich jzesße gatsten, darüber In diesen Tagen stand, wie alle bereits wußten, außer Burghausen und Ulla war eingetur harmlos von harmlosen Dingen zu unterhaltegg, ohne straueneinflößend erschienen, wie heute. Er fragte nicht ea nicht nach ihren Zukunftspläneg und Hoffrun. en un d de voitischen Tgantz wpar abbernsen worden, Anna bend besommen; herzsichem Gespräch in der Reihe der und ulla Hingen iv. nund ge., shrend Hilde in ihrer anGhönen Zmmer auf ud av, vier hald dort etwas zu utig oeschoftgge reiberschleierten Lampen verbreiteten dnen konftg mihes Licht, das in dem Kamine mehr eu gedhmpfges vu Rautzen prassinde und flackernde Holz un Stagt ois durjiche Etimmung in das schöne Bild— man konnte sich keine friedvollere, harmonischere Häuslichkeit denken, als diese. Peschtce este cen „und doch begziunt uns einMangel zu brüicker, Je0e die junge Frau.„Hans spricht zwar nie davon, aber ar fühlt, wie ich, daß Kinderstimmen im Hause fehlen, und sich so an ihren Mann erinnernd, soh,ir geb nach ihm um. Wo war ers Wigahatte ihn verzeigerrufen— aber das war schon so lange——— sie Dos wuat biecher iher alhan sesbenale Ue. In seinen Mantel gehüllt, schritt Fritz von Glaichen Es hatte ihn hergetrieben, Ullas Brief mündlich zu ndovden, Aisigen Worte seiaer Prak gitkfgz. be 1 genüber klar geworden., Er zutetressen gelebtz jeder ih. volle un bü eune, Mür Pag, Grabege leuit hoshenlder surief: Ste bot racbt z unüiherlegte Heitat wird Dir Hein vor. 21,— Dein, uug Pef diesen Gedankter 36. Jahrgang. O Maienzeit, zwar schön bist du, Doch habe deshalb keinen Dünkel, Nicht gänzlich hat Europa Ruh, Denn unten ist ein Wetterwinkel; Es bringt ein gutes Zeitungsblatt Nachrichten äußerster Erregung Und man bespricht in Dorf und Stadt Die mazedonische Bewegung!.. Einst war's dem Bürger einerlei, Das heißt vor längst vergangenen Tagen, Ob unten weit in der Türkei Die Völker aufeinander schlagen, Einst war auch die Entfernung groß, Doch die hat ihren Wert verloren, Ist jetzt am Südpol etwas los, Dann spitzt der Nordpol schon die Ohren! O Maienzeit, es ist bekannt, Wer Hitze gibt, läßt auch gewittern, Doch immer bist intressant, Drum soll mir nichts den Mai verbittern, Ich eile jetzt zum Maientrank Und stärke mich und singe weiter Und bringe meinen Lobgesang Der schönen Maienzeit! weine Pfrichtze, Ziehe dei shom als Arhwort im Herzen Hriecb er aun Frurz Gizas Fages gesagt, daß Du uns *:„Du hast uns eines Tuges gesage, daß Du bo: o o— Dein Haus aufnehmen, wighest eun„oment scheint mir jeßt eingetreten, meime Liebe Dieser Moment scheint mir jetzt tingrzceten. und meine Pflicht befehlen Aufopferung zurückzuweisen. Wirst Du uns jetzt Armer Onkel Heinrich! Er liebte seinen LebensretPrand Wolzn cheriso schel Actreszgange, Ligehregseh hwiecder oiye sietzte, Schragerk und Comp. seinen nichts. seihzlich lechtsiunge Striche gemgte laßze seihen Hhater war seine nächste Pflicht. s ontevung solcht) „O O Maienzeit, wie schön bist du, Wie reich an tausend Wunderdingen, Du lachst der Welt so freundlich zu Und alle Knospen läßt du springen, Sie springen, um im Maienlicht Zu schönrem Dasein zu erwachen, Sie dürfen's, nur der Mensch soll nicht Im Mai zu große Sprünge machen! Und läßt der gute Mensch einmal Dem Uebermut die Zügel schießen, Soll er am andern Tag„normal“ Und mit Vernunft„Natur“ genießen, Dasein wird ihm niemals schwer, Genießt er, was ihm Gott beschieden, Ein Gang hinaus ins Blütenmeer Gibt Stärkung ihm und Herzensfrieden! O Maienzeit, wie schön bist du, Ich hör' die Nachtigallen schlagen, Doch denk ich mir mein