S G ∆ Amtliches Kreisblatt für den kreis börde. ees-ch. Bae ee ece. eer-ach Alle Kreis= und Lokalpolizeilichen Verordnungen für den KreiHörde erlangen gemäß Bekanntmachung der Königl. Regierun durch Veröffentlichung in der„Schwerter Zeitung" rechtsverbindliche Kraft. Abonnementspreis pro Quartal 1 Mark 65 Pfg., excl. 42 Pfg Bestellgeld, wenn durch die Post bezogen. Erscheint an jedem Wochentage. Wöchentliche Gratisbeilage:„Illustrierter Familienfreund.“ Schwerte, Dienstag den 14. 36. Politische Uebersicht. Deutschland. — Vom Kaiserhofe. Das Osterfest ist am deutschen Kaiserhofe bei der herrschenden günstigen Witterung, welche sich für Berlin im Laufe des ersten Feiertages einstellte, in der üblichen Weise begangen worden. Am VorOberstleutnant Chef des Generalstabes wurde. 1894 erhielt er als Oberst das Kommando des 12. GrenadierRegiments, wurde dann Gouverneur von Deutsch=OstRegiments, wurde dann Gouverneur von De afrita, als solcher Generalmajor und geadelt, 1901 Kom mandeur der 6. Division und im Frühling desser## ste de bundhen, Maschiäsen Hen Gatendienst und mittag besuchten, die Majestäten den Gollesbanst und fuhren nach der Familientafel hinaus zu dem im Park des Schlosses Bellevue im Tiergarten stattfindenden Eiersuchen. Der Monarch beteiligte sich selbst an dem Verstecken der Ostergeschenke und mehrere Stunden verweilten die hohen Herrschaften bei der anregenden Unterhaltung. Die kaiserliche Dienerschaft hatte bereits vorher Eier= und Geldspenden erhalten. Mit den kaiserlichen Prinzen und der Prinzessin Luise Viktoria nahmen auch deren Gespielen bei dem Eiersuchen teil. Erst nach fünf Uhr nachmittags erfolgte die Rückkehr ins Schloße Bei dem schönen waren die Alleen im Tiergarten und die Linden via mit Menschen gefüllt, welche die Majestäten lebhaft begrüßten. Am zweiten Feiertage hatte der Kaiser mehrere Audienzen, nachmittags ward wieder eine Ausfahrt unternommen.— Die Witterung war weniger freundlich und brachte mehrleichten Schnee. Die beiden ältesten kaiserlichen Prinzen verlebten die Feiertage in Athen bei ihrer Taxte, der Kronprinzessin von Griechenland und deren Gemahl d wochen Losik hatte in den Feiertagen Ferien, weund bei deser Gelegenheit snd wohl dienz ietzten Eizel. heiten über den Besuch des deutschen wird Graf Bülow wieder in Berlin sein. — Die Begeisterung für eine Teilnahme an der Welts ausstellung in St. Louis bleibt in der deutschen GroßIndustrie ziemlich schwach, weil man weiß, daß bei den hohen nordamerikanischen Zöllen die Ausstellungskosten schwer herauszuschlagen sind. Namentlich gilt viere.. g Haltung für die rheinisch=westfatische Groß-Industrie, die ja auch im Vorjahr in Düsseldorf glänzend gezeigt hat, ie Der Kommandeur der 6. Division, ant von Lieber,iepositignt gestell.“Liebert kam als Ostafrika ist zur Disposition gesten„Turert lum als Hauptmann aus dem 13. Generalstah, war KompogutgSge agMaig. Regiment, wurde im Seherazg, Dipision und dem GeSeralschge be. 10.Sensthens stet, i. en. i. s Eine Geldheirat. Roman von L. Haidheim. (19. Fortsetzung.) „Welch reizende Toilette Sie tragen, Fräulein Ulla! Sie schießen heute den Vogel ab!“ plauderte Fritz in seiner heiteren Weise mit ihr und hielt— offenbar aus dankenlosigkeit— ihre Hand noch immer fest. „Mein lieber Herr Leumant, meinen Sie mandeur der 6. Division und im Fi Jahres zum Generalleutnant befördert. — Eine Beleidigung der Freisinnigen. für die gesamten Interessen des Ju sselben der„General= — Eine Beleidigung der Freisinnigen. anzeiger fül die gesamten Inleressen des Judentums“ veröffentlicht einen Artikel über die Reichstagswahlen, in dem er den drei freisinnigen Gruppen des Reichstags, freisinnigen Volkspartei, der freisinnigen Vereinigung und der süddeutschen Volkspartei nachsagt, daß sie zum größten Teile vom jüdischen Gelde existierten. Man kann wohl einer politischen Partei nichts schlimmeres nachreden, schreibt die„Deutsche Tagesztg.“, als daß sie lediglich dem Gelde und noch dazu einer bes# deuen Abart des Geldes ihre Existenz petdanke. Wir hatten erwartet, daß die freisinnige Presse' dem Generalanzeiger die gebührende Antwort erteilen werde, sind aber in dieser unserer Erwartung getäuscht worden. — Den bürgerlichen Parteien zur Nachahmung.) In der Märzquittungsliste des„Vorwärts“ über Beitrage zur sozialdemokratischen Parteikasse befindet sich mit der Bemerkung:„Berlin, ein begeisterter Anhänger unserer Sache:„Munition für den Wahlkampf“ die artige Summe von dreißigtausend Mark, sowie am Schlusse der Liste mit einem bescheidenen Fragezeichen als Chissre die Summe von zehntausend Mark. Frankreich. Arbeiterführer sagen, sie hätten den Ausstand nur deshalb mitgemacht, um zu verhindern, daß die Anarchisten, die Leitung in die Hände bekamen. Das ist ein Zugestancnis, das ihnen ganz gewiß nicht viel nützen wird. Italien = Der Streik in Rom ist völlig beendet, da die Ausständischen keinerlei Hilfsquellen besaßen. Dazu die ganze Bevölkerung gegen sich halten. Der englische König kann olso nun getrost zum Besuch erscheinen. Balkan. = In Serbien herrscht seit dem letzten Staatsstreich und den ihm vorangegangenen Krawallen ein schroffes Willkür=Regiment. Alle Zeitungen, die nur eine Silbe gegen den König oder die Königin zu sagen kurzer Hand konfisziert. Wenn auch die Meldung von der Entdeckung einer ernsten Verschwörung gegen das Leben des Königs unbegründet ist, so steht doch so viel fest, daß von den Belgrader Tumultuanten Bilder des Königs und der Königin auf offener Straße, verhramt worden sind. Die Regierung bestreitet auch die Beschlagnahme der Zeitungen, sie ist aber doch wahr. Kleine Chronik. skommissar, der Generalprokurator Loiredepartements exkommuniziert seien. Holland. = Der Streik ist zu Ende. Ein Teil der Ausständigen hat sich, trotzdem an ein Gelingen der Ausstandsbewegung nicht mehr zu denken war, doch verzweifelt das ganze Osterfest hindurch verweigert, die Arbeit wieder aufzunehmen, hat aber damit nichts erreicht, da selbst die Streikleitung die überstürzt begonnene Sache gerloaren gab. Von einzelnen kleinen, prinzipiell nicht in kommenden Störungen abgesehen, ist das Unternehmen beendet, das nicht gelingen konnte, weil es der, ganzen Volksstimmung einen Schlag ins Gesicht ist garnichts, weil das neue Streikgesetz, dessen Annahme der Ausstand verhindern sollte, nun doch genehmigt ist, und zwar viel schneller, als es sonst heschehen wäre. Der Kampf war gerade so unüberlegt, wie die vorjährige Streikbewegung in Belgien, welche die, Einfährung, des Lollgernchinen altrats erpöitgen munnn i Sthtettt + Eine derbe Lehre erhielt der Musretier Meyhöfer vom 176. Infanterie=Regiment zu Thorn in Westpreußen. Er hatte durch übertriebene Klagen das Mitleid seiner Ar gehörigen erwecken wollen, um Geldspenden von ihnen zu rken n eimem Braefe behauptete er bezefelggage, sollten die Die den vom beogrund e wegen verleumderscher Beleidigung und das Kriegsgezscht, vernrteilte, nach Thorner Blättern den M. zu zwei Vronaten Oesagorg, Mljährige 8 stmörder + Leipzig, 10. April. Der 21jahrige Lustmörder Wilhelm Grabich, der, wie wir seinerzeit berichteten, am 3. August v. J. das 8jährige Schulmädchen Anna Klein erdrosselte, dann den Leichnam zerstückelte und in Kiste verpackte, wurde auf Grund von Gutachten des Professors Flechsig und des Landes=Medizinalkollegiums, sowie nach erfolgter Beobachtung im Pirnaer AmtsVerfolgung gesetzt, aber durch gerichtliche Verfügung dauermordete ein Iudividuum seinen älteren Bruder, weil schreckt an, aber dieser wurde zuy Hausherrn.g uug nicht bemerkte darüber gar nicht, daß sein Worte Ulla Gleich darauf kam er wieder. Hans und Anna eröffneten den Val, Fritz und Ulla folgten als Zprstep, Fagt. „Ich habe es übernommen, Sie um Ihre Feahllse zu bitten, gnadiges Fräulein. Wir zwei sollen Jugend amüsieren und zusammen halten. Der Garten ede daer Kar Aauunt, wong, Sgnischelseh hen ur maisenz oise beshte fengen, dch enaen sch uicht kunten, als hierk“ mahnte Burghausen lächei Hgrüher„Wo sind denn eigentlich Leo und Stellas Jch habe ben boster, Konimnene Zögerung entfstanden. lsie noch garnicht gesehenl“ fagte Ull, die gern berei war, So voren he al, zugsten, Paltohausen Auichen)op„De hat Kanerad von Midling sofort mit Beschlag schien es für Ehrensache au vauten, vaunggungen, und Ullg)(.24. Als wir heute zu Tisch kamen, war da ein großer u dem Hausherrn und dem Brautpogr du Zeinen(Eltern Habel. Wildling hat einen Freund mitgebracht, dem er sührte er se in einen der anderen Sule= Zasten, Zie ihnen Stella feierlichst anvertraute, und vorhin sah jich die beidie Gasher versgrich euscthürg, seiche Hie Sehihele“n Poseseratshelse rokattleide aussichtl Freich, baßin n ue uae.##. des igendlschen dos biste Vorseugten u, Gtrsch estlia tarf eigzeine Beigunte ven g.Schie der Fräulein, Sie sen,“ sagte Ulla. beten der masestätschen alten Gr=Zamn gaßtez ein zärt.„Das soll Ihr Vervenst sein, gnädiges ies Sepe cer au. beschezgn ashene ue Sasu, Beisghshnscen oene e. Mhe sewöhnlich hübsch und bräutlich aussah, Auch Hans sah) bie. Hann skaimmerken sich weder ula noch ihr Tänzer um Peute wie en glücklicher Bräutigom aus;, e, julla seine de anderen, sie hatten mit sich selbst zu tun und nach den Peus lag in einem Lächeln und noch vie botze u. Auna Schluß des Lanzes begann Frit, seinem ehrenvollen unu, een uhn eien Pas Helach, ue e en, Auastag uacholonggamge. Ulla sah Fritz er= liebenswürdige Gewandtheit machten ihn und Ulla ganze festlich schone Umgebung; kurz, die Stimmung war und dabei bies futähtiger hurch jiezsatgmengehörig. G5 Schien sch fütr ale gonz Perz. Ker i. Sfhieben. daß man die zwei ruhig miteinander geyen ticß, Uhne viel unb Ar ie, Ailc und Feihz boaren o güäklich, wisze=haie Geieste Aiude vtor hereits Hogerhg, iuar Dann strömte die Geals das Lied bereis beender war. Tamnzstten, die Geals das Lied vereus vernvet vur. Vo., Paar den glängen der Polonaise folgend und die Kühle der Nacht mit Der Hberstleutnagt war nicht der Monn der seinen heute so hell schimmernden Glücksstern blindlings traut hätte. derselbe in einer Erbschaftsangelegenheit bevorzugt worden war. Der Mörder versuchte die Leiche zu verbrennen und als dies nicht gelang, verbarg er die Leiche in den Trümmern eines eingesturzten Stalles, wo sie entdeckt wurde. Lokales. Schwerte, 14. April 1903. **„Wir werden voraussichtlich in den Ostertagen gutes Wetter haben“, so schrieben wir am Samstag und mit uns eine Reihe anderer Zeitungen, die gleich uns ihre Wetterweisheit von der Hamburger Seewarte beziehen. Aber es wär' so schön gewesen, doch hat's nicht sollen sein, und