Teil dazu, Die Tierchen dürfen alles wagen, Doch geht der Mensch um Mittemacht Nach Haus, darf er so laut nicht singen, Das Auge des Gesetzes wacht Und würde ihn zur Ruhe bringen! Frau Philomele frisch und froh Darf ungestraft nach Kräften schlagen, Vom Menschen fänd' man dieses roh, Man würde ihn sehr leicht verklagen, Man ginge mit ihm ins Gericht; Justiz macht wenig Federlesen, Der Mensch darf eben vieles nicht Und ist doch ein„vollkommen“ Wesen! Westfalen und Rheinland. * Dortmund, 8. Mai. Am 29. Mai, mittags 12 Uhr, findet hier im Rathause die diesjährige Vertreterversammlung der landwirtschaftlichen Vereine der Provinz West, Niedermassen, 8. Mai. Anscheinend vom Wahnbefallen wurde gestern abend der Bergmann T., in wohnhaft. T. geriet plötzlich in sol Raserei, daß er fast sämtliches Hausgerät kurz und schlug und mehrere Möbelstücke zertrümmerre. Erst nach Erscheinen mehrerer kräftiger Männer konnte T. überwältigt werden. Er wurde vorläufig dem Fantkenhguse in Unna zur Beobachtung zugeführt., 2. huldiuge in letzter Zeit in starkem Maße dem Genuß geistiger Gerränte. in Unna zur Beobachtuno Zagescent, ter Zeit in starkem Maße vem Genuß geistiger Getränke. * Iserlohn, 8. Mai.(Von der Aussperrung.) Im Laufe des gestrigen Nachmittags sind wieder zahlreiche Einstellungen von Arbeitern erfolgt, so daß sich die Gesamtzahl der Eingestellten bis gestern abend auf 691 beläuft, worunter sich 27 ehemalige Organisierte befinden. Daß mit einer solchen Anzahl garpischtrstigeg. auf welche die Arbeitgeber=Vereinigung garniche gerechnet hatte, die Betriebe aufrecht erhalten bleiben, ist selbstverständlich, wenn auch erst heute nachmittag in der Fabrikantenversammlung offiziell darüber Beschluß gefaßt werden soll.— Daß natürlich diese Massenaufnahme der Arbeit, die sich in den nächsten Tagen voraussichtlich noch steigern wird, den sozialdemokratischen„Führern" sehr gegen den Strich geht, ist nicht zu verwundern. Hatten diese„Herren" doch alles, was ihnen an Verhetzung zu Gebote stand, angewendet, um die Arbeiter mit ihren alten Brotherrn zu verfeinden. Jetzt greifen nun die Her ren Führer zu anderen Mitteln und, wenn sie früher zur Ruhe gemahnt hatten, so predigen sie jetzt öffentlich die Geiche aich bonsdersich vor Gaschgnse esch. 65 Schutzmannschaft, welche die Straße absperrte, gelang es Andeutungen“ der Beamten, den Platz zu räueben bun zsckt, Luch beider Fume Polagznsge snden.. Arbeiter. dur Schwebebahn * Barmen, 8. Nai. Ein uroener der Schwebebahn ist gestern früh von dem Dache des Wagenschuppens herunter auf das Wupperufer gefallen und hat sich eine schwere Kopfverletzung zugezogen, sodaß er bald darauf 4 Elberfeld, 8. Mai. Auf die Eingabe des Elberfelder sozialdemokratischen Wahlkomitees um Freigabe der Stadthalle zu sozialdemokratischen Wahlversammlungen hat Oberbürgermeister Funck geantwortet, daß er diesen Antrag der Stadtverordnetenversammlung nicht vorlegen könne, da das Kollegium bereits am 19. März 1901 einen gleichen Antrag ablehnte. Außerdem würde er sich für verpflichtet halten, einen etwaigen zustimmenden Beschluß der Stadtverordneten zu beanstanden. * Solingen, 8. Mai. Großes Aufsehen erregte, wie wir s. Zt. meldeten, vor einigen Monaten die Tatsache, daß ein leerer Sarg feierlich beerdigt und eingesegnet wurde, während die zu bestattende Leiche des Schleifers Schlechtendahl noch in der Leichenhalle des städtischen Krankenhauses sich befand. Nunmehr ist das städtische Krankenhaus abermals der Schauplatz eines merkwürdigen Vorkommnisses geworden. Der am Montag im