wenn man nicht bestimmt wußte, daß es wirklich das Osterfest war, was wir gestern und vorgestern feierten, dann möchten wir wohl sagen, es sei Weihnachten gewesen. Während es am 1. Ostertage mit dem Wetter noch so leidlich ging, wurde uns gestern aber den ganzen Tag hindurch ein so lustiges ununterbrochenes Schneetreiben beschert, daß man schon eine gehörige Dosis Humor besitzen mußte, um nicht den Mut ddabei zu verlieren. Und besonders die Damenwelt war zu bedauern. Wie hätten sich all' die lieben Mädel gefreut, in den Ostertagen nun doch endlich nach langem Harren einmal Gelegenheit zu finden, den schönen neuen Frühlingsstaat spazieren zu führen und ihn der staunenden Mitwelt zu zeigen, und nun war es wieder Essig. Männlein und Weiblein mußten die Frühjahrstoilette wieder in den Schrank hängen und den Winterpelz hervorholen; die vielen geplanten Ausflüge unterblieben sämtlich und in den Wohnungen trat der Ofen wieder in Dienst und man konnte seine Wärme wohl gebrauchen. Auch der Reiseverkehr hat unter der Ungunst der Witterung gelitten; allerdings konnte man es ja keinem Menschen verdenken, wenn er bei dem „prächtigen“ Osterwetter ruhig zu Hause blieb, wir haben es auch so gemacht. Uebrigens haben wir uns die Sache auch nicht richtig überlegt gehabt, als wir unseren sicherlich angenehm überraschten Lesern am Samstag die günstige Wetteraussicht der Hamburger Seewarte für die beiden Ostertage mitteilten, es war doch, wenn man alle Umstände ruhig in Erwägung zog, ganz undenkbar, daß wir gutes Festwetter bekamen. Denn nicht nur hat Falb für Ostern einen kritischen Tag erster Ordnung angesetzt, sondern das Osterfest wurde auch durch— eine Mondfinsternis eingeleitet, und das leuchtet doch wohl jedem ein, daß aus dieser Kombination— Falb und Mondfinsternis— nichts Gutes entspringen konnte. Wir bedauern nur, daß uns dies alles nicht vor den Festtagen eingefallen ist, denn dann ständen wir jetzt als tüchtige Propheten da, während wir jetzt mit unserer Wettervorhersage zum Osterfest wieder einmal daneben gehauen haben. Aber wir werden uns dies merken und wenn zu Pfingsten keine Mondfinsternis bevorsteht und Falb keinen kritischen Tag ansetzt, dann prophezeien wir, ohne uns um die Seewarte zu kümmern, hellleuchtenden Sonnenschein und werden wohl recht bekommen. Mit dieser Hoffnung wollen wir uns heute über das gehabte schlechte Osterwetter hinwegtrösten, denn ändern können wir ja doch nichts mehr daran. **(Vom Progymnasium.) Aus dem seitens der Anstaltsleitung herausgegebenen Jahresbericht des Progymnasiums für das Jahr 1902 dürfte folgendes von allgemeinem Interesse sein: Die Anstalt wurde im Berichtsjahre im Durchschnitt von 145 Schülern besucht; am Anfang des Sommerhalbjahres waren es 150, bei Beginn des Winterhalbjahres 145 und am 1. Februar ds. Is. 143 Schüler. Davon waren am 1. Februar ds. Is. 120 evangel., 17 kathol. und 6 jüdisch. Einheimische Schüler hatte die Anstalt 90, auswartige 53. An der Schule unterrichteten außer dem Direktor und dem evangel. und kathol. Religionslehrer 6 Oberlehrer, 1 wissenschaftl. Hilfslehrer und 1 Lehrer und Zeichenlehrer. Das Ziel der Schule, die Reife für die Obersekunda eines Gymnasiums und damit die Berechtigung zum einjährigen Dienst erreichten im Berichtsjahre 8 Schüler, deren Namen wir seinerzeit mitteilten. Des weiteren wird in dem Jahresbericht noch der hochherzigen Stiftung des Ehrenbürgers unserer Stadt, Herrn Kommerzienrats Dr. FleitmannIserlohn, Erwähnung getan, und dann noch mitgeteilt, daß die Herren Oberlehrer Wegener und Scholtz nach dreijähriger Tätigkeit am hiesigen Progymnasium unsere Stadt verlassen. Als neuer Lehrer kommt der wissenschaftliche Hilfslehrer Feldhügel=Magdeburg nach hier.— Möge sich die Anstalt auch in dem neuen Schuljahre, welches am Mittwoch, den 22. April, beginnt, immer weiter entwickeln, zum Segen und Nutzen unserer guten Stadt Schwerte... gm; Varss ist **(Evang. Krankenhaus.) Am 1. Aprnl ist die Verwaltung des evang. Krankenhauses in die Hände des Herrn Pastor Wischnath übergegangen. Derselbe ist in Krankenhaus=Angelegenheiten taglich von 12—1 Uhr zu sprechen. Am Samstag und Sonntag ist er jedoch nur in dringendsten Fällen zu sprechen. **(Durch einen heftigen Windstoß) wurde gestern nachmittag gegen 2 Uhr von dem Neubau des Herrn Fabrikanten Grüber im Speckebruch das ganze Dachgerust, — die Ziegel waren noch nicht aufgelegt— abgehoben und ist durch den Sturz fast völlig zersplittert. Das Dach ist jedenfalls noch nicht richtig verstrebt, sondern nur provisorisch aufgelegt gewesen, denn sonst ware der Unfall doch wohl nicht gut möglich gewesen. **(Die Freischütz=Konzerte) an beiden Ostertagen erfreuten sich trotz des schlechten Wetters eines verhältnismäßig guten Besuches. Die Klöppel'sche Kapelle bot ihr bestes und erntete mehrfach lebhaften Beifall. **(Konzert= und Theaterabend.) Zu dem morgen abend im Hotel Ostermann=Engel stattfindenden Konzertund Theaterabend unter Leitung des Baron Leo v. Keller vom Aachener Stadttheater sind Karten im Vorverkauf zum Preise von 1,25 Mk. für Sperrsitz und 1.— Mk. für Saal in den Buchhandlungen von Carl Braus und Carl Saatmann, sowie im Hotel Ostermann=Engel zu haben. Programm folgt morgen. **(Ein gewaltiger Dickhäuter,) ein afrikanischer Elefant, kam am Samstag, nachmittags 5 Uhr, mit dem Eilgüterzuge durch unsere Station und wurde von dem im Bahnhof anwesenden Publikum eifrigst besichtigt. Das Tier kam von Paris und sollte angeblich nach London. **(Preußische Klassenlotterie.) Die Erneuerung der Lose der am 24. April beginnenden Ziehung der 4. Klasse obengenanner Lotterie muß bei Verlust des Anrechts spätestens bis 20. April, abends 8 Uhr, vorgenom**(Der Streik in Iserlohn.) Anläßlich der heutigen Aussperrung sämtlicher Arbeiter in Iserlohn sind umfassende Sicherheitsmaßregeln getroffen. Aus den Nachbarorten werden berittene und Fußgendarmen herangezogen. Von hier muß der Fußgendarm Mathes sich dem Landrat in Iserlohn zur Verfügung stellen. ** Wandhofen, 14. April. Daß einem die gebratenen Tauben in den Mund fliegen, kommt nur in Schlaraffenland vor; daß einem aber der Osterbraten lebendig ins Haus gelaufen kommt, das passiert sogar in Wandhofen. Steht ein hiesiger Landwirt am Tage vor Ostern in seiner Scheune und ist gerade am Ueberlegen, ob der Hauptprogrammpunkt seines Oster=Magenfahrplans ein Schweinebraten oder ein Kalbsbraten sein solle, als sich diese in überraschender Weise von selbst löste: Durch die Scheunentür kam ein feistes wildes Kaninchen hereingehüpft und trollte sich spornstreichs in die Küche, es freudig bewillkommnet wurde und als Osterbraten in der Pfanne ein rühmliches Ende fand.— Uebrigens ist derartiges in Wandhofen nicht seltenes. Ist doch früher schon einem anderen Einwohner unseres idyllischen Dorfes ein prächtiger Hahn, ohne Geburtsschein und Heimatspapiere, ins Haus geflogen und auch dieser kam merkwürdiger Weise wie gerufen, da der bisherige Hühner=Sultan das Zeitliche gesegnet und seinen Harem verwaist zurücka seh Hengsen, 14. April. Dem hiesigen Lehrer Herrn Gustav Hauschke ist einstweilig eine Schulstelle in der Gemeinde Breckerfeld, Kreis Hagen, übertragen worden. Haus= und Landwirtschaft. (Welche Tiere soll man nicht verfolgen und töten?) Ueber diese Frage sollte jeder Landwirt im klaren sein. Unter den der Tierwelt angehörigen und sehr oft verfolgten Wohltätern des Landmannes seien hier genannt: der Igel lebt fast nur von Mäusen, kleinen Nagetieren, Schnecken aller Art, Engerlingen, lauter dem Landbau schädlichen Tieren. Die Kröte, eine rechte Helferin des Landwirts, verzehrt 20—30 Stück schädliches Geziefer in der Stunde. Der Maulwurf. Er lebt ausschließlich von Engerlingen, Larven, Raupen, und anderen schädli. chen Tieren. In seinem Magen findet sich keine Spur von Pflanzen und für die aufgeworfenen Erdhaufen sei in einer fleißigen Hand der Rechen gut, behauptet Hebel. Das Marienkäferchen,(Johanniskäferchen oder Herrgottskäferchen). Es ist der beste Freund des Gartens und verzehrt Blattläuse in großen Massen. Die Vögel. Welch' großen Schaden richten jedes Jahr die Insekten an Deren einzige erfolgreiche Feinde sind die Vögel. Sie sind die großen Raupentöter und Freunde des Acker= und Obstbaues. Aus Westfalen und Rheinland. * Dortmund, 12. April. Der hiesige Magistrat hat sich für die vorzugsweise Einführung des Vormittagsunterrichts bei den Volksschulen ausgesprochen. Die probeweise Einführung soll ein Jahr dauern. * Iserlohn, 13. April. Die Entlassung von über 4000 Arbeiter und Arbeiterinnen in den der Fabrikantenund Arbeitgeber=Vereinigung angehörigen Betrieben ist am Samstag abend erfolgt. Die Befürchtungen, daß Ausschreitungen hierbei vorkommen würden, erwiesen sich als vollständig haltlos, denn nirgends wurde die Ruhe gestört. Trotzdem, daß die Verkaufszeit bis abends 10 Uhr währte, waren kurz nach Geschaftsschluß die sämtlichen Straßen menschenleer; es war in den letzten Tagen überhaupt stiller wie sonst. Zur Unterstützung der Schutzmannschaft sind neun Gendarmen hier eingetroffen, welche abwechselnd die Straßen abpatroullieren. Die vorliegenden und eingehenden Aufträge werden vor wie nach von den Fabriken erledigt, da vielfach reiche Lagervorräte und auch das nötige Personal vorhanden sind. * Altena, 13. April. Von der Schmalspurbahn überfahren wurde hierselbst auf der Bahnhofstraße am Samstag nachmittag das etwas über 2 Jahre alte Kind des Schuhmachermeisters Schulze. Der Tod trat sofort ein; die kleine Leiche wurde ganz zerstückelt. * Witten, 12. April. Gestern fanden spielende Kinder in einem Gehölz am Johannisweg ein neugeborenes Kind, das völlig unbekleidet war, aber noch Leben zeigte. Von den herbeigerufenen Erwachsenen nahm eine Frau den Knaben zu sich und erstattete bei der Polizei Anzeige. * Ruhrort, 12. April.(Von einem Rangierzuge überfahren) und getötet wurde auf der Hütte Phönix der Arbeiter Haferkampf aus Meiderich. Haferkamp bediente eine Bremse auf dem drittletzten Wagen des Zuges. Er ist hierbei vermutlich vom Wagen gestürzt und überfahren. * Düsseldorf, 12. April. Gestern nachmittag wurde in Grafenberg ein Hund getötet, der von Tollwut befallen war und sich dort schon mehrere Tage umhertrieb. Dem G.=A. zufolge wird vermutet, daß das Tier andere Hunde gebissen hat. Um allen daraus entstehenden Gefahren vorzubeugen, hat die Behörde auf die Dauer von 3 Monaten die Sperre über sämtliche Hunde im Stadtbezirk verhängt. * Düsseldorf, 12. April.