Krankenhause gestorbene und in der Leichenhalle aufgebahrte Erdarbeiter Andreas Penquett aus der Kattenbergerstraße sollte heute morgen 9½ Uhr beerdigt werden. Die Frau des Verstorbenen stellte jedoch vorher in Gegenwart eines eigens als Zeugen hergerufenen Stadtverordneten fest, daß die Leiche von Ratten u. Mäusen mehrfach angefressen war. Die linke Hand und das Gesicht war verstümmelt, das rechte Ohr stark angefressen, während der Ohrlappen gänzlich fehlte. * Düsseldorf, 8. Mai. Der hiesige Stadtarzt Dr. Schrakamp hat neuerdings eine Statistik veröffentlicht, wonach sich der Gesamtkonsum an Milch seitens der hiesigen Bevölkerung auf 270 000 Hektoliter beläuft.(Der jährliche Bierabsatz hierselbst beträgt 340 000 Hektoliter.) Durch die seit einigen Jahren eingeführte strenge Kontrole ist auch eine bessere Beschaffenheit der nach hier gelangenden Milch erzielt worden. Während noch im Jahre 1898 der Prozentsatz der beanstandeten Milch sich auf 10 stellte, ist derselbe im Jahre 1901 auf 5,4 Prozent herabgesunken. * Duisburg, 8. Mai. Im Duisburger Walde in der Nähe des Kaiserberges wurde gestern nachmittag gegen 4 Uhr die Ehefrau Heinrich Heswek aus Speldorf schwer verletzt aufgefunden. Die Frau ist im Walde überfallen und vergewaltigt worden, ihr Zustand ist sehr bedenklich. Von den Tätern fehlt bisher noch jede Spur. * Münster i. W., 8. Mai.(Von der Universität.) Der Besuch unserer Universität, der im vergangenen Winterhalbjahre auf 1132 Studierende sich belief, hat im laufenden Sommerhalbjahre abermals eine Steigerung erfahren. Von den früheren Studierenden sind abgegangen 304, zurückgekehrt 798; dazu kommen 422 neu Immatrikulierte, sodaß die Gesamtzahl sich auf 1211 stellt.— Am Montag fand vor der neugebildeten Prüfungskommission am Oberlandesgerichte zu Hamm die erste Referendarprüfung statt, der sich 4 Kandidaten unterzogen, alle bestanden. Oberlandesgerichtspräsident Holtgreven wies eigens auf die Bedeutung der staatswissenschaftlichen Studien hin und kündigte an, daß bei den Prüfungen in Hamm künftighin die Staatswissenschaften besonders berücksicht werden würden. * M.=Gladbach, 8. Mai. Im Februar d. J. brachen zwischen den am Bau der elektrischen Straßenbahn von Rheydt nach Reststrauch beschäftigten Arbeitern und der bauausführenden Firma Kinrad=Berlin Lohndifferenzen aus, die dazu führten, daß ein Teil der Arbeiter in einen Ausstand eintrat. Die streikenden Arbeiter versuchten nun am 2. Februar, ihre arbeitswilligen Kollegen mit Drohungen und Gewalt von der Weiterarbeit abzuhalten, was ihnen auch bei einigen gelang. Hierauf zogen sie singend und angetrunken nach Rheydt, wo die Polizei einschritt und den Grundarbeiter Theodor Stumpf verhaftete. Dieser setzte sich zur Wehr und zertrümmerte später alles, was in der Gefängniszelle zerstört werden konnte. Die Strafkammer verurteilte ihn heute wegen dieser Vergehen und wegen Beamtenbeleidigung und Widerstandsleistung zu einer Gesamtstrafe von 18 Monaten Gefängnis und 4 Wochen Haft. Der Grundarbeiter Gottfried Müller, der bei den Vorgängen ebenfalls beteiligt war, erhielt 3 Monate Gefängnis und 14 Tage Haft; drei andere Angeklagten wurden nur wegen Verübung groben Unfugs mit je 14 Tagen Haft bestraft, und einer wurde freigesprochen. * Krefeld, 8. Mai. Gestern abend ereignete sich auf dem hiesigen Hauptbahnhof ein schwerer Unglücksfall. Als der gegen 8 Uhr von Köln hier einlaufende Personenzug den hiesigen Bahnhof passierte, versuchte der Eisen bahnarbeiter Hermann Spittmann noch schnell über die von dem Zuge benutzten Geleise