(Zwei Selbstmorde) kamen am Karfreitag hier vor. Auf dem Friedhofe vergiftete sich ein Installateur, nachdem er vorher mit seiner Ehefrau einen häuslichen Zwist gehabt hatte. — In dem Augenblick, als er den Zug nach Köln besteigen wollte, erschoß sich auf dem Hauptbahnhofe der Reisende einer hiesigen Firma. Als Motiv zur Tat wird angegeben, daß der Selbstmörder größere Unterschlagungen begangen hat. Schon bald nachdem sie die Villa Wolzin betraten, unter der Einwirkung aller dort herrschenden Pracht hatte er mit äußerster Bestimmtheit seiner kleinen, ganz in frohem Lächeln aufgehenden Frau zugeflüstert:: „Du, pass’ mal auf, da kommt was hinterher, eine Verkündigung, die angstvolle Sorge in ihr wachrief. Freilich, die Sorge verschwand jedesmal wieder. Was sollte denn auch kommen. „Wir nehmen ja unser Glück so dankbar hin!“ rief ihr Herz dem etwa im Verborgenen lauernden bösen Schicksal wie um Gnade bittend zu. Burghausen, mit seinen zahlreichen Orden geschmückt, fühlte sich sehr behaglich in diesem Kreise, der ihn mit so manchen seiner alten Bekannten wieder zusammen brachte. Als ihm der Oberstleutnant mit derselben düsteren Miene, wie seiner Frau gegenüber, dieselbe Ueberzeugung aussprach:„es werde schon ein schauderhafter Rückschlag folgen,“ riet er ihm, den Neid der Götter durch den bewußten Ring à la Polykrates zu versöhnen. Die Gabe schien dem Oberstleutnant aber wohl zu gering, sodaß er sich mit der Wiederholung seines Unkenrufes begnügte und sich vornahm, das Schicksal wenigstens nicht durch Frohlocken zu reizen. So ging er mit seiner grimmigsten Miene einher, er — der stolze Vater des Brautigams, des„Glückspilzes“, wie man Hans seitens seiner sogenannten Freunde titulierte. Nach wenig Minuten vergaß er dann seine Absicht, das tückische Fatum zu betrügen, war eine Weile lustig und vergnügt, wie ihm ums Herz war, und wurde nur immer wieder durch die Seligpreisungen irgend eines der neuen Bekannten an seine„Pflicht gegen sich selbst“ erinnert, sodaß Ulla recht hatte, als sie ihm im Vorbeigehen während der Polonaise lachend zurief: „Sie sind ja der reine April, Herr Oberstleutnant! Er verstand sie sofort und nickte ihr und Fritz zu. *( F o r t s e t z u n g f o l g t.) Johann von Werth. Lebensbild eines berühmten Reitergenerals aus dem dreißigjährigen Kriege. Nach Barthold's Geschichte des großen deutschen Krieges dem Kriegerverein in Schwerte(Ruhr) geschildert von H. Dicke. Vier Jahre mußte Johann von Werth in der Gefangenschaft aushalten. Allerdings waren schon bald nach der Gefangennahme Versuche gemacht worden, ihn gegen andere gefangene Heerführer von der Gegenpartei auszuwechseln, überall, wo die Gegner über den Austausch von Gefangenen unterhandelten, wurde Johann von Werth zuerst erwähnt, aber immer umsonst. Die Franzosen haben ihn für zu gefährlich gehalten, seine Person und sein Name muß ihnen für gleichbedeutend mit Sieg und Erfolg ihrer Gegner gegolten haben. Endlich, nach langem für den unternehmungslustigen, tatkräftigen Mann sehr schmerzlichem Hoffen und Harren wurde er gegen den schwedischen Feldmarschall Horn ausgewechselt. Johann von Werth war jetzt wieder frei und konnte den Befehl über seine Kriegsvölker wieder übernehmen. Wohl war sein Geist und seine Tatkraft ungebrochen, aber die Zeit für glänzende Waffentaten war für ihn vorüber. Und dann nahm der Lauf der Dinge für Johann eine Entwickelung, der seinem Ruhm und der Lauterkeit seines Bildes in der Geschichte gefährlich geworden ist. Schon 24 Jahre hatte der Krieg, den wir den dreißigjährigen nennen, gedauert, grauenvoll waren die Verwustungen in ganz Deutschland, und schmerzlich sehnten sich Fürsten und Volker nach dem Frieden. Der Wirrwar in der politischen Gestaltung der Verhältnisse war auf das höchste gestiegen, Franzosen und Schweden waren eifrig bemüht, den Kaiser den heiligen römischen Reiches deutscher Nation zu isolieren, seine bisherigen Bundesgenossen von ihm zu trennen und hatten es erreicht, daß Maximilian Vermischtes. F(Eine angenehme Reisebekanntschaft.) Der Berliner Geschäftsreisende Adolf Jansen lernte vor einiger Zeit auf der Reise nach Amsterdam einen liebenswürdigen von Bayern heimlich über einen Waffenstillstand für sich und sein Land ohne Vorwissen des Kaisers mit dessen dos wor hatte er für den Kaiser gekämpft, er hie. ganzen Krieges hatte er für gen bume.„ hielt die Sache des Kaisers für eine gerechte, hatte Gut un Blut dafür eingesetzt, Deutschland von Frinenzig und dischen Feinden zu befreien und jetzt sollte er müßig zusehen, wie sein Kaiser nur mit Hise sein lande, hauptsächlich das heutige Oesterreich, sich Truppen dem Kaiser zuzuführen. Deas, P gz,3 gehenten, rat. Wir sind jedoch wohl imstande, uns die Grrm klar zu legen, nach denen sich Werth zu seinem Verhalten berechtigt glaubte. Ergebenheit gegen den hochbedrängten Kaiser, in dessen Namen er so viele Jahre gefocht hatte, dem er seine Befreiung aus französischer Gefang schaft verdankte und Dankbarkeit gegen den bayrische Kurfürsten, welcher der Begründer seines Glückes gewe sen, ungeduldige Kriegslust in der Nähe des Feinder, ui dagegen Gehorsam gegen den Herrn, welcher aus grunden müßigen Wafferftilftanhrenhafter Feldherr zur gefährlichste Lage, in welche em ehrrntz..; Grzten p. damaligen Zeit geraten konnte. Die Kursu. Bayern und Sachsen, von Cöln und Trier ließen den Eaoß ser im Stich, Werth hielt bei dem Kaiser aus 2 dem Kurfürsten die Treue und hielt die Treu.: Bezig ser. In einer Zeit, in welcher alle Begriffev und Recht unsäglich vetzt für sichreriger Kaiser war seit Werth das formelle Rengz. 1.—. 1.—.„ Asichen Befehlen, höchster Kriegsherr, er folgte den kaiserlichen die zum Gehorsam gegen dos Ve=sancherouhagefgerte und dringend aufforderten.„uiger Bitrnis der Zeit Kriegsherr dieser Zeit würde bei wen. 1•.4 als Reichsfeind behandelt und gerichtet worden sein. Das Vorhaben von Werth mißlang, er wurde Herrn kennen, der sich als Reisekollege aus Barmen namens Dettermann vorstellte. Beide stiegen in Amsterdam im Hotel„Stadt Elberfeld" ab. Herr Dettermann ließ es sich angelegen sein, den Reisegefährten über die Sehenswürdigkeiten Amsterdams zu unterrichten. Nachdem beide den Abend mit einander verbracht hatten,#. gab sich der Berliner Herr in sein Zimmer. Beim Auskleiden fiel ihm sein Taschenmesser aus der Westentasche, Er bückte sich, um es aufzuheben, es war jedoch unter das weggerutscht. Er kniete also nieder und langte mit der Hand unter das Bett. Das Messer bekam er zwar nicht zu fassen, aber eine kompakte Masse, die nicht nachgab. Nun leuchtete Herr Jansen mit dem Licht unter Bett. Dort lag——— ein Mann! Schon aber sprang dieser hervor:„Machen Sie nur keinen Lärm, Herr Kollege! Ich habe mir einen Scherz mit Ihnen erlaubt! Nicht wahr, Sie nehmen es nicht übel?“ Sprachs, schüttelte dem ganz Verblüfften die Hand und empfahl sich.— Sehr nachdenklich über die sonderbaren Manieren des Reisegefährten begab sich der Herr Jansen zu Bett. Am nächsten Morgen empfing ihn der Oberkellner mit den Worten:„Ihr Reisegefährte Dettermann hat heute nacht den Versuch gemacht, die Hotelkasse zu erbrechen. Wir haben ihn aber abgefaßt! Der Nachtportier Wetermann hat ihn sofort der Polizei übergeben. Nun hielt auch Herr Jansen mit seinen Erfahrungen der letzten Nacht nicht zurück, die von der Amsterdamer Behörde zu Protokoll genommen wurden.— Jetzt hat Jansen von der Amsterdamer Staatsanwaltschaft die Einladung erhalten, zur Gerichtsverhandlung dorthin zu kommen; die Erstattung der Reisekosten war zugesichert. Im Verhandlungstermin wurde festgestellt, daß der angebliche Handlungsreisende Dettermann in Wahrheit ein Schlächter Hupe aus Thüringen war; er hatte den Koffer des Herrn Dettermann mit allen Papieren in einem Hotel in Köln gestohlen. Das Urteil lautete auf 2½ Jahre Gefängnis. Der Hoteldieb wird nach Verbüßung seiner Strafe in das Landgericht in Köln ausgeliefert werden, wo er sich wegen des Diebstahls verantworten soll, den er an den Reiseeffekten des Herrn Dettermann begangen *(Ein millionenschwerer Eisenbahnzug) traf nach dortigen Blättern letzter Tage in Berlin ein. Einige bewachte Güterwagen enthielten feste Behälter, in denen sich anderthalb Millionen Mark befanden. Das ausschließlich aus Talerstücken bestehende Geld war von der Reichsbanknebenstelle in Kottbus aufgegeben und fur die Berliner Münze bestimmt. *(Die verkannte Luise.) Vom badischen Schwarz= wald schreibt man der Frkf. Ztg.: Im Bonndorf passierte vor einiger Zeit folgendes Stückchen: Die Affäre der Prinzessin Luise von Toskana bildete das Tagesgespräch, besonders unter den Frauen. Eines Tages belausche ich zwei von diesen Sittenrichterinnen, wie sie sich als Neuigkeit erzählen, daß ein Bild von„ihr" im Laden des Kaufmanns W. ausgestellt sei. Des höre ich, daß es von einem Sohne der Stadt gemalt ist, der sich zum Künstler heranbilden will. Die Art der Reklame kommt mir für hiesige Verhältnisse etwas modert vor ich wandere vor das bbeichötteiokol entgegenstrahlt mir in der ganzen Hoheit ihrer Unnahbarkeit—— Königin Luise von Preußen! 1(Ein Mann ohne Kehlkopf.)„Professor v. Hacker dem Kurfürsten geächtet, im ganzen Lande Bayern und in der Pfalz als meineidiger, ehrloser Verräter ausgerufen und für vogelfrei erklart. Demjenigen, welcher ihn tot oder lebendig in die Hände des Kurfürsten liefern würde, wurde ein Preis von 10000 Talern verheißen. Der leidenschaftliche Mann erwiderte auf seine Weise, ohne Rücksicht, ohne Schonung, er bedrohte den Kurfürsten und schwur Tod und Verderben seinen Ratgebern; mit seinen ihm ergebenen Kriegsvölkern brandschatzte er die bayrischen Lande, plünderte Städte und Dörfer, und gewann so reiche Beute, daß man das geraubte Geld mit Hüten verteilte. Indes wendeten die Truppen sich doch mehr und mehr von Werth ab, erklärten sich gegen ihn, Anschläge wurden gegn ihn ins Werk gesetzt. Um den Nachstellungen und dem Tode zu entgehen, mußte er fliehen, und mit wenigen Begleitern kam er in dem kaiserlichen Feldlager in Böhmen an. Welchen Empfang durfte er sich von dem Kaiser Ferdinand versprechen, welchem er ein Heer zuzuführen unternommen hatte, dem er jetzt, unglücklich und beschimpft, nach dem Mißlingen so stolzer Plane, unter die Augen treten mußte! Doch er fand einen edelgesinnten gütigen Kaiser. Ferdinand III. hob die Achtserklärung des Kurfürsten auf, stellte ihn in eigener Person bei feierlicher Parade dem Heere als General der Kavallerie vor, schenkte ihm als Ersatz für die verlorenen oder eingezogenen Güter die Herrschaft Benatek in Böhmen und rechtfertigte durch kaiserliches Schreiben des verunglimpften Mannes Verhalten vor der ganzen Welt. Noch andemselben Tage erließ der Kaiser ein förmliches