zu laufen, wurde jedoch von der Maschine erfaßt und überfahren Dem Unglücklichen wurden beide Beine abgefahren. Spittmann ist gestern abend seinen schweren Verletzungen erlegen. * Aachen, 8. Mai. Mit dem Fahrstuhl stürzten gestern nachmittag auf der Hochstraße zwei Anstreicher= gesellen ab. Der eine war sofort tot, der andere erlitt so schwere Verletzungen, daß er wohl kaum mit dem Leben davonkommen wird. Vermischtes. (Weil er dem Vater ähnlich ist.) Aus Wien berichtet das„Neue Wiener Tageblatt“: Die in Gersthof wohnhafte, von ihrem Gatten, einem Geschaftsreisenden, geschiedene Helene Kloß wurde vom Bezirksgerichte Währing zur Verantwortung gezogen, weil sie ihren vier jährigen Sohn Ernst sehr oft ohrfeigte, würgte, Kälte und Hunger leiden ließ. Dies wurde auch von mehreren Zeuginnen bestätigt, von denen eine auch berichtete, das arme Kind habe einmal vom Abend bis zum Morgen im Winkel stehen müssen, weil es nicht um Nachtmahl gebeten habe. Andere Nachbarinnen gaben an, die Angeklagte hasse den Knaben, weil er dem Vater zu ähnlich sei. Die herzlose Mutter wurde zu einer Woche Arrest verurteilt.(Und wer schützt das arme Kind, wenn die Megäre die kurze Strafe abgebüßt hat? D. Red.). *(Zehnfacher Mord.) Ein furchtbares Verbrechen ist, wie wir der„T. R.“ entnehmen, in dem Dorfe Werbljushka bei Jelissawetgrad in Rußland verübt worden. Dort wurde der Kaufmann Jankel Lewisch mit allen seinen Angehörigen und zwei Handelsleuten ermordet und beraubt. Lewisch galt als wohlhabend und war, kurz bevor die Mordtat geschah, mit 1000 Rubeln in der Tasche aus Jelissawetgrad nach Hause gekommen. Ermordet wurden die Eheleute Lewisch, ihre sechs Kinder, von denen das jüngste erst zweiJahre alt war, ein Hauswächter und ein Dienstmädchen. Von den Mördern fehlt jede Spur. *(Serbische Hofgeschichten.) Aus Budapest wird der „Voss. Ztg:“ geschrieben: In hiesigen, mit den Vorgängen am serbischen Hofe vertrauten Kreisen erzählt man sich folgende anmüsante Begebenheit, die sich vor einigen Tagen am Belgrader Königshofe zugetragen haben soll und die sehr charakteristisch für die Zustände in der serbischen Hofgesellfchaft ist. Die Gattin eines ehemalgen Ministers, die zu den geschworensten Feindinnen der Königin Draga zählt, war letzen Samstag gezwungen, in ihrer Eigenschaft als Vorstandsmitglied eines Belgrader Vereins bei der Königin in Audienz zu erscheinen. Die Dame tat so, als wäre ihr die Hofetikette fremd, und unterließ es, der Königin die Hand zu küssen. Tags darauf rühmte sie sich in einer Gesellschaft dieser Unterlassung, indem sie erzählte, daß es ihr nicht einfalle, dieser... die Hand zu küssen. Eine Dame dieser Gesellschaft erzählte das ihrem Gatten, und dieser hatte nichts eiligeres zu tun, als hiervon bei Hof Bericht zu erstatten. Montag mittag fuhr ein Hofwagen vor dem Hause der Vorstandsdame vor, die die Anforderung erhielt, vor der Königin zu erscheinen. Eine Ablehnung war unmöglich und so fuhr sie denn im Hofwagen zum königlichen Konak. Dort wollte sie sich in den Empfangssaal der Königin Draga begeben. Diese aber stand bereits an der Türschwelle und reichte, ohne ein Wort zu sagen, der Dame die Hand zum Kusse. Die Dame tat, was sie nicht lassen konnte, küßte die dargebotene Hand, worauf ihr die Königin mit wütendem Blick zurief:„Und nun marsch!“ und ihr die Türe wies. Der Hofwagen hatte auf die Bekehrte nicht gewartet. — Die Fürsten und die Sozialdemokratie. Genosse Peus hat sich bei seinen Gesinnungsgenossen wegen seiner Berührung mit dem Anhalter Hofe im„Volksblatt für Anhalt“ entschuldigt:„Die Fürsten seien zweifellos noch auf absehbare Zeit wesentlich mitbestimmende Faktoren in unserer ganzen sozialen und politischen Entwikelung, und es müsse der Sozialdemokratie darum darauf ankommen, auf diese Fürsten Einfluß zu gewinnen.“— Eine Zeitlang also dürfen die Fürsten, die schon heute die Sozialdemokratie keiner öffentlichen Ehrung mehr für werthält, noch das Gnadeubrot der Sozialdemokratie essen, falls sie sich von ihr„beeinflussen" lassen. Ob das den Wunsch in Fürsten bestärkt, sie bei sich als Gäste zu empfangen? *(Ein schwer bezechter Student) begab sich in einer der letzten Nächte trotz Sturm und Regen auf die Bahnhofsbrücke in Marburg, entledigte sich dort seiner sämtlichen Kleider und warf sie über das Geländer in die jetzt hoch angeschwollenen Fluten der Lahn. Als er bereits im Adamskostüm dastand und gerade mit dem Ausziehen der Stiefel beschäftigt war, kamen Polizeibeamte und Straßenpassanten hinzu, man glaubte es mit einem Geisteskranken zu tun zu haben und brachte ihn, nachdem man ihm einen Mantel umgehängt hatte, ins Arbeitshaus und dann in die Klinik. Hier stellte man fest, daß der junge Mann einen ganz gehörigen Rausch hatte. Das schlimmste bei der Geschichte ist, daß er auch seine Brieftasche mit 2600 Mark(?) in die Lahn geworfen haben will. *(Graf Haeseler als Kindermädchen) Anläßlich des Haeselerjubiläums wird folgendes hübsches Geschichtchen erzählt: Als General Graf Haeseler sein Kommando in Metz übernahm, fand er dort in vielen Offizierfamilien die bequeme Sitte vor, dan Burschen als Mädchen für alles, besonders anch als Kindsmagd zu verwenden. Er sprach seine Mißbilligung darüber aus, und die Burschen wurden daraufhin-- soweit sich dies kontrolieren ließ— mit unmännlichen Zumutungen verschont. Als aber einmal der Graf des Morgens vor 8 Uhr unterwegs war, begegnete ihm das Töchterchen eines ihm persönlich bekannten jungen Offiziers, das vom Burschen in die Schule geführt wurde. Der Graf blieb stehen, nahm das Kind an der Hand und schickte den Burschen heim:„Sagen Sie der gnädigen Fran, General Haeseler stehe hier auf dem Marktplatze und warte auf Ablösung.“ Es soll aber nicht lange gedauert haben, bis die Ablösung erschien. *(Im eigenen Grabe erschossen.) Am letzten Sontag wurde von einem Kutscher in Oberberkowitz der Knecht Johann Haberditzl in einem 180 Zentimeter langen und einen Meter tiefen Graben erschossen aufgefunden. Haberditzl hatte sich das Grab selber geschaufelt und sich dann mit seinem Wildererstutzen erschossen. Er hatte das Grab derart geschaufelt, daß durch die Wirkung des Sturzes und des Schusses das überhängende Erdreich ihn völlig bedecken sollte, so daß er spurlos verschwunden wäre. Er wurde jedoch nur teilweise verschüttet. *(Während des deutsch=französischen Krieges) 1870/71 erhielt ein französischer Infanterist namens Lecuyer einen Schuß in den Oberschenkel. Die Kugel wurde herausgezogen, und der Soldat war geheilt. Vor einiger Zeit nun bildete sich an der Stelle, wo die Kugel eingedrungen war, ein Geschwulst, so daß man zur Operation schreiten mußte. Dabei fanden die Aerzte in der Wunde ein kupfernes 10 Centimes=Stück mit dem Kopfe Napoleons III. und der Jahrszahl 1856. Die Kugel hatte das Portemonaie des Soldaten durchbohrt und dabei das durch den Anprall zusammengebogene Geldstück in den Schenkel getrieben. Die Münze wird nun im Museum von Bazeille aufbewahrt werden. *(Einer„Selbstmördersekte“) ist die Petersburger Polizei auf die Spur gekommen. Die Angehörigen dieses seltsamen Geheimbundes haben es sich