Abberufungsschreiben an alle Offiziere und meine des bayrischen Heeres und befahl unter Darlegung der Gründe und mit der Versicherung, daß Johann von Werth und alle, die ihm gefolgt, ihrer Ehre und Pflicht gemäß gehandelt hätten, sich unter seine und des Reiches Selbstverstnädlich antwortete der Kurfürst von Bayern im entgegengesetzten Sinne und ermahnte die Truppen seinerseits zu standhafter Treue; gegen Werth blieb er unversöhnlich und schrieb eigenhändig an seinen Bruder, den Kurfürsten von Cöln, so lange noch ein Tropfen Blutes in im wäre, würde er Rache suchen. Wie weit der Kaiser, wie weit der Kurfürst im im Rechte war, ob Johann von Werth recht gehandelt hat, wird von den Geschichtsschreibern verschienden beurkeilt. Unser Held verschwindet nach diesen Begebenheiten von seinem hervorragenden Platze und ist einige Jahre Eiter auf seinem Gute Benatott in Böhmen gestorben. haben allen Anlaß zu der Annahme, daß Johunn f(Ein Mann ohne Kehlkopf.) Professo hat der wissenschaftlichen Aerztegesellschaft zu Innsbralt einen 62jährigen Mann vorgestellt, dem er ohne Betäubung den an Krebs erkrankten Kehlkopf vollständig herausgenommen hatte. Die Operation wurde in der Weise bewerkstelligt, daß die Schleimhaut mit einer Lösung von Antipyrin und Cocain bepinselt und die Weichteile mit einer Akoinlösung durchtränkt wurden. Der Kranke überstand den Eingriff trotz seines Alters durchaus gut, und es traten weder Fieber noch die sonst so häufigen Erkrankungen der Lunge ein. Seit der Anfang Oktober stattgehabten Operation hat er um 10 Kilogramm zugenommen und kann jetzt als völlig geheilt bezeichnet werden. Obwohl die Luftwege nicht die geringste Verbindung mit dem Rachen und Mund mehr besitzen, hat der Patient sogar schon nach vierwöchigen Sprechversuchen den Gebrauch der Sprache so weit erlernt, daß die daran gewöhnte Umgebung ihn völlig zu verstehen vermag. Durch planmäßige Uebung ist zu erwarten, daß sich bei ihm eine sogenannte Pseudostimme entwickelt, wie sie schon in ähnlichen Fällen beobachtet worden ist. *(Der schwäbische Volksdichter) Pfarrer Sebastian Sailer war, so liest man in den„Münch. N. N.“, ob seiner kernigen Sprüche und Späße bei alt und jung beliebt. Einst war er im Begriff auszureiten und das gesattelte Pferd stand vor der Türe. Der eben dazu kommende Schultheiß seines Dorfes sagte scherzend:„Als Christus seinen Einzug in die Stadt Jerusalem hielt, ritt er nur einen schlechten Esel, und Sie Herr Pfarrer, ein so schönes Pferd. Wie reimt sich das zusammen?" Sailer antwortete:„Ihr habt recht; denn seither sind alle Esel so hoch geschätzt worden, daß man aus ihnen lauter Schultheißen gemacht hat. In Abgang eines Esels muß ich also auf einem Pferde reiten.“ *(Ein Gemeindeschullehrer Professor.) Dem Rektor August Engelin zu Berlin wurden bei seinem Ausscheischeiden aus dem städtischen Schulamte viele Ehrungen zuteil. Stadtschulrat Dr. Gerstenberg überbrachte den Dank der staatlichen und städtischen Behörden für die treuen Dienstleistungen, wobei er das Patent als Professor überreichte. Der Minister hatte bei der Verleihung darauf hingewiesen, daß der Titel Professor ihn mit Rücksicht auf seine wissenschaftlichen Arbeiten und Forschungen verliehen sei. Es sei der erste Fall, daß einem Rektor der Gemeindeschule der Titel Professor verliehen F(Das praktische Beispiel.) Aus Bukarest schreibt man: Wie sich die Effekthascherei bis zur höchsten Geschmacksverwirrung steigert, beweist schlagend ein Beispiel: Vor kurzem hielt hier ein Dr. Poênaro Caplesco vor zahlreichem Publikum einen Vortrag über die„Gefahren des Rauchens“, was ja schließlich in Ansehung der entsetzlichen Erzeugnisse der rumänischen Tabakregie auch tatsächlich etwas für sich hat. Um nun aber seinen Hörern, unter denen sich nicht wenige Damen befanden, die verderblichen Wirkungen des Nikotins ad aculos zu demonstrieren, ließ der Herr Doktor zwei unschuldige Hunde, die sicherlich nie geraucht hatten, auf das Podium schleppen, wo er ihnen konzentriertes Nikotin einspritzte. Natürlich kamen die armen Tiere alsbald unter schrecklichen Krämpfen um, was ein so greulicher Anblick war, daß das Publikum eilends den Saal verließ und viele Damen in Ohnmacht fielen. Zufrieden mit dem Erfolg, entfernte sich auch der Doktor, eine Zigarette schmauchend. *(„Sie ist schuldig!“) In einem Landstädtchen wurde die Primadonna einer wandernden Schauspielertruppe auf drollige Art blosgestellt. Es wurde die Zauberin Sidonia aufgeführt. Als nun Sidonia, von Abt Gregorius der Zauberei und Giftmischerei beschuldigt, vor dem geistlichen Gericht steht und der Präsident das furchtbare:„Sie ist schuldig!“ ausspricht, befindet sich auch als Zuschauer im Parterre ein Kuchenbäcker, der auf einmal laut ausruft:„Ja, meine Herren, sie ist viel schuldig! Ich bekomme allein einen Taler vier Groschen für Apfelkuchen von ihr!