zur Pflicht gemacht, an ihrem 30. Geburtstage freiwillig zu sterben, und gehen hierbei von der Begründung aus, daß die durchschnittliche Lebensdauer des Menschen erwiesenermaßen nur 30 Jahre beträgt, während ein Mehr„auf Kosten anderer Individuen gelebt" wird. Hatte einer der Geheimbündler das 30. Lebensjahr erreicht, so wurde er in einem unterirdischen Gewölbe in Anwesenheit sämtlicher Mitglieder und unter feierlichen Zeremonien lebendig eingemauert. Diese sonderbare Sekte, der schon zahlreiche Personen zum Opfer gefallen sind, soll auch„Zweigniederlassungen“ in Moskau, Kiew und Odessa besitzen. *(Ein„Farm=Diner.“) Wenn die Leute nichts zu tun haben, kommen sie auf die verrücktesten Dinge. Das beweisen wieder jetzt die berühmten„Vierhundert“, der Newyorker Gesellschaft, deren neueste Laune es ist, die Welt durch seltsame Diners zu verblüffen. Diese Sucht hatte schon dahin geführt, daß Affen und Pferde bei den Gastmählern eine große Rolle spielten. Einen neuen Höhepunkt erreichte, wie aus Newyork berichtet wird ,Mrs. A. B. Proal mit einem„Farm=Diner“, das sie 35 Freunden in Sherrys Restaurant gab. Bei dem„Farm=Diner“ war der große Ballsaal in eine eiförmige hölzerne Schale verwandelt, und die Gäste saßen an runden, länglichen Tischen auf Sitzen von Tannenholzbrettern. Kellner in Jacken und Gamaschen mit langen Lederstiefeln und Strohhüten mit großer Krempe servierten das Essen. Ueber den Fußboden war Stroh verstreut, und während des Essens rannten Schweinchen quiekend herum, Hennen und Hähne flogen herum, Lämmer und Hunde saßen dabei, erstere Gras, letztere Knochen fressend. An den Wänden des Zimmers hingen Bilder, die ländliche Szenen darstellten, und getrocknete Aepfel, Schinken und Maiskolben waren rundherum angebracht. Das Diner hatte ungeheuren Erfolg, nur wurden einige schöne Kleider der Damen von den Schweinen verdorben. Das Genie auf der Schulbank. Aus der Jugendzeit des Chemikers Justus v. Liebig dessen hundertster Geburtstag am 12. Mai stattfindet, erzählt Ferdinand Dieffenbach in dem Lebensbilde eines Schulkameraden Liebig's eine bemerkenswerte Episode. Es heißt da:„Setz' dich, Liebig! Du bist ein Schafskopf!“. Der so sprach, war Herr Johann Justus Storck, Konrektor am Gymnasium zu Darmstadt, ein gefürchteter Schulmonarch, der sich durch seine Ausgaben der Fabeln des Phaedrus und des Cornelius Nepos auch eine gewisse literarische Unsterblichkeit im Kreise der hessischen Schuljugend erworben hat. Der mit dem Titel„Schafskopf“ Beehrte war Justus Liebig zu Darmstadt. Liebig saß mit noch zwei Unglücksgefährten untenan. Der Konrektor Storck hatte gerade seinen schlechten Tag, denn ebenso unbefriedigt schied er von dem noch„unter Liebig“ sitzenden Jungen Georg Gervinus, dem dreizehnjährigen Sohne des Gerbers Gervinus. Nun drohte sich das Unheil über dem Haupte desjenigen, der zu allerunterst saß, dem eigentlichen Ultimus, dem vierzehnjährigen Johann Jakob Kaup, gleichfalls einem Darmstädter Bürgersohn, zu entladen. Allein der Gestrenge zog es vor, statt diesen auf die Folter zu spannen, wieder zu dem jungen Liebig zurückzukommen.„Was willst du werden?"—„Chemiker!“—„Dummkopf, was ist denn das?!" entgegnete Herr Storck mit verächtlichem Achselzucken.„Seht Ihr, fuhr er fort,„Ihr drei seid unwürdig, in die Hallen der Wissenschaft einzutreten. Köpfe habt Ihr zwar größer und dicker, wie alle anderen, aber der Spiritus fehlt darin. Spart Euch die Mühe und Euren Eltern das schöne Geld! Liebig! Dein Latein reicht gerade aus zum Apotheker; Du Gervinus, kannst weder Latein noch Deutsch, und Du, Kaup, kannst überhaupt garnichts!