“ kassen wurde von städtischen Beamten ein sehr wertvoller Silberschatz aus der Zeit vor etwa 150 Jahren gefunden. Derselbe dürfte offenbar einmal zum Pfand gegeben und nicht wieder eingelöst worden sein. 8 Straßburg, 12. April. Die Zahl der streikenden Bau= und Erdarbeiter beträgt nunmehr 1300. Eine Einigung mit den Unternehmern kam vorläufig nicht zustande, da diese zwar eine 10 prozentige Lohnerhöhung, aber nicht den geforderten Minimallohn bewilligen wollten. Die Stimmung der Streikenden ist zuversichtlich. § Basel, 12. April. Der Maurerstreik ist infolge Eingreifens der Regierung beendet worden und schloß mit einem Erfolge der ausständigen Arbeiter, denen fast sämtilche Forderungen bewilligt wurden. § Agram, 12. April. Mehrere hundert kroatische Bauern griffen heute früh das Stationsgebäude in Zapresics an, rissen die aus Anlaß des ungarischen Nationalfestes dort angebrachten ungarischen Fahnen herab, begossen sie mit Petroleum und verbrannten sie. Die Gendarmerie vertrieb die Demonstranten, wobei einige verwundet wurden. Da auch hier aus Anlaß der Auferstehungsfeierlichkeiten heute Demonstrationen befürchtet werden, wurden die umfassendsten Maßnahmen getroffen. § Paris, 12. April. Der Marineminister hat die Schließung der für die Marinetruppen bestimmten Kapellen angeordnet. Ausgenommen sind die Kapellen in den Gefängnisanstalten und Hospitälern. § Paris, 12. April. Ein Einwohner des Departements Ardeche erhielt die amtliche Nachricht, daß ein in Kalkutta verstorbener Verwandter ihn zum alleinigen Erben seines 800 Millionen betragenden Vermögens eingesetzt hat. Eigener Depeschendienst der„Schwerter Zeitung“. § Berlin, 14. April. Gestern herrschten hier Schneegestöber, das gleiche wird aus allen Gegenden des ganzen Reiches gemeldet. Hd Petersburg, Im Asyl für Obdachlose kam zu stürmischen Auftritten. Nachts hatten sich ungefahr 300 Personen eingefunden, die sich aus den verschiedenster Gesellschaftsschichten rekrutierten. Das Gerücht, unter denselben befänden sich zwei Dedektivs, rief große Erregung und Erbitterung hervor. Es erhob sich ein furchtbarer Tumult. Sämtliche Möbel wurden demoliert. Alles lärmte und tobte und es kam zu einer großen Schlägerei. In der Nähe stationiertes Militär war nicht im Stande, die Ruhe herzustellen. Schließlich wurde die Straße gesperrt und die Feuerwehr trat in Aktion, da durch herabgefallene Lampen Feuersgefahr vorlag. Der Feuerwehr gelang es durch kalte Douchen die Excedenten zu überwältigen und zur Polizei abzuführen. Hd Madrid, 14. April. In allen Städten des ganzen Landes fanden gestern große republikanische Wahlmeetings statt, die von vielen tausenden Personen besucht wurden. Es wurde sehr scharf gegen die Monarchie und die Regierung zu Felde gezogen. Die Polizei verhinderte Blutvergießen dadurch, daß sie die Manifestanten ruchig gewähren ließ. Hd Melilla, 14. April. Die Besatzung der Festung Hajamah machte nachts einen verzweifelten Ausfall, wurde aber zurückgeschlagen. Die Belagerer sprengten darauf einen großen Turm in die Luft; bei der Explosion fanden 50 Verteidiger den Tod, vielen anderen gelang es, Melilla zu erreichen. Durch den Fall der Festung ist die Macht des Prätendenten im Nordosten sehr befestigt worken. Wetterbericht. 15. April: Wolkig, teils heiter, tags angenehm, nachts kalt, vielfach Niederschläge. Humor. Für den redaktionellen Teil verantwortlich: Wilh. Schade. — Gohs,— (Wieder gut gemacht.)„Die junge Frau Professor hat ja vergangene Woche zum erstenmal selbst gekocht.“—„Ja, aber nachher hat sie ihren Mann mit aufopfernder Liebe gepflegt, das muß man sagen! (Unmöglich.) A.:„Was ist das für ein Bild? — B.:„Das bekannte Böcklin'sche Gemälde:„Das Schweigen im Walde"?— Unmöglich! Ist ja'n Weib (Hoffnungsfroh.)„Was habe ich gehörts Ihr Kassierer ist mit einem bedeutenden Betrage und Ihrer Tochter durchgebrannt?“—„Na, na, es ist nicht so arg. Er schreibt mir soeben, er wird mir alles zurückzahlen; die Tochter hat er mir schon zurückgeschickt. (Abscheulich.) Freundin:„Nun, wie vertragt Ihr Euch in Eurer jungen Ehe:— Junge Frau:„Ach, mein Mann ist abscheulich! Jeden Morgen finder er etwas an mir, worüber er sich Aussetzung erlaubt. Und immer ist es derselbe lumpige ausgerissene Aermel. (Recht beruhigend.) Junge Frau(beim ersten Kochen):„Wird es aber meinem Mannerl nicht schaden?“—„Köchin:„Seien Sie beruhigt, gnädige Frau, ich habe schon Magentropfen dazu getan!“ (Auf der Sternwarte.)„... Eine Million Meilen soll dieser Stern entfernt sein? Das ist eigentlich garnicht so aufregend, Herr Professor!“— So?....... können Sie sich denn überhaupt eine Vorstellung machen, was eine Million ist?“—„Erlauben Se..... ich hab' selbst vier!“ Neueste Nachrichten. 8 Mannheim, 12. April. In der Badischen Brauerei erfolge heute früh ¼4 Uhr infolge Rohrbruches eine Gasexplosion, die in der Brauerei selbst und an barten Häusern erheblichen Schaden anrichtete. Ein Maschinist und der Nachtwächter wurden schwer berietzt. 9 Frankfurt a. M., 12. April. In einer halbvergessenen Truhe der hiesigen Stiftung Frankfurter AlmosenEine alte Bekannte und mildere, wie die von Luhus Salm.=Terp.=Kernseife bereitete, giebt es nicht; deshalb auch kann man heute„Luhns“ in allen besseren Geschäften haben. Wo etwa noch nicht, schreibe man direkt an Luhns Seifenfabrik in Barmen, dann wird Ihnen sofort die enn Ste Ihten geval in Herren- und Damenstoffen bei der Zeteler Weberei Janssen& Co., Elberfeld(früher Oldenburg) decken, sichern Sie sich durch Aufnahme in deren Stammkunden-Vereinigung enorme,Vorteile. Kuder braent busche d Verre- ber Aungat gumndtt uunn werden, erferderlich.#O-Vertreter ussium s. in zerligen guten Betten! 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