“ — Liebig kam, so erzählt Dieffenbach, in der Tat bald zu einem Apotheker in die Lehre, Gervinus wurde Lehrling in einem Manufakturwarengeschäft, Kaup blieb etwas länger auf dem Gymnasium. Liebig wurde der berühmte Bahnbrecher auf dem Gebiete der Chemie, Gervinus wurde dem Kaufmannsstande untreu und ein berühmter Geschichtsprofessor, Kaup Naturforscher, der sich durch seinen Versuch, den„Darwinismus zu widerlegen", bekannt machte. 10. Mai: Warm, meist heiter, nachts kühl. 11. Mai: Wenig verändert, strichweise Gewitter, windig. Für den redaktionellen Teil verantwortlich Wilh. Schade. Verlassen Sie das Lokal, versucht, Ihnen Nachbildungen aufzuschwätzen an Stelle von echtem Luhns Wasch=Extrakt!— Schlechte Fabrikate sind ansich billiger, das weiß jeder vernünftige Mensch, indessen will ein gewissenloser Händler eben denselben Preis dafür nehmen, wie die anderen für ihre echte, reelle Ware.— Benutzen Sie Luhns Wasch=Extrakt regelmäßig, so werden Sie aber recht hald merken, daß Ihre Wäsche geschont Pecht Bard bleibt. Die Marke„Luhns“ hat sich schon seit Jahren allerwärts und für alles bestens bewährt; man erzielt damit eine milde, schnellreinigende sparsame Lauge. In allen besseren Geschäften ist„Luhns“ jetzt zu haben, wo etwa noch nicht, wende man sich direkt an Luhns Seifenfabrik, dann wird Ihnen sofort die nächste Verkaufsstelle mitgeteilt. Luhns Fabrikate wurden, als einzige der Seifenbranche, ausgezeichnet mit der Staats=Medaille für hervorragende Leistungen und mit der Goldenen Medaille der Düsseldorfer Ausstellung 1902 Veranntmachung. Nachdem durch kaiserliche Verordnung vom 28. März d. Is.— Reichs=Gesetzblatt S. 111— bestimmt worden ist, daß die Neuwahlen für den Reichstag am 16. Juni d. Is. vorzunehmen sind, setze ich hierdurch auf Grund des§ 8 des Wahlgesetzes für den Reichstag vom 31. Mai 1869 und des§ 2 des Wahlreglements vom 28. Mai 1870 fest, daß die Auslegung der Wählerlisten am Montag, den 18. Mai d. Is. zu beginnen hat. Berlin, den 14. April 1903. Der Minister des Innern. In Vertretung: von Bischoffs hausen. Hufbeschlag=Lehrschmiede des Kreises Hagen—Land zu Herdecke a. d. Ruhr. Bei der Hufbeschlag=Lehrschmiede des Kreises HagenLand zu Herdecke a. d. Ruhr beginnt ein neuer Kursus am 15. Mai d. Is. Dieser theoretische und praktische Kursus dauert 8 Wochen. Das Lehrgeld beträgt 10 Mark. Weitere Gebühren werden nicht erhoben. Das Bestehen der Abschlußprüfung befähigt zum Betriebe des Hufbeschlaggewerbes gemäß dem Gesetze vom 18. Mai 1884. Aufnahme=Anträge sind unter Beifügung a) eines Nachweises über Erlernung des praktischen Schmiedehandwerks während einer mindesten dreijährigen Dauer; b) eines polizeilichen Führungsattestes; baldigst einzureichen. Weitere Auskunft erteilen auf Ersuchen die Herren Bürgermeister und Amtmänner des Kreises. agen, den 4. Mai 1903. Der Vorsitzende der Prüfungskommission. Hartmann, Königlicher Landrat. Sie verschwenden Zeit — Sie geben zwecklos Fahrgeld aus Vemn Se Uure Herren- u. Kudbenr-Bekleidug an unS wwähn- tS Laulen. Nir Kaufen Verren- und Knaben-Bekleidung von einer der grössten Fabriken Deutschlands. zu denselben Preisen Herren- und Knaben-Bekleidung Wir Kaufen ein, wie unsere auswärtige Konkurrenz. Wir unterhalten eine sehr grosse Auswahl in Herren- und KnabenBekleidung vom billigsten bis zum feinsten Artikel. IVIr wapGanfam ganz genau so billig Herren- und Knaben-Bekleidung Wil Verkäufen“ wie unsere auswärtige Konkurrenz. 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